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SKIPPERS
PRAXIS, AUSRÜSTUNG
ELEKTRONIK
Magazin I N N O VAT I O N, T I P P S & T R I C K S
R E C H T, B Ü C H E R

Festbeleuchtung benötigt heute


kaum noch Energie. Dennoch ist die
Stromversorgung wichtiger denn je

LADE-MEISTER
Ein ausreichend dimensioniertes BATTERIELADEGERÄT ist durch viele Verbraucher
und den Wunsch nach Autarkie fast so wichtig wie die passenden Segel oder gutes Ölzeug.
Sieben aktuelle Modelle der gängigen 30-Ampere-Klasse im Test
SKIPPERS MAGAZIN • TEST LADEGERÄTE
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DURCHDACHT

D
as Gerät zum Auffüllen der Akkus Hilfreiche Details vereinfachen die INSTALLATION und
ist unscheinbar, kommt in seiner verbessern den NUTZWERT der Geräte
Bedeutung für den Bootsbetrieb
aber gleich nach dem Rigg: Ohne
Strom in den Batterien läuft heute fast nichts MONTAGEHILFE ÜBERWACHUNG
mehr. Entsprechend wichtig ist die richtige
Auswahl. Dabei wirkt das vielfältige Angebot
für den Laien überwältigend – von manchen
Geräten gibt es über zehn Versionen.

ANFORDERUNGEN
Als Dimensionierungshilfe dient eine mit
zwei Personen belegte Fahrtenyacht und ei­
nem Verbrauch von rund 30 Amperestun­
den pro Tag. Das entspricht einer durch­
schnittlichen Belastung des Verbraucher­
akkus mit einem Strom von 1,25 Ampere. Mit
einer guten Kompressor-Kühlbox, mäßiger Der steckbare Klemmblock beim YPower Sensoren für die Batterietemperatur bieten
Nutzung von Radio und Licht, einem kleinen erleichtert den Anschluss dicker Kabel unter fast alle Geräte. Separate Messleitungen für
Kartenplotter sowie LED-Beleuchtung ist beengten Verhältnissen die Spannung verwendet nur der CPC1230
das im Sommer ein realistischer Wert.
Die Größe des Bootes spielt dabei fast LEISETRETER BAT TERIE -INFO
keine Rolle. Eine größere Crew mit mehr
Energiebedarf wirft diese Kalku­lation natür­
lich über den Haufen.
Mit Bleiakkumulatoren von insgesamt
150 Amperestunden ausgestattet, kann diese
gedachte Yacht bequem ein Wochenende
vor Anker verbringen. Als leer gilt die Blei­
batterie, wenn die Hälfte ihrer Nennkapazi­
tät, also 75 Amperestunden, entnommen
sind. Die andere Hälfte ist eiserne Reserve;
wird sie angetastet, reduziert das die Lebens­
dauer des Akkus deutlich.
Nach einer Nacht im Hafen soll der Akku Das Schiff verstärkt Geräusche vom Lüfter Spannungsanzeige auch ohne Landstrom
wieder voll sein. In 16 Stunden Liegezeit müs­ wie ein Lautsprecher. Gummidämpfer mini- beim WBC Supreme – das ersetzt keinen Bat-
sen also die 75 Am­pe­restunden in die Batte­ mieren diesen Effekt teriemonitor, ist aber besser als nichts
rie geladen und das Bordnetz versorgt wer­
den – zusammen mit Verlusten ergibt das
rund 100 Am­perestunden. In der Praxis ha­
ben sich für diese Anforderungen Geräte in
der Klasse zwischen 20 und 30 Ampere be­
währt. Das ist die Ausgangslage für den Test,
bei dem wir Geräte von Cristec, Leab, Quick, dern bei einigen 10 000 Hertz. Der immer und Verteilersteckdosen einige Volt auf der
Sterling, Votronic und WhisperPower ge­ noch vorhandene Transformator ist dadurch Strecke bleiben.
F O TO S : YA C H T / M . A M M E ( L . ) , O. S C H M I D T ( 4 )

prüft haben. Mastervolt und Victron-Energy extrem klein und leicht. Außerdem liegt die Um die Grenzen auszuloten, haben wir
fehlen, da ihre Modelle bereits in YACHT 14/ Schwingungszahl über dem Wahrnehmungs­ die Netzspannung im Test per Regeltransfor­
12 getestet wurden. bereich des menschlichen Gehörs. Von ei­ mator variiert: Ab etwa 190 Volt sollte die
nem einwandfrei arbeitenden Hochfre­ volle Leistung zur Verfügung stehen. Vier
TECHNIK quenz- Ladegerät ist daher kein Brummen Geräte arbeiten sogar ohne Umschalten mit
Alle sieben Kandidaten sind prozessor­ oder Pfeifen zu vernehmen. 110 und 230 Volt.
gesteuert und arbeiten nach dem Hoch­ Elektrisch ist ein unsichtbarer Punkt viel Bei fünf Probanden sorgt ein Lüfter für
frequenzprinzip ohne schwere Bauteile. Das wichtiger: Die Ladespannung ist weitgehend Geräusche. Die sind abhängig von der Last
heißt: Die Wandlung der Spannung vom unabhängig von variierender Netzspannung. des Laders, aber nicht immer hinnehmbar
Netz zur Batterie findet nicht mit der lang­ Das macht sich in vollen Häfen bemerkbar, leise. Abhilfe bietet der Nacht-Modus. Dann
samen Netzfrequenz von 50 Hertz statt, son­ wenn nach ein paar Verlängerungsleitungen wird für eine bestimmte Zeit, meist zehn
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ANGEKLEMMT

Stunden, die Leistung so reduziert, dass das Um die LADEKABEL mit dem Gerät zu verbinden,
Gerät ohne oder mit minimaler Lüfterdreh­ kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz
zahl auskommt. Die im Labor unter Volllast
gemessenen Geräuschemissionen taugen
zwar zum Vergleich, repräsentieren jedoch HALTBAR ZUGFEST
nicht die Einbauverhältnisse an Bord.

LADEVERFAHREN
Die üblichen Bleibatterien, ob offen, AGM
oder Gel, sind einfach aufgebaut: zwei Plat­
ten aus Blei, ein Vlies als Separator dazwi­
schen, verdünnte Schwefelsäure als Elek­
trolyt, eventuell als Gel eingedickt – mehr
nicht. Auf unsachgemäße Behandlung re­
agieren sie jedoch empfindlich, vor allem,
wenn dies Ladezustand oder Ladevorgang
betrifft. Leer herumstehen mögen die Akkus
nicht, überladen werden genauso wenig. An den Klemmen von WhisperPower lassen Sterling lässt kaum Raum fürs Werkzeug,
So einfach wie der mechanische Aufbau sich notfalls blanke Adern auflegen. Dauer- bietet aber eine stabile Zugentlastung.
ist aus heutiger Sicht das Verfahren für zügi­ hafter sind jedoch Kabelschuhe Unbedingt Ringkabelschuhe verwenden
ges batterieschonendes Laden. Legt man die
richtige Spannung an die Klemmen, sorgen UNIVERSELL KOMPLET T
Bleiakkus ganz allein dafür, dass der richtige
Strom fließt.
Zu hohe Spannung verursacht kräftiges
Gasen: Dabei wird der Wasseranteil des Elek­
trolyten zu Knallgas zersetzt und entweicht.
Bei offenen Zellen lässt sich der Verlust
durch Zugabe von destilliertem Wasser aus­
gleichen, alle anderen Typen erleiden blei­
bende Schäden. Mit zu niedriger Spannung
dauert der Ladevorgang unnötig lange.
Bleibt die Ladespannung gar unter dem
Wert für Ladungserhaltung, wird die Batterie
nie zu 100 Prozent voll, und die Lebensdauer Gut für Selbstbauer: Bei Votronic halten so- Quick liefert die passenden Kabelschuhe für
schrumpft. Aktuelle Ladegeräte können die genannte Fahrstuhl-Klemmen auch blanke die Anschlüsse mit. Montage durch Crimpen
Spannung an einer 12-Volt-Batterie auf we­ Kabelenden, ohne sie zu zerquetschen mit dem passenden Werkzeug, notfalls löten
nige 10 Millivolt genau einhalten, dazu noch
an die Batterietemperatur anpassen und
über die Zeit variieren. Die Methode, wie
und in welcher Abfolge das Ladegerät auf die
Stromanforderung aus der Batterie antwor­
tet, nennt man Kennlinie. Stand der Technik
für Batterien, aus denen Licht, Radio, Navi­ mählich ab. Um auf Dauer ein Gasen zu sorptions- und Float-Phase einiges einfallen
gationselektronik und Kühlschapp versorgt unter­binden, wird die Spannung nach eini­ lassen. Denn der Lader kann nicht ohne
werden, ist die IUoU-Kennlinie. ger Zeit auf den sogenannten Erhaltungs­ Weiteres feststellen, ob der Strom noch von
Bei ihr bekommt die Batterie zunächst wert zurückgenommen. Das ist die zweite der Batterie aufgenommen wird oder ob es
so viel Strom, wie das Ladegerät liefern kann. „U“-Phase, international „Float“ genannt. sich um Verbrauch an Bord handelt.
Das ist die „I“-Phase, international „Bulk“ In den ersten drei Stufen arbeiten alle Die gängige Technik macht das Verhal­
genannt. Die Batteriespannung steigt dabei Geräte ähnlich, Unterschiede gibt es bei der ten vom bisherigen Ladeverlauf abhängig.
abhängig vom Ladezustand mehr oder we­ angelegten Spannung und bei den Krite­rien Grob betrachtet: Je länger die Bulk-Phase
niger schnell an. Erreicht sie den Maximal­ zum Zurückschalten auf die zweite „U“-Pha­ dauert, desto länger wird anschließend im
wert für die Ladespannung, beginnt die erste se. Während die Spannung von den meisten Absorptionsmodus geladen.
„U“-Phase, englisch „Absorption“: Das Lade­ Batterieherstellern genau vorgegeben wird, Sterling und Quick orientieren sich dafür
gerät begrenzt die Spannung, der Strom – müssen sich Ladegeräte-Konstrukteure für hauptsächlich am Stromfluss. Für die ge­
jetzt von der Batterie vorgegeben – sinkt all­ die Kriterien zum Wechsel zwischen Ab­ zeigten Diagramme haben wir die Akkus oh­
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ne angeschlossene Verbraucher geladen, der


Zeitpunkt fürs Zurückschalten erscheint bei
diesen Geräten daher etwas früh. Eine weitere
Prüfung, bei der zusätzlich das Bordnetz zu ver­
sorgen war, zeigte jedoch auch bei dieser Me­
thode ein durchaus praxisgerechtes Verhalten.
Jeder Akku-Hersteller gibt Werte für Lade-
und Erhaltungsspannung an: bei Säurezellen
meistens 14,3 und 13,6 Volt; AGM-Typen vertra­
gen 14,6 Volt, bis sie voll sind, zur Erhaltung wird
auf 13,8 Volt re­duziert. Bei Gelbatterien ist die
Lage nicht ganz so klar, Gasen galt für sie lange
als schädlich. Darum wurden niedrige Lade­
spannungen von 14,2 Volt – in den USA sogar
nur 14,0 Volt – und frühes Zurückschalten emp­
fohlen. Inzwischen geben manche Batterieher­
steller für Gel bis zu zwölf Stunden Ladung mit
14,6 Volt an. Batterielebensdauer und nutzbare
Kapazität sind dann tatsächlich höher.
Ein Punkt ist unumstritten: Eine einheit­liche
optimale Lademethode für alle Bleibatterie­
typen und alle Anwendungsfälle gibt es nicht.
Wer Batterien tauscht und dabei auf eine an­
dere Technologie wechselt, muss in der Regel
auch die Ladetechnik ändern. Alle Testkandi­
daten lassen sich entsprechend umstellen.

NEBENEFFEKTE
So weit die Theorie. In der Praxis sieht es nicht
so eindeutig aus, hauptsächlich weil Dinge zum
Tragen kommen, auf die der Ladegeräte-Ent­
wickler wenig Einfluss hat. Der elektrische Wi­
derstand der Kabel zwischen Ladegerät und
Akku bewirkt beispielsweise, dass der Strom in
der I-Phase nicht konstant bleibt, sondern mit
steigender Akkuspannung abnimmt. In der ers­
ten U-Phase ist dann die Spannung an der Bat­
terie ebenfalls nicht gleichmäßig, sondern er­
reicht nur allmählich den gewünschten Wert.
Je dünner und länger die Leitung ist, desto
ausgeprägter der Effekt, und umso fließender
ist der Übergang zwischen den Ladephasen. In
den Diagrammen ist das vor allem bei dem klei­
nen Gerät von Leab zu erkennen: Hier sind die
Ladekabel fest angebracht und durch die inte­
grierte Leitung des Temperatursensors nicht
kürzbar. Aber: Die Batterie nimmt dadurch kei­
nerlei Schaden. Der einzige nachweisbare Ef­
fekt ist eine etwas längere Ladezeit. Geräte mit
separaten Spannungssensor-Leitungen, bei­
spielsweise das CPC von Leab, können diesen
F O TO S : O. S C H M I D T

Einfluss der Kabel vollständig ausgleichen.


Welchen Querschnitt die Ladekabel min­
destens haben sollten, steht bei allen Geräten
in den Unterlagen. Als Richtwert dient bei 30
Ampere pro drei Meter Kabel 10 Quadrat­
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Sehr gut
Gut
Befriedigend
Ausreichend
Mangelhaft

HERSTELLER CRISTEC LEAB LEAB QUICK

Typ YPower 12V 25A Champ Pro1230 CPC1230 SBC 300 NRG FR
Preis 379 € 337 € 578 € 388 €
Web busse-yachtshop.de leab.eu leab.eu lindemann-kg.de
Fernbedienung Ja (Sondermodell von Philippi) – Zustands-LED –
Gesamtladestrom 25 A 30 A 30 A 30 A
Netzspannung 90–265 V 205–250 V 90–270 V 83–264 V
Batterietypen Alle Blei und LiFe Gel, AGM, Nass, Traktion Gel, AGM, Nass, Traktion Gel, AGM, Nass
Kennlinie IUoU IUoU IUoU IUoU
Sensor Temperatur Temperatur, in Batterieklemme Spannung, Temperatur (38 €) –
Netzteilbetrieb Ja Ja Ja Ja
Ausgänge 3 1 1 3
Ladestrom Starter / Kennlinie Starter – /– – /– – /– – /–
Gehäusemaße (B x L x H) / Gewicht 235 x 180 x 95 mm / 2100 g 190 x 100 x 40 mm /1350 g 260 x 125 x 90 mm / 1600 g 250 x 115 x 70 mm / 1550 g
Schutzart IP 22 IP 65 IP 20 K. A.
Anschluss Batterie Fahrstuhlklemmen steckbar Kabel 6 mm² mit Auge 8 mm Kabel 6 mm², offenes Ende Inbusschrauben 4 mm
Anschluss Netz Federklemmen steckbar Kabel mit Schuko-Stecker Abnehmbares Schuko-Kabel Offenes Kabel
Messungen

Diagramme
rot: Ladestrom,
gelb: Kapazität,
blau: Spannung.
Der Batterie wurden
vorher 15 Ah entnommen

Ladestrom max. im Test 23,9 A 30,9 A 28,5 A 29,0 A


Ruhestrom aus Batterie (ohne Netz) 0,2 mA 0,2 mA 2,9 mA 1,3 mA
Leistungsaufnahme Standby /max. 41 / 368 W 9 / 457 W 51 / 484 W 58 / 410 W
Netz Minimum / voller Strom 65 / 80 V 130 / 210 V 80 / 140 V 82 /105 V
Wirkungsgrad Volllast 91 % 93 % 83 % 82 %
Geräusch Maximalleistung – (kein Lüfter) – (kein Lüfter) 50 dB(A) <50 dB(A)
Ladespannung (Nass / Gel / AGM) 14,4 / 14,4 / 14,4 V 14,2 / 14,4 / 14,4 V 14,1 / 14,4 / 14,4 V 14,1 / 14,4 / 14,4 V
Erhaltungsspannung (Nass / Gel / AGM) 13,8 /13,8 /13,6 V 13,5 / 13,8 / 13,8 V 13,6 /13,8 / 13,8 V 13,4 / 13,8 / 13,6 V
Langzeitmodus Pulse einmal wöchentlich Nein Nein Nein
Ruhemodus Kein Lüfter Kein Lüfter Nein Nein
Verhalten im Fehlerfall

Sulfatierte Batterie Normalladung Normalladung Normalladung Normalladung


Tiefentladene Batterie Normalladung Normalladung ab 6 V Normalladung ab 8 V Normalladung
Kurzschluss Abschaltung Abschaltung Abschaltung Abschaltung
Netzausfall unter 5 Minuten Neuer Zyklus Neuer Zyklus Neuer Zyklus Neuer Zyklus
Bemerkung Kontaktsichere Federklemmen für Zusätzlich Kennlinie für Trak­ Gummischutz auf den Kanten Kabelschuhe mitgeliefert. De-
Netzanschluss. Spannung über tionsbatterien mit Ausgleichs­ und an den Montagebohrungen. zentes Lüftergeräusch. Ladestrom
Poti justierbar. Fernbedienung phase. Wasserdicht. Ausführliches 15 Ladeprogramme. Ausgang für wird sehr früh herunter­geregelt.
mit Display bei Philippi erhält- Handbuch. Temperatursensor im Relais. Externer Spannungs­ Mit Verbrauchern passt die Ab-
lich. Versionen bis 40 A lüfterlos Minus-Anschluss integriert sensor. Ausführliches Handbuch sorptionsphase
YACHT-Bewertung
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STERLING VOTRONIC WHISPERPOWER

ProChargeUltra 12v-30a VAC 1230 M 3A WBC Supreme 12V-20A


429 € 487 € 390 €
gotthardt-yacht.de votronic.de whisperpower.de
Zustand, Messwerte, Bedienung Zustand, Ein/aus Zustand, Messwerte, Bedienung
30 A 30 A 20 A
90–270 V 190–265 V 90–265 V
Alle Blei und LiFe Gel, AGM, Nass Gel, AGM, Nass, Lithium
IUoU IUoU IUoU
Temperatur Temperatur Temperatur
Ja Ja Ja
3 2 + Starter 3
– /– 2,0 A / IU 20 A / programmierbar
260 x 215 x 90 mm / 3200 g 210 x 160 x 75 mm / 1500 g 290 x 165 x 85 mm / 2350 g
K. A. IP 21 IP 32
Bolzen 6 mm Fahrstuhlklemmen Schrauben 6 mm
Schraubklemmen Abnehmbares Schuko-Kabel Kabel mit Schuko-Stecker

29,1 A 28,8 A 19,2 A


0,4 mA 0,2 mA 36,2 mA
20 / 480 W 13 / 477 W 53 / 308 W
86 / 86 V 88 / 150 V 89 / 89 V
86 % 85 % 86 %
55 dB(A) 50 dB(A) 50 dB(A)
14,6 V (stufenlos einstellbar) 14,4 / 14,4 / 14,7 V 14,4 / 14,2 / 14,3 V
13,4 V (stufenlos einstellbar) 13,4 / 13,8 /13,5 V 13,5 / 13,8 / 13,4 V
Pulse alle 15 Tage Nein Neuer Zyklus nach 7 Tagen
Über Leistungseinstellung Ja Ja

Desulfatierung manuell starten Normalladung Normalladung


Normalladung Reduzierter Strom (15 A) Normalladung ab 2,5 V
Abschaltung Abschaltung Abschaltung
Neuer Zyklus Neuer Zyklus Neuer Zyklus
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Leistung einstellbar. Ausführliche Zweiter Ausgang umschaltbar Anzeige von Spannung und
Anzeigen zu Ladevorgang, Strom für Starter-oder Verbraucher- Strom für alle Ausgänge. Kenn­
und Spannung. Programmierbar. kennlinie. Manuelle Ausgleichs­ linie pro Ausgang wählbar. Span-
Energiesparmodus schaltet nach ladung möglich. Gummidämpfer nungsanzeige auch ohne Netz.
Vollladung komplett ab gegen Körperschall Hoher Ruhestrom aus der Batterie
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wenn der Bleispeicher ihn auch annehmen


und umsetzen kann, nämlich zu Lade­beginn.
Der angenommene 150-Ah-Akku nimmt zu
Ladebeginn locker 30 Ampere an, und das
Sowohl das Lade- sollte man nutzen. Der Preis für das größere
kabel (oben) als Ladegerät schmerzt nur einmal und zahlt
auch die Sensor­ sich mit der längeren Batterielebensdauer
leitung sollten schnell aus. Die Gewissheit, morgens volle
unbedingt an der Akkus zu haben, ist unbezahlbar.
Batterie passend Energie verschwenden, sprich Strom in
abgesichert werden Abwärme umwandeln statt in die Batterie zu
laden, geht ins Geld, da inzwischen viele Hä­
fen den Stromanschluss nach Verbrauch ab­
rechnen. Der Wirkungsgrad unter Volllast
liegt bei allen Probanden über 80 Prozent,
viel mehr ist mit vertretbarem Aufwand
millimeter Kupfer. Idealerweise geht diese DIMENSIONIERUNG kaum drin. Am wenigsten effektiv ist ein La­
Leitung direkt vom Lader zum Akku und Wie viel Strom der Lader mindestens liefern degerät im Standby. Gemeint ist der Zustand,
nimmt nicht etwa den Umweg über eine Ver­ sollte, kann leicht errechnet werden. In un­ wenn das Ladegerät zwar am Landnetz
teilertafel. Direkt an der Batterie wird sie mit serem Beispiel liegt der Durchschnittsver­ hängt, die Batterie aber voll geladen ist – bei­
50 Ampere abgesichert, das erspart im Kurz­ brauch bei 1,25 Ampere. Im Hafen soll der spielsweise, wenn der Landanschluss die
schlussfall erheblichen Schaden am Schiff. Verbrauch von zwei aufeinanderfolgenden Woche über ständig eingesteckt bleibt.
Im Zubehör gibt es Streifensicherungen die­ Ankernächten, also etwa 60 Amperestun­ Sterling hat dafür einen deaktivierbaren
ser Größe und passende Halter für wenig den, ausgeglichen werden. Schlafmodus eingeführt: Einige Stunden
Geld. Stecksicherungen aus dem Kfz-Be­ Setzt man einfach eine Nacht (10 Stun­ nach Erreichen der Vollladung schaltet sich
reich – auch die für dicke Hi-Fi-Anlagen – den) als Ladezeit an, kämen mit dem Mo­ das Gerät weitgehend ab. Erst wenn die Ak­
sind nicht geeignet und lösen zu früh aus. mentanverbrauch lediglich 7,25 Ampere La­ kuspannung deutlich absinkt, springt der
Wenn ein Akku, beispielsweise im Win­ destrom zusammen. Und das klappt in der Lader wieder an. Das ist praktisch, wenn
ter, ständig angeschlossen bleibt, aktivieren Praxis gar nicht. Denn Bleibatterien haben nach dem Wochenendtörn die Akkus ge­
viele Modelle weitere Stufen. Diese kommen eigene Vorstellungen davon, wie sie Lade­ laden werden müssen, aber sonst keine Ver­
Tage, teils auch erst Wochen nach Voll­ strom aufnehmen: Bis zu einem Ladezu­ braucher in Betrieb sind.
ladung zum Zuge und laufen in der Regel stand von etwa 75 Prozent verläuft der Vor­ Alle Ladegeräte ziehen ohne Netzan­
dar­auf hinaus, kurzzeitig von Erhaltungs- gang mit allem, was der Lader hergibt, zügig. schluss einen geringen Strom aus der Batte­
auf Ladespannung hochzuschalten. Nütz­ Danach geht es immer langsamer, auch eine rie. Werte unter 5 Milliampere sind meist
lich ist das bei Yachten, die ständig am Netz höhere Ladespannung bringt nur noch we­ unkritisch, selbst wenn das Schiff im Winter­
hängen, aber wenig genutzt werden. nig. Ein Batteriemonitor zeigt den Effekt: Die lager ohne Stromanschluss steht. Ein Gerät
letzten 20 Prozent der Kapazität benötigen gönnt sich 35 Milliampere. Das sieht zwar
STARTERAKKU den längsten Teil der Ladezeit. auf den ersten Blick dramatisch aus, doch
Die Motorbatterie hat an Bord nicht viel zu Außerdem fühlen sich Bleiakkus „voll“ üblicherweise wird ein Ladegerät nach dem
tun: Selbst wenn der Startvorgang einen am wohlsten und bleiben auch gern noch Hauptschalter angeschlossen; damit ist es
Strom von 150 Ampere erfordert, ist dies nur ein paar Stunden am Netz, wenn sie rech­ ohnehin vom Akku getrennt, wenn niemand
für wenige Sekunden der Fall. Das macht nerisch schon vollständig geladen sind. Bei an Bord ist.
nicht mal eine Amperestunde aus, anschlie­ vorgegebener Liegezeit wird dieser Er­
ßend wird die Versorgung von der Lichtma­ holungsanteil umso länger, je schneller die FAZIT
schine übernommen. eigentliche Ladung abgeschlossen ist. Au­ Die Auswahl ist groß, aber wirklich falsch
Diesen vollen Akku immer wieder per ßerdem kommen im Hafen Verbraucher da­ machen kann man bei den hier getesteten
IUoU-Kennlinie zu laden würde zu starkem zu, die sonst mit Rücksicht auf die Batterie Geräten nur eins: zu einer zu kleinen Version
Gasen und sehr kurzer Lebensdauer führen. aus bleiben. Und es sollte eine Reserve vor­ greifen. Selbst die etwas ausgefallenen Lade­
Darum gibt es bei Votronic und Whisper­ handen sein, falls nicht die ganze Nacht kurven von Quick und Leabs Champ Pro
power spezielle Starter-Ausgänge mit an­ Netzstrom zur Verfügung steht. sind ohne Weiteres akzeptabel. Da­für glänzt
gepasster Kennlinie, die lediglich für die La­ Der Sieben-Ampere-Minilader rackert das letztgenannte Modell – ebenso wie das
dungserhaltung sorgen. sich aber bis nach Sonnenaufgang noch mit Cristec YPower – mit einem besonders auf
F O TO : O. S C H M I D T

Zwar braucht ein einwandfreier Starter­ der Hauptladung ab und wird bis zum Aus­ kleinen Booten unschätzbaren Vorteil: Beide
akku eigentlich keinen Anschluss am Lade­ laufen nicht wirklich fertig. Die einzige Mög­ arbeiten ohne Lüfter und damit geräuschlos.
gerät, bei seltenen oder nur kurzen Motor­ lichkeit, Zeit zu sparen, besteht darin, einen
laufzeiten ist er aber durchaus sinnvoll. hohen Strom dann zur Verfügung zu stellen, OLAF SCHMIDT