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Anhang I.

Übersicht der ausgewählten Studien


Autoren Titel Design / Probanden/ Resultate Kritik Besonderheiten
Evidenzgrad Zielgruppe -- = negativ

Deutsches Netzwerk „Expertenstandard - Analyse der - Die Studien zur - Der Vergleich von
für Schmerzmanagement vorhandenen Schmerzeinschätzung wahrnehmbaren
Schmerzindikatoren ergab
Qualitätsentwicklung in in der Pflege bei Literatur im verweisen darauf, dass einen Konsens ( vier von
der Pflege: akuten oder Zeitraum von verbale Selbstauskünfte sechs):
Expertenarbeitsgruppe tumorbedingten 1966-2003 und über Schmerzen bei Stöhnen, Weinen,
„Schmerzmanagement“ chronischen Konsensus- Menschen mit starken Grimassenschneiden/Gesicht v
(2005) Schmerzen“ Konferenz kognitiven erziehen, körperlich unruhig;
agitiert/zappelig, Reiben von
Beeinträchtigungen bestimmten Körperteilen
Evidenzgrad: unmöglich sind. /Festhalten, Schaukeln/ vor und
IV - Erfassung durch zurück Wippen, erhöhte
Beobachtung von Verwirrtheit,
nonverbalen Anzeichen von Appetitlosigkeit/Nahrungs verw
eigerung, sozialer Rückzug,
Schmerz. Aggressi vität/Reizbarkeit
- Betreuungskonstanz und Zusätzlich identifizierten die
Teamarbeit werden als Hälfte die Studien (drei von
Voraussetzungen für eine sechs Studien): Fluchen,
zuverlässige Verbale Ausbrüche, Schreien,
Grunzen/Brummeln,
Schmerzeinschätzung geräuschvolles Atmen,
genannt. schnelles Augenzwinkern,
Stirnrunzeln,
veränderte/eingeschränkte
Beweglichkeit, veränderter
Schla frhythmus, häu figeres
Gehen als gewöhnlich.
Fox, P., Parminder, R., “Prevalence and Systematic - 49% bis 83% der - 49% bis 83% der - Nur sehr -Autoren empfehlen mehr
et. Al. (1999) treatment of pain in review 14 untersuchten untersuchten wenige RCT’s Forschung in
older adults in nursing Studien Heimbewohner litten Heimbewohner leiden/litten wurden Schmerzerfassung und
homes and other Zwischen unter mittelstarken unter mittelstarken bis evaluiert. Interventionen.
long-term care 1966-1997, bis starken starken Schmerzen
institutions” (1 RCT,12 nicht Schmerzen.
vergleichend,
einer
vergleichend
Studien)

Evidenzgrad:
III

Lautenbacher, S., „Mehrdimensionale Quasi- 20 Menschen mit - Menschen mit Demenz - Geringe - Weitere Forschung
Kunz, M., Schmerzerfassung experimentell Demenz, 40 mit zeigten eine stärker Probandenan notwendig, um zu
et al. bei Demenzpatienten“ kontrollierte/ leichten kognitiven ausgeprägte mimische zahl. überprüfen, ob die
(2007) Quasi- Beeinträchtigungen Reaktion bei gleichem verstärkte mimische
experimentelle, und 40 ohne Schmerzreiz im Vergleich Reaktion der Patienten nicht
kontrollierte kognitive mit nicht kognitiv daher rührt, dass sie durch
Studie Beeinträchtigung beeinträchtigten Personen. ihre kognitive
Beeinträchtigung keinen
Evidenzgrad: - Dies könnte ein Indiz dafür Reiz erwarteten und
IIb sein, dass sie dadurch zusätzlich zu dem
auch/tatsächlich Schmerzreiz einen Schreck
schmerzempfindlicher sind. erlebten.
Morrison RS, Siu AL. “A comparison of pain Prospektive - - Menschen mit Demenz - Geringe - Die Studie belegte, dass
(2000) and its treatment in Kohortenstudie Probanden/Personen erhalten lediglich ein Drittel Probandenan ältere Menschen ohne
advanced dementia nach einer der postoperativen zahl. Demenz nach operativen
and cognitively intact Evidenzgrad: Hüftfraktur; davon 38 Schmerzmedikamente, die Eingriffen ebenfalls zu
patients with hip IIb Probanden mit und Menschen ohne Demenz wenige Analgetika erhalten.
fracture” 59 ohne Demenz nach einer Hüftfraktur
erhalten.
Sampson, E.L., Ritchie, “A systematic review -30 Artikel - Es liegen keine Belege vor, - Forscher - Mehr Forschung ist nötig,
C.W., et. al. of the scientific Reviews, 4 dass Menschen mit Demenz hinterfragen um zu belegen, welche
(2005) evidence fort he Studien von einer palliativen den Bedarf Vorteile sich für Menschen
efficacy of a palliative evaluiert (1 Versorgung profitieren aufgrund von mit Demenz aus einer
care approach in RCT, 1 können. zu wenigen palliativen Versorgung
advanced dementia” prospektive vorhandenen ergeben
Kohortenstudie, Studien,
2 Deskriptive anstatt diesen
Mangel als ein
Indiz für den
Bedarf an
Evidenzgrad: Ib Forschung zu
werten.
Volicer, L. End-of-life Care for Review 158 - Kompetente Palliative Care - Nur sehr - Empfehlung der Forscher:
(2005) People with Dementia Studien stellt eine effiziente wenige RCT’s  Hausärzte sollten
in Residential Care Zwischen Alternative zu aggressiven wurden frühzeitig in Themen rund
Settings 1994-2004, Therapien dar. Die Qualität evaluiert. um das Ende des Lebens
vorwiegend der Palliative Care ist --Es liegen einbezogen werden bzw.
experimentell abhängig von den nur wenige Hausärzte sollten
oder quasi- Personalressourcen sowie RCT’s in Gespräche über solche
experimentell von der Schulung der diesem Themen frühzeitig initiieren.
Pflegenden. Bereich vor.  Gespräche über das
Evidenzgrad: - Behandlungen von Lebensende sollten zeitnah
IIb medizinischen Problemen zur Aufnahme in einer
vor Ort vermindern das Einrichtung erfolgen.
Mortalitätsrisiko  Menschen mit Demenz
- Nur wenige Ärzte, die in profitieren von einer
der Gesundheitsversorgung palliativen Versorgung
von Menschen mit Demenz schon bevor der
tätig sind, sind bereit, über Sterbeprozess absehbar ist.
Themen rund um das Ende  Mehr Forschung zu
des Lebens zu sprechen Pflege am Lebensende für
- Werden Akutinfekte im Menschen mit Demenz
häuslichen Bereich nötig.
behandelt, treten im
Nachhinein weniger
Komplikationen auf
- Krankenhausaufenthalte
resultieren in einem
verschlechterten
Allgemeinzustand der
Bewohner
- Sech-monatige
Mortalitätswahrscheinlichkeit
schwer einschätzbar für
Menschen mit Demenz
Wissman, P., Sauer, „Sterben in ambulant Datenanalyse 20 qualitative -Demenz-WGs sind Orte, - Studie - Weitere Forschung nötig,
P., betreuten und qualitative Leitfaden-Interviews wo die Bewohner bis zuletzt musste aus um zu beleuchten, was
(2009) Wohngemeinschaften Interviews in 13 WGs in Würde leben können und finanziellen unter dem Begriff/Konzept
für Menschen mit Wertschätzung erfahren Gründen eines würdevollen Sterbens
Demenz“ Evidenzgrad: -Eine gelingende abgebrochen in Demenz-WGs zu
IV Kommunikation mit den werden. verstehen ist.
Angehörigen und den - Begriff des - Weitere Forschung mit
beteiligten Berufsgruppen „würdevollen höherer Teilnehmerzahl
sind essentiell für eine Sterbens“ notwendig.
Sterbebegleitung, die der wurde nicht
Vorstellung der Pflegenden näher
von einer guten Begleitung definiert.
entspricht.