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Husserl Studies 18: 185–208, 2002.

© 2002 Kluwer Academic Publishers. Printed in the Netherlands. 185

Von Brentano zu Ingarden.


Die Phänomenologische Bedeutungslehre*

ARKADIUSZ CHRUDZIMSKI
Universität in Zielona Góra und Universität Salzburg

In unserem Artikel besprechen wir einige Bedeutungstheorien, die alle zu der


phänomenologischen Tradition im weiteren Sinne gehören. Diese Tradition
beginnt mit dem Projekt der deskriptiven Psychologie Brentanos und dauert
in verschiedenen Formen bis heute. Charakteristisch für sie ist die Betonung
der Beschreibung dessen, was sich uns präsentiert, die den Ausgangspunkt für
jede theoretische Verarbeitung bilden soll. Die phänomenologische Bedeu-
tungslehre faßt die sprachliche Intentionalität in der Regel als sekundär in
Bezug auf die ursprüngliche mentale Intentionalität auf. Unsere Worte sind –
behaupten die Phänomenologen – nur deswegen bedeutend, weil sie psychische
Akte ausdrücken, die ihrerseits ihrem Wesen nach intentional sind. Die Bedeu-
tungsentitäten, die wir besprechen, werden also in erster Linie unter den Enti-
täten gesucht, die in der allgemeinen Theorie der mentalen Intentionalität
eingeführt werden.

1. Der frühe Brentano1

Unsere Geschichte beginnt mit der Intentionalitätstheorie, die Brentano in


seiner Psychologie vom empirischen Standpunkt (1874) formulierte. In einer
berühmten Passage entdeckte er die Intentionalität für die zeitgenössische Phi-
losophie wieder, und gleichzeitig formulierte er eine der klassischen Theorien
der Intentionalität.

Jedes psychische Phänomen ist durch das charakterisiert, was die Scholastiker
des Mittelalters die intentionale (auch wohl mentale) Inexistenz eines
Gegenstandes genannt haben, und was wir, obwohl mit nicht ganz un-
zweideutigen Ausdrücken, die Beziehung auf einen Inhalt, die Richtung auf
ein Objekt (worunter hier nicht eine Realität zu verstehen ist), oder die
immanente Gegenständlichkeit nennen würden. Jedes enthält etwas als
Objekt in sich, obwohl nicht jedes in gleicher Weise. In der Vorstellung ist
etwas vorgestellt, in dem Urteile ist etwas anerkannt oder verworfen, in der
Liebe geliebt, in dem Hasse gehaßt, in dem Begehren begehrt usw. [. . .]
186
Und somit können wir die psychischen Phänomene definieren, indem
wir sagen, sie seien solche Phänomene, welche intentional einen Gegenstand
in sich enthalten.2

Brentano stellt hier gleichzeitig drei wichtige Thesen auf. Erstens macht er
uns auf das Faktum der Intentionalität aufmerksam und macht den Gedanken,
daß die psychischen Akte gegenständlich gerichtet zu sein scheinen, zur
zentralen Idee seiner Philosophie. Zweitens macht er dieses Faktum für alle
psychischen Phänomene geltend. Drittens erklärt er dieses Faktum durch die
Einführung eines speziellen Objekts, das als Zielobjekt des psychischen Aktes
fungiert, und das in einem zunächst eher rätselhaften Sinne dem Akt immanent
sein soll. Um dem quasi-relationalen Charakter der Intentionalität Rechnung
zu tragen, führt also Brentano gewisse, in seiner Terminologie immanente
Entitäten ein, die als Objekte der Intention fungieren. Die frühe Theorie
Brentanos ist demgemäß eine Objekt-Theorie der Intentionalität und kann fol-
gendermaßen zusammengefaßt werden:

(B.1) Das Subjekt S stellt das Objekt O vor = Df. Das Subjekt S steht in einer
intentionalen Relation zum irrealen, immanent inexistierenden Objekt O.3

Die Bedeutungstheorie, die sich auf diese Intentionalitätstheorie stützt, wird


sich wahrscheinlich auch auf die immanenten Gegenstände beziehen müssen.
In den publizierten Schriften Brentanos finden wir keine genauere Ausarbeitung
einer Bedeutungstheorie.4 Im Manuskript der Logik-Vorlesung aus den späten
achtziger Jahren5 finden wir jedoch sehr interessante Stellen. Brentano behandelt
dort die Frage, worin die Intentionalität von Namen besteht, und formuliert
die folgende Theorie:

Nochmals also: Was bezeichnen die Namen? Der Name bezeichnet [i] in
gewisser Weise den Inhalt einer Vorstellung als solche[n], den immanenten
Gegenstand; [ii] in gewisser Weise das, was durch Inhalt einer Vorstellung
vorgestellt wird. Das Erste ist die Bedeutung des Namens. Das Zweite ist
das, was der Name nennt. Von dem sagen wir, es komme der Name ihm zu.
Es ist das, was, wenn es existiert, äußerer Gegenstand der Vorstellung ist.
Man nennt unter Vermittlung der Bedeutung. Die alten Logiker sprachen
[deswegen] von einer dreifachen Supposition der Namen: [1] suppositio
materialis: vide oben; [2] suppositio simplex: Bedeutung: Mensch ist eine
Spezies, d.i. die Bedeutung des Wortes ‘Mensch’ ist eine Spezies, d.i. der
Inhalt der Vorstellung eines Menschen ist eine Spezies; [3] suppositio realis:
das Genannte: Ein Mensch ist lebendig, ist gelehrt etc.6

Im Vergleich zur früher angeführten Stelle aus der Psychologie bemerken wir
einen wichtigen Unterschied. Außer dem immanenten Objekt der Vorstellung
führt Brentano ein äußeres Objekt der Vorstellung ein. In der Verwendung eines
Namens, der nach Brentano einen psychischen Akt der Vorstellung “kundgibt”,
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sind also zwei Beziehungen involviert. Der Name bezeichnet einerseits “den
Inhalt einer Vorstellung als solche[n], den immanenten Gegenstand”, anderer-
seits bezieht er sich auch auf das, “was, wenn es existiert, äußerer Gegenstand
der Vorstellung ist.” Das Erste will Brentano Bedeutung nennen, das Zweite ist
das, was der Name nennt. Das äußere Objekt braucht, wie wir lesen, nicht zu
existieren und es wird “durch [den] Inhalt einer Vorstellung [d.h. durch ihr imma-
nentes Objekt] vorgestellt.” Die intentionale Beziehung zu einem äußeren Objekt
wird nach dieser Exposition durch das immanente Objekt, das als Bedeutung
fungiert, vermittelt. “Man nennt unter Vermittlung der Bedeutung” – schreibt
Brentano. Die Theorie der Intentionalität, die wir in der zitierten Logik-Vorlesung
finden, kann also folgendermaßen zusammengefaßt werden:

(B.2) Das Subjekt S bezieht sich intentional auf das Objekt O = Df. Das Subjekt
S steht in einer Relation R zu einem immanenten Objekt Oi und das
Objekt Oi vermittelt die intentionale Beziehung auf das Objekt O.

Eine sehr interessante Frage, die bezüglich der Formulierung (B.2) gestellt
werden kann, und die leider aufgrund der Logik-Vorlesung nicht eindeutig
beantwortet werden kann, betrifft den Charakter der Relation R, in der das
Subjekt zum immanenten Objekt steht. Haben wir hier mit einer intentionalen
Beziehung zu tun, wie in (B.1), oder ist R eine andere Relation? Nur im ersten
Fall ist die Theorie (B.2) eine Objekt-Theorie. Im zweiten Fall wird sie zu einer
Mediator-Theorie, d.h. zu einer Intentionalitätstheorie, in der spezielle Entitäten
nur als Vermittler, nicht aber als Zielobjekte der Akte eingeführt werden.7
In anderen unpublizierten Manuskripten Brentanos können wir Stellen
finden, die suggerieren, daß die Weise, in der das immanente Objekt den
intentionalen Zugang zu einem eventuellen äußeren Gegenstand vermittelt,
nach dem Modell einer Deskriptionstheorie der Intentionalität verläuft. Eine
Deskriptionstheorie der Intentionalität, die ihre philosophische Ausarbeitung
vor allem Frege und Russell verdankt,8 behauptet, daß die einzige Weise, auf
die eine intentionale Beziehung zustande kommen kann, darin besteht, daß
das Subjekt dieser Beziehung eine repräsentierende Struktur “verwendet”, die
gewisse Merkmale des Referenzobjektes spezifiziert. Diese Struktur kann man
Deskription des Referenzobjektes nennen. Die intentionale Beziehung hat
ein Referenzobjekt nur dann, wenn der genannten Deskription ein Objekt
entspricht (d.h. wenn es ein Objekt gibt, das die in der Deskription aufgelisteten
Merkmale hat). Im Manuskript Abstraktion, das um 1889 bzw. 1899 entstand,9
vertritt Brentano ganz ausdrücklich eine solche Deskriptionstheorie der In-
tentionalität. Wir lesen:

Der Vorstellende nimmt den Gegenstand in gewissem Sinne in sich auf.


Daher spricht man beim Vorstellen von einem Aufgenommenen (concep-
tus), Begriff im weitesten Sinn [. . .].
188
Wird ein Seiendes vorgestellt – so daß ein Gegenstand in der Außenwelt
besteht – so wird dieser äußere Gegenstand nie in erschöpfender Weise
vorgestellt, sondern wie man sagt, nach gewissen Merkmalen, nach anderen
aber nicht. Infolge davon kann jeder Gegenstand in der Außenwelt Gegen-
stand verschiedener Vorstellungen sein. Die eine erfaßt ihn nach diesen, die
andere nach anderen Merkmalen [. . .]. Inhaltlich verschiedene Vorstellungen
haben dann denselben Gegenstand. (Die Merkmale, nach welchen der
Gegenstand in die Vorstellung aufgenommen ist, bilden ihren Inhalt.)10

Der äußere Gegenstand der Vorstellung wird also immer “nach gewissen Merk-
malen, nach anderen aber nicht” vorgestellt. Inhaltlich verschiedene Vor-
stellungen können sich deshalb auf denselben äußeren Gegenstand beziehen;
und sie sind “verschieden”, insofern sie ihn durch verschiedene Merkmale
identifizieren.
Warum brauchen wir jedoch alle diese ungewöhnlichen Entitäten? Warum
brauchen wir überhaupt eine philosophische Theorie der Intentionalität? Auf den
ersten Blick scheint sich das Phänomen der Intentionalität in einer einfachen
Formel zusammenfassen zu lassen, die jedem psychischen Akt ein Objekt, auf
das der Akt gerichtet ist, zuordnet. Beim genaueren Hinsehen tauchen jedoch
die Probleme auf, die schon mittlerweile zur Selbstverständlichkeit aller Ein-
führungskurse geworden sind. Die intentionalen Kontexte (d.h. die Sätze, die
intentionale Beziehungen beschreiben) sind nämlich nicht-extensional. Zwei
wichtige logische Regeln (die Regel der Existenz-Generalisierung und die Regel
der wechselseitigen Substituierbarkeit der Glieder einer wahren Identitätsaussage
salva veritate) scheitern in diesen Kontexten. Aus dem Satz: “Hans glaubt, daß
Zeus mächtig ist”, könnten wir deswegen den Satz: “(∃x)(Hans glaubt, daß x
mächtig ist)” nicht ableiten. Und trotz der Wahrheit der Identitätsaussage: “Der
Sieger von Jena = der Besiegte von Waterloo” könnten wir aus dem Satz: “Hans
glaubt, daß der Sieger von Jena mächtig war” den Satz: “Hans glaubt, daß der
Besiegte von Waterloo mächtig war” ebenfalls nicht deduzieren.
In der Theorie Brentanos werden diese Probleme folgendermaßen behandelt.
Ein Name, der keinen existierenden Gegenstand nennt, hat nach dieser Theorie
mindestens seine Bedeutung (d.h. es gibt mindestens den immanenten Gegen-
stand der entsprechenden Vorstellung). Mindestens die Existenz dieses Gegen-
standes kann also aus der Existenz des entsprechenden Aktes der Vorstellung
deduziert werden. Was die zweite Regel betrifft, so scheitert sie immer dann,
wenn zwei Namen, die denselben “äußeren” Gegenstand bezeichnen, ihn,
wie Brentano sagt, “unter Vermittlung verschiedener Bedeutungen” (d.h.
verschiedener immanenter Gegenstände) nennen.11

2. Twardowski und Meinong12

Das Hauptproblem der frühen Theorie Brentanos war der ontologische Sta-
tus seiner immanenten Objekte. Der genaue Sinn, in welchem das immanente
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Objekt immanent sein soll, wurde von Brentano nie präzisiert, ein Aspekt dieser
Immanenz scheint aber klar zu sein: Brentano behauptet unmißverständlich, daß
das immanente Objekt ein untrennbares Korrelat des psychischen Aktes ist.13
Es ist also in Bezug auf den Akt ontologisch unselbständig und in diesem Sinne
ontologisch immanent.

(B.3) Das immanente Objekt O des Bewußtseinsaktes A existiert dann und nur
dann, wenn der entsprechende Bewußtseinsakt A existiert.

Mit der These (B.3) hängen jedoch sehr ernsthafte Probleme zusammen,
welche die Intersubjektivität der Bedeutung betreffen. Wenn nämlich das
immanente Objekt ein untrennbares Schattenbild des konkreten Aktes ist, dann
ist es dem relevanten Subjekt radikal privat. Zwei verschiedene Subjekte
können nicht dasselbe immanente Objekt zum Objekt ihrer Intentionen haben.
Das immanente Objekt soll jedoch die Funktion der Bedeutung erfüllen. Was
sollen wir also mit den Kontexten machen, in denen man die Identität der
Bedeutung feststellt?
Eine Lösung dieses Problems bieten die Theorien, die Twardowski und
Meinong formuliert haben. In diesen Theorien wurden spezielle Gegenstände
eingeführt, die als Zielobjekte der Intentionen fungieren und die als numerisch
dieselben von verschiedenen Subjekten “intentional getroffen” werden können.
Brentano sprach, wie wir gesehen haben, synonym vom immanenten Objekt
und Inhalt des Aktes. Um 1890 wurde jedoch in seiner Schule eine Unter-
scheidung zwischen diesen zwei Begriffen eingeführt. Die Unterscheidung
Inhalt-Objekt assoziiert man gewöhnlich mit Twardowski. Twardowski hat sie
jedoch in Höflers Logik gefunden,14 und die Logik wurde unter der Mitarbeit
von Meinong verfaßt. Die sehr knappe Formulierung Höfflers erinnert noch
stark an die Lehre der Logik-Vorlesung Brentanos. Den späteren Werken von
Twardowski und Meinong verdanken wir wichtige begriffliche Präzisierungen.
Twardowski kritisiert vor allem die Terminologie der Psychologie Brentanos
als höchst irreführend. Der Inhalt eines psychischen Phänomens ist nach ihm
eine aus dem ontologischen Standpunkt ganz andere Entität als sein Gegenstand.
Im besonderen kann nur der Inhalt des Aktes als immanent bezeichnet werden.
Das, was in der Zielposition des Aktes steht – die Referenzentität – ist in diesem
Sinne nicht immanent. Der Akt bezieht sich jedoch auf seine Referenzentität
genau deswegen, weil er einen bestimmten Inhalt hat. Die Struktur der inten-
tionalen Beziehung, die Twardowski in seiner Abhandlung skizziert, sieht also
wie folgt aus:

(T) Subjekt – [psychischer Inhalt] → Gegenstand

Diese dreiteilige Struktur kann suggerieren, daß die Theorie Twardowskis als
eine Mediator-Theorie interpretiert werden könnte, in der die vermittelnde
190
Funktion durch den psychischen Inhalt erfüllt wäre. Der Zielgegenstand der
intentionalen Beziehung könnte in diesem Fall so interpretiert werden, wie
er vorphilosophisch aufgefaßt wird. Im Besonderen bräuchte er nicht zu
existieren und die logischen Anomalien der intentionalen Kontexte müßten
dann durch die Referenz auf den psychischen Inhalt erklärt werden.
In Wirklichkeit ist jedoch diese Interpretation der Lehre Twardowskis
unhaltbar. Im Rahmen seiner Theorie ist ein gegenstandsloser Akt unmöglich.15
Selbst wenn man sich intentional auf etwas bezieht, das in der Wirklichkeit
nicht existiert, besitzt eine solche Beziehung einen Gegenstand im Sinne
Twardowskis; und eben die Tatsache, daß sie einen solchen Gegenstand besitzt,
bildet die Erklärung der Intentionalität des Aktes. Deswegen sind die Gegen-
stände Twardowskis keine vorphilosophische, “common-sense” Entitäten. Sie
müssen zu einer speziellen Kategorie gehören, die Twardowski speziell für
die Zwecke der Intentionalitätstheorie postuliert. Die Theorie Twardowskis
ist demgemäß als Objekt-Theorie zu klassifizieren. Sie ist eine Art Objekt-
Theorie, die zusätzlich einen psychischen Inhalt postuliert.16
Der ontologische Status des Gegenstandes der Intention war jedoch auch bei
Twardowski nicht besonders klar. An einer Stelle schreibt er dem Gegenstand
nur eine uneigentliche Existenz zu, was eine ontologische Abhängigkeit des
Gegenstandes vom psychischen Akt suggeriert.17 An einer anderen Stelle lesen
wir, daß die Gegenstände, obwohl sie zunächst in der Verbindung mit den
jeweiligen Akten betrachtet werden, nichtsdestoweniger auch in Abstraktion
von allen psychischen Vorgängen analysiert werden können, was die onto-
logische Unabhängigkeit der Gegenstände nahelegt.18 Der Bereich von Gegen-
ständen soll, laut einer weiteren Formulierung, alles, was “möglich und
unmöglich” ist, umfassen.19
Die ontologische Unbestimmtheit des Gegenstandes der Intention ver-
schwindet in der Theorie Meinongs. Die Gegenstände sind, behauptet er, von
den Akten, in denen sie erfaßt werden, ontologisch unabhängig.20 Zum Zwecke
der Theorie der Intentionalität postuliert er eine spezielle Kategorie des “Seins”,
das für solche Gegenstände charakteristisch sein soll. Die Gegenstände, die das
Ziel der Intention bilden, bezeichnet er als “außerseiend”21 bzw. “jenseits des
Seins und Nichtseins”22 stehende.
Die bewußtseinsabhängigen Zielentitäten (wie Brentanosche immanente
Objekte) braucht Meinong nicht. Er spricht zwar von solchen Gegenständen
unter dem Namen “pseudoexistierende Objekte”. Er tut es jedoch nur deswegen,
um die Fiktivität solcher Entitäten deutlich zu zeigen. Ein Gegenstand, der von
seinem Gemeint-Werden abhängig wäre, ist nach Meinong ein ontologischer
Unsinn.23
Bei Twardowski wird noch die Bedeutung als ein immanenter mentaler
Inhalt interpretiert.24 Meinong situiert sie jedoch eindeutig auf der Ebene der
Gegenstände. Er definiert die Bedeutung als den mit dem Wort verbundenen
Gegenstand,25 und genauer: als ein unvollständiger Hilfsgegenstand, der die
191
intentionale Beziehung auf einen vollständigen (jedoch ebenfalls außersei-
enden) Gegenstand vermittelt. Unvollständige Gegenstände sind Gegenstän-
de, die eine unvollständige Kollektion der Eigenschaften enthalten. Nur solche
Gegenstände können von einem “endlichen” Subjekt kognitiv vollständig
erfaßt werden. Sie können allerdings (wegen ihrer Unvollständigkeit) prin-
zipiell weder existieren noch bestehen.26
Im Rahmen dieser Theorie kann das Problem der Intersubjektivität der Bedeu-
tung sehr einfach gelöst werden. Eine Bedeutung, da sie eine außerseiende, von
der kognitiven Tätigkeit der Subjekte völlig unabhängige Entität ist, kann ohne
Probleme als numerisch dieselbe von vielen Subjekten benutzt werden. Die
Theorie der Intentionalität Meinongs scheint außerdem, wie die Theorie Bren-
tanos, im Grunde eine Deskriptionstheorie zu sein. Das Objekt der Intention
wird, lesen wir, aus dem Bereich des Außerseins aufgrund der vorgegebenen
Bestimmungen ausgewählt.27

3. Der frühe Husserl28

Edmund Husserl hat in seinen Logischen Untersuchungen eine Intentionalitäts-


theorie formuliert, in der der mentale Inhalt als vermittelnde Entität fungiert.
Die intentionale Beziehung spielt sich beim frühen Husserl im Modell (T) ab,
wobei jedoch dem Zielgegenstand des Aktes kein ungewöhnlicher ontologischer
Status zugeschrieben wird. Husserl hat bemerkt, daß man, wenn man alle
erklärenden Möglichkeiten des immanenten Inhalts ausnutzt, keine speziellen
Zielgegenstände einführen muß. Wir lesen:
[J]ederman muß es anerkennen: daß der intentionale Gegenstand der
Vorstellung derselbe ist wie ihr wirklicher und gegebenfalls ihr äußerer
Gegenstand und daß es widersinnig ist, zwischen beiden zu unterscheiden.
[. . .] Der Gegenstand ist ein ‘bloß intentionaler’, heißt natürlich nicht: er
existiert, jedoch nur in der intentio (somit als ihr reelles Bestandstück), oder
es existiert darin irgendein Schatten von ihm; sondern es heißt: die Inten-
tion, das einen so beschaffenen Gegenstand ‘Meinen’ existiert, aber nicht
der Gegenstand. (Hua XIX, S. 439)
Der intentionale Charakter des Aktes wird also durch sein inneres Charak-
teristikum (d.h. durch seinen “Inhalt”) erklärt. Die Theorie der Logischen
Untersuchungen nimmt also die Form einer Mediator-Theorie an, in der die
Funktion der vermittelnden Struktur durch den psychischen Inhalt erfüllt
wird.29 Man braucht kein spezielles immanentes Objekt einzuführen, das im
Fall der Nichtexistenz des eigentlichen Referenzgenstandes als Zielentität
fungieren würde.

Ich stelle den Gott Jupiter vor, das heißt, ich habe ein gewisses Vorstel-
lungserlebnis, in meinem Bewußtsein vollzieht sich das Den-Gott-Jupi-
ter-Vorstellen. Man mag dieses intentionale Erlebnis in deskriptiver Analyse
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zergliedern, wie man will, so etwas wie der Gott Jupiter kann man darin
natürlich nicht finden; der ‘immanente’, ‘mentale’ Gegenstand gehört also
nicht zum deskriptiven (reellen) Bestande des Erlebnisses, er ist also in Wahr-
heit gar nicht immanent oder mental. Er ist freilich auch nicht extra mental,
er ist überhaupt nicht. [. . .] Existiert andererseits der intendierte Gegenstand,
so braucht in phänomenologischer Hinsicht nichts geändert zu sein. Jupiter
stelle ich nicht anders vor als Bismarck [. . .]. (Hua XIX, S. 386 f.)

Anstatt der speziellen Zielgegenstände haben wir also bei Husserl einen
vermittelnden psychischen Inhalt. An diesem Punkt taucht aber das Problem
der Intersubjektivität wieder auf. Der psychische Inhalt gehört nämlich zur
Sphäre der ontologischen Immanenz. Er entsteht und verschwindet zusammen
mit dem Akt und ist konsequenterweise in einem für uns relevanten Sinne
privat. Zwei Subjekte können nicht denselben psychischen Inhalt haben. Wie
können sie also dasselbe meinen?
Husserls sucht die Lösung dieses Problems in seiner Ontologie der
allgemeinen, Platonischen Entitäten. Wenn man von der Identität der Gedan-
ken und insbesondere von der Identität der sprachlichen Bedeutung spricht,
bezieht man sich, behauptet er, nicht auf die individuellen, mentalen Inhalte,
die, wie gesagt, bei den verschiedenen Subjekten individuell verschieden sein
müssen, sondern auf diese Inhalte in specie, d.h. auf allgemeine, Platonische
Entitäten, die durch die individuellen Inhalte instantiiert sind. (Hua XIX,
S. 104 ff.)30 Zwei Akte tragen dieselbe Bedeutung, wenn ihre individuellen
Inhalte dieselbe Bedeutung-Spezies instantiieren. Die Theorie der Logischen
Untersuchungen führt also zum folgenden Bild:31

Bereich der allgemeinen Gegenst nde


Gegenstände

eine Spezies der eine Spezies des


intentionalen Beziehung Referenzobjektes

F* F
IK-Relation

Abstraktion Abstraktion

psychologische
und ontologische
Immanenz

immanenter Inhalt
F

Subjekt Akt
äusseres
usseres
Objekt
193
Das Subjekt bezieht sich auf ein äußeres Objekt, das von ihm intentional
als F bestimmt ist. Diese Beziehung kommt dadurch zustande, daß die Inten-
tion des Subjektes einen mentalen Inhalt hat, dessen ideale Spezies (F*) zur
Spezies F in einer bestimmten Beziehung steht, die wir als die Relation der
intentionalen Korrelativität (IK-Relation) bezeichnen können. Die Intentio-
nalitätstheorie der Logischen Untersuchungen sieht also folgendermaßen aus:

(H.1) Das Subjekt S bezieht sich intentional auf den Gegenstand, der intentional
als F bestimmt ist = Df. Das Subjekt S vollzieht einen psychischen Akt A,
dessen Inhalt eine ideale Spezies F* instantiiert, wobei die idealen Spezies
F* und F zueinander in der IK-Relation stehen. Wenn ein Gegenstand
existiert, der F ist, bildet er den Zielgegenstand des Aktes A. Im ent-
gegengesetzten Fall ist der Akt A gegenstandslos (obwohl nicht inhaltslos).

Wenn es keinen äußeren Referenzgegenstand gibt, haben wir also mit der
folgenden Situation zu tun:

Bereich der allgemeinen


Bereich der allgemeinenGegenst
Gegenstände
nde

eine Spezies der eine Spezies des


(potentiellen)
intentionalen Beziehung Referenzobjektes

F* F
IK-Relation

Abstraktion

psychologische es gibt keine


Instantiierungen
und ontologische der Spezies F
Immanenz (=kein Referenzobjekt)

immanenter Inhalt

Subjekt Akt

Der Akt ist jetzt gegenstandslos, und zwar deswegen, weil es keine Instan-
tiierungen der Spezies F (keine F-Objekte) gibt. Trotzdem hat die Frage, in
welchem Sinne ein solcher gegenstandsloser Akt noch als “intentional” zu
bezeichnen ist, eine klare Antwort.
Wir sehen übrigens, daß auch die frühe Theorie Husserls eine Deskriptions-
theorie zu sein scheint. Der intentionale Zugang zum Zielgegenstand wird
aufgrund der identifizierenden Merkmale realisiert, wobei jedoch die Iden-
tifizierung durch unsere IK-Relation vermittelt wird.
194
4. Der späte Husserl

In seiner späteren Periode hat jedoch Husserl diese höchst interessante Theorie
verworfen. Schon 1908 in seinen Vorlesungen über Bedeutungslehre (Hua
XXVI) betrachtet er sie als phänomenologisch unplausibel.32 Die Theorie der
Logischen Untersuchungen läßt, wie wir gesehen haben, die Fälle zu, in denen
ein Zielobjekt der Intention fehlt. Wenn wir an einen Zentauren denken, dann
ist unsere Intention strenggenommen gegenstandslos (obwohl nicht inhaltlos).
1908 glaubt jedoch Husserl, daß eine solche Theorie der tatsächlichen Struktur
der intentionalen Beziehung nicht entspricht. Die phänomenologische Ana-
lyse zeigt, behauptet er jetzt, daß bei jeder intentionalen Beziehung ein Objekt,
das dem Subjekt “vor Augen steht”, phänomenologisch ausweisbar ist.33 Nach
der Lehre der Logischen Untersuchungen haben wir zwar immer einen Inhalt.
Dieser befindet sich allerdings in der Vermittlungsposition. Die Bedeutung im
Sinne der Logischen Untersuchungen erweist sich konsequenterweise als eine
Entität, die erst durch einen Prozeß der äußerst komplizierten Abstraktion
zugänglich ist. Diese Abstraktion, da sie den mentalen Inhalt betrifft, muß sich
übrigens auf die immanente Wahrnehmung aufbauen. Das, was in unseren
intentionalen Beziehungen als Bedeutung fungiert, scheint jedoch viel einfacher
zugänglich zu sein. Wir wissen, was wir meinen, ohne solche komplizierten
Operationen durchführen zu müssen.
Diese Überlegungen haben Husserl dazu geführt, daß er das Schema der
intentionalen Beziehung ändert. In seinen Vorlesungen über Bedeutungslehre
(1908) spricht er noch, unter dem Namen phänologische oder phansische
Bedeutung, über die idealen Spezies des mentalen Inhalts. (Hua XXVI,
S. 35) Die grundsätzliche semantische Funktion wird jedoch von einer neuen
Entität übernommen. In den Vorlesungen über Bedeutungslehre wird diese
Entität phänomenologische oder ontische Bedeutung genannt. (Hua XXVI,
S. 36) In den Ideen tritt sie unter dem Namen Noema auf.34 Diese Entität
soll das genaue Gegenbild des Inhalts der Intention sein. (Hua XXVI, S. 86)
Sie ist der Gegenstand des Aktes genau so genommen, wie er intentional
gemeint ist.
Im Licht dieser Thesen erscheint die neue Theorie Husserls als eine Objekt-
Theorie der Intentionalität. Die neue Bedeutungsentität (die ontische Bedeutung,
bzw. das Noema) scheint sich in der Zielposition der Intention zu befinden.35
Sie ist doch der Gegenstand des Aktes genau so genommen, wie er intentional
gemeint ist. Die Situation ist jedoch nicht so einfach. Denn Husserl schreibt
weiter, daß das, worauf wir uns tatsächlich intentional beziehen, nicht der
Gegenstand so, wie er gemeint ist, sondern der Gegenstand schlechthin ist.
Im primären Sinne beziehen wir uns nicht auf den so und so belichteten und
so und so perspektivisch verkürzten Tisch, sondern auf den Tisch schlechthin.
Wir können uns aber Husserl zufolge auf einen Gegenstand nur auf die Weise
beziehen, daß wir ihn als etwas bestimmen, und Letzteres bedeutet: wenn wir
195
einen bestimmten Gegenstand so, wie er gemeint ist konstituieren. Ontische
Bedeutungen fungieren also gewissermaßen als “Teilbeschreibungen” eines
“endgültigen” Referenzobjektes. Wir benutzen sie als “Teilcharakteristika”,
die von diesem Referenzobjekt “prädizierbar” sind.
Der Gegenstand-Worüber (Gegenstand schlechthin) ist deshalb im Rahmen
dieser Theorie nur als ein bloßes Subjekt der möglichen Prädikation kon-
stituiert und eine (nominale) Vorstellung hat nach Husserl eine gegenständliche
Beziehung nur angesichts ihrer (potentiellen) prädikativen Funktion. (Hua
XXVI, S. 61.) Das Husserlsche Referenzobjekt ist demgemäß ein Identitäts-
punkt der Identitätssynthesen, welche die Form einer Prädikation haben:
“A ist derselbe Gegenstand wie B, wie C, . . . usw.” Die ganze inhaltliche
Charakterisierung ist in den prädizierbaren ontischen Bedeutungen enthalten
und das Subjekt der Prädikation – das Referenzobjekt – tritt nur in der Form
eines bloßen Identitätspols der Prädikationssynthese auf. (Hua XXVI, S. 63 f.,
69 f., 162; Hua III/1, S. 270 ff.) Im Licht dieser Bemerkungen erscheint die
Husserlsche Theorie eher als eine Mediator-Theorie, in der als vermittelnde
Entität die ontische Bedeutung (bzw. das Noema) fungiert.36
Die Interpretation der Husserlschen Theorie, die sie als eine Mediator-
Theorie auffaßt, hat jedoch ihre Probleme. Das klassische Bild der Mediator-
Theorie ist nämlich ein Fregesches Bild, in dem eine vermittelnde Entität (Sinn)
den intentionalen Zugang zu einem vorgegebenen, “fertigen” Gegenstand ver-
mittelt. Im Rahmen der Husserlschen transzendentalen Phänomenologie finden
wir jedoch derartige Gegenstände nicht. Der Gegenstand schlechthin kann
nicht als ein bewußtseinsunabhängiges Referenzobjekt interpretiert werden.
Es besteht im Besonderen keine Möglichkeit, daß es ihn nicht gibt. Selbst wenn
wir etwas meinen, dem in der Realität nichts entspricht, ist das Subjekt der
möglichen Prädikationen vorhanden. Wie es Meinong überzeugend gezeigt
hat, gibt es viele Wahrheiten, die von nicht existierenden Gegenständen
ausgesagt werden können.
Der reale bewußtseinsunabhängige Gegenstand, von dem man in einer
“natürlichen” Einstellung reden kann, wird vom späten Husserl nicht einge-
führt. Der Begriff der Realität wird stattdessen in den Termini der “idealisierten
Behauptbarkeit” umdefiniert. Husserl schreibt, daß wir über die Realität
nur insofern sprechen können, als wir die Bewußtseinssynthesen (Urteils-
zusammenhänge), in denen der Referenzgegenstand konstituiert wird, aus
einem epistemisch-normativen Standpunkt betrachten. Wenn die Identifi-
kationssynthesen, die den Gegenstand X betreffen, sich ins Unendliche
kohärent verlängern, dann existiert X in Wirklichkeit. Wenn jedoch die Kette
der Synthesen in einem gewissen Punkt zusammenbricht (wenn der konstituierte
Gegenstand “explodiert”), dann bedeutet das, daß es in Wirklichkeit kein
geeignetes X gibt.37
Die neue Bedeutungstheorie Husserls generiert also das folgende Schema:
196

Inhalt

Korrelation

Inhalt X

Korrelation Gegenstand schlechthin


(Subjekt der m glichen
möglichen
Inhalt Prädikation)
Pr dikation)

Subjekt Korrelation
ontische Bedeutungen Pr dikation
Synthese der Prädikation
(Gegenstände
(Gegenst genau
nde genau
so genommen,
so genommen, wiewie
sie gemeint sind)
sie gemeint sind)

Sowohl die ontischen Bedeutungen (Noemata) der einzelnen Akte, als auch
das endgültige Produkt der prädikativen Synthese, werden konstituiert. Wir
finden hier also in der Tat keine Vermittlung. Wir können uns nach der
idealistischen Lehre Husserls nur insofern auf die Welt beziehen, als wir diese
Welt zugleich konstituieren; und diese Konstitution besteht im Grunde darin,
daß wir eine möglichst umfassende, kohärente Theorie dieser Welt zu for-
mulieren versuchen. Eben dieses Zusammenspiel der semantischen und epis-
temischen Aspekte bildet jene faszinierende Doktrin, die man in der Geschichte
der Philosophie den transzendentalen Idealismus Husserls nennt. Die Re-
ferenzobjekte erweisen sich im Rahmen dieser Lehre als postulierte Entitäten
einer ideal möglichen, maximalen, kohärenten Theorie.

5. Die Intersubjektivität der Bedeutung beim späten Husserl

Wir haben jedoch wiederum unser altes Problem der Intersubjektivität der
Bedeutung. Die Noemata, welche die Funktion der Bedeutungsentitäten
erfüllen, sollen nach Husserl in den Bewußtseinsakten konstituiert werden.
Sie sind also von diesen Akten seinsabhängig und in dieser Beziehung sehr
den immanenten Objekten Brentanos ähnlich. Wie kann man aber in dieser
Situation die Tatsache erklären, daß zwei Subjekte ein Wort in derselben
Bedeutung verwenden?
Die Antwort auf diese Frage muß in der Husserlschen Theorie der Inter-
subjektivität gesucht werden. Nach Husserl darf zwar ein Phänomenologe über
keine fertigen Gegenstände in einer bewußtseinsunabhängigen Welt sprechen,
dies bedeutet jedoch nicht, daß jeder Gegenstand als von einem einzelnen
197
Bewußtsein abhängig angesehen werden muß. Die Prädikationssynthesen, die
wir bis jetzt behandelt haben, bilden nur eine der ersten Stufen der Kon-
stitution. Auf den weiteren Stufen kann Husserl zufolge die subjektive
Privatheit überschritten werden. Gegenstände, welche die Sphäre dieser
Privatheit transzendieren, können jedoch nur insofern konstituiert werden, als
sie ein gemeinsames Produkt der intentionalen Tätigkeit von vielen Subjekten
bilden. Die Konstitution der intersubjektiven Gesellschaft bildet demgemäß
eine unentbehrliche Vorbedingung für die Konstitution der intersubjektiven
(und d.h. nach Husserl: objektiven) Welt. Die Husserlsche Theorie der Inter-
subjektivität, die einen sehr schwierigen Punkt seiner Lehre bildet, kann hier
nicht ausführlich behandelt werden.38 Wir skizzieren nur die grundlegende
Struktur, in welcher sich nach Husserl die Konstitution der objektiven Welt
abspielt.
Die Welt, die uns tatsächlich erfahrungsmäßig gegeben ist, ist von vornherein
eine intersubjektive Welt. Sie bildet ein Produkt einer intersubjektiven Kon-
stitution. Um diese Konstitution zu verstehen, müssen wir nach Husserl ihre
wesentlichen Stufen rekonstruieren, und so besteht der erste Schritt der
Husserlschen Theorie der Konstitution der Intersubjektivität in einer “the-
matischen EPOCHÉ” auf “meine transzendentale Eigensphäre”, in der es noch
keine intersubjektiv zugänglichen Gegenstände gibt. Wir abstrahieren sys-
tematisch von gewissen Aspekten der (schon früher transzendental reduzierten)
Welt; “[. . .] wir sehen von allen konstitutiven Leistungen der auf fremde Sub-
jektivität unmittelbar oder mittelbar bezogenen Intentionalität ab”. (Hua I,
S. 124)
Während also die transzendentale Reduktion eine allgemeine Einklammerung
der “Gültigkeit” der Welt bedeutet, wobei aber alles, was zum „Inhalt” dieser
Welt gehört, auch nach der Reduktion bleibt, bildet die obengenannte Prozedur
eine Art inhaltliche Abstraktion. Im Rahmen der transzendental reduzierten
Sphäre lassen wir jetzt nur die Elemente bestehen, die in ihrem Sinn auf keine
fremde Intentionalität hinweisen.
Alles, was durch die obengenannte “thematische EPOCHÉ” herauspräpariert
wurde und was Husserl “die primordiale” (bzw. “primordinale”) Welt nennt,39
bildet ein untrennbares Korrelat meiner solipsistischen Erfahrung. In diesem
Sinne ist diese primordiale Welt nicht fremd.40 Da die vor-objektiven physischen
Gegenstände ausschließlich auf meine eigenen konstitutiven Leistungen relativ
sind, (vgl. Hua I, S. 134) können sie nach Husserl als im relevanten Sinne
meine klassifiziert werden. Erst zusammen mit seiner primordialen Welt bildet
das transzendentale Ich eine konkrete Einheit – eine konkrete “Monade”. (Hua
I, S. 102)
Die Konstitution, die von der primordialen Sphäre zur objektiven Welt führt,
enthält mehrere Stufen, damit sie jedoch überhaupt anfangen kann, muß in
meiner Eigenheitssphäre ein fremdes Subjekt erscheinen. Nach Husserl ist es
198
tatsächlich möglich. In der primordialen Sphäre gibt es Fremderfahrung. Die
konstitutiven Leistungen der fremden Subjekte (d.h. die entsprechenden
Noemata) wurden zwar durch die thematische Reduktion ausgeschaltet, die
fremden Subjekte selbst sind mir jedoch gegeben, insofern sie ausschließlich
von mir konstituiert werden. Und sie sind mir, sagt Husserl, bereits auf dieser
Stufe der Konstitution als fremd gegeben.

Der Seinssinn objektive Welt konstituiert sich auf dem Untergrunde meiner
primordinalen Welt in mehreren Stufen. Als erste ist abzuheben die Kon-
stitutionsstufe des Anderen oder Anderer überhaupt, das ist aus meinem
konkreten Eigensein (aus mir als dem primordinalen ego) ausgeschlossener
ego’s. [. . .] Also das an sich erste Fremde (das erste Nicht-Ich) ist das
andere Ich. (Hua I, S. 137)

Auf der zweiten Stufe der Konstitution entsteht eine Monadengemeinschaft.

Es liegt im Wesen dieser von den puren Anderen (die noch keinen weltlichen
Sinn haben) aufsteigenden Konstitution, daß die für mich Anderen nicht
vereinzelt bleiben, daß sich vielmehr (in meiner Eigenheitssphäre natürlich)
eine mich selbst einschliessende Ich-Gemeinschaft [. . .] konstituiert, letztlich
eine Monadengemeinschaft, und zwar eine solche, die (in ihrer ver-
gemeinschaftet-konstituierenden Intentionalität) die eine und selbe Welt
konstituiert. (Hua I, S. 137)

Die letzte Stufe, welche die eigentliche Konstitution der objektiven Welt
enthält, ist schon trivial. Nach Husserl ist diese objektive Welt der tran-
szendentalen Monadengemeinschaft auf die genau gleiche Weise immanent,
auf welche die primordiale Welt dem vereinzelten transzendentalen Ich
immanent sein soll.

Die transzendentale Intersubjektivität hat durch diese Vergemeinschaftung


eine intersubjektive Eigenheitssphäre, in der sie die objektive Welt inter-
subjektiv konstituiert [. . .]. Wenn aber hier wieder intersubjektive Eigen-
heitssphäre und objektive Welt unterschieden werden, so ist doch [. . .] zu
erkennen, daß die objektive Welt sie, bzw. ihr intersubjektives Eigenwesen,
nicht mehr im eigentlichen Sinne transzendiert, sondern ihr als immanente
Transzendenz einwohnt. Genauer gesprochen: die objektive Welt als Idee,
als ideales Korrelat einer intersubjektiven [. . .] Erfahrung –, ist wesensmäßig
bezogen auf die selbst in der Idealität endloser Offenheit konstituierte Inter-
subjektivität [. . .]. (Hua I, S. 137 f.)

Die Husserlsche Konstitution der intersubjektiven Welt scheint sich also nach
dem folgenden Schema abzuspielen:
199

primordinale Welt von A


unsere Welt

Subjekt A

meine primordinale Welt

subjektive intersubjektive
Ich
Konstitution Konstitution

Subjekt B

primordinale Welt von B

"private" intersubjektive
Gegenst nde
Gegenstände Gegenst nde
Gegenstände

Das Geheimnis der Konstitution der intersubjektiven Entitäten liegt also


im Übergang von der privaten, primordinalen Welt zu unserer Welt, die durch
die intersubjektive Kommunikation konstituiert wird.41 Die intersubjektiven
Bedeutungsentitäten können erst auf der intersubjektiven Stufe der Konstitution
auftreten.
Die transzendentale Erklärung der Intersubjektivität hat es zur Folge, daß
die Husserlsche Theorie der noematischen Bedeutungsentitäten – als erste der
bisher besprochenen Theorien – als eine Deskriptionstheorie nicht interpretiert
werden darf, obwohl sie auf den ersten Blick (vor allem, wenn man die
Konstitution der intersubjektiven Welt außer Acht läßt) viele Züge einer
Deskriptionstheorie aufweist.
Die Gegenstände werden zwar bei Husserl im Grunde durch eine “Be-
schreibung” (durch das “Prädizieren” der Charakteristika von einem
“Identitätspol” der Synthese) konstituiert, wichtig ist jedoch, daß diese
“Beschreibung” die epistemische Privatheit des einzelnen Subjekts sehr schnell
transzendiert. Wenn man also auf dem Boden dieser Theorie eine intersubjektive
Bedeutung als eine identifizierende Deskription des Objekts interpretieren
wollte, dann müßte sie eine identifizierende Deskription sein, deren Konstitution
die frühere Konstitution der intersubjektiven Gemeinschaft voraussetzt. Es
200
würde sich also um eine identifizierende Deskription handeln, über die nicht das
einzelne Subjekt, sondern erst die sich kommunizierende Gemeinschaft verfügt.
Ein Husserlsches Subjekt S kann also, obwohl es die Welt durch eine
“Beschreibung” konstituiert, sich auch auf Gegenstände beziehen, die esr
deskriptiv nicht identifizieren kann. Die Bedingung ist nur, daß esr zu einer
Gemeinschaft gehört, die über eine Welttheorie verfügt (bzw. idealiter verfügen
kann), die viel reicher ist, als die Beschreibung, die S selbst formulieren könnte.

6. Ingarden

Zum Schluß besprechen wir noch die Theorie Ingardens, die er im Kontext
seiner Kritik und Weiterentwicklung der Husserlschen Lehre formuliert hat.
Was Ingarden von Husserl übernommen hat, waren die phänomenologische
Methode und die allgemeinsten strukturellen Züge seiner späten Theorie mit
ihrer zentralen Kategorie des Noemas. Was er bei Husserl “verbessern” wollte,
war die ontologische Exaktheit der Theorie. Was er jedoch bei Husserl nie
akzeptieren konnte, war der Husserlsche Transzendentalismus.42 Ingarden
war ein metaphysischer Realist, der an das Vorhandensein einer fertigen,
bewußtseinsunabhängigen Welt glaubte.
In seiner allgemeinen Theorie der Intentionalität43 übernimmt Ingarden
zum großen Teil die Husserlsche Lehre vom Noema. Er interpretiert sie
jedoch so, daß der Nachfolger des Husserlschen Noemas (der bei Ingarden
rein intentionaler Gegenstand heißt) als eine Entität aufgefaßt wird, die den
intentionalen Zugang zur real existierenden Welt vermittelt. Der rein inten-
tionale Gegenstand fungiert also bei Ingarden im Grunde als vermittelnde
Entität und seine Theorie der Intentionalität ist am besten als eine Media-
tor-Theorie zu klassifizieren.44
Ingarden versuchte ferner den Mechanismus der intentionalen Beziehung
ontologisch zu analysieren. Er nimmt an, daß der rein intentionale Gegenstand
von der Intention des Subjektes seinsabhängig ist. Er wird durch den mentalen
Inhalt der Intention vollständig bestimmt.45 Der rein intentionale Gegenstand
vermittelt die intentionale Beziehung auf die Welt, indem er gewisse Merkmale
spezifiziert, die der eventuelle transzendente Referenzgegenstand besitzen
muß. Diese Spezifizierung kommt dadurch zustande, daß der rein intentionale
Gegenstand in seinem Gehalt die Aktualisierungen gewisser allgemeiner
Platonischer Entitäten, die Ingarden ideale Qualitäten nennt, enthält. Wenn
einem solchen rein intentionalen Gegenstand ein reales Zielobjekt in der Welt
entspricht, dann muß dieses Zielobjekt dieselben idealen Qualitäten als seine
Eigenschaften instantiieren.46
Die Ontologie der intentionalen Beziehung kompliziert sich also beträchtlich.
Wir haben den Bereich von Platonischen Entitäten (idealen Qualitäten), die
durch reale Individuen instantiiert werden können, und die im Gehalt eines rein
201
intentionalen Gegenstandes aktualisiert werden können. Der rein intentionale
Gegenstand erweist sich demgemäß als eine komplizierte “doppelseitige”
Entität, die nicht nur ihre “eigenen” Eigenschaften (wie z.B. von einem
Bewußtseinsakt seinsabhängig zu sein), sondern auch ihren Gehalt besitzt (der
das eventuelle Referenzobjekt bestimmt).
Die Theorie des rein intentionalen Gegenstandes erklärt in der Philosophie
Ingardens die rudimentäre intentionale Beziehung, die z.B. in jeder Perzep-
tion involviert wird. Was jedoch die spezifisch sprachliche Intentionalität
betrifft, so führt Ingarden weitere Komplizierungen ein.47 Der Grund dafür liegt
in den Problemen der Intersubjektivität der Bedeutung. Wenn nämlich die
sprachliche Bedeutung nur durch die Referenz auf den mentalen Inhalt und
den Gehalt des rein intentionalen Gegenstandes bestimmt werden könnte, dann
würden wir – so argumentiert Ingarden – in der Theorie der intersubjektiven
Kommunikation auf große Probleme stoßen müssen. Unsere Intentionen und
eo ipso die Gehalte der rein intentionalen Gegenstände sind nämlich von vielen
kontextuellen und subjektiven Faktoren abhängig.48 Trotz dieser Schwan-
kungen sprechen wir jedoch über Identität der Bedeutung. Wir brauchen also
zusätzliche Strukturen, die diese Identität erklären könnten.
Infolge solcher Überlegungen, führt Ingarden in seiner Bedeutungslehre
zusätzliche Entitäten ein. Er nimmt an, daß das Problem der Identität der
Bedeutung am einfachsten durch die Berücksichtigung der Ideen von Re-
ferenzobjekten gelöst werden kann.49 Die Probleme des ontologischen Status
der Idee hat Ingarden vor allem in seinem Streit um die Existenz der Welt
untersucht.50 Eine Idee ist, ähnlich wie ein rein intentionaler Gegenstand,
doppelseitig. Sie hat einen Gehalt, zu dem sowohl “Konstanten” als auch
“Variablen” (“Veränderlichen”) gehören.51 Diese Struktur ermöglicht es, daß
die Individuen “unter die Idee fallen”. Die Konstanten der Idee sind “Konkre-
tisierungen” (aber nicht Instantiierungen) der idealen Qualitäten.52 Der Gegen-
stand, der unter eine bestimmte Idee fällt (das Individuum dieser Idee), muß
die Eigenschaften besitzen, die mit den Konstanten der Idee “übereinstimmen”.
Dieselben idealen Qualitäten müssen sowohl im Gehalt der Idee konkretisiert
wie auch als Merkmale des Gegenstandes instantiiert (vereinzelt) werden.53
Die Eigenschaften des Gegenstandes, von denen die Rede war, bilden sein
Wesen, das kein allgemeiner Gegenstand, sondern ein individueller Moment
eines individuellen Gegenstandes ist.54 Die Tatsache, daß ein Gegenstand unter
eine gewisse Idee fällt, heißt also soviel, als daß er ein entsprechendes Wesen
hat. Ein Pferd fällt deshalb unter die Idee des Pferdes, weil es alle für ein Pferd
konstitutiven Eigenschaften hat – alle Eigenschaften, die das Wesen eines
Pferdes bilden. Variablen im Gehalt einer Idee bedeuten hingegen, daß die
betreffenden Qualitäten im Gegenstand “beliebig” sein können. Eine Idee ist
jedoch, im Gegensatz zu einem rein intentionalen Gegenstand, eine von den
intentionalen Akten des Subjekts völlig unabhängige Entität. Betrachten wir das
folgende Schema:55
202

Bereich der idealen Gegenstände


Gegenst nde
B
Gehalt (7*)
reine Qualit
Qualitätt II
Struktur der Bedeutung
Idee (7)

Konkretisierung

O
ontologische
ontologische
reine Qualität III
Qualit t III Relation
Qualität
reine Qualit t IIII das Objekt
das Objekt (4)
(4)
“fällt unter”
X "f llt unter"
Vereinzelung die Idee (7)
kognitiver die Idee (7)
Zugang
zum Gehalt
Vereinzelung
der Idee

Aktualisierung

Wesen (5)
Inhalt (2) (6)
Gehalt (3*) (4*)
Subjekt (1)

rein intentionaler
(4) der Referenzgegenstand
Gegenstand (3)
R
S
semantische Relation
das Wort bezieht sich
das Wort
auf den Gegenstand

Zwischen dem Wort und dem Gegenstand (4) besteht die semantische Re-
lation S. Das Wort bezieht sich auf den Gegenstand (4). Dies ist nur dadurch
möglich, weil in einer typischen Verwendung dieses Wortes ein psychischer
Akt involviert ist, der durch seinen Inhalt (2) den rein intentionalen Gegenstand
(3) erzeugt. Die Relation R symbolisiert die Konvention, die das Wort mit dem
psychischen Akt von einem bestimmten Inhalt korreliert. Der psychische Akt
bezieht sich auf den Gegenstand (4) kraft der Tatsache, daß im Gehalt des rein
intentionalen Gegenstandes (3*) dieselbe Qualität aktualisiert ist, die als ge-
wisse Merkmale des Referenzobjektes (4*) instantiiert ist (die Qualität II). Das
ist die Ingardensche Version der Deskriptionstheorie der intentionalen Be-
ziehung, die, wie wir sehen, im Rahmen seiner Theorie der direkten, mentalen
Intentionalität gilt.
Die Deskriptionstheorie der intentionalen Beziehung gilt jedoch für die
spezifisch sprachliche Intentionalität nicht mehr. Was für die Identität der
203
Bedeutung des Wortes relevant ist, ist nämlich in erster Linie die Idee (7). Der
Gehalt dieser Idee (7*) entspricht jedoch nicht der Menge der Merkmale (4*),
sondern der Menge (5), die das Wesen des Gegenstandes (4) bildet. Im
Allgemeinen brauchen die zwei Mengen (4*) und (5) nicht einmal einen
gemeinsamen Teil zu haben, wie dieser, der in unserem Schema als (6)
bezeichnet wurde.
Ingarden nimmt an, daß die Bedeutung des Wortes sowohl durch die Idee
(7) als auch durch den mentalen Inhalt (2) konstituiert wird.56 Bedeutung ist
demgemäß keine einfache Entität, sondern bildet eine zusammengesetzte, zum
Teil flexible, zum Teil rigide Struktur, welche die entsprechende Idee und die
Menge der Spezies der (möglichen) Intentionen (der Intentionen, die sich auf
den entsprechenden Gegenstand beziehen würden) in Beziehung setzt. Dank des
Elements (7) bleibt die Identität der Bedeutung bestehen, dank der Variabilität
des Elements (2) kann sich jedoch die Bedeutung in gewissen Grenzen ändern,
ohne dadurch ihre Identität zu verlieren.
Ein ungelöstes Problem der Theorie Ingardens ist die Frage, worin der
kognitive Zugang (X) zum Gehalt der Idee besteht, den wir zum Zwecke der
Gewährleistung der Intersubjektivität brauchen. Ingarden operiert vor allem
mit mathematisch-geometrischen Beispielen (wie z.B. der Idee eines Dreiecks)
und suggeriert eine direkte Anschauung der entsprechenden Idee, es scheint
jedoch, daß eine solche These in Bezug auf alle sprachlichen Bedeutungen
sehr gewagt wäre. An einem anderen Ort57 haben wir zu zeigen versucht, daß
sich dieser Zugang in Termini der zeitgenössischen semantischen Theorien,
die gegen die Deskriptionstheorie der Bedeutung argumentieren,58 sehr
interessant interpretieren läßt. Die Ingardenschen Ideen werden bei dieser
Interpretation als unsere besten Theorien der betreffenden Gegenstände
betrachtet, die, wie es Putnam will, nur den Experten der jeweiligen Ge-
sellschaft kognitiv zugänglich sind.
Eine andere Möglichkeit, die besonders im Kontext dieses Artikels interessant
ist, ist die Auffassung des kognitiven Zugangs X aus der Perpektive der
Husserlschen Konstitutionstheorie. Die Ingardenschen Ideen müßten in diesem
Fall als Entitäten interpretiert werden, die von der intentionalen Tätigkeit der
intersubjektiven Gemeinschaft seinsabhängig sind. Sie werden durch diese
Gemeinschaft konstituiert. Was die Gehalte der Ideen betrifft, so müssten sie
genau denjenigen noematischen Entitäten entsprechen, die nach der transzen-
dentalen Lehre Husserls in einem virtuell unendlichen Prozeß der inter-
subjektiven Präzisierung als Bestandteile unserer gemeinsamen Welt konstituiert
werden. Im Rahmen der Theorie Ingardens müßte allerdings dieser Prozeß als
ein Streben nach der idealen Adäquatheit mit den unabhängig existierenden
Gegenständen interpretiert werden, während er bei Husserl als eine Konstitution
dieser Gegenstände aufgefaßt wird.
204
Notes

* Die im Artikel angeführten Manuskripte Brentanos wurden mir von Prof. Guido Küng
(Freiburg/Schweiz) und Prof. Wilhelm Baumgartner (Würzburg) zugänglich gemacht.
Ich bedanke mich auch bei M. Zahner und A. Siegetsleitner für die sprachlichen Korrek-
turen, sowie bei Kluwer Academic Publishers, für die Erlaubnis, aus den Husserliana-
Bänden zu zitieren und kleine Fragmente von Chrudzimski 2001a zu verwenden.
1. Die Problematik dieses Absatzes wird ausführlicher im ersten Kapitel von Chrudzimski
2001a besprochen.
2. Brentano 1874/1924, S. 124 f.
3. Vgl. dazu Smith 1944, S. 44. In Wirklichkeit ist es nicht ganz klar, ob die Theorie der
Psychologie tatsächlich spezielle Zielobjekte einführt. In der Periode vor der Psychologie
verwendet Brentano oft die scholastische Redeweise, die jedem gemeinten Objekt eine
“objektive” Existenz “im Geist” zuschreibt und betrachtet sie als ontologisch völlig
unverbindlich. Vgl. dazu Brentano 1862, S. 37, Brentano 1867, S. 80. Es ist nicht ausge-
schlossen, daß die Rede von den immanenten Objekten, die wir in der Psychologie finden,
noch als ontologisch unverbindlich interpretiert werden soll. Später (vor allem um 1890)
führt jedoch Brentano in seiner Intentionalitätstheorie ohne Zweifel spezielle Zielentitäten
ein. Vgl. Brentano 1982, S. 21. Mehr darüber in Chrudzimski 2001a.
4. Die Ausnahme bildet Brentano 1956. Dieses Buch wurde allerdings von der Herausgeberin
aufgrund der Inhaltsgliederung des Manuskripts EL 80 praktisch neu geschrieben, so daß
es eher als Sekundärliteratur betrachtet werden sollte. Darüber hinaus betrifft es die späte
Lehre Brentanos, die wir hier außer acht lassen. Zur späten Theorie der Intentionalität
Brentanos vgl. Chrudzimski 1999d und Chrudzimski 2001a, Kap. 7.
5. Das Manuskript EL 80.
6. Brentano EL 80, S. 34 f. Dieselbe semantische Theorie vertrat Brentano, wie es scheint,
bereits in der Vorlesung Alte und neue Logik aus dem Jahre 1877. Zu dieser Vorlesung
gibt es eine Mitschrift. Vgl. Brentano EL 108*, S. 21. Für den Hinweis auf diese Stelle
der Logik-Vorlesung 1877 danke ich Johann C. Marek (Graz).
7. Die Ausarbeitung der Bedeutungslehre, die im Wesentlichen dem Schema der Logik-
Vorlesung entspricht, kann man beim frühen Anton Marty finden. Vgl. dazu Marty 1884,
S. 300–303.
8. Vgl. Frege 1892 und Russell 1905.
9. Das Manuskript Ps 21. Die Datierung ist unsicher.
10. Brentano Ps 21, S. 4.
11. Vgl. Brentano EL 80, S. 35. Die Explikation des Scheiterns der zweiten Regel muß in
Wirklichkeit im Rahmen der Philosophie Brentanos ein wenig komplizierter ausfallen.
Die immanenten Gegenstände, die als Bedeutungen von zwei verschiedenen Namen
fungieren, werden nämlich bei Brentano auf jeden Fall numerisch verschieden sein
müssen, und zwar kraft der Tatsache, daß sie “ontologisch privat” sind (vgl. die These
(B.3) im nächsten Absatz). Identität der Bedeutung bedeutet also bei Brentano, daß die
entsprechenden immanenten Objekte in einem gewissen Sinne “äquivalent” (d.h. “streng
ähnlich”) sind. Die Explikation des ontologischen Sinnes dieser Äquivalenz würde uns
zu weit führen. Vgl. dazu Chrudzimski 2001a, S. 218–220.
12. Dieser Absatz entspricht teilweise dem Absatz 2 des Artikels Chrudzimski 2001b. Vgl.
dazu auch Chrudzimski 2001a, S. 203–210.
13. Vgl. Brentano 1982, S. 21.
14. Vgl. Höfler 1890, S. 6–7; Twardowski 1894, S. 4.
15. Twardowski 1894, S. 23, 29.
205
16. Bei Twardowski ist diese Sache nicht ganz klar. Eines der Argumente, die er für den
Unterschied Inhalt-Gegenstand anführt, bezieht sich nämlich auf die sogenannten
“Wechselvorstellungen”. Ein Beispiel für ein solches Paar wäre z.B. das Paar: der Sieger
von Jena und der Besiegte von Waterloo. Twardowski behauptet, daß im Fall solcher
Wechselvorstellungen die psychischen Inhalte verschieden sind, während der Gegen-
stand derselbe bleibt. Vgl. Twardowski 1894, S. 31 f. Der mentale Inhalt wäre demgemäß
als ein für die Erklärung der Nichtextensionalität der intentionalen Kontexte sehr wichtiges
Element zu betrachten. Grossman kritisiert jedoch diese Position als inkohärent, und be-
hauptet richtig, daß im Rahmen der Theorie Twardowskis die Verschiedenheit des Inhalts
eine ähnliche Verschiedenheit der Gegenstände nach sich ziehen muß. Vgl. Grossman
1974, S. 50 ff.
17. Twardowski 1894, S. 24 f.
18. Twardowski 1894, S. 40.
19. Twardowski 1894, 34.
20. “Gegenstände sind, was sie sind, mögen sie erfaßt werden oder nicht.”, Meinong 1915,
S. 244.
21. Meinong 1904, S. 490 ff.
22. Meinong 1904, S. 494.
23. Meinong 1906, S. 424 f.
24. Twardowski 1894, S. 11.
25. Meinong 1915, S. 170.
26. Meinong unterscheidet zwei Arten vom (aktuellen) Sein. Die für die realen Gegenstände
charakteristische Seinsweise heißt “Existenz”, die idealen Gegenstände können dagegen
nicht existieren. Ihr Sein heißt “Bestand”.
27. Meinong 1910, S. 275.
28. Zur ausführlicherer Behandlung der Problematik dieses Absatzes vgl. Chrudzimski
2001a, S. 210–215. Vgl. auch Chrudzimski 1999a, S. 85 ff.
29. Husserl hat eine solche Theorie schon 1894 vertreten. Vgl. Hua XXII, S. 317, 332 ff.,
336 ff. Vgl. dazu auch Küng 1973, S. 674.
30. Ob die Husserlsche Theorie der Logischen Untersuchungen, wie es Føllesdal behauptet,
von den Schriften Freges abhängig war, ist nicht ganz klar. Mohanty argumentiert, daß
Husserl seine frühe psychologistische Auffassung selbständig überwunden hat. Vgl. dazu
Frege 1894, Føllesdal 1957, S. 25; Mohanty 1974.
31. Das Schema wurde in Chrudzimski 2001a, S. 213 verwendet.
32. Die Entwicklung der Husserlschen Intentionalitätstheorie, die von der Auffassung der
Logischen Untersuchungen zum Begriff des Noemas führt, beginnt wahrscheinlich im
Jahre 1905. Vgl. Melle 1984, S. XXI ff.
33. Vgl. Hua XXVI, S. 36; Küng 1973, S. 676 f.
34. Vgl.: “[D]as Noema überhaupt ist aber nichts weiter als die Verallgemeinerung der Idee
der Bedeutung auf das Gesamtgebiet der Akte.”, Hua V, S. 89.
35. Zu dieser Interpretation neigt Gurwitsch.
36. So interpretiert die Husserlsche Lehre Føllesdal. Vgl. Føllesdal 1969.
37. Vgl. “Prinzipiell stehen in der logischen Sphäre, in derjenigen der Aussage, ‘wahrhaft’-
oder ‘wirklich-sein’ und ‘vernünftig ausweisbar-sein’ in Korrelation; [. . .] Selbstver-
ständlich ist die hier in Rede stehende Möglichkeit vernünftiger Ausweisung nicht als
empirische, sondern als ‘ideale’, als Wesensmöglichkeit verstanden.”, Hua III/1, S. 314.
Vgl. auch Hua XXVI, S. 73 ff.; Hua III/1 1913 , S. 302.
38. Sie wurde in den Cartesianischen Meditationen (Hua I) präsentiert. Vgl. auch die aus dem
Nachlaß herausgegebenen Husserliana-Bände XIII–XV. Vgl. dazu auch Chrudzimski 1999c,
wo wir einige Schwierigkeiten der Husserlschen Intersubjektivitätslehre besprechen.
206
39. Husserl spricht synonym von “primordial” und “primordinal”. Vgl. dazu Römpp 1992,
S. 36.
40. Vgl. dazu Römpp 1992, S. 33 f.
41. Diese Theorie hat natürlich ihre Probleme, die wir hier nicht näher besprechen können.
Vgl. dazu Chrudzimski 1999c.
42. Zur Ingardenschen Kritik des Transzendentalismus Husserls vgl. vor allem Ingarden
1992 und Ingarden 1998.
43. Zur Ingardenschen allgemeinen Theorie der Intentionalität vgl. Chrudzimski 1999a,
Kapitel 3.7.
44. In Wirklichkeit ist die Sachlage nicht so einfach. Denn Ingarden behauptet, daß im Fall
einer Meinongschen Annahme, wenn man einen Gedanken bloß “erwägt”, jedoch keine
Behauptung aufstellt, der rein intentionale Gegenstand als Zielobjekt der Intention
fungiert. Ähnlich, obwohl nicht ganz gleich, sieht die Situation im Fall einer literarischen
Fiktion aus. Bei Ingarden wird also die Position des rein intentionalen Gegenstandes
gewissermaßen systematisch variabel. Wir können hier dieses Thema nicht weiter
entwickeln. Vgl. Ingarden 1931, S. 170 und Chrudzimski 1998, S. 254 f.
45. Ingarden 1964/65, Bd. II, S. 211.
46. Ingarden 1964/65, Bd. II, Teil 1, S. 206.
47. Zur Ingardenschen Theorie der spezifisch sprachlichen Intentionalität vgl. Chrudzimski
1998 und Chrudzimski 1999b.
48. Vgl. Ingarden 1931, § 17.
49. Ingarden 1931, § 16, S. 87–89.
50. Ingarden 1964/65, Bd. II, Teil 1, Kap. X.
51. Ingarden 1964/65, Bd. I, S. 40 f.
52. Ingarden 1964/65, Bd. I, § 6.
53. Ingarden 1964/65, Bd. II, Teil 1, § 51, S. 268.
54. Über das Wesen vgl. Ingarden 1964/65, Bd. II, Teil 1, § 58.
55. Das Schema wurde in Chrudzimski 1998, S. 259 verwendet.
56. Ingarden 1931, S. 89, 386.
57. In Chrudzimski 1998 und Chrudzimski 1999b.
58. Vgl. Putnam 1975, Kripke 1980.

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