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ZTV-ING Teil 5 Teil

ZTV-ING Tunnelbau Abschnitt


5 Tunnelbau 1 Geschlossene
Abschnitt Bauweise
1 Geschlossene Anhang A
Bauweise

Anhang A rezeptur der Tunnelinnenschalen gefertigt sein. Für


Impakt-Echo und Ultraschall-Echo Verfahren sind
Probekörper mit einem Durchmesser von ca. 24 cm
Richtlinie für die Anwendung der und einer Höhe von 48 cm erforderlich.
zerstörungsfreien Prüfung von (3) Bei der Durchführung der Kalibriermessung ist
Tunnelinnenschalen (RI-ZFP-TU) ein entsprechender Korrekturfaktor zu berücksichti-
gen. Als Vergleichsmessung sollte auch eine Mes-
A1 Einleitung sung neben den in der Firste zur Firstspaltinjektion
vorhandenen Einfüllstutzen vorgenommen werden.
(1) Verkehrstunnel im Zuge von Bundesfernstraßen (4) Mit dem so kalibrierten Messgerät kann nun ein
werden in der Regel in zweischaliger Bauweise aus- Punkt an der Tunnelinnenschale als Kalibrierpunkt
geführt. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal dieser für folgende und spätere Messungen festgelegt wer-
Bauweise stellt die Einhaltung der Solldicke der den.
Innenschale und damit die Vermeidung von Minder-
dicken im Bereich der Firste und von Dicken- (5) Wenn vorhanden, kann die Kalibrierung auch an
sprüngen im Bereich der Fugen zwischen einzelnen einem Punkt mit bekannter Dicke und ebener Rück-
Blöcken dar, da hierdurch unmittelbar Schäden an wand an einer Tunnelinnenschale vorgenommen
der Kunststoffdichtungsbahn verursacht werden kön- werden.
nen. (6) Durch die üblicherweise vorhandene Bewehrung
(2) Im Rahmen der Qualitätssicherung neu erstell- in den Tunnelinnenschalen ist eine Dickenbestim-
ter Verkehrstunnel im Zuge von Bundesfernstraßen mung mit Georadar in der Regel nicht flächende-
ist deshalb die Innenschale unter Verwendung ckend möglich. [4, 9, 10]
zerstörungsfreier Prüfverfahren flächig zu überprü- (7) Weiterführende Angaben zu den Messverfahren
fen, wobei insbesondere der Firstbereich sowie die werden im Internet durch das ZfPBau-Kompendium
Bereiche der Blockfugen zu untersuchen sind. Der der BAM beschrieben [5] oder sind als Merkblätter
Erfolg eventuell durchgeführter Mängelbeseitigun- der DGZFP erschienen [6].
gen ist durch Wiederholungsmessungen oder in
Ausnahmefällen durch zerstörende Untersuchungen
zu überprüfen.
A 2.2 Ultraschall-Echo-Verfahren
(3) Diese Richtlinie dient der Qualitätssicherung und (1) Beim Einsatz des Ultraschall-Echo-Verfahrens
der Vereinheitlichung der Anwendung zerstörungs- wird mit einem auf der Oberfläche angeordneten
freier Prüfverfahren zur Dickenprüfung von Tunnel- Prüfkopf ein Ultraschallimpuls (Frequenz > 20 kHz)
innenschalen. Sie enthält Hinweise zu geeigneten in das Bauteil (Tunnelinnenschale) eingeleitet. Der
Messverfahren (Abschnitt A 2) und zur Mess- Anteil des an der Rückwand der Tunnelinnenschale
durchführung (Abschnitt A 3). Dokumentation, Aus- reflektierten Impulses wird mit einem Empfangskopf,
wertung und Darstellung werden in Abschnitt A 4 der ebenfalls auf der Oberfläche der Tunnelinnen-
behandelt. Der Abschnitt A 5 enthält Hinweise zur schale positioniert ist, empfangen und anschließend
Personalqualifikation und der Abschnitt A 6 zur An- ausgewertet. Sende- und Empfangsteil sind in den
erkennung von Geräten und Verfahren durch die meisten Fällen in einem Gehäuse untergebracht.
Bundesanstalt für Straßenwesen. Bild A 5.1.1 zeigt das Messprinzip des Ultraschall-
Echo-Verfahrens.

A2 Messverfahren
A 2.1 Allgemeines
(1) Für die zerstörungsfreie Prüfung der Dicke von
Tunnelinnenschalen sind aufgrund der einseitigen
Zugänglichkeit lediglich Echo-Verfahren einsetzbar.
Grundsätzlich sind hierzu Ultraschall- und Impakt-
Echo-Verfahren geeignet. Beide Verfahren haben
ihre Leistungsfähigkeit bei der Dickenbestimmung
einseitig zugänglicher Bauteile aus mineralischen
Baustoffen unter Beweis gestellt [1, 2, 9, 10].
(2) Die Kalibrierung der Messverfahren erfolgt über
die Ausbreitungsgeschwindigkeit an geeigneten
Probekörpern. Hierzu sind die hergestellten Probe-
körper zu verwenden. Diese müssen aus der Beton- Bild A 5.1.1: Messprinzip Ultraschall-Echo [3, 9]

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Tunnelbau Abschnitt
Abschnitt 1 Geschlossene
1 Geschlossene Bauweise
Bauweise Anhang A

(2) Dieses Verfahren kann bei der Überprüfung der dieses Verfahrens ist in Bild A 5.1.3, ein Beispiel in
Solldicke von Tunnelinnenschalen mit einer Dicke bis Bild A 5.1.4 dargestellt.
zu 80 cm, in einzelnen Fällen auch bei größeren Dik-
ken, angewendet werden.
(3) Eine spezielle Vorbereitung der Oberfläche ist
bei den im Tunnelbau üblichen Oberflächenrauheiten
(geschalte Oberfläche) in der Regel nicht erforder-
lich.
(4) Bei bekannter oder durch Kalibrierung bestimm-
te Ausbreitungsgeschwindigkeit des Ultraschalls (c)
kann aus der Laufzeit des Impulses (t) auf die Dicke
der Innenschale (d) geschlossen werden (d = c*t/2).
Somit lassen sich Minderdicken lokalisieren. Eine
Unterscheidung zwischen einer konstruktiv beding-
ten Trennschicht (z.B. Kunststoffdichtungsbahn) und
einer Ablösung bzw. Hohlstelle ist ohne zusätzliche
Informationen und weitergehende Auswertungen
nicht möglich. Eine detaillierte Beschreibung des Bild A 5.1.3: Messprinzip Impakt-Echo (in Anlehnung an [8])
Verfahrens enthält [3].
(5) Bild A 5.1.2 zeigt das Ergebnis einer Dicken-
messung mit Ultraschall-Echo an einem Betonbau-
teil. Dargestellt ist das gleichgerichtete Empfangs-
signal über der Tiefe (A-Bild). Man erkennt das
Rückwandecho an der deutlichen Amplitude bei ei-
ner Tiefe von rd. 300 mm. Dies entspricht hier der
Dicke des Bauteils.

Bild A 5.1.4: Messung an einer Betonplatte: a-c zeigen Ergeb-


nisse einer intakten Platte, d-f zeigen Ergebnisse
einer Platte mit Fehlstelle (in Anlehnung an [8])
Bild A 5.1.2: Dickenbestimmung mit Ultraschall-Echo-
Verfahren, aus [3, 9]
(2) Bei bekannter Ausbreitungsgeschwindigkeit des
Körperschalls (c) kann die Dicke der Innenschale (d)
A 2.3 Impakt-Echo-Verfahren einer Frequenzanzeige (f) zugeordnet werden d = c/
(1) Ein weiteres Verfahren, welches sich zur Über- (2f). Somit lassen sich Minderdicken lokalisieren.
prüfung der Dicke einseitig zugänglicher Bauteile Eine Unterscheidung zwischen einer konstruktiv be-
eignet, ist das Impakt-Echo-Verfahren [8,11]. Bei die- dingten Trennschicht (z.B. Kunststoffdichtungsbahn)
sem Verfahren werden durch mechanische Impul- und einer Ablösung bzw. Hohlstelle ist ohne zusätz-
se, z.B. mit einer Stahlkugel, in das zu untersuchen- liche Informationen und weiter gehender Auswertun-
de Bauteil Schallwellen (Körperschall) eingeleitet. gen nicht möglich. Eine detaillierte Beschreibung des
Deren Vielfachreflexionen zwischen der Oberfläche Verfahrens enthält [5, 8,11].
und den Grenzflächen (z.B. Rückwand oder Hohl- (3) Dieses Verfahren kann bei der Überprüfung der
stellen) werden mit einem breitbandigen Empfänger Solldicke von Tunnelinnenschalen mit einer Dicke bis
aufgenommen und einer Frequenzanalyse unterzo- zu 80 cm, in einzelnen Fällen auch bei größeren Di-
gen. Aus den Ergebnissen der Frequenzanalyse lässt cken, angewendet werden [1,2,8,11].
sich die Bauteildicke bestimmen. Das Messprinzip

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(4) Die maximal erreichbare Bauteildicke steht in men eine zweifelsfreie Identifizierung eines Mess-
Abhängigkeit von der zu prüfenden Materialstruktur punktes vorgenommen werden kann.
und des Frequenzbereichs des angeregten Körper- (3) Den Messungen ist grundsätzlich ein Messraster
schalls. Dieser lässt sich durch Auswahl eines für von 80 cm x 80 cm zugrunde zu legen, wobei in
die jeweilige Prüfsituation geeigneten Impaktors (z.B. Bereichen mit Minderdicken oder sonstigen Anoma-
Kugelgröße) steuern. lien eine Verdichtung des Rasters vorzunehmen
(5) Eine spezielle Vorbereitung der Oberfläche ist ist (zum Beispiel 40 cm x 40 cm, in Sonderfällen
bei den im Tunnelbau üblichen Oberflächenrauheiten 10 cm x 10 cm). Um den Aufwand für die Messun-
(geschalte Oberfläche) in der Regel nicht erforder- gen zu begrenzen, empfiehlt es sich, die Messun-
lich. gen auf den Bereich der Firste und den Bereich der
Blockfugen zu beschränken, siehe exemplarisch
Bild A 5.1.5.
A3 Messdurchführung
(4) Die Anzahl der Messlinien im Firstbereich sollen
wie folgt festgelegt werden:
A 3.1 Messraster
a) Bei Tunnelröhren mit 2 Richtungsfahrbahnen sind
(1) Vor der Durchführung der Messungen ist für den 5 Messlinien anzuordnen (Bild A 5.1.5).
zu untersuchenden Tunnel bzw. für den zu untersu-
chenden Block ein Messraster zu definieren und zu b) Bei Tunnelröhren mit 3 Richtungsfahrbahnen sind
dokumentieren. Als zweckmäßig hat sich hierbei die 9 Messlinien anzuordnen.
blockweise Stationierung in Tunnellängsrichtung c) Bei kleinen Querschnitten, z.B. bei Querschlägen
sowie eine Einteilung in Messlinien erwiesen. Bild und Fluchtstollen, sind 3 Messlinien anzuordnen.
A 5.1.5 zeigt exemplarisch eine schematische Dar-
d) Im Bereich von Pannenbuchten sind zusätzlich
stellung.
4 Messlinien anzuordnen.
(2) Das Messraster muss so eindeutig sein, dass z.B.
(5) Die Anzahl der Messlinien im Blockfugenbereich
für Wiederholungsmessungen oder Bohrkernentnah-
sollen wie folgt festgelegt werden.

Bild A 5.1.5: Beispiel für ein Messraster einer Tunnelröhre mit zwei Richtungsfahrbahnen [9, 10])

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Bild A 5.1.6: Dickenbestimmung einer Tunnelinnenschale mit Impakt-Echo-Verfahren, Minderdicken im Firstbereich [9, 10])

a) Entlang der Blockfugen sind je zwei Messlinien sagen zu fehlerhaften Bereichen ermöglichen. Hier-
vor und nach jeder Blockfuge anzuordnen (0,20 m durch wird eine eventuell erforderliche lokale Ver-
und 1,00 m) wie in Bild A 5.1.5 dargestellt. Um dichtung des Messrasters mit vergleichsweise ge-
den Aufwand in vertretbaren Grenzen zu halten, ringem Mehraufwand ermöglicht.
sind Messpunkte von der Firste aus in Richtung (2) Bei der Bewertung der Messungen, die im un-
Ulme bis 10:00 Uhr und bis 14:00 Uhr anzuord- mittelbaren Bereich von Blockfugen erfolgen, ist die
nen. durch die Fuge verursachte Diskontinuität (z.B.
(6) Bei Minderdicken, die über das Messraster hin- Fugenband, Randeinflüsse) in geeigneter Weise zu
ausgehen, muss der Messbereich schrittweise er- berücksichtigen.
weitert werden. (3) Die Messergebnisse sind für jeden Messpunkt
(7) Eine Minderdicke im Sinne dieser Richtlinie liegt einschließlich der Zuordnung zur Stationierung zu
vor, wenn die gemessene Tunnelinnenschalendicke speichern und dem Auftraggeber für eventuell erfor-
unter Berücksichtigung der Messgenauigkeiten un- derliche nachträgliche Auswertungen in einem vor-
terhalb der vorgegebenen Solldicke liegt, Tunnel- ab zu vereinbarenden Format auf Datenträger zur
innenschalen-Blockfugenversatz vorliegt oder andere Verfügung zu stellen.
Fehlstellen angetroffen werden.
A 3.3 Nachweisgrenzen
A 3.2 Messungen
Obwohl für die oben genannten Verfahren bereits
(1) Nach Festlegung und Markierung des Mess- umfangreiche Erfahrungen aus Messungen an Bau-
rasters am Bauwerk kann mit den Messungen be- werken und Bauteilen vorliegen, kann ein erfolgrei-
gonnen werden. Die Messungen sollen vor der plan- cher Einsatz nicht in allen Fällen garantiert werden.
mäßigen Firstspaltverpressung erfolgen, um gege- Nachfolgend sind deshalb einige Punkte aufgeführt,
benenfalls geeignete Instandsetzungsmaßnahmen die die Einsetzbarkeit der Echo-Verfahren bei der
ergreifen zu können. Es sollten bevorzugt Mess- Bestimmung der Dicke von Tunnelinnenschalen er-
systeme eingesetzt werden, die bereits vor Ort Aus- schweren können:

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• Die Dicke der zu untersuchenden Innenschale messenen Dicken der Tunnelinnenschale je Mess-
muss bei Verwendung von Ultraschall-Echo we- punkt für jeden Block in tabellarischer Form darzu-
sentlich größer als die Wellenlänge (l) sein. Für stellen.
Impakt-Echo muss die Bauteildicke größer als l/2
sein. Diese Anforderung ist bei der hier beschrie- A 4.2 Messbericht und Bewertung
benen Anwendung in der Regel eingehalten
[5, 8, 11]. (1) In dem nach Abschluss der Messungen durch
den Auftragnehmer vorzulegenden Messbericht ist
• Bei Betonen mit einem Größtkorn größer 32 mm,
zu bestätigen, dass die Messungen in Übereinstim-
bei Bauteildicken größer als 0,80 m sowie bei sehr
mung mit der Richtlinie und den dort enthaltenen
dichter Bewehrung oder hohem Luftporengehalt
Empfehlungen/Vorgaben erfolgten. Auf Abweichun-
des zu untersuchenden Bauteils sollten Vorver-
gen ist dabei besonders einzugehen.
suche zur Klärung der Einsetzbarkeit durchge-
führt werden. (2) Die Ausbreitungsgeschwindigkeit und die Art der
Kalibrierung sind anzugeben.
• Der Einsatz von Echo-Verfahren ermöglicht die
Bestimmung des Abstandes von der Oberfläche (3) Der Messbericht sollte mindestens folgende An-
der Tunnelinnenschale bis zur ersten Grenz- gaben enthalten:
schicht. Diese Grenzschicht kann die Kunststoff- • Datum, Ort, Temperatur im Untersuchungszeit-
dichtungsbahn, eine Ablösung oder eine sonsti- raum (soweit für das verwendete Verfahren rele-
ge Fehlstelle sein. Eine Interpretation der Signa- vant).
le im Hinblick auf spezifische Fehlstellenarten ist
in der Regel nicht möglich. Dies trifft vor allem • Kurzbeschreibung des Untersuchungsobjektes
bei Messungen nach Injektion zu, wenn kein fe- und des Untersuchungsziels.
ster Verbund zwischen Injektionsmörtel und • Relevante und verfügbare Informationen über den
Tunnelinnenschale vorhanden ist. Hier könnte Aufbau und Zustand des untersuchten Objektes
beispielsweise durch Vornässen des Untergrun- sollten in die Dokumentation aufgenommen wer-
des oder eine Änderung des Injektionsgutes der den, oder es sollte darauf hingewiesen werden,
Verbund zur Tunnelinnenschale verbessert wer- wo diese Informationen vorliegen. Hierzu zählen
den. unter anderem Betonrezeptur, Größtkorn, Bau-
• Die Genauigkeit der Dickenmessung liegt erfah- teiloberfläche, Bewehrung, Schichtaufbau, soweit
rungsgemäß unterhalb von ± 3 % vom Messwert. diese Angaben für die Interpretation der Mess-
Hinzu kommt die Genauigkeit der Ausbreitungs- ergebnisse erforderlich sind.
geschwindigkeit der Schallwelle, die bei der Kali- • Übersichtspläne mit Angabe der Messpunkte, der
brierung bestimmt wird, von ± 2 %. Messspuren, des Messrasters einschließlich der
Lage von Einbauten.
A4 Dokumentation • Angaben zum Messgerät (Hersteller, Gerätetyp,
Baujahr, Geräteeinstellungen, Frequenz, Samp-
Auf festgestellte Minderdicken und sonstige Anoma- lingrate).
lien ist im Messbericht einzugehen, wobei auch
• Angabe der einzelnen Schritte zur Messda-
Empfehlungen für das weitere Vorgehen und even-
tenauswertung (Datenverarbeitungsschritte).
tuell zusätzlich erforderliche Untersuchungen gege-
ben werden sollen. Die Auswertung der Messergeb- • Darstellung der Ergebnisse wie in 4.1 beschrie-
nisse soll anhand eines Beispiels verdeutlicht wer- ben).
den. • Zusammenfassung der Ergebnisse mit Angabe der
Bereiche mit Minderdicken bzw. sonstige Befun-
A 4.1 Auswertung und Darstellung de; weiteres Vorgehen, eventuell notwendige zu-
sätzliche Untersuchungen, Schlussfolgerungen.
(1) Zu jedem Punkt des Messrasters aus der Mes-
sung ist die Dicke der Tunnelinnenschale zu ermit-
teln. Es ist eine graphische Darstellung für jeden A5 Personalqualifikation
Tunnelblock erforderlich, wie in Bild A 5.1.6 beispiel-
(1) Die Durchführung der Messungen hat unter Auf-
haft dargestellt. Bereiche in denen die Messwerte
sicht eines „Kolonnenführers“ durch Personal, wel-
(ohne Berücksichtigung der Messgenauigkeit) die
ches im Umgang mit den eingesetzten Geräten im
Solldicke unterschreiten, sind deutlich hervorzuhe-
Detail vertraut ist, zu erfolgen.
ben.
(2) Hierzu ist die Qualifikation entsprechend Anlage
(2) Zu der üblichen grafischen Darstellung der
1 nachzuweisen. Dieser Nachweis ist mit der Abga-
Messergebnisse der Messverfahren in Form von
be des Angebotes vorzulegen.
Isolinien oder zusätzlichen B-Bildern, sind die ge-

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(3) Der „Kolonnenführer“ muss während der Ausfüh- A 6.3 Messungen an Probekörpern
rung der Arbeiten ständig an der Baustelle anwesend
sein, und er muss als Verantwortlicher den Mess- Im Rahmen der Anerkennung sind Messungen an
bericht mit unterschreiben. einem durch die Bundesanstalt für Straßenwesen
bereitgestellten Probekörper durchzuführen. Durch
(4) Der „Kolonnenführer“ hat sich vor Beginn der die anschließende Auswertung und Dokumentation
Arbeiten bei der Bauüberwachung anzumelden und der Messergebnisse sind die Funktionsfähigkeit des
die entsprechenden Nachweise (Anerkennungs- einzusetzenden Gerätes, die Interpretation der
schreiben der BASt) vorzulegen. Die „Kolonnen- Messergebnisse sowie die zur Auswertung erforder-
führer“ müssen im Anerkennungsschreiben nament- lichen Arbeitsschritte im Detail darzustellen.
lich aufgeführt sein.

A7 Literatur
A6 Anerkennung der Geräte
[1] Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V.
und Verfahren (DGT): Taschenbuch für den Tunnelbau 2003,
(1) Um die Qualität der Untersuchungsergebnisse 27. Jahrgang, Verlag: Verlag Glückauf Essen
sicherzustellen, dürfen mit der Durchführung der (VGE), ISBN 3-7739-1286-2; Baustoffe und
Messungen nur die durch die Bundesanstalt für Bauteile für den Tunnelbau. I. Qualitätssiche-
Straßenwesen (BASt) anerkannten Firmen beauf- rung der Tunnelinnenschale und der Tunnel-
tragt werden. Die Anerkennung ist an die in ihr ge- dränage (Seite 353 – 382), Dipl.-Ing. Wolf-
nannten Personen gebunden. Dieter Friebel, BMVBS, Bonn; Dr.-Ing. Jürgen
Krieger, BASt, Bergisch Gladbach
(2) Werden die Forderungen der RI-ZFP-TU nicht
eingehalten, kann die Anerkennung durch die BASt [2] Krieger, J.; Krause, M.; Wiggenhauser, H.:
wieder entzogen werden. Erprobung und Bewertung zerstörungsfreier
Prüfmethoden für Betonbrücken, Berichte der
Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft B 18,
A 6.1 Gerät Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven, 1998.
(1) Die Eignung der Messgeräte, die für die durch- [3] Merkblatt für Ultraschallverfahren zur zerstö-
zuführende Messaufgabe eingesetzt werden, ist rungsfreien Prüfung mineralischer Baustoffe
durch Vorlage detaillierter technischer Dokumenta- und Bauteile, Merkblatt B4, DGZfP-Fachaus-
tionen nachzuweisen. schuss „Zerstörungsfreie Prüfung im Bauwe-
(2) Wenn der Messgerätetyp sich ändert, muss die sen“, Deutsche Gesellschaft für Zerstörungs-
Anerkennung neu erworben werden. freie Prüfung e.V., Berlin, Ausgabe Mai 1999.
(3) Das Anerkennungsverfahren muss nach 5 Jah- [4] Merkblatt über das Radarverfahren zur zerstö-
ren wiederholt werden: Durch Vorlage eines Prüfbe- rungsfreien Prüfung im Bauwesen, DGZfP
richtes im Sinne der RI-ZfP-TU aus diesem Zeitraum Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prü-
oder durch eine Anerkennung durch die BASt. fung e.V., Berlin, Ausgabe 2001
[5] Bundesanstalt für Materialforschung und -prü-
A 6.2 Qualifikation des „Kolonnen- fung (BAM), Berlin: Internetpräsenz ZfPBau-
führers“ und Personals Kompendium.
[http//www.bam.de/zfpbau-kompendium. htm]
(1) Für die Aufgabe des „Kolonnenführers“ ist ein
[6] Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prü-
sachkundiger Ingenieur zu betrauen. Er muss Kennt-
fung e.V. (DGZFP), Berlin, „DGZFP Merkblät-
nisse, insbesondere des Tunnelbaues, des Bauwe-
ter“, Internetpräsenz [http//www.dgzfp.de] Un-
sens und der Baustoffkunde, besitzen, die durch ein
termenü: (Informationszentrum) (Richtlinien).
einschlägiges Studium nachzuweisen sind.
[7] Standard Test Method for Measuring the P-
(2) Er muss vertiefte Kenntnisse mit dem Einsatz der
Wave Speed and the Thickness of Concrete
Messgeräte im Tunnelbau besitzen, um vor Ort eine
Plates Using the Impact-Echo Method, Ameri-
sachliche Beurteilung der Messsignale vornehmen
can Society for Testing and Materials, Standard
zu können.
C 1383, August 1998.
(3) Durch Vorlage von detaillierten Unterlagen zur
[8] Sansalone, M. J.; Strett, W. B.: Impact-Echo,
fachlichen Ausbildung des mit den Messungen be-
Nondestructive Evaluation of Concrete and
trauten Personals sowie von Referenzen zu bereits
Masonry, Bullbrier Press, Ithaca, N.Y., 1997.
ausgeführten Messungen ähnlicher Art ist die Quali-
fikation des bei den Messungen eingesetzten Per- [9] Rath, E.; Berthold, G; Lähner, H.: Nachweis des
sonals nachzuweisen. Erfolges von Injektionsmaßnahmen zur Mängel-
beseitigung bei Minderdicken von Tunnelinnen-

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Bauweise

schalen mit Verfahren der zerstörungsfreien


Prüfung (ZFP) gemäß der „Richtlinie für die An-
wendung der zerstörungsfreien Prüfung von
Tunnelinnenschalen (RI-ZFP-TU)“ – Tunnel-
Burgholz im Zuge der L418 bei Wuppertal –,
Mai 2005, Berichte der Bundesanstalt für
Straßenwesen, Heft B 54, Unterreihe-B (Brü-
cken und Ingenieurbau)
[10] Mähner, D.; Rath, E.; Lange, D.: Bestimmung
der Tunnelinnenschalendicke mit zerstörungs-
freien Prüfverfahren, „Beton- und Stahlbeton-
bau“ 101 (2006) Heft 8, Seite 606-613.
[11] Wiggenhauser, H., Impakt-Echo, in: Czie-
sielski, E. (Hrsg); Bauphysik-Kalender 2004,
Berlin: Ernst und Sohn Kap. C1, 2 (2004)
Strukturaufklärung, Abschnitt 2.6, S. 358-365.

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