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GRUNDWISSEN WIRTSCHAFT UND RECHT - 9. Jgst. Wirtschaftliches Handeln

Warum müssen Menschen wirtschaften?

Begrenzten Gütern stehen unendlich viele Bedürfnisse gegenüber. Wirtschaftliches Handeln bedeutet für private Personen daher Entscheidungen zu treffen, welche Bedürfnisse mit knappen Gütern befriedigt werden sollen. Unternehmen müssen ebenfalls Entscheidungen treffen, da ihnen nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen.

Grundlegende Entscheidungsmöglichkeiten:

Wirtschaftlichkeitsprinzip

Entscheidungsmöglichkeiten : Wirtschaftlichkeitsprinzip Minimal prinzip Maximal prinzip Input (Einsatz) minimieren

Minimalprinzip

: Wirtschaftlichkeitsprinzip Minimal prinzip Maximal prinzip Input (Einsatz) minimieren Bestimmter

Maximalprinzip

Input (Einsatz) minimieren
Input
(Einsatz)
minimieren

Bestimmter Output (Ergebnis)

Output (Ergebnis) maximieren
Output
(Ergebnis)
maximieren

Bestimmter Input

(Einsatz)

Entscheidungskriterium: Nachhaltigkeit

Die Bedürfnisse der Gegenwart sollen so befriedigt werden, dass die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse nicht beeinträchtigt werden.

Kenngröße zur Entscheidungsüberprüfung:

Rentabilität

= Verhältnis von erzieltem Ergebnis zum eingesetzten Kapital (Output zu Input)

Die Menschen produzieren nicht mehr alle Güter des täglichen Bedarfs selber. Durch Arbeitsteilung und Spezialisierung haben sich Berufe entwickelt. Güter werden getauscht und Geld ist als allgemein anerkanntes Tauschmittel entstanden.

Geld

Zahlungsarten:

Barzahlung, Überweisung, Lastschrift, Kartenzahlung, Online-Banking, Girokonto

Entscheidungskriterien für Geldanlagen:

Rentabilität Ertrag bezogen auf den Einsatz (= Verzinsung)

Sicherheit Höhe des Verlustrisikos

Einsatz (= Verzinsung) Sicherheit Höhe des Verlustrisikos Liquidität Möglichkeit zur schnellen Umwandlung in

Liquidität Möglichkeit zur schnellen Umwandlung in Bargeld

Berufswahl

Entscheidungskriterien:

z. B. Eignung, Neigung, Zukunftsperspektiven, Verdienst, Kosten/Dauer der Ausbildung, Aufstiegschancen

Unternehmen müssen sowohl bei der Gründung als auch während der Produktion zahlreiche rationale Entscheidungen treffen. Eine Grundlage des wirtschaftlichen Handelns ist dabei das Rechnungswesen.

Gründung

Entscheidungskriterien:

z.B. Marktchancen, Finanzierung, persönliche Voraussetzungen

Wahl der Rechtsform: Die Rechtsform ist auch ein Gestaltungsmittel, um die persönliche Haftung

der Eigentümer zu begrenzen:

um die persönliche Haftung der Eigentümer zu begrenzen: GmbH und AG (Kapitalgesellschaften) Haftung der
GmbH und AG (Kapitalgesellschaften)

GmbH und AG (Kapitalgesellschaften)

GmbH und AG (Kapitalgesellschaften) Haftung der Teilhaber ist auf das ins Unter- nehmen eingebrachte Kapital beschränkt.
GmbH und AG (Kapitalgesellschaften) Haftung der Teilhaber ist auf das ins Unter- nehmen eingebrachte Kapital beschränkt.
Haftung der Teilhaber ist auf das ins Unter- nehmen eingebrachte Kapital beschränkt.

Haftung der Teilhaber ist auf das ins Unter- nehmen eingebrachte Kapital beschränkt.

OHG und KG (Personengesellschaften)

OHG und KG (Personengesellschaften)

OHG und KG (Personengesellschaften) Haftung unbeschränkt, d. h. die Teilhaber haften i. d. R. mit Geschäfts-
OHG und KG (Personengesellschaften) Haftung unbeschränkt, d. h. die Teilhaber haften i. d. R. mit Geschäfts-
Haftung unbeschränkt, d. h. die Teilhaber haften i. d. R. mit Geschäfts- und Privatvermögen

Haftung unbeschränkt, d. h. die Teilhaber haften i. d. R. mit Geschäfts- und Privatvermögen

Produktion

Kombination der knappen Produktionsfaktoren: Arbeit, Boden, Kapital und Wissen Die Kenngrößen Produktivität (Verhältnis von Produktionsergebnis zum Produktionsfaktoreneinsatz) und Rentabilität dienen zur Überprüfung der getroffenen Entscheidungen.

Die Bilanz als Teil des Rechnungswesens

Die Bilanz ist eine Gegenüberstellung von Vermögen (Mittelverwendung) und Kapital

(Mittelherkunft) eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Aufbau einer Bilanz:

Akiva

Bilanz

Passiva

I. Anlagevermögen (AV)

I. Eigenkapital (EK)

z.

B.:

Grundstücke

 

Maschinen

II. Umlaufvermögen (UV)

II. Fremdkapital (FK)

z.

B.:

Rohstoffe

Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden

 

Bank

Es gilt die Bilanzgleichung:

AV + UV

=

EK + FK

Rechtliches Handeln

Wozu brauchen wir rechtliche Regelungen?

Bei dem Versuch, seine Bedürfnisse zu erfüllen, kommt der Mensch unvermeidbar mit den Bedürfnissen anderer in Konflikt. Rechte und Pflichten des Einzelnen werden daher möglichst klar geregelt (Ordnungs- funktion des Rechts). Dabei soll die Rechtsordnung die Rechte Schwächerer, z. B. der Minderjährigen, besonders schützen (Schutzfunktion des Rechts).

Die Kaufhandlung:

1. Willenserklärung Antrag (§ 145 BGB) Kaufvertrag § 433 V K 2. Willenserklärung Annahme (§
1.
Willenserklärung
Antrag (§ 145 BGB)
Kaufvertrag § 433
V
K
2.
Willenserklärung
Annahme (§ 147 BGB)

1. Willenserklärung

Antrag (§ 145 BGB) Einigung § 929 V K 2. Willenserklärung Annahme (§ 147 BGB)
Antrag (§ 145 BGB)
Einigung § 929
V
K
2.
Willenserklärung
Annahme (§ 147 BGB)

Übergabe der Sache §854 I

Verpflichtungsgeschäft – z.B. Kaufvertrag

Pflichten des Käufers:

Sache abnehmen

Kaufpreis zahlen

Pflichten des Verkäufers:

Sache übergeben

Eigentum an der Sache übertragen

Mangelfreiheit der Sache

1. Erfüllungsgeschäft

K wird Eigentümer der Sache∑ Mangelfreiheit der Sache 1. Erfüllungsgeschäft Mit der Übereignung der Sache und des Gel- des werden

Mit der Übereignung der Sache und des Gel- des werden die Pflichten aus dem Kaufvertrag erfüllt. Eine vollständige Kaufhandlung besteht aus dem Kaufvertrag und zwei Erfüllungsgeschäf- ten.

1. Willenserklärung Antrag (§ 145 BGB)

Einigung § 929

V 2.
V
2.
K
K

Willenserklärung

Annahme (§ 147 BGB)

Übergabe des Geldes § 854 I

2. Erfüllungsgeschäft V wird Eigentümer des Geldes
2.
Erfüllungsgeschäft
V wird Eigentümer des Geldes

Besitz und Eigentum:

Sache
Sache

Eigentümer

Eigentümer
Eigentümer
Eigentümer
Besitz und Eigentum: Sache Eigentümer hat rechtliche Gewalt kann mit der Sache nach Belieben verfahren, sofern

hat rechtliche Gewalt

kann mit der Sache nach Belieben verfahren, sofern nicht Rechte anderer betroffen sind

hat tatsächliche

Gewalt

Besitzer nicht Rechte anderer betroffen sind hat tatsächliche Gewalt Kann unmittelbar über die Sache verfügen Sachmangel als

Kann unmittelbar über die Sache verfügen

Sachmangel als Beispiel einer Pflichtverletzung:

Vorliegen eines Sachmangel:

Vereinbarung zur Beschaffenheit /Verwendung nicht eingehalten für gewöhnlichen Einsatz ungeeignet Werbeversprechen nicht eingehalten Falschlieferung oder Lieferung einer zu geringen Menge Lieferant baut falsch auf oder Aufbauanleitung ist fehlerhaft

Hauptrechtsfolge: Nacherfüllung, daneben auch Schadensersatz möglich

Altersstufen des Rechts:

Alter

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23 …

Rechtsfähigkeit

Geschäftsunfähigkeit

beschränke Geschäftsfähigkeit

bedingte Deliktsfähigkeit

volle Geschäftsfähigkeit

Deliktsunfähigkeit

volle Deliktsfähigkeit

Strafunmündigkeit

Bedingte Strafmün- digkeit als Jugendli- cher

Strafmündig-

keit als Her- anwachsender

Strafmündigkeit

als Erwachsener

keit als Her- anwachsender Strafmündigkeit als Erwachsener Richter entscheidet, ob Jugendstrafrecht oder

Richter entscheidet, ob Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht

Beschränkte Geschäftsfähigkeit

Beschränkt Geschäftsfähige können nur mit vorheriger Einwilligung bzw. nachträglicher Genehmigung der Eltern wirksame Verträge schließen. Die Einwilligung kann auch dadurch erfolgen, dass die Eltern dem beschränkt Geschäftsfähigen Mittel zur freien Verfügung überlassen („Taschengeld“). Ausnahme:

Vertrag verschafft dem beschränkt Geschäftsfähigen nur rechtlichen Vorteil (d.h. keine Pflichten), Bsp.: Schenkung