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Bärenreiter

Eine problematische Stelle in Beethovens Diabelli-Variationen


Author(s): SIEGFRIED KROSS
Source: Die Musikforschung, 16. Jahrg., H. 3 (JULI/SEPTEMBER 1963), pp. 267-270
Published by: Bärenreiter on behalf of Gesellschaft für Musikforschung e.V.
Stable URL: https://www.jstor.org/stable/41115548
Accessed: 19-01-2020 13:32 UTC

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Berichte und Kleine Beiträge 267

j?,»iijir fr
íjhf ^7^T¿ i^
Alle anderen Quellen aber einschlie
und zwei Viertelpausen (b):

g 'ii ^^
Das
?»gleiche gilt
i/' für die
i
entspreche
der 9. Variation, an deren Schluß ja d
wiederholt wird. Nach der Fassung a
seinem vollen Wert ausgehalten werd
Es ist ferner zu beachten, daß in allen
Viertelnote und zwei Viertelpausen, a
ein Versehen oder einen mechanisch
Werkverzeichnis hin. Ein Irrtum wird
verzeichnis nicht in seinem Reisegepä
Rückkehr nach Wien vorgenommen h
daß die Gigue für Klavier KV 574, lau
irrtümlich von Mozart unter dem 17.
wurde, und das natürlich erst nach se
wäre noch darauf hinzuweisen, daß au
nisses kleinere Abweichungen von der
der Spätzeit sei auf folgende Fälle hi
Mozart offenbar nicht alles notenget
hatte, beweist eine Stelle aus seinem B
den Eingang der ihm vom Vater zu
Neue Hafner Sinfonie hat mich gan
davon" 10.

Eine problematische Stelle in


VON SIEGFRIED KROSS, BONN

In seinem Buch Textkritiscke Untersuchungen bei Beethoven1 (S. 69 f.


auf eine merkwürdige Erscheinung in der Nr. 15 der 33 Veränderungen
von Diabelli op. 120 von Beethoven aufmerksam. Die Takte 21 bis 24
dieser Variation, die im Autograph und in allen bisherigen Ausgabe
9 In den von mir durchgesehenen Klavierwerken (Klaviersonaten und Variationen) fan
analoger Fall: im Thema der Variationen über La belle Françoise KV 353 (300 f.).
10 L. Schiedermair, Die Briefe W. A. Mozarts, Bd. II, München 1914, S. 214.
l Paul Mies: Textkritisdte Untersuchungen bei Beethoven. Veröffentlichungen des Beet
Neue Folge. Vierte Reihe. Schriften zur Beethoven-Forschung Bd. II, Bonn - München

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268 Berichte und Kleine Beiträge

notiert sind, scheinen eigentlich im


Schmidt-Görg zum Vergleich herangez
daß die betreffenden vier Takte tatsä
Bei der von mir durchgeführten Textr
Görg herausgegebenen ersten Band de
Male versucht, die praktische Kon
ungefähr gleichzeitig erschienene, v
hovenschen Klavier- Variationen in
Variation 15 festhält, sei hier scho
Gesamtausgabe der Sachverhalt darge
als der Hinweis bei Paul Mies vermut
Zu der fraglichen Variation ist eine
Engelmannschen Skizzenbuchs3. In ih
in T. 21 in etwas anderer Weise als
nämlich ursprünglich noch eine ganz
die Takte 1-6 folgten ursprünglich
dagegen - die Takte 21-24. Das Prob
Endfassung) ist also in diesem Kom
Unterstimme bewegt sich vielmehr a
der Endfassung die linke Hand ohne
notiert, so ist das einmal das bei ihm
Schreibbewegung, zum anderen weich
Hand übergegangen, mit der Notieru
eindeutig, daß er auch weiterhin im
dem Zusammenhang ist ohne Zweifel
raum befindet, und in derartigen F
Schlüsselwechsel. Vollends zur Gewiß
im zweiten Akkord das c' der linken H
zusammenzieht.
Diese Folge der Takte 1-6, 17-20 u
also offenbar zusammenhängend geda
hätte ursprünglich einheitlich aus di
die Legato-Partien (T. 8-16 und 24 bis
erst in ihnen aber bewegt sich die lin
sie eingefügt, indem er die Komposit
„bleibt", die beiden Achtel auf der zweiten Taktzeit in T. 6, die zu T. 17 überleiteten,
wurden gestrichen, das Folgende (T. 17 ff. der Endfassung) mit dem Vermerk „2ter Theil"
versehen. Stattdessen wird der Anfang der Legato-Partie (T. 8, 2. Hälfte bis T. 10 der End-
fassung) eingefügt. Wegen Platzmangels notiert Beethoven hier ein vi- und fährt mit
einem -de in den Zeilen 3/4 mit T. 11 ff. fort. Der „2te Theil" erhielt in T. 24 ebenfalls ein
v/-4 und mit -de in Zeile 5/6 gleichfalls einen Legato- Anhang.
Durch dieses Auseinandernehmen eines zusammenhängenden Textes und das Einfügen
anderen Materials ergeben sich nun natürlich weitere kompositionstechnische Komplika-
tionen: im ersten Teil ist die Legato-Partie bereits nach T. 6 eingefügt, der erste Abschnitt
schließt infolgedessen auf der Tonika mit c' in der linken Hand und bedarf außerdem einer

2 Beethoven. Werke. Abteilung VII, Bd. 5. Variationen für Klavier. Herausgegeben von Mitarbeitern des
Beethoven-Archivs durch Joseph Schmidt-Görg. München-Duisburg 1961.
3 Faksimile-Ausgabe Leipzig 1913.
4 P. Mies setzt in seinem Notenbeispiel 51 (S. 70) mißverständlich das vi- von T. 24 und das -de von T. 11
so untereinander, als gehörten sie zusammen.

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Berichte und Kleine Beiträge 269

metrischen Ergänzung; die Legato-Fo


überbrückt den unlogischen Sprun
unvollständige Periode mit einer zweit
Abschluß ermöglicht {1.6, 2. Hälfte
Legato-Partie macht schließlich auch
hoven diese Variation zuerst ausdrück
Schwieriger ist die Situation im zwe
eine fertige achttaktige Periode nie
Legato-Partien in dem Kompositionsp
der ursprünglichen, motivisch einheit
abschließende Legato-Partie angefügt
der Endfassung ungeachtet der Tatsa
sind. - Beim Übertragen der Variatio
hoven durch den Einschub nach T. 6,
fehlenden Dominantschluß auf das P
durch eine zweitaktige Überleitung,
zweiten Teil dagegen fehlten solche
Teils ist vollständig, sein letzter Akk
Abschnitts umgedeutet; und da desse
ganze Abschnitt T. 21-24 im Baßschlü
beim Übertragen gewesen sein, denn
(T. 20/21) der linken Hand aufgefal
akkorden werden, die zweimal auf de
klänge zum Sextakkord werden und
allerdings verursacht die Verlesung k
Es ist also einfach ein Erfordernis m
fehler Beethovens rückgängig zu mach
vor T. 21 nachtragen. Damit steht m
in den Baßschlüssel zurückzuwechse
Reinschrift ist Beethoven ja offenbar
daß er sich in T. 21 bis 24 mit der link
befand; sonst hätte er doch sicherl
Paul Mies hat daher (a. a. O.) den Ba
tatsächlich die Takte 21-24 ganz im
nische Schlüsselsetzung nach dem S
Akkord des T. 24 ja inzwischen einen
volltaktig angelegten Komposition zu
Legato. Ganz abgesehen davon wäre e
f'-G. - Das Problem liegt also in der
einerseits gehört er zu der Parallel
volltaktige Anlage ja noch deutlich d
anderen gehört er als Auftakt zu de
die letzte Baßnote als G (statt e') vor
wechsel auch in der neuen Beethoven
dieser Stelle keine völlig unwahrsche
am ehesten vertretbar), keine Änder
betreffende Akkord in seiner Doppel
charakterisiert ist.
Zumindest einen gewichtigen Zeuge
im Violinschlüssel las : Johannes Brahm

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270 Berichte und Kleine Beiträge

Gesellschaft der Musikfreunde Wien s


weise sogar bereits auf die Kenntnis d
Engelmann vermittelt haben könnte
Baßschlüssel nicht gelöst: an dieser Ste

Zur Bibliothek des Aloy

Ergänzungen und Berichtigungen


VON FRIEDRICH WILHELM RIEDEL, KASSEL

In der Gedenkschrift Hans Albrecht in Memoriam veröffentlichte ich eine


über Die Bibliothek des Aloys Fuchs nebst einem Verzeichnis der Schrifte
dem Nachlaß von Aloys Fuchs im Stift Göttweig1. Mittlerweile wurden nu
Aufstellung befindlichen Magazinen der Göttweiger Bibliothek einige we
der Sammlung Fuchs gefunden. Außerdem können noch eine Reihe ergän
gemacht2 und einige Fehler berichtigt werden, da eine vom Verfasser an
gelesene Revision durch ein Versehen nicht mehr berücksichtigt werden
gänzungen und Berichtigungen seien nachstehend mitgeteilt:
S. 207, Anm. 1: ergänze; MOZART, Leopold, Gründliche Violinschule, 4
burg, J. J. Lotter und Sohn, 1800
S. 210, Z. 6 v. u.: statt „Alois" lies „Aloys"
S. 211, 1. Sp., Z. 18: statt „A. André" lies „J. André"
r. Sp., Z. 10/11: ergänze: 2 Exemplare, das 2. unvollständig
Z. 24: statt „Foerster" lies „Foerstner"
S. 212, 1. Sp., Z. 20: ergänze: Autograph, Titel von A. Fuchs
Z. 21/22 muß es lauten: Notice des Manuscrits Autographes de la
Musique composée par Luigi Cherubini. - Paris, (E. Duverger), 1845 ...
Z. 27: ergänze den Verleger: L. Marchesani
Z. 34: ergänze den Verleger: F. Nicolai
r. Sp., Z. 7: ergänze den Verleger: Meißer & Schirges
Z. 14: statt „1800" lies „1851"
Z. 16: statt „complete" lies „complet"
Z. 24: statt „1789" lies „1798"
Z. 18 v. u.: ergänze hinter „Littéraire": „Philosophique"
Z. 16 v. u.: die Abschrift stammt von der Hand R. G. Kiesewetters
Z. 14 v. u.: lies „Camesinaische Buchhandlung"
Z. 5 v. u.: statt „Marius" lies „Mevius Erben"
zu DRIEBERG, Friedrich von ergänze: [Feststellung der Intervallgrößen
(Nach der Theorie der Griechen)]. - Ms., 1842 (Autograph; nur noch der
Schluß vorhanden).
S. 213, 1. Sp., Z. 2: statt „Wiegand" lies „Wigand"
r. Sp., Z. 10: ergänze den Verlag: mit Kreutzer-Scholzschen Schriften
1 Kassel- Basel 1962; auch als Separatdruck erschienen (vgl. Katalog des Bärenreiter- Antiquariats Libri Novi
de Musica XV).
2 Herrn Professor Dr. Otto Erich Deutsch, Wien, bin ich für mehrere Hinweise zu Dank verpflichtet, desgleichen
für die liebenswürdige Mitteilung nachstehender Ergänzungen zu meinem Aufsatz Über die Aufteilung der
Musiksanwilung von Aloys Fudts (Mf XV, 1962, S. 364 ff.): Vorname des Hofschauspielers Löwe: Ludwig;
Vorname des Arztes Dr. Lorenz: Franz (vgl. Fußnote 3); der Baron Paumann ist der Schriftsteller Johann
Päumann (Pseudonym: Hans Max); Vorname des Gubernialrates Roner von Ehrenwerth: Karl (Fuchs besaß
einen Katalog seiner Autographensammlung); bei Eder, Haast, Löwe, Petter, Titze, Usteri und Zäch ist das
vom kein Adelsprädikat, sondern lediglich eine im 19. Jahrhundert in Wien vielfach übliche Höflichkeitsformel.

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