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EDV-unterstützte Standsicherheitsnachweise I ! .

Ri - EDV - AP 2001 BI

Richtlinie für das Aufstellen und


Prüfen EDV.. unterstützter
Standsicherheitsnachweise

Ausgabe April 2001

Bundesvereinigung Ferdinandstr. 47 Fax: 040/353565


der Prüfingenieure 20095 Hamburg E-Mail: info@bvpi.de
für Bautechnik e. V. Tel.: 040/3037950-0 http://www.bvpi.de
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Mit dieser neuen Richtlinie kann der Stand- Einführung


sicherheitsnachweis erheblich reduziert und
übersichtlicher werden
Die Richtlinie für das Aufstellen und Prüfen EDV-
Kürzlich hat der Arbeitskreis Ri-EDV die unterstützter Standsicherheitsnachweise wird wie
"Richtlinie für das Aufstellen und Prüfen die Vorgängerin Ri-EDV-AP 89 immer dann Ver-
EDV-unterstützter Standsicherheitsnach- tragsbestandteil sein, wenn die ZTV-K vereinbart
weise (RI-EDV - AP - 2001)" fertiggestellt, ist. Es ist wünschenswert, dass die Richtlinie
die im Folgenden abgedruckt wird. Sie baut außerhalb des Eisenbahn- und Straßen brücken-
auf der Ri-EDV-AP 89 von 1989 auf. Die ra- baus an Einfluss gewinnt, damit die
sante Entwiclung der Hard- und Software in Aufgabenverteilung, Zuständigkeit und
den vergangenen 12 Jahren hat die Anpas- Verantwortlichkeit von Aufsteller und
sung und Fortschreibung dieser Richtlinie Prüfingenieur eindeutig geregelt sind.
herausgefordert. Dazu gehören die enorm
gestiegenen Speicherkapazitäten und Rech- Die formalen und inhaltlichen Grundlagen sollen
nergeschwindigkeiten sowie die meist ver- beim Aufstellen beachtet, Eingaben und Ergeb-
besserte und bedienerfreundlichere Anwen- nisse übersichtlich, leicht verständlich und auf
dung und die häufig standardmäßig vorhan- das Notwendige beschränkt werden. Die grafi-
denen Grafikmöglichkeiten. Farbige und sche Darstellung erhält den unbedingten Vorzug.
maßstäbliche Linien- oder Flächengrafiken
erlauben in vielen Fällen eine übersichtliche Der Prüfingenieur ist im Sinn persönlicher und
und konzentrierte Darstellung der Eingaben fachlicher Verantwortung fest eingebunden. Er
und maßgeblichen Ergebnisse. bestätigt die Vollständigkeit und Richtigkeit der
Ergebnisse, die Einhaltung der gülti~en Techni-
Dem Arbeitskreis der Ri-EDV-2001 haben fol-
schen Baubestimmungen und die Ubereinstim-
gende Mitglieder angehört:
mung der Standsicherheitsnachweise mit den
Dipl.-Ing. Klaus Banze geprüften Ausführungsunterlagen in einem
(Stahlbau Lamparter GmbH) schriftlichen Prüfbericht.

Dr.-Ing. Frank Fingerloos Bei relevanten Abweichungen sollen Aufsteller


(Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein EV) und Prüfingenieur gemeinsam deren Ursachen
aufklären.
Dr.-Ing. Günter Griebenow
(VPI Niedersachsen) (Leitung) Die konzentrierte Zusammenfassung der geprüf-
ten maßgeblichen Ergebnisse soll auch der
Dipl.-Ing. Peter Kröger Komprimierung der Dokumentationsunterlagen
(EBA, Ast Hamburg) / Schwerin) dienen. Bei den Archivierungsmöglichkeiten sto-
ßen die Bauordnungsämter zunehmend an ihre
Dr.-Ing. Martin Mertens Grenzen. Diese Problematik kann die Ri-EDV-AP
(Landesbetrieb Straßenbau NRW) 2001 nicht lösen, sie kann aber grafische "Straf-
Dr.-Ing. Hans-Jürgen Meyer fung" der Eingaben und Ergebnisse den Ge-
samtumfang der Standsicherheitsnachweise er-
(VPI Hamburg)
heblich reduzieren helfen.
Dipl.-Ing. Catharina Stahr
(VPI Hamburg) Die Richtlinie hat folgenden Wortlaut:

Dr.-Ing. Marco Tschötschel


(Deutscher Betonverein E.V.)

Dipl.-Ing. Jürgen WindeIer


(Nds. Landesamt für Straßenbau)

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INHAL TSVERZEICHNIS 1 Geltungsbereich und Zweck

1 Geltungsbereich und Zweck 1.1 Geltungsbereich


1.1 Geltungsbereich2 Diese Richtlinie gilt für das Aufstellen und
1.2 Zweck Prüfen von Standsicherheits-nachweisen,
2 Begriffe die teilweise oder ganz aus EDV-
2.1 EDV-Berechnungen
Berechnungen bestehen ("EDV-
2.2 Daten unterstützte StandsicherheitsnachweiseU).
2.3 Aufsteller
2.4 Prüfingenieur
3 Aufgabenverteilung 1.2 Zweck
3.1 Abstimmung der Beteiligten
3.2 Fachliche Verantwortung des Aufstellers Die Richtlinie grenzt Zuständigkeiten und
3.3 Fachliche Verantwortung des Aufgabenverteilung zwischen Aufsteller
Prüfingenieurs und Prüfingenieur ab. Sie soll insbesonde-
4 Aufstellen re zu mehr Übersichtlichkeit und Verständ-
4.1 Vollständigkeit lichkeit der Eingaben und Ergebnisse bei-
4.2 Angaben zu den Programmen tragen.
4.3 Formale Anforderungen
4.3.1 Inhaltsverzeichnis
2 Begriffe
4.3.2 Kennzeichnung der Seiten
4.3.3 Querverweise
4.3.4 Begriffe, Formelzeichen, Einheiten 2.1 EDV-Berechnungen
4.3.5 Ordnungssysteme EDV-Berechnungen sind programmge-
4.4 Eingaben steuerte Berechnungen.
4.4.1 Allgemeine Anforderungen
4.4.2 Mechanisches Strukturmodell
4.4.3 Materialkennwerte, Querschnittsgrößen, 2.2 Daten
Steifigkeiten Daten in EDV-Berechnungen sind
4.4.4 Einwirkungen alpha-numerische Angaben, z.B. Kno-
4.4.5 Zusätzliche Eingaben ten-Element-Nummerierungen, Einga-
4.5 Ergebnisse ben und Ergebnisse,
4.5.1 Unterteilung der Ergebnisse grafische Angaben, z.B. Darstellung
4.5.2 Maßgebliche Ergebnisse der mechanischen Strukturmodelle, der
4.5.3 Sonstige Ergebnisse Einflusslinien oder Biegelinien als Er-
4.6 Aufbereitung der Eingaben und gebnisse,
Ergebnisse Kurztext-Informationen, z.B. Pro-
4.6.1 Übersichtlichkeit und Verständlichkeit grammkenndaten (siehe Anhang 1), Er-
4.6.2 Grafische Darstellung läuterung zu den Eingaben, Bestands-
4.6.3 Tabellarische Darstellung unterlagen, Dokumentation.
4.6.4 Darstellung der sonstigen Ergebnisse
4.7 Kontrollen Die Daten können programmgesteuert auf-
4.8 Unterschrift des Aufstellers bereitet und ausgedruckt (z.B. Eingaben
5 Prüfen und Ergebnisse) oder manuell niederge-
5.1 Prüfverfahren schrieben sein (z.B. Kurztext-
5.2 Prüfung durch Vergleichsberechnung Informationen, ergänzende Berechnun-
5.3 Prüfung durch Modellversuche und gen). Zur Übersichtlichkeit können farbige
Probebelastungen Darstellungen vorteilhaft sein.
5.4 Prüfbericht
Anhang

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2.3 Aufsteller ständigkeit der bautechnischen


Aufsteller im Sinne dieser Richtlinie ist Prüfung allein verantwortlich.
der Ingenieur, dem die Bearbeitung des
Standsicherheitsnachweises übertragen
wird. Diese Übertragung kann sich bei der 4 Aufstellen
Tragwerksplanung auch auf einzelne
Tragwerke oder Tragwerksteile beziehen, 4.1 Vollständigkeit
wenn deren Standsicherheitsnachweis Der Standsicherheitsnachweis muss unter
jeweils ein technisch und rechnerisch ge- Einschluss der EDV-Berechnungen und al-
schlossenes Ganzes darstellt. ler sonstigen technischen Unterlagen ein
technisch und rechnerisch geschlossenes
2.4 Prüfingenieur Ganzes bilden.
Prüfingenieur im Sinne dieser Richtlinie
ist der mit der Prüfung des Standsicher- Es soll dem Standsicherheitsnachweis eine
heitsnachweises beauftragte Ingenieur. kurze Erläuterung vorangestellt werden.

Der zur Prüfung und Dokumentation vorzu-


legende Standsicherheitsnachweis muss
3 Aufgabenverteilung mindestens enthalten:
die Programm kenndaten nach Ab-
3.1 Abstimmung der Beteiligten schnitt 4.2,
Bei Tragwerken mit außergewöhnlichen alle Eingaben nach Abschnitt 4.4,
Anforderungen an den Standsicherheits- die maßgeblichen Ergebnisse nach Ab-
schnitt 4.5.
nachweis - in der Regel "Tragwerke mit
überdurchschnittlichem Schwierigkeits-
grad" nach der HOAI (Honorarordnung für Der Standsicherheitsnachweis muss alle
Architekten und Ingenieure) Teil VIII - ist maßgeblichen Bau- und Endzustände so-
auf Verlangen des Bauherrn oder dessen wie die wesentlichen Wechselwirkungen
Beauftragten, des Prüfingenieurs oder zwischen Bauwerk, Baugrund und Hinter-
des Aufstellers ein Abstimmungsgespräch füllung erfassen (z.B. Baubeschreibung,
zu führen. Dabei muss der Aufsteller sei- statisches Konzept, Lastabtrag , Stabilisie-
ne zur Anwendung vorgesehenen Pro- rung).
gramme erläutern, sowie Umfang und
Darstellungsform der vorzulegenden Er-
4.2 Angaben zu den Programmen
gebnisse mit dem Prüfingenieur und ggf.
mit dem Bauherrn oder dessen Beauf- Die Programme sind mit Hilfe von
tragten abstimmen. Programmkenndaten oder in vergleichbarer
Form zu erläutern, wenn deren Grundla-
3.2 Fachliche Verantwortung des Aufstellers gen, Annahmen und Anwendungsgrenzen
Der Aufsteller ist für die technische und aus der Niederschrift des Standsicher-
rechnerische Vollständigkeit und Richtig- heitsnachweises nicht zweifelsfrei erkenn-
keit des Standsicherheitsnachweises als bar sind. Diese Programmkenndaten sind
geschlossenes Ganzes verantwortlich. in deutscher Sprache abzufassen und dem
Standsicherheitsnachweis beizufügen. In-
3.3 Fachliche Verantwortung des Prüfingeni- halt und Umfang müssen dem Anhang ent-
eurs sprechen. Falls die Angaben nicht ausrei-
chen, muss der Aufsteller Informationen
Der Prüfingenieur hat seine Prüftätigkeit nachreichen.
unparteiisch und gewissenhaft nach den
bauaufsichtlichen Vorschriften und den
technischen Baubestimmungen auszu-
üben. Er ist für die Richtigkeit und Voll-

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4.3 Formale Anforderungen Vereinbarungen, z.B. Last-


fälle und Kombinationen aus
4.3.1 Inhaltsverzeichnis Lastfällen, Teilsysteme aus einem
Dem Standsicherheitsnachweis ist ein Gesamtsystem.
Gesamtinhaltsverzeichnis voranzustel- Die Zuordnung der in den Ordnungssys-
len. Dieses Gesamtinhaltsverzeichnis temen verwendeten Daten (z.B. Eingaben
kann auf detaillierte Unterverzeichnisse und Ergebnisse) muss eindeutig erkenn-
verweisen und muss jeweils den aktuel- bar sein.
len Bearbeitungsstand widerspiegeln.
4.4 Eingaben
4.3.2 Kennzeichnung der Seiten
4.4.1 Allgemeine Anforderungen
Alle Seiten der Berechnung sind fortlau-
fend oder abschnittsweise fortlaufend zu Die in dem EDV-unterstützten Standsi-
nummerieren und so zu kennzeichnen cherheitsnachweis vorzulegenden Einga-
dass jede Seite eindeutig der Gesamt~ ben müssen alle Daten umfassen, die für
berechnung zugeordnet werden kann. eine Reproduktion der maßgeblichen Er-
Austauschseiten und Einschubseiten gebnisse notwendig sind. Die Herkunft
sind zusätzlich zu kennzeichnen. der Eingaben muss aus dem Standsi-
cherheitsnachweis erkennbar sein. Erfor-
derliche Zuordnungen, Vereinbarungen,
4.3.3 Querverweise Vereinfachungen und Erläuterungen sind
Wird in einem Standsicherheitsnachweis dabei anzugeben.
auf einen Wert oder eine Darstellung
Bezug genommen, die an anderer Stelle
4.4.2 Mechanisches Strukturmodell
stehen, so ist auf die betreffende Stelle
hinzuweisen. Die der Berechnung zugrunde gelegten
mechanischen Strukturmodelle (stati-
sches System des Tragwerks, aber auch
4.3.4 Begriffe, Formelzeichen, Einheiten einfache bis komplexe Modelle für z.B.
Begriffe, Formelzeichen und Einheiten Lager, Gelenke, Federn, Schraub-,
müssen den eingeführten technischen Schweißanschlüsse) sind grafisch darzu-
Baubestimmungen entsprechen. stellen. Geometrie, Abmessungen, me-
chanische Randbedingungen, Exzentrizi-
täten und Vereinfachungen sind eindeutig
4.3.5 Ordnungssysteme anzugeben und, sofern erforderlich zu
begründen. '
Die gewählten Ordnungssysteme sind
eindeutig und an exponierter Stelle dar-
zustellen. Werden mehrere Ordnungs- 4.4.3 Materialkennwerte, Querschnittsgrößen,
systeme verwendet, so müssen die Ord- Steifigkeiten
nungssysteme eindeutig einander zuge-
ordnet sein. Baustoffe und die benötigten Material-
Zu den Ordnungssystemen zählen: kennwerte sind anzugeben. Die Berech-
Koordinatensysteme, nungsgrundlagen für die gewählten Quer-
Vorzeichenkonventionen,z.B. bei schnittsgrößen und Steifigkeiten müssen
Schnitt- und Verschiebungsgrößen, erkennbar sein. Angaben zu den Quer-
bei Spannungen und Dehnungen, schnittsgrößen sind z.B. Schwerpunktsla-
Zuordnungen,z.B. Positionsnum- gen, Abstände von Teilquerschnitten,
mern, Bauteile, Knoten-Element- Trägheitsmomente. Angaben zu den Stei-
Nummerierungen, figkeiten sind z.B. Dehn-, Biege, Torsions-
, Federsteifigkeiten, Steifezahlen, Bet-
tungsziffern.
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4.4.4 Einwirkungen Bemessungskräfte mit


Einwirkungen auf das mechanische Querschnittsverformun-
Strukturmodell sind als Eingaben ein- gen und Querschnittsabmessun-
deutig darzustellen. Einwirkungen sind gen,
z.B. ständige Lasten, Verkehrslasten, Materialgüten,
Temperatur, Vorspannung, Baugrund- Herstellungsvorgaben,
bewegungen, Lagerverschiebungen, Nutzungsvorgaben,
Imperfektionen, Erdbeben. Die Eintei- erforderliche Zwischenergebnisse
lungen der Einwirkungen in Lastfälle mit an Schnittstellen der technischen
den Teilsicherheitsbeiwerten und in Bearbeitung (z. B. Auflagerkräfte,
Lastkombinationen mit den Kombinati- einschließlich der zugehörigen Si-
onsbeiwerten sind zu beschreiben. Auf cherheitsbeiwerte ).
Vorschriften, Richtlinien und Erlasse ist
hinzuweisen.
4.5.3 Sonstige Ergebnisse
Sonstige Ergebnisse sind alle übrigen Er-
4.4.5 Zusätzliche Eingaben gebnisse, z.B. Zustandsgrößen für ein-
Werden problem- oder programm- zelne Lastfälle und Lastfallkombinationen.
bezogene Eingaben benötigt, so sind sie
darzustellen und ggf. zu erläutern.
Hierzu gehören z. B.: 4.6 Aufbereitung der Eingaben und Ergebnisse
Verformungsgrenzen,
durch Bemessungsvorschriften 4.6.1 Übersichtlichkeit und Verständlichkeit
standardisierte und variable Re-
Die Eingaben und maßgeblichen Ergeb-
chenwerte wie Querdehnzahl, Elas-
nisse sind in den Standsicherheitsnach-
tizitätsmodul,
weis in einer für die Prüfung und Beurtei-
Vereinfachungen wie Ausrundung
lung der Standsicherheit und Gebrauchs-
von Stützmomenten, Momentenum-
tauglichkeit des Tragwerks und einzelner
lagerungen,
Tragwerksteile geeigneten Form einzuar-
Auswahl von Programmverzweigun-
beiten.
gen (z.B. drillweiche bzw. drillsteife
Platten).
Die den EDV-Berechnungen zugrunde
liegenden Eingaben sind in einer von den
Programmen aufbereiteten und ausge-
4.5 Ergebnisse
druckten Form im Standsicherheitsnach-
weis aufzunehmen.
4.5.1 Unterteilung der Ergebnisse
Die Ergebnisse sind in maßgebliche und Alle relevanten Daten müssen nachvoll-
sonstige Ergebnisse zu unterteilen. ziehbar und reproduzierbar sein (z.B. sind
maßgebende Beanspruchungen und Wi-
4.5.2 Maßgebliche Ergebnisse derstände unter Angabe der charakteristi-
Maßgebliche Ergebnisse sind alle Da- schen Werte sowie der zugehörigen Teil-
ten, die für die Prüfung und Beurteilung sicherheitsbeiwerte und
der Standsicherheit und Gebrauchstaug- Kombinationsfaktoren darzustellen).
lichkeit des Tragwerks und einzelner
Tragwerksteile erforderlich sind. Daten sollen übersichtlich in der Regel
Hierzu gehören z. B.: auf DIN- A4- Blattformat ausgedruckt
Maßgebliche Lastfälle und Last werden. Die Daten müssen ausreichend
kombinationen, erläutert und für sich verständlich sein.
Texte sollen in deutscher Sprache ausge-
druckt werden.

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4.6.2 Grafische Darstellung Berechnungen mit veränder-


Die Eingaben und maßgeblichen Ergeb- ter Netzanordnung bei finiten
nisse sollen in grafischer Form darge- Elementen,
stellt werden. Der Maßstab muss - in Referenzbeispiele.
der Regel mit einer Maßstabsleiste -
abgreifbar sein und bei Veränderungen
der Abbildungsgrößen gültig bleiben. 4.8 Unterschrift des Aufstellers
Die Darstellung muss eine für die Wei- Die Unterschrift des Aufstellers unter dem
terverwendung der Daten hinreichend Standsicherheitsnachweis muss eindeutig
genaue Ablesung gestatten und durch erkennen lassen, für welche Teile der
Zahlenwerte ergänzt werden. Tragwerksplanung seine fachliche Verant-
wortung gilt.
Die Zuordnung der Unterschriften darf über
das Inhaltsverzeichnis geregelt werden.
4.6.3 Tabellarische Darstellung
Die Eingaben und maßgeblichen Ergeb-
nisse dürfen nur dann allein in tabellari- 5 Prüfen
scher Form ausgedruckt werden, wenn
die Übersichtlichkeit und Verständlich- 5.1 Prüfverfahren
keit der Datenmenge durch eine grafi- Prüfverfahren sind:
sche Darstellung nicht wesentlich ver- Prüfung durch Vergleichsberechnung,
bessert werden kann. Aus dem Tabel- Prüfung durch Modellversuche und
lenkopf müssen Bedeutung und Einheit Probebelastungen.
der Daten in den Zeilen und Spalten er- In der Regel wird die Prüfung durch Ver-
kennbar sein. Auf jeder Seite ist der Ta- gleichsberechnung durchgeführt.
bellenkopf zu wiederholen.

5.2 Prüfung durch Vergleichsberechnung


4.6.4 Darstellung der sonstigen Ergebnisse Vergleichsberechnungen im Sinne dieser
Die sonstigen Ergebnisse müssen im Richtlinie sind vom Prüfingenieur durchge-
Rahmen des gesamten Standsicher- führte unabhängige Berechnungen. Hierbei
heitsnachweises in prüffähiger Form sind die Kontrollmethoden nach Abschnitt
dargestellt sein. Sie sind bis zum voll- 4.7 anwendbar.
ständigen Abschluss der Prüfung des
Standsicherheitsnachweises vom Auf- Ein zur Prüfung durch Vergleichsberech-
steiler vorzuhalten und dem Prüfingeni- nung benutztes Programm muss gegen-
eur auf Verlangen vorzulegen. über den Ergebnissen des Aufstellers un-
abhängige Ergebnisse liefern. Die Verant-
wortung für die Anwendbarkeit des für die
4.7 Kontrollen Prüfung benutzten Programms und für die
Der Aufsteller muss sich von der Plausibi- Unabhängigkeit der Ergebnisse liegt beim
lität der Eingaben und Ergebnisse durch Prüfingenieur.
Kontrollen überzeugen.
Hierzu gehören z.B.: Vergleichsberechnungen können auch
Kontrollen der Eingaben, Stichproben enthalten. Die Prüfung durch
Gleichgewichts- und Verformungskon- Stichproben ist dann anwendbar, wenn be-
trollen, stimmte Ergebnisse, z.B. Einflusslinien,
Plausibilität der Verformungen mit den Tabellenkolonnen und ähnliche Berech-
Einwirkungen, nungen durch eine hinreichende Anzahl
Kontrollen mit vereinfachten Struktur- von Stichproben geprüft werden. Es muss
modellen, außerdem über den Verlauf der betreffen-
den Funktion soweit Klarheit bestehen,
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dass fehlerhafte Interpolationen - z.B. in Anhang


Unstetigkeits bereichen - auszuschließen
sind. Erläuterung zu den Programmkenndaten

Die Programmkenndaten (in Anlehnung an DIN


5.3 Prüfung durch Modellversuche und Pro- 66230) müssen mindestens folgende Punkte
bebelastungen beinhalten:
Bei außergewöhnlichen Tragwerken kön-
nen die Ergebnisse von Berechnungen Programmbezeichnung
auch unabhängig durch Modellversuche Die Programmbezeichnung besteht aus dem
und Probebelastungen überprüft werden. Programmnamen mit Variantenbezeichnung,
Die Prüfung durch Modellversuche und Versionsbezeichnung und, sofern nicht schon
Probebelastungen muss mit den Beteilig- aus dieser ersichtlich, den Freigabedaten.
ten abgestimmt werden (z.B. Bauherr,
Auftraggeber, Aufsteller, Prüfingenieur, Programmname
Genehmigungsbehörde ). Bezeichnung zur Identifizierung des Pro-
gramms in der Entwicklung, beim Vertrieb
und beim Einsatz. Ggf. sind mehrere Pro-
grammnamen durch ihre Geltungsbereiche in
5.4 Prüfbericht dem Datenverarbeitungssystem oder wäh-
Die gewählten Prüfverfahren sind in ei- rend eines bestimmten Zeitraums voneinan-
nem Prüfbericht anzugeben. Die Voll- der abzugrenzen. Ist das Programm Teil ei-
ständigkeit und Richtigkeit der maßgebli- nes Programmsystems, so ist auch dessen
chen Ergebnisse, die Einhaltung der gül- Name anzugeben.
tigen Technischen Baubestimmungen
und die Übereinstimmung der Standsi- Variantenbezeichnung
cherheitsnachweise mit den geprüften Zusatz zum Programmnamen, um mehrere
Ausführungsunterlagen sind zu bestäti- gleichzeitig einsetzbare Programmvarianten
gen. voneinander zu unterscheiden (z.B. ver-
schiedene Geräteausstattungen oder ver-
Bei relevanten Abweichungen zwischen schiedene Anwendungsbereiche ).
den Ergebnissen des Aufstellers und de-
nen des Prüfingenieurs sollen deren Ur- Versionsbezeichnung
sachen vom Aufsteller und Prüfingenieur Zusatz zum Programmnamen und zur
gemeinsam aufgeklärt werden. Dabei Variantenbezeichnung, um mehrere wegen
muss der Prüfingenieur sein Prüfverfah- Änderungen nacheinander gesetzte
ren und seine Ergebnisse offenlegen und Versionen eines Programmes oder seiner
der Aufsteller die Richtigkeit seiner Be- Varianten voneinander zu unterscheiden.
rechnung - z.B. durch weitere Nachweise Die Dokumentation muss den Änderungs-
- belegen. stand der aktuellen Version beschreiben.

Der Prüfingenieur hat die Auswirkungen Freigabedaten


verbleibender Abweichungen zu beurtei- Datum der Freigabe sowohl der ersten als
len. Weitere Angaben zum Inhalt von auch der aktuellen Programmversion.
Prüfberichten sind dem Auftrag zu ent-
nehmen wie z.B. Schall-, Wärme- und Aufgabe
Brandschutz. Die mit dem Programm zu lösende Aufgabe und
die verwendeten Methoden sind durch eine
Kurzbeschreibung zu erläutern; auf Vorschriften
und Besonderheiten ist hinzuweisen.

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Kurzbeschreibung
Kurzgefasste anwendungsbezogene Be- Literatu rverzeich n is
schreibung der Aufgabe, die mit dem Pro-
gramm gelöst wird, einschließlich der fach- DIN 66230 - Informationsverarbeitung, Pro-
bezogenen Beschreibung der Ein- und grammdokumentation, Beuth Verlag
Ausgabe.
Heft 504 der Schriftenreihe "Forschung, Stra-
Die Aufgabe kann auch durch ein typisches
ßenbau und Straßenverkehrstechnik" des
Anwendungsbeispiel, ggf. mit Skizze, ver-
Bundesministers für Verkehr Abteilung Straßen-
deutlicht werden.
bau, Typo- Druck- und Verlagsgesellschaft mbH,
Bonn-Bad Godesberg, 1987
Methoden
Kurze Beschreibung der zur Lösung der
Aufgabe verwendeten Theorien und Re-
chenverfahren.

Vorschriften
Hinweise auf Gesetze, Normen, Richtlinien,
Erlasse und Vorschriften, die vom Pro-
gramm berücksichtigt werden.

Begriffe, Formelzeichen, Einheiten


Bei Abweichungen von Begriffen, Formel-
zeichen und Einheiten im EDV- Programm
von den eingeführten technischen Baube-
stimmungen ist eine erläuternde Zuordnung
vom Aufsteller beizufügen.

Besonderheiten
Abgrenzungen von Anwendungsbereichen
für das Programm, insbesondere fachliche
Voraussetzungen und Einschränkungen.

Zuständigkeiten
Anschriften der Institutionen und Personen sind
anzugeben, die für Entwicklung, Vertrieb, Pfle-
ge und Weiterentwicklung des Programms zu-
ständig sind.

Unterlagen
Unterlagen, die zur Information über das Pro-
gramm zur Verfügung stehen, sind - wenn
möglich in deutscher Sprache - mit Quellenan-
gabe und ggf. Bestell-Nr. aufzulisten. Zu den
Unterlagen zählen z.B. Anwendungshandbuch,
Programmdokumentation.