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Medienpädagogik

O. Univ.-Prof. Dr. Thomas A. Bauer

Universität Wien / Publizistik- und Kommunikationswissenschaft


Wintersemester 2010
S.A.B.

[Published: 09.04.2011]

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1. Vorlesung – Medienpädagogik – 13.10.2010

Es geht einerseits darum wie man Medien einsetzt im Kontext von Bildung und anderseits wie
Menschen Medien nutzen in ihren subjektiven Kontext von Bildung und Information, für die
Auseinandersetzung und Reflektion von dieser Welt. Das letztere ist verbunden mit der Kompetenz
und Fähigkeit des Mediengebrauchs verbunden. Kompetenz heißt immer sowohl die Fertigkeit wie
auch die Fähigkeit. Zum Teil geht es auch um Themen wie ‚Wie schätzt man das Thema Gewalt in
Medien?‘ ‚Wie schätzt man das Thema Werbung in und durch Medien?‘ Was sagt die
Medienpädagogik zu Medienentwicklung und Medienwandel?

Die ‚Neue Medien‘ wie Social Media beeinflussen auch die Aneignung von Welt. Die Aneignung läuft
über eine mediatisierte Infrastruktur die auch eine ganz andere soziale Charakteristik mit sich bringt,
wie beispielsweise die Vereinzelung. Es verändert auch das Verständnis davon was
zwischenmenschliche Beziehungen bedeuten. In diesem Rahmen kann man Fragen: Was sind die
Vertrauensmechansimen der Gesellschaft? Wie verändern sich diese Vertrauensmechanismen, unter
den Bedingungen einer mediatisierten Welt? Der Begriff der Medienpädagogik trifft nicht mehr das
was es sein sollte. Der Begriff stammt eigentlich aus den 1920 und war eine typisch wissenschaftlich-
technologische Formulierung über den Zusammenhang von Medien und Pädagogik. Der Begriff
versucht die zwei Systeme Medien und Pädagogik miteinander zu verknüpfen wobei es schon
deutlich wird dass es sich um zwei Systeme handelt die jeweils für sich selber reklamieren
Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, und Aufgaben für die Gesellschaft
wahrzunehmen und Funktionen für diese Gesellschaft zu haben. Deswegen Stehen beide System
zueinander in einen ziemlichen Widerspruch. Der Fokus dieses widerspruchspunkt ist der der Macht.
Beide Systeme wollen und brauchen macht. Medienpädagogik gibt an die negative Auswirkungen
der Medien zu korrigieren und zu therapieren. Diese Annahme beruht allerdings auf ein
technologisches Medienverständnis das so nicht nachgewiesen werden kann. Die Frage ist nämlich,
‚Warum bindet sich die medienpädagogische Frage nämlich ‚Was tun Menschen mit Medien?‘ an
Theorien der Wirkung von Medien?‘ Diese Beobachtung klassifiziert die Medienpädagogik als eine
Instanz die sich in Widerspruch zu den Medien versteht und verstehen möchte weil sie daraus ihre
Legitimation zieht.

Diese Kombination stellt im Grund zwei Systeme dar die so nicht mehr existieren wie sie begrifflich
dargestellt werden. Es gibt wohl die Medien, aber aus theoretische Perspektive macht es kein sinn die
Medien zu betrachten. Die Einzelontologien wie das Fernsehen, das Radio und Das Internet sind
Infrastrukturen die als Infrastrukturen keine Relevanz haben. Sie haben erst eine Relevanz durch
deren gebrauch der natürlich gehandelt werden kann aber auch gedacht werden kann und vorgestellt
werden kann. Ein Radio wird ein Radio erst wenn es als solches genutzt wird. Medien werden
grundsätzliche konsumiert auf Basis der eigenen Interessen.

Begriffe wie ‚die Medien‘ und ‚der Pädagogik‘ werden so verwendet als wären sie feststellbare
Gegenstände. Es ist ein Sprachgebrauch der zusammenhänge Objektivierbar macht. Gesellschaft
aber, ist kein Objekt sowohl wie Medien, Kultur und Kommunikation auch nicht. Diese sind
bestenfalls Beobachtungszusammenhänge die wir so beschreiben weil wir in die Beobachtung diese
Zusammenhänge zugleich Sinn investieren. Warum denken wir Medien in der Konstruktion einer
Vermittlung als wäre das etwas zwischen dir und mir, oder zwischen der Gesellschaft und mir oder
zwischen der Politik und mir? Wir denken also in industriellen Aufteilungsmechanismen in einer
Zeit in dem wir gar nicht mehr im Industriezeitalter sind. Die Begrifflichkeit die wir gebrauchen ist
also erstens immer Metaphorik. Wir können diese Zusammenhänge nur erfassen weil wir schon was
an ihre Deutung interpretieren. Weil wir die Absicht haben zu deuten brauchen wir Begriffe und
diese Begriffe stellen zusammenhänge her im Hinblick auf die erhoffte und erwünschte

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Verständigung. Es stellt sich also der Frage: Was versteht man unter Verständigung? Wie kommen
wir dazu dass Medien etwas mit dieser Kommunikation verstanden als Verständigung etwas zu tun
haben? Oder zu tun haben könnten oder zu tun haben sollten? Das sind plausible
Alltagszusammenhänge, plausible Alltagsbeobachtungen im Alltag unsere Theorien zu
Kommunikation, zu Gesellschaft zu Medien auszutauschen. Es wäre zu wenige wenn wir
zusammenkommen würden und einfach mit denselben Begriffen nur in eine bessere Systematik
nichts anderes beschreiben. Wissenschaft ist Beobachtung auf einer zweiten Ebene. Wissenschaft
beobachtet wie wir beobachten. Das was wir Gesellschaft, Politik, Kultur Familie usw. nennen sind
Konstrukte in die wir zusammenhänge einbinden die wir als kulturell gedachte Zusammenhänge
verstehen und dadurch in einer Form reduzierten Komplexität verständigen. Wir brauchen allerdings
zwischen diese Konstrukte Unterscheidungen, und um unterscheiden zu können brauchen wir
Kommunikation. Es gibt kein anderes Protokoll für die mögliche und notwendige Unterscheidung als
das der Kommunikation. Als das also das wir miteinander reden. Wir haben der Vorstellung das
unsere Kommunikation gelungen ist wenn wir am Ende einer Meinung sind. Das ist allerdings einer
Vorstellung von eine Gelenkten, Gerichtete Gesellschaft. Das ist ein Wunschdenken und ein
Glücksmodell von Kommunikation das aus der Vorstellung von einer geordneten Gesellschaft wobei
das Ordnungsmedium immer macht ist. Herrschaft – Unterwerfung. Das Denkmodell die wir von
Kommunikation haben entsprich nicht mehr die Realität in der wir leben. Die Realität der Diversität,
Multioptionalität und Unterschiedlichkeit. Die Welt wie wir sie gebrauchen sich selber so verbraucht
wenn wir nicht bereit sind sie laufend zu verändern. Diese Welt zu verändern ist wieder nicht ein
Vorgang den wir beobachten weil es uns in Auge fällt, sondern das was die Welt ist, ist wie wir die
Welt beobachten. Die Veränderung der Welt ist nicht etwas das sich von außerhalb uns abspielt aber
die Veränderung der Welt ist die Veränderung unsere Beobachtung. Also die Veränderung unseres
Gespräches über das was wir die Welt nennen. Auch übertragbar auf Medien: Die Veränderung
unseres Gespräches über das was wir die Medien nennen. Wissen schaffendes gleich
wissenschaftliches Denken passiert auf eine zweite Ebene. Sie hat nicht die Aufgabe zu sagen, was
Kommunikation ist. Das kann sie nicht. Sie kann nur beobachten wie wir über Kommunikation
denken und wie wir über Kommunikation sprechen. Sie kann auch beobachten was wir beobachten
unter den Begriff der Kommunikation. Es geht nicht um Definitionen, also um Vokabelstunden die
man einfach lernt und dann wiederholt. Sondern es geht um eine Studium der sich dadurch
auszeichnet aus hermeneutisches Verfahren. Ein hermeneutisches Verfahren das ständig über das
nachdenkt warum wir über das worüber wir nachdenken so denken wie wir nachdenken. Ein
Wissenschaft die sich mit Phänomene beschäftigt die Konstrukte sind. Denn Gesellschaft ist ein
Konstrukt in dem Sinne als sie nur existiert in dem und weil und wie wir über sie sprechen.
Gesellschaft ist ein kommunikativ generierter Zusammenhang. Und er besteht nur in diese
Kommunikation – wurden wir über Gesellschaft nicht Reden, gäbe es sie nicht. Genau dasselbe mit
Kommunikation. Es gibt nämlich kein verfahren der nachweisen kann, was eine Kommunikation ist.
Wer sagt das zwischen zuhören und reden einen Zusammenhang bestehen muss? Man hat plausiblen
Theorien, aber das sind nur Metaphern wofür man kein Beweismodell hat, sondern bestenfalls
Wissens- und Ahnungsmodelle haben. Wissen im Sinne von kulturellen Ahnungen, das die Existenz
der Menschen nur Sinn haben kann in der Begegnung mit einem jeweils anderen. Der Einzelne kann
sein Identität nicht anders wahrnehmen und nicht anders Kommunizieren als in der Unterstellung
des es einen anderen gibt. Wir leben in Kulturen und Gesellschaften die das andere und den andere
repräsentieren und in Bezug darauf verständigen wir uns über uns selber, weil wir uns darüber
zugleich über den anderen verständigen. Spiegelmetapher: Wenn man in den Spiegel schaut, dann
sieht man wie man sich im Spiegel schaut. Man beobachtet wie man sich im Spiegel beobachtet. Das
ist eine dynamische Auffassung des Vorgangs und es ist eine Wahrnehmung das es sich um einen
Vorgang handelt und nicht um ein Ergebnis. Das Ergebnis ist das man sagt, ‚Das bin ich‘. Hier

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nehmen wir das Ergebnis in der Beobachtung vor weil wie die Beobachtung überschreiten,
übergehen. Es hängt auch mit unsere Kultur zusammen dass unsere Begriffe oft Ergebnisbegriffe
sind. Gesellschaft, Kultur und Kommunikation sind alle Ergebnisbegriffe. Wir sagen zum Beispiel
wir haben uns dann verstanden wenn uns nichts mehr drängt. Alles ist aber ein laufender Vorgang
der zum Glück kein Ende hat. Hätte die Kommunikation z.B. ein Ende; hätte sich ein optimales Ende
wären wir schon alle tot. Hätten wir nicht die Herausforderung der laufenden Konfrontation mit uns
selber, wäre das Leben abgestorben. Es ist die Bestimmtheit des Menschen unbestimmt zu sein. Das
ist der anthropologische Zugang zum Begriff der Kommunikation. Wenn Kommunikation etwas mit
der Logik der Menschheit zu tun hat, dann kann das nur so definiert werden das Kommunikation
gewissermaßen das Paradigma des Menschlichen ist. Kommunikation als Ortsbestimmung oder
Topologie des Menschen. Wo bin ich, warum und wie? Wo nimmt man mich warum wie wahr? Es ist
der laufende Versuch in den gegebenen Situationen entweder auf eine Bestimmung zurückzugreifen
oder eine Bestimmung zu finden der sagt man ist.

Man befindet sich zum Beispiel in einer Vorlesung. Man hat also eine Setting auf dem man sich
einlassen kann. In diesem Setting verständigen wir uns. Dieses Setting beeinflusst auch das Verhalten
und der Kommunikation. Würde man irgendwo anders wie in eine Vorlesung kommunizieren, wird
man für verrückt gehalten. Eine solche Situation ist nur möglich in der Akzeptanz dieser
Bestimmung die in der Organisation des gemeinsamen Studiums bzw. Berufes liegt das man diese
Synergie zusammenführt und ein gemeinsames Setting schafft. Dieses Setting ist das Medium – das
man sich trifft in der vergemeinschaftung unterschiedlich definierte Interessen. In der Entscheidung
unterschiedlich definierten Interessen ist gewissermaßen das mediale Ambiente in dem wir uns
verständigen können. Wen man also davon ausgeht das die Vorlesung das mediale Ambiente ist in
dem man sich Verständigt, dann ist das Radio ein Mediales Ambiente in dem sich die Gesellschaft
sich verständigt. Hier wird nun eine andere Theorie dargestellt – es sind nicht mehr zwei Partner
notwendig, der Produzent und Rezipient und dazwischen vermittelt das Medium – das ist eben eine
mechanistische Vorstellung weil wir diese Kausale Plausibilität gelernt haben. Wenn man also einen
Effekt setzt hat das eine Wirkung und wenn man wissen möchte mit welche Ursachen man welche
Wirkung wieder erzeugen kann braucht man nur die Ursprungsursachen. So wiederholt sich die
Gesellschaft und sich selber verbraucht – das ist ein Vorgang der Perfektion. Wir können uns
nämlich sicher sein das wenn wir die Ursache wiederholen, erzielen wir denselben Effekt. Wenn wir
die Wirkung ändern wollen, brauchen wir nur an die schrauben drehen. Das kann aber nicht der Sinn
von Kommunikations-Wissenschaft sein. So schaffen wir nicht wissen, sondern wiederholen lediglich
Information. Wissenschaft heißt nämlich aus gut alte philosophische Tradition Emanzipation – also
sich frei machen von dem ‚Manizipien des Denkens‘.

Jeder Begriff ist zugleich ein Konzept der sich vor dem Hintergrund einer Gesellschaft etabliert hat.
Begriffe sind normierte Vorstellungen die in andere Gesellschaften auch andere Bedeutungen haben
wie zum Beispiel Begriff der Familie. Wiese glauben wir das Kommunikation etwas mit Medien zu
tun hat? Was stehen wir untere Kommunikation? Werden diese Voraussetzungen der
Kommunikation auch in den Medien bzw. Medienstrukturen abgebildet? Die Säulen der Medien,
Kommunikation, Pädagogik müssen erst durchgedacht werden um dann darüber nachzudenken wie
Legitim die Vorstellungen z.B. von Medienkompetenz, Kommunikative-Kompetenz, Kritischer
Mediengebrauch. Wir schaffen erst dann Wissen wenn wir uns freispielen von der intrinsischen
Logik dieser Begrifflichkeiten. Intrinsische Logik meint eine Logik die wir hinein interpretieren in
einen Zusammenhang. Wir interpretieren zum Beispiel in den Zusammenhang ‚Medien und
Kommunikation‘ die Logik der Verständigung. Allerding hat die Verständigung möglicherweise
damit nicht zu tun haben. Warum?: „Die Dinge haben niemals die Ordnung an sich selber. Die
Ordnung die Dinge haben geben wir ihnen durch unsere Beobachtung.“ Zum Beispiel mit

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Verwendung des Begriffes ‚Vorlesung‘ haben wir möglicherweise eine Objektivation getroffen als ob
gäbe es keine andere Interpretation was einer Vorlesung sein sollte bzw. was eine Vorlesung sein
könnte. Die Logik der Begrifflichkeiten ist in Frage zu stellen.

Erkenntnisinteresse. Wissenschaft kann niemals betrieben werden ohne das Erkenntnisinteresse


klarzustellen, zu deklarieren, zu formulieren oder in Frage zu stellen. Diese Erkenntnisinteressen
können selbstverständlich unterschiedlich sein:

(I) Normative Erkenntnisinteresse


(II) Kritische Erkenntnisinteresse
(III) Empirische Erkenntnisinteresse
(IV) Pragmatische Erkenntnisinteresse

Diese Erkenntnisinteressen sind Zufalls Nominierungen, Zufalls Beobachtungen – es gibt tausende


unterscheidbare Erkenntnisinteressen. Aber im Sinne wie wir Wissenschaft verstehe, brauchen wir
eine Struktur, und eine Struktur ergibt sich aus einer Systematik und eine Systematik muss
überschaubar sein – deshalb vier mögliche unterscheidbare Typen. Keine von diesem Vier sind aber
‚rein‘ – sie sind voneinander nicht Perfekt abtrennbar. Diese Vier Erkenntnissinteressen sind Typen,
also typologische Metaphern unter denen man beschreiben kann die Voraussetzung das man im
emanzipatorischen Sinne wissen schaffen kann wenn das Erkenntnisinteresse deutlich ist. Wenn
Kommunikationswissenschaft die Beobachtung der Kommunikationskultur aus einer nächsten
Ordnungsebene als die alltagsebene ist, dann heißt das dass jede Beobachtung von Kultur die Kultur
der Beobachtung als Frage aufwirft. Mit welcher Kultur beobachten wir Kommunikation? Das sind
die Deutungs- und Bedeutungsmuster mit dem wir beobachten dass was wir Kommunikation
nennen. Überall dort wo nichts anderes angeboten wird als die Systematisierung dessen was sie
schon wissen mit einer Logik der Systematik die über Kausalitätsbestimme nicht hinausgeht, ist keine
Wissenschaft. Wissen zu schaffen heißt nämlich neue Kommunikationsverhältnisse zu schaffen.
Wissen ist ein prozessualer Vorgang der Kommunikation mit dem Interesse der Konstruktion von
Wirklichkeit.

(I) Emanzipatorisches Erkenntnisinteresse heißt eine Wissenschaft die offene Theorien hat
und offene Methoden. Eine Wissenschaft die in der Lage ist sich freizuspielen von
eingeübten Dogmen oder eingeübten Definitionen zur Wissenschaft oder zur
Kommunikation und hat das Interesse ausgeblendete, bisher nicht rationalisierte
Beziehungen zwischen Begrifflichkeiten herzustellen. Zum Beispiel hat das was unter
Kommunikation verstehen gar nichts mit Verständigung im Sinne von Konsens zu tun,
sondern vielleicht mit Verständigung im Sinne von Differenz. Wir verstehen uns deshalb
gut weil wir unterschiedlich Denken. Weil es einen Unterschied macht was sie denken
und was ich denke, macht es einen Sinn mich mit ihnen ins Gespräch, also in Sprache
und Widerspruch zu begeben, denn von ihnen erfahre ich etwas was ich nicht weiß. Das
wirft eine bisher verdeckte Meinung ans Licht. Somit wird Kommunikation zur
vergemeinschaftung von Unterschiede. Hier wird Wahrheit Kommunikativ-Moralisch
definiert. „Ich unterstell ihnen dass ich ihnen vertrauen kann, weil ich weiß dass sie ihre
Aussage treu bleiben.“ Die Teilnehmer unterstellen einander dass sie alles offenbaren.
Unter diesen Bedingungen macht es Sinn das Unterschiedliche in den Raum zu stellen.
Das emanzipatorische Erkenntnisinteresse will von dem Repressiven
Gesellschaftsverbrauch weg. Das andere wird eingebracht nicht als das Größere, Bessere,
Schönere, sondern das andere bringt man ein um ihnen dann die Entscheidung zu den
ihren eigenen besser zu ermöglichen, oder sich für ein anderes zu entscheiden. Es geht
also nicht um die gegenseitige Bestätigung. Die gegenseitige Bestätigung dürfte man

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durchaus als repressiv sehen. Im Beruf soll man nicht dass anwenden was man
irgendwann gelernt hat, sondern man soll anwenden wie man gelernt hat das man lernen
kann. Wie man gelernt hat das man unterscheiden kann. Das Beschreibt in
gewissermaßen das emanzipatorischen Erkenntnisinteresse. In einem solchen
Erkenntnisinteresse von Wissen kann man nicht mit Definitionen oder Abgrenzungen
arbeiten – das ist Kommunikation. Das worüber wird reden ist unserer Produkt – es ist
kein Naturzusammenhang den jeder gleich wahrnehmen kann und gleich sehen kann.
Es ist ein gesellschaftlicher Vorgang der nirgendwo abgebildet ist es sei denn durch
unsere Kommunikation. Da diese Kommunikation sinnvollerweise immer offen ist und
niemals an eine Ende kommt oder an einer Ende kommen kann und deren
Fehlerhaftigkeit ist sogar die Garantie für die Freiheit der Kommunikation. Würden wir
die Kommunikation ‚perfektionieren‘, gäbe es ein Handlungsmuster für die perfekte
Kommunikation… „Kommunikation ist der Kunsttrick des Menschen den Wissen seiner
Endlichkeit zu entkommen.“ In der Wahrnehmung von Welt und Umwelt der Menschen
vergisst er das Leben ein Ende hat. Umgekehrt heißt es auch; Wenn es einem Sinn vom
Leben gibt, dann Kann es nur der vom Tod sein. Würde das Leben nicht von Tot definiert
werden, wüssten wir nicht jetzt wie wir damit umgehen sollten. Alles was wir uns
beschäftigen ist tatsächlich aus dem was uns plagt etwas Sinnstiftendes zu machen, weil
der Sinn sich nicht von Selber ergibt. Sinn kann immer nur erarbeiten Werden in Form
und in Protokoll von Kommunikation – der Sinn braucht immer diese Kommunikation.
Kommunikation ist also die Instanz diesem Moment den wir leben nennen jenen Sinn zu
geben den wir in der Lage sind zu finden. Den eigentlichen Sinn gibt es nicht. Der Wert
der Kommunikation mit der wir uns als Kommunikationswissenschaftler beschäftigen
wird bei weitem nicht ausgeschöpft wenn wir uns ständig nur auf die Strukturen
beziehen. Medienrecht, Medienpolitik sind nur Institute, also gesellschaftlich geschaffene
Konstrukte zur systemischen Absicherung von Strukturen. Die Funktionen die wir
Medien zumuten (Werbefunktion, Unterhaltungsfunktion usw.) sind nicht Funktionen
die die Medien an sich haben – sondern das sind metaphorische Attribute die wir
gebrauchen um der hinter den Medien stehende Medialität als Programm einer
Gesellschaft einen Sinn zu geben. Wir leben in einer Gesellschaft die sich im Modell
von Medien konstituiert. Wir leben im einen Modell – einen Blueprint bzw. Vorstellung
von einer Gesellschaft die darin besteht das wir darüber reden wie wir darüber reden.
Mediengesellschaft heißt wir leben in einer Vorstellung dass wir Gesellschaft nur so
wahrnehmen können dass wir es brauchen, das wir über unsere Blickrand hinaus
anderes wahrnehmen wissend weil das andere so notwendig ist. Mediengesellschaft ist
ein Begriff der nichts anderes tut als er die Medialitätsprogramm der Gesellschaft medial
zu beschrieben. Der Gebrauch von Sprache, Körpersprache oder Gesten ist immer der
versuch in Zeichen zu setzen für etwas das sich in Zeichen gar nicht einfangen lässt.
Durch die Zeichen metaphorisieren worüber wir reden möchten, worüber wir uns
verständigen (symbolischen Interaktionismus) von denen wissen das sie gar sind was sie
beschreiben. Wir verwenden Zeichen die gar nicht sind was wir beschrieben obwohl sie
bewirken was sie beschrieben. Sie bewirken dass wir von Gesellschaft reden wenn wir
den Begriff Gesellschaft beschrieben. Wir gebrauchen Paradigmata (Grundmodelle) die
niemals das sind was sie beschrieben sondern nur eine Blaupause unsere Vorstellungen
dazu sind. Will man das theoretisch Einordnen ist das Konstruktivismus - der Versuch
der Realität von dem wir reden nicht als ein Objekt zu verstehen, sondern als eine
Konstruktion die wir im Gebrauch von Vorstellungen schaffen um darüber
Verständigung und Vergemeinschaftung von möglicher unterschiede herstellen zu

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können, wissend dass das was wir beobachten nicht ist obwohl wir es beobachten
sondern ist wie wir es beobachten. Die Gesellschaft ist wie wir sie beobachten. Die Welt
ist wie wir sie denken. Konstruktivistischen Denken im Unterschied zu den
essentialistischen Denken ist wir sonst mit Essenzen von Dingen zu tun hatten. Das was
wir als Kommunikation nennen und mit Wissenschaft analysieren möchte auf die Ebene
der Deutungen und Bedeutungen zu beschreiben anstatt ständig auf eine ebene von
festen Strukturen. Wir müssen mit offene Theorien versuchen zu beschrieben damit der
Sachverhalt offen bleibt, damit was anderes möglich wird und nicht definiert wird.
Offene Theorien sind gewissermaßen wie einen Open-Source Modell – diese Theorien
schrieben sich im Weiterdenken und in ihrem Gebrauch weiter. Wenn sie sich immer
Weiterdenken und neu schreiben dann müssen auch die Erkenntnistheorien immer
wieder neu definiert und offen bleiben. Wir dürfen nicht Wissenschaft dazu verwenden
sicherzustellen was wir schon wissen, wenn Wissenschaft etwas feststellen sollte, dann
nur das was wir noch nicht wissen. Nicht wissen ist die eigentliche Herausforderung des
laufenden Wissens.

2. Vorlesung – Medienpädagogik – 20.10.2010

Das was wir wissen nennen ist keine objektive Vorgabe, die für alle und für jeden gleich ist. Wissen
ist etwas was aus Kommunikation entsteht. Im Wege der Kommunikation werden Wirklichkeiten
definiert und diese Definition von Wirklichkeit ist nur möglich wenn man das was man wahrnimmt
auch eine Bedeutung gibt. Wahr – Nehmung sagt nämlich schon aus das man etwas wahrnimmt in
dem man ihn eine Bedeutung gibt. Wissen ist Information mit eine Bedeutungsgrad und nicht einfach
nur Information. Kommunikation ist ein Begriff mit dem wir Erfahrungen umschreiben die ähnlich
sind aber die trotzdem für jeden unterschiedlich sind – es hängt mit dem Kultursystem zusammen,
also mit dem Belief-System. Kommunikation bedarf also der Austausch von Bestimmungen um
Verständigung herzustellen. Diese können als unterschiedliche erkannt werden oder können
assimiliert werden und ähnlich gemacht werden. Es gibt auch von Kommunikation keinen Realbild;
wie erfahren Kommunikation in unterschiedlichsten zusammenhänge. Wir haben
Kommunikationserfahrung in Alltagsdiskurs, im Mediendiskurs und im Milieudiskurs.

(I) Alltagsdiskurse. Alle jene Gesprächszusammenhänge in die wir uns einbinden lassen
um den Alltag zu bewältigen. Alltagsdiskurs ist gekennzeichnet durch eine wenig
definierte und auch wenig kontrollierte Beziehung. Das Gespräche von dem wir wissen
sie haben keine große Bedeutung, obwohl sie möglicherweise rückgebunden sind an
größere Themen.
(II) Milieudiskurse. Alle jene Gesprächsprozesse in dem wir Erfahrungen austauschen im
Rahmen von Milieus. Das sind Gespräche die stärker kontrolliert werden. Ein Milieu hat
schon einen stärkeren grad an Beziehungsqualität. Milieuzusammenhänge sind solche
die unseren Leben jeweils unterschiedliche Relevanzen geben. Zum Beispiel, ist man
Parteimitglied dann sind die Gespräche zwischen den Parteimitglieder Milieugespräche.
Auch die unterschiedlichen moralischen Gewichtungen im Kirchenmilieu. Auch im
Milieugespräche sind die Gespräche gewissermaßen ein versuch uns mit unsere
Umgebung zu assimilieren.
(III) Mediendiskurs. All jene Gesprächszusammenhänge in der wir eingebunden sind die
Direkt oder Indirekt mit dem Medien zu tun haben. Entweder weil die Themen von dort
Kommen oder weil wir unsere eigene Themen auf diese beziehen. Wir leben mittlerweile
in eine gesellschaftliche Umgebung wo es keine Medienfreier Platz gibt. Es geht bei
Medien nicht darum das sie etwas transportieren, sondern dadurch das wir unterstellen
können das jegliche anderen ähnliches oder selbe weiß, und andere können auch

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unterstellen das man das auch weiß. Die Verallgemeinerung der Zugänglichkeit von
Wissen und Information.

Diese drei Diskurse sind unsere kommunikativen Erfahrungszusammenhänge. Für alle diese drei
Diskurse haben wir Idealvorstellungen weil wir wissen das alles was im Hinblick auf
Kommunikation realisieren immer nur eine Annäherung ist an eine mögliche Idee wenn wir
Alltagserfahrungen wahrnehmen die wir als Kommunikation betrachten. Das muss aber nicht eine
Erfahrung von tatsächlich im Moment gemachte Erfahrung sein, sondern es darf auch eine
Betrachtung gedachter Erfahrung oder vorgestellte Erfahrung sein. Kommunikation ist immer eine
Frage der Qualität im Hinblick auf das was man Kommunikationssinn nennen kann.
Kommunikationssinn ist zunächst auf drei Ebenen zu definieren.

(I) Ethische Ebene. Was ist das Kommunikative Moral den wir versuchen zu erfüllen?
(II) Ästhetische Ebene. Kommunikation muss eine Ästhetik im Sinne von Wahrnehmbarkeit
und Wahrnehmung.
(III) Nutzen Ebene. Kommunikation muss erst einen Nutzen haben.

Handlungsparadigma: Wir verstehen Kommunikation als einen Vorgang der dadurch beschrieben
wird das jemand Handelt. Entweder man spricht oder man hört. Wir haben also eine
Aktionsvorstellung von Kommunikation. Das ist ein Grundmodell das wir einführen mit dem wir
Kommunikation betrachten um Erfahrungen und Vorgänge die wir so deuten möchten dass sie
Kommunikation sind – und so deuten zu können damit man sie austauschbar deuten kann. Eigentlich
ist das eine kulturelle Intervention den setzten den Begriff der Kommunikation gleich mit Handeln
damit es unsere kulturellen Vorstellungen entspricht. Wir haben das Interesse das Leben das wir
bewerkstelligen zu versuchen auch zu organisieren und zu bestimmen ist. Um mit Bestimmungen die
einmal getroffen sind ähnliche Situationen wieder so zu bestimmen. Es gibt aber einer nächsten
ebene, nämlich die Organisationsebene – hier kommunizieren wir in einer organisierten Form die
sehr stark die Interessen der Organisation in dem wir Eingebunden sind entsprechen. Es gibt zwei
Perspektiven von Kommunikation, das Dialog und der Diskurs. Der Dialog ist ein Erkenntnis
generierende Kommunikationsform. Durch Spruch und Widerspruch wird Erkenntnis generiert.
„Weil du etwas anderes siehst als ich, brauch ich dich um das Ganze als Gestalt wahrnehmen zu
können.“ „Weil du anders denkst als ich bis du der not-wendige Gesprächspartner.“ Würde man sich
nicht einstellen auf Gegenläufige Begriffe, auf Widersprüche bräuchten wir gar nicht mehr
Kommunizieren. Der Wert von Kommunikation ist im Grunde der Dialog, während der Diskurs ein
Organisationsmodell von Kommunikation ist (wie die Vorlesung). Er organisiert die Verbreitung
von Erkenntnis dass möglicherweise durch den Dialog gefunden wird. Der Theaterdiskurs stellt
sicher dass das Machtprinzip oder das Autoritätsprinzip nicht in Frage gestellt wird. Die Autorität
des Vortrages ist Abgesichert. Man hat aber in der Vorlesung geteiltes Interesse – man lernt nicht nur
weil man den Stoff wissen möchte, sondern auch weil es geprüft wird. Das heißt man hat zum Teil
persönliche Interessen und zum Teil Organisationsinteressen. Die Organisationsperspektive steht
aber etwas stärker im Vordergrund.

Für haben für die Beschreibung der Kommunikation wiederum kein anderes Protokoll als der
Kommunikation. Es gibt kein Naturprotokoll und auch kein Offenbares. Wir müssten in diesem Fall
auf einer nächst höherer Ebene steigen um den Alltagswissen nicht nur zu systematisieren sondern
zu Reflektieren. Wir versuchen festzustellen wie wir Beobachten – mit welchem Modell, mit welchem
Deutungen, mit welchem Idealvorstellungen beobachten wir Kommunikation in den Alltag. Theorie
und Praxis stehen zueinander im dialektischen Verhältnis. Dialektisch heißt sie sind in dem Maße
unterschiedlich als sie sich ähnlich sind. Gerade weil sie unterschiedlich sind ist ihnen zu
unterstellen dass sie ähnlich sind. Wären sie gleich, wären sie nicht unterschiedlich. Ideenmodelle der

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Kommunikation haben Grundmodelle in sich, die für beide Relevant sind. Für die Bestimmung der
Idee wie auch für die Bestimmung der Realität. Zwischen Theorie und Praxis klafft ein weiter Graben
– es besteht einen großen Unterschied zwischen Beiden. Trotzdem sin sie sich ähnlich weil die
Abstraktion die wir in der Theorie haben nur aus der Praxis und deren Beobachtungen geschöpft
werden können. Das was wir Theorie nennen ist ein offenes Kommunikationsmodell. Die
Beschreibungen in der Theorie ist immer eine annähernde metaphorisierung eines erlebbaren
Zusammenhangs in dem wir eine Bedeutung wahrnehmen. Es ist einen Zusammenhang den wir
auch Kulturell kontrollieren. Eine Theorie ist eine Abstraktion aus der Praxis und macht als eine
Abstraktion nur dann sinn wenn sie wieder für eine noch nicht gemachte Praxis wieder angewendet
kann. In diesem Sinn sind Theorien gewissermaßen wissenschaftliche, generative Grammatiken.
Wenn man also eine Theorie hat kann man einen anderen und ähnlichen Praxiszusammenhang
erklären, ordnen, klassifizieren und Prognosen daraus machen. Theorien sind deshalb der Praxis
unähnlich weil sie eben erklären, ordnen, klassifizieren und prognostizierbar machen. Mit dem
theoretischen Wissen der Medienpädagogik/Medienbildung möchten wir sicherstellen das
jugendliche Medien so gebrauchen das sie eine vernünftiges Schlüssel für ihre Lebensführung ist.

Theorien können nach unterschiedliche Logiken definiert sein: Nach einer Anthropologik, Soziologik,
Politologik, Psychologik. Man braucht also Referenzsysteme. Ist die Gesellschaft wie wir sie
betrachten, dann ist es relevant sich zu Fragen; Wie betrachten wir Gesellschaft? Was denken wir
über Gesellschaft? Woher kommt das denken über eine Gesellschaft? Der Sinn der eigenen Ontologie
bzw. des eigene seins können wir nicht definieren unter Ausschuss eines möglichen generellen
anderen. Immer wenn man über sich selber spricht ist es eine Thematisierung der Umwelt in der Man
lebt – Soziale Umwelt, Kulturelle Umwelt und Symbolische Umwelt und vielleicht auch die
Spirituelle Umwelt. Das sind Umwelten aus dem wir Logiken ziehen obwohl die Umwelten
eigentlich keine Logiken haben. Aus der Erfahrung versuchen wir zu abstrahieren mögliche
Ordnungszusammenhänge, und mit diesen Ordnungszusammenhängen gestalten wir die Erfahrung.
Wir haben Beobachtungsmodelle die angelehnt sind an dieses Kausalitätsprinzip – das
Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Das ist ein Modell das wir aus der
Formalsprachlichen Beobachtung unsere Wahrnehmung formulieren – das heißt zum Beispiel
quantitativ das wir es Zählen, oder Erzählen. Bsp. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Bsp. Herbst
– Winter – Frühling – Sommer. Das ist also ein Grundmodell mit dem wir etwas zählen und erzählen
können. Diese Ursache-Wirkungsmodell folgt eine Ökonomisierung Zugang. Also wir beobachten
etwas mit der mathematische Formalsprache und sagen dann das was wir beobachten hat die Logik.
Aber wir handeln und behandeln den Gegenstand nach dieser Logik. Damit wir schaffen wir nicht
nur ein soziales Ordnungsmodell sondern auch ein inhaltliches kulturelles Ordnungsmodell. Damit
stellen wir sicher dass wir überhaupt in der Lage sind in einen Kommunikation eingebunden sein mit
der wir unsere Verständnis von dem was wir erleben verähnlichen können. Mit diesem
Grundmodell beobachten wir nicht nur äußere Vorgänge sondern auch uns selber und unsere
Kommunikation. Es geht also um eine Ursache-Wirkungsmodell das gewissermaßen einer formal
Sprachlichen Logik dient, aber diese formal sprachlichen Logik liegt nicht in die dingen selber die wir
beobachten sondern liegt in der Beobachtung der Dinge. Die Dinge haben nicht die Ordnung an
sich, sondern wir geben ihr die Ordnung durch unsere Beobachtung. Dies geht auch für die
Beobachtung von Medien wesentlich. Wir sagen zum Beispiel das Vielseher bedeutend mehr
gefährdet sind als Wenigseher weil…

Solange wir mit eine Aktionsmodell als Grundmodell arbeiten, solange werden wir gesellschaftliche
Verhältnisse herstellen die sich daran messen. Es gibt Kulturen z.B. bei den Handlungsbegriff nicht
im Vordergrund steht, sondern zum Beispiel den Erlebnisbegriff. Vier große Erkenntnisdimensionen
ergeben sich aus dem Fadenkreuz-Modell.

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(I) Normativ-Hermeneutische
a. Dieses Modell orientiert sich eher an die Ideenmodell und abstrahiert das
Ideenmodell. Geisteswissenschaftliche Orientierte Analysen sind ähnlich zu
hermeneutischen Theorien. Die Hermeneutik ist ein versuch das Verstehen zu
Verstehen. Wenn wir von Kommunikation reden, dann reden wir nicht von einer in
sich festgebundenen Ontologie, sondern es ist ein Zusammenhang der nur dadurch
entsteht das wir darüber sprechen. Wir verstehen in der Art und Weise wie wir
darüber sprechen. Dies ist der Zugang dem man uns zumuten will. Hermeneutische
Theorien sind offene Theorien und können nicht mit Definitionen beschrieben
werden. Die Zugänge haben nur dadurch dass sie an den jeweils anderen
Zugängen gemessen werden können. Diese Modelle zeichnen sich dadurch aus das
es Verständigungszugänge sind; Zugänge mit dem wir versuchen zu verstehen was
uns Kommunikation bedeutet und nicht was Kommunikation ist. Diese Zugänge
schreiben sich fort in dem weiteren Gebrauch – einen gewissermaßen Open-Source
Modell.
(II) Kritische Analyse
a. Das ist der Versuch zu sagen das zwischen der Vorstellung von Kommunikation und
der Praxis, dass es dort Kriterien oder Maßstäbe geben müsste für die Entscheiden
um an ihnen den Wert von Kommunikation zu messen. In diese Kritische Theorie
wird es relevant was wir für eine Logik heranziehen. Ist es eine Soziologische,
Ökologische, oder Ökonomische Logik? Eine Kritische Theorie ist eine Theorie die
die Praxis abstrahiert unter die perspektiven bestimmten Kriterien. Für die
Kommunikation gesellschaftlich betrachtet könnten als Kriterien gelten; die
gerechten Verteilung von Chancen, die gerechte Verteilung von Information, der
offene freie Zugang (Medienfreiheit, Meinungsfreiheit usw.) Solche Kriterien sind
deshalb wichtig weil sie zu einer bestimmten Perspektive oder Wahrnehmung
verpflichten. Das ist eine Verpflichtung die man eingeht – sie ist nicht notwendig
sondern ist sie möglich. Sie ist Möglich in Sinne er ethische Entscheidung oder
ästhetische Entscheidung. Jeder kritische Theorie die auf solche Werte ausgerichtet ist
eine dementsprechende Logik auch entwickelt mit diese Kriterien zu erfüllen sind.
(III) Empirisch/Interpretativ
a. Hier gibt es theoretische Modelle mit dem wir die Realität beobachten und
beschreiben. Diese theoretischen Modelle sind meistens Funktionsmodell oder
Strukturmodelle. Funktionsmodelle von Medien oder Kommunikation. Es ist aber
gar nicht so dass Medien etwas mit Kommunikation zu tun haben. Das ist
gewissermaßen ein Insinuation bzw. eine Zumutung. Die empirische
Kommunikationswissenschaft arbeitet mit relativ engen Definitionen also
Funktionsdefinitionen oder Strukturdefinitionen und stellt diese nicht in Frage – das
die Funktion von Medien die gesellschaftliche Kommunikation dienen sollte bzw.
zu dienen hat. Gesellschaft ist aber nichts anderes als ein konfiguratives Bild das
entsteht aus der Kommunikation. Wie sie ist und wie wir sie verstehen hängt davon
ab wie wir tatsächlich kommunizieren. Was versteht man unter Kommunikation? Ist
Gesellschaft eine Funktion von Kommunikation oder ist Kommunikation einer
Funktion von Gesellschaft? Das ist eine Frage nach Ursache-Wirkung, also wieder
eine Erkenntnistheoretisches Modell das hinterfragt werden müsste. Gesellschaft,
Kultur und Kommunikation sind drei unterschiedliche Konfigurationen, alle drei
sind also Konstrukte. Diese drei Konstrukte stehen zueinander in einem
Autokonstitutiven Verhältnis unserer Betrachtung. Das heißt wenn wir von

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Gesellschaft reden und Gesellschaft betrachten können wir das gar nicht anderes tun
das wir zugleich über Kommunikation reden. Wenn wir also über Gesellschaft
reflektieren, machen wir automatisch Kommunikationswissenschaft und
Kulturwissenschaft. Wir können auch nicht über Kultur reden ohne zugleich über
Gesellschaft und Kommunikation zu reden. Diese drei Konfigurationen organisieren
sich zueinander in ihrem Verständnis. Dieses theoretisches Modell macht deutlich
das die funktionalistische empirische Kommunikationswissenschaft zu stark
möglicherweise den Begriff der Kommunikation aus diese dreier Konstellation
herausnimmt und so tut als ob könnte man den Kommunikationsbegriff der
Gesellschaftsbegriff gegenüberstellen. Als könnte man Kommunikation, Gesellschaft
und Kultur als unterschiedliche Objekte einander gegenüberstellen. Die
Unterscheidung zwischen hermeneutische und empirische Wissenschaft ist eine
entscheidende. Liegen wir richtig wenn wir in die empirischen Wissenschaften uns
auf dieses Zahlenmodell/Kausalitätsmodell einlassen. Also wenn bestimmte
Vorkommnisse vergröbert oder vergrößert werden gelten sie dann als Merkmale,
also entweder als Konstante oder als Variable? Diese Entscheidung macht auch einen
Unterschied bei den qualitativen Analysen, weil dort durch bestimmte Merkmale
Beispielmöglichkeiten herauszuarbeiten versuchen, um dabei bestimmte
Problemstellungen feststellen zu können. Das ist Problematisch weil Kommunikation
kein Objekt ist den man beobachtet, sondern ein Verstehens-Zusammenhang der
dadurch entsteht das wir unsere Kommunikation auch Gebrauchen. Das macht die
empirische Kommunikationswissenschaft etwas verdächtig.
(IV) Pragmatische/Systematische
a. Das ist eine Theorie von Kommunikation die man dadurch zugänglich macht in dem
man bestimmte Handlungsvorgänge systematisiert. Zum ‚Journalismus ist wenn
man tut…‘ und daraus entwickelt man einen ‚Best-Practice Modell‘ und einen
‚Worst-Case Scenario‘. Pragmatische Theorien neigen dazu den Erfahrungen nach
ihren Nutzen zu definieren und zu beschreiben. Jene Handlungseffekte die einen
großmöglichen Nutzen haben werde als den Beschrieben die Optimal sind im Sinne
von Kommunikation. Hier tut man nichts anderes als ganz simple Wiederholung.
Wenn man meint man muss für bestimmte Effekte bestimmte Vorgänge im Gang
bringen heißt es ‚Weil man immer dieselben Methoden verwendet, man immer
ähnliche Probleme hat.‘ Das ist Möglicherweise wiederholungszwang – überall dort
wo man standardisiert und generalisiert dort entsteht möglicherweise nichts anderes
als ein Wiederholungsfall in dem die Probleme die wir haben im Bereich von
Kommunikation sich deshalb laufend wiederholen weil wir dieselben Lösungsmuster
haben. Das ist nicht mehr als Wissenschaft zu verstehen sondern als rein
‚Praxiologie‘. Die Logik der Praxis und Nutzbarkeit von Effekten.

Wenn die Medientheorien funktionalistisch beschrieben sind dann sind sie meistens mit Wirkungen
beschrieben. Das heißt das Medien und den Gebrauch von Medien bestimmte Wirkungen hat, und
diese Wirkungen sind zu Problematisieren oder Problematisiert werden können. Diese werden
mittels Gegenwirkungen entweder Kompensiert werden können, Ausgeglichen werden können, oder
vielleicht sogar negiert werden können. In diesem Sinne werde dann Medienpädagogik Wirkungen
der Medien durch eine entsprechende Pädagogik entweder zu kompensieren oder auszulösen oder
davor überhaupt zu schützen. Für diese Vorstellung das Medienpädagogik sich als Theorie anlehnt
an die Wirkungstheorie gibt es auch unterschiedliche Medienpädagogische Grundmodelle.

11
(I) Bewahrungspädagogische Medienpädagogik Modell – also Medienpädagogik im Sinne
eine Bewahrungspädagogik. Das beschreibt der Versucht sowohl in der Theorie wie in
der Praxis Menschen von einem spezifischen und typischen Gebrauch von Medien
möglichst abzuhalten, sie davor zu schützen damit sie sich nicht Wirkungen aussetzen.
Zum Beispiel die Problematik der Internet-Sucht. Die Unterscheidung zwischen
(Reale)Welt und Medienwelt ist problematisch. Es gibt auch die Vermutung das sich
zulange aufzuhalten im Medienwelt eine Wirkung erzielt die dann dazu führt das die
Menschen in der (Reale) Welt nicht mehr zu Recht kommen. Auch dass das bleiben in der
Medienwelt als sucht beschrieben wird erklärt wohl die Logik der Organisation unsere
Gesellschaft. Das jemand dann in der reale Welt nicht mehr zu Recht kommt hängt daran
wie wir die Gesellschaft definieren und wie wir meinen sie schützen zu müssen. Die
Bewahrungspädagogik schützt nicht nur den einzelnen sondern schützt auch die
Gesellschaft so zu bleiben wie sie ist.
(II) Handlungstheoretischen Zugang (Medienpädagogischen Modell) – Die Idee ist wenn
junge Menschen selber Zeitung machen, selber Video machen, also selber Medien
produzieren - lernen sie ihre Rolle als Konsument kritisch zu betrachten. Sie lernen also
über die Mechanismen der Produktion und wie sie ablaufen. Dabei lernen die Kinder wie
Medien funktionieren und sie lernen Medien so zu machen dass sie so funktionieren wie
sie gelernt haben das sie funktionieren sollen. Wie wiederholen als ein bestimmter
Handlungsvorgang – es ist also ein äußerst pragmatischer Zugang, ein pragmatisches
Erkenntnisinteresses.
(III) Inhaltsanalytische/Inhaltskritische Medienpädagogischer Zugang – Wenn jugendlich
die durch Medien vermittelte Inhalte analysieren können (reflektieren, deuten, kritisch
betrachten) dann sind sie nicht Opfer oder Gefangene von solcher Medieninhalte. Hier ist
die Wirkungsvorstellung besonders stark vertreten. Dieser Ansatz ist auch sehr stark von
der Frankfurter Schule geprägt mit der Hoffnung das man die Bewusstseinsindustrie
der Medien durch ein reflektiertes kritisches Bewusstsein paralysieren können oder
kompensieren können.
(IV) Medienbildung Modell/Zugang – Dieser Zugang ist ausgerichtet auf den Begriff der
Medienkompetenz. Es geht um eine Persönlichkeitsbildung mit dem wir in der Lage
sind Medien so zu nutzen wie wir sie tatsächlich für unsere eigene Lebensorganisation
brauchen. Man soll sich nicht abhängig machen von dem was in Medien entweder in
Werbung oder in Selbstdarstellungen anbieten, um so dazu ein kritisches Verhältnis
herzustellen. Man soll nicht alles und jedes aus oder in den Medien suchen. Mann soll ein
ökologisches Gleichgewicht herstellen zwischen Medienkommunikation und den
Kommunikationen unter nicht-medialen gesellschaftlichen Bedingungen.

Alle diese vier oben genannten Vorstellungen orientieren sich sehr stark an der Theorie dass Medien
eine Wirkung haben, und dass man diese Wirkung entweder Paralysieren oder Kompensieren
könnte. Sie gehen davon aus das man gegen diese Wirkungen arbeiten kann so dass sie sich in der
Psyche des Menschen nicht verfestigen. Hier wird auch die Vorstellung vorgetragen dass Medien in
der Psyche des Menschen etwas herstellen können worüber sie nicht Herr sind. Eine Stark
funktionalistische Konzeption. Es ist auch eine zu starke Isolierung der Psyche des Menschen ohne
oder mit zu wenig Rückbindung an der gesellschaftlichen Zusammenhangsvorstellung des
Mediengebrauchs. Die Wirkungstheorien von Medien spielen immer noch eine sehr große Rolle in
die Betrachtung von Medienpädagogik.

In der Theorie der Medien haben wir immer noch eine relativ starke naturwissenschaftliche
Grundorientierung. Diese ist Ontologisch, Kausal, Linear, Technisch, Praktizistisch,

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Mechanistisch. Die naturwissenschaftliche Betrachtung in der Kommunikationswissenschaft ist
deshalb nicht angebracht weil die naturwissenschaftliche Betrachtung all das was sie betrachtet
immer als ‚in sich ontisches‘ Betrachtet. Die Naturwissenschaft geht davon aus ihr
Untersuchungsgegenstand sei ein ‚in sich geschlossenes, seiendes, ontisches, logisches ding der von
jeden gleich zu betrachten ist.‘ Man kann sich also Merkmale heraussuchen und diese Merkmale sind
dann Intersubjektiv nachvollziehbar. Das geht aber im Bereich von Kommunikation, Kultur und
Gesellschaft nicht. Kommunikation und Gesellschaft sind keine ontischen, in sich geschlossenen
Dinge. Medienontologien wie das Fernsehen oder das Internet sind Ontologien die im Hinblick auf
die Kommunikationsleistung von Medien, Medien falsch beschreiben würden. Das ist eine der
Größen Schwachstellen der Medienwissenschaft und auch der Medienpädagogik. Verbunden
damit ist das wir interessiert sind an Kausalzusammenhänge – als Ursache-
Wirkungszusammenhänge. Diese sind in unsere Kultur die plausibelsten Zusammenhänge. Das was
wir als ‚Wirkung‘ betrachten kann es nur dann geben wenn etwas dafür eine Ursache ist. Daher sagen
wir, ‚Diese Welt ist weil der liebe Gott sie geschaffen hat‘ - alles was wir betrachten, betrachten als
mögliches Ergebnis aus einem Prozess oder als eine mögliche Wirkung von einer Ursache. Das ist
einen Ordnungsmodell bzw. ein logisches Betrachtungsweise der Möglicherweise für die Betrachtung
der sozialen Zusammenhänge Probleme aufwirft weil man dann mit dieser Betrachtung im Grunde
nur das wiederholt was sich schon mal wiederholt hat. Wir haben auch eine Vorstellung von lineare
Prozesse; als wenn einer redet und der andere zuhört ist das in gewissermaßen eine lineare
Verbindung. Diese linearen Modelle sind komplexitäts-reduzierende Modelle, insbesondere für jene
zusammenhänge die wir gar nicht beweisen können, sondern die wir nur wissen können. „Meine
Beziehung zu ihnen lässt sich nirgendwo beweisen, sie lässt sich nur wissen im Sinne einer
Vorstellung.“ Es gibt keinem Beweismodell für Beziehung wie wohl es ein Wissensmodell gibt. Also
es geht um einen Modell mit dem wir Wissen das wir mit jemand in Beziehung sind und die Gründe
die wir dafür aufbringen können um zu sagen wir sind mit jemanden in Beziehung sind wieder
Begründung für mögliche Wirkungen.

Damit verbunden ist auch die Formalsprache. Wir versuchen Kommunikation zählbar zu machen
und nach binären Codes zu ordnen: Wirksam/Nicht Wirksam, Richtig/Falsch, Laut/Leise. Das sind
Unterscheidungsmodelle von Kommunikation die quantifizierbare Merkmale brauchen damit die
Stärke gemessen werden kann. Dieses versteht sich wiederum als sehr technisches/mechanisches
Vorstellung von Kommunikation die oft mit simplen Beschreibungen vorkommt wie der Lasswell-
Formell. Diese ist bestenfalls ein Modell für Information aber niemals ein Modell von
Kommunikation. Information heißt man hat ein Ordnungsmodell von einem
Beobachtungszusammenhang der in sich nicht geordnet ist oder geordnet sein muss. Erst die
Beobachtung ordnet ihn zu einem bestimmten Zusammenhang. Man kann dadurch sagen, ‚Das eine
spricht, der andere hört und das ergibt eine Verbindung der Verständigung.‘ In der Kommunikation
kommt dieses Ordnungsmodell, sondern das ist die Logik des Betrachters. Man macht etwas zur
Vorgang was möglicherweise gar kein Vorgang ist. Diesem technische/mechanistischen Modell
schafft ein hoher Grad an Plausibilität obwohl das was wir Kommunikation nennen gar nicht so
Plausibel vorkommen muss oder gar nicht so plausibel überhaupt vorkommt wie wir meinen dass sie
müsste. In diesem Sinne ist schon der Alltagsbetrachtung eine Wissen schaffende, ordnende
Betrachtung wobei die wissenschaftliche noch strukturierender und Ordnung schaffender ist.

Die sozialwissenschaftliche Betrachtung macht an diese naturwissenschaftliche Grundbetrachtung


dann eine empirische Analyse im Sinne von Objektivität und Objektivierbarkeit, Phänomenologie.
Empirisch heißt dass man etwas betrachtet weil man es so betrachten möchte. Betrachtung ist nicht
ein Vorgang der zufällig passiert, sondern in Betrachtungen werden immer Absichten eingemischt.
Die Absicht ist im Rahmen der Sozialwissenschaften oft eine objektivistische; wir möchten also etwas

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Objektivieren, wir möchten zu einer Gegenstand machen, also verdinglichen. Wir verdinglichen
durch die Sprache und sprechen dann dort von Gegenständen wo sie es gar nicht gibt. In der
‚Vergegenständigung‘ gehen wir davon aus dem jeder andere der zu unsere Kulturkreis gehört ein
solcher Zusammenhang in eine ähnlich weise Vergegenständigen wird. Das heißt wir kontrollieren
das jeweils andere Denken an der Referenz von Kultur. Das ist nicht nur eine empirische Zumutung
sondern auch eine moralische Zumutung.

Die Phänomenologische Betrachtung ist etwas Ähnliches; die Phänomenologie heißt dass wir
Phänomene betrachten als Erscheinungsbilder von denen wir wissen dass sie Erscheinungsbilder sind
aber auch als Erscheinungsbilder mit denen wir die Gegenstände betrachten und nicht als
Erscheinungsbilder von den Gegenständen selbst. Zum Beispiel haben wir Erscheinungsbilder von
Gesellschaft und beobachten Gesellschaftliche Zusammenhänge. Das sind nicht Erscheinungen die
wir Zumuten; so könnten, sollten, dürften, müssten die Dinge aussehen. Wir mischen hier
Kulturbetrachtungen ein um bestimmte zusammenhänge so betrachten zu können dass wir sie
miteinander austauschen können. Technologie spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle,
nicht nur als Theorie einer Technik sondern als Theorie einer sozialen Technik. Wir haben die
Vorstellung dass die Gesellschaft nach bestimmter Technologie funktioniert oder fungible gemacht
werden kann. Das heißt wir versuchen alle soziale Vorgänge mit einer gewissen Gesetzmäßigkeit
auszulegen – nomothetisch. Diese sind allerdings Gesetzmäßigkeiten mit denen wir beobachten und
nicht Gesetzmäßigkeiten aus den Sachen selbst. Wir betrachten mit diese Gesetzmäßigkeiten um
unsere Ordnungsvorstellungen gerecht zu werden.

Die Kulturwissenschaftliche Betrachtung arbeitet mit etwas andere Begriffe. Sie ist Referentiell,
Kontextuell, Konstruktivistisch, und auch gewissermaßen heuristisch exegetisch. Referentiell heißt;
jede Kulturwissenschaftliche Betrachtung weiß dass sie sich nur auf Referenzen verlassen kann. Zum
Beispiel Gesellschaft ist nichts anderes als eine Referenz war das was wir uns als Gesellschaft
vorstellen. Sie verweist nur als Modell auf ein anderes, mögliches Modell von Gesellschaft. Sie ist
niemals ein Abbild sondern immer nur eine Referenz von. Die Kulturwissenschaftliche Betrachtung
ist immer Kontextuell; alles was wir betrachten ist nur betrachtbar in einem Kontext. Es macht keinen
Sinn z.B. von den Medien zu Reden aus dem Kontext ihres Gebrauchs mitbetrachten.
Kulturwissenschaftliche Betrachtung ist auch immer Konstruktivistisch: „Das was wir
Kommunikation nennen ist eine Beschreibung von Erfahrungszusammenhänge die nicht für sich
selber Kommunikation sind, sondern weil wir sie als solche betrachten.“ Diese Betrachtung lässt sich
dekonstruieren in dem wir darüber nachdenken ‚Wie konstruieren wir denn das, was wir
Kommunikation nennen?‘

3. Vorlesung – Medienpädagogik – 27.10.2010

Axel Maireder: Wissenschaftliche Mitarbeit am Institut für Publizistik- und


Kommunikationswissenschaft. Beschäftigt sich mit der Dissemination von Nachrichten und die
Diskussion von öffentlichen Themen in Social Media. Zwei Forschungsprojekte gemeinsam von
Professor Bauer durchgeführt. Der Vortrag heißt Medienkulturforschung.

Das erste Projekt heißt Internet & Schule. Gemacht im Auftrag von dem Bildungsministerium.
Auftrag war 2007 gegeben und das Projekt wurde im 2009 abgeschlossen. Im Großen und Ganzen
ging es um Bedingungen, Praktiken und Konsequenzen der in Internetnutzung in/um Schule.

 Wie nutzen Schüler im Kontext von Schule das Netz?


 Wie nutzen deren Lehrer im Kontext von Schule das Netz?
 Welche Probleme entstehen in dem Bereich zwischen Lehrer und Schüler?

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 Wie prägt das was die Schüler lernen ihre Nutzung des Internets?
 (Einfluss der Internet auf die Internetpraktiken von Jugendlichen)
 Internet in der Schule und Schule im Internet

Das zweite Projekt trägt den Arbeitstitel Schule, Medien und Gewalt die im 2008 von
Bildungsministerium beantragt worden ist. Sie ist noch nicht fertig aber die Feldforschung ist erledigt
und zu abschließende berichte sind nur noch zum Schreiben. Bei diesem Forschungsprojekt ging es
um:

 Medien Gebrauch und Sozialen Verhalten von Jugendlichen, insbesondere in der Schule
 Schulische Gewalt im Kontext der aktuellen Kommunikations- und
Informationstechnologien. Ganz besonders Stichwort cyber-mobbing, cyber-bullying

Beide Studien haben ähnliche methodische und theoretische Zugänge. Den theoretischen Zugang
nähert sich an die qualitative dekonstruktiver Sozialforschung. Besonders die Konzepte von:

 Alfred Schutz (Lebenswelt)


 P. Berger und T. Luckmann (Wirklichkeit als sozialer Konstruktionsprozess)
 S. J. Schmidt (Wirklichkeitsmodelle und Kulturprogramme / Geschichte und Diskurse)

Diese Modelle stellen einen relativ pragmatischen Konstruktivismus dar die sich leicht fruchtbar
machen für die Forschungsinteressen. Die drei Modell gehen von einigen Grundannahmen aus:

 Die Welt macht Sinn


o Dieser Sinn wird in den sozialen Prozessen konstruiert.
 Sinn wir in sozialen Prozessen konstruiert
 Sinn ist subjektiv und intersubjektiv (sozial)

Ale Beispiel nehmen wir die Vorlesung. Die Vorlesung hat sowohl subjektiv wie auch intersubjektiv
Sinn. Subjektiv hat man eine bestimmte Vorstellung von Vorlesung die auf Basis von vor Erfahrungen
gemacht wurde. Diese mag bei allen sich unterschiedlich gestalten. Es gibt auch ganze bestimmte
intersubjektive Vorstellungen dessen was eine Vorlesung ist. Intersubjektiv nicht nur
gesamtgesellschaftlich sondern auch im Gruppen. Wenn man beispielsweise in einen anderen
Kulturraum die Schule besucht hat, hat man möglicherweise eine andere Vorstellung von Vorlesung.

Das Programm das dieser intersubjektiven Sinnorientierung zusammenfasst ist Kultur. (S. J. Schmidt)
Kultur ist nicht immer eine gesamtgesellschaftliche Kultur – diese Kultur ist an den geografischen
Nationalstaat gebunden. Es gibt aber auch so etwas wie ein städtische Kultur – also es verhalten sich
möglicherweise Kinder in Paris, Hamburg und Wien unter ähnlichen Umständen auch ähnlich. Oder
das Kultur des Student-seins oder des Studentenseins. Oder bei Medien gibt es auch die Netiquette
die sich herausgebildet hat. Als Chat-Systeme entwickelt worden sind hat niemanden den Menschen
gesagt wie sie sich in diese Chats verhalten sollen. Netiquette entstand in einem Prozess der sozialen
Auseinandersetzung mit dem Medium und auch mit den anderen Menschen in diesen Medium und
es hat sich herauskristallisiert wir man miteinander umgehen soll. Kultur ist das Programm der
kollektiven, intersubjektiven Sinnorientierungen – auf welchem ebene dann immer. Diese Kultur
ermöglicht die Orientierung und Co-Orientierung der Gesellschaft. Erst dadurch dass intersubjektive
Sinn existiert kann man mit Menschen auf eine bestimmte Art und Weise kommunizieren die
Verständigung. Man unterstellt jemanden oder einen anderen dass beide gemeinsam ein gewisses
Maß an Sinnkonstruktion gemeinsam haben. Diese Kultur entsteht, systematisiert, verfestigt,
verändert sich in der Praxis der Kommunikation, in der Auseinandersetzung mit neuen

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Kommunikationstechnologien. Erst durch die Kommunikation in den Chat-Räumen hat sich etwas
wie eine Kultur des Chats entwickelt.

Für Schmidt sind Geschichten und Diskurse sind symbolische Ordnungsmechanismen für unsere
Erfahrungen.
 Geschichten: sinnvollen Erzählungen verketteter Handlungen
o Wir denken unseren Leben im Rahmen einer geschichte
o S. J. Schmidt spricht in diesem Zusammenhang von Setzung und Voraussetzung.
Alles was wir schon gesetzt haben (irgendwelche Handlungen) sin Voraussetzung
für das was man als nächstes tut. Wir bauen immer auf unsere Erfahrungen auf.
Diesen Prozess wird als ‚Geschichte‘ verstanden.
 Diskurse: Interne Ordnung der Kommunikation unserer Geschichten
o Diskurs beschreibt die Art und Weise wie die Geschichten miteinander verwoben
sind. In welche Form denkt man über die Zusammenhänge? Zum Beispiel eine
Geschichte der Familie kann möglicherweise mit den politischen Einstellungen
verknüpft sein oder mit Arbeit. Verknüpfungen zwischen den einzelnen
Geschichtssträngen.

Bei der Methode geht es darum sich die Geschichten erzählen zu lassen und die Diskurse vorlegen zu
lassen. Die jugendliche sind Experten für die Handlungen die sie in Social Media setzten. Die
Methodik baut im Wesentlichen auf diese vier Werken:

 Interpretative Soziologie (M. Weber)


 Rekonstruktive Sozialforschung (R. Bohnsack)
 Grounded Theory (B. Glaser / A. Strauss)
o Eine Theorie wie man Hypothesen generiert und erarbeitet um Theorien
mittlerer Reichweite zu entwickeln
 Partizipative Aktionsforschung (K. Lewin)
o Hier geht es darum die Forschungsobjekten zu Beteiligten am Forschungsprozess
zu machen.

Es geht darum Geschichten erzählen zu lassen und Diskurse vorleben lassen. Die Aufgabe als
Forscher ist es diese Sinnzusammenhänge die anderen Menschen machen zu rekonstruieren. In der
Kommunikationswissenschaft geht es aber nicht darum die subjektiven Sinnzusammenhänge zu
ermitteln, denn das macht die Psychologie. Als Kommunikationswissenschaftler interessiert man sich
eher für die sozialen Zusammenhänge – also den intersubjektiven Sinn. Man versucht parallele zu
finden in den Handlungen unterschiedlichste Gruppen. Aus diesen versuchen wir dann Thesen zu
generieren. Es gibt ein Paar Grundannahmen in diesem Forschungsprozess:

 Offenheit des Forschungsprozesses


o Wie könnte ein Forschungsprozess offen sein? Zum Beispiel durch die Offenheit des
methodischen Instruments oder die Offenheit des methodischen Vorgangsweise. Die
Forscher in diesem Projekt wollen auf etwas neue kommen.
 Man handelt sich bezüglich den Forschungsobjekte vor. Man geht von
Forschungsobjekt zu Forschungsobjekt und findet von dem heraus welche
Gruppe man sich noch anschauen soll.
 Beforschte sind Expertinnen für ihre Handlungen
 Beteiligung der Beforschten am Erkenntnisprozess

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Das gesamt Forschungsprojekt ist ein zirkulärer Prozess. Die Analyse wird angepasst an die
Kodierung und an der Datensammlung. Es geht also um hypothesengenerierende Forschung mit
dem Ziel soziale Zusammenhänge zu erklären, nicht zu testen. Es geht darum auf sozialen
Zusammenhänge überhaupt zu kommen. Diese theoretische/methodische Annäherung an ein
bestimmtes Forschungsfeld sind Ideale – also Idealzirkulär. Es gibt aber Forschungspragmatische
Vorkommnisse die die Erfüllung diese Ideale gar nicht erlauben. Manche Schulen haben zum Beispiel
keine Zeit.

Methodische vorgesehen für Internet & Schule Projekt waren Gruppendiskussion mit Schülern auf
der eine Seite und Lehrern auf der anderen Seite. Fürs Gewalt Projekt wurden Multimethodischen-
WorkShops eingesetzt. Es war befruchtet das im Rahmen von einzelnen Diskussionen man nicht so
viel zu dem Thema Gewalt erfahren hätte weil das eine schwierige Thema ist. Im Rahmen dieser
Workshops haben also die Schülerinnen und Schüler an diesen Themen gearbeitet. Die Schüler
müssten zum Teil Theaterstücke vorbereiten, oder sich Plakate überlegen und diese Aktivitäten
wurden von dem Forscher moderiert. Es gab auch Übungen wo die Schüler mittels Brainstorming
Begriffe erläutern müssten wie z.B. ‚Was bedeutet Gewalt für euch? Was fällt euch dazu ein?‘ Die
Workshops bzw. Gruppendiskussionen wurden mittels Audio Recorder/Video aufgenommen. Auch
Daten außerhalb der WorkShops und Gruppendiskussion wurden in die Analyse aufgenommen.
Zum Beispiel wie kurze Kommentare des Schülers in der Mensa oder das Gespräch mit dem
Schuldirektor. Das ‚Bounded Theory‘ sagt auch es ist wichtig alles was hilft den sozialen Feld zu
umfassen muss genutzt werden und analysiert werden. Bei den jugendlichen ist es besonders wichtig
dass man auf irgendeiner Weise eine Vertrauensbasis schafft. Die jugendliche müssen in irgendeiner
Form offen erzählen können. Das erzählen der Geschichten ist enorm wichtig, und bestimmte
Geschichten kommen nur ans Licht wenn es ein bestimmter grad des Vertrauens gibt.

Für die Internet Studie gab es insgesamt 14 Gruppendiskussionen mit Schülern (jeweils 8 Schülern
pro Gruppe) und nochmal 10 Gruppendiskussionen mit Lehrern – also insgesamt 24 Protokolle. Aus
45 Minuten gespräch entstehen 20 Seiten, aus eine Stunde und fünfundvierzig Minuten entstehen 40
Seiten. Also Minimum: 480 Seiten Material, Maximum: 940 Seiten. Geschätzte 1200 bis 1500 Seiten in
der Vorlesung, die gelesen werden müssen. Es muss aber vermieden werden dass man diese fünf Mal
liest, also fängt man mit einer offene Kodierung an. In der offenen Kodierung geht es darum
Schlagwörter zuzuordnen, also zu taggen. Alle Einzelheiten des Gesprächs müssen Kodiert werden.
Beim dem Codes geht es eigentlich um Konzepte. Im Rahmen dieses Codierens zeigt sich das
bestimmte Konzepte sich immer wiederholen, manche wiederholen sich öfter, manche weniger oft.
Das Material wurde nicht alles auf einmal Kodiert sondern gleich nach der Diskussion immer. Dann
wird viel Verglichen. Kommt zum Beispiel ein Konzept im Rahmen anderer Konzepte besonders
stark vor? Wo sehen wir soziale zusammenhänge die sich immer wiederholt zeigen? Man schaut
dann alle stellen nochmal an die anhand diese Merkmale kodiert wurden.

Ergebnisse – Internet & Schule

 Die Glaubwürdigkeit der Autorität vs. die Weisheit der Vielen


 Sorgfalt der Lernenden als Funktion der Beurteilungspraxis der Lehrenden
 Internetdidaktik und Internetangst
 Didaktik des Internet und Wissenskluft
 Dysfunktionales Homework Management
 Support- und Inhibitionskulturen

Ergebnisse – Schule, Medien und Gewalt

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 Gewalt in Social Media im Kontext adoleszenter Identitätsarbeit
o Gewalt in dynamischen, semiöffentlichen Interaktionsräumen
o Identitätsarbeit und Identitätsraub
o Eskaltions- und Deeskaltionspotentiale des Kommunikationsraumes
 Mediengewalterfahrung & Medienkompetenz

4. Vorlesung – Medienpädagogik – 10.11.2010

Die Prüfung wird aus vier Fragen bestehen von dem man drei beantworten muss. Was in der
Vorlesung angeboten wird kann man nicht im Sinne von Vokabellernen oder Definitionen Lernen
oder eine Systematik Lehre, sondern es geht um eine Reflexion. Es geht um ein
wissenszusammenhang der nicht definiert ist. Wissenschaft selbst ist nichts anderes als eine
Kommunikation die unter bestimmte Bedingungen die Wirklichkeit konstruiert. Sie konstruiert also
Verständigung zu einer Thematik, der Mechanismus der Verständigung ist in erster Linie der
Mechanismus des Vertrauens. Man muss die in der Vorlesung vermittelten Inhalte dafür
anzuwenden die Literatur kritisch zu betrachten. In die Einführung der Vorlesung ging es darum
‚Was heißt es überhaupt wissen zu schaffen?‘ Was versteht man unter Kommunikation? Was ist
tatsächlich die kommunikative Leistung von Medien?

Es gibt unterschiedliche Perspektiven in dem was die Medienpädagogik für sich als Problem
formuliert. Wissenschaft zu machen heißt eine Beobachtung im Gang zu bringen die mit einen
Beobachtungsmodell arbeitet, oder mit einem Beobachtungsfokus. Als ganz bewusst dass es eine
Erkenntnisinteresse gibt die man aus der Beobachtung versucht zu realisieren. In der traditionellen
Medienpädagogik hat man versucht die vermuteten Wirkungen der Medien auf den Menschen zu
problematisieren. Wie kann man diese in einen pädagogischen Zusammenhang bewerten? Also
immer verbunden mit der traditionellen Fragestellung wieso und wie Medien auf Menschen wirken.
Es geht aber gegenwärtig darum was Menschen mit den Medien machen.

Sozialisations Perspektive ist die Thematisierung des Mediengebrauchs (oder der Medienwirkung)
unter den Blickpunkt dessen was man unter Sozialisation versteht. Sozialisation ist ein theoretisches
Konzept der eine Aussage darüber trifft das Menschen in einem bestimmten Prozess sich mit den
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen assimilieren. Das Menschen sich anpassen an
gesellschaftliche Vorgänge des Verhaltens oder der gesellschaftliche Regulare wie der Werte oder die
Kultur oder Normen, um sich als Mitglieder einer Gemeinschaft, einer Gesellschaft identifizierbar
zu machen, auch moralisch identifizierbar zu machen. Dieses sozialisationstheoretische Modell geht
sehr stark davon aus dass Sozialisation ein Leistungsvorgang ist der von heranwachsende in erster
Linie erarbeitet wird und ausgearbeitet wird. Umgekehrt ist es auch so dass Sozialisation geplant
werden kann und im Rahmen von Pädagogik oder Erziehung planmäßig in Gang gebracht werden.
Sozialisation ist der Prozess der beschreibt was und wie Menschen im Laufe ihres Heranwachsens
sich an gesellschaftliche Rahmenbedingungen so anpassen das sie mit diesen identifizierbar sind oder
die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihren Vorstellung anpassen so dass sie damit auch leben
können. Es ist also ein Assimilationsvorgang, (von Menschen gegenüber der Gesellschaft)
andererseits ist es auch ein „Akkumutierungsvorgang“ (Akkumulierungsvorgang?). Das heißt es gibt
ein Freiraum für Menschen die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen so zu gestalten das die
den eigenen Vorstellungen auch entsprechen. Also zwischen den beiden Prozesse der Akkumutation
und Assimilation zu balancieren ist eigentlich einen intelligenten Prozess. Intelligenz ist die
Kompetenz sich eine Balance zu schaffen zwischen die Möglichkeit sich an den Rahmenbedingungen
der Gesellschaft anzupassen wie umgekehrt auch die Rahmenbedingungen der Gesellschaft an den
eigenen Anzupassen so dass man damit vernünftig leben kann. Dieses beschreibt auch dass ein
Sozialisationsvorgang kein notwendiger Vorgang ist – also kein vorgang der repressiv aufgenommen

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werden muss von dem einzelnen weil man nichts anderes kann als sich der Gesellschaft
anzupassen. Sondern die Sozialisation ist einen Vernunftsvorgang, wie weit man sich den
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen hat und ihre Erwartungen zu erfüllen, aber
anderseits ist der Mensch auch in der Lage der Gesellschaft und den sozialen Lebensbedingungen so
anzupassen das sie der Verwirklichung der eigenen Zielsetzung und Lebensvorstellung dienen.
Dieser Sozialisationsvorgang lässt sich in mehrere Phasen untergliedern. Dieses vernünftige
Verhältnis zu der Umwelt ist nicht eine irgendwie dargestellten Gesellschaft gegenüber, sondern
eben eine Gesellschaft gegenüber die auch heranwachsende nicht anders erleben als die Art und
Weise wie Menschen miteinander und zueinander in Gespräch sind. Gesellschaft ist eben das ‚wie‘
Menschen miteinander im Gespräch sind – wie sie miteinander kommunizieren. Das was die
heranwachsenden sehen sind die Ritualmuster bzw. die Darstellungsmuster der Gesellschaft und
genau das erleben sie und lernen, wie sie sich in diese Kommunikationsverhältnisse einzubinden
haben, als Beobachter oder als Teilnehmer. Hier ist zu merken das hinter dem Intelligenz begriff steck
auch den Kompetenzbegriff. Es kommt schon darauf auch an Fähigkeiten einzubringen oder im
Gang zu setzen wie man sich den Rahmenbedingungen der Gesellschaft stellt ohne selber verloren
zu gehen, und wie man die Rahmenbedingungen der Gesellschaft fordert ohne dabei die Gesellschaft
zu überfordern. Individuation, Selbstwährung und Sozialisation – die eigene Soziabilität, die eigene
Gesellschaftsfähigkeit in Gang zu setzen, das ist das Rahmenprogramm das mit dem Konzept
Sozialisation theoretisch Umschrieben wird. Diese gesellschaftliche Umwelt, weil sie eine
Kommunikationswelt ist, ist eine Gesellschaft die sich über Medien konstituiert, und ihre
Wirklichkeit konstruiert – also eine Aneignung von Medialität. Also eine Aneignung von Medien als
jene Agenturen in denen sich die Gesellschaft darstellt und in denen sich die Gesellschaft auch selber
strukturiert. In diesem Sinne ist Sozialisation immer Mediensozialisation. Aber als eigenes Konzept
kann man Mediensozialisation als der Vorgang mit dem heranwachsende ihr Verhältnis zur
gesellschaftlichen Medienumwelt bestimmen, verstehen. Hier trifft zu das es um Assimilation- und
Akkumutationsprozesse geht, und das den vernünftigen und intelligenten Mediengebrauch eine
Balance darstellt zwischen diesen beiden Fähigkeiten. Fähigkeit zur Assimilation: Die eigenen
Lebensvorstellungen an den medialen Gegebenheiten zu messen und umgekehrt auch die medialen
Gegebenheiten nicht zu nehmen wie sie sind, sondern es muss kritisch mit sie Umgegangen werden,
damit eine vernünftige und auch eigene Lebensvorstellung ermöglicht wird.

Der Sozialisationsbegriff unterscheidet zwischen einen Primären, Sekundären und Tertiären


Sozialisation. Sozialisation ist kein realer Vorgang, sondern ist ein Konzept mit dem man den
Vorgang betrachtet und annimmt wie Menschen sich mit dieser Gesellschaft zu Recht finden. Das es
um Assimilation- und Akkumutationsprozesse geht ist lediglich eine Beobachtung aber diese
Beobachtung spielt schon die Perspektive ein das es darum gehen muss wie man sich diese
Gesellschaft verähnlicht und wie die Gesellschaft seinen eigenen Vorstellungen verähnlicht und
anpasst. Es ist ein Konzept der Beschreibt wie Menschen versuchen ihre eigene Identität in der
Gesellschaft, in deren Kontext sie Arbeiten, Leben und ihre eigene Soziabilität Entwickeln, überhaupt
erst entdecken. Das eigene Leben und das verstehen die eigenen Lebensbedingungen thematisieren
immer die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Art und Weise mit man mit diese
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen leben und zu Recht kommt. In einer Mediengesellschaft sind
diese Rahmenbedingungen sehr stark durch eine mediale Umwelt definiert. Der Medienbegriff wird
hier sehr allgemein verwendet – es geht nicht um das Radio, das Fernsehen, das Internet – es geht
nicht um die Strukturgebilde, also die einzelne Medienontologien, sondern es geht um den Charakter
der Medialität der Gesellschaft von der wir annehmen können das diese Medialität der Gesellschaft
ein Kommunikationsprogramm bzw. ein Kulturprogramm der gesellschaftlichen Entwicklung. Es
geht um ein Programm das immer schon medial war. Auch der Vorgang der nicht durch Medien
vermittelten Kommunikation ist auch Medial, weil jeder Verständigung zwischen Menschen sich

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bezieht auf die Zeichenvorräte die die Menschen entwickelt haben um sich anhand diese miteinander
austauschen zu können. Es gibt aber Lebenszusammenhänge wo dieser Mediencharakter stärker in
den Vordergrund gestellt wird. Zum Beispiel ist die Vorlesung eine mediale Instanz in der man eine
Wissenskommunikation aufbaut der so wie sie in der Vorlesung verläuft woanders nicht verlaufen
könnte. Das ist also gewissermaßen eine eigene Medienontologie als Lehr- und
Lernkommunikation unter den Bedingungen einer Vorlesung. Die Bestimmte Art und Weise der
Kommunikation in einer Vorlesung ist die Medialität dieser Kommunikation. Auch die Familie als
Medium ist die Entscheidung über Themen im Rahmen einer Familie so zu reden wie man wo anders
nicht so darüber reden könnte. Das ist also eine Medienentscheidung. Ein Medium ist also nicht das
was zwischen uns ist, sondern ein Medium ist die Erstentscheidung jeder Kommunikation wie wir
miteinander ins Gespräch kommen oder in Gespräch sein wollen – und ferner hin was das für die
Verteilung der Kommunikationschancen bedeutet, was es für die Verteilung von Kompetenzen
betrifft. Wenn das der Mediencharakter ist in dem wir unsere Erwartungen der Gesellschaft
gegenüber formulieren und die Erwartungen der Gesellschaft uns gegenüber erfahren, dann ist in
jede Mediensituation, in jeder Situation die Sozialisation immer schon Mediatisiert. Das Modell der
Sozialisation heißt es das es um Erwartungsausgleich geht. Das ist immer auch eine Konfliktsituation
bzw. eine Dilemma-Situation für viele Menschen und oft auch eine Herausforderung. Die Primären
Sozialisation beschreibt in erster Linie jene Lebenszusammenhänge in denen Menschen lernen
Werthaltungen, Normen, Rituale, Deutungen und Deutungsmuster zu übernehmen oder sich in diese
einzubinden unter den Bedingungen einer familialen Kommunikationssituation. Also eine nicht
durch Institutionen oder Medien unterbrochene Situation, sondern eine unmittelbare Lebenssituation
die durch Spontanität, Authentizität und eine gewissen Situativität gekennzeichnet ist. Für
Familienkommunikation ist es typisch dass man redet wenn man reden möchte auch dass man
zusammen ist, man weiß aber auch das man gar nicht reden muss. Man kommuniziert auch auf ganz
andere Kanäle und die Kommunikation dient nicht in erster Linie der Einteilung und der Kontrolle
sondern viel stärker der Aufbau von Beziehungen und den sich einander bewusstmachen das eine
Beziehung ein tragfähiges Konzept ist um sich selber in einen sozialen Kontext, annehmen zu können,
mögen zu können oder verstehen zu können. Diese Art von Sozialisation hat einen hohen
Emotionalen Charakter, einen hohen Beziehungscharakter, einen hohen Spontanitätscharakter, und
einen hohen persönlichen moralischen Wert weil eine Familienkommunikation eine starke
Kontrollsituation auch darstellt. Gerade weil sich eine Familie sich von den anderen Familien durch
den Gesprächsprozesse abgrenzt. Sie grenzen sich auch ab durch die jeweils gegenseitige
Wahrnehmung dass jedes Gespräch nicht durch irgendwen geführt werden kann sondern nur durch
die Person die tatsächlich real anwesend ist. In diesem Rahmen vermutet die Psychologie sowohl wie
die Soziologie, entstehen sehr intensiven Vertrauensmechanismen die auf Beziehungserwartungen
und Beziehungserfahrung beruhen. Das heißt wenn man innerhalb der Familie enttäuscht wird ist
man immer noch bemüht diese Beziehungen aufrechtzuerhalten weil es zunächst kein anderes
Muster gibt. Der Identifikationswert der Heranwachsende für sich selber entwickeln ist sehr stark
gebunden an die Identifikation der Bezugsperson und der Vertrauensperson mit denen sie
zusammenleben. Es besteht also einen sehr hohem emotionalen Wert den man unter andere
Kommunikationsbedingungen selbstverständlich nicht hat. Das Konzept der Sekundären
Sozialisation sieht man zum Beispiel in einer Vorlesung. Da wird auch nicht nur Wissenschaft
ausgetauscht, sondern es werden durchaus auch Beziehungen hergestellt. Zum Beispiel eine
Beziehung über die Verlässlichkeit der in der Vorlesung vorgetragen Stoff. Das der Stoff was
vorgetragen wird verlässlich ist und glaubwürdig ist. Die Vertrauensmechanismen sind nicht mehr
persönliche Erfahrungen, und Eindrücke und Emotionen sondern es geht um die Rollen die wir
Wahrnehmen. Zum Beispiel die Rolle des Lehrers und des Studierende als Kompetenzverteilung
innerhalb der Gesellschaft das zugleich eine Institutionalisierung der Kommunikation ist. Hier ist die

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Erwartungs-Erfüllung Spiel stärker institutionalisiert, stärker strukturiert es sind auch mit Sanktionen
besetzt. Es gibt also eine Institutionalisierung und gegenseitige Kontrolle. Es ist überhaupt stärker
ausgerichtet an der Organisation von Gesellschaftlichkeit und an der Organisation der Gesellschaft
als solcher. Es entstehen dadurch andere Mechanismen des Vertrauens und der Aufbau von
Beziehungen und auch der Kontrolle von Beziehungen. Das heißt das die Vorgänge der Assimilation
bzw. Akkumutation stärker durch die gegenseitige Kontrolle und Institutionalisierung abgesichert ist.
In einer Familialen Kommunikationssituation könnte man das viel stärker in Frage stellen und auch
gegebenenfalls leichter Verändern. Man braucht keine Rechtsstrukturen, keine
Kommunikationsstrukturen sondern nur das Gespräch. Das Konzept der Tertiären Kommunikation
ist ein Mischkonzept aus der Primärer und Sekundärer Kommunikation. Es beschreibt die Annahme
das diese Mischung zwischen Primären und Sekundären Sozialisation typisch wären für das was man
Mediensozialisation nennt. Jeder Vorgang der Assimilation oder der Akkumutation, des sich
anpassen an gesellschaftliche Strukturen oder diese sich anzupassen, unter den Bedingungen das
man die Gesellschaft im Rahmen ihrer Medialität erfährt, also im Rahmen der Medien begegnet.
Dieses Konzept der Tertiären Sozialisation hängt auch damit zusammen dass man davon ausgehen
kann dass diese Sozialisationsvorgänge auch Thematisch zugeordnet werden können. Das heißt wir
können den Vorgang der Anpassung (Assimilation, Akkumutation) und die Intelligente Nutzung
(ausbalancieren) an Themen und Themenbereiche zuordnen um diese zu spezifizieren. In dem
Konzept der Tertiären Sozialisation, also in der Mediensozialisation, ist dann Interessant, was hat das
für Auswirkungen auf die Sprachkompetenz von Menschen, an den Zeichenkompetenz des
Menschen.

Gegenwärtig ändern sich die Normen der Gesellschaft was auch zu einer Änderung der Strukturen
beiträgt. Zum Beispiel die Norm eines Lebenslanges Zusammenbleibens, also ‚bis der Tod euch
scheidet‘, das zusammenbleiben in diesem Sinn ist eine Art von Treue die den Partner keinen anderen
Spielraum gibt ihre Vorstellungen auszuleben als innerhalb diese Partnerschaft. Es geht immer um
Normen und kulturelle Bedeutungsmuster die im Strukturen abgesichert sind wobei die Absicherung
der Strukturen nicht nur Moralisch ist sondern auch Ökonomisch. Das Konzept von Sozialisation
spielt eine große Rolle in der Medienpädagogik weil es um Themen geht wie Identitätsfindung,
politische Partizipation, Lebensvorstellungen die sich an Kulturmuster der Gesellschaft orientieren
usw. Das Konzept der Mediensozialisation ist sehr stark ein Konzept der Sozialisation der auch den
gesellschaftlichen Wandel miteinbindet. Wobei die Vorstellung des gesellschaftlichen Wandels ist
nicht so dass sich dort etwas verändert und das wir beobachten es zufälligerweise und alle
beobachten es gleich. Sondern, wir beobachten mit dem Konzept des Sozialen Wandels den
gesellschaftlichen Wandel. Wir haben also eine Konzept das in die Beobachtung den Wünsch, die
Möglichkeit, der Notwendigkeit und die Erwartung der Veränderung einbindet. Beobachtung heißt
nicht etwas zu beobachten mit dem Wunsch dass es immer gleich sei was wir beobachten, weil dann
es sich selber beobachten würde. Da das die Gesellschaft nicht ein Objekt ist das für sich selber steht,
sondern die Gesellschaft das ist wie wir mit und in ihr Kommunizieren, und in diese Kommunikation
sind wir selber laufend eingebunden, verändern wir die Gesellschaft durch unsere
Kommunikation. Der gesellschaftliche Wandel ist ein Konzept wie wir die Gesellschaft beobachten.
Im Rahmen der Mediengesellschaft konstituieren sich und bindet sich oder versteht sich die
Gesellschaft im Modell von Medien. Wie beobachten an den Medien ein anderes Beziehungsmuster
als zum Beispiel in Familien oder unter Freunden, nämlich einen Beziehungsmuster das einen
bestimmten Zufälligkeitscharakter hat. Einen Beziehungsmuster in dem die Kontrolle nicht in dem
Maße organisiert wird oder realisierbar ist. Wir lernen über Medien Darstellungen zu produzieren –
wir stellen den Kanzler, wir stellen den Studierenden, wir stellen den Professor – wir wissen also dass
es ein Rollenspiel ist insofern wie wir wissen es gibt auch einen Publikum. Die Mediatisierung der
Gesellschaft oder die gesellschaftliche Konstitution im Modell von Medien gewinnt immer mehr

21
diese Ästhetik. Auch durch den laufend zunehmenden Mediengebrauch. Mediensozialisation ist ein
Konzept zur Beschreibung der Herstellung des Verhältnisses von Individuen zu Gesellschaft wie der
Gesellschaft zu Individuen unter den Bedingungen des Aufbaus von Beziehungen die wir verstehen
können als das Einspielen in den Rahmenbedingungen der ‚Taking a Role, und Playing a Role‘. Also
eine Rolle Aufzunehmen und einzuspielen die man wissend das das Rollenaufnehmen und
Rolleneinspielen bestimmte Erwartungen entspricht die wir gesellschaftlich Wahrnehmen und
gesellschaftlich Kennen.

Nochmal, ganz langsam…

Es gibt drei Konzepte der Sozialisation:

(I) Familiensozialisation
(II) Institutionensozialisation
(III) Mediensozialisation
a. Mediensozialisation heißt das wir mit einen Konzept der Bildung von Gesellschaft
arbeiten die sehr stark beschrieben sind durch die Medialisierung
zwischenmenschlicher Beziehungen. Die Medialisierung von zwischenmenschliche
Beziehungen (Medienästhetik) ist im Verhältnis und im Vergleich zu dem Kontrolle
und Sanktionierungsmöglichkeiten sehr stark gekennzeichnet durch einen höheren
Grad an Beliebigkeit, einen höheren Grad an Schaustellung und durch eine höheren
Grad an Simulation. Das ist ein wissenschaftlich analytisches interpretatives
Beobachtungskonzept, denn das was wir an Gesellschaft Beobachten ist eben nicht
ein Vorgang der für alle gleich beobachtbar wäre, sondern in dem wir uns selber
Beobachten, beobachten wir die Gesellschaft. Wenn wir uns die Gesellschaft
beobachten, beobachten wir immer uns selbst. Wir sind also immer in der
Beobachtung eingespielt. Wir interpretieren das Wissen in der wir eingebunden sind
in das was wir beobachten. Das sind Konzepte mit denen wir einen Austausch
darüber herstellen können zum Beispiel welche Bedeutung haben Medien im Leben
der Gesellschaft oder welche Bedeutung hat das Leben von Menschen in dem was
wir medial wahrnehmen.

Wirkungsperspektive. Die Medienkommunikation war schon immer sehr stark mit den Fragen
besetzt, ‚Wie wirken die Medien? Was ist der Macht der Medien? Wie beeinflussen Medien?‘ Diese
sind allerdings verkürzte Fragestellungen. Man meint das die Medien in gewissermaßen eine
Apparatur sind die als Apparatur Wirkungen haben die auf alle Menschen gleich wirken aber die
wegen der unterschiedlichen Persönlichkeiten sich unterschiedlich auswirken. Auch hier in diese
verkürzte Form der Theorie handelt es sich lediglich um Konzepte, die nicht als Konzepte benutzt
worden sind sondern wie Beobachtungmodelle von Realitäten. Wenn man die Frage stellt, ‚Was
bewirken Medien, dann kann man bestenfalls sagen was sagt das über das Konzept?‘ Was steckt
hinter dem Konzept für eine Vorstellung dass wir meinen wir könnten beobachten wie Medien auf
Menschen wirken. Es geht aber nicht um die Medien sondern um den Mediengebrauchs. Ein Radio
ist erst ein Radio dadurch dass wir es hören. Das Radio ist aber nicht nur der Apparatur oder der
Vorgang des Hörens, sondern zusätzlich alles was wir in diesem Gebrauch des Radios einmischen.
An Interessen, an Kultur an Siutativität and Erwartungsvorstellungen. Die Kultur des Gebrauches
von Fernsehen ist auch eine andere Medialität weil um andere ästhetische Zusammenhänge gehen.
Der Gebrauch des Medium hat bestimmte Wirkungen weil wir das Medium gebrauchen um uns
bestimmte Wirkungen auch zu setzen. Es heißt also das die Konsumente sind immer Ausganglage
und Ursache für eine Wirkung. Was machen Menschen mit den Medien um mit denen für sich eine
Wirklichkeit zu konstruieren der für sie relevant ist oder wichtig ist. Eine Wirklichkeit kann auch

22
ein Programm sein in dem Man seinen Leben abspielt ohne sie zu reflektieren. Es hängt an der
Kompetenz des Menschen und an der Beobachtungsqualität des Manschens wie er mit seine Umwelt
umgeht. Sind wir in der Lage unsere eigene Umwelt, also die soziale Umwelt und die Natürliche
Umwelt, die kulturelle Umwelt, die symbolische Umwelt. Können wir diese kritisch beobachten sind
wir dann viel besser in der Lage diese Assimilations- und Akkumutationsprozesse auszubalancieren
im Sinne der eigenen vernünftigen Lebensgestaltung wie der vernünftigen sich Einbringens in der
Bedingungen der Gesellschaft. Beobachtet man das nicht, entweder weil man das nicht geübt und
gelernt hat oder weil man nicht eingeübt ist in der Kultur der kritischen Selbstbeobachtung oder weil
man nicht Werkzeuge dafür hat, dann ist man mit Sicherheit jemand der stärker von den
Bedingungen der Wirklichkeit mitgeschleppt wird. Man ist also weniger jemand der sich partizipativ
so einbringt das er die Rahmenbedingungen seines eigenen Lebens selber definieren kann. Die
Wirkungsperspektive war lange eine reale Perspektive in der Medienpädagogik weil man eben
gedacht hat man müsse möglicherweise Menschen vor den Wirkungen von Medien schützen. Selbst
wenn man diese Wirkungsvorstellung so formuliert hat das man gedacht hat die Wirkung von
Medien passiert dadurch das Menschen im Umgang mit Medien meinen denselben Effekt
herausholen zu müssen den sie anderen unterstellen. Die Einschätzung und Einstellung der eigenen
Identität gemessen an den was man andere unterstellt. Das ist eine Medienwirkung, aber nicht im
Sinne der Wirkung des Mediums sondern im Sinne der Unterstellung das andere das Medium so
gebrauchen wie ich das gebrauche oder das ich das Medium so gebrauchen müsste wie andere es
gebrauchen um mich mit ihnen anpassen zu können bzw. unterscheiden zu können. Das Thema
Identität spielt hier eine große Rolle und motiviert zu einem ganz bestimmten Mediengebrauch. Wir
leben in einer organisierten Gesellschaft und wissen dass wir unter den Bedingungen des
Wettbewerbs nicht nach hinten fallen dürfen, sondern wir müssen nach oben laufen. Dieser
Wettbewerb führt dazu ständig zu beobachten was andere machen um so weit zu kommen wie sie
kommen, wo immer es für sie im Leben wichtig ist. Diese Unterstellung das man dasselbe tun kann
wie andere um so weit zu kommen wie andere kommen ist ein Wettbewerbs-Mechanismus in der
Gesellschaft. Das heißt wir lesen die Zeitung weil wir meinen müssen das selbe wissen wie jeder
andere um keine Chance zu verlieren. Es ist also eine Unterstellung das andere wissen könnten was
ich wissen müsste. Das ist ein Generalisierungsmechanismus. Das könnte man als Medienwirkung
betrachten, aber nicht als ein Wirkung eines Mediums auf einen Menschen sondern als eine Wirkung
des Mediengebrauchs der immer unter diesen sozialen Rahmenbedingungen abläuft, wie gerade
beschrieben. Menschen nutzten Medien nicht nur unter der Wahrnehmung ihrer selbst, sondern
unter der Wahrnehmung ihres Selbst unter den Bedingungen der Gesellschaft.

Nutzenperspektive entsteht aus der Umbildung des Wirkungskonzepts vom Wirkungsansatz hin zu
einem Kosten und Nutzen Ansatz. Der Kosten und Nutzen Ansatz ist ein theoretisches Modell der
sagt nicht die Medien wirken sondern das Menschen die Medien Nutzen um bestimmte Wirkungen
dabei zu erzielen von denen sie sich einen Vorteil versprechen oder solche zu verhindern von den sie
eine Nachteil befürchten, soweit das eben mit der Bedingungen ihr Kompetenz auch in Einklang ist.
Wenn man sich die Fragen ‚Was machen Menschen mit den Medien? Und was machen Medien mit
den Menschen?‘ als Medienpädagogische Fragen stellen. Medienpädagogik ist der Zusammenhang
von Theorie und Praxis in dem man darüber entscheiden kann was ein vernünftiger Mediengebrauch
ist. Dadurch wird die theoretische Vorgabe zwischen Wirkungsperspektive und Nutzenperspektive
ziemlich unterschiedlich. Bei der Wirkungsperspektive kommt es dazu das man meint Menschen
müssen vor den Medienwirkungen bewahrt werden das sie sich Wirkungen aussetzen die sie selber
nicht prüfen können und die selber nicht verstehen können. Ein Medienpädagogischer Ansatz einer
Bewahrungspädagogik kommt stärker aus dieser theoretischen Streu. Ein handlungsorientierte
medienpädagogischer Ansatz im Sinne von ‚Nutze die Medien um eine Rolle in der Gesellschaft

23
wahrzunehmen oder deine Rolle in der Gesellschaft zu finden.‘ ein anderen theoretischen Modell
zugrunde liegt.

Kompensationsperspektive besagt das Sozialisation ist ein Vorgang in den Menschen lernen die
Erwartungen der Gesellschaft aufzugreifen, sich ihnen anzupassen anzueignen oder sie so zu
gestalten das sie für den eigenen Lebensvollzug nutzbar werden. Das passiert alles unter
unterschiedlichen kulturellen Bedingungen. Unter der Bedingung von Armut und von Reichtum oder
unter der Bedingung von Bildung und weniger Bildung oder unter der Bedingung von Ressourcen
die zur Verfügung stehen und nicht zur Verfügung stehen. Um einen gerechten Ausgleich in der
Gesellschaft zu finden, also eine kritische Perspektive, müsste man doch Medienpädagogik dazu
nutzen solche gesellschaftlichen Nachteile ausgleichen zu können. Wenn wir durch die
Mediennutzung stärker in Bildungszusammenhänge kämen, die wir ohne die Mediennutzung nicht
hätten, dann könnte man Medienpädagogik verstehen als jene Plattform wo solche gesellschaftliche
Kompensationen realisiert werden. Das hat ging so weit das man gesagt hat wir stellen das alles in
Netz und lassen alle dass lernen – das hat aber nicht funktioniert. Wenn man was im Sinne eine
Kompensation machen möchte, dann kann man das nicht dadurch tun das man die
Medienstrukturen maximiert, sondern man musste das Nutzenwissen maximieren. Die kritische
Auffassung der eigenen Individualität im Rahmen einer Gesellschaft, in der man lebt – wobei die
Gesellschaft immer unterschiedlich ist, weil die Kommunikationssituationen unterschiedlich sind.
Diese Vorstellung der Gerechtigkeit dass alle unter gleichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
aufwachsen müssen ist wahrscheinlich die ungerechteste die es gibt. Die Gerechtigkeit ist nicht eine
Frage der quantitativen gleichen Verteilung, sondern ist eigentlich eine Frage der Diversität. Die
Vorstellung dass Medien eine gerechte Gesellschaft im Sinne einer gleichen Verteilung von
Soziabilität und Gesellschaftlichkeit möglich ist, dass das nicht wirklich gilt. Genauso wie die
umgekehrte Vorstellung man könnte mit Medien bestimmte Schwächestrukturen in die Gesellschaft
kompensieren, dadurch dass man Medienzugänge schafft. Das geht darum nicht weil nicht das
Medium oder die zur Verfügung gestellte Information die Ressource einer Gesellschaft ist, sondern
die Ressource einer Gesellschaft ist immer was man gelernt hat diesen Bedingungen an Bedeutung
zu geben. Also mit welchen kulturellen Bedeutungen man lernt seine gesellschaftlichen
Umweltbedingungen wahrzunehmen. Wir leben in einer ‚Next-to-Next‘ Gesellschaft. Das ist ein
Modell von dem wir meinen das jedem die Chance eines höchstgrades an Individualität gegeben
wird, und das wir durch diese individuelle Kompetenz die Chance haben damit Gesprächsstrukturen
und Vergleichsstrukturen herzustellen in denen jedem die Möglichkeit gegeben wird das gleiche zu
erreichen. Diese Vorstellung ist auch in hohem Maße eine ökonomisierte Vorstellung – sie führt dazu
dass man die Mittelmöglichkeit verteilt. Durch diese gleich Verteilung der gleichen Mittel realisiert
man die Vorstellung dass die Strukturen es wären die entscheiden, und nicht die Bedeutung denen
man die Strukturen gibt. Wenn man ein Schraube drehen möchte oder drehen müsste was die
Gesellschaft betrifft dann ist es wieder die Bedeutung die wir dem Rahmenbedingungen geben, die
wir durch die Kommunikation herstellen. Kommunikation ist ein Kulturmodell das man dadurch
entwickelt dass man über die Bedeutungen in denen wir miteinander kommunizieren so redet das
wir neue Bedeutungen entwickeln können. Wir brauchen also gewissermaßen einen
hermeneutischen Zirkel. Wir müssen über das verstehen neue Verstehens-Zusammenhänge
herstellen. Das ist ein Vorgang den wir nicht nur erreichen dass man Diskursstrukturen schafft, dass
man einfach nur Informationen verteilt, sondern man brauch auch dialogische Strukturen wie Spruch
und Widerspruch.

Ökologische Perspektive bzw. Ökonomische Vorstellung von Kommunikation und


Mediengebrauch. Unter Ökologie sollte man ein Kulturumwelt typischer begriff verstehen. Das
heißt dass auch Kulturen Umwelten sind und sind Innenwelten wie sie Umwelten sind. Das sind

24
bedeutungszusammenhänge in denen wir leben, in deren Kontext wir aber auch neue Bedeutungen
schaffen können. Man kann davon ausgehen dass das Leben in den Kontexten, wie z.B. in einem
Kommunikativen Kontext dadurch möglich ist das wir in diesem Kontexte generative Muster bilden.
Wenn wir die Grammatik einer Sprache kennen, sind wir in der Lage beliebig viele Sätze zu bilden –
unter Verwendung der Grammatik bzw. des Vokabulars. Neue Sätze, neue Bedeutungen. Dasselbe
gilt auch für Verhaltensmuster in Kulturen. Wenn wir Kulturen kennen und wissen wie ein
Mindsetting umgesetzt werden kann in soziales Verhalten, wenn wir diese soziale Grammatik
kennen, dann können wir für unterschiedlichste Situationen, Kommunikationssituationen
schaffen um Probleme zu lösen die wir mit nur einer Technik nicht lösen können. Das eine
generative Konzept von Kompetenz. Es geht darum Veränderungen zu schaffen unter den
vorherrschenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Man kann nicht erwarten dass alles was
wir in der Gesellschaft an Medienprobleme entdecken auch durch die Medien gelöst wird. Es brauch
in Umgang mit der Gesellschaft persönliche Entscheidungsmuster wie viel man sich welchem
Kommunikationsthemen und Kommunikationsvorgänge stellt und wie man damit zu Recht kommt.
Wir leben in diversen Kommunikationsumwelten, und die eine Kommunikationsumwelt in der wir
leben und mit der wir leben brauchen eine andere damit sie nicht die einzige bleibt, so dass sich kein
Autoritätsmuster bilden. Medienökologie heißt die Entscheidung treffen zu können wie viel und mit
welchen Interessen nutzt man Medien und dadurch zugleich auch Entscheidungen zu finden wie
man mit anderen Kommunikationswelten lebt. Es geht auch darum dass das was man in der
Medienumwelt lernt auch für die Strukturen und Umwelten zu gebrauchen. Die Medienpädagogik
denkt auch darüber nach, ‚Was macht diese Nachhaltigkeit von Kommunikation aus?‘. Wie schafft
man den Ausgleich unterschiedlichste Kommunikationsmuster und bringen Menschen die
Erfahrungen der unterschiedlichen Kommunikationswelten miteinander in Einklang dass sie eine
eigene persönliche Lebensgestaltung dienlich sind?

Diese oben genannten Perspektiven sind theoretische Konzepte aus der dann die Zielsetzung der
Medienpädagogik entwickelt werden. Wie kann man diese Zielsetzungen kritisch reflektieren? Was
heißt Medienkunde, Medienkritik, Mediengestaltung, Medienerziehung? Bielefelder Modell.

5. Vorlesung – Medienpädagogik – 17.11.2010

Geprüft wird weder Vokabular, Systematik oder Definitionen – es geht um eine Reflektion. Jede
Systematik ist eben eine Zufallssystematik in der Logik in dem wir gewohnt sind etwas plausible zu
denken. Das wovon wir reden hat keine Systematik – sondern es wird nur pfaden de Beobachtung
vorgegeben, die man mitreflektieren und mitdenken muss. Man hat bei der Prüfung die Möglichkeit
die Literatur und das in der Vorlesung durchgedachte zu reflektieren, es sollte erkennbar sein das
man Reflektiert und nicht einfach nur wiederholt was gesagt wurde. Das was in den Folien steht wird
nicht unbedingt wieder in der Vorlesung wieder erwähnt. Es geht darum ob der vorgetragene Inhalt
dir etwas sagt und welche Fragen es aufwirft.

Bielefelder Modell der Medienpädagogik

Hat den Namen bekommen aufgrund einer ersten theoretischen Grundlagenarbeit zur Thema
kommunikative Kompetenz von Dieter Baacke, 1973. Baacke hat versucht die möglichen
theoretischen Konzepte für Medienpädagogik zu finden, und wie kann man da eine Art Typologie
finden sowohl in der Theorie wie für die Praxis. Baacke hat im Laufe der Zeit ein Konzept entwickelt
der zum Bielefelder Modell geworden ist. Dieses geht davon ein dass es nämlich vier Positionen
sind die im theoretischen und praktischen Konzepte der Medienpädagogik ein Rolle spielen sollten.

(I) Medienkunde
(II) Medienanalyse

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(III) Medienkritik
(IV) Mediengestaltung

Mit diesen vier Begriffen hat er versucht das damalige Verständnis der Medienpädagogik (eines
pädagogischen Bemühens im Hinblick auf einen vernünftigen Umgang mit Medien für
heranwachsende, es ging hier also um Medien und nicht um Medialität – es war also nicht auf
Ebene der Kulturtheorie sondern es wurde noch alles ausgearbeitet auf der Ebene eine
Strukturanalyse die Medien als ein Objekt der Beobachtung unter der perspektive ihre
Pädagogischen Verwertung und Verwendung verstanden hat) Man bezieht sich heute noch zum
guten Teil auf dieses Verständnis darauf.

Erläuterung der Begriffe:

(I) Medienkunde. Dieses beschreibt die Kompetenz Medienwissen zur Verfügung zu haben.
Sowie man ein Geografie Wissen, ein Geschichtswissen oder Grammatik Wissen so
braucht es auch einen Medienwissen, also ein kundiges Wissen. Man braucht ein
Hintergrundwissen bzw. ein strukturelles wissen zum Thema Medien. Medienkunde
kann eine länderbezogene sein; z.B. was oder wie ist die Medienlandschaft in
Österreich? Es kann sich auch um Strukturwissen handeln. In welchem Kontext haben
sich die Medien wie entwickelt? Wie sind sie entstanden? Wie werden sie gebraucht?
Was ist ihre Funktionalität? Was sind ihre Leistungen? Es geht um Strukturwissen und
um die Sicherstellung zur Beschreibung der Medienkompetenz. Wenn man jemanden
Medienkompetenz zuschreiben möchte, muss er ausgewiesen sein im Hinblick auf
strukturelles Medienwissen.
(II) Medienanalyse. Das lässt sich nur dann sinnvollerweise machen wenn man
Medienkundiges wissen voraussetzt. Wir denken in diese Konzeption dass wir uns nur
darüber Gedanken machen können und nur das legitimiert analysieren können wovon
wir auch wissen haben. Also systematisiertes und zum Teil dogmatisiertes Wissen,
einen Canon von Wissen. In dem Basisinstitutionen der Politik, Bildung, Recht, Politik,
Wirtschaft spielen Medien eine Rolle oder es wird erwartet das Medien eine Rolle
spielen. Ob sie diese Rolle ‚richtig‘ bzw. ‚adäquat‘ im Hinblick auf was die Institutionen
sind und funktionieren gespielt wird. Ob die Medien richtig und adäquat funktionieren
ist nicht eine Frage der Medien selber, sondern eine Frage der Medienproduktion. Wir
sind wieder bei dem Begriff der industriellen Produktion und bei der Konzeption von
Medien als industriellen Ware im Rahmen einer industriellen Fertigung:
Produzenten/Konsumenten. Das muss aber nicht so verstanden werden. Wir ordnen
auch unsere Medienwissen danach, das Medien Objekte sind die produziert werden, und
als Produkte dann eine bestimmte Leistung in Bezug auf eine bestimmte Nachfrage eine
Leistung für die Gesellschaft erbringen. Diese Leistung können sie nur dann bringen
wenn die Medien so gemacht sind wie wir uns vorstellen das sie gemacht sein müssen
damit sie diese Leistung erbringen. All das ist Produktives denken in Hinblick auf das
was Medien sind. Das ist auch immer eine normative Annäherung. Obwohl wir von den
Medien reden als würden wir die beschreiben, folgen wir in der Beschreibung einen
bestimmten Ordnungsmodell, und damit mischen wir bereits in der Beschreibung, in der
Deskription von Medien und Medienlandschaft Ordnungsmodelle der Gesellschaft ein.
Wir haben auch das Gefühl das wen Medien überhaupt einen Sinn machen, dann machen
sie einen Sinn für die Politik, die Wirtschaft, die Bildung, die Unterhaltung, Recht – dann
stellen wir gewissermaßen einen funktionszusammenhang her, von dem wir intuitiv
Wissen, alle diese Basisinstitutionen funktionieren nur aufgrund ihre Fähigkeit zur

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Kommunikation. Sie funktionieren weil sie als kommunikative Konzepte, als
kommunikative Vorgänge eingerichtet sind. Es geht in der Wirtschaft natürlich um
Geld. Aber eigentlich geht es darum, wie kommunizieren wir das Geld? Wenn Geld ein
Medium ist, nämlich eine Abstraktion über die wir Werte tauschen, dann ist diese
Abstraktion nichts anders als das Abbild der Kommunizierbarkeit der Werte.
Gesellschaft funktioniert im Modell von Kommunikation. Gesellschaft ist nicht anders als
wie wir über sie reden. Sie ist eine kommunikativ generierte Konfiguration von
Vorstellungen zur Soziabilität, also Gesellschaftsfähigkeit oder
Gesellschaftsnotwendigkeit des Menschen. Der Mensch kann sich nicht anders selbst
verstehen als immer in Bezug auf andere, was immer heißt auf Gesellschaft oder auf
Gemeinschaften. Medienanalyse, also Medien zu verstehen, heißt ihre Funktionen zu
verstehen, und diese Funktionen sind keine natürlichen Leistungen sondern es sind
Leistungen die wir durch unsere kulturelle Betrachtung den Medien abverlangen. Das
ist bereits einen gesellschaftliches Konzept von Medialität. Oder ein Programm der
Medialität für das verstehen der Gesellschaft selbst. Wenn die Gesellschaft eine
Konfiguration ihre Kommunikation ist, dann ist sie unter den Bedingungen der
Medienkommunikation eine Konfiguration ihre Medialität. Politik, Kultur und
Bildung funktioniert alles im Rahmen des Medialitätsprogramm einer Gesellschaft, oder
im Rahmen des Kommunikationsprogramms einer Gesellschaft. Dieses
Kommunikationsprogramm betrachtet unter den Bedingungen der Verfügbarkeit, ist
immer ein Medialitätsprogramm.
(III) Medienkritik. Es geht nicht nur darum das man etwas über Medien weiß oder nur
darum das man weiß wie sie funktionieren, welche Leistungen sie haben. Sondern gibt es
Kriterien, die die Qualität der Medialen Kommunikation der Gesellschaft Reflektierbar,
Kritisierbar macht? Dafür ist kritisches Wissen notwendig, das nicht aus dem Medien
kommt sondern kommt aus der Erfahrung und aus der Reflexion dieser Erfahrung das
wir in eine Gesellschaft leben die sich als Gesellschaft im Programm von Medialität
versteht. Anders formuliert wissen wir dass wir von den Medien abhängig sind. Wenn
die Medien nicht funktionieren, funktioniert die Gesellschaft nicht. Hätten wir nur
Kronen Zeitung, wären wir nicht Österreich sondern Kronen Zeitung sozusagen. Das
heißt wir brauchen die Vielfalt der Medien. Das Programm der Medialität der
Gesellschaft ist eben nicht eine Kommunikation sondern die Kontingente, jede mögliche
Form der Verständigung auf Sinn. Das heißt die Vielfältigkeit von Kommunikation die
darauf hinweist dass es nicht nur eine Wirklichkeit geben kann auf den wir uns
verständigen, sondern das Verständigungsprogramm (Kommunikation) jener soziale Ort
ist in der wir die Vielfältigkeit und Vielseitigkeit der Möglichkeiten des gesellschaftlichen
Seins reflektieren. Diese Möglichkeiten des Gesellschaftlichen seins, also wie sie lebt und
funktioniert und wie wir das wissen unsere eigene Soziabilität tatsächlich strukturieren,
organisieren und kommunizieren - all das ist nicht nur eine Frage der Realität, sondern
der Kontingenz. Dessen was möglich ist auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist.
Die Gesellschaft könnte ganz anders ausschauen als sie ausschaut, und wir können sie
ausprobieren auch dort wo sie nicht so notwendig ist. Wo wir sagen, so wie es läuft, sind
wir zufrieden. Ein konservative Einstellung beispielswiese im Sinne der Beobachtung der
Gesellschaft ist bedingt wie wir uns eine Familie vorstellen zufrieden das ein Familie so
funktioniert wie wir sie vorstellen dass sie funktioniert. Wir wollen keine Kontingente
versuche bzw. Experimente das anders zu machen. Wenn aber kritisch denkt und
Familie nicht nur weiß sondern auch versteht und Familie als Modell kritisieren möchte
dann braucht man ein Wissen außerhalb der Familie. Das wissen außerhalb der Familie

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bekommt man durch die Betrachtung der Familie und ihre intrinsischen Werte. Eine der
intrinsischen Werte der Familie heißt zusammenzugehören und zusammen zu sein. Das
kann Ökonomisch, Emotional, usw. auslegen. Das sind aber alles bereits interpretamente
eines intrinsischen Grundmodells. Dasselbe gilt auch für Medien. Wir nehmen an das
Kommunikation das Grundparadigma für Medien ist. Das Grundparadigma der
Kommunikation ist allerdings kein Objekt der wir nachprüfen können, sondern es ist nur
eine kommunikative Konfiguration in Bezug auf das was wir unter Medien verstehen.
Diese kommunikative Konfiguration kann nur kritisch geprüft werden wieder über
kommunikative Konfigurationen. Es gibt kein anderes Protokoll zum Verstehen von
Kommunikation als das Protokoll der Kommunikation. Deshalb ist eine
Metakommunikation erforderlich. Dasselbe gilt für Medienkritik: Wir brauchen eine
metakommunikatives Modell damit wir überhaupt kritisch reflektieren können, ‚Was
sind die Medien?‘. Wir reden ab diesem Punkt nicht mehr von den Medien sondern vom
Medialität. Wenn wir Medien kritisieren wollen dann kritisieren wir doch nicht wie sie
aussehen sondern ob sie so wie sie gemacht sind und wie sie gebraucht werden den
entsprechen was wir meinen das wir brauchen. Erfüllen die Medien überhaupt unsere
Erwartungen? Das ist nicht eine Sache der Medien sondern es geht um unsere Position
gegenüber dem was wir als Medien verstehen. Das heißt der Mediumgebrauch ist das
entscheidende und nicht das Medium. In der Medienpädagogik macht es also kein sind
die Medien zu kritisieren, sondern wir brauchen ein komplexeren Medienbegriff der
weggeht von der Apparatur oder von der Organisation oder vom Industriemodell zum
Kulturmodell von Medien. Das Kulturmodell von Medien heißt Medien entstehen dort
und sind dort wo sie gebraucht werden, weil sie gebraucht werden und wie sie
gebraucht werden. Das ist dann der Medienbegriff. Zeitung ist wenn man sie liest,
Radio ist wenn man es hört, wie man es hört, weil man es hört. Wir binden immer
Erfahrung mit ein sowohl auch unsere Vorstellungen von was Medien sind werden
gemessen an den Erwartungen. Dazu kommt das diese Erwartungen nicht natürliche
Erwartungen sind die zwischen uns gleich sind – diese Erwartungen sind bereits ein
kulturelles Programm im Hinblick auf die Frage was bedeutet mein Verhältnis zu
Medien und was bedeutet das Verhältnis der Medien als soziale Institution zu mir
bzw. zu meinen Leben und zu meine Kommunikabilität und Soziabilität. Dort entsteht
die eigentliche Kritik – und wenn man den Begriff der Kritik richtig versteht heißt es
eigentlich unterscheiden. Die Unterscheidungsarbeit ist eigentlich Kulturarbeit. Ein
Kulturprogramm oder das was wir Kultur nennen ist die Schauseite eines im Laufe der
Menschheitsentwicklung durchgearbeiteten Programms laufender Unterscheidung. Was
ist gut, was ist falsch? Diese Unterscheidung ist im Laufe der Zeit von einfachen simplen
ersten Unterscheidungen immer ausdifferenzierter geworden und immer komplexer
geworden. Unsere Unterscheidungsarbeit ist eine hoch komplizierte Partitur unsere
Erwartungen die man fokussieren kann auf letzte mögliche Konzepte das kann heißen
Kommunikation, Soziabilität. Diese Systematik ist ein plausibles Modell das seine
Plausibilität herholt aus anderen Ordnungen, die wir für plausible erhalten. Ein
Ordnungsmodell mit dem wir Typen finden können die in denen wir unsere
Erwartungen formulieren können und in denen wir auch kritisch prüfen können ob die
Erwartungen von Medien wie wir meinen dass Medien sind, auch so entsprechen. Erst
dann macht der letzte vierte Ebene einen Sinn:
(IV) Mediengestaltung. Medienkompetenz wäre genügen Medienwissen zu haben, zu
verstehen wie sie funktionieren und was man tun muss damit sie funktionieren. Es kann
auch in diesem Sinn interessant sein, selber Medien zu tun. In der ursprünglichen
medienpädagogischen Konzeption hieß es damals, „Wer die Medien selber macht, kann

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sie verstehen.‘ Wer eine Zeitung macht weiß dann wie sie funktioniert, was man
kritisieren kann und hat eine Strukturwissen zur Zeitung. Dieses älteres Modell ist aber
lediglich der versuch die reale Ordnung der Medien so zu beherrschen wie wir sie
kennen damit sie im Rahmen der Gesellschaft so funktionieren wie wir gewohnt sind
das sie funktionieren. Mit allem Korrupten und Verlogenen Einmischungen die da
drin sind. Diese Konzeption der Mediengestaltung ist nichts anderes als die simple
Affirmation und Wiederholung dessen wie die Gesellschaft Funktioniert und nicht wie
wir meinen das sie funktionieren sollte oder könnte. Es geht hier nicht ums ausprobieren
von Kontingenz, was auch einen Modell von Realität ist, sondern es ist das Ausprobieren
jener Ordnung und das Einüben jener Ordnung die wir für praktisch und pragmatisch
halten. Zum Beispiel mach ein Schüler ein Interview dann lernt der Schüler der das
macht nicht wirklich eine Medialitätsprogramm weiter zu entwickeln sondern er wird
eingeübt und eingeschult auf eine industrielle Maschinerie. Er begründet es auch mit der
Notwendigkeit dass er meint ein Schüler muss schnell arbeiten, muss in der Lage sein zu
kürzen, muss das was er wahrnimmt so reduzieren das Leute bereit sind überhaupt das
zu leisen. Das ist eigentlich eine Unterwerfung in einem latentes Herrschaftsmodell von
Gesellschaft das nicht so sein muss als Gesellschaft, sondern das wir annehmen und so
kommunizieren (Gesellschaft ist wie wir über sie kommunizieren) dass sie so funktioniert
wie es funktioniert. Das ist die Kritik diese laufend einzumischendes. Es ist nur eine
Entgegenkommen unsere Vorstellung das wissen Strukturiert sein muss wenn ich ihnen
ein auf dieser weise strukturiertes wissen anbiete. Auch das Bielefelder Modell von
Medienwissen, Medienanalyse, Medienkritik und Mediengestaltung ist nicht die
Medienpädagogik. Das ist eine Konzeption von Medienpädagogik die genau auf der
Ebene der Wissenschaft diese Medienordnung entspricht von dem wir meinen, so
müssen Medien funktionieren.

Der Sinn der Kommunikationswissenschaft ist jene Kontingenzen auszuexperimentieren die wir in
der Realität und in der Praxis nicht uns trauen, oder nicht in der Lage sind, oder nicht mehr können
usw. Wenn wir unsere Methoden als unsere theoretische/wissenschaftliche Zugänge zur Praxis nicht
verändern dann werden wir laufend jene Methoden anwenden die wir als die praktische empfinden,
und die Probleme die wir haben sind die Probleme die wir mit diesen Methoden mit denen wir
arbeiten schaffen. Methoden sind nicht Problem Lösungen, sondern sie sind Problem Produktionen –
im Positiven wie im problematischen Sinn. Eine Lösung ist immer die Kehrseite eines Problems – ein
Lösung mach einen Sinn insofern sie das Problem kritisch abbilden kann. Eine gefundene Lösung
sagt mir welche Problemen muss ich mir machen wenn die Lösung realisiert wird. Dass ist ein
zirkulärer laufende Fortgang. Das verstehen wir unter eine kommunikationswissenschaftliche
Theorie – also ein Open-Source Modell, ein Open-Source Programms des Denkens wo ich jede neue
Erfahrung einbringe in die laufende Reflexion um die Reflexion laufend zu verändern weil die
Kontingente (das was möglich ist aber nicht unbedingt notwendig ist) niemals ausschöpfbar ist.
Zumindest nicht auf all die Begriffe die konstruierte Begriffe sind von die wir hier reden, wenn wir
von Gesellschaft reden. Gesellschaft, Kultur, Staat usw. was wir an Konstruktionen haben. Das
Bielefelder Modell ist eine Typologie die auf ein spezifisches Medienverständnis hinarbeitet mit dem
wir wenn wir die Medientheorien, insbesondere konstruktivistische oder kulturelle Theorien,
einbinden so nicht mehr dargestellt werden kann. Wenn man von sich selber als Journalist spricht
dann hat man sich entschieden ein Professionalitätsprogramm aufzunehmen, das der Organisation
der Gesellschaft entspricht. Wir reden ständig davon das wir die neue Kommunikationsformate die
beispielsweise durch Social Media entstanden sind nicht mehr ein, die nicht mehr eingeordnet
werden können in unsere Vorstellungen von Qualität. Das passiert deswegen weil die
Qualitätsvorstellungen der Kommunikation professionalisiert haben – wir haben sie eingebunden in

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einen Professionalitätskonzept von Journalismus. Jetzt wo der Gesellschaft sich ändert weil die
Kommunikation sich ändert, und der Medienwandel ist eigentlich ein sozialer bzw. kulturelle
Wandel, jetzt greifen wir zurück und sagen wir brächten diese professionellen Muster von
Medienqualität die wir früher hatten. Im Rahmen ihrer Profession ist es ihre Entscheidung, dieses
Professionalitätskriterium zu bejahen oder zu verneinen. Aber im Rahmen der Medienpädagogik wo
wir versuchen heranwachsende in einer Gesellschaft Orientierung zu geben wie versucht man sich in
diese einzuleben und einzuordnen. Was kannst du einbringen in diese Gesellschaft damit sie das ist
was sie sein möchte? Dieses setzt ein Emanzipationsprogramm voraus. Im Rahmen einer solchen
Medienbildung ist es eine organisatorische Zurichtung und eine professionelle Repression zu
sagen ‚lerne wie ein Journalist funktioniert.‘ Es sei dann man sagt, ‚probieren wir es aus wie ein
Journalist arbeitet, um es dann kritisch zu reflektieren.‘ Muss es so sein oder könnte es durchaus
anders sein? Was akzeptieren wir als Organisationspraxis der Gesellschaft? Wo ist die Veränderung
möglich bei denen die professionelle Journalisten sind?

Wir leben in eine Gesellschaft die ein Organisationsmodell gefunden hat für ihre eigene
Kommunikabilität. Eines diese Organisationsmodelle heißt Professionalisierung, vor allem
Professionalisierung der Industriellen Arbeitsteilung: Produktion und Rezeption. Wie wir dann die
Sachen die produziert werden nutzen oder gebrauchen ist jeweils zum großen Teil die eigene
Moralität überlassen. Es gibt Bereiche die so sensible sind und die so nahe an das gesellschaftliche
Grundparadigma herangehen wie Kommunikation, das man überlegen muss wie weit kann man das
dem zufälligen wollen eines Einzelnen überlassen. Welches Ordnungsmodell müssen wir schaffen
damit wir sichergehen können das Einzelne sich an diesem Ordnungsmodell der Kommunikation der
Gesellschaft lernen sich zu orientieren und zwar im Sinne von Kompetenz. Es geht also nicht nur
darum dass sie es können, sondern dass sie es reflektieren können, dass sie es kritisieren können und
dass sie es verändern können – und dass sie für alles wie sie es tun, ob sie es nachvollziehen oder
verändern, mit Verantwortung tun, also ethisch Tun. Kompetenz heißt Fähigkeit, Bereitschaft,
Zuständigkeit und Verantwortung – das sind die vier einmischbaren Werte in die Beschreibung von
Kompetenz. So kann man auch sein Beruf verstehen in dem man sagt man steht zu dieser
Organisationsmodell von Gesellschaft. Wir brauchen, weil unsere Gesellschaft komplex ist, ein
Organisationsmodell, das immer nicht nur die Realität organisiert sondern auch deren möglichen
Kontingenz – wie sie auch anders ausschauen könnte. Darin besteht ja die Professionalität, auch
beim Journalisten. Wenn wir uns darauf verständigen dass wir sagen die Medienkommunikation
unsere Gesellschaft ist dadurch sichergestellt das wir einen Vertrauensmechanismus haben auf den
wir uns einlassen können und von den wir wissen das er funktioniert und von dem wir laufend auch
Kontrollieren. Wenn dass das Modell ist auf das wir uns verhandeln und einlassen mit der offen
Option dass er sich im Gebrauch auch laufend verändern kann (und vielleicht sogar verändern soll),
dann ist diese Vorstellung OK. Wenn der Vertrauensmechanismus gestört ist oder nicht mehr da ist,
oder irgendwo verfälscht wird so dass er nicht mehr funktioniert. Dieser Vertrauensmechanismus ist
genau diese kritische Position, die man von außen eincremen muss und die kann wieder nur durch
eine kritische Beobachtung gemacht werden. Kommunikationswissenschaft als Medienpädagogik
ist ein Zusammenhang der Beobachtung von Beobachtung. Unsere Alltagskommunikation und
unsere Alltagsverhalten als Beobachtung unsere eigene Lebensinteresse, als Beobachtung der
Lebensinteressen der Gesellschaft (kollektive Interessen aufgehoben in ihre Institutionen) – all das
braucht eine laufende kritische Beobachtung, weil es um den Vertrauensmechanismus geht. In den
Begriff Vertrauen soll der Fokus der Kommunikabilität, also die Kommunizierfähigkeit der
Gesellschaft mental, kulturell und sozial sichergestellt wird.

Medienkompetenz Ebenen

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(I) Linguistische Kompetenz
(II) Kommunikative Kompetenz
(III) Medienkompetenz

Das ist in gewissermaßen ein Pyramiden Modell der Kompetenz das Baacke entwickelt hat als erster
typologisierende und strukturierende Zugang um überhaupt über das Thema sprechen zu könne. Er
bezieht sich hauptsächlich auf Jürgen Habermas und dessen Interpretationen vorgestellt in seinem
Werk ‚Theorie des Kommunikatives Handeln‘. Dort geht’s um die Frage, ‚Was heißt Kompetenz im
Hinblick auf Kommunikation?‘ Wieso kommen wir auf die Idee im Hinblick auf Kommunikation den
Kompetenzbegriff zu stressen? Weil wir mit der Zuschreibung von Bereitschaft, von Fähigkeit, von
Zuständigkeit und Verantwortung – wenn man jemanden diesen zuschreiben kann z.B. als Journalist,
dann ist der Vertrauensmechanismus in diesem Sinne sichergestellt. Und wenn der Journalist das
vom Rezipient abverlangt, dass sie wissen was sie lesen und warum sie lesen. Auch ob der Rezipient
das gelesenen auch einbinden kann in sein schon vorhandenes Wissen und ob der Rezipient fähig ist
damit umzugehen. Wenn man also darauf vertraut, also auf Medienkompetenz auf der Rezipienten
Seite, dann wir deutlich das Kompetenz wie wir es gerne verwenden nicht etwas ist was man sich
selber zuschreiben kann. Das ist zu wenig für einen Begriff von Medienkompetenz im Hinblick auf
die Vorstellung dass es nicht um Medien sondern um Medialität der Gesellschaft geht.
Medienkompetenz ist nicht ein individuelles Gut, sondern ist ein gesellschaftliches Gut.

So wie wir eine Grammatik der Sprache gelernt haben und mit dieser Grammatik der Sprache auch
fähig sind neue Sätze zu bilden, sowie neue Wissenszusammenhänge und Konfigurationen mittels
Sprache zu bilden, so verlangen die Medien zunehmend das wir auch ein Bildgrammatik lernen.
Bildgrammatik im Sinne von ‚Wie werden Bilder gemacht und was machen sie?‘ Welche
zusammenhänge man mit Bildern produziert und produzieren kann, und wie man sie lesen kann.
Das Modell der Sprache, das semiotische Modell, also die Syntaktik und Zusammensetzung der
Sprache – das wissen zum Beispiel das ein Wort in verschiedenen Kontexten ganz unterschiedliche
Bedeutungen haben kann – das macht die Kompetenz der Sprache aus. Dieses Modell reicht aber
vermutlich nicht für die Beschreibung dessen was ein Bild kann oder ist. Das Ordnungsmodell der
Sprache das wir gern verwenden weil es so logisch ist, nicht die richtige logische Konzeption ist das
Bild zu verstehen. Weil die Sprache ein Medium ist und das Bild auch ein Medium glaubt man das
man dem Ordnungsmodell der Sprache wie wir sie analysieren auch auf Bilder angewendet werden
dürfen. Das Bild hat eine andere Kommunikabilität und eine andere Konstruktivität – es ist also
anders Konstruiert als die Rationalität der Sprache. In der Verwendung der Sprache rationalisier ich
den Inhalt, während wir mit Bilder nicht in der Lage sind oder nicht gewohnt sind, Inhalte zu
rationalisieren. Wir begegnen ganz oft ganz offenen Gebrauchskonzepte die sich auch in eine Art
Typologie zu fassen sind. Die Medientypologie und die Sprachtypologie reichen dafür aber nicht aus.
Gerade deshalb hat die Medienpädagogik gefruchtet das weil wir nicht wissen wie Bilder wirken
(aber nicht wie Bilder verwendet werden) hat man gemeint man muss jugendliche möglichst weit
davon weghalten damit sie nicht Vorgänge ausgesetzt werden die sie nicht verarbeiten können. Dass
es einen Machtkampf zwischen zwei Institutionen ist, also der Pädagogik und den Medien – das ist
die Kehrseite der ganzen Geschichte.

Zurück zur Beschreibung Medienkompetenz, Linguistische Kompetenz und Kommunikative


Kompetenz. Das bezieht sich auf einen angesprochenen pyramidalen Zusammenhang der mit der
Logik arbeitet, dass etwas das hoch gebaut werden will ein breites Fundament braucht. Wenn wir
die komplexe kommunikativ hoch gebaute Struktur von Medien verstehen wollen, dann brauchen
wir ein weites Hintergrundwissen. Weil man eben denkt und doch die Ahnung hat das Medien etwas
mit Kommunikation zu tun haben und – unsere Grund dafür in erster Linie ist das Kommunikation

31
hat mit unsere Sprache zu tun und wir verstehen die Sprache als das Grund- und Einheitsmodell der
Kommunikation, was unsere Kultur betrifft. Sie Sprache hat eine so prominente Position dass wir
Sprache und Sprachfähigkeit gelichsetzen mit Kommunikationsfähigkeit. Daher sprechen wir von
linguistischer Kompetenz – also eine Sprache ihre Grammatik nach und ihre Semantik nach, und
ihrer Pragmatik nach so verwenden zu können das wir mit Sprachen Bilder schaffen können, die wir
als Bedeutungskonstrukte zueinander austauschen können. Dafür braucht es nämlich eine
Grammatik – ein elaboriertes Modell der Sprachpädagogik und der Sprachfähigkeit. Man trifft also
eine Unterscheidung zwischen einen restringierten Code der Sprachverwendung und eine
elaborierte Code der Sprachverwendung. Dem restringierten Code der Sprachverwendung sagt es
gibt Kulturen die haben wenig ausdifferenzierten Strukturen bzw. wenig ausdifferenziertes Modell
und sie verständigen sich nicht im Wege der Ausdifferenzierung in der Verwendung der Sprache,
sondern auf anderen Ebenen. Das heißt nicht dass sie sich weniger oder schlechter verstehen, aber sie
verstehen sich anders. (Basil Bernstein) Eine restringierte Code kann erst in eine andere Kultur
überhaupt erst erscheinen – es ist also eine Kulturunterscheidung und keine Naturunterscheidung.
Mit einer Kulturunterscheidung ist immer eine Wertung verbunden - eine Niederwertung und eine
Hochwertung. Dieses Unterscheidungsprogramm von Bernstein ist deshalb kritisch zu hinterfragen,
weil es ein kulturkritisches Modell dahintersteht – nämlich das Jene Kulturen die hochrationalisiert
und hochorganisiert sind, wären die besseren Kulturen, im Vergleich zu jenen die das
möglicherweise nicht haben oder nicht brauchen. Wenn man Kultur als Grundmodell oder als
Paradigma, freispielt von ihre Logisierung, wenn man Kultur freispielt von ihrer Rationalisierung der
Verwendung im gesellschaftlichen Organisationszusammenhänge wie Bildung bsp. dann würde das
alles keine Rolle spielen. Eine Sprache die keine Vergangenheit, keine Gegenwart und keine Zukunft
kennt, und eine Sprache in der es keine Zahlen gibt – wie es solche in Südamerika immer noch gibt,
trotzdem eine Sprache ist im Sinne der Konstruktion von Realität auf einem anderen als die
Rationalisierte und rational kontrollierbarem Ebene. Der Rationalität mit der wir gewohnt sind
unsere Kommunikation zu organisieren hat kulturell etwas zu tun mit der Ökonomie, mit der
Ökonomisierung unseres Lebens – mit der Zählbarkeit und Erzählbarkeit des Lebens. Wir mischen
also in der Erzählung unseres Lebens ein formalsprachliches Modell (die Mathematik) und
beweisen den Sinn des Lebens mit diesem Formalsprachlichen Modell. Es wird also dadurch
nochmal Klar die Kommunikation in der wir unsere Kultur aufbauen ist eine organisationsintensive
Kommunikationskultur, während anderen Kommunikationskulturen und dementsprechende
Medienkulturen im einen anderen sophistizierten Modell leben, denken und arbeiten und damit auch
zu Recht kommen und vielleicht besser zu Recht kommen oder anders zu Recht kommen, als wir das
tun. Diese ganzen Logisierungs- und Rationalisierungsbemühen die hingehen bis zu der vorhin
angesprochene Frage, ‚Wie versteh ich meinen Beruf?‘ Was muss ich als Journalist wissen, tun und
können und darstellen damit die anderen wissen dass ich ein Journalist bin? Der Titel den man Trägt
ist gewissermaßen ein gesellschaftlicher Code den man trägt, eine Auszeichnung dass damit ein
Vertrauensmechansimus ausgezeichnet wird, und nicht eine Person. Das ist ein Code in dem wir
unseren Vertrauensmechanismus aushandeln aber in Freispielen von einem Laufenden neuen
Verhandlungsprozess und dem wir ihn gebrauchen, diesem Vertrauensmechanismus im
kommunikativen Umgang thematisieren. Das ist nämlich der Ansatz der symbolischen
Interaktionismus als Theorie – das wir im Verlaufe unsere kulturelles Programm bzw. kulturelle
Entwicklungen Codes geschaffen haben die ein eigenständiges Leben führen können, im Sinne
ihre laufende Verwendbarkeit um sicherzustellen das wir in der Verwendung von solche
Symbolen, Zeichen und Codes uns verständigen können und einander zuspielen, voneinander
vermuten das wir uns verstanden haben deswegen weil der andere dasselbe oder ähnliches wie
ich ausdrucken wollte. Das alles sind Annahmeprozesse – Kommunikation ist also dadurch nicht
mehr der Austausch von Information, sondern der Austausch von Annahmen über Informationen.
Kommunikation ist nicht der Austausch von Deutungen oder Bedeutungen, sondern ist der

32
Austausch von Annahmen von Bedeutungen. Das heißt wir Beobachten mit der Kommunikation
laufend was wir eigentlich mit Kommunikation tun – da ist nämlich der eigentliche
Kommunikationsvorgang. In dem wir die Diskurs oder die Verteilung zugleich wieder dialogisch
Kontrollieren sowie wir den Dialog durch den Diskurs oder die Verteilung wieder kontrollieren.
Darum ist es nicht hinreichend zu sagen Kommunikative Kompetenz wäre hinreichend beschrieben
als linguistische Kompetenz – also man muss die Sprache können und dann kann man
kommunizieren. Die Kommunikation, insbesondere dort wo sie schwierig und problematisch ist,
spielt sich anders ab und woanders ab als nur in der Sprache. Oft ist ganz genau die Sprache weil sie
ganz bestimmte Bilder der Realität Konstruiert hinderlich in der Verständigung – nämlich dann wenn
die Kommunikation unständig wird. Genau die Sprache die über die Versprachlichung
hinausgehende Kommunikationsnotwendigkeit ziemlich einschränkt und verhindert.

Kommunikative Kompetenz. Sagt dass die Sprachfähigkeit nicht das hinreichende


Kompetenzmodell ist um in der Gesellschaft für sich selber jene Rolle und jene Position zu finden in
der man sein Verhältnis zur gesellschaftlichen (sozialen) Umwelt herstellen kann. Umgekehrt ist sie
auch nicht hinreichende um zu verstehen was sind die gesellschaftlichen Anforderungen oder
Erwartungen an mich, und wie kann ich damit umgehen. Das lässt sich nicht nur durch die Fähigkeit
der Sprachverwendung sicherstellen, sondern braucht mehr, als das was die Sprache an
Kommunikation herstellt. Kommunikative Kompetenz ist die Fähigkeit, die Bereitschaft, die
Zuständigkeit und die Verantwortung im spezifischen Kontexten und Themenstellungen sich
einbringen zu können in einer symbolischen Interaktion die einerseits Realität definiert und auf der
anderen Seite, Kontingenzen (also das nicht erreichte) dieser Realität sichtbar macht. Das ist mehr als
bloß ein Sprachkompetenz Modell, sondern ist ein konstruktionskompetenz Modell. Wie sind wir in
der Lage, Sinn, Deutung und Bedeutung zu Konstruieren und einzubringen in einen
Austauschprozess oder in den Prozess der Kommunikation, der definiert wird als ‚Jede Situation von
der wir Wissen dass es unsere Bestimmtheit ist, Unbestimmt zu sein.‘ Um Kommunikation dort zu
nutzen bestimmte Bestimmungen sicherzustellen und außer Streit zu stellen damit wir uns
verständigen können weil wir uns verständigen müssen. Das ist die Hominide Voraussetzung um
sich als Mensch wahrzunehmen. Man kann sich selber nur verstehen in Verbindung zu. Diese
Verbindung zu der sozialen Umwelt kann eine real gehandelte, also kommunizierte sein, kann eine
Vorgestellte sein oder kann eine gedachte sein. Sie kann auch eine simulierte sein, kann eine
nachgemachte und kann eine verlogene sein – alles ist Realität. Die verlogene Realität ist genauso
Realität wie der sogenannte Wahrheit der Realität. Die Beschreibung ob das verlogen oder getäuscht
oder wahr ist, ist nicht eine Eigenschaft dessen wovon wir reden, sondern eine Eigenschaft wie wir
davon reden. Wahrheit ist ein moralisches Thema und nicht ein inhaltliches Thema im Sinne von
Richtigkeit oder Falschheit, wenn wir es im Sinne einer kommunikationstheoretischen Betrachtung
versuchen zu verstehen. Medienkompetenz als die im Laufe der gesellschaftlichen Entwicklung, weil
die Gesellschaft immer mehr Kommunikation braucht und weil die Kommunikationsräume sich
immer mehr ausweiten. Medien sind gewissermaßen Lagerhallen für das was wir möglichweise im
nächsten Moment brauchen. Medien sind also ein Archiv der Vorstellungen das für jeden zugänglich
ist aufgrund der Sprache, aufgrund des Denkens. Kommunikation im Sinne der Interessen kann auch
heißen sich einzumischen. Politik heißt nicht nur zuschauen, und schauen was mich davon
interessiert, sondern es geht darum dass man sich im dem Diskurs einmischt. Das ist ein
Kommunikationsvorgang der nicht durch Sprachvermögen oder Rhetorischesvermögen hinreichen
gemacht wird, sondern auch durch ein Medienvermögen. Das heißt die Fähigkeit, Bereitschaft,
Zuständigkeit Medien verwenden zu können und sie so zu gebrauchen wie die gesellschaftliche
Erwartung ist dass sie das als mediale Aussage verwenden kann. Was wir zwischen uns austauschen
interessiert uns aber sobald sich ein Medium einmischt werden neue blicke darauf geworfen – Blick
der Aufmerksamkeit, Blick der Darstellung, Blick der Neuigkeit und der Blick des Öffentlichen

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Interesses. All das ist wichtig für die Beschreibung der Medienästhetik – und wir merken, weil wir
in eine Gesellschaft leben die sich zunehmend organisiert – zunehmend medial Organisiert genau
wie wir es überhaupt selber tun. Wir Twittern und Bloggen unsere Beziehungen und unsere eigene
Lebensvorstellungen und unsere eigene Lebensprogramme immer in Verbindung darauf abstimmen
was wir mit diese Medienvorgänge tun können, also in wie weit wir uns mit diese Gesellschaft
einbringen können, ist nichts anderes als es immer schon war: Wer bin ich im Hinblick auf andere?
Das ist der Vorgang der Bestimmung von Identität für den es aber auch die Kompetenz braucht. Es
ist die Kompetenz zu sich selber stehen zu können. Der Begriff Vertrauen hängt mit der Begriff Treu
zusammen. ‚Sich treu zu bleiben‘ Ich kann jemanden vertrauen wenn er sich treu bleibt, dann ist
die Erwartung sozusagen richtig erfüllt.‘ Wenn man unterstellen muss dass jemand sich nicht treu
bleibt – kommt ein unerwarteter Wechsel in der Interaktion, dann übersteigt das die Kapazität der
Kommunikation, obwohl Kommunikation das kulturelle und soziale Programm ist mit
Überraschung umzugehen. Kommunikation ist nicht nur Organisation, sondern eigentlich ist
Kommunikation das Programm der Überraschung. Das heißt wir verwenden Kommunikation in
einen Vorgang um was Neues, Unerwartetes, Anderes einzubringen. Überall dort wo wir die
Kommunikation nur mehr gebrauchen um die Überraschungen auszublenden (damit wir einander
nichts mehr zumuten an Überraschung), das ist nicht mehr Kommunikation. Das ist dann lediglich
Organisation – und beschreibt eine Situation die nun einen Herrschaftsmodell von Vertrauen
entsprich und nicht mehr ein Kommunikationsmodell.

Ursprungmodell der Medienpädagogik. Die ersten pädagogischen Überlegungen im Umgang mit


Medien stammen nicht aus der Medienpädagogik sondern stammen von den ersten Journalismus
Theorien oder die ersten Zeitungstheorien in denen Resümiert wurde wie soll denn eine Zeitung sein,
damit sie so gelesen wird damit sie die Gesellschaft (und so den Staate) auch dienlich ist. Und das
damalige Staatmodell war ein autoritäreres Staatmodell als wir den heute haben – das war eine
relativ absolutistisch orientierte Gesellschaftsmodell und Staatsmodell. Da ging es eben darum dass
Menschen die Botschaften die meistens von Oben nach Unten gekommen sind – dass Menschen in
der Lage sind die Botschaften so zu lesen wie sie dann Gesellschaftlich dienlich verwertbar sind.
Die Scharnier in diesem ganzen, nämlich die Journalisten (also die Nachrichtenträger) dass sie in der
Lage sind diese Scharnierfunktion – nämlich die Botschaftsinteresse von Oben und die
Botschaftsinteresse von unten – dass die Botschaften so formuliert werden dass der Wille von oben
so übersetzt wird dass er unten so verstanden wird, und so eingearbeitet wird in die Organisation
des alltäglichen Lebens damit das hierarchisch orientierte gesellschaftliche Ordnungsmodell auch
so funktioniert. Der gesellschaftliche Diskurs, der wissenschaftliche Diskurs und der Medien Diskurs
früherer Gesellschaften war ein sehr stark hierarchisch gedachtes Modell, im Sinne von der
Vorstellung ‚Es muss irgendwo einen Anfangen geben für Botschaften und dieses Anfang muss
Sakrosankt sein – die müssen im Sinne des Vertrauensmechanismus stimmen.‘ Der Anfang ist
gewissermaßen heiliggesprochen oder sanktioniert und kann also nicht in Frage gestellt werden.
Daher war das Modell dass Botschaften nicht von irgendjemand ausgehen könnten, und dass nicht
irgendjemanden irgendwas sagen kann – es kann nur das relevant was einen Ausgang von jenen
Quellen gefunden hat die gewissermaßen Sanktioniert waren. Durch Position, durch Wissen oder
durch Funktion. Das sind soziologisch Gesprochen die drei Kategorien durch die wir Autoritäten
sicherstellen. Autorität als Begriff heißt ‚ein Vorgang des Schöpfens‘ also etwas auf die Welt bringen
sozusagen. Aber es ist wichtig es Glaubwürdig zu tun, auf der Basis der Position, auf der Basis der
Funktion und auf der Basis des ausgewiesenen Wissens. Es gibt neben dem hierarchischen der
Verteilung von Botschaften auch ein horizontales Modell. In diesem Modell kann eine Botschaft von
jeglicher Seite kommen. Eine horizontale Vorgangsweise hat viel mehr Chaosenergie in sich, als ein
vertikales Modell das sehr viel Ordnungsenergie in sich hat – weil das ein ganz klar strukturiertes
Ordnungsmodell ist. Insbesondere bei Themen wo die Gefahr besteht diese hetararchie (so und so

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verwenden, so und so einbringen) – insbesondere bei solchen Themen die nirgendwo aus sich selber
autorisiert sind, sondern immer autorisiert werden müssen, genau solche Themen sind die sensiblen
Themen die man eingebunden hat in diese Hierarchiemodell von Kommunikation, der sich im
Bereich der Medien umgesetzt hat. Dier Hierarchiemodell spielt eine große Rolle in dem
bewahrungspädagogischen Ansatz der frühen Medienpädagogik. Diese besagt wir müssen
sicherstellen das Menschen nicht mit Botschaften oder Bildern oder Formaten von Botschaften
konfrontiert werden für die sie kein Ordnungsmodell haben oder die außerhalb jeden
Ordnungsmodell liegen – die Botschaften die also zu häretisch sind. Häresie heißt aber als Begriff
nichts anderes als Wahlfreiheit – aber die Wahlfreiheit hat hierarchisch Organisierten Gesellschaften
als Missbrauch empfunden. Wie die Wahl immer vorgegeben wurde und immer vor-kommuniziert
wurde – also im Sinne von Prädikt. Wenn wir heute wissen die Kommunikationen als horizontales
Modell zu verstehen ist, nämlich die eine Wirklichkeit und die andere Wirklichkeit verbinden sich
zueinander als unterschiedlich bleibende Wirklichkeiten auf der Basis der Vergemeinschaftung
und machen im Rahmen einer Vergemeinschaftung einen Sinn dass sie unterschiedlich sind –
Politiken, Menschen, Kulturen, Sprachen – das ist ein horizontales konstruktivistisches Modell
von Kommunikation das in früheren Gesellschaften als solches nicht logisch zu denken war –
sondern es wurde als ein Umbruch von Kommunikation verstanden. Im diesem Verständnis hat
sich die früheren Medienpädagogik eingemischt als Wachstelle gegenüber mögliche Pathologien der
Kommunikation der Gesellschaft die insbesondere sich in Medien breitmachen könnten. Die
medientheoretische Dimension diese bewahrungspädagogische Ansatz, also heranwachsende
möglichst zu schützen vor den Missgebilden der Medien oder in den Medien beruht auf eine
Medientheorie die Medien nur versteht als eine Blackbox wo ‚etwas‘ passiert wovon Wirkungen
ausgehen von dem die Menschen nicht immun sind. Hier entstand auch den Manipulationsbegriff.
Die Frage ist also geblieben, ‚Was machen Medien mit den Menschen?‘ In der damaligen Zeit wurde
die Industrie der Medien als eine Bewusstseinsindustrie verstanden, die ihren eigenen
Gesetzmäßigkeiten folgt, die man nicht so im Griff nehmen kann wie umgekehrt im Rahmen der
Pädagogik. Es ist also wie einer gewissermaßen dogmatischen Pädagogik zu verstehen, eine autoritär
ansetzende Pädagogik – eine Pädagogik die sich selber als gesellschaftliche Institution autorisiert.

6. Vorlesung – Medienpädagogik – 24.11.2010

Das Bielefelder Modell war sehr stark daran orientiert Medien als Medien im Sinn ihre Einzel-
Ontologie zu verstehen und auf diese zu referieren und auf diese im Bereich der Medienpädagogik
einzuwenden. In diesem Sinne war es klar man müsste wissen was die Medien sind, also
Medienkunde. Man muss in der Lage sein Medien zu analysieren, Medienanalyse. Man muss den
Medien kritisch begegnen, Medienkritik. Und wenn man die Gelegenheit hat sollte man die
Mediengestaltung lernen – das wäre dann das Ziel eine Medienkompetenz und Medienkompetenz
wäre dann das Ziel der Medienpädagogik. Medienkompetenz ist eine Zielvorstellung die davon
ausgeht das der Umgang mit Medien als Apparaturen oder als Instrumente Fähigkeiten voraussetzt
damit man sie richtig anwendet und einsetzt. Das sind technologische Fähigkeiten, aber auch
analytische Fähigkeiten und auch Persönlichkeitsfähigkeiten – der Kompetenz des
Medienumgangs heißt mit sich selber ein moralisches Programm auszumachen in dem man
entscheiden kann was man mit Medien tut, wie man Medien nutzt, wofür man Medien nutzt. Es geht
um Fragen wie Bsp. wie lange dürfen Kinder Fernsehen? Diese Fragen gehen davon aus dass eine
dauernde Aussetzung bestimmte Inhalte Wirkungen hinterließe. Hauptsächlich bei Kindern ist es die
Vorstellung dass die Wirkung von den Medien ausgeht. Wie können aber Wirkungen von Medien
ausgehen? Es kann nur so sein das die Entscheidung für eine bestimmte Wirkung oder die Offenheit
für eine bestimmte Wirkung immer beim User liegt. Es entscheidet der Rezipient über das wie
Medien wirken, im Sinne davon dass er entscheidet was er von Medien möchte und wie er sie nutzt.
Diese Nutzenperspektive ist der eigentliche Grund dessen wieso wir dieses als Wirkung beschrieben

35
obwohl es keine Wirkung ist, sondern eine Entscheidung im Umgang und in Bezug auf
Medieninhalte, oder auf den Mediengebrauch.

Hintergrundmodell von Dieter Baacke. In seinem Modell beschreibt Baacke eine etwas hierarchische
Pyramide wo Medienkompetenz aufbaut auf Kommunikative Kompetenz, welches aufbaut auf
linguistische Kompetenz. Linguistische Kompetenz beschreibt die Fähigkeit die Sprache so zu nutzen
wie eine generative Grammatik. Generative Grammatik heißt dass man eine Sprache so beherrscht
das unter Nutzung der Grammatik neue Sätze bilden kann auch wenn man sie noch nie gebildet hat
und noch nie gehört hat. Es geht um die Fertigkeit, die Fähigkeit aber auch um die dazugehörige
Verantwortung, was auch zum Kompetenzbegriff gehört. Was sag ich mit Hilfe diese Grammatik?
Welche Sätze bilde ich? Diese Sätze sind immer Kommunikationen gegenüber eine soziale Umwelt,
es geht daher nicht nur um die technische Nutzung der Sprache, sondern um die kommunikative
Nutzung der Sprache. Versteh man Sprache als Medium, ist es dann eine Strukturgebilde mit den
man etwas tun kann, Handlungen umsetzen kann. Linguistische Kompetenz kann eingeordnet
werden in restringierten und elaborierten Codes. Es gibt also Menschen die die Sprache nur so weit
beherrschen dass sie es lediglich wiederholen können, aber nicht soweit kommen dass sie sich mit
der Sprache neue Welten erschließen können – was die Sprache im Grunde kann. „Die Grenzen
meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.“ – Ludwig Wittgenstein. Man kann das auch anders
auffassen: Je weiter ich die Welt öffnen möchte und verstehen möchte, je differenzierte ich die Welt
verstehen möchte, desto mehr Sprache brauche ich dafür. Die Sprache ist als jenes Instrument zu
verstehen, das mir vermittelt wovon ich rede oder das mir vermittelt wovon andere reden. Hier
kommt ein Mediengedanken zum Tragen, das die Sprache mehr als nur bloße Vermittlung wäre. Die
Sprache ist im Sinne des Symbolischen Interaktionismus ein Symbolisches Programm das als
Referenz genutzt wird für Menschen die miteinander in Gespräch kommen, oder in Gespräch
kommen wollen bzw. müssen. In der Sprache ist es ähnlich wie beim Medien: Weil man unterstellen
kann das andere die Medien nutzen wie ich sie nutze und möglicherweise dasselbe wissen was ich
weiß, und wenn ich unterstellen muss das andere die Medien nutzen um etwas zu wissen, dann
glaube ich die selbe Medien nutzen zu müssen damit ich auch weiß was andere wissen. Das ist die
Generalisierungsreferenz von Medien welches bereits für Sprache auch gilt. Auch die Sprache ist ein
solches Referenzmodell mit dem wir annehmen das jemand der die Sprache nutzt um damit eine
Referenz zu setzen für die Gültigkeit dessen wovon man spricht. Daher verlangen wir von der
Sprache das sie klar, deutlich, wahr bestimmend ist. All das was wir als moralische Werte für die
Kommunikation im Anspruch nehmen, beschreiben wir dann als Leistungen der Sprache. Und wird
es auch mit dem Medien auch gemacht – alles was wir als kommunikative Werte für die Gesellschaft
einfordern, beschreiben wir als Leistung von Medien, aber als eine Art Verkürzung. Es sind
nämlich nicht die Medien die eine Wahrheit leisten, und es sind nicht die Medien die die Menschen
informieren, sondern es sind die Menschen die den Medien gebrauchen mit den willen informiert
zu sein, zu dem ein oder andere Thema Kontakt herzustellen. Man wendet sich an den Medien weil
die Dinge nicht unmittelbar zugänglich sind, daher braucht man den mittelbaren Zugang durch die
Medien. Medien sind so etwas wie eine generative Grammatik mit dem man andere Sätze bilden
kann als man schon gelernt hat zu bilden. Es ermöglicht jemanden sich partizipativ in die Gesellschaft
einzumischen auch in den versuch etwas neues auszudrucken was man noch nicht ausgedruckt hat,
oder etwas neues in Frage zu stellen was vorher nicht in Frage gestellt worden ist. Nur so können wir
unsere individuelles Interesse an der Gesellschaft realisieren – der Begriff des Interesses heißt ja
sich einzumischen und sich dazwischen zu stellen. Das heißt immer zu differenzieren und das einem
mit den unterschiedlichen neuen zu verstricken. Wir wissen nämlich dass es niemals das ‚eine
Wahre‘ sein kann, sondern wir wissen das die Wahrheit in die Gesellschaft in der wir leben eine
Konfiguration ist. Es ist unser Bemühen uns auf etwas zu konzentrieren und auf etwas zu
vereinbaren das wir für das entscheidende oder das Wahre halten, an dem wir uns orientieren könne.

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Dafür gibt es Programme wie Objektivierung oder die verschiedenen formalsprachlichen
Wissensmodelle. Diese Wissensmodelle der Wahrheit müssen und werden oft umgesetzt an den
Beweismodellen von Wahrheit. Medienkompetenz heißt also dass man in der Lage ist, fähig ist, bereit
ist, zuständig ist, verantwortlich ist. Das was ich ausdrucke ist immer ein Ausdruck meiner selbst, der
Ausdruck der Deutung meiner eigenen Wahrnehmung – diese kann nicht anders eingebracht werden
als mit dem Begriff der persönlichen Verantwortung. Der Begriff Verantwortung sagt sehr schön dass
es um die Fähigkeit geht Antwort geben zu können – also eine gültige Frage zu beantworten. In dem
Sinne ist Medienkompetenz mehr als das richtige Nutzen von Instrumentarien, sondern, versteht
man Medienkompetenz im Sinne von Mediengebrauch, dann geht es um die Vernünftige oder
Ausbalancierte umgangsweise mit dir selber. Es geht also um all das was man den Mensch erst zum
Mensch macht. Kommunikationswissenschaft ist nicht nur die Beschreibung eines technischen
sozialen Vorgangs, sondern Kommunikationswissenschaft ist, die Topologie des Menschlichen – also
die Ortsbeschreibung ‚Wo ist der Mensch?‘ oder ‚Wo bin ich?‘ Humanmodell von
Kommunikation: Die Kommunikation brauchen wir um Bestimmungen zu finden in der Erfahrung
das wir im Grunde unbestimmt sind. Wenn wir wissen wollen wer wir sind, was wir sind, wo wir
sind, brauchen wir Kommunikation – es gibt kein anderes Protokoll zu diesen Fragen als das der
Kommunikation. Wenn wir in diese Kommunikation Modelle und Konzepte finden wie der liebe
Gott oder der böse Teufel, dann sind es durch Kommunikation hergestellt Konzepte auf die man sich
in eine gewachsene Kulturprogramm sich vereinigt, als jene Reduktionsmodelle für die Frage nach
Sinn. Diese Konzepte nutzen wir um im Alltag Bestimmungen herzustellen und im Austausch diese
Beziehungen die Wirklichkeit dann konstruieren.

Bewahrungspädagogischen Ansatz. Ein Medienpädagogischen Ansatz, der zu Beginn der


Medienpädagogik in den zwanziger Jahren als Gedanke entstanden ist. Zu der Zeit war man von den
technischen Möglichkeiten eines Mediums wie heute möglicherweise genau so überrascht sind was
das Internet kann, oder was Bücher oder Flugblätter damals könnten. Diese waren versuche
Kommunikationsvorgänge aus der unmittelbar wahrnehmbare Kommunikation herauszunehmen
und zu einem eigenen Ereignis, ohne dass man in diesem Ereignis selber eingebunden ist. Man ist
und bleibt der Zuschauer, Zuhörer eines solches Ereignisses. Es ist verständlich das man den
Medienkommunikationsvorgang versteht als eine Art Parakommunikation – eine Kommunikation
die so aussieht als wäre sie eine Kommunikation – ein als Beispiel durchgeführte Kommunikation.
Wobei man da sagen musste dass die zwischenmenschliche Kommunikation das Grundmuster der
Kommunikation wäre. Das ist eine reine Annahme, dass die zwischenmenschliche Kommunikation
als Muster dafür dienen sollte wie wir Medien bewerten. Die Unterstellung das die
zwischenmenschliche Kommunikation das Grundmuster für Medien sein sollte, ist eine Annahme
die sich nie bestätigen lässt. Die Erfahrung von dem was wir Kommunikation nennen ist nichts
anderes als der Versuch eine Konstruktion von Vorgängen die wir als Zusammenhang verstehen,
weil wir sie als Zusammenhang verstehen möchten. Wenn man davon redet das man eine
Familienkommunikation brauch um sich als Familie überhaupt erlebbar zu machen, dann wissen wir
dass es ein Grundmuster gibt für Familienbeziehungen gibt, und das heißt Kommunikation. Und
wir stellen uns vor das in Familien bestimmte Kommunikationsmuster ablaufen die viel enger
ausgelegt sind als im Normalfall. Die Familienkommunikation hat zusätzlich einen viel Stärkeren
gegenseitigen Kontrollcharakter als die durch Medien geleitete Kommunikation. Wenn wir dann
sagen die nicht-medialen Kommunikationsmodelle sei das Referenz für die Wertebeschreibung der
Medienkommunikation, dann tun wir uns möglicherweise keinen gefallen. Denn wir wissen das
Familienkommunikation und Partnerschaftskommunikation genauso wenn nicht mehr gefährdet
sind Täuschungsversuche zu sein, in der die Menschen sich einüben in zwei Rollen und sich das
Modell einer Familie hervorzuheben obwohl es so gar nicht ist. Es ist das eigentümliche der
Kommunikation fehlerhaft zu sein. Wäre Kommunikation ein Modell von dem wir wüssten wie sie

37
Perfekt wäre, und weil Perfekt niemals mehr veränderbar ist und deshalb immer dieselbe und gleiche
Funktion leisten würde – dann hätten wir jede Kommunikation verwirkt. Es ist das Unterfang der
Freiheit der Kommunikation das sie Fehlerhaft ist. Wäre Kommunikation etwas mit dem wir
endgültig das erreichen was wir meinen Erreichen zu wollen, hätten wir Kommunikation längst zu
einem Mechanismus gemacht mit dem wir nur organisieren würden, und dann hätten wir nicht eine
Kommunikationsgesellschaft sondern eine Organisationsgesellschaft. Wir leben in einer Gesellschaft
die genau dieses Dilemma hat. Sie lebt in einer Modell der Kommunikation aber auch in einem
Modell der Organisation. Organisation heißt Zielsetzung, Strategien Aufbau, Fehler Ausblende – es
geht also darum einen Standardprogramm zu realisieren mit dem es möglich ist bestimmte Ziele zu
erreichen möglichst unter Umgehung der möglichen Fehlerquellen – eine Technologisches und
Ökonomisches vorgehen. Unsere Ideenvorstellungen von Kommunikation ist aber ein Vorgang der
Austausches von Deutungen, wissend dass keine der Deutungen die letztgültige Bestimmung ist.
Kommunikation ist also ein Open-Source Programm, ein kybernetischer Vorgang in der wir mit der
jeweils nächsten Kommunikation die zuvor gehende Kommunikation erneuern, aufbauen verändern
usw. Das ist das Programm von sozialen Wandels im Konzept der Kommunikation. Medien sind
genau darin eingebunden – nämlich einerseits das Organisationsmuster der Gesellschaft und
anderseits das Kommunikationsmuster der Gesellschaft. Wir haben eine gewisse ideale Vorstellung
wenn wir von Medien reden, reden wir von Kommunikation. Möglicherweise ist der
Organisationscharakter in den Medien viel stärker vertreten als der Kommunikationscharakter.
Kommunikationscharakter: Notwendiger Fehlerhaftigkeit im Sinne der laufenden Freiheit von
Kommunikation. Dieses kann oder will sich dem Organisationsmodell nicht leisten. Kommunikation
ist ein Kulturmodell wissend dass es sich niemals selbst vollenden kann. Um über Kommunikation
reden zu können brauchen wir ein Metakommunikationsmodell, und über
Metakommunikationsmodell zu reden bräuchte man noch eine anderes Metakommunikationsmodell
usw. Jede Beschreibung von Kommunikation, ob im Alltag oder in der Wissenschaft ist ein
hermeneutischer Versuch, also ein Verstehens versuch von dem was wir Kommunikation nennen.
In dieses Modell sind die Idealwerte der Kommunikation wie auch die Realwerte der
Kommunikation eingebunden.

Der Bewahrungspädagogischer Ansatz geht sehr stark davon aus dass Medien Wirkungen haben,
und dass diese Wirkungen möglicherweise gesellschaftliche unerwünschter Wirkungen sein
können. Zum Beispiel Kinder die Dinge sehen die sie nicht verarbeiten können, oder Kinder die ihre
Welt zunehmend in der Medienwelt aufbauen mit der Realewelt bzw. Familienwelt außer kontakt
geraten oder nicht mehr zu tun haben wollen – also Kinder die ihre Vorstellungen, Ängste und
Sehnsüchte im Umgang mit Medien kompensieren. Im Sinne der Cultural Studies und der
Konstruktionstheorie von Kommunikation ist die Unterscheidung zwischen Medienwelt und
Realwelt eine rein analytische. Im Grunde fallen beide in eins. Es ist aber nicht die Frage zwischen
Medienwelt und Reale-Welt, denn jede Welt den für Menschen definitiv bestimmend ist, ist deren
Reale-Welt. Ob sie durch Massenmedien konstruiert wird oder durch andere gesellschaftliche
Kommunikationsvorgänge ist eine rein analytische Unterscheidung – denn alle sind gewissermaßen
mediatisierte und medialisierte Vorgänge – auch eine Familienkommunikation ist dort die Familien
das Medium. Und wenn die Familie ein funktionierendes Gebilde ist, dann ist es ein Medienumwelt
für ein Kind in den ein Kind lernen kann, sich offen zu äußern was er möchte oder was er nicht
möchte. Wenn ein Kind nicht das gefühlt hat die Familie ist mein Medium durch dass ich die Welt
erschließen kann, wendet es sich möglicherweise an ein anderes Medium, die es ihn erlauben sich so
realisieren wie er sich realisieren möchte. Es hilft theoretisch nicht weiter wenn wir die Fragen der
Medienpädagogik in diese duale Welt denken, wo wir glauben die Medien seien daran schuld dass
eine eigene Realität geschaffen wurde gegenüber eine Politische-Realität oder eine Familien-Realität.
Realität ist nämlich nicht etwas dass aus sich selber existiert, sondern immer die Konstruktion aus

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Kommunikationsvorgänge ist. Wenn das der Realität ist in dem wir miteinander kommunizieren,
dann haben wir möglicherweise in unsere Gesellschaft gestörte, gebrochene, fragile
Realitätsbilder. Auch das ist aber gesellschaftliche Notwendig – stellen wir uns vor es wäre für uns
alle ein Ziel die gleiche Realität zu haben. Kommunikation in der Gesellschaft lebt von der
Herausforderung der Unterschiedlichkeit. Der Wert der Kommunikation als Kulturschaffende Faktor
und der Sinn von Kommunikation ist unter den Bedingungen der Gemeinschaft und
Vergemeinschaftung unterschieden Platz zu machen. Wenn Kommunikation die
Vergemeinschaftung von unterschiede ist und die Verteilung von Gesellschaftlichkeit, dann
macht es einen Sinn jeden Vorgang als Kommunikationsvorgang zu betrachten, der genau diesem
Prinzip folgt, das unter den Bedingungen uns Vergemeinschaften zu wollen uns einander
begegnen im Interesse der Unterschiede. Genau diese Denkweise von Kommunikation als Open-
Source Modell der Gesellschaft, genau dieser Definition macht es notwendig den instrumentellen
Gedanken in der Medientheorie und in der Medienpädagogik freizumachen und auszuweiten von
dem Begriff des Mediums zum Begriff der Medialität.

Kritisch Analytischen Ansatz. Entstanden aus dem Gedanke das es kein Sinn mach aus dem Werte
die man vermittelt will einen Sanktionsmechanismus zu machen. Sondern ein Sanktionsmechanismus
der nicht von außen sondern von innen akzeptiert wird, muss von einem extrinsischen Modell zu
einem intrinsischen Modell gemacht werden. Es sollte das Motive von heranwachsende sein eine
bestimmte Handlungsweise zu verändern. Das lässt sich nicht befehlen, sondern das muss man
kommunizieren, im Dialog. Das ist wahnsinnig umständlich weil das heißt man muss alles
ausdiskutieren – und dazu hat man weder Lust noch Zeit. Da stoßen wir an die Grenzen der
Organisation der Gesellschaft. Das verdeutlicht dass das Kommunikationsmodell der Gesellschaft
mehr verlangt als das Organisationsmodell der Gesellschaft uns ermöglicht. Wir haben für so
vieles nicht die Zeit der wir brauchen, weil wir in einem Organisationsmodell der Gesellschaft wo der
Zeitmodell ein Formales ist. Wir belohnen uns selber damit dass wir meinen erfolgreich zu sein in
dem wir die Organisationsbilder der Gesellschaft erfüllen. Das ist Ökonomie, Technologie und
Organisation. Obwohl wir zugleich einfordern das im Rahmen dieser Organisationsmuster
Kommunikationen brauchen und Kommunikationen im Gang bringen sollten damit wir auch das
vorherige erreichen können, auf der Basis der Vergemeinschaftung unterschiede sichtbar zu machen
und den Wert von unterschiedliche Kenntnis zu machen. Die Gesellschaft als
Kommunikationsmodell ist längst überblendet oder kolonisiert geworden von dem System der
Organisation.

Was bedeutet das für die Kritisch-Analytischen Medienpädagogik? Wenn wir glauben, zumindest
theoretisch, Medienpädagogik sei ein denkzusammenhang in dem wir versuchen können eine
emanzipatorische Haltung gegenüber Medienkommunikation und den Angebote der
Massenkommunikation im Gang zu bringen, dan heißt das sich freizuspielen von den
‚manizipien‘. ‚Manizipien‘ kommt von Römischen, und sagt ‚So geht’s, oder so geht’s‘ Das
Manizipium ist gewissermaßen die autoritative Festhaltung, die autoritative Feststellung - das ist
das Eltern-Ich in unseren Köpfen – das was wir wollen oder meinen zu wollen oder das was wir tun
oder meinen Tun zu müssen – damit bedenken und bewerten und beobachten wie wir eingespielt
und eingeübt worden sind durch die Elternkommunikation. Das Eltern-Ich kann das Kind-Ich in uns
sehr stark besetzen. Es kann egalisieren und ausbalancieren in einem funktionalen Modell von Ich.
Zum Beispiel man will eine Vorlesung gut abschließen und darin mündet sich das Wollen des Eltern-
Ich und des Kinder-ich. Man meint man muss die Prüfung gut machen (Eltern-Ich – sei gut, sei brav,
tu was du musst) und redet sich zusätzlich das das ein Sinn hat und das es Freude macht (Kindern-
Ich). Man glaubt wenn man das tut hat man Erfolg. Das ist ein persönliches Bedürfnismodell der
Freude oder der Spaß übersetzt in einen Funktionsmodell der Gesellschaft mit dem Glück der

39
Erfolg. Wobei der Erfolg an dieser Stelle heißt ‚Persönlich bin ich glücklich wenn ich in leben das
erreiche was ich weiß das andere von mir erwarten.‘ Man dadurch beweisen das man ist wer man ist
und sich dadurch identifizierbar machen. Man kann sich Identifizierbar machen möglichst im Sinne
der Darstellung die so viel Affinität zu den Vorstellungen der Gesellschaft herstellt das man weiß
man wird von der Gesellschaft belohnt. Das ist nun das schwierige Programm der Kommunikation
und deshalb müssen wir Kommunikation als einen Vorgang verstehen der niemals zu einen
perfekten Ende kommen würde sonst wäre es entweder die totale Ordnung oder das totale Chaos.
Kommunikation ist der Bestimmungsvorgang zwischen eine möglichen chaotischen Welt und
möglichen Ordnungswelt. Überall dort wo Ordnungen sind wird auch das Chaos mathematisiert
und vice versa. Durch Kommunikation versuchen wir Bestimmungen zu finden im genau diesem
Dilemma zwischen Kommunikation und Organisation. Aber, wir leben in einer Gesellschaft die
stärker im Modell von Organisation lebt als im Modell von Kommunikation. Sie traut sich weniger zu
im Hinblick auf ihre Veränderung und ist eher ausgerichtet auf ihre Stabilisierung. Kommunikation
ist ein laufendes Muster der Überraschung und der Verunsicherung – wenn die Definition stimmt,
dass die die Vergemeinschaftung von Unterschiede ist, dann ist jede Kommunikation nur dann
gelungen wenn etwas Überraschendes passiert ist. Dort wo nichts Überraschendes passiert ist und
man erkennt nichts Neues darin, dann hat man kein unterschied erfahren. Dann könnte man das im
Sinne eines Dialog-Modells von Kommunikation nicht mehr Kommunikation nennen, sondern
bestenfalls eine gelungenen Diskurs, also eine gelungene Verteilung von schon vorhandene
Informationen.

Für die Kritische Analyse von Medien heißt das jetzt dass wir wissen müssen Medien sind mehr
Organisationsinstrumente und mehr eine Organisationsumwelt denn eine
Kommunikationsumwelt. Obwohl wir den Wünsch und die theoretische Orientierung haben das
Medien eine Kommunikationsumwelt darstellen ist das noch ein Kommunikationsumwelt in der
wir unsere Organisation kommunizieren. Der Großteil der gesellschaftlichen Kommunikation ist die
Kommunikation der Organisation der Gesellschaft. Eine kritische Medienbewertung heißt es ist das
Anliegen der Medienpädagogik das heranwachsende das durch Medien angebotenen Inhalte immer
Inhalte aus zweiter Hand sind. Das was wir wahrnehmen ist nie das Ereignis selbst, sondern nur das
vermittelte Ereignis, eine durch oder im Medium vermittelte Ereignis. Es ist dargestellt im Hinblick
auf die mediale Verwertung, auf eine standardisierte Wahrnehmung und auf eine diversifizierte
Wahrnehmung. Das heißt jeder Medienbericht oder jedes Medium-Programm schaut darauf dass es
möglichst viele sehen könne, dass sie möglichst oft sehen können und möglichst gefälliges
aufnehmen können. Das sind ästhetische Prioritäten für Medien die dazu führen das Inhalte
standardisiert werden – unsere politische Kommunikation und Unterhaltungskommunikation ist
zum Beispiel in einem hohen Masse standardisiert. Die Medienrealität ist möglicherweise viel
wichtiger als die ‚reale‘ Realität – wenn wir in Urlaub fahren, schauen wir die Broschuren an und sind
schrecklich enttäuscht wenn die Welt anders ausschaut, weil wir uns mit einem bestimmten Bild
vorbereitet haben. Die Medienkritik heißt also Medien kritisch zu hinterfragen und zu bewerten
nach welchem Maße sie in der Lage sind den einzelnen und insbesondere auch den
heranwachsende eine Chance aber auch eine Herausforderung anzubieten sich mit dieser
Gesellschaft kritisch zu arrangieren. Das Arrangement mit der Gesellschaft ist notwendig weil es die
Soziabilität des Menschen ist – die Grunderfahrung der Gesellschaftlichkeit des Menschen. Jeder
kann sich nur Vorstellen unter die Bedingung einer gesellschaftlichen Umwelt. Als was man sich
selber Vormacht und Vorsagt, und mit sich selber Reflektiert ist eigentlich ein stummer Dialog mit
der gesellschaftlichen Umwelt bezogene auf die eigene Vorstellungen von sich selber. Weil wir mit
diese Soziabilität rechnen müssen, ist es wichtig das heranwachsende diese Muster der Soziabilität
kennenlernen die im Rahmen und im Modell von Medien vermittelt werden, und auch damit
umgehen können zwischen zwei unterschiedliche Prozesse. Den Prozess der Sozialisation und den

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Prozess der Individuation. Sozialisation versteht sich als jener Prozess in den heranwachsende lernen
sich einzuüben in Normen, Verhaltensmuster, Erwartungsmuster der Gesellschaft möglichst in eine
Art und Weise entweder dass sie sich den gesellschaftlichen Vorgang anpassen (Assimiliation) oder
die gesellschaftliche Bedingungen sich und ihre eigene Interessen anpassen (Akkumutation). Das
versteht sich als intelligenter Prozess; das ausbalancieren zwischen eigene Interesse und
Wahrnehmung und die Erwartungen der Gesellschaft. Sozialisation: Sich einzuüben in die
gesellschaftliche Zusammenhänge und sich selber im Rahmen der Gesellschaft zu verstehen.
Individuation ist ein anderes konstruktives Programm das besagt das Menschen es brauchen auch
sich selber wahrzunehmen als unterschiedlich zu jede weder möglichen anderen. Das nicht nur mit
Identität zu tun, sondern auch mit Individualität. Also sein eigene zu sein im Sinne der Fähigkeit
und auch im Sinne der Erfahrung das wir im Grunde in der Frage des Umgangs, ‚Was macht es für
einen Sinn dass ich der bin, wer ich bin? Was mach es für einen Sinn dass ich dort bin wo ich bin?‘
Jeder muss diese Fragen für sich selber ausmachen. Individuation versteht sich also als ein
Ideenmodell für die Menschwerdung des einzelnen. Sozialisation ist ein Ideenmodell für die
Menschwerdung des einzelnen im Rahmen der Gesellschaft. Beide Prozesse sind keine real
wahrnehmbare Prozesse sondern sind theoretische Konzepte um zu beschreiben ‚Was sind die
Anforderungen die wir erfahren wenn wir uns als Menschen mit unsere gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen auseinandersetzen?‘ Beide Modelle spielen dabei eine Rolle. Im kritischen
Umgang mit Medien geht es sehr darum wie können wir heranwachsende die Chance geben sich
selber hinreichend wahrnehmen zu können. Also sich selber annehmen zu können, Selbstbewusstsein
zu haben oder sich selber behaupten zu können. Man brauch eben Darstellungsmuster mit dem man
sich selber behaupten kann – das ist ein Vorgang der Individuation und genau das verlangt den
Programm der Emanzipation, also wissend das wir in eine Gesellschaft leben die so stark
bestimmt ist von Hierarchie als einen Ordnungsmodell, das aber auch seine Grenzen hat
insbesondre im Hinblick auf den individuellen Sinn. Weil es immer um den individuellen Sinn von
Hierarchie geht oder den individuellen Sinn von Gesellschaftlichkeit braucht es eben auch einen
emanzipatorischen Programm um sich freispielen zu können. Der Ansatz dieses emanzipatorischen
Programms lässt sich nur über Kommunikation realisieren – über Kommunikative Kompetenz,
also über die Fähigkeit, die Bereitschaft, die Zuständigkeit (für mich selber) und die Verantwortung
(für mich selber), sagen zu können was meines ist. Der wichtigste soziale Mechanismus ist der
Vertrauensmechanismus. In dem Begriff vertrauen steck drinnen Treue, also sich treu bleiben. Man
kann dadurch denjenigen vertrauen von dem man erfahrt durch seinen Kommunikation das er sich
treu bleibt – Authentizität. Der Vertrauensmechanismus besagt das man den Menschen abverlangen
muss sich freispielen zu können von den gesellschaftlichen Regeln – also nicht Sklave von Regeln
sein, sondern souverän mit solche Regeln umgehen. Der intelligente Regelbruch ist der Beweis dass
man eine Regel verstanden hat – nämlich Regeln dort zu brechen wo sie das behindern was sie
eigentlich ermöglichen sollen. Das ist der notwendige intelligente Regelbruch der den jeweilig
unterschiedliche Situationen, unterschiedlich ausgelegt werden muss. Der Regelbruch ist nicht ein
Organisationsmodell und weder ein Zeitmodell (Chronisches Modell) sondern ein Chaosmodell –
wenn etwas passieren muss dann muss es jetzt passieren und nicht im Sinne der Organisation. In
diesem Modell steht der Kritikbegriff dafür dass man unterscheiden kann, und durch diese
Unterscheidung auch bewerten kann. Das ist eine große Herausforderung für die Pädagogik, denn
die Pädagogik als wissenschaftliche Institution oder als Institution innerhalb der Gesellschaft, ist ein
Programm das eher ausgerichtet ist auf die Organisation. Obwohl die Pädagogik sowohl den ziel der
Individuation wie auch der Sozialisation, ist sie als Insitutionellesprogramm stärker ein
Organisationsprogramm als ein Kommunikationsprogramm. In der Bewahrungspädagogischer
Ansatz ging es um die Frage, ‚Wer oder was ist stärker? Die Wirkung der Medien oder die
Einwirkungen der Pädagogik?‘ Beide diesen sind autoritär gedachte Muster – das einwirken auf
Menschen durch pädagogischen Maßnahmen und das einwirken der Medien auf Menschen sind

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hierarchische Ordnungsmuster und Denkmuster der Bewertung. Aber solche Muster wie Hierarchie
und Heterarchie – das sind keine reale Muster der Gesellschaft sondern das sind
Beobachtungsmuster, also wie wir den Vorgang der Gesellschaft beobachten und kontrollieren.
Das ist ein Forschungsmodell von einer hierarchischen Ordnung, also eine in sich gestufte
Kompetenzordnung, von der wir erfahren haben und sie für plausible gelernt haben zu befinden das
damit Ordnung geschaffen werden kann, und mit diese Ordnung auch Werte geschaffen werden
können wie die ‚Gerechte Verteilung‘. Diese Muster sind keine realen Muster sondern sind
Beobachtungsmodelle oder Wissensmodelle mit denen wir den Vorgang beobachten, und weil wir
ihn so beobachten ihn so auch aushandeln. Jedes handeln ist eine Umsetzung von Beobachtung.

Wir haben es das meiste Zeit mit Wissensmodelle zu tun und nicht mit Beweismodell – keine
Beweismodelle die sich aus der Natur ergeben. Oft kommt nämlich der Argument das selbst in der
Tierwelt gibt’s einen Ordnungsmodell oder eine Hierarchie – ja, das ist aber die Beanspruchung
eine Wahrnehmung, eine Beobachtung für eine andere Beobachtung damit wir sie beweisen
können. Aber in diesem Fall beweist man lediglich ein Beobachtungsmodell mit einem anderen
Beobachtungsmodell – also ein logisch nicht zulässiger Vorgang. Wenn wir von gesellschaftlichen
Zusammenhänge sprechen, dann müssen wir wissen das Gesellschaft nicht eine Einheit ist die aus
sich und in sich so funktioniert und so strukturiert ist wie wir sie Besprechen. Sondern Gesellschaft
ist das wie wir über sie reden. Sie ist ein Kommunikativ generierte Konfiguration die uns aber als
Modell der Verständigung dient, auch als Modell der Wertverständigung.

Theoretisch ist aber zu unterscheiden zwischen Soziabilität und Sozietät – diese sind andere
Kategorien der Besprechung als Gesellschaftlichkeit. Das Gesellschafmodell ist ein
Organisationsmodell – eine durch Organisation konzipierte Beobachtung, für die Beobachtung die
wir machen das Menschen uns nicht anderes wahrnehmen können als unter der Soziabilität – also
das man sich als einzelne selber keine Rechenschaft geben darüber was ich bin, wer ich bin, wie ich
bin. Diese kann nur dann tun unter Einschluss der Wahrnehmung einer Umwelt – diese Umwelt
kann eine soziale Umwelt sein oder eine kulturelle.

Der Medienkritischer Ansatz bzw. Pädagogischen Kritischen Ansatz hat ihre Wurzeln in der
Frankfurter Schule – sie hat ihren Namen gemacht durch die Kritische Theorie. Das ist eine Theorie
die abzielt auf Wertekritierien der Gesellschaft und damit die gesellschaftliche Realität in Frage
stellt. Und vor allem stellt sie in Frage das Ökonomische und Technologische
Organisationskonzept der Gesellschaft – Ökonomiekritik des Marxismus. Das Problem der
Frankfurter war, in Bezug auf Medien wenn sie von Medienindustrie gesprochen haben, oder von
Bewusstseinsindustrie wird es also klar das die Frankfurter Schule immer noch gedacht hat die
Wirkungen gehen von den Medien aus. Die Wirkung wird eigentlich verstanden als die
Deutungsvereinbarung die in erster Linie gemacht wird von denen die die Medien nutzen. Die
Umwelt in denen Menschen leben und in denen sie erfahren was ihnen wichtig sein mag oder wichtig
ist, die Werte werden in den Medien bestätigt (oder sie versuchen es sie zu bestätigen) oder sie
versuchen sie zu widersprechen wenn die Wertemodelle die man ihnen mitgegeben hat solche sind
die sie abstreifen möchten. In diesem Fall suchen die Rezipienten andere Welten in dem sie suchen
können was das Wertemuster ihres Lebens ist. Allerdings unter dem Bedingung das sie Erwachsene
sind und deshalb stärker in den Sanktionsmechanismus der Gesellschaft stärker eingebunden sind,
und deshalb ihre Mediennutzung auch stärker personalisieren.

7. Vorlesung – Medienpädagogik – 01.12.2010

Linguistische Kompetenz im Sinne von Dieter Baacke ist jene Kompetenz oder jenen Fähigkeit dass
man Sprache und Versprachlichung gebraucht um sich auszudrücken und um sich einzubringen in
das Zeitgespräch der Gesellschaft, also jene Diskurse in denen man lebt und die für dich eine Rolle

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spielen. Stichwörter: Elaborierte Code, Generative Grammatik, Restringierte Code. Das
Grundmodell der linguistische Kompetenz heißt das man durch Beherrschung der Sprache, eine nicht
nur technische oder linguistische sondern eine soziale Grammatik zur Verfügung hat die es einem
helfen nicht nur bestimmte Sätze zu bilden, sondern mithilfe der Grammatik auch neue Sätze zu
bilden, und zwar nicht nur linguistische Sätze sondern soziale Sätze oder Setzungen oder Muster
des Verhaltens zu setzen. Kommunikative Kompetenz wäre die Zuständigkeit und die
Verantwortung für den kommunikativen Verlauf, und für das Verständigungsergebnis. Dazu gehört
insbesondere jene Soft-Skills (wie Persönlichkeit, Situationsverhalten) und so etwas wie der
Kommunikative Habitus (Bourdieu). Habitus im Sinne von Bourdieu ist auf der Ebene der
Sozialtheorie der Beobachtung des Verhaltens – also das was die Generative Grammatik in der
Sprache meine – Habitus als Fähigkeit und als Grundhaltung in neue Situationen mit schon
eingeübten Haltungen neue Bedeutungen zu schaffen und Bedeutungen zu stiften, die sozial
relevant sind und die kulturell Ausgerichtet sind. Medienkompetenz als die Fähigkeit, die Fertigkeit
aber auch die Zuständigkeit und die Verantwortung für einen vernünftigen Mediengebrauch – im
Hinblick auf die Beherrschung von Technik, und im Hinblick auf die Verwendung von Medien um in
gesellschaftspolitischen Bereich mitpartizipieren zu können, und natürlich im Hinblick auf
Persönlichkeit und Ethik. Intelligenzbegriff ist zu verstehen als die Balance zwischen Assimilation
und Akkumulation – also die Fähigkeit sich an Umweltgegebenheiten anzupassen, also an soziale,
kulturelle und symbolische Gegebenheiten, aber auch die Fähigkeit sich diese Strukturen
anzupassen - also jene Vorstellungen die man von sich selber und seine Lebenskonzept hat. Das
ist gewissermaßen ein Ökologisches Konzept im Umgang mit Medien: Wieviel Zeit verwendet man
mit Medien? Wie verwendet man Medien? Wozu verwendet man Medien? Wie verwertet man
Medien im Kontext der persönlichen Lebensführung?

Media Literacy als zusätzlich wichtiger Begriff. Dieser Begriff kommt stärker aus dem
angelsächsischen Bereich und Umschreibt die Fähigkeit im Sinne einer Haltung auf ‚Critical
Thinking‘, die Fähigkeit Medien im Hinblick auf ihre Botschaft kritisch zu selektieren, kritisch zu
Gebrauchen und auch kritisch zu Bewerten. Und insbesondere diese Kritik auf jene Bereiche
auszuüben die in den Medien eine Rolle spielen: Kritik, Information, Unterhaltung, Werbung aber
auch wie geht man mit den Medien um in einem kulturellen Sinne. Es ist also die Fähigkeit die
Medien so zu nutzen das man nicht deren Sklave ist, sondern deren Souverän ist – das heißt im
Grund Media Literacy. Der Begriff Literacy kommt aus der Lesefähigkeit oder gar die
Buchstabierfähigkeit von Texten, aber auch die Buchstabierfähigkeit von Medien als gesamt soziale
Texte. Also man kann die Deutungen und Bedeutungen von Medienbotschaften in Bezug auf seine
eigenen Lebenskontexte ‚richtig Anwenden‘. Media Literacy ist ein bisschen was anders als die
Medienpädagogik weil die Medienpädagogik, ist die theoretische bzw. praktische Programm wie
man Menschen durch verschiedene Ansätze dahin bringen kann Medien so zu nutzen das sie
vernünftig genutzt werden. Und das was der vernünftige Gebrauch eigentlich ist im Sinne des
kritischen Gebrauchs oder im Sinne eines Kulturbewussten Gebrauchs, das umschreibt der Begriff
der Media Literacy. Insofern ist Medienpädagogik das Theoretische und Praktische Pädagogik
Programm im Hinblick auf Media Literacy – wenn man Media Literacy als jenes Ziel umschreibt das
ein bisschen mehr und etwas anderes beschreibt als das was man unter Kompetenz versteht.

Handlungspädagogischen Ansatz. Es gibt immer die Diskussion ob Medienpädagogik ein Zweitfach


der Kommunikationswissenschaft ist oder ein Zweitfach der Erziehungswissenschaft oder der
Pädagogikwissenschaft. Es ist Sinnvoller dafür zu plädieren dass sie als eine Domäne der
Kommunikationswissenschaft verstanden werden sollte, weil diese Pädagogische Überlegung; Was
macht den Vernünftigen Mediengebrauch aus?, kann nicht nur an heranwachsende ausgerichtet sein.
Das Umgang mit Medien ist ein laufendes Lernens des Umgangs mit der Gesellschaft die sich im

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Modell von Medien und Medialität Konstituiert und Organsiert. Wenn man an diese
Themenstellung der Mediengesellschaft und der Medienorganisation mit diesen Pädagogischen
Impetus und diese Pädagogische Fragestellung herangeht, dann wäre Medienpädagogik fast so etwas
wie ein Erschließungsperspektive von Kommunikationswissenschaft überhaupt. Diese
Pädagogische Fragestellung erschließt uns eigentlich die Problemstellung ‚Was ist Kommunikation
im Kontext von Gesellschaft?‘ Wenn das irgendeine Bedeutung hat oder haben soll, dann kann es
nur heißen Kompetent zu sein, also Souverän zu sein mit diesen Zusammenhängen und in diese
Mediale Umwelt sich so zu Rech zu finden, das man ein Teil dieser Umwelt wird (Assimilation) und
das die Umwelt ein Teil meiner eigen Lebensführung wird (Akkumutation). Wenn wir
Kommunikation beschreiben haben wir immer Werte-Ziel Beschreibungen, wie ‚Nutzt der
Verständigung der Gesellschaft? Dient er zu … das.‘ Wir haben also immer
Funktionsbeschreibungen weil die Strukturbeschreibungen einfach nicht ausreichen. Die nächste
Stufe nach der Strukturstufe ist immer die Kulturstufe der Beschreibung von Kommunikations
Wissen – und auf diese Stufe müssen wir Phänomenologisch denken. Da haben wir nicht ein Objekt
oder eine Struktur vor uns sondern einen Zusammenhang den wir nur als Zusammenhang verstehen
weil und wie wir darüber reden. Wenn man von Kommunikation redet, kann man gar nichts anderes
als von Gesellschaft zu reden und wenn man von Gesellschaft redet kann man gar nichts anderes als
von Kultur zu reden. Diese drei Konstrukte, diese drei Konfigurationen unsere Beobachtung dessen,
‚Wer bin ich im Kontext der Soziabilität?‘ Diese Beobachtung lässt sich mit diesen drei Konstrukte
und in der Verbindung diese drei Konstrukte relativ gut beschreiben. Ein Konstrukt kann ohne das
andere in einem Denkzusammenhang und in einem Beobachtungszusammenhang gar nicht für sich
stehen. Das nennt man das autokonstitutive Verhältnis von Gesellschaft, Kultur und
Kommunikation.

Bewusstseinspädagogischen Ansatz: Es geht hier um mehr als bloße Beziehungsstrukturen. Das was
man Beziehung nennt ist keine Tatsachen Verhältnis, sondern das was man Beziehung nennt ist ein
Deutungsverhältnis. Es ist ein Verhältnis das wir herstellen zu einer möglichen Deutung, das wir uns
gar nicht um hinkönnen uns zu fragen wenn wir uns sehen ‚Was bedeuten wir einander?‘ Anders
können wir uns nicht wahrnehmen. Die Wahrnehmung ist der Zugang eine Bedeutung zu schaffen,
und die Bedeutung ist wiederum die Notwendigkeit eine Wahrnehmung überhaupt sicherzustellen.
Wenn ich etwas wahrnehme tu ich das um eine Bedeutung zu finden oder um eine Bedeutung zu
affirmieren oder zu verändern, aber ohne Deutung und Bedeutung kann man nichts Wahrnehmen.
Das was man wahrnimmt kann man nur im Hinblick auf eine Deutung. Das ist theoretisch Relevant
für den Begriff der Beziehung. Beziehung ist etwas das wir als vorgestelltes und gedachtes in unseren
Köpfen haben, was die Beziehung zu irgendetwas ausmacht. Das sind Sinnkonstrukte die auf
mindesten drei Ebenen definiert werden.

(I) Ethischen Ebene: Was bedeuten wir einander ethisch/moralisch?


(II) Ästhetischen Ebene: Wie nehmen wir uns wahr? Mögen wir uns, oder nicht?
(III) Nutzen Ebene: Was hat es auf sich das wir uns Wahrnehmen? Was nutzt du mir oder was
nutzte ich dir? Was bedeute ich dir? Es geht um den Relevanz.

Das sind diese drei Ebenen auf denen wir den Sinn konstruieren immer Konkret in Aushandlung
einer Erfahrung oder in der Vorstellung einer Erfahrung. Wir können uns auch vorstellen ob wir
jemanden mögen oder nicht mögen, wir können uns das vorstellen und dazu etwas denken. Es geht
um das gehandelte, das Vorgestellte und das Gedachte. Das sind die drei Ebenen auf dem wir im
Grunde unsere Beziehungen konstruieren immer im Hinblick auf die Frage von Sinn und diese Frage
von Sinn einer Beziehung wurde in den oben genannten schon besprochen.

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Handlungspädagogischen Ansatz. Diese Typologie ist wie jede Typologie der Versuch einer
Ordnung der Wahrnehmung aber sie trifft nicht die Realität – man kann nicht sagen ‚Da gibt es den
und den Ansatz‘. Das sind mögliche Zugänge und mögliche Systematisierungen die den Alltag
versuchen zu strukturieren und zu ordnen. Der Handlungspädagogischer Ansatz, also Pädagogik als
Animation, als Hilfestellung, als Sozialisation auf der Ebene des Handelns und im Handeln und
durch das Handeln Erfahrungen zu machen – das ist genau so ein didaktischer Ansatz wie es ein
pädagogischen Ansatz ist. Es gibt auch den Begriff der Mediendidaktik der auch wichtig ist – die
zentrale Frage lautet ‚Welche Medien soll man einsetzen in Unterrichtsgeschehen?‘ ‚Wieso ist die
Veranschaulichung durch Bilder effektiver als die durch den Text hervorgebrachte?‘ Wie kann man
einen Vortrag mit einen Bild oder eine systematische Darstellung so Kombinieren das die Zuschauer
und Zuhörer möglichst viel davon profitieren? Das ist die Mediendidaktik. Medienpädagogik als
Bildungstheorie überlegt sich welche Kommunikationsprozesse kann, soll, muss, möchte man im
Gang setzen um heranwachsenden Erfahrungen so zu vermittelt das sie ein intrinsischen Motiv
entwickeln sich der Sache zu stellen. Bildung ist ein sehr weiter Begriff. Medien sollten nicht als
Mittel betrachtet werden sondern als Umwelt, in dem wir kommunizieren. Bildung ist die Haltung
sein Verhältnis zur Umwelt in und mit der man lebt, zu reflektieren. Wobei diese Umwelt die
soziale Umwelt ist, die Natürliche Umwelt, die Kulturelle Umwelt und die Symbolische Umwelt ist.
Also es geht darum sein Verhältnis zu dieser Umwelten zu reflektieren und dieser Reflektion mit
Wissen zu fundieren: das ist Bildung. Bildung ist eine Haltung, also eine Kulturhaltung die weiß das
man systematisiertes Wissen braucht damit man ein Aufrechtes, ein Vernünftiges, ein Ausgeglichenes
Verhältnis in der Lage herzustellen ist. Geografie kann zum Beispiel dazu dienen ein Verhältnis
herzustellen zu Länder den man nicht Kennt – ein Verhältnis getragen von Aufmerksamkeit, Respekt,
Interesse – das wären die kulturellen Seiten dessen was wir Bildung nennen. Es gibt aber sowohl eine
Wissensseite wie auch eine Kulturseite. Und das sind beide Komponente von dem
Bildungsbegriff. Gerade bezogen auf dem Umgang mit Medien ist das ein Bildungsbegriff der
tatsächlich einschließen kann die Medienkompetenzen, also die Fähigkeit und die Bereitschaft aber
auch die Zuständigkeit und die Verantwortung Medien so zu gebrauchen das man im Gebrauch der
Medien ein Verhältnis zu den gekannten oder nicht gekannten Umwelten herzustellen in der Lage
ist, um sie zu Eigenwelten zu machen. Das andere zu erfahren um es einzugliedern in den eigenen
Lebenskontext und insbesondere in den eigenen Lebensvollzug. Weil wir in Umgang mit Medien und
im Kontext dieser mediatisierten Gesellschaft einen Zugang finden zu Welten die nicht unsere
Unmittelbar benachbarten Welten sind, sondern jeweils entfernte Verwandte sind, oder Televisionäre
Verwandte, also sie sind entfernt aber noch nahe, weil durch die Medialität haben sie eine ferne nähe
– televisionäre verwandte. Sie ist also nicht unmittelbar, sondern ist mittelbar dadurch da dass wir
uns vorstellen mögen oder vorstellen können das wir etwas gehört oder gesehen haben. Deshalb ist
es wichtig darüber nachzudenken oder zu wissen wie man selektiert und kontrolliert das man das
sogenannte ‚richtige‘ erfährt. Man kann zum Beispiel andere Kulturen aus dem Standpunkt und nur
aus dem Standpunkt der eigene Kultur betrachten kann. Das heißt wenn ich meine eigene Kultur
hinreichend kenne, bin ich in der Lage andere Kulturen aufzufassen. Wenn man zu seiner eigenen
Kultur kein Bildungsverhältnis hat, ist man nicht in der Lage zu anderen Kulturen eine
Bildungsverhältnis herzustellen, weil die Betrachtung eine andere Kultur immer einschließt das die
Kultur der eigene Betrachtung eine Rolle spielt. Also wie betrachte ich andere Kulturen, mit
welchem kulturellen Hintergrund? Mit welchen kulturellen Interesse? Das ist gewissermaßen ein
hermeneutischer Zirkel der besagt das wir anderes nur verstehen wenn wir das eigene verstehen
können.

Handlungspädagogischen Ansatz. Dieser Meint dass man Kompetenz hauptsächlich dadurch


erreicht dass man es selber tut. Die eigene Erfahrung ist immer die beste Grundlage um zu wissen
wie man in bestimmte Situationen umgehen soll. Aber nicht jede Situation kann man eigen erfahren –

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andere Kulturen können wir beispielsweise nicht auf diese Art und Weise wahrnehmen. Wir
brauchen dafür Vermittlungsstrukturen, diese Vermittlungsstrukturen sind aber immer
gesellschaftlich geordnete Vermittlungsstrukturen. Beim Handlungspädagogischen Ansatz im
Medienbereich ist immer eine Grenze gesetzt. In dem man sagt, ‚Lerne eine Zeitung dadurch das du
es selber tust, und wir machen eine Schülerzeitung.‘ Man kann sich also in die Tätigkeit einüben, aber
man übt sich möglicherweise in eine Tätigkeit ein mit dem Wunsch das möglichst gut zu machen,
was gesellschaftlich immer heißt anzupassen, anzugleichen an Vorbilder. Das ist also reine
Widerholungsarbeit, reine Widerholungstäter. Wenn diese nicht reflektiert wird, wie es oft in der
Schule ist dann ist es dieser Ansatz von wenig pädagogischer Kraft. Man muss sich alleine die Fragen
stellen, War es richtig, wichtig und notwendig was ich erlebt habe? Man muss diese Erfahrung
rückbinden an einen Abstraktionsmodell von Medienkommunikation, also an Theorien. Dann stellt
sich die Frage: An welche Theorien bindet man zurück? Welche Strukturen folgt man?

Wir verfolgen oft das Erfolgsmodell einer organisierten Gesellschaft. Das vorher genannte ist auch ein
Beispiel der Medienästhetik. Die Gesellschaft organisiert sich und konstituiert sich im Modell von
Medien. Zuschauen, Effekte herstellen, standardisieren um möglichst viele zu erreichen, und
möglichst allen gefallen. Das ist das Kulturmodell von Medien, wenn man sie Kritisch betrachtet.
Wenn das das Ziel wäre, dann ist das die Wiederholung eines Organisationsintrinsischen
Erfolgsmodells. Deshalb braucht es für eine Handlungstheoretische Ansatz in der Medienpädagogik
sehr viel Reflexion. Es würde nicht ausreichen nur das Funktion der Gesellschaft kennenzulernen,
also nur die Transfer- und Transportsysteme der Gesellschaft kennenzulernen, nur mit den
Institutionen des Öffentlichen Interesses in Kontakt zu kommen. Es reicht nicht Medien nur so
wahrzunehmen wie ein dispositiv des Austausches um dabei zu sein. Man ist auch dabei wenn man
dagegen ist. Man ist dabei wenn man dafür ist. Man braucht aber eine Entscheidung, aber es gibt
auch Entscheidungen zwischen drinnen. Man kann für etwas unter bestimmten Bedingungen sein,
oder auch dagegen. Genau diese Bedingungen sind die kritischen Variablen die man braucht, die
man nicht aus der Praxis holen kann in der man steckt, sondern nur aus einer Abstraktion der
Praxis – also aus der Theorie.

Die Wiederholung eines bestimmten gesellschaftlich geforderten Erfolgsmodells nennt man


Wiederholungszwang. Wie verwenden immer dieselben Methoden um denselben Problemen zu
lösen, und wir glauben wir haben bestimmte Probleme gelöst wenn wir erfolgreich sind. Erfolgt stellt
sich da in den Kontext von Ökonomie und Zählbarkeit – also je mehr Menschen das gefällt desto
besser ist es. Das ist der extrinsischer Motivationszwang den wir intrinsisch Durchüben – weil wir
von außen Belohnung bekommen, belohnen wir uns selbst damit. Dieser Mechanismus muss
durchgedacht werden bei solchen Programmen.

Natürlich lernen Schüler bei solchen Programmen die bestimmten Medientechniken sowohl die
soziale Ambitionen und Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen. All das können die Schüler
erfahren, aber es bleibt immer ein affirmatives lernen im Hinblick auf ‚das Medium ist ein Medium‘.
Dadurch werden Medien verstanden als ein Mittel um Kommunikation herzustellen.

Wenn wir Medien nicht so Verstehen aber als Ort der Vergesellschaftung – wenn wir also nicht von
eine Medientheorie sondern von eine Mediumstheorie sprechen, also eine Verallgemeinerungsmodell
haben, dann kommen wir auf den Begriff der Medialität als der Charakteristik der Gesellschaft in
der wir einander begegnen. Dann ist diese Medienwelt oder Medialität das soziale Ambiente, das
kulturelle Ambiente in dem wir entscheiden einander so zu begegnen wie wir begegnen. Zum
Beispiel wenn wir uns entscheiden über Medienpädagogik zu Reden und zu hören, dann entscheiden
wir uns im Rahmen diesen Settings (das ist die Medialität) diesen Vorgang der Kommunikation so
wie es hier läuft, zu akzeptieren. Der Diskurs das wir haben ist nicht auf den Medium beschränkt,

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sondern der Diskurs findet statt im Rahmen der Medialität – das heißt man denkt darüber nach
immer unter Wahrnehmung diese Lehr-Lern Kommunikationsmodell.

Es gibt kein medienfreier Diskurs – alle Diskurskontexte in den wir leben sind medial infiziert und
medial strukturiert, und medial charakterisiert. Das versteht man unter Medialität: Medialität als das
Ambiente oder soziale Umfeld, das kulturelle Umfeld, das symbolische Umfeld unsere
Kommunikation. Es gibt also unsere Kommunikation eine spezifische Note von Soziabilität, das
heißt die Gesellschaftlichkeit dieser Kommunikation, wie die Gesellschaftlichkeit andere
Kommunikationsverläufe in andere Strukturen, ist Mediatisiert und Medialisiert. Die Entscheidung
das Gespräch in dem Kontext zu tun in dem Setting zu tun, ist eben die Entscheidung zur Medialität
unsere Kommunikation. Wenn man von Medialität der Kommunikation spricht hat man also nicht
zwei unterschiedliche Dinge, das Medium und die Kommunikation, sondern Medialität ist eine
Charakteristik der Kommunikation und vice versa. Damit mit schafft man theoretisch und abstrahiert
ein Konstitutionsmodell, ein wechselseitiges Konstitutionsmodell – aber nicht ein Funktionsmodell.
Man sagt nicht die Kommunikation ist das Ergebnis aus Medien, oder Medien haben die Funktion
herzustellen. Das ist funktionalistisches, strukturalistisches Denken – ein integratives Denken setzt
das eine als die Charakteristik des anderen – als das Phänomen, Phänomenologisch – wir nehmen
die Kommunikation phänomenologisch als Medialität dar sowie wir Medialität
phänomenologisch als Kommunikation darstellen möchten. Wir sagen das was man mit Medien tut
muss doch etwas mit Kommunikation zu tun haben – es ist noch nicht ausgemacht, das meint man
nur. In der nicht beobachteten Realität haben Medien und Kommunikation miteinander gar nichts
zu tun. Es ist unsere Beobachtung in dem wir sagen Medien müssen etwas mit Kommunikation zu
tun haben, ansonsten hätten sie keine Relevanz und keine Bedeutung, sowie Kommunikation in der
Gesellschaft etwas mit Kommunikation zu tun haben muss ansonsten hat es keine gesellschaftliche
Relevanz weil ich erreiche die Leute nicht die ich erreichen möchte. Diese Modellierung, diese
theoretische Konfiguration ist bei den Bewahrungspädagogischer Ansatz,
Bewusstseinspädagogischer Ansatz und Handlungspädagogischen Ansatz noch nicht
eingeschrieben. Da handelt es sich immer noch um diese funktionalistischen Medien- und
Kommunikationsmodelle.

Reflexionspädagogischen Ansatz. Dieser Ansatz macht eine kleine Wendung. Die


Medienpädagogische Ansätze könnte man Typologisieren: Medienzentriert, Aussagenzentriert,
Kommunikatorzentriert, Rezeptionszentriert, Situationszentriert. Also der Fokus der Betrachtung
könnte den Kommunikator meinen, die Aussage meinen, das oder die Medien meinen, den oder die
Rezipienten meinen oder die soziale Situation meinen in der man Medien gebraucht. Die ersten
Ansätze sind Medienzentrierte Ansätze, also sie versuchen den Gedanken und die Absicht der
Pädagogik und das Ideenbild der Pädagogik unter Wahrnehmung des Mediums als eine Instanz
mögliche Wirkungen. Daher sind auch die Wirkungstheorien in diesen Ansätzen auch die
Referenztheorien. Sie sagen also der Mediengebrauch kann das oder jenes bewirken – Gewalt
Wahrnehmung, Werbung, Nachrichten und was sie auslösen. Das sind alles medienzentrierte
Problemstellungen in der Annahme das Medien Agenturen einer gesellschaftlich relevanten
Wirkung sind, wobei diese Wirkung an Verhalten der Personen gemessen wird. Und wenn die
Pädagogik die Haltung und das Verhalten der Personen beeinflussen möchte, dann entweder
bewahrt man die Menschen davor, oder man hilft sie das Kritisch zu reflektieren oder man hilft sie
das zu tun damit sie selber Merken was das für Wirkungen hat oder haben kann.

Der Reflexionspädagogischen Ansatz geht stärker in die Persönlichkeitsrichtung – es ist ein


Rezipientenzentrierte Ansatz und meint in der erste Linie heranwachsende Menschen die in der
gesellschaftlichen Organisation eingebunden sind, in einem pädagogischen Kontext. Also die

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Gesellschaft hilft den heranwachsende sich in die Gesellschaft einzuleben und sich an dieser
anzupassen. Das ist das Grundanliegen der Pädagogik und der Reflexionspädagogischer Ansatz
konzentriert sich tatsächlich darauf. Es zentriert sich nicht auf Medien sowie auf den Menschen bzw.
deren Persönlichkeit und dessen Interessen, dessen Bedingungen im Umgang mit Medien. Bei diesem
Ansatz kommt es darauf an, ‚Was machen den Menschen mit den Medien?‘ Das heißt der Kosten und
Nutzen Ansatz ist hier stärker realisiert, anstatt eines herkömmlichen Wirkungsansatz. Auch stärker
realisiert ist der Gedanke der Cultural Studies, also das der Medienumgang immer im Kontext all der
anderen soziale Zusammenhänge zu verstehen ist – also im welche Umwelten leben diese Menschen,
das es sie bringt und dazu ‚verführt‘ Medien so oder eben anders zu gebrauchen? Hypothese: Warum
ist es so dass in den betuchten Familien heranwachsende sich zunehmend in der Medienwelt (also
deren Medienrealität) verfluchten? Warum ist der Fernsehkonsum in Brasilien so wichtig? (Bevor sie
ein Wasseranschluss haben, haben sie ein Fernsehanschluss.) Warum ist das so? Das muss etwas zu
tun haben mit der Einschätzung, Wahrnehmung, Auswertung der unmittelbaren
Lebenszusammenhänge – die entweder befriedigend oder frustrierend sind, je nachdem wie man
lernt sie zu verstehen. Dieselben Armutsbedingungen die man in Brasilien findet, findet man in Süd-
Ost Asien auch, aber dort gehen die Menschen damit ganz anders um. Also all diese kulturellen
Mentalitätsunterschiede spielen eine große Rolle im Umgang mit Medien. Dieser Ansatz bezieht also
auf Kulturen gerade wenn es um Personen geht, weil die Personen immer ein Ausdruck der Kultur
in der sie sind Leben.

Wir denken oft in dem Ansatz dass wenn wir von Persönlichkeit reden wäre das eine
Eigenschaftssetting, also dass bestimmten Eigenschaften machen eine Persönlichkeit. Damit haben
wir ein Objektbild von Persönlichkeit das im Grunde kein Objektbild ist. Die Persönlichkeit ist aber
eine Zuschreibung, eine kulturelle Zuschreibung – es ist also ein Phänomen das nicht dem Anhaftet
dem wir es zudenken, sondern ein Phänomen das die Gesellschaft anhaftet die so über andere denkt.
Wenn wir von Persönlichkeit reden, kann man das in zwei Linien machen, einmal in der Linie der
Sozialisation und einmal in der Linie der Individuation. Das sind die beiden Konstrukt mit denen
wir das beschreiben, was wir Persönlichkeit nennen. Wir erkennen Menschen an deren Verhalten, an
deren Stimme, an deren Stimmengebrauch – all diese Erfahrungen Zusammen deuten wir als
Persönlichkeit, und verbinden damit bestimmte Haltungen. Die Verhältnisse in denen wir leben,
gestalten sich aus bestimmten Verhaltensweisen, und diese Verhaltensweisen stammen aus
bestimmten Verhältnissen. Die Architektur ist also: Haltungen, Verhalten, Verhältnisse. Haltung als
Habitus, Verhaltensweise als ‚Behavior‘ und Verhältnisse als jene Situation die bestimmt ist durch
den Zusammenspiel von den Menschen die in bestimmte Situationen zueinander in einen Rollenspiel
kommen. Darin spielen die Medien eine Rolle, aber nicht nur in den Verhältnissen – sondern eben
auch schon in der Verhaltensweise und auch in den Haltungen. Also den Reflexionspädagogischen
Ansatz braucht einen Setting der sowohl der Theorie wie auch der Praxis, wo es nicht nur geht an den
Haltungen zu arbeiten – also der eigene kritische Reflexion des Mediengebrauchs sondern auch an
den Verhaltensweise, also ‚Wie mache ich das? Welchen Habitus soll ich mir angewöhnen?‘ Der
Reflexionspädagogischer Ansatz meint also die Fähigkeit, die Bereitschaft, und die Zuständigkeit
über seine eigene Haltungen zu reflektieren, um kritische Entscheidungen in Bezug auf das
Verhalten treffen zu können, und mit dem Verhalten sich in jene Verhältnisse einpassen zu
können und einbinden zu können in denen man lebt, ohne dabei repressiv unter zu gehen. Es gibt
da ein repressives Modell und ein emanzipatorisches Modell – dies ist eine wichtige Unterscheidung
für den Reflexionstheoretischen Ansatz. Das man weiß also dass man über sich selbst repressiv
denken, man kann sich in Repression spiegeln – man kann sich aber auch in einem
emanzipatorischen Modell spiegeln, von Persönlichkeit – das eben getragen ist von dieser Balance
zwischen Assimilation und Akkumutation. Man soll also den Schwerpunkt nicht auf Assimilation
sondern auf Akkumutation setzen – also die Fähigkeit sich den Umständen der eigen Vorstellungen

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anzupassen, was immer heißt an den Umständen etwas zu verändern. Eben das ist der
emanzipatorische Vorgang der heißt, ‚Ich spiele mich frei‘ Also sich aus der Handhabung
gesellschaftlicher Herrschaftsmodelle, die man längst schon internalisiert hat sich freizuspielen durch
kritische Reflexion. Diese emanzipatorische Haltung kann und wird sich ausdrucken in den
Verhaltensweisen.

Häretisches Denken heißt das Denken in Wahlfreiheit und das ist ein emanzipatorisches Denken.
Man brauch Ideen um etwas zu verändern, aber man kann Ideen nicht aus der Praxis ziehen sondern
man braucht eine kritische Betrachtung – also aus dem Versuch die Praxis anders zu denken als sie
tatsächlich ist. Im Kontext von Medien heißt das Medien zu gebrauchen um sich freizuspielen von
gesellschaftlicher Repression.

Der Medienbildungsansatz – dieser richtet sich stärker im Sinne einer politischen-gesellschaftlichen


Partizipation, als Selbstrealisierung und das ist ein emanzipatorisches Programm. Die
Selbstrealisierung ist vermutlich nur dann möglich wenn genügend Grundlagen dafür geschaffen
sind. Man sich nur selbst realisieren wenn bestimmte Bedingungen hinreichend erfüllt sind – in Sinne
also der Pyramide von Maslow jetzt. Wenn in alle wichtigen Lebensbereiche Sicherheitsbedingungen
geschaffen sind, das man sich nicht fürchten braucht das sich etwas dort verändert. Wenn man also
akzeptiert und anerkannt ist in einer sozialen Umwelt – wenn diese Bedingungen erfüllt sind, dann
ist man in der Lage sich selber treu zu bleiben und sich selber zu verwirklichen, dadurch kann man
sich Absätzen und ändern und man muss nicht ständig das wiederholen was von einem erwartet
wird.

Natürlich kann man in den Medien nur die Wahrheit sagen oder auch darstellen wenn man weiß
durch meine Selbstdarstellung sind meine Lebensgrundlagen nicht gedroht. Also denken wir zum
Beispiel an die Gay Community – kann sich jetzt als Gesprächspartner mit der Gesellschaft
einbringen weil sie damit rechnen kann das gesellschaftliche genügen Grundlagen dafür geschaffen
sind, das Lebensbedingungen eines schwulen Lebens nicht in Frage gestellt werden – weder
ökonomisch, noch sozial, noch im Sinne der Anerkennung. Es sind genügend gesellschaftlicher
Signale vorhanden, das Menschen innerhalb eine solchen Gruppierung, sich hinreichend darstellen
können, immer unter den Schutz einer bestimmten Gruppe zugerechnet zu werden. Und sie wissen
dass man nicht als einzelne, sondern immer als einzelne im Kontext einer Gruppe die Gesellschaft
gegenüber steht. Das ist gewissermaßen eine Bestätigung der Maslow Pyramide, das diese
Grundlagen doch erforderlich sind. Es ist also offenbar ein Kommunikationsmuster das wir uns selbst
darstellen können, was wir auch brauchen weil durch die Selbstdarstellung … wie sehe ich mich
selber wenn ich mich andere zeige? Es ist wichtig im Sinne der Erfahrung der Soziabilität, der
Individualität richtig, wichtig und notwendig mich anderen darzustellen sonst weiß ich nicht wer ich
bin. Man kann über sich selber nur dann wahrnehmen und denken in der Unterstellung das man
einen Teil eines anderes ist – eine Umwelt, und das alles was wir den verallgemeinernde Andere
nennen. Nur so kann man sich selber identifizieren – es ist ein auslösen aus eine größeren Umwelt.
Dieser Vorgang ist auch ein Personifizierungsvorgang – ein Vorgang der Individuation auf der einen
Seite und zugleich ein Vorgang der Sozialisation auf der anderen Seite.

Wenn es also darauf ankommt das man sagt die Gesellschaft soll sich zusammensetzen aus Menschen
die sich selber treu bleiben, damit die Gesellschaft einen Mechanismus des Vertrauens aufbauen kann
(also rechnen damit das die Menschen sich treu bleiben) dann baut einer solchen Gesellschaft unter
Bedingung der individuellen Wahrheit. Es ist aber meistens nicht so. Wenn wir die gesellschaftliche
Kommunikation mit einem kritisch-empirischen Modell betrachten, dann ist Kommunikation
eigentlich ein gegenseitiger ausgehandelter Täuschungsvertrag. Es ist ein Rollenspiel der Teil unsere
Identitätsspiels ist, und diese Theater- und Darstellungsmodell ist ein theoretisches Modell mit dem

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wir einordnen können, aber auch verstehen können was die Herausforderung von Kommunikation
ist im Sinne von Selbstdarstellung und der Begegnung von anderen und das Aushandeln von
Unterschiede um sich am Ende vom Aushandeln der Unterschiede sich auch verstanden zu haben –
eine mögliche Definition von Kommunikation. Das wird unter Bedingung der Medien und
Medialität noch schwieriger weil wir übersetzt denken müssen – der Mediendiskurs ist eine
Ökonomische Übersetzung, eine Technologische Übersetzung und eine Kulturelle Übersetzung
unmittelbarer Kommunikationserfahrung die wir miteinander machen. Diese Übersetzungsleistung
braucht auch Kompetenz: wie zum Beispiel die technische Kompetenz, die soziale Kompetenz
oder die ethische Kompetenz.

Dieser Selbstrealisierungsansatz in der Medienpädagogik beschreibt die Position einer


kulturalistischen Kommunikationswissenschaft. Also die Medientheorie die im Hintergrund steht ist
die Theorie der Cultural Studies und des Verständnisses das Medien Agenturen der sozialen Praxis
sind – also sie sind Referenzmodelle wie wir miteinander Handeln können und wie wir Medien
gebrauchen können um miteinander in Verhandlungsprozesse zu kommen. Es geht in der
Medienbewertung eben um die Frage der Medienkultur, nicht um der Medienstruktur, es geht um
die Medialität als Charakteristikum des gesellschaftlichen Daseins, des Individuum oder der
Gesellschaft als solcher. Der Pädagogik Ansatz unterstellt das Kultur und Kulturwissen im Laufe
eines sozialen Programmes realisiert werden, wobei dann wieder Kultur ein Programm für den
sozialen Umgang wird. Also auch hier ist ein auto-konstitutives Mischverhältnis festzustellen. Dieser
Ansatz baut auf die Grundlage, auf das Verständnis von Bildung nicht als Bildungserfolg, sondern
Bildung als ständige Reflexion meines Verhältnisses zu natürlichen, sozialen, symbolischen,
kulturellen Umwelt unter Anwendung der not-wendigen Wissens.

8. Vorlesung – Medienpädagogik – 15.12.2010 (Gastvortrag OKTO)

OKTO ist ein Staatfernsehsender der sich bemüht durch Medienkompetenz Menschen die im
Mainstream Medien nicht vorkommen eine Chance zu geben sich darzustellen und über den
Gebrauch von Medien einzuklinken in die Gesellschaft. Die Überlegung Publikum Programm zu
machen ist schon sehr alt – ist in den 70er entstanden auf Basis der kritischen Theorie. Es war immer
der Gedanke dass die authentische Beteiligung und der authentische Partizipation gesellschaftlichen
Zusammenhänge für die Konstitution der Gesellschaft ein höherer Relevanz hat als jene Formen von
Professionalisierung, auch unter den Bedingung bester Qualität. Wenn wir Gesellschaft verstehen als
jenen Zusammenhang der sich durch Kommunikation darstellt, und Gesellschaft das ist wie wir über
sie Kommunizieren dann stellt sich die Frage ob diese Kommunikation so ist das die Menschen
intrinsisch beteiligt sind an diese Kommunikation, das sie es als ihre Kommunikation verstehen
und nicht als eine Kommunikation über sie. Diese Unterscheidung zwischen eine gewissermaßen
Institutionelle, industrielle gefertigten Öffentlichkeit und eine aus spontanen Prozessen entstehende
Öffentlichkeit – diese Diskussion hat es lange gegeben. Man muss auch den Unterschied verstehen
zwischen einen sozialisierten Mediengebrauch und ein sozialen Mediengebrauch. Der Soziale
Mediengebrauch ist ein Anliegen von Medienpädagogik und Medienbildung, in dem Sinne Medien
so zu gebrauchen das man sich mit ihnen jene Welten erschließen kann in denen man sich auch zu
Recht finden möchte, in denen man sich identifizieren kann immer unter Wahrnehmung der
Voraussetzung das man sich selber nur dann verstehen und identifizieren kann wenn man sich wenn
man sich auf andere bezieht.

 OKTO als gemeinnützige GmbH


 Afrika-TV als erste Sendung mit dem OKTO on Air gegangen ist in 2005

OKTO Grundsätze

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 Offen im Zugang: Menschen können jederzeit kommen die eine Sendung produzieren
wollen.
 Partizipativ in der Produktion: Sendungen sind von Communities Selbstbestimmt und
Verarbeitet
 Vielfältig und Divers im Programm: Zugangs Gleichheit und Gerechtigkeit
 Komplementär zu Mitbewerbern: OKTO versteht sich als Medium der Dritten Sektor, also in
Dualen Rundfunk System gibt es Private Medien oder den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk
– alle Medien die sich nicht als Private verstehen, gehören dem dritten Sektor an, mit dem
Auftrag ein Komplementär Programm zu dem was sonst Angeboten wird zu zeigen.
 Nicht-kommerziell: OKTO ist nicht gezwungen die Zuschauer an die Werbetreibende
Wirtschaft zu verkaufen

Bei OKTO klare Trennung zwischen Geschäftsführung und Finanzieller Verantwortung und
Programm. Damit die Werbeabteilung nicht bestimmt welche Inhalte kommen – was sonst Gang und
gebe ist.

OKTO in mehrerlei Hinsicht als Ausbildungszentrum – Grundlage des Fernsehmachens kann am


Abend erlernt werden zum Beispiel.

OKTO Finanzierung

 Basissubvention der Stadt Wien, wird immer in 3 Jahresverträge festgelegt


(Planungssichersheit deswegen) Vom Gedanke her ist diese Subvention für ein
Unternehmen der Medienkompetenzvermittlung macht.
 Bundesmedienförderung gibt es auch. Diese ist ganz klar eine Inhaltsförderung.
 EU Projekte
 Technologieprojekte
 Eigenmittel (Kleiner Anteil)

OKTO ist Plattform für:

 Diverse Communities: Nicht nur ethnische Communities, sondern alle Menschen die ähnliche
Interessen teilen
 Kunst und Kultur
 Mehrsprachige Programme
 Experimentelle Formate – Wie kann ich den Medium auf seine Grenzen führen?
 Jugendsendungen
 Wissenschaft, Bildung
 Austausch und Begegnung

Damit Menschen Programme machen können werden Infrastruktur und Equipment zur Verfügung
gestellt:

Equipment

 Kameras, Stative, Licht, Mikros


 Schnittplätze und Support
 OKTO Studio und Support

Voraussetzung

51
 Workshops absolviert
 Kaution (60€/Set)
 Mitarbeit an einer Nullnummer oder regelmäßigen Sendungen (abgeschlossene
Vereinbarung)

Verpflichtung der Sendung ist das mindestens 30 Minuten jede 4 Wochen produziert werden.
‚Democracy Now‘ wird auch Tagesaktuell ausgestrahlt – steht um 16 Uhr zur Verfügung, dann wird
es umgewandelt usw.

Wer empfängt OKTO?

Reichweite (technisch)

Über 1 Mio. Winerinnen + 130,000 Haushalte in ganz Österreich. Weitester Seherkreis: 233.000
(Unique Clients)

Was hat OKTO mit Medienpädagogik zu tun? Man sagt das Königsweg der Medienpädagogik sei
der eigene Mediengestaltung. (?)

Vermittlung von Medienkompetenz durch

 Erwerb technische gestalterische Fähigkeiten (Wie produziere ich Inhalt für Fernsehen?)
 Kommunikationskompetenz
 Medien- und Urheberecht
 Eigenverantwortung (Selbstbestimmtheit)
 Produktionspraxis
 Erfahrung von Öffentlichkeit
 Medienkritik

OKTO bietet eine Studiopraxis an, also eine Dreimonatige Praxisphase in dem man lernt wie eine
Fernsehproduktion in eine Fernsehstudio funktioniert.

OKTO ist auch eine Plattform das sich Menschen zusammenfinden und unter Referenz von
bestimmte Themen sich eben auch als Korpus erfahren, was ein gesellschaftlich Therapeutisches
Moment darstellt. Die Vermittlung von Medienkompetenz unter die Bedingung dass Menschen sich
auch noch in sozialen Gruppen zusammenfinden, wir verstärkt. Es geht nicht nur darum Medien zu
nutzen um sich darzustellen, sondern es geht schon um den Effekt gesellschaftlichen Strukturen
herzustellen die gesellschaftlichen Werte entsprechen. Solidarität, friedliche Nachbarschaft,
gegenseitige soziale Aufmerksamkeit usw. Migration und Integration sollten nicht also Probleme
vorgestellt werden, sondern als Tatsachen die andere gesellschaftliche Positionen sichtbar machen.
Wir leben nicht in eine Gesellschaft die stabil hält sondern in eine die in Bewegung ist. Diese
Bewegung schafft auch eine Elastizität der Gesellschaft die wir in vielen Bereichen längst verloren
haben.

Das Programm ist nicht die erste Stelle dir gefüllt werden muss, sondern das Programm ist der
Rahmen Menschen zusammenfinden zu lassen und zusammen zu bringen und auf diese Weise jene
Form von gegenseitigen Aufmerksamkeit und Interesse zu entwickeln, das nicht nur entsteht weil
man über OKTO produziert sondern das entsteht damit man dort produzieren kann. Das heißt das
hat ein intrinsischer Wert. Diese Communities erleben sehr stark dass sie selber merken dass sie
interessant sind für anderen wie sie sich umgekehrt für andere interessieren. Das ist so wie ein
sozialer Flohmarkt – man bringt was mit und man nimmt etwas mit.

52
9. Vorlesung – Medienpädagogik – 12.01.2011

Es werden bei der Prüfung vier größere Zusammenhangsfragen vorgelegt, davon darf man drei
auswählen und (ausführlich) beantworten.

Worum geht’s bei der Medienpädagogik? Es handelt sich einmal um ein theoretisches Programm
und einmal um ein praktisches Programm. Das theoretische Programm ist nicht nur die
Systematisierung der Praxis, sondern das theoretische Programm ist ein Programm der kritischen
Beobachtung des Mediengebrauchs mit der Zielsetzung daraus eine pädagogische Praxis zu
entwickeln – nur insofern gehören Theorie und Praxis zusammen. Insofern ist auch die
Medienpädagogische Theorie auch die Theorie der Praxis, und die Praxis der kritische Versuch der
Umsetzung theoretische Erkenntnisse.

Medienpädagogik als ein theoretisches Programm wie auch als ein praktisches Programm ist so etwas
wie die erschließungsperspektive der Kommunikationswissenschaft. Deshalb weil Kommunikation
wissenschaftlich zu betrachten ein Referenzpunkt braucht – nämlich den Referenzpunkt einer
Wertvorstellung, einer Umsetzung und auch den Referenzpunkt einer Verwertung der Ideen und
Gedanken. Wenn Kommunikation etwas mit dem Lebenskonzeption des Individuums oder der
Lebenskonzeption der Gesellschaft oder mit der Konstitution der Gesellschaft an sich zu tun hat,
dann kann man ohnehin eine Wertorientierte Fragestellung nicht ausschließen, und wertorientierte
Fragestellungen sind natürlich Fragen der Pädagogik. Wie erziehen wir uns selber oder wie
erziehen wir andere, wie bilden wir uns selber und wie bildet man andere um zu einem
Mediengebrauch zu kommen bzw. diese zu entwickeln. Ein Mediengebrauch der eine rationale
Grundlage für Konstitution der Gesellschaft darstellt oder eine rationale kognitive Grundlage für die
Konstitution der eigene Lebenskonzeption. Medienpädagogik ist ein erschließungsperspektive der
Kommunikation der Gesellschaft, wie natürlich auch der Gesellschaft der Kommunikation. Diese
Gesellschaft der Kommunikation ist eine Gesellschaft die weiß dass sie sich aus der Kommunikation
bildet, in den Strukturen der Kommunikation sich selber wahrnimmt und sich in den Strukturen
aber auch in der Kultur von Kommunikation realisiert. Gesellschaft ist immer das wie man über
sie kommuniziert – also wie wir über sie reden. Wissenschaftlich gesehen ist die Gesellschaft ist
nur eine Gesellschaft im Hinblick auf Kommunikation. Genau wie uns die Kommunikation der
Gesellschaft interessiert, so musste uns ach die Gesellschaft der Kommunikation interessieren. Haben
wir jene sozialen Rahmenbedingungen die man braucht oder die es braucht damit
Kommunikationsverläufe tatsächlich das erreichen können was wir ihnen normativ unterstellen,
nämlich die Gesellschaft grundzulegen, zu begründen und zu konstituieren.

Medienpädagogik ist eine tiefenperspektive Kommunikationswissenschaftlicher Analyse, im


Hinblick auf den Mediengebrauch. Insofern ist sie natürlich eine Erweiterung, sowie hinsichtlich der
Inhalt wie auch der Methode, des Kommunikationswissenschaft. Und zwar einmal eine Art
Horizonterweiterung der Kommunikationswissenschaft und der Medienforschung selber im
Hinblick die Analyse der gesellschaftliche Phänomene der Kommunikationskultur, und natürlich
werden durch die medienpädagogische Analyse unterschiedliche Bereiche der
Kommunikationswissenschaft zueinander auch inhaltlich vernetzt. Davon zu reden was einen
vernünftigen Mediengebrauch begründet lässt sich nicht nur als lineare Frage beantworten, sondern
verlangt automatisch den Kontext unterschiedlicher disziplinärer Zusammenhänge – der
Psychologie, Soziologie, Anthropologie, Pädagogik usw. Insofern ist Medienpädagogik
gewissermaßen ein Knotenpunkt der Vernetzung kommunikationswissenschaftlich relevanter
Theorien aus unterschiedlichen Wissenschaften.

53
Es geht bei Medienpädagogik auch nicht nur um ein Erziehungsprogramm mit einer bestimmten
Zielsetzung, sondern es geht um ein Bildungsprogramm – ein Bildungsprogramm spricht den
größeren Zusammenhang von Medienpädagogik an. Die Unterscheidung Medienpädagogik und
Medienbildung könnte man wie folgt Formulieren: Medienpädagogik betont stärker die intentionale
Seite der Pädagogik, also des Versuchs ein Erziehungsprogramm zu gestalten mit dem man
deklariert aber auch signalisiert das man heranwachsenden Menschen die Forderung von Wissen
und die Forderung von Haltung und Verhalten vermittelt um in die Lage zu kommen Medien in
dem Sinne Kompetenz anzuwenden das sie nicht nur wissen wie man Medien anwendet, sondern
auch warum man sie wie integriert – das ist eine Frage des Bewusstseins. Bildung umschreibt beide
Dimensionen, also Wissen sowohl wie Bewusstsein. Wissen ist stärker die Informationsseite von
Bildung und Bildung als Haltung oder als Habitus beschreibt stärker die Fähigkeit und die
Bereitschaft sich mit Erfahrungen und Wissen reflektorisch auseinanderzusetzen um über diese
Auseinandersetzung sein eigenes Verhältnis zur Umwelt darzulegen, zu beschreiben aber auch zu
orientieren. Das betrifft nicht nur die natürliche Umwelt sondern auch die soziale Umwelt, die
kulturelle Umwelt und die (besonders hinsichtlich der Medien relevant) Symbolischen Umwelt. In
diesem Sinne ist Bildung einerseits ein Prozessbegriff, anderseits eine Begriff der gewissermaßen
etwas Erreichtes darstellt – also ein zustand den man erreichen kann durch ein bestimmten Prozess –
beides sind aber natürlich unter Bildung gemeint.

Wie kommt man zu der Thematik der Medienpädagogik: Einerseits ist das ein Heuristischer Weg –
also ein Weg wo darum geht Zusammenhänge zu finden und zu entdecken, und nicht einfach nur
voraussetzt. Es braucht eine Hermeneutik/Hermeneutischen Ansatz der besagt das wir
Wissenszusammenhänge haben die nicht für sich selber als Objekte stehen, sondern die
Wissensobjekte werden in dem wir sie beobachten – und wir wissen dass sie für uns als
Beobachtung eine Bedeutung haben. Sie sind wichtig für die Gestaltung des Lebens, sie geben
Orientierungsmuster nicht nur für den einzelnen sondern für Gesellschaften und damit eben
Kommuniziert werden und Kommuniziert werden müssen. Deshalb muss man an diese
Phänomene mit einen Verstehens-Konzept herangehen und nicht nur mit eine Definierungs-Konzept
oder einen Objektivierungs-Konzept.

Der Begriff der Häresie (Häretik): Wenn wir von Theorien reden sind wir immer noch geneigt von
Zusammenhänge zu sprechen, die in sich richtig sind und weil sie richtig sind auch ein gewissen
Anspruch auf relativen Wahrheit haben. Wir verwenden Theorien auch gerne als gäbe es hinter ihnen
keine weiteren Aussagen mehr – sie Kriegen dadurch den Charakter eine gewissen Lehre oder
Dogmas. Man lernt Theorien oft wie Gesetzmäßigkeiten zu beschreiben. Gerade im Zusammenhang
der Beschreibung von Medien und Kommunikation und Mediengebrauch braucht es eine gewisse
Häresie. Häresie verstanden als die Fähigkeit und Bereitschaft auch gegen die Regeln zu denken,
regelwidrig zu denken, abwechselnd zu denken oder in Abwandlung zu denken. Häresie ist also
nicht nur Irrlehre sondern auch bewusste Abwechslung zu schaffen, auch im Gebrauch von Theorien
damit sich Theorien nicht festsetzen als Plausibilitäten von denen wir meinen wir können sie nicht
umstoßen. Zum Beispiel das Denken von Medien als Institutionen wo Informationen hineingehen
und herauskommen – das ist ein plausibles Modell aber nur ein Modell – nur der Modell kann
plausible sein und nicht die Sache selbst. Die Sache die das Modell beschreibt braucht auch andere
Metaphern. Auch das Modell des Transportes ist nichts anderes als eine beschreibende Metapher für
etwas das wir als Zusammenhang erleben aber nicht nachweisen können, sondern die Sache nur so
interpretieren weil wir es auch interpretieren möchten. Dieser Grunderfahrung der Soziabilität und
des Grunderfahrung des Gesellschaftlichkeit des Menschen macht es sich aus das wir in diese
Konstellation wenn zwei oder mehr Menschen miteinander zu tun haben die Betrachtung
einschließen das es gut sein möge für die Beiden und auch für andere dritte die nicht dabei sind –

54
deshalb versuchen wir auch in der Medienkommunikation solche Glücksmodelle einzuschließen, und
diese Glücksmodelle auch in den Theorien zu gebrauchen. Dies macht deutlich das gerade in
Kommunikationszusammenhänge oder dort wo der Medienzusammenhang und
Kommunikationszusammenhang betrachtet werden, das wir da zum Großteil mit normativ oder
normativ Kritischen Theorien arbeiten.

Wenn wir der Zusammenhang der Gesellschaft im Hinblick auf Medien und Kommunikation
betrachten dann können wir das in unterschiedlichen Positionen tun. Es gibt einen
Universaltheoretischen Position die zu einem gewissen Grad auch Kulturtheoretisch ist, und diese
schließt ein unterschiedlich logische Orientierungssysteme wie Anthropologie, Soziologie oder
Psychologie als jene Denkzusammenhänge die sich einmal mit den Menschen beschäftigen oder der
Gesellschaft – all das sind keine tatsächlichen Gegenstandsbereiche sondern sind
Beobachtungzusammenhänge von denen wir wissen das wir den Menschen beobachten können
als Individuum, oder als Repräsentant von Gesellschaften und soziale Zusammenhänge. Die
Universaltheoretische Position ist wichtig damit wir uns nicht auf Theorien oder auf ein bestimmtes
logisches System verlassen müssen. Der Zusammenschluss diese Perspektiven ergibt ein breites
theoretisches Feld das nicht erreicht werden kann auf gesetzmäßig definierten Theorien, sondern
eben durch Hermeneutik als den Versuch des gegenseitigen sich Verstehens oder verständig
Machens von zusammenhänge aus jeweils unterschiedliche Perspektiven.

Es macht in der Medienpädagogik kein sinn nur von Medien oder Kommunikation zu reden. Wir
konzentrieren uns tatsächlich auf eine durch Medien strukturierte und organisierte Form von
Kommunikation. Aber die Kommunikation wird nicht durch Medien gemacht, sondern im
Hinblick auf den Gebrauch von Medien gemacht. Der Gebrauch von Medien ist der Relationspunkt
oder der Beziehungspunkt der Kommunikation die ohnehin nicht anders als Mediatisierung und
Medialisierung abläuft. Jede Form von Kommunikation verlangt die erste Grundentscheidung was
ist der Referenzpunkt unsere Verständigung. Dieser Referenzpunkt unsere Verständigung heißt wir
brauchen etwas das wir als Vermittlungsstruktur beide akzeptieren damit wir in der Lage kommen
einander zu verständigen. Das kann ein Fernseh- oder Radioprogramm sein, aber das kann auch die
Vorlesung sein. Was man in der Vorlesung bildet ist der erste Punkt der Entscheidung über die
Kommunikation dass wir es in der Art und Weise tun wie wir es tun. Das Wissen das wir uns in der
Vorlesung zusammenfinden ist gewissermaßen die Medialität der hier möglichen
Kommunikation die woanders nicht stattfinden könnte. Der Mediencharakter ist der
Referenzpunkt auf den man sich bezieht. Wenn also ein Medium das Referenzgröße ist auf den wir
uns beide vereinbaren damit wir uns verständigen dann ist das Medium immer ein integrierter
Bestandteil, inhärenter Kategorie unsere Kommunikation, und nicht etwas das außerhalb wäre. Wir
entscheiden über die Wirkung der Kommunikation durch den medialen Referenzpunkt den wir
wählen. Es ist jene Punkt an dem wir uns Orientieren und das was wir als Information in Erfahrung
bringen als Information auch so verarbeiten zu können.

In diesem Sinne ist auch die Gesellschaft und ihre Institutionen auch nichts anderes
Mediatisierungsstrukturen, also Referenzpunkte unsere Verständigung wie z.B. die Universität als
eine Komplexe Organisationseinheit des Bildungs- und Lernprozesses. Dieser Begriff von Medien
angewandt auf Rundfunk, Fernsehen und Radio als Größen auf dem wir immer Medienpädagogik
beziehen – es geht nicht darum das man lerne diese Medien zu gebrauchen, sondern das man lernt
mit dem Potenzial der Medialität oder Referenzialität der Information, der Unterhaltung, oder des
Wissens so umzugehen das es uns eine Bedeutung vermittelt die man andere wieder weitergeben
kann, oder wo man sich dann in Anschluss an der Gesellschaft zu einklinken kann das man seine
Identität bewährt aber immer noch für andere ein Interessant Gesprächspartner bleibt. Ein

55
interessanter Gesprächspartner wird man nur, wenn man etwas anderes Einbringt als was der andere
schon weiß.

Wenn wir versuchen zu verstehen was ein Medium ist oder was Medien heißen können oder was
Medialität heißt und was bedeutet das für die Pädagogische Theorie? In diesem Zusammenhang ist
es wichtig zu verstehen das Medien Durchgangspassagen der sozialen Praxis der Gesellschaft sind.
Zum Beispiel die Universität ist eine Durchgangspassage unseres Versuches sich mit sich selber in
wissen um den gesellschaftlichen Rahmen in den man lebt verständigen zu können. Man kann
sich nach diesem Modell mit anderem Verständigen nur wenn man mit sich selber verständigt ist.
Man braucht auch die Verständigung andere um sich mit sich selber zu verständigen. Man kann sich
mit sich identifizieren wenn man sich andere identifizierbar macht. Wenn man sich andere nicht
Identifizierbar mach, weißt man nicht wer man ist. Man braucht die Rückmeldung und die
Spiegelung des anderen um zu wissen wer man ist. Umgekehrt braucht man den anderen um
überhaupt zu erfahren wer man ist. Es ist ein wechselseitiger Vorgang von dem es kein definierten
Anfang und kein definiertes Ende gibt, sondern das ist gewissermaßen ein Kreislauf oder ein Modell
aber keine Tatsache. Das ist ein Vorgang der nur dadurch besteht das es sich ständig in Bewegung
hält. Mit diesem Modell denkend können wir verstehen was es heißt Medien als Referenzpositionen
so zu gebrauchen das wir entdecken wer wir sind und das wir mit uns selber verständigen können
wissend das diese Verständigung nur funktioniert wenn wir uns mit der gesellschaftlichen Umwelt,
der kulturellen Umwelt, der sozialen Umwelt uns auch verständigen. Dieser Verständigungsversuch
ist genau der Inhalt dessen was wir Bildung nennen – die kritische Reflexion meines
Verhältnisses zu mir selber, die kritische Reflexion meines Verhältnisses zur Umwelt unter der
Bedingung des Gebrauchs von Wissen, weil wir wissen dass diese Beschreibung der Verhältnisses
zur Umwelt nicht mehr nur Intuitiv geschehen kann sondern in eine organisierte Gesellschaft
auch einen organsiertes Bewusstsein oder organisiertes wissen braucht. Daher wissen wir das wir
in dem Bildungsprozess den wir gebrauchen eben Wissen als sie organisatorische Note dahinter oder
darinnen eine genauso wichtige Rolle spielt wie die Intuitive Auslegung meiner oder der Situation
anderer. All diese Überlegungen führen uns weg von diesem Transportmodell der Medien, auch weg
von diesem Einflussmodell von Medien – und daher ist Medienpädagogik eben nicht das theoretische
Gebäude wie man lernen uns mit Medien umzugehen damit sie in seine Lebensorganisation richtig
integriert – das ist ein Organisationstheoretische Ansatz oder ein Strukturtheoretische Ansatz aber
kein Kommunikationstheoretische und auch keine Kulturtheoretische Ansatz.

Die Unterscheidung der Gesellschaft von Kommunikation und Organisation ist wichtig. Klar
brauch die Gesellschaft ein Organisationsgerüst - die Gesellschaft ist nicht dasselbe wie das
‚soziale‘ – wenn man von Soziabilität redet, dann meint man den Grunderfahrung des Menschen
dass er sein kann, die ‚ability‘ unter der Bedingung der Unterstellung das er nicht der einzelne ist
sondern das er nur sich einzeln darstellen kann im Wissen des Umganges mit einem Anderen, was
auch immer das andere sein mag. Das ist die anthropologische Grunderfahrung und diese ist die
philosophische Grundlage für die Gesellschaft die aber selbst wieder nicht nur die Wiederholung
dieses Bewusstseins von Soziabilität ist, sondern die die Organisationsform diese Soziabilität ist.
Durch die Organisation der Soziabilität des Menschen in Form von Gesellschaft und Gesellschaften
viel von dem ausgeblendet wird was die Soziabilität des Menschen ausmacht. Wir werden unter
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in all dem Wahrgenommen was wir sind oder sein
möchten. Zum Beispiel man sitzt in der Vorlesung in spielt ein Rolle – entweder als Vortragender
oder als Student. Allerdings ist man durchaus ‚mehr‘ als diese Rolle die man Spielt. Organisationen
sind immer Verknappungen und Selektionen, also selektive Beobachtungsmuster dessen was sie
organisieren, also den Menschen beispielsweise. Wenn wir von Medienpädagogik reden kann es
schon darum gehen dass sie doch die Aufgabe hat mit diesem Organisationsmuster der Gesellschaft

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soweit sie Medialisiert sind, kann es schon Aufgabe der Medienpädagogik sein wie wir damit
umgehen. Theoretisch betrachtet wäre das zu wenig. Deshalb brauchen wir diese
Universaltheoretische Zugangsweise die sicherstellt wenn wir das wissenschaftlich betrachtet nicht
ausblendet das es um das anthropologische und nicht nur Organisationslogische geht.

Das ist alles nur möglich wenn wir den kommunikationswissenschaftlichen Zusammenhang mit
einem theoretischen Grundmodell beschreiben dass wir dem Konstruktivismus zuordnen. Die
konstruktivistische Auffassung von Kommunikation als einen Vorgang durch den Wirklichkeit
konstruiert wird und als einen Vorgang in den wir die Bedeutung von
Wirklichkeitskonstruktionen austauschen. Betrachtet man Kommunikation auf dieser Art und
Weise dann können die Medien gar nicht mehr die Rolle spielen das sie etwas übersetzen oder
transportieren, sondern dann kann das nur so verstanden werden das ein Medium diese Referenz-
und Bezugsgrößen darstellt die wir brauchen damit wir Wirklichkeiten konstruieren können und
damit wir die Bedeutungen von Wirklichkeiten austauschen können. Kommunikation ist nicht nur
ein Handlungszusammenhang sondern auch ein Beobachtungszusammenhang - also der
Zusammenhang der Eigenbeobachtung und der Fremdbeobachtung. Wenn wir Kommunizieren
konstruieren wir nicht eine Wirklichkeit sondern wir beobachten die Wirklichkeit und wir
beobachten die Konstruktion von Wirklichkeit.

Es gibt nicht eine medienpädagogische Theorie oder eine medienpädagogische Disziplin sondern
Medienpädagogik ist ein Denkfeld, ein Beobachtungsfeld, ein Zusammenhangsfeld aus
unterschiedlichen Disziplinen stammenden Theoremen, die alles nichts anderes sind als
Interpretationsversuche des Menschen und seine Verhältnis zu sich selber und zu seiner Umwelt.
Medienpädagogik versteht sich dann als eine Art theoretische Partitur oder Komposition von
Wissensmodelle aus Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Anthropologie usw.

Es geht um Begriffe die als Konzepte einen Sinn machen. Also nicht Vokabeln.

Es gibt eine generelle Kulturvorstellung einer kritisch theoretisch konzipierten Medienpädagogik. Es


kann nur einen Sinn machen im Sinne einer kritischen Pädagogik Emanzipationsbestrebungen von
Menschen und nicht deren Unterwürfigkeitsgesten, Repressive Haltungen oder Affirmative
Haltungen. Wenn wir davon ausgehen das es um Bildung geht und wenn Bildung die laufende
Interpretation des Verhältnisses meiner selbst zur Umwelt ist um mich selber zu verständigen und
um mich andere Verstehbar zu machen. Dann kann es in der Medienpädagogik nur darum gehen
festzustellen, ‚Wo liegen die emanzipatorischen Potenziale der Menschen?‘ Wie liegen die Potenziale
sich freizuspielen von dem Wissen, insbesondere von herrschaftswissen, das sich als jenes Ausgibt
wodurch man selber beruhigt und domestiziert wird ab das anderen als Herrschaft dienlich ist.

Als die Frankfurter Schule zwischen Repressiven und Emanzipatorischen Mediengebrauch ein
Unterschied getroffen haben, dachten sie immer noch an Medium wie das Fernsehen oder der Radio
– als die bewusstseinsindustriellen Komplexe. Wenn wir den Grundgedanken der Emanzipation
mit einen anderen Medienbegriff besetzen – also nicht als eine Übersetzungsinstitution oder
Organisation oder als eine Blackbox die etwas bewirk – sondern wenn wir den Medienbegriff der
Referenz hernehmen, also den Bezugsmodell das wir miteinander gebrauchen um uns zu
verständigen, dann ist der emanzipatorische Mediengebrauch heißt dann kritisch umzugehen mit
den Institutionen innerhalb deren wir kommunizieren. Kritisch Umzugehen und Häretisch
umzugehen innerhalb die Institutionen wo wir unseren Lehr- und Lernprozesse durchmachen. Ist der
Vorgang den wir gebrauchen um unsere Lehr- und Lernkommunikation sicherzustellen tatsächlich
der Vorgang der am Ende uns etwas vermittelt oder ist das der Vorgang das im Rahmen dieses
Organisationsmodells ein organisatorischen Modell von Wissen vermittelt wo man sich gegenseitig

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befriedigt füllt dass die Rollen erfüllt wurden – das wäre ein repressiver Mediengebrauch. Ein
emanzipatorischer Gebrauch heißt in jedem Verständigungsversuch mit in Frage zu stellen ob das
Medialisierungskonzept auf das wir uns beziehen um uns miteinander zu verständigen hinreichend
ausprobiert ist, ausgelotet ist. Eine kritische Medienpädagogik muss sich emanzipieren oder
freizuspielen von eingeübten wissen nicht um ohne dieses Wissen zu arbeiten, sondern um ein
adäquates Verhältnis herzustellen zu diesem wissen. Darunter versteht man auch der Vorstellung
dass der der Mensch ist oder sein soll, der souverän seiner Situation. Wie er diese Souveränität
ausdruckt, ob als Wissen oder als Glauben, oder im Modell von Wissenschaft – das ist die
Entscheidung des Menschen, die aber dann einen Sinn macht wenn sie laufend als jene
Medienstruktur in Frage gestellt wird.

Medienkompetenz als das was wir laufend anstreben. Aber nicht Medienkompetenz im Sinne von
Fähigkeit, Bereitschaft und Zuständigkeit Rundfunk, Fernsehen, Internet richtig einzusetzen. Sondern
es geht um die Selbstkompetenz und das Wissen seiner selbst das man durch die Entscheidung sich
auf bestimmte Medien zu beziehen um bestimmte Kommunikationsformen oder
Kommunikationsinhalte zu verarbeiten. Diese Entscheidung must ausgelotet und verhandelt werden
jeweils mit mir selber mit den eigenen Identitätsvorstellungen, wissend dass diese eigene
Identitätsvorstellung immer nur in Rückbindung und Rückbildung auf die gesellschaftliche
Gesamtstruktur in denen man lebt geschehen kann. Es gibt bestimmte Kriterien die beobachtet
werden müssen. Es geht zum Beispiel um einen bestimmten Habitus – wenn eine Kompetenz
wirklich eine Kompetenz sein soll dann ist sie Habitus und nicht Technik. Habitus als eine Haltung
die einem ermöglicht mit bestimmten Grundhaltungen unterschiedliche Situationen jeweils so zu
bewältigen dass man sich darin treu bleiben kann aber auch den Erwartungen der Gesellschaft
kritisch treu werden kann, insofern und insoweit man sich das möchte und es mit die eigene
Identitätsvorstellungen in Verbindung ist. Habitus ist ein generatives Modell mit dem man
beschreibt das wenn man eine Grundhaltung hat, dann ist man in der Lage in unterschiedlichen
Situationen eine ähnliche Grundhaltung zu entwickeln selbst wenn die Situation komplex und
schwierig ist. Dies ist eine normative Vorstellung die auf Solidarität abspielt und nicht nur auf
Individualität, spielt auch ab auf soziale Intelligenz und nicht nur den eigengebrauch der
kognitiven Leistungen – es spielt immer darauf ab dass es sich um mein Verhältnis zur Umwelt
handelt und um die Frage wie ist das Verhältnis der Umwelt zu mir.

Der Mediengebrauch ändert sich auch im Kontext der sozialen Wandels. Der Mediengebrauch
verstanden als Referenzverhalten im Vorgang der Kommunikation ist möglicherweise die
Schaltstelle des Sozialen Wandels. Wenn also Kommunikation ist die Ressource aus der die
Gesellschaft entsteht, dann ist Kommunikation auch die Ressource des Wandels der Gesellschaft.
Die Gesellschaft wandelt sich durch die laufend sich verändernde Kommunikation und
Kommunikation verändert sich weil sie jene Versuch ist der Verständigung des Menschen über sich
selbst im Hinblick auf seine Umwelt. Das ist ein laufender neuer Intepretationsvorgang und diese
jeweils neue Interpretationsvorgang verändert das Wissen, die Verhaltensmuster usw. Wenn der
soziale Wandel das ist was wir durch Kommunikation zur Wege bringen, dann spielt dieses Konzept
der sozialen Wandels eine große Rolle in der Medienpädagogik, aber nicht als etwas das wir
beobachten. Der soziale Wandel ist ein Beobachtungskonzept der Gesellschaft, von Medien. Wir
können Kommunikation und sozialen Wandel ohne Kommunikation nicht beschreiben.

Die gesellschaftliche Analyse des sozialen Wandels bezieht sich auf die Erfahrung das eine
Entwicklung gibt die man beschreiben kann als der Wandel von einer Nomadischen Gesellschaft zu
eine Sesshaften Gesellschaft, was die zunehmende Organisationsbedarf deutlich macht.
Organisationen wollen sich laufend wiederholen und sind für sich selber da, damit etablieren sie eher

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den Stillstand mehr als sie der Bewegung dienlich sind. Der soziale Wandel aus der Ressource der
Kommunikation ist nicht nur etwas das passiert und den wir dann gegenüber stehen, sondern es
muss etwas sein aus dem wir Kommunikation verstehen. Kommunikation ist der Ressource von
Überraschung (was Wandel beinhaltet) und nicht nur die Ressource für gegenseitige Bestätigung des
Verständnisses. Das Kommunikation der Verständigung dienen solle entspricht das
Organisationsmodell und nicht der Kommunikationsmodell. Das
Kommunikationsbetrachtungsmodell der Gesellschaft ist interessiert an dem laufenden Wechsel
und an der laufenden Veränderung. Nicht von dem was wir durch Kommunikation im
Wirklichkeit konstruieren wirklich ist – es ist nur Wirklich als Kommunikation. Als
Kommunikation ist es eine der möglichen Varianten des Verstehens von Wirklichkeiten.

Medienpädagogik im emanzipatorischen Sinn heißt sich laufend freizuspielen von den Manizipien
der Gesellschaft oder den Manizipium der Organisationen – also von der laufenden Handhabung,
und Herrschaft der Organisationen. Wir sind aber selber diese Manizipien und diese helfen uns in
vielen Bereiche mit dem Leben zurecht zu kommen. Wenn wir aber nur das Organisationmodell des
Lebens leben und nicht mehr das Kommunikationsmodell, dann haben wir die Veränderung des
Lebens verwirkt. Dann sind wir nicht mehr Herr der Veränderung sondern Opfer von
Veränderungen.

Als auf gesellschaftlichen Ebene heißt das die Entwicklung von Agrargesellschaft, zur
Industriegesellschaft und zur Kommunikationsgesellschaft. Wir denken immer noch im
Industriemodell von Medien und der Begriff der Medialität soll ein Kommunikationsmodell von
Medien vermitteln – ein kommunikationsgesellschaftliches Modell von Medien. Also
Beobachtungsmodelle und nicht Real-Modelle.

Soziale Wandel auf der Ebene der Medien Analyse: Es ist Notwendig sowohl in der Theorie wie
auch in der Praxis in Kommunikationswissenschaft wie auch in der Medienpädagogik ganz bewusst
abzugehen von einzeln Medien-Ontologien zu einer Summativen/Integrative Beschreibung von
Medialität, die sich in einzeln Medienorganisationen ausdrucken kann aber nicht muss. Man sollte
sich nicht nur auf ‚die Medien‘ konzentrieren sondern viel besser redet man statt von Medientheorie
von Mediumstheorie. Also die Theorie dessen was das Modell des Mediums in den
unterschiedlichen Medien ausmacht.

Soziale Wandel aus der Ebene der Kulturanalyse (Produkt Betrachtung): Definiert als der jeweils
sich verändernde Gebrauch von Medien oder Medialität. Mindestens ist es so dass es einen Sinn
macht das wir nicht von Medien reden sondern von Mediengebrauch. Ein Medium wird als solches
beschreibbar in dem man es nutzt. Der Gebrauch der Radio oder des Fernsehens jeweils unter den
kontextuellen Bedingungen des individuellen und des kollektiven Lebens, ist es der eigentlich
das beschreibt was ein Medium ist. Mediumstheoretisch gesehen. Auf diese ebene ist es wichtig den
sozialen Wandel zu beschreiben in das wir von eine Medienstrukturbetrachtung zu einer
Mediengebrauchsbetrachtung kommen weil damit ist der Wandel als implizite Größe viel
deutliche eingeschrieben in einem Strukturmodell. Theoretische Konzeption hat sich entwickelt zu
einem Gebrauchsmodell von Medien.

Bewahrungspädagogischer Ansatz hat natürlich zu tun mit der Machverteilung der Gesellschaft.
Die Pädagogik fühlte sich aufgerufen die Medienwirkungen möglichst zu verhindern dadurch das
man den einzelne davor bewahrt – was die Gesellschaft im Grunde auch tut. Das ist zugleich ein
äußerst zynische Vorgang das man auf dem Rücken einzelner heranwachsender ein kritisches
Haltung Medien gegenüber gebraucht, von denjenigen die diese kritische Haltung lernen wissen das

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sie im Grunde gang und gebe der Gesellschaft sind. Nochmal: Am Rücken einzelner das Dilemma
der Kommunikation der Gesellschaft ausbaden zu wollen. (Wichtigste Kritik an diesem Ansatz)

Handlungstheoretische Ansatz geht ein bisschen weiter aber ist immer noch sehr stark
Medienzentriert. Die Pädagogik hat gedacht wenn heranwachsende lernen mit Medien aktiv
umzugehen, also sie zu gebrauchen wie andere die Medien gebrauchen (Journalisten, PR usw.).
Wenn sie also lernen wie man eine Zeitung oder Radio macht und wie man Internet nutzt, dann
lernen sie auch die Rolle des Produzenten kennen und können aus der Rolle des Produzenten
dann ihre Rolle als Konsumente besser verstehen, und kritischer wahrnehmen. Ja, aber dieses
Denken löst nicht die Umklammerung aus dieser Rolle oder aus diesem Rollenmodell von
Produzent und Konsument. Das ja, und es mag seine dass man eine bestimmte kritische Position
erlangt oder das es ein Befreiungsmechanismus ist das man auch die Rolle andere Kennenlernt, und
nicht nur in die eigene gefangen ist. Trotzdem, ist das nichts anderes als die Einübung in das
Organisationsmodell und nicht in das Kulturmodell von Medien.

Medienbildungsmodell der Medienpädagogik: Weiterentwicklung der Handlungstheoretische


Modell. Sagt als umfassendes Konzept der Medienkompetenz ist eben die Fähigkeit, Bereitschaft,
Zuständigkeit und die Verantwortung den Gebrauch von Medien mit seinen eigenen
Lebensvollzügen, Lebensvorstellungen und Rahmenbedingungen des Lebens so abzustimmen das
man im Gebrauch dieser Medien als Referenzstrukturen für mein Verhältnis zu dieser Gesellschaft.
Dass ich durch den Mediengebrauch meine Position in der Gesellschaft finden kann, formulieren
kann aber auch darstellen kann. Also Konkret gesprochen geht es um Partizipation in der
Gesellschaft, es geht auch um die Entwicklung von Alternativen zu eigenen Rollen, insbesondere zu
Rollenkonzepte die wir im Laufe des Lebens eingeübt haben. Es geht also darum sich wieder
freizuspielen von eingeübtem sozialem Muster, eben auch sich freizuspielen von dem Muster eines
eingeübten sozialisierten Mediengebrauchs zu einem sozialen Mediengebrauchs. Der soziale
Mediengebrauch heißt nicht nur Fernsehen machen zu können oder sich in der Verwendung von
Medien an der Gesellschaft möglichst Aktiv und Partizipatorisch zu gestalten sondern der soziale
Mediengebrauch heißt eben auch im Umgang mit jeweils anderen in jedwede Lebenssituation auf
eine Grundhaltung der Verständigung zurückgreifen zu können in der ich mir treu bleiben kann
und durch die Fähigkeit mir treu zu bleiben Vertrauensverhältnisse zu anderen herzustellen die
nicht verfälscht sind durch Rollenspiel. Man muss auch den anderen zuzugestehen und ihn
dadurch ermöglichen sich zu sich selber treu bleiben zu können. In diesem Sinn versteht sich
Kommunikation als jenes Beobachtungsmodell unsere Gesellschaft und unsere eigenen Lebens in
dem wir es interessant finden andere deshalb als Gesprächspartner zu gewinnen weil wir wissen das
sie anders denken oder anders sind als wir. Das gibt eine Perspektive die mir nicht gelläufig ist und
durch eine mir nicht geläufige Perspektive erfahre das die Welt die ich mir Konstruiert habe eben
eine Konstruktion ist, übernommen im Rahmen der Kultur in der ich lebe. Man erfährt auch das es
viele andere Kulturen, also Bedeutungshorizonte für die unterschiedlichste Situationen des Lebens
gibt, und je mehr wir davon uns zueinander ermöglichen desto mehr schaffen wir ein
Diversitätsmodell von Gesellschaft und nicht ein Einheitsmodell von Gesellschaft.

Gesellschaftspolitische Funktion von Medienpädagogik: Gerade in diese Gesellschaft von der wir
wissen sie lässt sich nur über das kritische und ethische Modell von Diversität realisieren, wir haben
also noch einen großen Lernprozess vor uns, und dieser Lernprozess hat sehr viel zu tun mit
unseren Medienverhalten und mit Medienkompetenz.

Bei der Prüfung geht es um die Interpretation, und nicht um die reine Verwendung der Stehsätze. Es
geht um eine intelligente, kritische Antwort auf die Frage. Es geht nicht um systematisches Wissen,
sondern es geht um Reflexionswissen.

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