Sie sind auf Seite 1von 12

Konsummusterforschung zu psychoaktiven

Substanzen

Jens Ullrich

Inhalt
1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2 Begriffsklärungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
3 Weniger risikozentrierte Sichtweisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Zusammenfassung
Informationen über die Verbreitung des Konsums psychoaktiver Substanzen
liegen vor allem aufgrund der in vielen Ländern durchgeführten, epidemiologi-
schen Studien zur Prävalenz vor. Zur Beantwortung konkreter Fragestellungen in
Bezug auf Risikobewertungen einzelner Konsummuster werden für die gezielte
Präventionsarbeit allerdings über die epidemiologischen Daten der Prävalenz
hinausgehende Informationen (z. B. Beschreibungen der Häufigkeit, der sozialen
Einbettung bzw. des sozialen Kontexts des Konsums sowie der jeweiligen Appli-
kationsform) benötigt. In diesem Beitrag werden verschiedene Definitionen und
Begriffe wie z. B. Problemkonsum, Missbrauch oder riskanter Konsum vorge-
stellt und diskutiert, inwieweit solche Konsummuster von akzeptierten oder
sozial integrierten Gebrauchsformen abzugrenzen sind. Exemplarisch werden
hierzu jeweils verschiedene Forschungsarbeiten vorgestellt.

Schlüsselwörter
Konsummuster • Konsumverlauf • Riskanter Konsum • Problemkonsum • Kon-
trollierter Konsum

J. Ullrich (*)
Praxis für Psychotherapie, Coaching & Supervision, Neustadt an der Weinstraße, Deutschland
E-Mail: ullrich@therapie-nw.de

# Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016 1


M. von Heyden et al. (Hrsg.), Handbuch Psychoaktive Substanzen, Springer Reference
Psychologie, DOI 10.1007/978-3-642-55214-4_64-1
2 J. Ullrich

1 Einleitung

Konsummuster kennzeichnen in der Literatur unterschiedliche Aspekte in der


Beschreibung, Klassifikation und Bewertung des Konsums von psychoaktiven Sub-
stanzen. So wird gelegentlich dann von einem Konsummuster gesprochen, wenn die
Art der konsumierten Substanz genannt wird und ob diese aktuell oder lediglich
früher konsumiert wurde (Turner et al. 2003). Häufiger werden jedoch die Konsum-
frequenz sowie das gleichzeitige Vorhandensein von negativen Konsumfolgen – wie
z. B. gesundheitliche Probleme – und eher selten die konsumierte Menge zur
Klassifikation verschiedener Konsummuster herangezogen. Informationen über die
Applikationsform, den Kontext des Gebrauchs, seine Funktionen und Wirkungen
werden ebenfalls insgesamt selten berücksichtigt.
Unter einem Konsummuster kann man ganz allgemein eine Beschreibung des
Konsumverhaltens anhand der Häufigkeit, der sozialen Einbettung des Gebrauchs
(sozialer Kontext) und der Applikationsform verstehen (Kleiber und Söllner 1998).

2 Begriffsklärungen

Abseits der innerhalb psychiatrischer Klassifikationen, wie dem ICD-10 der WHO,
definierten Diagnosen für Missbrauch und Abhängigkeit (vgl. Kap. ▶ Sucht, Abhän-
gigkeit und schädlicher Gebrauch: Klassifikationen und Erklärungsansätze in die-
sem Band) existieren bisweilen stark variierende Begriffsdefinitionen für den Um-
gang mit psychoaktiven Substanzen. Allerdings beschreiben die Diagnosekriterien
psychiatrischer Klassifikationen einerseits Ursachen (z. B. Toleranzentwicklung),
andererseits aber auch Folgen hochfrequenten Substanzkonsums (z. B. die Vernach-
lässigung anderer Aktivitäten zugunsten des Konsums), was die Verwendung klini-
scher Diagnosen zur Beschreibung von Konsummustern erheblich einschränkt.
Zudem erlauben Diagnosen meist lediglich eine kategoriale Einschätzung von ‚liegt
vor‘ versus ‚liegt nicht vor‘, was möglicherweise zur Einschätzung des Umgangs mit
psychoaktiven Substanzen nicht ausreicht. So interessiert man sich im wissenschaft-
lichen Kontext beispielsweise für Menschen, welche einen „riskanten Konsum“
betreiben oder auch „suchtgefährdet“ sein mögen. Oder im Zusammenhang mit
Prävention, Beratung und Therapie wird beispielsweise auch danach gefragt, wie
das Konsummuster eines Menschen einzuschätzen ist und ob weitere Maßnahmen
erforderlich sind (sogenannte Frühinterventionen).
Die in den Medien noch immer recht häufig anzutreffende, defizitäre Unterschei-
dung in sogenannte „harte“ und „weiche“ Drogen schreibt letztlich der Substanz
alleine ein Risikopotenzial zu. Auch wenn manche Substanzen aufgrund ihrer
pharmakologischen Eigenschaften sicherlich mit mehr Gefahren für den Konsumen-
ten einhergehen als andere (z. B. Risiko einer Überdosierung, Suchtpotenzial), kann
eine adäquate Risikobewertung niemals nur anhand der konsumierten Substanz
erfolgen. Die meisten potenziellen Risiken beim Gebrauch psychoaktiver Substan-
zen ergeben sich viel eher aus der Art des Konsummusters und weniger aus der
Substanz per se, beziehungsweise aus ihrem pharmakologischen Profil. Letztlich
Konsummusterforschung zu psychoaktiven Substanzen 3

kommt es vor allem darauf an, wie (z. B. Häufigkeit, konsumfreie Zeiten, Kontext)
konsumiert wird.
Durch epidemiologische Begriffe wie „Prävalenz“ und „Inzidenz“ lässt sich die
Verbreitung des Konsums psychoaktiver Substanzen in mehr oder weniger großen
Populationen beschreiben (z. B. Gesamtbevölkerung oder bestimmte Altersgrup-
pen). Zur Beantwortung konkreter Fragestellungen in Bezug auf Risikobewertungen
in der Prävention tragen diese Parameter wenig bei, da sie keine näheren Informa-
tionen z. B. über die Art des Konsummusters ermöglichen.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich mittlerweile eine Vielfalt ganz
unterschiedlicher Begriffe wie z. B. „exzessiver Konsum“, „riskanter Konsum“,
„Problemkonsum“, „binge drinking“ aber auch weniger problem- und pathologie-
bezogene wie „experimenteller Konsum“, „responsible use“ bzw. „verantwortungs-
voller Gebrauch“, „risikokompetenter Gebrauch“ oder auch „kontrollierter Kon-
sum“ entwickelt haben. Exemplarisch sei die Unterschiedlichkeit verschiedener
Begriffsverwendungen hier am Beispiel der Bezeichnung „heavy use“ für ein
hochfrequentes Konsummuster von Cannabis aufgezeigt: Sas und Cohen (1997)
verwenden die konsumierte Menge als klassifizierende Variable und sehen einen
Gebrauch von mehr als 10 Gramm pro Monat als hochfrequent an. Wöchentlich
mehrmals erfolgender Gebrauch wäre demnach nicht unbedingt als hochfrequent
anzusehen, solange nicht große Einzeldosen konsumiert werden. Barnes et al. (2005)
sehen dagegen bereits einen Substanzkonsum von mehr als einmal in der Woche als
„heavy use“ an (unabhängig von der Menge), während Sydow et al. (2001) die
gleiche Bezeichnung für einen mehr als zweimaligen Gebrauch in der Woche
wählen. Würde man die zuletzt genannte Definition auch für den Alkoholgebrauch
fordern, so wäre eine Person, welche ein oder zweimal in der Woche ein Glas Wein
oder Bier konsumiert, bereits ein „heavy user“. Eine derartige Einschätzung würde
vermutlich die Mehrheit der Alkoholkonsumenten und auch der Suchtforscher nicht
teilen wollen. Zum Vergleich: Der gesundheitlich unbedenkliche Alkoholkonsum
(sogenannter „risikoarmer Konsum“) liegt bei gesunden, erwachsenen Frauen bei
12 g, d. h. bei etwa einem Standardglas Alkohol am Tag (Deutsche Hauptstelle für
Suchtfragen 2010a). Für gesunde, erwachsene Männer liegt diese Grenze bei 24 g
Alkohol pro Tag, d. h. bei etwa zwei Standardgläsern. Sollte die für den Cannabis-
gebrauch vorgeschlagene Terminologie andererseits aber nicht gleichermaßen auf
Alkohol anwendbar sein, so stellt sich die Frage nach einer angemessenen Begrün-
dung. Eine solche liegt allerdings in der Regel nicht vor, das heißt, es bleibt letztlich
völlig im Dunklen, inwieweit normative, gesundheitliche, moralische oder sonstige
Überlegungen zu der jeweiligen Bezeichnung geführt haben.
Als weiteres Beispiel für die Unterschiedlichkeit der Begriffsverwendungen soll
die relativ häufig verwendete Bezeichnung Problemkonsum (problematic use) als ein
Konsummuster, welches bestimmte (soziale und/oder gesundheitliche) Probleme
nach sich zieht, vorgestellt werden.
Beispielsweise verwenden Perkonigg et al. (2004) im Rahmen der Münchner
EDSP-Studie (Early Developmental Stages of Psychopathology) (Perkonigg et al.
1997) den Problemkonsumbegriff bei mindestens fünfmaligem Gebrauch irgendei-
ner psychoaktiven Substanz (gemessen als Lebenszeitprävalenz) und gleichzeitigem
4 J. Ullrich

Vorliegen mindestens eines Symptoms aus den DSM-IV und ICD-10 Missbrauchs-
und Abhängigkeitskriterien. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und
Drogensucht (EBDD, englisch EMCDDA) wählte wiederum zunächst einen völlig
anderen Weg: Problemkonsum soll sich laut den Publikationen der EBDD auf den
intravenösen Konsum, lang andauernden oder gewohnheitsmäßigen Gebrauch von
Opiaten, Kokain oder Amphetaminen beschränken (European Monitoring Centre for
Drugs and Drug Addiction 2005; Simon et al. 2005). Auch wenn dies nicht explizit
ausgedrückt wurde, so steht hinter diesen Überlegungen vermutlich eine gesund-
heitsbezogene Risikobewertung von Substanzen und Konsummustern. Die EBDD
hat den Begriff des „Problemkonsums“ (problem drug use, PDU) in ihren Publika-
tionen mittlerweile durch den des „riskanten Konsums“ (high-risk drug use, HRDU)
ersetzt (European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction 2013). Hierunter
soll ein Konsummuster verstanden werden, welches folgende Merkmale erfüllt:

• Es wird wiederholt konsumiert.


• Es entstehen Schäden (negative Konsequenzen) für die Person (einschließlich
Abhängigkeit, aber auch gesundheitliche, psychologische oder soziale Pro-
bleme).
oder
• Es steigt die Wahrscheinlichkeit/das Risiko des Konsumenten, solche Schäden zu
erleiden.

Als riskanter Konsum soll aus Sicht der Europäische Beobachtungsstelle für
Drogen und Drogensucht zudem der Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei hoch-
riskanten Konsummustern (z. B. intensiv) und/oder mit hochriskanten Applikati-
onsformen innerhalb der vergangenen zwölf Monate gelten. Alkohol, Tabak und
Koffein werden hierbei jedoch explizit ausgeschlossen, ohne dies näher zu begrün-
den. Unabhängig von den bisher genannten Merkmalen soll ein Konsummuster
schließlich auch dann als „riskant“ gelten, wenn nur der Konsument selbst ihn so
empfindet (z. B. bei Selbstzuschreibung von Abhängigkeit ohne Erfüllung der
ICD-Diagnosekriterien) (Pfeiffer-Gerschel et al. 2013). Die Deutsche Hauptstelle
für Suchtfragen (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen 2010a) schlägt als Definition
von riskantem Konsum, im Rahmen des Deutschen Kerndatensatzes zur Dokumen-
tation im Bereich der Suchtkrankenhilfe, vor: „Ein Konsummuster (beliebiger psy-
choaktiver Substanzen außer Alkohol), bei welchem weder die ICD-Kriterien für
Abhängigkeit noch für schädlichen Gebrauch erfüllt sind und somit keine Diagnose
gestellt werden kann, gleichzeitig jedoch die Anzahl der Konsumtage in den letzten
30 Tagen größer als Null ist“. Für die Einschätzung des „riskanten Alkoholkonsums“
sollen die Empfehlungen des wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS (Seitz
und Bühringer 2007)1 gelten: Konsum von mehr als 24 g Reinalkohol pro Tag bei

1
Die Grenzwerte stammen genau genommen von Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation
(World Health Organization, WHO), der British Medical Association und des Kuratoriums der
Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS).
Konsummusterforschung zu psychoaktiven Substanzen 5

Männern, sowie mehr als 12 g Reinalkohol pro Tag bei Frauen. Schließlich soll auch
das sogenannte „binge drinking“, d. h. der Konsum von 5 oder mehr Drinks à 10 g
Reinalkohol, als riskanter Konsum gelten. Als Zeitkriterium für den riskanten
Konsum sollen, analog zu den ICD-10 Diagnosen für Missbrauch und Abhängigkeit,
12 Monate gelten.
Angesichts der Unterschiedlichkeit von Begriffsverwendungen wird die Notwen-
digkeit exakter Definitionen und Begründungen deutlich, möchte man die Vergleich-
barkeit und Interpretierbarkeit von Beschreibungen des Konsums psychoaktiver
Substanzen als Konsummuster gewährleisten.

3 Weniger risikozentrierte Sichtweisen

Einen anderen, traditionell eher auf Protektivfaktoren ausgerichteten Forschungs-


strang, bilden Studien zum kontrollierten Konsum (meist illegaler psychoaktiver
Substanzen). Hierbei wird die zentrale Frage der Suchtforschung – „Wie entsteht
eine Sucht?“ – in „Wie entsteht gerade keine Sucht?“, entsprechend dem Salutoge-
nese-Gedanken von Antonovsky (1979), umgekehrt (Schmidt-Semisch 2014). Einer
der ersten Wissenschaftler, welcher sich intensiv mit dem Thema eines kontrollier-
ten, nicht abhängigen Gebrauchs psychoaktiver Substanzen auseinandersetzte, war
der amerikanische Psychiater Norman E. Zinberg. Dieser führte vor allem in den
1970er-Jahren mehrere Studien zu diesem Thema durch und interviewte Menschen
mit kontrollierten Konsummustern. Zwei zentrale Resultate dieser Arbeiten ergaben,
dass die Konsummuster wesentlich durch die drei Faktoren „Drug, Set und Setting“
beeinflusst werden und dass kontrollierter Konsum offensichtlich sehr stark durch
das Vorhandensein sozialer Rituale und Regeln der Selbstkontrolle moderiert wer-
den kann (Zinberg 1984). Zuvor hatte bereits Powell (1973) in einer Pilotstudie zum
kontrollierten Konsum zeigen können, dass neben psychologischen Aspekten der
Konsumenten („Set“) und den pharmakologischen Eigenschaften der Substanz
(„Drug“), also jenen Faktoren, denen man in den 1970er-Jahren noch die größte
Bedeutung für eine Abhängigkeitsentwicklung beimaß, vor allem soziale Aspekte
wie z. B. normative Aspekte sozialer Gruppen oder auch die Zusammensetzung des
sozialen Netzwerkes eines Menschen („Setting“) protektive Funktionen haben. In
weiteren Forschungsarbeiten zu diesem Thema von Zinberg (1984) und Harding
et al. (1980) verstehen diese Autoren unter kontrolliertem Konsum das Aufrechter-
halten eines regelmäßigen, moderaten und gelegentlichen Gebrauchs, welcher nicht
mit einer Einschränkung des alltäglichen Funktionierens des Konsumenten verbun-
den ist.
In einer Überblicksarbeit zum Thema kontrollierter Konsum nennen die Autoren
Kolte und Schmidt-Semisch (2005) drei Varianten des Begriffs „kontrollierter Dro-
genkonsum“:

1. „Kontrollierter Drogenkonsum“ als (wissenschaftliche) Beschreibung eines mo-


deraten Konsumverhaltens, das sich beim Individuum weniger durch bewusste
6 J. Ullrich

Kontrollen als vielmehr durch implizite, automatisierte Maßnahmen der Gestal-


tung und Rahmung entwickelt hat.
2. „Kontrollierter Drogenkonsum“ als Ziel von lern- und verhaltenstherapeutischen
Programmen, wobei hier durch eine Vielzahl von Regeln und Ritualen ein hohes
Maß an Selbstkontrolle angestrebt wird.
3. „Kontrollierter Drogenkonsum“ als idealistische Zielkategorie einer liberalen,
nicht-prohibitiv orientierten Drogenpolitik.

Schippers und Cramer (2002, S. 72) kommen nach einer ausführlichen Übersicht
über die Literatur zum kontrollierten Gebrauch von Heroin und Kokain zu folgender
Definition: „Kontrollierter Konsum harter Drogen lässt sich als ein Konsum defi-
nieren, der nicht in nennenswertem Maß mit persönlichen Zielen kollidiert und
durch Selbstkontrollregeln gesteuert wird, die explizit sind oder explizit gemacht
werden können.“
Unter Menschen mit kontrollierten Konsummustern verstehen diese Autoren
Personen mit risikobewusstem und regelorientiertem Konsum psychoaktiver Sub-
stanzen, deren Konsum weder als Vorstufe zur Abstinenz noch als Zwischenetappe
hin zu hochfrequenten Konsummustern zu begreifen ist.
In den meisten Untersuchungen zum kontrollierten Konsum psychoaktiver Sub-
stanzen wird demnach unter diesem Begriff ein Konsummuster verstanden, welches
bezüglich Menge und Häufigkeit limitiert ist und hinsichtlich der Konsequenzen als
unproblematisch eingeschätzt wird. Der Begriff der „Kontrolle“ steht hierbei im
Kontrast zum Kontrollverlust und soll auf die Möglichkeit zur Unterbrechung eines
habitualisierten Verhaltens hinweisen, wenn der Konsum einer psychoaktiven Sub-
stanz innerhalb der vielfältigen Alltagsanforderungen dysfunktionalen Charakter
erhält (Schippers und Cramer 2002; Cohen 1998). Ganz ähnlich definieren auch
Reinarman et al. (1994) kontrollierten Konsum als „ein selbstreguliertes Konsum-
muster, welches keine Beeinträchtigung bezüglich der Bewältigung sozialer Anfor-
derungen im Alltag nach sich zieht“.
Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang noch die vermuteten Einflussfak-
toren, welche das Vorhandensein von mehr oder weniger großer Kontrolle über den
Konsum erklären sollen. Nach den bereits erwähnten frühen Untersuchungen von
Zinberg (1984) war es der Faktor Setting, welcher das Ausmaß an Kontrolle im
Gebrauch psychoaktiver Substanzen bestimmte. Zum Setting des Substanzkonsums
gehört beispielsweise die Größe und Art des sozialen Netzwerkes, dahingehend,
dass Konsumenten mit kontrollierten Konsummustern mehr Freunde hatten und
diese außerdem seltener hochfrequenten Konsum aufwiesen. In den sozialen Netzen
von kontrolliert Konsumierenden fanden sich in den Arbeiten von Zinberg auch
mehr Nichtkonsumenten im Freundeskreis. Darüber hinaus zeichnete sich diese
Konsumentengruppe über eine Vielzahl von Kontrollregeln im Sinne sozialer Sank-
tionen und Rituale (z. B. „Niemals alleine konsumieren“) aus. Diese bestimmten die
Gestaltung der Konsumumgebung, anwesende Personen, Applikationsform – aber
auch die Beschaffung der Substanz.
Eine systematische Darstellung über solche Selbstkontrollregeln findet sich bei
Schippers und Cramer (2002) in Tab. 1.
Konsummusterforschung zu psychoaktiven Substanzen 7

Tab. 1 Selbstkontrollregeln, welche Schippers und Cramer (2002) aus den Originalarbeiten
verschiedener Autoren zusammengetragen haben (Auswahl)
Konsumorte Niemals an unbekannten Orten; Bewusste Setting-Gestaltung
Einbezogene Niemals alleine; Niemals mit Fremden; Mit ganz bestimmten Personen
Personen
Gefühle Nicht während Niedergeschlagenheit; Wenn man sich schlecht fühlt: Kein
Konsum
Konsumverhalten Nur eigenen Stoff; Regelmäßigen Konsum vermeiden; nur vorsichtig dosiert
Zeitplanung Kein täglicher Gebrauch; Gebrauch nur bei bestimmten Anlässen; Nur wenn
nichts Wichtiges am nächsten Tag anliegt; Nicht früher als zu einer
bestimmten Tageszeit

Ebenso wie die noch immer emotional aufgeladene und zum Teil wenig sachlich
geführte Debatte um das Thema kontrollierter Konsum als Therapieziel, gibt es auch
oder gerade in Zusammenhang mit Versuchen, zu einer weniger problem- und patholo-
giezentrierten Beschreibung von Konsummustern psychoaktiver Substanzen zu kom-
men, eine anhaltende Kontroverse. Als ein aktuelles Ergebnis dieser Debatte kann
auch die Empfehlung der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften gel-
ten, dass in der Suchttherapie von Alkohol nicht länger ausschließlich Abstinenz von
Alkohol angestrebt werden sollte, sondern auch eine Verringerung des Konsums ein
mögliches Behandlungsziel bzw. Zwischenziel sein kann (Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften 2015, vgl. Kap. ▶ Die Behand-
lung von Suchterkrankungen in Deutschland in diesem Band).
Allerdings stehen sich noch immer oftmals Anhänger einer eher am Harm-
Reduction-Gedanken ausgerichteten, akzeptanzorientierten Suchthilfe und jene ei-
ner risikofokussierten, suchtmedizinisch ausgerichteten Sichtweise bei Diskussionen
um Zielfestlegungen für die Drogenberatung und Maßnahmen zur Suchtprävention
gegenüber. Beispielsweise schrieb Hamid Ghodse, Präsident des International Nar-
cotics Control Board (International Narcotics Control Board 2001, S. 1): „Drug
abusers are therefore, by definition, neither consumers nor users, and drugs and other
mind-altering substances are not consumer goods. It is important that any attempt to
minimize, trivialize or even ignore the seriousness of drug abuse by calling it drug
use or drug consumption should be strongly resisted.“
Eine alternative Auffassung vertreten Duncan und Gold (1985) mit ihrer Defini-
tion von verantwortungsvollem Konsum (responsible use). Ähnlich dem Ansatz von
Schippers und Cramer (2002) werden auch hier Rahmenbedingungen definiert,
welche für ein solches Konsummuster erforderlich sein sollen. Hierbei unterschei-
den die Autoren die Bereiche Situation des Gebrauchs (hier geht es ähnlich dem
Setting-Begriff von Zinberg (1984) um soziale Kontexte und deren Normen),
Gesundheitliche Aspekte (z. B. kein Konsum bei Schwangerschaft) und risikorele-
vante Fragen (z. B. kein Konsum beim Bedienen von Maschinen, Autofahren, aber
auch um Fragen der Dosierung und Applikationsform, wie intravenösen Konsum).
Abschließend soll noch auf einige interessante Ergebnisse hingewiesen werden,
welche Konsummuster nicht nur im Querschnitt, sondern im Längsschnitt, d. h.
im zeitlichen Verlauf, abbilden. Längsschnittbetrachtungen zu Konsumverläufen
8 J. Ullrich

machen deutlich, dass es wichtig ist, über die Lebenszeit-Prävalenz hinausgehende


Informationen zu erheben, möchte man Aussagen über den Konsum psychoaktiver
Substanzen innerhalb einer Gesellschaft machen. Die alleinige Berücksichtigung
von täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Konsumfrequenzen reicht dabei
längst nicht aus. Findet man zu einem bestimmten Zeitpunkt einen relativ hohen
Prozentanteil hochfrequenten Substanzgebrauchs in der Bevölkerung, so würde dies
für ein Suchtpotenzial der betreffenden Substanzen sprechen. Verschiedene Unter-
suchungen zeigten aber, dass selbst hochfrequente Konsummuster möglicherweise
in einem ganz anderen Licht erscheinen, wenn man Konsumverläufe im Längs-
schnitt beschreibt: Selbst unter denjenigen Konsumenten, welche als „abhängig“
bezeichnet werden, stellen viele den Gebrauch nach einiger Zeit wieder ganz ein
oder wechseln in weniger problematische Konsummuster (Van der Pol et al. 2015;
Sydow et al. 2001; Nelson und Wittchen 1998; Cohen und Sas 1995; Jackson et al.
2006). Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kamen auch Studien zum Verlauf stoff-
ungebundener Abhängigkeiten (Verhaltenssucht). Auch hier wurden exzessive Ver-
haltensweisen z. B. bei Online-Spielen auch ohne therapeutische Interventionen
nach einigen Jahren wieder aufgegeben (Scharkow et al. 2014; Konkolÿ Thege
et al. 2015).
Eine Darstellung hypothetischer Konsumverläufe, wie sie auch von de Bie (1992)
und der Amsterdamer Forschergruppe um Peter Cohen (Cohen und Sas 1995)
verwendet wurden, geht ursprünglich auf eine Typologie von Morningstar und
Chitwood (1983) zurück (siehe Abb. 1).
Die Unterschiedlichkeit der Konsumverläufe macht deutlich, dass Querschnitts-
betrachtungen unter Umständen ein falsches Bild vermitteln, was die Risikobewer-
tung von Konsummustern angeht.
Kleiber und Söllner (1998) schlagen zur Klassifikation fünf verschiedene Ansätze
zur Erforschung und Beschreibung von Konsummustern vor:
Erstens die Beschreibung der Sequenz des Gebrauchs verschiedener Substanzen,
also Untersuchungen zur Abfolge nacheinander konsumierter Substanzen in der
individuellen Biografie (Sequenzmodelle). So werden erste Erfahrungen meist mit
Alkohol und Tabak gemacht, bevor ein Teil der Jugendlichen später auch mit
Cannabis und anderen Substanzen experimentiert.
Zweitens: Kombinationen verschiedener Substanzen: Welche Substanzen werden
gleichzeitig oder aber abwechselnd nacheinander konsumiert? Bezeichnungen für
den simultanen Gebrauch mehrerer Substanzen sind „Mischkonsum“ oder „multi-
pler Substanzgebrauch“.
Drittens: Die Erfassung der Frequenz und Menge in bestimmten Zeiträumen, also
Fragen danach, wie häufig und in welcher Menge eine bestimmte Substanz innerhalb
eines festgelegten Zeitfensters konsumiert wird.
Viertens: Eine Analyse des Konsumverlaufs über die Zeit und Sequenzen von
Konsummustern, d. h. Veränderungen in der Frequenz (oder Menge) einer konsu-
mierten Substanz über den zeitlichen Verlauf.
Fünftens: Eine Betrachtung von Verlaufsmodellen von Konsummustern, d. h.
es ist danach zu fragen, in welcher Abfolge Konsummuster stehen. Studien zum
letztgenannten Punkt betreffen die Frage, mit welcher Regelmäßigkeit ein Experi-
Konsummusterforschung zu psychoaktiven Substanzen 9

KONSUMFREQUENZ

KONSUMFREQUENZ

KONSUMFREQUENZ
Zeitliche Entwicklung Zeitliche Entwicklung Zeitliche Entwicklung

TYP 1 Abnehmend TYP 2 Zunehmend TYP 3 Gleichbleibend/Plateau


KONSUMFREQUENZ

KONSUMFREQUENZ

KONSUMFREQUENZ
Zeitliche Entwicklung Zeitliche Entwicklung Zeitliche Entwicklung

TYP 4 up-top-down TYP 5 Varlierend TYP 6 Diskontinulierlich


KONSUMFREQUENZ

KONSUMFREQUENZ

KONSUMFREQUENZ

Zeitliche Entwicklung Zeitliche Entwicklung Zeitliche Entwicklung

TYP 7 Zunehmend mit Plateau TYP 8 Plateau diskontinuierlich TYP 9 Plateau mit Peak

Abb. 1 Verschiedene Konsumverläufe psychoaktiver Substanzen. Typ 9 wurde im Rahmen


eigener Forschungsarbeiten (Ullrich-Kleinmanns et al. 2008) ergänzend hinzugefügt. Abbildung
modifiziert nach Cohen und Sas (1995) und de Bie (1992)

mentierkonsum in Gewohnheitskonsum und möglicherweise in abhängige Formen


übergeht (Stufenmodelle).
Das von Prochaska und DiClemente (1983) entworfene Stufenmodell der Ver-
haltensänderung (auch als Transtheoretisches Modell bzw. englisch transtheoretical
model bekannt) bietet für die Beschreibung und Erklärung prozessualer Einflüsse im
Zeitverlauf (Warum ändern Konsumenten ihr Verhalten bzw. warum gerade nicht?)
einen sehr guten Rahmen. Das Konzept wurde mittlerweile nicht nur für den
Konsum psychoaktiver Subtanzen, sondern für ganz unterschiedliche Gesundheits-
verhaltensweisen, z. B. Ernährung, körperliche Bewegung und Sport, adaptiert
(Marcus und Simkin 1994; Horwath 1998). Zudem findet es insbesondere in der
Suchtberatung sowie der therapeutischen und präventiven Arbeit Einsatz. Im We-
sentlichen postuliert das Modell sechs Stadien der Verhaltensänderung (stages of
change) und beschreibt, ob und warum Menschen ihren Umgang mit psychoaktiven
Substanzen verändern oder auch nicht. Diese sind gerade bei der Auswahl geeigneter
10 J. Ullrich

Tab. 2 Überblick über verschiedene Forschungsansätze zur Beschreibung von Konsummustern


psychoaktiver Substanzen (Auswahl)
Forschungsarbeiten Ziele des Forschungsansatzes
Pfeiffer-Gerschel et al. 2013; Deutsche Bewertung von Konsummustern in
Hauptstelle für Suchtfragen 2010a; 2010b; Abhängigkeit von ihren gesundheitlichen
European Monitoring Centre for Drugs and oder sozialen Risiken
Drug Addiction 2005; Simon et al. 2005; Seitz
und Bühringer 2007
Schippers und Cramer 2002; Zinberg 1984; Merkmale und Bedingungen für kontrollierte
Duncan und Gold 1985; Harding et al. 1980 und verantwortungsvolle Konsummuster
Cohen und Sas 1995; von Sydow et al. 2001; Beschreibung von Konsumverläufen oder der
Nelson and Wittchen 1998; Cohen und Sas zeitlichen Stabilität von Abhängigkeits- und
1995; Jackson et al. 2006 Missbrauchsdiagnosen

Interventionsstrategien im Kontext der Suchttherapie bedeutsam (Velasquez et al.


2005) (vgl. Kap. ▶ Die Behandlung von Suchterkrankungen in Deutschland
(in diesem Band).
Die in diesem Kapitel vorgestellten Ansätze zur Beschreibung von Konsummus-
tern haben einen über die alleinige Verwendung von Prävalenzzahlen hinausgehen-
den Erklärungswert. Tab. 2 liefert einen zusammenfassenden Überblick über die
unterschiedlichen Forschungsrichtungen zu Konsummustern psychoaktiver Sub-
stanzen.
Studien zu Konsummustern psychoaktiver Substanzen können, insbesondere
dann, wenn sie im Längsschnitt angelegt sind, ein sehr differenziertes Bild zur
Risikobewertung, möglicher Suchtentwicklungen aber auch zu Ausstiegsprozessen
liefern. Wünschenswert wären hier Ansätze, welche gerade im Hinblick auf die in
Verlaufs-, Stufen- und Sequenzmodellen beschriebenen Übergangsphasen (z. B. von
experimentellen hin zu habituellen Konsummustern), diese noch stärker in ein
integratives Rahmenmodell einbetten. So wäre zu fragen, welche Bedeutung sozia-
len Kontextvariablen, psychologischen Faktoren und natürlich auch neurobiologi-
schen Mechanismen bei der Beschreibung und Erklärung verschiedener Konsum-
verläufe zukommt. Derartige Fragestellungen sind nicht nur in der Suchtforschung
im engeren Sinne, sondern ebenso auch in der Präventionsforschung (Stichwort:
Resilienz und Risikokompetenz) von Interesse.

Literatur
Antonovsky, A. (1979). Health, stress and coping. San Francisco: Jossey-Bass.
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF. (2015).
S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen“. Arbeitsgemein-
schaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. http://www.awmf.org/uploads/tx_
szleitlinien/076-001m_S3-Leitlinie_Alkohol_2015-02_02.pdf. Zugegriffen am 30.03.2016.
Barnes, G. E., Barnes, M. D., & Patton, D. (2005). Prevalence and predictors of „heavy“ marijuana
use in a Canadian youth sample. Substance Use & Misuse, 40(12), 1849–1863.
Cohen, P. (1998). Shifting the main purposes of drug control: From suppression to regulation of use.
International Journal of Drug Policy, 10(3), 223–234.
Konsummusterforschung zu psychoaktiven Substanzen 11

Cohen, P., & Sas, A. (1995). Cocaine use in Amsterdam II. Initiation and patterns of use after 1986.
Amsterdam: Department of Human Geography/University of Amsterdam.
de Bie, E. B. (1992). A study of the nature and extent of cocaine use in Rotterdam. Groningen:
INTRAVAL Foundation.
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS. (2010a). Deutscher Kerndatensatz zur Dokumentation
im Bereich der Suchtkrankenhilfe: Definitionen und Erläuterungen zum Gebrauch. http://www.
dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Arbeitsfeld_Statistik/KDS_Manual_10_2010.pdf. Zugegrif-
fen am 30.03.2016.
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS. (2010b). Empfehlungen des wissenschaftlichen Kuratori-
ums der DHS zu Grenzwerten für den Konsum alkoholischer Getränke. http://www.dhs.de/filead
min/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/Grenzwerte_Alkoholkonsum_Jul10.pdf. Zugegriffen am
30.03.2016.
Duncan, D., & Gold, R. (1985). Drugs and the whole person. New York: MacMillan.
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction EMCDDA. (2005). Studies of the
problematic drug use population. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction.
http://stats05.emcdda.europa.eu/en/page014-en.html. Zugegriffen am 30.03.2016.
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction EMCDDA. (2013). PDU (Problem
drug use) revision summary. http://www.emcdda.europa.eu/attachements.cfm/att_218205_EN_
PDU%20revision.pdf. Zugegriffen am 30.03.2016.
Harding, W. M., Zinberg, N. E., Stelmack, S. M., & Barry, M. (1980). Formerly-addicted-now-
controlled opiate users. The International Journal of the Addictions, 15(1), 47–60.
Horwath, C. C. (1998). Applying the transtheoretical model to eating behaviour change: Challenges
and opportunities. Nutrition Research Reviews, 12(2), 281–317.
International Narcotics Control Board INCB. (2001). Report of the international narcotics control
board for 2001. Wien: INCB.
Jackson, K. M., O’Neil, S. E., & Sher, K. J. (2006). Characterizing alcohol dependence: Transitions
during young and middle adulthood. Experimental and Clinical Psychopharmacology, 14(2),
228–244.
Kleiber, D., & Söllner, R. (1998). Cannabiskonsum. Entwicklungstendenzen, Konsummuster und
Risiken. Weinheim/München: Juventa.
Kolte, B., & Schmidt-Semisch, H. (2005). Kontrollierter Drogenkonsum: Ein prekäres Paradigma.
In A. Legaro & A. Schmieder (Hrsg.), Drogenkonsum als Lebenskontrolle. Jahrbuch Suchtfor-
schung (S. 7–24). Münster/Hamburg/London: LIT Verlag.
Konkolÿ, T. B., Woodin, E., Hodgins, D., & Williams, R. (2015). Natural course of behavioral
addictions: A 5-year longitudinal study. BioMed Central Psychiatry. doi:10.1186/s12888-015-
0383-3.
Marcus, B. H., & Simkin, L. R. (1994). The transtheoretical model: Applications to exercise
behavior. Medicine and Science in Sports and Exercise, 26(11), 1400–1404.
Morningstar, P., & Chitwood, D. (1983). The patterns of cocaine use: An interdisciplinary study.
Final report. Rocksville: NIDA.
Nelson, B., & Wittchen, H.-U. (1998). DSM-IV alcohol disorders in a general population sample of
adolescents and young adults. Addiction, 93, 1065–1077.
Perkonigg, A., Beloch, E., Garzynski, E., Nelson, C., Pfister, H., & Wittchen, H.-U. (1997).
Prävalenz von Drogenmißbrauch und -abhängigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen:
Gebrauch, Diagnosen und Auftreten erster Mißbrauchs- und Abhängigkeitsmerkmale. Zeit-
schrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 26, 247–257.
Perkonigg, A., Pfister, H., Lieb, R., Bühringer, G., & Wittchen, H.-U. (2004). Problematischer
Konsum illegaler Substanzen, Hilfesuchverhalten und Versorgungsangebote in einer Region.
Suchtmedizin, 6, 22–31.
Pfeiffer-Gerschel, T., Kipke, I., Flöter, S., Jakob, L., Budde, A., Rummel, C., & Casati, A. (2013).
Bericht 2013 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD. Neue Entwicklungen und
Trends. Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. http://www.dbdd.de/ima
ges/2013/reitox_report_2013_germany_dt.pdf. Zugegriffen am 30.03.2016.
12 J. Ullrich

Powell, D. (1973). A pilot study of occasional heroine users. Archives of General Psychiatry, 28(4),
586–594.
Prochaska, J. O., & Di Clemente, C. C. (1983). Stages and processes of self-change of smoking:
Toward an integrative model of change. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 51(3),
390–395.
Reinarman, C., Murphy, A., & Waldorf, D. (1994). Pharmacology is not destiny: The contingent
character of cocaine abuse and addiction. Addiction Research, 2, 21–36.
Sas, A., & Cohen, P. (1997). Patterns of cannabis use in Amsterdam among experienced cannabis
users. Presentation held at the Conference „SerT and Therapeutic Communities: The reasons for
integration“. 11. Januar Palazzo Medici-Riccardi Florenz, Italien.
Scharkow, M., Festl, R., & Quandt, T. (2014). Longitudinal patterns of problematic computer game
use among adolescents and adults – A 2-year panel study. Addiction, 109, 1910–1917.
Schippers, G., & Cramer, E. (2002). Kontrollierter Gebrauch von Heroin und Kokain. Suchtthera-
pie, 3, 71–80.
Schmidt-Semisch, H. (2014). Überlegungen zu einer salutogenetisch orientierten Perspektive auf
Drogenkonsum. In B. Schmidt (Hrsg.), Akzeptierende Gesundheitsförderung. Unterstützung
zwischen Einmischung und Vernachlässigung (S. 207–220). Weinheim/München: Juventa.
Seitz, H., & Bühringer, G. (2007). Empfehlungen des wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS zu
Grenzwerten für den Konsum alkoholischer Getränke. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/Grenzwerte_Alkoholkonsum_
Jul10.pdf. Zugegriffen am 30.03.2016.
Simon, R., David-Spickermann, M., & Farke, W. (2005). Problematischer Drogenkonsum. In R. Simon,
M. David-Spickermann & W. Farke (Hrsg.), Bericht 2005 des nationalen REITOX-Knotenpunktes
an die EBDD (S. 44–54). Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. http://www.dhs.de/fileadmin/user_
upload/pdf/Reitox_Jahresberichte/REITOX_Jahresbericht_2005.pdf. Zugegriffen am 30.03.2016.
Turner, C., Russell, A., & Brown, W. (2003). Prevalence of illicit drug use in young Australian
women, patterns of use and associated risk factors. Addiction, 98, 1419–1426.
Ullrich-Kleinmanns, J., Jungaberle, H., Weinhold, J., & Verres, R. (2008). Muster und Verlauf des
Konsums psychoaktiver Substanzen im Jugendalter: Die Bedeutung von Kohärenzsinn und
Risikowahrnehmung. Suchttherapie, 9, 12–21.
Van der Pol, P., Liebregts, N., de Graaf, R., Korf, D., Van den Brink, W., & Van Laar, M. (2015).
Three-year course of Cannabis dependence and prediction of persistence. European Addiction
Research, 21(6), 279–290.
Velasquez, M., von Sternberg, K., Dodrill, C. L., Kan, L., & Parsons, J. T. (2005). The transtheo-
retical model as a framework for developing substance abuse interventions. Journal of Addic-
tions Nursing, 16, 31–40.
von Sydow, K., Lieb, R., Pfister, H., Höfler, M., Sonntag, H., & Wittchen, H.-U. (2001). The natural
course of cannabis use, abuse and dependence over four years: A longitudinal study of
adolescents and young adults. Drug and Alcohol Dependence, 64, 347–361.
Zinberg, N. E. (1984). Drug, set, and setting. The basis for controlled intoxicant use. New
Haven/London: Yale University Press.

Das könnte Ihnen auch gefallen