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PROTOKOLL

ZUR ÂNDERUNG DES ABKOMMENS

YOM 23. AUGUST 1958

ZWISCHEN

DEM GROllHERZOGTUM LUXEMBURG

UND

DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

ZUR VERMEIDUNG DER DOPPELBESTEUERUNGEN

UND ÜBER GEGENSEITIGE AMTS- UND RECHTSHILFE

AUF DEM GEBIETE DER STEUERN YOM EINKOMMEN

UND YOM VERMOGEN SOWIE DER

GEWERBESTEUERN UND DER GRUNDSTEUERN


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Das GroBherzogtum Luxemburg


und
die Bundcsrepublik Deutschland ~

von dem Wunsch geleitet, cio Protokoll ZUT Anderung des Abkommens yom 23. August 1958
zwischen dem GroBherzogtum Luxemburg und der 8undesrepublik Deutschland zur Vermeidung
der Doppelhesteuerungen und über gegenseitige Amts· und Rechtshilfe auf dcm Gebiete der Steuem
vom Einkommen und vom Vennôgen sowie der Gewerbesteuem und der Grundsteuern, geandert
durch das Erganzungsprotokoll yom 15. Juni 1973 (nachfolgend "das Abkommen" genannt) zu
schlieBen·

sind wie folgt übereingekommen:

ArtikelI

Artikel23 des Abkommens erhâlt den folgenden Wortlaut:

,.Anike! 23
Infonnationsaustausch

(1) Die zustandigen 8ehôrden der Vertragsstaaten tauschen die Informationen aus, die zur
Durchfuhrung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen
Rechts betreffend Steuernjeder Art und Bezeichnung, die für Rechnung eines Vertragsstaats,
eÎnes seiner Lander oder einer ibrer Gebietskorperschaften erhoben werden, voraussichtlich
erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen
widerspricht. Der Infonnationsaustausch ist durch Artikel 1 rucht eingeschraokt und gih für
Personen mit oder ohne Wohnsitz in einem der Vertragsstaaten.

(2) Alle Infonnationen, die ein Vertragsstaat nach Absatz 1 erhalten hat, sind ebenso geheim zu
halten wie die aufgrund des innerstaatlichen Rechts dieses Staates beschafften Informationen
und dürfen nur den Personen oder Behôrden (einschlieJ31ich der Gerichte und der Ver-
waltungsbehorden) zugânglich gemacht werden, die mit der Veranlagung oder Erhebung, der
Vollstreckung oder Strafverfolgung oder mit der Entscheidung über Rechtsmittel hinsichtlich der
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in Absatz 1 genannten Steuem oder mit der Aufsicht darüber befasst sind. Diese Personen oder
Behôrden dürfen die Informationen nur fUr diese Zwecke verwenden. Sie dUrfen die lnformationen
in einem ôffcntlichen Gerichtsverfahren oder in einer Gerichtsentscheidung offen legen. Ungeachtet
der vorstehenden Bestimmungen konnen die lnfonnationen fUr andcre Zwecke verwendet werden,
wenn sie nach dcm Recht beider Staaten fUr diese anderen Zwecke verwcndct wcrden kônnen und
die zustiindige Behôrde des übermittelnden Staatcs dicser VerwendWlg zugcstimmt hal.

(3) Absl1tze 1 und 2 sind nicht 50 auszulegen, aIs verpflichteten sie cinen Vertragsstaat,

a) fUr die Erteilung von Informationen Vcrwaltungsmal3nahrncn durchzuftlhren, die von den
Gesetzen oder der Verwaltungspraxis dieses oder des anderen Vertragsstaats abweichen;

b) Informationen zu erteilen, die nacb den Gesetzen oder im üblichen Verwaltungsverfahren


dieses oder des anderen VertragsstaalS nicht beschaffi werden kônnen;

c) Informationen zu erteilen, die ein Handels-, Industrie-, Gewerbe- oder Berufsgeheimnis oder
ein Geschtiftsverfahren preisgeben würden oder deren Erteilung der OtTentlichen Ordnung
(ordre public) widerspriiche.

(4) Ersucht em Vertragsstaat gemaB diesem Artikel um Informationen, 50 nutzt der andere
Vertragsstaat die ihm Zut VerfUgung stehenden Môglichkeiten ZUI Beschaffung der erbetenen
Informationen, selbst wenn dieser andere Staal diese Informationen filr seine eigenen steuer-
lichen Zwecke oicht benôtigt. Die im vorhergehenden Satz enthaltene Verpflichtung unterliegt
den Bcschr!inkungcn nach Absatz 3, wobei diese jedoch nicht 50 auszulegen ist, dass ein
Vertmg5staat die Erteilung von Informationen our deshalb ablehnen kann, weil er kein inner-
staatliches steuerliches Interesse an 50lcben Informationen hat.

(5) Absatz 3 isl in keinem Fall 50 auszulegen, ais kOnne ein Vertrngsstaat das Ersuchen auf
Erteilung von lnformationen nur deshalb ablehnen, weil sicb die lnfonnationen bei einer Bank,
einem sonstigen Finanzinstitut, einem Bevollmiichtigten, Vertreter oder Treuhânder befinden
oder weil sie sich au[ das Eigentum an einer Person beziehen."
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Artikel II

Das Schlussprotokoll zum Abkommen wied wic [olgt geandert:

Nummer 27 erhiilt folgenrlen Wortlaut:

,,(1) Es bestcht Einvemehmen darüber, dass die zust11ndige Bch6rde cines Vertragsstaates bei der
Stellung cines Amtshilfeersuchens nach Artikel 23 des Abkommens der zustândigen Bchôrde
des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben zu liefem hat:

a) hinrcichende Angaben zur ldentiftkation der in cine Überprüfung oder Untersuchung


einbezogenen Persan (typischerweise der Name und, soweit bekannt, die Adresse,
Kontonummer oder iihnliche identifizicrende Informationen);

b) die Zeitpenode, fùe welche die Informationen verlangt werden;

c) cine Beschreibung der verlangten lnformationen sowic Angaben hinsichtlich der Art und
Fonn, in der der ersuchende Staat diese Informationen yom ersuchten Staat zu erhalten
wünscht;

d) den Steuerzweck, fi1r den die Informationen verlangt werden;

e) die Gründe rur die Annahme, dass die ersuchten Informationen dem ersuchten
Vertragsstaat vorliegen oder sich Un Bcsitz oder in der Verfilgungsmacht einer Person im
Hoheitsbereich des ersuchten Vertragsstaates befinden;

f) eine Erklarung, dass der ersuchende Vertragsstaat alle ibm in seinem Staat zur Verfügung
stehenden Ma/3nahmen zur Einholung der Auskünfte ausgesch6pft hat, ausgenommen
so1che, die unverhâltnismiillig groJ3e Schwierigkeiten mit sich bringen würden und

g) den Namen und, soweit bekannt, die Adresse des mutmal3lichen Inhabers der verlangten
Informationen.
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(2) Der Zweck der Verweisung aufInformationen, die erheblich sein kônnen, besteht darin, cinen
mlSglichst weit gehenden Infonnationsaustausch in Steuerbelangen zu gewahrleisten, ohne den
Vertragsstaaten zu erlaubcn "fishing expeditions" zu betreiben oder Informationen
anzufordem, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer steuerpflichtigen Person
unwahrscheinlich ist. Wahrend Absatz 1 wichtige verfahrenstechnische Anforderungen
enthiilt, die "fishing expeditions" venneiden sollen, sind die Buchstaben a bis g 50 auszulegen,
dass sie einen wirksamen lnformationsaustausch nicht behindem.

(3) Obwohl Artike123 des Abkommens die für den Informationsaustausch môglichen
Verfahrensweisen nicht einschrânkt, sind die Vertragsstaaten nicht dazu verpflichtet,
lnfonnationen auf automatischer oder spontaner Basis auszutauschen. Die Vertragsstaaten
erwarten voneinander, sich gegenseitig die zur Durchfllhrung des Abkommens notigen
Informationen zu lie rem.

(4) Es besteht Einvemehmen darüber, dass im Faite des Austauschs von Informationen nach
Artikel23 des Abkommens die irn ersuchten Staat geltenden Bestimmungen des
Verwaltungsverfabrensrechts über die Rechte der Steuerpflichtigen (wie zurn Beispiel das
Recht aufBenachrichtigung oder das Recht aufBeschwerde) vorbehalten blciben, bevor die
Infonnationen an den ersuchenden Staat übermittelt werden. Es besteht irn Weiteren
Einvemehmen darüber. dass diese Bestimmungen dazu dienen, dem Steuerpflichtigen ein
ordnungsgemaJ3es Verfahren zu gewiihren und nicht bezwecken, den wirksamen
Informationsaustausch zu verhindem oder übermaJ3ig zu verzogem.

(5) Soweit nach Artikel23 personenbezogene Daten übermittelt werden, gelten erganzend die
nachfolgenden Bestimmungen:

a) Die Verwendung der Daten durch die empfangende SteHe ist in Übereinstimmung mit
Artike123 Absatz 2 nur zu dem von der übermittelnden Stelle angegebenen Zweck und nur
zu den durch die Ubennittelnde SteHe vorgeschriebenen Bedingungen zulassig.

b) Die übermittelnde SteIle ist verpflichtet, auf die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten
und ihre voraussichtliche Erheblichkeit im Sinne des Artikels 23 Absatz 1 Satz 1 und
Verhaltnism1illigkeit in Bezug auf den mit der Übermittlung verfolgten Zweck zu achten.
Voraussichtlich erheblich sind die Daten, wenn im konkreten FaU die emstHche
Moglichkeit besteht, dass der andere Vertragsstaat ein Besteuerungsrecht hat und keine
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Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Oaten der zustândigen Behorde des anderen
Vertragsstaats bereits bekannt sind oder dass die zustiindige Beharde des anderen
Vertragsstaates ohne die Auskunft von dem Gegenstand des Besteuerungsrechts Kenntnis
erlangt. Erweist sich, dass unrichtige Daten oder Daten, die nicht übermittelt werden
durften, übermittelt worden sind, 50 ist dies der empfangenden SteHe unverzüglich
mitzuteilen. Diese ist verpflichtet, die Berichtigung oder Loschung solcher Oaten
unverzUglich vorzunehmen. Sind Dalen ohne Ersuchen Ohermittelt worden, hat die
empfangende Stelle unverzüglich zu prUfen, ob die Daten fUr den Zweck erforderlich sind,
fur den sie übermittelt worden sind; nicht benotigte Dalen hat sie unverzüglich zu laschen.

c) Die empfangende Stelle unterrichtet die ühermittelndc Stelle aufErsuchen im Einzelfall


zwn Zweck der Auskunftserteilung an den Betroffenen über die Vel"\'lendung der Daten
und die dadurch erzielten Ergebnisse.

d) Die empfangende Stelle hat den Betroffenen über die Datenerhebung bei der übennitteln-
den Stelle zu inforrnieren; es sei denn, dass die Daten ohne Ersuchen übennittelt wurden.
Die Infonnation kann unterbleiben, soweit und solange eine Abw1igung ergibt, dass das
ôffentliche Interesse an dem Unterbleiben der Infonnation gegenüber dem
Infonnationsinteresse des Betroffenen überwiegt.

e) Dem Betroffenen ist auf Antrag über die zu seiner Person übermittelten Daten sowie über
den vorgesehenen Verwendungszweck Auskunft zu erteilen. Buchstabc d Satz 2 gilt
entsprechend.

f) Die überrnittelnde und die empfangende Stelle sind verpflichtet, die übennittlung und den
Empfang von personenbezogenen Daten aktenkundig zu machen.

g) Die übennittelten personenbezogenen Daten sind ru 16schen, sobald sie fur den Zweck, fùr
den sie übennittelt worden sind, nicht mehr erforderlich sind.

h) Die übennittelnde und die empfangende Stelle sind verpfljchtet, die übennittelten perso-
nenbezogenen Daten wirksam gegen unbefugten Zugang, unbefugte Verfulderung und
unbefugte Bekanntgabe zu schützen."
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Artikel III

(1) Dieses Protokoll bedarfder Ratifikation; die Ratifikationsurkunden werden 50 bald wie
mOglich in Berlin ausgetauscht.

(2) Oieses Protokoll tritt am Tag des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft. Es ist nach
seinem Inkrafttreten in beidcn Vertragsstaaten auf Stcucm anzuwenden. die ab dem Jahr 2010
erhoben werden.

(3) Dieses ProtokoLi ist Bestandteil des Abkommens und bleibt cbcnso lange in Kraft wie das
Abkommen selbst.

Geschehen zu Luxemburg am Il. Dezember 2009 in zwei Urschriften.

FOr das Für die


Gro3herzogtum Luxemburg Bundesrepublik Deutschland