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Stahlbau Arbeitshilfe

27.1 im Geschossbau, Teil 1


Fenster und Fassaden
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Transparente Fassadenkonstruktionen Insgesamt lässt sich nachweisen, dass die


Fenster und Türen bilden mit anderen Bau- Ug- und Uw-Werte nicht identisch mit dem
Glashöhe
teilen die Gebäudehülle. Sie müssen in ≥ 1,30 m früher gebräuchlichen kV- und kF-Wert sind.
der Regel mehrfache Funktionen, je nach Es treten generell Verschlechterungen der
Anforderung, erfüllen. Die Aufgaben sind: Lichte Koeffizienten (Vergrösserung) nach der EnEV
Fenster-
Belüftung, Belichtung und Sicherstellung öffnung und DIN EN ISO 1077-1 ein.
des visuellen Kontaktes nach aussen (innen).
Q Für die Übergangsregelung gilt:
A B Brüstung
Darüber hinaus sind Schutzfuntionen ≤ 0,90 m Ug = kV (Bundesanzeiger) + 0,2 W/m2K.
mit zu integrieren. Fensterfläche ≥ 0,3 A x B
Die wichtigsten sind: Breite der Fensteröffnung Nach DIN 4108-6 wird der Lüftungswärme-
• Klima- (kalt/warm) und Q ≥ 0,55 A bedarf, gekennzeichnet durch die Luftwech-
Primärenergieschutz Für Arbeitsräume mit einer selraten, bei Tag auf n = 0,7/h und bei der
• Wind- und Regenschutz Raumhöhe (B) ≥ 3,50 m ist gefordert: Nacht auf n = 0,5/h begrenzt.
• Brand- und Lärmschutz – Sicht nach außen muß für jeden
• Personen- und Objektschutz Arbeitsplatz gewährleistet sein. Tageslicht
– Die Fensterfläche soll min. 30 % betragen. Nach Arbeitsstättenrichtlinie und EU-Richt-
Klima- und Primärenergie, Für Wohnräume und Arbeitsräume ähnlicher linie, als auch nach DIN 5034 „Tageslicht in
speziell Wärme- und Sonnenschutz Höhe gilt: Innenräumen“ müssen die Räume mit ausrei-
Mit Einführung der Energieeinsparverordnung – Brüstungshöhe 0,90 bis 1,10 m chender Beleuchtungsstärke versorgt werden.
vom Februar 2002 ist die politische Absicht, – Glashöhe ≥ 1,30 m Bei Bildschirmarbeitsplätzen ist eine direkte
– Die Summe der Breiten aller Fenster (Q)
zum Primärenergieverbrauchsniveau auf Blendung und Beleuchtungsstärke > 400 lm
sollte min. 55 % der Breite des Wohnraums
Basis der Wärmeschutzverordnung von 1998 zu vermeiden. Darüber hinaus ist immer zu
betragen.
nochmals eine Reduzierung von ca. 30 % zu gewährleisten, dass ein visueller Kontakt nach
erreichen. Um diesem Anspruch gerecht zu außen stattfinden kann.
werden, sind höhere Anforderungen an die Aus der Energieeinsparungsverordnung
Materialien und an das Nachweiskonzept zu EnEV sind unter Anhang 3; 7. Anforderungen Brandschutz
stellen. nach Tabelle 1 – Höchstwerte der Wärme- Nach DIN 4102, Teil 13, müssen Bauteile
durchgangskoeffizienten bei erstmaligem der Feuerwiderstandsklasse G (Glas und
Bauteil Gebäude mit
Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen – Rahmen) ohne thermische Trennung Sicher-
normalen niedrigen definiert worden. heit gegen Flammen und Branddurchtritt
Innentemperaturen Bei der neuen Energieeinsparverordnung sind sowie einen Rauchabschluss gewährleisten
W/m2K) im Allgemeinen und im Besonderen bei Fas- (G 30, G 60, G 90).
Aussenwand U sadenanschlüssen und -durchdringungen so
0,45 0,7
allgemein genannte Kältebrücken mit zu berücksichti- Als F-Elemente müssen sie auch die thermi-
gen (∆UWB = 0,1 W/m2K, bei genauem Nach- sche Trennung erfüllen (F 30, F 90, F 120,
Fenster, Fenster- Uw
türen, Dachfenster
1,7 2,8 weis 0,05 W/m2K). Gleiches gilt für Glasauf- F 180), Anforderungen nach DIN 4102-13
nahme des Fensters und Randverbundes des bzw. DIN 4102-5. Auf der brandabgewandten
Verglasung Ug 1,5 keine Glases. Diese Einflüsse werden in der Regel Seite dürfen die Temperaturen auf der Ober-
Vorhangfassade Ucw 1,9 3,0
jedoch mit berücksichtigt. Als Empfehlung fläche nicht größer als 140° K betragen.
kann bei Neubauten hierfür ein Wert von
Fenster, Fenstertüren, Ug ψ = 0,06W/mK angesetzt werden. Die angegebenen Ziffern bei G- und F-Brand-
Dachfenster mit 2,0 2,8 schutzelementen beziehen sich auf den
Sonderverglasung
Aus der Erfahrung mit der alten WSCHVO Feuerwiderstand in Minuten. Die maximal
Vorhangfassade mit Ucw bei „guten“ Gläsern und Rahmenmaterialien zugelassene Temperatur der Fassade im ein-
2,3 3,0
Sonderverglasung ist es hilfreich, den Wärmedurchgangskoeffi- gebauten Zustand ist als Dauerbelastung im
Decken, Dächer U 0,3 0,4
zienten innerhalb bestimmter Grenzen zu Bereich von – 40 °C bis + 50 °C einzustufen.
wählen. Dieses sind: Der Einsatz von Fenstern mit Brandschutzver-
Decken, U 0,4 keine Verglasung: Ug = 1,4 – 1,9 W/m2K glasungen ist in den Landesbauordnungen
Wände gegen Rahmenmaterialgruppe 1: der Länder bzw. in den sie ergänzenden Ver-
unbeheizte Räume
oder Erdreich 0,5 keine Uf,BW = 2,2 W/m2K ordnungen und Richtlinien festgelegt, so z. B.
Rahmenmaterialgruppe 2.1: bei Fluchtwegen und Brandwänden. Oft je-
Uf,BW = 3,0 W/m2K doch werden die Anforderungen an die Ver-
Tabelle 1: Höchstwerte der Rahmenmaterialgruppe 2.2: glasung durch andere Vorschriften überlagert.
Wärmedurchgangskoeffizienten Uf,BW = 3,8 W/m2K Wichtig: Für alle Brandschutzverglasungen
Stahlbau Arbeitshilfe 27.1 Fenster und Fassaden im Geschossbau

und -elemente müssen die Hersteller von • A1 – A3: Angriffhemmende Verglasungen C1: Pistole 9 mm
Brandschutzgläsern und -elementen so ge- nach DIN 52290-3 und -4, A2 entspricht C2: Revolver 357 Magnum
nannte Zulassungsbescheide beim Deutschen darüber hinaus auch der UVV Kassen C3: Revolver 44 Magnum
Institut für Bautechnik erwirken, nach denen (Unfallverhütungsvorschrift Kassen der Ver- C4: Natogewehr G 3, Standardmunition
der Einbau zu erfolgen hat. Ohne Vorlage waltungsberufsgenosssenschaft). A3 enthält C5: Natogewehr G 3, Hartkernmunition
eines entsprechenden Zulassungsbescheides auch die Klassse EH01 entsprechend den • D1 – D3: Widerstandsklasse „D“ = Spreng-
ist eine spätere Abnahme durch die Baube- Sicherungsrichtlinien des VdS. wirkungshemmung nach DIN 52290-5.
hörde nicht gegeben. Für eine Sonderlösung • DH4: Enthält die Klasse EH02 nach Die Widerstandsklassen unterscheiden
bietet sich die Zustimmung im Einzelfall an. Sicherungsrichtlinien des VdS. sich nach Maximaldruck in bar und
Impuls (= Dauer der positiven Druckphase)
Schallschutz Prüfdurchführung für A- und DH4-Glässer Millisekunden.
Die Schalldämmung einer Glasscheibe hängt mittels Kugelfallversuch.
von ihrer Dicke (Flächengewicht) und vom Alarmgläser
Schalleinfallswinkel ab. Bei doppelschaligen • P1A – P5A: Bezeichnung der Gläser nach Einscheibensicherheitsglas kann mit einer so
Gläsern besteht durch Resonanz über das Gas- europäischer Norm DIN EN 356, welche genannten Alarmschleife versehen werden
volumen die Gefahr verminderter Dämmung. die DIN 52290-4 ersetzt. und Verbundsicherheitsglas mit Alarmdraht-
Durch größere Scheibenabstände und/oder • B1 – B3: Angriffhemmende Verglasung wie einlage. Bei Zerstörung der Scheiben wird
asymetrischen Scheibenaufbau (z. B. außen A1 – A3 und Einbruchhemmung Fenster/ dann Alarm ausgelöst.
dünne, innen dicke Scheibe) können jedoch Türen nach DIN 18054 und DIN 18103, Auch für die Fenster und Türelemente
höhere Schalldämmwerte erzielt werden. Die Klasse 1 – 3. Außerdem beinhalten diese müssen die Sicherheitsklassifizierungen
Verwendung von Verbundgläsern mit einer Typen nach den Sicherungsrichtlinien des eingehalten werden. Sonderaufbauten und
weichen Gießharzschicht liefert ab Schall- Verbandes der Schadenversicherer (VdS) Beschläge bedürfen der Überprüfung nach
schutzklasse 4 höhere Schallschutzklassen die Klassifizierung EH1 – EH3*. DIN EN V 1627 SF.
und/oder dünnere Glasquerschnitte. Eine Zertifizierung durch den VdS notwendig.
weitere Verbesserung des Schallschutzes lässt Sicherheit: ausgereifte Technik
sich durch besondere Gasmischungen (SF6) Prüfdurchführung der B-Gläser durch ein und qualifizierte Beratung
im Scheibenzwischenraum erzielen. Es ist unabhängiges Materialprüfungsamt erfolgt Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
jedoch auf den Nebeneffekt der Verschlech- durch maschinelle Vorrichtung, die in drei Verbandes haben die Erfahrung, Sie bei der
terung bei Verwendung der Kombination mit 90 x 110 cm große Prüfmuster je Typ eine Auswahl eines wirksamen und wirtschaft-
Wärmeschutzglas zu achten. mindestens 40 x 40 cm große Durchstiegs- lichen Geschossbaus im Einzelfall fachmän-
nisch zu beraten und diesen auszuführen.
Schall- Bewertetes Erforderliches bewertetes Erforderlicher
schutz- Schalldämm-Maß Rw Schalldämm-Maß Rw Rw-Wert der Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
klasse des am Bau funktionsfähig des im Prüfstand (P-F) nach Verglasung für Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
eingebauten Fensters DIN 52210-2 eingebauten Einfachfenster mit zur Verfügung
gemessen nach DIN 52210-5 funktionsfähigen Fensters Isolierverglasung
in dB in dB in db • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
eine firmenneutrale Beratung wünschen
1 25 – 29 ≥ 27 ≥ 27 oder
2 30 – 34 ≥ 32 ≥ 32
• wenn Sie (auch im Gespräch mit den
3 35 – 39 ≥ 37 ≥ 37
4 40 – 44 ≥ 42 ≥ 45
Behörden) die erforderlichen und ange-
messenen Maßnahmen bei einem kon-
5 45 – 49 ≥ 47 1)

6 ≥ 50 ≥ 52 2) kreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen.


• Diese Stahlbau Arbeitshilfe entstand in
1) Einfachfenster mit Isolierglas für die Klasse 5 müssen einer Bau- 2) Die Schallschutzklasse 6 wird bislang
Zusammenarbeit mit:
musterprüfung im Prüfstand nach DIN 52210 unterzogen werden. nur mit geprüften Kastenfenstern erreicht.
Dipl.-Ing./Dipl.-Ing. Architekt
Im Geltungsbereich der DIN 4109, „Schallschutz im Hochbau“, sind diese Norm und das Beiblatt 1 zur DIN 4109 Dietmar Kallinich,
zu berücksichtigen.
Poppenbütteler Bogen 25,
22399 Hamburg, Tel. (040) 6 06 33 91
Tabelle 2: Schallschutzklassen von Fenstern
(Einfachfenster mit Isolierverglasung nach VDI Richtlinie 2719 Tabelle 2 und 3)

Objektsichernde Verglasungen öffnung erzielen muss. Damit wird eine


Für objektsichernde Verglasungen kommen Beanspruchung durch eine handgeführte
so genannte Verbundsicherheitsgläser zum Axt simuliert.
Einsatz. Die Klassifizierung für die einzelnen • C1 – C5 oder DIN EN 1063*:
3. überarbeitete Auflage 5/03

Anwendungsbereiche sieht wie folgt aus: Widerstandsklasse „C“ = Durchschuss-


Widerstandsklassen: hemmung nach DIN 52290. Die 5 Klassen Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
• D: Schlagfestes Glas basieren auf verschiedene Waffen und Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
• S: Mit Splitterbindung Munitionsarten und Geschossenergien: Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
* Die Prüfungen für die C-Gläser erfolgen durch das Beschußamt Ulm. Internet: www.bauen-mit-stahl.de
Die Zuordnung zwischen DIN EN 1063 und DIN 52290-2 nach Herstellerangabe. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de