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JAHRES·BERICHl,

ÜBER DIE LEISTUNGl<~N

DBR

CHEMISCHEN TECHNOLOGIE
mit besonderer Berücksichtigung der

Elektrochemie und Gewerbestatistik


für das Jahr

19 0 3.

Bearbeitet von ~/kW, - Jl"l- ·


Dr. Ferdinand Fischer
Profossor an <ler Uniwrsität in Götting-on.

(Jahrgang Ibis XXV von R. v. Wagner,)

1. Abtheilung: Unor,;a11l11cller Tltell.

Leipzig
Verlag von Otto Wigand.
1904.
Allo RO'bl\.h vorbehalten.
Inhalt.
I. Gruppe.
Chemische Technologie der Brennstoffe.
(Seite o bis 102.)
(• bedeutet mU Abbildungen.)
Holz, 'l'orf, Kohle, Koks 5; 0. llaltenhoff': Vorrichtung zum Verkohlen
von Holzahfli.llen u. s. w. 5; Berliner Hol11-Comptoir: Liegende Retorte
zur Verkohlung von Holz *5; Deutsche Glübstoff'-Gesellschaft: Herstellung
poröser verkokter Holzkohlenbriketts 6; Skandinavische Torfmoore 6 1
A. Classen: Vorbereitung von Holzabfällen, Torf n. a. 6; E. }'. W. Bode:
Vorrichtung zum Schneiden und Zertheileu von Torf 6; W. G&lecki:
Fahrbare Torfverarbeitungsmaschine 6; K. Hannemann: Trockenvorrich-
tung filr Torf 6; H. Krupp und G. Reine: Herstellung von brikettirbarem
Torf 7; A. Anderson: Presse zur Herstellung von Torfbriketts 7; C. Lau-
rentius: Verkokung vori Torf; Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesell•
sch&ft vorm. Egestorff': Ofen zum Verkoken von Torf •7; M. Ziegler:
Retorte zum Verkoken von Torf •s; L. C. Wolff': Torfdestillation 91
K. Halling: Braunkohlenbergbau in Nordböhmen 13; E. PaHburg:
Trocknen von Braunkohle 13; Th. Beye: Vorrichtung nr Verhütung des
Verstopfens der Röhren in Schnlz'~chen Röhrentrocknern 18; Dampf-
tellertrocknen des Braunkohlenwerks Briihl •13; M. Schirach: }'llrder-
vorrichtung für gedarrte Kohle 1S; F. Huppenhaner: Behandlung von
Braunkohle 14; Der. Kohlenbergbau auf dem linken Ufer des Nieder-
rheins 14; Ruhr kohlen 14; Hundt: Steinkohlengruben im Ruhrkohlen-
bezirk 14; Schulz-Briesen: Steinkohlenfunde in Belgien 14; P. Palt•
schinsky und }'edorowitsch: Die wichtigsten Steinkohlenbecken Ru11-
lands 15; B. Simmershach: Steinkohlen in Kleinasien 15; Der maschi-
nelle Abhau in den Steinkohlengruben 11\; Die Wurmkrankheit im Rubr-
kohlengebiet 15; B. Bonheur: Verwerthung der Grubengase 16; H.
Brenner: Erhöhung der Wettersicherheit der sog. wettersicheren Spreng•
stoff'e in Kohlengruben 16; E. Trainer: Bindemittel zur Brikettirung von
Kohlen klein; Derselbe: Sulfitcelluloselaugen 16; M. Hecking: Her-
stellung eines für die Brikettirung von Steinkohlen geeigneten ?emis~he,
aus Feinkohle und gepulvertem Pech 16; Wiesner & Bruder: Bmdem1Hel
1ur Herstellung w11tterbestKndiger Briketts auf kaltem Wege 17; F.
Sehmetz und Q. Schramm: Bindemittel für Steinkohlenbriketts 17; R.
Mertig: Herstellung von Briketts 17; 0. Jllger: Desgl. 17; F. Marcu1 ff'
Herstellung von Presskohle ans RusA 17; }'. Huppenhauer: Brennsto
aus bituminllsen Schiefern 17; F. Brunck: Verfahren, die bei Kolteöfen
mit Gewinnung der Nebenproducte während des Garstehens, Entleeren• und
BeechickenA sich bildenden Gase und Dllmpfe bei abgeschalteter Hauptgas-
I•
IV Inhalt.

Ieituug vermittels Verbindung der Steigrohre mit einer besoudern Gas-


abführung zur \V eiterverwendung zu gewinnen *17; W. Heinemann:
Gewinnung der Nebenproducte aus Koksofengasen 18; M. Waissbein:
Abkühlung des Destillationsproductes 19; F. J. Collin: Gasfiihrung bei
liegenden Koksöfen mit gleichzeitiger Gewinnung der Nebenproducte 19;
Derselbe: Abführen der Heizgase bei liegenden Koksöfen *l !l; Derselbe:
Liegender Koksofen *20; A. Kunow: Desgl. 21; Derselbe: Gewinnung
von Leichtölen 21; 1''.Briiggemann: Liegender Koksofen 21; Pötter&Cp.:
Desgl. 21 ; 1-1. Koppers: Liegender Koksofen mit getrennter Zufuhr von
Heizgas uud Verbrennungsluft •22; Steinkohlenwerk Nordstern: In den
Kopfwlinden liegende Brenner fiir Doppelwand-Koksöfen 23; F. Brunck:
Koksofcnkammer *:!3; G. Parrot: Mit armen Gasen, wie z. ß. Gichtgasen,
betriebene Koksofenanlage •23; Th. v. Bauer: Vorrichtung zum Heben
nnd Senken von Ofenthiiren 24; 8ächsische Maschinenfabrik: Vorschuh-
hewegungseinrichtung für Stampfvorricht.ungen 24; J. Glasmachers:
Fahrbare, ans einem endlosen Förderbande bestehende Verladerichtung fiir
gelöschten Koks 2n; W. Seaver Engineering Cp. : Vorrichtung zum Ab-
löschen und Verladen von Koks '.!!'1; A. 1''illinger: Die nene Ifoksanstalt
am Theresieuschacht in Polnisch-Ostrau 25; Göhrum: Ausbau und Betrieb
von Koksnustalten 26; E. Springhorn: Gewinnung von Brennstoff durch
J<'ällung der in Fäkalien enthaltenen festen Stoffe 27.
Erd ö 1, p a raff i n 27; .J. Gott.lieb: Vorkommen und Gewinnung des Erdöls
in Rumänien 27; I!. Winklll: Naphta und ihre Fnndstellen 27; Ph. Porges
und M. Singer: Itohtilvorwärmer 27; Th. v. Horlacher: Das Naphtadestil-
lationsverfahren 27; F. Cnlmant: Rectificiren von Erdöl, Benzin, Spiritus
u. dgl. *28; Th. Weber: Beseitigung des Geruchs von Petroleum und
seinen Destillationsproducten 28; E. Gräfe: Nachweis von Ceresin in
Paraftin 28; E. v. Boyen: Montanwachs 29.
Leuchtgas 29; G. Pfliicke: Luftvorwärmer an Retorteni>fen 29; P. Busse
und lt. Steinfeldt: Einbau für schräg liegende Retorten *2\l; E. Drory :
Kohlenbehälteranordnung für schräg liegemle Gasretorten :lO; V. B.
Lewes: Einleiten von Wassergas in Leuchtgasretorten :-10; Grothe: Gas-
ausbeute 30; ll. Hunte: Der wirthschaftliche Wert.h der Claskohleu 30;
Wunder: Untersuchung von Kohlenproben 30; E. Schilling: Gasanstalten
für kleinere Städte 30; H. Vogt: Entfernung des Graphits ans Gasretorten
30; Dentsche Continental-Gas-Gesellschaft und J. Hueb: Erzengnng von
Leucht- und Heizgas :l2; Berlin- AII baltische Maschinenbau- Act.-Ges. :
Kühlung bei der anf Cyan- und Ammoniakgewinnung 'l{erichteten Lencbt-
gaserzeugung 32; 0. N. Gnldlin: naswascher 32; Compaguie anonyme
continentale pur Ja fabrication des comptenrs a gaz et antres appareils:
Theerabscheider 32; Berlin-Anhaltische Maschinenban-Act..-Ges.: Theer-
ablaufkasten :-1:-1; Dieselbe: Einbau fiir Gaswilscher u. dgl. :l:-1; W. Karbe:
Berieselungsvorrichtnng fiir Gaswäscher :{3; A. Klönne: Gasreiniger •33;
British Cyanides Compauy: Gewinnung von Rhodanammonium aus Stein-
kohlengas 34; \V. Feld: Cyangewinn1111g aus Leuchtg1ts 3-l 1111d :~i'>; Der-
selbe: Bestimmung nnd Trennung von Cy,rnverbindungen und deren Vertrn·
reinigungen 39; E. Drory: Cy11nwäsche nach Hueb 40; A. O. Nauss:
Cyanverluste in der Scrubherung 40; W. P. Jorissen nnd .J. Rutten:
Cyangewinnung auf nassem Wege 40; Ritzinger: Naphtalin-Cy,rn-\Väsche
U; J. Tcherniac: Reinabscheidung von Rhodancalcinm ans der durch
Extraction von Gaskalk erhaltenen Lösung von Rhodiu1c,dcium nnd Calcium-
hyposulfit 4l!; E. Merz: Trockeve Gasreinigung 42; M. Men:r.el: Auf-
lockerung der Reinigungsmasse 4:-1; E. Jäger: Desgl.; Holl weck: Druck·
vermindernng in den Reinigungskästen 43; II. Bunte: Gasreinigung 43;
Becker: Desgl. 43; Burgemeister: Desgl. 43; R. Witzeck: Schwefel-
verbindungen im Leuchtgas 43; F.1''rank: Schwefelkohlenstoff im Leucht-
gas 44; W. lltimpel: Herstellung von Oelgas 44; E. Graefe: Vorkommen
Inhalt. V

und Bestimmung von Methan homologen im Oelgas 4:J; Verwaltungs-


berichte der G1tsanstalten Göttingen, Cöln, Nürnberg 45, 46, 47.
Wassergas 47; C. H. Schill: Erzeugung von WassergRA 47; L. Guenot
Fils: Wassergaserzeuger 48; Watergns Maatschappij System Kramers:
Herstellung von Wassergas "'48; A. Steger: Wassergas nach dem Ver-
fahren von Kramers (Jl; O. Hahn: Zur Theorie des Wassergasprocesses 51;
H. Strache und R. ,Jahoda: Wassergasprocess 51; W. Wielandt: Die
Vergasung des Kohlenstoffes beim Heissblasen im Generator ö2; Wahl:
. Wassergasanlagen mit Autocarburirnng 66; H. Dicke: Desgl. 55.
M1schgRs, Generatorgas 56; L. Mond: Gewinnung von brennbaren
Gaseu und Ammoniak aus wasserreichen oder bituminösen Brenustoff'en •öG;
F. Jahns: Erzeugung von theerRrmen Generatorgasen •ö8; C. Schlüter:
Gaserzeuger 60; E. R. Besemfelder: Vert.heilvorrichtung an Apparaten
znr Erzeugung von Koks und Mischgas 60; A. v. Galocsy: Gaserzeuger 60;
V. Loos: Herstellung eines Gases mit geringem Kohlenoxydgehalt 60;
E. ,J. Duff: Gaserzeuger 61; Socicte Rnonyme pour la production et
l'emploi de la vapeur surchauffee: Generator zur Erzeugung von Mischgas
61; L. Genty: Vorrichtung zur Erzeugung und Regelung des für Saug-
gaserzeuger erforderlichen Dampfluftgemisches •61 ; Schweiz. Locomotiv-
und Maschinenfabrik: KraftgaserzeugungMpparat •s4; J. Pintsch:
Sicherheitsventil für Gaserzeuger "'6ö; Verordnung über Sauggas f.6;
E. L. Duff: GeneratorgaAanlage für Kraft- und Schmelzgas *67; J. Reischle:
Braunkohle zur Kraftgaserzeugung 67; Pearson: Kalkgas 68; F. Lür-
mann : Thermische Vorgiinge im Gaserzeuger 68; Kroecker: Desgl. ß8;
K. Bräuer: Sauggas1Lnlage 68; F. l<'ischer: Kraftgas 69; 0. Stephani:
Das Erdgas von \Vels in Oberösterreich 69; ,J. Pfeifer: Herst.ellnng eines
Leucht·, Heiz- und Kre.ftgases ans Rohpetrolenm 6\l; G. Machlet: Carbu-
r1Ltor znr ~:rzeugung von Heiz-Luftgas 69.
Feuerungen; S. Forter: Umstellventil mit\Vasserverschluss 611; A. Nägel:
Umsteuerungsvorrlchtnng 69; Pött.er & Cp.: Desgl. 70; Josten Söhne:
l'euernng mit selbstitndiger Brennstoffzuführung; 1<'. Schmidt: Desgl.;
W. Riede!: Desgl. 70; I<', Marcotty: R1Luchverhiit.11ng 70; 0. Faller:
Rauchverbrennung 70; Warmont: Regelnngsvorricht.nng fiir Feuerungen
mit fliissigem Brennstoff 71; L. Diirr: Erdilldampf-Kesselfeuerung; C.
Spiegel: Feuerung fiir Naphtariickstände; Blevney: Brenner für flüHige
Brennstoffe; R. Hchult.z: Desgl.; Zamba & Cp.: Ce~gl.; H. Winkel:
Napht11feuernngen in Russland 71; W. G. Mixt.er: Die Vnbrennungs-
wärme des Wasserstoffes 71. - UntersuchnngsverfRhren 71; C.
OfferhRus: Brennwerthbestimmung 71: Konek: Schwefelbestimmung in
I<ohlen 72; T. E. Thorpe: Bestimmung von Arsen in Kohlen 72 i II.
Raupp: Calorimeter znr Bestimmung des Heizwert.bes brennbarer Gase 72;
G. Borlliinder: Bestimmung d11s KohlensilnregehRltes in S1Lnerstoft' oder
Wasserst.oft' enthaltenden G1Lsgemischen 72; L. M. Dennis und J. G.
O'Neil: Bestimmung von Benzol in Gasen 73.
Ace ty 1e n 73; K. Ziegler: Acetylenentwickler mit Wasserzufluss 73; c_. D.
Lepine: W asserzuflnssregler für Acetylenentwickler 73; H. Hawkms:
DeRgl.; R. Bartholomäns: Wasservert.heiler für Acetylenentwickler; J.
Predmerssky: Desgl.; E. Taucher: Kugelventil für Zuftussregelung 78;
K. Pataky : Acetyleneut.wickler 7 4; Adams & Westlake: Acetylenent-
wickler nach dem Kipp'schen System 74.; J. Bal'l1er: Desgl. i Stephany:
Desgl.; A. Ponzevera: Desgl.; L. Vialet-Chabrand: Desgl. 74.; E. f
Titus: Vorricht11111? znr Carbidz11führ11ng bei AcetylengRserz.eugern 7. ,
A. Schnbeck: Carbideinführungsvorrichtnng "'74; C. F. Brodm: Carbid·
znführungsvorrichtung 74; R. Klinger: Desgl. ; G. C. A~nault: Desgl.:
Th. Kautny: Desgl.; Th. Allaire: Desgl.;. G. W; Col_l,1n: D~sgl. 7~,
H. Kinsey und Nott.: Acetylengaserzeuger mit C11rb1dzufnhrung, J, :
Macquet: Acetylenentwickler 7 4; E. Penn: Acetylenherstellung 15 ,
VI Inhalt

Hanseatische Acetylen-Gasindustrie-Actiengesellscbaft: Apparat zur Her-


stellung von luftfreiem Acetylen mit Einwurfrohr fiir das Carbid 76;
Messer & Cp,: Entlüftungsrohr an Acetylenentwicklern; H. Jürgens:
Entschlammungsvorrichtung; J. Machtolf: Desgl. 75; n. Smith: Ace-
tylenreiniger 76; i,;, Moreau: Acetylenlampe; H. Stuchlik: Aeetylen-
Grnbenlampe: R. v, Mühlenfels: Acetylengnshoje; II. Stndtmnnd:
Unterwasser-Aeetylenlaterne 76; J<'. Gand: Zersetzung des Acetylens
beim Verbrennen 7r,; L. M. Bnllier und L. Maquenne: lieinia\"llll!,\' von
Acetylen 76; J, H. Vogel: Desgl. 76; Deutschlands Carhidverbranch 76.
ll e 1e n c h t n n g 76; O. Kern: Herstellung von Glühstrümpfen 76; J. Janz:
Gliihstrumpf 77; E. Ross: Glühkörper 77; H. Einwiichter: Herstellung
von Gliihkörpern 77; R. Langhans: Herstellung eines Thorst.rumpfes 77;
Derselbe: Herstellung der Olühkörper 77; J. 8. de L1wy: Veraschen der
Glühst.rümpfe anf dem Gebrauchsbrenner 78; A. Plaissetti: 1It1rstellung
von .J<'itden für Gliihkörper 78; A. Levy: Abbrennen und J.'ormen von
<l)ühkörpc>rn 78; H. Wolf: Vorrichtung zum Abbrennen, 1''ormen und
Härten von Glühkörpern 71'.l; 8. Rist.au: Herstellung eines gleichmässigen
Kopfes an Glühkörpern 78; H. Fischer: Holdormen für birnenförmige
Glühkörper 78; M. Offenberg: Glühstrumpf fiir Gasglühlicht 7.-l; Ahrendt
& Cp.: Haltevorrichtung fiir Gllihkörp,nt.diger 7\1; Pfeiff~r: Herstellung
der Glühkörper auf der Magdehurger Gasanst11.lt 79; 1". 1''adnm: Gasselbst-
zünder 80; H. !'rescher: Vorrichtung zum Entfernen der Ziindpille 80;
0. Buhlmann: Selhst1.iindendt1r Gliihkörper 80; Th. Pt1ters: Herstellnng
von Gasselbstzündern 80; K. Schnitze: Ga,selhstzünder mit gekiihlter Ziind-
pille 80: ßntzkes selbstziindende Gliihkiirper - Actiengesellsch11.ft: Gas-
11elbstziinder mit über die Pille gesp11nnten Zünd,lrithten 80; .J, Keller-
mann: ßlnkeranfsatz mit Selbstzünder 81; W. ßijhm: Herst11llung von Gas-
selbstzündern 81 ; A. Roseuberg: llerstellnng von zur Selhstzündung ge-
~igneten Glühkörpern 81 ; Derselbe: Leicht zn befestigender, stRbiler
Zündkörper 81; A. Martini: Selbstthittige Ziindvorrichtung fiir GBslampen
81; E. Zimmer: Gasziindvorrichtung; H. Prescher: Verschliessbares
Gehäuse fiir Gasselbstzünder 81 ; A. Bachner: Trnnsportahler Gas:rnziinder;
K. Schnitze: Ziindkörperanordnung 11.n Bun•enbrennern 81; !<'. J<'ßdum:
Regulirvorrichtung; G. Bower: Desgl.; II. Radtke: Desgl.; M. D.
<Jompton: Desgl.; G. J. Schmidt: Desgl.; n. A. S11.nderson: Gasgliih-
lichtbreuner 81; A. Bochner: Brenner mit Leitkegel 81; II. Schön-
felder: Gasbrenner 82; II. Ranpp: Gasglühlicht.hrenner 82; R. Sievert.s:
Desgl. 82; C. Ph. Ehmann: Desgl. 82; W. Sieverts: Lnftvorwitrmer fiir
Gasglühlichtbreuner *82: J<;, Zimmer: Gasgliihlichtbrenner 8:.!; ,J,
Meissner: Desgl. 82; Allgemeine ßelencht1111gs- und Heiz-Industrie: Er·
zeugnng hoher Lichtstllrken in bei gewöhnlichem Gasdruck brennenden
Gasglühlichtlampen *82; P. W. Gut.h: GasglühlichtlampA mit Gruppen-
brenner 83; Ch. l<'ery: Prüfung der Wärme- und Lichtstrahlung einiger
Oxyde 83; C. Killing: Theorie des Gasgliihlichtes 8:i; A, II. White,
H. Russe) nnd A. Trnver: Desgl. 84; V. H. Lewes: ßrennwerth und
Leuchtwerth Sa; Schuster & Baer: Spiritusgliihlichtbrenner mit cpntrBler
Luftzuführung *86; .J<'. H. Aschner: Dochtbrenner für Spiritusgliihlicht
*87; Spiritus-Glühlicht-Gesellschaft "l'höbus": Spirih1sgliihlichtlAmpe
•s7; H. Lux: Spiritusglühlichtbrenner 87; C. W, Boscheinen: Gliih·
lichtdampflampe 87; A. Farkas: Glühlichtbrenner fiir flüssige Hrennstoft'e
87; M. Bramson: Desgl.; II. Haedicke: Desgl.; J. W. llilussler:
Desgl.; E. Boivin: Desgl.; A. Eisner: Desgl. 87; .J, A. M11rtin:
Desgl. 87; G. G11.lkin: Desgl. 88; H. Sieber: DMgl. 88; J. Spiel:
Petroleumglühlicht.brenner 88 ; R. Ad11.m : Desgl. *88; A. Schapiro:
Petroleumglühlichtlampe 88; Actiengesellschaft filr Spiritusbelenchtnng:
Desgl. 88; M. Chßrissi: Acetylenbrenner *88; H. Peter: Reinigungs·
vorrichtung fiir Acetylenbrenner 88; Keller & Knapplch: Mischen TOD
Inhalt. VII

Acetylen mit Kohlenwasserstoffdllmpfen 88; Maulner & Cp.: Acetylen-


bunsenbrenner; l<'. Liebetanz: Concurrenzfähigkeit der Acetylenbeleuch•
tung 88. - EI e kt r i s c h es Licht; Siemens & Halske: Herst,ellung
einer Masse für elektrische Gliihfäden 8!l; Dieselben: Gewinnung eines
Stoffes zur Herstellung elektrischer Gliihkörper 8!l; Dieselben: Elektrischer
Heizkörper in Glühlampenform 8!l; Gehr. Siemens & Cp.: Beseitigung der
durch elektrische Entladungen oder durch den elektrischen Licht.bogen in
der Luft erzeugten schiidlichen Stickstoffdioxyddllmpfe; E. Sander:
Leuchtkörper für elPktrisches Gliihlicht 8!l; Derselbe: Leuchtkörper fiir
elektrisches Licht. !lO; Derselbe: Herstellung von Körpern, die bei ge-
wöhnlicher'fempel'lltur elektrisch leitellld sind !lO; Derselbe: Leuchtkörper
für elektrisches Gliihlicht; DerspJl,,•: Herstellung elektrischer Leitkörper
90: Elektrodon-Bogenlicht-Ges.: lle1·stellung von Körpern, die bei ge-
wöhnlicher Temperatur elektri•ch leitend •ind !ll; C. Pieper: Herstellung
der Gliihkiirper !lt; II. Keyzer: Bogenlichtelektrode ans Calciumcarbid
and Kohle !ll; C. Conrndty: Bogenlichtkohle 92; R. A. l<'ess1mden und
A. Kiesewalt.er: Elektrische Oliihlampe; F. Blau und Scharf & Cp.: Her-
stellung rngenerirlrnrer bez. sich wiihrPnd ihrPr Brennzeit. seihst regene·
rirender elektrischer Gliihlampen 92; ,J. Plt>ehati: Herstellung dPr strom-
leit.enden Verbindung zwischen Gliihfaden und Znleitnng in elektri•chen
Glühlampen 92; F. Fanta: ßeseit.ignng d~• im Innern der Gliihlampen-
glocken entstandenen Kohlenniederschlages 92; Siemens & Halske: Die
Ru•sabscheidung beim l'riipariren der Kohlefäden fiir Gliihlampen !l2;
P. Srharf: Entlnften elekt.ri•chPr Gliihlnmpen !);\; C. Auer v. \\'elsbach:
Aus Osmium bestehende Fäden fiir elektri•che Gliihlampen und ihre Her·
stelluug 93 ; Oesterr„ichische Gasglühlicht II nd Elektricitäts-Gesell•chaft:
Herstellung eines Osmium· Leuchtfadens !l·l; Ely: OsmiumlAmpe 96;
Simpson: Beleuchtungskosten !l7; \V. Tahonlevitsch: Erzeugung eines
beliebig gefärbten, flimmernd~n 11loktrischen Lichtes 97; Gennal Electric
Company; Elektrische Lampe *!17; Ch. \'. Steinmetz: Die Qnecksilber·
lampe 98; O. Busamann: DiA N<>rn•t.lampe !l8; 0. Lnmmer: Die Ziele
der Leuchttechnik \l!l.
Zündmittel !l9; Chtlmische Fabrik Bettenhansen und R. Schenk: Hell-
rothen Phosphor enthaltende Ziindmassen 99; A. G. llßchre: Verfahren
Tannenholzdraht oder -1-'onrniere fiir die Z.iindholzfahrikation geeignet sn
machen 101; B. Benedick: Ziindhölzer aus Buchenholz 101; Reichau
& Schilling: llerstellnng von Zündbllndern 101; lt. Blake: Maschine sum
Schneiden von Ziindholzsplinten 101; Pollard & Met.calf Limit.ed: Vor-
richtung zum Tauchen von Fe11eranzii11der11 102; l'11rker Match Cp.: Her·
Stellung von Ziindhölzern; l<'arbenfabriken vorm. l<'rie.dr. Bayer & Cp.:
Blitzlicht für photogrnphische Zwecke 102; R. Escaler: Herst.ellnng von
LeuchtmasMen 102.

II. Gruppe.
Metallgewinnung.
(Seite 10:1 bis 242).
Eisen 103; Untersuchungsverfahren: G. F. Horsley: Bestimmung
von Silicium in Schmiedeisen 103; M. ))ittrich: Trennung von Mangan
und Elsen 103; G. T. Dongherty: Manganbestimmung in Eisen; E .
•Jaboulay: Bestimmung von Mangan in Eisen und St11hl; ,J. ~&Jette:
Manganhestimmung in Stahl 103; A. Mittasch: Trennung vo'!1 Eisen und
Mangan 104; .J. Kiiste,r: Desgl. 104; G. v. Knorre: Best1mmt1ng dN
Mangans; J. Cesar: l'hosphorbestimmung; P. Reimer u~d J. Meunier:
Bestimmung des Phosphors in Phosphoreisen 101; A. Kieme: Schwef'el-
vm Inhalt.

bestimmung in Eisen und Stahl; H. Lidholm: Untersuchung von ~'erro-


silicium 104; C. Stöckmann: Chemische Analyse bei der Materialprüfung
10ö. O.Knaudt: Desgl.; C.Bach: Desgl. -- Eisengewinnung 105;
J. Hörlager: Das Eisensteinvorkommen bei Neumarkt in Obersteiermark;
A. Zsigmondy: Der schwedische Eisenerzbergb1m; Mackay-Heriot: Die
Eisenerzgruben von Bilbao; V. SeTieri: Die Erze der Insel Elba 105;
Baum: Die Eisenerzlagerstätten 105; R. Renard und A. Becker: Vor-
bereitung armer Eisenerze für die magnetische Aufbereituug *106; E. R.
Buttle{: Erhöhuug der Widerstandsfähigkeit von Erzziegeln 107; W.
Huff'elmann: Brikettiren von feinkörnigem Eisenerz 107; A. Weiskopf:
Brikettirung von 1<:isenerzen 108; A. Schwarz: Schachtofen znm Brennen,
Rösten und Sintern von Erzen 108; E. 1''. Cof6n: Trocknen der Gebläse-
luft für Hochöfen *109; W. S<'hnmacher und A. Hörner: Winderhitzer
für Hochöfen; G. Teichgräber: Steinerne Winderhitzer *109 und 110;
0. Dobbelstein: Verhüttung feinkörniger Eisenene durch Verkoken eines
innigen Gemisches der Erne mit J<'ettkohlenstaub *110; P. Eyermann:
Reschickungsvorrichtung mit drehbarem ßeschickungsrohr für Schachtöfen
1 t 1; Bochumer Eisenhiitte: Heisswind•chiebergehlluse 111; P. Meehan:
Gasfang fiir Hochöfen 111; Benrather Maschinenfabrik: Vorrichtung zum
Heben nnd Senken der Gi~htglocke 111; 0. Simmersbach: Gestellpanzer
für Hochöfen 111 ; C. J. Rad er: Kiihlplatte fiir Hochöfen 112; llubertns-
hütte: Giessen von Steinen ans llochofenschl11.cke •112; Th. Stapf: Hoch-
ofen mit u111111terbrochene.rn, getrenntem Abfluss von Roheisen und 8chl11.cke
*112; E. Belani: llochofenhetrieb mit kl11.ssirtem Erz 113; Cöln-Miisener
Bergwerks-Actiengesellschaft: Gebliisebrenner t J 3 und 114; Schilling:
Besprechung der Hochofenexplosionen 1 Hi; Osana: Desgl.; H. Miiller:
Desgl. 116; E. ,Jagsch: D11.s Auftreten von Rohgilngen und ihre Be-
seitiirung 1 rn; E. Baur und A. Gliissner: Gleichgowicht von Eisenoxyd
mit Kohlensäure und Kohlenoxyd 116; R. Schenck und 1". Zimmermann:
Spaltung des Kohleuoxyds nn,I dns Hochofengleichgewicht 117; Wein-
schenk: Bildung von Grnphit im Hochofen 1 t !l; C. W11.ldeck: Die Be-
rechnnng eines Hochofeus 11.11f grnues Giessereiroheisen 120; 0. Simmers-
bach: Schwefelreiche Brennstoffe im Hochofen t 20; Die Verwendung von
phosphorarmen Magneteisenstein im Hochofen 120; L. Martins: Be-
stimmung von Staub in Hochofeng11.se11 122; Hlaste J<'urnace Power
Symlicll.te: Apparnt zum Kiihlen und Reinigen von Hochofeng1uen *123;
B. H. Thwaite 1111d ~·. nnrdner: Heinigen von Hochofengasen; Fr. Paech:
Die Eisenindustrie auf der Insel Elba 123; J. Nebelung: I1ochofen11.nlage
auf der Insel Elba 12:l; 1". Stark: Das Eisenhiittenwerk Gurjewsk im
Altai 123; E. Holz: Die Grundl11.g'en der russischen Eisenindustrie 1 :U;
C. Otto: Verfahren zur directen Eisen- und Stahlerzeugung t 2·L -
Elektrische Verfahren 125; M. Ruthenburg: Elektrischer Ofen
zum Zusammenbacken von feinen Erzen und Zuschlit~en *125; E. StaMsano:
Fabrikmässige Gewinnung von flii•sigem, schmiedbarem Eisen beliebigen
Kohlenstoffgeh11.ltes 11.uf elek Irischem Wege * 1:!ö; Derselbe : Drehbarer
elektrischer Ofen *127; Ch. Gra11ge: Rlektrischer Ofen zum Schmelzen
von Eisenschwamm *130; II. Goldschmirlt: Eisen- und St11.hlerzeugung
im elektrischen Ofen 131; H. H11.rmet: D11.r•tellnng von Eisen oder Stahl
direct aus de11 Erzen im elektrischen Ofen *1:!4; Derselbe: Eisenerzeugung
im elektris<'hen Ofen *134; Societe electro. metallurgiqne fran1,&ise:
Elektrischer Ofen *136; Dieselbe: Elektri8ches Schmelzverfahren 137 i
G. Gin: Herstellung von Siliciumeisen J:i8; Derselbe: DMgl. ; Kjellin:
Elektrische Herstellung von Stahl in Gysinge 139; Heroult: Das elek-
trist\he Verfahren der Eisenherstellung *ta9. - Eiungieuerei UO;
H. Buderus: Mischen von Hochofeneisen erster Schml'lzung mit im Cupol-
ofen niedergeschmolzenem Eisen 140; R. Baumann: Zerlegbarer Cupol•
ofen Ut ; L. Keyling: Kiihlen der Gichtgase und Zurückhalten der
lnhalt. IX

Flammen und Aschentheile bei Schmelzöfen 141; Steger: Unschädlich-


machung des Gichtauswurfä der Cupolöfen 141 ; A. J. Lustig: Ei nfiihren
von Kohlenwasserstoffen in Gussformen 1-l t ; W. Mathesius: Herstellung
von ~oren- und lunkerfreiem Graugnss 141; A. Wahlberg: EiußuH der
chemischen Zusammensetzung auf die lllnsenbildung in Flusseisenblöcken
141; B. Osann: Amerikanischer Oiessereibetrieb 141. - Herd frischen
142; L. V. Pratis: Frischen von Hoheisen 142; II. Knot.h: Herdfrischen;
E. W. Hopkins: Darstellung möglichst kohlenstotffreier Met1Llle 142;
J. P. Roe: Thür für schwingende Puddel<ifen 143; Henrat.her Maschinen-
fabrik: Fahrbarer Krahn zum Beschicken von Martinöfen 143; J. Frnm-
kin: Reinigung des Eisens 143; H. Talbot: Die Entwickelung des ununter-
brochenen Herdofeuprocesses 143; R. M. Daelen : Desgl. 145; A. Riemer:
Manganerz als Entschweflungsmittel beim b&Bischen Mart.inverfahren 145;
}'. "'.'ürtenberger: Die Zersetzung des Kohlenoxyds im Wärmespeicher des
Martrnofens 141'>; A. Ledebur: Das Bertrand -Thiel - Verfahren 146. -
Bessemerverfahren 147; W.Oswald:Aufbau von Birnenbödenl47;
A: Reynolds: Birne mit seitlichem Ansatzbehälter *14 7; S. T. Bleyer:
Birne zum Verfeinern von Metallen 148; W. G. Sievert: Thomasproces11
148; De Wende! & Cp. : Verhinderung des Eindringens von Schlacke in
Stahl- und FlnsAeisenblöcke 148; Frölirh: Kleinbessemerei auf der Aus·
Stellung in Diisseldorf 149; Unrkenbolt: KleinbeMemerei in Belgien 149. -
Sonstige Verfahren 150; C. V. Burton und W. J. Hartley: Kohlen
von fiüssillem Eisen durch Einleiten von Acetylen 11'>0; Les Etablissements
Poulence frcres und M. Meslaus: Herstellnng von blasenfreiem Stahlguss
lf,1 i R. A. ll1tdfield: lliirtbarer, znm unmittelbaren Giessen von Hohl·
geschossen geeigneter manganarmer Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt 151;
A .•J. Lustig: Oiessen dichter Stahlblöcke 1o2; Bayerische Eggenfabrik:
Herstellung von schmied- und hiirtbarPm Tiegelgussst.ahl 1 o2; J. Stevenaon
und }'. M11rquard: llerstellung von Phosphorstahl 152; Böhler & Cp.:
H_iirten von W erkzengen 1tns chrom·, wolfram-, bez. molybdiiuhaltigem Stahl
ln:-1; J. H. Knigge und ,J. P. van Holt: Oberfüichenhlirtung von Eisen 16S;
C. Davis: Hiirten von Stahl 11'>-l; O. Möller: Glühen von Gegenständen iu
Glühtöpfen 154; H. Goldschmidt: Vereinigen metallischer Körper von
b~liebigem Querschnitt 1 ö4; J. Riemer: Verdichten von Stahlblöcken in
ßussigem Zustande H, t; ß. Osann: Stahlformguss und seine Verwendung
*lö5 i F. Rei•er: Schnelldrehstiihle 169; F. Wiist: Veränderung des
Gusseisens durch snhaltendes Gliihen 159; A. Campion: Behandlung des
Stahles in der Wiirme 159: O. Kroupa: Desgl.; }'. Wüst und A. Schüller:
EinßuM von Silicium und. Kohlenstoff auf den Schwefel im Bisen 160; A.
lfaarmann: Das Eisen in der Eisenbahn 160; C. Ba<'h: Elasticitäts- und
}'est.igkeitseigenschaften der Eisensorten 160; II. Rubens: Die optischen
und elel,trischen Eigenscliaften der Metalle; W. Dit.tenberger: l)ie ~1111~
dehnnng von Eisen und Bronze bPi hoher Temperatur 161; A. Schmitz.
Zugfestigkeit von Eisen- und Stahlstäben 161; H. Wedding 11. Th. 1''ischer 1
Eisen und Wasserstoff 161; Rudeloff: Untersuchungen von Schweisseisen
und Flusseisen a.C Widerstand gegen Rosten 161.
Nick~ 1 , Mangan, W O I f r am 16f>; C. Perron : Auslangen ~rmer sulfidi.acher
N1<'kelerze 165; }'. J. Bergmann: Darstellung von N1ckt>l aus Nickel·
erzen 161'>; H. L. Herrenschmidt: Gewinnung von Nickel aus 11chwefel·
armen Nickt>lerzeu 166; H. A. Frasch: Herstellung von Nickel bei.
Chlornickelammoniak 166 · Isabellenhütte: Mnuganaluminiumbronse 167;
Dieselbe: Darstellung ma~netisirharer Manganlt•girirngen 167; A. Simon:
Elektrolytische D 1nstellung von Mangan und ~'erromangan 169; E. F. J:
Clotten : Clewinnung von Wolfram ILUII Wolframer1ien 170;. C. Caspar ·
Herstellung von Chromsiliciumst.ahl 170; W. Prnszkowsk1: Herstellung
von leicht achwei811• und härtbarem Kobaltstahl 171; Th. Nuke und
Westermann: Ferrom,rngan 171; W. C. Heräus: Bestimmung dea Schme •·

X Inhalt.

punktes von Mangan l 72; Nicke\st,ih\ im Eisenbahnwesen 172; Ha1l·


field: Wolframstahl 173.
Kupfer 17:i; ß. A. Wendeborn: Die K11pfersulfatl11gerst.iHt.en i11 Copaquire
und Chile 173; Siemens & l:lalske: Verfahren der trock~nen Sulfatisirung
von l<~rzen *173; A. Froment: Verfahren zum Auslllngen oxydischer oder
gerösteter Kupfererze mil.tAls Ammoniak l 76; G. Gin: Knpf,•unlfat ans
Schwefrlerzen 177; S. LRszczynski: Elektrolytische Gewi111111ng ,•on
Metallen, insbesondere Kupfer und Zink 177; II A. l<'rllsch : Elektro-
lytische Metallgewinnuug Rns Erzen *178; E. Wohl will: llnter.uchung
über dllS Ztirfallen der Anode 181); W. D. Ha11croft: Elekt.rolytische
Kupfenaftinatio11 181; A. BeadlA: Desgl. 182; G Kro11p1\: Die Ver•
arbeitung der Ann,lenschlämme in AmerikR 183; M Wonlsey 11nrl M.
Johnson: Anodenkupfor 18-l; T. Ull<e: Vernrbeitnng vo11 K11pfnnickel-
stein 185; E. Günther: Clewinnnng von Kupfer unrl Nicknl lllls Mn:rnet·
kieaen 185; C. Vnttier: Vns11che iiber ,fas S<'hmel1.en von Kupfererzen
im elektrischen Ofen l8ß; H. Vßtl Liew: llessemern von Knpfnstein 187;
H. O. llofmnn: Die Metallurgie des Knpfers im StnRtA Montnnn l1l7; Die
Reinigung des Kupfors auf elektrolytischem Wege 188; G. van Arnsd1\le:
Vernrbeitung armer Kupf~rerze I i'l!l: E. Juon: ProduC'tions- nnd Verlust·
berechnu11ge11 bei der K11pfrrgewi1111ung 18!!; G. Kronpll: Rio Tinto und
seine neue Kupferhiitte l!ll!; E. P. Mat.hewson: l<'lnmmiift111 znm Kupfer-
schmelzen 1 \12; Pyritschmelzen in der Kupferhütte nm Mount Lyell, Tas-
rnanien 19:!; A. West.mRnn: Arsen und Blei im Kupfer 192; G. Henstrorn:
lllirten von Kupfer oder dessen Legirnngen l!ll!; W. Riemke: Aufbringen
einer Schutzschicht auf Kupforolrnrflächen l 9:i; Di11gel: Corrosion von
Kupfer in Seewllss1>r 19:i; 0 lfofmllnn: Vernrbeitnng von Kupferstein
auf Kupfervitriol *t\'14.; H. NissAnson: Die quRntitRtive Fällung und
Trennung von Metallen durch Elektrolyse 1\18; P. Denso: QnRntitRtive
Mt1tallscheidung 1118; H. Peterson: Untersuchung von Metalllegirungen
198; Mansf„ld'sche Kupferschiefer bauende Gewt1rksch1dt in Eisleben 198.
B 1 e i und Si 1 b er 199; .1". Hoppe: Dns Blei- und Zinkerzfeld bPi Lintorf 1Lm
Rhein 199; J. Lowag: Die alten Silber und Bleibergwerke bei 111:lau und
das Vorkommen von silberhaltigem Bleiglanz bei Prt>ssnitz 1!l9; Gesell·
scbßft des Emser Blei- und Silberwerks: Abröstung von Schwefel-, Anen•
und Antimon· Metallen 1\l!l; R. v. Zelewski: Röstofen mit drehbarem
rioirförmigen Herd *199; 1''. Kl11petko: A11f11:abevorrid1tnng fur unnnt.er·
brocben arbeitenrle Röstöfen 200; Nichols Chernical Cp.: Röstofen 200;
W. I<'. Hannes: Schachtofen 201 ; llorwood: 8chliimme ans Bleigla1111 201;
H. Becker: Elekt.rolytiscbe Heduction von Bleiglanz '201; H. Van1bera:
Reinigung der Blei„chlacke 201; P, A. Sperry: Wiedergewinnnng de&
Bleies aus verbr,rnchteu 8ammlerblllterien :W3; Piddinjlt.on : Raffiniren
von Werkblei 203; O. llerting: Der Einfluss fremder MetRlle bei der Ver·
arbeitung dtis Weichbleies 203.
Go I d 204.; G. Moore: Goldwaschgerinne 20 l; C. TonrlonniRs: Aufbereitung
von goldführendem Gestein 20-l; W. !<'. Bt>de.ll: AmRlgamator 204; C. Chap·
man und H. Mather: Goldgewinnung 204; K. l{aiser: Chlorir1111g ge·
mischter Erze 204.; Cyanidgesellschaft: Cyanidlaugerei von Golderzen 205;
!<'. W. Martino: Verfahr11n znm AusfiUlen der Metalle 205; C. W. Merrill:
CyanidlRugerei auf der Homestake-Grn be :!06; F. Schiff': Der Riecken·
Process 206; ,J, T. Marriner: Verarbeitnng der Golderze r.u Katgoorlln
206; S. Croasdale: Verflifobtigung der Met.Alle als Chloride 208; W. A.
Prichard: Die S<'hwefel-Tellurerze von Kalgoorlin 206; ,J. W. Mercer:
Die Goldgewinnung in l<:Cuador 206; A. 1''. Crosse: Regeneration ge-
brauchter Cyanidlaugen 206; E. Wohl will: Elektrolyti8che Goldrafli·
na.tion 206.
Zink 207; A. Savelsherg: Verhüttung von Muffelriickständeo der Zinköfen
207; P. Sehmieder: Gewinnung von Zink in einem SchAchtofen *207;
Inhalt. XI
J<', Projahn: Verarbeitung •tark eiaenhaltiger Zinkerze 209; ,T. Armstrong:
Condensiren deAtillirbarer Metalle *:!O!l · Cadmium and Zink Ores Products
Syndicate: Aufäaugen des aus Wind: oder Sch11chtöfen bei dem Ver-
s~hmelzen zinklu\ltign Schwefelerze erhaltenen Flugstllnbes n. dgl. 210;
\ · B~rmont: Gewinnung- von Zinksulfid aus Zinkn~en 210; International
Chem1cal Cp.: Wiedergewinnung des beim Riiateu und Analaugen von
tch~efelerz,rn angewendt1te11 N11trinmbisulfates :!11; W, B. Middleton:
ew1uuung von Zinkoxyd nus Erz!'n *:l 11; Chemische I<'abrik lnnerstethal:
Gewinnung von Schwefelzink :! 12; O. Doeltz: Die Fliichtigkeit des Zink-
oxyds :!13; A. Salgn!'a: Gewinnung von Zink und Zinkweiss durch Be-
h,u_idlnng von Zinkenen im elektri•chen Ofen 213; W. Strzoda: Elektro-
lyt1sclrn Zinkgewinnung 213; IL Biewend: Der Cadminmgehalt der Zink-
erze 21 :J.
AI II mini um 213; W. ){übel: Dnrstellnng von Alnmininm 21:i; H. S. Black·
~ore: He<iuct.ion von M„t... lloxyden durch J\letallc,ubide in Gegenwart eines
f lussm,tti,ls 21 t; E. Mnrmann: Alnmininm-Zink-Magne~ium-Legirung
216: Alnmini11mwa11.renfabrik Ambos: Herstellung von Rohren, Stangen
11 • dgl. mit einem Mn11t11l ans Aluminium 216; II. G. Cassin: Vorbe-
reitung von Alnminiumgegenstiinden fiir dit> galvnnische Plat.tirung 216;
Bronzefarbe11werlrn vorm. l',chl,mk: Aluminiumbronzepulver 216; T. C.
van rler8tndt: Alnmininmloth 21ß; E. Neild: DMgl.; Gri•son&Cp.:
Almniniumelektrodtl 217; U. Oin: Elekt.roc,hemie des Aluminiums 217;
Alnmininmchaht fiir elektrische KrRftiibertragung 217; J. W. Iiichards:
Alumi11i11mlegir1111g,•n 218.
Sonstige MPtalle 218; Conrtis: ZinnerzlRger in Alnska 218; Elektro-
chemische Fabrik K,•mpen: An•langen von gemnhlenen Zinn•chlRcken 218;
C. G. Lni•: Elektrolytisches E11tzinnen von \VeissblechRbfiillen 219;
P, N,rnhnrdt: Desgl. :!:!O; ,J. P. van der Ploeg: Antimonlanj,l'erei 220;
A. 8. Plews: Herst. .. llnng von Antimonoxyd l\lls dem Roherz 2:!l; T. C.
Anderson: Autimonverhiitt.ung 2:!2; Et11.bli•sements 1'011le11ce freres:
Cl\lcium Alumininm-Legirnngen 22:!; W. Horchers und L. Stockem:
Elektrolytis<'he Gewinnung von ('alcinm 222; l'hemi•che l-'11brik Gries-
heim Elel,tron: Dustellu11g von Alknlim,•tall :l:!3; R. Lorenz nnd J. SRcher:
Elektrolyse von geschmolzenem Aetz11atron 224; R. Lorenz und W. Clark:
Herstellnng von Kalium 22 t; Siemens & lblske: Herste.llung von metallisch
reinem Thorium oder Yttrium odn Legiru11gen diPser Met111le 224; R. Escales:
Verfahren 1.nr llerstellnng von MetAllen oder Metl\lloirlen oder Le1orirungen
derselben mit einnnder durch endothnmi•che l{eduction ihrer Sauerstoff'-,
Schwefel-und HRlogenverbindunge11 :!25; A. J. Rossi. Naugthon 11. Edmonds:
Gewinnung des Titan• au• titanhaltigen Ei•enerzen 226; G. Gin: Elektro·
lytische llerstellnng von Vanadin 226; E. C11.mpagne: Be•t.immung von
Vanadin 227; B. Neumann: Metallgewinnung mit CalcinmcArbid 22'1;
I<'. v. Kiigelgen: Desgl.; H. Beckn: Gewinnung von Quecksilber 2!1'1;
D. Laird: Probirofen 227; A. Friedeberg: Tiegelofen mit beweglichem
Ofen 227; E. Bosshardt: Tiegelofen mit Vorwärmung des Gebläsewindes
durch die OfenhihP 227; A. Wabe!: Das Schmelzen und GieHen von
Metallen *227; A. Cadot: 8c.hmelzen von Met.allen durch Elektricitllt "228;
~; Girlot:. Erhitzung von Arbeitsstiicken im elektrolytischen Bade 2!8;
l!, F · Kraff't: Verdampfen und Sieden der Metnlle :2:18. .
Ietalllegirungen u.nd Metalliiberziige 228; Deutsche Wachwit&-
metall-ActiengeRellschaft: ZnsammenRchweiRRen von Unedelmetallen sum
Zwe<'ke der Plat.tirnng :228; E. Pohl: Erzeugung von fein ~ert.heilten
Met1tlle11 229 · C. Fery: Messing im elektrischen Ofen; A. Htlpert: Be-
arbeitungde; Mt>ssings :!29; P. Denso: Kupfer-Cadmiumlegirung~n. ~29;
Boudouard: Kupfärma1tnesinmlegirungen 229; G. Kroupa: Kupfersihornm
230; K. Kiippers: Blei·Antimon-Zinn-Loth 230; Langbein & Cp.: Das
Reissen und Abrollen der Niederschläge ,mf Formen aus Wll,(lhs, Gutta-
xn Inhalt.

percha u. dgl. 231; Dieselben: Herstellung von Metallüberzügen durch


Contact 231; Dieselben: Vorbereitung von Metallgegenstiinden fiir die
galvanoplastische Wiedergabe in heissen Elektrolyten 2:H; E. Paul: Vor-
richtung zum Galvanisiren kleiner Gegenstände aller Art :!3'2; C. Weber:
Verhütung des Ausblübens und l{ostens von galvanisch plattirten Gegen-
Rtänden 232; C. Harl"iwn: Erzeugung dichter und glatter Metallnieder-
schllige unter Verwendung von um eine senkrechte AchRe sid1 drehenden
Kathoden *232; H. Bremer: Ueberziehen von elektrisl·h leiteuden Geireu-
stiinden mit Metallen 232; Leack, Flower & Cp.: Selbstthätige Fiirder-
vorrichtung fiir mit einem Ueberzug vou Zinn u. s. w. zu verseheutle Bleche
233; American Tin Platti Comp.: Verzinnen von Blechen 233; H. V.
Bertrand: Herstellung eines \' erstählungsbades 233; C. Stei nwei;r: H1>r-
stellun1t innen vernickelter Metallgefässe 23:-1; Elt>ktro Metnllnrgie: Er-
höhu11g der Bearbeitungsfähigkeit von galvauisch stark vernickelten
Blecheu 233; A. Neubauer: Galvanische Metnllniedersl'l1läge auf Celluloid-
gegenständen fester haften zn machen 23:l; C. Schirm: 1':mailliren eiserner
Gegenstände 23-l; P. Dupout: Einstanben hohler Gegn1stände mit Em11il-
masse; R. St.hamer und H. Kasch: Herstellung eines radioaktiven Metall-
überzuges 23-l; H. Göt.z: Verzierung von Metnllgt>genstiinden 23-l; A.
Halfpaap: Das Färben von Metalleu 2:lt; E. Jordis und W. Stramer: Die
Zersetzungen in cyanRlkalischen Silberhä<lern 234; 0. Nass: Die Autovolt-
bäder 235; H. Nissenson und P. Siedler: Das Erstarren der Ant.imonblei-
legirungen 2a5; Diegel: Die Corrosion der Metalle im Seewasser 2:lii;
Einfluss von Phosphor nnd Nickel im Eisen auf dessen Corrosion im See-
wasser 23ß; Nicl<elflusseisen 237; Der Phosphorgehalt verschiedener
FlnsseisE'nsorten 238; M. Mugdan: Dns Rosten 1\es Eisens 2-l 1.

m. Gruppe.
Chemische Fabrikindustrie.
(Seite 24:1 bis 406.)
Schwefel, Schwefligsiinre 243; H. List: Unt.ersuchnug von Schweftil•
kies 243; G. Lunge: Bestimmung von Schwdel in Pyriten 24a; F. P.
Trt'adwell und A. Koch: Bestimmun~ von l{ohle in Pyrit. 243; 1''. Keller-
mann: Rösten von Zink blende zur llerstellung von Schwefelsiiure *243;
A. Gasch: Entzinken von Kiesahbränden 246; Badische Anilin- und
Sodafo.brik: Darstellung von SRlzen der hydroschweflig~n Säure 2U1;
Dieselbe: Haltharm11chen von festen llydrosulfiten 2-lß 11. 24 7; FRrhwerke
vorm. Meister Lucius & Brüning: Darstellung eines halt.b11ren festen
Hydrosulfitpräparats 248; P. Spenc11 & Sous 1111d E. Knecht: Darstellung
von Hydrosulfit.eu 248; ß11dische Anilin- nnd Sodafobrik: Dnrstellunlf
von Sulfurylchlorid 249; Chemische 1''ahrik Griesheim- Elektron: D11-r·
atellung von Thionylchlorid 260.
Sc h w e f e I säure 250; Badische Anilin- und Sodafabrik: Contactkörper filr
den Schwefelsllureanhydridprocess 250; Diesell111: React.ivirnng nnwirk-
Ram gewordener Platincontactmasse im SchwefelRäurecontactverfahren 251;
Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brünin11:: Darstelhmg von Schwefel-
Räureanhydrid, bez. von Schwefelsäure •252; Verein chemisl'her Fabriken
nnd A. Clemm: Darstellung von Sd1wefelAäureanhydrid 256; Verein
chemischer t'abriken in Mannheim: Contactapparat für die Schwefelsllnre-
anbydriddarstellung •206; H. Rabe: Darstellung von Schwefelsliure•
a_nbydrid *2?8; V. Hölbliug nnd H. Dietr,;: Darstellung von Schwefel·
Riiureanhydr1d und Schwefelsäure unter Vermittf'lnng von ContactsubstanzeD
260; Actiengesellschaft fiir Zinkindustrie vorm. W. Orillo und M. Schroede~:
Apparat zur Darstellung vou Schwefelsäure bez. Schwefehllureanhydrtd
Inhalt. XIII

na~h dem Contactverf&hren *262; H. H. Niedenfübr: Einwirkung von


~tickoxyden auf Schwefligs/iure 266; A. L. Stinville: Herstellung von
t~hwefelsäure in Bleikammern *267; l'. Jacobs: Zerstäuber zum Ein-
uhren von Wasser in Schwefelsiiurekammern *268; 0. Lunge: Platten-
thurm und Tangentialkammel' 2G!l; Th. Meyer: Desgl. 269; F. Denker
und E. Hartmann: Anwendung des kiinstlichen Zuges beim BleikllmmPr-
i~ocess *2ß9: PPtschow: V Pntilatoren im SchwefelAllnrebetriebe 271;
11
th: De~gl.; NiPdenfiihr: Desgl. 272; F. Henker: Concentration von
8 chwefe!sllnre 272; 1''. Riede!: Theorie des Bleikammerprocesses 273;
0 · Bred1g: DMgl.; A . .Skrab11l: Desgl.; L. Wöhler: D,u 1'!11tincontact-
;~rfahren 273; Bodenstein: Kinetik der Contactschwefelsilnre 273; G. Bod-
~nder und K. Köppen: Untersuchnng iiber die Bildung von Schwefel·
s~ureanhydrid bei Anwesenheit von Platin 273; Kniet.seit: Einfluss ver·
iunnter Gase und des Druckes beim Scl,wefelsäurecontactverfahren 275;
S · Lunge: Der gegenwärtige Stand der Schwefelsilnrefabrikation 275;
A chw.efälsäureprodnction 27!1.
mm o n 1 a k 279; H. Coppers: VerarbElitung des Gaswassers anf Ammonium•
sulfat *279; H. C. Woltereck: Synthetische Herstellung von Ammoniak
280; Deut.sehe Ammoniakwerke in Lnd wigsbof: Gewinnung von Ammoniak
ans Seeschlick *:!81; A. Feldmann: Sitttigungsapparat fiir die Gewinnung
von Ammonsulfat 283; Scott & Cp.: Herstellung von Ammouinmsnlfat
283; A. Frank: Nntzharmachnng des freien Stickstoffe11 der Luft 284;
K ~er englische Ammoninmsnlfat-Markt 285.
a l in m verbind n n gen 285; Salzbergwerk Neu- Stassfurt: Lösen von
Carnallit anf natürlicher Lagerstiltte *286;. Dasselbe: Herstellung von
K111iumm11gne11inm<'arbonat 288; Dasselbe: D11ntellung von Kalium·
magnesiumcarbonat Rns Chlorkalium und MRgnMiahydrat 289; Dasselbe:
Darstellung von Kaliumcarbonat ans Kaliummagnesiumcarbonat 290; Da11•
selbe: Haltbarmachnng des fiir die Potaschedarstelhmg na<'.h dem Magnesia·
verfahren geeigneten Magnesinmcarbonats 292; Dasselbe: Darstellung
dreifach gewä11Serten krystallinischen Mllgnesinmc11rbonl\ts 292; Das•
selbe: Darstellnng von drt>ifach gewässertem reactionsfllhigem Magnesium-
Carbonat in fein krystallinischf'r Form 29a; Badische Anilin- und Soda·
fabril<: Verfahren znr Darstellnng von Kalinmoxyd 29,; C. Bauer: Die
KaliKalzlager im Werragebiet 295; L. Löwe: Die mechanische Auf-
bereitung der Kalisalze 29ß; n. Precht: Die Kalibestimmnng mittels
C Ueberchlorsäure :!!16.
hlor11atrinm nnd Salineuwesen 297; Sachse und L. Kaufmann:
Stehender nnnnterbrocben 11rbeitender Röhrenapparat imm Eindampfen von
Soole *297; Gleuck, Kornmann & Cp.: Gewinnung von Kochsah: aus
Soole unter BPnnt.,mng von Ammoniumcarbonat 1t11m Entglpsen der Soole
vor dem Eindampfen 297; Dieselben: Verfahren 11ur Vermeidung von
Krustenbildnng bei der Gewinnung von Kochsal1 durch Eindampfen V?D
Soole im Vacnum 299; Triplex, Gesellschaft für Soole-Verdampfung 1m
Vacnum: Reinignng von Soole 1100 11. 301.
8 0 d", Natron /101 ; Verein chemischer Fabriken in Mannheim: Mechanischer
8nlfatofen *801; K Nanmann: Anfarbeitnng von natürlicher Soda (Tro111i,
Ur110) *804; Solvay & Cp.: Hentellnng von B1ock-Krystall10da 306.;
A. Höpfner: Daratellung von 1mr Ueberflihrung in AetHlkalien und Al~ah·
Carbonate geeigneten Alka!isnlfiten 806; Bauer: Verfahren 1111r nom.1 ttl'l·
baren Darstellnng von festf'm iiberkohlensaurem Natrium 808; Badische
Anilin- und Sodafabrlk: Darstelhmlf von Natriumoxyd 308; Oester•
reichischer Verein für chemische nnd metallurgische Prodnction: Apparat
zur unnnterbrochenen Elektrolyse von Lösungen der Alkalichloride .•so9;
W. Bein: Verfahren 1rnr Elektrolyse von Alkalisalzen "'312; L. Gnrwitsch:
Elektolyse von Alkalisalzlös1rngen unter Anwendung von Quecksilber als
Kathode /114; H. Cnenod und c. Fonrnier: Verfahren 1111r Elektrolyse von
XIV Inhalt

ChlorAlkalien zur Gewinnung von Chlor und Alkali *3lo; ,J. Green wood:
Apparat zur Elektrolyse von AlkAlisalzlösungen •:i 17; J. D. Gilmour:
Elektrolyse von Alkali salzen *319; Chemische Fabrik Griesheim-Elektron:
Herstellung von Alkali und Chromaten :!21; P. Spence & Sons: Gleich-
zeitige Darstellung von Natriumbicarbonat und Natrinmbichromat 323;
Acker Process Comp.: Herstellung von Aetznatron durch Elektrolyse 324;
Kershaw: Kosten der Natronherstellung 324.
Ch I o r, Brom 326; 0. Dieffenbach: Herstellung von Chlor nach dem Contact-
verfahren •32r, u. 326; L. M. Bullier und L. Maquenne: Herstellung einer
festen Hypochloritmasse 327; A. Wiinsche: Elektrolytischer Apparat t"ür
ununterbrochenen Betrieb *327; Elektricit.ätsgesellschaft vorm. Schuckert
& Cp.: Zur Herstellung von Bleichlösungen dienender elektrolytischer
Apparat *329; Dieselbe: Elektrolytische Gewinnung von Chlorsanerstotf·
verbindungen, insbesondere von llypochloritlösungen :-130; National
Electrolytic Company: Verfahren v.ur elektrolytischen Darstellung von
Chloraten ':i31; 0. E. Wilson und R. Threfall: glektrolytische Dar·
stellung von Alkalichloraten und -perchlor/\ten *:1:12; H. Pemsel: Brom
ans den Endlaugen von Chlorkaliumfabriken auf elektrolytischem Wege
frei zu machen 3:-13; Die deutschen Solvay- Werke: Darstellnnj!" von Brom·
und Jodverbindungen der Alkalien 334; F. ~'örster und E. Müller: Die
Theorie der ElektrolyM von Alkalichloridlösungen :134; 1". Winteler:
Bildung des Chlorkalkes 337; I<'. Först.n: Desgl.; W. OechAli: Die
elektrolytisr.he Perchloratbildung 337.
Salpetersäure und Nitrate 337; VBlentiner & Schwarz: Darstellung
reiner hochgrädigster ~alpetersllure :137; Chemische Fabrik GrünAn,
Landshotf & Meyer: Darstellung von AlkAlinitriten 3:i~; W. MuthmBnn
und II. Hofer: Oxydation des atmosphlirischen St.icbtoffes durch elektrische
Entladungen 339 ; F. v. Lepel: Oxydation des atmosphärischen Stick·
atoft'es 339; R. ltasch: Herstellung von Salpetersäure nus atmosphlirischem
Stickstoff' au; K Miiller und J. W 11her: Herstellung von Nitrit durch
elektrolytische Reduction wässeriger Nitrntliisnngen :141; W. J. Mllller1
Elektrolytische Darstelluni;c von Nitriten nus Nitraten :H2; H. Erdmann:
Orthosalpetersäure; I<'. W. Kiister: Desgl. 342; A. Wohl und P.Poppen·
burg: Stickstoffbestimmung in Nitraten und Sprengstoffen 342; O. Lunge:
Bestimmu11g der salpetrigen Riinre 3t2; M. Wegen er: Analyse von
Natriumnitrit; J. K. Phelps: Bt·~timmun~ di,r Snlpetersliure :Ht.
8 p r engst o ffe :H.2; 1". v. Rchnl!Pr: Herstellnng von stnbilen Schiesspulvern
unter Verwendung von Nitrokohlenwassnstoffen und Nitrokohlehydrl\ten
343. K. Kaiser: Herstellunir von Sprenggelutine :145; G. KniprBth:
Dynamit-Aufthauappnrnt a.ir,; C. llaeussermann: Abbau der Nitrocellulose
durch Alkalien 345; G. Lunge: Nitror.ellnlosen 346; O. G11ttm1rnn:
Desgl.; Centrnlstelle für wissenschaftlich technis<·he Untersuchungen :l4ß;
J. W. Jnrisch: Englische Vorschriften iibflr Sprengstoffe :146.
Phosphate nnd kiinstliche Diingemittel :l47; ,J. Liitjens: Auf·
schliesskammer für Superphosphat *:i-l 7; J. Cygl\nek: Aufschliess-
vorrichtung fiir künstliche Düngemittel •:1411; A. Hebebrand: Verarbeitung
von Gasphosphat 360; G. Klakow: Aufbereitung von Hausmüll 351;
J. Zettritz: Gerader oder gewölbter Siebboden für Vorrichtungen ,n11rt
Sterilisiren vou Thierkadnvern 11. dgl. an 1 ; G. Pierson : SchrotmMchine
zum Schroten von Knochen a,,1; K. Znlkowski und F. (;edivodl\: Abball
der unlöslichen KBlkphosphate rlnrch Ammoni1uncitratliisungen 36J; W.
Strzoda: Bestimmung des Slinreznsatzes fiir die Superpho8phAtfabrikation
363; H. Svoboda: Bestimmung der GeRammtphosphorsänre in Thomas·
rnehlen 363: N. v. Lorenz: Bestimmung der Phosphorsäure in 'fhomas:
schlacken :i54; M. Passon : Vereinfll.chung der Phosphatanalyse 364 '.
A. Vorweg: ßestimmung der Phosphorsiinre nach dem Citratverfahren:
A. G. Woodmann: Bestimmung der Phosphorsllnre in Diingemltteln 864,
Inhalt. XV

0. Böttcher: Bestimmung der citronenslhirelöslichen Phosphorsäure im


Thomasmehl 364; M. Bischoff: Bestimmung des freien Kalkes in Thomaa·
mehlen ~M; C. L. Have: Bestimmung von Kali in Diingemitteln 31>1>;
lnternat~onaler Congress für 1tngewandte Chemie in Berlin. Sect. I und VII:
I~ternat1onale Vereinbllrungen fiir die Untersuchung von Dünger· und
I< nttermitteln :355.
Bleiverbind11ngen 358; I'. J<'erchlllnd: DRrstellnnl{ von Bleisuperoxyd
neben ~etallischem Blei dnrch Elektrolyse 3,,8; 1''. J. Corbett: Herstellung
von B1e1cllrbonllt und Bleihydrol"llrbonllt 359; E. Lampe und L. Preusa 1
Dllrstellung busischen B1eic1trbonate, 369; W. HartmRnn: Herstellung
von Bleihydroxyd auf elektrolytischem Wf'ge 859; Derselbe: Verfahren
d~s specifische Gewicht von Bleiweiss zu erhöhen 360; A. lsenburg:
Bildung von Bleiweiss durch Elektrolyse 360; G. Just: ßeAtimmung der
C b Anodenp.ote.nti1tle bei Bildung von Bleicarbonat und Bleichromat 361.
ron_i-, 1<:1sen- u,nd Manganverbindungen 362; CbPmische 1"1tbrik
G~1eshe1m-Elektron: Aufschliessnng des Chromeisensteins zwecks Ge-
Wtnnung von Chromverhindnngen 311:.!; 1". Darmstädter: Wiedergewinnung
~on Chromslinre aus· Chromoxyd•alzlösnngen auf elektrolytischem Wege
M\2 i A. H111tgen : Darstellung von fäsenchromfarben 863; Derselbe:
Herstellung griiner Farben 364; Chemische Fabrik Griesheim Elektron:
füektrolytische DnrAt.ellung der Permangllnllte von Erdalkali·, Erd· und
Schwermetallen uuter gleichzeitiger Gewinnung von Alkalilange, Wasser-
stoff lind Sauerstoff bez. Chlor 364; C. Limb: Reduction der als "Psilo-
mel1tue• hekRnnten Baryummanga11Rte zwecks Erzeugung von Baryum-
carbid und metRllischt>m Mangan 366; R. Vidal: Herstellung von Eisen·
farben 366; L. Spiegel: Darstellung einer löslichen Eisenarsenverbindung
366; II. Endemann und J. Paisley: BorsRnres M1u1ganoxydul 867; E.
A Engels: W olfrnmbronzen 868.
l Um in i II m verbind u n gen 369; Gewinnnni,: reinerThonerde :i6!); Ch. M.
Hall: Reinigung von Bauxit *370; Ch. A. Doremus: Behandlnng von
I~ryolith mit WRs•erdampf 372; G. Dnmont: Darstellung von kryst.alli·
s1rtem, nicht auswitterndem N1ttri11m11la11n 372; 11. Lienau: AnAlysen
französischer Bllnxite 373; O. Schmatolla: Untersuchung der Sulfate
S des. Alnmiuiums 373. .
0
nsttge Verbindnngen 37:i; G. Gin: Reini,:en von ferros11lfathalt1gen
Kupfersnlflltlaugen 373; R. Wolffenstein: Verfahren Superoxyde in ver•
theilfor 1''orm zn gewinnen 37.1; R. Amberg: EIPktroanalytische Fllllnng
von Zink 874; P. Lohtnllnn: Herstellung von Anstrichfarben 874; C.
1''ischer: Untersnchnngeu von Erdfarben 11uf Arsen 874; Ch. S. Bradley:
Herstellung von poriisem Barynmoxyd 374; O. BAner: BaryumhydrAte
375; W. l\lnrsh: Herstellung von Mngnesinmcarbonat 876; A. Broch~t
lind G. Ranson: Uutersnchung det" Elektrolyse der AlkRli· nnd· ErdalkAh·
sulfi~e 375; I<'. v. Kiigelgen: Die Verhrenmrng des Kohlenstoff;s bei d~r
Calcrnmcarbid-Rednction a76; H. Gall: Untersuchung von Calcrnmcarb1d
376; P. Droszbach: Die Trennung di>s Cers von seinen B.-gleitern 376 i
R. Boehm: Absch~idnng de8 Cers mittels KaliumpermRnganllt 877; K. A.
KUhne: llerstAllnng von Silicium und ßor in krystallinischAr 1''orm 378;
M. 0. Levi: Elektrolytische Darstellnng d11r Persnlfate 378; G. ~~rdmAnn:
Darstellung von Phosphoroxychlorid :n8; L. Meyer: Darstellung von
Fl11sssii11re 379; Prior: Kieselfl11orwasserstoffsä11re 379; Smethnr.st
Furnace & Ore Treatment Syndirllte: Behandlung von gelösten oder 10
Pliissigkeiten snspendirten Stoffen mit Kohlensliure in der Wärme, Ins•
besondere von Boraten zur Herstellung von ßorslinre oder Borax •379 i
K. Pietr11sky: Die BorRxindustrie in den Vereinigten StllAten von Nord·
IIIDerika 381; K. Friedrich: Calcinirter ßoru 881; E. Luhmann und
G · A, Schütz: V11rf1thren zur nnunterbroehenen Gewinnnng reiner Kohlen·
~iitire 3~t; 0. F. J1111bert: Herstellung von SAner~toff entwickelnden
XVI Inhalt.

festen Stoffen 881; Derselbe: Darstellunl!' von reiuern Sauerstoff 38:>.;


H. O. Försterling: Ozonentwickler *381!; E. Ch. Thrupp: Vt"rßüssigung
von Luft durch Expandirenlassen hochcomprimirter, in einem Temperatur-
wechsler gekiihlter Luft •383; Actiengesellscl1aft für Ko hlensliure-Industrie:
Abfüllen flüssiger Kohlensliure aus Vorrathsgefässen in Vt,rbrauchsgefässe
386; A. Lange: Vertheilung von Gas und Fliissigkeit in den Transport-
gefässen für verßiissigte Gase 386.
Wasser 387; A. Reinsch: Elhwasseraualysen 387; L. W. Winkler: Die
Hlirtebestimmung des W 11ssers 387; Derselbe: Hestimmung der organischen
Stoffe im W11sser 387; Geelmuyden: Bestimmung der stickstoffhaltigen
ßestandtheile des Meerwassers 888; E. v. Ranmer: Eisen und Mangan im
Wa~ser 388; R. Schultz: Untersuchung der Abwässer auf wirksames Chlor
388: P. ßuttenberg: Bestimmung der bleilösenden Wirkung des WasseTs
38~; G. Kabrhel: Bestimmung der Filtrationswirkung der Orundwlisser
389; Allgemeine Städtereinigungsgesellschaft: Enteisenung und lfot-
färbung von Wasser 389; C. Lenpold: Enteisenung von Wasser 389;
G. Bruhns: Desgl. 389; A. Schmidt nnd K. Bunte: Untersnchnrrg von
Vorglingen bei der Enteisenung des Wa88ers :190; Kunath: Wasserent-
eisenung 390; R. S. Brownlow: Tragbares Wasserfilter 390; R. Kurka:
Filterreinigung 391; G. Kolb: Auswaschen des Filtersandes 391 ; Der·
selbe: Absperrventil fiirSandfilter391; E. Götze: Sandfiltration in Bremen
*391; H. Breda: Reinigen und Weichmachen von Wasser :!91; • M.
Schröder: Herstellung von Kalkmilch für Wasserreinigungszwecke 392;
E. Delmouly : Vorrichtung für l{esselspeisewasser - Reiniger 392; H.
Tschentschel: Wasserreinigungsapparat •:rna; M. Otto: Reinigung von
Wasser mittels Ozon 393; Proskauer und 8chiider: OzonwMserwerk in
Schierstein 393; G. Erl wein: Trinkwasserreinigung durch Ozon •393;
Vaillard: Trinkwasserdesinfection 396; L. GRthmann: Wasserreinigungs-
apparat 396; J. H. Lernaire - Destombes: Reinigung von Kesselspeise-
wasser 396; D, 8. Morison: Vorrichtung zum Ausscheiden von Oel u. dgl.
aus Kesselspeisewasser 396; J. W. Pearce: Speisewasserreiniger 396;
A. Raymond und T. Lowther: Kesselsteinmittel 39H; ,J. 8mit: Anstrich·
masse zur Verhinderung des festen AUAetzens von Kesselstein 397; A,
Leighton: Sodahaltiges Kesselspeisewasser :rn7; L. Vogt: Corrosionen
im Dampfkessel 397; G. S. Lichowit.zer: Abwasser der Rlibenzncker·
fabriken 397; M. Rubner: Fhtssverunreinigung 398; 1''. Fischer:
Referat über 1"lussverunreinigung und Wasserreinigung l\99; C. Weigelt:
Mischungsformen der Abwlisser 399; J. Delattre: Reinigungsanlage für
Abwässer 4.00; G. E. Ridgway: Vorrichtung zum Aussprengen von Ab•
wässern 400; A. Riensch: Apparat zur mechanischen Abwasserreinigung
4.00; F. Deselaen: Klliranlagen für Abwlisser 400; Maschinenfabrik
Buckau: Apparat zum Reinigen von Abwässern 400; E. Via!: Apparat_
zum Mischen fetthaltiger Abwässer mit dem Extractiousmittel 401; E.
Möller und R. Fölsche: Reinigung von Abwlissern 401; H. Nördliuger:
Desinfection von Abwässern 401; K. Thnmm nnd A. Pritzkow: Die
Reinigung der Abwlisser von Tempelhof 402; C. Zahn: Versuche iiber
die Reinigung des Charlottenburger AbwMMrs 40!; B. Fischer: Be·
rieselnng mit Breslnner Kanalwasser 406.

IV. Gruppe.
Glas, Thon, Cement, Kalk.
(Seite 407 bis 495.)
Glas 407; F. H. Becker: Verhinderung der Glasgallenbildung beim.
schmelztn von Sulfat.glas 407; R. Zsigmondy: Hl'rstellung von mRs1nve
E;
Inhalt. XVII

Goldrubinglas 407; Alexander: Aventuringlas 407; J. Lühne: Vor-


richtnng zum Lllutern und Sammeln geschmolzenen Gll\ses •409; F. H.
Becker: Elektrischer Glasschmelzofen *408; Becker & Cp.: Desgl. •4,09;
0. ßöhringer: Kiihlung der aus Schamotte o. dgl. bestehenden hohlen
Scheidewände oder Brücken in Glaswannenöfen mittels fein zertheilten
Wassers *409; P. T. Sievert: Glaswannenofen 4.09; J. L,mbriat: Vor-
richtung zum Ein- und Ausbringen von Glashilfen 409; E. Geille: Muff'eln
zum Erhitzen von Glasgegenstll.nden 410; H. Brooke: Vorrichtung ,mm
Ablassen von geschmolzenem Glas 410; Glashüttenwerke Adlerhütten:
Herstellung von IIohlglA.skörpem; B. Grub!: Wandverstll.rkungen Rn der
Milndung von geblasenen Hohlgl1tskörpern 410; 0. Hirsch: Glasformen
4.10; C. Pyle: Herstellnng von HohlglRsgegenst.iinden 410; J. W. Col-
burn: GlaRblasemaschinen 410; AntomA.tic Glass Blowing: Desgl.; S.
Hili: Desgl.; C. Boucher: Desgl.; M. Müller: Desgl.; H. Hili: Desgl.;
C. A. Dun bar: Desgl.; J. Arbogast: Herstellung von Glashohlkörpern 410;
P. T. Sievert: Verfahren zur Vertheilnng der GIA.smasse 410; Derselbe:
Herstellung von Tafelglas 410; L. Rembaux: GIRswalztisch 4.10; F.
Shumann: Herstellung von Prismenglastafeln 411: l<'. Wadsworth: Desgl.;
E. Esmans: Herstellung von Glnsplat.ten 41 t ; H. Hciba: Herstellung von
Tafelglas 411; A. Davroux: Anwärm- und Kiihlofen für Spiegelglas-
scheiben *411; M. Baumgärtel: Hentellnng von Drahtglas in einer ein-
heitlichen Schicht 412; E. Offenbacher: Desgl. 412: L. A. Garchey:
Herstellung von entglasten Glassteinen 412; l{ubesch: Absprengvorrichtung
für Hohlglas 412; A. Sieber: Transport.abler Gasmuß'elofen *412; E.
Endler: Poliren von Glaswaaren in Trommeln 412; A. Schtim:el: Ver-
zieren von Hohlglasgegenständen 413: Reynolds: Herstellung eines Ueber-
zuges Ruf durchsichtigen Gegenstllnden 413 ; C. 1''leck: Herstellung des
Puders zum Einstlluben der Glasumdrucke 413; H. Heräus: Herstellung
von Quarzglas 413; E. Rnhstrat: Röhren oder Stäbe ans Quarz •413 i
Derselbe I Herstellung f'euerfe11ter GegenA!ltnde durch SchmE1lzen schwer
11chmelzb11.rer Oxyde oder Oxydgemlscbe 416; P. Timofeeft': Gusst1tücke
aus geschmolzenen l<'elsarten 0 , dgl. 416; C. L. Möller: Berstelhmg
von Mosaikplatten 416; K. Spatz: Olassteine zur Ht'lntellnng von
Mosaiken 416.
Thonwaaren 417; 0. Miihlhäuser: Thon von St. Louis 417; H. Riess:
Einfluss der Korngrösse auf die Sclimelzbarkeit von Thon U 7; Chemisches
Laboratorium für Thoninduatrie: Kaolin von Hohburg bei Wurzen 41 '1;
Dasselbe: l<'enerfeste Thone 418; Dasselbe: Vermehrung des ßindever·
mögens der Thone 418; P. Rohland: Plasticität der Thone 419; E.
Odernheimer: Titansäure in Thonen 419; C. Gräbert: ColditzerThon U9 i
,T. W. Durin: Ofen zum Brennen und Olasiren von Ofenkacheln •u9; H.
Diesener: Kammerringofen •419; G. WPigelin: Die Oefen derK, Porsellan-
~anufactur in Ch,ulot.tenburg 4.21; F. }'ischer: An1\lysen von Rauchgasen
im Ringofen 421 ; Ekschap: Dichten der Ringofenthiire1'. 421 ; . R. Burg·
hardt: SchmRuchkanlUe an Ringöfen 4,21; O. Weigelm: Le1stungser·
höhung des Ringofen11 421; O. Boek, G. ßlinerle und Nicola '. Ringofen
ohne Gewölbe 422; E. RamRnn: Ringofengase; G. Vogt: E~nßuss de~
Brenntemperatur auf die EigenAchaften des Porzellans ,21; Billlngsley •
Altenglisches Knochenpor1ellan von Nautgarw 428; C. Tit.Lle: Llister·
Porzellane '23; G. C. Miiller: Por11ellanmassen 428; Chemisches Labo-
ratorium fiirThonindustrie · Dnrcit 42:-1; J. Dittel: 8tan11ö142'; O. Ar:e:
Vereinigung zweier oder ~ehrerer, sich gan11 oder tbeilweise umgeben 8 ~
Porzellankörper 424; O. Miihlhäuaer: Belliehungen zwischen z.osarn~;:.
Setzung der Sande und den darau11 hergestellten Scharnottsteined , '
24
Derselhe: Die Magernng der Thone von St. Louis mit Schamottsan , '.
26
Derselbe I Einflusa des Wa111ergehaltea beim Pressen der Steine d '
Sta11sfürter Chemische Fabrik vorm. Vor1ter & Grüneberg: Erhl!hung er
II
XVIII Inhalt.

Haltbarkeit fertig gebrannter Hchamottsteine, Retorten u. dgl. ans Thon·


material 421'>; A. Cords: Gebrannte Ziegelwa,uen 421'>; Zwickauer
Porzellanfabrik: Keramische Gegenstände 421'>; L. Schmelzer: Kalk in
Ziegelwaaren unschädlich zu machen 426; G. C. Miiller: Glasurrisse auf
Steingut 426; L. Thiriot: Ausblühende Glasuren 426; Mäckler: Unter·
suchung von Ziegeln auf ihren GehRlt. an löslichen Salzen 426; 0. Mühl·
hli.user: Herstellung der Zinkretorten und ihr Verhalten im Feuer 42tl;
Os,um: Einwirkung zerstörender Einflüsse auf feuerfestes Mauerwerk im
Hüttenbetriebe 436; Jochum: Anforderungen der lllittE>nindustrie An die
Fabrikation feuerfester Prodncte 437.
Ce m e n t 44;1; R. Dyckerhoff: Verhandlungen der Genernlversammlung des
Vereius deut.sc-her Portlandcement-Fabrikant.en 443: Derselbe: Best.immung
der Schlacke in gE>mi•chten Cement.en 449; 1''. Schott: Die Schlacken·
mischfrage 4,il; R IJyckerhoff: Cement im Meerwasser 457; P. L1trs11n:
Rotirende Brennöfen 45\t; 1". G. ,IOl'dan: Rohgemenge fiir die Portland·
cementfübrikation 1tns Aetzkalk und Thon 460; G. Geissler: Cement·
herstellung 460; .1. Gresly: Cementherstellnng 460: E. Oogler: Her·
stellung von weissem oder farbigem Cement 461; I:". Krupp Grnsonwerk:
Herstellung eines dem Meerwasser widerstehenden Cement.es 462; W.
Tucholka: Brennen von Portlandcement; H. Hirz: Brennofen für Cement
und· Kalk *462; W. Lessing un<I A. Wolff: Drehrohrbrennofen 463 i
C. Schröder: Brennofen fiir Portlandcement u. dgl. 463; · C. NMke:
Brennstoffverbrauch in Drehrohröfon 463; Miiller: Brennen von Portland·
cement im Drehrohrofen *4ti:I; L. Kasj>L: Rauchgase ein!ls Cementring·
ofens 466; R. lfanchspiess; Wasserdichter und ansschlagfreier Cemenl
465; E. Jordis und E. Kanter: Geschichtliche Entwickelung iiber die Con·
stitution von Portlandcement 466; P. Rohland: Die Hydratation des Port·
landcementes 461'>; A. Meyer: Constitution des Portl:rndcementes 467;
0. Schmidt und K. Unger: KrystallisirtAr Portlandcement 41i~; W. Richter:
Constitution des Portlandcementes 4fl9; C. Richardson: Constitution deB
Portlandcementes 46!1; E. H. Kanter : Constitutionstheorie von Cement
470; S, B. Newberry und M. 8mith: Constitution der hydr1u11i~cheP
Cemente 4 70; L. Dobrzynski: Abbinden von Cement 471; O. v. Ulaeee:
Einfluss des Chlorcalciums auf die Abbindezeit des Cemeutes 4 71; N'
Ljamin: Beimischung von Chlorcalcium zum Portlandcement 471; C, A,
~?Blich: Schltdliche Einwirkungen auf Cementmörtel 471 ; ,Jant1en '.
E1senportlandcement 47:l; C. v. Hchwarz: Eisenport.landcement ,1s,
H. Passow: Portlandcement und HochofenRchlacke474; Chemisches 1,abo•
ratorium für Thonindustrie: Portlarnlcement und Hochofenschlacke 477;
Koning & Bienfait: Anwendung von Puzzolanerde im Wassnbau 477,
Kalk 1;1nd Gips 479; 0. Wundrak: Kalkbrennen im Ringofen 47\l; Mend·
he11~: K~lkbrenneu 479; H. Burckartz: llydranfül'he K1tlke 479; L,
Perm: Oien zum Gipsbrennen 480; 1". Daur: Ofen zum Oipssteinebren~en
480; J, ~- van't Hoff: Gips und Anhydrit 480; P. Rohland: JlydratAtiO~
des Calciumsulfates 482; Derselbe: Htnckgips und Estrichgips 48:h
Cramer: Die 1''estigkeitseigenschRften dt>s Gipses 483; A. !\loye: Todl·
gebrannter Gips 483.
:Mörtel, künstliche Steine 4is4• H Nehbel· Kiinstliche Steine ans
Wiesenkalk 484; ,J. 11. MRgens: 'Cem~ntbeton °481 · K. Ochs: Poröse
Cementkörper 484; W. Staab: llerstellnng einer ~chnell abbindenden
C~_mentmaue 484; H. Seifert: Herstellnng eines wassererhllrtende;
~.ortels 484 i Wauer & Cp.: Kunststeine Aus Cement.bet.on und gepulverte
~.ise~. 485; JL Schiiffer, }'. 1''rank und E. Markwald: Poriise Gipsplatten
fur 1' ilterzwecke 485; Kühl & Miethe: ERtrichfussböden mit Oeltrllnkull~
485 i L. Mack: Ban- und lsolirmaterialieu aus Gips 486 · Derselbe'
~ipsbaumaterialien; H. C. Meurer: KAiksandsteine 486; M'. G)119enap~ '.
1' euerfeste Kalk81mdsteine 486; J. Horak: Dinassteineherstel111ng ,&8ti'
Inhalt. XIX

Chemisches Laboratorium fiir Thonindustrie: Kalkl,ischen 486; C. Schoch


und H. Schön: Kalksteinfabrikation 486; II. Steffens: Herstellung von
Kalksandsteinziegeln 488; Hiineke & Cp, und S. V. Peppel: Kalksaud-
steinverfahren 488; Esterer & Cp.: Rohstoffe für die Herstellung von
Kalksandsteinen 488; H. Schön: Kalksandsteinfiirben 489; A. Seigle:
Kalksandsteinherste\lung 489; F. Rinne: Die mikroskopische Strnctur
von Kalksandsteinen 489; J. ~'. Thiessen: Eigenschaften der Kalksand-
steine 489; E. Cr1uner: Die ControJ„ bei Kalksandsteinfabriken 489;
E. Schwaneuberg: Herstellung von künstlichen Steinen, insbesondere von
Lithographiesteinen 489; S. Weill: Kunstmarmorherstellung 489; K.
Schwarz: Leicht spaltbare Blöcke aus Kunststeinmasse 489; L. Beaumel:
Herstellung von kiinstlichen Marmor 490; Gaspary & Cp.: Herstellung
farbig gemusterter Kunststeine 490; E. Rott: Steine aus Thon und Kalk
490; E. Hippe: Fl\rben von Marmor, Cemi,ntu. dgl. 490; W. Schulthess:
1''ärbeu kalkhaltiger Kunststein- oder Mörtelmasse 490; J. ,Jaff'e: Ver-
hütung schiidlicher Spannungen in Körpern aus Sorelcement *490; O.
Kramer: Herstellung eiues beim Abbinden Magnesiumoxychlorid bildenden
Cementes 490; A. Bevilacqua: Wärme- und Rostschutzmasse 491; H.
Seifnrth: Kunststeine unter Zusatz von Riickstiinden aus der Leblanc- oder
Ammoniaksodafabril<ation 491; 1''. Oberschulte: Klinstliche Steine aus
Hochofenschlacke 491; G. Boivie: Kunststeine aus Schiefer 491; F.
Kriiger: Kunststeine aus Wasserglas und Füllstoffen 491; ßriti1h Uralite
Comp.: Entfernung des Natriumcarbonates aus AsbestmaHe 491; E. Do-
nath: Geschichte der Siliciumcarbide 491; Karavodine: Herstellung einer
Isolirmasse 492; Dörr & Cp.: Herstellung fester Körper 492; C. Rubit-
schung: Masse a11s Theer und Füllstoffen, welche durch Anwendung von
Hitze und Druck zu künstlichen Steinen, Formstücken oder Strassenbelag
verarbeite.t werden kann 492; Derselbe: Feste Körper aus diinnfliiHigem
'rheer 493; A. Haacke: Bau- und Isolirmatnial aus Kork klein, Pech und
heissem Thonbrei 493; C. Krause: Kunststeine mit Einlage 493; A. T.
Macfarlane: Feuerbestitndige Mörtel- und Kunststeinmasse 493; C. Hermes:
Herstellnng kiinstlichen Asphalts 493; 0. Mentzel: Verlegen von durch
Tränken lufttrockener Formlinge aus Thon oder Lehm mit bituminösen
Stoffen erhaltenen Bausteinen 494; P. V. Parsy: Herstellung von Bau-
st,•inen 49-1; A. Osterheld: Herstellung von Platten 494; M. Ketterl:
Wetterfeste Asphalt.hekleidungen für Strassen, Fussböden u. dgl. 494;
E. Roehming: Trennbare Asphalt-Cement-Pflasterplatten; A. Baumann:
Heizkessel zur Herstellung und zum Transport von Asphalt 494.

V. Gruppe.
Apparate.
(Seite 496 bis 555.)
E 1e kt r i s c h e Apparate 496; W. c. Herlius: Elektrische Heizapparate 496;
Siemens & llalske: Elektrischer Heil'lkörper in Glühlampenform 497 i ~lek-
t.ricitäts-Actiengesellschaft: Elektrische Kochvorrichtung 497; Ch~m1sche
1''11brik Prometheus: Elektrischer Heizkörper 497; C. Regaud: Vorrichtung
lllUr Beheizung von Luft.- und ähnlichen Bädern •498; J. Elsner: Elek-
trischer Schmelzofen *498 · Keller Leleux & Cp.: Elektrischer Scbmels-
ofen *499; · Societe elekt~o-metall~rgique fran~aise: Elekt~ische.r Ofe~
*iJOO: Dieselbe: Elektrisches Schmelzverfahren 600; A. Heil: Mit Antl-
mon-Zink-Legirung betriebene Thermosilnle 601; P. DroHb&eh: Thermo-
Element 601 ; A. Kreidler: 'l'hermosXu(e. 601; , W. C. Herllu.s: H;r:
stel\ung einer Platinelektrode 501; C. Düung: Elektrode aus Zmk 60 •
II•
XX Inhalt.

A. Wedekind: Elektrode aus Kupferoxyd 002; R. Gahl: Nickeloxyd·


elektroden 1\02; Th. A. Edison: Elektrodenpl1ttte fiir alk1tlische Zink·
sammler 602 \ Chapuis & Cp.: Herstellung kiinstlichen Blmsteins 50! i
Schmidt-Altweg: Herstellung der wirksamen Masse von 81\mmlerelektroden
503; P. Marino: Holzdiaphragmen; A. Brochet: Metalldiaphragmen
503; A. Brochet und 0. L. Barrillet: Verwendung von zweipoligen Elek•
troden 003; A. Wünsche: Speisung elektrolytischer Zellen 50!; H. Cuenod
und C. l<'ournier: Vorrichtung aur Elektrolyse *504.
Lösen, 1" i 1tri r e n 606; E. Heimann: Extractionsapparat *506; A. Rei·
necken: Sandsäulenfilter "'608; E. Jäger: Rostartige Vorrichtung zur
Lagerung von Reinigungs- und Piltermateria[ 608; E. Piillner: Trommel·
tilter 508; H. Hencke: Trommelfilter 508; R. Knrka: l<'ilter 608; E.
Baur: Formstein fiir Hohlfilter "'508; E. Ludwig: f,'ilterkörper 509;
J. Th. Pullon: Centrifugalfilter 509; H. Schmidt: Centrifuge 509; C,
Kolb: l<'llterpresse 509; H. Johnson: Filterplatte fiir Pilterpreuen 609;
A. Sorge: Filter 1'>09; Gehrke & Cp.: Rahmenfilter 610; R. Ostrejko:
Gewinnung und Wiederbelebung von Kohle mit grosser Entfllrbungskr&R
!HO: C. Left'ler: Siebvorrichtung fiir Flüssigkeiten •010; V. Lapp:
Ausscheidung von Festkörpern aus l!'lüuigkeitsgemischen 510; E. Roth:
Vorrichtung zum Halten von l<'ilterapparaten verschiedener Gröase für
Laboratoriumszwecke 11. dgl. 510; P. Winand: Abscheiden von festen
und flüssigen Bestandtheilen 511; Derselbe: Bildung von Niederach!Kgen
in Gasen 511 ; E. L. Pease: Apparat zur Reinigung von Gasen von Staub
o. dgl. 511; O. Suess: Gaswasch- bez. Absorptionsapparat für Gase •511 i
A. Clemang: Reinigung von Gasen 512; P. Naef: Gasreinigungsapparat
512; E. N. Mazza: Trennungsverfahren.
Verdampfen, Destilllren 612; J. H. Ulbrich: Kochgefiu "'512; W,
Susemlhl: Hochconcentration von La11gen und ähnlichen Jllü&1igkeiten
•513; E. Theisen: Verdampfen und Destilliren von 1''lilssigkeiten 6191
E. Mailmann: Vorrichtung llUr DeAtillation und Verdampfung von F1ü11lg-
keiten *513; M. Ekenberg: V11eaumverdampfappar11t "b15; ff. MUUer:
Apparat zur fractionirten Destillation mit seitlich Ansteigenden Condtn·
sl\toren 516; F. Calmant: Rectiliciren von Flilssigkeiten 517; C. Schmit• 1
Verfahren zum Concentriren und gleichzeitigen Zerlegen von Lösungen lll
ihre Bestaudtheile 517; L. Eugelhorn: Concentrirapparat 517; Actiell·
gesellschaft fiir Anilinfabrikation: Sicherheitsventil für Druckapparat•
•1118.
Ho n s ti g e Apparate 518; C. Martini: Feuer- und explosionssichere L&J':
rung feuergefährlicher J<'lüssigkeiten 618; C. Martini 11nd H. Uanek• •
Fortdrücken von Rohpetroleum 518; A. Mauser: VerpACkung filr Gla,•
ballons u. dgl. 518; L. Kaufmann: Selbstthätig &rbeitende1 Druckge~:
zum Heben von Säuren 618; A. Scholl: Dampf- bez. Druckluftheber DI
Düsen-Strahlwirknng 519; E. Hartmann und F. Benker: Fraiponfscli•
Emulseure zum lieben von Flüssigkeiten °519; L. M&rckwald: Trennuof
von flüssigen, homogenen sog. eutektischen Gemischen 520; A. Welll;
Misch- und Riihrmaschine 620; Frömbs & 1''reudenberg: Mischapp11rat ':.
staubförmiges Gut und J<'lüssigkeiten 520; M. König: Trocknen von Bitt'
weiss 520; A. Parobek und W. GIAdbach: Bestimmung des Wassergebal •
zllhflüssiger Substanzen 521; H. Putzer: Das Entweichen von Därnpt'f r
verhindernder Abfülltrichter 521; A. Barobek: Condensationsapp11rat ~•
SliuredKmpfe 521; H. Rabe: Verfahren 1ur Regelung der Temperatur
R81lctionsthürmen 521; Derselbe: Vertheilnng von FlüHigkeiten ln !,
actionsthürmen "'621; W. Schlösser: Einrichtung und Prüfung der J,{
gerllthe filr Maassanalyse 624.
111
K ä I teer zeug u n g 630; Seifert & Sohn: Vorrichtung 1ur Kilteerseuf,ur
530; Ch. Tellier: Kaltluftmaschine C>30; A. Osenbrück: Absor~r Eit'
Ammoni11k. A bsorptionsm&Achinen 680; Oesel1Reh11ft für Linde•
lnhalt. XXI

1naschinen: Kältemaschinenanlagen 530; H. Diamanti: Killteerzeugungs-


vorrichtung 531; R. Rau: Verdampfer für KIUtemaschinen 631; H.
Geppert: Erzeugung von Kälte; L. Biourne: Absorptionskältemaschine
531 ; Dry Air Refrigerator Comp.: Absorptionsverfahren 631 ; L. Bog-
dany: Vorrichtung zur Kälteerzeugung 632; A. Osenbriick: Erseugung
Klareis 632; E. Hoesl: Erzeugung von Eisblöcken 632; C. Linde: Er-
gebnisse der Münchener Kälte· und Verauchsstlltion 532; G. Grsanna:
Apparat zur Verarbeitung von l<'lüssigkeiten bei &ehr niedrigen Temperatnren
*ö33; C. Mix: Gasverdichtung&· und Trennungsverfahren *534,
Ver 8 chi e den es 636; Internationaler Atomgewichts-Ausschuss: Inter-
nationale Atomgewichte für 1904 636; Einrichtung und Betrieb von An·
lagen zur Herstellung von Bleifarbeu und anderen Bleiproducten 638;
Anlegung und Betrieb von Pulverfabriken 646.
Neue B U c her 656; lo'. Ahrens: Handbuch der J,~lektrochemie; C. Arnold:
Repetitorium der Chemie; M. Le Blanc: Lehrbuch der Elektrochemie;
W. Borchers: Elektrometallurgie des Nickels; A. Classen: Ausgewählte
Methoden der analytischen Chemie; R. Dierbach: Der Betriebs-Chemiker;
C. Elschner: Der Kunotdünger, seine Rohmaterialien, f,'abrikation und
Verwendung; V. Engelhardt: Hypochlorite und elektrische Bleiche;
Ferchland: Grundriss der reinen und angewandten Elektrochemie; Ferd.
Flacher: Taschenbuch für Feuerungstechniker. Anleitung 1mr Unter-
suchung und Beurthellung von Brennstoffen und Fenerungsanlagen; 1".
Fischer: Technologie fiir Chemiker und Juristen an den preussischen Uni-
versitliten; K. Hartmann: Unfallverhfitung für Industrie und Landwirth·
schaft; P. Heerml\nn: Coloristische und textilchemische Untersuchungen;
H. Hildebrandt: Lehrbuch der anorganischen Chemie; M. Klar: Techno-
logie der Holzverkohlung und der Fabrikation von Essi11;sli.ure, Aceton,
lfethylalkohol und sonstiger Holzdestillate; M. Kraft: D11,s System der
technischen Arbeit; G. Langbein: Handbuch der elektrolytischen (galva-
nischen) Metallniederschlilge (Galvanostegie und Galvanoplastik); mit Re-
rßcksichtig11ng der Contactgalvanisirungen, Eintauchverfahren, des 1-'ärbens
der Metalle, sowie der Schleif- und Polirmethoden; A. Ledebur: Leitfaden
fiir Eisenhlitten-Laboratorien; F. v. Lepel: Die Bindung des atmo~phli.-
rischen Stickstoffs, insbesondere d1irch e,lektrische Entladungen; G. Lunge:
Handhnch der Sodaindustrie und ihrer Nebenzweige. 1. Bd. Handbuch dt1r
Schwefelsäurefabriklltion; ,J. Muck: Der Erdwachsbau in B0ry1law;
A. J. v. Oettingen: .J. C. Poggendorff's biographiech-litterarisches Hand·
wörterbuch zur Geschichte der exact.en Wissenschaften; M. RolofF: Genügt
die chemische Analyse als Grundlage fiir die therapeutische Beurtheilung
der Mineralwässer?; Roloff: Die physikalische Analyse der Mineral·
wiLsser; M. Sack: Bibliographie der Metll1llegirungen; L. Schucht: Die
1-'abrikation des Superphosphates mit Berlicksichtigung der anderen ge·
briLuchlichen Diingmittel; Thonindustrie-Kalender für 1904; R. Stete·
feld: Die Eis- und Kälteerzeugungsmaschinen; M. v. Uslar unter Mitwirk~ng
von G, Erl wein: Cyanidprocesse zur Goldgewinnung; 8. Weinstem:
Thermodynamik und Kinetik der Körper; ~·. Winteler: Die Aluminiu.m·
industrie; A. Wolfrum: Chemisches Praktikum. II. Theil: Prllparat.1n
und fäbrikatorische Uebungen; mit einem Atlas.
Statistik. Gewinnung der Bergwerks-Erzeugnisse im Deu~chen Reiche 1_901
li61; Deutschlands Erzeugnisse i, J. 1902 li63; Gewrnnung der w~ch·
tigsten Hütten•Erzeagnisse im Deutschen Reich 1900 u. 1901 66~; E11eo
nach den hanptsiLchlichsten Erzeugungsgebieten li66; V ~rarbe1tung des
Roheisens im Deutschen Reich 1892 bis 1901 li66; Rohe1aen-Eneugung
Deutschlands 1902 567; Preussens Hlittenproduction 1901 und l ?02 667;
Gewinnung von Salzen au, wässeriger Lösung im Deutachen Reich 1901
668; Salinen in Oesterreich 1901 1'>68; Bergbanproduction Oeeterreicbs
XXII Inhalt.

1902 ö69; H iitteuproduction Oesterreichs 1902 ö(l9; BergwerkR· und


Hüttenproduction Ung11rnR l!lOl n. 1902 570; Bosnien und Herzegowinll
i. J. 1902 670; Norwegen i. J. 1900 f>70; 8chweden i. .J. 190'2 570;
Belgien i. J. 190111. 1902 571; Frankreich i. ,J. 1901 571; 8tein- und
Bmunkohlenproduction FrankreichR 1!10111. l!l02 571 ; Roheiseuprodnction
Frankreichs 1!)01 u. 1902 r172; Frirnkreichs Prodnd.ion 1111d Verbrauch
von Steinkohlen 1111d Roheisen von 1820 his l!lOO [l72; Hussla11d~ Kohlen·
fiirdernn~ von 11'1\II bis 1900 5711; Roheisenprod11ctio11 R11ssl1tnds von
1891 bis l!lOO 573; Pl1ttingewinnung R11ssl1tnds von HHl9 hi~ 1!)01 i,73;
Die chemische Industrie It1tliens 1900 11. 1901 5H; Vereinigte Stauten
von Amerik11: 8teigernng der Kohlengewinnung und Roheisen1>r1.eug11ng
von t861i bis HIO:! /i7t,; Canad1t l!lOl n. 1902 ö7f,; Peru 1900 11. J!)Ol
1\76; Australien i. J. 1901 r176; Ziukproductiou i. J. 1902 r,77; Zinn·
productiou der Welt 1899 bis 1901 i,77; Die gesammte ErrlölprodnctioP
190111. 1!)02577; Salpeterprodnctiou und -handel 1902 57~; 1'~rschöpfung
der vorhandenen Salpeterlager in Chile 578; Vorliiufige Werthe der Ein·
fuhr und Ausfuhr im Specialh1tndel des deutschen Zollgebietes fiir das ,JAhr
1903 579.
Autoren - Register ö8il.
Sach-Register 597.
Ver z eich n iss der De 11 t s c h e n Reichspatente fi07.
Erste Abtheilung.

Unorganischer Theil.
Kurze Bezeichnungen der benutzten Zeitschriften.
. \c0tyl,!n (Hall .. ) .A rrlyl.
Alkohol (Berlin) Alk.
,\ nalyst (Tho) (London) A 11al.
. \nnalrn dnr Landwirthsehaft .-11111. l.mu/11'.
der Physik und Chemie ( Wiedemann) • l 1111. l'hys.
für Oowerb„ und llauwesrn (Glaser) A1111. (l/ascr
A nnalos agronomi,1ues .-11111. ag1·.
- de chimic et de physi,pw Ami. rhim.
dos Mincs (Paris) ...11111. mi11.
industrielles (Paris) A 11n. ill(/,
,\ potl_1„kerzritung (ßcrlin) Apoll,.
Arcl11v dnr l'harmacic A rrh. Ph.arm.
- fiir Hygiene A rrh. llygie11e
llaun_rnterialion knnde (~tuttgart) Baumal.
Bayrn,choR Brmwr-.lournal (Nürnberg) B. Drallfr.
Bayrisches Industrie- und Gewerbeblatt (München) Bwrr. 1ml.
Berg- und hüttenmiinnisches .Tahrhuch (Wien) Br;·gh . .!.
Berg- und hüttenmiinnisd10 Zeitung (Leipzig) Brrgh;g.
Berieht.e der deutschon chomisclrnn Oesollschaft Br,·. dc11tsch.
llliitter fiir Zuckorriibenhau (Berlin) Hl.Z11rkrr.
Böhmische Bierbrauer (])er) JJiihm. Hüw.
Braunkohle Hraunk.
Brower's .Journal (Th,,) Hrew. J.
Bulletin de l' Acadi•mio royalo de Bolgiquc Bull. Bcl,q.
do l' Association beige des Chimistes 131111. .,t.~soe.
de Ja Rocidi! chimirpie do Paris Rull. rhim.
d'Encouragcmcnt (Paris) Bull. encourag.
ind. de Mulhouse Bull. Jfolh.
ind. de Roucn Bull. Rauen.
do l'industric minemle (St. Et.ionno) Hull. min.
··· · . - - Station agrieolo cxp. de Gembloux Bull. Gembl.
Bullctmul Roc. de Seiintc Fizicc Bucurnsci Bull. Pii ice.
Ccntralblatt für Bakteriologie, ~- Abt.heil. C. Bakt.
, - fiir die Tt>xtilindustrio (Borlin) Ce11tr. Trxf.
Chemical News (The) (London) Ch<'m.N.
Chemikcrzcitung Ohemxg.
Chemische Industrie (llic) Clwm. lnd.
Chemisches Centrn.lhlatt Chem. Centr.
Chemische Hcvuc Chcm. Re11.
Chemische ZPitscbrift (Leipzig) 0/icm. Z(t.
Comptcs rnndus (Paris) . · C.r.
Comptes rcndusdo laS0cid1idc l'industrir minerale (St. Et10nne) 0. mi11er.
Corps gras industrfols (Los) Corps gras
Jnhresber. d. chom. Technologie. XLJX.
2 Kmze Bezeichnungen dor hPmitztl'n Z"itsehriftcn.

}kut~cho llicrl,rau(•r (Der) !>. lli,•rh1·.


Chcmikcrzoitung n. rhrlllt.'J,
Koh!Pnzeitnng /!. !fohlen.
ZuckPrin<lttstrie ( Die) ( Borli11) !J. Xnrkr1·.
I )ingl,•r's polytnc:hnischcs ,Journal !>i11f!I.
Elt~ktrochc111i<'al lndustry Rlrktr. Iod.
Elektro,·hpmisclw Znitsdll'ift Rlrkfnwhrm.
El,•ktrot,ich11i,clws Ed10 Rlrktr. Erl/().
}:lpktrotüchnis,·lrn Z,•itsd1 rift (B,irlin) Rll'klro/rd111.
Engincer (London) R11!Ji11rcr
En;.:·incerin;.: (London) , , Rn_qi11rrri119
- anti Munng Journal (New-York) R11f1. Jlh11.
~'iirhcrzeitm1g- . , . Viirln.
}'b,·hC'r·s ,Tahn•slmrit'ht ii. d. Lmst.ungrn rl. l'hC'lll. 1ed1nologw .T.
(iambri11us (Wil'II) Omnl,r.
<;a,111otorr11te,·lrnik ( llrrlin) Oasmol.
<iastechniknr ( Wien) (fosfrr/111.
(,asworld (ThP) (Lon<l.11n) Oas1r.
Oazzetta chimi<:a ita.\iana Oax;. ilal.
<ienie eivil (Lo) (l'aris) Oh1ic
<,crbcr (llor) Orrhrr
<;liickauf (Essnn) mr.
Hopfenlaube tl>ie) llopfr11!.
liopfenzcitung (AllgcmeincJ Hop{i!J.
Hydrotekt (ller) (Berlin) lf11dr.
lndustries & lron (Londo11) bidu.slrirs.
Jron Agc (The) (New-York) lroll(lf/ ·
.Jern-Kontorets Annalcr (Stockholm) .krnk.
Journal für Gasbeleuchtung ,!. (iashrl.
- für Landwirthschaft ,/. l,and11,.
für praktische Chemie .!. 11rakf.
des fabric:ants de sucro et des destillateurs J. Sll('I'(',
de chimie physiquo (Oenf) .J. chimphys.
do pharmacie et de chimie .J. pharm.
der rubsisch phys.-chemisc:hen Gesell8chaft. ,f. l'IIS,i.
of t.he Amcrican Chomical Rociety (Easton) .!. Amer.
of the Chemi,·al and Metallurgical Societ\· ,,f Routh
Africa (.Tohannosburg) " .!. Mrtall.
of the Chemical So(·.iety .J. Soc.
of the Frauk\in Institute (Philadelphia) J. Pra11kl.
of the Sociotv of A rts .!. Art.~
of the Rociet)· of Chomical Industry (London) ,J. ('hf'.miral
of the Rociety of Dyers and Colourists .!. Oolo1tr.
of the Iron and Steel Institute .f. Jro11
Lan<lwirthschaftlicho .Tahrhiichor (Berlin) /,and,,· . .!ahrb,
. . , - Versuchsstation (lliP) l,n11d1r. Vers,
L1cb1g R Anna!Pn der Chemie l,irh. Ami.
.Meta!Iot<>clrnische Rorne (Berlin) .llctall. Rr1•.
Milchzeitung Jlilrhx_q.
Mittheilungen a. d. König!. techn. Versuchsan~talt.,·n zu BPrlin M. lkrHn.
,!es hayrischon Gewerbemuseums M.ha.11rr. G.
<ler Oe~terr. Versuchsstation f. BrauPrci in Wien M. Hra11rr,
-- <lm, Technologischen Gewerhomu~cnms ("'ien) M. Wfrn.
::\Ionatshcfte fiir Ch„niie Jfonal. Chem,
Jlfonatsschrift für T.-.xtilindnstrie (Leipziger) N. Tr.rlil.
~foniteur scicutifi'}Ue (Paris) • ,l/011 ..,c.
)Iontan-lndnstrie-Zeitung (Ungarische) .Mo11tan
Kurze Bczeiebnnngen der benutzten Zeitschriften.

,v
Ocsterreiehs ol!en- und Leinenin<lustrie Ocsfcrr. H'olf.
Oostcrreichisehe Chcmikerzeitung (Wien) Orwforr. Chenng.
- Zeitschrift fiir Berg- und Hiit.tonwesen Or.sfrrr. Rf'rgh.
UestNreichisch-Ungar. Zeitschrift für Zuckerindustrie (Wien) Orstar. Z11rkrr.
l'api,,rzeitung (Berlin) l'apirng.
l'harmaeeutische Contrnlhallo l'h. 0f'nlrh.
Hundschau (New-York) l'h. Hund srh.
Zeitung (Berlin) 1 '/,nrn1 'Xfl ·
für Russland l'h. Rus.•.
Polrtrdmisehos Centralblatt (Berlin) l'ol. C.
Pro-,. of t.he Hoya! Soc. of London l'ror.
l'rotokolle des Petersburgcr polytechnischen V rreins /'rot. l'rfasb.
Rrnw de chimio indm;triello tparis) Ra. ind.
- de _chimio analytique appliqut'10 (Paris) Ren. m,nJ.
.- umverselle des MineH (Lütt.ich) Rev. 1mir.
fögasche J ndustriezcitung R,:qa lnd.,q.
S<'hool of Mines Quarterly School Min.
Schwäbische BiorbrnuAr (llt•r) Sel11riib. Bier.
Srifonfabrikant (Der) (Berlin) Seife11f.
Societe industrielle du Nord de Ja Frnn<·c Snc. Frm1rc
Sprechsaal (Der) Sprrrh.•.
Stahl und Eisen (Düsseldorf) Stahlrism
Stazioni sperimontali agrario italiane (Rom) Sta.i. 1'/af.
Stevens Jndicator (The) (Hoboken) ,",'fevrn.•
Sucrerie indig?me (La) Sum·. iml.
- beige Sur,·. bdg.
Sugar cane Sugar
Tageszeitung für Brauen•i (Berlin) Ta,q;f!J.
Technisch.o BliittC'r (Prag) Trcl111. JJ/.
Trehnologiste (Le) Tf'rhnol.
Tcchnology Quarterly (Boston) Ter/111. ~).
Tekniske Forening (Uoponhagen) %Im. }o,·.
T('kni!1k TidRkrift Tckn. Tids.
Textile Colorist (Philadelphia) Trqt. Cowr.
l\fanufacturor Tr:r.f. Man.
Thonirnlustriczeitung 1hmug.
Tram,act. of t.ho Amorican Inst. of Mining Engineers 'J1ra.11sart.
Tnidy bak. otd. imp. russk. teobn. ohsohtsoh Trudg nu,sk.
Verhandlungen des Vereins zur Beförderung d. Gewerbtleisses Verh. Gcwcrbfl.
V cröffentlichungen des Kaiserl. Gesundheitsamtes Vc,·. Gesundh.
Vicrteljabrsi,chrift (Deutsche) für öffentliche Gesundheitspflege V. öffent.
Wasser (Das) TVa.osf'r.
Weinlaube (Die) TVci11la.11bc
Western Brower (The) (Chicago) TVc.•t. Br.
W oehenblatt für Papierfabrikation (Bioheraoh) lV. I'apier.
",.ochenschrift für Brauerei JJT. Brauer.
Zeitschrift für angewandte Chemie Z. a11gc1r.
für analytische Chemie Z. anal.
für anorganische Chemie Z. mw,·.q.
fii r Carhidfabrikatiou und Acetylenbeleuchtung z. Carbid.
für physikalische Chemie Z.ph.1/sik.
für physiologisc!H' Ch0mie Z. physiol.
für Biologie Z. Bio/.
für Hygiene z. 1(1/.Q·
fiir angewandte Mikroskopie Z. Ahkro.•k.
für öffentliche Chemie z. i:iffentl.
für Farben- und T<'xtil-Chemie Z. Farben.
)*
4 Abkürzungen der Maasse, Gewiehte u. s. w.

Zeits('hrift fiir das gesammto Brauwesen Z. Rrauw.


für Spiritusindust.rio Z. Spfrit.
für Zuckerindustrie in Böhmen Z. IJiihmcn
des Vereins für die Rübenzucker- Industrie drs
DoutsP-hen Roiches Z. z11„ker.
dos Veroins akadom. geb. Zuckorteehnikrr Z. nkad.
(allgemeine) fiir Biorhrauerni und l\lalzfahrikation Z. Rirrhr.
für die gesammto Kiiltoindustrio Z. Kiillr.
fiir die gcsamn1te Kohlensiiuro-1 ndustrie Z. Kohlr11.,,'i11re
fiir dio gosammto Textilindustrie Z. Trxtil.
fiir comprimirte und tliissigo Gase Z. On.~r-
für Eloktrochemio z. f:lrktr.
<los Vernins deutscher Ingenieure Z. !11_qr11.
des Oberschlesischen Borg- und Jiiittonven•ins Z. 0/irr.srhl.
fiir praktische Orologie Z. Ueol.
der deutschen geologisclH•n Gesellschaft z. [/l'O{Of!ISdl.
für das Berg-, lliittPn- und RalinonwPst'n z. n„r,qh.
fiir Cntcrsn<'lnrng der Xahrungs- 11. 0f'nnssmittd Z. l 'ntrr.,.

Abkürzungen der Maasse, Gewichte u. s. w.


)Ieter 1//, IIPktokilogr. ( 100 k) hk
Centimctor cni Kilogramm k
Millimeter mm Gramm g
Cubikmeter clnn 1\1 ill igram m mg
Hektoliter hl IIoktowiirmceinh. (IOO w) hll'
Liter l Wännreinheit 11'
Cubikcentimetcr Cf' Meterkilogramm mk
Tonne (1000 k) t Pfenlestiirke Pf.
I. Qgtuppt.

Chemische Technologie der Brennstoffe.


Holz, Torf, Kohle, Koks.
Vor r ich t 11 n g z 11 m Verkohlen von Holz ab fä 11 e n 11. s. w.
in Rohren, bei welcher mittels Pressstempeln der Rohstoff in die Rohre
eingepresst und .in Form eines Kohlenstranges wieder herausgepresst
wird, von 0. Halten hoff (D. R. P. Nr. 137 354), ist dadurch gekenn-
zeichnet, dass ein System von Rohren (Presskammern) in einem Heiz-
raum eingelagert ist, welches gleichzeitig mit den Pressstempeln ge-
dreht wird, so dass nur in gewissen Zeitabschnitten das Verkohlungsgut
in den Rohren vorgeschoben wird, um ein schnelles und gleichmässiges
Verkohlen des Verkohlungsgutes bei geringem Kraftaufwand und Ver-
wendung kurzer Rohre herbeizuführen.
Vorrichtung zum Verkohlen von Holzabfällen, Torf
o. <lgl. mit über den Verkohlungsrohren angeordneten Einfüllcylindern,
in welchen das Gut vermittels erhitzter Luft vorgewärmt wird, von
0. Haltenhoff (D. H. P. Nr. 144946), ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Fiillrohre einerseits mit dem Schornstein und einem in dem
Heizraum angeordneten, erhitzte Luft zuführenden Rohr, andererseits
mit den Verkohlungsrohren in Verbindung gebracht werden können.
Liegende Retorte
z u r Ver k o h l u II g v o n Fig. 1.
Ho 1 z des Be r l i II er
Holz-Comptoir (D. R. R /J
Nr. 142 457) wird durch P
Thiir b (Fig. 1) beschickt
und entleert und hat eine d
Unterfeuerung c. Die Heiz-
gase ziehen zur Ausnutzung
ihrer Heizkraft nach dem c ,- - ; , .
Durchstreichen des inneren "11=(;;,:C::?'.;.>7:,,w~· ;///:%// <:'?}':,:/":;.,.
~ . . : //'//,/' 4"4/%:t/_,,(' ,/, , ., ...L. ,
Heizrohres d durch einen - - ""'~"w ' ,~ ·
über der Retorte angeordneten Kanal g, bevor sie durch den Fuchs abziehen.
Die Decke h des oberen Feuerkanals g kann .zu weiterer Ausnutzung
6 I. Gruppe. Chemische Technologie ucr llrennstoffc.

der Wärme des abziehenden Feuerstromes dienen, z. B. znr Trocknuug


des essigsauren Kalkes.
H e r s t e 11 u n g p o r ö s e r v e r k o k t e r H o 1z k o h l e n b r i k e t t s.
Nach Deutsche Gliihstoff-Gesellschaft (D.R.P. Nr.141343)
wird dem Pressgut vor der Verkokung Natriumcarbonat, Kali11mcarbo-
nat, Ammonsalze oder ähnliche beim Erhitzen Gas abgebende Salze zu-
gesetzt (?).
Skandinavische Torfmoore. Zu den Tiefmooren g-rhören
der Erlentorf, Riedgrastorf und Binsentorf. Der ErlPntorf enthält Reste
von Erle, Birke, mehreren kraut- und grnsartigen Gewächsen und von
Amblystegium 1). Dieser staubartigc Torf ist fiir Brennzwecke wenig
geeignet. Der Riedgrastorf enthält vorwiE'gP111! Braunmoose, ist häufig
mit Schlammt11eilen vermengt; er eignet sich besonders filr l'resstorf.
Der Binsentorf besteht aus wenigen Braunmoosen, SE'f'graswurzeln und
Wurzelstöcken (Phragmites und Eqnisetum), f'ntliält stets Schlammreste
und ist wenig geeignet zum Brennen. Zu den Hochmoortorfon gehören
der Kiefertorf mit Resten von Nadelholz, bildet nur wenig mächtii,re
Lager und wird als Ackerland benutzt. Der fü•isigtorf liefert im Torf-
sumpfstadium guten Brennstoff. Der Eriophorumtorf, ein Wassermoos·
torf, liefert Streu und im 8chlammstadium ein vorzngliches Brenn·
material, dagegen machen ihn die llumusstoffe zum Presstorf wenig
geeignet. Der Fliesstorf enthält Griiser, Wassrrklee, Drm,era, }foose,
ist schwer zu gewinnen. Binsentorf bildet sich im BeckPn mit stei·
gendem Wasserniveau; hierher gehiiren die grossen Lager in den
nordländischen 8ilmpfen und in :\littelschweden. (Oesterr. Bergh,
1903, 3!:12.) .
Vor b er e i t n n g von Ho 1z ab fä 11 e n , Torf und ähnlichen
Cellulose enthaltenden :\l aterialien für die Ueberfiihrnng in eine dichte
Form. A. C 1a s s e n (D. R. P. Nr. 142 432) bezwrckt, Holzabfälle
sowie Torf und ähnliches Cellulose enthaltendes :\laterial so vorzube-
reiten, dass sich dasselbe ohne Anwendung \·on Bindemitteln in eine
dichte Form pressen lässt. Das Verfahren besteht darin, dass das
Material mit einer }lineralsäure von einem derartigen Verdilnnungs·
grade befeuchtet und erhitzt wird, dass eine eingreifende chemische
Einwir.kung auf die Bestandthei/e des lfaterials ausgeschlossen ist,
wonach die erhaltene )lasse mit Wasser ausgelaugt und getrocknet
wird (?).
Vorrichtung zum Schneiden und Zertheilen von
Torf von E. F. W. Bode (D. R. P. Nr.14012:l). - !fahrbare Torf·
verarbeitungsmaschine von \V. Galecki (D.R.P.Nr.134745),
Trocken vor r ich tun g für Torf. Nach K. II an n e man n
(D. R. P. Nr. 13!) 056) wird der Torf mittels Schnecken durch Röhren
hindurchgefiihrt, welche von aussen geheizt werden.

1) Vgl. F. Fis oh er: Chemische T,,ohnolog-io d,,r Br,,1111~tflffe, ßd. I,


S. 4:.?!) (Braunschweig 1807).
llolz, Torf, Kohle, Koks. 7

Zur Herstellung von b r i k et t i r barem Torf wird nach


ll. Krupp und G. Heine (D. R. P. Nr. 143 404) Torf in Vorri chtungen,
wie sie in der Papierfabrikation gebräuchlich sind , verarbeitet.. Der
unzerkleinerte Torf wird einem Bottich, in welchem er durch Rilhr-
flilgel in ständiger Bewegung gehalten wird, durch einen Siebcylinder ent-
nommen und auf ein endloses Band ahgegeben, worauf er durch Walzen
gedrnckt und schliesslich einer beheizten Trommel zugeführt wird.
Nach der Abstreifung von dem Rande ist der Torf zur weiteren Ver-
arbeitung fertig. - Presse zur Herstellung von Tor f b r i k et t s rnn
A. Anderson (D. R. P. Nr. 130550).
Ver k ok 11 n g von Tor f. C. La n r e n t ins (D. R. P.
Nr. 141 807) empfiehlt eine Retorte, bei welcher die aus Oeffnungen
am Boden der Retorte ausströmenden Retortengase zum Heizen der Re-
torte benutzt werden. Die Gase können nach beendigter Verk okung
durch einen den Aschenraum mit dem Schornstein verbindenden .Kanal
unmittelbar nach dem Schornstein geleitet werrlen.
Der O f e n zum Verkoken von Torf der Ha n n o ver ' s c h c n
Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft vorm. Egestorff
(D. R. P. Nr. 141 502) ist mit Feuerung b (~'ig. 2 und 3), Heizkanälen c
und Schornstetn d versehen. Der in der :Mitte des znr Aufnahme des
Schweelgutes die-
Fig. 2.
nenden Schachtes
angeordnete Heiz-
körper e kann auch
in mehrfacher An-
ordnung vorhanden
sein. f sind die
zwischen dem mitt-
leren Heizk örper und
der aussenbeheizten
Schachtwandung a
angeordneten Gas-
und Dampfablei-
tungsringe. Bei g fin-
det die Beschickung
<les Ofens, bei h die
Entleerung in be-
kannter Weise statt.
Der mittlere Heiz-
körper e kann durch
die beim Schweel-
process entstehenden
brennbaren Gase, oder durch andere Verbrennungsgase oder durch beide
zugleich beheizt werden indem diese Heizgase bei i eingeführt, erforder-
lichenfalls mit der du;ch den Kanal k strömenden Verbrennungsluft
gemischt und schliesslich nach Durchströmung des Heizkörpers e bei l
8 1. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

in den Schornstein d abgeleitet werden. Die Oasableitungshohlräume /


werden von aus jalousieartig sich überdeckenden Doppelringen gebildet,
von denen der oberste
Fig. 3. Ring abgedeckt ist, so
dass ein Eindringen des
Schweelgutes in die Hohl·
räume unmöglich ist. Es
können auch mehrere
Systeme von RingkcJrpern
m
neben einander angeord·
net sein, wodurch eine
Theilung in mehr als
zwei senkrechte Sch.weel·
gutschichten möglich ist.
Die Ableitung der Oase
und Dämpfe (Wasser·,
Ammoniak-, Essigsäure·,
Theerdämpfe 11. s. w.) er•
folgt im oberen Theil des
Ofens durch die Leitnng
m; ein Theil der Oase
wird durch das Rohr „
abgefilhrt. Die Oase wer-
den in bekannter Weise
weiterbehandelt und ver·
werthet. Durch die Röhren o kann man in bekannter Weise nber·
hitzten Dampf in das Ofeninnere einführen.
Retorte zum Verkoken von Torf. Nach l\f. Ziegler
(D. R. P. Nr. 144 149) ist der obere Theil der Retorte aus einzel~en
über einander angeordneten Ringen zusammengesetzt. Die Scheide-
wände a 1 b1 (Fig. 4 und 5), welche mit dem Ring ans einem Stnck
gegossen sind, bilden mit dem Ringe die Hohlräume ab. Diese stehen
durch die beiden unten offenen, sich an die breiten Wandnngen der
Retorte anlehnenden Kanäle c mit einander in Verbindung. Die unte~n
Scheidewände treten bei den tiefer gelegenen Ringe n etwas gegen die
Retorten wände hin znrnck, so dass zwi schen den oberen und nnteren
Scheidewänden jalousieartige Oeffnungen verbleiben, welche dadurobd
noch etwas vergrössert sind, dass die Scheidewände am unteren Ran e
ein wenig in das Innere der Retorte vorspringen. - In Folge dies?r
Einrichtung erweitert sich der Füllraum der Retorte pyramidenartig
nach unten. Dementsprechend vergrössort sich auch die Heizfläche det
Retorte nach unten. - Die in dem Fnllra.nm der Retorte ent,~ickelte:
Gase entweichen durch die jalousieartigen Oeffnnngen in die dul'O
die Scheidewände abgetrennten Hohlräume und ziehen durch die Rohr-
leitung e ab. - Die an den breiten Wanrlnngen entwickelten
welche an diesen in die Höhe steigen, werden von den unten offen
oa:
Holz, Torf, Kohle, Koks. 9

Kanälen c aufgefangen. Diese Kanäle bilden demnach nicht nur die


Verbindung der an den beiden schmalen Seiten der Retorte angeordneten
Fig. 4.

Fig. 5.

Gasfänge, sondern sie sind auch selbst Gasfänge. Die jalousieartigen


Oeffnungen sind von oben leicht zugänglich und Verstopfungen können
sehr bequem beseitigt werden. (Vgl. J. 1899, 28; 1901, 8.)
Torfdestillation. L. C. Wolff (Verb. Gewerbfl. 1903, 295)
berichtet iiber Versuche, welche im Auftrage des preussischen Ministeriums
an einem Z i e g 1er' sehen Ofen in Oldenburg ausgeführt wurden. Der in
Soden geformte lnfttrockene Torf wird in stehenden gemauerten Schachtöfen
durch äussere Erwärmung des Mauerwerks möglichst unter Luftabschluss
so stark erhitzt, dass alle fliichtigen Stoffe in Form von Gasen und
Dämpfen entweichen. Aus diesen werden die niederschlagbaren Theile
durch Abkühlung abgeschieden und für sich weiter verwerthet; die gas-
förmig bleibenden haben meist so viel Heizwerth, dass sie bei ihrer Ver-
10 I. Gruppe. ChemiHche Technologie der Brenn8totfo.

brennung die zum Erhitzen der Torfschachtöfen erforderliche Wärme


liefern. Das Verfahren erfordert daher in der Regel kein besondere&
Brennmaterial. Die condensirbaren Stoffe bestehen wesentlich aus Theer
und Theerwasser; aus dem ersteren werden Paraffin, Gasöl und andere,
auch phenolartige Verbindungen, aus dem Theerwasser }lethylalkohol,
schwefelsaures Ammoniak und Essigsäure gewonnen. Die Torfsodell
geben als llauptproduct sogenannten Torfkoks. Die Fabrik hatte 5 Ver-
kohlungsöfen, Nr. I, II und III waren im J. 18!)7 gebaut, Nr. IV ein
neuerer, schon verbesserter Ofen wurde im J. 1 üOO, und Nr. V ein no~
weiter verhesserter Ofen im J. rno 1 erbaut. Der Inhalt hetrng bei
I, II und III je etwa 14 cbm, bei Nr. IV 16 cbm und bei Nr. V 19 cbtn,
Die Ofenschächte waren von Feuerziigen umgeben ; jeder Ofen hatte
einen llilfs-Planrost von 0,43 qm Rostfläche zum Anheizen der Schacht•
öfen bis zu dem Zeitpunkt, wo die Verbrennungswärme der Schweel·
gase zur Unterhaltung des Schweelprocesses in den Oefen ausreichten,
Der Hilfsrost lag je am Anfang der ~'euerziige. - Die Feuerkanäle aller
Oefen miindeten in einen Sammelkanal und dieser in einen rundell·
Schornstein von ungefähr 35 m Ili\hi>. Zur Beschiekung hesassen die
Oefen I, II und Ill je eine, die Oefen IV und V je zwei runde Oeffnungen
von 0,5 m Lichtweite auf ihrer ohrren Plattform, die durch eiserne
Abdeckplatten gebildet wurilf'. Die Höhe biR zur Plattform hetrng etw•
8 m von der Feuerthilr und !l m vom FuRsboden dfs IIeizerstandes aus
gerechnet. Der Verschluss der FillHiffnnngen wurde durch eine gnss•
eiserne Glocke bewirkt, deren Abdiehtung nach anssen dnrch heran·
gekehrten Torfgrus erfolgte. fn der Höhe der Ofendeckplatten ~~
durch das Ofengehände eine massive Decke gezogrn, welche glcichze1tig
als Plattform filr die Lagernng des Torfes diente. Im Kellerrau(I)
endigte jeder Ofen in einen eisernen Trichter mit seitlicher, verschlie&S"
barer Oeffnung zum Abziehen des Koks. Auf einem unter den Oefen
entlang laufenden Feldbahngeleise wurden Wagen unter diejenigen
Oefen geschoben, aus denen gerade Torfkoks zu ziehen war, und nach
erfol~ter Filllu~g und Abschluss grgen Luft durch DcckelverschlOS~
auf erner ansteigenden Rampe mittels einer Winde znr Ahknhlung au
das Terrain des Fnbr,khofs gehoben. - Die HiifRroste der Oefen wurden
bei den ~ ersuchen. nur zum Anheizen benutzt; nach Aufnahme
regelmäss1gen Betnebs wurden ihre Feuerthiiren dicht verschlossen un
d1
mit Lehm verschmiert, da sich das in den Feuerkanälen verbrennen~e
Heizgas zur Heizung der Schächte als ausreichend erwies. Dieses IIeis•
gas trat ans einer vor den Oefen im Ofenhaus liegenden 30 cm weiten
Rohrleitung mittels je zweier Abzweigrohre in die Kanäle jedes Ofen;
in welche ausserdem Luft eingelassen wurde. Das Gas kam aus .d
Condensationshatterie, in welcher es von den niederschlagbaren Theiletl
durch Abkfihlung und durch Oberflächenwirkung möglichst befreit .,,,.r.
Das in den Schächte~ der Oefen durch den Schweelprocess entwickeli-
Gas wurde durch . emen Exhaustor und zwei saugend.e D_ampfs~~
apparate, welche m den Lauf der Condensationsbatter1e emgescbal
Holz, Torf, Kohle, Koks. 11

waren, aus den Oefen abgesaugt und durch die Batterie den Gasleitungen
zur Speisung der Feuerkaniile zugedrnckt. Wenn die Ofenföfnungen
zum Beschicken mit Torf oder die unteren zum Abziehen des Koks ge-
öffnet wurden, so traten hierbei erhebliche Luftmengen in die Oefen ein.
Ebenso fand Luft Zutritt in den Schweelraum durch die Undichtheiten
der geschlossenen Beschickungsöffnungen und des Ofengemäuers; wahr-
scheinlich ist es ferner, dass auch Verbrennungsproducte der Heizgase
in verschiedenen Stadien der Verbrennung durch l\Iauerwerksfugen hin-
durchgetreten sind. Die in die Oefenschächte tretende Luft verdnnnte
~icht nur die Schweelgase, sondern brachte auch einen Theil des Torfes
1
~ den Oefen zur Verbrennung. Diejenigen Heizgasmengen, welche filr
die Oefen nicht mehr gebraucht wurden, gingen durch eine Fortsetzung
der Hauptleitung weiter in ein unweit des Ofenhauses stehendes Kessel-
haus, in welchem sie durch dicht ilber den Planrosten eines Zweiflamm-
rohrkessels mündende Rohre ausströmten und zur Heizung dieses
Kessels verwandt wurden. Der Dampfkessel diente zum Betrieb des
Exh~ustors, der Strahlapparate und mehrerer Pumpen und Heiz-
vorrichtungen. - Die Niederschläge in den Condensatoren sammelten
sich in einer Grube und wurden von hier in ein Sammelgefäss aus
E_isenblech heraufgepumpt. In diesem Theersammler sonderten sich
die Fliissigkeiten in zwei Schichten; die untere, eine schmutzigbraune,
wässerige Flilssigkeit, war Theerwasser; die obere war Torftheer, eine
oberhalb 30 bis 400 dickflilssige schwarze )lasse, welche abgeknhlt
schmalzartig war. Der verwendete Torf enthielt 28 bis 36 Proc. WaRser
und hatte (wasserfrei) im Durchschnitt folgende Zusammensetzung:
Kohlenstoff :"11,2 Proc.
\Vasserstoff :i,3 ,,
StiekstofT . 1,0 „
Schwefrl 0,2 .,
S:uwrstoff . 41, 1 „
Asl'he . . 1,3 „
und 5380 w Brennwerth also mehr als der Du 1o n g' sehen Formel
?nt~pricht (J. 1893, 6; 189!), 5). Der erhaltene Torfkoks enthielt
3 bis 8 Proc. Wasser und (wasserfrei):
Kohlenstoff 87,8 Proc.
,vasserst.off :.?,O ,,
~tickstoff . 13 ,,
Schwefel . o:a .,
Sauerstoff . 5,:i „
.A~cho . . 3,2 „
Brennwerth 7889 w.
Die .Anlagen ergaben eine Ausbeute nach dem ~e~richt des \'er-
schweelten lufttrockenen Torfs mit dem durchschmtthchen Wasser-
gehalt von 31 Proc. von:
Theerwasser (nnverdiinnt) <'Orrigirt :31,2 Proc.
Theer . . . . . . . , · · 4,5 „
Koks . . . . . . · 27,3 „
Uas tunverdüunt, als Rebt) 3i,0 „
12 I. Gruppe. L:hemi~cho Technologie (!er Brennstoffe.

Die Zusammensetzung des Gases war im Mittel:


Kohlensiinrn 27,4 Vol.-l'ro, ·.
Sauerstoff . 2,2
Stichtoff . :.!:!,:> ,,
Kohlenoxyd 8,ß ,.
Methan . . . . . . . 14,8
Schwere Kohl(\nwa,-,sorstoffe . 1,(\
"'asscrstoff :..?:l,6 "
Die abziehenden Heizgase enthielten im :\litte!:
Kohlensiiure 6,1 l'roc.
Hanerstoff . . . 13,8 ,,
Sti<'kstoff . i!l,!l "
also gewaltigen Luftilberschuss und ergaben - bei 3020 Ahgangs-
temperatur - sehr grossen Wärmeverlust lJ. - Das Theerwasser f.'nt-
hielt O, 7 his 0,8 Proc. :'\fethylalkohol, 0,0 Proc. Essigsäure, 0,35 Proc.
Ammoniak. - Der Theer bildete eine schwarze )l.asse von hntterähn-
licher Consistenz und schwach saurer Reaction, Schmelzpunkt 28 his
2flO, spec. Gewicht 0,08 1 hestf.'hend zum grossen Theil ans leichten
(45 Proc.) und schweren Kohlenwasserstoffen (lf> Proc.), zum kleineren
Theil aus phenolartigcn Kiirpern. Im Durchschnitt lieferte der Thcer
2!1, 15 in 30 Proc. Natron lauge lö,ilicher Antheile. - Wo I ff gibt über
die Vertheilnng der Brennwerthe schlies,ilich folgen<le Znsammenstellung:
Koks 0,28 i . 7:i7:l - :!1 ;,2 w = :,li,8 Proc. der w im Torf
Theer 0,04.i . !i:l:lO - 4:!0 11, 1 ,.
Oas . O,!ii:l . '...'Hii - mm ·l:l.:i ,.
llolz~eist 0,00:14 . ii38:! - 1S o.~,
EsHigHiinw 0,004t . :l.i.-in - lfl O, t
Ammoniak 0,00 lfi . ;;:11 :! - n O.:!
Abfall . 0,()( )0~ . 4S40 -== ~ 0.0:") ,.
O.SI ~l!I . :i:l:!(i - 1:!fiH ,,.- = 11 :!,;i 1'1·oc. det·-witn 1.'orf
g,,g,·11 Torf 1,( K) mit :li!lO w.
Wolf f schreibt: 11 Jn den H0,00 Proc. calorimetrirbarer Prodncte
ist etwa '/8 mehr an freier Energie enthalten als im urspriinglichen
Torf; jedes Kilogramm dieser Prodncte hat sogar <lurchschnittlich 5326 w
an Heizwerth, d. h. der Process ist ein endotherm1sr.h>'r. Er hat inso-
fern eine Aehnlichkeit mit dem der einstmaligen Hildnng rles Torfes
(Pflanzenwuchs nnd Vertorfung unter dem Einfluss von Licht und Zu-
fuhr äusserer Wärme), als hei heiden Vorgängen exothermische Um-
setzungen neben den en(lothermischen ein herlaufen, jedoch letztere das
Uebergewicht haben. Die Torfilestillation bil1let daher f'ine gleich·
sinnige Fortsetzung jener Vorgänge in der freit~n Natur, sie concentrirt
uns die freie Energ-ie und deren Hauptträger binnen kurzer Zeit, wäh-
rend die freie Natur hierzu wegen geringern Temperaturwirkungen sehr
viel längere Zeit gebrauchen wnrdf'. (Das ist nicht richtig. Bei der
Torfbildung wird keine Wärme aufgenommen, sondern ahgf.'gehen -
J. 1890, 8.) Dei clil:'sen Verkohlungsversuchen sin,l nicht 112,f) Proc.
1) Vgl. F. Fischer: Taschenbuch für Fcnemngstcchnik,,r, ;,. Aufl, S. 52.
l111lz, Torf, Kohlo, Kok s. 13

der Wärme nutzbar gemacht - was ja selbstverständlich unmöglich


ist - , sondern nnr 69 Proc., da ja das Gas zum Heizen der Retorten
diente, um in der Retorte dio zu den Hea ct.ionen
C + 2 H2 0 = COj + 2 H1 und
C + H2ü =- CO +
H~
erforderliche Wärme m liefern . (.T. 1889, 39 1 ; 189 1, 84;
1893, 108.)
Braunkohlenhergbau in Nordhühmen nach K. Balling
(Oesterr. Bergh. 1903, 61 i). - Braunkohlengrube Jelia in Siidnngarn
(Berghzg. 1903, 105). - Braunk ohlenix'rghan des Briixer Reviers
(Berghzg. 1903, 82).
Trocknen von Braunkohle. Nach E. Pa ssb urg (D. R. !'.
Nr. 142 217) ist zwischen zwei oder mehreren der hekannten, als Vor-
und Fertigtrockner dienenden drehbaren Röhrentrockner eine kleine Zer-
kleinerungsvorrichtun g eingescha.ltet, während der ,ran tel der Ferti~-
trockentrommel mit Oelfnungen und Si eben versehen ist, zum Zweck,
das feine trockene Out abrnscheiden.
Vorrichtung zur Verhntung des Verstopfens der
Röhren in Schulz' s c h e n R ö h r o n trockner n. Nach Th. Ho y e
(D. R. P. Nr. 142 402) sind an den Eintrittsöffnungen der Rohre Stege
o~er Kreuze eingesetzt, welche das Eindringen grosser Kohlenstncke in
die Röhren verhindern sollen 'J.
Dampftellertrockenofen des Braunkohlenwerks
Br n h l (D. R. P. Nr. 143 066). Am oberen Ende der Tellerachse a
(Fig. 6) ist ein mit
dieser sich drehender Fig. r..
Kühlarm x ange-
bracht, um die regel-
mässige Zuführung
der Kohle durch den
Zuführungsschlitz
zwischen den Theilen
d und e zum Ab-
streichteller p zu be-
wirken.
Fördervor-
richtung fnr ge-
da rr t e K o h 1 e.
Nach i\[. Schirach
(D. R. P. Nr. 139 352)
sind unter der Press-
vorrichtung schräge Leitflächen angeordnet, welche die von erste-
rer entfallende Kohle unter Jfitwirkung einer Absaugevorrichtung
--- -- -
b' 1) Vgl. F. Fis c her: Chemi ~cbe Technologie der Brennstoff'e, Bd. 2, S. 2
1s 36 <Rraunsclnveig 1001).
14 I. Grnppe. C'hcmischo Tcchnoloiif' der BrcnnstolTc.

ohne Staubentwickelung in die· Kanäle g(lgen die Förderschnecken


leiten.
Behandlung von Braunkohle, Steinkohle, hitnminiisem
Schiefer, Torf, Holz n. dgl. mit Theer- und Oeldämpfen. Nach
F. Huppenbauer (D. R. P. Nr. 143614) werden die <lurch trockene
Destillation der organischen und unorganischen Stoffe gewonnenen
Dämpfe zum einen Theil direct in eine das zu tränkende Gut enthaltende
Mischtrommel eingeführt, zum andern Theil in eine Kfihlvorlage behnfs
Abscheidung des Theeres geleitet, worauf der letztere den Gasen bei-
gemischt, dadurch wieder verdampft und gleichfalls in die Mischtrommel
eingeführt wird.
Der K o h l e n h e r g b a n a u f d e m l i n k e n U f e r d e s N i e d e r -
r h eins ist neuerdings von Erfolg (Oestcrr. Bergh. 1 !)03, 407).
Ru h r k o h 1 e n. Die nördliche Grenze der Kohlenfelder iru
rheinisch-westfälischen Industriebezirk wird von .Tahr zu Jahr weiter
gerilckt. Gegenwärtig wird sie von einer Linie gebildet, die im Westen
bei Bnnderich auf dem linken Rheinufer beginnt und ilh1:r Schermbeck,
Hervest-Dorsten, Hiils, Olfen, Nordkirchen, Hebern nach Beckum ver-
läuft. Beckum ist vorläufig der östlichste Endpunkt dieser 105 km
langen Linie, doch soll die internationale Rohrgesellschaft zu Erkelenz
beabsichtigen, ihre Bohrthfirme weiter nach Osten bis in die Gegend
von Oelde vorzuschieben. Innrrhalb eines Zeitraumes von 3 Jahren
Aind auf beiden Ufern der Lippe weit über 30 Bohrlöe.her im Bergfreien
niedergebracht worden, welche sämmtlich das Vorhandensein· von Stein-
kohlen durchweg in einer sehr beträchtlichen Tiefe ergeben haben. Dif'
tiefsten Bohrll'icher im Lippegebiet befinden sich bei Schermhcck (fl 14 m).
Spellen (92fi m), Hilnxe (938 m) und Beckum (1012 m). Danebf'n
gibt es zahlreiche Bohrll'\cher, rlie bis zu einer Teufe von 800 bis 900 m
niedergebracht worden sind. rm Ganzen gegenwärtig 36 neue Sch1\chte
im Bau begriffen. Durch diese Bohrungen ist rler Beweis erbracht
worden, dass das Lippethal von Lippstadt bis zur ~lnndung des Flusses
grosse Schätze von Steinkohlen birgt, deren Hebung nur noch eine Frage
der Zeit ist (Berghzg. 1()03, 161).
Steinkohlen g r n b e n im Ruhr k oh I e n bez i r k bespricht
II 11 n d t (Stahleisen 1903, 761); die westlichen Gruben Rind vortheil-
hafter als die östlichen.
St e i n kohlen f u n de in Be 1g i e n. Nach Sc h u 1 z - TI r i es e n
(Glf. 1903, 873) sind in der belgischen Campine etwa f>O Bohrnngen
niedergebracht, von denen 37 das Kohlengebirge erreichten, i ein nega·
tives Ergebniss hatten und 6 noch im Niederstoss('n brgriffen sind. Von
den negativen Versuchen sind besonders bemnkenswerth diej<'nigen bei
Kessel in der Provinz Antwerpf'n, die von Ifof'sselt und von Lanaken
in der Provinz Limburg. Diese dr('i Auf~chliisso hahen df'n Nachweis
erbracht, dass die Linie Kessel-Lanaken aller Wahrscheinlichkeit nach
die sfidliche Grenze des Beckens bildet, und dass die Hoffnung. dass
sich das Lütticher Becken bauwilrdig bis zur Campine hinziehen wnrde,
Ilolz, Torf, Kohle, Koks. 15

aufgegeben werden muss. Die nördliche Grenze des Beckens ist noch
nicht bestimmhar, da in den nördlichsten Rohrnngen die Schichten nach
Nord fortgesetzt einfallen. Die geringste :\liichtigkeit des Deckgebirges
betrug 403 min der Nähe der :\faas, die grösste 775 m in der Provinz
Antwerpen.
Die wichtigsten Steinkohlenhecken Russlands
besprechen P. Paltschinskv und Fedorowitsch (Rerghzg.
ln03, 291). .
Steinkohlen in Kleinasien. Nach B. Simmersbach
(Z. Geol. 1flO:!, 16fl) hesitzt Kleinasien in der Gegend von Heraklea ein
~teinkohlenbecken, dessen Ausdehnung unser grösstes deutsches Becken
1
1:'1 Ruhrgebiet um mindestens das Doppelte 11hertrifft.. Die Kohle ist
€me der unterrn Steinkohlenformation angehörige :\lagerkohle, die sich
als Schiffskohle unrl zn metallurgischen Zwecken bereits gut be-
währt hat.
. Der maschinelle Abbau in den Steinkohlengruben
:W 1rd ausfnhrlich besprochen (Berghzg. 1!l03, 327). England erzeugte
im J. 1900 228 784 000 t Steinkohle, wovon ungefähr 3 200 000 t.
maschinell, mit Hilfe rnn 311 Schrämmaschinen erzeugt wurden. In
demselben Jahre erzengten die Vereinigten Staaten 243 387 000 t, wo-
?n etwa 52 000 000 t masehinrll, mit Hilfe ,·on 312 5 Schrämmaschinen.
n dden Vereinigten Staaten sind es irn,besondere die hohen ArbeitsWhne
un der :Mangel an Arbeitskräften, ,wlehe 1.nr Einführung der Sehräm-
t~chinen führten, in England theilwE>ise der letztere Grund, \·ornehm-
ic aber die Verarmung der alten Baufrlder, deren E>rgiebigste Flötze
rbs h 6 P ft sind 1); es verbleib<'n hif'r nnr Flötze, die man frilher als
0 O

un
z .· ·l . hetracht
auwnrdig et hat, .,ua sie
· entweder srhwac h oder d nrc h tau be
s'; .
isc ienbänkc m zwei Theile getheilt sind, oder weil die Kohle zum
k c näm?n zu hart ist, oder en11!1ch wril drr Handbetrieb zu viel Klein-
F1~le giht. Die Schrämmasdiinrn sind hpsonrlers bei rliesen letzteren
otzen Yerwendet worden und haben hei llenselben auch ausgezeichnete
R esultate ergehen.
D i e W u r m k r a n k h e i t i m R n h r k oh 1e n geb i e t hat sich
~tark verbreitet (Berghzg. 1!)03, 178 11 • !'ill). Die Eier und Larven
~ e~ Wurmes Rind nur bei höheren Temperaturen, hoher Feuchtigkeit und
)Cl ahgeschloRsenem Sonnenlichte lebensfähig. In der Grube finden sie
tso die ~ilnst.igsten Lebensbedingungen. Gelangt nun eine ausgebildete
arve, die fnr unser Ange wegC'n ihrer Kleinheit noch unsichtbar ist, in
d.en :\lagen und weiterhin in den Darm eines Memichen, so entwickelt
sich aus derselben der eigentliche Wnrm, der sich alsbald in der Schleim-
haut des Darmes festsangt und ähnlich wie ein Blutegel, dem Körper
u~anfhiirlich Blnt entzieht; der Biss des Wurmes ist auch giftig. So
wird der \·on dem Wurm befallene )lensch langsam mehr und mehr

<l 1) Vg-1. F. Fisch r r: l)jt1 Rrrnn~t-0ffö neutJ<chlnnds und der iibrigcn J„'indcr
er Eruo nn1l dir Kohlrnnoth, ~. 77 (Braunschw<'ig 1901 ).
16 I. Grnppe. Chemische Technologie der Hn,nmJoffo.

geschwächt; er bekommt eine blasse, erdfahle Gesichtsfarbe, bleiche


Lippen, blasse Ohren. Das Auge wird matt, auf der Innenfläche der
Lider ebenfalls blass oJ.er gar weiss. Der Körper ermiiJ.et leicht, das
Gefühl der Mattigkeit nimmt von Tag zu Tag mehr nherhand; mitunter
schwellen die Fnsse an. Dann ist es die höchste Zeit, den Wurm ab-
zutreiben, um noch den Tod des )lannes zu verhindern. Das sicherste
Mittel gegen die Krankheit besteht darin, dass man sich hiitet, die
Keime des Wurmes in sieh aufzunehmen, und das kann jeller bei ge-
höriger Vorsicht wohl vermeiden. Die Aufnahme geschieht nur durch
den Mund.
Z II r V er w e r t h 11 n g d e r G r 11 b e n g a s e werden nach B. S o n -
heur (D. R. P. Nr. 13!)G!)J) Löcher in die Kohlcnfliitze gebaut, in
welche mit einer Rohrle1t.11ng verbundene Saugrühren so eing-efiihrt
werden, dass das Grubengas aus dem Innern der Kohlcntliitze oder clcr
grubengashaltigcn Kohlenmasse abgesaugt und in natiirlichem Zustande
ohne Luftbeimengung gewonnen wird.
Erhöhung der Wetters ich er h e i t der sog. wette r -
sicheren Sprengstoffe in Kohlengruben. Nach II. Bren-
11 er (D. R. P. Nr. 139 G95) wert!en zur Berieselung vor Ort und zum
Abschliessen der Arbeitsstrecke durch einen Flnssigkeitsschleier vor und
wiihrend des Schiessens an Stelle von reinem Wasser Fliissigkeiten be-
nutzt, die an sich schon flammentüdtende Wirkung besitzen, z. B. Bor-
säurelösung oder Sulfatlösungen.
Zur Herstellung eines Bindemittels zur Briketti·
r u n g von Kohlen k 1ein u. dgl. werden nach E. T r a i n er ( D. R. P.
Nr. 140 542) Kohlenhydrate und ähnliche Verhirnlungen ( Pentosane,
Hexosen), Albuminoide, Albnminate, Terpene, Harze und Ester mit
"Salzen schwefelhaltiger Säuren gekocht. Als solche kommen beispiels-
weise die in den Ab laugen der Sulfit c e 11 u lose f ab r i k a t i o n ent·
haltenen sauren schwefligsauren Salze in Betracht. Kohlenhydrate ent·
haltende Stoffe, wie verdorbene )fehle, Kartoffeln u. s. w., werden mit
<len Ablaugen in Druckkesseln g-ekocht, und hierauf wird die :\lasse zur
Trockne eingedampft. Diese kann dann wie ein festes BinJ.emittel,
z. B. Hartpech, verwendet werden.
Nach ferneren Angaben desselben (D. H. P. Nr. 142 8ü2) erfolgt
das Eindampfen von Sulfitcelluloselangen unter Zusatz ,on
Theer, Harz, Leim u. dgl.
Herstellung eines filr die Brikettirung von Stein·
kohlen geeigneten Gemisches aus ~'einkohle nnd gepul·
vertem Pech. Nach)!. Hecking (D. H. P. Nr. 135133) wird das
:\1ischgnt in einer rotirenden Trommel 11ntrr ununterbrochener Vor·
wärtsbewegnng der directen Einwirkung \'Oll Feuergasen im Gleic_h·
strom ausgesetzt und die Wärmezufuhr derart geregelt, dass llie I1c1z·
gase und Dämpfe sowie das Gemisch die Trommel mit einer Tern·
peratur von 80 bis 1500 verlassen, so dass das )lischgut direct hrikettirt
werden kann.
Holz, Torf. "Kohlt,, Koh. 17

D a s B i n d e m i t t e l z u r ll e r s t e 11 11 n g w e t t e r b e s t :i n -
<l i g er Briketts auf kaltem \V e g e von Wies n er &. Br II der
(D. R. P. Nr. 131 500) hesteht aus einem durch KoellC'n von Quecken-
wurzel und Eindampfen der C'rhaltenen Maische gcwonnC'nC'n Kleister,
welchem Steinkohlentlwer 1111<1 Kalkmilch zugesetzt worden sind.
Zur Herstellung eines Bindemittels fiir Stein-
k oh 1 e n b r i k c t t s durch Erwärmen <'inC'r )lischung von Hartpech und
Kleinkohle wird nach F. Sc h m et z und Q. Schramm (D. R. P.
Nr. 141344) Hartpech mit Kohle rnn einer Korngrösse, welche durch
Siebe von 50 his '..HiO Maschen :rnf 1 qc .Prlrnlten wird, zusammen-
geschmolzen.
Z II r Herstell II n g von Brikett s werden nach R. )1 c r t i g
(D. R. P. Nr. 142143) Colophonium oder ein anclrrrs Harz und Gips in
Pulverform innig gemischt, di<' so rntstandene )lasse wird grformt und
an der Luft erhärten gelassen.
Z II r Her s t e 11 u n g v o n Briketts werdrn nach 0 .•Tä g r r
(~. R. P. Nr. 142 088) in rinen Mischc~·linder dnrrh iiher rinander
liegende Einläufe zunächst dir schwereren Brrnnstoffe (Koh, Braunkohle),
dann die leichtPren BrPnnstoffc (Siigrmehl, Torfmull, Lohe, Laub 11. s. w.)
unter Befeuchtnng mit Dampf rin1rrfilhrt, worauf in dem unter-
sten Theil des l\1ischeylimlers diP Hindrmittel (Asphalt, Theer, Gips
u. s. w.) zngefilhrt W<'rdPn. Die rrhaltrnr )las~c wir,i in iihlichcr W<'iso
durch Pressen hrikettirt U).
Herstellung von PrPsskohlr aus Russ. Naeh F. )lar-
cus (D. R. P. Nr. 141 ~145) wird Pinc "ischnng rnn g-rwi',hnlichem
Ofen- und Scliornsteinrnss hPi so hohrm Druck grprrsst, dass ohne Zu-
filgung eines Bindemittels transportfähig-P Briketts Pntstrhen 1).
Herstellnng rineF. Brennstoffps ans bituminösen
Schiefem. Nach F. Hnppenlianpr (D. R. P. Nr.137834) werden
stilckförmige SehiPfrr l,ei Gliihhitzr drRtillirt, 11 111 sie porös und zum
Tränken mit Thcw-, Harz- und Oel<Him pfPn geeignet zu machen.
Verfahren, diP hei Koksöfen mit Gewinnung der
~eh e n Pro du c t e während dps Garstrhrns, Entleerens und Beschi~kens
SICh ?ildenden Gase und Dämpfr bPi ahgeschaltrter Hauptgasleitung
Yerm1ttels Verhindnng der Steigrohre mit ('iner besonderen Gasabfnhrung
zur Weiter'l"rrwendnng zn grwinnen. Nach F. Brnnck (D._ R. P.
Nr. 137 fiü3) sind di(' V('rkoknng-Rkammern a (Fig. 7 nnd 8 Seite 18)
durch die Steigrohre b \·erhnnden mit drr gemeinsamen Vorlage O ~nr
die DestillationRgase. Znr A nsfiihrung der N euernng ist für jede Steig:
rohrreihe eine liesondnre Gasleitung d angeordnet, welche unterhalb ~ei
oberhalb der Vorlage gelf'gen sein kann; der Querschnitt (Fig._ 8) ze~gt
beide Anordnungen. '1it diPsen Leitungen d werden nun_ di_e ~}01 ~-
rohre, nachdrm siP rnn der Vorlage abgeschlossPn sind, wie 111 g -

S , . _gl. F. F'is<'hf'r: l'lwmi~<'h<' T~f'hnolo,,.iC'


J) \r
c "
d<'r Brennstoffe, Bd. l,
· 3.) bis ->H (Brann~chwC'ig HII 11 ).
Jahrosher. d. ehern. Tt>rhnologio. XLIX. 2
18 I . Grup!Je. Chemische Technologie der Ilrenn~t"ffe.

zeigt, durch handliche, an die üblichen Ansströmöffnungen anzulegende


Rohransätze e verbunden. Letztere können auch, wie fnr b3 gezeigt,
durch Ventile el er-
Fig. 7. setzt werden , wobei
man diese zweck-
mässig mit den üb-
lichen Steigrohrven-
tilen so verbindet,
dass der Schluss der
letzteren das Oeffnen
der ersteren ver-
anlasst, und umge-
kehrt. Sind die Steig-
rohre nach Abschal-
tung von der Vor-
lage c an die Lei-
Fig. 8. tung d geschaltet , so
strömen die Gase und
Dämpfe, wenn man
lediglich ihren Heiz-
werth ansnntzen will,
direct nach einem Sam-
melfuchs f und von da
nach einer Fenernng,
z. B. Dal!l pfkesselfene-
run g, oder wenn man
vorher ihren Gehalt an
Nebenproducten gew innen will, dnrch Vermittelung eines (nicht dar-
gestellten) Saugers und Leitung ,11 nach ei ner Condonsationsanlagc. Bei
t.: ist das bisher meist übliche Entweichen der Dämpfe nn d Gase nn-
mittelbar aus den Steigrohren in die Lnft veranschanlicht.
Verfahren zur Gewinnung der Nehenpr od u c te aus
Koksofengaeen von W. Heinemann (D.R.P.Nr.13821'>0) ist da-
durch gekennzeichnet, dass in das von den Oefen kommende, bereits
abgekühlte Rohgas Wasserdampf, zweckmässig in form eines injector-
artig wirkenden Strahles, eingeführt wird, zu dem Zweck, dnrch den
sich condensirenden Wasserdampf die im Rohgas enthaltenen Theer·
theilchen auszuscheiden und das Ammoniakgas zu ahsorhiren. Der
Dampfstrahl soll zunächst eine mechanische Wirknn g ansnhen , indem
die Theernebel und kleinsten Theerthei lchen sich an dem Dampfstrahl
reiben und mit dem Dampf innig vermischen, so dass die Cond ensations·
gase vollständig von Wasserdampf durchsetzt sind. Hi erdmch kommt
j~es Th~ rtheilc~en in _unmittelbare Berührung mit dem Wasserdampf.
Diese Wirkung wird bei Anwl'ndnng des injectorarti g wirkenden Dampf·
strabls erhöht , indem der Dampf zertheilend auf die Theerthei lcbeß
wirkt und daher die innige Durchmischung befördert. Die Theer-
Hol z, Torf, Kohle, Kok s. 19

theilchen verflüssigen sich in dem ~laasse leichter mit den Wasserdämpfen,


als das bereits abgekühlte Gas den Dampf an der Condensation, beson-
d~rs wenn eine geniigend grosse Condensirvorrichtung gewählt wird,
nicht verhindert, wobei die Wasserbläschen das Ammoniak in Lösung
nehmen.. Der Wasserdampf soll also, in diesem Zeitpunkte des Pro-
cesses emgeführt, condensiren um das Ammoniak zu absorbiren. Dieses
ist aber nur möglich, wenn di; Gase bereits so weit abgekühlt sind, dass
sie die Condensation nicht verhindern; die Absorption des Ammoniaks ist
um so vollkommener, je inniger die Mischung zwischen Wasserdampf und
d~n Gasen ist, so dass also die zuerst genannte Wirk11ng des Wasserdampfes
die zweite wesentlich fördert. Die Abscheidung des Theers wie des
Ammoniaks soll bei richtiger Ausfiihnmg des Verfahrens vollständig sein.
V~rfahren zur Abkühlung des De s tillationsproduc-
t es mittels vorzuwärmender DPstillat.ionsgase von M. W a i R s h ein
(~. R. P. Nr. 144 148) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorwärme-
leitung für letztere d11rch die unterste rnn zwei oder mehr iiber einander
ange.ordneten, durch Schieber getrennten Retorten geleitet wird und dass
aus Jeder oberen Retorte das Rohgut, nachdem es durch die heissen Gase
?er Destillation unterworfen ist, chargenweise in die nächstfolgende bez.
m genannte untere Retorte geführt wird, wo es sich abkühlt und eine
Vorwärmung der hindurchgeleiteten Destillationsgase von niedrigerer
Temperatur bewirkt.
Gasführung bei liegenden Koksöfen mit gleich-
zeitiger Gewinnung der Nebenprodncte ,on F. J. Collin
(D. R. P. Nr. 138 622) ist dadurch gekennzeichn et, dass alles von der
Condensationsanlage kommende Gas, nachdem es an beiden Ofenseiten
und durch die neben einander und unterhalb der Ofenflure sowohl unter
den Oefen als unter deren Seitenwänden ·angeordneten Sohlkanl!.le ein-
geführt ist, in der Weise durch die Ofenwandkanäle geht, dass das in
die Sohlkanäle unter den Oefen eingeführte Gas nur durch die mittleren
lothrechten Wandkanäle steigen kann, wogegen das unterhalb der
'rrennungswände eingelassene Gas gleichzeitig auch durch die übrigen
\~andkanäle aufwärts geht, so dass alles eingefnhrte Gas den Boden und
die Seitenwände in horizontaler bez.
anfwärtsgehender Richtung bestreicht, Fig. 9.
so lange es zur Beheizung der Ofen-
kammern dient.
Abführen der Heizgase bei
li e g e n d e n K o k s ö f e n nach J4'. J·
Collin (D. R. P. Nr. 144828). An-
statt das znr Beheizung der Wandkanäle
benutzte Gas mittels über den Ofen-
gewölben liegender :Kanäle weiter zu
fnhren, werden die ,erbrannten Gase
durch zwischen den eigentlichen Heiz·
Zügen e (Fig. fl) angeordnete, in grösserer
2*
I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.
20
Entfernung als diese von den Kokskammern liegende Gaszfige n nach
der Ofensohle geleitet. Hierdurch ist es möglich , die Abgase mit der-
selben Temperatur den Sohlkanälen zuzuführen, welche sie im oberen
Theil der Wandkanäle erlangt haben, so dass die Abhitze noch zur Be-
heizung der Ofensohle ausreicht. Auch wird der Wärmeverlust durch
Ausstrahlung, welche durch die Abführung der Gase mittels der Kanäle
über den Ofengewölben hervorgerufen wird, voll ständig vermieden. Zur
gleichmässigen Vertheilung des HeizgasPs di enen ferner feuerfeste
Rohre t, deren Mündungen unter den Heizkaniilen t gleichmässig ver-
theilt sind.
Liegender Koksofen. Nach F..r. Collin (0. R. P.
Nr. 144 390) wird die Abhitze durch Kanäle a (Fig. 10 bis 12) fort-
geleitet, welche unter-
Fig. 10. halb der Sohlkanäle so
angeordnet sind , dass
die ganze freie Fläche
unter allen Oefen einer
Batterie von denselben
eingenommen wird. Die
so entstehenden Abhitze-
räume a sind durch eine
Anzahl von A nssparun-
gen b in den Zwi schen-
wänd en unter einander
verbunden. Di e Fnchse
c am ß oden der Sohl-

Fig. 11. Fig. 12.

a-./,,e-1/

kanäle vermitteln die Ueberführung der Abhitze in dieselben. Um eine


gleichmässige Vertheilung der Abhitze in allen Räumen a zu erzielen,
sind Querwände d angeordnet, deren Län ge in der Richtung des Abzuges
Holz, Torf, KohlP, Kok,. 21

der Gase nach dem Schornstein abnimmt. Die Anordnung hat den
Zweck, die ausstrahlende Wärme der Ahhitzekanäle weniger wie biRher
in den Erdboden gehen zu las 8 en, ,;ondern zum Heisshalten der Oefen
auszunutzen. Die nach unten ausRtrahlende Wärme wird dadurch zur
Erhi_tzung der Verbrennungsluft wif'<lergewonnen, dass die unter den
Abhitzeräumen angeordneten Fundamentgew/ilbe f die von aussen ein-
g~lassene kalte Luft zunächst aufnehmen und durch Luftkanäle g, welche
~~ Abhitze:äumn umgeben, nach den Heizkanälen gelangen lass~n. Für
,J en Ofen ist die Lufterhitzung getrennt angeordnet. Durch diese An-
?rdnung soll zunächst nicht nur ein directer Wiirmeverlust und daher
.Jede Abkiihlung der Orfen bez. dnPn Sohlkanäle vermiPdPn Wf'rden,
sondern eine erhiihte Temperatur der Oefen gesichert und die Vorwär-
mnng der Verbrennungsluft in einfachster Weise errricht werden 1).
Liegend er K ok so fe n. Nach A. Ku n o w (D. R. P.Nr.141 R~O)
werden in die Fundamentkanäle, gleichgültig, oh dieselben unterhalb der
~ammern oder seitwärtR liegen, Heizvorrichtungen eingebaut. welche
ihre_ Wärme auf bPliehige Weise erhalten. Im vorliegendPn Falle sind
zwei Aus f""h
u rnngsformPn der BehPizung der Fundamentkanäle besehr1P- ·
be~; bei der einen brennen die Oase direet in das Heizrohrsystem hinein,
heizen also dirPct, während bei der andPrcn die Gase aus den Sohl-
kanälen in die Heizvorrichtung geführt werden.
Zur Gewinn 11 n g von Leich tö Jen aus den Nehcnproducten
<l~r Kohlendestillation unter Anwendung Yon Oelen als Absorptions-
mittel werden naC'h A. K n n o w (D. R. P. ~r. 14:{ 307) die OelP oder
<le.ren Dämpfo zum Zwocke der fernen Yerthl'ilung und innigen Durch-
mischung mittels Strahlgrhläses in die Gasleitung eingeführt.
Liegender Koksofrn mit sPnkrechten Heizzügen von F.
B rii g g e man n ( D. R. P. Nr. 140 7:!5) ist dadurch gekennzeichnet, dass
untPrhalb der Ofensohle fiir jedrn Heizzug drei neben einander liegende
Sohlkanäle angeordnet und so durch Scheitlewände in ihrer Längsrich-
tung grtheilt sind, dass das zur Beheiwng der Ofenwände rnn den
beiden Stirn8eiten der Oefen in die Sohlkanäle eingeführte und in dem
mittleren derselben wrbrennende Oas sich auf die senkrechten Heizzüge
gleichmäsRig vertheilt.
. Liegender Koksofen rnn Pütter & Cp. (D.R.P.Nr.137279)
1
st dadurch gekennzeichnet, dass in den unter den Ofenkammern liegen-
den Sohlkanälen Scheidewände so angeordnet sind, dass das von den
Kopfseiten in den Sohlkanal des einen Ofens eingeführte Gas gezwungen
wird, durch vordere seitliche OefTnnngPn und das in den Sohlkanal df's
Nachbarofens eingeführte Gas durch hintere seitliche Oeffnungen in die
beiden henachharten, unter den Seitenwänden liegenden Kanäle einzu-
treten und somit die einzeln eingeführten Gasströme nur 1/, der ganzen
Ofenwand zu heizen haben.

1) Y gl. F. Fisch 11 r: ChPmische T<'chnologie der Brennstoffe, Bd. 2,


S. fil his l!t(l (Braunschweig HlOI).
22 I. Gruvve. Chemische Technologie der ßronustoffe.

Liegender Koksofen mit getrennter Zufuhr von


Heizgas und Verbrennungsluft und ohne Zugumkehr im Ofen
von H. Koppers (D. R. P. Nr. 122 700) ist dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Heizzng zwei Luftdüsen besitzt, von denen die eine nahe der
Sohle in der Nähe des Einganges der Gasdilse ausmündet, während die
andere oberhalb der ersteren, etwa auf halber Hühe des Heizzuges, sich
befindet und durch eine senkrechte Pfeife mit einem horizontalen oberen
Luftkanal in Verbindung steht, der selbst wieder durch einen senk-
rechten, mit Schieber regulirbaren Zug nach dem unteren Luftkanal hin
verbunden ist. Die Heizgase werden in heissgehenden Generatoren w
bis ws (Fig. 13 und 14) erzeugt und gelangen, ohne vorh er abgekühlt
zu werden, mit von den abziehenden Rauchga sen vorgewärmter Luft

Fig. I J.

Fig. 14. innerhalb der Ofenwan-


,,j dnngen zur Verbrennung.

~ i
-4
1 Die Generatoren w bis w•
geben das heisse Gas
direct in den Gaskanal g,
der liings der Ofenbatterie,
und zwar unterhalb der-
selben geführt ist. Neben
diesem Kanal liegt ein
zweiter, der mit den ein-

, räumigen Wärmespei-
chern rund rl in Verbin-
dung steht und heisse
Luft ftihrt. Von den Ka-
nälen l und g zweigt zu
jedem Ofen ein kleiner Kanal ab, und zwar von dem Luftkanal l die
Kanäle / 1, welche innerhalb der )fittelwAnde liegen, und von dem Gas·
kanal g die Kanäle g 1, welche unterhalb der Ofensohle angeordnet sind,
Die Verbindungen der Kanäle g bez. l mit den Kanälen gt und zt sind
mittels Schieber vom passirbar angeordneten Kanal k aus von lland zu
ll<Jlz, Torf. Kohl r, Koks. 23
regeln. Die Luftkanäle 11 stehen mittels der in der )[ittelwand aus-
gesparten Züge lt mit den über den )littelwänden angeordneten zweiten
Luftkanälen [3 in Verbindung, die durch Schieber p rcgulirt werden
könn~n. - In den Heizwänden liegen die Heizziige h, die als selbst-
ständige Feuerstellen ausgebildet, also unten gänzlich rnn einander 11n-
abhängig sind. Zu jedem II eizzuge führt eine Gasdüse d1 un<l zwei
Luftd'.1sen d 1 und d3 ; d~ wird vom unteren, dl vom oberen Luftkanal
g~speist. Alle Düsen sind genau kalibrirt und so eng, dass Luft sowohl
wie Gas unter gelindem Druck hindurchtreten , während in den senk-
rechten Heizzügen über den Düsen dl und dt atmosphäri sche Spannung
herrscht. Das Gas verbrennt vor der 11nteren Luftdüse d 1 bis etwa zur
Hälfte und erst vor der oberen Luftdiise d~ vollständig. Die Abgase
sammeln sich in den olieren Horizontalzügen h', fall en durch die End-
züge ltt abwärts zum Fuchs und in den Abhitzesammelkanal a, strömen
du~ch den ersten Wechselapparat in einen der beiden einräumigen
Warmespeicher ,. und durch den zweiten Wechselapparat, eine Sie-
mens'sche Klappe, in den Kamin . - Falls Destillationsgase mit verheizt.
werden sollen, werden diese mittels der im Kanal k befindlichen Gas-
leitu~g v den Gasvertheilungskanälen g' zugeführt. Es kann jedes Gas
fllr SICh wie auch beide zusammen zur Heizung verwendet werden.
In den Kopfw ä nd e n liegende Urenn e r filr Doppel-
wandkoksöfen mit wagrecht.en Wandkanälen von Steinkohlen-
w~irk Nordstern (D. R. P. Nr. 142465) sind dadurch gekenn-
zeichnet, dass die Kopfseite der Heizwand zusammengesetzt wird aus
Düsensteinen und Hohlsteinen, welche beide einen fortlaufenden senk-
rec~ten Kanal für die Verbrennungsluft bilden, wobei in den Düsen-
steinen seitliche, wagrechte Kanäle vorgesehen sind, die mit dem Luft-
zufuhrkanal sow ie mit den Heizkanälen in Verbindung stehen, und in
welche je ein Ga szuleitun gsrohr einmündet.
. Koksofenkammer. Nach F. Brunck (D. R. P. Nr.144769)
zeigt jeder Kok sofen im Betriebe den )lissstand, dass di e Wandsteine an
den Flächen, welche der Koksofenkammer zuge- . r-
wendet sind und mit der zu verkokenden Be- Fig. 10 ·
schickung in Berührung komm en, mit der Zeit
rauh, ri ssig und abgenutzt werden, während die
d~n B eizkanälcn zugekehrte Seite, welche in
F1g. 15 mit h bezeichnet ist, unbeschädigt bleibt.
V
Dei Reparaturen muss nicht allein das abgenutzte
Material, sondern auch das gut erhaltene nach der r
Seite der Heizkanäle hin ersetzt werden. Die vor-
liegende Neuerung hesteht darin, die Ofenwände
auf der Seite der Koksofenkammer mit einer Ver-
blendschicht v zu versehen. .
M i t a r m e n O a s e n , w i e z. B. 0 i o h t g a s e n , betr I e ~ ~e
Koksofenanlage mit Zugumkehrung von G. Par rot. (D. ·
Nr. 133 802) ist dadurch gekennzeichnet, dass zu zweckmissigster Ver-
24 I. Gruppe. Chemische Tochnologio der Brcnnstuffo.

l,rennung der armen Gase die Verkokungskammern gruppenweise von


einer Beheizungskammer umschlossen sind , welche durch Sohlcn-
ü ffnungen mit einer unterhalb der Sohle sich erstreckenden zweitheiligen
Verbrennungskammer in Verbindung stehen, deren Hälften Wärme-
speicher vorgelegt sind. In Fig. 16 bezeichnen ab c die drei Verkokungs-
öfen einer Gruppe, d( di e Verbrennungs-
Fig. 16. kammer, durch ein e Scheidewand g in zwei
Hälften getheilt. Für jede Hälfte ist ein Gas-
zufnhrnngskanal e bez. j und ein Luftzufnh-
rungskanal h bez. i angeordnet. Die Luft-
kanäle enthalten je einen Wärmespeicher,
hinter welchem sie, je durch Schieber, ent-
weder mit einem Lufteinlass oder mit einem
nach der Esse führend en Kanal rnrbnnden
werden können. Das Gemisch, z. B. der dnrch Kanal e zuströmenden
Masse, welcher von der Esse abgesperrt und mit seinem Lufteinlass ver-
bunden ist, zuströmenden heissen Luft , verbrennt in der linksseitigen
Hälfte d der Verbrennungskammer; die Verbrennun gsgase strömen in
d er Pfeilrichtung um die Oefen nach der rechtsseitigen Kammerhälfte f
und aus dieser durch den vom Lufteinlass abgesperrten und mit der
Esse verbundenen Luftkanal i nach der Esse , indem sie den in den
Luftkanal eingebauten Wärmespeicher erhitzen. Nach Verlauf ei ner
gewissen Zeit stellt man die Strömungsrichtung um , d. h. man schaltet
den Luftkanal h unter Sperrung eines Lufteinlasses an die Esse, schaltet
den Luftkanal unter Oeffnung seines Luftznlasses von der Esse ab und
leitet das Gas anstatt durch e dnrchj ein. Nunmehr tritt das Gemisch
von armen Gasen und heisser Luft in die Brennkammerhälfte ( und die
Verbrennungsgase ziehen um die Oefen nach der Kammerhälfte d und
aus dieser durch Kanal h unter Erhitzung des in diesen ein~eschalteten
Wärmespeichers nach der Esse. Sollen die Gase ebenfalls Vorwärmung
erfahren, so ist die beschriebene Einrichtun g, wel che im Ucbri gen durch
andere zweckdienliche Anordnungen ersetzt werden kann, e nt sprnche nd
abzuändern. Unbeschadet jeder besonderen Anordnung der Verk ok nngs-
öfen sind für letztere, je einzeln oder gruppenweise, kleine Gasgenera-
toren vorgesehen, welche zum Anzünden bez. im Falle \"On Störungen
herangezogen werden.
Vorrichtung zum Heben und Senken \·o n Ofe nthfiren,
insbesondere von Koksöfen mittels eines mit einer Stange, einem Rah·
men o. dgl. zwan gläufig verbundenen Kraftcylinders und über Rollen
geführter, an die Ofenthüren angreifender Zugmittel von Th. v. Ba 11 er
(D. R. P. Nr. 144 94 7) ist dadurch gekennzeichnet , dass die in der
Frontrichtung der Oefon bewegliche Stange o. dgl. mit mehreren Zug·
mitteln versehen ist, so dass nach Bedarf mehrere Ofenthilren gleichzeitig
gehoben werden können.
Vorschubbewegungseinrichtung ffir S tampfvor·
r i c h tun gen mit mehreren wechselweise gehobenen Stempeln der
Holz, Turf, Kohlt•, Klo'ks. 25
Sächsischen Maschinenfabrik (D. R. P. Nr.145054) ist da-
durch ?ekennzeichnet, dass die bei jedem Stempelspiel erforderliche
Verschiebung der Stampfvorrichtung in zwei Absätzen, und zwar wäh-
ren~ des ersten Theiles des Stempelhebens 11nd während des ersten
The,_les des Stempelfallens erfolgt, so dass das Verschieben der Stampf-
vorrichtung weder mit dem Auftreffen eines Stempels auf das Stampf-
gut, noch mit seinem A11frnhen auf dem letzteren zusammenfällt.
Fahrbare, aus einem endlosen Fiirdorhande beste-
hende Verladericht11ng fiir geliischten Koks von J. Glas-
;~chers (D.R.P. Nr. 13703~) ist dadurch grkennzeichnet, Jass das
11
na~meende Jes Fördrrbandt'S heb- und senkhar eingerichtet ist, z11m
nngelunderten Hin- 11111! IIrrfahren der Verladevorrichtung rnr den Oefen
und bequemen Aufladens des Koks auf das Band.
K Vorrichtung zum Ablöschen 11nd Verladen von
b oks von W. Seaver Engineering Cp. (D. R P. Nr. 141451)
f esteht a11s einer ~lult!e, die vermittels des Laufwerkes eines Krahnes
;rtb~wegt werden kann; die :'ll ulde ist an ihrem vorderen Ende an ein
ufhangewerk, welches aus in sich starren 11nd starr mit dem Laufwerk
verbundenen Rahmen besteht, ange8chlossen, während das in der senk-
rec~ten_ Richtung bewegliche hintere Ende der ~1 ulde an Ketten be-
festigt 1st, die durch eine ebenfalls mit dem Laufwerk starr verb11ndene
Fiihrung geführt sind , 11m Schwankungen bei tln Fortbewegung der
:\Iulde z,i verhiiten.
Die n e II e Koks ans t a I t am Theresienschacht in Polnisch-Ostrau
beschreibt A. F i 11 in g er (Oestcrr. Bcri::h. Hl03, lOii ). Die 1 ~O, in
4
Batterien getheilten Oefen nach dt>m Snitem Otto und I.Ioffmann
m!t Vorwärmnng der Verbrennungsluft l;ahen eine Länge von 1 O, eine
mittlere Breite von O,G und eine lliihe rnn 1,8 m. was einer Fiillung
v_on 8 t Kohle bez. G t Koks entspricht. Das entwickelte Gas sammelt
81
~h m den Vorlagen und wird in 2 fiir je 2 Batterien wirksamen Oas-
leit'.mgen der Condensation zu~efiihrt. Vor derselben stehE'n, der Zwei-
theilung der Oase entsprechend, je 3 Luft- und 3 Gasknhler von h~
kannter Construction. Die Condensation seihst besteht ans 2 Vor-
reinigern, 4 Exhaustoren, 1 Schhissknhler und 4 Glockenwäschern nebst
de~ erforderlichf'n Pumpen und Ilochreserrniren. Hinter dem Conden-
sationsgebäucle sind die Theer- und Oaswassergrnhf'n angebracht. Auf
<ler anderen Seite der Condensation ist in einem vollkommen getrennten
R_aurne die Ammoniakfabrik untergebracht, in welcher das starke Ammo-
niakwasser in 3 De8tillationsapparaten in bekannter ,V eise . mit ~ampf
unter Zusatz von Kalkmilch destillirt un1l das Ammoniak m mit ver-
<l~nnter Schwefelsäure gPfiilltcn Sättigungskästen als Su~fat gefällt
wird. Die Gase werden, nachdem sie die Glockenwäscher m der Con-
de~sation durchzogen haben und ,·on ihrem Ammoniakgeh~lte bis auf
g~rmge Spuren befreit sind, in einer gemeinsamen Dr~ickleitung ~mter
die. Haube des kleinen Gassammlers gebracht, von wo sie zum Theil zur
IIeizung der Koksöfen, zum Theil zur Kesselheizung des benachbarten
26 1. Gruppe. Chemische Tt'f'hnologie Jer Brnnnstoffc.

Theresienschachtes und des Kesselhauses filr den Dampfbedarf der


Ammoniakfabrik, zum Theil zum Gassammelbehälter fiir die Gaskraft-
anlage weiter geleitet werden. Das zur Krafterzeugung verwendete
Gas wird vor Eintritt in den Sammelbehälter einem nochmaligen Reini-
gungsprocesse unterworfen, um die letzten Spuren von Theer zu
entfernen. Diese Reinigeranlage besteht aus 2 Koksscrubbern und
4 Sägemehlreinigern; von der Anlage steht jeweils nur die Hälfte in
Betrieb.
Ausbau und Betrieb von Koks ans t alten bespricht
G ö h rum (Stahleisen 1903, 120fi ). Auf die theoretischen Betrach-
tungen sei verwiesen 1). - Empfohlen wird die Luftvorwärmung. Eine
Winderhitzung, wie sie durch die Ansfilhrungen der Otto-HofTmann-
Oefen dargestellt ist, kann im Allgemeinen wPgen der dadurch bedingten
Uebelstände nicht als ideal bezeichnet werden, es miissten denn 2 X 2
Luftvorwärmer angeordnet werden. Bisher ist man zu dieser Ausfüh-
rung nicht geschritten, weil derselben die hohen Kosten entgegenstanden.
Ausserdem ist die mittels Regenerirung erzielte Temperatur der Ver-
brennungsluft, ebenso wie die Ausnutzung der Abhitze. schwankend,
und zwar am grössten direct nach dem Umstellen, am geringsten direct
vor dem Umstellen. Die Winderhitzung mittels sog. Recuperation liisst
constante Temperaturen der Verbrennungsluft wie der das Vorwärm-
system verlassenden Abhitze zn; leider können die Trennungswände
zwischen Lnftkanälen und Abhitzekanälen nicht dicht erhalten werden.
Dies ist fast ebenso unmiiglich, wie bei den Ofenwänden der Koksiifen,
wenn anch die Temperaturunterschiede bei ersteren nicht so gross sind,
wie bei letzteren. Schon nach kiirzerer oder längerer Zeit werden sich
Verbindungswege bilden, dureh Wf'lr•he die unter Aufwand von rnecha·
nischer Arbeit gepresste und vorgewärmte Luft theil weise direct in den
Schornstein entweicht. Bei unregelrnässigern Ofenbetrieb oder gar nach
zeitweisem Kaltstellen einer Ofengruppe treten die Undichtigkeiten schon
frilh und in erhöhtem Maasse auf. Ein Undichtwerden der Hecuperator·
wände bedeutet aber eine Abnahme df's verfngbaren Gas- und daher
Kraftilberschusses, während beim Rrgenerator die undicht werdenden
Ofenwände nur eine reichere Oas-Luft-~Jischnng oder eine kleinere An·
zahl von Aussetzern bei gleichbleibender Kraftleistung znr Folge hahl>n.
Es muss deshalb an eine Recuperationsanlage die Forderung gestellt
werden, dass sie während des Betriebs zeitweise gedichtet werden kann,
Dann wird sie allerdings eine gleichrnässige Hitze in den Orfen, und
damit dichte Ofenwände sowie einen sich gleichbleibenden Ueherschnss
an reichem Gas gewährleisten. Bislang besitzen wir keine clf'n obigen
Ansprüchen gem1gende Luftvorwärmnng, indem die vorhandenen
Systeme den an sie gestellten Forderungen im Allgemeinen geniigen. -
Von folgenden Analysen stammen die Oase 1, 2 und 7 ans Oefen, in

1) F. Fisch n r: Chemischo Trdrnnlngin drr llrrnnstnffr. BJ. :! , ~- l~il


bis rno (Braunschwt>ig l!JOI ).
Erdi°,I, Paraffin. -.!.7
~
.,
!l --= . _g"'
Kokskohle aus 1
C0 2 Cnllm 0 eo C0 4 II N „o
" C,
,eo "''"'
0ce"'
„«>
c- -"'
,:,

1 Proc. Proc, 'Proc.1 Proc. Proc. Proc. ' Proc. rbm Proc.
1. Oberachlesien 5,3 2,()
1
1 1

2. : 10,5 12:1,:-1 I 40,8 17,2


3, " 6,9 1,:-1 7 ,1-l ' 20,8 , :W,'l 34,0 : 1280 12.~
" 4,8 2.n 0,6 12,511:-1,28 4l,25 2::,47 435 40
4. Mähren 3,2
5, 1,4 0,1 ' 6,:-1, 18,4 . H,:-1 : 27,3
6,7 1,~•> 4, 7 i 11,:-1 23, 7 1280 140
" 0,4 52,0
1

6.
" 3,8 1,0 : O,;l 7, 9 : 20,4 3ß,8 : 29,8 4r,O :!O
7. Saargebiet
3,5 3,0 i 0,:1 7,0 l 26,ß '-1:l,!l 15,7 12

deren Heizkanälen Depression herrscht· sit> weisen Heizwerthe zwisPhen


3
2
077 bis 4335 w auf; fiir Gas 1 und ist die Gasan~beute zu 280 cbm
;is 1000 k Kohle und ein Gasüberschuss "\'On 25 Proc. angegeben.
He?1gegenüber haben die Gase aus Oefen mit Dnwk in den Heizkanälen
eizwerthe von nur 2007 bis 3200 w und Gasiiberschüsi,e bis zu
~O Proc. ~iese Zahlen hesfätigrn die Ansi<"ht über_ die ~bhängig-keit
.:r Ga~qnahtät und Q11antität von den nrn('kvPrh1iltn1sflcn m <lrn Hr1z-
raumen.
Gewinnung von BrennRtoff durch Fällung der in
F ä k a 1 i e n e n t h a I t e n e n f e s t e n S t o ff e nach E. S p r i n g h o r n
(D. R. P. Nr. 141 806). lJurch Zusatz einrs Schwefrl-Alkaligemisches
z~~ dem Fällungsgemisch rnn Holzkohle und Kalk soll eine raschere
Fallung erzielt werden, ohne dass dabei eine wesentliche V rrmehrung
der nnverbrennlichen Bestandtheile eintritt (?).

Erdöl, Paraffin .
. Vorkommen und Gewinnung des Erdiils in Rumä-
n I e n bespricht J. Gott I i eh (Berghzg. 1!)03, 517) .
. Naphta und ihre Fnndstellen hespricht eingehend H.
W I n k e 1 (Berghzg. 1903, 169); er behauptet die Zusammengehörigkeit
des Erdöls mit Vulkanismus.
Das N ap h t ade sti lla ti on s verfahren mit ununterbroche-
nem Betriebe in Haku beschreibt Th. v. Ho r 1ach er (Riga Indzg.
1903, 118).
Rohölvorwärmer von Ph. Porges und)[. Singer (D.R.P.
Nr. 126 445) ist gekennzeichnet durch mehrere iiber einander angeor~-
nete Rohrreihen, deren einzelne Rohre im Innern des Vorwärmers kei-
nerlei Verbindungsstellen haben und welche mit ihren Enden in ausser-
halb des Vorwärmers angeordnete Vertheiler rnnnden, die abwechselnd
durch excentrisch abzweigende Rohre so mit einander verbunden smd,
da_ss ein Schlangensystem entsteht, an welchem die in unter:en Rohr-
reihen nicht eondensirten Oeldämpfe in die höheren Rohrreihen auf-
28 I. Gruppe. Chemische Tccbn<,logie der Brennstoffe.

steigen, während gleichzeitig die Condensate durch Rohrstutzen in die


am Boden des Vorwll.rmers vorgesehenen Rohre geleitet werden.
Zn m Re c t i f i c i r e n von Erd ö 1, Benzin, Spirit 11 s n. dgl.
werden nach F. Cal man t (D. R. P. Nr.143 445) die Dämpfe derselben
durch in den Rectificirgefässen angeordnete Oascentrif11gen beliebiger
Art in wirbelnde Bewegung gebracht. Es sind z. B. die Theile
so angeordnet, dass die Dämpfe, welche in irgend einem Destillirgefäss
entwickelt werden und in die Colonne einströmen, die Flügel in Bewe-
gung setzen. Diese Hectificircolonne
Fig. 17. ist durch Scheidewände 7 (Fig. 17) in
Kammer 6 getheilt. Auf der Boden-
platte 7 jeder hi erdurch geb ildeten Kam-
mer steht das Oeriist 14 mit ilberdecken-
der Glocke !. Innerhalb der Glocke
befindet sich an der senkrecht stehen den
Achse das Flügelrad 3. Die Glocke be-
sitzt an ihrem unteren Rande Oetf·
nnngen .5, in ihrem Scheitel aber einen
gleichfalls mit Randöffnnngen versehe·
nen Becher JG, in den stets ein sich an
die Bodenöffnnngen der darüber befind·
li chen Scheidewand anschliessendes
Kni erohr 1.5 mit ei ner Anslanföffnung
taucht. Unterhalb der Flügel des Rades 3
sind mei st zwei radial sich gegenüber·
stehende Oeffnnngen 4, deren Kanten so geschnitten soin milssen , dass
sie ein möglich st giinstiges Auftreffen des hindnrchströmenden Dampfes
auf die Flügel 8 gestatten. 17 ist der Abflussstutzen für die cond ensirte
Flnssigkeit.
Zur B e seitigung <les Gernch s von Petrolenm nnd
seinen Destillationsproducten wird nach Th. W ebe r
(D. R. P. Nr. 141 298) eine Mischung eines Petrole11mprod 11ctes, bei•
spielsweise Benzin, mit terpenhaltigen, ätherischen Oelcn, 1. . ß. Terpen·
tinöl, Fenchelöl, Kümmelöl, Lavend elöl, Fichtennad elöl, Enkalyptnsöl,
mit einer Alkalilange kräftig geschüttelt. Man kann auch die einzelnen
Bestandtheile der genannten Mischung zunächst für sich alkalisch be-
handeln und dann mit einander mi schen.
Z II m Nachweise von C e r esi n in Paraffin wird nach
E. G r Af e (Chemzg. 1902, 248) 1 g der Probe bei 20 0 in 10 CC
Schwefelkohlenstoff gelöst. Ist mehr als 1 O Proc. Ceresin in der
Mischung enthalten, so ist die Lösnng bei der angegebenen Temperatur
1iberha11pt nicht klar, es bleibt eine Triibnng, die beim Schütteln seiden•
artig schimmert. Von der Lösung wird 1 cc ebenfalls bei 200 in einelll
Reagenl'<glase mit einer Mischung von 5 cc Aether und 5 cc 96p~
Alkohol versetzt. Reines Paraffin bis zu etwa 540 Schmelzpunkt, ':" 18
es in der Regel zur Kerzenfa brikation verwendet wird, zeigt dabei keine
Leuchtgas. 29
Abscheidung, wohl aber mit Ceresin versetztes. Nach F. Sommer
(das. S. 298) stellte sich heraus dass nur amerikanisches und deutsches
Paraffin beim Versetzen mit der Al kohol-Aethermischung in Lösung
bleiben, während schottisches, galizisches, obwohl unter 54° schmelzend,
und namentlich auch das hochschmehende „Java-Paraffin" starke
Fällungen zeigen, oft von ganz ähnlichem Aussehen wie die Ceresin-
au~scheidungen, welche erst bei höherer Temperatur wieder verschwinden.
Will man also die Methode ni cht ganz anfgeben, so wircl man die Ver-
suchstemperatur etwas höher wählen mü ssen, z. B. 25 0, oder noch besser
das_ Aether-Alkoholgemisch bei 200 zu setzen und dann unter Um-
~chutteln etwas erwärmen. Bei Gegenwart. von Ceresin bleibt dann,
Je nach dem Gehalte, eine mehr oder weniger starke flockige Ausschei-
dung, Während reines Paraffin höchstens in feinen Tröpfchen un-
gelöst bleibt.
J[ontanwa c h s. Nach einem Vortrage von E. v. Doyen auf
?em internat. Congr. f. angew. Chemi e erhielt er das Montanwachs,
m?em er das durch Benzin extrahirte Bitumen der Schweelbraunk ohle
mit 11berhitztem Wasserdampf destillirte. In dem so gewonnenen
Montanwachs befindet sich eine bei 850 schmelzende Sliure CuHasO,
und ein bei etwa GOO schmelzender Kohlenwasserstoff. Durch ein Rei-
nigungsverfahren, welches die Destillation umging , wurden 25 Proc.
Jlontansäure, G5 Proc. eines Wachsalkohols gefunden (Schmelzpunkt 88°).
Des~ill_ation unter Atmosphärendrnck zersetzte Jlontan sl\ure zum grössten
Theil In Oe!, Paraffin war nicht nachzuwei sen. Der Alkohol (Schmelz-
punkt 88°) verwandelte sich ehenfalls in Oe! und in den Kohlenwasser- -
stoff vom Schmelzpunkt GOO. Durch Destillation des Kohlenwasserstoffs
entstand neben Oel Paraffin (C' 27 H11 ,). Daraus geht hervor, dass der
Schweelprocess die werthvollen Bestandtheile der Brann kohle in gering-
werthige Oele verwand elt.

Leuchtgas.
Luftvorwärmer an Retortenöfen mit von Schlitzkanälen
durchzogener Wand von G. p fl 11 c k e (D. R. P. Nr. 137405) ist dadurch
gekennzeichnet , dass diese Schlitzkanäle anf der einen Seite der Wand
von den Luftkanälen beginnen und auf der gegennberli egenden Seite
der Wand in die darnber liegenden Luftkan äle . R
einmünden. F1g. l c .
Einbau fnr schr äg li ege nde Re-
torten. Nach P. Buss e und R. Stein-
f e 1 d t (D. R. P. Nr. 141 4 20) sind die stnfen-
fö;mig nber einander greifenden Gurtbögen d
(E ig. 18) an dem vorrleren Ende mit zwei einen
Vorsprung dt mit wagrechter Ober- und Unter-
flAche bildenden Einschnitten versehen. Der ,.
untere Einschnitt greift über den zunächst
30 I. Gruppe. Chemische Technologif1 der HrC'nnstofff'.

davor bez. darunter Lefindlichen Gurt, während der obere mit seiner
wagrechten Fläche den Retortenstiitzen f eine Auflage und mit seiner
senkrechten Fläche ein Widerlager bietet.
Kohlenbehälteranordnung fnr schräg liegende
Gasretorten. Nach E. Drory (D. R. P. Nr. 135fl54) haben die
Kohlenbehälter statt auf frei tragenden Consolen ihre Anflagcrung auf
dem Bock selbst zwischen den die halben Dachbinder stntzenden Sciten-
stntzen derselben und sind an tiefster Stelle gegen die Retorten1\fen vor-
stehende geneigte Leitungen zur Uebcrführung der Kohle in die fahr-
baren Ladegefässe an die Behälter angeschlossen.
Einleiten von Wassergas in Leuchtgasretorten
empfiehlt V. B. Lew es (D. R. D. Nr. 130 112). In die Retorte wird
möglichst nahe dem Scheitel ein Rohr eingeführt, welches zur Vor-
wärmnng vorher durch das Gasableitungsrohr geführt sein kann, und
welches einen Regulirhahn besitzt. Die Weite des Rohres und die
Hahnstellung ist so zu wählen, dass immer ungefähr :iO Proc. des in
der Retorte entwickelten Gases an Verdnnnungsgas zuströmen, wenn
Cannel-Kohle destillirt wird, und ungefähr 20 bis 30 Proc. bei gewi">hn-
licher Kohle. Bei diesem Verhältniss ist die Gasentwickelung in der
Zeiteinheit stärker, RO dass das entstehende Gas <loch mindestenR die-
selbe Lichtstärke hat, wie ohne die Zuführung deR Verdilnnnngsgases,
wenn man als dieses WasRergas benutzt.
Gasau s beute. Nach G rot h e (J. Gasbel. Hl03, fl33) muss bei
der Auswahl der Gaskohle auf die Betriebseinrichtung Riicksicht ge·
-11ommen werden, besonders ob eine Kohle rasch oder langsam entgast
wird. Um 100 Doppelwagen zu entgasen, sind z. B. bei:
einer wrstfälischcn Kohle li'.!4 Rdo1icntage
,. 11it>dcrnchlcsischcn „ J 400
siichsischf1n 12'.!0
ohPrschlnsi~<'h,·n ,, ()()()
aufzuwenden.
Der wirthschaftliche Werth der Gaskohlen wird auch
von H. B 11 n t e (J. Gasbel. Hl03, 857) besprochen. Die Untersuchung
von 8 Kohlenproben, welche W 11 n der einsandte, ergab: siehe Tabelle
Seite 31.
Gasanstalten fiir kleinere Städte sind nach E. Schil•
l in g (.T. Oasbel. Hl03, 7!)7) vortheilhafter als Acetylen oder Luftgas.
Z 11 r E n tf e r n 11 n g tl e s O r a p lli t es a II R G a s r e t o r t e n wird
nach H. Vogt (,T. Oashel. l 903, 78ß) mittels eineR Geblitses von etwa
1,5 cbm in der Minnte Leistung und '/3 bis '/2 Pf. Kraftbedarf, welcbe9
leicht von Hand betrieben werden kann, 1 Stunde lang dnrch ein etWI
·1 m in die Retorte hineinragendes, vorn mit einer Dnse vf'rsehE'nes Rohr
in die allseitig verschlossene Retorte, unter einem Drnckf' von rund
10 cm, Luft eingepresst, während die im Innern der Retorte sich bilden·
den Verbrennnngsproducte durch E'inE'n an dem Ven1chlnssdeckel an·
gebrachten Schieber, welcher znglE'ich als Schanlnke dient, entweicheP•
i
1 Elementarzusammensetznng: Verkokung:
.,
.,., 11
..c 100 Th.
100 Th. 100 Th . ., ... : .. /!1:1 s
(tl ... '"CS-;Sr;2'

.
.,
C
1
Elementarzusammensetzung
der Rohkohle
Kohlensubstanz
Roh- : Kohlen- lOO Th.
kohle /substaoz flüch!iger B1>stand-
..,,,0o,.,c„., :~a~lfo~=
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1 76,-19 4, 72 6,28 2,0() 0,80 1, 7-l 7,97 8-l, 70 5,23 10,07 70.85 li9,64 -19,60 17,23 33,17 11,25 23,40 1,18
2 , 80,18 4,69 7,69 0, 70 1,01 2,18 3,-15 84,96 -l,97 10,07 f;9,0:3 69,-19 50,70 16,29 33,01 5,15 19,-13 0,33 .....
84,04 5,11 10,86 68,05 67,78 50,-13 15,86 33, 71 6,90 39,42 0,63 3
3 1 B,55: 4, 78 8,50 0,6:, 1,00 . 1,83 -l,69 §.
4 _78,571 5,09 8, 75 0,58 , 1, 1-l 2,-17 3,-lf! 83,-17 5,41 11, 12 68,06 67,63 -18,9-l 16,71 3-l,35 5,00 28,03 0,40
5 . 76,6-l 5,02 83,61 5,-18 10,91 . 68,35 67,46 49,63 16.81 33,53 9,5-l 23,18 0,65 ~ft
7 ,-15 1,21 1,21 1,82 6,52 ;.,
6 74,76 82,-16 5,79 11, 75 66,25 65,57 · -19,08 16,79 3-l,13 10,26 -17,21 1, 77 !'
5,25 7,9-l 1,52 1,20 2,53 6,80
7 H,28 5,08 i!,87 1,07 1,09 6,45 3,16 82,18 5,62 12,20 61. 72 6-l,80 -19,38 15,97 a1,65 5,04 22,H 0,60
8 69,60 4,96 8,15 1,62 1, 19 6,-li! 8, 10 81,36 5,81 12,83 , 58,3.; 58,86 . 54,70 14,12 31,18 12,30 32,-lO 1,2:l

Die Bezeichnung der Kohlen ist folgende:


1. Bahnschacht Waldenburg der Füntl. Bergwerksdirection in Schloss Waldenburg.
2. Königin Luisengrnbe, Zabrze in Oberschlesien.
3. Wolfg1rng-Grnbe, Station Ruda bei Zabrze In Oberschlesien.
4. Brandenburg-Grube, Station Ruda bei Zabrze in Oberschlesien.
5. Ewald, Station Recklinghausen-Bruch, Rhein.-Westfäl. Kohlensyndikat (EHRl'11).
6. Normantou Ga8kohle, Kittel & Cp. in London, Fenchnrch Street 5.
7. Actienge8el18chaft Bockwa- Hohndorf- Vereinigtfeld bei Lichti,nsti,i n.
8. A.ctienverein der Zwickauer Bürgergewerbehaft in Zwickau i. 8.
32 I. Gruppe. ChPmische Technologie uer Brennstoffe.

Hierdurch wird erreicht, dass die Luft in Folge des in der Retorte herr-
schenden Druckes die Poren des gliihenden Graphits durchdringt, durch
ihren Sauerstoffgehalt die an der heisscn Retortenwand befindlichen
Theer- und Kohlentheilchen zur Verbrennung bringt und dadurch eine
Losliisung des Graphitansatzes bewirkt.
Verfahren zur Erzeugung von Loucht- und Heizgas
1ler Deutschen Continental-Gas-Gesellschaft undJ. Bueb
( D. R. P. Nr. 140 !)28) benutzt eine stehende Retorte, aus welcher das
Gas durch eine Reihe von auf der ganzen Höhe vertheilten Oeffnnngen
in einen Sammelkanal abgeführt wird. Während aber bei den bisherigen
Einrichtungen dieser Art der Sammelkanal durch die Feuerung genau
so geheizt wird wie die Retorte, ist nach vorliegendem Verfahren der
Sammelkanal der unmittelbaren Heizung entzogen. Dadurch wird eine
Zerstörung der kohlenstotTreichercn , lichtgebenden Bcstandtheile des
Gases verhindert.
Kühlung bei der auf Cyan- und Ammoniakgewin-
n II n g g er ich t et e n L e II c h t gase r z e II g u n g nach Be r 1in -
Anhalt i sc hc .Maschinenbau- Act. - G es. (D. R. P. Nr.141598).
ßei den neueren Verfahren der Cyangewinnung aus Kohlengas wird das
Cyan bei höherer Temperatur abgeschieden. Dadurch wird eine Kilh-
lnng des Gases zwischen dem Cyanabscheider und dem Ammoniak·
wäscher erforderlich. Nach dem vorliegenden Verfahren wird mit dieser
Kiihlung zugleich die Naphtalinabscheidung verbunden, und zwar ge-
schieht die Kühlung durch mit Benzol gesättigtes Anthracenöl. Nach
einer genOgenden Naphtalinaufnahme wird diese Waschflüssigkeit in
<len hinter dem Theerabscheider und vor dem Cyanwäscher befindlichen
Vorkiihler geleitet, um die Kilhlflächen desselben zu bespülen und da·
durch von Naphtalinabscheidungen freizuhalten.
Der Gaswascher von 0. N. Guldlin (D. R. P. Nr. 141263)
gehiirt zu denen, bei welchen das Gas innerhalb der Waschfliissigkeit
durch in Rahmen angeordnete senkrechte, gelochte Bleche tritt und so
in feine Strahlen zertheilt wird. Das Neue besteht darin, dass dirse
Rahmen mit den seitlichen gelochten Wänden nnch nach oben durch ge·
lochte Bleche abgeschlossen sind. Es entstehen somit umgekehrte,
d. h. unten offene Trr>ge. Das Gas tritt durch die Seitenwände ein und
sammelt sich unter den wagrechten oberen Siebdeckeln an, bevor es
durch diese hindurch in den oberen Raum des Waschers und zur Aus·
trittsöffnung gelangt. Diese oberen Siebdeckel sind beständig von einer
Fliissigkeit bedeckt, da die Waschflilssigkeit an dem einen Ende der
Tröge in den Waseher eintritt, auf die Siebdeckel herabfallend, an delll
anderen Ende durch ein Ablaufrohr nach unten tritt und unten am
Boden des Waschers auf der Eintrittsseite durch ein Syphonrobr ab·
fliesst.
T h e e ra b s c h e i d er der C o m p a g n i e a n o n y m e c o n t i n e n •
talc pur la fnbrication des compteurs :'1 gaz et autres
a p p a r e i 1 s (D. R. P. Nr. 136 646) besteht aus einer um eine wagrechte
Lcnehtga~. 33
Achse drehbaren Trommel mit gelochten Wänden, die von dem zu reini-
&end~n Oase clurclu,trömt wird und in die Reinigungsfliissigkeit taucht.
eu 1~t, dass die Trommel von zwei Wangenstücken getragen wird und
um die Welle des die Drehung der Trommel bewirkenden und '\'On
~nssen angetriebenen Zahnrades schwingen kann. Erreicht wird da-
urch, dass die Trommel entsprechend dem Gasdruck, also entsprechend
~u:h _der durchströmenden Gasmenge sich mehr oder weniger aus der
Fluss1gkeit heht.
Th c er a b lau f k a s t e n der ß c r l i n - A n h a l t i s c h e n M a -
schinen han-Act.-Oei,. (D. R P. Nr. 139075). Nach dem Haupt-
patente ( 125 59i>) ist die ganze Scheidewand des Theerablaufkastens,
deren Oberkante den Ueherlauf für das Ammoniakwasser bildet, verstell-
bar ~ngcordnet. Nach diesem Zusatzpatente ist nur der obere Theil der
~ch~idewand verstellbar, so dass eine leichte Auswechselbarkeit dieses
hei!es und seine leichte Anbringung an Theervorlagen mit fester
Scheidewand nach älterer Bauart bedingt wird.
Einbau fiir Gaswäscher 11. (lgl. derselben (D. R. P.
Nr. 137 556) besteht aus horizontal und in einer Richtung gelagerten
losen Stiiben rnn drei- oder mehreckigem oder rundem Querschnitt für
G~swäscher u. dgl., wobei in je zwei iiher einander angeordneten Stab-
:01hcn die Stähr ,·ersetzt zu einander liegen. Die Stäbe tragen an
ihren Enden ringsum gleich weit herrortretende Kopfstiicke, mittels
Welcher sie sich beim Aufrinanderlegen im Wäscher unter Aufrecht-
erhaltung der für den Abfluss der Berieselnngsfliissigkeit und den Durch-
g~ng des Gases f'rfordcrlichcn Abstände von selbst derart ordnen, dass
~ie sie henetzen(le B(lrieselnngsfliissigkeit je von einer einzigen. unters~en
e_grenzungskantc abtropfen muss, zum Zweck, daR Gas und die Flüss1g-
~eit zu zwingen, auf liest.immten, sich wiederholt spaltenden Wegen
sarnmtJichc Flächen der Staheinlagen wirksam zu berühren und den
Waschraum nach lHiglichkrit auszunutzen.

f Berieselungs\'C,rrichtung fflr Gaswäscher von W.


arbe (D. R. P. Nr. 141 !i!l,) besteht aus einem senkrechten Rohre,
as am unteren Ende mit einem wagrechten Kranz von Ausströmungs-
~~nungen verseh(ln ist. An der inneren Peripherie dieses Kranzes wird
ein Drehschieber mit einem oder mehreren Kanälen vorbeigeführt.
a· Gasreiniger. Nach A. Klönne (D. R. P. Nr.140158) stehen
•1/ : ~wischenrilnme zwischen den Horden II (Fig. 1 ~ und 20)" dur~h
ntile S nnd s,
mit den senkrechten Zu- und Ahle1t11ngskanalen m

Fig. 1!1. Fig. ~O.

J~hre.hnr. ~-
rh~m. T~chnoln,:i~. XJ.IX.
I. Grnppo. Chemische Technologie der Brennstoffe.
34
Verbindung, soweit sie nicht durch feste Zwischenwände von diesen
Kanälen dauernd abgesperrt sind. ,Je nachdem welche Ventile geöffnet
und geschlossen sind, geht das Gas in znsammenhängendem oder ge-
theiltem Strome durch einzelne oder mehrere Horden.
Gewinnung von Rhodanammonium aus Steinkohlen-
gas. Nach Angabe der British Cyanides Company (D. R. P.
Nr. 136 397) wird das rohe Gas nach der Condensation von Theer und
nach der Kühlung durch einen Scrubber geleitet, der freien Schwefel in
Pulverform und Wasser oder ammoniakhaltige Flüssigkeit enthält. Die
Wassermenge ist so gering, dass sie nur einen kleinen Theil des im
Gase enthaltenen Ammoniaks anfnehmen kann. Das Ammoniak ver-
bindet sich mit dem im Oase enthaltenen Schwefelwasserstoff zu Schwefel-
ammonium, das freien Schwefel aufnimmt. Das so entstandene mehr-
fach geschwefelte Ammonium setzt sich sodann mit dem im Gase eben-
falls enthaltenen Cyanwasserstoff in Rhodanammoninm nm. Dieser
Vorgang wird mit derselben Flüssigkeit so lange fortgesetzt, bis eine ge-
nügend starke Sulfocyanidlösung, etwa 200 g Salz im Liter enthaltend,
entstanden ist. Der grfissere Thail des Ammoniaks wird hinter einem
dem genannten Zwecke dienenden Apparat in einem gewiihnlichen
Scrubber mit Wasser ausgewaschen.
Cyangewinnung aus Leuchtgas. Nach W. Feld (D.R.P.
Nr. 141 624) wird Cyan mittels einer solchen Absorptionsmethode ge-
wonnen, bei welcher die verunreinigenden Bestandtheile des Gases vor-
her entfernt werden können, und das Cyan selbst 11. U. mit einem Theil
der verunreinigenden Gase in Gestalt einer solchen Verbindnng absor-
birt wird, aus welcher durch ein einfaches Destillations verfahren das
gesammte Cyan in Form von Cyanwasserstoff in reinem Zustande ge-
wonnen wird. Es hat sich gezeigt, dass eine Anzahl von Cyanverbin-
dungen in Lösung schon bei blassem Erhitzen auf mässige Temperatur,
z. B. Siedehitze, den gesammten Cyangehalt in Form von Cyanwasser-
stoff abgeben, währenddem es bis jetzt nur bekannt war, dass die
Cyanverbindungen Cyanwasserstoff nur beim Behandeln mit Säuren ab-
geben, hierbei aber in den meisten Fällen eine Zerstörung des Cyan-
wasserstoffes eintritt. Es hat sich ferner gezeigt, dass durch blasses
Erhitzen der Lösungen gewisser Cyanverbindungen es möglich ist, den
Cyangehalt quantitativ in Form von Cyanwasserstoffsänre auszutreiben,
Erhitzt man z. B. eine Lösung von Cyanalkalien oder Erdalkalien mit
Lösungen von Magnesium-, Aluminium-, Zink-, Blei- oder :\Ianganverbin·
dungen, so destillirt der Gesammtcyangehalt in Form von Cyanwasser·
stoff über, und zwar völlig frei von irgend welchen anderen Gasen :
+
2 KCy +
MgCI 1 2 H11 0 = 2 KCl + Mg(OH) 2 +
2 J-ICy.
Andererseits wird von basischen Lösungen de1· genannten Elemente
Cyanwasserstoff absorbirt, sowie Cyanammonium unter Bindung des
Cyans zerlegt. Die erwähnten Verbindungen geben demgemiiss ein
)Iittel an die Hand, um einerseits in der Kälte Cyanwasserstoff zu a~-
sorbiren und diesen in der Hitze wieder abzugeben. Nun besitzen die
Leuchtgas. 35
genannten basischen Verbindungen zum Theil die Eigenschaft, auch
a~dere Gase zu absorbiren, wie z. B. Schwefelwasserstoff und Kohlen-
BI . · So ~ bsor b"1~en z. R. 1\1 agnesiumhy d rat Kohl ensiiure, dagegen
saure
ei- und Zmkverbmdungen Schwefelwasserstoff. Wäscht man dem-
nach das cyauhaltige Gas mit heissen Lnsungen der erwähnten Elemente,
~o wird nur Schwefelwasserstoff bez. Kohlensäure absorbirt, während
yanwasserstoffsäure in der Wärme nicht absorbirt wird.
Cyan aus Leuchtgas. Nach W. Feld (J. Gasbel. 1!)02, 933;
10
03, 228) enthält das aus 1 t Kohle erzeugte Gas 765 g Cyan ent-
sprechend 1842 g Cyankalium, wovon aber nur ein geringer Thail ge-
;onnen wird. Für die Frage der Blaubildung kommen, je nach der
1atur des Blaues, zwei verschiedene Vorgänge in Betracht. Je nach
~~r Beschaffenheit des Absorptionsmittels entsteht nämlich entweder
b~~encyaniir-Cy~nid, Berliner Bla1~, oder Eisency_aniir und ~~menge
der. Das E1sencyaniir geht bei der Regenerat10n der Re1111gungs-
:iass~. durch den Sauerstoff der Luft ebenfalls allmählich in Berliner
. an_ uber. Das in der Reinigungsmasse als Blau bezeichnete Product
ist em wechselndes Gemisch beider Eisencyanverbindungen. Nun ist
!\bekannt, dass frische Reinigungsmassen anfangs nur sehr lang~am,
pater schneller und zum Schluss wieder langsam Cyan absorbll'en.
~{ege~erirte Massen dagegen absorbiren auch im Anfang viel schn?ller
als frische. Eisenoxyd allein absorbirt Cyanwasserstoff iiberhaupt mcht,
d~gegen absorbirt das Eisenoxydul für sich allein Cyanwasserstoff unter
B~ldung von unlöslichem Berliner Weiss. Ist indessen Eisenoxyd mit
Ei_senoxydul gemischt, so verhält sich ersteres gegenüber dem letzteren
wie eine alkalische Base, von der wir wissen, dass ihre Gegenwart die
Cyanwasserstoffabsorption durch Bildung von Cyaneisendoppelsalzen be-
rorct ~rt; es entsteht das Eisenoxydoxydul-Doppelcyanid, das eigentliche

Berliner Blau. Schwefeleisen hinwiederum für sich allein ist entgegen
d~r herrschenden Ansicht nicht im Stande, Cyanwasserstoff zu absor-
biren. Kommt dagegen Schwefeleisen in Bernhrung mit Gasen, welche
Sauerstoff und Cyanwasserstoff enthalten, so findet unter Schwefel-
a?scheidung Absorption des Cyanwasserstoffes statt. Ebenso absorbirt
ein Gemisch von Schwefeleisen und Eisenoxyd unter Schwefelabschei-
dung Cyanwasserstoff:
1) Fe(OH) 2.+ 2 HCy == Fe Cy, +2 H10
2) +
4 Ff'2 (0H)6 6 Fe(OH)2 + 36 HCy = 2 ~'e7 Cy18 +
36 H10
+
3) a) Fe11 (0H) 6 FeS = 3 Fe(OH), S +
b) 3 Fe(OH) 2 + 6 HCy = 3 Fe Cy1 +6 H10
4) +
0 FeS + 2 EICN = 1feCy1 +H,O S.+
Bei dem K n u b 1au O h' sehen Verfahren, den Cyanwasserstoff
?urch Gemische von Alkalien oder Erdalkalien mit Eisenverbindungen
ltn Wasser zu absorbiren wird die Blaubildung durch ähnliche Vor-
g~nge bedingt; die ver;endeten alkalischen Massen enthalten stets
Eisenoxydhydrat. Um aber die Bildung von Berliner Blau zu ver•
3•
36 I. Gruppe. Chemische Tochnologio der I3rounstoffo.

meiden, ist es nöthig, bei der Fällung des Eisenoxydulhydrates aus der
Eisenoxydullösung den oxydirenden Einfluss des Lnftsanerstoffes voll-
kommen fern zu halten. Dies kann nur dadurch erreicht werden, dass
man die Mischung des Eisenoxydulsalzes mit dem Alkali erst in dem
bereits mit Gas gefüllten Wäscher vornimmt. Man lässt beide Flilssig-
keiten getrennt in den Wäscher einlaufen. Bei Anwendung von Eisen-
oxydulsulfat und Soda entsteht eisenoxydfreies Eisenoxyd ulhyd rat:
a) FeSO, + +
Na!.100 3 H20 = Fe(OH) 2 + Na 2SO, + C02,
Bei Gegenwart des nöthigen Ueberschusses von Soda wird das
Cyan des Gases unter Bildung von löslichem Ferrocyannatrium ahfior-
birt; Berliner Blau und andere unliisliche Cyanverbindnngen können
nicht entstehen.
b) Fe(OH) 2 + 2Na!IC0 8+ 6HCN = Na 4 FeCy6 + 4 H2 0+ 2CO~.
Selbstverständlich ist es nothwendig, mit dem Eisensalz sofort die
ganze Menge des erforderlichen Alkalis in den Wäscher zn bringen, da.
bei ungenügendem Alkaligehalte unlösliches Berliner Weiss entstehen
würde. Es müssen demnach die schon von K n u b 1 auch gegebenen
Verhältnisse innegehalten, d. h. auf 1 Mol. des Eisenoxydulsalzes :i :\fol.
eines zweiwerthigen (Kalk), oder 6 :\fol. eines einwerthigen (Natron)
Alkalis verwendet werden.
a) FeSO, + +
3 Ca(OH) 2 6 HCN = Ca 2 FeCy6 + CaS0 4 + 6 H!IO
b) FeSO, + +
3 Na!IC0 8 6 HCN == Na,~'rCy 6
,
+ NaiSO,
3 Iti o ++ 3 eo,
c) FeSO, + 6 NaOH + GHCN = Na 4 FeCy6 + Na 9 S04 + 6H20·
War das Eisenoxydulsalz völlig frei von Eisenoxyd, so entsteht
keine Spur von Berliner Blau. - Wenn auch die Absorption beim Be-
ginn des Einfüllens der Absorptionsmittel nach den Gleichungen wie
oben verlaufen, so ändern sich die Verhältnisse im Wäscher sehr bald.
Benutzt man z.B. als alkalische Absorptionsmittel Kalk, so ist in kurzer
Zeit unter dem Einfluss der Kohlensäure und des Schwefelwasserstoffes
der Kalk in kohlensauren Kalk und in Calciumhydrosulfid, das Eisen·
oxydul dagegen in Sulfid übergegangen. Das Calciumhydrosulfid wird
ebenfalls allmählich in Carbonat verwandelt. Statt primärer Ab·
sorptionsvorgänge wie oben treten jetzt wie im Reiniger gegen Schluss
secundäre auf:
a) Ca(SH) 2 + 2 HCN = Ca(CNh + 2 H 2S
b) CaC08 + 2 HCN ,,= Ca(CN)2 +C02 + H,O
c) 3 Ca(CN) 2+ + FeS B 9 0 = Ca 1 FeCy6 + CaSHOH.
Da Schwefeleisen allein Cyanwasserstoff nur unter Zuhilfenahme
des im Gase enthaltenen Sauerstoffes absorbiren kann so bildet sich zu-
nächst unter der Einwirkung des Cyanwasserstoffes' aus dem Calcium·
sulfid und aus d~m Calciumcarbonat Calciumcyanid ; besonders die Zer-
setzung des Calemmcarbonates ist ein Vorgang, welcher nur sehr lang·
sam verläuft, da ja umgekehrt Kohlensäure auch Calciumcyanid wieder
zersetzt. Das auf die eine oder andere Weise entstandene Calciullt-
LruchtgaR. 37

cya~id bildet mit dem Schwefeleisen unter Abspaltung des Schwefels


lösliches Ferrocyancalcium. Etwas leichter verläuft die Reaction, wenn
~an als alkalische ;\fütel Soda statt Kalk verwendet, da die Soda gel1ist
~t ,und in Folge dessen leichter in Wirkung tritt. Indessen auch bei
ei Verwendung von Kalk kann man die Absorption beschleunigen,
;.:n~ m~n ~afilr Sorge trägt, dass immer unzersetzter Kalk in der Wasch-
Uu~s,gkeit 1st. - Dies könnte durch die Anwendung eines grossen
~- erschusses von Kalk erreicht werden. Ein solcher Kalküberschuss
wurde ab er einen· schweren Gang des Rilhrwerkes bedingen, auch würde,
;~nn man. die ganze Menge des Absorptionsmittels auf einmal in den
d 11 ~?her gibt, ein grosser Ueberschnss von Kalk nicht lange vorhalten,
alle Menge der Kohlensäure im Vergleich zu dem vorhandenen Cyan-
w~~;~rstoff zu gross ist. In einem Gaswerke, wo man auf die oben ge-
i~ 1
erte Weise etwa 50 000 cbm Gas in 24 Stunden mit Kalk und
isenlösung behandelt, verfährt man derart, dass man alle 12 Stunden
;?rne den fünften Theil der Lauge aus dem Wäscher abzieht und in den
fl~~t~ren . Theil des Wäschers die gleiche Menge frischer Absorptions-
! 'sig~eit zulaufen lässt. - Trotzdem der Ueberschuss an Kalk 1/ 1 des
t ieoret,sch nöthigen beträgt so werden hier in dem einen Wäscher nur
~t~:a 75 Proc. des im Gas~ enthaltenen Cyanwasserstoffes absorbirt.
"T-1 ahrend die frisch zugesetzten Absorptionsmittel im Anfang sehr schnell
1
'..nd gut absorbiren, so lange noch unzersetzter Kalk vorhanden ist, ver-
lauft die Absorption zum Schlusse sehr langsam, sobald der Kalk in
Carbonat und das Eisenoxydul in Sulfid iibergefilhrt ist. Um eine voll-
kommene und schnelle Absorption zu erhalten, ist es deshalb nöthig, die
Absorptionsmittel langsam und fortwährend frisch dem Wäscher zuzu-
fnhren. Eine solche Arbeits weise hat auch den Vortheil, dass der
':7ä~cher nicht zu sehr mit ungelösten Massen belastet wird, da die un-
l~shchen Absorptionsmittel frisch zugeführt werden in dem Maasse, wie
e,_n Theil der vorhandenen durch die Aufnahme von Cyanwasserstoff und
Bildung von Ferrocyancalcium in Liisung übergehen. - Um demnach
a~sschliesslich geHistes Rohcyan zu erhalten, müssen die Absorptions-
mittel, d. h. die Eisenoxydnlsalzlösung und das Alkali (Soda oder Kalk
u. _dgl.), getrennt in den Wäscher eingeführt werden. Beide Fliissig-
keiten dilrfen sich erst im Wäscher mischen. Um die Absorption zu
einer gleichmässig beschleunigten und nahezu vollkommenen zu machen,
mlissen die Absorptionsmittel gleichmässig und dauernd eingetragen
werden. Die Eintragung darf nicht in grossen Mengen auf einmal er-
folgen. - Die Verwendung von Kalk oder Soda hat den Vortheil, dass
beide so gut wie gar nicht zur Bildung von gelösten Sulfiden beitragen
und somit einerseits die Rhodanbildung fast völlig vermieden wird und
andererseits die erhaltenen Lösungen durch Schwefelverbindungen nicht
verunreinigt sind. Kalk hat vor der Soda den Vorzug der grösseren Billig-
keit. Während ferner bei Verwendung von Soda die bei der Umsetzung
mit dem Eisenoxydulsalz entstandenen Natronsalze und. die ~ber-
schüssige Soda die Ferrocyanidlauge verunreinigen, enthält die Calcmm-
38 I. Gruppe. Chemische Tcchnologio uer Brennstoffo.

ferrocyanidl5suug keine fremden Salze, besonders dann nicht, wenn als


Eisenoxydnlsalz Eisensulfat zur Anwendung kam. Ein weiterer Vor-
zug des Calciumsalzes ist der, dass es znr Fabrikation sämmtlicher Cyan-
verbindungen, Cyankali um, Cyannatrium, "Ferrocyankalium, Ferrocyan-
natrium u. dgl. verwendet werden kann, während das Natriumferro-
cyanid nur anf Natriumcyanid oder auf reines Ferrocyannatrinm ver-
arbeitet werden kann. Der Marktwerth des Calcinmsalzes wird demnach
trotz seiner geringen Herstellungskosten ein höherer sein, als der des
Natriumsalzes. - Fiir die Gewinnung von ausschliesslich unlöslichem
Rohcyan ergeben sich ähnliche Bedingungen wie zur Gewinnung von
löslichem. Die zur Absorption benntzten Eisenverbindungen sollen mög-
lichst frei von Eisenoxyd sein, tla letzterrs die Abscheidung von Schwefel
im Cyanwäscher vermsacht. Es ist deshalb zweckmässig, auch bei der
Gewinnung von unlöslichem Rohcyan die zur Absorption zu benutzende
Eisenoxydulsalz\ösung getrennt von dem zur Fällting des Oxydnls
nöthigen Alkali in den Wäscher zu bringen. Die ßilclung von Eisen-
oxyd ist dann ausgeschlossen. Selbstve;sfändlich darf in diesem ~'alle
nnr 1 Mol. einer zweiwerthigen Base (z. B. Kalk) auf 1 Mol. Eisenoxy-
dulsalz verwendet werden. Ein Ueberschuss an Alkali ist zn vermeiden,
da andernfalls lllsliches Ferrocyanalkali entsteht, welrhcs fiir den Käufer,
wenn nur in geringen Mengen vorhanden, ziemlich werthlos ist. Auch
hier sollen die Absorptionsmittel im Verhältniss zur fortschreitenden
Cyanwasserstoffabsorption in den Wäscher eingetragen werden. Es
muss dafür Sorge getragen werden, dass immer frisches Absorptions-
mittel im Wäscher ist. Andernfalls ist das Eisenoxy1\11l bald in Eisen-
sulfid umgewandelt, welches nur sehr langsam urnl zwar secundär Cyan-
wasserstoff absorbirt. Jedenfalls milsste bei der Gewinnung von unlös-
lichem Rohcyan eine grössere Waschanlage benutzt wertlen, als im Falle
der Gewinnung von }l}slichen Cyanverbindungen, da der die Absorption
beschleunigende Alkalizusatz fehlt. - Es kann der Verlust durch Bil-
dung von Rhodansalzen bis auf 60 Proc. und mehr steigen, falls die zur
Rhodanbildung giinstigsten Umstände nicht vermieden wer1len. Dieser
Verlust an Cyan durch Rhodanbildung ist direct durch <lie Gegenwart
des Ammoniaks bedingt. Während ein hoher Ammoniak~ehalt bis zu
65 Proc. Cyanverlust hervorruft, kann selbst ein sehr geringer Ammoniak-
geh~lt der _Gase bei Gegenwart des zur Absorption benutzten schwefel-
haltigen Eisenoxyduls noch bis zu 12 Proc. Verlust im Gefolge haben.
Der Gehalt an Berliner Blau steigt direct mit dem Fallen des Ammoniak·
gehaltes. - In l 00 cbm Gas sind
350 g Ammoniak
·)oo
~
, ,
,, Cyanwasserstoff,
200 „ Sauerstoff,
2000 „ Schwefelwasser8toff,

2000 Kohlonsiiure.

Es ist demnach anzunehmen, dass das Ammoniak bei der starken


Neigung seiner Verbindungen zu disociiren, wenn überhaupt gebunden,
Leuchtgas. 39
nur ~ocker an Kohlensäure und Schwefelwasserstoff gebuntlen ist. Dies
O_emisch durchstreicht, ehe es in den Reiniger tritt, zunächst tlen Ammo-
nia_kwäscher. Hier fehlt das zur Rhodanbildung nöthige }littel, der
freie Schwefel, untl die die Ausscheidung des freien Schwefels bedingen-
den Eisenverhindungen. Gerade der Umstand dass in den Ammoniak-
wäschern verhältnissmässig so wenig Rhodad gebildet wird, beweist,
dass Schwefelammonium, Cyanwasserstoff, Schwefelwasserstoff und Sauer-
s!off _ohne weiteres in der vorliegenden Verdiinn1111g nicht auf einander
;~wirken. Wenn das Gemisch von Ammoniak, Cyanwasserstoff,
Re .1~efelwasserstoff und Sauerstoff auf die mit Schwefel gemischten
Cemigungsmassen einwirkt, so bildet sich unter der Einwirkung von
S ytnammonium auf das Schwefeleisen Eisencyaniir und Einfach-
_c twefelammonium. Das entstandene Einfach-Schwefelammonium ist
01
~ kräftiges Lüsungsmittel für Sehwefrl, wobei es in Polysnlfid über-
ge it. Das entstandene Polv;mltid setzt sich nun <lirect mit frischem
Am · · J
monmmcyamd, unter Abgabe seines Polysulfidschwefels an letzteres,
11
~ Rhorlanamrnonium und ::\lonosulfid um. Dieser secundäre Vorgang
er Rhodanbildnng wird durch den grossen Uebersclrnss der Reinigungs-
masse an freiem Schwefel ungemein begilnsti~t. - Das im Gas ent-
haltene Schwefelammonium ist als Hydrosulfid vorhanden. Unter der
Einwirkung d!'s Eisenoxy<les wird zunächst das Ammoniumhydrosulfid
~inter Abspaltung von freiem Schwefel in Einfuch-Schwefelammonium
ll?ergefiihrt, wobei Eisenoxydul entsteht. Das Einfach-Sch wefelammo•
nium verbindet sich mit dem freien Schwefel zn Polysulfid und dieses
letztere gibt mit Cyanwasserstoff unter Riickbildung von Ammonium-
hydrosnlfül Rhodanammonium. Indessen wenn auch hiernach die Gegen-
wart von Eisenoxyd im Wesentlichen als <lie mittelbare Ursache der
R_hod~nbildung angesehen werden muss, so sind auch noch die Be-
dingungen zu eineni anderen Rhodan bildenden Vorgang vorhanden.
Begu11st1gt
·· · durch die Gegenwart von Eisenverbindungen wir· · kt ne ben
ob·igem Vorgang der im Gase vorhandene Sauerstoff auf das Ammonmm· ·
sulfül ein. Da indessen der Sauerstoffgehalt im Leuchtgase nur ei~e
nntergeorJnete Rolle spielt so kommen diese Umsetzungen für die
C_yangewinnung ans Leucht~as weniger in Betracht. - Nach F ~ 1 d
bt~den sich ferner die geringen :Mengen von Rhodan im Ammomak·
wascher nur unter dem Einfluss der in eisernen Apparaten, welche von
s~uerstoff- und schwefelwasserstoffhaltigen Gasen ~lurchstrichen werden,
nie fehlenden geringen ::\!engen Schwefeleisen und freiem Schwefel.
Demnach ist es zur Erzielung einer hohen Ausbeute an Cyan von grund•
le?ender Wichtigkeit, dass die zur Cyangewinnung zu benutzenden
E_isenverbindungen nicht vor und während, sondern erst nach der Ammo-
ruakwäsche zugesetzt werden, besonders wenn die Gase Sauerstoff ent-
halten.
Die Bestimmung und Trenn n n g von ? Y an ver b i.n •
dungen und deren Verunreinigungen bespricht ausführhcil
W. Feld (J. Gasbel.1903, 567 u. 660).
40 I. Gruppe. Chemische Technologie der Urcnnstoffc.

c y an w l\ s c h e nach B u e b im Gaswerk Mariendorf bewährt sich


nach E. Dr o r y (J. Oasbel. 1903, 143). Die Möglichkeit, Cyanschlamm
wie Reinigungsmasse mit Nutzen zu verkaufen, hängt von der Marktlage,
bez. von der Einführung neuer vortheilhafterer Methoden für Cyange-
winnung ab. Der Hauptvortheil des B u e b' sehen Verfahrens gegenüber
der trockenen Reinigung beruht auf der fast vollständigen Absorption des
im Gase vorhandenen Cyans. Dadurch bedingt sind als Nebenvortheile:
die bessere Ausnützung der trockenen Reinigungsmasse filr Schwefe~-
wasserstoff; die Möglichkeit, dass schwefelreiche cyanfreie ;Iassen mit
Nutzen als Rohmaterial für Schwefelsäurefabrikation benutzt werden
können; die Wahrscheinlichkeit, dass zahlreiche frilher durch cyanhaltige
Gase stark angegriffene Apparate eine längere Lebensdauer haben werden.
Die Cyan ver 1 u s t e in der Sc r 11 b b er n n g sind nach
A. O. Na u s s (.T. Gasbel. 1903, 229 u. 953) znweilen beträchtlich. Er
empfiehlt das Verfahren von K n u blau c h mit alkalisirter Eisenoxydul-
lösung. Beim Verfahren von B u e b ist auf müglichste Gewinnung des
Ammoniaks zu sehen.
Cyan gewinn u n g auf nassem Wege. W. P. J o rissen
und J. Rutten (J. Gasbel. 1903, 716) berichten über Versuche in der
Gasfabrik zu Haag. Im Durchschnitt enthielt das ungereinigte Gas 325 g
Ammoniak und 185 g Cyanwasserstoff in 100 cbm. und ilberdies 2 bis
3 Vol.-Proo. Kob.lensilure und über 1 Vol.-Proc. Schwefelwasserstoff.
Nachdem das Gas von Theer befreit ist, wird es in einem Naphtalin•
und Cyanwascher (System Kir k h am) mit der Absorptionsflii~sigkeit in
Berilhrung gebracht. Die Absorptionsflüssigkeit wird bereitet durch
Niederschlagen von Ferrosulfatlösnng mit Sodalösung in gcnil!;'endem
Ueberschuss, Auswaschen des Niederschlags, welcher sich unter Kohlen·
säureentwickelung bildet, und Vertheilnng des Niederschlages in Pot-
aschelösung. Der Niederschlag besteht bei Luftausschluss aus basischem
Ferrocarbonat FeC01 . ~'e(OHh, Bei einem wenig oxydirten Nieder-
schlag wurde gefunden 0,174 g C0 2 nehen 0,585 g Fe!03 , hci einem
mehr oxydirten Niederschlag 0,200 g C0 2 neben 0,832 g FP 2 0s. Vom
ersten Präparat waren ungefähr 15 Proc., vom letzteren 33 Proc. oxydirt.
Das basische Ferrocarbonat wurde dargestellt aus ungefähr 600 k Ferro·
sulfat und 300 bis 600 k Potasche, zur Bildung von 3 bis 6 cbm Ab·
sorptionsflüssigkeit. In dem Wascher wird wenig Kohlensänre und
Schwefelwasserstoff gebunden, wie die Analysen des Gases beim Ein-
und Austreten zeigen. In der Flnssigkeit bilden sich ans den löslichen
Gasen mehrere Stoffe; von diesen Stoffen ist das Ferrocvankalium das
wichtigste. Im Niederschlag finden sich am Ende u. a. Schwefeleisen,
Berlinerblau {NH.) 9FeFe(CN)8 und K11 ~'eFe(CN) 8 vor. - Die Fliissigkeit
wird so lange der Einwirkung des Gases ausgesetzt, bis sie ungefähr als
gesättigt zu betrachten ist. Sie wird alsdann mittels einer Filterpresse
fi!trirt und die klare LBsung in einen Destillationsapparat geführt, aus
welchem sie ammoniakfrei erhalten wird. Bei der Destillation des
Ammoniaks, welches zu concentrirtem Ammoniakwasser condensirt wird,
Leuchtgas. 41
entsteht in der Flnssigkeit eine kleine Menge eines Niederschlages,
welcher hauptsächlich aus unlöslichen Ammoniumferroferri- und Kalium-
ferrofe_rricyaniden besteht. Dieser Niederschlag wird gewonnen, indem
man die Flüssigkeit durch eine Nutsche fliessen lässt. Die noch warme
F~iissigkeit wird sofort in einem Vacuumverdampfapparat concentrirt bis
19
~ ge~nn~chte Stärke erreicht ist. Durch Krystallisation und Um-
rystallisat1on bekommt man reines Ferrocyankalium. - Die in Press-
~1~_hen anwesenden Cyanverbindungen werden mittels concentrirter
Na mmhydroxydl5sung in Ferrocyankalium umgewandelt, während als
ebenproduct Ammoniakwasser gewonnen wird. Die Umsetzung findet
r~tt in e~nem Kessel mit Riihrwerk und Dampfmantel. Die gebildete
~sung wird mit den anderen Lösungen von Ferrocyankalinm eingeengt,
wa~rend alle L\\ugen, welche nach dem Auskrystallisiren dieses Salzes
zuri!ckbleiben, wieder im Wascher gebraucht werden; einmal im Jahre
werden die Langen gänzlich befreit von den fremden Bestandtheilen,
~e!che in den Chemikalien anwesend waren, während von Zeit zu Zeit
e_me, aber sofol't störende Mengen S11lfat mittels fractionirter Krystalli-
sation entfernt werden.
Naphtalin-Cyan-Wäsche beschreibt Ritzinger (J. Gasbel.
19 03, 44). Der Apparat hat Aehnlichkeit mit einem Standardwäscher.
Der Antrieb erfolgt von der Transmission aus auf eine Welle mit Schnecke,
Welche das auf der Trommelachse sitzende Schneckenrad treibt. (Eine
Umdrehung in 45 SAcnnden.) Auf der Trommelachse sitzen im Innern
der Trommel sechs Scheibenräder in sechs durch lothrechte Wände ab-
get~eilten Kammern. Filnf Rätler bestehen aus Blechscheiben mit
zwischenliegenden, gezackten Holzstiickchen ; das sechste besteht nur
tis mehreren gelochten Blechscheiben mit dazwischen pe~del_nden
amellen. Der Gaseintritt erfolgt von vorne links, der Gasaustritt hmten
achsial. Die ersten beiden Kammern werden mit Anthracenöl gefüllt,
welches das Naphtalin aufnimmt. Das verwandte Anthracen51 von
W ~ Yl & C p. enthält schon 6 Proc. Anthracen und nimmt noch 20 Proc.
Wetter auf. - Nach 100 000 cbm Gasdurchgang enthielt das Oel der
er_sten Kammer 25 Proc., das der zweiten Kammer 8 Proc. Naphtalin.
Die anderen vier Kammern des B u e b' sehen Wlischers dienen zur Ent-
fernung des Cyans aus dt>m Rohgase mittels Eisenvitriollösung. Diese
~msetzung ist nach etwa 6500 cbm Gasdurchgang beendet. Das Schwef~l-
eisen macht <len ganzen Kammerinhalt ziemlich dickflilssig und gibt
:lnlass zn Betriebsstönmgen. Erst wenn alles Schwefeleisen ~us~efällt
1~t, kann von Kammer 4 nach 3 umgepumpt werden, wo die eigent-

liche Cyanabsorption beginnt. Das Cyanammonium des Gases spaltet


das Schwefeleisen ; es wird Schwefelwasserstoff frei und Ferr_ocya?·
~mmonium - Doppelsalz gebildet. Die Cyanausscheidnng s?hrettet m
Jeder Kammer weiter und enthält der fertige Schlamm 16 bis 18 Proc.
Blaukali = 11 bis 12 Proc. Berlinerblau. Das Umpumpen erfolgt
n_ach je 9750 chm Gasdurchgang und dauert von Kammer zu Kammer
Stehen Minuten. Ganz cyanfrei wird das Gas nicht. Es wurden z. B.
I. Gruppe. Chemische Technologio der BrPnnstoITo.
42
vor dem Wi\scher im Mittl:'I 4,;lri g Blaukali = 2,fl:i p; Hcrli11,~rblau,
hinter,, ,, ,, ,, 0,20 ., ,, =- 0, 1:l:i ,, ,,
gefunden. Die A11snutzung beträgt also 95 bis 9G Proc. Der Cyan-
schlamm wird in die zugehörige Grube abgelassen.
Verfahren zur Reinabscheidung von Rhodan-
calci um aus der durch Ext ractio n von O as ka l k erhaltenen
Lösung von Rhodancalcium und Calciumhyposulfit, von ,T. Tc her n i a c
(D. R. P. Nr. 145 7 4 7) besteht darin, dass die Lösung bei höherer Tem-
peratur abgedampft wird, wobei das Rhodansalz unverändert bleibt,
während das Ilyposulfit in seine schwer löslichen ßestandtheile (Calcium-
sulfit und Schwefel) zerfällt, die ihrerseits nach Ausla11gung des Hhodan-
calciums zur Darstellung von Alkalihyposulfit benutzt werden können.
Die aus dem Gaskalk mit Wa~ser durch methodische A11sla11gung oder
Filtration erhaltene Lösung wird, nach Behandlung mit Kohlensäure,
bei höherer Temperatur abgedampft und möglichst concentrirt. Hierbei
zerfällt das Calciumhyposulftt in Sulfid und freien Schwefel, während
das Rhodansalz unverändert bleibt. Das Gemisch wird mit kaltem
Wasser behandelt, welches das Calciumrhodanid löst, während Calci11m-
sulfit und Schwefel ungelöst bleiben; der Riickstanci lässt sich in irgend
einer Weise verwerthen, z. B. durch Verarbeitung mit alkalischen Car-
bonaten oder Sulfaten auf Alkalihyposulfit.
Trockene Gas rein i g u n g beschreibt E. l\I erz (J. Gasbel. 1903,
221). Versuche führten zu folgenden Schliissen: Die Vergleichung der
Ergebnisse der Versuche zeigt, dass der Reinigungserfolg annähernd der-
selbe ist, die verschiedenen Geschwindigkeiten des Gases und die ver-
schiedenen Formen der Reinigungsgefässe also die Reinignngsarbeit der
Masse in keiner Weise beeinflusst haben. }\ it rlem gleichen Volumen
einer Reinigungsmasse 'erhält man also gleiche Reinigung, ob man das
Gas langsam und daher längere Zeit hindurch mit der Reinignngsmasse
in Verbindung bringt oder aber ob man das Gas rascher und dadurch um
so intensiver auf die Reinigungsmasse einwirken lässt. Die durch Ver-
wendung grosser Gasmengen und erheblicher Mengen von Reinigungs-
masse gewonnenen, dem wirklichen Reinigungsbetriebe entsprechenden
Betriebsresultate können ohne weiteres als auch für die grosse Praxis
geltend angesehen werden. Die F 1 ach reinige r stellen heute die un-
gilnstigste Form von Reinigungsgefässen dar und zwar einmal, weil sie
im Verhiiltniss zu ihrer Arbeitsleistung eine zu grosse Grnndfliiche bean-
spruchen, dann, weil durch das Vorhandensein rines W assrrvcrschlusses
der Menge und der Geschwindigkeit des sie durchströmenden Gases eine
zu enge Grenze gesetzt wird, und endlich, weil ein Wasserverschluss
schon an und für sich und hier noch gerade währen<l der Hauptgas-
erzeugungszeit von allen Gasapparaten den gefährlichsten Punkt des
Gaswerksbetriebes darste1lt. Der Ersatz der W asserverschlflsse und
zwar nicht allein an den Reinigern, ist anzustreben und an deren Stelle
einfach zu handhabende Deckelverschlilsse von nicht zu grosser Flächen·
ausdehnung zu setzen; die Flachreiniger sind durch zweckmässig ge-
Leuehtgas. 43

stalte~e Hoch reinige r mit geringer Grundfläche zu ersetzen, welche


~~ keme GaRgeschwindigkeits- und Gasdruckgrenzen gebnnden sind. -
R 1~ ?rösse der Reiniger ist so zu hemessen, dass die darin arbeitende
R e~n'.gungsmasse möglichst viel Gas reinigt, dass möglichst wenige
Mernigungswechsel stattzufindpn haben, und dass dafiir und fiir die
f"iasse~bewPgnng miiglichst wenig Geldaufwand erforderlich wird. Die
~ r eme Reinigeranlage mit zusammen ,·ier Reinigern in Betracht
rtn~ende Menge Reinig1rngsmasse wird zweckmiif,sig so gewählt, dass
~ r ~e ;10?0 chm normaler Hiichsttagesgaserzeugnng 1 cbm Reinigungs-
asse In Jeden Reiniger kommt.
M D i e A u flocke r 11 n g d er Rein i g- u n g s m a s s e besprechen
n· l\Ienzel (J. Oasbel. 1D03, 745), E . .Jäger (das. S. 74fi); die
rnckvermin!iernng in den Reinignngskiisten Ho 11 weck (das.
S· 801).
l . Gas rein i g u n g. H. B 11 n t e (,1. Oasbel. 1U03, 709) zeigt, dass
1
\~ Luftznsatz zur Brseitigung rnn Schwefelwai,;serstoff im Reiniger
th ärrne entwickrlt wird. - Becker (das. S. 737) hat durch Maximum-
L ermo~eter gPfunden, dass heim Einwirken frischen GasPs mit 1,5 Proc.
nft he1gemisd1t sich eine Temperatursteigernng von 150 ergibt, also
wen ~ ct·.1e •alasse vorher 150 besessen hat, ~o steigt die T_em~eratur auf
· 30 bis 32°, d. h. wenn frisches Gas auf frische Masse einwirkt, wenn
f~n also den frischrn Rf'iniger als ersten schaltet. S('haltet man den
tschen Reinig, r als let 7,ten und misst die Temperaturerhöhung in dem
0

etzten KastPn, ,;o ist die Temperaturznnahme nur (JO, also die Temperatur
;~n 15 auf 21 o gestif'gen. Die Tm1peraturerh1ihnng, wenn man den
dl'lschen Kastm als ersten schaltet, trägt natürlich sehr viel dazu bei, um
~s Wasser im ersten Kasten zu verdampfen und es im zweiten Kasten
Wteder abzuscheiden. Es ist. nicht üblich, dass man den frischen Kasten
ts ersten S<"haltet. Es hat sich bisher eine merkliche Abnahme _der
Kcnehtkraft nicht gezPigt. Dagegen ist die Temperatur in dem zweiten
asten, der dem grossen Andritnge der Luft pl/itzlich ausgesetzt war,
von 20 auf 250 ge 8 tirgen. Diese Temperaturzunahme hat nicht lange
angehalten. Schon nad1 5 Stunden war die Temperatur wieder auf 20°
iesunken und blieb so während des Processes der Reinigung_ stehen. -
ach Burgemeister (das. S. 65) soll die Luft nur zw1sc~en Vor-
1
a~e und Condensator zugeführt werden, wenn die Wirkung eme gute
sein soll.
S O h w e f e l verbind u n gen im Leuchtgas. Nach~- W i ~zeck
~- Gasbel. 1903, 41) zeigten Versuche die leichte Zersetzhchke1 des !
Echwefelkohlenstoffs und deuteten zugleich darauf bin, dass bei der
d rhitzung des Leuchtgases zur Entfernung der Schwefelverhindnngen
er grosse Wasserstoff-, in geringerem )laasse wohl der Methangehalt v~n
grösserer Bedeutung filr die Umsetzung des Schwefelkohlenstoffs s?m
~~nn als die Einwirkung des Wasserdampfes. Kohlenoxysulfid wird
e1~ht zersetzt' Thiophen ist beständig. Versuche über den Schwefel-
ge alt des Leuchtgases ergaben z. B. für Saarkohle:
44 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

--g Si;-\ ;robe- g S in


Vol.-Proc. 100 cbm
100 cbm nahme
als es, H 2S als H 1 S
=-===;==~ ~--~~ -- ---:::;_-
211 0,75 1069 Mittelwerthe
71,6 230 0, 71
1 2'•5 0,69 985
300 0,68
46,1 315 0,64 913 für S ans CS 2 u. 'dgl.: 35,2 g
t 33l 0,61
345 0,60 856 für S ans H 2 S: 762 g
31,6 401 0,59
t 423 0,58 828 also beträgt der Schwefel ans
eS 1 u. dgl.: 4,41 Proc. des Ge·
4u 0,48
sammtschwefels.
16,2
{ 500
520
0,50
0,38
714

521 0,37 542


10,7 533 0,38
(i37 0,35 500

Filr englische Kohle:

. g S in
100 cbm
I Probe-
nahme
1~01:-Pr~c.\ g S in ITempe-1
H 2S 100 cbm ratnr_
Mittelwerthe
-------· --- --- - -=-- -· -------- . -- --: -.· -·- ---- -~ - - : ____ . -. -- .

141!,8 l 934
910
l!,43
2,93
3465
4180 \fürSausCS 1 u. dgl.: 171,2g
9,,0 2,67 3810 ,für S ans H 2S: 2876 g
187 1005 2,78 3965 1230°

248,5 l 103t
1100
2,23
2,25
3180
3210
S aus es 2 u. dgl.: li,6 Proc.
des Gesammt-S.
113• 2,00 11850 1240°
208
1 1200 1,83 2610

lOli,7 l 1231
103
1,60
1,09
2280
11i55
1 t5
85,1
l 128
1,08
1,31
lli40
1870
1230°

Die Saarkohle enthielt 0,G5 Proc. Schwefel, die englische 2,G5 Proc., in
beiden zum Theil organisch gebunden, wie dieses bekanntlich fast immer
der Fall ist (J. 1899, 14).
S c h w e f e 1 k o h 1e n s t o f f i m L e u c h t g a s. - J( ~, r a n k
(J. Gasbel. 1903, 489) empfiehlt die Entfernung des Schwefelkohlen-
stoffes mit Anilin. Er meint, 6 / 7 des im Gase vorhandenen Schwefels
seien als Schwefelkohlenstoff vorhanden (?).
H erste 11 u n g v o n O e I g a s. Versuche von W. H e m pe 1
(Verh. Gewerhfl. 1903, 39) ergaben, dass es zum Zweck der Darstellung
von Oelgas, welches mit Acetylen gemischt und comprimirt werden soll,
Louchtgas. 4&

das Richtige ist, die Vergasung bei einer Temperatur von etwa 970°
v~rzunehmen, da man so aus der gleichen Oelmenge etwa 60 Proc.
höhere Ausbeuten an Oelgas hat und trotzdem nach der Mischung mit
Acetylen und Compression auf 10 k Druck auf 1 qc noch ein Gas erhält,
welches gleiche Lichtstärke mit dem bei niederen Temperaturen her-
ges_tellten Oelgase besitzt. Da die stilndliche Production pro Retorte
gleichzeitig um etwa 36,6 Proc. zunimmt, so diirfte die durch die höhere
Temperatur hervorgerufene grössere Abnutzung der Retorten reichlich
aufgewogen werden durch die grösseren Ausbeuten.
. Vor kommen und n es tim m u n g von Methan homologen
1
?
m e l g a s. Nach E. G r a e f e (,T. Gasbel. 1902, 52-i) entsteht bei der
~estlllation des Ilraunkohlentheers in ziemlicher Menge durch pyrogene
Zersetzung ein Gas, in den Fabriken kurzweg ,,BI a s eng a s" genannt,
das zum Betrieb von Gasmotoren Verwendung findet und in grösserem
Umfang noch finden soll. Das Gas widerstand allen Versuchen, es in
der fiir Leuchtgas angegebenen Weise zu untersuchen. Jedenfalls ist
der Wasserstoff durch Palladium zu entfernen. - Bekanntlich steigt im
allgemeinen die Leuchtkraft eines Oelgases mit fallender Vergasungs-
ternperatur auf Kosten der Gasmenge, und mit der Leuchtkraft steigt
auch die )fenge der Methanhomologeu, womit indessen keineswegs gesagt
sein soll, dass sie wesentlich fiir die Lichtstärke eines Gases sind, im
Gegensatz zu den dampfförmigen und m1gesättigten Kohlenwasserstoffen.
Folgende Analyse von Oelgas von 4,5 Hefnerk. bei 35 l Stundenver-
brauch (I), von 6,5 (II), 7,3 (III), 9 (IV), 12,6 (V) und von 16,2 HK
Leuchtkraft (VI) zeigen die Bedeutung der proc. Zusammensetzung des
Oelgases:
Tl Jil lV V VI
1,
I!arn\lfförrnig,! oh lP11waRs, •rstom, 0,2 (),;) 0,3 0,8 0,8 1
u
l\ohlonHiiuro ....... O,!l 0,8 O,ö 0,4
27,l
0,7
20,l
0,4
:10,2
, ngosiittigto Kohll'mvassorntoffP . 12,:"l 21,2 24,1
Sauerstoff 0,4 0,7 0,3 0,3 0,:1 0,3
Kohlenoxyd· · · · · · · · 1,7 :l.,l 2,1 2,:i ,l,7 2,7
W :J..'\serRtofT 33,7 20,ß 18,0 H,l 10,2 8,9
Methan 4:\!l 42.3 ,l!l,ß 40,4 :is,o 27,4
Aotha11 : 2,:l
- .,
,),,) 8,4 D,8 11,7 12,6
StiPkstoff 2,3 :i,3 5,1 4,ö i"i,ii 6,8

. ,Verwaltnng,;beriehte dl'r \1:1R:1n~talt\'n: Uö~tiap;,011 1!}02/03,


1J. 1e <,asorzeugung liotrug B 38:-> 010 dnn. Dit' durchschn!tthche <~aserzeugung
fur Retorte und Tag betrug :~2ii.fi clilll, die dnrchschmtthche Kohlenladung
lIOJ ,~·> k, ct·10 d urc11schmtthche
· · · . ]',e t01·to ,)rio
· k·1mit (•111,•1
llPscl11c '-• ,."> k· Der Kohlen-
~·erbrauch betrug zur Gaserzeugung 11 Hl 800 k, zur Dampfkesselfef:run~
,'30400 k. Es wnrd(•n f.!:OWnn11rn I\US 100 k Kohle 2(),(i cbm OaR. Zur tu
rung deH Gases wunkn :!220 k BPnzol rnrwrndct. Die Sehrii.grf'torten ewa Jren
.rse
sich. ?.owinn (ohne Abschrnihung) 1545121\lk. .. _ _ , D ·K hlen·
·b Co In fiir 1()OJ /02. Dio Onst>rzcugu ng hPtrug 36 2' 7
JJ°1 rauch zur Oasrrz1mgunrr botrug 12S 242 610 k; d10 Gas <'ll . Durch
:ißi ~t·
1
O
ki~tet~n im
urchscl1JJitt fiir 1000 k frri Gaswerk 15 102 Mk. An (~as ,yur~en im rt · -
Schu·tt · •)'2') b mit emcr Reto e m
erzeugt ans 100 k V rrgasungHmatcrral ~8, · 0 111 • ·m
1 •
'> 4 D1ts durch-
~ 8 tunden 250 56 chrn mit einer Ofenarbriterschwht 1000,. · cIim. k ·m
- -, -o
905 97
Rctortenla(!nng b \' t rug ·>2'' ' k gegen - 1-
schnitt]· 1
· 1ch o Gewwht.
' · .'
rmer
46 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

'Vorjahre, die durchschnittlicho Ladung einer Retorte für den Tag 88fi,7,i k, im
VorJahre 855,0i k. Die Kokserzougung betrug 84 211 002 k = 6:i,67 l'roc. vorn
Gewichte der vergasten Kohlen gogon 71,42 Proc. des Vorjahres. Hiervon wunh•n
verkauft nach auswärts 26155 500 k, am Orte 2/'i 2640:iO k; zur Jfotortc11nnh•r-
feuerungwurden 16 205887 k verwandt, zur Dampfkesselunterfonerung G51\0000 k,
im 80 nstigen Betrieb 287 725 k. Die abgegebene Koksmenge bestand zuS0,46 l'roc.
aus Gabel- und Nusskoks und 19,fi4 Proc. aus Abfallkoks. Der Theil der Kok8-
erzcugung, welcher nach Abzug der zur Rotortcnuntcrfouorung verwondoton
Menge übrig blieb, betrug 68 005115 k - 53,0:J I'roc. dor rntgasten Kohlen gegen
57,54 Proc. im Vorjahre. Auf 100 k Kohlen waron 12,64 k Koks zur Retortmi-
untorfouernng erforderlich, gegen 13,88 k im Vorjahre, gleich 19,2[) bez. rn,H Proc.
der gesammtcn Kohorzeugnng. Auf 100 chrn naserzougung cntfielrn 4-1,!\7 k
Koks zm· Unterfouerung, gegen 4fl,51 k im Vo1jahre.
Die Theercrzeugung hctrug 5 52·1858 k = 4,31 Proc. vom Gewichte d,·r
vergasten l,ohlen, gegen ,l,\J!) l'roc. im V01:jahrr. Ikr Thcorvcrkauf ergab durch-
schnittlich einen Rcinl'rliis von 2fl,441\fk. fiir 1000k. Die Erzeugung an Rchwe.fel-
saurem Ammoniak betrug 1203 fi8!) k = O,!H l'roc. dor entgasten Kohlen gegen
0,05 l'roc. im Vorjahr!'. Der Verkauf ergab für 1000 k nach Ahzug aller Fabri-
kations- und sonstigen l:nkostc11 l:J8,fi8 Mk. gegen 172,\181\lk. im .T. H>00/01 UIJ(]
160,02 Mk. im Jahre JSUfl/l!JOO. An ausgebrauchtPr Oasrcinigungsmass,, wurde11
88:i 000 k verkauft und dafür 11aeh ,\bzug aller Löhne und l<'rachto11 für 1000 k
40,76 .Mk. erzielt gegen ~>8,47 Mk. im J. l!J00/01 und !il,34 .Mk. im .J. 18!J!J/l!JOO.
Der Gehalt der ]\fasse an Ferro c y an k al i 11111 betrug durchschnittlich 1:1,4~ l'roe.
oder an Berliner lllau 0,11 Proc. bez. auf trockcno Masse berechnet 11,!JO Proc.
Das Gas onthielt 1,3 bis 2,2 l'roc. Kohlensiiuro un<I in 1()0 cbm durchschnittlich
4!) g Schwefel. ·- Von dcu lletriebsausgaben nud Einnahmen sind folgende heson-
ders beachtenswerth :
für im Vorjahr
im 1000 cbm f. 10()() C bm
Ausgaben: Ganzen Nutzgas Nut.zgaR
Mk. Mk. Mk.
Kohlen 20~8 l~g,~? Gl,19 ,>Ü,:)!)
1lasrcinigung ,!4 8:mi>3 1,m 1;04
Betriebslöhne . 25!) !168, 1:~ 7,84 7,~10
Dampfkesselunterfeucrung 22 4,i3,41 0,68 0,82
Unterhaltung der Gasöfen 11 64,!,fi7 o,:i5 2,07
,, ,, :Maschinen . 28441,8:i 0,86 1,00
,, des Riihrensystems . . IU7 512,43 G,05 2,80
,, der öffentl. Beleuchtung 26207,l,15 7,!J2 7,!IG
Nebeneinnahmen:
Koks . 8G!i:'i3Lfil 2G,81 :!3,51
Theor . 142 715,88 4,3(i 4,22
Ammoniak 19!) 2l!i,80 (i,00 6,M
Ferrocyan . . . 36 072,64 1,08 0,!)7
Verschiedene Erzeugnisse . . 21122,41 O,ti:l O,!iO
Die Gcsammteinnahme für Gas betrug :l 642 841,42 10!),!)2 111, 18
Hiervon ab die Erzeugungskosten 1 727 34!),86 !i2,12 :l!l.9:i
Bleibt Betrie hsü berscl'-1u_s_s---:-l-;cüccl-=-:)-c4-cc\l-c-l-'cc,fi-(i---0->7-'-,so 71,2:1 .

Nürnberg. Die Gaserzeugung betrug 115031910 cbm. Hieran waren


betheiligt: das Steinkohlengaswerk Nürnberg mit 15 31:l :!GO cbm das Steinkohlon-
gaswerk Doos mit :!78680 chm, die Wassergasanlage ~it 3,l!)870 cbm.
Zur Herstellung des Steinkohlengases wurden vnrwendet: Gaswerk Nürnberg
3G 3!)4,3 t Saar kohlen, 11 2!)4,fi t. Ruhrkohlen, 10():l,5 t l'lattenkohlon Gaswerk
Deos 1411,4 t, insgesa1~11nt. :j() 1~3, 7 t. Di~ Erzeugung .des Wasserg~"es erfor-
<lerte 22!) 048 t grossstuckzgcn h.oks. - DH: durchschnittliche Gasausbouto aus
1 t Kohlen belief sich im Gaswerk Nürnberg anf :~1·:l,O cbm, im Gaswerk Doos auf
Wassergas. 47

if~,:l cbm, dio Ausbeuto an reinem ·was sorg a s aus l t aschcfreicr Koks auf
<; >, _7 c~_m .. na~. ,v assergas. wurdo mit ~em vom alt?n Gaswerk nach dem neuen
a~b<_:,h,1lte1 geforderten Sternkohlengas 11n V crhiiltmss von 23 Proc. ,vassergas
Utiu '7 Proc. Steinkohlengas gomiseht und carburirt. Dieses carburirto Gas
wu~le dnn11 in das alte Oaswork ,mrückbofördert. und vor seiner Vorwernlung
~~t ~als mit roinem i-,teinkohlcngas gemischt. Zur Carburirung gelangten nur
1· •8 ,O cbm, wozu 21 ,t'iü k Benzol erforderlich waren; es entfallen somit nuf
c1im ,v asscrgas 7<i.3 g Benzol.
Das erzeugte (1:ts zeigte die nachstohendo Bcsehaffonhcit:
Steinkohlengas:
V11 nss,•rstofT f>O, 1 Pro<,.
11fothan :n,4 ,,
Kohlenoxyd . 7,G ,,
Oleiino und Benzol 4.0 ,,
Stickstoff . :!,2 „
Kohlonsiiurc 2,1 „
Sauerstoff 0,ü „
Leu ehtkrnft lß,\) HK.
,vassorgas:
"'nsscrstoff :il ,!J l'roe.
Kohlenoxyd 37,(l „
Methan 0,7 „
KohlPnsiiun, 4,8 „
Stickstoff . 4,5 „
Nauorstoff . 0,5 „
llie Durchschnittsb0schaffonheit das "\Vassorgases war eine normale und
namentlich in fä•zug auf don Kohlensiiuregohalt n.ndauornd glcichmiissigo. -
Untersuchungen iibC'r die Zusammonsotzung dC's Gases in don einzelnen Phasen
de_r fö·zonguug ergaben fiir dio Dauer dPs llasens von dor ersten bis zur sochsten
M_muto eine fortwii.hrondo Zunahme des Kohlensiinrel-(C'haltos von 1,8 bis 12,0 Proc.
Dm durchschnittliche Wassorgasm1shouto betrug 1,4!) cbm für 1 k Koks odor
l,71 cbm für l k Kohlenstoff. Dom Wassergas wurden hoi der Carburntion für
1 cbm durchschnittlich 'i6 g Benzol zugesetzt, was t>incr Erhöhung des Ileiz-
werthos um ,20 w und einer Aufhl'sscrung der Leuchtkraft um 12,7 IIK ent-
sprach. Die Mischung des cnrbnrirtcn "\Vassergasos mit dem Stoinkohlengase
orfolgto in dem tlurclrnM1nittlichon Vorhiiltniss 6: !)4. Die durchschnittliche Zu-
sammensetzung des zum Verbrauche gelnngtcn l\Iischgases ergibt sich wie folgt:
W asscrstoff 4!),\) Proc.
111ethan 32, 1 „
Kohl<'noxyd . 8,8 „
Olefine und Benzol 4,0 „
Stinkstoff . 2,5 „
Kohlensiiure 2,2 „
8auerstoff . 0,5 „

Wassergas.
Erzeugung von Wassergas. Nach C. H. Schill (D. R. P.
Nr.136 883) wird während der Aufhlaseperiode die Luft durch mehrere auf
die ganze Höhe des Generators vertheilte Düsenreihen eingeführt, von
denen immer nur eine geöffnet ist, und zwar in der Weise, dass alle
Diisenreihen von oben beginnend nach unten zu fortschreitend nach
einander geöffnet und geschlossen werden. Die Verbrennungsgase
48 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

werden hierbei beständig unten aus dem Generator abgeführt. Man


erreicht durch diese Verfahren, dass alle Schichten des Brennstoffes
dieselbe hohe Temperatur erhalten.
Wassergaserzeuger mit Aussenbeheizung, bei welchem die
Zuführung des Wassers durch eine in die Gasleitung eingeschaltete
Glocke geregelt wird. Nach L. Guenot Fils (D. R. P. Nr. 141260)
wird durch die Glocke, welche die Zuführung des Wassers zur Retorte
regelt, gleichzeitig die Zufuhr der Luft zu der Feuerung bestimmt.
Herstellung von Wassergas. Das Verfahren der Water-
gas Maatschappij-System Kramers (D. R. P. Nr. 138477) ist
dadurch gekennzeichnet, dass das in einem Generator erzeugte Wassergas
mit den Entgasungsproducten der frisch aufgeworfenen Kohle und über-
schflssigem Wasserdampf nach einander in einA oder mehrere getrennte
Fixir- und Oxydationskammern gelangt behnfs Fixirnng des Entgasungs-
productes und Oxydation desselben und eines Theiles des Kohlenoxyds
durch den Wasserdampf, und alsdann das Gasgemisch durch eine Re-
ductionskammer (Schlussgenerator) von oben nach unten geleitet wird,
um die entstandene Kohlen~änre zu Kohlenoxyd zu rednciren, wobei
in Folge der abwechselnden Benutzung der beiuen Generatoren als Gene-
rator bez. als Reductionsraum bei jedem Gasmachen der Zustand der
Feuer der gleiche bleibt. Der Generator 1 (Fig. 21 11 . 22) und der
Reductionsraum 2 (Schluss-
Fig. 21. generator) sind neben ein-
ander aufgestellt; dahinter
liegen die beiden Fixir- und
Oxydirkammern 3 und 4
(Regeneratoren), so dass
der Generator 1 mit der
Fixir- und Oxydirkammer 3
und .der Reductionsraum
, mit der Fixir- und Oxydir-
kammer 4 in Verbindung
't steht. Beide Fixir- und
Oxydationskammern mün-
den in einen gemeinsamen
Raum 5, und zwischen die-
sem Raume und dem ober-
halb desselben angeordneten
Vorwärmer für die Ver-
brennungsluft bez. Recupc-
rator 6 befindet sich ein
mittels Hebel 8 und Zug-
stange 9 zu bewegendes Absperrventil 7. Alsdann sind in üblicher
Weise an dem Generator und dem Schlussgenerator noch Fülltrichter 10
und 11, sowie Anheizthüren 12, Aschenthüren 13 und an den Fixir- und
Oxydationskammern Schaugläser 14 vorgesehen. Die Zuführung der
Wassergas. 49
Ge~läseluft, welche die Heizrohre 16 des Vorwärmers 6 umströmt, ge-
sc~ieht durch das Hauptrohr 17 und die daran anschliessenden Zweig-
ro re, welche oberhalb des Feuers und die Zweigrohre 20 und 21 welche
unterhalb des Feuers einmün- '
den, wobei letztere Zweigrohre Fig. 22.
durch die vier Schieber 22
23, 24 und 25 abgesperr;
wer~en können. Die Dampf-
zuleitung 26' schliesst sich an t4
:u:
die beiden Doppelhähne 27
lind 28 an, und es wird der
Dampf durch die Rohre 29
unterhalb des Rostes eingeführt.
Die Abführung des Wassergases
zu den Reinigungsapparaten
durch die Rohre 33 und 34,
welche mittels der Schieber 35
und 36 abgesperrt werden
können. - Nach dem Warm-
blasen der beiden Genera-
toren (das Absperrventil 7 und alle Luftrohrschieber sind geöffnet)
wird z. B. der Generator 1 mit Kohle aus dem Trichter 10 beschickt.
Das Ventil 7 und die Luftrohrschieber 22, 23, 24 und 25 werden
geschlossen, Dampfhuhn 27 wird geöffnet und Dampf von unten durch
die Brennstoffsäule in den Generator geblasen. Der Dampf wird hierbei
zersetzt und es wird Wassergas erzeugt. Dieses hat, wenn es die frisch
aufgeworfene Kohlenschicht erreicht, eine so hohe Temperatur, dass es
die Kohle thE>ilweise entgast, und es entsteht ein Gemisch von Wassergas
mit noch unzersetztem Wasserdampf und schweren und leichten Kohlen-
wasserstoffen. Dieses Gemisch streicht nun durch die Fixir- und Oxy-
dationskammern 3 und 4 und von oben nach unten durch die glühende
Brennstoffsäule des Schlussgenerators. Auf diesem Wege werden die
Kohlenwasserstoffe fixirt und durch den überschüssigen Wasserdampf
in Wasserstoffgas und Kohlendioxyd übergeführt. Die entstandene
.Kohlensäme wird im Reductionsraum (zweiten Generator) zu Koh!en-
oxyd reducirt, so dass man den jeweilig als zweiten oder Schlussgene-
rator dienenden Generator als Rednctionsraum bezeichnen kann. -
Während also bei zwei in bekannter Weise hinter einander geschalteten
Generatoren das zweite ~'euer in Folge Zersetzung des Wasserdampfes
Stark abkilhlt und alsbald Kohlensäure im Wassergas auftritt, ferner
unzersetzter Wasserdampf hinter dem Apparat mit Kohlenoxyd reagirt
unter Bildung von Kohlensäure, wird durch die Einschaltung der Rege-
neratoren zwischen die beiden Feuer bezweckt: 1. dass etwa unzer-
setzter Wasserdampf in den zweiten Generator nur in unbedeutenden
Mengen kommen kann, so dass das ~·euer in dem zweiten Generator
nicht merkbar abgekühlt wird und dadurch das Gasgemisch bis ans Ende
Jahresber. d. chom . Technologie. XLL'(. 4
I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.
50
des Gasganges, bevor es den Apparat verlässt, mit einem sehr heissen
Feuer in Berührung kommt und keine Bildung von Kohlensäure zu be-
fürchten ist, auch wenn die Dampfgeschwindigkeit gross gewählt wird,
und 2. dass die gebildete Kohlensäure im zweiten Feuer zu Kohlenoxyd
reducirt wird und in Folge dessen der Kohlensäuregehalt des Gases
sehr niedrig bleiben und kein unzersetzter Wasserdampf durch den Apparat
hindurchgehen soll. Das Wassergas verlässt den Generator durch den
geöffneten Gasleitungsschieber 35 und die Gasleitung 34, durch welche
Leitung es in die Reinigungsapparate gelangt. - Sobald die Temperatur
in dem Generator und dem Reductionsraum (Schlussgenerator) und in
den Fixir- und Oxydationskammern (Regeneratoren) zu weit herunter-
gesunken ist, wird der Dampfhahn 27 und der Gasleitungsschieber 35
geschlossen, die Luftrohrschieber 22, 23, 24 und 25 und das Absperr-
ventil 7 werden geöffnet und Generator und Reductionsraum (Schluss-
generator) werden wieder warm geblasen. Es bildet sich durch Ein-
wirkung der Primärluft auf die Kohle in den beiden Feuern Kohlenoxyd,
welches jedoch durch die oberhalb der beiden Feuer durch die Röhre 18
und 19 gleichfalls zugeführte Secundäduft in den Fixir- und Oxydations-
kammern (Regeneratoren) zu Kohlensäure verbrannt wird. Die hierbei
entwickelte Wärme wird in den Fixir- und Oxydationskammern (Rege-
neratoren) aufgespeichert. - Nun werden bei der folgenden Gasperiode
die Apparate von den Gasen in umgekehrter Reihenfolge durchstrümt,
und es wird in Folge dessen der bisherige Reductionsraum 1.um Gene-
rator und der bisherige Generator zum Reductionsraum, also Schluss-
generator. Hat man sich durch die Schaugläser 14 überzeugt. dass die
Temperatur in den Fixir- und Oxydationskammern 3 und .J (Regenera-
toren) hoch genug ist, so wird der Reductionsraum (Generator 2) des
ersten Gasganges, welchn jetzt als Generator functionirt, mit frischer
Kohle beschickt, und nachdem die Luftrohrschieber und das Ventil 7
geschlossen worden sind, wird wiederum Dampf durch den Generator
eingeblasen, das dadurch erzeugte Wassergas entgast die Kohle, die ent-
standenen Kohlenwasserstoffe werden in den Fixir- und Oxydations-
kammern (Regeneratoren) fixirt und sammt etwas Kohlenoxyd durch
<len. überschüssigen Wasserdampf zu Kohlensäure oxydirt unter Frei-
werden von Wasserstoff, und das Gasgemisch durchzieht dann die
glilhende Brennstoffsäule des Generators des ersten Gasganges, welcher
jetzt als Reductionsranm thätig ist, zwecks Reduction der Kohlensäure
zu Kohlenoxyd. - Durch das :Füllen der Fiillapparate 70 und 11 gleich
nach der Entleerung verbleiben die Kohlen während zweier Perioden des
Warrublasens und während zweier Perioden des Oasmachens in diesen
Apparaten und gelangen in vorgewärmtem Zustande in die Feuer. Es
wird dadurch einem plötzlichen Ahkilhlen der gliihenden Brennstoff-
schicht bei der Beschickung vorgebeugt. Die Höhe der Brennstoffschicht
braucht bei diesem Apparat nur gering zu sein und in Folge dessen kann
jede Kohlensorte verwendet werden, sowohl Koks wie Steinkohle und
sogar Braunkohle und Abfälle, welche Kohlenstoff enthalten.
Was~orgas. 51

Wassergas nach dem Verfahren von Kramers. Nach


A. Steger (J. Gasbel. 1903, 921) ergab ein Versuch für 1 k Steinkohle
2, 74 cbm Gas folgender Zusammensetzung:
Kohlensäuro 1,1 Proc.
Kohlenoxyd 43.~ ,,
Methan . J ,0 „
Wa~~~d ~p „
StiekHtoff . fi,:! ,,
Nauerstoff . . . . . . 0,3 „
ll\e ~emperatur der Regeneratoren war nach dem Blasen etwa 8000. .
. Die lemperat.ur der Abgase war am Ende des Recuperators durchschmtt-
IC11 ~300.
' Die Temperatur des abziehenden Gase8 war gleich hinter dem zweiten
Generator fiOOO.
Die Temperatnr dt>r GebHiHeluft, bevor dieselbe in den Generator trat,
war l?Oo.
(Die Angaben über die Ausbeute sind mit Vorsicht aufzunehmen;
vgl. J. 1887, 175.)
Zur Theorie des Wassergasprocesses. 0. Hahn (Z.
physik. 1903, 705) untersuchte das Gleichi;ewicht
C02 + H2 = eo + H9Ü,
Zu den Versuchen wurde ein Quarzrohr verwendet, das sich in
einem Widerstandsofen befand. Das Quarzrohr, das sich bis 11000 als
absolut undurchlässig erwies, war mit Platinfolie bez. Platinschwamm
gefüllt. Die Versuche ergaben filr
K = 9e>~~Q
C01 . H1
a) Ausgehend von CO und H1 0:
88(30 9860 10860
K = 1,19 1,54 1,95.
b) Ausgehend von C0 2 und H2 :
10050 12050 14050
K = 1,68 2,10 2,49.
Wassergas pro c es s. Nach H. St r ach e und R. Ja h o da
(J. Gasbel. 1903, 764) lässt sich einereits die Nutzwirkung beim Warm-
blasen der Generatoren nicht durch Erhöhung der Windgeschwindigkeit
oder durch Verringerung der Schichthöhe erhöhen, sondern nur durch
Einhaltung einer niedrigen Gesammttemperatur des Generators, welche
die Bildung von Kohlensäure heim Warmblasen und daher den guten
Nutzeffect beim Warmblasen zur Folge hat, und dass anderntheils der
Nutzeffect während der Gasungsperiode von der Temperatur und von
der Dampfgeschwindigkeit abhängt, so dass auch bei verhältnissmässig
geringer Temperatur eine gute Dampfzersetzung erzielt werden kann,
wenn man den Dampf mit nur geringer Geschwindigkeit durch das
Brennmaterial leitet. - Im St r ach e 'sehen Generator 1) herrscht in
------
1) Vgl. F. .Fischer: Chemische Technologie der Brennstoffe, Bd. 2,
S. 231 (Braunschweig HJOl).
4*
52 I. Gruppe. Chemische Technologie uer Brcnnst.offe.

der untersten Schichte eine Temperatur von 1500 bis 17000 und diese
nimmt nach oben bis auf etwa 3 bis 500° ab. Wenn man also von
einer mittleren Temperatur des Generators von z. B. 8000 spricht, so
ist damit nicht gesagt, dass der ganze Generator diese Temperatur be-
sitzt; die untersten Schichten haben eine weit höhere Temperatur. Es
ist natürlich, dass die Zersetzung des Dampfes eine viel vollkommenere
ist, wenn derselbe allmählich mit von 500 bis 15000 erwärmten Kohlen-
stoff zusammentrifft, als wenn der Dampf nur eine lange Schicht von
gleichmässig anf 8000 erwärmten Kohlenstoffs vorfindet. Unter Be-
nutzung dieser J.littelwerthe und früherer Versuche am St r ach e 'sehen
Generator werden mathematische Formeln filr die Wärmeausnutzung
angegeben (die eben auf diesen Generator und die angegebenen Be-
dingungen passen mögen, auf welche daher verwiesen werden muss).
Die Vergasung des Kohlenstoffes beim Heissblasen
im Generator bespricht W. Wielandt (,T. Gasbel. 1903, 201).
Versuche mit einer kleinen, nur 135 cc fassenden Thonzelle ergaben,
wie Tabelle I zeigt, dass das Verhältniss des Kohlenoxyds zu Kohlen-
säure mit steigender Temperatur und steigender Berührungsdauer zu-
nimmt:
Tabelle I.

Temperatur o \ 860 \ 870 \ 1000\ 1090\ 1~90\_~ 100\1_26_0\ 1sr}o!11~~i

t:~~t\~d~!~:f/~1:n;se~. :- - 1~~1 3 ~~
Schichthöhe mm . . . 67 63 ö7
;1i-~:f1~5~~--;~f1f~fl 1!!~[ ~!~
65 69 6'2 57, 34, 38
Beriihrungszeit Sec. . 2,58 1,09 1,19 0,42 0,82 0,76 0,341 0,181 0,32

Anal;~e-~~~~-- C0 2 • 17,74 ;9,22 18,2-~ 18~0; ;;-:;317,1616,56 17,71114,66


o, 0,42 0,24 - o,u - 0,021 0,10
eo 3,96 1,62 2,67 3,52 4,91'> 4,78 6,80 4,114 8,6S
--------
Verh!Utnisszahl
co. eo
-~- 0,88 o, 14 0,40 0,68 1,43 1,33 2,791 1,17 ö,08
C02

Der zu den ferneren Versuchen benutzte Ofen hatte 11 cm inneren


Durchmesser und 22 cm Höhe, bestand aus einem mit 6 bis 7 cm starker
feuerfester Auskleidung versehenen eisernen Gehäuse mit einem guss-
eisernen Siebboden, unter den durch einen ·seitlichen Rohransatz Luft
geblasen wurde. Durch Unterstellung eines sehr kräftigen Rundbrenners
wurde das untere Gehäuse und damit die eingeblasene Luft vorgewärmt.
Der Ofen wurde nach dem Anheizen mit Hllttenkoks von 12 mm Wilrfel-
grösse gefüllt unter gleichzeitiger Einbringung zweier Absaugecapillaren
in der Mittellinie I deren Enden 11 bez. 13 cm vom Siebboden entfernt
gehalten wurden. In unmittelbarster Nähe des tieferstehenden Endes
war die Löthstelle des L e Chate 1i er' sehen Thermoelementes, dessen
Drähte, in Porzellancapillaren eingegipst, nach aussen führten. Das
Bandgebläse lieferte gleichmässig 17 l für die Minute. Nachdem das
,v assergas. 53
Thermoelement sich sehr bald auf gleichbleibend etwa 15500 eingestellt
hatte, wurde während 2 Minuten aus der unteren Capillare Probe ab-
gesaugt, alsdann die Drähte rasch soweit hochgezogen, dass die Löth-
~telle _neben der Mündung der höheren Capillare stand, wo es ebenfalls
im Mittel 1550° zeigte, und nun filr weitere 2 :\Ti nuten eine Gasprobe
an~ der höherstehenden Capillare abgesaugt. Die Analyse zeigte in
Höhe von
11 cm 13 cm
C0 2 Proc. 14.1.J 10,99
eo ., 10,21 l;\5(i
Die weiteren Versuche sind in folgender Tabelle II zusammen-
gestellt:
Tabelle II.

A
Korngrösse
Durchm. mm / 12 / 12 / 12 / 12 / 16 / 15116 1 16
1
j
16 1 ·26 / 26 1 26
-
nalyse Proc. C0,113,42''11,17J\16,0 1 7,6 19,54117,0612,29l18,9712,6613,59 16,9917,45
o. 1 - 1- - - 0,231 0,23 8,16 0,69 1,17 6,98 3,91 0,98
_____ eo !l,56'15,42 6,3 ;21,0 1 1,26 r,,78 o,o3 o,93 11,06 -
1 0,08 0,26

~uftmhe~ge.L~terMin. 261
;5 -621 ~;--4-;---~; 62 52 62160 60 60
esc W1nd1gkeit cm 1
S h' Sec.1 4,4 4,4 10,9110,9 7,4 8,4 9,1 9,1 9,1 8,7 8,7 8,7
c 1chthöhe cm . • 3,n 15,5 3,n 9 5,5 10,r. 1,5 4,5 9 14,5 17 19,ö
·-· - ------- - . . - - ---.-----1 -----
l3erührungszeit Sec. 0,80 3,641 0,32: 0,831 0,76 1,25 0,16 0,49 0,9911,66 1,94 2,23

Darnach bildet sich das im Generatorprocess auftretende Kohlen-


oxyd nicht direct aus Kohlenstoff und Sauerstoff in allen Schichten
gleichmässig oder je nach der herrschenden Temperatur, sondern ent-
steht erst in den oberen Schichten des Generators secundär durch Ver-
einigung von Kohlenstoff mit Kohlensäure, sofern nicht die in den
unteren Schichten allein gebildete Kohlensäure der Reduction durch den
Kohlenstoff rasch entzogen wird durch Vcrkürzung der Berilhrungs-
daner. Kohlenstoff verbrennt in Luft derart, dass sich nur Kohlensiiure
bildet, so lange noch freier Sauerstoff vorhanden ist. Erst nach dem
Verschwinden des Sauerstoffs ist die Kohlensäure im Stande, Kohlenstoff
in sich aufzunehmen. Dies gilt auch filr Temperaturen wesentlich iiber
1000°. - Als eine weitere :Folgerung, unter gleichzeitiger Beachtung
der in der kleinen Zelle ausgefiihrten Versuchsreihe, ist festzustellen,
dass die berechnete Verhältnisszahl <J_i~~-~- sowohl von der Form des
Vergasungsapparates, als auch von der Beschaffenheit des Koks (Korn-
grösse, Porosität, Aschengehalt) abhängt und dass ein directer Vergleich
von Zahlen, die bei verschiedenem Material und verschiedenen Versuchs-
54 I. Gruppe. Chemische Technologie dor Brennstoffe.

bedingungen gewonnen sind, nicht erlaubt ist. Hartgebrannter Hiltten-


koks wird wesentlich langsamer von Luft angegriffen und liefert weniger
Kohlenoxyd im Verhältniss zur Kohlensäure als mangelhaft ausgegarter
Gaskoks, wahrscheinlich sowohl aus chemischen als mechanischen
Gründen; und grobstückiger und aschereicher Koks ist schwerer an-
greifbar, in Folge Verminderung der Angriffsoberfläche selbst bei gleicher
Lagerungshöhe. - Es wurde nun noch ein Versuch gemacht, die Tem-
peratursteigerung in Höhe der obersten Koksschicht während des Ver-
laufes des Heissblasens fortlaufend zu bestimmen. Die Fiillung bestand
aus 15 mm grossen Koksstilcken; geblasen wurde mit 46 l Luft die
M:inute. Die Löthstelle der gut isolirten L e Chate 1 i er' sehen Drähte
war eingebettet zwischen den Koksstiicken der obersten Schicht und
sanken mit derselben herunter. Angesetzt wurde der Versuch, als die
oberste Koksschicht dunkle Rothglut zeigte. Das Thermoelement gab an:
Nach 1/1 l\finute: 7~0°, Schichthiihe her<'chnct 18 c111
,, 1 ., 10100, ., ., J(i,5 ,.
" 11;, " ]3000, ., .. J:i .,
„ 2 „ P!atinliithstclle p;eRd11110],.i,n
„ 4 „ oder früher: ~egNkPg<·l ;):j = 18:JQo
sehr stark goschmolr.en.
Die Temperatursteigerung betrug rund 1 oo die Secunde. Im
Uebrigen erwies es sich unmöglich, einen Beharrungszustand von mess-
barer Temperatur zu erreichen. Die bei der Verbrennung des Kohlen-
stoffs gebildete Wärme ist eine derart hohe, dass die noch messbaren
Temperaturen sehr rasch ilbnschritten werden, wenn nicht ganz be-
trächtliche Mengen von Wärme beständig nach aussen abfliessen können.
Bei den Generatoren des Grossbetriebes ist die Temperatur des Be-
harrungszustandes eher noch höher als geringer. - Da in den unteren
Schichten eine exothermische Reaction (C +
0 2 = Cü1) vorliegt, hinter
derjenigen Schicht aber, in welcher das letzte Procent Kohlensäure ge-
bildet wird, mehr oder weniger plötzlich eine endothermische Reaction
(C01 + C = 2 CO) eintritt, so wird die Temperatur in den unteren
Schichten dauernd steigen, bis zur Schicht der Aufnahme des letzten
Procent Kohlensäure, von da ab jedoch dauernd abnehmen. Die Tempe-
ratur eines im Betriebe befindlichen Generators wird daher weder bei
kilrzerem noch bei längerem Blasen in allen Theilen gleich sein. -
Beim Anblasen des noch kalten Generators liegt das Reactionsmaximum,
d. h. die Zone der Bildung des letzten Procent Kohlensäure, ziemlich
weit von der Eintrittsstelle der Druckluft entfernt; wird er wärmer, so
rückt es dem Luftstrome entgegen, so lange bis ein Beharrungsznstand
erreicht ist, in welchem die Abkühlung durch den kalten Luftstrom und
die Generatorwände dem nach riickwärts und seitwärts wirkenden Theile
der Reactionswärme das Gleichgewicht hält, während der übrige Theil
als Eigenwärme des Gases weiter geführt wird. Für den Dellwik-
process ergibt sich hieraus die Consequenz, dass dieser Rilckwllrts-
wanderung des Hauptreactionspunktes durch eine continuirliche Steige-
Wassergas. 55

rung ~er Windgeschwindigkeit während des Blasprocesses entgegen-


gearbeitet werden muss, zu dem Zwecke, dass in jedem Augenblicke
des Blasprocesses mit der Aufnahme des letzten Procent Kohlensäure
abgeschlossen und damit gleichmässig die beste Ausnutzung des Brenn-
stoffes erreicht wird.
Wassergasanlagen mit Autocarhurirung. Nach Wahl
(J. Gasbel. 1 U03, 900) arbeitet eine solche Anlage in Güstrow befriedi-
gend. Es wird zunächst reines Wassergas hergestellt und dieses direct
vom Ausgleichbehälter in die Retorte eingeleitet, und zwar während der
~estillationsdauer hinten in die Retorte (vgl. S. 30). Zu diesem Zweck
dient eine Einfiihrungsdiise von bestimmter Construction, so dass das
Wassergas in der ersten Zeit, meistens in den ersten 2 Stunden, in die
Retorte eingeführt wird und während der Destillationsdauer durchstreicht,
un~ zwar wird sämmtliches Wassergas in dieser verhältnissmässig kurzen
Zeit zugesetzt. In Giistrow wird das Wassergas in einer Stunde durch-
g~leitet, so dass also die 50 cbm Wassergas während der kurzen Zeit in
die 100 cbm Kohlengas eingeführt werden.
Nach H. Dicke (das. S. 411) wurde in Güstrow englische Kohle
(l'elton-::Uain) verwendet; das daraus erzeugte Steinkohlengas zeigte
folgende Zusammensetzung:

Ift . . ii4,ii Proc.


Cll1 2!),0
Cn Hm 1,5
CU . 46
eo~ 1:n
() 0,4
:N . 8,0

Dieses Gas hatte eine Lichtstärke von 10 HK im Argandbrenner


bei 150 l Stundenvnhrauch. Die Oefen in OUstrow gingen immer sehr
heiss; die sog. Chargendauer hetrug {3 Stunden, die Retortenladung 170
bis 180 k. Dem Rohgase, wie auch dem später erzeugten Mischgase
wurden stets 2 Proc. Luft vor der Condensation zugesetzt. - Das ver-
"'.endete Wassergas, welches in ungereinigtem Zustande in die Retorten
etngeleitet wurde, hatte folgende Zusammensetzung:
49,0 Proc.
0,5
40,ii
3,5
6,5

Es wurden zunächst 50 Proc. Wassergas im Dauerbetrieb zuges~tzt,


1~~d es ergab sich aus den täglichen Beobachtungen eine grosse Gle~ch-
lormigkeit des nach der Stadt abgegebenen Mischgases. Als Mittel
der angestellten .Analysen wurde folgende Zusammensetzung des ge-
reinigten Mischgases, wie dasselbe in der Stadt abgegeben wurde, fest-
gestellt:
I. Gruppe. . Chemische Technologie der Br(>nnstoffo.

H, . . 50,5 Proc.
CH• 21,4
C,,Hm . 2,0
CO. 16,4
eo, . 1,7
0 . . 0,3
N .. 7,7
Vorstehendem Mischgase waren vor dem Behältereintritt für 1 cbm
im Mittel 8,5 g Benzol zugesetzt.

Mischgas, Generatorgas.
Das Verfahren zur Gewinnung von brennbaren
Gasen und Ammoniak aus wasserreichen oder bitumi-
n ö e e n Brenne toffen, bei welchem ein Theil der erzeugten Oase
nochmals durch die glühende Zone geführt wird, von L. Mond (D. R. P.
Nr. 136 884) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Gase vor ihrer Ab-
leitung eine mit hoch erhitztem, durchbrochen angeordnetem Material
angefllllte Kammer
Fig. 23. durchziehen, zum
Y; Zwecke, alle Gase
unter Vermeidung von
Ammoniakverlust in
permanente Gase
überzuführen. - Der
obere Theil des Gas-
erzeugers wird dnrch
zwei Wände g (Fig.
23 u. 24) in die drei
Abtheilungen h und i
getheilt, die auf Ge-
wölben t ruhen. Die-
selben erstrecken eich
bis zn einer gewissen
Entfernung nach un-
ten in den Gaserzeu-
ger. Das Gas wird
aus dem Gaserzeuger
durch die mittlere
Abtheilung i und das
Ableitungsrohr s ab-
geführt. Das Brenn-
material wird durch
die Trichter j in die
beiden llusseren Ab-
theilungen h geführt
Y IX und wird etwa 1 m
Mischgas, Generatorgas. 57
:?eh oberhalb der unteren Ränder der Wände g gehalten. In jeder
1
~ .er äuRseren Abtheilnngen wird bei k eine Oeff'nung Ober der oberen
80
. Icht des Brennmaterials angebracht. Diese Oeffnungen werden mittels
e~nes Kanals oder Rohres l mit
einer wagrechten Kammer m Fig. 24.
verbunden, die in der Mitte des
unteren Theiles des Gaserzeu-
gers rechtwinklig zn den senk-
rechten Wänden des Gaserzeu-
gers angebraeht ist. Die Kam- r
mer m besitzt Oeffnnngen w in 'I
der Mitte <les Gaserzeugers und r
kann aus Scharrnotte hergestellt
werden und die Form einer
R~torte besitzen. In jeder der
Röhren oder Leitungen l, die
von den Abtheilungen an der
Spitze zu der am Boden befind-
lichen Kammer m führen ist
ein Injector :t angebracht, d~1rch
welchen die in dem Gaserzeu- ~
ger gebildeten heiRsen Gase
durch das in den beiden Ab-
theilungen befindliche frische
Brennmaterial geführt werden.
Die Gase treten dann mit einem
Theil der Destillationsprodncte
oben ans den Abtheilungen h
heraus und werden in die Kam-
~er m am Boden geleitet. Von
hier treten die Gase durch die
Oeffnungen w unterhalb des
Daches o ans und durchstreichen
das heisse Brennmaterial in dem Haupttheile des Gaserzeugers. So
wird die Destillation des frischen Brennmaterials in den beiden
änsseren Abtheilnngen schnell ausgeführt, weil die durch die Injectoren
angesaugten Gase des Gaserzeugers in directe und innige Berßhrung
mit dem frischen Brennmaterial kommen und die für die Destillation
nothwpndige Hitze liefern. - Um einen Verlust an Ammoniak zu
vermeiden, wird die Destillation in den Beschickungskammern des
Gaserzeugers nur soweit geführt, dass die Oesammtmenge des Wassers
sowie ein gewisser Antheil der bituminösen Stoffe ausgetrieben werden.
Um nun auch den Rest derselben in beständige Gase Oherzufahren, wird
nun die mittlere Abtheilung i zwischen den beiden Wänden in geringer
Entfernung oberhalb des gl!lhenden Brennmateriales mit einer durch-
brochenen Säule von Ziegeln, Metallbarren oder dgl., wie sie bei der
I. Gruppe. Chemische Technologie dor Brennstoffe.
58
Ausfüllung von Regeneratoren tlblich ist, in der bei q dargestellten Weise
angefüllt. Diese Ziegel oder 1\Ietallbarren können z. B. auf an den
Wänden vorgesehenen Vorsprüngen ruhen, oder auch auf andere ge-
eignete Art unterstützt werden. Die Ausfilllung wird auf Temperaturen
zwischen 600 und 7000 erhitzt. Werden nun die heissen Gase aus dem
Gaserzeuger hindurchgeleitet, so wird das aus dem Brenn materiale unter-
halb der Wände g destillirte Gas, welches Theerhestandtheile und Ammo-
niak enthält, in q ebenfalls auf die erwähnte Temperatur erhitzt; auf
diese Weise werde11 die in den Gasen enthaltenen Theerbestandtheile zu
einem sehr hohen Betrage in beständige Gase übergeführt, während der
Rest in einen leichten, condensirbaren Theer verwandelt wiru. Wie
bereits oben erwähnt worden ist, ist die Temperatur jedoch nicht so
hoch, um eine Zersetzung des Ammoniaks herbeizuführen. - Wenn die
mittlere Kammer zwischen den beiden Bögen nicht hinreichendes
Fassungsvermögen besitzt, um die erwähnte Umwandlung bis zu dem
gewilnschten Grade auszuführen, so wird die mittlere Abtheilung i iiher
die Spitze der seitlichen Ahtheilungen h weitergeführt, indem die Wände,
welche diese Abtheilung bilden, bis zu der gewünschten Höhe geführt
werden, wie bei r gezeigt ist. Die in dieser Weise erweiterte Kammer
wird dann mit dem durchbrochen angeo~dneten Materiale bis znr Spitze
angefüllt, und das Gas aus dem Gaserzeuger durch die Kammer geleitet
und dann an der Spitze abgeführt. (Vgl. J. lflül, 137.)
Verfahren zur Erzeugung von theerarmen Gene-
ratorgase n aus Brennstoffen in einer Reihe durch Kanäle in Verbin-
dung stehender Gaserzeuger oder Gas<>rzeugungskammern von F. ,Ta h n s
(D. R. P. Nr. 144 826) ist dadurch gekennzeichnet, dass die miteinander
zu einem Ringe verbundenen Gaserzeuger nacheinander entzündet und
ohne Nachfüllen ausgebrannt werden, während die Gase aus einem der
Reihe nach abwechselnden Gaserzeuger abgezogen werden. - Die
Generatorkammern werden mit den Brennstoffen gefiillt. Nach der
I!'lillung der Kammer I (I!'ig. 25) wird deren Filllöffnung geschlossen und
die Verbindung mit dem Gasabzugsrohr g geöffnet. Die Schieber c aller
Kammern sind vorläufig geschlossen. Nun erfolgt die Entz!lndung,
welche bei der erstmaligen Einleitung des Betriebes durch Holzfeuer
unter dem Rost d geschehen kann. Beim späteren Betriebe geniigt die
Wärmeiibertragung der Nachbarkammern und die Asche im Aschenraum
zur Entzilndung. Aschenschieber e wird so weit geöffnet, dass der
Brennstoff zur langsamen Verbrennung genilgende Luftzufuhr erhält.
Der oberste Theil des Kammerinhalts wird unter der Einwirkung des von
unten nach oben fortschreitenden Feuers und später der Hitze der Nach-
barkammern allmählich einer Enttheerung oder Entgasung unterworfen.
Nach Verlauf einer gewissen Zeit, welche je nach der Anzahl der
Kammern verschieden ist und welche im dargestellten Falle etwa 1/• der
Brennzeit einer Kammer entspricht, wird nun die zweite Kammer ent-
zündet und derjenige Schieber c geöffnet, welcher den Vorwärtskanal
zwischen Kammer 1 und II abschliesst. In Folge dessen durchströmen die
Mischgas, Generatorgas. 59

in fer Kammer II entstehenden Gase die Kammer J von unten nach oben
~n b werden in der heissen Brennzone der Kammer J in bekannter Weise
m ehsltändige Gase umgewandelt. Der Schieber h der Kammer II bleibt
gesc ossen. Die
d~itte ~rennperiode Fig. 25.
tritt ein, weun die f
Kammer I etwa die
Hälfte und die
Kammer II etwa
1
/t ihrer Brennzeit ..Y
vollendet hat. Es
wird nunmehr die
dritte Kammer in
gleicher Weise wie
die zweite in Be-
!rieb gesetzt, und
ihre Gase durch-
ziehen die Kam-
mern II und J. Die
gewiin schte regel-
mässige Gaserzeu-
gung tritt ein wäh-
rend der vierten
Brennperiode, in
Welcher die vierte
Kammer entzündet
ist und die Gase
die Kammern 111
II und J durch~
ziehen. Die Kam-
~er 1, die am längsten hrennt, ist am heissesten, indem etwa 3/• der Höhe
ihrer Beschickung sich in voller Glut befindet und das oberste Viertel der-
selben je nach der Grösse der Kammer mehr oder weniger enttheert oder
entgast ist. Während des Durchbrennens erzeugt diese oberste Schicht
mehr oder weniger theerarme Gase und macht die von den andern
Kammern her zuströmenden Gase beständig; das theerarme Gemisch der
aus sämmtlichen Kammern stammenden Gase wird aus der heissesten
Kammer J nach dem Rohre g hin abgeleitet. Ist die Beschickung der
Kamm~r I so weit ausgebrannt, dass die Zersetzung der zuströmenden
Gase lllcht mehr genügend erfolgt, so wird diese Kammer ausgeschaltet.
~as A'.isschalten geschieht, indem der Schieber h der Kammer II geöffn?t
nd die Schieber h und c der Kammer J geschlossen werden. Um die
letzten, zur Regenerirung nicht mehr ausreichenden Brennstoffreste der
Kammer I vollständig zu verbrennen, kann man sie v~r ihrer Aus-
schaltung mit Hilfe des Rückwärtskanals b noch hinter die Kammer II
schalten und durch vermehrte Luftzufuhr eventuell auch mit Wasser-
60 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

dampf zur Erschöpfung bringen. Kammer I ist nunmehr völlig abge-


schlossen und kann durch Herausziehen des Rostes entleert, von den
Schlacken befreit, nach Einsetzen des Rostes wieder gefiillt und wieder
in die Reihe mit passendem Kanal eingeschaltet werden, so dass die
Oase von ihr ans in die Kammer IV abziehen. Während dPr fünften Be-
triebsperiode werden also die Gase in der gegebenen Reihenfolge aus der
Kammer II abgesaugt, welche, in ihrem oberen Viertel ebenfalls mehr
oder weniger enttheerte oder entgaste Kohlen enthaltend, das theerarme
Gasgemisch ableitet, ebenfalls ausbrennt und dann ausgeschaltet wird.
Kammer III, von der nun die Gase abgesaugt werden, tritt an Stelle von II,
und letztere wird entleert, frisch beschickt und wieder mit passendem
Kanal eingeschaltet. Die Gase strömen also beim r<'gelmässigen Be-
triebe, d. h. abgesehen von dem oben erwähnten ]falle der Benutzung
des Rlickwärtskanales b, stets von der jiingst beschickten zu einer be-
stimmten frilher beschickten und daher heisseren Kammer, die noch mehr
oder weniger enttheerte oder entgaste BrPnnstoffe enthält und von dem
die Summe aller Gase als theerarme oder nahezu theerfreie Generator-
gase nach dem Rohre g hin abgeleitet werden. ·
Gaserzeuger. Nach C. Schlilter (D. R. P. Nr. 138304)
wird der Brennstoff in einem bis zum Vergasungsranm hinabreichenden
von den abziehenden heissen Gasen umspillton Rohrschacht getrocknet
und entgast. Dieser Schacht ist durch ein Ventil in zwei Kammern
getheilt. Die obere steht stets mit dem Rostraum in Verbindung durch
Kanäle, welche im wesentlichen also nur Wasserdämpfe in den Rostraum
leiten. Die untere Kammer kann entweder mit dem Rostraum oder dem
Gasraum des Generators in Verbindung gebracht werden, ersteres wenn
man nur den Wasserdampf zersetzen will, das letztere wenn man auch
die durch Destillation entstandenen Kohlenwasserstoffe in permanentes
Heizgas verwandeln will.
Vertheilvorrichtung an Apparaten znr Erzeugung
von Koks und Mischgas von E. R. Besemfelder (D. R. P.
Nr. 145 086) besteht aus einem Schilttkessel zur Aufnahme von glilhen-
dem Koks mit mehreren seitlichen, zu Wassergasgeneratoren führenden
Anschlussröhren, von denen immer eine oder einige durch einen dreh-
baren Vertheilungskörper verschlossen werden sollen, dadurch gekenn-
zeichnet, dass Schüttkessel und Vertheilungskörper eine centrale Bohrung
erhalten, durch welche ein Theil des glühenden Kokses ununterbrochen
in einen Löschraum hinabfällt.
Gaserzeuger. Nach A. v. Galocsy (D. R. P. Nr. 141 705)
gelangt die frische Beschickung in einen geschlossenen Fiilltrichter, auf
welche von unten die strahlende Wärme des Generators trifft. Durch den
Trichter wird hoch erhitzte Verbrennungsluft d urchgeleitet, welche die
Wasser- und Theerbestandtheile der in dem Trichter befindlichen Kohle
verdampft und mit sich unter den Rost des Schachtofens führt.
Herstellung eines Gases mit geringem Kohlenoxyd-
gehalt. Nach Pat.116 036 sollen die aus Müll oder dgl. stammenden
1Iischgas, Generatorgas. 61

Gase und Dämpfe iiber Papierasche und gliihende Kohlen bei einer Tem-
ieratur bis zu 8000 geleitet und so fixirt werden. Nach vorliegendem
erfah:e~ von V. Loos (D. R. P. Nr. 137658) wird das so erhalten&
0 as b~1 _emer Temperatur von ungefähr 9000 noch einmal über dieselben
~ateriahen, Papierasche und Kohle, oder über Kohle allein geleitet.
adurch wird erreicht, dass auch die schwerer dissoziirenden Bestand-
theile des Gases sich zersetzen.
Der Gaserzeuger von E. J. Duff(D. R. P. Nr. 140639) be-
~teht aus dem Mantel, welcher mit einem feuerfesten Futter bekleidet
I~t und an dem unteren Ende mit einem nach unten und schräg ge-
richteten Metallstück in fester Verbindung steht, das in einen Wasser-
verschluss des Aschtroges eintaucht, der mit schräg gerichteten Seiten
versehen ist. Das nach unten gerichtete Stück erhält Rollen oder
Räder, die auf einer kreisförmigen Schiene laufen , welche auf einem
T~äger befestigt ist, der wiederum auf Säulen fest angebracht ist. Bei
dieser Anordnung kann das ausgefütterte Gehäuse mit dem unteren
St_llck zusammen gedreht werden. Die Drehung erfolgt durch ein Ge-
triebe, welches mit einem Zahnkranze in Eingriff steht, der an dem
~~antel angebracht ist. Die Drehung kann auch durch eine andere Vor-
richtung vermittelt werden.
Der Generator z 11 r Erzen g u n g von Mischgas der
Societe anonyme ponr la production et l'emploi de la
Vapeur surchauffee (D. R. P. Nr. 140547) besitzt einen von oben
Weit hineinreichenden, von den abziehenden ·fertigen Oasen geheizten
Destillationsschacht. Derselbe wird von einem senkrechten Lufteinblase-
rohr durchsetzt, das von einem :Mantel umgeben ist. In den :Mantel-
raum treten durch Oeffnungen die SC"hweelgase ein, um sich in der Ver-
gasnngszono mit den durch theilweise Verbrennung entstandenen Gene-
ratorgasen zu mischen t).
Vorrichtung zur Erzeugung und Regelung des fiir
Sa II g gase r zeuge r erforderlichen Dampfluftgemisches von L. Gen ty
(D. R. P. Nr. 144 718) ist t.ladurch gekennzeichnet, dass die Bildung dieses
Gemisches mit Hilfe von zwei Dampferzeugern erfolgt, einem f (Fig. 26
ll. 27 S. 62), in welchem der angesaugten Luft ~ur eine ungenüge~de
Dampfmenge fiir die Zusammensetzung des Gemisches zugeführt wird,
lind einem zweiten Apparat k zur Lieferung des ergänzenden Zuschusses,
der durch eine Vorrichtung geregelt wird, welche von der Tempera~ur
der aus dem Gaserzeuger austretenden Gase abhängig ist. Fig. _26 ~e1gt
den eigentlichen Gaserzeuger mit seinem Herd a, Schacht b, Destillat10n~-
lrolben c, Aschenrost d und einem Rohre e, welches den obere~ Theil
des Kolbens c mit dem unteren Theil des Schachtes b in Verbindung
setzt und durch welches die Destillationserzeugnisse unter der Wirkung
eines Ventilators i in diesen Schacht zurllckgeleitet werden. Ein t.len
---
1) Vg-1. F. F i 8 c h O r: Chemische Technologie der Brennstoffe, Bd. 2
(Braunschweig HJOl ).
62 I. Gruµpe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

Gaserzeuger umgebender Ringraum f bildet den Kessel, welcher die


erste Dampfmenge liefert. Die Gase werden durch ein Rohr h abg~
zogen, welches im oberen Theile einer Ringkammer g ausm!lndet, die

Fig. 26.

zwischen dem Kolhen c und dem Schacht b freigelassen ist. Bei ihrem
Austritt aus dem Rohre h erhitzen die Gase die herabhängenden Rohre k
und l, gelangen von da in die Reiniger m, aus welchen sie endlich durch
den Ansaugeapparat n ausgesogen werden. - Die durch das Gebläse n
angesaugte Luft dringt durch ein Rohr t in den oberen Theil des Gas-
erzeugers ein und verbreitet 'sich dann in der Kammer u, welche von
dem Kessel f durch eine Wand v getrennt ist, die eine der Oelfnung des
Rohres t entgegengesetzte Oelfnung w besitzt. Diese Einrichtung zwingt
die Luft, die Wasserfläche des Kessels f zu bestreichen und Feuchtig-
Mischgas, Generatorgas. 63
keit aufzunehmen, bevor sie sich durch das Rohr x, in welchem sie
durch das Rohr y den Zuschuss von durch den Kessel l geliefertem
Dampf .empfängt, in die Röhren k begibt. Das Luft- und Dampfgemisch
~:ht. bis auf den Boden der Rohre k hinunter, steigt durch den ring-
for~igen Theil dieser Rohre wieder in die Höhe, um in den unteren
Theil des Gaserzeugers zu gelangen, und zwar durch die Verbindungs-
roh~leit~ng hindurch. Die Nothwendigkeit des Zuschusses an Dampf
~rg1bt sich, da die Anordnung t w f in der Weise geregelt wird, dass der
im Kessel f erzeugte Dampf nngenilgend ist. In Folge der Wasser-
menge, welche dieser Kessel enthält und in Folge der metallischen und
feuerfesten Massen, welche mit ihr in Berilhrung stehen, kann sich die
Temperatur dieses Kessels nur sehr langsam ändern, und die Aende-
rnngen der Mengenhestimmung des Dampfes würden nicht mit einer
grossen Geschwindigkeit auftreten können. Deshalb wird diese Dampf-
rnenge, welche ungefähr constant ist, absichtlich ungenngend gelassen
Hnd so verfahren, dass die Regelungseinrichtung auf die durch den
Siedekessel l gelieferte
ergänzende Dampfmenge Fig. 27.
Wirkt. - Die Kessel f
nnd l sind durch ein
Rohr z mit einander ver-
bunden. Der in dem
Kessel l erzeugte Dampf
begibt sich in die Kam-
mer 1, welche den obe- 6
ren Theil von l bildet
Und von da in das Rohr
2, welches ihn nach y 1
leitet. Der Austritt von
1 nach y wird von Hand
mit einem Hahn 3 (Fig.
27) geregelt. Der selhst-
~hätige Regler dagegen
1st in der folgenden
Weise zusammengesetzt.
In einer Kammer 4 des
Rohres h befindet sich
ein luftgefillltes Rohr 5.
Dieses Rohr 5 steht durch ein Rohr 6 mit einem kleinen Behälter 7,
Welcher Quecksilber enthält, in Verbindung. In dieses Quecksi.lberbad
taucht ein Schwimmer 8 aus Eisen, dessen Stange einen Cyhnder 9
s~euert, welcher Oeffnungen besitzt, die zwischen den .Rohren ~ und Y
eine mit den Bewegungen des Schwimmers veränderliche Verbmdung
lassen. Die Thätigkeit dieser Vorrichtung ist eine Folge ~er Ausdeh-
nung der in dem Rohr 5 enthaltenen Lu(t. Diese Luft übt ihren Druck
auf die Oberfläche des Quecksilbers in dem Behälter 7 aus und wirkt
64 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

auf den Schwimmer 8. Wenn die Temperatur des nutzbar zu machen-


den, durch das Rohr h austretenden Gases steigt, so ist dies ein Zeichen
dafür, dass die Verbrennung in dem Herd eine zu thätige ist. Die Luft
im Rohr 5 dehnt sich aus, der Schwimmer 8 geht in die Höhe und die
durch den Kessel l gelieferte Dampfmenge wird vergrössert. - Wenn
im Gegentheil die Temperatur der austretenden Gase sinkt, so ist zu viel
Dampf vorhanden, und die entgegengesetzten Bewegungen in der Vor-
richtung vermindern das Dampfverhältniss. Diese Aenderungen im
Dampfverhältniss gestatten, den Herd auf einer möglichst beständigen
Temperatur zu halten. Diese Vorrichtung spielt daher die Rolle eines
stets wachsamen Heizers. - Wenn der aus dem Kessel l entlehnte Zu-
schuss an Dampf sich vermindert, so treibt der Druck des Dampfes,
welcher sich über dem Spiegel dieses Kessels ansammelt, einen Theil
des im Kessel l enthaltenen Wassers durch das Rohr x nach dem Kessel/.
Im Kessel l sinkt dann der Wasserspiegel. Die Folge davon ist, dass
die Regelung durch den Umstand vervollständigt wird, dass die Fläche,
welche mit dem Wasser in dem Kessel l in Berilhrung steht, selbst ver-
änderlich ist, je nach der Verbrauchsmenge, welche dieser Kessel er-
zeugen muss. Wenn diese Menge sehr gering wird, so wird der ent-
sendete Dampf durch den Theil der Heizfläche überhitzt, welcher der
Berührung mit dem Wasser entzogen ist. - Der ringförmige Raum,
welcher zwischen der Ebene des mittleren Wasserspiegels in dem
Kessel f und der durch den niedrigsten Punkt der Oeffnung des Rohres x
gehenden Ebene enthalten ist, ist grösser als der gleichfalls ringförmige
Gesammtraum des Kessels l bis zum mittleren Wasserspiegel. Die
Speisung der beiden Kessel wird dadurch erhalten, dass nur der Kessel f
gespeist wird. Diese Speisung kann in jeder geeigneten Weise aus-
geführt werden, aber vorzugsweise unter Be-
Fig. 28 · nutzung einer Schwimmervorrichtung, welche
r-,.....,..c,.....,.-~-~ - bestimmt ist, einen constanten Wasserspiegel
zu sichern 1).
Kraftgaserz e u g u n g s a p parat der
S c h w e i z. L o k o m o t i v - und Ma s chi n e n -
fa b r i k (D.R.P. Nr.138341). Zwischen dem
Generator A (Fig. 28) und dem Gasmotor sind
ein oder mehrere Verdampfer oder Vorwärmer
H eingeschaltet, an deren Wandungen die aus
dem Generator abziehenden heissen Gase be-
hufs Erhitzung der Wandungen vorbeigeleitet
werden. Die dem Generator zuzuführende
Luft wird auf dem Wege k, g, (, c an den
heissen Wänden stark erhitzt und die für den
Arbeitsprocess des Gasmotors jeweils nöthige

1) Vgl. F. Fischer: Taschenbuch für Feuerungstechniker, 5. Aufl. (Stutt-


gart Hl03).
Mischgas, Oencrat.orgas. 65
Wassermenge behufs sofortiger Verdampfung in den Luftzuführungs-
weg geleitet.
Das Sicherheitsventil fnr Gaserzeuger von J. Pintsch
(D. R. P. Nr. 139 898) ist dadurch gekennzeichnet, dass es . schon in
Thätigkeit tritt, bevor in der Gaserzeugeranlage der Druck so hoch wie
der Atmosphärendrnck geworden ist. . Sobald also der Gasmotor nicht
mehr saugend wirkt, öffnet sich das Sicherheitsventil selbstthätig durch
den Auftrieb des Schwimmers, so dass dann das Innere des Gaserzeugers
durch das Rohr k (Fig. 29) mit dem Freien in offener Verbindung steht.
Es ist also die Möglichkeit ausgeschlossen, dass das Gas in dem Gas-
~rzeuger unter Druck gelangt und
m :Folge dessen in den Raum, Fig. 29.
welcher den Gaserzeuger umgibt
bez. in die Luftrohrleitung tritt.
Der Gaserzeuger steht demnach
entweder unter dem Einflusse des
saugend wirkenden Gasmotors oder
des selbstthätig wirkenden Sicher-
heitsventils. - Das Rohr a des
Kübels b ist mit der Gasleitung
vom Gaserzeuger oder mit dem
Gaserzeuger selbst fest verbunden. -R
Dem Kiibel b wird dauernd Wasser 6
zugeführt, welches vermöge des
Ueberlaufsrohres c nur bis zu der ·, - - - ·, a _.- ,- -: -
eingezeichneten Höhe steigen kann.
:- - - ~ .
t . . -. .-. ;.
In diesem Kübel b ist ein ring-
förmiger, oben durch die Platte h
überdeckter Hohlkörper d ange-
bracht, welcher durch den eben- e
falls ringförmigen Schwimmer e
derartig getragen wird, dass das Ganze einen Auftrieb bekommt und
erst vermöge eines Unterdrucks im Hohlraum f des Körpers d dadurch
belastet wird, dass durch diesen Unterdruck Wasser in den Körper d
vermittels der Rohre g eingesaugt wird. Hierdurch sinkt der Schwim-·
Iner e mit dem Hohlkörper d, bis der Hohlkörper d in das Wasser ein-
~ucht (punktirte Stellung Fig. 29) und somit das mit dem oberen Ende
1n den mittleren Raum des Hohlkörpers d hineinragende Rohr a durch
den Wasserabschluss ·gegen die Aussenluft abdichtet. Die Rohrleitung.•
führt einerseits bis zur Gasleitung, möglichst bis zum Gasmotor, weil
dort am meisten Unterdruck entsteht, andererseits bis ins Innere des
IIoblkörpers d. Sobald der Gasmotor in Betrieb genommen wird, tritt
das Wasser durch die Rohre g in den Hohlkörper dein, da dan~ in dem
IIohlkörper derselbe Unterdruck wie am Gasmotor herrscht. Hierdurch
sinkt der Hohlkörper d mit dem Schwimmer e, so dass ersterer ins
JRhresber. d. chom. Tochnolo(tie . XLIX. 5
I. Gruwe. Chemische Technologie tler Uronnstoffe.
66
Wasser taucht unddasRohra vom Innenraum des Kübels b abgeschlossen
wird. - Bleibt drr Gasmotor plötzlich stehen, so nimmt der Unterdruck
im Körper d sofort ab, und es geht dann der letztere mit dem Schwim-
mer e durch den Auftrieb des letzteren sofort nach oben. Sobald der
Hohlkörper d nicht mehr ins Wasser taucht, kann das im Rohr a befind-
liche Gas in das Innere des Kübels b und von hier durch Rohr k ins
}freie gelangen. Zweckmässig wendet man vier Rohre g an, von denen
dann das eine auch zur Hindurchfilhrung der Rohrleitung i benutzt wird.
(Vgl. J. 1901, 135.)
Sauggas. Nach einem Erlasse des (preuss.) l\l in ist er s für
Hand e 1 und Gewerbe an die Regierungspräsidenten vom 17. Januar
1903 bat die Technische Deputation für Gewerbe (2. Januar
1903) folgenden Entwurf, betreffend die Ein r ich tun g und den
B e tri e b v o n S au g g a s - K r a f t an lagen , aufgestellt :
1. Die Vorrichtungon zur Darstellung und Reinigung des Gases sind in be-
sonderen hohen lfäunwn aufzustellen, welche reichlich und in solcher Art gelüftet
sintl, dass eine Ansammlung vo_n Gasen darin ausgeschlossen ist. .
2., In Kellerräumen ist die A ufstellnng nur dann zulässig, wenn tler lichte
Raum zwischen Oberkante der Füllöffnung (Einschütttrichter) des VergasPrs oder
GaRerzeugors und Docke mindestens l,G m betrügt, und wenn eine wirksa~o E~t-
lüftung des Raumes (natürliche oder auf mechanischem Woge) gewiihrlo1stet 1st.
Bei Anlagen, in welchen der Füllschacht (Einsuhüttöffnun1s) durch <lie Decke ge-
führt ist, so dass die BeHchiukung von einem anderen, ebenfalls gut gelüfteten
Raum erfolgt, kann von dem vorbezeichneten Hpielraum von 1,:, m ahge,ohen
werden.
Un~ulässig ist die Aufstellung in Kellern, welche kein diredes 'l'ag-eslicht
oder wemger als 3 m lichte Höhe haben otler unter Durchfahrten hog,m.
3. Die Betriebsräume der Gaserzeuµ;ungsanlage müssen so grnss Hein, das,
einzelnen Apparate, Leitungen untl sonstigen Ausriistungsgogrnstäntlo bequem
und sicher erreicht untl bedient werden k<'>nnon. Inshosondore sintl die Rohr-
leitungen so zu verlegen, dass durch sie der Verkehr und dio Zugiinglichkeit der
Apparate nicht beeinträchtigt wird.
4. Ein Zusammenhang dieser Betriebsräume mit \Vohnrii.11111en ist
nieht zulässig. Ebenso ist zu hindern, dass etwa über tler Kraftgasanlage
liegende Wohn- otler Arbeitsräume durch hcisse Luft oder Diln~to beliistigt
werden.
5. Die während der Anheizperiode, ebenso auch die wiihrend tles Stillsbmds
d~r Gas~asuhine _entstehenden Verhrennungsproducte des Gaserzeugers. sin~ <l~rch
em genugcnd wmtes Rohr oder durch emon gut ziehenden Schornstc111 IHs uber
die Dachfirst der benachbarten Gebäude hinauszuführen.
Dasselbe gilt von den Auspuffgasen der Gasmaschine welche geräuschlos
~~~~~- '
ü. Es sind Eimichtungen zu treffen, welche während tler A11beizperiodo und
wiibrend des Stillstandes der Ma.~chine den Eintritt von Ga8 en aus tlem Gas-
erzeugor in die Kühl- nnd Reinigungsapparate (Wäschen, Reiniger und dorgloichen)
verhindern.
7. Ebenso sind Vorkehrungen zu schaffen, welche bei Fehlzündung,'n oder
bei anderen Störungen den Rücktritt von Explosivgasen aus der Gasmasr,Jiine in
die Gaszuleitung unmi\glich machen.
8. Ferner sind Vorkehrungen zn treffen, welche die Boliistiguwren wiihrentl
des Reinigens der Gaserzeugerfoucrung (A sehezielwn, AuRschlack"en) auf tlas
.l\findestmaass herabtlriioken. Gehotenonfalls sind dio heiRsen Diimpfe und Gaso
an den Räumungsöffnungen abzufangen und fortznlciten.
Mischgas; Generatorgas. 67
n11·t !l. pie Gas-, Wasch- um! Reinigungsapparate, ebenso die Gasleitungen sind
Vornchtungen. auszustatten, wel che den j e weiligen Druck erkennen lassen.
t }.0.
Durch d10 vorstehenden n esichtspunkte werd en etwa schon bestehende
or spo 1zeiliche Bau- oder sonstige Vorschriften nicht berührt.
Generatorgasanlage für Kraft- und Schmelzgas
nach E. L. Duff bewährt sich nach H. Brauns (Stahleisen 1903,
l 191) auch für Kleinkohlen . Die bisher grössten Anlagen dieser Art
befinden sich auf den Werken der Firma Armstrong in Manchester
und auf den Parkhead-Stahlwerken in Glasgow. Jede dieser Anlagen
vergast arbeitstägiich in 10 Gaserzeugern 200 t Kohlen und liefert das
Gas für die Schmelz- und Wärmöfen, wie auch fnr Gaskraftmaschinen
von 500 bis 1000 Pf. Die verwendeten Gaserzeuger sind Sehacht-
generatoren mit Wasserabschluss
(Fig. 30), etwa 4 bis 4,5 m im Fig. 30.
Durchmesser bei etwa 6 5 m Höhe
,
Welche an Stelle der gewöhnlichen
'
Roststabanordnung mit einem
quer durch den Schacht gehenden
~oppelschrägrost mit Rüttelvor-
r1chtung versehen sind. Die Be-
schickung derselben erfolgt auf
niaschinellem Wege. Die Ent-
fernung der Asche wird ohne
Unterbrechung des Betriebes alle
12 Stunden vorgenommen. - Das
lllit etwa 5000 aus dem Genera-
tor austretende Gas wird zunächst
durch eiserne Röhren geleitet,
Welche in einem Winderhitzer
das für den Generator erforder-
liche Luft-Dampfgemisch vorwärmen. Dann werden die Gase durch einen
Waschapparat geführt, um Theer und Staub zurückzuhalten, worauf sie,
noch 85 bis 900 warm, in einem Absorptionsthurm mit 4proc. Schwefel-
säure gewaschen werden, zur Gewinnung von Ammoniumsulfat. Das
so erhaltene Gas soll folgende durchschnittliche Zusammensetzung
haben:
K.oh leusii.ure Ir> Proc.
Kohlenoxyd 12
W assorstoff 23
Methan . 2
Stickstoff . 48
Das Ammoniumsulfat soll den grössten Theil der Kohlenkosten
decken ( vgl. S. 61 ).
Braunkohle zur Kraftgaserzeugung. Nach J. Reischle
(Z. bayer. Dampfk. 1003, 49) werden in den Generatoren der Gas-
tnotorenfabrik Deutz mit Erfolg auch grnbenfeuchte Braunkohlen ver-
gast, wobei aber zwischen Generator und Wäscher ein grösserer Staub-
5•
68 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

sammler eingeschaltet ist. Es hängt von der Beschaffenheit der Braun-


kohle ab, ob man Dampf einblasen muss oder ob das Durchblasen von
Luft allein genügt, um gutes Gas zu erhalten. Der Betrieb wird so ge-
führt, dass sich das sehr wasserdampfreiche Gas in der oberen Schicht
der feuchten Rohkohle wieder abkühlt und mit weniger als 100° den
Generator verlässt. Abmessungen und Form des Generatorschachtes
müssen der Beschaffenheit und dem Aschengehalte der Kohle angepasst
· werden. Die starken Theerabscheidungen machen ein öfteres Reinigen
erforderlich. Derartige Generatoren sollen sich auch filr die Vergasung
von Torf eignen. Nach Angaben der Firma beträgt bei einem 60pferd.
Motor der Gasverbrauch für 1 Stundenpferd 2,7 cbm (bei 1100 w) bez.
2,4 cbm (bei 1250 w), also der Kohlenverbrauch 2,3 k (bei 60 Proc.
Wasser) bez. 1,5 k (bei 53 Proc. Wasser). Bei einem Braunkohlenpreis
von 3,20 Mk. für 1 t (in Köl11) belaufen sich also die Brennstoffkosten
für 1 Stundenpferd auf durchschnittlich 2 X 0,32 = 0,64 Pfennig.
Kalkgas. Nach „English Mechanik'' hat Pearson ein Ver-
fahren zur Erzeugung von Gas aus Kalk erfunden. Es werden zu je
100 t Kalk etwa 10 t Koks oder Kokslösche gemischt, woraus sich an-
geblich 101/2 Mill. Cubikfuss Gas erhalten lassen. Nachdem das Gas
die Kalköfen verlassen hat, wird es durch eine Reihe von Convertern
und Regeneratoren geleitet, die bis zu einer grossen Hitze angeblasen
werden. Die Kraft dazu wird durch die überschüssige Wärme aus den
verschiedenen Processen erzeugt. Es wird behauptet, dass das Kalkgas,
während es für Heizzwecke um 25 bis 30 Proc. besser ist als gewöhn-
liches Gas, zu so geringen Kosten gewonnen werden kann, dass es um
den Betrag von 20 Pfennigen für 1000 Cubikfnss abgegeben werden
könnte, während sich der Preis des Kalks von etwa 12•/1 auf 51/ 1 Mk.
für 1 t erniedrigen würde. Das Gas soll folgende Zusammensetzung
haben: 44 Kohlenoxyd, 20 Wasserstoff, 26 Kohlensäure und 30 Stickstoff
(Berghzg. 1903, 346). - (Darnach sind folgende Reactionen anzunehmen:
+
CaC03 C == CaO + 200
. CaCOa + + C H1 0 = CaO + 2 C0 2 + H9
und ähnliche, welche bekanntlich Wärme erfordern die, bei nur 10 t
Kohlen, wesentlich von aussen zugeführt werden m'uss. Die Angaben
über Ausbeute - für 100 k Koks 2830 cbm Gas - sind offenbar
völlig falsch. F.)
Die thermischen Vorgänge im Gaserzeuger bespricht
ausführlich F. L ü r man n (Stahleisen 1903, 515 u. 1154). Die Ab-
handlung wilrde übersichtlicher sein, wenn die Berechnung auf Volume
durchgeführt wäre 1), statt auf Gewicht der Gase. - Die Einwürfe von
Kroecker (das. S. 1151) sind unzutreffend.
Sauggasanlage bespricht K. Bräuer (Z. Ingen. 1903, 1517);
die ~erechnungen sind unnöthigerweise sehr weitschweifig, ohne Neues
zu bieten.

1) Vgl. F. Fischer: Taschenbuch für Feuerungstochniker, 5. Aufl., S. 79.


Feuerungen. 69
Kraftgas. Für den internationalen Congress für angewandte
Chemie in Berlin hatte F. Fischer das Referat über Kraftgas iiber-
n~mmen. Wenn das 1!), Jahrhundert das der Dampfmaschine war, so
itd ~a.s „ 20. da_s der_ Gas kraft m a s chi n e werden, nicht das der
l' ektr1citat, da diese eme mechanische Kraft voraussetzt. Als Kraftgas
c ienen Leuchtgas, selten Wassergas, häufig ::\Iischgas, ferner Generator-
gas und Hochofengas. Am wichtigsten ist das ::\1.ischgas, dessen Her-
stellung eingehend besprochen wurde l),
Das Erdgas von W e 1 s in Oberösterreich untersuchte 0. St e -
P 11 ani (Z. angew. 1903, 27).
Herstellung eines Leucht-, Heiz- und Kraftgases
a~is Rohpetroleum. Naeh J. Pfeifer (D.R.P. Nr.126726)
Wird durch Hindurchleiten von Luft durch die Rohöle carburirte Luft
erzeugt, welche also die leichtfm Oele enthält. Das von diesen befreite
schwere Oel wird in gewöhnlicher Weise in Retorten vergast und das
gewonnene Oelgas mit der carburirten Luft gemischt.
Ca r b n rat o r zur Erze u g 11 n g von Heiz - Luftgas. Nach
~.: }~ach l et (D. R. P. Nr. 140 965) wird eine Retorte zur Verdampfung
uss1ger Kohlenwasserstoffe von einem Heizbrenner, dessen Flamme von
dem Caburirnngsstoff gespeist wird, erhitzt, und die Dämpfe werden mit
Lnrt gemischt. Das Nt>ue besteht in Folgendem. Ein Teil der Ver-
brennungsproducte des Heizbrenners dient zum Verdampfen bez. Vor-
Wärmen des diesem zuströmenden Brennstoffes und Dampf-Luft-
g~misches. Die Hauptmenge der Verbrennungsgase aber strömt durch
die centrale Retortenöffnung in denjenigen Raum, wo die Kohlenwasser-
stoffJämpfe bez. -gase sich mit der Luft mischen. In ~'olge der da-
durch hervorgerufenen Erhitzung und Mischung mit den Verbrennungs-
gasen wird eine innigere Verbindung der Luft mit Kohlenwasserstoffen
erzielt.

Feuerungen.
Umstellventil mit Wasserverschluss, namentlich für
Gasgeneratoren welches sich innerhalb eines Gehäuses befindet und mit
letzterem fest v'erbunden ist, von S. Forter (D. R. P. Nr. 137 595), ist
dad11rch gekennzeichnet, dass bei stets feststehendem Ventile und Ge-
häuse der Richtungswechsel der Gase in der Weise bewirkt wird, dass
die den W~sserabs~hluss bildenden Abtheilungen, in welche die Scheide-
wände eintauchen, beliebig mittels Rohr und Rinne mit Wasser gefüllt
oder mit Hilfe der Ventile vom Wasser entleert werden.
Umsteuern n g s vor r ich tun g, bei der vor Beginn .der Um-
schaltung ein selbstthätiger Abschluss der vorherigen Kanal verbmdungen
stattfindet, von A. Nägel (D. R. P. Nr. 137406), ist dadurch gekenn-
zeichnet, dass beim Heben der einen Glocke die andere feststehende

1) P. Fisch c r: Taschenbuch für Fl'ueruagstechuiker, 5. Aufl., S. 90.


70 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

Glocke früher in den Wasserspiegel eintaucht, als die Scheidewand den


Wasserabschluss verlässt, während die gleichzeitig sinkende Glocke mit
ihrer Scheidewand schon in den Wasserspiegel eintaucht, bevor die fest-
stehende Glocke den Wasserabschluss verlässt.
Umsteuerungsvorrichtung von Pötter & Cp. (D. R. P.
Nr. 138 280) besteht darin, dass durch eine einfache Hebel- oder Ketten-
Uebersetzung während des Anhebens der Glocke bez. der Mulde (beim
Forter-Ventil) ein in der Gaszuleitung angebrachtes Ventil geschlossen
wird. Das letztere bleibt nun während des ganzen Zeitraums des eigent-
lichen Reversirens geschlossen und öffnet sich wieder beim Senken der
Glocke. - Von denselben (Stahleisen lü03, 333) wird folgende Be-
rechnung aufgestellt. 1 Martinofen von 15 t Fassung erzeugt täglich
(in 24 Stunden) durchschnittlich etwa 70 t. Der Kohlenverbranch stellt
sich auf annähernd 30 Proc. = rund 20 t. Die Anzahl der Umsteue-
rungen in der Stunde beträgt durchschnittlich 7, in 24 Stunden: 168 zu
je 10 Secunden = insgesammt 1680 Secunden == 28 Minuten. Es
ist also während 28 Minuten die Gaseinströmung in Verbindung mit
dem Rauchkanal bez. dem Kamin. Während dieser Zeit fehlt aber der
Widerstand, den das Gas bei dem Durchströmen der Gaseinlasskanäle,
des Gitterwerks der Generatoren und des Ofens selbst zu übEJrwinden
hat; das Gas kann mit vollem Druck ungehindert in den zum Kamin
führenden Rauchkanal abströmen. Die Menge des verlorenen Gases in
den 28 Minuten, welche die Umsteuerungen während einer Betriebs-
periode von 24 Stunden in Anspruch nehmen, ist tlemnach mindestens
die doppelte, als während 28 Minuten, innerhalb welcher das Gas ge-
zwungen ist, seinen Weg durch die Gaseinströmungskanäle, die Rege-
neratoren und den Ofen zu nehmen. Der Verlust beträgt also 1/~, der
Gesammtmenge.
Feuerung mit selbstständiger ßrennstoffzufiih-
rung von Josten Söhne (D. R. P. Nr. 140637), - F. Schmidt
(D. R. P. Nr. 144436). - Nach W. Riedel (D. R. P. Nr. 140224)
wird der Fülltrichter, dessen unterer Thail in einem gekrilmmten, gegen
den Rost ansteigenden Stutzen Führung hat, maschinenmässig hin- und
herbewegt, zum Zwecke, den Brennstoff in den Stutzen hineinzuschieben.
Hierbei bewegt sich der Brennstoff nach oben unter die brennende Schicht
zusammen mit der in den Stutzen eingeführten Verbrennungsluft und er-
folgt daher rauchlose Verbrennung, die dann auf einem, in gewöhnlicher
Weise mit Unterluft gespeisten Schrägrost fortgesetzt wird.
Zur Rauchverhütung will JU\Iarcotty(D.R.P.Nr.143473
u. 144 056) Dampf in die Feuerung blasen. (Der schwarze Rauch
wird dadurch allerdings mehr weiss gefärbt.)
Rauchverbrennung. Nach 0. Faller (D. R. P. Nr.136189)
sind über der in der Feuerbrücke befindlichen Austrittsstelle für die in
Kanälen erhitzte Secundärluft die Spitzen oder Kohlenstifte eines
Funken-Inductors angeordnet, der von der durch die Feuerung selbst
erhitzten Thermobatterie Strom erhält. Die überspringenden e 1e kt r i-
Feuerungen. 71

s c h e n Funken bringen im Verein mit der Secundärluft die Rauch-


gase zur Entziindung. (Wers glaubt!)
Regelungsvorrichtung fiir Feuerungen mit flüssi-
gem Brennstoff von Warmont (D. R. P. Nr.141677).-Erdöl-
~ampf-Kesselfeuerung von L. Dürr (D.R.P.Nr.142156). -
Ne 11 er u n g f ii r Na p h t a r ii c k stände von C. S pi e g e 1 (D. R. P.
r. 138 256). - Brenner für flüssige Brennstoffe von B 1e v n e V
~D. R. P. Nr. 137149), - R. Schnitz (D. R. P. Nr. 139214), •
. aruba & Cp. (D. R. P. Nr. 142388).
W . Na Ph t a f euer u n gen in Russland bespricht ansfiihrlich H.
' 1 n k e 1 (Berghzg. 1903, 302).
W Die ,Verbrennungswärme des Wasserstoffes bestimmte
· G. M1xter (Am. Science 1903, 214) zu 33993 w fiir 1 k unter
constantem Druck, bez. auf fliissiges Wasser. ·
Untersuchungsverfahren. Brenn wert h bestimm u n g. C.
~fferhaus (Z. angew. 1903, Sonderabdr.) priifte im Lunge'schen
d aboratorinm das Par r 'sehe Verfahren (J. 1901 , 28). Darnach ist
. er von Par r mit Znckerkohle ohne Zusätze gefundene Coefficient 1550
Jedenfalls ~11 hoch und nur bei Substanzen von sehr hohem Verbrennungs-
Werth annähernd richtig. Bei Steinkohlen um 8500 bis 8000 w herum
(wasser- und aschenfrei gedacht) kann man einen Coefficienten = 1500
als genilgend genau annehmen. Man wird dabei selten Fehler von mehr
als 1 Proc. machen. Fiir Kohlen von 7427 bis herunter auf 6958 w
(immer wasser- und aschenfrei berechnet) ist der Coöfficient durch-
schnittlich 1442, sinkt bei 6300 w auf 1424 und bei 5530 w sogar
auf 1377. Man darf also unter keinen Umständen irgend einen dieser
~oöfficienten als constant für alle Fälle annehmen; augenscheinlich sind
sie Funktionen der Verbrennungswärme. Man wird aber fiir praktische
Zwecke keinen iiber 1 Proc. steigenden Fehler machen, wenn man fiir
das Par r' sehe Calorimeter folgende Co1~fficienten anwendet (immer be-
zogen auf wasser- und aschenfreie Substanz):

Differenz Verbrennungswerth Anzuwendender


der Kohlen Coefficient
w w
·--~---·-.
5500 1360
450 5500 bis 5960 1890
800 6950 6750 1420
900 6750 " 7650 1450
600 7650 " 8250 1480
300 8250 " 8550 1510
85/iO " 1540

Dass die Intervalle bei Kohlen von mittlerer Verbrennungswärm&


grösser als die derjenigen von hoher und niedri~erer Verbrenn~ngs-
Wärme sind, erklärt sich daraus, dass für den Emfluss des Kahum-
72 I. Gruppe. Chemische Technologio der Brennstoffe.

persulfats eine mittlere Correction angewendet werden musste. Könnte


man fOr das Kaliumpersulfat die wahre Correction anbringen, so würde
man finden, dass man die Kohlen in Intervallen von 550 bis 5 7 5 w ein-
theilen musste, damit kein Uber 1 Proc. steigender Fehler gemacht wird.
Die den Intervallen zugehörigen Coöfficienten würden dann je 30 Ein-
heiten aus einander liegen.
s c h w e f e 1 bestimm u n g in K oh 1e n. K o n e k (Z. angew.
1903, 516) schlägt vor, die Probe entsprechend dem Parr'schen Ver-
fahren mit Superoxyd zu verbrennen.
Bestimmung von Arsen in Kohlen. Nach T. E. Thorpe
(J. Soc. 83, 969) wird die Probe in einem Verbrennungsrohr im Sauer-
stoffstrom verbrannt. Der vordere Thail des Verbrennungsrolires ist
ausgezogen, umgebogen und so direct mit einem Absorptionsapparate
verbunden, welcher verdünnte Schwefelsäure enthält. Die Verbrennung
dauert je nach Art der Substanz 2 bis 3 Stunden; das in der verbrannten
Substanz enthalten gewesene Arsen befindet sich dann theilweise noch
in der Asche, zum anderen Theile in dem ausgezogenen Rohrende und
in der Absorptionsflilssigkeit (vgl. J. 1901, 29).
Calorimeter zur Bestimmung des Heizwerthes
brennbarer Gase. Nach H. Raupp (D. R. P. Nr. 14l83l) trägt
ein stabförmiger Körper aus Metall o. dgl. an dem einen Ende ein Ther-
mometer und wird am anderen durch die Flamme des zu untersuchenden
Gases geheizt. 1\1an beobachtet die Zeit, welche bis zur Erreichung
einer bestimmten Temperatur vergeht. (Unbrauchbar.)
Bestimmung des Kohlensäuregehaltes in Sauer-
s t o ff o d e r W a s s e r s t o ff e n t h a l t e n d e n G a s g e m i s c h e n. Nach
G. Bodländer (D. R. P. Nr. 139 649 u. 141148) wird der Gasstrom
an den beiden aus Metall bestehenden Elektroden eines Elementes vor-
beigeführt, bei welchem die eine Elektrode in die Lösung einer Säure
oder eines Neutralsalzes, die andere in die Lösung eines Bicarbonates
oder in die Suspension eines unHislichen Carbonates taucht. Bei einem
solchen Element mit Wasserstoff- oder SauerstoffelP-ktroden sind in der
Bicarbonatlösung HC03-Ionen und H-Ionen vorhanden. Die Concen-
tration der ersteren ändert ,sich kaum merklich, so lange die Menge des
gelösten Bicarbonats und des Wassers unverändert ist. Die Menge der
Wasserstoff-Ionen hängt dagegen von der Menge der gelösten freien
Kohlensäure ab und damit von dem Partialdruck der Kohlensäure in
dem Gasgemisch. In der sauren Flüssigkeit sind nun von vornherein
so viel Wasserstoff-Ionen vorhanden, dass ihnen gegenüber die von der
Kohlensäure gelieferten verschwinden. In der Bicarbonatlösnng sind
weit weniger Wasserstoff-Ionen vorhanden. Je mehr Kohlensäure der
Gasstrom enthält, um so mehr Wasserstoff-Ionen enthält die Bicarbonat-
lösung, um so geringer ist die Tendenz zur Bildung neuer Wasserstoff-
Ionen in der Bicarbonatlösung, um so geringer also auch die elektro-
motorische Kraft der Kette, welche diese Tendenz zum Ausdruck bringt.
Aus der Messung der elektromotorischen Kraft des Elementes während
Acetylen. 73

des Gasdurchganges kann man demnach den Gehalt des Gasgemisches


an Kohlensäure berechnen.').
Bestimm n n g von Benz o 1 in Oasen. Nach L. M. Dennis
~nd J. G. 0 'Ne i 1 (Am. Oasl. 1903, 770) liefert die Absorption von
_enzol durch Alkohol keine zuverlässigen Resultate. Sie prüften nun
~~ne ammoniak~lische Nickellösung auf ihre Fähigkeit, Benzol zu absor-
iren unter Bildung der von Hofmann und K ii spe r t (Z. anorg.
~897, ~04) beschriebenen Verbindung Ni(CN) 9 • NH3 • C8 H6 . Es werden
5 g Ni(N01 \ 1 . 6 H1 0 in 50 cc Wasser gelöst und 50 cc concentrirtes
.Ammoniak zugefügt; nach dem Abkilhlen wird mit starkem Ammoniak
auf 150 cc aufgefüllt. Die Tension des Ammoniaks muss nach jE>der
~bsorption in einer Pipette, die mit verdünnter Schwefelsäure gefüllt
ist, entfernt werden. In einer Mischung von Benzol und Luft wird das
Benzol quantitativ absorbirt; 3 Minuten langes Schiltteln ist nothwendig.
~m zu entscheiden, ob andere Ilestandtheile des Leuchtgases hinderlich
81 ~d, wurden Kohlensäure, Kohlenoxyd und der Gasrest nach einander
~It der ammoniakalischen Nickel lüsung geschnttelt. Ausser Kohlen-
s~ure wird kein anderes Gas arsorbirt. He m p e 1 schreibt vor, zuerst
d~e dampfförmigen Kohlenwasserstoffe zu absorbiren, da Kalilauge auf
dieselben stark 1/lsend wirken soll. Es wurde nun Leuchtgas durch
3 Wasserflaschen mit Barythydratlösung geschickt ; eine abgenommene
Gasprobe zeigte mit Kalilauge nicht die geringste Abnahme. Anderer-
8?its wurde auch benzolhaltige Luft mit Kalilauge behandelt, ohne dass
Steh eine Volumenabnahme bemerkbar machte. Zur Trennung von
Benzol und Aethylen eignet sich die ammoniakalische Nickellösung
a~sgezeichnet, indem sie auf die ungesättigten Kohlenwasserstoffe nicht
einwirkt.

Acetylen.
Acetylenentwickler mit Wasserzufluss. Nach K.
Ziogler (D. R. P. Nr. 142517) hat der ins Wasser hineinzustellende
Carbidbehälter einen der Länge nach verlaufenden breiten Schlitz,
Welcher mit einem für Wasser durchlässigen Tuche bedeckt ist; oben
Und unten ist der Behälter geschlossen. E~ können daher Verstopfungen
d~r Wasserzutrittsöffnungen kaum eintreten. Jeder Behälter soll nur
einmal benutzt werden.
Wasser z u fl u s s regle r für Acetylene n t w i c k 1er von
C. D. Lepine (D. R. P. N~. 141261), - H. Hawkins _(D. R. P.
Nr.142518). - Wasservertheiler fiir Acetylenentw1ckler von
R Bartholomäus (D. R. P. Nr. 136885), - J. Predmerssky
(D. R. P. Nr. 139515). - Kugelventil für Zuflussregelung von
E. Taucher (D. R. P. Nr. 139 517).

T. 1) Die dirocte Bestimmuni;i; ist doch sehr vorzuziehen; vgl. F. Fischer:


aschenbuch für Feuerungstechniker, 5. Aufl., S. 34.
74 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

Der Ace t y 1e n e n t w i c k 1er von . K. P a t a k y (D. R. P.


Nr. 135 416) arbeitet nach dem Tauchsysteme. Der in ein Füllrohr ein-
gesetzte Carbidbehälter besitzt zwei Roste, einen oberen mit weiten,
einen unteren mit engen Maschen. Das auf dem oberen Roste liegende
grossstückige Carbid wird, von dem Wasser angegriffen, nach und nach
auf den engen Rost fallen und dort vergasen. Der obere Rost kann hier
nicht verschlammen, hohe Temperaturen und lästige Nachentwickelungen
werden vermieden.
Acetylenentwickler nach dem Kipp ' schen System
von Adams & Westlake (D. R. P. Nr. 135412), - J. Bacher
(D. R. P. Nr.141825), - Stephany (D. R. P. Nr. 130333) , -
A. Ponzevera (D. R. P. Nr. 142341), - L. Vialet-Chabrand
(D. R. P. Nr. 138 305).
Vorrichtung zur Carbidzuffihrung bei Acetylen-
gaserzeugern von E. S. Titus (D. R. P. Nr. 142340) besteht aus
zwei lose auf der Welle des Carbidrades sitzenden Kettenrädern, welche
die sinkende Glocke in Thätigkeit setzt. Beim Steigen der Glocke bleibt
die Vorrichtung in Ruhe.
Carbideinfilhrungsvorrichtung. Nach A. Schubeck
(D. R. P. Nr. 142516) wird der Carbidbehälter f(Fig. 31) in gestürzter
Lage in den Schacht b1 eingeführt und schwingt am
Fig. 31. Ende seiner Bahn so herum, dass seine Mündung nach
dem Sammler b2 zeigt. Das Neue besteht hier darin,
,. dass der Behälter f in aufrechter Stellung entfernt
werden kann; der Schlamm bleibt daher in dem Be-
hälter, das Wasser wird also auch nicht unrein. Der
„ Behälter wird an der Stange m seitlich aus der
Schleife k seiner Führung herausgehoben.
C a r b i d z u f ü h r u n g s vor r ich tu n g für
Acetylenerzeuger von C. F. Ilrodin (D. R. P.
Nr. 137 307), - R. K I in g er (D. R. P. Nr. 137 283),
- G. C. Arnault (D. R. P. Nr. 138478), -
Th. Kautny (D.R.P.Nr.139288), -Th. Allaire
(D. R. P. Nr. 139289), - G. W. Collin (D. R. P.
Nr. 140470).
Acetylengaserzeuger mit Carbidzn-
filhrung. Nach H. Kinsey und Nott (D. R. P.
Nr. 139 990) ist die Gassammelglocke zugleich Arbeitsglocke. Durch
das Steigen der Glocke erfolgt das Bereitstellen eines Carbidbehälters,
durch ihr Sinken dessen Entleerung. Auf diese Weise wird das Carbid
dem Entwickelungsraume genau dem Gasverbrauche entsprechend zu-
geführt. Die Carbidbehälter sind auf einem Ringe freiliegend angeordnet,
k!'.>nnen daher ohne Bl>triebsunterbrechung nachgefüllt werden.
Der Acetylenentwickler von J. B. Macquet (D. R. P.
Nr. 144 373) soll im Freien stehen. Er ist in die Erde eingelassen,
so dass der Wasserspiegel sich etwas unterhalb der Erdoberfläche
Acetylen. 75
bbefindet. Dies soll verhindern dass das Wasser von Ausnahmefällen
a gesehen, gefriert. ' '
N Znr Ac~tylenherstellung empfiehlt E. Penn (D. R. P.
\il 139 51~) emen Apparat, bei welchem Carbid in den Entwickler ein-
~e asen wird. Beim Sinken der Glocke wird die Zuflussöffnung für
as Triebmittel (Luft o. dgl.) geöffnet, bei deren Steigen verschlossen .
. Apparat zur Herstellung von luftfreiem Acetylen
1
: t Einwurfrohr ft1r das Carbid. Nach Hanseatische
Ncetylen-Gasindustrie-Actiengesellschaft (D. R. P .
. r. 141 319) wird das Carbid in einen Schacht geschüttet und fällt in
eki~en Siebkorb, welcher in einer das Carbid nicht angreifenden Flßssig-
eit steht.
(D Entliiftnngsrohr an Acetylenentwicklern von Messer & Cp.
II·R:P.Nr.137308). - Entschlammnngsvorrichtung von
N. Jiirgens (D. R. P. Nr. 140324) und J. Machtolf (D. R. P.
r. 135 414).
fü Acetylenreiniger von G. Smith (D. R. P. Nr. 141262) ist
S r. das Verfahren bestimmt, nach welchem das Acetylen in feinen
~romen dnrch eine Vaselinschicht gleitet, wobei sich das vom Acetylen
mitgerissene Wasser unter dem Vaselin am Boden des Gefässes an-
sammelt. Damit nun die ursprßnglich vorhandene Vaselinmenge er-
halten bleibt, wird ein bis an den Boden des Reinigers hinabreichendes, in
der Höhe verstellbares Ueberlaufrohr zum Abführen des ausgeschiedenen
~assers und in dem Gasabzugrohre eine Erweiterung zur Abscheidung
~itgerissener Vaselintheilchen, die in den Reiniger nach unten zuriick-
fhessen sollen, angeordnet.
. Acetylen Ja m pe von E. J\1oreau (D. R. P. Nr.141359) besitzt
ein an einer Membran befestigtes Carbid ventil. Der Ventilsitz ist be-
weglich. Beim Schliessen der Einwurfvorrichtnng bleibt das Ventil
selbst unbeeinflusst, es behält also die dem gerade herrschenden Gas-
dru?ke entsprechende Stellung unverändert bei, hat diese daher ohne
Weiteres inne, wenn die Lampe von Neuem benutzt wird.
Acetylen - Grubenlampe von H. St u c h l i k (D. R. P.
Nr. 141631). - Acetylengasboje von R. v. Mühlenfels
(D. R. P. Nr. 139601). - Unterwas~er-Acetylenlaterne von
ll Stndtmund (D. R. P. Nr. 132637).
Zersetzung des Acetylens beim Verbrennen. Nach
F. 0 au d (C. r. 34, 175) ergab sich beim Verbrennen von reinem und
" 0 n unreinem, Schwefelwasserstoff und Thioverbindungen enthaltendem
A~etylen, dass unter bestimmten Bedingungen eine Zersetzung des
reinen Acety Jens stattfinden kann dass aber die Gegenwart von Ver-
unreinigungen diese Zersetzung b;schleunigt. Eine Ausscheidu~g von
Kohle erfolgt nicht wenn das Gas so schnell ausströmt, dass em nor-
rnales Ilrennen stat~finden kann. Wird die Geschwindigkeit der Gas-
ausströmung auf 1/5 der normalen vermindert, so erfolgt schnell Zer-
setzung und Ausscheidung.
I. Gruppe. Chemische Technologio der Brennstoffe .
.76
z ur Rein i g u n g v o n A c et y 1 e n em pfählen L. M. U u 11 i er
und L. Maquenne (Acetyl. 1903, 145) Natriumhypochlorit bez. ein
Gemisch von Natriumsulfat und Chlorkalk. Kalkstaub wird durch
Filtration des Gases durch saure Stoffe entfernt.
Reinigung von Acetylen. Nach J. H. Vogel (Acetyl.
1903, 32 u. 164) wird trotz der nun ziemlich allgemeinen Verwendung
von Reinigungseinrichtungen bei Acetylenanlagen sehr häufig unge-
nügend gereinigtes Acetylen gebrannt. Es besteht bei vielen Fabri-
kanten der Wunsch, eine eigene Reinigungsmasse zn haben, die zumeist
aus Chlorkalk in Mischung mit indifferenten Stoffen erzeugt wird und
dann in vielen Fällen ein unzureichendes Reinigungsmittel darstellt.
Noch schwerwiegender ist, dass die Reinigungsmassen nur selten oder
auch gar nicht erneuert werden. Es kommen ferner Carbide in den
Handel, die ein aussergewöhnlich verunreinigtes Acetylen liefern oder
auch die Verunreinigungen in einer Form, die sich der Einwirkung der
Reinigermassen entzieht. So lange die Natur der betr. Verunreinigungen
nicht wissenschaftlich genau aufgeklärt ist, ist dem Uebel nur dadmch
zu steuern, dass man eine obere Grenze für die zulässige Verunreini-
gung des Carbids festsetzt.
Deutschlands Carbid verbrauch:

1
Zunahme des
1 Ueberschuss Einfuhr-
Einfuhr Ausfuhr der J,;infuhr iiberschusses gegen
das Vorjahr
t t t
--· --~-·-
1899 6 374 636 5 738
1900 7 703 224 7 479 ti41
1901 9 626 274 9 252 1773
1902 11 287 126 11161 190\l

Dieser Zunahme der Carbideinfuhr entspricht aber nicht in gleicher


Weise die Zunahme des Carbidverbrauchs, da die deutsche Erzeugung
zuriickgegangen ist. So hat das Carbidwerk Lechbruck seit 1. )lai 1902
die Carbidfabrikation vollkommen eingestellt.

Beleuchtung.
Zur Herstellung von Glühstrilmpfen wird nachO.Kern
(D. R. P. Nr. 140 143) als Tränkungsfliissigkeit für die Striimpfe ein
Lösungsgemisch von Thorium- und solchen Zinksalzen verwendet,
.welche beim Verasch~n das entsprechende Oxyd zurücklassen. Dabei
entspricht das Mengenverhältniss zwischen Thoriumoxyd und Zinkoxyd
am besten ungefähr dem Moleculargewicht der beiden l\fetalloxyde,
jedoch soll der Zinkgehalt nicht unter 10 Proc. des Thoriumgehaltes
sinken. Zwecks Erhöhung der Leuchtkraft wird dieser Mischung noch
Belenditung. 77
C_erdoxyd zugesetzt. Um eine etwaige Verflüchtigung des Zinkes zu ver-
h in ern w· d d · den genannten Metallsalzen getränkte Strumpf
h , Ir er mit
nac dem Veraschen zuerst der Wirkung einer oxydirenden Flamme
a~sgesetzt und dann in bekannter Weise ausgeglüht. Dadurch wird
ei~e innige Vereinigung des Thoroxydes mit dem Zinkoxyd er-
reicht.
H Um _d e m G 1 ü h s t rum p f eine höhere Leuchtkraft und grössere
Fa1tharke1t zu verleihen, wird nach J. .Tanz (D. R. P. Nr. 134 663) das
G~?enmaterial in der Weise vermehrt, dass die Fadenverbindung des
. ühst:rumpfkürpers nach Art der einnädligen Pressmusterwaare ge-
b11det 1st.
Der Glllhkörper von E. Ross (D. R. P. Nr.138223) ist
ayr der ~'lechtmaschine als Hohlgeflecht hergestellt, zum Zweck, eine
gatte Form des Kopfes zu erzielen und denselben dauerhafter zu ge-
stalten.
Herstellung von Gliihkörpern. Nach H. Einwächter
(D: R. P. Nr. 138 252) sind die aus Thoroxyd und Ceroxyd bestehenden
~lühl~örper sehr wenig haltbar. :\fan hat deshalb versucht ihre Halt-
arke1t durch verschiedene Zusätze, wie Siliciumoxyd, Aluminiumoxyd
u_. 8• w., zu erhöhen; dies geschah jedoch nicht. ohne gleichzeitige Be-
einträchtigung der Leuchtkraft solcher Glühkörper. Um nun einen
Glühkörper zu erhalten, der nicht nur erhöhte Widerstandsfähigkeit,
sondern auch ein hohe~, andauerndes Lichtemissionsvermögen zeigt,
"'.erden die Gewebe mit einer .Lösung getränkt, welche ausser Thor-
nitrat noch eine Ceriverbindung und Fluorwasserstoffsäure enthält.
Her s t e 11 u n g eines Thors t rum p f es. Nach R. Lang-
h_a n s (D. R. P. Nr. 137 755) muss bei der Steigerung des Thorgehaltes
einer ganz bestimmten Gesetzmässigkeit Rechnung getragen werden,
~enn der Strumpf nicht seiner Ueberlegenheit in mechanischer Be-
ziehung verlustig gehen .soll. Hiernach wird ein Glühstrumpf von beson-
~erer }i'estigkeit und Haltbarkeit nur dann erzielt, wenn der Thorgehalt
In Gemässheit der Reihe 4 · p1, 4 · rs, 4 r•, 4 r:s, 4 f& •.... ~Iolecular-
gewichte bemessen wird, wobei f = 2 ist.
Nach dem Zusatz D. R. P. Nr. 138101 beträgt der Zusatz von
Robalt zu der im Hau ptpat. 120 312 beschriebenen Tränknngsflüssigkeit
nur 1/, bis 1/2Moleculargewicht Kobaltoxydul in Gestalt von Kobalt-
o:icydulsalz. Durch diese Verminderung des Kobaltzusatzes wird gegen-
über der bereits bekannten Verwendung von 1 l\foleculargewicht Ko~alt-
o:icydul eine Erhöhung der Radianz und eine wärmere Tönung der Licht-
farbe erzielt.
Z u r H e r s t e 11 n n g d er G 1ii h k ö r per werden nach R. L 8 n g •
han s (D. R. P. Nr. 135 611) veraschbare Verbundfäden verwendet! in
denen mit Salzlösungen lichtgebender Oxyde getränkt~, verbrennhche
Fäden ve1·einigt sind mit verbrennlichen Fäden, die m~t durch Wär?1e
zu homogenem )letall reducirbaren Salzen von Platm oder ~latm-
tnetallen, wie z. B. den diese Metalle enthaltenden Schwefeldenvaten
78 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

der aliphatischen Reihe nach Pat. 13~ 738 getränkt si~d. Die _mit dem
Platinsalz getränkten Fäden sind mit den der Oxydbildung dienenden
Fäden umsponnen oder umzwirnt.
Veraschen der Glilhstrflmpfe auf dem Gebrauchs-
brenner. Nach J. B. de Lery (D. R. P. Nr. 135321) wird der
Glühstrumpf etwa bis zur Hälfte seiner Höhe iiber die obere Kante eines
Gliihlichtbrennerkopfes von geniigend kleinem, dem Zusammenschrumpfen
des Strumpfes angepasstem Durchmesser frei aufgehängt, so dass nach
erfolgtem Abbrennen des Strumpfes der untere Rand desselben ungefähr
in gleicher Höhe mit der oberen Kante des Brennerkopfes liegt. Besitzt
der Brenner einen gekrflmmten Kopf, so versieht man den Glilhstrumpf
mit einem oder mehreren, vom unteren Strumpfrand bis ungefähr zur
Mitte der Strnmpfhöhe reichenden Längsschlitzen, um den Durchgang
des Brennerkopfes an der Seite des Strumpfes zu ermöglichen.
Z u r H erst e 11 u n g v o n :F ä d e n fü r G l il h k ö r p e r werden
nach A. P 1a iss et t i (D. R. P. Nr. 135 534) Verbindungen der Leucht-
erden, vortheilhaft in gelatineartiger Form, Flnssigkeiten zugesetzt,
welche in Kupferoxydammoniak gelöste Cellulose enthalten. Die so er-
haltene Masse wird zu Fäden versponnen , welche coagulirt und ge-
waschen und getrocknet werden. Die Cuagulation der ~·äden wird in
neutralen oder alkalischen Flüssigkeiten, vorzugsweise in Cyankalium-
lösungen vorgenommen.
Abbrennen und Formen von Gliihkiirpern. Nach A.
Levy (D. R. P. Nr. 135 610) wird der Glilhkörper der Flamme eines
sich um seine Längsachse drehenden und der Länge nach mit Gas-
ausströmungs5ffnungen versehenen Brennerkopfes ausgesetzt, derart,
dass die Innenfläche des Glühkörpers allseitig gleichmässig von einer
Flammenfläche bestrichen wird.
Vorrichtung zum Abbrennen, Formen und Härten
von Glühkörpern. Nach H. Wolf (D. R. P. Nr. 137 806) wird
der Glühkörper, welcher auf eine Form von der gewilnschten Gestalt ge-
setzt ist, durch von aussen auf ihn wirkendes Pressgas gegen diese
Form gedrückt. Zur Ausführung des Verfahrens dient ein zur Auf-
nahme des zu veraschenden Glühkörpers bestimmter Kegel aus geeig-
netem Material sowie ein ringförmiger auf- und niederbewegbarer Press-
gasbrenner, dessen Flammen nach innen austreten.
Herstellung eines gleichmässigen Kopfes an Oliih-
körpern. Nach B. Ri stau (D. R. P. Nr. 137 582) wird der zur
Kräuselung dienende Faden, nachdem diese durch die später etwas ober-
halb erfolgende Haftung der Einfassung festgehalten ist, wieder entfernt.
Dadurch wird vermieden, dass eine die Haltbarkeit des Gliihkörpers be-
einflussende Einschnilrung unterhalb der Einfassung entsteht.
H o 1z fo r m e n f ü r b i r n e n f1', r m i g e G l ü h k ö r p e r von H.
:Fis eher (D. R. P. Nr. 143 046).
Glühstrumpf für Gasglühlicht. Nach M. Offenberg
(D. R. P. Nr. 139 lüü) sind zur Erh5hung der Leuchtkraft iiber dem
Jloleuchtung. 79
;}gentlich_en Grundgewebe des Glühstrumpfes Fäden, Oesen oder sonstige
adengeb1lde angeordnet, welche mit dem Grundgewebe frei hervorragend
verbunden sind.
Ba 1t e vor r ich tu n g für G'lii h k ö r per t r ä g er von A h r e n d t
u. C p. (D. R. P. Nr. 142 461 ). '
Her s t e 11 u n g d er G l ii h k ö r per anf der :\Tagdeburger Gasanstalt.
Nach Pfeiffer (J. Gasbel. 1!)03, 465) wird als Rohgewebe Banmwolle
a~gewendet, wenn transportable Körper hergestellt werden sollen, während
s1eh für Strassenbeleuchtungskörper, welche nach dem Abbrennen auf
d~n Brenner gesetzt werden, viel besser Ramie eignet, die aber ihrerseits
nic~t für transportable Körper zu verwenden ist. - Gleich grosse Unter-
s~luede finden sich im Hinblick auf die Leuchterden, insbesondere Thor-
nitrat, welche mit einem Zusatz von rund 1 Proc. Cernitrat in starken
A_uflösnngen ( 1 Th. Nitrate zu 2, 7 Th. Wasser) zur Tränkung der Strümpfe
d~enen. Andere Znsätze, wie Beryll-, Lanthan- und Zirkonnitrat, sollen
die Formbarkeit und Haltbarkeit des Glühkörpers gilnstig beeinflussen;
durch Ammoniumnitrat erzielt man leichteres Abbrennen der Strümpfe. -
Z_um Zwecke der Sättigung bleiben die Rohgewebe, welche nicht
die geringste Fettigkeit aufweisen dürfen, am besten ilber Nacht in der
Leuchtflüssigkeit liegen. Man lässt sie alsdann durch eine gewöhnliche
oder dieser ähnlich gebaute Wringmaschine gehen, zwischen deren Gummi-
Walzen unter geeigneter Belastung die ilberschüssige Flilssigkeit so-
weit abgepresst wird, dass der Strumpf unter einem leichten Druck des
Fingers keinen Tropfen mehr abscheidet. Nur so wird eine gleich-
rnässige Vertheilung der Leuchterden ilber den ganzen Strumpf, sowie
auch eine gleich schwere Tränkung jedes einzelnen Stilckes gewährleistet.
Der gewöhnliche Wollestrumpf enthält dann beispielsweise 5 g Flilssig-
keit oder 1,3 g Thornitrat, entsprechend einem Aschenskelett von 0,6 g
nach dem Abbrennen. Zu ihrer Trocknung werden die getränkten
Strümpfe auf starkwandige, oben geschlossene Glascylinder von 15 cm
Höhe und 4 cm Weite aufgezogen, von welchen sie bereits nach einigen
Stunden wieder abgenommen werden können. Es folgt das Nähen des
Kopfes: Zusammenziehen des durch einen Saum verstärkten Kopfendes
zu einem Biindchen mittels Asbestfadens und gleichzeitige Ausbildung der
Aufhängeöse; eine geiibte Arbeiterin kann im Tage bis 600 Strümpfe
nähen. Um dem Kopfe grössere Härte nach dem Abbrennen zu ver-
leihen, wird derselbe nach dem Nähen mit einer aus Magnesium- und
Aluminiumnitrat bestehenden Auflösung mittels eines Pinsels noch be-
sonders getränkt. - In diesem Zustand sind die Glnhkörper fertig zur
Ablieferung an den Beleuchtungsbeamten, welcher die Strümpfe ab-
brennt und direct auf die Brenner der Strassenlaternen aufsetzt (,,präpa-
rirte" Strümpfe). Das Abbrennen der für „transportable'' Glühkörper
bestimmten Strümpfe, die nach vorstehendem Baumwollgewebe zur
Grundlage haben erfolgt im Glühlichtraume selbst. Nach der Form-
gebung und Härt;mg über der Pressgasflamme wird das Skelett an dem
Abbrennhaken einen Augenblick in Celluloidauflösung gebadet und so-
80 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

dann zur Trocknung aufgehängt; dabei bildet sich eine harte Haut,
welche das zarte Aschengewebe vor dem Zerbrechen beschützt. Die
also transportabel gewordenen Gliihkörper werden mit der Schere auf
die gewünschte Länge geschnitten und in den bekannten Papphülsen
verpackt.
Gasselbstziinder. Nach F. lfadum (D. R. P. Nr. 142892)
sind sowohl die Pille, als auch die Zünddrähte hinter einer Wand ange-
ordnet, welcke aus Stoffen besteht, die, wie gebrannter Ton, Gips, As-
best, Kieselguhr, Graphit, die Diffusion von Gasen gestatten. Auf diese
Weise werden die zur Pille und zu den Zünddrähten gelangenden Gase
zunächst einer Filtration unterworfen, wodurch die Zilndfähigkeit der
Pille bedeutend verlängert wird. Den die Diffusion ermöglichenden
Stoffen gibt man vorteilhaft die Gestalt einer Schutzhillse, die die Pille
und ihre Zünddrähte einschliesst.
Vor r ich tun g zum Entfernen der Z il n d pi 11 e aus dem
.Flammenbereiche von H. Presche r (D. R. P. Nr. 143 314).
Selbstzündender Gliihkörper. Nach G. Buhlmann
(D. R. P. Nr. 139 507) ist der Zündstreifen ausserhalb des Strumpfes
angebracht.
Zur Her s t e 11 u n g von Gasse l b s t zünde r n werden nach
Th. Peters (D. R. P. Nr. 135320) ein oder mehrere Läppchen eines
starken mit Edelerden imprägnirten Netzes am oberen Ende mit Platin-
mohr in Verbindung gebracht und mit nach unten immer schwächer
werdenden Lösungen eines oder mehrerer Metalle der Platingruppe be-
pinselt. Die so vorbereiteten Läppchen werden dann in dem GHih-
körper derart angebracht, dass das Gasluftgemisch an demselben vorbei-
streichen muss.
Nach dem ferneren Pat. desselben (D. R. P. Nr.142 327) werden
bei denjenigen selbstzündenden Glühkörpern, bei welchen Zilndlinien
o. dgl. von einer mit Platinmohr versehenen Stelle ausgeben, diese
Zündlinien o. dgl. aus Platinmetallösungen verschiedener vom Platin-
mohr aus allmählich abnehmender Concentration hergestellt, zum Zweck,
die Temparatur von der dunklen Rothglnt allmählich bis zur Weissglut
zu steigern.
Gasselbstzünder mit gekühlter Ziindpille. Nach
K. Schultze (D. R. P. Nr. 137 551) ist die Zündpille über oder an
einer fingerhutartigen, sich nach oben öffnenden Vertiefung im Brenner-
kopf angeordnet. Diese Vertiefung ist mit Luft zuführenden Kanälen
versehen, zum Zwecke, die Zündpille beim Brennen der Flamme mit
der angesaugten, kilhlenden Luft zu umgeben.
Gasselbstziinder mit über die Pille gespannten
Zünddrähten. NachButzkes selbstzllndende Gliihkörper-
Actiengesellschaft (D. R. P. Nr. 137 344) sind die von der Zünd-
pille ausgehenden Ziinddrähte in mehreren, unter verschiedenen Winkeln
zur Flammenachse geneigten Ebenen angebracht. Auf diese Weise
sollen möglichst viele Beriihrungspunkte fiir die äussere Zone des Gas-
Jle]r,ueht.unµ:. 81
kegels geschaffen werden nm eine möglichst rasche und zuverlässige
Zilndnng zu bewirken. '
BI a k er a 11 f s atz mit Se 1 b s t z ii n der von .T. K e 11 er man n
(D. R. P. Nr. 139 617).
Herstellung von Gasselbstziindern. Nach W. B1ihm
(D. R. P. Nr. 142 248) kommt an Stelle des bei dem Verfahren nach
Patent 116 242 vrrwcnrleten verbrennliclll'n Gewebes reineR Filtrir-
~apier oder reiner Papierstoff zur Anwendung, welcher in die Form von
Stäben, Riihren 11. dgl. gebracht wird.
Ilerntidlung ~on zur Selbstzilndung geeigneten
Gliihkörpern. Nach A. Rosenberg (D. R. P. Nr. 135533) wird
anstatt eine Lüsnng organischer Platinsalze in iiligen Flüssigkeiten zu
verwenden, mit iiliger Flfü;sigkeit angeriebener Platinpuder auf die fiir
Ziindwirknng bestimmten Stollen der Oliihkiirper aufgedruckt.
J, e i c h t z 11 b e fe s t i g e n d e r , s t a h i l c r Z ii n d k ü r p e r. Nach
~- Rosenberg (D. R. P. Nr. 136388) wird die Pille in der Hühlung
e~nes feuerfesten, eventuell porösen und schlecht wärmeleitenden Mate-
r1_als befestigt, so dass das ansgeh{ihlte Stiick znm Träger der Zilnd-
p1l!e wird.
Se 1 b s t tätige Z ii n d vor r ich tun g fii r Gaslampen. Nach
A. Martini (D. R. l'. Nr. 1383~9) wird die Klappe, an welcher die
Zündpille befestigt ist, innerhalb des Lampenzugglases oder innerhalb
einer das Lampenzngglas ilberdeckenden Schutzkappe derart angebracht,
dass die Ziindvorrichtnng dem Auge ganz oder zum grössten Theil ver-
deckt ist. •
Gas z i1 n d vor r ich tun g mit an geschützter Stelle nnbeweglich
angeordneter Zündpille nnd die Anstrittsöffnung für die Abgase und den
Zutritt dieser znr Pille selbstthätig abschliessender Klappe von E.
Zimmer (D. R. P. Nr. 143 987).
Vers c h 1 i e s s h a r e s Ge h ä u s e f il r Gas s e 1 b s t z ü n d e r von
II. Prescher (D. R. P. Nr. 138ri61). - Transportabler Gas~
nnzünder von A. Bachner (D. R. P. Nr.139186).
Z il n d k ii r per an o r d nun g an B II n s e n brenne r n. Nach
K. Schultze (D. R. P. Nr. 137110) ist iiber der mittleren Vertiefung
des Brennerkopfes ein dieselbe iiberspannendes Netz von Zünddrähten
angeordnet. An dieRen Ziinddrähten sind Zündkörper um die Mündung
eines Ziindröhrchens herum vertheilt, welches einen Theil des Gasluft-
gemisches in die Vertiefung des Hrennerkopfes leitet.
Reg u l i r vor r i c h t II n g c n fiir Gas beim Gasgliihlichtbrenner
von If. Ji'adnm (D. R. P. Nr. 13riG0!) 11. 144101), - G. Bower
(D. R. P. Nr. 138151), - II. Radtke (D. R. P. Nr. 141241), -
M:. D. Compton (D. R. I'. Nr. 145041), - G. J. Schmidt (D. R. P.
Nr. 142412). - Gasgliihlichtbrenner mit getheiltem Brenner-
kopf von G. A. Sanderson (D. R. P. Nr.142 916. - Brenner mit
Leitkegel von A. Bochner (D. R. P. Nr. 145038). - Gashren-
,Tahr~'-htir. d. r.hPm. 'fp1•h11olo1.60. XLIX. 6
82 T. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

n er mit vor der Düse eingeschaltetem lfiltergewebe von H. S c h ö n -


felder (D. R. P. Nr. 142194). - Oasglühlichtbrenner, bei
welchem verschiedene Theile des Glühkörpers beheizt werden können,
von H. Raupp (D. R. P. Nr. 137905). - Oasglühlichtbrenner
von R. Sieverts (D. R. P. Nr. 144941).
Oasglühlichtbrenner. Nach C. Ph. Ehmann (D. R. P.
Nr. 135 529) ist in das Bunsenrohr zu besserer Mischung von Gas und
Luft ein schraubenförmig gewundener Metallstreifen aus Kupfer ein-
gesetzt. Die Windungen desselben sind so gross, dass sie die Wandung
des Bunsenrohres innig berühren, um die Wärme des letzteren aufzu-
nehmen und ausser der Mischung des Gases zugleich eine Erwärmung
desselben herbeizuführen.
Luftvorwärmer für Oasglühlichtbrenner. Nach W.
Sieverts (D. R. P. Nr. 136988) wird die innere Verbrennungsluft
durch den Ilrennerkopf und einen von der ~'lamme
Fig. 32. bespülten Hohlraum zum Flammeninneren geführt,
indem im Brennerkopf ein unten offener Hohl-
körper a (Fig. 32) und eine tellerförmig vertiefte
Scheibe b angeordnet ist, die einen ringförmigen
Spalt h filr den Austritt der vorerhitz.ten Luft
zwischen sich lassen. Ueber das Mischrohr f des
Bunsenbrenners ist ein ringförmiger Hohlkörper ll
gestülpt, welcher in seiner unteren Wandung mit
Luftzuführungsöffnungen g ausgestattet ist und
die in den Vorwärmer führenden Rohre d trägt,
zu dem Zwecke, dass die durch die Oeffnungen g
und Rohre d in den Vorwärmer geführte Ver-
brennungsluft bereits im Hohlraum e vorgewärmt
wird. Der hohle Brennerkegel a ist auf einem
Gewindezapfen der Brennerscheibe b verstellbar
angeordnet, so dass die :Menge der durch den ringförmigen Spalt h
zwischen Brennerkegel und Brennerscheibe in das Flammeninnere ge-
führten Verbrennungsluft geregelt werden kann.
Gasglühlichtbrenner. Nach E. Zimmer (D. R. P.
Nr. 140 954) ist zwischen Brennerkopf und Zugglas ein cylindrischer
oder conischer Einsatz zum Zuführen und Vorwärmen der äusseren Ver-
brennungsluft angeordnet. Der Einsatz besteht aus zwei oder mehreren
mit einander in wärmeleitender Verbindung stehenden Mänteln, deren
innerer an seinem oberen Rand von der Flamme beheizt wird. -
J. Meissner (D. P. R. Nr. 135608) will dagegen kalte Verbrennungs-
luft in die Flamme einführen.
Verfahren zur Erzeugung hoher Lichtstärken in
beige w ö h n 1 i ehern o·asd ruck brenn enden G asgl ü h I ich t-
la m pen. Nach Allgemeine Beleuchtungs- und Heiz-
Industrie, Actiengesellschaft (D. R. P. Nr. 138210) wird in Folge
der Saugwirkung eines verlängerten Zugrohres d (Fig. 33) durch das
Beleuchtung. 83
M:_ischrohr i der Lampe dem Brenner stets ein Gasluftgemisch mit
hö~erem Luftgehalt, als zur Bildung reinen Knallgases erforderlich ist
~et Leuchtgas mehr als 6: 1), mit solchem Druck zugeführt, dass eine
amme entsteht, die in Folge des auf der Aussenseite des
:renne~kopfes und Glühkörpers erzeugten Minderdruckes Fig. B3.
en Glühstrumpf durchschlägt und die Form einer guten
P ressgasflamme annimmt.
Gasglühlichtlampe mit Gruppenbrenner
von P. W, Guth (D. R. P . Nr. 140354).
. h Pressgasbrenner der Export- Gasglüh-
1
. 1c. t-Gesellschaft (D. R. P. Nr. 136381). Eine
mmge Misch ung von Gas und Press l uft wir · d d ad urc h
1 b .
ler eigeführt , dass unter Znfilhrnng der Pressluft von }
unten das m
G . der M'1schkammer nach oben abgebogene
asznführungsrohr eine Gasdiise mit seitlichen Aus-
strömungsöffnungen erhält, so dass das Gas in vielen
gegen die Wandung der Mischkammer gerichteten Strö-
men in den aufsteigenden Pressluftstrom hineingeführt
wird .
Wärme- und Lichtstrahlung einiger
Oxyde prüfte Ch. Fery (Ann. Phys. 27,433). Die
O~yde des Calciums, Thoriums, Lanthans und die Auermischung zeigen
bei gleicher Temperatur in der Oxydationsflamme eine stärkere Ge-
s~mmtstrahlung als in der Reductionsflamme, Cer eine geringere; ähn-
~ich verhält es sich mit der Lichtstrahlung, hei der aber die Auermischung
m_ der Reductionsflamme höhere Werthe gibt. Auch der Farbton des
Lichtes ist bei diesen Oxyden in der Reductions- und in der Oxy-
dationstlamme verschieden (in der Oxydationsflamme Thor rosaweiss,
Cer grünlichblau; in der Reductionsflamme Thor grünlichweiss, Cer
blauroth bis ziegelroth). Bei Kohl e, Korund, Chromoxyd fand sich das
Stefan' sehe Strahlungsgesetz bestätigt, bei den anderen Stoffen mit
gewissen Einschränkungen; hinsichtlich der Lichtstrahlung gilt das
Gesetz von Wien unmittelbar nur Kohle und Chromoxyd. Die Be-
obachtungen führen zu dem Schluss, dass bei hohen Temperaturen
namentlich die untersuchten Erden physikalische und chemische Aende-
rungen erfahren. Zu der Theorie des Auerlichts besitzt Cer eine starke
verdichtende Kraft gegenüber Gasen und beschleunigt dadurch die
Verbrennung; die in raschem Iutermittiren an der Oberfläche auftretende
ör_tliche Temperatursteigerung (über die Temperatur im Innern) be-
wirkt eine starke Emission. Das Thor gibt dem Cer eine ausgedehnte
Oberfläche und gestattet vermöge seiner Tmnsparenz den Durchgang der
Strahlen.
Theorie des Gasglühlichtes. C. Killing (J. Gasbel.
1903, 445) stellte unter einen Junker' sehen Calorimeter Brenner
mit verschiedenen Glühstrümpfen. Er fand so folgende Wärme-
entwickelung :
6*
84 T. Gruppe. Chemiseho Tt>nhnolog-ie der Brennstoffe.

1. Morgons sao. Ueizwerth <les Gases . . . . . . . 1849 w


2. Gasglühlichtapparat ohne Strumpf und ohne Stift . . . 4683
:3. Ikrnelbo Gasgliihlichtapparat ohne Strumpf n11t 1_[agneH1:1,hft -lli~l
4. Drrsclbo Gasglühlichtapparat mit Rtrumpf aus rc111cm Thor . 10fl1
5. Dcrsclbo Gasgliihlichtappar:tt mit Strumpf ans flO I'roc. Thor
und 1 l'roc. Cer . . . . . . . . . . . . .
G. Nachmittags :i••. ITeizwPrth des GaHes

Aus mehreren Versuchsreihen schliesst er, dass das Cer in den heissen
Flammengasen eine specifische Thätigkeit entwickelt, welche darin be-
steht, dass es die Strahlung des glühenden Ktirpers aus reinem Thor um
etwa 14 Proc. erhöht, und dass die Verbrennungsproducte eine dement-
sprechende Einbusse an Wärme erleiden. In dieser Thätigkeit des Um-
formens von Wärme in Licht kann das Ceroxyd durch keine andere
Edelerde ersetzt werden, wohl aber durch die Elemente der Platin-
gruppe, welche die gleichen Strahlungserscheinungen wie das Ceroxyd
hervorrnfen und deren chemische Thätigkeit als Sauerstoffiibert1·ager in
allen Temperaturstufen, selbst bei den höchsten Temperaturrn, nach-
weisbar ist.
T h e o r i e d e s G a s g 1 ü h l i c h t e s. A. H. W h i t e , H. R n s s e l
undA. F. Traver (J. Gasbel. 1903, 787 11. 974) bestimmten die Licht-
stärke verschiedener Gase in einem Glühlichtbrenner.

1
Gas- Gesammt-
HK
Gassorte
verbrauch i Licht- fiir 100 l
die Stunde' stärke Gas
i in HK
Wassergas . . . . 2H, 47,8 22,2
Steinkohlen- und Wassergas 147 103,8 70,6
Decarburirtes Steinkohlengas 101 88,8 87,8
Steinkohlengas . . . . . 92 93,2 101,4
Steinkohlen- und carburirtes Wassergas . . 9G 110,3 115,0
Steinkohlen- und Benzolcarburirtes Stein-
kohlengas • . . . 99 1
109,2 110,4
Benzolcarburirtes Steinkohlengas 88 105,0 119,4
Carburirtes Wassergas 89 118,0 132,7
Kohlenoxyd . . 139 30,9 22,2
Kohlenoxyd und Steinkohlengas 141 116,9 82,8
Wasserstotf . 204 79,4 89,0
Pintschgas 51 85,4 167,6
Naturgas . . , 58 52,4 90,4
Steinkohlen- und Naturgas 85 86,9 102,:!
Steinkohlengas . 98 99, 7 101, 7

Das Ceroxyd wird durch das Thoroxyd im Zustande einer festen


Lösung gehalten, und dieses aufgelöste Ceroxyd oder feste Lösung von
Thor- und Ceroxyd wirkt in specifischer Weise verändernd auf die Wellen-
länge, so dass der Glühkörper mehr blaue und grilne Strahlen aussendet
und weniger rothe; das heisst, er verwandelt einen gr/.lsseren Theil der
Flammenenergie in Licht und weniger in Wärme, als die offene Flamme
lleleuehtung. 85

es thut. - Temperatnrbestimmnn"' mit Le Chatelier'schem Thermo-


elemente ergaben : "

'[I'le~pPratur im lnnorn Jr,s ::ltru1111,f<.K J mm vom (;owoho rn:2:1°


'.. 1t." d'te mnpn•
D l"tl . '
~trumpfsoito hmuhrPntl . . . . 1:17:3°
/~hte diosollw 8t(•ll<' ausson b,•ruhrrnd . . . . . . l 370°
1 nihto airnsr,n O,fi 111111 vom Strnmpfo ,•ntfernt J;l(j(JO
Drnhte 1 lllm entfernt . . . . . . . . n.i~o

S Die Temperaturernierlrigung der Flamme an der Aussenseite des


trnmpfes ist auf den Einschnitt zuriickzufiihren, welcher eine grosse
0
itRmengo hindnrchlässt, welche unter normalen Verhältnissen durch die
1
~~hen hinrlnrchgetreten wäre. Aehnliche, mit anderen Str!impfen
1
""._ ~ erholte_ Ver;;.uche haben gezeigt, dass <las Thermoelement in Be-
~1 rung _mit dem Strnrnpf'e in jedem Fall Jentlich einen beträchtlichen
nte_rsclued zwischen der TempAratnr der Flamme und der des Strumpfes
anzeigt • ·• -
we1·tere Versuche ergaben:

Temperatur und Leuchtkraft.

Strumpf Nr. 1 Strumpf Nr. 2 Strumpf


(reines !Hl,6 Proc. Thoroxyd entfernt,
Thoroxyd) 0,6 Proc. Ceroxyd Flamme frei

0,33 '
12:140 12(i(iO 12/i:i 0 1168° / 1270° 12400 1430° 14500
0,26 128:,o 13550 1343° 1230°
1

1360°
,
129ii0 1506° 1518°
1638@
0,H, 1:i850 1480• 1434,o 13130 1468° 1377° 1698°
11615°
0,10 1-105° 15270 1470° 13:!90 1515° 14200 1665° 1676•
0,06 14800 15900 1635° 13300 15810 14700

Leuchtkr11.ft.
Mit Blende' 11,6 1
0,2 1 1,3 1 4,0 1 1
Oes11mmt 1 1,2 3,4 15,7 i 1 29,1
i

Es werden somit um so höhere Temperaturen abgelesen; je dünner


die Drähte sind.
Brenn wert h und Leuchtwert h des Gases bespricht V. B.
Lewes (J. Gasbel. 1903, 969); darnach ergab sich im Mittel:
86 I. Gruppo. Chemische Technologie der Brennstoffe.

Steinkohlengas Carbnr. Wassergas


Leuchtkraft
engl. Kerzen

12 4804 4259 4:H8 4009


rn 4980 4436 452:> 4189
14 5192 4634 46!!-l 4337
1o 6411 4811 4853 4507
16 55-lf, 4987 5030 4677
17 5740 l)\64 5210 4853
18 5944 5341 5393 1im10
19 6121 5621 r,ö63 ö210
20 6316 5697 5740 5381'

Diese Beziehungen geben Anhaltspunkte dafür, wenn an Stelle des


Leuchtwerthes oder neben demselben auch der Heizwerth eines Gases
gesetzlich geregelt werden soll. Lew es macht darauf aufmerksam,
dass die Entziehung der schweren Kohlenwasserstoffe, z. B. durch Hin-
durchleiten von Gas durch Petroleum, die Leuchtkraft sehr bedentend,
den Heizwerth aber oft nur wenig vermindern kann. Umgekehrt sieht
man hieraus, welchen Einfluss die Carburation auf den Heizwerth hat.

Heiz- und Leuchtwerth von KohleuwaRserstoffen.

Heizwerth von 5 cbf


Gasbestandtheil --------- Leucht- Heizwerth
-1 werth oberer
des Leuchtgases oberer unterer
für 5 chf für 1 Kerze
w \ w
Methan 1290 1158 5,2 248,1
Aethylen 2020 1903 70,0 28,9
Benzoldampf . 468/i 4503 820,0 ö,7

Bei Verwendung von Auerbrennern ist aber weniger der Brenn-


werth des Gases, als die Temperatur der Flamme maassgebend. Auf
gleichen Brennwerth bezogen gibt daher Wassergas mehr Licht als
Leuchtgas.
Spiritusgliihlichtbrenner mit centraler Luftzu-
filhrung. Nach Schuster & Baer (D. R. P. Nr. 142853) besitzt
der Spiritusgliihlichtbrenner eine glockenförmig gestaltete, das Docht-
rohr umgebende Kappe k (Fig. 34), deren obere oberhalb der Dochtober-
kante befindliche Oeffnung enger als das Brennerrohr ist. Die Neuerung
besteht darin, dass der in den Brennerkorb hineinragende Theil der
Kappe erweitert, und dass die Einschnürung in solchem Abstand iiber
der Dochtoberkante angeordnet ist, dass diese Kappe nach ihrer Erwär-
mung einen schräg nach oben gerichteten Luftstrom iiber die Dochtober-
kante hin ansaugt, der in Verbindung mit dem centralen Luftstrome
Beleuchtung. 87
die an der Dochtoberkante brennende Flamme abreisst und dabei ent-
leuchtet.
r Docht brenne r rn r Spiritus g I ü h 1ich t. Der Spiritueglüh-
1.Chtbrenner von F. H. Aschner (D. R. P. Nr. 141315) besteht aus
~mem gewöhnlichen Runddochtbrenner, bei dem die das Dochtrohr kühl
.altende Aussenluft durch
einen unten geschlosse- Fig. 35.
nen, oben offenen und Fi~. '14 ·
~,i.t Durchbrechnngen f, 9
( igur 35) versehenen
Ro~rschaft h, i an der in
üblichem Abstande über
dem Dochtrohr angeord-
~eten Brandscheibe k dem
~nneren Ji'lammenmantel
in erhitztem Zustande zu-
geführt wird.
de Ssp i ~ i t.u s g l il h l i c h tl a m p e Fig. 36.
r p1ritus-Glühlicht-Ge-
sellschaft ,,Phöbus'' (D. R. P.
Nr. 136 129). Die Dampfzufuhr vom
V~rgaser b (Fig. 36) zum Brenner
"'.1rd durch ein Dampfabsperrventil a
hinter dem Vergaser b und die Zufuhr
von Anheizbrennstoff' zur Anheiz-
schale c durch eine Abmessvorrichtung
d geregelt. Beide Organe , a und d,
~erden durch einen gemeinschaft-
lichen Antrieb e derart bewegt, dass
I
bei der Füllung der Anheizschale auch
der Verdampferauslass freigegeben
wird. Es kann also niemals durch
Anheizen des Brenners bei geschlosse-
nem V erd am pferauslass eine Explosion
herbeigeführt werden.
Spiritus g 1ü h licht brenne r mit Luftzuführung durch den
llrennerkorb und durch seitliche Oeffnungen in einer unter dem
Brennerkorbe angeordneten Kammer von H. L u x (D. R. P.
Nr. 140 709). .
G 1 ü h 1 ich t da m p f 1 am p e mit Luft vorwärmendem Doppel-
cylinder von C. W. Bosch einen (D. R. P. Nr. 141 590).
GlUhlichtbrenner filr flüssige Brennstoffe von A.
Farkas (D. R. P. Nr. 143 827), - M. Bramson (D. R. P.
Nr. 135532), - H. Haedicke (D. R. P. Nr. 141242), - J. W.
Häussler (D.R.P.Nr. 138785),-E. Boivin (D.R.P.Nr. 13720~),-
- A. Eisner (D. R. P. Nr. 135822 u. 135823), - J. A. Martin
88 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

(D. R. P. Nr. 144355), - G. Galkin (D. R. P. Nr. 144940), -


H. Sieber (D. R. P. Nr. 145042).
p etro le um g l ü hl ich t brenne r mit feststehender Brand-
scheibe und feststehendem, nur an der Innenseite brennendem Dochte.
Nach J. Spiel (D. R. P. Nr. 141928) leiden Petroleumgliihlicht-
urenner mit feststehender Brandscheibe und gleichfalls festst„hendem,
nur an der Innenseite brennendem Docht, bei denen die Brennfläche
durch einen innerhalb des Dochtes beweglichen Rohrschieher geregelt
wird, an dem Uebelstand, dass die Bewegung des die Brennfläche
regelnden Rohrschiebers nicht begrenzt ist. Dieser Uebelsta111i soll nun
dadurch behoben werden, dass der Rohrschieber in seiner Bewegung
durch geeignete Anschläge begrenzt wird, und zwar nach beiden S"iten.
Petrol e 11 m g I U h licht brenne r mit getheilter 13r,ind ka psel von
R. Adam (D. R. P. Nr. 136132) gehört zu der Art, bei welcher die
innere Dnchtführnngs wand a· (~'ig. 37) ein Ein-
Fig. 37. satzrohrstiick M trägt, das mit seinen perfo-
.
,1
rirten Wandungen an der lnnenfHiche des Docht-
endes anliegt. DiAse in das innere Dncht-
rohr a' eingAsetzte, gAlochte Brandkapsel Mist
durch eine Zwisuhenwand n in zwei Ril.nme k
und k' gethcilt, von denen der untere k zur
Mischung der durch den Kanal a" z11gerithrten
Brennsto!f.liimpfe mit Luft, der ob..ire lc' zur
Ueherhitznng der dnrch Rohr i zuga fiihrten
Lnft und Ueberfilhrung der letzteren in die
Flamme dient.
P e t r o l e II m ~ l ii h l i c h t l :\ m p e von A.
Schapiro(D. R.P.Nr.1400!4), -Actien-
gesellschaft fi\r Spiritusbeleucht11ng
(D. R. P. Nr. 139 614).
Ac e t y l e nbre nner. Nach M:. Charissi (D.R.P. Nr. 141930)
sind in der Bt-ennerbohrung d (~'ig. 38) stabl'örmige Zt-!rtheilar e angeordnet,
zu dem Zwecke, die Leuchtkraft der ~'lamme
Fig. 3 . durch Theilung der ansströmen1len G>lsmasse zu
e erhöhen. Der Zertheiler e ist in einer anf der
Brennermi\ndung verstellbaren Haube c ange-
ordnet.
Reinigungsvortichtung für Ace-
tylen bren ner von X. Peter (D. R. P.
Nr.137672). - Mischen von Acetylen
mit Kohlen wasserstolf.lämpren M ch K e 11 e r &
Knappich (D. R. P. Nr. 142901). - Ace-
t y 1 e n b 11 11 s e n b r e n n er von M: a u l n e r & C p.
(D. R. P . Nr. 138 4 73).
Die Co n c ur r e n z fähig k e i t der Acetylen b e l euch tun g
bespricht F. Liebetanz (J. Gasbel. 1903, 697).
Beleuchtun~. 89
M Ele~t.risches Licht. Verfahren zur Herstellung einer
.asse ftlr elektrische Glühfäden für Vacuumlampen. Nach
8
iemens & Halske (D. R. P. Nr. 137 044) werden als Beimengung
1
; ~em Bo~·stickstoff oder Siliciumstickstoff (Pat. 135 759) Zirkon-,
Ehormm-, Titan- oder Yttriummetall oder andere Jlletalle der seltenen
rden oder deren Carbide oder Oxyde verwendet. Das Gemisch wird
r_it Ko~lenstofT zusammengeschmolzen und hierdurch in eine feste
ösung übergofiihrt.
Verfahren .zur Gewinnung eines Stoffes zur Her-
86.e l l u n g e l e k tri scher G 1 ii h k ö r per. Nach ~ngabe der s e 1 b e n
~l l R: P. Nr. 140 088) werden die aus der Red11ct10n der Oxyde oder
1
t ;ride der Metalle Jer seltenen Erden mittels :\!agnesium im Wasser-
~~ .strom erhaltenen Producte in Pul verform in einer kohlenstoff-
La .tigen Atmosphäre erhitzt, um durch · Kohlenstoffaufnahme den
eitnngswiderstand innerhalb weiterer Grenzen zu regeln.
II G l ii h k ö r p e r f ii r e 1 e k t r i s c h e s L i c h t von S i e m e n s &
a 1s k e (D. R. P. Nr. 140 50:l) besteht aus einer Mischung von Thorium-
tnetall oder Legirungen desselben mit Thorinmcarbid.
Elektrischer Heizkörper in Glilhlampenform der-
selben Gesellschaft (D. R. P. Nr. 141089) zur besseren und so-
mi: z11r schnelleren Abfiihrnng der durch elektrischen Strom in dem
Gliihfaden erzeugten Wärme an den zu erhitzenden Körper ist das
G!asgefüss der Gliihlampe mit einem indifferenten, die Wärme gut
leitenden Gas, z. ß. Wasserstoff, bei mindestens 1 mm Q11ecksilber-
drt1ck gefiillt, wodurch gleichzeitig die Leistungsfähigkeit und Lebens-
dauer des Hoi1,körpers erhöht wird.
Beseitigung der durch elektrische Entladungen
oder durch den elektrischen Lichtbogen in der Luft er-
z e u g t e n s c h ii d 1 i c h e n S t i c k s t o f f d i o x y d d ii m p f e. Nach
Gehr. Siemens & Cp. (D. R. l'. Nr. 137 507) werden in den Be-
hälter, welcher den Entlailungsraum umschliesst, Stoffe eingeführt,
Welehe die erzeugten Dämpfe nnsehä,llich machen oder lleren Entstehung
verhindern. Ein soleher Stoff ist z. B. Ammoniak oder eine Mischung,
Welche Ammoniak entwickelt.
Leuchtkür per fii r elektrisches G l ii h 1 ich t. Nach E.
Sander (D. R. P. Nr. 137 5G9) werden die Leuchtkörper ans Stickstoff-
verbindungen der Metalle der seltenen Erden bez. der Erdalkalimetalle
oder des Urans mit oder ohne Zusatz von Metallen, Metalloxyden, Metall-
Wasserstoffverbindungen oder Metallcarbiden hergestellt. Die Her-
stellung erfolgt in der Weise, dass die plastische Masse, aus welcher der
~enchtkörper gebildet werden soll, in die Gebrauchsform gebrac?t, vor-
~lchtig getrocknet, in einem Recipienten an Hilfselektroden b~fesbgt ~nd
im Vacuum mittels elektrischer Ströme angeregt bez. gesintert wird.
Man kann auch so verfahren, dass die Masse fein zerrieben, wenn er-
f?:derlich, mit einem kohlehaltigen ßindemit~el vermischt !md ~ann zu
Faden geformt wird, die man gegebenenfalls bis zu etwa 300 erhitzt und
90 1. Gruppe. ChomiHcho Technologie <lnr BrnnnKtoffo.

darauf erst im Vacuum , dann in Stickstoff hez. einer kohlenwa88er-


stoffhaltigen Stickstoffatmosphäre bis zur Sinterung gliiht.
Die weitere Ausbildung des Verfahrens besteht nach Zusatz D. R. P.
Nr. 141 353 darin, dass die Leuchtkörper aus gasförmigen Stickstoffver-
bindungen der Metalle der seltenen Erden, der Erdalkalimetalle bez.
des Urans durch Rednction hergestellt werden. Diese Stickstoffver-
bindungen werden im Vacnum oder in einer indifferenten Gasatmosphiire
durch Erwärmung in ::\fetall umgewandelt. Die Reduction zu Metall <'r-
folgt durch Beriihrung mit gliihenden Massen bez. Körpern, zum Zweck,
das reducirte Metall in feiner Vertheilnng in den glühenden Massen
bez. in und an dem gliihenden Kiirper niedergeschlagen zu erhalten.
Um die vorhandenen Ungleichförmigkeiten im Querschnitt des K1irpers
zu beseitigen und denselben gleichzeitig mit der redncirten Masse zu
durchdringen bez. zu legiren, werden Körper (Stifte, Fäden o. dgl.)
von ungleichförmigem Querschnitt in gasförmigen Stickstoffverbindungen
der Metalle der seltenen Erden, der Erdalkalimetalle bez. des Urans gegli\ht.
Leuchtkörper fiir elektrisches Licht. Nach E.Sander
(D. R. P. Nr. 137 586) besteht die weitere Ausbildung des Verfahrens
nach Hauptpatent 133 701 darin, da8S ausser den Leuchtkörpern aus
den Wasserstoffverbindungen der ~letalle der seltenen Erden und Erd-
alkalimetalle auch Leuchtkörper aus einer Wasserstoff-Uranverbindung
hergestellt werden, die gleichfalls den elektrischen Strom ohne Anwiir-
mung leiten.
Herstellung von Körpern, die bei gewöhnlicher
T e m p e r a t u r e 1 e k t r i s c h l e i t e n d s i n d. Nach E. S a n d e r
(D. R. P. Nr. 137 576) wird ein Gemisch, das zu etwa gleichen Theilen
aus den Metalloxyden der Gruppen der Erdalkalimetalle, des Magnesiums,
des Aluminiums, der seltenen Erden, des Thoriums und des Zirkoniums
nnd aus den Oxyden, Salzen oder Schwefelverbindungen der Gruppe des
Eisens zusammengesetzt ist, his zum völligen Zusammenschmelzen erhitzt.
Leu c h t k ö r per f ii r e I e kt r i s c h es G l n h 1 i c h t werden nach
E. Sander (D. R. P. Nr. 140323) aus gasförmigen Wasserstoffver-
bindungen der l[etalle der seltenen Erden hergestellt. Diese Wasser-
stoffverbindungen werden im Vacuum oder in einer indifferenten Gas-
atmosphäre durch Erwärmung in )fetall umgewandelt. Die Rednction
zn Metall kann auch dnrch Berilhrung mit gl!ihenden )fassen oder
Körpern geschehen, wodurch man das reducirte l\fetall in feiner Ver-
theilung in den glilhenden Massen bez. in und an dem gliihenden K{irper
niedergeschlagen erhält. Das Verfahren hat Bedeutnng, wenn Fäden,
Stifte o. dgl. mit ungleichförmigem Querschnitt behandrlt werden. Solche
Fäden, Stifte u. s. w. glilhen an den schwachen Stellen am stärksten und in
Folge dessen schlägt sich gerade an diesen Stellen das :\fetal! nieder.
Der Faden wird nach und nach immer gleichmässiger, bis er schliesslich
überall die gleiche Stärke besitzt.
Herstellung elektrischer Leitkörper. NachE. Sander
(D. R. P. Nr. 140 387) wird der Masse, aus welcher der Leitkörper gc-
Bc•lcuchtnng-. 91

~ormt werden soll, ein :\letallpulver in einer :\[enge beigemischt, welche


em Kohlenstoffgehalt des organischen Bindemittels (Zuckerlösung,
Cellu~ose und dergl.) äquivalent ist. Darauf wird der Leitkörper geformt
und im Vacuum oder in einer indifferenten Gasatmosphäre geglüht, zu
d~m Zwecke, aus dem Metallpulver und dem Kohlenstoff des Binde-
mittels ein Carbid zu bilden.
Verfahren zur Herstellung von Körpern, die bei
g e w ö h n 1 i c h er T e m per a tu r e 1e kt r i s c h l e i t e n d s i n d , der
!l.ektrodon-Bogenlicht-Ges. (D. R. P. Nr. 143303). Das
~derstandsvermögen der nach Pat. 137 576 hergestellten elektrischen
~itkörper soll durch den Zusatz von Vanadin bez. dessen Verbindungen
zu den für die Herstellung des Schmelzflusses verwandten Stoffen
w~sentlich vergrössert werden. Bei der Herstellung des Schmelzflusses
trd ein beständiges Carbid vermittels durch den Schmelzfluss aufge-
östen Kohlenstoffes oder dessen Verbindungen erzeugt.
Herstellung von Körpern, die bei gewöhnlicher
Temperatur elektrisch leitend sind, derselben Gesell-
sc?aft (D. R. P. Nr. 143 302 n. 144 968). Es handelt sich um die
"'.eitere Vervollkommnung eines Verfahrens zur Herstellung von Körpern,
die bei gewöhnlicher Temperatur elektrisch leitend sind und aus einem
etwa zu gleichen Theilen zusammengesetzten Gemisch aus den Metall-
o~yden der Gruppen der Erdalkalimetalle, des Magnesiums, des Alumi-
n1ums, der seltenen Erden, des Thoriums und des Zirkoniums sowie aus
den Oxyden, Salzen oder Schwefelverbindungen der Gruppe des Eisens
bestehen, welches Gemisch bis zum völligen Zusammenschmelzen erhitzt
wird (vgl. Pat. 137 576). Die auf die vorstehend erwähnte Art herge·
stellten elektrischen Leitkörper erhalten ein grösseres Widerstandsver-
mögen gegen hohe Temperatur dadurch, dass zu den für die Herstellung
des Schmelzflusses verwendeten Stoffen ein Zusatz von Oxyden, Salzen
oder Schwefelverbindungen der ::\fetalle der Platingruppe, wie Platin,
Iridium, Osmium, Ruthenium, Rhodium, Palladium, oder von diesen
Metallen selbst beigefügt wird. Auch können die Oxyde, Salze oder
Schwefelverbindungen der Metalle aus der Gruppe des Eisens ersetzt
werden durch die Metalle dn Platingruppe bez. die Oxyde, Salze oder
Schwefelverbindungen dieser ::\[etalle.
Die Herstellung der Glilhkörper erfolgt nach C. Pieper
(D. R. P. Nr. 138468) in der Weise, dass man Thorium oder Titan-
metall allein oder mit geringen Zusätzen von anderen schwer schmelz-
baren :\letallen, wie Chrom oder Wolfram, in feinstgepulvertem Zustande
ohne Zusatz eines Binde- oder Sintermittels durch hohen Druck zu festen
Klirpern formt. Solche Glilhkörper kiinnen vortheilhaft durch einf~che
Oxydation ihrer Oberfläche mit einer Schicht des ein hohes Licht-
emissionsvermögen besitzenden Thor- oder Titanoxydes versehen
Werden.
B o g e n 1i c h t e l e k t r o d e a u s C a 1c i u m c a r b i d u n d K o h 1e.
Nach H. Keyzer (D. R. P. Nr. 138467 u. 141734) beträgt der Gehalt
92 I. Gruppc. Chemisc.:he TSL,hnulogie der llrennstoffc.

der aus Calciumcarbid und Kohle bestehenden Bogenlichtelektrode an


Calciumcarbid mindestens 50 Proc. der Gesammtmasse.
Bogen 1 ich t kohle mit eingesetzten Gliihstiften aus Jicht-
emittirenden Stoffen. Nach C. Conradty (D.R.P.Nr. 138348) werden
Leuchtstifte durch einen einschiebbaren Kohlenkern im Kohlenmantel
festgek Iemmt.
E l e kt r i s c h e G l ii h 1am p e m i t A n w ä r m er von R. A.
Fessenden (D. R. P. Nr. 144155) und A. Kiesewalter (D. R. P.
Nr. 142 422).
Her s t e 11 u n g r e g e n e r i r b a r er, b e z. s i c h w ä h r e n d ihrer
Brennzeit selbst regenerirender elektrischer Gliill-
lampen. Nach F. Blau und Scharf & Cp. (D. R. P. Nr. 143 200)
ist bereits ein Verfahren zur Herstellung regenerirbarer bez. sich
während ihrer Brennzeit selbst regenerirender elektrischer Gliihlampen
bekannt, bei welchem in die beliebig geformte Lampenbirne kleine
Quantitäten fester oder fliissiger Kohlenstoffverbindungen eingeschlo8son
werden, die entweder unzersetzt füichtig sind oder sich in der Hitze
unter Entwickelung kohlenstoffhaltiger Gase oder Dämpfe zersetzen. Es
werden nun Verbindungen benutzt, die bei Normaldruck erst ilher 3000
kochen und eine dementsprechend geringe Dampfopannung haben, bei-
spielsweise Anthracen, Chrysen u. s. w., zu dem Zweck, dureh Ein-
wirkung des gliihenden Kohlenfadens auf die beim G0hra11ehe der Lampe
allmählich, bei Erwärmung von aussen rascher enh,tehenden Oase und
Dämpfe Kohlenstoff auf den Faden niederzuschlagen und dadurch die
während des Brennens auftretenden Schäden zu repariren.
Herstellung der stromleitenden Verbindung
zwischen Glilhfaden und Zuleitung in elektrischen Gliih-
lampen. Nach J. Plechati (D. R. P. Nr. 141759) wird das zur
Verbindung zwischen dem Glühfaden nnd der Zuleitung dienende fein
vertheilte Metall pul ver mit möglichst geringem Zusatz eines Binde-
mittels auf die Verbindungsstelle a1lfgetragen, erhitzt und zusammen-
gepresst.
Beseitigung des im Innern der Gliihlampenglocken
entstandenen Kohlenniederschlages. Nach F. Fanta
(D. R. P. Nr. 137 973) wird zum Zwecke der raschen Beseitigung des
Kohlen11iederschlages unter Anwendung einer möglichst niederen Tem-
peratur beim Erhitzen der Lampe durch eine kleine, zur Einführung
eines Rohres gerade genilgena grosse Oeffnung in der Glocke gleichzeitig
kalte oder heisse Luft oder Sauerstoff eingeführt, wobei die sich bildenden
Verbrennung~gase abgesaugt werden.
Die Russ ab scheid u n g beim Prä p a r i r e n der Kohlefäden
für GlUhlampen wird nach Siemens & Hals k e (D. R. P. Nr. 143 559)
mittels den Kohlen wasserstotfen beigefügter sauerstoffhaltiger Zusätze
vermieden. Es werden nun fliichtige Sauerstoffverbindungen als Zu-
sätze zu den Kohlenwasserstoffen verwandt, oder es wird neben Kohlen-
wasserstoffen beim Präpariren der Kohlenfäden Wasser verdampft. Es
] lP]ctwhtnng. 93
;erde~ auch noch ausser den Kohlenwasserstoffen beim Präpariren der
ohlefäden sauerstoffhaltige organische Körper angewendet.
Nach dem Zusatz (D. R. P. Nr. 14R 5GO) erfährt das Verfahren
dadurch
p ,. . eine weitere Ausbildung, dass neben Kohlenwasserstoffen heim
rapanren der Kohlefäden Kohlensäure unter Ausschlnss freien Saner-
stoffes angewendet wird.
· Entluften elektrischer Glühlampen von P. Scharf
(~. R. P. Nr. 143 500). Es sind bereitH Verfahren zum Entluften elek-
trischer Glühlampen mittels Quecksilherluftpumpen bekannt. Dabei
werden in die grösstentheils entlufteten Lampen Dämpfe eingeführt,
;tch: die Eigenschaft besitzen, unter Einwirkung eines durch den
ühkorper fliessenden elektrischen Stromes mit dem in der Lampe noch
~orh~~denen Luftgasgemisch einen Niederschlag zu bilden. Das Glilhen

t
ker Faden findet hiNbei gleichzeitig mit dem Einführen der Dämpfe statt.
werden n~m Dämpfe von .l,ei normaler Zimrn~rtemperat~1r ver-
I amp:en~en Korpern, z. ll. von Körpern aus der Pyr1dm-, Chmolm- oder
sochmolmgruppe, ausserhalb der Lampe erzeugt und in abgemessenen
:Mengen in die Lampe eingeführt, worauf' erst das vollständige Entluften
durch Hindurchleiten eines elektrischen Stromes durch den Glnhklirper
erfolgt.
Ans Osmium bestehende Fäden filr elektrische
G lii h 1a m p e n u n d V erfahre n 1. u i h r er H e r s t e 11 u n g von
C. Aue r v. W e 1 s b ach (D. R. P. Nr. 138 155). Für elektrische Lam-
pen, die mit redncirenden oder indifferenten Gasen oder mit einem Ge-
mische beider Gase gefüllt oder aber evacuirt sind, kommen Fäden aus
Osmium zur Verwendung, die in Temperaturen, bei welchen Platin ver-
dampft, gliihbeständig sind. Die Fäden werden durch Gliihen zusammen-
hängend gemacht und sind von metallschwammartiger Structur. Sie
können auch aus Osmium mit einem Gehalte von anderen Platinmetallen,
wie Ruthenium , Iridium , Rhodium, Platin, bestehen und ferner mit
Thoroxyd oder Zirkonoxyd, für sich oder in Gemengen, oder mit Ytterit~
erden oder mit anderen in hohem Grade feuerbeständigen Oxyden bez.
Salzen überzogen oder durchsetzt sein. Ein Verfahren, Fäden der oben
a~geführten Art herzustellen, besteht darin, dass die Theilchen des durch
ein tragendes Material (Legirnngsverfahren) oder durch ein Bindemittel
(Osmium-Kohleverfahren) in die Form eines Faden gebrachten Osmiums
oder osmiumhaltigen Materials durch Glilhen unter Zerstörung der
tragenden bez. bindenden Substanzen zu einem Faden zusammen-
gesch weisst werden. Man kann die Fäden so herstellen, dass eine faden-
förmige, aus einer äusseren Osmiumhiille mit einer inneren Platinseele
bestehende Legirung (Platingehalt bis etwa im l\faximum 5 Proc.) mitt~ls
des elektrischen Stromes so weit erhitzt wird, dass die innere Platm-
seele fast vollständig entweicht (Legirungsverfahren). - . Das Osmiun_i-
I{ohleverfahren wird ausgeführt, indem man aus organischer. J\fateri_e
bestehende Fäden mit Osmium oder mit Legirungen von Osmmm mit
Metallen der Platingruppe imprägnirt oder umhüllt, oder indem man
94 I. Gruwe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

Fäden ans feiner Paste, welche aus fein vertheiltem Osmium bez. aus
dessen Legirungen wit Metallen der Platingruppe und einem organischen
Bindemittel besteht (Osmium-Pasta), formt, hierauf die hergestellten
Fäden durch trockene Destillation zu einem mit Osmium bez. zu einem
mit Legirungen von Osmium und Metallen der Platingruppe durchsetzten
Gebilde von Kohlenstoff umwandelt und nachher in einem Kohlenstoff
oxydirenden, Osmium reducirenden Gasgemische erhitzt. - Zur Be-
festigung der Enden der Leuchtfäden an den Enden der Zuleitungs-
drähte werden die zu befestigenden Stellen mit einem in der Patent-
schrift angegebenen „Osmium-Cement" betupft und getrocknet und der
Leuchtfaden in reducirender Atmosphäre ausgeglüht.
Verfahren zur Herstellung eines Osmium-Leucht-
fa d e n s nach O e s t e r r e i c h i s c h e G a s g lil h I i c h t - u n d E 1e kt r i -
citäts-Gesellschaft (D. R. P. Nr. 140468). Der Osmiumpasta
nach Pat. 138 135 wird ein bei blendender Weissglut flüchtiges Oxyd,
wie Titanoxyd, Aluminiumoxyd, Magnesia, zugesetzt, und der Leucht-
faden wird nach der trockenen Destillation und dem Verbrennen des
Kohlenstoffs bis zur Verfliichtigung des flüchtigen Oxyds erhitzt, um
ihn zu verdichten. - Man kann auch der Osminmpasta ein bei blenden-
der Weissglut nicht flüchtiges Oxyd (wie Thoroxyd oder Zinkoxyd oder
Ytteriterden) und ein bei blendender Wcissglut flüchtiges Oxyd (wie
Aluminiumoxyd) zusetzen und den Leuchtfaden bis zur Verflüchtigung
des flüchtigen Oxyds erhitzen, um einen Ueberzug aus dem nicht fliich-
tigen Oxyd herzustellen. Der Zusatz des flüchtigen Oxyds zur Pasta
wird entbehrlich I wenn man letzterer ein inniges Gemenge von Thor-
oxyd und Zirkonoxyd zusetzt und den Leuchtfaden bis zur blendenden
Weissglut erhitzt. Eine weitere Abart des Verfahrens besteht darin,
dass das nicht flüchtige und das flüchtige Oxyd in Form eines dünn-
flüssigen Breies auf den fertigen Osmiumfaden aufgetragen und das
flüchtige Oxyd bei blendender Weissglut in reducirenden Gasen ver-
flüchtigt wird.
Ferneres Zusatzpat. (D. R. P. Nr.143 352). Um sowohl die Lebens-
dauer als auch die Oeconomie der Osmiumvacuumlampen, welche durch
die Gegenwart von Spuren gewisser oxydirend wirkender Gase, z. B.
Wasserdampf, wie auch reducirend wirkender dissociirbarer, kohlenstoff-
reicher Gase und Dämpfe, wie Fettsäuredampf, in hohem Grade beein-
flusst werden, zu verbessern, werden die Birnen der Osmiumlampen aus
schwer schmelzbarem Glase hergestellt, das keine in der Wärme durch
\V asserstoff reducirbaren Oxyde, wie Bleioxyd , enthält, also beispiels-
weise reines Kalknatronglas. Die Theile der Vacuumpumpe, die mit
der zu evacuirenden Lampe in Verbindung stehen, werden durch
Löthung oder geschmolzenen Schellack zusammengesetzt, und mit
Fett bewirkte Dichtungen werden vermieden, damit die Entwickelung
von den Osmiumglühfaden allmählich verflüchtigenden, kohlenstoff-
reichen Dämpfen, wie Oel- und Fettdämpfen, im Innern der Glasbirne
verhütet wird.
Bolouehtung. 9f>

~ach dem ferneren l'at. derselben (D. R. P. Nr. 143454) wird


di: Birne mit oxydirend wirkenden Gasen gefilllt, um die dem Os-
mmm beigemengten Verunreinigungen , besonders Kohlenstoff, zu ver-
brennen.
V .? s m i um 1 ~ m p e. Nach E 1y (Z. Ingen. 1903, 790) bestehen die
brorzuge der ?sm1m~lampe in d:m ausseror<lentlich geringen Stromv:r-
auch, der 1mt 1,4 bis 1,5 W fiir die Normalkerze noch unter dem Energie-
verbrauch d:r Nernstlampe liegt; ferner in der langen Lebensdauer und in
f er Beständigkeit der Leuchtkraft, die viel grösser ist als bei allen bisher
>ek.annten Gl!lhlampen; schliesslich nicht zum wenigsten in der sehr
germ.gen Empfindlichkeit gegen häufig in den Anlagen auftretende und
~ft nicht zu vermeidende Spannungsschwankungen. In Folge des geringen
tromverbrauches der Osmiumlampe wir<l gegenüber der gebräuchlichen
Kohlenfadenlampe eine Ersparniss von 50 bis GO Proc. erzielt. Bezüglich
f er Beständigkeit der Leuchtkraft ist zu bemerken, dass die Kohlenfaden-
.ampe durchschnittlich nach 500 bis 600 Brennstunden 15 bis 20 Proc.
ihrer anfänglichen Leuchtkraft einbilsst, während für die Osmiumlampe
na~h den bisher bekannt gewordenen Versuchen nach dieser Zeit sich
mei.st sogar eine Lichtzunahme von einigen Hunderttheilen bei specifisch
germgerem Stromverbrauch zeigt un<l erst nach 1000 und mehr Brenn-
st'.mden eine verhältnissmässig geringe Lichtabnahme festzustellen ist.
Die Lebensdauer der Lampen wird von der Fabrikantin, der Deutschen
Gasgliihlicht-Actiengesellschaft, mit durchschnittlich 500 St. angegeben;
doch sollen die letzten Versuche bei einem grösseren Procentsatz Lampen
2000 Betriebsstunden und dariiber ergeben haben. - Es soll die Be-
nutzungsdauer zuerst dadurch sehr ungünstig beeinflusst worden sein,
dass man zu den Diisen, durch welche die Fäden gepresst werden, un-
geeignete Stoffe, wie ·Metalle, Glas u. s. w. verwandte, welche eine Ver-
bi~dung mit dem Osmium eingingen. Da diese Fäden nunmehr durch
Diamanten gezogen werden, sollen sie vollkommene Reinheit besitzen
lind hierdurch eine hohe Lebensdauer erlangt haben. - Zu Anfang be-
trug die durchschnittliche Leuchtkraft der Versuchslampen 33 Kerzen
lind der Verbrauch 1,54 W filr eine Normalkerze, nach 500 Brennstunden
3_2,4 Kerzen und 1,49 W, nach 1000 St 31,7 Kerzen und 1,5 W. Bei
einem andern Versuch betrugen die W erthe anfangs 34, 7 Kerzen und
1,5 W, nach 600 St. 31,8 Kerzen und 1,54 W, nach900St.31,6Kerzen
lind 1,58 W. Die Lichtabnahme betrug hiernach im Höchstfalle nach
1000 St. noch nicht ganz 9 Proc., während der Wattverbrauch n~1r um
0,03 Proc. gegen den Anfangsverbrauch gestiegen war. Im städtischen
Elektricitätswerke in Nürnberg wurden zwei Lampen von je 25 Kerzen
und zwei von je 32 Kerzen untersucht. Von den 25kerzigen Lamp.en
brannte eine nach 282 St. durch, während die andere durch äussereEm-
fliisse zerstört wurde1 wodurch der Versuch vorzeitig beendet wurde.
Die 32kerzigen Lamp en haben bisher eine Benutzung~dauer v?n nahezu
6 00 St. und zeigen ein ganz merkwürdiges Verhalten, mdem die Le~cht-
kraft zuerst allmählich nicht unbedeutend abnimmt, um alsdann wieder
96 I. Gruppe. Chc111ischc T,!chnologio der Brennstoffe.

auf mehr als die normale zu steigen und darauf ziemlich gleich zu hleiben.
Die 25kerzigen Lampen hingegen haben zunächst bedeutend an Leucht-
kraft zugenommen , um alsdann allmiihlich abzunehmen. Bei beiden
Lampenarten zeigt sich jedoch, dass dn sprcifische Stromverbrauch mit
zunehmender Lenchtluaft geringer wird. Hieraus ergibt sich auch, dass
die Lampen bei Ueberlastung einen geringeren specifischen Wattver-
brauch zeigen. Die Osminmlampen vertragen derartige Ueberlastungen
viel besser als Kohlenfadenlampen, und Versuche haben ergeben, dass
sie mit 50 bis 70 Proc. Mherer Spannung beansprucht werden können,
ohne sich zu schwärzen oder durchzubrennen. Der Stromverbrauch
geht hierbei auf rd. 0,5 W f'iir die Normalkerze zuriick; allerdin,;s wird
die Lebensdauer derartig beanspruchter Lampen auch ganz bedeutend
vermindert. -- Als Nachtheile der Osmiurnlarnpen miiRsen geltend ge-·
macht werden: dio geringe Spannung, die sie bisher nnr gostatten, und
die starke Durchbiegung des eingeschalteten Fadens, welche die Be-
nutzung nur in häng1mder Lage gestattet. Dass die Lampen nur fiir
geringe Spannungen hergestellt werden können, liegt in der guten Leit-
fähigkeit des .Fadens. Der Widerstand einer unter Strom stehenden
Kohlenfadenlampe fiir 120 V beträgt etwa das Dreifache des Widerstandes
einer 40 V-Osmiumlampe und man milsste daher für eine solche bei
einer Spannung von 120 V ungefähr die dreifache Fadenlänge haben.
Diese Länge in einer normalen Glasbirne unterzubringen, ist ausser-
ordentlich schwierig, denn die 40 V-Lampe muss bereits zwei hinter·
einander geschaltete Fäden haben. Die in den Handel gebrachten Os-
miumlampen werden zunächst nur mit 25 bis 30 V für 25 Kerzen, ferner mit
33 bis 44 V für 25 und 32 Kerzen hergestellt. Man ist daher ge-
zwungen, bei den meisten Gebrauchspannungen mehrere Lampen hinter-
einander zu schalten, welcher Uebelstand besonders bei den neuerdings
mit 2 X 220 V-Gleichstrom gebauten Kraftwerken als sehr misslich
empfunden wird und die Verwendung von Osmiumlampen filr sie nahezu
unmöglich macht. Bei Wechselstrom kann man sich, da er leicht um-
zuformen ist, den niedrigen Spannungen dieser Lampen leichter anpassen.
_ Man glaubt, dass in absehbarer Zeit brauchbare Lampen für 110 bis
120 V in den Handel gebracht werden können. Auch hofft man auf
eine grössere Gewinnung des bis jetzt noch sehr seltenen Osmiummetalles,
um auch den Preis der Lampen erniedrigen zu können. Dieser beträgt
5 Mk. pro Lampe, wovon jedoch 75 Pfg. fürausgebrannte, abersonstgnt
erhaltene Lampen in Abzug zu bringen sind, wenn sie innerhalb
11; 2 Jahre zuriickgeg~ben _werden .. Der ziemlich hohe Werth der aus-
gebrannten Lampen hegt m der Wiederverwendung des Osmiumfadens,
der allerdings wieder verarbeitet werden muss. Der Preis der Lampen
erscheint gegenüber den sehr billigen Kohlenfadenlampen recht hoch;
doch ist zu bedenken, dass sich die Lampen bei dem Stromtarif dor
Stadt Nürnberg bereits nach 200 Brennstunden bezahlt machen, wobei
der Rilckvergütungswerth noch nicht in Betracht gezogen ist. Da aber
seitens der Fabrikantin eine durchschnittliche Brenndauer von 500 St.
Jlclcuch tu11g. 97
gewährleistet wird, würde sich beim Einhalten dieser Zeit nach dem ge-
nannten Tarif noch eine Ersparniss von 8,40 )[k. bei gleicher Leucht-
kraft ergeben.
Be le u eh tun gs kosten nach Simpson (Electricien 1903, 395):
Lichtquelle Vcrbrancb für Prei~ für die
1 St.de. Kcrzon-Stde. in Pfg.
Petroleum ~~ g 0,080
Gasgliihlam 1;0 : : : . 2l 0,032
Bogenla111pc ohne Ulneke Watt-Stuc. 0,0~4
,, mit 1,ß 0,094
Glühln111pn . . " ~.:i 0,193
Nernstlampe . 1,8 „ 0,094
o~~iiurnlampc . . . 1,r, ,, 0,089
L1Iiputla111pe von Siemens 1,() " 0.06:,
Erzeugung eines beliebig gefärbten, flimmernden
e I e kt r i s c h e n Lichtes. Das Verfahren von W. Tab o u I e v i t s c h
(D. R. P. Nr. 143 514) besteht darin, dass ein Stromkreis zwischen
zwei Elektroden in kurzen Zwischenpausen unterbrochen wird und in
den dadurch entstehenden elektrischen Funken ein denselben färbendes
Pulver eingestreut wird.
Elektrische La m p o, bei welcher Gase oder Dämpfe von
Quecksilber oder ähnlichen Substanzen zum Leuchten gelangen, der
General Electric Company (D. R. P.
Nr. 136 619). )lit dem unteren Theile / Fig. :19.
(Pig. 39) der Hauptrühre a ist eine Röhre b
verbunden. Beide sind theilweise mit Queck-
silber gefüllt, durch dieses leitend verbunden
lind an die Hauptleitungsdrähte c, d ange-
schlossen. Beim Anzünden der Lampe wird
durch Anhoben eines in der Röhre b befind-
lichen Tauchkolbens e der Quecksilberspiegel
bis zur Trennung der Quecksilbersäulen f und
b gesenkt und durch den hierbei entstehenden
Voltabogen bez. die durch diesen entwickelten
jonisirten Qnecksilherdämpfe die Verbindung
zwischen Anode und Kathode der Lampe her-
gestellt. Der Tauchkolben e besteht aus einer
an ihren Enden mit Bufferdecken !J versehenen,
evacuirten Glasröhre, welche Quecksilber und
einen Eisenkern h enthält und in dem Ilereiche
eines die Röhre e umschliessenden Solenoides i
liegt. Durch die vom Solenoid aus vernr-
!
s~chten Bewegungen der in das Quecksilber
eintauchenden Glasröhre e wird das Senken
des Quecksilberspiegels bis zur Bildung des
~nzündebogens bewirkt. Die Schaltvorrichtung der Lampe besteht a_us
einem im Hauptstrnmkreis liegenden Solenoide k, dessen Anker l im
Jßhresber. d. ehern . Technologie. XLIX. 7
98 I. Gruppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

stromlosen Zustande auf Contacten m, n aufliegt und einen mit der An-
zündevorrichtung in Reihe geschalteten Widerstand o kurzschliesst, so
dass der durch einen Widerstand p geregelte Strom zu dem Solenoide i
und dem Hilfspol q fliessen kann, um den Anziindebogen zu bilden,
worauf durch Erregung des Solenoides k der zum Hilfspol q fliessende
Strom durch den Widerstand o vermindert wird. Die Verbindung der
beiden Quecksilbersäulen f und b wird hierdurch wieder hergestellt, so
dass bei Stromschwankungen oder Unterbrechung des Stromes in der
Lampe durch Kurzschliessen des Widerstandes die Lampe von Neuem
gezündet wird. Um die jonisirten Anziindedämpfe besser und leichter
von der Anode zur Kathode zu leiten, ist -an der Anode r eine leitende
Verlängerung.~ angeordnet, welche in der Röhre a central gelagert ist
und der Kathode in geringem Abstand gegeniibersteht.
Die Q u eck s i l b e rl am p e bespricht Ch. P. S t e i n m et z
(J. Gasbel. 1903, 454).
Die N ern stlam pe bespricht 0. Bu ss man n (J. Gasbel. 1903,
54 7). Die Olilhkörper werden aus den Metalloxyden in Gestalt von
dilnnen Stäbchen oder Röhrchen mit einer Oeffnung von hüchstens
1/2mm Durchmesser geformt, deren Enden mit den die Stromzuführung
vermittelnden Platindrähten umwickelt werden. Die Umwickelungs-
stellen werden mit einer Paste ans denselben Stoffen bestehend, wie die
Glühkörper selbst, bestrichen. Die Heizkörper werden entweder als
Spirale mit ziemlich weiten Wickelungen, in deren Mitte der Oliihkörper
sich befindet, ausgeführt oder als Spirale mit sehr engen Wickelungen,
um die der Glühkörper in gebogener Form herumfasst, oder endlich als
Schlangenlinie gebogen und dicht unter dem Sockel angebracht. Unter
diesem liegt dann der stabförmige Gliihkürper, dessen Licht, durch keine
Spirale gehindert, vollständiger zur Ausnutzung gelangen kann. Das
Material, aus dem der Heizkörper besteht, ist eine porzellanartige Masse,
die in die Form von 10 bis 20 cm langen und 1 mm starken Stäbchen
gebracht und mit einem äusserst feinen Platindraht umwickelt wird.
Darnach wird es mit einer schwachen Schicht von feuerfestem ?ilaterial
überzogen. Durch eine Gebläseflamme erweicht, kann sodann das
Stäbchen in die gewünschte Form gebracht werden. - Ein wichtiger
Theil einer Nernstlampe ist der dem Gliihkörper vorgeschaltete Eisen-
drahtwiderstand, ohne den die Lampe nicht lebensfähig geworden wäre.
Nothwendig wird der Widerstand durch das bekannte Verhalten eines
Nernst'schen Leuchtkörpers, nämlich den Umstand, dass, wenn die
Spannung an den Enden des Körpers einen gewissen Werth, die sog.
kritische Spannung, iiberschritten hat und wenn sie auch dann wieder
zurückgeht, die Stromstärke doch weiter steigt, bis sie den Glühkörper
zerstört. Steigert man die Spannung bis auf 200 Volt , so steigt die
Stromstärke bis auf etwa 0,33 Amp. Geht man nun auch mit der
Spannung zurück, so steigt doch die Stromstärke weiter und erreicht
bei dem vorliegenden Stäbchen bei 180 Volt den Werth von 0,5 Amp.
Die kritische Spannung liegt bei ungefähr 200 Volt. Es musste nun
Zündmittel. 99
ein ·Mittel ersonnen werden , dieses Verd erben bringende Ansteigen des
Stromes zu verhindern; dies wurde in der Verwendung eines geeigneten
Vorsc~altwiderstandes gefunden. Derjenige Vorschaltwiderstand dürfte
de.: ~illkommenste sein, der bei dem für den Leuchtkörper normalen Strome
m~ghc~1st wenig Spannung vernichtet, dessen Spannungsverbrauch jedoch
b~t steigendem Strome sehr schnell anwächst, d. h. der Temperaturcoeffi-
ment des verwendeten Widerstandsmaterials muss möglichst hoch sein.
Die Ziele der Leuchttechnik. bespricht sehr eingehend
?· Lummer (J. Gasbel. 1903, 345). Er empfiehlt u. A. die gewöhn-
iche Glilhlampe zu überhitzen. Eine Lampe für 45 V und 1,3 Amp.
:uf 95 ~ und 3 Amp. gebracht liefert 130mal mehr Licht. Man sollte
aher die Herstellung der gewöhnlichen Glühlampen zu verbessern und
anch die Herstellungskosten noch mehr herabzumindern suchen, um
~rotz Mehrbelastung in Folge des grossen Lampenverbrauches, dennoch
nrch eine mässige Ueberhitzung des Glühfadens und reichlichere Licht-
~~twickelung an Oeconomie zu gewinnen. Der grössere Verbrauch an
V {lh~a~pen von begrenzter Lebensdauer wird an sich schon zu einer
erbllhgung der Lampen beitragen, und zielbewusste Versuche in ge-
n~~nt~r Richtung werden bald die jetzt fast verächtlieh behandelte „ge-
;uhnliche" Kohlefaden-Glühlampen zu neuem, schöneren Glanze erstehen
;ss~n. Denn so bestechend und vielversprechend auch die Nernst- und
s_mmmlam pe sind, an Oeconomie wird sie vorläufig wenigstens von
beiden kaum um das doppelte übertroffen; dafür aber hat sie noch immer
d~n Vorzug der Einfachheit und leichteren Herstellung voraus! Was
die Nernstlampe betrifft, so m1ichte Lumme r auf Grund der bisherigen
Versuche· die Vermuthung aussprechen, dass sie ihre grössere Oeconomie
Wohl hauptsächlich der erhöhten Temperatur des Glühfadens verdankt,
den eventuell g11nstigeren Strahlungseigenschaften der Glühsubstanz aber
e~st in zweiter Linie. Falh:1 nämlich seine Hypothese zutrifft, dass auch
die in der Nernstlampe leuchtende Substanz zur Klasse: Platin -
Schwarzer Körper gehört, denn nur in diesem Falle ist die Temperatur-
bestimmung der Nernstlampe von etwa 23000 richtig, so müsste die
Helligkeit der Nernstlampe diejenige der gewöhnlichen Gliihlampe von
2300)10
rund 20000 fiir eine Flächeneinheit um das ( fache, d. h. um
2000
das vierfache iibertretfen. Da sie in Wirklichkeit höchstens das Doppelte
an Helligkeit liefert, so darf man wohl mit einigem Recht schliessen,
<lass die Gliihbedingungen bei ihr nicht so gilnstige sind wie bei dem
sehr dünnen, im Vacuum strahlenden Kohlefaden. Nach der Farbe des
Osmiumlichtes zu nrtheilen dilrfte auch hier die Temperatur weit höher
als die des Kohlefadens be/ der gewöhnlichen Gliihlampe sein.

Zündmittel.
He 11 r o t h e n P h O s p h O r e n t h a lt e n d e Z ü n d m a s s e n em-
pfehlen die C h e rn i s c h e Fa b r i k B et t e n h a 11 s e n und R. S c h e n c k.
., *
100 I. Gruppe. Chemische Technologie der Bronnstoffo.

(D. R. P. Nr. 144 45G). Der durch die Umwandlung (Ber. deutsch. 35,
351) des weissen Phosphors in Lösungsmitteln, welche, wie z.B. Brom-
phosphor neben einer guten Aufnahmefähigkeit für weissen Phosphor
katalytische Eigenschaften besitzen, entstehende hellrothe Phosphor
eignet sich wegen seiner Eigenschaften znr Herstellung von Zündhiilzern,
sonstigen Zündern sowie Reibflächen. Er teilt mit dem durch Umwand-
lung des weissen Phosphors hei hoher Temperatur entstehenden sog.
amorphen Phosphor die wichtige Eigenschaft, ungiftig zu sein. Er ist
auch vollständig frei von Arsen, selbst wenn das Ausgangsmaterial solches
enthält. Diese durch orange bis hochrothe Farbe ausgezeichnete }lodi-
fikation ist in Wasser völlig unlöslich, an der Luft nicht selbstentzünd-
lich. In Folge ihrer feinen Vertheilung aber zeigt sie eine ausserordent-
lich grosse Reactionsfähigkeit. So Wst sie sich in Alkalilaugen unter
stiirmischer Entwickelung von Phosphorwasserstoffgas auf, färbt sich mit
Ammoniak schwarz unter Bildung eines Phosphorwasserstoffes, liist sich
bei vorsichtiger Behandlung mit einer alkoholhaltigen Kalilauge mit tief-
rnther Farbe zu Alkalipolyphosphid. Durch diese Reactionen lässt sich
die hellrothe :\lodification sofort von dem gewöhnlichen rothen Phosphor
unterscheiden. - Der rot h e Phosphor lässt sich mit Kaliumchlorat zu-
sammen nur in verhältnissmäsRig geringer Menge verwenden, da sonst
~fassen entstehen, welche wegen ihrer Neigung zu Explosionen nicht
verarbeitet werden können. Ein Zusatz von 1 bis 1,5 Proc. rothen Phos-
phors ist das höchst zulässige ~laass. Dass aber Hölzer, welche so geringe
Mengen Phosphor enthalten, sehr schwer entziindlich sind, ist ohne
weiteres klar. Der Ersatz des rothen Phosphors durch die beschriebene
h e 11 rot h e Modifikation bedeutet einen wichtigen technischen Fort-
schritt in der Zündholzfabrikation. Zu kaliumchlorathaltigen Sätzen kann
man nämlich Zusätze von dem neuen Product machen, welche 1 O Proc.
und mehr betragen, ohne dass Explosionsgefahr eintritt. Der hellrothe
Phosphor verhält sich in dieser Beziehung genau wie der weisse. -
Hölzer mit selbst relativ hohem Gehalt an hellrothem Phosphor sind
nicht explosiv und lassen sich an jeder Reibfläche leicht und glatt ent-
zünden. Ein weiterer Vorzug dieses Präparates gegenüber dem rothen
Phosphor ist der, dass es mit grossen Mengen Leim verarbeitet werden
kann, was bei jenem nicht der ]'all ist, da seine Wirkung durch Leim in
hohem Maasse unterdriickt wird; aber nur solche Hölzer, welche in der
Masse als Bindemittel Leim enthalten, sind geeignet, Feuchtigkeit und
sonstigen klimatischen und Witterungseinflilssen zu widerstehen. -- Er~
setzt man den weissen Phosphor in den gewöhnlichen Leim- oder sonstigen
Massen durch den hellrothen Phosphor, so fällt die Gefahr der Phosphor-
nekrose weg und man erhält Hölzer, welche vollständig ungiftig sind und
in Bezug aufEntziindlichkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Witterungs-
eintliisse den gewöhnlichen Phosphorhölzern vollständig gleich kommen.
- Ersetzt man dagegen den rothen Phosphor durch unseren hellrothen
Phosphor, so kann man, ohne die Explosionsgefahr zn erhöhen, dessen
Menge erheblich steigern und somit Hölzer erzielen, welche bedeutend
Zündmittel. 101
leicht~r entzilndlich sind als solche, die mit Hilfe des rothen Phosphors
gefertigt werden. -Nachfolgend sind einige Beispiele fiirdie Zusammen-
setzung von Ziindmassen angeführt:
1. 10 Th. holll'othor Phosphor,
4~> ., Kaliurn,:hlorat.,
f) n Gip~,
'' ,, Kn•idr,
~~ ,, Hla!\.
16 ,. LPilll:
11. 10 Th. hPl!rotlwr Phosphor,
40 „ Kalinnwhlorat,
7 n C:qmt n1ortnnm,
!> ,, BIPiwe1ss,
:!O ,. nlas,
1~ ,, Leim;
111. 7 'l'h. helln,ther Phosphor,
:>0 ,, Kaliumchlorat,
f> ,, ~,:hwcfel,
2 ,, J\ l'OidP,
18 „ Ulas,
18 „ L,·im.
„ Verfahren, Tannenholzdrahtoder-Fournierefiirdie
2
Undholzfabrikation geeignet zu machen, von A. G. Haehre
( 0 · R. P. Nr. 130 919) ist dadurch gekennzeichnet, dass man das Holz
t'.:eckmässig bei gewiihnlicher Temperatur in eine stark verdünnte
osung von kaustischem Alkali, Soda oder Wasserglas eintaucht.
D Z ii n d h ö 1z er a 11 s B n c h e n h o I z. Nach B. B e n e d i c k
( · H. P. Nr. 141 229) ist es nun gelungen, Buchenholz Jadurch leicht
~nd glefchmässig verhrennlich, mithin fiir die Verwendung zur Ziind-
olzfabrtkat1on, namentlich rnr paraf'finirte Zündhölzer, geeignet zu
;achen, dass man dPn losen Holzdraht in einer kalten . wässerigen
ho,;phorsäurolüsung tränkt und dann trocknet, worauf die aus dem
!~lzdr~ht~. herges_telltcn Ziindhf>lzer das P~raffln leicht a11~nehme1~ und
z:. lll Entzunden eme lwlle, glewhmiiss1ge !!lamme geben, w10 es bei den
llndhiiizern aus weichem llolze dt'I' Fall ist .
. Verfahren znr HerRtcllung vo11 Ziin1lbiindern. Nach
Re l c hau & Schill i II g (D. R P. Nr. 138 775) wird das zu betupfende
H,'.nd auf einen Rahmen gespannt, welcher nicht mit Stiften, sondern
mit scharfkantigen Zahnlücken versehen iRt, und zwar so, dass es von
ein:r Seite zur andern, jedesmal unter einem Zahn durch, hin- und her-
gefuhrt wird. Alle Theilc des Bandes liegen nun in einer Ebene, so
dasR · bequem betupft werden können.
', R1e .
. ~laschine zum Schneiden von Ziindholzspllnten
nnttels Kreismesser und zur Einführung der Splinte in Tnnkrahme~.
;ac_h F. Blake (0. H. P. Nr. I:36707) wird ein Holzban_d über _die
re1smesser hingeführt und von einem besonderen Messer m Fourmere
vo~ der Länge der Messerwalzen zerlegt. Die Jfonrniere werden darauf
zwischen die )lesserwalzen geschoben, welche die Splinte in bekannter
102 1. Gl'uppe. Chemische Technologie der Brennstoffe.

Weise gleichzeitig in die unter den Messern befindlichen Tunkrahmen


hineindrücken.
Vorrichtung zum Tauchen von Feueranzündern
u. dgl. in eine Ueberzugsflüssigkeit nach Pollard & Metcalf Limited
(D. R. P. Nr. 143 342) besteht aus einem endlosen Band, durch welches
die Jfeueranzilnder den durch eine Spreizvorricbtung auseinander ge-
spreizten federnden Armen einer endlosen Fördervorrichtung zugeführt
werden.
V e r f a h r e n z 11 r H e r s t e 11 u n g v o n Z ü n d h ö 1 z er n. Nach
Parker Match Cp. (D. R. P. Nr. 142 648) wird ein für Zündhölzer
geeigneter Materialstreifen an einer Kante mit ZUndmasse versehen und
darauf zu einzelnen Zündhölzern geschnitten.
Blitzlicht für photographische Zwecke. Nach Farben-
fabrik en vorm. Friedr. Bayer & Cp. (D. R. P. Nr. 142910)
werden Blitzlichtpräparate erhalten, wenn man das in dem Verfahren
des Hauptpat. 136 313 verwendete Mangansuperoxyd durch Magnesium-
superoxyd oder Calciumsuperoxyd ersetzt.
Herstellung von Leuchtmassen. Nach R. Escaler
(D. R. P. Nr. 142 989) erhält man Leuchtmassen durch Verwendung der
seltenen Erdmetalle (Yttrium, Cer u. s. w.) oder deren Mischungen mit
oder ohne Zusatz der üblichen Leuchtmassenbestandtheile. Die Metalle
können durch deren Legirungen unter sich oder mit Aluminium oder
Magnesium oder durch die Carbide und Phosphide dieser Elemente bez.
deren Mischungen ersetzt werden.
II. ~rup,pe.
Metallgewinnung.
Eisen.
. S Untersuchungsverfahren. zur Bestimmung von Si l i c i um
~n chmiedeisen übergiesst G. F. Horsley (Chem. N. 88,136)
ä g der Probe mit 10 cc verdiinnter Schwefelsliure (1: 4) und 15 cc Salz-
~ Ure, kocht ein, bis sich Schwefelsäuredämpfe entwickeln, und kühlt
ann ab. Es werden 100 cc Wasser und 10 cc Salzsäure hinzugegeben,
nach dem Kochen filtrirt und einmal mit 5 cc Salzsäure und viermal
tnit heissem Wasser ausgewaschen, getrocknet und geglüht.
. Z u r T r e n n u n g v o n ]\[an g an u n d Ei s e n versetzt M.
Dittrich (Ber. deutsch. 1902, 2330) die schwach saureLösung unter
f~Wärmen mit iiberschiissigem Natriumsulfit oder einer concentrirten
_osung von wässeriger schwefliger Säure und gibt zu der Mischung
eine mit etwas Natriumsulfat versetzte concentrirte Lösung von Cyan-
k_alium. Es scheidet sich zunächst ein dunklerer Niederschlag ab, der
sich bald hell färbt. Man gibt dann eine Lösung von einigen Gramm
Natriumhydroxyd hinzu, wobei das Mangan in )langanhydroxyd über-
geht, während das Eisen als Ferrocyanalkali in Lösung bleibt.
Manganbestimmung in Eisen. Nach G. T. Dougherty
(Ironag. 1902, 69) löst man 1 g der Probe in Salpetersäure, dampft ein,
Verdünnt und fällt mit Zinkoxyd. - Zur Schwefelbestimmung
~erden die Späne vorher 5 Minuten lang im Porzellantiegel erhitzt, dann
10
bekannter Weise mit Salzsäure zur Schwefelwasserstoffentwickelung
gelöst.
Z u r B e s t i m m u n g v o n M a n g a n i n E i s e n u n d S t a h l löst
~: Jaboulay (Rev. appl. 1903, 119) 1 g der Probe in 20 cc Salpeter-
saure, versetzt mit Wismuthtetroxyd und titrirt mit Wasserstoffsuper-
oxyd.
Z ur Mangan bestimm II n g in Stahl löst J, Malet t e (Rev.
techn. 1903, 327) 1 g Stahlspäne in 20 cc Salpetersäure, verd~nnt auf
lOO cc, erhitzt 20 cc der Lösung mit Salpetersäure und Menmge und
Vergleicht die Färbung mit einer bekannten Permanganatlösung.
104 II. Gruppe. l\fctallgcwinnung.

Zur Trennung von Eisen und 11angan empfiehlt A.


1\1 i t t a s c h (Z. anal. 1903, 492) das Acetatverfahren, J. K ö s t er (Ber.
deutsch. 1903, 27 lü) die Elektrolyse. Man stellt zunächt eine Lösung
der oxalsauren Ammoniumdoppelsalze des Eisens und Mangans unter
Anwendung von etwa 10 g Ammoniumoxalat her und elektrolysirt ohne
Wärmezuführung. Sobald an der Anode eine Abscheidung von Mangan-
superoxyd sichtbar wird, setzt man einige Cubikcentimeter einer lOproc.
Liisung phosphoriger S1i.ure zu, wodurch der Mangansuperoxydnieder-
schlag unter Rothfärbung verschwindet. Dieser Zusatz ist, je nach dem
Mangangehalte der Liisung, öfter zu wiederholen , jedoch ist die An-
wendung der phosphorigen Säure nach Möglichkeit einzuschränken, weil
sonst die Reduction des Eisens verzögert wird. Jedenfalls vermeide
man den weiteren Zusatz phosphoriger Säure, nachdem das Mangan
2 St. lang in Lösung gehalten wurde. Das Eisen hat sich dann bereits
grösstentheils niedergeschlagen, un<l die Abscheidung des Mangans,
welche nur langsam und in Form eines feinen, braunen, zumeist aus
l\langanhydroxyd bestehenden Pulvers erfolgt, ist für die quantitative
Bestimmung des Eisens nicht mehr von Nachtheil.
Zur Bestimmung des Mangans in Gegenwart von Eisen
fällt G. v. Knorre (Z. angew. 1903, 905 u. 1097) das Mangan mit
Persulfat als Superoxydhydrat. In entsprechender Weise wird auch
Chrom von Eisen getrennt.
Zur Phosphorbestimmung empfiehlt J. Cesar (Bull. Belg.
1 G, 24 7) Titration des lfolybdatnieclerschlages mit Natronlauge.
Zur Bestimmung des Phosphors in Phosphoreisen
empfehlen P. Heimen und J.11 eunier (Stahleisen 1903, 573) Liisen
der Probe in Königswasser, Abscheiden der Kieselsäure und Fällen mit
JI agnesiamischung.
Z ur Sc h w e f e l b es t i m m u n g i n E i s e n 11 n d S t a h l löst
A. K 1eine (Stahleisen 1903, 780) die Probe in Salzsäure und leitet den
Schwefelwasserstoff in eine ammonikalische Cadminmlösung; der Nierler-
schlag wird mit J odlösung titrirt.
ZurUntersuchung vonFerrosilicium mischtH.Lidholm
(Z. angew. 1903, lOGO) 0,2 bis 0,3 g von dem zu untersuchenden, fein-
gepulverten Silicid mit der 15fachen Menge einer Mischung von l Th.
Kalium-Natriumcarbonat und 2 Th. Natriumsuperoxyd nncl erhitzt die
:Masse im Nickeltiegel. Das Carbonatgemisch muss dabei ganz trocken
sein, um den Wirkungswerth des Snpcroxyds nicht zu verringern, da
letzteres sich mit dem Wasser unter Sauerstoffabgabe umsetzt. )[an
mischt zuerst die Silicidprobe mit dem Carbonatgemisch im Tiegel, er-
hitzt dann letzteren gelinde über der Flamme zum Austreiben des Wassers,
setzt das ziemlich fein gekörnte Superoxyd zu und mischt noch einmal
durch Drehen des Tiegels. Darnach wird erhitzt, und zwar bringt man
die Aufschliessmischung eben zum Schmelzen u~d erhitzt erat dann,
wenn die ganze \lasse schwarz erscheint, erhitzt allmählich stärker,
bis die Masse flüssig wird. und glilht unter Umschwenken, bis keine
Eisen. 105
Klü~pchen mehr sichthar sind. 1n dieser Weise gelingt es, die Auf-
schhessung iiber der Bunsenflamme ohne jede stärkere Feuererscheinung
auszuführen, und man kann die Zersetr.ung, die nur wenige Minuten
d~uert, unbedenklich bei unbedecktem Tiegel vornehmen. Nachdem der
Tiegel abgekiihlt ist, wird er in einen Becher, der sofort mit einem Uhr-
glase zu bedecken ist, in etwa 200 cc etwas erwärmtes Wasser ein-
g~taucht. Das Lösen der Schmelze geht sehr rasch vor sich; die Lösung
wird mit Salzsäure angesäuert, eingedampft und die Kieselsäure in be-
kannter Weise gewogen.
C h e m i s c h e A n a 1 y s e b e i d e r M a t e r i a 1p r ii f u n g.
C. St ö c km an n (Stahleisen 1903, 401) tritt den Behauptungen von
0. Knaudt (,T. 1902, 118) scharf entgegen. - C. Bach (Z. Ingen.
1903, 135) führt aus, dass die Chemie an sich bei sorgfältiger
Untersuchung im Stande ist, das Eisenmaterial ausreichend zu kenn-
zeichnen. Sie wird sich in dieser Richtung vervollkommnen, falls dies
Iliitig sein sollte, und frfiher oder spiiter auch zu wichtigeren Abnahme-
prfifungen jedenfalls weit mehr, als es jetzt schon geschieht, herangezogen
werden.
Eisengewinnung. Das Eisensteinvorkommen bei Neu-
markt in Obersteiermark bespricht J. Hör 1a g er (Oesterr. Bergh.
lü03, 337), - A. Zsigmondy (d:1s. S. 279) den schwedischen
~isenerzbergbau, -- Mackay-Heriot (Eng. Min. 76, 510)
dw Eisenerzgruben von Bilbao, - V. Sevieri (Oesterr.
Bergh. 1003, 329) die Erz e der In s e I E 1 b a; Analysen
ergaben:

! Fe,03
1
1

.
FeO 1 Si02 I Al20a l CaO
1
Mn
1
Ph
1 ~8
R'10 ( StückerzA) .
" (Klein-u.Wasch-;
1

.1 91,44 4,01 0,40 0,25 Spur :.028 I -


_Erze) . . , .: 85,28 1,r,9 2,25 0,61 0,24 0,0-10
V1gueria (Stückerze) 8~, 55 6,21 0,85 0,41 0,:!2 0,032 0,051
" (Klein- u.
Wasch-Erze) 85,81 8,15 1,42 0,81 0,26 0,041 0,066
Capo-Pero 5,57 0,91 0,41 0,70 0,074 0,035
Capo-Pero 87 ,91 0,68 5,98 0,68 0,93 0,043
Capo-Pero 8ß,47 2,02 4,98 1,02 0,71 0,041
Calamita . 76,20 10,20 9,78 0,39 0,69 0,056

D i e E i s e n e r z 1a g e r s tä t t e n N o r d w e s t a f r i k a s . be-
schreibt Baum (Stahleisen 1903, 713). Nach den Angaben emer
grossen Rotterdamer Erz- Importfirma ist die Zusammensetzung . der
aus der Grube Baroud geförderten Tafnaerze und der a~ emer
Weiter ins Land hineingelegenen Förderstelle gewonnenen Brwkaerze
folgende:
106 Il. Gruppe. Metallgewinnung.

Tafnaerz Brickaerz
Fe1 01 84,64 Proc. 75,714 Proc.
J.fnO 2,67 2,104
Al 1 0 1 .• 2,12 0,736
BaS0 4 0,10 0,140
CaO. 1,73 5,!l50
MgO 0,11 0,46!)
SiO, 4,15 5,55
eo, . 1,24 5,10
ZnO. Spur
s. 0,03 0,022
P . 0,015 0,028
.As Spur
H 1 0 gebunden 3,00 3,20

Zur Vorb.ereitung armer Eisenerze für die magne-


t i s c h e Au f b er e i ~ u n g werden nach R. Ren a r d und A. B e c k er
(D. R. P. Nr. 144 954) die reducirenden Gase im unteren Theil
eines Schachtofens ohne Luftzutritt zur Einwirkung auf das Erz ge-
bracht, während denselben
Fig. 40. bei ihrem Aufsteigen im
Ofen Luft zugeführt wird,
so dass die Verbrennung der
reducirenden Gase bei vor-
handenem Luftüberschuss
eine Erhitzung und oxydi-
rende Röstnng des Erzes
im oberen Theil des Ofen-
schachtes bewirkt. Die re-
ducirenden Gase werden
von der Ofensohle her zu-
geführt und treten zu beiden
Seiten des Ofens bei d und
e (Fig. 40) in den Ofen-
raum ein. Unter dem Ein-
flu ss des Ofenzuges steigen
die Gase in die Höhe und
durchstreichen hierbei das
Erz, welches durch die im
oberen Theil des Ofen-
schachtes erfolgte Röstung
auf Rothglut (zweckmässig
Dunkelrothglut) erhitzt ist. Durch die Berührung mit den reducirenden
Oasen wird das Erz theilweise reducirt, wobei ein Theil des Kohlen-
oxyds, welches in den Gasen enthalten ist, in Kohlensäure übergeführt
wird, während der Rost durch die bei f und g an dem unteren Ende des
zur Röstung dienenden Schachttheiles eintretende Luft verbrannt wird.
Die durch die Verbrennung von Kohlenoxyd erzeugte Wärme dient
dazu, das Erz bis auf Rothglut zu erhitzen, während der Ueberschuss
Eisen. 107
~er in den Ofenschacht eingeführten Luft die in dem Erz enthaltenen
Dauersto~verbindungen niederer Oxydationsstufen in Oxyd überführt.
ur?h diese Röstung bei Dunkelrothglut wird das Erz bröcklig und

~t
verliert seinen festen :Massenzusammenhalt, so dass in Folge des poröse-
Gefüges des Erzes die reducirenden Gase in dem unteren Theil des
1., ens leichter in dasselbe einzudringen vermögen. - Nach folgender
.l'Ormel:
. 3 Fe2 0 3 +
CO """' 2 Fe3 0• C09 +
ist zu entnehmen, dass zur Umwandlung von 1 t Eisenoxyd in das
~agnetische Oxyduloxyd ein Aufwand von 58 k Kohlenoxyd erforderlich
ist. Setzt man nun beispielsweise ein Erz voraus, welches folgende Zu-
sammensetzung besitzt:
sio, . . . . . . . . . :n,o:-,
Fe,03 • • • • • • • • • 55,fiO
Andere Bestandtheile . . . . 13,45

~~d nimmt man weiter an, dass das reducirende Gas einen Gehalt von
Proc. Kohlenoxyd hat, so ergibt die Rechnung, dass zur Reduction
von 1 t dieses Erzes bez. zur Ueberführung des Eisenoxydgehaltes der-
selben in das magnetische Oxyduloxyd ein Aufwand von 160 k reduci-
render Gase erforderlich ist. Die Röstung des Erzes bei Dunkelrothglut
;~ordert denselben Brennstoffaufwand wie andere Oefen für gelinde
ostung. Die Entleerung des Ofens erfolgt unter Benutzung eines
Doppelschiebersystems h i. Beim Austritt aus dem Ofen wird das Erz
durch einen Wasserstrahl l,ewässert. Das auf diese Weise zerkleine-
r~ngsfähig und gleichzeitig magnetisch gemachte Erz wird hierauf durch
einen elektromagnetisclH•n Erzscheider hindurchgefiihrt, um die Gangart
von der magnetischen Eisenverhindung zu trennen, so dass ein reiches
Erz gewonnen wird, welches nach bekannten Verfahren behandelt
Werden kann.
Ans einem Erz der erwähnten Zusammensetzung ist nach dem be-
schriebenen Verfahren bei einem Verlust von 30 Proc. ein angereichertes
Erz von folgender Zusammensetzung gewonnen worden:
Si0 2 • • • • • • • • • 4,20
F,•3 0 4 • • • • • • • • • 85,10
Andere BeHtandtheile . . . 10,70
Dieses pulverförmige Erz kann in bekannter Weise brikettirt
Werden.
Verfahren zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit
von Erzziegeln fiir dieVerhiittungvonErzklein von E. R. Buttler
(~. R. P. Nr. l 3fl 985) ist gekennzeichnet dadurch, dass um einen Er_z-
ziegel herum fliissiges Metall derart gegossen wird, dass daraus em
Rahmen entsteht, der den Ziegel zusammenhält und schii~zt. .
Das Verfahren zum Brikettiren von fernkörn1gem
Ei~enerz von W. Huffelmann (D. R. P. Nr._1473!2) besteht
darin, dass die zur Brikettirung kommenden feinkörnigen Eisenerze zu-
108 II. Gruppe. ~fota\lgewinnung.

erst mit Koksklein oder Holzkohlenklein, sog. Koksstübbe bez. Holz-


kohlenstübbe, · gemischt werden, und dass ?ann das Gemisch in Trocken-
vorrichtungen geeigneter Art getrocknet wird. Das getrocknete Gemenge
wird hierauf in einer 1\fischmaschine mit heissem Harttheer (Hartpech)
so durchgearbeitet, dass jedes Erz- und Koks- oder Kohlentheilchen mit
einer dünnen Haut dieses Bindemittels überzogen wird. Die in dieser
Weise vorbehandelte Masse wird alsdann zu Briketts gepresst, welche
nach dem Erkalten sofort in den Hochofen gebracht werden können.
Der Ausschluss von Steinkohle und die alleinige Verwendung von Koks-
klein bez. Holzkohlenklein sowie die Entfernung aller Feuchtigkeit vor
dem Pressen schliesst eine Volumenverminderung durch die sonst ein-
tretende Verkokung der Steinkohle und Wasserverdampfung aus, so dass
die Briketts ihre volle Griisse und Gestalt und damit ihre Festigkeit bei-
behalten. Das zugesetzte Bindemittel aber kommt schon in den obersten
Zonen des Hochofens zur Verkokung; seiner verhältnissmässig geringen
Mächtigkeit wegen beeinflusst es die Cohäsion der Erz- und Koksthei\e
nicht, so dass man ein im Feuer nicht zerfallendes Brikett erhält. -
Will man sehr reiche mulmige oder körnige Erze nngattirt verarbeiten,
so kann man die nüthigen Zuschläge mit Vortheil auch gleich zur llri-
kettirung bringen.
Brikettirung von Eisenerzen. Nach A. Weiskopf
(Berghzg. 1903, 554) ist die Frage, feine Eisenerze sowohl techniscl1
als wirthschaftlich rationell einzubinden, noch nicht gelöst. Alle Ver-
suche sind bisher gescheitert. Es fehlt einerseits an einem Bindemittel,
das wirksam, billig und unschädlich ist. Die Methoden, welche auf der
Sinterung der Erze und auf dem Zusammenbacken durch l\faschinenkraft
beruhen, sind entweder zu theuer oder nicht erfolgreich. Die tech-
nische :l\[öglichkeit, haltbare, für den Hochofenprocess taugliche Eisen-
erzbriketts zu machen, ist wohl vorhanden; die Kosten der Herstellung
jedoch ilberstiegen nach den gegenwärtigen Begriffen den thatsächliehen
W erth des Productes. Wenn ein zu ver lässiges Bri kettirungsverf'ahren
zu erhalten ist, so wird man ohne Zweifel die Vortheile der giinstigen
physikalischen Erzbeschaffenheit einzuschätzen wiRsen und wird ent-
sprechend hohe Brikettirungskosten bewilligen. '.\lit der immer weiteren
Ausbreitung der Gichtgasmotoren tritt auch die Nothwendigkeit einer
kostspieligen Gasreinigung an den Hochöfner heran, die bei Verhüttung
von stückigem Material wesentlich oder g,rnz vermieden werden kann.
Die im Grossbetriebe bis jetzt erreichten niedrigsten Hrikettirungskosten
betragen 4 bis 5 .Mk. für 1 t Fertigerz.
Schachtofen zum Brennen, Rüsten und Sintern von
Erzen mit abnehmbaren Gusseisenwänden von A. Schwarz (D. R. P.
Nr. 144 993) ist dadurch gekennzeichnet, dass jede einzelne Wand für
sich aus einer Anzahl schmaler Gusseisen platten (nach Art von Bretter-
wänden aus über einander gekehlten Brettern) zusammengefilgt ist und
dadurch, dass die einzelnen Platten in ihrer Mittellinie an gemeinsamen
Rahmen mit Bolzen in Langlöchern befestigt sind, die Ausdehnung der
Eisen. 109
einzelnen Platten gegen einander sowohl wie gegen die sie verbindenden
R~hmen in jeder Richtung unbehindert stattfinden kann.
Zum Trocknen d e r Gehlliseluft für Hochöfen will
E. F. Coffin (D. R. P. Nr. 141003) die Luft auf ihrem Wege zur
Verwendungsteile der Wirkung eines elektrischen
Stromes, zweckmlissig einer stillen Entladung, aus- Fig. 41.
setzen. Die Pole ab (Fig. 41) der i\foschine sind
durch Leitungen c d Pinerseits mit einer Bilrste D,
andererseits mit einer Scheihe E verbunden . Der
Strom gebt von den Spitzen der Bürste nach der
Scheibe in Form ei ner sog. Biirsten- oder stillen
E~tladung. Der die Leitung durchströmende
Wind wird so einem elektrischen Strom ausgesetzt
und gibt einen bedeutenden Theil sein er Feuchtigkeit ab. Angeblich
e~tbielt die Luft vor der Stelle B 20 g Feuchtigkeit im Cubikmeter und
!unter der Stelle B 9 g im Cubikmeter (?j.

t W i n de r h i t z er f ii r Ho c h ö f e n. W. S c h u rn a c h er und
R.~ m er (D. R. P. Nr. 138 499) empfehlen eine~ Winderhitzer für
.chofen, dessen Einsatz aus ganz dichten, porenfre1en oder fast poren-
freien Steinen besteht. Solche Stein e werden in bekannter Weise da-
durch erhalten, dass sie halbtrocken oder trocken durch einen bedeutenden
m~chanischen, am besten hydraulischen Druck gepresst werden, etw~
wie Mosaikplatten. Ein derartig erzeugter dichter Stein, der porenfre1
oder fast porenfrei ist, hat gegeniiber dem nach der gewöhnlichen
Methode auf dem nassen Wege hergestellten Gitterstein, der 5 bis
10 Proc. Porenraum enthält, den Vorzug einer grösseren Wll.rmecapacität
lind eines wesentlich grösseren Wärmeleitungsvermögens.
St e inerne Winderhitz e r. Nach G. T e ichgrll.ber(D.R.P.
~r. 137 987) findet die Verbrennung der Gase in der nach Art eines
fü~mmofens erweiterten Kuppel a
(F1g. 42 und 43) statt. Die durch Fig. 42.
Rohr b zugefilhrte Luft und das
?urcb Rohr c zugefilhrte Gas treten
1
n die Kuppel a durch eine Anzahl
Fig. 43.
neben einander und in gleichen
Ebenen gelegener schlitzförmiger
~effnungen, die derart angeordnet
sind, dass von zwei neben einander
li:genden OetTnungen die eine Luft,
die andere Gas zuführt. Die den
Winderhitzer durchstreichenden
Verbrennungsgase entweichen
durch den Stutzen d in den Kamin.
Sobald das Gittermauerwerk genn-
gend heiss geworden ist, 111.sst
Inan in e den kalten Wind ein-
110 iI. Gruppe. l\fotallgcwinnung.

strömen , der sich in die Kuppel a begibt, um von hier aus durch die
Leitung h nach dem Hochofen zu strllmen. (Vgl. J. 1902, 130.)
Der s e 1 b e (D. R. P. Nr. 144 043) hält es fnr bedeutungsvoll,
wenn zwischen den Heizzügen während des Hindurchstreichens der
Gase ein Austausch stattfinden könnte, wodurch ermöglicht wnrde, dass
das Gas theilweise aus einem Zuge zu einem anderen gelangen kann.
Es ist dies auch dadurch angestrebt, indem die einzelnen Steine mit
Oeffnungen versehen waren. Dementsprechend wechseln bei der Auf-
mauerung der Heizzüge zwei verschiedene Steinlagen miteinander ab.
Die eine Steinlage besteht aus plattenförmigen Steinen, welche ein ge-
schlossenes Ganze bilden mit den Oeffnungen für die Kanäle; die andere
Lage besteht aus säulenförmigen Steinen, welche dieselben Kanäle bilden,
aber kein geschlossenes Ganze bilden, sondern deren senkrechte Fugen
erweitert sind, so dass die Gase von einem Kanal zum andern gelangen
kllnnen.
Verfahren zur Verhüttung feinkllrniger Eisenerze
durch Verkoken eines innigen Gemisches der Erze mit
Fettkohlenstaub von 0. Dobbelstein (D. R. P. Nr. 141427)
ist dadurch gekennzeich-
Fig. 44. net, dass nach Beendigung
der Verkokung das hierbei
reducirte Eisen in dem-
fl- selben Ofen unter Wind-
~-----1 zuführung niederge-
schmolzen wird. Der
Ofenraum O (~'ig. 44)
wird durch die mit zwei
Klappen K verschliess-
baren Oeff'nungen mit
einer innigen Mischung
von Fettkohlenstaub und
O pulverigem Eisenerz ge-
füllt: das Abzugsventil V,
die Gebläsewindzuleitun-
gen G und das Stichloch
s sind geschlossen und
nur die Luftzuleitungen l
und die Drosselklappe D
im Fuchskanal, der zum
Schornstein führt, sind
geöffnet. Die Verkokung
beginnt sofort in Folge der von dem später beschriebenen Schmelzprocesse
in den Ofenwänden zurilckgebliebenen Wärme. Die dabei entstehenden
brennbaren Gase gehen in der mit einem einfach befiederten Pfeil bezeich-
neten Richtung, mischen sich mit der in Folge des Schornsteinzuges
durch die Zuleitungen l einströmenden Luft und verbrennen in den rings
Eisen. 111

;~ den ~fen _angeordneten Heizkanälen. Durch die dabei entstehende


Därme wir? die Verkokung der im Ofen befindlichen Mischung fortgeführt.
urch Sehhessen der Drosselklappe D wird nun der Kaminzug abgesperrt
~nd gleic_hzeitig werden die Luftzuleitungen l geschlossen. Dann wird
as Ventil V geöffnet und der Gebläsewind durch die Zuleitungen G an-
gelassen. Das nun bei dem Verbrennen des iibrig gebliebenen Koks
s?hmelzende Eisen und die Schlacke fliesst durch das bis dahin mit
~mem Lehmpfropfen verschlossene Stichloch s in den vor dem Ofen
kefindlichen Sumpf, wo die Schlacke von dem Eisen abgehoben werden
pan_n. Die Gichtgase gehen in der Richtnng des doppelt gefiederten
Kfetles durch das Leitungsrohr R in den Winderhitzer oder, falls die
oksgase zum Heizen der Oefen nicht geniigen sollten, ebenfalls ganz
oder zum Theil in die Heizkanäle desselben. In den leergebrannten,
stark erhitzten Ofen wird dann sofort wie anfangs eine neue Füllung
gegeben und der Process beginnt von vorn. ·
_Ileschickungsvorrichtung mit drehbarem Be-
;chickungsrohr fiir Schachtöfen von P. Eyermann (D.R.P.
~ 144 530) ist dadnrch gekennzeichnet, dass innerhalb des Beschickungs-
I\ res Schraubenflächen eingebaut sind, welche eine regulirbare Zu-
11 rung des Materials gestatten, sowie selbst. bei geöffneter Glocke einen
guten Gasabschluss gewährleisten .
. Heisswindschiebergehäuse mit seitlich einsetzbaren.
~JChtungsringen der Bochumer Eisen h ii t t e (D. R. P. Nr. 144 531)
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsringe mit schwalben-
8?hwanzförmiger Eindrehung in das entsprechend gestaltete Gehäuse
eingesetzt und durch Sprengringe darin befestigt werden.
Gasfang für Hochöfen mit oberhalb der Gicht fortgesetztem
nnu dann erst nach unten abbiegendem Gasableitungsrohr von P. M e eh an
(D. R. P. Nr. 144 487) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Gasleitung
an der Biegungsstelle zu einer, zweckmässig mit einer Prallplatte ver-
sehenen Kammer erweitert ist in welcher der ausfallende Staub in einem
Trichter gesammelt wird, ui'u durch eine mit selbstthätigen Klappen
versehene Leitung nach dem Beschickungstrichter zuriickgefilhrt zu
Werden.
Vorrichtung z11m Heben 11nd Senken der Gicht-
g 1o c k e mittels eines auf einen Doppelhebel wirkenden Tauchkolbens
der Benrather Maschinenfabrik (D. R. P. Nr. 139096) ist da-
durch gekennzeichnet 1 dass der Kolben in einem gethoilten, doppelt
Wirkenden hydraulisch en Cylinder angeordnet ist, so dass die zugehörige
S_teuerung nur zur Regelung des Ueberlaufs der Druckflüssigkeit von der
einen auf die andere Kolbenseite dient.
. Gestellpanzer fiir Hochöfen. Nach 0. Simmer~b.ach
(D. R. P. Nr. 146 202) wird der zu panzernde Theil des Ofens, bei emem
IIochofen also das Mauerwerk des Gestells, in gewissem Abstande von
seiner Aussenwandung mit einem Ringe aus grossmas?higem Draht-
gewebe umgeben, in dessen Maschen Steine, zweckmäss1g Scharmotte-
112 II. Gruppe. Metallge winnung.

abfalle gesteckt werden, die sich auf Hochofenwerken meist vorfinden.


Alsdann wird um das Panzergerippe eine zerlegbare Holzumrahmung
gestellt und der zwischen dieser und dem Mauerwerk des Gestells ver-
bleibende Raum mit Scharmotte-Cementmörtel ausgegossen. Die Aussen-
fläche des gegossenen Panzers kann dann im Bedarfsfalle noch besonders
geglättet und für Wasserkühlung mit Rippen versehen werden.
Kühl p 1a t t e für Hochöfen zum K ii h 1e n uer an die Rast
sich anschliessenden Theile des Schachtmauerwerks von C. I. Rade r
(D. R. P. Nr. 143 758) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Platte mit
einer Rippe versehen ist, mit welcher sie auf dem inneren Rande des
Tragringes aufliegt, zum Zwecke, den Kiihlplatten einen sicheren Halt
zu verleihen.
Verfahren zum Giessen von St ei n e n aus Hochofen-
schlacke. Nach Angabe der Hube rtn s h ü t te (D. R. P. Nr.137 858)
werden zwischen den einzelnen lose neben einander gestellten, die
Formrahmen bildenden Winkelplatten a (Fig. 45) schmale Zwischen-
räume c zum Einschliessen der Schlacke frei gelassen.
Hochofen mit ununt e rbro c henem, getrenntem Ab-
fluss von Roheisen 11 n d Sc h I a c k e von Th. St a p f (D. R. P.
Nr. 139 783) ist dadurch gekennzeichnet, dass beide Ablaufkanäle
syphonartig gestaltet sind, zu dem Zwecke, das Entweichen von Ofen-
gasen zu verhüten. Unterhalb der Windformen a (Fig. 46) ist in ent-
sprechender Tiefe der Schlackenausflusskanal b und unmittelbar über

Fig. 4:j . ~'ig. 4ü.

rt 1
·-·

. ... ..
~
,.

dem Bodenstein der Roheisenabflusskanal c angeordnet. Diese beiden


Kanäle sind syphonartig, sonst aber beliebig ausgebildet, und die Höhen-
lage jeder einzelnen Ueberfallmündung ist mit Bezug auf jene der
Schlackeneinlanföffnung und jene der Wimlformen so bestimmt, dass
unter normalen Umständen einerseits ein gasdichter Abschluss nach
aussen hergestellt wird und die Schlacke niemals in die Formen a ein-
dringen kann, und dass andererseits die Schlacke nur in den Kanal b,
das Roheisen nur in den Kanal c einzutreten und durch dieselben abzu-
fliessen vermag. - Vortheilhaft werden in diesem Falle die beiden
Kanäle b und c an entgegengesetzten Seiten des Eisenkastens angeordnet
Ei~on. 113

~n: .der Kanal b wird zweckmässigerweise geradlinig, jedoch in solcher


~ räglage ausgeführt, dass durch denselben hindurch ohne Weiteres
mitt~ls Eisenstangen bis zur Roheiseneinlauföffnung behufs Beseitigung
:twaiger Ansätze und dergl. vorgedrungen werden kann. Der Kanal c
a.nn gekrilmmt oder rechtwinklig ausgeführt und in der Achsenrichtung
seiner ~inlauföffnung mit dem gewöhnlichen, durch feuerfeste Pfropfen
~erschhessbaren Abstichloch d versehen sein, falls es nicht aus besonderen
E~ilnden vorgezogen wird, an einer anderen Stelle des Umfanges des
isenkastens ein solches anzuordnen.
B H~chofe~betrieb mit klassirtem Erz empfiehlt E.
fil~ 1an 1 (S~hle1sen 1903, 7 78). Es sollte eine mechanisch durchge-
rte Klass1rung stattfinden, von welcher aus Möller oder Gichten derart
P~ssend zusammengesetzt werden können, dass sie die oberste Bedingung
~ines flotten Hochofenbetriebes: vollkommen gleichmässige Belastung
des Schachtquerschnittes, erfüllen. Die Klassirung lässt sich schon mit
ber Aufspeicherung der Erze verbinden und es genügt hierfür der Ein-
/11 vo~ Rättern in die Erzspeicher und in den meisten Fällen eine Sor-
,r~ng 1n zwei Klassen. Damit wird schon das Grösste ausgeschieden
~~ eine regelrechte Auftheilung desselben auf die Wagen oder Gichten
;icht bewerkstelligt. Es wird natilrlich nicht nothwendig sein, jede
rzsorte zu klassiren, sondern nur diejenigen, welche grosse Unterschiede
~1er ~orngriissen aufweisen. Von zwei Oefen. durchaus gleicher Ver-
ältmsse in Bau, Ausrüstung und Schmelzmaterial arbeitete Ofen A mit
iewöhnlic~em entmischtem Erz, Ofen R mit in zwei Klassen gesichtete~
;z, Geg1chtet wurde bei beiden ~it Conus. O:en A „ha.tte ste!s mit
8 örungen zu kämpfen, seine Ergebmsse waren m1ttelmass1g. Die Er-
~tgnng betrug 0,6 t für ] chrn. Ofen B lief jahraus jahrein bei gleicher
1
arke regelmässig mit 1 t Erzeugung und 21 Proc. geringerem Brenn-
stoffaufwand. Hier und da kam es vor dass dieser Ofen auch mit un-
klassirtem
. '
Erz beschickt werden musste' und stets stellten swh. dann
alle ~ie Widerwärtigkeiten ein, welche de~ Betrieb mit entmischtem Erz
begle1ten.
Gebläsebrenner zur Ansfilhrung des Verfahrens
zum Beseitigen von Ofenansätzen bei Hochöfen n. s. w.
nach Bauptpat. 137 588 (J. 1892, 129) der Cliln-Mnsener Berg-
Werks-Actiengesellschaft (D. R. P. Nr.140148) ist dadurch
ge~ennzeichnet, dass der Hrennerkopf, um ein Abschmelzen der Brenner-
spitze zn vermeiden entweder mit einer Ummantelung ans schwer
schmelzbarem und schwer brennbarem Material (gepresster Kohle, Koks,
~.?torten~ohle, Magnesit, Carborundum o. dgl.) oder mit einer Wasser-
uhlvorr1chtung versehen ist. .
d Nach dem ferneren Zusatz (D. R. P. Nr. 140 1.49) wird, wenn die
E:~Irchzuschmelzenden Massen hinreichend warm s1.nd, um unter dem
influsse des Sauerstoffes verbrannt zu werden, die Durch- oder Ab-
Schmelzung ausschliosslich durch unter entsprechendem Drucke dagegen
geblasenen Sauerstoff bewerkstelligt. Man kann hierbei an dem Brenner
,lßhreshor, ~. ehern. Toehnolo~i~. XJ.IX. 8
114 II. Gruppe. Metallgewinnung.

die Brenngaszuleitung ganz und gar absperren oder die Sauerstoffzufuhr


unter Wegnahme des Brenners ans einem besonderen Rohre erfolgen
lassen, was z. B. angebracht ist, wenn man den Sauerstoff aus engerem
Querschnitt blasen will. Ausführbar ist das Verfahren da, wo die An-
sätze u. dgl. so viel und derartiges verbrenn bares Material enthalten, dass
die Verbrennungswärme desselben genügt, um die der Verbrennungs-
stelle benachbarten Theilchen zum Schmelzen zu bringen. Praktisch
werthvoll ist das Verfahren besonders da, wo es darauf ankommt,
möglichst enge Löcher zu erlangen, da der aus dem engeren Rohre (etwa
4 mm Lochweite) austretende Sauerstoff naturgemäss eine kleinere
Fläche bespült als die sich von der etwa 20 mm weiten Austritts-
öffnung ausbreitende Stichflamme. Ein zweiter Vortheil des Verfahrens
ist die erhöhte Sicherheit, eine voll Eisen oder eisenhaltige Schlacke
gelaufene Kupferform (Blasform, Schlackenform u. s. w.) säubern zu
können, ohne die Kupferwandung zu beschädigen. Wird an der Eisen-
platte eine Schmelzung eingeleitet und ausschliesslich mit Sauerstoff
fortgeführt, so kann man die Eisenplatte vollständig von <ler dahinter
befindlichen Kupferplatte hinwegschmelzen, ohne letztere im geringsten
zu verletzen. Dieses erklärt sich aus der Thatsache, dass Kupfer (selbst
bei seiner Schmelztemperatur) im Sauerstoffstrome nicht abbrennt und
der unter hohem Drucke gegen die Kupferplatte geblasene Sauerstoff
dieselbe vielmehr kiihl hält, während ringsherum das Eisen nnter
Sprühen und Spritzen verbrennt.
Nach dem ferneren Zusatz (D. R. I'. Nr. 14 7 541) wird an Stelle
des Sauerstoffes mit Sauerstoff angereicherte oder auch nur gewöhnliche
atmosphärische Luft verwendet, die eine höhere Pressung- hat als die im
Hochofenbetrieb gebräuchliche, also über 2•/ 2 Atm. Die verwendete
Luft, der Sauerstoff sowie die brennbaren Gase können vorgewärmt oder
aber auch kalt zur Anwendung kommen, je nachdem der zu schmelzende
Körper genügend heiss und genügend verbrenn bar ist. \V escntlich ist,
dass der Stichflamme ein solcher Druck verliehen wird, dass die ge-
schmolzenen Massen beseitigt werden. Man kann beispielsweise
in der Weise verfahren, dass man zunächst die atmosphärische
Luft in Bomben (ähnlich wie die Sauerstoffbomben) presst und
eine solche Luftbombe mit einer Sauerstoffbombe derart zusammen
kuppelt, dass man nach Belieben mit Luft, Sauerstoff oder beiden
gleichzeitig und in beliebigem .Mischungsverhältniss blasen kann. Es
hat sich hierbei herausgestellt, dass man das brennbare Gas ganz und
gar abstellen und nur mit reiner oder mit Sauerstoff angereicherter Luft
blasen kann, sofern die durchzuschmelzende Masse geniigend vorgewärmt
ist und genilgend verbrennbare Stoffe besitzt. Man kann hierbei auch
die Pressluft (oder die mit Sauerstoff angereicherte Pressluft) aus einem
besonderen (Gebläse-) Rohr ausströmen lassen unter Wegnahme des
Brenners. Auch kann man die Stelle, an welcher eingeschmolzen werden
soll, auf beliebige andere Weise erhitzen und bedarf alsdann nur eines
Rohres für die Pressluft.
Eisen. 115
1!ie durch das Hängen der Gichten veranlassten
~ 0 eh of en e~ pl o s i o n e n bespricht Schi lli ng(Stahleisen 1903, 623).
~an n hat die Thatsache, dass in einer Temperatur von 400 bis 5000
bei Anwesenheit von Eisenoxd das Kohlenxyd in C02 und C zerlegt
trd, benntzt, llm sich eine Theorie filr das Hängen aufzustellen. Der
e~ne Kohlenstoff soll die Eisensteine umhüllen und durch spätere Ein-
'~irk~mg auf die Oxyde eine raschere Reduction herbeiführen. Schi 11 in g
gZllanht1" kaum, dass es 'jemals ein Hochofen fertig" bringt,
.
auf diese Weise
8 1
angen, denn: 1. bewegen sich bei flottem Hochofengange die
/ imelzmassen rasch durch diese Temperaturzone, 2. ist der aus den
1
.a~en abgeschiedene Kohlenstoff ein ungemein friner Körper, der gewiss
~:° lt dazu im Stande ist, an den in fortwährender Bewegung befindlichen
K a:ren unter dem Gasstrome haften zu bleiben. Die Ausscheidung des
0 1
e~stoffs aus dem Kohlenoxyrlgas ist stets die Folge des Hängens
und nicht die Ursache. Hängt der Ofen, so befinden sich die Schmelz-
iras~n 111 vollständiger Ruhe, und die Gase, welche die Schmelzmasse
< ur~ streichen, haben Zeit genug, diese Reaction zu vollziehen. Be-
~on ers die feinen Erze, wie Purple ore u. s. w., wirken gleichsam durch
ire grosse Oberfläche und F,iinheit wie ein Filter filr die Gase und man
k·ann al f
K hl s eststehend annehmen, dass um so mehr Kohlenstoff a_us dem
1
oe,
° enoxyd abgeschieden wird, je feiner die Erze sind. Steigt nun
m län geren Hängen die Temperatur, so fi n det diese · React10n
· m·
1 '"h
~\~rer Ofenlage statt, und man erhält im Ofen verschieden starke
~ ichten,.. die mit feinem Kohlenstoff du~chsetzt sind. Fällt n_un ?er
0
. en, so fallt auch der feine Kohlenstoff mit den Schmelzmassen m eme
ti_efere wärmere Zone, er wird znm grössten Theil abgeschilttelt und
nimmt als zarter Körper rasch die in dieser Gegend herrschende Tempe-
~atur an. Da nun die Gase ebenfalls in den tieferen Zonen eine höhere
~mperatur haben, so zerlegt der feine Kohlenstoff nach inniger Mischung
~g + i
den Gasen die Kohlensäure und bildet Kohlenoxyd nach der Form.el:
C = 2 CO. Es entstehen aus einem Volumen C09 plötzlich
9
'" Vol,1men CO und diese einfache Reaction ist die Ursache der ge-
waltigen Explosionen. Das Hängen der Oefen wird erst dann gefährlich,
~e?n der Ofen unten normalen Gang annimmt und trotzdem hängen
II eibt... Wird dann weiter geblasen, so bilden sicll grössere glilhende
ohlraume, und wenn dann die Beschickung in diese fällt, so entstehen
;uwe~Ien_ die grossen Explosionen. Um diese zu vermeiden'. empfieh!t
~hilling, den Schacht in saigeren Abständen von 3/1 bis 1 m mit
1
d ochern zu versehen, in welchen Stangen sitzen bleiben. Hängt dann
er Ofen bei normalem Gang fest, so braucht man nur zu 1m~ers11chen,
;o der_ Ofen hängt. Ist der Ort ermittelt, so genOgt.eine kleme _Menge
Ynam1t oder Schiesspulver um den hängenden Theil der Beschickung
z1~.m Fallen zu bringen. In Burbach hat man wiederholt derartige
Hangegewölbe mit Dynamit ohne jeden Unfall zum Fallen gebracht.
'Y enn nur ein kleiner Hohlraum vorhanden ist, werden auch bei grossen
Kohlenstoffablagerungen keine Explosionen vorkommen.
s•
116 IT. Gmppe. .MetallgPwinnung.

H. :l\l ü 11 er (Z. Ingen. 1903, 908) erinnert daran, dass die vor-
handene Wärme für die Reaction C + C02 =- 2 CO kaum ausreichen
dürftet). - Osann (Stahleisen 1903, 773) bezweifelt eine Staub-
explosion und hält die mechanische Wirkung des Stürzens filr aus-
reichend die Zerstörungen zu bewirken. - Dagegen meint Schi 11 in g
(das. S. 837), der feine Kohlenstoff bleibe der Träger der Explosion,
und eine plötzliche Reduction feinkörniger Eisenoxyde durch glühenden
Kohlenstaub sei die Ursache der gewaltigen Explosionen.
Das Auftreten von Rohgängen und ihre Beseitigung
bespricht eingehend E. Ja g s c h (Stahleisen 1903, 818). Er unter-
scheidet leichte Rohgänge, schwere Rohgänge und völlige Versetzungen
des Ofengestells. Bei leichten Rohgängen wird der normale Ofengang
durch das Zusammentreffen irgendwelcher ungiinstiger Umstände gestört.
Das Eisen wird matt, meistens dann dickflüssig, die Schlacke
schwarz. Ein rechtzeitiges Eingreifen beseitigt diesen Rohgang. Hilfs-
mittel: Verlangsamung des Ofenganges durch schwächere Windpressung,
Erhöhung des Kokssatzes und der Windtemperatur. Bei schweren Roh-
gängen ist das Eisen so erkaltet, dass es entweder gar nicht oder nur
theilweise aus dem Ofen heransfliesst, im Masselgraben stehen bleibt
und den Eisenstich versetzt. Eigentlichen Fluss besitzt nur noch das
neugebildete Eisen- und Schlackenbad, welches sich, da der Boden stark
aufgesetzt ist, vor den Windformen zeigt. In der Mitte der Formen-
ebene sind die Massen erkaltet und hart geworden. Man vermindert
auch hier die Windpressung, erhöht die Windtemperatur und den Koks-
satz. Mundstücke in die Windformen einzusetzen , ist bei schweren
Rohgängen nicht rathsam; dieselben würden sich wegen des geringeren
Querschnitts nur noch leichter zusetzen und gerade das herbeiführen,
was man vermeiden will. In erster Linie handelt es sich darum, Eisen-
und Schlackenstich vor weiterem Einfrieren zu schützen. Man erreicht
dies durch die Löthrohrschmelzarbeiten.
Gleichgewicht von Eisenoxyd mit Kohlensäure und
Kohlenoxyd. Nach Versuchen von E. Baur und A. Glässner
(Z. physik. 43, 354) hat die Gleichgewichtscurve der Reaction
Fe1 0, + CO = 3 FeO + C01 hinsichtlich des Partialdruckes von CO
bei 4900 ein Maximum bei 4 7 Proc. CO; hier ist also Fe8 0, am schwersten
reducirbar. Dagegen hat die Curve der Reaction FeO +CO ..... Fe+ CO,
bei 6800 ein Minimum; hier erfolgt also die Reaction von FeO am leich-
testen. Bei A.tmosphärendruck können CO, COs, FeO, Fe10, und C bei
64 70 neben einander bestehen, Fe, FeO und C mit CO und C01 bei
6850; unterhalb 6450 ist C mit Fe10•, von hier bis 6850 mit FeO,
darüber mit Fe verträglich. - Dieselben (Stahleisen 1903, 557)
ziehen aus ihren Versuchen Schlussfolgerungen unter Bezugnahme auf
ein Diagramm, welches selbst mit der Loupe nicht sicher gelesen werden

1) Vgl. F. Fisch o r: Taschen bnch für Feucrm1gst,•chnikor, 5. Aufl., R. 5


(Stuttgart 1903).
Eisen. 117
kann. Darnach soll das Abscheiden von Kohlenstoff nur unterhalb
685° auftreten und durch Steigerung der Temperatur vermieden werden
können, weil oberhalb 6850 die Reaction in folgendem Sinne verläuft:
. FeO + C - Fe + CO.
E' Die Reduction des Eisenoxyds führt über Eisenoxyduloxyd und
E~senoxydul zu metallischem Eisen. Eisenoxyd ist am leichtesten,
E~senoxyduloxyd schwerer und Eisenoxydul am schwersten reducirbar.
Tisenoxyduloxyd ist am schwersten bei etwa 5000 und bei höherer
emperatur bedeutend leichter reducirbar, Eisenoxydul kann am leich-
t~sten bei etwa 7000 reducirt werden. - Leitet man Kohlenoxyd durch
eme ~orzellanröhre, die auf hohe Temperatur erhitzt sein mag, so kann
:an m absehbarer Zeit keine Ausscheidung von Kohle entsprechend
er Gleichung
beobachten.
d
+
2 CO = C C02
Wohl aber tritt diese Erscheinung auf, wenn sich Eisen
~ er seine Oxyde oder andere Metalloxyde oder schliesslich Kohle in
we~ Roh~ befinden. Im Hochofen ist Kohle vorhanden und es ist sehr
b'a rsohe1n)ich, dass sie zu einer solchen Zersetzung des Kohlenoxyds
1
; zu einem gewissen Grade Veranlassung geben wird. Diese Zer-
;e zung schreitet hei niedriger Temperatur weiter vor. (Bei Ueber-
ragnng von Laboratoriumversuchen auf technische Betriebe sollte auch
~llf die Re a c t i o n s g es c h windig k e i t R!lcksicht genommen wer-
Gen. Im Hochofen, Generator o. dgl. ist die Zeit der Einwirkung von
asen und Kohlenstoff bez. Eisenerz bei den verschiedenen Tempera-
tu_ren so kurz, dass der ,,G 1eich g e wicht s zustand" sehr selten
Wirklich erreicht werden wird. F.)
_Spaltung des Kohlenoxyds und das Hochofen-
g 101 oh g e wicht. R. Sc h e n c k und F. Z i mm er man n (Ber.
~euts~h. 36, 1231; z. Elektr. 1903, 691) haben das Gleichgewicht der
.neaction

b.
+
2 CO _. C C09,
-- und bei Gegenwart verschiedener
ei verschiedenen Temperaturen
fetalle, die als Katalysatoren dienen sollten, gemessen. Als Apparat
iente ein Man o m et er welcher an das zu erwärmende Reactions-
gefäss angeschlossen war,' und so construirt war, dass die Aus de h-
n u n g des Gases gemessen, das Reactionsrohr evacuirt und mit dem zu
untersuchenden Gas gefüllt werden konnte, ohne dass man den Apparat
auseinander zu nehmen brauchte. Da die Reaction
. 2CO = C +C02 + 39000 cal. .
n11 t starker Wärmeentwickelung verbunden ist so ist das Ole1chgewicht
.
b~1. höheren Temperaturen mehr zu Onnsten des ' Monooxyds versc.h0 ben,
Wie die Erfahrung bestätigt. Die Oxyde beschleunigen die Reaction
. eo-- e + eo,
nicht, im Gegensatz zu den Veröffentlichungen von B o u d o ~ a r d, de~n
der Druck blieb constant. Bei allen fand aber eine Reaction statt, m
der das Oxyd theilweise reducirt und so Kohlensäure gebildet wurde.
118 II. Oruppe. Metallgewinnung.

Wohl wirken aber die :Metalle beschleunigend auf drn Zerfall von CO,
oft äusserst stark. - Die Reaction: 2 CO = C +
C0 2 verläuft bei
44f>O zwar bimolecular, bei niederen Temperatmrn jedoch monomole-
cnlar. Das gilt sowohl bei Anwesenheit von Nickel und Kobalt als auch
von Eisen. Bei Kobalt unrl Nickel i~t die Reaction
CO=c+o \
eo + o = cos ·
(B)\(a)
(/J)
anzunehmen, so dass bei niederen Temperaturen der Dissociations-
vorgang langsam vor sich geht, <ler Verbrennungsvorgang aber schnell,
bei höheren Temperaturen die Dissociation dagegen so schnell, dass man
den Ein<l.ruck einer birnolecularen gekoppPlten Reaction bekommt, da
die Vorgänge zeitlich zusammenfallen. Im Uebrigen geht die Reaction
nicht bis zum annähernd völligen Verbrauch des CO vor sich, wie
B o u d o u a r <l. behauptet, sondern bis zu einem Gleichgewicht, welches
messbar ist. - Bei Eisen wirkt das Eisen reducirend, und man erhiilt
schliesslich nur Eisenoxyd und Kohlenstoff, denn die Druckabnahme im
Reactionsgefäss hört iiberhanpt nicht auf. ~lan kann die Reaction
nicht einfach
+
2 ~·e ß CO = Fe 2 0 3+ 3C
schreiben, denn so lange CO da ist, ist auch C0 2 vorhanden, und dieses
wird bekanntlich vom Eisen wieder zn CO reducirt. Es gehen also
zwei Reactionen gleichzeitig, die durch Eisen katalytisch beschleunigte
Reaction
2CO = C + C0 2 ,
an der sich Eisen direct nicht betheiligt, und die Heaction
+
2Fe +
3Cü.1 = Fr 1 0 3 3CO.
Das Oxyd zerfällt in C und C0 2 , ist ein bestimmter C02 -Gehalt
überschritten, so wird dieses vom Eisen wieder zu CO reducirt, dadurch
ist aber das erste Gleichgewicht zerstört, es zerfällt wieder CO in C
und C0 2 u. s. f. - Die Dissociationsreaction wird um so mehr von dem
Eisen katalytisch beschleunigt, je öfters dieses benutzt worden ist., so
dass sich mit häuferigem Gebrauch des Eisenbimssteines die Gesammt·
reaction immer mehr der bimolecularen Form nähert. Auch Wasser·
dampf und Quecksilber wirken heRchleunigend. Wie beim Nickel ist
bei höherer Temperatur eine andere Reactionsordnung als hei niederer.
Bei Nickel war sie aber hei 445° schon bimolecular, bei Eisen ist sie
bei derselben Temperatur noch monomolecular, wird erst bei noch
Mheren Temperaturen bimolecular. Also hat auch die Natur des Kata·
lysators einen Einfluss auf die Reactionsordnung. - Die Zusammen·
setzung des Gases heim Gleichgewicht i~t.
bei 445° fi2,8 Proc. CO und 4 7.2 Proc. C02 ,
,, r,os 0 47,1 ,, ,, ,, ri2,n ,, ,,
Uehereinstimmend mit der :Forderung von Le Chatclier, dass
das Hochofengleichgewicht deswegen sich mit der Temperatur nicht sehr
ändern kann, weil die Heaction
2 Fe + 3 C0 2 = Fei03 +
3 CO
Eisen. 119
ei~e sehr kleine Wärmetönung hat. - Bei sehr viel höherer Temperatur
wird nie!1t 1 · .
. me 1r em solch starker CO!l-Oehalt des Gases errewht, dass
ei~e Rednction desselben durch das Eisen stattfindet, d. h. es bleibt bei
se r hoher Temperatur der Reaction C aus, unrl das Eisen verhält sich
genau wie Nickel.
(Z GB i 1d n n g von Graphit im Hochofen. Nach Weins c henk
0
b : ~ 1. 1903) fand heim Abbruch eines alten Hochofens, wie dies fast
i ei t 1 en Hochöfen auftritt, eine Verkohlung der Steine des ::\[auerwerks
~ nnern des Hochofens statt. Diese Verkohlung begann noch in der
~ erpn Sehachthälfte bei einer Temperatur von etwa 5000. Sie nahm
nonhoben nach unten immer mehr zu, wie sie sich vom Sehachtinnern
ahe aussen zu in helleren Farben abstufte. Auf einer Seite des Ofens
n am d' V
n t Sie erkohlnng des Mauerwerks schon kurz nach oben bezeich-
0; er telle in dem Maasse zu, dass man das Steinformat oft gar nicht
wer nur mPhr schwer erkf'nnen konnte. Dieses verkohlte Mauerwerk
knart stark zerkliiftet und namentlich in diesen Klilften wurden Krystall-
amo e~ von Zinkoxyd gefunden; neben den Krystallen lagerte sich
ab o~p er Kohlenstoff in grösseren Mengen ab. Vom Rastanschlusse
gr·~arts fand man Zinkoxydkrystalle nur mehr selten und dann nur in
ga~sserer Entfernung vom inneren Ofenrand in den Steinfugen, dagegen
Ot es von dieser Höhe ab eine Unmenge Tropfzink. - In der Rast des
2/ ens War das Mauerwerk nur mehr in geringer Stärke vorhanden, mehr als
Ma der nrsprilnglichen Stiirke war abgenutzt. Auf dem noch vorhandenen
.auerwerksrest war ein schlackenähnlicher, schwarzer, sehr hygrosko-
f :Seher Steinansatz. Zwischen diesem Steinansatz und dem erhaltenen
~ ;uPrwerk war Pine durchschnittlich 4 cm, manchmal_ aber auch. bis
b cm starke Rnssschicht, im Boden befand sich eine „Eisensan". Diese
bestand aus allerlf'i Eisenarten und am Rande fanden sich mit Graphit
_edeckte Eisenkrystalle. Das Vorkommen derselben erstreckte sich bis
1
:f
~ unter das Gestellmauerwerk, am meisten, ja sogar i1ber dasselbe
Inans, an der Stelle, wo sich rler Schlackenstich befand, wo die Wärme
~: stärksten zusammengehalten wurde, unter dem Schla_cken_abfluss.
c /e~i unterst_en Theilen der „Sau'' fand man O~nge von mit St1ckstoff-
h!l nti_tan gC'm1schtem Eisen ausgefüllt. Diese gnffen auch m das unt~r-
St b hegende Mauerwerk ilbcr. Dieses hatte schieferige, muldenförm1ge
ructur, parallel zum unteren Hantle der „Ofensau". In diesem Mauer-
W:rk liessen sieh die friihcren Steinfugen, mit Eisen ausgeschmolzen,
;ieder erkennen. Der Graphit wurde in den noch erhaltenen Steinen
~s Bodens, in Rissen und Spalten in Steinfugen u. dgl. gefunden. -
Dl(l •
weitere '
Untersuchung ergab dass bis zum Rastansch l uss herun ter
aus. sc liesshch amorpher Kohlenstoff vorhanden war, welcher zum Th ei·1
h · · '
f 18
Brec~icn~tructur der urspriinglichen Scharmotte deutlich erkennen
ess, theilwe1sc aber auch gleichmässig schwarz und von Kohle erfn!lt
War. Durch massenhafte Adern von derbem Zinkoxyd, in welchem in
g_rosser Zahl praC'htvolle Drusen mit Krystallen sassen, erhielt das an
sich oft geradezu erdige Gebilde einige Festigkeit. Der amorphe Kohlen-
120 II. Gruppe. Metallgewinnung.

stoff erfüllte den Stein gleichmässig und verlieh ihm je nach seiner
Menge eine graue bis rein schwarze Farbe. Von diesen Bildungen,
welche ebenso im unteren Ofentheil auftraten , unterscheiden sich die
Steine aus der Formhöhe und den noch tiefer gelegenen Partien. Hier
ist Graphit an Stelle des amorphen Kohlenstoffs getreten, derart, dass
die kleinen Bruchst(lcke, welche in den Scharmotten vorhanden sind,
ganz mit feinschuppigem Graphit erfüllt waren und eine milde Be-
schaffenheit und glänzenden Strich angenommen hatten , während in
dem härteren Zwischenmittel grobschuppiger Graphit zur Ausbildung
gekommen war.
Die Be rech n u n g ein es Hoch o f e n s auf graues Giesserei-
roheisen führt C. Waldeck (Stahleisen 1903, 670) an einem Beispiele
durch.
Schwefel reiche Brennstoffe im Hochofen sollte man
nach 0. Simmersbach (Stahleisen 1903, 165) zur Spiegeleisendar-
stellung verwenden; falls passendes Erz nicht vorhanden, kommt in
zweiter Linie die Fabrikation von basischem Martinroheisen, welches
einen schwankenden und theilweise hohen Siliciumgehalt ertragen kann,
und in letzter Linie der Betrieb auf Giessereiroheisen, besonders bei
leichter Reducirbarkeit der Erze, indem man das nothwendige Silicium
ohne Weiteres ins Roheisen hinein bekommt und zwar auch bei geringer
Temperatur, was sehr in Betracht kommt, da die Hochofengase in Folge
des hohen Kalksteinzuschlages sehr reich an Kohlensäure sind, und die
Cowper deshalb nur schlecht geheizt werden können.
Die Verwendung von phosphorarmen Magneteisen-
steinen im Hochofen wird empfohlen (Stahleisen 1903, 239), besonders
folgende schwedische Erze:

:Freja A 1Kiirunava.a.r&·1 Luossava.a.ra

}'e3 0• 93,44 71,16


FeO. 30,63
Fe 2 0 3 64,20 1,62 26,32
MnO 0,15 0,26 0,26
Ca.0. 0,40 0,80 0,30
MgO. 0,35 0,61 0,22
Al 2 0 3 0,44 0,89 0,66
P~05 • • 0,05 0,08 0,086
Riickstand ... 3,86
in diesem Si02 2,02 1,95 1,86
Al1 0 3 0,84
}'e20s 0,40
CaO 0,50
MgO 0,16
·Gesammt-Fe 69,04. 68,80 69,23
" Mn 0,12
" p 0,02 0,004 0,037
" s . 0,09 o,oos o,os
Eisen. 121
In Witkowitz wurden bis vor einigen Jahren zur Erblasung von
Bämati.t spanische Erze verwendet; in den letzten drei Jahren wurde je-
d~ch. d1e_ses Material durch phosphorfreie Erze der Bergwerksaktiebolaget
„heJa" m Koskullskulle bei Gellivara ersetzt. Der früher in Witkowitz
verwendete Möller hatte folgende Zusammensetzung:

Erzsorte
J~_ I 1
Koks 2300 27,6 1,84 0,92 0,23 1117,3 78,2 28,9 12,6
Spanisdbe Sp~te · 1300 729,2 0,13 13,26 -
i 141,0 29,9 16,9 48,1
Freja-Magnete · 500 333,5 0,10
Thoneisenstein 300 173,4 0,04
0,60
0,26
15,5
96,0
-
-
9,9
19,6
1

j
7,8
0,9
3,1
0,6
Kiesbrltnde · 500 270,5 0,05 0,45 6,6 2,0 1,6
Kalkstein · · 800 0,16 ~-;~_,_ ~,5
~------- - - - .
Erzsatz 2600 · :-~ - 163!,2 2,32 15,49 0,631391,3 1'4,1 66,5 66,8
1

.\nsbri ugen :
Eisen . . . . . . . . . 1!i,34
Mangan . . . . . . . . 124
Kohlenstoff, Silicium, Phosphor. 9!l
175,
. Koksverbrauch für 1 t Rohl,iS('ß: 1310 k. Die Analyse des gefallenen
E isens war:
Silicium 2,4- bis B,2 Proc.
Phosphor 0,14 „
Mangan 0,80 ,,
Ges. Kohlenstoff 3,HO
Schwefel 0,02
Kupfer 0,04 "
"
Um klar zu werden sowie um den Einfluss der Magneteisensteine
auf den Ofengang, auf Koks verbrauch, Silicium- und Graphitbildung fest-
zustellen, wurde während einer längeren Schmelzzeit ein Möller gesetzt,
Welcher folgende Zusammensetzung hatte:

~te /_k I Fe r p i Mn 1·c~-1-~-~o. IAl1<>a/cao~


~oks • . . 3900 46,8 3, t 2 j 1,56 0,39 198,9
132,6 49,0 21,4
"'iesbrllnde 1000 641 O O 10 O 90 0 60 43 0
13,9 4,0 8,0
Freja-Magnet~ · ' o' 63 ' 8 ' 97' 6
62,4 49,4 19,8
~honeisenstein ·
alkstein
8

1400
~:g !~!:!
2

-
0:10
0,28
g:~6 2.io:o 36,7 2,4 1,S
____ -- --
Erzsatz 44Ö~ 2834,5 4,23 6,89 0,99 579,6 244,7 10t,S 46 •4

Ausbringen:
Eisen . . . . . . . . . 283~
Mangan . . . . . . . ·
Kohlenstoff, Silicium, Phosph_or_·---:,.,1;-;7„0_
3010
Kok~vcrbrnuch für 1 t RoheiSL'll 1295 k.
122 II. Gruppe. l\frtallgowinnung.

Der letztere Möller wurde bei gleiehbleibender Gichtenzahl Wochen


hindurch gesetzt und damit die gilnstigsten Resultate erzielt. Statt des
befürchteten niedrigen Siliciumgehaltes zeigte die Analyse des erblasenen
Roheisens einen bedeutend höheren gegenüber demjenigen, der sich bei
der Verarbeitung der spanischen Erze ergeben hatte. Da der Silicium-
gehalt (3 bis 5 Proc.) des Roheisens, welches für Herstellung von Coquillen
bestimmt war, filr diesen Zweck zn hoch erschien, so wnrde in der
zweiten Hälfte der Schmelzzeit mit kälterem Wind geblasen. Der
Siliciumgehalt wurde dadurch auf das gewünschte Maass (2,5 bis 3 Proc.)
redncirt. Der Kohlenstoffgehalt bewegte sich zwischen 3, 7 bis 4 Proc.
Der Gang des Ofens war während der ganzen Schmelzzeit durch keinerlei
Störung unterbrochen und zeigte im Gegensatz zu seinem Verhalten bei
Verhüttung anderer Erze keinerlei Neigung zum Hängen, was sich daraus
zu erklären scheint, dass mit Rilcksicht auf das hohe specifische Gewicht
der Magneteisensteine der Koks räumlich vorwiegt, in Folge dessen eine
Lockerung der Schmelzsäule eintritt, welche Lockerung ein Hängen der
Gichten zu verhindern scheint.
Zur Bestimmung von St a II b in Hochofengasen saugt
L. M a r t i u s (Stahleisen 1!)03, 735) das Gas durch aufgespanntes Filtrir-
papier, dann durch einen Gasmesser. Der kleine Behälter mit dPm
Filtrirpapier wird gewärmt, um das Niederschlagen von Feuchtigkeit rn
verhindern. Proben von Hochofenstaub 1) hatten folgende Zusammen-
setzung:

Staubanalyse eines <lnutschen Eis,•nwcrks.

300 111 Unmittelbar


von dor vor der
Gasmaschine (lasmaschino
Fe ...... . 36.4-3 Proc. 7,!)8 l'roc.
Mn . . . . . . . 1,74 2,40
Unlöslicher Rückstand 13,!)J 11,!lii
p 0,7:l
Si . 11,77 11.(\()
Al . 5.:J.1 :l/>0
Caü. li,iil 10,80
Mgü l ,fi 1 1,8:i
Ph H,2:l
Cu . (),03(3 Hpure.n
Zn . ~1,25 18,fi:i
As . 0,012 Hpnren
s ... 0,2:i 1,41
Gliihverlust 11,14 2,!ifi

1) Vgl. F. Fischer: Handbuch der chemischen Technologie, Hi. Anti.,


1. Bd., S. 177 (Leipzig, 0. Wigand).
Eisen. 123
Staubanalyse eines belgischen Eisenwerks.

W eisser Staub Weisser Staub


Grauer Staub aus den aus den
aus der Cowper- Kanälen der
Rohrleitung apparaten Kessel
----....-~.. .- ~ --=- ~-~=~~=~-~~=~=== = =
----=~=-
_--=......:: ____

Glühverlust 8,40 0,50 3,50


Si 18,40
Al .. 11,60 21,10
6,30 6, 70 4,80
CaO 9,60 14,60
4,00
Mg 2,00
0,60 2,36
ZnO 7, 7;; 4,35
3, 76
PbO 6,40
a,30 6,90
1''e203 14,70 19,46
39,00
FeO. 16,30 1,80 Spuren
Mn10
s 3 0,60 1,60 1,60
1,06 0,76 o, 16
~Ö~liche Alkali~n · · · · ·
0 0,20 7,20 7,50
nlösliche Alknlien u nd ·suifat~ .5,80 18,90 16,90

Apparat zum Kt1hlen und Reinigen von Hochofen-


iasen. Nach Blast Furnaoe Power Syndicate (D. R. P.
d r. }34 371). Durch einen über einem Wassertrog befindlichen Behälter,
er durch Zwischen-
;ä~de in mehrere Ab- Fig. 47.
_eilungen zerlegt ist, =""f..,."":F"'"filj 'j'=j"""'j,,.===--
\V.1rd Hochofengas im { "" !I
Zickzack geleitet wel-
ches die in diese~ Ab-
theilnngen angebrach-
ten Rohre f (Fig. 4 7)
bestreicht. Die in ent-
gegengesetzter Ri('h-
tung mittels in die
Röhren f einmilnden -
der Rohreh eingefnhrte
~llft wird dadurch er-
hitzt, während sich
an_rlen Rohren f und an den Zwischenwänden e die vom Hochofengase
lllitgefilhrten Verunreinigungen absetzen.
Z 11 m Re i n i gen v o n Hochofengasen findet nach B. H.
Jhwaite und F. Gardner (D. R. P. Nr. 134664) eine Vorreinigung
er warmen Gnse statt, dann folgt Abkühlung und Nachreinigung.
D i e Eisen i n du s tri e a II f der I n s e l E I b a bespricht
~r. Poech (Oesterr. Bergh. 1!)03, 366). _ Hochofenanlage auf
c er Insel Elba bi>schreibt J.Nebelnng (Z. Ingen. 1903, 1625), -
F. S t a r k (das. S. 1161) das Ei 8 e n h n t t e n werk G u r j e w s k im
124 II. Gruppe. Metallgewinnung.

Altai, - E. Holz (Verb. Gewerbfl.1903, 255) die Grundlagen der


r u s s i s c h e n E i s e n i n d u s t r i e.
Das Verfahren zur directen Eisen- und Stahler-
z e u g u n g in einem von aussen beheizten, den Feuergasen gegenüber
geschlossenen Reductionsgefäss unter Einhaltung eines Ueberdruckes
innerhalb und ausserhalb des Gefässes von C. Otto (D. R. P. Nr.141567)
ist dadurch gekennzeichnet, dass der grösste Theil der Reductionskohle
oberhalb oder neben der Beschickung in einem besonderen Behälter
untergebracht und nur so viel möglichst reine Kohle dem Erze unmittel·
bar zugesetzt wird, dass die Reduction desselben eingeleitet wird, um
die Aschenbestandtheile der Reductionskohle nach Möglichkeit von dem
schmelzenden Eisen fernzuhalten. Zunächst ist der feuerberiihrte Boden
des Reductionsgefässes in geringer Höhe mit klein gepochtem Eisenerz
zn bedecken, dem zur Einleitung der Reduction eine geringe Menge
möglichst reiner Kohle beigemischt wurde. Dann sind die Speicher-
räume mit zerkleinerter magerer Kohle, am besten mit Staub von Stein-
kohlenkoks, zu füllen, während der verbleibende Raum des Gefässes
den Rest des grusförmigen Erzes aufnimmt. Ist auch für das Aussen-
feuer Kohle aufgegeben, der Ofen geschlossen und das kräftig wirkende,
beispielsweise 1 Atm. Ueberdruck sichernde Gebläse angelassen, so be-
ginnt in dem Erz- und Kohlegemisch die Reduction und damit die Bil-
dung überschüssigen Kohlenoxydgases, welches sich durch das aufge-
schüttete Erz hindurch im ganzen Gefäss bis zu den Kohlenspeichern
verbreitet und, sobald die innerhalb gelagerte Kohle in Glut gerathen
ist, die Staffel bildet, auf welcher das aus der fortschreitenden Erz.
reduction hervorgehende Kohlendioxyd diffundirend aufsteigt, um zur
Rückbildung in einfaches Kohlenoxyd an den entfernt aufgespeicherten
Kohlenstoff zu gelangen. Nun ist der zu nehmenden Kohlenoxydbildung
entsprechend der überwind zu verstärken, zumal der steigende pyro-
metrische Erfolg die Kohlensäure des Aussenfeuers geneigt macht, sich
an dem noch nicht aufgezehrten äusseren Kohlevorrath zu Kohlenoxyd
zurückzubilden. Das ursprüngliche Verhältniss zwischen dem in ge-
wöhnlicher Weise vorgewärmten Ober- und Unterwinde ist erst wieder her-
zustellen, wenn es sich nach Vollendung der Reduction und nach Auf-
hören des Wärmeverbrauchs derselben darum handelt, den gewonnenen
Eisenschwamm zu schmelzen. Zu dieser Zeit ist die dem Erz un-
mittelbar beigemischte Kohle aufgebraucht, das schmelzende Eisen ver-
mag also aus der klein gehaltenen Schlackenmenge schädliche Stoffe
nicht aufzunehmen. Die bezüglichen Verbindungen erliegen eben nur
dem gemeinschaftlichen chemischen Angriff der Kohle und des Eisens.
Das :Flusseisen soll unter diesen Umständen in der bis zum Schluss sich
erhaltenden reducirenden Atmosphäre in seltener Reinheit und fast nn-
gekohlt gewonnen werden. Will man gebrauchsfertig gekohltes Eisen
oder Flussstahl erzeugen, so hat man zuvor Eisen mit entsprechend
hohem Kohlenstoffgehalt, Stahlbrocken o. dgl. in das Reductionsgefäss
einzusetzen, also filr Bildung eines hoch gekohlten Schwelzbades zu
Eisen. 125
sorgen, wobei die Schmelztemperatur sich in höchst wnnschenswerther
Weise herabsetzt. ·
Elektrische Verfahren. Elektrischer Ofen zum Zusammen-
backen von feinen Erzen und Zuschlägen. NachM.Ruthen-
b ur g .(D. R. P. Nr. 138 659) stehen die Stromleitungen 3 (Fig. 48) mit
dem Emschütttrichter J und dem Contactstück, welches auf dem mit der
Welle 6 leitend verbundenen Cylinder schleift, in Verbindung. Von letzte-
rem gelangt der Strom über die Weile 6 nach der
~uf dieser befestigten Walze 2. Die Welle 6 läuft l<'ig. 48.
in Lagern 8, welche an dem Trichter 1 ange-
bracht und von diesem durch eine Schicht aus
nicht leitendem Stoff isolirt sind. Auf dem
anderen Ende der Welle 6 sitzt ein Schnecken-
rad 12, welches mit dem auf der Welle 14
des Motors 15 sitzenden Schneckenrad 13 in
Eingriff steht. Der 1tfotor wird durch Lei-
~~gen 16, 17 gespeist. An dem unteren
nchterende sind Hohlräume 18 znr Aufnahme
v~n Kühlwasser vorgesehen. Der Trichter 1
;,ir~ an isolirten Schienen 22 in geeigneter
eise aufgehängt. Das in den Trichter auf-
gegebene Rohmaterial 5 fällt nach unten auf
~i~ Walze 2 und bildet hierbei zwischen dem
r1chterende und der Walze eine Leitungs-
brücke, wobei das Material durch den hier
durchfliessenden elektrischen Strom erhitzt
"'!rd. Hierdurch werden die Massetheile ge- .
wissermaassen zusammengeschweisst und sodann in verhAltnissmAss1g
grossen Klumpen durch die Drehung der Walze 2 ausgeworfen.
V e r f a h r e n z u r fa b r i k m ä s s i g e n G e w i n n u n g v .o n
flüssigem, schmiedbarem Eisen beliebigen Kohlen-
8 t O ff g e h a l t e s a u f e l e k t r i s c h e m W e g e von E. S t a s s a n o
(D. R P. Nr. 141512) bezieht sich auf die fabrikmässige Gewinnung
von Eisenlegirungen mit Chrom, Wolfram, Nie k el, Mangan u. s. w.,
Wobei die Herstellung des Stahles, des Eisens oder dessen Legirungen
durch die direkte Rednction der Eisenerze in einem geeigneten Ofen
vermittels Holzkohle in Verbindung mit der strahlenden Wärme des
elektrischen Flammenbogens unter gleichzeitiger Ueberführung von un-
erwünschten Verunreinigungen in die Schlacke in Folge geeignete~ Be-
messung verschiedener Zuschläge erfolgt. Bei der Ausführung dieses
Verfahrens können nur solche elektrische Oefen verwendet wer~en,
"'7elche von dem Zutritt der Aussenluft vollständig abgeschlossen smd,
so dass man nach Zusammenstellung der Beschickung 1m tan e 18 '
. s d .t
Legirungen von im voraus bestimmter Zusammensetzung zu erhalten:
D~r Ofen besteht aus einem Schacht A (Fig. 49 S. 126),. der d?rch zwei
nut ihren Grundflächen aufeinander stehende Kegel gebildet wird. Der
126 II. Gruppe. Metallgewinnung.

untere Kegel münd et in einen cylindrischen Raum C, der den eigent-


lichen Schmelzraum bildet; c sind die beiden Kohlenelektroden, f ist die
Abstichöffnung. Der obere Theil des Ofens ist mit einem Trichter mit
doppeltem Verschluss ver-
Fig. 40. sehen, so dass , wenn der
o Kegel v vermittels eines He-
=:(~ ~ ~ bels o abwärts gedriickt wird ,
um Erz einzufilllen, uie
Aussenluft nicht in das
Innere des Ofens gelangen
kann. Seitlich sind im ohe-
ren Ofentheile Oeffnungen
angeordnet, in welche Röh-
ren t münden, die zur Ab-
führung der Gichtgase be-
stimmt und durch ei11 Siphon-
rohr vor Lufteintritt ge-
schützt sind , selbst wenn
der Gasdruck im Ofeninn ern
gerin~er ist als der Druck
der Atmosphäre. Das Erz
wird sorg fältig ausges ucht
und mittels der gebräuch-
lichen Maschinen gepulvert. Nachdem das Pulver gesiebt, gewaschen
und getrocknet ist, kann os, wenn es die Natur des Erzes gestattet,
einer magnetischen Reinigung behufs Beseitig ung des tauben Gestein s
unterzogen werden. Hierauf wird das so vorbereitete Material analysirt,
um dessen chemische Zusammensetzung festzustellen und die nöthigen
Mengen von Kohlenstoff, Kalk und Kieselsäure zu ermitteln, welche zur
Bindung des im Erz enthaltenen Sauerstoffs und zur Ueberführu11g uer
in der Masse noch vorhandenen Verunreinigungen in die Schlacke er-
forderlich sind. Angenommen, dass die zur Verfiigung stehenden
Materialien folgende Zusammensetzung haben :

Fe,0 3
Erz

=- 93,02 0 CaO
Zuschlag

- 61,21
.t C
Kohle

- 90,42
MnO 0 , 61!) MgO 3,11
CaO ! O, öOO A\ 1 0 1 !- O,f>O
Asche= 8,88
H 20
- 6, 70
MgO
Si0 2
s
a,i90
0,()58
l<'e,01
Si0 1
C02
-
-
0,90
43,43
l' O,Oü6
H20 1,720

so enthlilt 1 k Erz 030,2 g Fe1 0 3 , d. h. 930,::? : 160 - ri,81 Mol. von ~·e,0 1 , wobei
zur Verbrennung des Sauerstoffes 5,81 X 3 Mol. von C nöthig ~ind, d. h.
5,81 X 3 x 12 - 209,16 g von C, und da aus der Zusammensetzung der Kohle
Eist 11.
1
1:Z7
folgt, d_ass letztere !)0,4:.? I'roc. vun. C enthält, su werden 231,4 g von Kohle cr-
fonkrhch sein. Frrner cnthiilt ] k Erz 37,!) g Si01 , zu deren Bindung, um die
~i'hlacko z_u bilden, 1,26 Mol. von BaHon nöthig sind. Nun enthält I k Erz ß,Hl g
• nO und :i g CaO + MgO, folglich 0,087 :\fnl. MnO und 0,104 Mol. CaO MgO, +
w_enn man als Theilor daR Mittel der l\fuloculargewichto von CaO und MgO au-
nin1112t, also im Ganzen 0,087 + O, 10-1 - 0,101 Mol. von Basen. Zur ßmdung
dor.I\.10solsiiurc muss man dC>m Erz 110,·h 1.:.?!l -- O,l!'ll - 1,06!) Mol. an Basen
zufugon. Ans der Zusa111mnnsf'tz11ng d,•s Kalkstf'inos nrgibt sich, daHs 100 g
(1t•ssclbcn
0,!114 '.\lol. CaO,
0,078 „ MgO.
0.004 ,. A12 0 3 + Fe20a,
0,0 l :1 " 8i02
y!ithalt„n, im Ganzen demnach O,!l!l!i :\loL Basen und 0,01:> Mol. KiesPlsilure, zur
d>Ind~rng d(•r lctztcrPn sind ungofah!' 0,0,lO l\fol.,:~n BaHon crf:>rdrrlich. Man kann
ahr1 hcredmcn, dass auf 100 g Kalkstr111 O,!lbh Mol. chem1srh wirkende Basen
, .n, unc1 es s111
entf·illo · d fo Ig1·ic I1 l.Oü!I
, -;-, >< 10( l - · zur n·
1 I 1 g 1·\II lk·stem ,rn d ung der
o,.lhh
Kiesclsilurc im Mineral crfordcl'IIC'h. llie Zusammensetzung der Misehnug
ist also
Erz . 1000 g
Kohlt• :!.'ll „
Kalkstoi11 111 ,,
Als Bindemittel filr diese l\lischung kommt noch eine gewisse
Menge Theer von 5 bis 1O Proc. C je nach der Natur des Erzes in Ver-
wendung; da der im Theer enthaltene Kohlenstoff an der Reaction theil-
nimmt, so muss man dementsprechend den Procentsatz der Kohle in der
~adung vermindern. Wenn man anstatt des weichen Eisens irgenrl
eine Stahlsorte herstellen will, so braucht man nnr den Procentsatz an
Kohlenstoff entsprechend zu erhöhen. Auf dieselbe Weise verfährt man,
11 .lh Eisenlegirungen herzustellen, in welchem Falle der Mischung noch
die erforderlichen Oxyde und der zu deren Reduction nöthige Kohlenstoff
zugesetzt werden miissen. Es ist rathsam, jedesmal die berechnete
Zusammensetzung der Beschickung praktisch im Ofen selbst zu ver-
~llchen, um aus der Analyse des Productes die etwa erforderlichen Ver-
änderungen in den Verhältnissen der verschiedenen Bestandtheile er-
lllitteln zu können; jedenfalls werden, sofern die Analysen der Mineralien
llnd der anderen Zugaben sorgfältig ausgeführt werden, keine merkbaren
Veriinderungen in der Zusammensetzung der Beschickung n!lthig sein.
Drehbarer elektrischer Ofen von E. Stassano (D. R. P.
Nr. 14415()) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse des Ofens und
der zu demselben in unveränderter Lage befindlichen Bestandtheile in einer
schrägen, von der Senkrechten etwas abweichenden Richtung steht, wo-
~urch die auf dem senkrecht zur Drehachse angeordneten Ofenboden
liegende Beschickung ununterbrochen von den höher liegen~e~ Stellen
des Bodens nach den tiefer liegenden gleitet und so selb~tthät1g 1~ mehr-
fa~hen Richtungen durchgearbeitet wird. - Der von emem Cylmder 1
(F_ig. 50 u. 51 S. 128 11 • 129) von Eisenblech bestehend~ Mantel des Ofens
Wird von einer Kugelkalotte 2 überdeckt und ruht auf erner Platte 3, deren
128 II. Gruppe. Metallgewinnung.

Drehachse 4 in dem Spurlager 5 läuft. Ein von aussen her bewegtes Ge-
triebe 6 greift in den im Umfange der Tragplatte 3 angeordneten Zahn-
kranz 7 ein. Da die Drehachse 8 des Ofens etwas gegen die Senkrechte
l<'ig. 50.

geneigt steht, so ist behufs Drehung desselben um seinen Drehzapfen 4


die Unterstützung durch Rollen 9 geboten, die auf der Schiene 10 laufen.
Die Ebene der bezüglichen Lauffläche steht senkrecht auf der Ofendreh-
achse 8, ist also gegen die Wagerechte entsprechend geneigt. Der
Boden oder die Sohle des Ofens geräth dabei in eine so geneigte Lage,
dass die in Fluss befindliche Beschickung während der Drehung unaus-
gesetzt von den höher liegenden nach den tiefer liegenden Stellen fliesst
und dadurch in umfassender Weise durchgearbeitet wird . . Der innen
mit feuerfestem Stoff ausgekleidete Schmelzraum 11 des Ofens ist mit
einem Abzugskanal 12 versehen, durch welchen die Reactionsgase ent-
weichen können. - Die am Ende eines Kanals 14 vorgesehene Be-
schickungsöffnung ist mit einem Fülltrichter 15 mit Doppelventil aus-
gestattet, sowie durch einen Stöpsel 16 geschlossen. Die einander gegen-
über liegenden Oeffnungen 17, 18 in der Wand der Schmelzkammer
dienen zum Abziehen des Metalls und der Schlacke. - Die Elektroden
gehen durch zwei Oeffnungen 13 hindurch und sind in doppelwandige
Umhüllungen 19 eingeschlossen. In dem von beiden Wänden derselben
gebildeten Zwischenraum kreist Wasser, um die Temperatur während
Eisen. 129

~es Betriebes niedrig zu erhalten. Hieran schliessen sich die hydrau-


lischen Cylinder 20, deren Stangen 21 durch Arm 22 und Bügel 24 mit
den Stangen 23 der Kohlenträger verbunden sind. Die Führungsbügel 24
gleiten auf den Flächen
der Stangen 25,welche F'1g. !J·1 •
letzteren durch Stre-
ben 27 versteift sind.
Hierdurch ist es er-
möglicht , die Bewe-
gung der Cylinder-
stangen 21 gleich-
mässig und sanft auf
die Stangen 23 der
auf Rollen 28 gleiten-
den Kohlenträger zu
ilbertragen. Ein am
oberen Theil der
Schmelzkammer vor-
gesehener Kanal 2.9
ermöglicht den freien
~bzugderGase, welche
sich Während der Re-
action bilden. Der
Kanal ist von einem
lllit Sand gefüllten
~lase 30 umgeben, wo-
rin der untere Theil
des Rohres 31 ein-
taucht. Dieses Rohr
nimmt nicht an der
Drehung der Schmelz-
:animer theil, sondern wird in beliebiger Weise unbeweglich festge-
·. alten. Ausserdem sind auf der Kugelkalotte des Ofens zwei vom Ofen
IS~lirte Arme 32 befestigt. Diese tragen Bürsten 33, welche auf den
?8 1den Ringen 34 des Rohres 31 gleiten und von diesem elektrisch

~?lirt, dagegen mit den beiden Hauptstromleitungen verb~nde~ sind.


k ie Arme ~2 st.ehen mit de~ Elektrodenstangen ~3 d~rch die Le1tungs-
abel 35 m leitender Verbmdung. Daraus ergibt sich, dass der un-
llnterbrochene Verlauf des Stromes durch die beiden festliegenden Ringe 34
Und die Bürsten 33 gesichert ist. Da der Ofen bei seiner Dreh-
tewegung d_ie Kohlen und die Kohlenträger mitnimmt, ebenso die ~ydrau-
schen Cyhnder, welche in allen Lagen des Ofens unter dem Emffusse
des Druckwassers wirksam sein müssen so befindet sich unterhalb der
'I'ragplatte 3 des Ofens eine besondere Vorrichtung zur Vertheilung des
"'.assers in die Umhüllungen 19 und die hydraulischen Cylinder 20.
Diese Vorrichtung besteht aus einem ringförmigen Metallkörper 36, der
JRhrosber. rl . ohom. Tochnologio. XLIX:. !)
130 II. Gruppe. Met.allgewinnung.

auf dem Spurlager 5 befestigt ist und fünf ringförmige Hinnen besitzt,
von denen eine jede mittels besonderen Rohres mit der Speiseleitung in
Verbindung steht. Von diesen Rinnen vermittelt die äusserste die Ein-
leitung des Wassers in die Umhüllungen 19 der Kohlenträger. Die
anderen Rinnen dienen paarweise zur Vertheilung dPs Druckwassers in
die hydraulischen Cylinder 20, und zwar mittels geejgneter, in der
Zeichnung nicht dargestellter Ventile. Eine auf der Drehachse 4 des
Ofens befestigte durchbrochene Scheibe 87 nimmt an der Drehung theil;
dieselbe gleitet anf der Platte 3G und hält deren ringförmige Rinnen
vollkommen geschlossen. Auf der Scheibe 37 sind sechs Rohre be-
festigt, von denen die beiden äussersten der änsseren Rinne der
Scheibe 36 entsprechen und den WasserkrPislauf in den Umhüllungen J.'J
vermitteln. Die anderen Rohre entsprechen den vier inneren Rinnen
und enden an den hydraulischen Cylindern 20, denen sie das Druck-
wasser zur Bethätigung der Kohlenträger zuleiten.
Elektrischer Ofen zum Schmelzen von Eisens c hwamm
nach Ch. Orange (D. R. P. Nr. 139097). Der Schachtofen zum Re-
dnciren der Eisenerze besteht aus einem Blechmantel a, (~'ig. 52 bis 54),
der innen mit feuerfesten Steinen b ausgekleidet ist, und einem Gas-
erzeuger c bekannter Bauart,
Fig. fi2. Fig. :i:3 und 54. welcher dazu dient, Wassergas
I zu erzeugen. Im unteren Theile
des Schachtes werden zwei
Ringräume d und e vorgesehen.
In den Ringraum d lässt man
Luft eintreten, deren Zutritt
geregelt werden kann nnd
welche vorher erhitzt worden
ist, wenn man die Erzeugung
erhöhen will. In den Ring-
raum e tritt Wasserstoff und
Kohlenoxyd aus dem Gaserzeu-
ger ein. Der Schachtofen mnn-
det in einen Kanal, der mit
einer Oeffnung f versehen ist,
durch welche man einen Schie-
ber einführen · kann, um den
reducirten Eisenschwamm in
den Schmelzofen hinab zu be-
fördern. Im oberen Theile des Schachtofens erfolgt die Beschickung
und der Abzug der Oase wie bei den Hochofen. Der elektrische
Schmelzofen g, der sich unten an den Schachtofen anschliesst, be·
steht aus feuerfesten Ziegeln und schlechten Wärmeleitern. Durch
einen Mantel h aus Eisen wird er verstärkt. Der Schmelzraum ist
durch eine Zwischenwand in zwei Kammern i und k getheilt, die
durch eine Oeffnung l mit einander in Verbindung stehen. Durch diese
Eisen. 131

Anordnung, nämlich durch die in bekannter Weise als Schlacken-


schiitzc dienende Zwischenwand, soll vermieden werden, dass die
Schlacken mit der Kohlenelektrode r in Beriihrung kommen, weil
sonst die ArbeitslPistung in Folge der schlechten Leitungsfähigkeit der
Schlacken verringert werden wiirde, und bei dem Abstechen des Metalles
Lnft zu dem redncirten Eisenerz gelangt. Zu diesem Zwecke wird die
Am,flussöffnung m filr das Metall etwas oberhalb der Oberkante der
Oeffnung l, welche die beiden Kammern mit einander verbindet, ange-
ordnet, so dass diese Oeffnung l mit tliissigem Metall gefilllt bleibt, wenn
inan )[etall ausfliessen lässt. - In der Kammer i befindet sich eine Aus-
flnssöffnung o für clie Schlacken und ein Kanal p, der die Verbindung
~it dem Schachtofen herstellt und dessen Wandungen aus einem ein-
zigen Stiick bestehen. Die Kummer k besitzt die Ausflussöffnung m
f'iir das Metall, nnd in dem Mauerwerk ist ein Kanal q vorgesehen, der
an seinem unteren Theile mit dem Schmelzraume in Verbindung steht
Und durch welchen in senkrechter Richtung ein Eisenstiick n hindurch-
geht, welches als elektrischer Leiter dient und während des Schmelzens
teständig mit dem Metall in Beriihrnng steht. Durch die Decke der
umruer k tritt die Kohlenelektrode r hindurch. - Um den Ofen anzu-
lassen, lässt man in die Kammer i reducirtes Erz eintreten, bringt in
die Kammer k Eisenstiicke nnd lässt das Eisenstilck n so weit nieder,
dass es mit den Eisenstiicken in Beriihrung kommt. Hierauf senkt man
auch die Kohlenelektrode r so weit, dass der elektrische Bogen hergestellt
Wird. Die Lage der Kohlenelektrode verändert man nach den Angaben
des Aru peremeters und des Voltmeters, je nachdem sich der Spiegel des
Metalls hebt oder senkt. Die Hitze des elektrischen Bogens überträgt
anf die Eisenmasse die zum Schmelzen erforderliche Temperatur. In
der Kammer i trennen sich die das Eisen begleitenden Unreinigkeiten,
Welche schmelzbarer und leichter als das Eisen sind, sofort von dem
Eisen, steigen auf und schwimmen in Form von Schlacken auf dem
~isen, die man durch die Oeffnung o entfernen kann, sobald sie eine
hinreichende Höhe erreicht haben. Der Schmelzofen wird auf einem
Wagen angebraeht, so dass er schnell ausgewechselt werden kann, wenn
Reparaturen erforderlich sind. Das geschmolzene Eisen wird durch die
?effnnng m entnommen. - Will man Stahl herstellen, so bringt man
in die Kammer k eine MPnge Kohle, die sich nach der Masse des zu
schmelzenden Metalls richtet, und will man besonderen Stahl, z. B.
Chromstahl, Nickelstahl 11. s. w. erhalten, so bringt man in die
Kammer k eine l\fenge Chrom, Nickel u. s. w., die sich nach dem ge-
Wilnschten Gehalt richtet.
Ei s e n - u n d S t a h l erz e u g u n g i m e 1e kt r i s c h e n O f e n.
II. Golds c h m i d t hesprach auf dem internationalen Co~gress fllr an-
gewandte Chemie in Berlin die Anlage von St a s s an? m Da~fo (vgl.
~. ~lektr. 1903, 648). St a s s an o nutzt die sehr .r e 1 n e n, m Ober-
~tahen vorkommenden, noch wenig ausgebeuteten Eisenerze aus, wozu
lhm die billigen Wasserkräfte in dortigerGegend zustatten kommen.
\).
132 II. Gruppe. Metallgewinnung.

c k
, L a d ~ng 70 ,2,)
},rzgomisch folgender
Zusammensetzung
l
Beispiel fiir don Gang einer Operation
(im kleinen Ofen mit 1000 Amp. und 80 Volt).
Eisenerz . .
Kalk . . .
Kohlenstoff .
Beimengungen
I 000
12/'i
160
120
l Erzieltes l'rodnd
:J0,8 k Schmicdoison.

Tlie Beschickung enthielt hei dieser Operation:


f
7,234 k C
tTf.
46,Gl k Fe 10 3
0,309 „ MnO
1,895 „ Si0 2
~
~
0,25 ,, CaO + MgO ;;
0,86 „ H20 ""
1:" B,2ü:I k CaO
0, 194 „ MgO
0,05!i ,. Si02

2, / 14 " eo,
A
~
N
1 '~"'"°
0,310 „ Ascho
0,4/ifi „ n,o
:g
3,552 „ C
<),~:31 „ A,l203+Fc2Üa "" gi 2,43 „
O1 t

Kohlonwas- g
serstoffo
e
bo

I
0,016 „ Asche ~
Eigenschaft und Menge <l,ff Materialien:
AufgPgebon }M1altcn
Fe ,12557,28 g ,l0727,:n2 g
l\[n 230,74/i ., 28,:rn; ,,
:::li !110,448 „ Npuren
S 2!),000 „ l!i, 172 .,
P 28,000 „ 2,772 „
Um 8 Uhr 15 Minuten beginnt die Ladung und wird Strom gegeben.
Um 9 Uhr 15 Minuten wird die Ladung beendet und um 10 Uhr 15 Minuten
wird gegossen. Der Strom wird derartig geregelt, dass nach 20 l\Iinuten
80 Volt und 800 Amp. sind. Dann werden nach weiteren 20 Minuten
100 Volt und 1000 Amp. gegeben, und nach 30 Minuten geht man über
zu 70 Volt und 600 Amp. Nach weiteren 30 1\finuten wird auf 50 Volt
und 500 Amp. herabgemindert, und während der letzten 20 Minuten sind
100 Volt und 1000 Amp. Im Ganzen ist die gelieferte Energie 7290,000
Volt-Ampereminnten, welche beicos-==i 0,8 gleich sind (7290,000.0,8): 60
= 972,000 Wattstunden-== 972,000: 735 = 132,24 Pf.-Stunden.
Th e r m i s c h es E n d er g o b n i s s.
Zur Roduct10n .1. ,,,nupro d uc.t en.th . F'e b euur
· d · v ,,
-m-.
,, f te man 30727,312 102 »-
_9 7:30.262 ca!.

28,336
,, ~' ,, ,, Mn ,, ,, ----;;-c--- • 94,6 48,7HI „
" " DD
Zum Schmelzen des Metalles bedurfte man 30,8. 3,iO 10780,000 „
,, ,, der Schlacke ,, ,, !i,3 . 600 . . . . 3780,000 „
Zum Verdunsten des Wassers und zum Verwandeln desS{>lhen in
Dampf von 1000 bedurfte man 1,316. 637 . . . . . 838,2!l2 „
Zum Brennen des Kalkes bedurfte man 6,25 .475 . . . . . . 2068,7:"J „
Zum Ueberhitzen des ·wasserdampfes auf 500° bedurfte man
1,316.400.0,48 . . . . . . . . . 252,672 „
Zum Ueberhitz.d. C0 2auf 500°bedurfte man 2,714 .!iOO.O,Olli :0,044 4B3.f>fi·l „
,, ,, der Kohlenwasserstoffe auf 500° bedurfte man
2 43. 500. 0,27 . . . . . · · . . . . . . . . . 328,05
Zum Ueberhitzen des beider Reduction von Fe und Mn entstehenden
;10727,312 28,336) r. ,
CO bedurfte man ( 3. --
112
~ + ~ .,00.0,00b8 . . 2800,131 „
in summa 75020,330 cal.
Abzüglich durch die Verbrennung dos eingefahrenen C in CO wäh-
rend der Reductioneii" entwickelten 9,883.2175 . . . . . 2149/'i,525 ,,
· Rest 53524,805 ca!.
Eisen. 133
l\Iithiu ist. da die gelieferte Wärme -132,24. 635,3-84012,072 cal. betrug,
dl·e tl 1e11111sc·
. · h e 1,c1s.unrr
. t :i3:i24,80,->.
------- 100
61 :tl p roc.
- -
" 84012,072 '
Die Wärmezufuhr ist keine constante während des ganzen Processes.
Demnach will St a s s an o seine Oefen derartig einrichten, dass einige
Kohlepaare, etwa 3, in die mehr länglich gestaltete Ofenkammer hinein-
ragen, und während in dem einen Ofen ein Paar Kohlen stromlos gemacht
werden, wird ein anderes Paar in einem andern Ofen mit Strom versorgt,
so dass die ganze zur Verfügung stehende Kraft des Werkes constant
ausgenutzt werden kann. Zur Zeit betreibt St a s s an o - seitdem das
Werk in Darfo längere Zeit schon still gesetzt ist - eine Fabrikation in
Turin für die italienische Regierung. - Die Berechnung der Kosten für
1000 k Eisen gestaltet sich nach S ta s s an o wie folgt:
B c rech n 11 11 is d c r Kost c 11 f ii r 1000 k Eis c n boi Anlago von ~>000 Pf., ,lO t
8tah\ in 24 i:ltunrlon pro,JuuirPnd (etwa (i(l2/ 3 Proc. thermischen Nntzeffectcs).
l6,00 k Erz a 12 Mk. °loo . . . . . . . 19,20 Mk.
Fllr Pulverisirung dl'sselhnn it :!,4 Mk. 0;
00 . 3,84 „
200 k Zuschlag :'i 4- ;\lk. °loo . . . . 0,80 „
2 k Koks 11 3ü Mk. %o . . . . . . .
F?O 9,00 „
ur Pn!vorisirnng dPr~Pll1011 11 l,6 Mk. 0;00 0,4-0 ,,
19.0 k Bi•inwngungen it iiü Mk. °loo . . . . 10,64 „
~ur Horstl'llung dL•r l\fischungp11 it 2,4 Mk. 0;00 .5,40 ,,
erbrauC'h d"r Elektrodon l 2 k a 0,24 Mk. o;.0 • 2,88 „
Unterhaltung des Ofens !l,60 „
Arbeitsloh11 . . . . . . . . . . . . . 4,80 „
Utensilien . . . . . . . . . . . . . :!,40 „
Elektrische Kraft 4000 l'f.-Rtundcn ,'1 0,00.J:i(l Pf. 18,2.J ,,
Al!gcn1oine Unkostc>11 2,40 ,.
In Snmma89,ü0 Mk.
Abzüglieh d!'r an flüchtigen nnd hrennbarPn Gasen erhaltenen
!100 cbm i1 l,(i Pfg. . . . . . . . . . . . . . 14-,4.0 „
Rost wirklicher Unkosten- 7f;,2<.f:Mk.
In diesen erscheinen die all~emeinen Unkosten allerdings zu niedrig.
- Schliesslich seien noch Analysen von im St a s s an o - Ofen erzeugten
Eisen-, bez. Stahlsorten gegeben, die im Werks-Laboratorium in Essen
angefertigt sind.
Zu sa m 111 e n s pt zu n is von im St a s s an o - Ofen direct auR Erzen erzeugten
Eisen- b,~z. Stahlsorton.
C - 0,17 Proc.
(' - 0,04 Proc. C = 0,0-t Proc. Mn - 0,07 „
Si - Spur
Mn- 0,0~> Mn -0,12 „ p - 0,029 „
8 - 0,05 „
Chromstahl:
C = O,Ofl Pnw. C == 0,77 l'roc. C - 1,51 Proc.
Mn - 0.18 „ Mn - O,Gli „ Mn - 0,26 „
~i =- Spur 8 - 0,04 „ Cr - 1,22 ,,
St a s s an o nimmt vorzugsweise Erze, doch verwend?t er auch
Roheisen und Blechabfälle zur Herstellung von Stahlblöcken, die Chargen
134 ll. Gruppe. Metallgewinnung.

sind vielfach auch gemischter Natur und entsprechen ganz denen, die in
~fartinören eingesetzt werden. Selbstverständlich ist der Kraft-, bez.
Wärmeverbrauch erheblich geringer, falls es sich nur darum handelt,
Gusseisen und weiches Eisen zur Stahlbereitung zu sam men zu schmelzen.
- Die Proben aus dem St a s s an o - Ofen stellten bisher ei n dem Martin-
stahl analoges Eisen dar; um Tiegelgussstahl-Qnalität zn erhalten , be-
dürfte dieser Process noch einer weiteren Vervollkommnung.
Verfahren der Darstellung von Eisen oder Stahl
direct aus den Erzen im elektrischen Ofen von H. Harmet
(D. R. P. Nr. 142 965) ist dadurch gekennzeichnet, dass wrn Schmelzen
der elektrische Strom und zur Vorwärmung sowie Reduetion der Erze
die in den Schmelzraum eingeblasenen Gichtgase in Verbindung mit
einander zur Anwendung kommen . - Aus dem elektrischen Hochofen a
(Fig. 55) werden die
Fig. [i[i. Gichtgase durch Rohr b
mittels eines Gebläses c
abgesaugt und durch
das Drnckrohr d in den
Schmelzranm des Hoch-
ofens eingetrieben. In
diesem Schmelzraume
wird die Hitze durch
die El ektrode n e erzeugt,
clie Jas von Jen wieder
eingef'ilhrten und er-
hitzten Gichtgasen vor-
gewärmte und reducirte
Erz zum Schmelzen.
bringt. Die Elektroden
e werden am besten
innerhalb der Gasein-
milndung durch Isolir-
scheiben r gehalten,
deren Durchbrechungen
den D1irchgang der ein-
gepressten Gichtgase
ans den Druckrohren
in die Schmelzzone ge-
statten, während die
Gasrm1ndnngen von
Kühlformen g umgeben
sind. Etwaige Gichtgase, die nicht zum Kreislauf im Hochofen Ver-
wendung finden sollen, können durch Rohr h abgeleitet werden. (Vgl.
J. 1902, 185.)
Verfahren derEisenerzeugung im elektrischenOfen
unter getrennter Zuführung von Erz und Reductionsmittel und Aus-
F.iseu. 135

nutzung der Abgase zur Vorwärmung der Beschickung von H. Ha r m et


(D. R. P. Nr. 143 111) ist dadurch gekennzeichnet, dass das Reductions·
mittel, z. B. Koks, unmittelbar vor dem Stichloch zugefnhrt wird, so
dass das abfliessende Metall und die Schlacke vor dem Austritt eine dichte,
gliihende Koksschicht durchdringen müssen, zu dem Zweck, eine mög-
li chst vollkomm ene Reduction herbeizufnhren. Von den beiden in einen
gemeinsamen Herdofen mündenden Schächten C Ct (Fig. 56 u. 57) wird
C mit den Erzen, C t dagegen mit Koks oder einem ähnlichen Reductions-

Fig. fiG. l~ig. 57.

tnittel beschickt. Die in beiden Schächten nach unten sinkenden 1,lassen


Werden durch die aus dem Herdofen abziehenden Gase erhitzt. Die
Gase treten entweder senkrecht nach oben in den Erzschacht C und ver-
brennen dort mit der aus der Düse F' t zugeführten Luft, oder sie ge-
langen in den im Ofengewölbe mündenden Kanal E, werden von dem
~ebläsewind aus der Düse ],'1 angesaugt und verbrennen dann ebenfalls
1
un Schacht C. Die Gase können auch durch den Schacht 0 für das
Reductionsmittel strömen welches hierbei vorgewärmt wird; sie treten
dann durch den Kanal K
aus und werden durch den Gebläsewind der
Düse P angesaugt und. in den Erzschacht C gedrückt, in welchem die
Verbrennung der Gase erfolgt. --: Durch Regelung der Menge und des
Druckes des Windes in den Düsen Ft und' P kann man zur Belebung
136 II. Gruvpe. Metallgewinnung.

der Schmelzung die Gase unmittelbar durch den Erzschacht O oder durch
den Kanal E streichen lassen oder auch nur durch den Kanal K führen,
wodurch die Vorwärmung des Erzes vermindert und die Temperatur des
Reductionsmittels vor seinem Herabsinken in den Herdofen erhöht wird.
Von den beiden Schächten 001 kann der Schacht O für das Erz unten
erweitert sein, um das Niedergehen desselben zu erleichtern. Zur Er-
leichterung des Aufsteigens der Gase durch die Erzschicht hindurch
können im Schacht O in bestimmten Abständen Einschnürungen n an-
gebracht sein, in welchen sich die Gase ansammeln können. An der
dem Erzschacht gegenüberliegenden Seite des Herdes sind zwei Stich-
löcher, V 1 für die Schlacke und V für das Metall vorgesehen. Durch
diese Anordnung muss das gesammte Metall und die Schlacke vor ihrem
Austritt aus dem Ofen die glühende Koksschicht durchdringen, wodurch
eine vollkommene Metallreduction gesichert wird. - Die Schmelzung
der Erze durch den elektrischen Strom darf nicht schneller als die
Reduction vor sich gehen, da sonst der Herdofen überfüllt werden
würde. - Kommen bei dem Betriebe der Anlage mehrere Stromkreise
zur Verwendung, so dienen die Elektroden AB filr den einen Strom und
die Elektroden A1ß1 für den anderen Strom. (Vgl. J. 1902, 185.)
Elektr i s Ch er O f e n der s O Ci et e e l e Ct r o- m e ta l l n r g i q u e
fr an y a i s e (D. R. P. Nr. 142 830) soll besonders zur Herstellung von
Gusseisen, Ferrosilicium, Ferromangan und anderen ähnlichen Producten
geeignet sein. Auf dem Tiegel B (Fig. 58)
Fig. 58. aus Kohle, welcher nach Art der ge-
wöhnlichen elektrischen Oefen hergestellt
ist, ist ein feuerbeständiges Mauerwerk C
errichtet. Der Tiegel B ist mit einer
Abflt1ssöffnnng D für das geschmolzene
Metall, und der Theil O mit einer Oeff-
nnng E zum Abziehen der Schlacke ver-
sehen, welche Oeffnungen je nach Wunsch
beliebig angeordnet sein können. An
dem oberen Theil des Behälters O ist
gleichsam als Schwelle ein Kohlenblock F
wagrecht oder schräg angeordnet, über
welchen das Erz in den Ofen gelangt,
und welcher mit zum Erhitzen des Erzes
dient. Auf diesem Block F wird das
aus der Erhitzungsvorrichtung A kom-
mende Erz ausgebreitet. Da dieser
Block F in das Innere von O hineinragt,
so wird das geschmolzene Erz in die
Mitte der Kohlen- oder Koksbeschickung
Z geführt. In F~lge der Zuführung des
geschmolzenen oder erweichten Erzes
in die Mitte der hohen Kohlen- bez.
EiRen. 137
K_oksschicht Z vermeidet man die Beriihrung der Ziegel mit der noch
~ICht verbrauchten Schlacke, welche das Erz begleitet. Der Block F
is~ überdies leicht ersetzbar, wenn er unbrauchbar geworden ist. -
D~e E_Iektroden werden durch den Tiegel B und den Block G gebildet.
Die I<orm dieses Blockes G kann nach Bedarf wechseln. Um den
Durchgang rles Stromes durch die hohe Brennstoffschicht zu sichern,
~~nn er z. B. die Form eines Ringes oder Hufeisens besitzen. In. der
Fig. 58 ist derselbe in länglicher Form dargestellt und bildet eine der
Wandungen des oberen J<'illltrichters II z11r J<Jinfiihrung des Brenn-
stoffes. - Ein Theil des Stromes geht von der Beschickung auf das
äusserste Ende des Blockes F' ilher und durchtliesst es in senkrechter
R!cht11ng, wodurch die Erhitzung des Blockes bei ef gesteigert wird.
Eine Anhäufung des Erzes an diesem Punkte und die dadurch ein-
tretende Verstopfung wird somit vermieden. Der obere Condact J,
a~ welchem der Stromanschluss angebracht ist, befindet sich in einer
ziemlich grossen Entfernung von den Hitzeherden e, f und h. - Die
von der Reduction des Erzes stammenden Gase entweichen in den Raum,
Welchen die Blöcke Fund G umfas~en, und treten in die Vorrichtung A,
Wo sie das Erz erhitzen. Wenn die Kohlen- bez. Koksbeschicknng
durch den elektrischen Strom zum Glilhen gebracht worden ist, lässt
lllan das Erz iiher die Sohle von A bis e fliessen. Es fällt von e nach f,
11111 sich durch die Kohlenstncke zu verbreitern und in dem 1\faasse, wie
es herabfällt, reducirt zu werden. Das Metall fliesst zu Boden und
sammelt sich in dem Tiegel B, während die Schlacke obenauf schwimmt.
Die Gase steigen in die Höhe, um zwischen e und h zu entweichen, und
dringen in A ein, wodurch das Erz geschmolzen oder wenigstens er-
Weicht und teigartig wird. - Wenn in dem unterhalb F befindlichen
Raum des Ofens Theile der Koksbeschickung vorhanden sind, die nicht
Von dem Erz beriihrt werden, so ist dies vortheilhaft, weil die Reactions-
gase sich in 13eriihrung mit diesen Theilen stärker erhitzen und daher
auch das Erz höher erhitzen können. Wenn ferner nach dem Ablassen
die Höhe des flüssigen :\Ietalles abnimmt, so nehmen der Koks oder die
~ohle die Wärme auf, welche sie dann wiedar nutzbar machen, wenn
die Höhe von Neuem zunimmt.
EI e kt r i s c h es Schmelz verfahren derselben S o c i e t e
(D. R. P. Nr. 13G 804). Nach demselben sollen Chrom, Mangan, Eisen
~nd andere zur Vereinigung mit Kohlenstoff stark neigende Metalle aus
Ihren Verbindungen bez. Legirnngen ( Rohmetallen) unter Beseitigung
der Gefahr der W1ederaufnahme von Kohlenstoff aus den Kohlenelektroden
bez. Kohlencontacten in reinem Zustande erhalten werden können. -
Auf dem in dem elektrischen Ofen selbst oder in einer beliebigen
a~deren Vorrichtung geschmolzenen Metallbade, welches sich in einem
lll1t kohlenstofffreiem, wärmebeständigem, nicht leitendem Stoffe aus-
gekleideten Behälter befindet erhält man eine Schicht aus Schlacke oder
anderer nur in höheren Te~peraturen. einigermaassen leitfähiger Sub-
stanz, in welche man die Elektroden so weit von einander und so wemg.
138 l l. Gruppe. Mutallgowinuung.

tief eintauchen lässt, dass einestt>ils zwischen den Elektroden innerhalh


der Schlackenschicht der Widerstand gross genng wird, um den Strom
zu zwingen, von der ei11en Elektrode durch die darunter hefindliche
Schlacke zum Metall und von diesem durch dieRelbe Schlackenschicht
zur anderen Elektrode zu gehen, und das8 anderen,eits eine Beriihrung
heider Elektroden mit dem ::\[etalle nicht stattfindrt. Es ist dabei nicht
ausgeschlossen, aber auch nicht nothwendii:-, dass Rich zwischen den
Elektroden und der Schmelze, in die erstere eintauchen, Lichtbogen
bilden; wesentlich aber ist die Regelung der Entfernung 1.wischen jeder
der Elektroden und dem :\fPtallbade in der Weise, dass die zwischen
rlen Elektroden nnd dem l\IPtallba1le hefirnllichen Schlackenschichten
während des ganzen Arbeitsvorgangrs heisser, also leitfähiger bleiben
wie die zwischen den Elektroden selbst ruhende Schlacke11schicht; denn
nur so wird der Stromweg der oben vorg·e:schriebene :sein.
Z 11 r He rs t e 11 n n g von Si I i c in m eisen werden nach G. Gin
(D. R. P. Nr.139 306) Schlacken ans dem ::\fartinofen mit sauri>m Futter,
welche z. B. folgende Z118ammensetz11ng haht>n:
:-:-io 2 • G0,42
Fou . 34,JO
MnO. q,p
A/ 2 0 3 2;2/i
CaO und Vorschi,,donos . J,30
mit einer solchen :'.\!enge Kohlenstoff versetzt, dass in der Mischung je
1 Atom Kohlenstoff je 1 Atom des an das Silicium und die Eisen- und
Manganoxydnle gebundenen SauPrstotfos entspricht. Die Mischung wird
in einem elektrischen Ofen mit Weehselstrom oder O leichstrom be-
handelt. Die gilnstigste Spannung des Stromes liegt zwischen 2f> und
30 Volt, und die Beanspruelrnng der Elektrode, d. h. die auf 1 qc Quer-
schnitt der Elektrode aufgewendete Wattzahl, darf 70 Watt nicht über-
steigen, wenn man die Verfliichtigung di>s Siliciums und des Mangans auf
das brauchhare Minimum herabsetzen will. Wenn man unter diesen
Verhältnissen arbeitet, so bildet sich ein Siliciumeisenbad, welches man in
bestimmten Zwischenräumen in die Gussformen abfliessen Hisst, anderer-
seits genilgt es, den Ofen regPlmlissig mit der angt>gebenen Mischung zu
beschicken, damit das Verfahren ununterbrochen ausgeführt wird.
Das Verfahren zur Herstellung von Siliciumeisen
unter gleichzeitiger Gewinnung von Oxyden der Al·
kalien und Erdalkalien von G. Gin (D.RP.Nr.143506) besteht
darin, dass man Alkali- oder Erdalkalisulfat zunächst in bekannter Weise
derart mit Kieselsäure behandelt, dass sich ein entsprechendes Silicat
bildet. Das so erhaltene Alkali- oder Erdalkalisilicat wird mit Kohle
und Eisenoxyd oder metallischem Eisen in herechneter Menge versetzt
und in einen elektrischen Ofen gebracht. Es bildet sich dann Silicium·
eisen neben Alkali- oder Erdalkalioxyd. Letzteres wird in Form von
Schlacke oder, wenn es bei der Reactionstemperatur flilchtig ist, als
Sublimat gewonnen. - Soll z. B. mit dem Siliciumeisen gleichzeitig
Eisen. 139

~aryumoxytl hergestellt werden, so wirJ. zur Bildung von Baryumsilicat


in einen elektrischen Ofen ein Gemisch von zerkleinertem Quarz oder
thonfreiem Sand, Baryumsulfat unJ. Kohle in J.em sich aus der nach-
stehenden Gleichung ergehenden Verhiiltniss eingebracht:
Si02 ,+ Baso. + C = B11Si03 + S02 + eo.
Die Reaction gf'i1t i;;ehr schnell vor sich. Damit nicht in Folge
e!ner iibcrmiissig hohen Temperatur ein zu grossn Theil des Barynm-
81licatcR VPrdampft. ist. dara11f z11 achten, dass der Encrgicvnhrauch anf
40 bis fiO Watt auf l r1c des Elektrodenc111ersdrnittes hPschränkt bleibt.
Das Baryumsilicat wird in einem elektrischen Ofen nach Zusatz einer
bestimmten ~fenge von Eisenoxvd ocler metallisd1em Eisen verarbeitet.
Die Ri\he dieses Zusatzes wird.. nach dem gewiinschten Siliciumgehalt
des Silicinmoisens hProchnet. Am,serdem wird noch eine dem zu be-
8':itigendon Sauerstoff entsprPchcrnle Menge Kohle heigefiigt; jedoch
n_wht ,m vi0I, dass das Bar:yurn dadurch reducirt und Baryumcarbid ge-
bildet Wf'f<IPn ki\nntr. llm z.B. Si 1 i c i um eisen mit 20 Proc. Silicium
herzustellen, bestimmt man die Zusätze nach folgenden Gleichungen:

oder auch
BaSi03 + FP 0
2 3 + fi C = Fe11 Si + BaO + fi CO

BaSi03 + 2 Fe+ 2 C = Fe11 Si + BaO + 2CO.


Das Verfahren gelingt gut mit einem Strom, dessen Spannung
zwischen 2fi bis 35 Volt liegt, und wenn man den Energieaufwand auf
50. bis GO Watt auf 1 qc des Elektrodenqnerschnittes beschränkt hält.
Unter diesen Bedingungen wird nur eine unbedeutende :\!enge Baryum-
carbid gebildet, und die Vertliichtigung des Baryumoxyds ist sehr
gering. Um Verluste zu vermeiden, werden die Gase des Ofens in eine
Niederschlagskammer geleitet. Der Niederschlag wird mit kochendem
Wasser behandelt, aus welchem das Baryum durch Krystallisation in
Ji'orrn von Hydrat gewonnen wird. Will man neben dem Siliciumeisen
zugleich Na tri n m o x y d erzeugen, so wird dieses Oxyd in dem
~lektrischen Ofen verfliichtigt und als Sublimat in einer Staubkammer,
IU welche man Wasserdampf einlässt, gesammelt.
Das Verfahren zur elektrischen Herstellung von
Stahl in Gysinge nach Kjellin (vgl. J. 1902, 185) gibt wenigwirth-
schaftlichen Nutzen, trotz billiger Wasserkraft (Berghzg. 1903, 494).
Das elektrische Verfahren der Eisenherstellung
v?n Her o u 1 t wird in Froges angewendet. Dort sammelt sich in
~rnem mit feuerfestem Materiale ausgekleideten Raume a (Fig. 59 S.140) das
1m seitwärts darilberstehenden Schachtofen ausgeschmolzene Eisen nebst

der Schlacke an; er kann jedoch auch direct mit einem Gemen~e v~n
Roheisen und Eisenabfällen beschickt werden. In die Schlacke, die wie
gewöhnlich iiber dem :\[etalle sich befindet, werden die beiden Elektrode_n b
so eingetaucht, dass zwischen ihnen und dem Metalle noc~ erne
Zwischenschicht von Schlacke bleibt. Der Strom geht dann m der
Richtung des Pfeiles von einer Elektrode durch die Schlacke in das
140 II. Gruppe. Metallgewinnung.

Metall und von diesem wiederum durch die Schlacke in die andere
Elektrode. Um den Strom hierbei zu zwingen, das Metall zu durch-
fliessen, müssen die Elektroden derart in die Schlacke eingetaucht
werden, dass der Widerstand innerhalb der Schlackenscbicht grösser
wird, als der innerhalb der
Fig. 59. Metallschicht. Die rich-
tigen Widerstandsverhält-
nisse in der Schlacke sind
dann gegeben, wenn die
zwischen den Elektroden
und dem Metallhade befind-
lichen Schlackenschichten
während des ganzen Ar-
beitsvorganges heisser, also
leitfähiger bleiben, als die
zwischen den Elektroden
selbst ru henile Schlacken-
schicht. Durch geeignete
Regelung dPr Elektroden
kann dies leicht bewirkt werden, und es sind deshalb beide Elektroden
mit Regulirvorrichtungen i, g, h, k, sowie jede einzelne derselben mit
einem Voltmeter m ausgestattet. Um die Schlackenhildung zu beför-
dern, werden besondere Zuschläge, Qnarz und Kalk, zugesetzt. Ein
Lichtbogen entsteht bei dem Her o u 1 t' sehen Ofen nicht, sondern• es
wird nur so viel Hitze entwickelt, dass der im Eisen befindliche Kohlen-
stoff vollkommen verbrennt und zuletzt ein fast kohlenstofffreies Eisen
entsteht, das nach Angabe von Her o u lt folgende Zusammensetzung hat:
S =- 0,007 Proc., P - 0,003 Proc., Mn .... O, 15 Proc., Si ..... 0,003 Proc.,
C - 0.60 bis 1,80 Proc.; der Rest ist Eisen.
Eisengiesserei. Verfahren z n m Mischen v o n Hochofen -
eisen erster S c hmelzung mit im Cupolofen niederge-
schmolzenem Eisen in einem beheizbaren Mischer und Vergiessen
der Mischung. Nach H. B II der u s (D. R. P. Nr. 141 091) wird zuerst
in den Ofen eine entsprechende Menge flüssiger Schlacke (Hochofen-
schlacke) entweder unmittelbar aus dem Hochofen oder mit Hilfe be-
kannter fahrbarer Giesspfannen eingefüllt und dadurch der Ofen in sehr
ausgiebiger Weise vorgewärmt, ohne das es hierzu der Aufwendung be-
sonderen Brennstoffes bedarf. Dann wird über die glUhende Schlacken-
schicht gasförmiger, tlilssiger, staubförmiger oder kleinkörniger Brenn·
stoff geleitet, welcher sich an der heissen Schlacke entzündet. Es ent·
steht alsdann in kürzester Zeit eine die Weissglut des Eisens erreichende
hohe Temperatur. In den so auf sehr hohe Temperatur gebrachten
Mischraum lässt man alsdann bei beliebig fortgesetzter ~·euernng das
Eisen einestheils aus dem Hochofen, anderntheils aus dem Zuschlagofen
(Cupolofen) einlaufen. Das Mischeisen wird durch die Feuerung auf
der für den Guss nöthigen Temperatur erhalten, andererseits aber durch
Eisen. 141
die vorher gebildete Schlackenschicht vor einer schädlichen Einwirkung
der Feuerung geschützt.
I n d er L ä n g s r i u h tu n g z e r 1e g b a r e r C u p o 1o f e n von
R. Baumann (D. R. P. Nr. 140692).
Kühlen der Gichtgase und Zurückhalten tler Inam-
men un? Aschentheile bei Schmelzöfen. Nä'ch L. Keyling
(D. R. P. Nr. 138 133 und 138 236) ist in einiger Entfernung ilber
der .\Iündung ein runder Teller aufgehängt, welcher die Ablenkung
der Gichtgase bewirkt. Oberhalb dieses Tellers ist eine Brause oder
eine Wasserspriihvorrichtung angebracht, welche sowohl den Kreisring,
wel?hen die Gichtgase durchstreichen milssen, als auch einen grossen
Theil des darilber befindlichen Raumes unter Wasserstaub setzt.
. Unschädlichmachung des Gichtauswurfs der Cupol-
ö,~en. Steger (Z. Bergh. 190:3, 288) zeigt an der Hand der von F.
E.1 scher 1) ausgeführten Analysen der Cupolofengase, dass diese Gase
die Umgebung arg schädigen können. Der Ofen von Herbert z ver-
~eidet _dieses, es hat sich aber herausgestellt, dass der Herbertzofen nur
f~r kleme Giessereien zu gebrauchen ist, da der Sehachtdurchmesser
nicht zu gross gewählt werden darf. Bei zu grossem Durchmesser
dringt nämlich die Luft nicht bis in die Mitte des Ofens vor, sondern
steigt an den Sehachtwänden hoch, ohne chemisch wirksam zu werden .
.Auch bei normalen Verhältnissen scheint man ohne einen Luftnberschuss
beim Schmelzen nicht auszukommen, was höheren Brennstoffverbrauch
bedingt. Praktis~h bewährt hat sich die Einrichtung von Ke y l in g.
Vorrichtung zum Einfiihren von Kohlenwasser-
stoffen in Gussformen durch unter letzteren angeordnete Be-
h~lter von A. J. Lustig(D.R.P.Nr.138897) ist dadurch gekenn-
zeichnet, dass die Vertheilungskanäle fiir das flilssige Metall aus einer
Porigen , feuerfesten Masse bestehen, zu dem Zwecke, dem durch die
Kanäle fliessenden Metall aus unter den Kanälen vorgesehenen, gelochten
Rohren Kohlenwasserstoffgas zuführen zu können .
• Die Herstellung von poren- und lunkerfreiem Grau-
guss durch Anwendung von Theremit bespricht W. Mathesius
(Stahleisen 1903, 925).
Einfluss der chemischen Zusammensetzung auf die
Blasenbildung in Flusseisenblöcken bespricht A. Wahl-
b e_r g (Stahleisen 1903, 46) nach den Untersuchungen von Br in e I_l.
Bei normalen Verhältnissen bestimmen Silicium und Mangan die
~ildung und Lage der Glasblasen. Nach Br in e 11 ex.istirt für
,Jeden Gusstypus ein Dichtigkeitsgesetz, welches er durch die Formel
M:+ 5,2 Si ausdriickt. Der Bedarf an Silicium, Mangan und Alu-
tninium wird durch folgende Umstände herabgesetzt: 1. Eine wesentlich
höhere Temperatur als die des normalen Bades. - 2. Eine höhere Tem-
peratur der Gussformen beim Giessen. 3. Eine Verminderung der
------~----
1) Dingi. 2:ll, ,18; J. 1879, 72.
142 II. Gruppe. .Metallgrwinnung.

Wandstärke der Gussformen. 4. Einen gesteigerten Gehalt an Phosphor.


5. Eine Q11erschnittsverminderung der Gussform. - Die Ursache, dass
die unter 1 bis 4 angegebenen Factoren wirken, liegt darin, dass alle die
Erstarrung des I!'Iusseisens verzögern, wodurch die Krustenbildung der
Oberfläche weiter fortschreiten kann, ehe die Gasentwickelung anfängt.
Der Factor 5 beschleunigt gewissermaassen die Erstarrung sowohl für
die inneren als die äusseren Theile eines Gusses, aber die Oberfläche
scheint doch am meisten beeinflusst zu werden. Die angefilhrten Er-
gebnisse gelten nur für die in Fagersta hergestellten Flnsseisenblöeke
von 250 X 250 mm, welche bei warmer aber nicht übnwarmer Giess-
temperatur in Coqnillen mit 50 mm Wandstärke gegmisen sind. Der
Phosphorgehalt bewegte sich zwischen den Grenzen 0,024 und 0,029 Proc.
A m er i k an i s c h e n G i e R s er e i betrieb bespricht B. 0 s an n
(Stahleisen 1903, 248).
Herdfrischen. Zum Frischen von Roheisen wird nach
L. V. Pratis (D. R. P. Nr. 145617) statt der üblichen unreinen Eisen-
oxyde (Walzensinter, Hammerschlag, Eisenerze) technisch reines Eisen-
oxyd verwendet. Die Entkohlung gestaltet sich bei Verwendung eines
solchen technisch reinen Eisenoxydes viel glatter und lebhafter. Ein
technisch reines Eisenoxyd, welches sich sehr gut zu dem erwähnten
Zwecke eignet, wird dadurch erhalten, dass man Eisen vorzugsweise in
fein zertheiltem Zustande mit verdilnnter Schwefelsäure behandelt. Es
bildet sich eine breiige J\lasse von Ferrosulfat, welche !iann erhitzt wird,
bis sie in magnetisches, technisch reines Eisenoxyd übergeht.
Zum Herdfrischen wird nach H. Knoth (D.H.P.Nr.144955)
nach Fertigstellung eines jeden Einsatzes der Ofen vofütändig ent-
leert. Ein Theil der erzeugten Flusseisenmenge wird entweder einer
weiteren Behandlung unterworfen oder auch unmittelbar vergossen.
Der Rest, gewöhnlich mehr als die Hälfte, wird in der Giesspfanne
zurückbehalten und darin mit dem tliissigen Roheisen, welches dem
Cupolofen, Hochofen o. dgl. entnommen wird, gemischt, wobei ge-
wiinschtenfalls Eisenmangan und andere Zusätze zngefiigt werden
können. Das Ganze wird sodann in den Martinofen, welcher inzwischen
filr den nächsten Arbeitsgang in Stand gesetzt worden ist, zurückge-
geben und in der üblichen Weise gefrischt. Es empfiehlt sich, den zum
Schmelzen des Roheisens dienenden Ofen in der Nähe der Giessgrube
anzuordnen, so dass das Roheisen unmittelbar in die theilweise mit ge-
frischtem Eisen gefüllte Giesspfanne abgestochen werden kann. Das
wesentliche Kennzeichen des Verfahrens besteht darin, dass die Ver-
einigung der beiden Metallmassen von verschiedenem Reinheitsgrade
ausserhalb des Ofens erfolgt, wodurch letzterer nach jedem Arbeitsgang
für Zwecke der Ausbesserung und Ueberwachu11g zugänglich wird.
Verfahren zur Darstellung möglichst kohlenstoff-
fr e i er Meta 11 e, Metallo'ide oder deren Verbindungen auf schmelz-
flilssigem Wege von E. W. Hopkins (D.R. P. Nr.138808) ist dadurch
gekennzeichnet, dass man die hocherhitzten l\letalle oder Metalloide eine
gleichfalls erhitzte Schicht eines Oxydes hez. von Oxyden der Metalle
odc~ Metallo'ide, welche im Enrlproduct enthalten sein sollen, durch-
streichen lässt, wobei der in ihnen enthaltene Kohlenstoff durch den
Sauerstoff des Oxydes bez. der Oxyde oxyrlirt wird.
Thiir filr schwingende Puddelöfen von J.P.Roe(D.R.P.
N~. 143 422) ist dadurch gekennzeichnet, dass mehrere an einander ge-
reihte kastenförmige Rahmen von schwalhensch wanzförmigem Quer-
schnitt, welche zur Aufnahme von feuerfesten Futtersteinen dienen, durch
Querleisten mit einander verbunden sind.
Fa h r b a r e r K r a h n z 11 m n es c h i c k e II v o 11 '.\l a r t i n ö f e n
t.ler Ben rat her":\! a s chi n e n fahr i k (D. R. P. Nr. 137019 11. 143 170).
Z 11 r Re i n i g 11 n g des Eis P n s wird dasselbe nach I. Fr u m k in
(D. R. P. Nr. 146 ~04) in tliissigem Zustanrle durch einen Apparat ge-
gossen, t.ler aus einer Reihe in Zwischenräumen über einander ange-
ordneter Kegel 11nd Trichter besteht, so dass das Eisen nicht in Strahlen
zert.heilt, sondern in dünner Schicht iiber die Kegel und Trichter fliesst
Und frPi von den KPgeln auf die Trichter 11nd von diesen wieder auf die
K:gcl fällt, a11f welchem Wege die Luft in innigste Berilhr11ng mit dem
Eisen tritt 11nd dessen schädliche Uestandtheile oxydirt, so dass sich
dieselben in der unter dem Apparat stehemJen Sammelpfanne als Schlacke
ahschr>iden.
Die Entwickel11n~ des unnnterbrochenenHerdofen-
P_r o c esse s bespricht B. Ta 1 bot. (Stahleisen 1902, 682), besonders
die Erfahrungen mit einem 200 t-Ofen in Pittsburg, welcher mit Natur-
gas geheizt wird. Auf die Einzelangaben sei verwiesen. -Nach Talbot
Wird bei der Erwägung der Anfgabe, flüssiges Hämatit-Roheisen im
llerdofen zn verarbeiten, man nothgedrungen zu dem Schlusse kommen,
dass daRjenige Verfahren die Praxis Prohern wird, welches den Kohlen-
~toff am schnellsten beseitigt. Will man also fliissiges Hämatiteisen
1m Herdofen möglichst ebenso schnell frischen, als dies in der Birne

geschieht, so kommt es darauf an, die Oxydation des Kohlenstoffs des


flüssigen Eisens dnrch die Einwirkung der Eisenoxyde möglichst zu be-
schleunigen, dabei aber die filr eine solch beschleunigte Entkohlung
e:forderliche Temperatursteigerung zu erzielen, damit das Metall nicht
einfriert. Bei den verschiedenen Verfahren, welche die Verwendung
grßsserer :\[engen von Eisenoxyden -mit flnssigem Roheisen im basischen
lierdofen bezweckten, haben sich mannigfache Schwierigkeiten heraus-
gestellt, welche hinreichend bekannt geworden sind. Werden die Oxyde
auf dem Herde selbst so weit erhitzt dass sie zu einer Schlacke schmelzen,
so ergibt sich, abgesehen von der ffir das Schmelzen erforderlichen Zeit,
als weiterer Nachtheil der zerstörende Einfluss einer solchen Schlacke
auf die Herdzustel111ng. Werden andererseits die Oxyde und d~r Kalk
nnr theilweiso geschmolzen, so setzt sich ein grösserer oder germge:er
Theil der Schmelzmasse an dem Boden des Herdes fest, der Herd wird
sehr bald wachsen und damit das Fassungsvermögen des Ofens herunter-
setzen. Auch ist bekannt, dass beim Aufgiessen von flüssigem Roheisen
144 II. Grnppe. Metallgewinnung.

auf vorgewärmte Oxy<lo und Kalk die zum Entkohlen bis auf etwa
1 Proc. erforderliche Zeit bei einer Post von 40 t 6 bis 7 Stunden be-
trägt, wenn man vom Einsetzen der Oxyde an rechnet, und bildet hierbei
in Folge der niedrigen Temperatur des vom Hochofen kommenden Eisens
die Schlacke eine sich wölbende schaumige Masse, ein Zustand, der
stundenlang andauert. Bei dieser Beschaffenheit der Schlacke geht die
Entkohlung natnrgemäss nur sehr langsam vor sich; will man dieselbe
beschleunigen, so muss man dem 2\fetallbad Wärme zuführen, zu dem
Zwecke aber <lie Schlacke ahgiessen, was dann einen grossen Verlust
an Eisenoxyden zur Folge hat, von welchen die Schlacke 35 bis 40 Proc.
enthält. Nachher muss dann die Schlacke nach und nach durch Zu-
setzen kleinerer Mengen fester Zuschläge neugebildet werden, welche
dem Metall gestatten, sich während der Bildung der Schlacke zu erhitzen,
bis die Entkohlung den gewilnschten Grad erreicht hat. - Wenn man
bei dem continuirlichen Verfahren im 200 t-Ofen Chargen von 40 t nur
durch Verdünnung macht, so wird das Roheisen in zwei ~!engen, jede
zu 20 t, eingesetzt und nach jedem Zusatz das Bad zunächst herunter-
gearbeitet, so dass sein Kohlenstoffgehalt 1/2Proc. nie übersteigt. Dieses
t/2 Proc. wird sehr schnell durch den Sauerstoff der Schlacke oxydirt,
welche in der Regel nicht reicher als die bei dem gewöhnlichen Roh-
eisen- und Erzprocess abgegossene Schlacke ist. Das grosse Stahlbad
des Ofens stellt einen Wärmebehälter dar, "'1elcher mehr Hitze besitzt,
als nothwendig ist, um das Bad in flilssigem Zustande zu erhalten und
Abstiche zum Giessen von Blöcken zu ermöglichen. Dieser Ueberschuss
an Hitze dient als Regulator für die Ofentemperatur, welche beim Ein-
giessen des Roheisens und in beschränktem Maasse bei der Zerlegung
der Eisenoxyde erniedrigt wird. - Die so erzielte ständig hohe Tempe-
ratur bewirkt einen andern Verlauf der Reaction, wie das Aussehen des
Bades deutlich zeigt. Anstatt des schaumigen, schmorenden Zustandes,
der stundenlang andauert, geht hier die Reaction unter heftigem Kochen
vor sich, bis nach 15 bis 30 Minuten das Bad sich wieder beruhigt. Die
Erzeugung dieser „kochenden", im Gegensatz zu der „siedenden",
Reaction ist wesentlich filr eine schnelle Entkohlung, und die Vor-
bedingungen zur Erzielung einer solchen intensiven Reaction sind: hohe
Temperatur im Ofen, eine mit Oxyden übersättigte Schlacke (deren
Ueberschuss an Oxyden jedoch nicht zu gross sein darf) und besonders
ein kohlenstoffarmes Bad. Sobald eine Charge abgestochen und der
Ofen in seine Ruhelage zurückgebracht ist, werden Oxyde und, falls
erforderlich, Kalk der im Ofen znrilckgebliebenen Schlacke zugesetzt.
Da dieselbe um diese Zeit arm an Oxyden ist, so nimmt sie die Zuschläge
rasch auf und ist, wenn die Ofenleute mit dem Ausbessern der Schlacken-
linie fertig sind, so weit angereichert, dass sofort frisches Roheisen ein-
gesetzt werden kann. Es ist also nicht nothwendig, den Ofen nur zur
Erhitzung der erforderlichen Oxyde und des Kalkes stehen zu lassen,
wie es der Fall ist, wenn die Zuschläge in den leeren Ofen geworfen
werden. Es kann erforderlich werden, das Roheisen möglichst schnell
145

einzusetzen, oder zur Verdickung der Schlacke Kulk aufzugehen, doch


lernen die Schmelzer die diesbeziiglichen Anzeichen sehr bald kennen.
Dazu hemerkt R. M. Da e 1e n, dass der Hanptgrnnd, weshalb das
~albotverfahren noch nicht in Deutschland eingeführt worden sei, darin
he~e, dass dort die Verhältnisse für die Erzengnng von Flusseisen im
basischen Converter und im basischen Herdofen besonders günstig sind
u?d ein neues Verfahren wenig Aussicht auf Einführung habe, so lange
ni?ht ein erheblicher Vortheil in den Erzeugungskosten nachgewiesen
sei, was nm so weniger bald zu erwarten sei, weil in Folge der hohen
Entwickelung der beiden Erzengnngsmethoden diese Kosten bereits anf
das änsserste hernntergebracht seien. Ein -:\litte!, die Gesammtherstel-
lnngskosten des Herdschmelzens erheblich zu vermindern, vermöge er
nur in der Auffindung eines billigeren Einsatzes als Roheisen und Schrott
zu finden 1111<1 als solcher könne nur Eisenerz in Frage kommen. Die
Zusatzmenge von Roherz sei im gewöhnlichen sowohl als auch im Talhot-
Üfen beschränkt auf 1 O biR 20 Proc. des ganzen Einsatzes und könne
nur in grossem :\laasse vermehrt werden, wenn das Erz vor dem Ein-
setzen in den Herdofen reducirt werde. Dass letzteres in grosRem
~aassstabe möglich sei, hahe 11 • a. der Betrieb der Carbon Iron Company
111
Pittsburg bewiesen, und das ununterbrochene Schmelzverfahren gebe
das Mittel, den erzielten Eisenschwamm zu schmelzen, ohne dass ein
Wiederverbrennen desselben eintreten könne, worin bis jetzt der Fehler
aller Versuche mit dem sog. directen Einschmelzungsverfahren gelegen
habe. Der Herdofen sei der vortheilhafteste Schmelzapparat, welcher
~er Eisenerzeugung zur Verfi\gung stehe, und Relbst wenn auch die
eduction nicht vollkommen erfolge, so wiirde doch der Rest des Eisen-
~:X:Ydes noch in dems('lben retlncirt werden, wie es mit dem jetzigen Zn-
atz von 1O bis 20 Proc. geschehe.
) Manganerz alsEntschweflungsmittel beim basischen
dfartinverfahren. Nach A.Riemer (Stahleisen 1902, 1357) wird
er Schwefel hauptsächlich schon während des Einschmelzens entfernt>
ohne wieder aufgenommen zu werden, und die Annahme liegt daher
~~he, dass er auch nicht in der Schlacke bleibt, besonders wenn man an
/e Beobachtung des Entweichens von schwefligsauren Dämpfen denkt.
r ~e _den am Ofen beschiiftigten Personen lästig fallen, wenn die Schlacke
a_ fliesst. Es bewirkt also ein hoher Manganoxydulgehalt der Schlacke
eine griindliche Entfernung des Schwefels, trotz ihrer Flüssigkeit. Her-
~rzuheben ist ferner der Umstand, dass nachgesetztes metallisches
b angan unter einer solchen Schlackendecke sich ganz besonders stark
_elllerkbar macht. Diese erhöhte Wirkung des Manganzusatzes offenbart
~ich durch eine auffallend lange andauernde Dickflilssigkeit des Metall-
ades und eine bedentende Entschwefelung. .
d Die Zersetzung des Kohlenoxyds im Wärme~pe1cher
es Martinofens behauptet Jf. Wilrtenberger (Stahleisen 1903,
4
~7); 12 Proc. des Kohlenoxyds und 36 Proc. der Methans sollen
dissociirt sein. (Die mitgetheilten Analysen:
,fahrnshor. ~- e,hom. Tochnoloi::ie. XLIX. 10
146 H. Gruppe. l\fetallgC'winnung-.

~robenl nns der Gasleitung ans dem Wärmespeicher


_____ i__ ._
Tag ( C0 2 ( 02 ( CO I H CH, N C02 i 0 I__C_C>_ (
2 H I CH, ( _N _

29/8 6,0 0,4 23,0 11,3 2,0 68,3 7,2 0,2 20,0 12,0 1,6 59,0
30/8 6,2 0,2 23,8 11,6 2,2 67,1 7,4 0,6 20,2 12,4 1,4 1"18,0
31/8 6,0 0,2 24,3 10,9 2,2 67,4 7,2 0,4 21,0 12,0 1,6 57,8
2/9 4,8 24,4 10,6 2,4 67,8 7,2 0,4 22,0 12,1 1,0 67,3
3/9 4,2 2,0 24,0 10,8 2,2 66,8 6,0 1,4 22,0 11,9 1,4 167,3
6/9 6,4 1,2 24,8 11,0 1,8 65,8 7,2 0,8 22,0 12,4 1,2 66,4

sind mit Vorsicht aufzunehmen, da die eintretenden Generatorgase bis


2 Proc. freien Sauerstoff enthalten haben sollen. Darnach miisste in
<lie Gaskanäle viel atmosphärische Luft eingetreten sein. Dass das aus
<lern Wärmespeicher - bei etwa 10000 - austretende Gas auch noch
1,4 Proc. Sauerstoff enthalten haben soll, ist unglaublich, falls nicht an
verschiedenen Stellen Luft zutritt; dann ist der Verlust von Kohlenoxyd
und :'\fethan aber wohl einfach Verbrennung. F.)
Das Bertrand-Thiel-Verfahren bespricht A. Ledebur
(Stahleisen 1903, 36). Zuerst bringt man Ji~rz und Kalk ein, hierauf
das ungeschmolzene, znletzt das flüssige Roheisen, welches genng ilber-
schnssige Wärme enthält, um auch das noch feste Roheisen rasch zum
Schmelzen zu bringen. Als Erz benutzt man Magneterz von Gellivara
mit 60 bis 64 Proc. Eisengehalt. Der Erzznsatz im ersten Ofen wird so
bemessen, dass die Zeitdauer des Vorfrischens im ersten Ofen annähernd
die gleiche ist wie die des Fertigfrischens im zweiten Ofen. Abfälle
schmiedbaren Eisens werden zum Zwecke der Aufarbeitung im zweiten
Ofen zugesetzt. Eine Versuchsreihe ergab:

1
Zeit der Chemische / Chemische Zn·
Probe- Zusammensetzung sammensetzuog
nahme Beschaffenheit der Proben des Eisens der Schlacke
_ ___.
Uhrfl\lin, cfMn / Si/1;- -Fe (S~!1~
10 _ Roheisen der ersten Pfanne . . . 3,6olo,47
1
'0,!i6 -1--~.;~ ~-,I -_ .1-·=
1 1 ·::

10 11 " " zweiten " . . . 3,46 10,42 ',0,46 1 39


10 4? Nach z~eim~ligem Erz- u. Kalkzusatz 3,65 0,42 ;o,34 1 30 1 - -
1
· --
1
11 Oo " ernmahgem " " " 3,46 110,42 o,H, 0;93 11,20 20,00 16,: ·
1
11 26 " erneutem " " " 3,05 10,10 0,04 0,39 13,20 16,6619,
l!O,:~
1

11 46 " einmaligem Erzzusatz ohne Kalk 2,6610,068:o,o-1 0,043 16,40 13,66


12 04 ff ff " ff " 2,80 10,068:0,04 0,043 12,00 14,66 20,
12 22 Abstich des ersten Ofens . 2,50 0,10 0,04 0,087 6,oor19,16
1 ~ 86

Ü;~~-----~ 0,8~
1

-1 ~- 1-.-~robe ~US dem zweiten ~,~~~ 0,04 0,049 - 9,6~119,00 9,~~


1 20 2. " " " n ff • 0,35 10,05 ,0,02 0,02 18,00 14,66 ~'i6
1 40 3. " " " " " • 0,1910,05 '.0,02 0,01 13,60111,00 r,'61
2 4. " " " " " • 0,18 10,23 1
0,02 0,01 13,liO 11,00 'o9
2 22 Abstich des zweiten Ofens . o,1o o,32 0,018 0,01 ,13,r,o 1s,oo ,,
1 1
Eisen. 147

Es ist nicht anzunehmen, dass das Verfahren das gewöhnliche


Martinverfahren auf den Werken verdrängen werde, welchen eine ge-
n~gende Menge Alteisen zur Verfügung steht, um mit geringem Roh-
ei senzusatz arbeiten zu können. Ebensowenig wird dem Thomas-
verfahren ein ernstlicher Wettbewerb in solchen ~'ällen bereitet werden,
wo ein Roheisen mit mindestens 2 Proc. Phosphor, 1,5 Proc. Mangan zur
~erfngung steht und ein der grösseren Erzeugungsfähigkeit einer Thomas-
hlltte entsprechender Absatz gesichert ist.
Bessemerverfahren. Zum Aufbau von Birnenböden wird
nach W. Oswald (D. R. P . Nr. 141419) nicht eine Masse aus Dolomit
und Theer aufgestampft, sondern der Boden aus Formsteinen hergestellt,
w.elche in bekannter Weise die Windöffnungen selbst enthalten. Die
Etnpassung der Formsteine geschieht in einfacher Weise; besonders
fällt die Schwierigkeit fort, Formsteine herzustellen, welche mit den be-
s?nders geformten Düsen zusammenpassen. Das Neue des Verfahrens
liegt darin, dass fertig gebrannte Formsteine aus Magnesit zur Ver-
wendung kommen, um ein Brennen des fertigen Bodens zu ersparen.
1
~ e Schliessung der Fugen zwischen den Formsteinen geschieht durch
e111en :Mörtel aus Magnesit. Die Gestalt der Formsteine, die Anord-
nung der Windkanäle in den Formsteinen und die Anordnung der
mit Windkanälen versehenen Formsteine auf dem Boden kann ver-
schieden sein.
Birne mit seitlichem Ansatzbehälter. Nach A. Re y-
n o.l d s (D. R. P. Nr. 143 597) ist die mit einer entsprechenden Aus-
kl.e1dnng b (Fig. 60) versehene
Birne a in üblicher Weise auf Fig. 60.
E.ohlzapfen c d kippbar gelagert,
die in bekannter Weise zur Wind-
bez. Gaszuführung benutzt werd en
Und einerseits mit der Wind- bez.
~~sr_p1elle, andererseits durch mit
ückschlagventilen g versehene
Rohre und Dnsen tragende Rohre
k l mit einem seitlichen Ansatz m
der Birne verbunden sind. Dieser
Seitliche Ansatzbehälter m ist mit
der Birne a durch einen Kanal von
\"erhältnissmässig grossem Quer-
schnitt verbunden und daher mit
Metall gefüllt. Der Verbindungs-
kanal miindet bei normaler Stel-
lung der Birne unter der Ober-
fläche des Metallbadesein und bildet
den grössten Theil des Ansatzbehälters. Der Wind bez. die reducirenden
oder anderen Gase werden oberhalb des höchsten Metallspiegels im An-
satzbehälter durch Röhren zugefilhrt, deren Mündungen somit mit dem.
10•
148 JI. Gruppe. Metallgewinnung.

!1etallbade nie in Berührung kommen. Bei normalem Betriebe, d. i. in


der in der Zeichnung dargestellten lothrechten Ilirnenstellung, wird durch
den Winddruck das Metall in dem Ansatzbehälter nach abwärts gedrückt,
und die Luft bez. das Gas strömt an der oberen Kante des Verbindungs-
kanales in das Metallbad ein. Wird die Birne nach rechts, d. i. mit dem
Ansatzbehälter nach aufwärts gedreht, bis der Spiegel ungefähr durch
die obere Kante der Milndnng des Verbindungskanales in die Birne geht,
so streicht der Wind bez. das Gas iiber die :\fetallobcrtlächc, und zwar
über eine verhältnissmässig grosse Oberfläche. Es bedarf dazu nur einer
geringen Neigung der BirnP, deren Grösse durch den Abstand der Ober-
kante des Kanales vom ·Metallspiegel und das Volnmenverhältniss des
Ansatzbehälters zur Birne bestimmt ist. Hervorzuheben ist, dass bei
dieser Art der Leitung des Windes über die Oberfläche des Metallbades
Verluste vollkommen vermieden werden. Der Wind strömt schräg gegen
die )fetalloberfläche und wird durch diese abgelenkt.
Birne zum Verfeinern von Metallen. NachS.T.Bleyer
(D. R. P. Nr. 144 375) wird eine Gasflamme eingeblasen.
Scheidung des beim Thomasprocess fallenden Con-
v er t er aus w ur f es in Eisen - T h o m a s schlacke und Schlacken-
mehl haltendesKalkpulver. Nach W. G. Sievert (D.R.P.Nr.136378)
wird der Converterauswurf mittels einer beliebigen, mit Windscheidung
verbundenen Zerkleinerungsvorrichtung so weit zerkleinert, dass die
Schlacke vorwiegend nur eine Loslösung von den Ubrigen Gemenge-
theilen erfährt, während der Kalk allein der Hauptsache nach in Pulver-
form übergeführt und abgeblasen wird. Es wird so in der Staubkammer
ein Gemisch von Kalk- und Schlackenpnlver erhalten, während am .Aus-
lassende der Zerkleinerungsvorrichtung ein praktisch kalkfreies Gemenge
von schlackenfreien Eisentheilen mit eisenfreien Schlackentheilen in den
magnetischen Scheider entlassen wird.
Verhinderung des Eindringens von Schlacke in Stahl-
u n d F 1 u s sei s e n b I ö c k e. Nach De Wen de 1 & C p. (D. R. P.
Nr. 140 577) bildet sich an der Oberfläche der durch das saure oder
basische Bessemer- oder Martin-Verfahren gewonnenen Stahl- und Fluss-
eisenblöcke eine vorzugsweise aus Mangan- und Eisenoxyden zusammen-
gesetzte Schlacke. Diese Mangan- und Eisenoxyde sind die Erzeugnisse
der während des Abgiessens erfolgenden Oxydation des Metallstrahles.
Sie bilden sich in erster Linie in Folge der Einwirkung des vor dem
Abgiessen zugefügten Mangans, Ferromangans oder Spiegeleisens auf
den gelösten Sauerstoff und das gelöste Eisenoxyd. Diese Reaction
nimmt ihren Anfang in der Birne oder im Flammofen und setzt sich fort
in der Gussform. Die die Schlacke bildenden Oxyde scheiden sich von
dem specifisch schwereren Metallbade ab und steigen an die Oberfläche
der Blöcke. Die Schlacke erstarrt ziemlich rasch nnd zerfällt; die dabei
entstehenden, mehr oder minder breiartigen Schlackenbestandtheile
drehen sich während einiger Zeit auf der Oberfläche des Metallbades,
nehmen Metallkörner in sich auf, um dann durch die während der Ab·
Ei,on. 149
~ühlung des _Metallbades anftretende_n Wirbel angesaugt zu w~rden,
angsam zu smken und schliesslich m den Blöcken zu verschwmden.
~eim Zerschlagen der Blöcke trifft man diese Schlackenbestandtheile oft
in beträchtlicher Tiefe unter den Illockköpfen an in Gestalt von um-
f~ngreichen schwarzen Kugeln. - In einigen Stahlwerken schöpft man
die S~hlacke mit eisernen Spateln von den Blöcken ab. Es ist indessen
praktisch unmöglich, die Schlacke vollständig abzuschöpfen. - Es wird
nun dieser Abgang dadurch vollständig vermieden, dass das Eindringen der
Schlacke in die Blöcke verhindert wird. Dieses wird erreicht durch Erhöhung
der Temperatur und des Fliissigkeitsgrades der Schlacke. Zu diesem
z_wecke führt man in die Gussform vor dem Abgiessen des Metallbades
e~n feingepulvertes Gemisch ein von kohlenstoffhaltigen Körpern und
kieselsäurehaltigen, thonhaltigen oder anderen Flussmitteln, die in Folge
v?n Verbindungs- oder Lösungsvorgängen sich znm Eingehen von Ver-
bindungen mit den )langan- und Eisenoxyden eignen, deren Schmelz-
pun_kt unterhalb des Schmelzpunktes dieser Oxyde liegt. Nach Be-
:n~igung des Abgiessens bringt man auf die Oberfläche der Blöcke eine
leine Menge desselben Gemisches. - Die zur Verwendung kommenden
kohlenstoffhaltigcn Körper kiinncn Holzkohle, Koks, Anthracit, Graphit
11 8
•. • w. sein. Als Flussmittel lassen sich verwenden: Kieselsäure, Thon,
Ziegelmehl u. s. w. Stark aschenhaltiger Graphit oder sehr unreiner
Brennstoff können vortheilhaft verwendet werden. Dabei ist aber im
Auge zu behalten, dass Kohlenstoff allein oder Flussmittel ohne Kohlen-
stoff nicht im Stande sind, die beabsichtigte Wirkung herbeizufiihren.
Ausserdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Zusatz des
kohlenstoffhaltigen Gemisches einzig und allein auf dem Boden der Guss-
form oder einzig und allein auf der Oberfläche der ßlöcke nicht genügt.
Man muss vielmehr dieses Gemisch sowohl vor dem Abgiessen in die
Gussform einbringen als auch nach erfolgtem Abgiessen auf die Blöcke
aufgeben.
, K 1 ein bes s e m er c i auf der Ausstellung in Dilsseldorf bespricht
E_röli eh (Z. Ingen. 1903, 1340); dieselbe hat in Deutschland nur in
ein,~r Hütte Eingang gefunden, wohl hauptsächlich, weil sie durch die
antänglichen :\fisserfolge in Folge zu starker Wärmeverluste in Misskredit
?ekommen war. Die Möglichkeit, die erzeugte Stahlmenge dem
Jeweiligen Bedarf anzupassen, macht die Klcinhessemerei besonders
Werthvoll als Ergänzung einer Oiesserei, vornehmlich auch bei Her-
stellung von Tempergnsswaaren, indem man durch vorzeitigen Abbruch
des Blasens in der Birne ein theilweise entkohltes Eisen filr Temperguss
herstellen kann.
. K 1 ein bes s c rn er e i in Belgien ist nach U n c k e n b o lt (Stahl-
eisen _1903, 988 u. 1227) von Erfolg. Ein Converte~inh_alt ~on 10 hk
Ausbrrngen ist der geeignetste. Man kann mit Leicht1~ke1t grössere
:'.'.!engen nehmen bis 20 und 30 hk. nimmt man jedoch klemere Mengen,
so setzt man sich stets der Gefahr aus die erste Menge nicht heiss
genug zu erhalten. Die ConverterausO:auerung verschluckt eben bei
150 JI. Gruppe. .:\Iotallgowin11ung.

der ersten Hitze noch eine ganz bedeutende Menge Wärme, die man durch
Warmblasen mit Koks kaum oder :nur schwer liefern kann. Der Koks
verbrennt z~ Asche, die bekanntlich ein schlechter Wärmeleiter ist.
Der Converterboden wird also beim Warmblasen nie recht warm, die
Asche hält die Wärme ab. Andererseits kann man später, wenn man
erst einmal eine oder zwei heisse sog. Chargen erhlasen hat, mit
Leichtigkeit mit dem Metallgewicht etwas zurückgehen. Zum Anwärmen
des Converters, zum Trocknen und Anwärmen der Giesspfannen, zum
Trocknen der Gussformen u. s. w. ist Koks erforderlich, der sich je
nach der Grösse der Production auf 1 bis 2 )rk. für 10 hk Stahl
beläuft. - )lau arbeitet mit 7 Proc. Abbrand im Cupolofen, muss also
107 k gichten, um 100 k flüssiges Roheisen zu erhalten. Und man
muss 115,56 k gichten, um bei einem weiteren Verlust von 8 Proc. im
Converter 100 k flüssigen Stahl zu erhalten. Zur Verfügung mögen
stehen: ein gewöhnliches Bessemerroheisen zu GS,50 Mk.; ein besseres,
siliciumreicheres Hämatit zu 78 Mk.; Schmelzkoks koste 28 Mk.;
lOproc. Ferrosilicium 90 Mk.; 10 bis 12proc. Spiegel 67 Mk.; Schrott
55 Mk.; Aluminium 99proc. 3 Mk. fiir 1 k.; Gaskoks 20 Mk. u. s. w.
Die Cupolofengicht setzt sich zusammen ans:
k k m.
400 Bessornorroheisen !i8,li0 = , 1:1 = 48,84
100 liiimatit 78,00 = 178 = l :3,88
1!iO Snh rott !i;j,00 = 2ß() = 14, 7!l
--,,:io___ _ . ]lfi(). 77,iil

Auf 1000 k flüssigen Stahl rechnet man im Durchschnitt:


k Proe. :lfk. Mk.
14 Forromanga11 . 80 220,00 = 3.08
!i Spiegel . . . 10his12 fi7,00 = O,,lS
ii .FPrrosilicinm . 10 00,00 - 0,4:"i
1 Aluminium !)!) 3,00- :l,00
--25- H,DI
77,51 + G,91 - 8-!,42 Mk.
Diese Zuschläge gibt man am besten etwas angewärmt und in
kleine Stiicke zerschlagen in die Birne, sofort nachdem das Blasen ein-
gestellt ist. Das Einschmelzen des Zuschlags vor dem Zugeben hat
keinen besondern Zweck, ist aber immerhin ganz angenehm, zumal wenn
das Metall nicht rncht heiss ist. Das Aluminium gibt man in den
Pfannen zu. Auf 11 GO k im Cupolofen zn gichtende )laterialien ge·
braucht man 232 k Koks zu 28 Mk. = 6,50. Demnach 84,42 6,50 +
= 90,92 l\fk.; zum Anwärmen 11. s. w. muss man 1 bis 2 ;\lk. rechnen,
macht zusammen 92,92 Mk. Der fliissige Stahl ab Kleinconverter
kostet also rund !)3 Mk. filr 1000 k.
Sonstige Verfahren. Beim Kohlen von flüssigem Eisen
durch Ein leiten von Ace t y I e n wird nach C. V. Bur t o n und
W. J. Hartley (D. R. P. Nr. 147 313) das Acetylen mit einem indiffe·
renten Gase, z. B. Kohlenoxyd, verdünnt, welches durch Streichen von
Eison. 151

Luft durch zur Rothglut erhitzte Koks erhalten wird. Die Vortheile,
welche durch das Verdilnnen des Acety lengases erzielt werden, be-
re?en darin, dass hierbei das Niederschlagen von fester Ko1ile in den
e~tun?en u. s_. w. verringert und ferner Explosionen vorgebeugt wir_d.
8
ei emem S1emens-l\Iartinofen kann man das Acetylen durch em
:h~vane~halsartiges Rohr eintreten lassen, das in das geschmolze1~e
B et.tll emtancht. Bei Bessemerbirnen wird das Acetylen durch die
odendüsen oder durch besondere Düsen eingeblasen.
Verfahren zur Herstellung von blasenfreiem Stahl-
gr'1 s s nach L es Eta b li s s e m e n t s Po u l e n c f r er es und M. l\I es l ans
( ). R. P. Nr.143 4ßfl). Aluminium zersetzt Kohlenoxyd, wirkt aber nicht
;~f Wasserstoff u1_1d Stickstoff ein; wenn man das au~ geschmol~enem
finahl mit Alummn~~znsatz sicl~ entwickelmle Gasgemisch ~nalysut, so
W det man nur em1ge Proc. Kohlenoxyd, während 50 bis 80. Proc.
M asserstoff und 15 bis 45 Proc. Stickstoff festgestellt werden können.
b an .muss daher, wenn man den Stahl vom Wasserstoff' und Stickstoff
Tefreien will, )letalle anwenden, welche mit diesen Oasen bei hoher
em~eratur beständige Verbindung eiugehen. Die Erdalkalimetalle
(Calcn1m, Baryum, Stroutium) und auch Lithium besitzen diese Eigen-
schaft i aber in Folge ihres hohen Preises und der Schwierigkeit, sie in
geniigender .\!enge herzustellen, ist die Verwendung derselben als reines
Metall praktisch nicht durchführbar. Es ist nun festgestellt worden,
dass die Erdalkalimetalle sich in beliehig wechselbarem Verhiiltniss mit
flt~minium vereinigen lassen, so dass z. I3. bei einer Aluminium-Calcium-
egirung die Wirkung des Calciums zu der des Aluminiums hinzukommt,
~lll du~ch Bildung von Hydriiren und Nitriden mit dem Wasserstoff und
Lern_ Stickstoff diese Oase auszuscheiden. Man setzt von der betreffenden
d egirung, ebenso wie bisher von dem Aluminium oder Aluminiumeisen,
ern geschmolzenen Stahl eine geringe Meuge im Augen blick des Gusses
11
~ • Die_ zusetzende )!enge h1ingt natürlich von der Zusammensetzung
er Leg1rung ab, deren Calciumgehalt zwischen 20 und 80 Proo.
schwanken kann. Die Menge des Zusatzes hängt ausserdem davon ab,
ob der Stahl im Flammofen oder nach dem Bessemer-Verfahren her-
gestellt ist. Im Uebrigen wird die Legirung in derselben Weise zu-
gesetzt wie bisher das reine Aluminium. Selbstverständlich können,
ebenso wie die Aluminium-Cah.:iumlegirung, auch die Legirungen des
Aluminiums mit den anderen oben angeführten Erdalkalimetallen für
den angegebenen Zweck verwendet werden.
Härtbarer, zum unmittelbaren Giessen von Hohl-
geschossen geeigneter manganarmer Stahl mit hohem
0
\ hle1~stof!gehalt. R. A. Uadfield (D. R. P._Nr.137356) em-
p ehlt emen Stahl zur unmittelbaren Herstellung von Hohlgeschossen
durch Giessen welche besonders zum Dnrchschiessen von Panzerplatten
geeignet sind.' Um diesen Zweck zn erreichen ist es erforderlich, einen
Sta h1 zu erzeugen der einen hohen ' '
Kohlenstoffgehalt, zwec kmässig .
0' 7 b"rs 1,1 Proc. Kohlenstoff,
, . 7 b" 9 9 p
1,8 bis 2,5 Proc. Nickel, 1, 1s ... ,... roc.
152 II. Grupve, Metallgewinnung.

Chrom und möglichst wenig l\langan, d. h. nicht über 0,2 Proc. enthält.
Besonders ist hierbei der geringe Mangangehalt von Bedeutung, denn
die Erfa'hrung hat gezeigt, dass durch die Gegenwart von Mangan in
grösserer als der ungefähr angegebenen Menge beim Härten ein Reissen
des Stahls in Wasser verursacht wird. Zweckmässig ist es, dem Stahl
noch Silicium oder Aluminium oder beides als Verdichtungsmittel ein-
zuverleiben, um eine grössere Reinheit zu erzielen und Hohlräume oder
Blasen zu vermeiden. Die Menge des Siliciums kann bis etwa 2,5 Proc.
betragen; in den meisten Fällen sind jedoch geringere Mengen, so etwa
0,3 Proc. vorzuziehen, während das Aluminium bis zu etwa 0,2 Proc.
vorhanden sein kann, wenn auch vorzugsweise nicht mehr als O, 1 Proc.
erforderlich sein wird.
Verfahren zum G i essen dichter Stahlblöcke unter Ver-
wendung eines Desoxydationsmittels in der Gussform von A. J. Lustig
(D. R. P. Nr. 139 318) ist dadurch gekennzeichnet, dass dem Stahl während
des Giessens aus einem unter der Gussform angeordneten lltll1älter Kohlen-
wasserstoffgas zugeführt wird.
Verfahren zur Herstellung von schmied- und härt-
barem Ti e g e 1g u s s stahl, welcher sich sowohl zu geschmiedeten
als auch zu gegossenen Werkzeugen, wie auch zu gegossanen Maschinen-
theilen vorzüglich eignen und welcher in einem einzigen Arbeitsgang
einen vollständig dichten Guss ergeben soll. Nach Angabe der Ba y e -
rischen Eggenfabrik (D. R. P. Nr. 139 784) wird, um auch die
oxydirende Flamme zur Wirk1rng gelangen zu lassen, der Tiegel un-
bedeckt gelassen. Indem man die Flamme unmittelbar auf das Schmelz-
gut einwirken lässt, welches in einem mit kohlenstoffreicher Masse aus-
gefutterten Tiegel bis über den Rand hinaus angefilllt ist, findet in den
oberen Einsatzschichten eine Kohlenstoffoxydation statt. Gleichzeitig
nimmt der tlilssig gewordene Einsatz aus dem kohlenstoffreichen Tiegel-
futter Kohlenstoff auf, und es gelingt dadurch, in einem Gang den fertigen
Gnssstahl zu erzielen, der gleichzeitig homogen, schweiss·, schmied- und
härtbar ist. Der auf diese Weise hergestellte Stahl erreicht eine Festig-
keit von 125 bis 130 k und lässt sich bei 85 k Festigkeit noch ohne
Schweissmittel schweissen. Als Einsatz braucht man Stahlabfälle, Roh-
eisen mit etwas Manganeisen, doch kann man auch andere, zu Werk-
zeugstahl benutzte Einsätze zur Erzeugung dieses Stahls verwenden.
Man erreicht ausser den erwähnten vortheilhaften Eigenschaften eine
Erhöhung, sogar eine Verdreifachung der Productionsfähigkeit und kann
die Schmelzdauer gegen die bisherige um zwei Drittel abkürzen.
Die zur Herstellung von Phosphorstahl von J. Steven-
son und F. l\Ia~q uard (D. R. P. Nr. 146 205) angegebene Legirung
besteht aus etwa 68 Proc. Mangan, 25 Proc. Phosphor, 5 Proc. Kohlen-
stoff und 2 Proc. Verunreinigungen, einschliesslich Eisen. Ein Theil
des Mangans wird manchmal durch etwa 5 Proc. Eisen ersetzt, und
zwar je nach der Reinheit der angewendeten Rohstoffe. Die Legirung
wird in der Weise hergestellt, dass man hochphosphorhaltige Mangan-
Eisen. 153
erze im Hochofen, Flammofen oder elektrischen Ofen mit Kohlenstoff
und einem Flussmittel schmilzt. Wenn die Erze nicht genilgend Phos-
phor enthalten, um dem Endproduct den erwünschten hohen Gehalt an
Phosphor zu verleihen, so werden verschiedene phosphorhaltige Stoffe,
wie Calciumphosphat oder Apatit, als Flussmittel zugesetzt. Die so
hergestellte Legirnng ist dem :\langaneisen sehr ähnlich, besitzt aber ein
mehr nadelförmiges Gef!ige; sie ist auch spröder und leichter schmelz-
bar. In ein Metallbad eingeführt, entzieht sie demselben daher weniger
Hitze und verleiht auch geschmolzenem Stahl die dem Phosphor eigen-
thlimliche Leichtflüssigkeit und Ruhe. Durch den Gebrauch dieser
~egirung wird also das Einführen von Kohlenstoff, Mangan und Phosphor
1
n ein Metallbad bedeutend vereinfacht und die Menge des erforderlichen
Z11satzes vermindert.
Verfahren zum Härten von Werkzeugen aus chrom-,
Wolfram- bez. molybdänhaltigemStahl. Nach Böhler&Cp.
(D. R. P. Nr. 141 415) werden die Werkzeuge iiber die normale Härtungs-
ternperatur des angewendeten Stahles, seihst bis zur beginnenden Er-
weichung erhitzt, und dann auf die gewöhnliche Temperatur abgeschreckt.
Dadurch wird erreicht, dass die l<Jrhitzung der arbeitenden Werkzeuge
selbst bis auf Dunkelrothglut ohne Beschädigung der Schneidkanten der-
sellit)n gestattet werden kann. - Eine Abänderung dieses Verfahrens
besteht darin, dass man das iiherhitzte Werkzeug schnell auf eine unter-
halb der normalen Hiirtungstemperatur liegende Temperatur (ungefähr
600 bis 7000) abkilhlt, und sodann unter Luftabschluss langsam
erkalten lässt. Das überhitzte und abgekühlte Werkzeug kann auch
durch ein- oder mehrmaliges Erhitzen auf eine Temperatur von 3000
bis höchstens zur normalen Härtetemperatur angelassen werden. (Vgl.
s. 159.)
Das Verfahren der Oberflächenhärtung von Eisen
~on J. H. Knigge und J. P. van Holt (D. R. P. Nr.144810) besteht
1n der gleichzeitigen Anwendung von organischen stickstoffhaltigen

Stoffen von hohem Gehalt an schmelzbarer Asche und von Phosphor


zum Härten von Eisen. Die Wirkung der gleichzeitigen Anwendung
der Härtepulver unti des Phosphors wird damit erklärt, dass hierbei der
P_hosphor nicht als eigentliches Härtemittel wirksam wird, sondern als
ern den Eintritt von Kohlenstoff in das Eisen förderndes Mittel; unter
dem auf Auseinanderschieben der Molecille gerichteten Einfluss des
Phosphors dringt der Kohlenstoff rasch in die Tiefe ein, so dass eine ?e·
deutende Zähigkeit des Kernes erzielt wird, während die Oberfläche eme
so l>eträchtliche Härte erlangt dass sie mit allerbestem, in gehärtetem
Zustande zur Einwirkung geb:·achten Stahl nicht angeschnitten werden
kann; dabei verbleibt die Schweissbarkeit ungeschädigt. - Um z. B.
200 bis 300 k Eisen an der Oberfläche bis zu 1 mm Tiefe mit der an-
gegebenen Wirkung zu behandeln, bettet man die Ei~en~tncke in e!ner
Retorte, Muffel o. dgl. in Knochenpulver, welches mit emem Gemisch
von 300 g gelbem Blutlaugensalz, 250 g Cyankali um und 400 g Phosphor
154 II. GruppP,. ~Ietallgowinnnng.

versetzt ist. Man schliesst das Gefäss gut, lutirt mit Scharmott, Thon
u. dgl. und erhitzt bis auf helle Rothglut oder Weissglut, wonach man
<las behandelte Eisen glühend in Wasser oder ein anderes Bad taucht.
Der Phosphor gelangt am besten als rother Phosphor zur Anwendung,
kann jedoch auch in bekannter Weise im Gemisch selbst erzeugt werden.
Die angeführten Mengenverhältnisse werden je nach der Art des zu
härtenden Eisens und der Tiefe, bis zn welcher die Härtung vordringen
soll, abgeändert. Die Tiefe der Einwirkung ist unabhängig von der
Gesammtstärke der die Behandlung erfahrenden Eisensorten. - Das
Verfahren soll insbesondere dazu dienen, dem Verschleiss angesetzte
l\[aschinentheile, z. B. Zapfen, Lager, insbesondere auch Gelenkbolzen,
wie sie bei den Paternosterwerken und Baggern zur Anwendung kommen,
an der Oberfläche entsprechend tief zu härten. Nicht minder jedoch
können Werkzeuge in Ermangelung von gPeignetem Stahl aus Eisen
hergestellt (l\Ieissel, Bohrer 11. s. w.), durch dieselbe Behandlung voll-
kommen brauchbar gemacht werden.
Härten von St a h 1 an der Oberfläche oder nur an einzelnen
Stellen derselben. Nach C. Davis (D. R. P. Nr. 142 600) tritt an der
jeweils z11 härtenden Stelle durch eine mit ihr in unvollkommener Be-
rührung stehende EI e kt rode Strom während einiger Zeit ein und
durch eine mit dem Metall in inniger BPr·iihrung stehende Elektrode aus,
wodurch das Metall an der Stromeintrittsstelle mit orlfff ohne Hildung
von Lichtbögen heftig erhitzt wird, Hings des Weges aber, den der Strom
durch das Metall nimmt, keine in Betracht kommende Erwiirmung er-
fährt. Nach Unterbrechung des Stromes und \Vegriicken der Elektrode
von der erhitzten Stelle des Metalles wird letzteres ahgekiihlt.
Gliihen von Gegenständen in Olllhtöpfen. Nach O.
M ö 11 er (D. R. P. Nr. 14 0 267) besteht die zur Uebertragnng der Oli\h-
hitze auf die Oliihtöpfe dienende flilssige Masse aus einPm Salz oder
einer Mischung von Salzen, statt des tliissigen Metalles. Bei Verwendung
von Salzgemischen werden die Salze im ii1piiv11Ienten Verhältniss mit-
einander gemischt. - Retorten g 1ii h o f e n für Metallgegenstände
von D. Botes (D. R. P. Nr. 142175).
V er e i n i g e n m e t a 11 i s c h e r K ö r p e r v o n b e 1i e b i g e m
Querschnitt. Nach H. Ooldschmidt (D. R. P. Nr. 136142)
wird das aluminothermische Verfahren, bei welchem man durch Reaction
von Aluminium mit Sanerstoffverhindnngen flüssiges Metall von hoher
Temperatur und fl!lssige Thonerde erzeugt, dahin abgf'ändert, dass das
flüssige, hocherhitzt aus dem vorgenannten Processe kommende Metall
an einem Theil der Werkstücke angegossen wird bez. antliesst, während
man den andern Theil der Werkstücke nur der Berührung mit der ge-
schmolzenen Thonerde aussetzt.
Verdichten von Stahlblöcken in flilssigem Zu·
stand e. J. Ri e m er (Z. lugen. 1903, 1675) empfiehlt den verlorenen
Kopf beim Giessen von Blöcken durch eine Gebläseflamme, welche mit
vorgewärmtem Generatorgas gespeist wird, zu erhitzen; die Erhitzung ist
155

.weit über die Schmelztemperatur des Blockmetalles erforderlich, um den


~opf so lange wie nöthig tliissig zu erhalten; denn wenn dies gelingt, so
1st die Bildnng eines Lunkers einfach unmöglich. Da der Block von
den Seiten und von unten herauf erstarrt, so kann sich bei flilssig ge-
haltenem Kopf kein llohlranm bilden, weil ein entstehender Hohlraum
sofort wieder ausgefüllt wird. Gleichzeitig können die beim Erstarren
ausgetriebenen Gase durch den oberen fliissigen Theil entweichen. Erst
ganz oben können sich beim schliesslichen Erstarren einige Hohlränme
bilden und Gasblasen festsetzen. Es ist ferner erforderlich, die hohe
Temperatur ilber dem Block so schnell herznstellen, dass sich auf dessen
Oberfläche durch Abkiihlen an der Luft nicht etwa eine Kruste bilden
kann, die erst wieder durchgeschmolzen werden miisste. Hierbei könnte
~s leicht vorkommen, dass erweichte, teigig gewordene Theile der Kruste
in den schon entstandenen Hohlraum gerieten und dort durch Reaction
Und Gasentwickelung oder durch mangelhaftes Anschweissen erst recht
Veranlassung zu Hohlräumen gäben. - Von einem 15 t schweren
Blocke, welcher 45 Minuten warm gehalten war, wnrden Analysen ge-
macht, und zwar eine von unten ans dem Bohrloch und zwei von oben,
deren Ergebnisse nachfolgen:

C Mn s p

unten 0,2:!!l 0,950 0,040 0,055


oben Rand 0,251 0,626 0,036 0,061
oben Mitte 0,2:!0 0,400 0,050 0,089
EinRatzprobe 0,226 o,sor, 0,034 0,055

Die Einsatzprobe ist beim Giessen des Blockes entnommen worden,


als die Coquille bis zum Aufsatz gefüllt war.
St a h 1 form g 11 s s 11 n d seine Verwendung auf der Dilssel-
dorfer Ausstellung bespricht B. 0 sann (Stahleisen 1903, 99). - Der-
selbe (das. S. 22) behandolt den Temperst a h 1g u s s. Das Verfahren
beruht auf drr Entkohlung von Gusseisen durch Olilhfrischen, d. h. durch
andauerndes Gliihen in Beriihrung mit Eisenoxyden. Der Kohlenstoff
entweicht in Form von Kohlenoxyd aus der den Oxyden benachbarten
~ch!cht. Durch die Molecularwanderung werden auch die inneren
Schichten in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorgang ist beendet, wenn
auch der innere Kern nicht mehr die Structur und den Kohlenstoffgehalt
des Gusseisens zeigt. Erforderlich ist eine geeignete Zusammensetzung
~es Gussstilcks, rlas entweder im Cupol- oder Flammofen erzeugt wird,
indem Tiegelschmelzerei, die bei der Erzeugung von schmiedbar.em Guss
auch heute noch eine grosse Rolle spielt, hier ausgeschlossen 1st. . Als
Sauersto'!f abgebende Oxyde kommen nur Eisenerze in Betracht. - Ernen
'l'emperofen der Gelsenkirchener Gussstahlwerke zeigt Fig. 61 (S. 156).
Der Ofen hat einen änsseren Durchmesser von 4,6 und eine Höhe von
5,66 tn über Hnttensohle. Die Richtung der Feuergase ist durch Pfeile
angedeutet. Es bleibt fiir die Gusswaaren ein ringförmiger Raum C
156 II. Gruppe. l'iletallgowinnu11g.

übrig. Den senkrechten Kanal in der Ofenmitte von kreisförmigem


Querschnitt, welcher die Feuergase in den Essenkanal führt, muss man
sich aus einzelnen Scharmottecylindern aufgebaut denken. Beim Einpacken
und Auspacken wird
Fig. 61. ein Cylinder nach
- - - - -- --4610--- -- - - dem andern aufge·
setzt bez. abgenom·
men . Für den Tem·
pervorgang kommt
nur Eisenoxyd i.n
Frage, Eisenoxydul
ist nur Verdiinnungs·
mittel, das allerdings
unentbehrlich ist, um
eine zu kräftig wir·
C r kende Entkohlung zu
F

:: verhindern. Die Ur·


sache dieser Maass-
nahme, die auf eine
Verminderung der
entkohlenden Wir·
-ß kung der Temper·
A masse abzielt, ist das
Unansehnlich werden
- H , - ' " - - -1-- ' q
der Gnssstilcke, in·
~~~- dem sie in l<' olge der
Kohlenoxydausströ·
mung löcherig und
porös werden. Auch
können dünne Quer·
schnitte derartig
stark oxydirt werden,
dass ihre Eisenmasse ganz verschwindet. Man hat mit zwei ge·
trennten Vorgängen zu thun, der Entkohlung und der Kohlenstoff·
wanderung von innen nach aussen. Letztere erfordert Zeit, was ja auch
die Vorgänge beim Cementstahl beweisen. Es führt also zu keinem
Nutzen, wenn die 11.ussere Schicht der Gussstücke rasch entkohlt wird,
während das Innere kohlenstoffreich bleibt. Auch Sinterungsvorgänge
mögen in Frage kommen, welche unter dem Einfluss der kräftigen Wir·
kung zu einer fest dem Gussstück anhaftenden Haut führen . - Das ein·
fachste Mittel zur Einführung von Eisenoxydul ist die Einmengung von
bereits gebrauchter, eisenoxyduh-eich gewordener Masse. Die Gelsen·
kirchener Gussstahlwerke, welche einen reichen Rotheisenstein zum
Tempern verwenden, mischen denselben nach dem durch Erfahrung e~-
mittelten Verhältniss von 3 : 5 mit alter Masse. Dabei werden die
Krusten und zusammengesinterten Stücke der alten Masse ausgeschieden,
Eisen. 157

diese enthalten die grUssten Eisenoxydulmengen, da sie aus der Nach-


barschaft der Gusssti\cke stammen. - Ein Schwefelgehalt des Erzes
Wird zum Theil von den Oussstilcken aufgrnommen, auch ein Phosphor-
gehalt. Die Tempermasse soll nicht grosse Stilcke enthalten, aber auch
nicht zu feinkUrnig sein; im ersten Falle findet keine genilgende Be-
r~hrung mit den Oussstilcken statt, im zweiten Falle bilden sich ge-
sinterte, im Innern unzugängliche Klumpen. Am besten ist eine gleich-
~ässige Korngrösse, etwa Linsen und Erbsen entsprechend. - Bevor
die Temperöfen besetzt wrrden, milssen sie mit Kalkmilch ringsum be-
strichen werden, um ein Anhaften des Ofeninhalts zu verhindern. Die
Gnssstilcke werden lagenweise in den Raum C' eingebracht, mit
Masse umstampft und nach allen Richtungen hin unterstiitzt, weil
andernfalls heim Zusammensinken des Ofeninhalts zu grosse Verkrilm-
mungen der Gnssstiicke die Folge sein wilrden. Oben wird dann ein
Abschluss gegen die Feuergase durch feuerfeste Steine D gegeben.
Dann wird die Decke E aus feuerfesten Steinen derartig aufgestellt,
dass sie in sich steht, wenn auch die Decke D mit den darauf gestellten
Stiitzsteinen sinkt. Dabei wird filr Zugänglichkeit an einer Stelle behufs
Probenahme gesorgt. Darauf hrginnt das Anfeuern. Am 3. Tage wird
voll gestocht, bis 10 Tage seit dem Anheizen verstrichen sind. Dann
erfolgt die Probenahme, nach deren Ergehniss noch 1 oder 2 Tage ge-
l'ltocht, orler auch das Feuern gleich eingestellt wird. Das nunmehr
folgende Abkiihlen, d. h. das Einstellen des Feuerns unter Dichtschliessen
rler Thiiren, dauert 3 bis 4 Tage und das Ausräumen 4 bis 5 Tage.
Demnach steht der Ofen nach 18 bis 22 Tagen wieder fiir eine neue
Beschickung bereit. Die chemischen Veränderungen beim Temper-
stahlgussverfahren werden durch nachfolgende Analysen ausgedrückt:
I. Cupolofengattiruug,

W·eisses Roheisen, aus Kokshochöfen '


stammend 3,40 0,&6
1
t,ta 0,062 0,171
Schrottprobe 1 · · . , 0,065 0,43 0,16 , 0,017 0,047
2 . ! 0,080 0,60 0,47 0,059 0,039
3 o, 120 0,49
. 1 0,43 0,097 0,067
1

s " 4 . . • . , 0,060 0,58 0,22 , 0,024 0,043


1:1hr?.tt im Durchschnitt . . . , 0,081 ' 0,5:! 0,32 , 0,049 , 0,0-19
ngusse und Wrackstücke der letzten I i :
0 Schmelze . . • . . i 3,23 0,33 O,H [ 0,096 II 0,16
"-Oks . • • 6 Proc. Wasser,
• 8 Proc. Asche 0,87
1

Bei einer Zusammensetzung der Gattirung mit 25 Proc. Roheisent


6
O Proc. Schrott, 15 Proc. Eingüssen von der letzte~ Schmelze und
39
Proc. Koks lässt sich die Zusammensetzung der Oatt1rung ~erecbnen
und mit der Zusammensetzung des wirklich erfolgten Gusseisens vor
Und nach dem Tempern vergleichen:
158 II. Gruppe. Metallgewinnung.

C I Mn I Si [ l' 1 S
1 Proc.- 1 Proc. i Proc. 1 Proc. Proc. _
Berechnete Zusammensetzung der auf-
gegebenen Beschickung unter Ein- 1

beziehung des Koksschwefels 1,38 1 0,50 0,56 0,057 0,44


Ans dem Cupolofen abgestochenes Eisen 3,23
nach 8tilgigem Feuern . (siehe, 0,33 0,54 0,095 0,161
T emper-
t bl
sa l " 10 " •
am Ende deA Verfahrens
. beson-1 0,33
ders) I 0, 33
0,54
0,54
o, 100 0, 181
o, 109 ' 0, 209

Der Kohlenstoffgehalt betrug:

bei einer Wandstiirke von


4,5 mm 9,7 mm 20 mm 40 mm
Proc. Proc. Proc. Proc.
nach 8tägigem Glühen 1,31 1, 79 2,92 2,98
" 10 • " 1,l!l 1,54 2,77 2,sr,
am Ende des Verfahrens 0,31 0,87 2,54 2,68

Ein FJnsseisenstah, der getempert wurde, hatte:

vor dem Tempern


nach dem Tempern

Veränderungen des Tempererzes.

Fe in Gestalt von

:::~~ i :::~ _I P;cJ Pr;c.


Neues Tempererz vor dem Tempern . 44,73 1,73 0,30
Gemisch aus alter und neuer Tempermasse vor
dem Tempern . , . . . . . . . . 30,00 17,0 0,80 0,35
Tempermasse nach dem Tempern:
1. unmittelbar am Gussstück gelagerte
Krusten . . . . . 25,96 38,41 0,19 0,29
2. weiter vom Gussstück entfernte Masse . 7 ,96 39,5!) 0,29 0,27

Untersucht man ein Gussstück, welches aus dem Temperofen kommt,


so findet man rings um dasselbe harte, fest zusammenhängende Stilcke
von Tempererz, die, ohne noch einmal verwendet zu werden, an die
Hochofenwerke abgegeben werden. Diese sind unter 2. als weiter vom
Gussstiick entfernte Masse bezeichnet. Unter 1. sind die etwa 2 mm
starken Schalen gemeint, die sich vom Gussstilck ablösen lassen und irn
Eisen. 159

Bruch zahlreiche spiegelnde Flächen (offenbar Krystallflächen) erkennen


lassen. In fein geriebenem Zustande zeigt Masse 1 eine ausgesprochene
schwarze Färbung, 1\fasse 2 eine gelblich braune.
Schnelldrehstähle bespricht F. Reiser (Stahleisen 1903,
131). Der erste sog. Selbsthärter war der Mushetstahl, welcher, um
als Schneidewerkzeug zu dienen , keiner Härtung in dem gewohnten
Sinne durch Ablöschen des rothgliihenden Stahles in einer Härtefliissig-
keit bedarf, sondern durch einfaches Erkalten aus dem rothgliihenden
Zustande an der Luft den für einen Drehstahl erforderlichen Härtegrad
anzunehmen vermag. Die chemische Zusammensetzung dieses ersten
Selbsthärterstahles ist ungefähr folgende:
Kohlenstoff 2,0 l'roc.
Manga11 . 2,fi „
H1Iicium . l,:l
,volfram 5,0 ,,
Chrom (),;) "
Die selbsthärtende Eigenschaft ist hier durch den Mangangehalt
hervorgerufen. Die neueren, noch weit leistungsfähigeren Drehstähle
von Bö h 1er u. A. enthalten besonders Wolfram und Chrom. (Vgl.
s. 153.)
Veränderung des Gusseisens durch anhaltendes
Gliihen. Nach F. Wiist (Stahleisen 1903, 1136) wiirde feinkörniges
Gusseisen mit etwa 1 bis 1,2 Proc. Mangan der Zerstörung durch oxy-
dirende Gase den grössten Widerstand entgegensetzen.
Behandlung des Stahles in der Wärme. Eine Abhand-
lung von A. Camp i o n bespricht G. Kr o u p a (Oesterr. Bergh. 1903,
673). Nach den Versuchen kann gewalzter Stahl mit 0,20 Proc. Kohlen-
stoff und von kleinem Querschnitte zwischen sehr weiten Temperatur-
grenzen behandelt werden, aber jedenfalls nicht iiber 8500, weil sonst
seine widerstehende Kraft gegen plötzlichen Stoss einen ernsten Abbruch
€rleidet; die Art und Weise der Abkiihlung scheint hier riicksichtlich
<ler ~nalität eine grosse Holle zu spielen. Wird das ;\laterial auf eine
Temperatur von iiber 8000 erhitzt, so bewirkt eine langsame Abkühlung
Sprödigkeit desselben. Heim Auswalzen kleiner Querschnitte werden
oft die Stäbe auf einander geschichtet, wodurch sie eine lange Zeit auf
€iner Temperatur von 500 bis Gooo erhalten bleibrn, was mitunter flir
<lie Qualität der Waare gefahrbringend wer(len kann. So wurden bei-
spielsweise derart geschlichtete Winkelschienen spröde und erst durch
abermaliges Glilhen auf 8000 nnd plötzliche Abkiihlung wurde die Sprö-
digkeit des Stahles behoben. Die mit Stahl von grösserem Querschnitte
€rhaltenen Resultate deuten darauf hin, dass solcher Walzstahl niemals
iiber 8000 erhitzt werden soll, weil dabei seine Beschaffenheit in Bezug
auf den Widerstand gegen pliitzlichen Stoss eine Verschlechteru~g er-
fahren würde. Geschmiedete Stäbe und grosse Massen sollen zwischen
700 his 8500 erhitzt werden um das Maximum des Widerstandes gegen
plötzlichen Stoss zu erzielen.' Bei einer Erhitzungstemperatur von 500
160 IT. Oruppo. Metallgewinnung.

bis 600° wird Sprödigkeit in höherem:Maasse herbeigeführt, insbesondere


dann, wenn auf das Glilhen eine langsame Abkiihlung nachfolgt. -
Wird Walzstahl mit 0,30 bis 0,40 Proc. Kohlenstoff und von kleinerem
Querschnitt auf Tem peratnren zwischen 650 bis 8000 gebracht, so
werden seine Eigenschaften beziiglich des Widerstandes gegen plötz-
lichen Stoss wesentlich verbessert; dabei ist es gleichgiiltig, ob die Ab-
kilhlung plötzlich oder langsam erfolgt. Das Erhitzen dieses Stahles
zwisehen 500 bis 6000 verursacht keine Sprödigkeit desselben, wodurch
er sich vom Stahle mit 0,20 Proc. Kohlenstoff unterscheidet. Grosse ge-
walzte Stäbe geben die besten Resultate nach ihrer Behandlung zwischen
700 bis 800° und erreichen das Maximum ihres Widerstandes bei einer
Temperatur von 7600. Hiihere Wärmegrade, 900 und dariiber, haben
eine ausgesprochene Spriidigkeit des Stahles zur Folge. Die langsame
Abkiihlung scheint in diesem Falle weniger gefährlich zu sein. Ge-
schmiedete 6z(\llige Stäbe widerstehen am besten dem plötzlichen Stoss,
wenn sie bei einer Temperatur von 700 bis 7600 behandelt wurden;
auch hier ist die Art der Abkiihlung ohne Belang, sie kann pWtzlich
oder langsam stattfinden. ---- Der gewalzte Stahl mit 0,50 bis 0,60 Proc.
Kohlenstoff erhiilt seine zäheste und fästeste Beschaffenheit, wenn er (in
kleinen Querschnitten) zwischen 700 bis 8000 geglüht und darnach ent-
weder pliitzlich oder langsam ahgekiihlt wird. Um bei den geschmie-
deten Stäben denselben Zweck zu erreichen, muss die Temperatur etwas
niedriger gehalten werden. - Gewalzter Stahl von kleinem Querschnitte
und mit 0,60 bis 0, 70 Proc. Kohlenstoff besitzt die grösste Dehnbarkeit
und den grüssten Widerstand, wenn er bei 600 bis 7000 behandelt
wurde. Die 4zöllige Stange desselben Materials gibt die besten Resul-
tate bei den Schlagproben, wenn der Stahl bei etwa 7 200 geglilht wurde.
Die Art der Abkiihlung scheint auf die Resultate ohne Einfluss zu sein.
Die geschmiedeten Stäbe dieser Stahlsorte und mit einem Durchmesser
von 6 Zoll bewähren sich in dieser Beziehung am besten, wenn ihre Er-
hitzung zwischen 700 bis 7600 vorgenommen wurde. Das Glllhen grosser
Stäbe dieser Stahlart bei einer Temperatur von ilber 8500 bewirkt Sprii-
digkeit des Materials.
Den Einfluss von Silicium und Kohlenstoff auf den
Schwefel im Eisen priiften F. Wiist und A. Schiiller (Stahl-
eisen 1903, 1128). Darnach erfolgt unter gewissen Bedingungen die
Abscheidung bez. Verfliichtigung von Schwefelsiliciumverbindungen.
Kohlenstoff wirkt nicht direkt entschwefelnd.
Weich es und h arte s Flusseisen als Constructionsmaterial
bespricht Eichhof f (Stahleisen 1903, 489 u. 593), - A. Haar -
mann (das. S. 727) das Eisen in der Eisenbahn nach Beschaffen-
heit, Form und Masse.
Elasticitäts- und Festigkeitseigenschaften der
Eisensorten bespricht C. Bach (Z. Ingen. 1903, 1536 u. 1762). -
Die optischen und elektrischen Eigenschaften der Me-
talle bespricht H. Rubens (Z. Ingen. 1003, 1325), - W. Ditten·
Eisen. 161

berger (das. S. 1532) die Ausdehnung von Eisen und Bronze


bei hoher Temperatur, - A. Schmitz (Verh. Gewerbfl. 1903, 283)
die Zug fest i g k e i t, Dehnung und das elastische Verhalten von
Eisen- und Stahlstäben.
Eisen und Wasserstoff. H. Wedding unu Th. Fischer
(Stahleisen 1003, 1268) nehmen an, dass der Wasserstoff im Eisen in
drei verschiedenen Formen auftreten könne. Das geschmolzene Eisen
nimmt zunächst Wasserstoff als solchen auf und führt ihn in die
metallische Modifikation iiber. Sinkt die Temperatur des Eisens unter
7500, so wird ein Theil des aufgenommenen Wasserstoffs als Gas aus-
geschieden, welches je nach den vorliegenden Umständen entweicht oder
inechanisch festgehalten wird. Der Hegel nach wird nur ein Theil ent·
Weichen, da der Rest dmch die erstarrte Kruste zuriickgehalten werden
muss. Der mechanisch zuriickgehaltene gasförmige Wasserstoff wird
sich in Dlasenräumen und Poren ansammeln und namentlich da auf-
treten, wo ihm der Austritt durch Verminderung von Pressung beim
Erkalten erleichtert ist, wie das die Untersuchungen ]<'in k e n er' s in
den Hohlräumen der Mannesmannröhren, die an beiden Enden durch
dichtes Eisen verschlossen waren, nachgewiesen haben. Endlich kann
der Wasserstoff noch dmch OberfHichen-Absorption vom Eisen fest-
gehalten werden, ebenso wie Luft an den Oberflächen, namentlich rauher
Körper, haftet. Die Menge des so zurückgehaltenen Wasserstoffs kann
nur so gering sein, dass, selbst wenn man sein Bestehen zwischen den
einzelnen Gefügetheilen des Eisens annimmt, sie durch Analysen kaum
11aehweisbar ist.
Vergleichende Untersuchungen von Schweisseisen
und F I u s sei s e n a 11 f Widerstand gegen Rosten bespricht
sehr eingehend Hudeloff (M. Vers. 1902 Hft. 3 11. 4). An rohen
lllechen gaben sich wesentliche Unterschiede im Verhalten der 4 Eisen-
sorten nicht zu erkennen. Deutlich zeigte sich nur, dass an der Luft
das Thomaseisen sich am besten hielt, dagegen unter dem Einfluss der
Witterung am stärksten angegriffen wurde. Im Meerwasser rostete
sowohl Thomaseisen als auch Siemens-Martintlusseisen stärker als die
beiden Sorten Sch weisseisen. Die Verzinlmng schi\tzte das Eisen bei
allen Versuchsreihen unverkennbar gegen Rosten, ohne letzteres indessen
vollkommen zu verhindern. Gegen die Einflilsse der Witterung hielt
die Verzinkung beim Schweisseisen und Siemens-Martinflusseisen besser
als beim Luppen eisen und Thomaseisen. Die Vei·k11pfel'Ung hat sich
bei keiner Versuchsreihe als nennenswerther Rostschutz bewährt,
irnmerhin widerstand sie den Einwirkungen der Witterung und de~
Meerwassers bei Thomas- und Sicmcns-l\Iartinflusseisen besser als bei
den beiden Sorten Sch weisseisen · den Rauchgasen gegeniiber ver-
hielten sich die verkupferten Proben von allen am schlechtesten. Der
Mennigeanstrich bildete bei den meisten Versuchsreihen einen noch
besseren Rostschutz als das Verzinken. Das dem Streichen vorauf-
gehende Beizen und Abschleifen erwies sich ohne nennonswerthen Ein-
Jahro,1,or. d. clwm. Tol'llllol<1gio. XLlX. 11
162 II. Gruppe. Motallgewiunnng.

fluss, nur bei Einwirkung von Grubenwassern scheinen die vor dem
Streichen abgeschliffenen Bleche stärker gerostet zu sein als die roh-
gestrichenen und gebeizten Bleche. - Die Bleche gleichen Materials und
gleichen Ursprungs zeigen recht erhebliche Unterschiede in ihren Festig-
keitseigenschaften. Noch deutlicher treten diese Unterschiede aus der
Gegenüberstellung der kleinsten, grössten und der Mittel- Werthe her-
vor. Diese Unterschiede Hessen es von vornherein als zweifelhaft er-
scheinen, dass die Zerreissversnche den Einfluss des Rostens deutlich
zu erkennen geben wiirden. Jedenfalls machen sie es nothwendig, bei
Beurtheilung der Versuchsergebnisse mit in Riicksicht zu ziehen, ob die
zu derselben Versuchsreihe gehörenden Proben einem und demselben
Blech oder mehreren Blechen entstammen. - Die Unterschiede im Ver-
halten der vier Blechsorten demselben rosterzeugenden Einfluss gegen-
über sind meistens schon nach 1/ 2jähriger Versuchsdauer ( 180 Tage)
deutlich zu erkennen, indem die Einordnung nach steigenden oder ab-
nehmenden Werthen für die Gewichtsabnahme, die sich filr 180 Tage
ergibt, im .Allgemeinen auch filr längere Versuchsdauer Giiltigkeit be-
hält. Bei einzelnen Reihen, z. B. bei dem Rosten in Meerwasser, treten
diese Unterschiede schon nach 90 Tagen, ja schon nach 30 Tagen ge-
setzmässig auf. Sieht man von einigen Unregelmässigkeiten ab, so
ergeben sich die folgenden Einordnungen der vier untersuchten Eisen-
sorten nach wachsendem Widerstande gegen die Einwirkung von:
J. trockener Luft S.M. 1) 125 Ndtw. 100 L. 8:-l 'l.'h. 45
2. der Witterung 'l'h. 124 Hchw. 100 L. 84 H..M:. 82
3. Meerwasser . H.M. 1:30 Schw. 100 Th. 81 L. 78
4. Hochofengasen Th. 15fJ S.JU. I IS Schw. 100 L. 41
ii.nrubonwasscr. S.l\J. 11,l Seil\\'. 100 L. 01 'l.'h. 79
Die Gewichtsverluste bei Einwirkung von Rauchgasen waren so
ge1·ing, dass aus ihnen gesetzmässige Unterschiede im Verhalten dervier
Eisensorten nicht abgeleitet werden konnten. Die Zahlen werthe hinter
<len Materialzeichen der vorstehencien Gegeniiberstellung sind Ver-
hältnisszahlen für die Gewichtsabnahme, die Werthe fnr Puddeleisen
gleich 100 gesetzt. - Um bei der Ermittelung dieser Verhältnisszahlen
von Zufälligkeiten miiglichst unabhängig zu sein, sind der Berechnung
immer die Summen aus den Beobachtungen fiir alle fünf Versuchsdauern
zu Grunde gelegt und ferner fnr die auffallend unregelmässigen Be-
obachtungen schätzung~weise ermittelte Wahrscheinlichkeitswerthe ein-
gesetzt. - Bei den Grobblechen sind die Gewichtsverluste in Folge
Rostens, in Procenten des ursprilnglichen Gewichts ausgedriickt, natur-
gemäss erheblich geringer als bei den Feinblechen und daher lassen sie
die Unterschiede im Verhalten der vier Eisensorten auch weniger deutlich
erkennen als die Gewichtsverluste der lfeinbleche. .Auch hier sind für

1) Der Kiirzo ucs A nsdruc.:ks wegou wurdnn folgrnclc Zt'ichon fii r dio ver-
sc:hiedenrn EisonRorteu au gewendet: Goschweisstcs Puddeloisen = Schw.,
Luppuneiscn - L., Sicmens-1Iartintlussoisen """8.M. und Thomasoisun - Th.
Eisen. 163

die Berechnungen die Quersummen aus <len Beobachtungen für die fünf
Versuchsdauern in Betracht gezogen. Es ergibt sich dann folgende Ein-
ordnung nach wachsendem Widerstande gt>gen Rosten, wobei wieder die
hinter den Materialzeichen stehenden Zahlenwerthe die Verhältnisszahlen
fiir die Gewichtsabnahme bedeuten :
1. trockene Luft Th. r,oo L. l:lO S.M. 100 Schw. 100
2. Witterung . Th. 2fi4 S.M. 22fl L. 225 Schw. 100
a. 11Iecrwassor . 'l'h. l'i(i R.M. 166 L. 161 Schw. 100
~- HoehofPngase Th. 171 Rchw. 100 S.M. 86 L. 29
:i. (,rµbonwasser S.M. J4r, L. ]HJ Th. 100 Schw. 100

Thomas eisen (abgesehen von Reihe 5 Grubenwasser) äusserte


also den geringsten Widerstand, und das Puddeleisen (abgesehen von
Reihe 4, Hochofengase) den grössten Widerstand gegen Rosten. - Beim
Siemens-Martin- und Thomaseisen nehmen die Beobachtungswerthe für
<len Gewichtsverlust mit der Dauer der Rosteinwirkung zu, bei den
heiden Sorten Schweisseisen ist kein gesetzmässiges Anwachsen der Ge-
wichtsverluste mit zunehmender Versuchsdauer zu erkennen, die Werthe
schwanken nnd kommen iilior 0,2 Proc. nicht hinaus. Man kann daher
aus den Beobachtungen nur folgern, dass der Gewichtsverlust auch beim
Puddeleisen ebenso wie beim Luppeneisen, wenn überhaupt vorhanden,
nur äusst>rst gering ist und dass das Puddeleisen in den Grobblechen
auch der Einwirkung von Hochofengasen grösseren Widerstand entgegen-
setzte als die beiden Sorten Flusseisen. - Gegen die Einwirkung von
Gruben was s er erwies sich das Thomaseisen ebenso widerstands-
fähig wie das Puddeleisen. Die Gewichtsabnahme dieser Bleche erreichte
schon bei 182tägiger Versuchsdauer den Höchstwerth von 0,6 Proc.
Hiernach erscheint es nicht ausgeschlossen, dass besondere Umstände,
vielleicht Schlammablagerungen, das Verhalten des Thomaseisens bei
längerer Versuchsdauer zufällig begiinstigten. Dies erscheint um so
Wahrscheinlicher, als das Thomaseisen in allen anderen Zuständen der
Zurichtung sich auch gegen Grubenwasser eher ungilnstiger als günstiger
verhielt, wie die anderen drei Eisensorten. - Das Siemens-Martineisen
lind das Luppeneisen, deren Rostwiderstand im Allgemeinen die Stellung
in der Mitte zwischen dem Thomas- und Puddeleisen einnehmen, zeigen
keine erheblichen Unterschiede im Verhalten den verschiedenen rost-
erzeugenden Eintlßssen gegenüber. - Ordnet man die vier Eisensorten
nach fallendem jährlichen Gewichtsverlust ein, so ergeben sich die nach-
stehenden Reihenfolgen:
~·-,.----------------------==--,,,.._,,,,===
1 -----;,:inbleche Grobbleche

Witterung Th. Schw. L. S.M. L. Th. ) S.M. Schw.


Meerwasser S.M. Th. Schw. L. Th. S.M. L. Schw.
L.
0

liochofeng11se Th. S.M. Schw. L. Th. S.M. Schw.


<1rubenwasser S.M. Schw. L. Th. S.M. L. Schw. Th.

ll*
164 11. Gruppe. Metallgewianung.

Aus den Beobachtungen bezüglich der Wirkuug des )lennige-


anstrichs, sowie des Verzinkens und Verkupferns als Rostschutz hat
sich folgendes ergeben: a) bei Aufbewahrung in trockener Luft erlitten
die rohen Bleche den grössten Gewichtsverlust. Die Verzinknng ge-
währte nahezu vollkommenen }lostschutz, während die Verkupfernng
den Gewichtsverlust den rohen Blechen gegenüber zwar verminderte,
aber bei weitem nicht vollkommen aufhob. - b) Unter dem Einfluss der
Witterung rosteten ebenfalls die rohen Blt>che am meisten. Die Ver-
kupferung hot nur geringen Rostschutz; grösser war er beim Verzinken.
Am besten hielten sich die gestrichenen Bleche und zwar gewährte <ler
Anstrich bei den vorher abgeschliffenen Blechen innerhalb 2 Jahren
vollkommenen Rostschutz, während die roh und nach dem Beizen ge-
strichenen Bleche innerhalh zweijähriger Versuchsdauer geringe Ge-
wichtsverluste erlitten. - c) Im :\foerwasser verhielten die Proben sich
ähnlich wie gegenüber den \V itterungseinfliissen; nur traten die Rost-
wirkungen auch bei den gestrichenen Blechen stärker hervor und die
Verlrnpferung liess nach zweijähriger Versuchsdauer keine nennens-
werthe Rostschutzwirkung mehr erkennen. d) Den Einfl!lssen der
Rauchgase widerstanden die rohen Bleche nahezu vollkommen; alle
übrigen Proben zeigten deutliche Gewichtsabnahme. Am grössten war
sie mit 3 bis 4 Proc. bei den verkupferten Blechen, dann folgen mit
2 bis 3 Proc. die verzinkten sowie die nach dem Beizen und die roh
gestrichenen Bleche und schliesslich mit 1 bis 1,5 Proc. die geschliffenen
und dann gestrichenen Bleche. Zu beachten ist hierbei, dass die Farb-
anstriche sehr festgebrannt waren und trotz Erweichens in heissem
Anilinöl nur schwer entfernt werden konnten. Die Proben mussten
sehr kräftig mit der Drahtbürste gereinigt werden, so dass nicht aus-
geschlossen ist, dass die Proben hierbei ilbermässig angegriffen wurden.
- e) In Hochofengasen erlitten die v.erzinkten Bleche den grössten
Gewichtsverlust von etwa 2 bis 3 Proc., dann folgen die verkupferten
und die rohen sowie die roh gestrichenen Bleche mit etwa 1 bis 2 Proc.
und schliesslich die geschliffen und gebeizt gestrichenen Bleche mit an-
nähernd 1 Proc. - Auffallend ist bei dieser Versuchsreihe, dass die
höchsten Gewichtsverluste fast ohne Ausnahme für alle Proben schon
nach 406tägiger Versuchsdauer erzielt wurden, so dass im zweiten Jahr
kein nennenswerther Fortschritt der Gewichtsabnahme mehr· eintrat.
Die Ursache für diese Erscheinung dUrfte in schfltzenden Ablagerungen
von Asche und Staub anf den Proben zu suchen sein. Die gebeizt ge-
strichenen Proben zeigten sogar nach 2 Jahren nennenswerthe Gewichts-
zunahme. - f) Im Grubenwasser erlitten sämmtliche Proben
nennenswerthe Gewichtsverluste. Deachtenswerth ist im Gegensatz zu
den unter a bis e besprochenen Ergebnissen, dass die Verzinkung sich
gegen das Grubenwasser als besserer Rostschutz erwies wie der Mennige-
anstrich und dass letzterer sich im Grubenwasser am wenigsten gut
hielt, wenn die Bleche vor dem Streichen abgeschliffen waren. Die vor
dem Streichen abgeschliffenen Bleche erlitten sogar ebenso wie die
Nickol, Mangan, ,volfrnm. 165

verkupferten grösseren Gewichtsverlust als die ungestrichenen, während


der l\Iennigeanstrich auf den „roh'' und „gebeizt" gestrichenen Blechen
das Rosten bei allen vier Eisensorten in deutlich erkennbarer Weise
verzögerte. - Aus den Beobachtungen des Gewichtsverlustes mit
wachsender Versuchsdaner bei den verzinkten und verkupferten Fein-
?lechen ergab sich, dass die Verkupferung, wenn sie auch bei zwei-
Jähriger Versuchsdauer keinen praktisch nennenswerthen Rostschutz
gewährte, so doch im Allgemeinen innerhalb des ersten halben Jahres
zur Verzligerung des Rostens beitrug. Das Verhältniss zwischen den
Beobachtungswcrthen fiir llen Einfluss des :\leerwassers ist durch diesen
Rostschntz wesrntlich anders gestaltrt; abgesehen von dem Stillstande
des Abrostens, der auch bei den verkupferten Blechrn zwischen !JO und
180 Tagen sich bemerkbar macht, schreitet der Gewichtsverlust der im
Meerwasser gelegenen vrrkupff.'rten Proben im ersten .Jahr mit der Zeit
annähernd proportional fort, während die rohen Hleche im ersten halben
,Tahr besonders starke Gewichtsverluste erlitten, die dann in der Zeit-
einheit immrr langsamer fortschritten. Im Uebrigen stimmen die Be-
obachtungswerthe fiir die rohen und filr die verkupferten Bleche gut
überein. Besonders tritt der Umstand filr die Einwirkung von Gmben-
Wasser nncl Hod10feng-asen rn Tag-e. Um so auffallender ist es, dass
die verkupferten Feinbleche aus Lnppeneisen und den beiden Flusseisen
unter den Witterungseintliissen im zweiten Versuchsjahr so geringen
Gewichtsverlust und gegen die ,fahresproben sogar theilweise Gewichts-
zunahme zeigen. Verg-leicht man schliesslich die Werthe fiir dasselbe
l\raterial in den gleichartigen Gruppen mit einander, so ergibt sich, dass
das Verkupfern sich bei allen vier Eisensorten als gleich mangelhafter
~ostsclrntz erwiesen hat, wiihrend. daf'l V f'rzinken bei allen Eisensorten
lil annähernd gleichem .Maasse al,; Rostschutz wirkte.

Nickel, Mangan, Wolfram.


Zum A11slau1,;en armer sulfidischer Nickelerze wird
nach C. Perron (D. R I'. Nr. 1:l7 OOG) das feingemahlene rohe Nickel·
erz mit einer iiherschiissigen Schwefelammonlösung behandelt. Die An·
Wendung von Wärme ist nicht nüt.hig. Die Laugung verläuft schnell,
Und zwar geniigen etwa 1 bis 2 Stunden. Nach beendeter Laugung
Wird die Fliissigkeit gesammelt und der Rückstand mit Wasser kalt
ansgewaschen. Vor der weiteren Verarbeitung auf Nickel kann die
Fliissigkeit noch so wie Rie ist, zum Anslangen weiterer Erzmengen
dienen. Das im Schwefelammon geliiste Schwefelnickel wird nach den
bekannten Verfahren unter Wiedergewinnung der Ammoniumsalze, des
Atnmoniaks u. s. w. gewonnen.
Z u r D a r s t e l l n n g v o n N i c k e l au s N i c k e 1e r z e n ~erden
nach F. J. B O r g m a 1111 (D. R. r. Nr. 140 232) die N!ckelerze m. be-
kannter Weise oxydirt und dann durch Verschmelzen mit Phosphoreisen
reuncirt. Die Er~e des Nickels, wie Arsennickel, Schwefelnickel 11. s. w.,
166 II. Gruppe. Metallgewinnung.

werden von den iiberschilssigen Mengen Schwefel und Arsen durch


Röstung befreit und durch eine Concentrationsschmelznng in einem
Flammofen unter Zusatz von 2/i Th. Schlacke, 6 bis 7 Th. Sand, 5 Th.
Kalk und 20 bis 22 Th. Kohle zu 100 Th. Röstgut zur Oxydation vor-
bereitet, die dann in einem Ofen unter Einblasen von Luft vorgenommen
wird. Nach der Oxydation werden die Sauerstoffverbindungen des
Nickels mit Phosphoreisen in einem Tiegel geschmolzen, wobei Nickel-
oxyd durch Phosphor, der sich im Phosphoreisen befindet, redncirt wird.
Das Eisen wird durch Zusatz von Sand, Kalk oder sonstigen Ver·
schlackungsmitteln vom Nickel getrennt.
Gewinnung von Nickel ans schwefelarmen Nickel-
erzen. Nach H. L. Herrenschmidt (0. R. P. Nr·. 143391) wird
das in Neu-Caledonien gewonnene Erz mittels der stets mehr oder minder
schwefelhaltigen Brennstoffe behandelt, wodurch man Schmelzen mit 75
bis 80 Proc. Metall und ~eringem Schwefelgehalt erhält, ans welchen
bisher kein schwefelfreies Metall gewonnen werden konnte. Unterwirft
man diese Schmelzen einer genilgenden Sulfurirung, welche in ähnlicher
Weise ausgeführt werden kann, wie bisher die Sulfnrirnng des Erzes
selbst, d. h. bei der Verarbeitnng des Erzes auf Rohstein, und befreit
diese geschwefelte Schmelze in einem Converter vom Eisen, um sie
sodann völlig zu rösten und schliesslich in bekannter Weise zu reduciren,
so gelingt es, aus derartigen Schmelzen schwefelfreies Nickel zu erhalten.
Zur Ausführung des Verfahrens kann man beispielsweise 1 t der
Schmelze mit 300 k etwa 50 Proc. Schwefel enthaltendem Eisenkies
behandeln, wodurch die Schmelze genflgend sulfurirt wird, um zum
Rösten in Pulverform gebracht werden zu können. Zweckmässig ist es,
die direct erhaltene eisenhaltige Nickelschmelze ans dem Hochofen oder
dem Cupolofen in einen Converter einfliessen zu lassen, in welchen man
150 k Schwefel auf 1 t Schmelze einführt; nach der Einführung des
Schwefels enteisent man den Stein in demselben Convnter. Man kann
auch die Schmelze in dem Converter bis zur Weissglut erhitzen, darauf
Schwefel zufügen und endlich vorn Eisen befreien.
H erste 11 u n g v o n N i c k e l b e z . C h 1 o r n i c k e l a m m o n i a k.
Nach H. A. F rasch (0. R. P. Nr. 146 363) kann die Verbindung
NiCl 2 . 6 NH 1 dadurch erhalten werden, dass man es ans seiner Lösung
durch Kochsalz bez. Chlorkalium ausfällt. Hierdurch wird erzielt, dass
die Lösung auch andere Metallsalze, ausgenommen Kohaltsalze, enthalten
kann, indem aus einer solchen Lösung das Nickel in ~'orm dieses Salzes
in reiner Form abgeschieden und von anderen Metallen leicht getrennt
werden kann. - Versetzt man z. B. eine Lösung von Chlornickel mit
Ammoniak, so findet zunächst folgender Vorgang statt:
NiCl 2 +2 NH 8 +2 H 9 0 = Ni(OH)2 +
Gibt man Ammoniak im Ueberschuss hinzu, so bildet sich das
2 NH,Cl.

Chlornickelammoniaksalz. Dasselbe wird dann durch Zusatz von


Kochsalz zn der ammoniakalischen Lösung zur Ausscheidung ge·
bracht:
Nickel, Mangan, ·wolfram. 167

+
Ni(Oll) 1 +
2 NH 1 Cl 4 NH1+ x NaCl =
+
Ni(NH1 )iC/ 2 , 4 NH 9 2 H1 0+ x NaCl.
Das ausgeschiedene Nickelsalz wirJ hierbei als violettblaues, sehr
hygroskopisches Pulver erhalten. Der Niederschlag wird von der rllck-
ständigen Lösung getrennt, mit ammoniakalischer Kochsalzlösung aus-
gewaschen und getrocknet. Um das Chlornickelammoniak krystallisirt
zu erhalten, kann es nach dem Waschen in warmem, rtwas Ammoniak
enthaltendem Wasser gelöst werden, woraus es beim Stehen in grossen
veilchenblauen Doppelpyramiden auskrystallisirt. - Enthält die ange-
wendete Chlornickell1isung noch andere Metalle, wie Zink, Kupfer u. s. w.,
so bleiben diese }Ietalle in der ammoniakalischen Salzlösung gelöst.
Metalle, wie Eisen, Mangan n. s. w., werden jedoch zweckmässig vor
dem Behandeln der Lösung mit Ammoniak durch geeignete Mittel, z. B.
durch kohlensauren Kalk, nicdrrgeschlagen und dnrch Filtriren entfernt.
Das so erhaltene Doppelsalz kann dann in Wasser gelöst und zur Ab-
scheidung des Nickels der E 1 e kt r o 1y s e unterworfen werden. Das
Salz kann auch mit Kalkmilch behandelt werden, um das Nickel als
Hydroxyd abzuscheiden, welches zu Metall reducirt werden kann. In
allen Fällen liefert das nach dem vorliegenden Verfahren erhaltene
Nickelsalz reines metallisches Nickel. - Statt Ammoniakgas
in die )fetalJlüsung zu leiten, kann auch eine Lösung von Ammoniak in
Salzsoole oder Wasser, ebenso kann statt Kochsalz Chlorkalium zum
Fällen des Nickelsalzes Verwendung finden.
Manganaluminiumbronze der Isabellenhütte (D.R.P.
Nr. 144 340), in welcher der Aluminiumgehalt die Hälfte des Mangan-
gehaltrs erreicht. Die magnetischen Eigenschaften, welche aluminium-
haltiges l\fangankupfer bei höherem Mangangehalt erlangen kann,
erreichen ihr Maximum, wenn der Aluminiumgehalt die Hälfte des
Mangangehaltes beträgt. Es hat sich aber herausgestellt, dass auch bei
Ilerstellung von manganarmem Mangankupfer (von 10 Proc. Mangan
lind weniger) ein neuer Erfolg erzielt wird, wenn man den Aluminium-
gehalt so weit steigert, dass er die Hälfte des Mangangehaltes beträgt,
so dass auf 1 At. Mangan l At. Aluminium kommt. Man kann sich
v?n den Vorziigen dieses Verhältnisses gleicher Atome Mangan und Alumi-
nium überzeugen, wenn man z. n. eine LPgirung von 9 bis 10 Proc. Mangan
lind 90 his 91 Proc. Kupfer das eine Mal mit nur 2 bis 3 Proc. Alumi-
nium, das andere Mal mit 4,5 bis 5 Proc. Aluminium legirt. Im ersten
Fall ist der Bmch der Bronze unhomogen, d. h. halb gelblich, ha!b
~eiss, während er in dem zweiten Fall gleichmässig hell und feink6rmg
ist. Auch die Erzielung dichter Gflsse wird durch diesen h6heren
Aluminiumzusatz wesentlich erleichtert und die ~·estigkeitseigenschaften
. '
sind wesentlich gllnstiger als bei geringerem Aluminiumzusat~.
Darstellung magnetisirbarer Manganlegirungen.
Versuche der lsabellenhiitte (D. R. P. Nr. 144584) haben erge~n.
dass verschiedene Manganlegirungen zum Theil sehr grosse .l\Iagnetisir-
barkeit besitzen. Wenn man nämlich in das Manganmetall die Elemente
IG8 Tl. Grnppr. Mctallgowinnn11g.

Aluminium, Zi1111, Arsen, Antimon, Wismuth otler Bor einführt, so erhält


man magnetisirbare Legirnngen. Von praktischer Wichtigkeit ist der
Umstand, <lass die erwähnten Legirnngen anch, in Kupfer oder anderen,
an sich nnmagnetischen Metallen aufgelöst, ein Material herzustellen
erlauben, dessen Magnetisirbarkeit in einzelnen Fällen diejenige des
Gusseisens erreicht oder ilbertrifft. Abgesehen hiervon beruht die
praktische Bedentnng der magnetisirbaren l\fanganlegirnngen anf ihrem
geringen, das Entstehen von Foucaultströmen ersch werendon elektrischen
Leitvermögen nnd auf der geringen Hysteresis der magnetisirbaren
:Manganalumininmbronzen. - Legirungen von :\fangan und Kupfer,
wie z. B. das 30proc. Manganknpfer cles Handels, sind vollkommen nn-
magnetisirbar. Es geniigt nun nicht jeder beliebige Aluminiumzusatz,
um z. U. ans diesem 30proc. Manganknpfor eine magnetisirbare Bronze
zu erhalten. Ein Zusatz von 3 Proc. Aluminium zu dieser Legirnng
ergab z. B. noch ein ganz nnmagnetisches Prodnct. Die ~Iagnetisir-
barkeit solcher Legirnngcn nimmt aber mit steigendem Alnmininmgehalt
schnell zu und betrligt bei einem Gehalt der Legirnng von rnnd 27 Proc.
l\fangan nnct !) Proc. Aluminium rund 3000 C. G. S. Einheiten und
erreicht ihr Maximum mit etwa ßOOO C. G. 8. Einheiten, wenn de1·
Aluminiumgehalt die Hiilfte des crwiihnten i\fangangehaltes bct.riigt, ein
Verhältniss, das der Anwesenheit von je 1 At. Alnmininm auf 1 At.
Mangan entspricht. Die Hllhe der }fognotisirharkeit rler Manganalumi-
ni111nbronzen hängt davon ab, welche Vorbehancll11ng diese Logirnngen
bez. die G11ssstilcke erfahren haben. Eine ans etwa 18 bis 20 l'ror.
l\fangan, !) bis 10 Proc. Alumini11m und 73 bis 70 Proc. Kupfer zu-
sammengesetzte Lcgirnng ist unmittelbar nach dem G11ss schwach
magnetisch, wml aber ganz unmagnetisch, wenn man das anf etwa l 70°
erhitzte Gnssstilck in kaltem Wasser abschreckt. Die Magnetisirbarkcit
wird aber durch längeres Erhitzen auf Temperaturen von etwa 80 bis
150° in ver~tiirktem Uaasse wieder hervorgernfen, da durch diesen
Process der Uchcrgang ans der labilen 11nm:1gnctischon in die stabile
magnetische '.\fodifik;\tion bewirkt wir,!. Aehnliches gilt fiir die übrigen
Manganalurninimnhronzen, insofern durch hinreichend langes J<Jrhitzen
auf Temperatnren, die in der Regel nicht mehr als 1500 betragen, die
etwaigen Nachwirkungen beseitigt worden. Wenn indess in dem ange-
führten Beispiele der Umwandlungspunkt, bei dessen Ucbcrschrciten die
Lcgirung unmagnctisch ist, bei etwa 160° lag, so liegen diese P11nkte in
anderen Fiillrn höher ocler niedriger. Im Allgemeinen fallen clie Um-
wa11dl11ngsp11nktc mit abnehmender Conccntration an '.\fanganaluminium.
Doch sind hierauf auch Vcrunreinignngen der 3 Bcstandthcile der
Bronzen oder absichtliche Zns11tze anderer Metalle von Einfluss. Man
kann die verschiecletu,ten anderen Metalle in die ~fanganaluminium-
bronzen einführen, ohne dass cliese aufhören, magnetisirbar zu sein.
Blei macht die genannten Bronzen <liinnflilssiger und erhöht unter ge-
eigneten Bedingungen die Magnetisirbarkeit unter gleichzeitiger Herab-
setzung des Umwandlungspunktes. So konnte die Magnetisirbarkeit
Nickel, Mangan, ,Yolfram. 169
einer Bronze, die nur einen Gehalt von 16 Proc. Mangan und 8 Proc.
Aluminium aufwies, durch Bleizusatz auf rund 2000 C. G. S. Einheiten
~esteigert werden. Diese LPgirung ist schon bei einer unter 1 ooo
hegenden Tcm peratur nnmagnetisch, wird aber bei Temperaturen unter
60 bis 700 wieder magnetisirhar. - Bei Mangan a l um in i um -
1 e g i r 11 n gen ist zu beachten , <lass Aluminium bereits durch Ein-
fiihrnng kleinerer J\fengen Mangan härter wird. Höher manganhalriges
l\~anganalumininm hat neben gesteigerter Bärtl'; und Sprödigkeit zwar
d1_e vortheilhafte Eigenschaft, magnetisirhar zn sein, theilt aber die
Eigenart virlet· Alnminiumlegirnngen, unhPstiln,lig zn sein und an der
Lnft zu einem noch magnetisirharen Pul ver zn zerfallen. Magnetisir-
?are :\fanganalnmini11mlegirnngen, wie solche beispielsweise durch
Zusammenschmelzen von l\Lrngan mit 1/ 3 bis '/ 2 seines Gewichts an
Alnminium erhaltrm werden könnm1, hahtrn daher hauptsächlich in
Pnlverform praktische Bedeutung. - Wenn man in 30proc. Mangan-
knpfer wechselnde .'\I engen Zinn einführt, so erhält man bPreits
magnetisirbare Legirnngen, wenn man gPgen 1O Proc. Zinn zusetzt.
Jedoch wir<l das ,1aximnm der \lagnetisirharkeit erhalten, wenn auf
30 Th . .'\langan 21 bis 22 Th. Zinn bez. wenn auf 3 At. Mangan 1 At.
Zi~n kommt. Legirungen von '1angan 11n1l Zinn alleinsindmagnetisirbar
bei einem Gehalt von rund 45 hiR G5 Proc. ::\Iangan, so dass die nach
dem genannten Atomverhältniss zusammengesetzte Legirnng merklich
8
t1irker magnetisirhar ist als die manganiirmercn Legirungen. - Die
hei der Einfiihrnng von wechselnden \Tengen Antimon in 30proc .
.'\fangankupfer erhältlichen Bronzen siwl relativ schwach mngnetisirbar.
In Weitem Umfang sind Legirungen von '.\fangan nnrl Antimon (ohne
I{11pforz11sat.z) magnetisirbar. Bereits ein rund ] 0 Proc. Mangan ent-
h~ltendes Antimon if;t magnetisirhar. '.\lit steigendem Mangangehalt
nunmt die 'lagnetisirharkeit wniichst w und ist am stärksten bei
~egirungen mit 25 bis 35 Proc. '.\langangPhalt, die allerdings in Folge
~hrer ungiinstigen mechanischen Eigenschaften wohl hauptsächlich nur
in Pulverform Verwendnng finden diirften. Aehnliches wie fiir :\langan-
antinion gilt fiir .'\fanganarsen und .'\fanganwismuth. - Ferner ist sowohl
M · · bar, wo b01·
• an g an b o r als '1 an g an b o r k n p f c r kräftig magnehs1r
\'ortheilhaft auf 1 At. .'\Langan 1 At. Bor eingefiihrt wird.
Elektrolytische Darstellung- von llangan undFerro-
lllnngan. Nach A. Simon (D. R. P. Nr. 131414) sind Oxyde des
Mangans nnrl des Eisens in geschmolzenem Flnorcalcinm löslich. Diese
l ,osnng
• kann mit oder ohne Znsatz von leichten schmelzbaren J'L'} uori'd en
als Elektrolyt dienen und an der Kathode metallisches Eisen oder Man~n
aiisscheiden, wenn Rie dc>r Wirkung eines Gleichstromes ansges~tzt ~ird,
de_s~en Spannung und Intensitiit derart gewählt sind, dass sie gleich-
ze_itig die eloktrolytische Zersetzung und die zum Schmelzen des ~e-
tnisches und zu dessen Erhaltung in einem Zustande genügender Flnssig-
k\Jit erforderliche Wärmewirkung liefern. Wenn die Zn~ammensetzn_ng
des Elektrolyten so gewiihlt ist, dass sein Schmelzpunkt mcht wesentlich
170 II. Gruppe. Metallgewinnung.

nber dem des Mangans oder des Eisens liegt, je nachdem es sich um
das eine oder das andere dieser Metalle handelt, 11nd wenn ausserdcm
die Mischung ungefähr constant gehalten wird, indem in regelmässiger
Weise Oxyd des darzustellenden Metalls zugesetzt wird, so wird die
Bildung des flüssigen Metalls ununterbrochen erfolgen und die Tempe-
ratur genngend niedrig sein, um das Metall abstechen und dabei trotzdem
seine Verflüchtigung und die dadurch verursachten Verluste vermeiden
zu können. Es ist dabei hervorzuheben, dass das durch die reduciren1le
Wirkung des Stromes und des im Bade vorhandenen Kohlenstoffes er-
haltene Silicium sich mit dem Fluor verbindet uncl ein gasförmiges
Fluorid bildet, welches entweicht, so dass in dem Metall nur ganz geringe
Mengen von Silicium zurilckbleiben. Andererseits bildet sich durch
Einwirkung des Fluors auf die Anode oder auf den im Bade vorhandenen
Kohlenstoff direct Kohlenstofftetrafluorid. Dieses wir kt gleichzeitig auf
den freien Phosphor oder auf die Phosphide und bildet z. 8. nach der
Gleichung
2 Pil\1n 1 + 3 Mn+ 3 CF 4 == 4 PF1 + 3 Mn 1 C
gasförmiges Phosphortnfluorid, welches natilrlich entweicht. - In gleicher
Weise zersetzt das Kohle11Atofftetrafluorid die Kieselsäure oder die Silicide
und bildet z. B. nach der Glt>ichung
CF 4+ SiOll ~ Cü,1 + Sil<\
Silicinmtetratluorid, welches entweicht. - Endlich liefert das Phosphor-
trifluorid, so weit es nicht entweicht, in Gegenwart der Kieselsäure nach
der Gleichung
4 PF1 + 3 SiOi .... 3 SiF4+ + 60 4P
ebenfalls Siliciumtetratluorid und Phosphor. Da diese Reactionen in
dem der Anode benachbarten Theile des Ofens verlaufen, so kann sich
der Phosphor leicht dnrch einfache Verfl!lchtignng entfernen, ohne sich
wieder mit dem Mangan zu verbinden.
Zur Gewinnung von Wolfram ans Wolframerzen
schmilzt man nach E. F. J. Clotten (D. R. P. Nr. 141811) in einem
Arbeitsgang die wolframhaltigen Rohstoffe zunächst mit Natrinmbisulfat
allein, sodann etwa •/ 1 Stunde lang mit dem Bisulfat und Kalk oder
Kalksalzen (Calciumcarbonat, Chlorcalcium u. s. w.) unter Zusatz von
Chloralkalien oder anderen Chloriden. Das Erhitzen mit dem Bisulfat
allein erfolgt bei etwa 300°, worauf nach dem Zusatz der Kalkverbin-
dungen und der Chloralkalien die Temperatur auf etwa 8000 gesteigert
wird. Bisulfat muss stets im Ueberschuss vorhanden sein. In allen
Fällen entsteht bei dieser Behandlungsweise unter Abscheidung \"'Oll
Calciumsulfat eine Schmelze, welche nach vollständig durchgeführte[ll
Verfahren alles Wolfram als Wolframsäure H1 W04 bez. Natrinmwolframat
Na 1 W01 enthält. Die Wolframsäure wird reducirend verschmolzen.
Z u r H er s t e 11 u n g v o n C h r o m s i 1i c i u m s t a h 1 wird nach
C. Ca spar (D. R. P. Nr. 127226) dem Stahl bei einem Kohlenstoff·
gehalt, welcher unter der für Stahl üblichen Grenze von 0,6 Proc. ge-
halten wird, ein Gehalt an Silicium und Chrom gegeben, welcher für
Nickel, lfangan, Wolfram. 171

C~rom und Silicium zusammengenommen von 1,5 bis 2,5 Proc. schwankt.
D1e besten Resultate werden erzielt, wenn der Chrom- und Silicium-
gehalt zusammengenommen 2 bis 2,5 Proc. heträ~t, während ein niedrigerer
Gehalt (bis 1,5 Proc. herab) in denjenigen Fällen empfehlenswerth istt
wenn dem Stahl noch geringe Mengen Nickel (bis 1,5 Proc.) zugesetzt
Werden sollen.
Verfahren zur Herstellung von leicht schweiss-
barem und härtbarem Kobaltstahl von W. Pruszkowski
(D. R. P. Nr. 130 686) ist dadurch gekennzeichnet, dass man einem
Stahl, welcher 1,532 Proc. Kohlenstoff enthält, 2,5 Proc. Kobalt und
e~wa l ,Fi Proc. eines Metalles der Chromgrn ppe (Cr, Mo, W, U) oder auch
Tit~n beimengt. In einem feuerfesten Thontiegel wird sehr reines,
weiches Eisen mit gepulverter Holzkohle und mit einem der Metallsalze
der Chromgruppe (Chromoxyd, Molyhdänsäure, Wolframsänre, Uranoxyd)
oder auch mit Titanoxyd in folgenden Verhältnissen gemengt. Auf
1000 Th. weiches Eisen
58,3 Th. Holzkohle,
oder 97,2 „ Chromoxyd (Cr1 0 1 );

:i8,:l ,. ITolzkohle,
10.'i,5 „ Molybdänsiiure (llfo04II1 );
oder
4/i.8 „ Holzkohle,
oder 80,2 „ Wolframsäuro (\V0 4If1);
41,4 ., Holzkohle,
oder 6!1,.1 „ Uranoxyd (U01 );
65,!J „ Holzkohle,
102,3 „ Titanoxyd (Ti0 2).
Dieses Gemenge wird bei langsam steigender Temperatur erhitzt,
bis es vo1lkommen schmilzt und das Ganze zu einer Platte gegossen
Werden kunn. Nach dem Erstarren der Legirnng des Eisens mit Kohlen-
st?ff und dem beigemengten, nunmehr redncirten Metalle oder Titan
1
"' rd dieselbe zur weiteren Verwendung in kleine Stücke zerschlagen.
Andererseits werden in einem feuerfesten Thontiegel 1000 Th. reinen
~ederstahles von 0,65 Proc. Kohlenstoffgehalt mit 32,2 Th. metallischen
obalts zusammengeschmolzen und hierzu , je nachdem Chrom oder
Molybdän oder Wolfram oder Uran oder Titan zur Verfertigung der oben
genannten Legirung angewendet wurde, 346,1, 362,4, 361, 7, 3~2,3
3
62,4 Th. derselben in Stücken zugesetzt und bis zur volls~nd1s:en
Auflösung aller Bestandtheile erhitzt. Das geschmolzene Material wird
nach gründlichem Durchriihren in Sandformen gegossen und erstarren
gelassen. Nach dem Erstarren wird der Guss bis zur hellen Rothglut
erhitzt und zu Formstücken ausgeschmiedet.
E' er r o man g an untersuchten Th.Na s k e und A. Weste r man n
(Stahleisen 1903, 243). Darnach wird durch Einwirkung von Wass~r
auf manganreiche Eisenmanganlegirungen in der Kälte langsam, mit
172 II. Oruppc. Metallgewinnung.

zunehmender Temperatur lebhafter ein Gasgemenge entbunden, welches


aus Wasserstoff, Kohlenwasserstoffen _(gesättigten und ungesättigten,
leichten, schweren und festen) und Stickstoff besteht. Die Kohlen-
wasserstoffe und der Stickstoff sind als Zersetzungsprodncte von in der
Legirung gelöstem Mangankohlenstoff (Carbide) uncl }fanganstickstoff-
Verbindungen (Nitride) anzusehen. - Das Verhältniss der einzelnen
Gemengtheile und das Volnmen des durch Wasser enthun<lenen Gases
ist für Eisenmangan-Legirnngen von gleicher Zusammensetzung constant.
Mit zunehmendem Werthe fiir den Quotient Mn-Proc.: ~'e-Proc. nimmt
das auf die Gewichtseinheit Legirnng bezogene Gasvolumen zu, und ist
letzteres vom absoluten Kohlenstoffgehalt unabhängig. - Mit wachsen-
dem Verhältniss irn-Proc.: Fe-Proc. nimmt sowohl die auf die Ge-
wichtseinheit-Legirnng als anch auf den Gesammtkohlenstoffgehalt be-
zogene Menge des aus den Kohlenwasserstoffen berechneten Kohlen-
stoffs (Cl\In) procentual zu, die :\!enge des im oxydirten Riickstande
vorhandenen Kohlenstoffes (CFe) in demselben }faasse ab. Die Qnotienten
}In- Proc. C}[n. Proc. . . ..
·- --- : - - - - - · stehen daher 1m d1recten, wachsenden Verhältmss.
lfe-l'roc. CFe- Proc.
i\lan muss folgerichtig annehmen, dass im Rahmrn des zusammen-
gesetzten Carbidmolecii!R (Fe~fn)aC mit zunehmendem Mangangehalt in
der Legirnng die Menge des }lang:rns stetig erhöht wird. - Der Stick·
stoff im Forromangan ist an :\langan als gebunden zu betrachten. :\lit
wachsendem :\fangangehalt in der Legirnng steigt die )[enge des legirten
Stickstoffs. - Das Stickstoffmangan wird durch Wasser leicht angegri tfen,
<las Zersctzungsprodnct ist elementarer Stickstoff; Ammoniak 1111d Ammon-
salze bilden sich nicht. - Durch verdiinnte Säuren wird aus Eisen·
mangan-Legirungen ein Gasgemenge in FreihPit gesetzt, in welchem der
Wasserstoff dominirt; dieser ergibt sich ans der Wed1selwirk11ng der
Säure mit dem Eisen. Die Zerlegung der Carbide und Nitride erfolgt
in dieselben Bestandtheilo wie bei der Einwirkung von Wasser. Auch
in diesem Falle wird ans dem Nitrid der Stickstc,ff ansschliesslich in
elementarer Form ahgeRchieden.
Den Schmelzpunkt von Mangan bestimmte W. C. IIerällS
(Z:. Elektr. 8, 185) zn 12450,
NickelRtahl im Eisenbahnwesen. Aus einer Zusammen-
stellung der Erfahrungen zahlreicher Eisenbahnverwaltungen (Org. Eisen·
bahnw. 13, 195) ergaben sich folgen Je Schliisse: Ans 1- bis 2proc,
Nickelstahl werden Lokomotivachsen angefertigt, jedoch liegen noch
keine bestimmten Erfahrnngen vor. Nach clnrchgefiihrten Schlag·
proben scheint dieser Nickelstahl widerstallllsfähiger gegen Obertlächen-
verletzungen zu sein als Tiegelgnssstahl. - Aus 5- bis 7proc. Nickel-
stahl angefertigte Triebwerktheile zeigen zwar keine Anstände, jedoch
auch keine Ueberlegenheit gegenilber dem gewöhnlich hierfür verwen·
deten Material. Nach Ansicht mehrerer Verwaltungen erscheint der
Mehraufwand fiir )[aterial und Bearbeitung nicht gerechtfertigt. -
Feuerkisten ans Nickelstahl und Nickelflnsseisen (Nickelgehalt unbe·
Kupfer. 173

kannt) haben sich nicht bewährt, sondern mussten nach sehr kurzer
Betriebsdauer wegen erheblicher Undichtheiten der Nähte und von den
~eckenaukerlöchern ausgehender Risse durch kupferne ersetzt werden;
die Bearbeitung erforderte um die Hälfte mehr Zeit als bei Kupfer und
war ausserdem schwierig. - Stehbolzen ans Nickelstahl (Nickelgehalt
unbekannt) haben sich nicht bewiihrt. Sie wurden nach sehr kurzer
Betriebszeit undicht, die Bearbeitung war wegen grosser Härte sehr
schwierig und verursachte hohe Herstellungskosten.
. Wolframs ta h 1 untersuchte eingehend Ha d fi e 1 d (vgl. Stahl-
;1sen 1903, 1309) auf Festigkeitseigenschaften. Hier mag nur folgende
Zusammenstellung angeführt werden: siehe Tabelle S. 174.

Kupfer.
Die Kupfersulfatlagerstätten in Copaqnire , Chile, be-
schreibt B. A. Wendeborn (Berghzg. 1903, 38!)).
Verfahren der trockenen Sulfatisirnng vou Erzen,
Welche die Schwermetalle Eisen, Nickel, Kupfer, Silber
als Schwefel- und Arsenverbindungen, die Leichtmetalle Magnesium,
Aluminium und Alkalimetalle in oxydischen, kieselsauren oder kohlen-
sauren Verbindungen enthalten, von Siemens & Ha 1s k e (D. R. P.
:Nr. 138 261), ist dadurch gekennzeichnet, dass das Erz je nach seiner
Beschaffenheit auf 500 bis 10000 erhitzt und dann ein erwärmtes, ge-
gebenenfalls getrocknetes Gemisch von schwefliger Säure und Luft
darüber geleitet wird. (Vgl. J. 1902, 1!)0.) - Vor dem Erzbehälter
steht dei· Sch wefelsäureanhydrid enthaltende Behälter A (Fig. 62), aus
"·elchem durch Erwärmung dampff/\rmiges Schwefelsiiureanbydrid ent-

Wickelt wird; aus dem Rohr L wird demselben Luft, welche nöthigen-
fal!s vorher getrocknet wird, in bestimmtem Verhältniss beigemengt, so
dass über das Erz in dem Erzbehälter E ein Gasstrom streicht, der etwas
lnehr als die zum Sulfatisiren nöthige Luft und möglichst viel dampf-
förmiges Schwefelsäureanhydrid enthält. Hinter dem Erzbehälter enthält
d?r Gasstrom ausser Schwefelsäureanhydrid auch schweflige S~ure;
diese letztere wird jedoch in dem schwach erwäl'mten Platin oder Eisen-
OJtyd enthaltenden Behälter Pin Schwefelsäureanhydrid verwandelt, so
dass der Gasstrom nur noch dieses letztere enthält. In dem Kühlrohr K
Gehalt an \ Elasti- \, Zug- \ Verlänge-\ Quer- \
"täts I festigkeit rung auf h ·tts
1 1
Bezeichnung , ci • 1 (Bruch- 50 mm I sc ~ • :
Biegeprobe
des grenze b • verrrnge- ·
auf 1 q ', e1astung) ursprungl. :
Stahls C Si Al Cr Ni w mm auf 1 qmm 1 Länge
1
rnng :
1
k k Proc. ' Proc .

0,14 0,24 25,8 39,2 37,55 60,74


Si1ici11mstahl . . 1
um 180°
31,4 40,8 40,35 60,74

'
Aluminiumstahl 0,15 0,38
0,29 26,7 39,2 45,55 65,90 ohne Bruch
0,16
Chromstahl
Nickelstahl 0,19 0,27 31,4 44,0 37,05
46,30
52,14
66,48
( gebogen
Wolframstahl 0, 15 ·, 0,20 25,9 34,5
0,18 0, 73 29,8 46,3 34,02 52,66
Siliciumstahl • um 180°
Aluminiumstahl 0,18 0,66 28,2 42,4 33,00 52,14
0,84 29,8 H,O 42,50 61,20 ohne Bruch
Chromstahl , 0,12 gebogen
Nickelstahl
W olframstahl
0,13
0,21
0,95
0,81
32,2
28,2
42,4
41,2
41, 75
37,60
63,36
53,26 .1
39,2 51,8 35,10 54,20 i
Si!iciumstahl . 0,19 1,60 um 180°
0,21 1,60 20,4 40,8 36,35 67,00
Aluminiumstahl 1
ohne Bruch
1,61 29,8 52,6 38,07 55,88
Chromstahl
Nickelstahl
Wolframstahl
0,21
0,14
0,21
1,92
1,49
34,6
30,6
48,6
44,6
36,26
36,90
53,70
54,88 :~
i' gebogen

Siliciumstahl .
Aluminiumstahl
Chromstahl
Nickelstahl
Wolframstahl
0,20
0,24
0,39
0,19
0,28
2, 18
2,24
2,5!
3,82
3,40
40,0
28,0
38,5
39,2
36,1
53,4
44,6
69,1
51,8
53,4
36,50
33,00
24,50
35,85
33,90
59,90
48,62
33,8!
55,86
53,02
2,00
'.
'
'
(
um 180°
ohne Bruch
gebogen

'ohne lliegunggebroch.
Siliciumstahl . 0,26 5,53 39,2 39,2 0,37
42,4 56,6 6,45 6.16 bei 160 gebrochen
Aluminiumstahl 0,22 5,60
5,19 31,4 86,3 8,20 6,88 / um 180°
Chromstahl 0,77 ohne Bruch
0,18 5,81 44,7 58,1 33,15 51,62 1(
Nickelstahl gebogen
0,38 7,47 37,7 62,8 25,65 38,46 1
)
W olframstahl
Kupfor. 175
wird alsdann ein Theil der Schwefelsäure als Anhydrid abgesetzt,
Während der Rest in dem Behälter G mit Wasser in Schwefelsäurehydrat
nmgewandf>lt wird. l\lan sucht es so einzurichten, dass in dem letzteren
Gefäss möglichst die ilherschllssige Menge Schwefelsäure abgesetzt wird,
~o dass das in Ruhe gcsPtzte Anhydrid wieder in den Behälter A hin-
ubergebracht werden kann und dem constant über das Erz streichenden
S~hwefelsii11reanhyc.lrid entspricht. - Darf eine gewisse l\Ienge schweflige
Säure in die Luft entweichen, und sollen die Anlagekosten möglichst
beschränkt werc.len, so lassen sich auch einfachere Anordnungen treffen.
- Bei jec.lem der aus einem pyritischen oder arsenhaltigen Erz zu ent-
fe~nenden :\Ietalle kommen zwei Temperaturen in Betracht: 1. diejenige;
bei welcher das Schwefel- ;Hier Arsenmetall unter Zuführung von
8
?hwefliger Säure oder dampfförmiger Schwefelsäure und Luft anfängt,
sich zu sulfatisiren (Sulfatisirungstcmperatur), und 2. diejenige, bei
Welcher unter demsclhen Gasstrom, das Sulfat anfängt, sich in dampf-
fö .
rm1ge Schwefelsäure und Oxyd zu zersetzen (Zersetzungstemperatur).
Unter der Sulfatisirungstemperatur besteht das Metall in Form von Sulfid
oder Arsenmetall, zwischen beiden Temperaturen als' Sulfat ilber der
Z~rsetzungstemperatur als Oxyd. -- Die ~1etalle: Eisen, Kupfer, Silber
~ickel bilden eine Reihe, in welcher je die Snlfatisirungs- und die Zer-
setzungstemperatur eines Metalles höher liegt als bei dem vorhPrgehenden
U~d tiefer als bei dem folgenden Metall; bei Silber und Nickel ist indessen
<he Stellung in dieser Reihe noch nicht sicher. Hieraus ergibt sich,
<lass es fiir jedes .Metall einen Temperaturhereich gibt, innerhalb dessen
dasselbe als Sulfat, das vorhergehendti l\[etall als Oxyd, das folgende als
Schwefel- oder Arsenmetall besteht. .l\fan kann also die Snlfatisirung
stets so einrichten, dass ein bestimmtes Metall laugbar wird. Wählt
man die Temperatur zuerst so, dass das die höchste Sulfatisirungs-
temperatur erfordernde )[etall sich sulfat.isirt, die vorstehenden sich
o:xydiren, geht dann mit der Temperatur herunter, so dass das zweit-
h.llchste Metall sich snlfatisirt u. s. w., so erhält man beim Auslaugen
ein Gemenge aller Sulfate. Umgekehrt kann man zunächst das unterste
n~etaU sulfatisiren und auslangen, c.lann, bei höherer Temperatur, das
~äc~st h?here n. s. w., und erhält schliesslich ?ie Sulfatlau.gen aller
• fetalle emzeln. - Arsenmet a 11 e verhalten s1Ch bekanntlich gegen
v~rha~dene oder entstehende dampfförmige Schwefelsäure ganz ähnlic~
Wie die Schwefelmetalle 1 in1lem beim Snlfatisiren arsenige Säure frei·
Wird, welche durch den Gasstrom zum grossen Theil fortgeführt wird
~~d in_ Staubkammern oder in verdiinnten Säuren aufgefangen wird. -
. ie Leichtmetalle, welche meist nur als Oxyde, Silicate oder Carbonate
111
den Erzen vorkommen, werden durch das dem Erz zngefilhrte oder
Während der Ueberfiihrnng gebildete Sch wefelsäureanhydrid in ~ulfate
verwandelt. Die Zersetzung dieser Sulfate ist praktisch kaum m Be-
tracht zu ziehen, da dieselbe meist eine sehr hohe Temperatur verlangt.
;;-. Pyritisches Eisen-, Kupfer-, Silbererz kann ma.n zunächst so sulfa-
siren, dass das Eisen sich in Oxyd, das Kupfer m Sulfat verwandelt,
176 l I. Gruppe. )letallgewinnung.

das Kupfersulfat auslaugen und dann im Hilckstaml Lei höherer Tempe-


ratur das Silber sulfatisiren und auslaugen. Man kann auch dio Sulfate
von Silber und Kupfer zusammen erhalten, indem man zunächst das
Silber sulfatisirt, dann bei niederer Temperatur das Kupfer und dann
erst auslaugt. Das Eisenoxyd bleibt in beiden Fällen im Riickstand und
der Schwefel des Eisensulfids wird als Sehwefelsäure gewonnen. Ferner
kann man zunächst das Eisen snlfatisiren und auslaugen, dann das
Kupfer, dann das Silber, oder die beiden letzteren zusammen wie oben.
Hierbei wird die vom Eisen stammende Schwefelsäure nicht als solche,
sondern als Eisensulfat gewonnen. Heim Auslaugen des Silbersulfats
muss bekanntlich nicht Wasser, sondern heisse verdiinnte Schwefelsäure
benutzt werden. Die Trennung von Silber und Kupfer in den Sulfat-
laugen erfolgt am einfachsten durch Cementiren mittels metallischen
Kupfers. - Bei pyritischem oder arsenhaltigem Eisenlmpfernickelerz kann
man die Trennung von Kupfer und Nickel in den Sulfatlaugen durch
E 1e kt r o l y s e bewirken; da es jedoch möglich ist, dieselbe bereits
vorher, bei der Sulfatisirung wenigstens im Wesentlichen zu bewirken,
macht man hiervon Gebrauch. \!an kann also erstens so sulfatisiren,
Jass das Eisen sich in Oxyd, das Kupfer sich in Sulfat verwandelt, und
das Kupfer auslaugen, dann im Riickstand das Nickel sulfatisiren und
allslaugen. .Zweitens kann man zuerst das Eisen sulfatisiren und aus-
laugen, dann das Kupfer und zuletzt das Nickel. Im ersten Fall erhält
man Schwefelsäure und das Eisen als Oxyd im Erzrückstand, im zweiten
Fall keine oder wenig Schwefelsäure, und das Eisen als Sulfat. - Bei
allen diesen Arbeiten hängt die Trennung der .Metalle wesentlich von
der Genauigkeit ab, mit welcher sich die Sulfatisirungstemperaturen
einhalten lassen. Zu diesem Zweck ist es nöthig, dass die Temperatur
des Erzbehälters jederzeit abgelesen werden kann, am besten an einem
elelürischen Thermometer, und die :Feuerung leicht regelbar ist. Als
Erzbehälter dient am besten eine umlaufende Trommel oder ein :'.\luffel-
ofen. - Durch den Umstand , dass auch die Leichtmetalle sulfatisirt
werden, können in praktischer Beziehung Vortheile entstehen ; Thonerde
und Alkalien z. B. ergeben werthvolle Erzeugnisse, wie Alaun, Alumi-
niumsulfat, Alkalisulfate.
Verfahren zum Auslaugen oxydischer oder ge-
rösteter Kupfererze mittels Ammoniak von A. Froment
(D. R. P. Nr. 139 714) ist dadurch gekennzeichnet, dass der Ammoniak-
lösung freier Stickstoff hinzugefügt wird, zu dem Zwecke, die Lösungs-
fähigkeit des Ammoniaks filr Kupferoxyd zu erhöhen. Der Stickstoff
soll in Form von natürlichem Stickstoffgas aus der Luft gewonnen
werden, indem man letzterer den Sauerstoff in bekannter Weise durch
Vorüberleiten der Luft an rothglühenden, in Porzellanrohren einge·
schlossenen Kupferspänen entzieht. Der so erhaltene Stickstoff ver·
bindet sich leicht mit dem Ammoniak, welches so ein beträchtliches
Lösemittel fiir Kupferoxyd sein soll (?). Um Stickstoff in die Ammoniak-
lösung zu bringen, dient ein etwa 1 m langes Porzellanrohr, welches
Kupfer. 177
Kupferdrehspäne enthält und bis zur Rothgluthitze erwärmt wird.
Eine Pumpe saugt Luft in einen mit Ammoniaklösung gefüllten Be-
hälter, von wo sie durch das die Kupferspäne enthaltende Rohr hindurch-
geleitet wird. Durch solche Behandlung der Luft wird der Sauerstoff
in bekannter Weise absorbirt und der gewonnene Stickstoff wird in
einen Hauptbehälter geleitet, so dass eine stickstoffreiche Ammoniak-
lösung erhalten wird.
Zur Herstellung von Kupfersulfat ans Schwefel-
~rzen wird nach G. Gin (D. R. P. Nr. 144992) das zerkleinerte Erz
in einem l\[uffelofen mit oxydirender Flamme so lange geröstet, bis die
ganze )fasse des Kupfersulfids in Oxyd oder Sulfat verwandelt ist.
Dieses Resultat wird erreicht, wenn das Eisensulfat vollständig zersetzt
nnd das Sulfat des gebildeten Kupfers theilweise zerlegt ist. Hiernach
lässt man das Erz in einen Kiihlkanal gelangen und leitet die aus dem
Röstofen herriihrenden schwefligsauren Dämpfe, welche in geeigneter
:\Ienge mit Luft gemischt sind, dariiber. Die Gase wandern mit dem
Erz weiter, welches allmählich nach dem dem Röstofen entgegenge-
setzten Ende des Kiihlkanals geschaufelt wird. - Das geröstete Erz
kommt hierbei mit einem Gemisch von Schwefelsäure- und Schweflig-
sänreanhydrid und Luft in Beriihrnng, weil sich in Folge der wohlbe-
kannten katalytischen Eigenschaft des Ferrioxydes und des Kupfersulfats
Schwefelsäureanhydrid bildet. Dieses letztere führt dann sehr schnell
zunächst die Oxyde des Kupfers und dann das Ferrixyd in Sulfat üher.
- Die Umwandlung von Schwefligsäureanhydrid in Schwefelsänre-
anhydrid erfolgt, wenn die Temperatur unter 750° sinkt. Die Schnellig-
keit der Reaction wilrde ein Maximum zwischen 4400 nnd 4000 erreichen.
B_ei der praktischen Ausführung hat man jedoch ein Interresse daran,
nicht unter 5000 zu gehen, um zu verhüten, dass sich Ferrosulfat bildet:
+
FE- 2 0 3 2 S02 +
0 = 2 FeS04 •
Oberhalb von 5000 kann sich nur basisches Ferrisulfat Fe,SOa
bilden, was für dieses Verfahren von sehr grosser Bedeutung ist. -
Es ist zweckmässig, die Menge dieses Sulfats nicht zu beschränken,
80.ndern im Gegentheil möglichst viel davon zu erhalten; denn es dient,

Wie man sieht, zur Sulfatisirung des Kupfers einer weiteren Erzmenge.
- Die sulfatisirte :\fasse gibt durch Auslaugen eine Lösung, w:elche
R:upfersulfat und basisches Ferrisnlfat enthält. Man lässt diese auf 90°
erhitzte Lauge alsdann ilher eine weitere Menge des Schwefelerzes
laufen, welches bis zur vollständigen Oxydation geröstet ist und in Folge
dessen das ganze Kupfer im Zustande des Oxydes enthält. In Gegen-
wart desselben wird das Eisenoxyd ausgefällt. Durch Abkühlu~g
Scheidet man einen Theil des gelösten Kupfersulfats (etwa 3/ ,) ab. Die
Mutterlauge wird wiedergewonnen und erhitzt, um bei der nächsten
.A.uslaugung benutzt zu werden.
Verfahren der elektrolytischen Gewinn.ung von
M_e t a 11 e n, insbes o n der s Kupfer und Zink, aus ihren Erzen
ll'.llttels unlöslicher Anoden, von S. Las z o z y n s k i (D. R. P. Nr. 144 282),
Jahresber. d. ehern. Technologie. XLIX. 1::?
178 II. Gruppe. l\1erallgewi1lllUllg.

ist dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung der anodischen


Oxydation der Kationen um die unlösliche Anode enganliegende poröse
und vollkommen durchlässige Packungen oder Gewebe herumgelegt
werden, deren Dicke in umgekehrtem Verhältniss zur angewendeten
Stromdichte steht. - Alle Kupfererze enthalten Eisen, welches bei der
Laugung mittels Schwefelsäure mit dem Kupfer zusammen in Lösung
geht. Bei der Elektrolyse wird nun das Eisen an der Anode zu Eisen-
oxydsulfat oxydirt; dieses Salz ilbt auf Kupfer überhaupt, also auch auf
<las an der Kathode niedergeschlagene, eine lösende Wirkung aus, die
derjenigen von verdünnter Salpetersäure gfoichkommt. Auf diese Weise
wird nicht nm die Ausbeute an ausgefälltem Kupfer auf die Hälfte des
theoretischen und darunter herabgedrückt, sondern auch ein brüchiges
und minderwerthiges Metall erhalten. Wenn die Erze nur wenig Eisen
enthalten, so reichert sich doch die Lauge nach einigen Extractionen
damit an, und wird es schliesslich unmöglich, aus einer solchen Lauge
Kupfer elektrolytisch zu fällen, Ja die Fällung der Wiederauflösung das
Gleichgewicht hält. Eine Extrahirung mit jedesmaliger frischer Säure
ist aber in den meisten Fällen aus ökonomischen Gründen unmöglich. -
Jfür geschwefelte Kupfererze hat Jas Siemens- Verfahren diese Schwierig-
keit dadurch umgangen, dass man nach der Elektrolyse das gebildete
Eisenoxydsulfat clurch Erwärmen mit frischem Erz zu Ifäsenoxydulsulfat
reducirt. Filr malachitische und oxydische Kupfererze, welche das
Eisenoxydsulfat nicht reducireu kiinuen, besteht zur Zeit kein elektro·
lytisches Verfahren. lian hat auch Verfahren vorgeschlagen, um Eisen
aus den kupferhaltigen Laugen vor der Elektrolyse zu entfernen, so z.B.
mittels Calciumcarbonat und Luftein blasen u. s. w. Die Aussichts-
losigkeit davon ist klar, schon wegen der b e d out enden ::\1 engen
Kupfer, die das gefällte Eisenhydroxyd mit sich reisst. Vorliegendes Ver·
fahren verhindert die Oxydation der Eisensalze und erlaubt auf diese Weise
<lirecte Elektrolyse von eisenhaltigen Kupferlaugen, auch wenn darin
doppelt so viel Eisenvitriol als Kupfersulfat vorhanden ist. - Bei Ge-
winnung von Zink ans den Erzen durch Elektrolyse ist es nicht das Eisen,
sondern das Mangan, welches bei der Elektrolyse Schwierigkeiten ver-
ursacht. Das Eisen lässt Rich leicht aus den Laugen entfemen, da es
bei der Neutralisation der Schwefelsäure durch das Erz von selbst aus-
fällt. Dagegen enthalten alle Zinkerze mehr otler weniger )Iangan,
welches sich nach einigen Laugungen anreichert, da es durch die Elektro·
lyse nicht gefällt wird. Bei der Elektrolyse einer manganhaltigen
Lauge mit unliislichen Bleianoden färbt sich die Lauge dunkelroth durch
die entstehende Uebermangansäure, wodurch das Zink auf den Kathoden
angegriffen und zerfressen wird. Bei einem Parallel versuche, de~
man mit manganhaltigem Zinksulfat am,tellt, ist man iiberrascht, bei
Gegenwart der Umhüllung die Lösung klar und farblos bleiben zu sehen,
während ohne dieselbe sofort die tiefrothe Färbung eintritt.
Das Verfahren zur elektrolytischen Metallgewin·
nun g aus Erzen unter Anwendung stark durchlässiger Diaphragmen
Kupfer. 179
und einer Alkali- oder Ammoniumsalzlösung als Elektrolyt von H. A.
Fr a s c h (D. R. P. Nr. 144 991) ist dadurch gekennzeichnet, dass die bei
der Zersetzung des Elektrolyten an der Anode sich bildende neutrale
Metallsalzlösung in die -Kathodenabtheilung geleitet wird, wo die Ab-
scheidung des Metalles an der Kathode unter Rnckbildung des Elektro-
~yten erfolgt, der dann von Neuem
1
n den Anodenraum desselben oder
eines weiteren Behälters geführt wird
und so fort, zum Zwecke, unter
steter Zersetzung und Rückbildung
des Elektrolyten das Metall abzu-
scheiden. (Vgl. J. 1002, 192.) -
~er Behälter 11 (Fig. 63) ist mit
e~ner Alkalisalz-, zweckmässig Ammo-
niumsulfatlösung von ungefähr 150 8.
gefüllt , welche in das erste Bad 3
d~rch das gelochte Rohr 10 am Boden
eintritt. Die Anode der Zersetznngs-
hehälter besteht aus einer Lage von
zerkleinertem Erz 4 aus welchem
~as . Metall gewonne~ werden soll.
Geeignete Leiter 5, vorzugsweise
Kohlenstäbe, sind in dem Erz ein- i2
gebettet und leiten den elektrischen bil
~trom auf dasselbe über. Das Erz ~
I~t mit Sand, gemahlenem Quarz oder
ei_nem anderen körnigen Stoff, welcher
n_icht vom Elektrolyten chemisch be-
~tnflusst wird und auch nicht auf
en elektrischen Strom störend ein-
w· k
/ r t, bedeckt. Nachdem der Ammo-
d •umsulfatelektrolyt durch die Masse
er Anode und durch die als Dia-
~hragma dienende Sandschicht 6 ge-
rungen ist, verlässt er den Zer-
8etzungsbehälter 3 durch das Rohr 12
lind tritt durch das Rohr 13 und das
ielochte Rohr 10 in den nächsten
G] ~
d ersetzungsbehälter u. s. w., bis er °"' c:i
en letzten Zersetzungsbehälter 16 lf)
err · h
flt eic t. Hat der Elektrolyt das Ab- . , il des
Dtssrohr 12 des letzten Behälters erreicht so wird das Vent 20
1 eberlaufes 21 geschlossen wodurch der' Elektrolyt, der in den Be-
l-älter 16 · · ' . . Anod enabthei·lung durch das ge-
1ocht R 1emtr1tt ' gezwungen wird . '
die
· 19 des Reglers 17. zu
e o 1r 24 zu verlassen, m den Schwimmer .
treten und durch das Abflussrohr 26 in das Gefäss 27 zu füessen. lit
12*
180 TI. Gruppe. )fetallgewinnung.

das Ventil 20 theilweise geöffnet, so tritt ein Theil des Elektrolyten


durch das Diaphragma 6 in die Kathodenabtheilung des Behälters 16,
von hier durch die Abflussrohre 12 und 22 in das äussere Gefäss 18 des
Reglers 17 und durch das Rohr 21 in den Behälter 23, während der bei
26 den Schwimmer verlassende Ueberschuss in das Gefäss 27 eintritt
und durch eine Pumpe 28 in die Kathodenabtheilung des ersten Be-
hälters 3 zurückgeführt wird. Wird nun ein elektrischer Strom zn den
Polen 30 und 31 geleitet, so werden in jedem Bade Metallsulfate er-
zeugt. Soll z. B. aus einem Erz, welches Kupfer, Nickel und Kobalt
enthält, zunächst Kupfer abgeschieden werden, so verwendet man am
zweckmässigsten Kupferkathoden, an welchen sich das Kupfer nieder-
schlägt, während Nickel und Kobalt gelöst bleiben. In jedem nach-
folgenden Bade werden Kupfer, Nickel und Kobalt weiter aufgelöst, wo-
von das geHiste Kupfer stets niedergeschlagen wird, so dass der Elek-
trolyt nach und nach immer mehr Nickel und Kobalt enthält und am
Ende der Badreihe nahezu frei von Kupfer in den Sammelbehälter
23 tritt.
Das Zer fa 11 e n d er Anode untersuchte eingehend E. Wo h 1-
w i 11 (Z. Elektr. 1903, 311 ). Darnach tritt in den Versuchsreihen für
die höheren Stromdichten die procentische Abnahme der Staubmenge
bei wachsender Stromdichte so hervor , dass an dem Bestehen einer
Gesetzmässigkeit in diesem Sinne nicht gezweifelt werden kann. Aller-
dings wird man nicht daran denken dürfen, fiir diese Gesetzmässigkeit
einen zusammenfassenden mathematischen Ausdruck ans den mit-
getheilten Versuchsergebnissen abzuleiten; denn ohne Zweifel wirken
auch während der kurzen Dauer, wenn auch in abgeschwächtem Maasse
störende Einflüsse. - Versuche iiber den Einfluss der Oberflächen-
beschaffenheit auf die absoluten Mengen des zu gewinnenden Anoden-
staubs zeigen, dass diese Mengen in Folge eines kurzen Abreibens mit
Schmirgel bei allen Stromdichten ansserordentlich zunehmen. Die voll-
kommen polirte, stark glänzende Oberfläche verhält sich nicht wesent-
lich anders als die mit Salpetersäure abgebeizte des gewalzten Elektrolyt-
kupfers. Es muss demnach für die Menge des lose haftenden Staubes
nicht dasjenige, worin die geschmirgelte und die mit gebrannter Kalk·
Magnesia polirte Oberfläche ilbereinstimmen, das Maassgebende sein,
sondern vielmehr das, worin die geschmirgelte sich sowohl von der
glänzend polirten, wie von der matten geheizten unterscheidet; das ist
offenbar die sehr viel grössere Zertheilung der ersteren, mit andern
Worten, die bedeutende Vergrösserung, die der Kupferoberfläche durch
das Abreiben mit dem harten Schmirgel gegeben wird. Es entspricht
demnach die Verwendung der anscheinend gleich grossen geschmirgelten
an Stelle der gebeizten Oberfläche bei unverändertem Strom einer Ver-
ringerung der Stromdichte, und es darf also die Zunahme des lose-
haftenden Staubes in Folge des Schmirgelns auf eine wirkliche Mehr·
abscheidung, nicht auf scheinbares Adhäriren der unveränderten }\[enge
zurückgeführt werden. Dieser Auffassung dient znr Bestätigung, dass
Kupfer. 181

durch weiteres Zerreiben der geschmirgelten Oberfläche eine weitere


Vermehrung des Staubes unter sonst gleichen Umständen leicht zu er-
zielen ist. - Bewirkt das Zertheilen und Zerreissen der Oberfläche eine
:Vermehrung des Anodenstaubs, weil die zertheilte Oberfläche die grössere
ist, so liegt es nahe, auch die sehr erhebliche Abnahme der Staubmenge
an geschmirgelten Platten in Folge vorhergegangener Benutzung als
Anode mit der gleichzeitig erfolgenden Glättung der Oberfläche in Zu-
sammenhang zu bringen. - Sämmtliche Versuchsreihen ergeben, dass
au~h bei nur viertelstündiger Dauer der Versuche und bei Vergleichung
gleich grosser und gleichartiger Anodenoberflächen die besprochene Ge-
setzmässigkeit nur innerhalb gewisser höherer Stromdichten wahr-
genommen wird ; es scheint bei niederen Stromdichten vielmehr die zu
Wägende Staubmenge in stärkerem Verhältniss als die Stromdichte zu-
zunehmen. Offenbar handelt es sich auch hier nicht um ein Nicht-
Zlltreffen der bei höheren Stromdichten unverkennbar hervortretenden
festen Beziehung, sondern um eine Modifikation der Erscheinung durch
sekundäre Wirkungen. Diese kommen insgesammt darauf hinaus, dass
v?n den ursprünglich abgeschiedenen Mengen des Staubes, für die allein
eine Regelmässigkeit erwartet werden darf, nur ein bald grösserer, bald
kleinerer Theil der Wägung zugänglich bleibt. Auch während der kurz
dauernden Versuche muss das Verhältniss, in dem die Gesammtmenge
des abgeschiedenen Staubes in einen fest adhärirenden und einen leicht
abzureibenden Theil zerfällt, bei verschiedenen Stromdichten ein ver-
S?hiedenes sein. - Der ungleichen Vertheilung der Stromdichte auf
81
~er rings von Elektrolyten umgebenen .Anodenplatte müssen Ungleich-
heiten auch in der .Abscheidung des Anodenstaubs entsprechen. - .Auch
bei den höchsten Stromdichten, auf die die Versuche sich erstrecken,
e~tspricht die Verringerung der Mengen des abgeschiedenen Staubes
nicht der fiir die mittleren Dichten geltenden Regel. Man darf wohl
annehmen, dass hier die eigenthilmlichen Producte der Elektrolyse der
v~rdünnten Schwefelsäure, die bei hohen Stromdichten vorzugsweise ge-
bildet werden, die Resultate störend beeinflussen.
Elektrolytische Kupferraffination. Nach W. D. Ban-
er oft (Eleck Review 43, 435) ist es un vortheilhaft, bei einer Temperatur
Von 900° und niedriger Stromdichte zu arbeiten, nicht nur mit Rilcksicht
~~f die Stromkosten, die erforderlich sind, um den Elektr~lyten zu. er-
Itzen und das Kupfer niederzuschlagen, sondern auch mit Rücksicht
~uf die Verschlechterung der Liisung, die unter diesen Bedingun.gen
unmer weiter fortschreitet. Bei dieser hohen Temperatur und emer
grösseren Stromdichte nähern sich die Kosten rasch einem Minimum,
doch überwiegt hier wahrscheinlich die Verschlechterung der Lösung
d~n Vortheil der verminderten Stromkosten. Bei 20° zu arbeiten . .t
is
nicht so kostspielig wie es auf den ersten Blick scheint. Die Kosten
hab '
. en bei der niedrigsten und höchsten Stromdichte em · Maximu~,
. er-
reichen aber ein Minimum zwischen 21/• und 2 1/1 .Amp./qdm.. Bei 50°
Würde es nicht ökonomisch sein' mit 1 .Amp./qdm zu arbeiten' aber
182 II. Gruppe. )Ietallgewinnung.

zwischen 1 und 2 Amp. sinken die Kosten erheblich. Das Ergebniss


bei 700 scheint das zufriedenstellendste zu sein. Obgleich die Kosten
bei llieser Temperatur für eine Stromdichte von 1 Amp./qdm sehr hoch
sich belaufen, beginnen sie sehr schnell zu sinken, sobald die Strom-
dichte zunimmt, bis sie einen praktischen constanten Werth bei höheren
Stromdichten annehmen. Zwischen 3,5 und 3,75 Amp./qdm wilrde die
beste Stromdichte zur Erlangung ökonomischer Resultate liegen; denn
bei dieser Dichte ist keine besondere Kraft zur Heizung des Elektrolyten
erforderlich. Arbeitet man bei dieser Stromdichte und mit bedeckten
Behältern, so würde der Strom selbst genügen, um den Elektrolyten
über 800 zu erhitzen. Um eine gute Circulation zu sichern, die für
einen guten Niederschlag bei hohen Stromdichten wesentlich ist, könnte
die gegenwärtige Pumpmethode beibehalten werden. Die Erniedrigung
des Nutzwerthes vermindert den Vortheil einer hohen Stromdichte. Bei
bedeckten Behältern ist es möglich, dass Arbeiter in demselben Raum,
in dem sich der 700 heisse Elektrolyt befindet, arbeiten. - Im Anschluss
hieran bemerkt L. Ad dick s (Berghzg. Hl03, 53 2), dass bei zu schneller
Circulation die Lösung trübe wird, während zu langsame spärliche Ab·
scheidungen gibt, häufige Erneuerung der Kathoden nothwendig macht
und demnach die Arbeitskosten erhöht. Er glaubt nicht, dass die An-
wendung bedeckter Gefässe Gegenliebe finden werde, da schon bei offenen
eine gründliche Besichtigung schwierig ist. - Nach B. :\[agnus hängt
die Ausnutzung der Stromstärke von mechanischen Bedingungen ab.
Sie kann leicht auf 95 Proc. gebracht werden, wenn man örtliche Kurz-
schlüsse vermeidet. Treibt man die Nutzwirkung auf 97,5 Proc., so über-
wiegen die grösseren Arbeitskosten den Gewinn an Kraftbedarf. Er-
höhte Verschlechterung des Eloktrolyten wurde zwar bei hohen Tempe-
raturen, nicht aber bei niedrigen Stromdichten beobachtet. Die zuweilen
eintretende Grilnfärbung des Elektrolyten ist auf seine Verarmung an
Kupfer, nicht auf die Gegenwart von Ferroarsenat zurilckzufübren,
Wendet man hohe Stromdichten an, so gehen zwar die Zinsen für das
in die Bäder gehängte Anodenkupfer und die Einrichtungskosten der
Anlage herab; man muss aber gewöhnlich mehr Arbeitskosten auf 1 t
Kupfer rechnen. In Anaconda beträgt bei einer Stromdichte von 1,05
Amp./qdm und einer Temperatur von 380 die Spannung 0,23 Volt bei
einer Circulation von 13,5 l in der Minnte. Die chemische Wirkung ist
um 1 Proc. grösser als die elektrolytische. Deshalb muss man, um den
Kupfergehalt des Bades constant zu halten, das überschilssige Kupfer
täglich mit unlöslichen Anoden fällen. Da diese Arbeit aber wegen der
Spannung von 2 Volt mindestens achtmal theurer ist als bei löslichen
Anoden, wiegen die :Mehrkosten bei einer Temperatur von 750 und einer
Stromdichte von 3,5 Amp./qdm die Kraftersparniss mehr als auf.
Elektrolytische Kupferraffinirung. A. Beadle (Electr,
Review 51, 536) empfiehlt hierfür Nitratlösung. Sulfatlösung unter
Benutzung unlöslicher Anoden hat zwar den Vortheil, dass die schäd·
liehen Begleitmetalle theils in den Schlamm als Hydroxyde oder basische
Kupfer. 183
Sulfate gehen, theils an der Anode bleiben. l\Ian kann aber, wenn der
Kathodenniederschlag gut werden soll, mit der Stromdichte nicht üher
150 ~is 200 Amp,\re auf 1 qm gehen. Eine Erhöhung ohne sonstige
~chäd1gung ist möglich, wenn man durch Benutzung eines leichter lüs-
hchen Salzes den Metallgehalt des Elektrolyten vergrössert. Mit 360 g
Kupfer als Nitrat im Liter erhält man eine etwa ebenso gut leitende
Lösung wie die bei der Raffination gebrauchte sulfatische, die 200 g
Metall im Liter enthält. Ans jener Nitratlösung kann man einen glatten
und zähen Kathodenniederschlag mit 400 Ampi'!re Stromdichte bei guter
Stromausbeute erhalten.
Die Verarbeitung der Anodenschlämme in Amerika
bespricht G. Kronpa (Oesterr. Bergh. 1903, 173) nach „Mineral In-
dustry". Die Anodenschlämme halten 50 bis 75 Proc. Silber, 0,014 bis
0,686 Proc. Gold und 10 bis 40 Proc. Kupfer; das Kupfer ist in Form
;?n18
2\letall, Oxyd, Sulfid und Sulfat vorhanden. In grossen Hütten, wo
Werkbleie nach dem Zinkprocess entsilbert werden, werden die
~n?dens?hlämme in das vom Abdestilliren des Reichschaumes herrührentle
01 chble1 auf einem Treibherde eingetränkt. Die Schlämme werden
portionenweise, und zwar in Papiersäcken in einer Menge von 4,5 bis
;, 7? k in den Treibofen auf das Metallbad eingetragen. Während des
re1bens werden Kupfer und die übrigen fremden )fetalle oxydirt und
~eben in die Schlacken und Glätte über. Diese Treibproducte werden
un Schachtofen geschmolzen, wobei das Kupfer im Stein wiederge-
wonnen wird. - Nach Wh i t ehe ad werden die Anoden schlämme zu-
nächst in einer Schleuder entwässert. Die gröberen Kupfertheilchen
Werden durch das Sieb zurilckgehalten, während die feinen Schlämme
d~rch dasselbe hindurchgehen und in besondere Sammelbehälter ab-
fhessen. Die -:\fenge des in der Centrifuge erhaltenen Kupfers beträgt
etwa 10 Proc. der in derselben behandelten Schlämme, und weil dieses
Kupfer edelmetallhältig ist, so wird es der Schmelze bei der Darstellung ·
d~r Anoden zugesetzt. Nach dem Absetzen gelangen di~ Schlämme in einen
nut Blei ausgefiltterten Kasten. Ist hinreichende l\Ienge der Schlämme
zugeführt worden, so wird der Zufluss abgestellt und 66° B. starke
Schwefelsäure zugesetzt, und zwar 1,5 Th. auf 2 Th. der Anoden-
~c.hlämme. Sonach wird der Inhalt des Kastens bei gleichzeitiger Ein-
eitung von heisser Luft (mit Hilfe eines Injectors) 10 bis 12 Stunden
gekocht, wobei der grössere Theil des Kupfers, 66 Proc. des Arsens und
alles Eisen und Wismuth in Lösung gehen. Nach Abstellen des Dampfes
Und nach dem Absetzen der Schlämme wird die unreine und über den-
selb~n stehende Flilssigkeit in Vorrathskasten abgehebert und von hier
schhesslich behufs Gewinnung des Kupfervitriols in Abdampfpfannen
gebracht. Der Kochkasten wird dann mit Wasser angefüllt, die dann
a~gelassenen Anodenschlämme werden auf ein Sieb gestnrzt, wodurch
d~e gröberen Kupferabfälle abgesondert werden. Der Durchfall dieses
S1ebes kommt zum Waschen auf ein zweites . ·
Sieb, welches d"ie f emen
·
R:upferabfälle zurilckhält, während die Schlämme sammt dem Wasch-
184 II. Gru1111e. Metallgewinnung.

wasser durchfliessen und in die 3 vorhandenen Klärbottiche abfliessen,


aus welchen sie der Reihe nach zu 6 Rührapparaten geleitet werden.
Die in den Klärbehältern überstehende Fllissigkeit wird vor dem Ab-
lassen der Schlämme abgehebert und zu einer Kläranlage geleitet. -
Zu den in die Rührapparate eingeführten Schlämmen wird verdünnte
Schwefelsäure zugesetzt, worauf der Inhalt, bei gleichzeitiger Einleitung
von Pressluft und Erwärmung mit Hilfe von Dampf (in Schlangenröhren)
durch die Rührschaufeln des Apparates gründlich durchgerührt wird.
Nach vollendeter Behandlung und nach Absetzen der Schlämme wird
die Kupferlösung in Klärsysteme abgezogen, um dann von hier nach der
Klärung in die Kupfer v i tri o 1 f ab r i k geleitet zu werden. Die nun
vom Kupfer fast ganz befreiten Schlämme werden aus den Rlihrapparaten
ausgehoben und in 6 Trockenkasten eingetragen, woselbst sie durch
Dampf getrocknet werden. - Die 40 bis 50 Proc. Silber haltenden
Schlämme werden in 2 kleinen mit Wassermantel versehenen Treiböfen
€ingeschmolzen und abgetrieben. Die Chargen der Treiböfen sind 9 bis
13 hk gross. Das erhaltene Blicksilber wird behufs Scheidung des
Silbers von Gold in Kesseln aus Gusseisen mit Schwefelsäure behandelt
und die beim Treiben gefallenen Schlacken und Oxyde werden in einem
kleinen Flammofen verschmolzen. Die Silberlösung wird aus den
Scheidekesseln in besondere Fällbottiche abgezogen, woselbst die Aus-
füllung mittels Kupfers erfolgt. Der Niederschlag des Cementsilbers
wird nach dem Auswaschen in einem besonderen Ofen getrocknet, so-
dann geschmolzen und schliesslich in etwa 31 k schwere Barren von
990 Tausendtheilen Feingehalt gegossen. Die Goldbarren von der ersten
Scheidung werden in einem dritten Lösekessel mit Schwefelsäure neuer·
dings behandelt und erst der hier erhaltene Rückstand wird in einem
kleinen Ofen geschmolzen und dann in 15,5 k schwere Barren gegossen,
deren !feine 985 bis 990 Tausendtheile beträgt.
Anodenkupfer. Nach~L Woolsey und )[.Johnson (Genie
4.Apr.1903) ist das Anodenkupfer als eine Mischung des reinen Kupfers,
der Legirungen des Kupfers und der Oxyde des Kupfers, Antimons oder
Arsens, oder aber als eine Lösung der Legirungen und Oxyde in reinem
Kupfer zu betrachten. Da das Leitvermögen des Kupfers bedeutend
grösser ist als das der übrigen Stoffe, so hat dasselbe das Bestreben, in
die Lösung überzugehen, während sich die meisten, der übrigen Stoffe,
ohne die Lösung zu verunreinigen, unzersetzt auf dem Boden des Bades
in den Schlämmen sammeln. Diese Verbindungen haben bei ihrer
Bildung Wärme entwickelt und um nun diese auf ähnliche Weise und
unter gleichen Verhältnissen wie das Kupfer in die Lösung zu bringen,
milsste diese der Bildungswärme entsprechende Wärmeenergie durch die
dektrische Energie ersetzt werden. Aus dem gleichen Grunde würde
das im metallischen Zustande vorhandene Antimon und Arsen ähnlich
wie Kupfer in den Elektrolyten iibergehen. Es kann die Anoden·
€rzeugung so geleitet werden (im Flammofen oder Converter), dass diese
lletalle im Anodenkupfer nur als Oxyde enthalten sind. Zu dieselll
Kupfer. 185
Zwecke ist es nur nothwendig, die Reduction nicht bis zur vollständigen
!ersetzung des Oxyde des Kupfers vorzunehmen. Die BildungswArmen
. er Oxyde des Antimons und des Arsens sind bedeutend höher als
{ene der Oxyde des Kupfers und die ersteren Oxyde bleiben daher so
ange unzersetzt, so lange noch Kupfer in Oxydform in den Anoden ent-
halten ist.
Verarbeitung von Kupfernickelstein. Nach T. Ulke
{Trans. Am. Electr. 1002) wird die aus dem Kupfernickelstein her-
gestellte Kupfernickel-Legirung (am geeignetsten ist eine solche von
SO Proc. Kupfer und 20 Proc. Nickel) als Anode in ein Bad mit saurem
Elektrolyten gehängt. Um die Elektrolyse ununterbrochen vornehmen
;u kön~en, wird periodisch entsprechend der Anreicherung des Elektro-
~ten em Theil desselben herausgenommen, während als Ersatz dafür
;ne_ saure Kupfersulfatlösung zugegeben wird. Der herausgenommene
heil des Elektrolyten wird auf chemischem Wege von Kupfer ge-
trennt.
. Gewinnung Yon Kupfer und Nickel aus l\lagnet-
t1esen. E. Günther (Z. Ingen. 1903, 574) verwandte zu seinen
ersuchen ein Erz folgender Zusammensetzung:
Hi02 36,70 Proc.
8 . 10,40
Fe 16,06
Cu l,24
Ki 2,:"iO
,..,
'~--
•)•)
Al10a
Caü . 4,44
l\fgO . 11,40
SbAs. in t-,pnre11
lT2() , nicht bosti111111t.
z Auf htittenmännischem Wege gelangte er zu einer Legirung folgender
usammensetzung:
Cu . . . . . 26,4,l l'roc.
Ni . . . . . :i0,18
Fo . . . . . 21,23
Der ReHt he~toht aus Hehwefol und Kohlenstoff.
Dieses Erzeugniss bildet den Rohstoff filr die elektrolytischen Ver-
SUche. - Als Bad diente ein gläsernes Accumulatorgefäss, als Anoden
das ·
. in passende Form gegossene Rohmetall, zwischen den Anoden h"mg
0
d !° Kathode aus Rein ku pfer. Die Stromdichte betrug ungefähr 200 Am p./qm,
~e Entfernung der Elektroden 5 cm. Als Elektrolyt wurde eine sa~re
t·?fersulfatlösung mit 38,4 g Cu und ß2,7 g freier Schwefelsäure 1m
D~ er benutzt. Die Lauge wurde durch Einblasen von Luft bewegt.
ieSpannung im Bade betrug anfangs O 56 V stieg aber bald auf l,1 6 V
Und
au h'101t s1eh
· '
unter sonst gleichen Umständen ' au f a·1eser H"h
v e. Das
.
sgeschiedene Kupfer war dicht und von schöner rother Farbe' die
A.unösung der Anoden verlief in regelmässiger Weise i die Stromausbeute
stellte sich auf 95 bis 97 Proc. der theoretischen. Nach einer Versuchs-
186 II. Gruppe. · ;\Iotallgcwinnung.

dauer von rund 90 Stunden begann das Kupfer schwammig zu werden.


Die Analyse des Elektrolyten ergab in Volumenprocenten:
Cu . . 0,44 Proc.
II 280t . . . . ü,37
Fo . . . . . . I,OH
Ni . . . . . . 2/>0
Daraus ist zu schliessen, dass man bei einer Stromdichte von
200 Amp./qm den Kupfergehalt nicht unter 0,5 Proc. kommen lassen soll,
Verminderte man die Stromdichte bis auf 75 Amp./qm, so erhielt man
auch aus diesem Elektrolyten wieder einen dichten Kupferniederschlag.
Die Anodenplatten waren auf den der Kathode zugekehrten Seiten stark
angegriffen; dabei war aber die Oberfläche glatt geblieben und nur ab
und zu kleine Vertiefungen eingefressen.
Versuche über das S c h m e 1z e n v o n K u p f er er z e n im
e 1e kt ri sehen Ofen wurden von C. V a t t i er (Eclair. electr. 1903,
461) in La Praz ausgeführt. Es gelang mit zwei Kohlenelektroden von
0,25 m quadratischem Querschnitt in einem viereckigen Tiegel aus
Gestübbe unter Verwendung von 3500 bis 4000 Ampere und 110 Volt
etwa 18 t 7proc. Kupfererz auf 43- bis 45proc. Stein zu verschmelzen,
Die Schlacken enthielten nur 0,1 bis 0,2 Proc. Kupfer. Die Versuche
wurden in der Fabrik von K e 11 er & L e 1e u x in Kerousse fortgesetzt
und in der in Livet wiederholt. In einen viereckigen Tiegel von 1,8 Dl
Länge, 0,9 m Breite und 0,9 m Höhe tauchen zwei Kohlenelektroden
von 1,70 m Länge und 0,3 m im Quadrat, die einzeln nach Bedarf ge·
hoben und gesenkt werden können. Zunächst stellt man durch Kohlen·
stücke oder etwas Kupferstein am Boden des Tiegels zwischen ihnen
Kurzschluss her, lässt Wechselstrom an und gibt dann die Kupfererze
um die Elektroden. Diese waren theils stnckig, theils pulvrig und von
zweierlei Art. Die einen enthielten 7 Proc. Kupfer als Sulfilr, 8 bis
9 Proc. Schwefel und in der Gangart besonders Eisenoxyd; die anderen
in Procenten: 009 4,31 ; Si02 23, 7; Al 2 0 8 4; CaO 7,3; MgO 0,33;
Fe 28,5; Mn 7,64; S 4,125; P 0,046; Cu 5,1; As Spuren. In delll
Maasse wie die Masse schmilzt und neues Erz nachgegeben wird, hebt
man die Elektroden. Ist der Tiegel \"Oll halbfülssigem iraterial, so sticht
man durch eine 10 cm vom Boden entfernte Oeffnung in einen Vo~·
tiegel ab. In diesem wird die Beendigung der Reactionen und die
Trennung der Schichten durch nochmalige ·Erhitzung mit Elektroden
von 0,25 cm im Quadrat erleichtert. Scbliesslich wird die Schlacke
oben und der Stein, wenn sich eine genügende Menge gesammelt bat,
unten abgelassen. Mit diesem Ofen kann unter Verwendung von
4750 Ampere und 119 Volt, entsprechend 500 Kilowatt oder 680 Pf,,
25 t Erz in 24 Stunden schmelzen. Der erhaltene Stein gab bei der
Analyse in Procenten: Si0 9 0,8, Al 0,5, Fe 24,3, Mn 1,4, S 22,96, P 0,005,
Cu 4 7,9. Lässt man die Schlacken sofort in einen anderen elektrischen
Ofen fliessen, so kann man sie wegen ihres hohen Eisen- (32,5 Proc,),
Kieselsäure- (27,2 Proc.) und Mangan- (8,23 Proc.) Gehalts zur ger·
Kupfer. 187
Stellung von Si 1i c i um eisen, Ferro man g an und Spie g e 1eisen
nutzbar machen. :Man muss die Elektroden zur Erzeugung des Bogens
ü?er dem Spiegel des Bades halten, sonst wird durch ihren Kohlenstoff
Eisenoxyd reducirt. Dies veranlasst schnelleren Verbrauch der Elektroden,
innütze l\Iehrausgabe für elektrische Energie und Verminderung des
upfergehaltes im Stein. (Vgl. Berglizg. 1903, 550.)
d' Bessemern von Kupferstein. Die Reihenfolge, in welcher
18
Verunreinigungen beim Bessemern des Kupfersteins verschwinden,
unter~uchte R. van Liew (Transact. 1903). Nach einer Blasezeit von
4
o Minuten war der Stein in sog. Weissmetall umgewandelt, der Zeit-
P~nkt, wo das letzte Schlackenabschäumen stattfindet. Man hat alsdann
einen Stein von ungefähr 76,4 Proc. Kupfer. Von diesem Zeitpunkte
an lassen sich aus dem Birneninhalte keine Durchschnittsproben mehr
nehmen, weil der Inhalt aus einem Gemenge von Kupfer und Stein be-
;teht. Nach beendetem Blasen wurde von dem fertigen Kupfer eine
p ranalienprobe genommen und späterhin untersucht. Analysen der
roben ergaben:
- - ~ -- ----·----
Abstich 1 : 1
70 .Min.
ll~S d~m 10 Min. :20 .Min. 30 .Min. 40 Min. Verblase-
upo - / kupfer
ofen
'===--
lCupfer ---
f .. ___ ____ _ __

Eisen · · .rn, 72 60,20 66,88 64,60 76,a7 99,120


23,31 23,15 17,86 10,60 2,40 0,038
Schwerei 20,96 19, 74 18,83 16,SO 0,159
Zink 21,28
Arsen · 1,19 1,20 0,84 0,70 0,46 0,090
0, 11 0,09 0,08 : 0,08 0,08 0,0012
Antilllo~
Siib ' · 0,14 0,12 0,10 ,' 0,13 o, 13 0,006
G er, Unzen ,U,20 42,90 61,40 , 55,80 70,00 90,800
old
' ff 0,16 0, 14 0,20 : 0,24. ! 0,32 0,350

Die M et a 11 ur g i e des Kupfers im Staate Montana bespricht


~l1Sfßhrlich H. 0. Hof man (Transact. 1903; Berghzg. 1903, 497). Beim
1· essernern von Kupferstein sind die stehenden Birnen meist durch die
tgenden Cylinderbirnen ersetzt worden, da diese eine geringere Wind-
Zt:essung erfordern. Die Ausfütternng der Birne gibt immer noc~ Anlass
2S Störungen, da im gilnstigsten Falle das Futter des Unterthe1ls nach
e·1 t durchgesetzten Kupfers erneuert werden muss. Die Haube hat
F ~ längere Haltbarkeit. Das ;\faterial ist ein Sandstein (SiO, 64,4 i
e 7,6; Al 2 0 8 16 5 · CaO 1 1 · l\[gO 1 8 · Glühverlust 4, 7), welcher an
der
kl . L 11 ft zerbröckelt
, ' und ohne
' ' Bindemittel
' ' gebraucht wir . d· E'.in zer-
(Sr~nerter Quarzit mit 5 Proc. Thon vermengt, gibt eine gute Mischung
1 8 8,6 ; Fe 0 3 1 · Al O 4 O· Caü 1 6). - Man hat auch Quarz-
sand . 1 8 ' ' 2 a , , , . . kl . Erz
g rnit Schlämmen aus der Anfbereitung und mit zweit aasigem
n~tnengt. - Im Folgenden sind einige Analysen von Convertererzeug-
issen gegeben:
188 II. Gruppe. l\letallgowinnung.

Cn Si01 }'eO 1 Al10a CaO IAg.Aul


Unzen
S IAsSbund
-- 1
-~--=-.:-:: =-~
Schlacke 2,0 ! ::io,o--1- 56,2 9,5 1,0
1,6 29,8 1'>7,8 10,0 1,0 0,8
5-6 31-32 54
37,8 1,6 7,4 1,9 nichts 14,3 4,8
63,4 ::l,8 12,8 53,8 16,0
66
Rohkupfer 99,0 9-40

Die Reinigung des Kupfers auf elektrolytischem


Wege g es chi eh t meist nach dem sog. 1\fultipelsystem (Parallel·
schaltung der Elektroden). Die Anoden aus dem Butte-District haben
98 bis 99 Proc. Cu, 40 bis 120 Unzen Ag in 1 t, 0,1 bis 1,5 Unzen Au
in 1 t. Sie werden entweder direct vom Converter aus gegossen oder
das Converterkupfer wird erst noch im Flammofen raffinirt und dann zu
Anoden gegossen. Con verteranoden werden weniger gleichmässig zer-
fressen, geben mehr Abfallstiicke und einen geringhaltigeren Schlamm
als die Anoden aus dem Raffinirofen. Rohkupfer mit 99,27 Proc. Cu;
0,07 Proc. As und Sb; ßl,14 Unzen Ag und 0,22 Unzen Au in 1 t
wurde aus dem Converter zu Anoden vergossen. Diese gaben 8 Proc.
Abfallstiicke, der Anodenschlamm enthielt, nachdem er durch ein
40 l\Iaschensieb gegangen, gewaschen und getrocknet war, 41 Proc. Cu i
7000 Unzen Ag und 18 Unzen Au in 1 t. Der Elektrolyt enthält bei
dem stärkeren Strome im Liter 1 70 g conc. Schwefelsäure und 42 g
Kupfer; bei dem schwächeren Strome 150 g Säure und 40 g Kupfer.
Der Widerstand scheint zu wachsen, wenn der Kupfergehalt iiber 42 g
im Liter steigt. Die Temperatur des Elektrolyten an dem Ende des
Bottichs beträgt 640 und soo. Der Elektrolyt reichert sich im Verlauf
der Elektrolyse an, und zwar an Kupfer, Eisen, Arsen und Antimon.
Eine ausgenutzte Lauge enthielt im Liter:
Cu 51,8 g; Fe 13,2 g; As 14,02 g; Sb 0,62 g; II 2SO. 48 g.
Der geringe Gehalt an Antimon wird dadurch erreicht, dass man
täglich eine genügende Menge conc. rohe Salzsäure in den obersten
Bottich gibt. Dadurch hält man immer 0,04 g Chlor im Liter in Lösung,
welches das Antimon als Oxychlorid niederschlägt. Fehlt es an Salz·
säure in der Lauge, so wird eine eingetauchte Probeplatte streifig, matt,
schwarz und gleichzeitig spröde. - Ein Uebermaass an Kupfer in der
Lauge entfernt man dadurch, dass man einen Theil der Lauge aus·
scheidet und durch Bottiche mit Bleianouen gehen lässt. Durch V'e:·
langsamung des Stromes beim D11rchgang durch eine zweite Batterie
von Bottichen wird das Arsen mit dem Rest des Kupfers niedergeschlagen,
Der abgesetzte Schlamm aus diesen Reinigungsbottichen ergab C~
57,1 Proc.; H1 S01 ll,8Proc.; Ag 0,3Proc.; As 7,2Proc.; ~b 1,8Pr~ci:
H,O 18,4 Proc.; S1lllren von PbS0 4 und Fe. Während die Potentia
Rnpfor. 189
differenz bei Anwendung löslicher Anoden 0,6 (Great Falls) und 0,3
(Anaconda) Volt beträgt, steigt sie bei Anwendung unlöslicher Anoden
at~f 2,5 bis 2,6 Volt. -- Soll Eisen aus der Lösung entfernt werden, so
wir~ das Kupfer herausgebracht, Arsen durch Eindampfen auf 1/1 an-
gereichert und abgekühlt. Das Eisen scheidet sich als Eisensulfat in
Krystal!en ab (vgl. J. 1902, 211).
Zur Verarbeitung armer Kupfererze empfiehlt G.
van Arsdale (Eng. Min. 75, 853) Behandeln der Erze mit Salzsäure
11
nd Schwefelsäure und Fällen des Kupfers durch Schwefligsllure:
3 CnS0 4 + 3 S0 + 4 H1 0 = Cn 2 S03 • CnS03 + 4 H1 SO,.
g .
1eses Cupro-Cuprisulfit1 setzt sich
11
dann mit Schwefelsäure nm:
.

8, 1~0a · CuS0a+4H 1 S0 4 = Cu+2cuS~ 4 +2H 2S0 4 +2~0,+2H,O.


k ättigt. man bei ~tmosphärendruck und m der K~lt_e Cupr~sul~atlösu~g
Calt mit schwefltger Säure, so setzt sich nach em1ger Zeit em wemg
upro-Cuprisulfit ab. Beim Erhitzen und bei weiterem Einleiten von
schwefliger Säure fällt eine grössere l\lenge des Salzes aus, welches sich
nach der zweiten Gleichung in metallisches Kupfer umsetzt. Erhitzt
~an die gesättigte Lösung in geschlossenem Gefäss unter Druck, so
~.llen 40 bis 50 Proc. des Kupfergehaltes ans, nnd es entsteht freie
Sa11re.
K Productions- und Verlustberechnungen bei der
11 Pf er gewinn u n g bespricht eingehend E. J u o n (Oesterr. Bergh.
1
903,411); als Beispiel beschreibt er dieHntte in Bogoslowsk am Ural.
Analysen der verwendeten Erze ergaben: ·

Erzsorte

nBllschmanoft'-Grube 1·I 22 61 6,:JO i 27,61i :l,73 O,:H 11,05 1,26 10,30


r:schette- Grube . 2s\s 7, 19 24,56
f 4,60 0,2ß !l, 16 3,03 6,30
\V olowski-Grube . 25 26 3,92 116, 75 ii, 79 0,30 19,65 8,20 6,06
assiljewski-Grube 2ß:84 9,98 17,92 12,23 0, 17 1 9,32 1,48 6,26
1

An schädlichen Beimengungen enthalten die Erze nur geringe


:engen, und zwar As und Sb bis 0,01 Proc. und Spuren von Pb; Sn,
1
0 ttnd Zn kommen gar nicht vor; das Erz von Grube III enthält bis zu
A,Ol5 Proc. Ni und ebensoviel Co; jenes von Grube IV bis zu 0,006 Proc.
kg Und 0,000075 Proc. Au. - Tn allen Gruben ist das Kupfer als Chal-
0PYrit, nur in einem geringen Theil des Erzes von der Grube IV
0:Xyd' . Q
l{ isch und als Silicat enthalten. Als Nebengestem kommt uarz,
21
alk Und Hornblende vor. - Die Erze werden zum Theil in Haufen,
'. lll Theil in offenen Stadeln geröstet. Die verwendeten Schachtöfen
;~d Raschette-Oefen. Die Zusammensetzung des Kupfersteins und der
b81~lacken wechselt zufolge der Gleichartigkeit der Erze und des Möllers
a den einzelnen Abstichen unbedeutend, so dass folgende Normal-
nalysen als Beispiel dienen können:
190 IL Gruppe. Metallgcwiuuuu,.:-.

Kupferstein
(bei normalem Gang)
=:::. ---· - - -- - _:; ..
Cu
J l<'e
L
-- ---. . .. .----· -! ____I
S
1
I As + ..Sb
.
Pb Ni+ Co

von Ofen I 36,10 34,48 27,16 1 bis 0,008 0,01 bis 0,1
" " IV 32,37 89,12 26,09 " 0,003 0,01 0,1
31, 20 39,89 24,96 , " 0,008 0,01 " 0,1
" " VI " o, 1
27,84 32,20 HS,43 1 0,003 0,005
" " IX
·I 1
" "

Entsprechende Schlacken von Schachtöfen weisen folgende Grenz-


werthe auf:

Si02 :18,0 bis 4,l,O Pro,·.


Al 1 Ua 4,0 „ 7,0 ,.
Fe 18,0 „ 22,0
Cu . 0,16 „ 0,27 ,.
Mu . 0, lf> ,, o,:17 .,
s o,m „ 0,20 „
CaU. 8,0 ,. lH,O
l'lfgO 3,5 „ 1 t,1 l
Spuren As, Sb. Ni, Co.

Der Kupferstein wird in einem kurzen Flamm-Schmelzofen ein·


geschmolzen und fliesst aus diesem in die Birnen. Es sind uies Bessemer·
birnen im Kleinen, nur mit dem Unterschiede, dass die Windformen
nicht durch den Boden gehen, sondern durch die Seiten der Retorte iiber
der Oberfläche des fliissigen Metalles münden. Aus dem 30proc. Kupfer-
stein wird in diesen Birnen innerhalb 1/'J Stunde ein sog. ,, Weissstein"
mit dazu gehöriger Schlacke von beispielsweise folgender Zusammen·
setzung erblasen:

W!'ikHStc•in Ent~pr.
tichlackL•:
Cu 65,:"i4 l'roc. 0,6G Proc.
Fe D,O!J 49,G4 ,,
s 24,2."i ",, 0,48
Pb
As und.Sb.
O,Ol
0,03
,, 0,008 ..
Ni und. Cu. 0,20 " Spur
Si02 0,22 ",, 34,(12 ,.
CaO ~,O:! ,,

Die Schlacke wird abgelassen, der Weissstein noch einmal ein·


geschmolzen und neuerdings dem Bessemern unterworfen, wobei daraus
nach intensivem, 35 Minuten währendem Blasen Roh- oder Schwarz·
kupfer von 98,0 bis 98,5 Proc. Cu entsteht. Dieses wird durch folgende
Probenreihe veranschaulicht:
Kupfer. 191

Procent
Metallproben aus dem Converter: .. --- -- --· ----·-----------~-----·
::::....-:.--::-~-=--"":c::._ Cu 1
Fe __Si0 2 s
Btm.Min.Beginn des Blasens . . ,
nach Beginn des Blasens ,
63,87 10,78 0,26 23,96
21,59
66,36 1 9,83 1,08
10
" 71, 16 5,28 0,16 2.!,26
l5 " " " "
" 74,2ö 2,56 0,08 21,99
20 " " "
" 77,5.~ 0,41 0,07 20,49
25 " " "
" 85, 71 0,85 0,07 12,39
29 " "
32 " " 90,65 0,38 0,08 8,07
" " 97,07 0,14 0,05 1, 75
35 " " " "
" !l8, 13 0,08 0,05 0,68
" " "
. . Vor Schluss der Hitze werden noch behufs Reduction von Cu 1 0
~inige frische Holzscheite in die Birne eingetragen. As und Sb sind
dast vollständig verflilchtigt: Blei und Spuren von Kobalt finden sich in
ker Schlacke, bis zu O, 15 Proc. Nickel im )letall. Die Schlacken sind
R~pferreieh (bis z_u 50 P~oc. Cu enthaltend), erstarren je nac_h dem
B pfergehalt sch1chtenweise iiber dem )fetall und wandern m den
~:emer- bez. Schachtofenprocess zurilck. Die „armen Bessemer-
~: acken" (mit 0,2 !)is 0,3 Proc. Cu und 50 Proc. _Fe) werden in de~
R rselben Gesellschaft gehörenden Eisenwerk auf Eisen verhüttet. Die
n:ffinatio~ des Schwarzkupfers geschieht. in zwei ~affiniröfen mit
d' g~nerativgasfeuernng. Hierbei fallen 40- bis 50proc. reiche Schlacken,
ie un Converter wieder verarbeitet werden. Vor dem Abstich wird
ioch ein „Polen" des Bades im Raffinirofen durch Umrühren mit langen
olzstangen ausgeführt, wobei die letzten Spuren Cu 2 0 zu Cu reducirt
;erden sollen. - Das Product ist ein in Blöckchen abgegossenes
affinadkupfer von besonderer Reinheit. Als Beispiel werden 2 ge-
naue Analysen desselben angegeben:
1. 2.
llur(·hschnitts- Typischo Probe
probe aus 10 ans einer Bc-
versl'hiedenen stollnng- für die
A bstichon: Admiralitiit:
Kupfer . . !!fl,G:2 Proc. 99,(i6 Proc.
~:lUOfätoff . 0,1~ 1 0,100
K iPselsiiure 0,011 o,mo
llloi . Rpur 0,00:i
Ei~Oll . o,o 1S 0,0:21
Nil'kel . o,o:w 1 {),( l:j:2
Kobalt . 0,015 (
Ars(•n 0,0:201 (),O:!fl
Antimon Rpur {
Wismuth 0,0 o,o
Hilbrr . 0,0:27 0,040
llold . . Spur 8pur
HdnvPfrl • . (),0:3() 0,014 __ --
----- ÜH,Ütil- 1'1·0-e-.--ffi1,11"tf .Proc.
b Das Feuernngsmaterial der Kupferhütte ist ausschliesslich Holz,
ez. liolzkohle und Holzgas.
192 II. Gruppe. Metallgewinnung.

Rio Tin t o und sei n e n e n e Kupfer h n t t e beschreibt


G. Kr o u p a (Oesterr. Bergh. 1903, 463). Frflher war zumeist nur die
„kUnstliche" und die natUrliche Cementation in Verwendung, welche
Art der Sulfatisation grasstentheils bis jetzt angewendet wird. Die Erze
werden in Haufen gerastet, wobei ein Theil des darin enthaltenen
Schwefelkupfers in Sulfat iiberführt wird, welches man dann durch
Laugen gewinnt. Die Lasung des Kupfers, welche somit durch „kiinst·
liehe Cementation" erhalten wurde, muss behnfs Rerluction der Eisen·
oxydsab:e durch Erzklein filtrirt werden, worauf daraus das Kupfer (als
Cementkupfer) mit Roheisen niedergeschlagen wird. Die beim Laugen
erhaltenen ErzrUckstände halten noch einen verhältnissmässig beträcht·
lichen Theil des Kupfers als Schwefelkupfer zuriick und werden daher
der „natiirlichen" Cementation unterworfen. DieRe besteht in Herstel·
lung von Haufen (Terreros), welche durch ein System von gemauerten
Kanälen verquert werden. Sobald die zugeführten LaugenrUckstände
eine bestimmte Höhe erreicht haben, beginnt die Zersetzung von Sul·
fiden unter erheblicher Temperatnrerhfihung. Ein Brennen dieser
Haufen muss vermieden werden. Von Zeit zu Zeit werden sie aus·
gelaugt und das Kupfer aus den Lösungen amgefällt. Dieses Ver·
witternlassen der Riickstände geht sehr langsam vor sich; es sollen
gegenwärtig auf diese Weise ilber 7 000 000 t Erze in Behandlung
stehen. Nach diesem Process benöthigt man volle 2 '/ 2 ,Tahre, um 80 Proc.
des Kupferinhaltes zu extrahiren. - Bei der neuen Anlage werden die
Erze in Schachtöfen verschmolzen, der erhaltene Kupferstein wird in
Bessemerbirnen verblasen.
Flammöfen zum Kupferschmelzen beschreibt E. P,
:l\tathewson (Eng. Min. 76, 164).
In der Kupfer h Ut t e am Mo II n t L y e 11, Tasmanien, wird
das sog. Pyritschmelzen ausgeführt (Eng. Min. 75,819).
A r s e n und B I e i i n Ku p f er sind nach A. W es t m an n (Tekn,
Tids.; Oesterr. Bergh. 1903, 655) in manchen Fällen schädlich, in an·
deren wieder nUtzlich. In der Handelsmarke „Best selected" darf von
Arsen keine Spur sein, da sie meist zu Legirungen bestimmt ist, welche
durch bedeutendere Mengen dieser Beimengung geschädigt warden.
Benutzt man z.B. zu bestem Messing, das zu Röhren, Blechen oder Draht
verarbeitet werden soll, nicht arsenfreies Kupfer, so werden die Producte
hart und spröde, zumal in kaltem Zustande. Drahtmaterial wird ge·
wöhnlich aus elektrolytisch gereinigtem Kupfer dargestellt und ist des·
halb so gut wie arsen- und bleifrei. Das ist auch hfichst wUnschens·
werth, da Arsen und Blei wie alle anderen Verunreinigungen selbst in
ganz kleinen Mengen auf das elektrische Leitungsvermögen des Kupfers
sehr nachtheilig einwirken.
Härten von Kupfer oder dessen Legirungen. Nach
G. Renstrom (D. R. P. Nr. 140973) werden die zu härtenden Gegend
stände einer geeigneten Temperatur eine Zeit lang unterworfen 11 ~
während des Erhitzens mit Schwefel bestreut. Hierauf werden die
K npfer. 193
Gegenstände noch heiss in ein Bad von Kupfervitriol gebracht. Auch
kön_nen sie nach ihrer Behandlung in dem Knpfervitriolbade abermals
erhitzt werden.
Aufbringen einer Schutzschicht auf Kupferober-
!lächen. Das Verfahren von W. Ri emke (D. R. P. Nr. 130 968)
1
~t vorzüglich zum Ueberziehen von Schiffsböden aus Kupfer bestimmt,
die der dauernden Einwirkung von Seewasser ausgesetzt sind. Als
Ueberzug wählt man solche Mittel die mit dem Metallbeschlag eine
dauerhafte chemische Verbindung ei~gehen, ohne jedoch dabei denselben
z~ zerstören. Dies wird dadurch erreicht, dass man die Kupferoberfläche
1
; t freien Fettsäu~en behandelt, die mit Metallen b~sonders _im _oxydirten
ustande sehr leicht feste Seifen der Fettsäuren bilden , die m Wasser
nnl" r1 h
l{ os c und von demselben nicht zerstlirbar, aber in leicht flüchtigen
h ohlenwasserstoffen löslich sind. Die Seifen bewirken dann die dauer-
Uafte Verbindung der aufgebrachten Deckfarben mit dem metallenen
fl ntergrund. Bei blanken Knpferoberfüichen, oder im Falle bereits ober-
ächlich oxydirter Schiffsbödenbeläge empfiehlt es sich, um einen zu-
sammenhängenden Ueberzug zu erzielen und die Metallseifenbildung
möglichst vollständig zu machen , dieselben zu oxydiren bez. nochmals
;~zuätzon, was durch WasclH•n mit Ammoniaklösung geschehen kann.
thie_se. hat_ wegen der Flüchtigkeit des Ammoniaks den. we~ent~ichen Vor-
A eil lll _die Po:en des Metalls einzudringen. Du~ch die Em:w1rku~g des
F lll~?niaks wird das Kupfer genügend vorbereitet, um swh mit den
k:tts~uren zu Metallseife verbinden z~ k?nnen .. Die. Fet.tsäure,. z. _D.
k ?fliehe üelsäure, wird in Mischung mit emer lewht flüchtigen Flüssig-
! ~It, Wie Benzin , Petroleum , in denen sich die erhaltenen Metallseifen
~icht lösen, aufgebracht. Auf diese Deckschicht kann man dann noch
e~nen beliebigen Anstrich aufbringen, für den die gebildete Metallseife
ei~en ausgezeichneten Untrrgrund abgilit, un11 das Abblättern eines auf-
!e raohten Farheflberzugrs wirksam verhindert. Als solchen verwendet
! an f~r Schiffsböden ein Gemisch von Zinkstaub, Grilnspan und weissem
anrs:nik, das man mit Leinöl , und zwar zweckmässig mit ungekochtem,
S ~uhrt. Durch diesen Anstrich wird bei Schiffsböden hinreichend
c Utz gegen das Ansetzen ,·on Schaltbieren erlangt.
v Corrosion von Kupfer in Seewasser. Nach Versuchen
si:. Die g e l (Verh. Oewerlifl. 1903, 119) ist reines Kupfer in ver-
l'Ühledenen_ ~'ällcn rasch zerfressen worden, sowohl in metallischer Be-
lli rung mit unreinem (arsenhaltigem) Kupfer als auch unter yerhält-
de:sen' welche die ;\liiglichkeit der zerstörenden Einwirkung ~mes an-
Pro~n Metalles ausschliessen. Die beschriebenen ,·erschiedenartigen E~-
beob nngen haben nicht erkennen lassen, auf wel!]he Ursachen . die
"y achteten Anfressnngen des reinen Kupfers zuriickzuführen smd.
Ae~ninthlich spielen die Corrosionsproducte eine Hauptrolle bei diesen
d·n ressungen. - Die ans elektrolytisch hergestellten Kupferplatt~n u~d
A~~ ans _Elmore-Röhren herausgeschnittenen Proben verhielten sich im
gemeinen nicht schlechter als nmgeschmolzenes Elektrolyt-Kupfer. --
Jahresb ]o
er. d. ehom. Technolo~io. XLIX. "
194 II. Gruvpe. Mctallgewianur1g.

Geglühtes Kupfer wird im Seewasser nahezu doppelt so stark an-


gegriffen als kalt verdichtetes mit etwa fünfmal so hoher Festigkeit an
der Streckgrenze. - Die Verzinkung des Kupfers schützt nur für kurze
Zeit. Nach der Zersetzung des Zinks corrodirt das Kupfer um so stärker.
Die metallische Berührung mit Eisen schiitzt das Kupfer gegen Corro-
sion, aber nicht vollständig. - Versuche über die Co r r o s i o n
der Kupferröhren auf Schiffen ergaben, dass reines Kupfer
unter sonst gleichen Verhältnissen allgemein leichter angefressen wurde
als unreines. Hiittenmännisch erzeugtes Kupfer ist ebenfalls zerfressen
worden, wenn auch durchschnittlich nicht so rasch als das reinere
Elektrolyt-Kupfer. Hoher Gehalt an Kupferoxydul begünstigt die An-
fressungen vielleicht bei allen Kupfersorten. - Wenn die Vernnreini·
gungen des Kupfers den Anfressungen überhaupt entgegenwirken, so
kann ihre Art von eben so grossem oder griisserem Einflusse sein als
ihre Gesammtmenge. Prüft man die Zusammensetzung der analysirten
Rohre in dieser Hinsicht, so ergibt sich, dass sämmtliche Kupfersorten
mit hohem Arsengehalte gut erhalten geblieben sind, während alle
anderen Verunreinigungen keinen so erheblichen Einfluss auszuüben
scheinen.
Verarbeitung von Kupferstein auf Kupfervitriol.
Nach 0. Hofmann (Miner. Industr. 1D02, 231) wird Kupferstein mit
40 Proc. Kupfer und 12 bis 14 Proc. Blei in einer Krupp'schen Kugel·
mühle von 300 t täglicher Leistung zerkleinert und durch ein Sieb von
50 Maschen auf 25 mm Länge geführt. Der gepulverte Stein wird in
doppelherdigen Pearce-Oefen von 12, 19 m Durchmesser oxydirend·
sulfatisirend geröstet. Der untere Herd des Ofens hat 3, der obere
2 Rostfeuerungen. Luftzufuhr und Temperatur sind so zu regeln, dass
der Bleigehalt der Röstmasse kein Zusammenbacken des Pulvers zu
Stncken {Sinterknoten) herbeiführt und dass das Kupfer in Oxyd und
Sulfat, das Eisen aber in Oxyd übergeführt wird. Bei richtig geleiteter
Röstung sollen von dem Kupfergehalte des Steines 75 Proc. in Oxyd
und 25 Proc. in Sulfat übergeführt werden. Das abgekiihlte Röstgut,
welches grobkörniger als der ungeröstete gepulverte Stein ist, wird in
Kugelmühlen bis zur Ifeinheit des ungerösteten Steines gemahlen und
dann mit verdünnter Schwefelsäure behandelt, um das Kupfer aufzulösen,
Die Schwefelsäure soll so verdiinnt sein, dass das im Röstgut enthaltene
Eisenoxyd nicht aufgelöst wird. Die Laugegefässe sind mit Riihrwerken
versehene hölzerne Bottiche; der Boden und die Seiten bestehen aus
2 Bohlenlagen, das Rührwerk aus einer in den Bottich eingehängten
llölzernen Welle, an deren unterem Ende mit Hilfe von schweren }fessing'·
platten und ~lesstngschraubenbolzen ein Riihrtliigel befestigt ist. ~uf
dem eigentlichen Boden des Bottichs ist ein zweiter Holzboden von d~r
Gestalt eines abgestumpften Kegels angeordnet, dessen Hohlraum IUlt
Sand ausgefüllt wird. Dadurch soll der geröstete Stein veranlasst w.erd~nl
an den Umfang des Bottichs zu gehen, wo sich die Flüssigkeit vi.e
schneller als in der Mitte bewegt, so dass er mit dem Lösungsmittel in
Kupfer. 195
!nni~ere Berührung kommt. Das den Bottich tragende Holzgerfist TUht
10
einer Bleipfanne, welche etwa durch den Bottich durchsickernde Lauge
aufnimmt. Wasser, Säure und Stein werden an dem oberen Ende des
Bottichs eingeführt. Entleert wird er am Boden, wo sich 2 fiber einander
angebrachte, durch Hartbleiventile verschliessbare Abzugrohre befinden.
- Während der Lösung wird Wasserdampf in den Bottich eingeleitet.
M_an f~hrt in die Lauge so lange gerösteten Stein ein, bis sie neutral ist.
Die_ Dichte der Lauge wird auf 24 bis 260 B~. gehalten. Nach Be-
endigung der Lösung wird die l\fasse in ein gusseisernes Druckfass ab-
gezogen und dann mit Hilfe von Druckluft in eine Filterpresse ein-
g~fnhrt, in der die Flüssigkeit vom Rückstande getrennt wird. Steigt
t~ Dichte der Lösung über 250 Bli., so treten Verstopfungen ~er: Ro~r-
eitu~gen und des Filtertuches durch ausgeschiedenes Kupfervitriol ein.
D_er 1n der Presse verbliebene Rückstand enthält das gesammte Gold,
Si_lber und Blei des Steines.
Die Lösung enthält neben Fig. 64.
R:upfersulfat lösliche Verbin-
dungen des Eisens 1 Arsens,
Antimons, Wismuths Kobalts
Und
. N·1ckels. Silber findet
' sich
Dicht darin, weil etwa in Lösung
~;gangenes Silber durch das in
1
r enthaltene Ferrosulfat aus-
gefällt wird und in den Rück-
stand übergeht. Das Wasch-
Wasser von der Filt.erpresse
e~thält 1 Proc. Kupfer und
Wird bei der Lösung des Kupfers
zugesetzt. - Die Laugen wer-
~~ in Thürmen gereinigt
i~i· 64), diese bestehen aus
d!1 tn langen und 100 mm
h :en Dauben aus Holz und
; n am Iloden 2, 74 m Durch-
ll efser. Sie stehen auf einem
°
1 zgerüst, das in Cement ge-
!gdert ist. 1480 mm ilber dem
oo en 1. d
ein B :W r die Druckluft durch
lll leirohr von 100 mm Durch-
:w esser eingeführt, das in ein -
r agrechtes, durch den grösse-
den Theil des Thurmes hin- .
8~~chgefilhrtes , am Ende ge- ·
n lossenes Bleirohr von 150 mm Durchmesser mfindet. Dieses
d'ohr hat in seiner unteren Hälfte eine Reihe von Löchern, dur_ch welche
ie Luft in die zu reinigende Lauge dringt. Die Luft wird durch
13•
196 II. Gruppe. Metallgcwiunnug.

ein· Rohr zugeführt, welches bis ilber den Deckel desselben emporsteigt
und dann bis zu dem bleiernen Einlassrohr hinuntergeht. Diese Ein·
richtung ist erforderlich, um zu verhilten, dass Lauge in die Pumpe ge·
langt. Der zum Erhitzen der Lauge erforderliche directe Dampf wird
in gleicher Höhe wie die Luft eingeleitet. Wasserdampf und Luft
ziehen durch ein Rohr von 22 mm Durchmesser im Deckel des Thurmes
ab. Durch ein gleichfalls im Deckel angebrachtes Rohr von derselben
Weite wird die zu reinigende Lauge in den Thurm eingelassen. Der
todt geröstete Kupferstein wird durch ein Rohr in der Mitte des Deckels
eingeführt, die gereinigte Lauge durch ein in gleicher Höhe wie das
Luftzufiihrungsrohr angebrachtes Rohr abgelassen. Die Menge der in
dem Thurm eingeführten Lauge beträgt 18 cbm, und die Reinigung dauert
7 bis 8 Stunden. Nachdem die Lauge in den Thurm eingelassen ist,
leitet man Wasserdampf und darauf Luft ein. Sobald die Temperatur
75 bis soo erreicht hat, setzt man gerösteten Kupferstein zu, welcher
durch die Luft und den Wasserdampf in der Schwebe erhalten wird,
Luft und Kupferoxyd schlagen das Eisen als basisches Salz nieder.
Ebenso werden die übrigen Verunreinigungen oxydirt und nieder-
geschlagen. Nach der Reinigung wird die Lauge abgelassen und in
eine Filterpresse gedrückt, um von den festen Theilen geschieden zu
werden. Letztere enthalten hauptsächlich Verbindungen des Eisens,
Antimons, Arsens, unzersetzten Stein und basisches Kupfersulfat.
Dieses wird durch Behandlung des Rilckstandes mit einer sauren
Kupfersulfatlösung in den Laugebottichen in Lösung gebracht. Die
Lösung wird der zu reinigenden Lauge zugesetzt. Die aus der Filter·
presse ausgedrückte gereinigte Lauge wird bis zur Krystallisations·
dichte eingedampft und dann in Krystallisirkasten geführt, in
denen das Kupfervitriol auskrystallisirt. Das Eindampfen geschieht
in langen geschlossenen Kasten aus Holz, deren Seitenwände und
Böden mit Bleiblech belegt sind. Durch die Kasten sind der Länge
nach Bleirohre durchgeführt. Mit einem Ventilator saugt man durch
die Bleirohre Feuergase hindurch und erhitzt so die Lauge mittelbar,
Der Wasserdampf wird aus dem Kasten abgesaugt. Die Riickstände vo!Il
Laugen des Steines, welche den Blei-, Silber- und Goldgehalt des Stein~s
enthalten, werden verbleit. Die Gewinnung des Kupfervitriols aus ble1•
haltigem Kupferstein auf die beschriebene Art soll sich erheblich billiger
stellen als nach dem Verfahren von Freiberg, und noch wesentlich billiger
als nach dem Verfahren der Auflösung drs Rohkupfers in Schwefel·
säure. - In den Vereinigten Staaten von Amerika werden znr Zeit täg·
lieh 576 t oder jährlich 210 240 t Elektrolytkupfer aus silberhaltigern
Rohkupfer hergestellt. Auch das silberhaltige gediegene Kupfer des
Oberen Sees wird zum Theil der elektrolytischen Raffination unterworfen,
So werden gegen 60 Proc. der Aufbereitungserzeugnisse an gediegen~rn
Kupfer der Calumet and Hecla Co. auf den Werken zu Buffalo mit Hilfe
der Elektrolyse raffinirt. Die tägliche Hervorbringung der wichtigsten
Werke an Kupfer sowie an Gold und Silber aus dem Anodenschlamtn,
==========~==~====:=e=====';'=====-
T ä gliche / Zahl und / Tägliche Hervor-
!lervor- Stärke der / Zahl bringung von Gold
Name der \Verke brrn?~ng an D namo- Anordnung
der und Silber aus den
1 rafli111rtem
, K u p~,er
Y h"
masc rnen
der Elektroden Bäder· Anodenschlämmen
1

1 KW
1 Unzen

Raritan Cop per W orks,


Perth Amboy, N. J. l: 1rio bis 200 5 zu 600 parallel geschaltet 1600
l
8000 bis 10 000 Silber
175 " 200 Gold
Guggenheim Refinery,
Perth Amboy, N. J.
Anaconda Mining Co.,
1
!
100 :{ " 520
6 " 270
1250
l 25 000 Silber
200 Gold

Anaconda, Mont.
Baltimore Smelting and Rolling Co.,
1
f' 1
-10 2 "
1
300
200
tbeils parallel, theils ,
i 1430
l 4 207 Silber
25 Gold

Baltimore, Md. 1i 80 11 80 5!0 :;· j 6 !00 Silber


hintereinander geschaltet· ) 23 Gold
Boston and Montana Cons. Copper and Silver 1• 3 960 Silber
Mining Co., Great :Falls, Mont. l! 60 2 " 810 parallel geschaltet 600
1 )

) 9 Gold
Nichols Chemical Co., {1 i ' ) 1 000 Silber
Lanrel Hili, N. Y. 1 60 4 " 200 hintereinander geschaltet' 400
) 3! Gold
Balhach Smelting and Refining Co., ( ) 3 000 Silber
Newark, N. Y. 1 45 8 " 75 1 parallel geschaltet 432
) 15 Gold
De Lamar, Copper Refining Worka, ( j 1620 Silber
Sawyers, N. J. \ 27 2 " 270 408
" ) 30 Gold
Bnfl'alo Smelting Works, t 1 " 510 j 520 Silber
Black Rock, N. Y. \ 26 760
Chicago Copper Refining Co., (
2 " 48 " J o Gold
5 ) 100 Silber
Blne Island III. \ 2 " 64 260 ) 3 Gold
"
die Zahl und Stärke der dort aufgestellten Dynamo- ist vorstehend zusammengestellt. Die sämmtlichen An-
maschinen sowie die Zahl und Schaltungsart der Elektroden gaben beziehen sich auf April 1902.
198 II. Gruppe. :Metallgewinnung.

Die quantitativeFällung und Trennung von.Metallen


durch E 1 e kt r o 1y s e bespricht H. Nissen so n (Z. Elektr. 1903, 7 GO);
hier möge nur die Bestimmung des Kupfers angeführt werden. Das
Kupfererz oder die Legirung, in der kein As, Sb, Sn, Bi, Hg und Ag
vorhanden ist, wird in 10 cc HN08 von 1,4 spec. Gew. gel6st und direct
der Elektrolyse unterworfen. Da in der Regel Blei neben Kupfer vor·
kommt, das Blei aber als Superoxyd an der Anode, das Kupfer hingegen
als Metall an der Kathode abgeschieden wird, so ist es möglich, beide
Metalle gleichzeitig zn bestimmen. Ist viel Blei vorhanden, so ist es
zweckmässig, die Schale wegen ihrer grösseren Oberfläche als Anode zu
benutzen. Stromdichte 1 bis 1,5 Ampere. Bei Anwesenheit von As
oder Sb ist es zweckmässiger, das Erz in concentrirtef' Schwefelsäure zu
lösen, das Filtrat aufzukochen und mit einer kochend heissen Lösung
von unterschwefligsaurem Natron (für 0,1 g Cu etwa Na 2 S1 0 1 ) zu ver·
setzen; der Niederschlag abfiltrirt, gut ausgewaschen und nach dem
Trocknen in einem Porzellantiegel zuerst schwach, dann stark gegliiht,
wodurch sich Arsen und Antimon verflüchtigen. Der Rückstand ,·on
Kupferoxyd wird in 10 cc Salpetersäure gelöst und wie oben elektro·
lysirt.
Quantitative ~letallscheidung durch verschiedene Strom·
spannung empfiehlt P. Den so (Z. Elektr. 1903, 4G3) besonders für die
Trennung des Kupfers von anderen )letallen, wie Zink, Cadmium, Eisen,
Nickel, Kobalt. Geht man hier von den Sulfatlösungen aus, deren Zer·
setzungsspannungen in normaler Concentration bei 200 nach Jahn
folgende W erthe haben :
ZnS0 4 :!,.i4 Volt,
CdS04 2,24 ,,
NiS04 2,0!l „
CuS04 l,48 „
so sieht man, dass die im Bleisammler gegebene elektromotorische Kraft
von 2 Volt gerade die richtige ist, um einerseits Kupfer quantitativ zu
fällen, andererseits es aber auch von den anderen ~[etallen in schwefel·
saurer Lösung quantitativ zu trennen. )Jan verbindet einen Accumulator
direct mit den beiden, in den Elektrolyten eintauchenden Elektroden und
kann nun die ganze Analyse, ohne jede Beaufsichtigung, sich selbst
überlassen.
U n t e r s u c h u n g von )f et a 111 e g i r u n gen bespricht lf.
Peters o n (Oesterr. Bergh. 1903, 43).
;\'lansfeld'schn KupferHchiefer hauon<lr Ueworkschaft in
Eisleben. Im Jahre 1902 lieferte der Bergba11betriob U80i38 t Erze (Minner),
ergab somit einen Ausfall von 14 537 t gogenüber l!)Ol. An Ifalbproducteu wnrde~
dargestellt: auf den Rohhiifün 4017!1 t Rohstein, a11f den Spurhütten 25041 t
Sptustein und 70 t Bo<lenkupfer. An Fertig1n·oducten wurden erzeugt: 17 20 1f ·
Raffinadkupfer, lfi48 t Elektrolytkupfer und !l844fi k Feinsilhrr. Beim VerkaU e
wurden im Durchschnitte erzielt für Haffinadkupfer 11:!5 G8 Mk., für ElnktroL~·t·
kupfer 1110,00 l\fk. für 1 t, für 8ilber ,11,!l:l Mk. für 1 k.' -· Die Ausgahon belll~
Bergbau- und Hüttenbetrieb betrugen '.2!) li:l-1 !li 1 ~Ik. und ergaben oincn Verln;;
Blei und Silber. 199
3
~:~k~: sdG~3 ~!k,. fäii den~ cb!·nwerken, darunter den westfälischen Steinkohlen-
ge"e '· tm T\11hsalzbcrghau, den Fol'sten u. dgl. der Gewerkschaft wurde da-
178J 9;~\peberschuss ~rzielt, so dass der Gesammtübersch~1ss a~ler Betriehe
48Q!)r.~ , k. und_ der (..isammtertrng 108110 .Mk. betrug, .lG28,05Mk. l1er..
' ·>·> 4 ·'1k. wemger als 1!101.

Blei und Silber.


iet t Das Blei- und Zinkerzfeld bei Lintorf am Rhein, welches
·19~ wegen Wasserz'.1gang eingestellt ist, beschreibt F. Hoppe (Berghzg.
I 3 ' 1 72). - Die alten Si 1 b er. und B 1e i b er g werke bei
s~ 13~~), welche bis 1227 zurilckreichen, bespricht J. Lowag (das.
gla ' _desgl. das Vorkommen von silberhaltigem Blei-
n; bei Pressnitz (Oesterr. Bergh. 1903, 532).
A. . erfahren zurAbr<istung von Schwefel-, Arsen- und
de~:~: 0 n ·Meta 11 e n durch blosse Zufuhr von Luft nach Entzündung
Bl . en durch äussere Wärmezufuhr der Gesellschaft des Emser
dat· ~llld Silberwerks (D.R. P.Nr.142 932) ist dadurch gekennzeichnet,
8
Be. die. Luft unter Pressung oder durch das erhitzte ::\Ietall geblasen wird.
gr·~ Rrndnrchblasen von Wind durch das bereits in der Abrllstung be-
rn~ e~e, geniigencl hoch aufgeschüttete Material findet nur eine verhältniss•
Ve:iig unbedet~tend~ Wärmeabgabe nach ausse? s~tt, auc.h verläu~t die
V f rennung mit genngerem Luftüberschuss, wie b01 den bisher üblichen
w~rdahren, wo die Luft über die Erzschicht hin weggeführt wurde, woraus
n/~/rum geringere Wärmeverluste entstehen. In Folge dieser Ver-
81
di ~ng von Wärmeverlusten genügt es, bei Zuführung gepresster Luft,
W~· xydation des Schwefels, Arsens und Antimons durch äussera
de:r;ezufuhr einzuleiten, ~orauf die Oxydation auch nach Aufhll~en
fort ärmezufuhr, durch die blosse Zuführung der gepressten Luft s10h
gerns:tzt. Die bei der Oxydation frei werdende Wärme kann frisch zn-
entb' rtem Erz iibermittelt werden und erweist sieb, sofern die Wärme-
röst tndung nur irgend beträchtlicher ist, als hinreichend, sogar die Ab-
Pro ung bei dem frisch eingeführten Material einzuleiten, so dass der
ein ~ess ununterbrochen gestaltet werden kann, sofern die Erze nur ein
ausziges Mal, am Anfang der Arbeitsperiode, durch Wärmezufuhr von
nac~en entzündet worden sind. - Die Einleitung der Abrllstung kann ja
bes den Eigenschaften des Erzes oder Productes entweder in einem
"'II. onderen Ofen erfolgen, dessen Abhitze alsdann zweckmässig zur Vor-
Sel~~ung des Windes benutzt werden wird, oder auch in dem Apparate
8
soll ges:h~hen, in welchem das Durchblasen des Windes erfolgen
"ori· - Bei richtiger Leitung des Processes, welcher je nach der Art der
kan~egfnde~ Verbindung schneller oder langsamer aus~efüh~t werd~n
zur s· st die Abröstung eine vollkommene und z. B. b01 Bleierzen bis
tnterung derselben.
n. R ö s t o f e n m i t d r eh bar e m r i n g f1l r m i gen Herd von
1
ei
der\ Z e w s k i (D. R. P. Nr. 142 435) ist dadurch gekennzeichnet, dass
er auf einem Schwimmer ruht. Die feststehende Ofenkappe a
200 II. Gruppe. Metallgewinnung.

(Fig. 65) des ringförmigen Ofens wird durch die Eisenconstruction b


freitragend gehalten, um für das um den Mittelpunkt des Kreises sich
drehende Kaminrohr c einen freien Raum im Innern des Ringes zu ge-
winnen. Unter
Fig. (i5. der Ofenkappe
' dreht sich der
bewegliche Herd
d. Die Feuer-
gase ziehen von
der Feuerung e
durch die ring-
förmigen Feuer-
r
zeuge und be-
streichen so den
- - i, - -
- - -- ganzen Ofen, um
dann durch das
sich mit dem
Herde drehende
Kaminrohr c in
den im )[ittelpunkte des Kreises angeordneten Feuerkanal _q und durch
diesen in den Kamin zu gelangen. Der eigentliche Herd ruht auf delll
ringförmigen Blechkasten h, welcher in einem ebenfalls ringförmigen
Wasserbehälter i schwimmt. Der Querschnitt des Schwimmkastens
richtet sich nach dem Gewichte des Herdes und der Ofe11beschickung.
Die Drehung des Herdes erfolgt wie üblich, beispielsweise durch
Zahnradantrieb oder Seil. Feststehende oder in der Querrichtung
des Ofens bewegliche Gezähe werden durch die Arbeitsthüren k ein·
geführt.
Aufgebevorrichtung für ununterbrochen arbeitende
Röstöfen, bei welcher das Röstgnt zunächst auf eine in die Einschiltt·
öffnung eingebaute Platte fällt und dann von dieser mf'chanisch ahge·
schoben wird, von F. K 1 e p et k o (D. R. P. Nr. 140 207) ist dadurch
gekennzeichnet, dass der Hub des zum Hinabschieben des Gutes dienenden
Rechens je nach den einzuf!lhrenden MPngen regelbar ist, wobei das der
Platte zufallende Röstgut in einem flachen Zwischentrichter durch eine
Rührvorrichtung aufgelockert wird.
Röstofen mit mehreren übereinander angeordneten Herden, auf
welchen das Erz mittels umlaufender Schaufelarme durch abwechselnd
am Umfang und in der Mitte angeordnete Oeffnungen in den Sohlen von
einem Herde nach dem nächsten befördert wird, von Nichols Che·
mical Cp. (D. R. P. Nr. 143740), ist dadurch gekennzeichnet, dass
ausser den bekannten Durchtrittsüffnungen beson.dere Ablaufröhren für
das Erz angeordnet sind, zum Zwecke, das Erz bei dem Uebergang von
einem Herd zum nächsten möglichst ausser Bereich des Gasstroms zu
bringen und dadurch Verluste durch Mitreissen feiner Erztheile zu
vermeiden.
Blei und Silber. 201
Schachtofen mit getrennter Zuführung von Erz und Brennstoff
~on W. lf. Hannes (D. R. P. Nr. 143 520) ist dadurch gekennzeichnet,
ass ausser den zur Zuführung der Luft zum Brennstoff dienenden Düsen,
;elche unterhalb des Schachtraumes für den Brennstoff in wagrecht_er
bene angeordnet sind, unterhalb der die Zuführungsschächte für Erz
~nd B.~ennsto_ff trennenden Scheidewand an den gegenüberliegenden
Ufenwanden Je eine senkrechte Reihe von Dilsen zur Zuführung eines
eberschusses von Sauerstoff zu dem Erz mündet.
B Sc h 1ä m m e aus Blei g 1an z, Blende und Kieselsäure werden in
Eoken . Bill durch Haufenröstung entschwefelt. Nach Ho r wo o d
(
ng. Min. 7G, 270) brennen die Haufen zwei Wochen. In den Haufen
~eht bei 400° der Sulfidschlamm in basisches Sulfat iiber, bei 800°
1
; .nte_rt das Material, das basische Material zersetzt sich, und es entsteht
llssiges Bleisilicat. Der Schwefel geht von 14 bis 5 Proc. herunter
Und„ findet sich halb als basisches Sulfat, halb als Sulfid. Bei Rothglut
~e~fallt der Rhodonit (:\langansilicat) in Manganoxydul und Kieselsäure,
ei höherer Temperatur spalten sich auch die Calciumverbindungen auf
llnd bilden Calciumsulfid; durch den Luftsauerstoff oxydiren sich:
+
3 MnO 0 = :\ln 8 0 4 .

Weiter: PbS
CaS
+ + 40 = CaS0 4
+
4 ,\111 8 0 4 = PbS0 4 12 1\InO
PhS + CaS01 = PbS04
Das erzeu~te Bleisulfat setzt sich um: 2 PbS
+ CaS
+ PbS04 =
2
:b + l'bS+ 2 80 , das metallische Blei oxydirt sich wieder:
2
+
bO PbS = J>b + 2
S02 • Ferner setzen sich noch um:
PbS+ 2 l'bSO. = 2 PbO + 3 soll
l'bS+ 3 l'hS0 4 = 4 l'hO + 4 S0 1
st Der Silberverlust beim Hiisten ist unbedeutend, Zink nimmt dagegen
~ ark ab. Die geriistete Masse wird dann aufgebrochen und geht zum
ollOchofen.
II E l e kt r o 1y t i s c h e Re d u c t i o n v o n B l e i g I an z wird nach
a~ : eck.er (Ind. electrochim. 7, 1) von der Electrical Lead Reduction Cp.
en Niagara-Fällcn verwendet um nach dem Verfahren _von Sa l o ms
a liS 81'H , ' .
\V' ierarmen Bleierzen Blei~lätte, Bleisuperoxyd und )fenmge zu ge-
St innen. Erst wird das Bleisulfid unter Erzeugung ,·on Schwefelwasser-
Sco: an ~er Kathode zu schwammigem Blei reducirt, wobei. lOproc:
d Wefelsaure als ElPktrolyt dient dann wird das schwammige Blei
~irch Erhitzen an der Luft oxydirt. Fnr die Pferdekraftstunde erhält
en~n 9_00 g Blei, was einem elektrischen Wirkungsgrade von ~5,5 Proc.
z ~pricht, doch bleiben 5 bis 8 Proc. des Sulfids unreducirt. (Vgl.
· Elektr_. 1903, 22.)
Jah Re I n i g n n g der BI e i s c h 1a c k e n. R. V am b er a (Bergh.
e rb. l!.l03, 135) bespricht in Pribram ausgeführte Versuche, welche
grgaben,
ross W
dass die eisernen Schlack"ntöpfe der fülssigen Schlacke sehr
"' Bl · ·
der e ärmemengen entziehen, dass das Absetzen d~s . eistemes aus
Schlacke ausserhalb des Tiegelofens nur unvollständig erfolgt und
202 II. Gruppe. Metallgowinnung.

dass eine Holzkohlendecke die Oxydation des Bleisteines nicht verhindern


und die Reduction der Metalloxyde in der Schlacke nicht bewirken kann,
- Ferner ergab sich, dass ein reducirendes Einschmelzen der festen
Schlacken, beziehungsweise eine Reduction der geschmolzenen Schlacken
die Reinigung derselben ermöglicht. Ferner dass die aus der Schlacke
entweichenden Gase auch metallisches Eisen bis an die Oberfläche der
Schlacken heben können und daher ein Absetzen der specifisch schwereren
Metalle und Schwefelmetalle verhindern. Ferner dass die vollständige
Reinigung der Schlacke in Folge der Oxydation des eingeschlossenen
Steines unmöglich wird, weil das frei werdende Schwefeldioxyd ein
ruhiges Absetzen der specifisch schwereren Metalle und Schwefelmetalle
hindert und weil die gebildeten Oxyde in Lösung Ubergehen und dass
bei einer sehr hohen Temperatur Blei und Silber verfliichtigen. - Die
Reinigung der Schlacken ist nicht allein von der Zustellung und von
der Höhe des Schlackenbades, sondern auch von der Intensität der
reducirenden Wirkung des Schachtofens abhängig. Die Reinigung der
Schlacken erfolgt bei den Hnttenwerken in verschiedener Weise, je
nachdem beim Schachtofen reiche Schlacke oder reine absetzbare Schlacke
erzeugt wird. Bei der Arbeit auf reiche Schlacken ist es gleichgUltig,
ob die erzeugte Schlacke mehr oder weniger von den auszubringenden
)letallen enthält, weil die reiche Schlacke in ihrer ganzen Menge entweder
einem besonderen Schlackenschmelzen übergeben oder als Zuschlag bei
anderen Arbeiten (wie z. B. Schwarzkupferschlacke beim Erzschmelzen)
verwerthet wird. Sowohl Schlackenschmelzen als auch das Verschmelzen
der reichen Schlacken bei anderen Arbeiten ist ein reducirendes
Schmelzen, welches in Schachtöfen, gewöhnlich in Tiegelöfen, ausgeführt
wird. Dasselbe ist eine sehr gute Reinigungsmethode, welche unter
sonst gleichen Verhältnissen je nach der Stärke der Reduction im
Schachtofen mehr oder weniger reine Schlacken liefern wird. Das
Schlackenschmelzen hat jedoch den Nachtbeil, dass es einen besonderen
Brennstoffaufwand erfordert. - Die Arbeit auf reine Schlacken ist illl
Allgemeinen schwieriger durchführbar, indem man trachtet, gleich beirn
Erzschmelzen eine ziemlich grosse :\fenge reiner, armer, absetzbarer
Schlacke zu erzeugen und nur die etwa in kleinerer ,'1enge abfallende
reiche Schlacke bei der eigenen Arbeit zu repetiren. Eine reine Schlacke
lässt sich nur dann erzielen, wenn der Schachtofen entsprechend stark
reducirende Wirkung besitzt, die Schmelzmassen innerhalb des Tiegel·
ofens keine Abkühlung und keine Oxydation erleiden und wenn die
Producte bei entsprechend grosser Schlacken bad höhe getrennt ahgestoch~n
werden. Sobald aber die Schlacken mit Stein aus dem Schachtofen 1n
eiserne Tiegel oder in Tiegel aus Gestilbbe oder in besondere Reinigungs·
flammöfen abgestochen werden, ist eine Oxydation der Schwefelmetalle,
somit die Gasbildung und auch die Abkühlung unvermeidlich. In allen
diesen Fällen ist eine vollkommenere Re1nigung nicht leicht möglich,
wenn auch der Schachtofen entsprechend starke Reduction besitzt. Selbst
in Reinigungstlammöfen, in welchen Schlacke von mehreren Schacht·
Blei um! Silber. 203

~~en. gesammelt und etwa unter einer Holzkohlendecke längere Zeit


~ssig erhalten wird, kann die Reinigung der Schlacke keine vollständige
~ein, sobald die Schlacke )fetalloxyde aufgelöst hat, welche mit der auf
~r Schlacke schwimmenden Holzkohlendecke nur unvollständig in Be-
~ührung kommen. - Die iiblichen Reinigungsmethoden lassen sich
eshalb nur bei einem und demselben Schachtofen, bei denselben Schmelz-
~a~erialien, bei derselben Brennstoff- und Windmenge und unter sonst
g eichen Verhältnissen vergleichen. Eine und dieselbe Reinigungs-
methode kann sich bei verschiedenen Hütten, ja sogar bei einer und der-
~elben Hütte in verschiedener Weise bewähren, sobald die Schachtöfen
~t
ung~eich s~arkem Maasse reduciren. Es ist daher nothwendig, in
en Fallen die Stärke der Reduction nach der verbrauchten Brennstaff-
~nd Windmenge, nach dem Luftüberschusse und nach der Verdünnung
Ber brennbaren Bestandtheile (CO, H, CH1 , CllH1 ) durch nicht brennbare
estandtheile (Cü1, 0, N) in den Gichtgasen festzustellen. Die Vor-
Und Nachtheile der einzelnen Reinigungsmethoden lassen sich deshalb
~ur bei einem bestehenden Schachtofen und bei gegebenen Verhältnissen
Urch vergleichende Versuche im Grassen richtig ermitteln. Diese Ver-
suche ermöglichen auch die richtige Ermittelung des Brennstoffverbrauches
Und der Gestehungskosten, welche für die Wahl der Reinigungsmethode
entscheidend sind.
b Verfahren zurWiedergewinnung des Illeies aus ver-
rauchten Sammlerbatterien durch Verschmelzen mit Kohle
:nd Fl~ssmitteln von P. A. Sperr y (D. R. P. Nr.141 225) ist dadurch ge-
ennzewhnet, dass das Gemenge in einem Schmelzgefäss bei Luftabschluss
Und Unter gleichzeitigem Rilhren zu metallischem I31ei reducirt wird.
h :8affiniren von Werkblei in einer Hiltte Australiens he-
~c reibt Pi d dingt O n (Eng. )[in. 46, 506); die Entsilberung wird
ach dem Parke s 'sehen Verfahren ausgeführt.
d Den Ein fJ 11 s s fremder :\[et a Jl e bei der Ver a r bei tun g
. / ~ Weich b 1e i es bespricht O. He rt in g (Chemzg. lü03, 923).
M.lc t ~ntimon, sondern Wismnth ist das schädlich und störend wirkende
~ ~tal~ im Blei, schädlich fiir die Farbe der ~[ e n n i g e, störend bei der
B ~ t r lt fa b r i k a t i o n. Folgende Analysenresultate (Proo.) sollen einen
Aei~rag zur Kenntniss amerikanischer Weichbleisorten liefern, aber auch
n altsl_lnnkte für Orenzwerthe geben :
SiO2 I II 111 IV V VI
Sb • o,1x11400 n,(xlo8:.m 0,011700 0,00mm 0,00520 o,0012go
Sn · o,oo 1210 o,noOHGJ o,( l( x iniio o 0,00220 0,0010~6
As O O O 0/Xl:ll 40 0 O
Ag II O O o O 0
Cu. 0,000l:i() unb<:Htimmb. unh<:Htimmb. 0,000100 0 • O ooirno
Bi 0,000020 o.m0880 o,002080 0,000520 0,0()03:J ,
F'e O,l074üo 0,07'i!GO n,O:i6200 0,018/i()(l 0,001~4 0 ,000106
r
Ni o.oo 1140 O,< l(ll 48-l 0,030:iOO 0,003000 0,008:;l O,()(lo~DO
Zn 0,00017.,i o.1xw1252 o o O • 11 < •
Cd 0,00()880 II,( 1( 1( );i()() o,m 1280 II,( 1()07 40 0,()()()40 o,OOO.l(i3
0 o o o,oo 1920 O 0
204 IT. Gruppe. Metallgewinnung.

Die Bleiproben Ibis V sind amerikanischer Herkunft, VI ist ein deutsches


Blei. I bis III werden zur Blei weis s f ab r i k a t i o n gebraucht,
eignen sich aber des hohen Wismuthgehaltes wegen absolut nicht zur
Herstellung der l\[ennige und zur Nitritfabrikation, da sie Uebelstände
hervorriefen. Die Bleisorten IV, V und VI liefern eine vorzügliche
)lennige, und bei der Reduction des Natriumnitrates wurde niemals
steife Schmelze beobachtet, wenn diese Bleisorten verwendet wurden.

Gold.
Go 1 d wasch gerinne, dessen Bodenfläche zum Auffangen des
Goldes eingerichtet ist, und in welchem in einem Abstande ilber dern
Boden Schwimmkörper mit goldfangender Unterseite angeordnet sind.
Nach G. :Moore (D. R. P. Nr. 144031) bestehen die zu einem oder
mehreren in das Gerinne eingehängten Schwimmkörper aus biegsamen
Decken, welche mit ihrem einen Ende an Querleisten befestigt sind. Sie
werden durch den Wasser- und Sandstrom in Wellenbewegung versetzt,
so dass ausser zwischen je zwei auf einander folgenden Schwimmkörpern
auch unter jeder Decke ein oder mehrere Wirbel entstehen, welche die
Goldtheilchen gegen die goldfangenden Flächen drängen sollen.
Aufbereitung von goldfiihrendem Gestein. Nach
C. Tourlonnias (D. R. P. Nr. 138601) wird <las in bekannter Weise
durch Q11etschen oder Pochen u. s. w. zerkleinerte, goldführende Gestein
gewalzt, um den Goldtheilehen die Form von Plättchen zu geben, welche
sich leicht von dem zerkleinerten Gestein trennen lassen.
Amalgamator von W. F. Bedell (D. H. P. Nr. 139847) ist
dadurch gekennzeichnet, dass auf einem in der :\fitte eines Quecksilber
enthaltenden Gefässes angeordneten Kegel, welcher oberhalb des Quec~·
silberspiegels mit Auslassöffnungen für das Waschwasser und die
leichteren Stoffe versehen ist, eine zur Zufilhrung der Triibe dienende
Hohlwelle mit abwärts gerichteten Ausflussrohren drehbar grlagert ist,
deren untere wagrecht abgebogene Enden in das Quecksilber eintauchen,
zum Zwecke, die in bekannter Weise durch <las Gefälle der Trilbe be-
wirkte Drehung der Abflussrohre gleichzeitig zum Durchriihren des
Quecksilbers nutzbar zu machen und dadurch die Amalgamation zu be-
schleunigen.
Gold gewinn 11 n g durch Luftseparation besprechen C. Ch a p man
(Eng. }fin. 75,713) und II. }lather (das. 76,314).
C h 1o r i r u n g g e m i s c h t er E r z e. Vermengt man nach I{.
Kaiser (D. R. P. Nr. 142 434) das zerkleinerte kieselsäurehaltige ~rz
gut mit Kohle und schickt, während das Gemenge auf Rothglnt erhit~t
wird, einen Strom trockenen Chlorgases hindurch, so werden die Metal e
in Chloride iibergefiihrt, die Kieselsäure in Chlorsilicinm. Das letzte~e
1
entweicht in Dampfform; in Wasser aufgefangen, zerfällt es sofort ~
Kieselsäure und Salzsäure, die durch Filter leicht von einander getrennt
werden können. Die Chlormetalle werden durch Elektrolyse. zerleg·
nohl. 205
Das frei werdende Chlor wird wieder für die Aufschliessung ver-
~efth.et. Die gewonnene Salzsäure kann zur Ansäuerung des elek-
ro Yhschen Bades und auch fiir weitere Cblorgewinnung verwendet
Werden.
C C.Y a n i d l 11 11 g er e i v o n G o l d er z e n. Nach Angabe der
stianidgeseUscha_ft (D. R. P. Nr. 138867) ist e~ bekannt, dass
8 .1ckstoff an~ die Carlnde der Alkalien und Erdalkalien oder deren
D~ dnngsgem1sche unter Bildung von Stickstoffverbindungen einwirkt.
/ese StickRtoffvcrhindnngeri gehen beim Schmelzen mit Flussmitteln in
1
8 ~Cyanverhi_nd11ngen der betreffenden Basen iiber. :Man hat ans diesen
E~ melze~ bisher die. Darstellung von reinen Cyanalkalien angestr~bt.
R . hat sich nun gezeigt, dass auch die Rohschmelzen, ohne dass eme
v eindarstellnng des in ihnen vorhandenen Cyanids erfolgt, zum Langen
/n1 tolderzen benutzt werden können, und dass diese Rohschmelzen fiir
8
~. oldlaugerei vor den bisher verwendeten gereinigten Cyaniden ver-
S~hiedene Vorziige bieten. Nur eine rnrherige Befreiung der Roh-
tr tel~en von dem etwa sch1\dlichen Kohlenstoffgehalt kann durch Fil-
sttion im Schmelzfluss oder auf eine der sonst bekannten Arbeitsweisen
a tfinden.
Ed Verfahren zum Ausfällen der ;\[etalle, insbesondere der-
F elmetalle aus ihren Lösungen mittels Schwefelwasserstoffes von
d~ W: Martino (D. R. P. Nr. I440G3) ist dadurch gekennzeichnet,
f
s
8
in der Lösung ller Schwefelwasserstoff durch Zusatz von Baryum-
s~~ocarbid erzeugt wird. Goldcyanidlösung z. B. wi~cl mit Chlorw~sser~
b _säure angesäuert und dann mit Baryumsulfocarb1d versetzt. Hierbei
oe7drkt der sich entwickelnde Schwefelwasserstoff das Ausfällen des
B;o ~s ~ls Sulfid. Ein ähnliches Verfahren. wird für Chlorid- u_nd
llndmi~losungen ~ sowie zum Gewinnen von Silber aus dessen Cyamd-
es h :N1tr~tlösnngen angewendet, mit dem alleinigen Unter~chiede, dass
d ierbe1 unnöthig ist die Lösung anzusäuern - Da d10 :\[enge des
Urch d B ' . ff
häitni a~ . aryumsulfocarhid entwickelten Schwefelwassersto. es ver-
Sti ssmass1g sehr gross ist, so bedarf es zum Ausfällen emer be-
de;nmten Goldmenge nur einer verhältnissmässig sehr geringen l\fenge
"Orhgenannten Verbindung. Sollte mehr als ein Metall in der Lösung
we /nden sein und durch Zusatz von Baryumsulfocarbid ausgefällt
de/;;, Was vorkommen kann, wenn als Lösung die urspn1ngliche, aus
\\'ird handlung der Erze gewonnene Doppelcyanidlösung angewendet
Weis' so können die verschiedenen "'.\!etalle in einer der bekannten
~ vom_ Golde geschieden werden.
0. W Yani_dlaugerei auf der Homestake-Orube. Nach,
in de· M errill (Eng. )!in. 7fi, 372) werden zunächst etwa 70 Proc. des
findet ~rzen en.thaltenen Goldes durch Amalgamation_ gewonnen. .J