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*DE102012214329A120140213*
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DE 10 2012 214 329 A1 2014.02.13

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Offenlegungsschrift

(21) Aktenzeichen: 10 2012 214 329.7


(22) Anmeldetag: 10.08.2012
(51) Int Cl.: H02N 6/00 (2006.01)
(43) Offenlegungstag: 13.02.2014

(71) Anmelder: (72) Erfinder:


Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der Saint-Drenan, Yves-Marie, 34119, Kassel, DE;
angewandten Forschung e.V., 80686, München, Bofinger, Stefan, 37284, Waldkappel, DE
DE
(56) Ermittelter Stand der Technik:
(74) Vertreter:
DE 20 2009 016 164 U1
Schoppe, Zimmermann, Stöckeler, Zinkler &
Partner, 82049, Pullach, DE

Prüfungsantrag gemäß § 44 PatG ist gestellt.


Die folgenden Angaben sind den vom Anmelder eingereichten Unterlagen entnommen

(54) Bezeichnung: Verfahren zur Bestimmung von Parametern einer Photovoltaikanlage

(57) Zusammenfassung: Ein Verfahren zur Bestimmung von


einem oder mehreren Parametern einer Photovoltaikanlage
wird bereitgestellt. Das Verfahren umfasst ein Empfangen ei-
ner Mehrzahl von Messwerten einer Photovoltaikanlage, ein
Empfangen einer Mehrzahl von Informationswerten, wobei
jeder Messwert der Mehrzahl von Messwerten wenigstens
einem Informationswert der Mehrzahl von Informationswer-
ten zugeordnet ist, und ein Berechnen der einen oder meh-
reren Parameter der Photovoltaikanlage basierend auf der
Mehrzahl von Messwerten und der Mehrzahl von Informa-
tionswerten, wobei basierend auf den Parameter ein Leis-
tungsverhalten der Photovoltaikanlage simulierbar ist.
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Beschreibung

[0001] Die vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung von Parameter einer Photovoltaik-
anlage, und, im Spezielleren, ein Verfahren zur Bestimmung von Parametern einer Photovoltaikanlage auf
Basis von Satellitendaten.

[0002] Photovoltaik gewinnt für die Stromversorgung mehr und mehr an Bedeutung. Photovoltaikanlagen fin-
den zunehmend Verbreitung. Mit einer derzeitigen Anzahl von mehr als einer Million Photovoltaikanlagen in
Deutschland wird die Integration der Photovoltaik-Energie in das Stromversorgungssystem immer wichtiger.

[0003] Dabei wird zum Beispiel bei der Energiewende in Deutschland die Integration der erneuerbaren Ener-
gie dezentral erfolgen. Neue Integrationskonzepte werden regelmäßig von der Industrie und der Forschung
angeboten, z. B. Eigenverbrauchskonzept und Lastmanagement wie bei BEMI. Diese Tendenz wird sich in der
Zukunft weiter verstärken. Eine der gemeinsamen Aspekte dieser neuen Technologien ist, dass sie stark auf
IKT basiert sind und eine Prognose für ihre Optimierung benötigen.

[0004] Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von Photovoltaikanlagen ist von großem Interesse abzuschät-
zen, welche Leistung von den existierenden Photovoltaikanlagen eines bestimmten Bereichs, zum Beispiel
eines bestimmten regionalen Gebiets, zu bestimmten Zeiten erbracht wird. So ändert sich zum Beispiel zu
unterschiedlichen Tageszeiten und unter unterschiedlichen Wetterbedingungen die Sonneneinstrahlung. Der
Einfluss auf die von einer Photovoltaikanlage erbrachten Leistung ist dabei beträchtlich. Zur Abschätzung der
Leistung einer Photovoltaikanlage zu einem bestimmten Zeitpunkt ist dabei die Kenntnis der globalen horizon-
talen Einstrahlung, also der Sonneneinstrahlung auf eine horizontale Fläche, zu dem betrachteten Zeitpunkt
von besonderer Bedeutung. Die globale horizontale Einstrahlung kann dabei in W/m2 angegeben sein.

[0005] Aber gerade auch eine Vielzahl von Parameter der Photovoltaikanlage, die sich auf Eigenschaften der
Photovoltaikanlage und insbesondere auf ihre Ausrichtung und ihren Neigungswinkel beziehen, haben einen
ganz wesentlichen Einfluss auf die von der jeweiligen Photovoltaikanlage erbrachte Leistung.

[0006] Wichtige Parameter sind dabei die Modulausrichtung (insbesondere der Neigungswinkel und der Aus-
richtungswinkel), die Art der Montage (z. B. auf freier Fläche aufgestellt, oder dachintegriert), der Temperatur-
koeffizient des Moduls (im Hinblick auf eine Reduzierung des Modulwirkungsgrads – der Modultemperatur),
der Effekt der Verglasung des Moduls, die Leistungskurve der Wechselrichter, die Leistungskurve des Moduls
und verschiedene Verluste (z. B. Kabelverluste, Modulfehlanpassung).

[0007] Um die zu erwartende Leistung einer Photovoltaikanlage unter zu einem Zeitpunkt vorliegenden Be-
dingungen optimal prognostizieren zu können, wäre eine Kenntnis der Parameter der Photovoltaikanlage, die
die Leistung der Photovoltaikanlage beeinflussen, von wesentlicher Bedeutung. Die die Leistung der Photo-
voltaikanlage beeinflussenden Parameter sind jedoch in der Regel größtenteils unbekannt. Dies gilt insbeson-
dere dann, wenn eine Prognose der Gesamtleistung einer Vielzahl von Photovoltaikanlagen eines bestimmten
regionalen Gebiets angestrebt ist.

[0008] Oftmals sind die Parameter der betrachteten Vielzahl von Photovoltaikanlagen nicht bekannt, weil es
sich bei den meisten Photovoltaikanlagen um kleine Anlagen von Privathaushalten handelt und Informationen
über die Photovoltaikanlage oftmals nicht dokumentiert bzw. erfasst sind.

[0009] Falls die Parameter der Photovoltaikanlage dennoch bekannt sind, passiert es oft, dass die Bezugsgrö-
ßen zwischen gleichen Parametern von verschiedenen betrachteten Photovoltaikanlagen oftmals nicht über-
einstimmen.

[0010] So kann zum Beispiel für eine Photovoltaikanlage die Ausrichtung der Photovoltaikanlage in Bezug auf
den magnetischen Nordpol definiert sein und, z. B. durch einen eingebauten magnetischen Kompass, bestimmt
werden, werden andere Photovoltaikanlagen die Ausrichtung in Bezug auf den geografischen Nordpol oder
gar in Bezug auf den geografischen oder magnetischen Südpol angeben.

[0011] Weiter ist es häufig so, dass das Referenzsystem von Photovoltaikanlage zu Photovoltaikanlage ab-
weicht. Manche Photovoltaikanlagen beziehen sich auf Norden mit 0°, andere mit 180°. Entsprechend werden
West und Ost als 90°, –90° oder 270° angegeben.

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[0012] Ferner können der tatsächliche Wirkungsgrad des Moduls und der Wechselrichter deutlich von den
Herstellerangaben abweichen.

[0013] Des Weiteren werden anlagespezifische Effekte in den meisten Fällen nicht evaluiert, z. B. Modulfehl-
anpassung und Kabelverlust.

[0014] Im Stand der Technik sich jedoch dabei gut wie keine systematischen Ansätze, wie zuverlässig abge-
schätzt werden könnte, welche Leistung von den Photovoltaikanlagen eines bestimmten regionalen Bereichs
zu einer bestimmten Zeit erbracht werden wird.

[0015] Die die Parameter der einzelnen Photovoltaikanlagen oftmals ohnehin nicht vorliegen, verzichten be-
stehende Systeme zur Simulation der Gesamtleistung von Photovoltaikanlagen eines bestimmten Gebiets auf
die Berücksichtigung von Parametern der einzelnen Photovoltaikanlagen.

[0016] Die Bestimmung der Parameter einer Photovoltaikanlage wäre jedoch für die Simulation des Ertrags
jedoch sehr wichtig. So kann eine Simulation des Ertrags bei Annahme falscher Parameter beispielsweise
einen mittleren quadratischen Fehler von bis zu 40% verursachen. Derart falsche Abschätzungen können für
verschiedene Anwendungen, die auf der Simulation der Leistung der Photovoltaikanlagen aufsetzen, sehr
problematisch sein.

[0017] Die Bereitstellung von verbesserten Konzepten zur Bestimmung von unbekannten Parametern einer
Photovoltaikanlage ist daher besonders wünschenswert.

[0018] Des Weiteren wäre die Bereitstellung von verbesserten Konzepten zur Simulation der Leistung einer
einzelnen Photovoltaikanlage basierend auf den Parameter dieser Photovoltaikanlage wünschenswert.

[0019] Ferner wäre die Bereitstellung von verbesserten Konzepten zur Simulation der Gesamtleistung einer
Vielzahl von Photovoltaikanlagen, z. B. von Photovoltaikanlagen eines bestimmten regionalen Gebiets, basie-
rend auf den Parameter der Photovoltaikanlagen besonders wünschenswert.

[0020] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von Konzepten zur Bestimmung von
unbekannten Parameter von Photovoltaikanlagen. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird durch ein
Verfahren nach Anspruch 1, durch eine Datenbank nach Anspruch 16 und durch ein Computerprogramm nach
Anspruch 17 gelöst.

[0021] Ein Verfahren zur Bestimmung von einem oder mehreren Parameter einer Photovoltaikanlage wird
bereitgestellt. Das Verfahren umfasst:
Empfangen einer Mehrzahl von Messwerten einer Photovoltaikanlage,
Empfangen einer Mehrzahl von Informationswerten, wobei jedem Messwert der Mehrzahl von Messwerten
wenigstens ein Informationswert der Mehrzahl von Informationswerten zugeordnet ist, und
Berechnen der einen oder mehreren Parameter der Photovoltaikanlage basierend auf der Mehrzahl von Mess-
werten und der Mehrzahl von Informationswerten, wobei basierend den Parameter ein Leistungsverhalten der
Photovoltaikanlage simulierbar ist.

[0022] Ein Leistungsverhalten der Photovoltaikanlage ist beispielsweise dann basierend auf den ein oder meh-
reren Parameter der Photovoltaikanlage simulierbar, wenn das Leistungsverhalten der Photovoltaikanlage ba-
sierend auf den ein oder mehreren Parameter der Photovoltaikanlage z. B. prognostizierbar, z. B. berechenbar,
oder z. B. beschreibbar ist.

[0023] Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung überwinden die Schwierigkeit, dass die meisten Para-
meter einer Photovoltaikanlage in den oftmals ganz unbekannt oder sehr approximativ sind.

[0024] Dabei basieren Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung auf der Erkenntnis, dass es zur Simu-
lation der Photovoltaik-Leistung hilfreich ist, einen oder mehrere Parameter der Photovoltaikanlage zu bestim-
men.

[0025] Des Weiteren wird ein Computerprogramm zur Implementierung eines Verfahrens gemäß einem der
oben beschriebenen Ausführungsformen bereitgestellt.

[0026] Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung finden sich in den abhängigen Ansprüchen.

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[0027] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeich-
nungen erläutert, in denen:

[0028] Fig. 1 ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Bestimmung von einem oder mehreren Parameter einer
Photovoltaikanlage gemäß einer Ausführungsform zeigt,

[0029] Fig. 2a eine Vielzahl von Kennlinien von Photovoltaikanlagen zeigen,

[0030] Fig. 2b die Verwendung einer Standardmodul-Kennlinie gemäß einer Ausführungsform zeigt,

[0031] Fig. 2c Kurven die absolute Fehler der Standardmodul-Kennlinie gegenüber der Vielzahl von Kennli-
nien zeigen, wobei der Fehler kleiner als 0,5% der Nennleistung ist,

[0032] Fig. 3 zeigt ein Flussdiagramm gemäß einer Ausführungsform, dass die Bestimmung von sieben Pa-
rameter einer Photovoltaikanlage grafisch veranschaulicht.

[0033] Fig. 4 eine Darstellung zeigt, die den mittleren quadratischen Fehler für unterschiedliche Neigungswin-
kel und unterschiedliche Ausrichtungswinkel entsprechend darstellt,

[0034] Fig. 5 die Daten und die Leistungskurve für die Koeffizienten der Photovoltaik-Kennlinien für einen
begrenzten Anteil der Daten zeigt,

[0035] Fig. 6 eine Leistungsmessung und eine Simulation für einen sonnigen Tag zeigt,

[0036] Fig. 7 ein Ergebnis einer Standortbestimmung für eine Anlage illustriert.

[0037] Fig. 8 zeigt eine Klassifizierung von Photovoltaikanlagen gemäß einer Ausführungsform,

[0038] Fig. 9 zeigt die für einzelnen Klassen bestimmten Standard-Parameter gemäß einer Ausführungsform,
und

[0039] Fig. 10 zeigt ein Flussdiagramm zur Bestimmung einer zu erwartenden Gesamtleistung einer Vielzahl
von Photovoltaikanlagen gemäß einer Ausführungsform.

[0040] Fig. 1 zeigt ein Flussdiagramm, das ein Verfahren zur Bestimmung in einem oder mehreren Parameter
einer Photovoltaikanlage gemäß einer Ausführungsform.

[0041] In Schritt 110 ist ein erster Schritt des Verfahrens zur Bestimmung der einen oder mehreren Parame-
ter der Photovoltaikanlage dargestellt. Dieser erste Schritt 110 umfasst das Empfangen einer Mehrzahl von
Messwerten einer Photovoltaikanlage das Empfangen einer Mehrzahl von Informationswerten. Jedem Mess-
wert der Mehrzahl von Messwerten ist dabei wenigstens ein Informationswert der Mehrzahl von Informations-
werten zugeordnet.

[0042] In Schritt 120 ist ein weiterer Schritt des Verfahrens zur Bestimmung des einen oder mehreren Pa-
rameters der Photovoltaikanlage gezeigt. Dieser weitere Schritt 120 umfasst ein Berechnen der einen oder
mehreren Parameter der Photovoltaikanlage basierend auf der Mehrzahl der Messwerte und basierend auf der
Mehrzahl der Informationswerte, so dass basierend auf den berechneten Parametern der Photovoltaikanlage
ein Leistungsverhalten der Photovoltaikanlage simulierbar ist. Ein Leistungsverhalten der Photovoltaikanlage
ist z. B. dann simulierbar, wenn die Leistung einer Photovoltaikanlage z. B. prognostizierbar, z. B. berechenbar
oder z. B. beschreibbar ist.

[0043] Gemäß Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung wird ein Photovoltaik-Modell bereitgestellt, das
mit einem verringerten Parametersatz auskommt.

[0044] Ohne die Konzepte der Ausführungsformen würde eine der Schwierigkeiten der Parameterbestimmung
nun darin bestehen, die sehr große Anzahl der Parametern der Photovoltaikanlage zu bestimmen, z. B. 35
Parameter der Photovoltaikanlage, Einfluss auf das Leistungsverhalten der Photovoltaikanlage haben, und
die zu der von der Photovoltaikanlage erbrachten Leistung in einen komplexen Zusammenhang stehen. Un-
genauigkeiten der meteorologischen Eingangsdaten (Satelliteneinstrahlung) wären dabei zu berücksichtigen.

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[0045] Die Konzepte der Ausführungsformen basieren jedoch auf von den Erfindern vorgenommenen Ände-
rungen herkömmlicher Photovoltaik-Modelle. Dabei beruhen die Änderungen der herkömmlichen Photovolta-
ikrnodelle durch die Erfinder auf der Erkenntnis, dass die Komplexität der bestehenden Photovoltaik-Modelle
reduziert werden sollte.

[0046] Dabei sind die Erfinder zu der Erkenntnis gelangt, dass die Modulneigung und Modulausrichtung unter
den Parametern der Photovoltaikanlage die wichtigsten Parameter sind, um die Leistung der Photovoltaikanla-
ge bei bekannter globaler horizontaler Einstrahlung zu simulieren (also z. B. zu prognostizieren). Die Variation
der Temperaturkoeffizienten, des Modulwirkungsgrads, des Verglasungseffekts, des Wechselrichterwirkungs-
grads haben eine vergleichsweise geringere Bedeutung für die Leistung der Photovoltaikanlage.

[0047] Entsprechend werden in dem bereitgestellten Photovoltaik-Modell der Ausführungsformen im Gegen-


satz zu herkömmlichen Photovoltaik-Modellen die nachfolgend beschriebenen Änderungen durchgeführt.

[0048] Zunächst wird dargestellt, welche Parameter der Photovoltaikanlage zum Simulieren des Leistungs-
verhaltens der Photovoltaikanlage (z. B. durch Prognostizierung der Leistung) tatsächlich benötigt werden.

[0049] Parameter einer Photovoltaikanlage sind beispielsweise die Modulneigung und die Ausrichtung der
Photovoltaikanlage, ein Parameter, der die Verglasung der Photovoltaikanlage berücksichtigt, ein Tempera-
turkoeffizient, der von der Art der Montage abhängt, 20 Parameter, die eine Leistungskurve des Photovoltaik-
Moduls spezifizieren, 9 Parameter, die eine Leistungskurve der Wechselrichter spezifizieren und zwei weitere
Parameter, die einen Abschlagskoeffizienten zur Berücksichtigung verschiedener Verluste repräsentieren.

[0050] Gemäß Ausführungsformen kann eine Berechnung der Parameter der Photovoltaikanlage beispiels-
weise dadurch erfolgen, dass eine Reihe von Messwerten empfangen werden, wobei die Messwerte z. B. die
von der Photovoltaikanlage erbrachte Leistung angeben.

[0051] Ferner kann die Berechnung der Parameter der Photovoltaikanlage beispielsweise des Weiteren da-
durch realisiert werden, dass eine Reihe von Informationswerten empfangen werden, zum Beispiel eine Reihe
von Werten, die jeweils eine globale horizontale Einstrahlung angeben. Jedem der Leistungswerte der Pho-
tovoltaikanlage ist dabei wenigstens einer der Informationswerte, z. B. einer der Werte, die die globale hori-
zontale Einstrahlung angeben, zugeordnet. Der dem Messwert der Leistung zugeordnete globale horizontale
Einstrahlungswert ist der Wert globalen horizontalen Einstrahlung, der zu dem Zeitpunkt vorlag, zu dem auch
der Messwert erfasst wurde.

[0052] Als weiterer Informationswerte kann zum Beispiel eine Reihe von Temperaturwerten empfangen wer-
den, die die Lufttemperatur angeben. Wiederum ist jedem der Leistungs-Messwerte dann einer der Lufttempe-
raturwerte zugeordnet, der die Lufttemperatur angibt, die zu dem Zeitpunkt vorlag, als der jeweilige Messwert
erfasst wurde.

[0053] Ferner ist in einer weiteren Ausführungsform vorgesehen, als weitere Informationswerte Zeitwerte zu
empfangen. Jeden der Messwerte ist dann einer der Zeitwerte zugeordnet, der angibt, zu welchem Zeitpunkt
der jeweilige Messwert erfasst wurde.

[0054] In Ausführungsformen werden dann basierend auf den empfangenen Messwerten und empfangenen
Informationswerten die Parameter der Photovoltaikanlage bestimmt werden. Jedem der Messwerte ist dabei
ein oder mehrere der Informationswerte zugeordnet. Dies kann z. B. durch Einsetzen der Messwerte und In-
formationswerte in die unten beschriebenen Gleichungssystem, oder Abwandlungen davon, und durch Auflö-
sung der Gleichungssysteme erfolgen.

[0055] Sind die Parameter der Photovoltaikanlage bekannt, können zur Simulation einer Photovoltaik-Leis-
tung beispielsweise die globale horizontale Einstrahlung und die Lufttemperatur als Eingangsdaten verwendet
werden. Die jeweilige globale horizontale Einstrahlung und die jeweilige Lufttemperatur können andererseits
auch als Informationswerte verwendet werden, die den jeweiligen Messwerten, z. B. den jeweiligen Leistungs-
werten der Photovoltaikanlage zugeordnet sind.

[0056] Die jeweilige globale horizontale Einstrahlung und die jeweilige Lufttemperatur stellen dabei Informa-
tionswerte dar. Diese Eingangsdaten, werden dabei in der Regel nicht an dem Ort gemessen, an dem die
Photovoltaikanlage aufgestellt ist.

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[0057] In manchen Ausführungsformen besteht daher zur Parameterbestimmung ein Anfangsschritt darin,
diese meteorologischen Daten zu ermitteln. Hierzu können diese Informationswerte beispielsweise von einem
Diensteanbieter bezogen werden, z. B. einem Wetterdienst, der Daten über die Lufttemperatur im Bereich des
Aufstellorts der Photovoltaikanlage anbietet.

[0058] Stehen diese Informationswerte (also z. B. die globale horizontale Einstrahlung und/oder z. B. die
Lufttemperatur) um einen Vergleich der Simulationsdaten mit den Messdaten zu ermöglichen.

[0059] Die Erfinder haben die Erkenntnis gewonnen, dass die globale horizontale Einstrahlung der wichtigste
Eingangsparameter zur Bestimmung der aktuellen Leistung einer Photovoltaikanlage ist. Die Lufttemperatur
dagegen hat einen viel geringeren Effekt auf die Leistung. In Ausführungsformen wird daher für die Progno-
se der Lufttemperatur für den Standort der Anlage das NWP-Modell Cosmo-EU verwendet. Aufgrund des be-
schränkten Effekts der Lufttemperatur wird in Ausführungsformen der Einfluss der Prognosefehler vernachläs-
sigt.

[0060] In Ausführungsformen werden Satellitendaten verwendet, um die globale horizontale Einstrahlung zu


bestimmen. Diese Satellitendaten, die die globale horizontale Einstrahlung angeben, haben den Vorteil, dass
sie für jeden Standort in Europa verfügbar sind, auch wenn Genauigkeit dieser Daten in manchen Situationen
gering sein kann.

[0061] Ausführungsformen verwenden ein von den Erfindern entwickeltes vereinfachtes Photovoltaik-Modell.

[0062] Als eine erste Vereinfachung ist dabei vorgesehen, die Spannungsabhängigkeit des Wechselrichter-
wirkungsgrads zu vernachlässigen. Insbesondere kann die Abhängigkeit des Wechselrichterwirkungsgrads
von der Eingangsspannung vernachlässigt werden. Die Erfinder haben festgestellt, dass diese Vereinfachung
die Genauigkeit der Simulation nur unwesentlich beeinflusst. Eine solche Vereinfachung führt lediglich zu einer
Erhöhung des mittleren quadratischen Fehlers um weniger als 0,1%. Durch eine derartige Vereinfachung wird
jedoch die Anzahl an notwendigen Parametern für die Wechselrichter-Simulation beispielsweise von 9 auf 3
reduziert und es ergibt sich für die Abhängigkeit der Photovoltaik-Leistung Pwr von der Modul-Leistung Pde der
folgende Zusammenhang:

Pwr = a0·Pdc2 + a1·Pdc + a2 (1)

[0063] ai sind die Parameter der Wechselrichter. Zu alledem siehe auch das Schmidt-Sauer-Modell (siehe
hierzu [3]).

[0064] Als zweite Vereinfachung die in dem Photovoltaik-Modell von Ausführungsformen vorgesehen ist, wer-
den Verlust und Wechselrichter gemeinsam simuliert. Da die verschiedenen Verluste entweder linear oder
quadratisch mit der Modulleistung Pdc bzw. von der Einstrahlung abhängen, ist die Formel der Funktion der
Verluste ähnlich wie die Funktion der Wechselrichter. Daher besteht die zweite Vereinfachung darin, die Wech-
selrichter zusammen mit den verschiedenen Verlusten zu simulieren. Damit werden zwei Parameter weniger
gebraucht und die gemessene Leistung Pac hängt von der Modulleistung so ab, dass diese Abhängigkeit durch
eine quadratische Funktion dargestellt werden kann:

Pac = b0·Pdc2 + b1·Pdc + b2 (2)

[0065] Hierin entsprechen die Parameter bi dem Wechselrichter und den verschiedenen Verlusten.

[0066] Das Photovoltaik-Modell gemäß Ausführungsformen weist als dritte Vereinfachung eine Verwendung
einer Standard-Photovoltaik-Modulkennlinie auf. Herkömmliche Modelle für das Photovoltaik-Modul und die
Verglasung (siehe z. B. das Modell von King et. al., siehe [4]), sind sehr komplex und benötigen eine große
Anzahl Parameter z. B. 26 Parameter. Eine Parameterbestimmung ist daher nicht ohne eine Vereinfachung
möglich.

[0067] Ausführungsformen der Erfindung basieren auf der Erkenntnis, dass der Austausch von zwei kristal-
linen Modulen einen geringen Effekt auf die simulierte Photovoltaik-Leistung hat, was auf Basis einer Daten-
bank mit mehr als 400 Modulparametern (kristalline Module) gezeigt werden konnte. Diese Erkenntnis der
Erfinder wird in Ausführungsformen dadurch genutzt, dass zur Vereinfachung eine Standard-Modulkennlinie
verwendet wird.

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[0068] Fig. 2a zeigt eine Vielzahl von Kennlinien von Photovoltaikanlagen. Fig. 2b zeigt die Verwendung
einer Standardmodul-Kennlinie gemäß einer Ausführungsform. Fig. 2c zeigt Kurven die absolute Fehler der
Standardmodul-Kennlinie gegenüber der Vielzahl von Kennlinien zeigen, wobei der Fehler kleiner als 0,5%
der Nennleistung ist.

[0069] Fig. 2a–Fig. 2c stellen einen Verlauf einer Standard-Modulkennlinie (die als Referenzkennlinie be-
zeichnet werden kann) zusammen mit 400 anderen Kennlinien. In den Fig. 2a–Fig. 2c ist veranschaulicht,
dass die Verwendung einer Standard-Modulkennlinie nur zu einem absoluten Fehler führt, der kleiner als 0,
5% der Nennleistung in den meisten Fällen ist.

[0070] Da der Temperaturkoeffizient alpha eine wichtige Rolle spielen kann, wurde er als Parameter behalten.
Die Kennlinie wurde für eine Modultemperatur von 25°C, die sogenannte Temperatur unter Standard-Testbe-
dingungen Tstc, simuliert und anschließend linear korrigiert. Siehe hierzu auch das Beyer-Modell (siehe [5]).

[0071] Erfindungsgemäß kann somit die Anzahl der benötigten Parameter von 25 reduziert werden, und der
Zusammenhang zwischen der Modulleistung und der Modultemperatur und der geneigten Einstrahlung ist:

Pdc = etapv(Gtilt, Tstc)·(1 – alpha·(Tmod – Tstc))·Gtilt (3)

[0072] Hierbei gilt:

Gtilt ist die Einstrahlung in die Modulebene in W/m2,


Tmod ist die Temperatur des Photovoltaik-Moduls in °C,
Tstc ist die Temperatur des Photovoltaik-Moduls unter Standard-Testbedingungen
(25°C),
etapv(Gtilt, Tmod = 25°C) ist der Wirkungsgrad des Referenzmoduls für die Einstrahlung in die Modulebe-
ne Gtilt und die Modultemperatur Tmod = 25°C und

alpha ist ein erster Temperaturkoeffizient des Photovoltaik-Moduls in °C–1, wobei der Temperaturkoeffizient
alpha ausdrückt, wie sich die Leistung der Photovoltaikanlage ändert, wenn der Temperaturunterschied zwi-
schen der aktuellen Photovoltaik-Modultemperatur und der Photovoltaik-Modul-Temperatur unter Standard-
Testbedingungen einen bestimmten Wert annimmt. Der Temperaturkoeffizient alpha gibt also an, wie sich die
Leistung der Photovoltaikanlage ändert, wenn der Temperaturunterschied zwischen der aktuellen Photovolta-
ik-Modultemperatur und der vorgegebenen Photovoltaik-Modul-Standardtemperatur ändert.

[0073] Falls Dünnschichtmodule in einer Photovoltaikanlage installiert sind, kann die tatsächliche Kennlinie
der Module von der Referenzkennlinie abweichen. Diese Differenz kann in erster Linie von den Koeffizienten bi
(also z. B. b0, b1 und/oder b2) ausgeglichen werden. Soll-te diese Kompensation durch die Koeffizienten nicht
ausreichend sein, so drückt sich dies in der Performanz der Parameteranpassung aus. Über die schlechtere
Performanz werden solche Fälle daher identifizierbar.

[0074] Die von dem in Ausführungsformen verwendeten Photovoltaik-Modell realisierten Vereinfachungen


führen dazu, dass noch sieben unbekannte Parameter zu bestimmen sind, nämlich AlphaE, GammaE, KT,
alpha, b0, b1 und b2. Dabei bezeichnen b0, b1 und b2 die oben beschriebenen Koeffizienten, AlphaE bezeichnet
die Modulausrichtung, GammaE beschreibt die Modulneigung, alpha ist der oben beschriebene erste Tem-
peraturkoeffizient des Photovoltaik-Moduls, wobei alpha in °C–1 angegeben wird, und KT ist ein weiterer Tem-
peraturkoeffizient des Photovoltaik-Moduls, wobei dieser weitere Temperaturkoeffizient KT in °C angegeben
wird. Dabei stellt KT die Differenz zwischen der Photovoltaik-Modultemperatur und der Lufttemperatur bei einer
Einstrahlung von W/m2 (Gstc) dar, die z. B. von der Art der Montage abhängen kann.

[0075] Für das Gleichungssystem zur Simulation der Photovoltaikanlage, auf dem Ausführungsformen basie-
ren, ergeben sich somit die folgenden Gleichungen:

Gtilt = f(Zeit, Lon, Lat, Ggh, AlphaE, GammaE) (4.1)

Tmod = Tluft + KT·Gtilt/Gstc (4.2)

Pdc = etapv(Gtilt, Tstc)·(1 – alpha·(Tmod – Tstc))·Gtilt (4.3)

Pac = b0·Pdc2 + b1·Pdc + b2 (4.4)

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[0076] Die Formel 4.3 und 4.4 wurden bereits oben als Formel 3 bzw. Formel 2 eingeführt.

[0077] Die Formel 4.1 stellt eine Umrechnung der globalen horizontalen Einstrahlung in die Einstrahlung auf
die Modulebene dar. Gtilt bezeichnet dabei die Einstrahlung auf die Modulebene, z. B. ausgedrückt in W/m2.
Ggh bezeichnet dabei die globale horizontale Einstrahlung, z. B. ausgedrückt in W/m2. Die globale horizontale
Einstrahlung kann z. B. durch Satellitenbilder ermittelt werden. Zur Bestimmung von KT und alpha können
beispielsweise die globale horizontale Einstrahlung und Temperaturdaten verwendet werden. Beispielsweise
können zur Bestimmung der globalen horizontalen Einstrahlung Daten über eine Satelliteneinstrahlung ver-
wendet werden. Wiederum beispielsweise können zur Bestimmung von Temperatur-Daten können Tempera-
turdaten von einem Wetterdienst bezogen werden.

[0078] Zur Bestimmung der Einstrahlung auf die Modulebene Gtilt aus der globalen horizontalen Einstrahlung
Ggh werden in Ausführungsformen neben der globalen horizontalen Einstrahlung Ggh noch die Zeit, der Län-
gengrad (Lon), der Breitengrad (Lat), die Modulausrichtung (AlphaE) und die Modulneigung (GammaE) ver-
wendet. In Ausführungsformen ist die Einstrahlung auf die Modulebene Gtilt somit eine Funktion f der globalen
horizontalen Einstrahlung Ggh, der Zeit, des Längengrads (Lon), des Breitengrads (Lat), der Modulausrichtung
(AlphaE) und der Modulneigung (GammaE).

[0079] Die Formel 4.2 stellt die Berechnung der Modultemperatur Tmod dar. Bei dieser Gleichung wurde der
Effekt der Windgeschwindigkeit auf das Modul nicht berücksichtigt, da dieser schwer zu bestimmen ist (dieser
beruht auf lokalen Effekten, die schwierig zu modellieren sind). Der oben bereits vorgestellte Parameter KT ist
ein weiterer Temperaturkoeffizient, der in °C ausgedrückt sein kann. Dieser weitere Temperaturkoeffizient KT
kann zum Beispiel die Differenz zwischen der Modultemperatur und der Lufttemperatur bei einer Einstrahlung
von 1000 W/m2 (Gstc), auf die Modulebene darstellen, die z. B. von der Art der Montage abhängen kann.

[0080] Im Folgenden werden Verfahren zur Bestimmung von unbekannten Parameter von Photovoltaikanla-
gen dargestellt, z. B. von den sieben unbekannten Parameter, z. B. den Koeffizienten AlphaE, GammaE, KT,
alpha, b0, b1 und b2.

[0081] Die sieben Koeffizienten AlphaE, GammaE, KT, alpha, b0, b1 und b2 können beispielsweise durch einen
iterativen Prozess bestimmt werden. Alle Kombinationen von Winkeln hinsichtlich der Modulneigung GammaE
und der Modulausrichtung AlphaE werden bei diesem iterativen Prozess getestet. Beispielsweise werden hier-
für eine Anzahl von verschiedenen Modulneigungen und eine Anzahl von verschiedenen Modulausrichtungen
definiert und für jede Kombination aus Modulneigung und Modulausrichtung werden die weiteren Parameter
KT, alpha, b0, b1 und b2 bestimmt. Zu jeder getesteten Kombination aus Modulneigung GammaE und Modul-
ausrichtung AlphaE werden so die fünf weiteren Parameter KT, alpha, b0, b1 und b2 bestimmt (z. B. berechnet),
so dass sich zu jeder getesteten Kombination aus Modulneigung und Modulausrichtung inklusive GammaE
und AlphaE jeweils eine Kombination aus insgesamt sieben Koeffizienten ergibt.

[0082] Für jede so ermittelte Kombination aus den sieben Koeffizienten (zwei vorgegebene Werte AlphaE und
GammaE, und fünf dazu bestimmte, z. B. berechnete, Werte KT, alpha, b0, b1 und b2) wird dann eine Genau-
igkeit für der Simulation des Leistungsverhaltens der Photovoltaikanlage bestimmt. So stehen je für die Pho-
tovoltaikanlage, für die die Koeffizienten bestimmt werden, eine Anzahl von Leistungswerten und eine Anzahl
von jeweils zugeordneten Informationswerten (z. B. die globale horizontale Einstrahlung und die Außentempe-
ratur) zur Verfügung. Für jede der ermittelten Kombinationen der sieben Koeffizienten kann dann für jedes Paar
der Vielzahl der Paare aus Leistungswerten und Informationswerten eine Simulation der Photovoltaikanlage
basierend auf den Informationswerten als Eingangsdaten und den jeweiligen sieben Koeffizienten erfolgen.
Die Abweichung zu dem jeweils tatsächlich hervorgebrachten Leistungswert der Photovoltaikanlage kann da-
bei jeweils festgestellt werden, und so kann für jede Kombination der sieben Koeffizienten dann ein Fehler,
z. B. mittlerer quadratischer Fehler (RMSE), z. B. ein normalisierter mittlerer quadratischer Fehler (nRMSE)
bestimmt werden. Die Kombination der sieben Koeffizienten mit dem geringsten Fehler z. B. dem geringsten
mittleren quadratischen Fehler ist dann die gefundene Kombination der sieben Koeffizienten. Die optimalen
Koeffizienten sind also beispielsweise die, für die sich ein minimaler Fehler ergibt, z. B. ein minimaler quadra-
tischer Fehler.

[0083] Ausführungsformen zur Bestimmung der weiteren fünf Parameter, wenn AlphaE und GammaE gege-
ben sind, werden weiter unten beispielhaft beschrieben.

[0084] Die Bestimmung dieser weiteren fünf Parameter KT, alpha, b0, b1 und b2 gemäß Ausführungsformen,
wird nachfolgend beispielhaft beschrieben.

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[0085] In manchen Ausführungsformen werden für eine bestimmte Modulneigung und eine bestimmte Modul-
ausrichtung die Parameter in zwei Schritten ermittelt.

[0086] Gemäß einer Ausführungsform werden in einem ersten Schritt die Temperaturkoeffizienten KT und
alpha ermittelt. In einem zweiten Schritt werden dann b0, b1 und b2 bestimmt.

[0087] Für gemessene Leistungswerte Pac größer als 30% der Nennleistung der Photovoltaikanlage ist die
Abhängigkeit der gemessenen Leistung zu der Modulleistung Pde linear. Entsprechend lässt sich die Gleichung
4.4 wie folgt annähern:

[0088] Gilt also Pac > 30% der Nennleistung der Photovoltaikanlage, so ist:

Pac ~ C1·Pdc + C2 (5)

[0089] In diesen Fällen (Pac > 30% der Nennleistung der Photovoltaikanlage) kann das Gleichungssystem wie
folgt vereinfacht werden:

Pac = d0·X0 + d1·X1 + d2·X2 + d3 (6)

wobei:

X0 = etapv(Gtilt, Tstc)·Gtilt (7.1)

X1 = etapv(Gtilt, Tstc·Gtilt·Tair (7.2)

X2 = etapv(Gtilt·Gtilt)·Gtilt2 (7.3)

und wobei:

d0 = c1·(1 – alpha·Tstc) (8.1)

d1 = c1·alpha (8.2)

d2 = c1·alpha·KT/Gstc (8.3)

d3 = c2 (8.4)

[0090] Die Parameter di können mit einer multilinearen Regression auf Basis der Leistung Pac mit der model-
lierten Einstrahlung in die Modulebene Gtilt (mit den zwei angenommenen Modulwinkeln), mit dem simulierten
Modulwirkungsgrad etapv(Gtilt, Tmod = 25°C) und mit der Lufttemperatur einfach bestimmt werden. Die Koeffi-
zienten alpha und KT können dann wie folgt berechnet werden:

KT = d2/d1·Gstc (9.1)

und

Alpha = d1/(d0 + d1·Tstc) (9.2)

[0091] Sofern in sich für die für manche Informationswerte (Informationswerte sind z. B. die globale horizon-
tale Einstrahlung) ergibt, dass Pac < 30% der Nennleistung der Photovoltaikanlage, so ist, so werden in einer
Ausführungsform diese Informationswerte und die Leistungs-Messwerte, denen diese Informationswerte zu-
geordnet sind, nicht zur Bestimmung von KT und alpha herangezogen.

[0092] In anderen Ausführungsformen wird als Kriterium, ob die Formel

Pac = d0·X0 + d1·X1 + d2·X2 + d3 (6)

angewendet werden kann, das Kriterium herangezogen, ob Gtilt > 300 W/m2 oder ob Gtilt > 400 W/m2 gilt.

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[0093] Gemäß einer Ausführungsform werden in einem zweiten Schritt die Parameter b0, b1 und b2 bestimmt.
Mit den angenommenen Modulwinkeln und den Koeffizienten KT und alpha kann die Modulleistung Pdc einfach
mit den Formeln 4.1 bis 4.3 berechnet werden. Die Koeffizienten b0, b1 und b2 können dann durch eine einfache
Regression bestimmt werden.

[0094] In Fig. 3 ist ein Vorgehen zur Bestimmung der sieben Parameter AlphaE, GammaE, KT, alpha, b0, b1
und b2 durch ein Flussdiagramm grafisch dargestellt.

[0095] In einem Schritt S310 wird zunächst ein Paar aus allen möglichen Kombinationen von AlphaE und
GammaE ausgewählt. Sollen zum Beispiel für AlphaE und GammaE nur ganzzahlige Gradwinkel-Werte be-
trachtet werden, so kann AlphaE beispielsweise einen von 360 Gradwinkel-Werten, beispielsweise zwischen
0° und 359° Grad annehmen. Sollen beispielsweise für GammaE nur geradzahlige Gradwinkel-Werte betrach-
tet werden, so kann GammaE beispielsweise einen von 180 Gradwinkel-Werten, beispielsweise zwischen 0°
und 358° Grad annehmen. Eine mögliche erste Kombination für einen AlphaE- und einen GammaE-Wert wäre
beispielsweise AlphaE = 0°, GammaE = 0°.

[0096] In Schritt S320 erfolgt die Berechnung der Temperatur-Koeffizienten alpha und KT für die betrachteten
Werte AlphaE und GammaE. Dies kann beispielsweise wie oben beschrieben erfolgen.

[0097] In Schritt S330 erfolgt die Berechnung von b0, b1 und b2 für die betrachteten Werte AlphaE und Gam-
maE. Dies kann ebenfalls zum Beispiel wie oben beschrieben erfolgen.

[0098] Nach Durchführung von Schritt S330 sind für eine Kombination aus AlphaE und GammaE alle weiteren
Parameter berechnet. In Schritt S340 wird nun geprüft, ob bereits für alle Kombinationen von (zulässigen)
Werten für AlphaE und GammaE die weiteren Parameter bestimmt wurden. Zulässige Werte für AlphaE und
GammaE sind dabei die Werte von AlphaE und GammaE, die betrachtet werden sollen, z. B. für AlphaE alle
ganzzahligen Werte zwischen 0° und 359° und z. B. für GammaE alle geradzahligen, ganzzahligen Werte
zwischen 0° und 358°.

[0099] Sind noch nicht alle Kombinationen von zulässigen Werten für AlphaE und GammaE die weiteren
Parameter bestimmt worden, wird in dem Schritt S310 fortgesetzt und ein neues Kombinationspaar aus einen
Wert für AlphaE und einem Wert für GammaE bestimmt.

[0100] Sind bereits alle Kombinationen von zulässigen Werten für AlphaE und GammaE die weiteren Para-
meter bestimmt worden, so wird in Schritt S350 fortgesetzt. In Schritt S350 erfolgt eine Berechnung derjenigen
Kombination aus den zuvor ermittelten Kombinationen von AlphaE, GammaE, alpha, KT, b0, b1 und b2, die ei-
nen geringsten Fehler aufweist, zum Beispiel einen geringsten mittleren quadratischen Fehler (RMSE). Diese
Kombination ist dann die ermittelte Kombination der Parameter der Photovoltaikanlage.

[0101] Dem hier beschriebenen Vorgehen liegt das allgemeine Konzept verschiedener Ausführungsformen
zugrunde, zu jedem der Parameter einer ersten Parametermenge, die wenigstens einen Parameter der Pho-
tovoltaikanlage umfasst, jeweils einen Parameterwert auszuwählen. In der Ausführungsform der Fig. 3 um-
fasst die erste Parametermenge zum Beispiel die Parameter AlphaE (Ausrichtungswinkel) und GammaE (Nei-
gungswinkel)

[0102] Dann werden für die Parameter einer zweiten Parametermenge, die wenigstens einen Parameter der
Photovoltaikanlage umfasst, jeweils ein Parameterwert berechnet. Diese Berechnung erfolgt auf Basis der
Parameterwerte, die für die Parameter der ersten Parametermenge ausgewählt wurden. Die Parameter der
zweiten Parametermenge sind im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 z. B. die Parameter alpha, KT, b0, b1 und b2.

[0103] Die sich so ergebenden Parameterwerte für die Parameter AlphaE, GammaE, alpha, KT, b0, b1 und b2
bilden dann eine Parameterwerte-Kombination.

[0104] Sind die Parameterwerte-Kombinationen für alle Parameterwerte-Kombinationen der ersten Parame-
termenge gebildet worden, die betrachtet werden sollen, so wird dann die Parameterwerte-Kombination be-
rechnet, die den kleinsten Fehler aufweist.

[0105] Anzumerken ist, dass in Ausführungsformen die erste und die zweite Parametermenge bevorzugt dis-
junkt sind.

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[0106] Die Erfinder haben festgestellt, dass Ungenauigkeiten hinsichtlich der Daten der Satelliteneinstrahlung
Probleme bei der Bestimmung der Koeffizienten bi verursachen können. Daher wurden in einer Ausführungs-
form Satelliteneinstrahlungsdaten nur für Zeitpunkte berücksichtigt, bei denen die Satelliteneinstrahlung genau
ist. Entsprechend werden in einer Ausführungsform die folgenden Kriterien für die Auswahl der Daten für die
Bestimmung der Koeffizienten b, verwendet:
1. Der Himmel sollte nicht vollständig bedeckt sein (in einer Ausführungsform gilt für die diffuse Fraktion:
diffuse Fraktion > 0,4).
2. In einer Ausführungsform werden nur homogene Strahlungsfelder berücksichtigt (Standardabweichung
des Clear Sky Index im Umkreis der Anlage < 0,1).

[0107] In einer Ausführungsform wird schließlich auf Basis der bestimmten sieben Koeffizienten die Abwei-
chung/der Fehler zwischen der simulierten Leistung und den Messungen bestimmt. Falls die Abweichung/der
Fehler groß ist, sind die Winkel ungeeignet. Die Abweichung, z. B. der mittlere quadratische Fehler zwischen
Messung und Simulation, wird für alle Kombinationen der Winkelmodulneigung und Modulausrichtung evalu-
iert. Die optimalen Winkel sind die, für die die Abweichung, z. B. der mittlere quadratische Fehler, am gerings-
ten ist. In anderen Ausführungsformen werden andere Fehlermaße verwendet.

[0108] Die folgende Tabelle fasst die in einer Ausführungsform bei dem Verfahren als Eingangsdaten verwen-
deten Daten und die in dieser Ausführungsform gesuchten Daten zusammen:

Eingangsdaten Verwendete Externe Daten Angepasste Parameter


– PV-Messungszeitreihe – Einstrahlung hergeleitet aus Sa- – Längengrad
– Geschätzte Koordinaten oder tellitenbildern – Breitengrad
PLZ – Vorhersage der Lufttemperatur – Ausrichtung
– Referenzmodulkennlinie – Neigung
– alpha
– KT
– {b0, b1, b2}

[0109] Nun wird auf die Performanz des Verfahrens gemäß den oben beschriebenen Ausführungsformen ein-
gegangen. In Fig. 4 ist der mittlere quadratische Fehler für eine Vielzahl von Kombinationen aus Neigungs-
winkel und Ausrichtungswinkel der Photovoltaikanlage grafisch dargestellt.

[0110] Das Verfahren gemäß den obigen Ausführungsformen kann den besten Neigungswinkel und den bes-
ten Ausrichtungswinkel finden, in diesem Beispiel, hinsichtlich des Neigungswinkels auf 2° genau und hinsicht-
lich des Ausrichtungswinkels der Photovoltaikanlage auf 1° genau.

[0111] Wie oben beschrieben, werden für den optimalen Winkel zunächst die Koeffizienten in der Photovol-
taik-Kennlinie für einen begrenzten Anteil der Daten bestimmt, wobei die Abweichungen der Satellitendaten
begrenzt sind.

[0112] In Fig. 5 sind die Daten und die Leistungskurve bei 5 und 35°C dargestellt.

[0113] Wenn die optimalen Parameter gefunden sind, werden zunächst die Fehler zwischen den Messdaten
und den mit den Parameter simulierten Daten ermittelt.

[0114] In Fig. 6 sind Leistungsmessung und Simulation für einen sonnigen Tag veranschaulicht.

[0115] Eine weitere Ausführungsform ermöglicht, als weiteren Parameter der Photovoltaikanlage den genau
Standort der Anlage zu bestimmen. Falls es Unsicherheit bezüglich des Standorts der Anlage gibt, besteht
beispielsweise die Möglichkeit, die Koordinaten der Anlage z. B. unter Verwendung der Satellitendaten zu
finden.

[0116] Ist z. B. eine Region, in der sich die Anlage befindet, durch eine Vielzahl von Pixeln, die in zwei Dimen-
sionen angeordnet sind, dargestellt, so wird Pixel für Pixel dieser Region untersucht. Die Region kann z. B. ein
Postleitzahlgebiet oder ein Kreis um die geschätzten Koordinaten der Photovoltaikanlage sein.

[0117] Das oben beschriebene Verfahren wird dann für jeden Winkel, d. h. jeden Ausrichtungsund Neigungs-
winkel und für jedes Pixel durchgeführt. Dies erfolgt in einer Ausführungsform so, dass jede Kombination aus

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Ausrichtungswinkel, Neigungswinkel und möglicher Position der Photovoltaikanlage betrachtet wird. Für jede
dieser Kombinationen werden dann weitere Parameter, z. B. die weiteren fünf Parameter KT, alpha, b0, b1 und
b2 auf der Basis von Leistungs-Messwerten und zugeordneten Informationswerten berechnet. Dies kann z. B.
wie oben beschrieben erfolgen. Wiederum wird für die Parameter, die zu jeder der Kombinationen aus Aus-
richtungswinkel, Neigungswinkel und möglicher Position der Photovoltaikanlage bestimmt wurden, ein Fehler
berechnet, z. B. ein mittlerer quadratischer Fehler. Die Parameter derjenigen Kombination mit dem kleinsten
Fehler sind die Parameter, die als beste Parameterwerte als die durch das Verfahren bestimmten Parameter
der Photovoltaikanlage ausgewählt werden.

[0118] Das Ergebnis einer Standortbestimmung ist in Fig. 7 für eine Anlage illustriert. Beispielsweise wird
das Pixel mit dem kleinsten quadratischen Fehler als das gesuchte Pixel identifiziert. Dieses Pixel ist dann
tatsächlich dasjenige, das sich am nächsten zu der Anlage befindet. In dem Beispiel der Fig. 7 konnte der
Standort der Photovoltaikanlage mit einem Fehler von 2,3 km bestimmt werden.

[0119] Das Verfahren ist für alle Anwendungen, die eine Simulation von Photovoltaikanlagen benötigen, re-
levant.

[0120] Wird nur eine einzelne Anlage betrachtet, für die Messdaten vorhanden sind, ist das Verfahren für die
nachfolgenden Anwendungen von besonderem Interesse:
– Monitoring und Zielerkennung
– Prognose auf Basis von einem numerischem Wettermodell (z. B. Folgetag oder Kurzfristprognose)
– Kurzfristprognose auf Basis von Satellitenbildern und Bewegungsvektoren

[0121] In Untersuchungen haben die Erfinder festgestellt, dass für eine bestimmte Region und eine bestimm-
te Leistungsklasse die Parameter von Photovoltaikanlagen relativ homogen sind. Dabei fehlten aber genug
Daten, um repräsentative Parameter für jede Leistungsklasse und jede Region Deutschlands zu bestimmen.

[0122] Durch das Verfahren gemäß den oben beschriebenen Ausführungsformen ist eine Datenbank von
Parametern auf Basis von einer Vielzahl von Anlagen (z. B. mehreren Tausend Anlagen) herstellbar. Hierdurch
wird es ermöglicht, dass der beste Satz von Parametern für jede beliebige Region bestimmt werden kann.
Dadurch wird es möglich, die oben genannten Anwendungen für regionale Prognosen und für Monitoring, z.
B. für eine Überwachung der Einspeisung von Strom in das Stromnetz durch die Photovoltaikanlagen einer
bestimmten Region, zu verwenden (UNB, VNB).

[0123] Durch das Verfahren gemäß den oben beschriebenen Ausführungsformen ist eine deutliche Erhöhung
der Genauigkeit von Istwertbestimmung und Prognoseverfahren möglich. Damit haben Kunden (z. B. Netzbe-
treiber, Anlagenbetreiber, Stromhändler) deutliche Vorteile. Weiterhin trägt das neue Verfahren dazu bei, die
Integration der Photovoltaik-Energie in das Energieversorgungssystem zu verbessern. Dies trägt somit auch
dazu bei, die Versorgungssicherheit zu erhalten.

[0124] Das Verfahren ist für jeden Übertragungsnetzbetreiber (derzeit vier in Deutschland) und jeden Verteil-
netzbetreiber (derzeit ca. 850 in Deutschland) interessant. Weiterhin brauchen Stromhändler, die Solarenergie
in ihren Portfolio haben, ein Prognose- und Überwachungssystem.

[0125] Wichtige Anwendungsfälle des vorgestellten Verfahrens sind, z. B. das Online-Monitoring einer ein-
zelnen Photovoltaikanlage (z. B. zur Fehlererkennung), die Prognose der Photovoltaik-Einspeisung einer ein-
zelnen Photovoltaikanlage, z. B. zur Direktvermarktung, das Monitoring der Photovoltaik-Einspeisung in einer
Region, z. B. für Netzbetreiber, und die Prognose der Photovoltaik-Einspeisung in einer Region, z. B. beson-
ders relevant für Netzbetreiber.

[0126] Auf Basis der Verfahren der Ausführungsformen kann eine Datenbank für die Parameter von einer
Vielzahl von Anlagen, z. B. mehrere Tausend Anlagen aufgebaut werden. Diese Datenbank kann ein wichti-
ger Bestandteil der Ist-Wertbestimmung- und Prognoseverfahren für die Photovoltaik-Einspeisung verwendet
werden.

[0127] Dabei kann die Datenbank auf einer Klassifikation beruhen.

[0128] Im Folgenden werden Konzepte für Verfahren zum klassifizierten Bestimmen von einem oder mehre-
ren Parametern einer Mehrzahl von Photovoltaikanlagen bereitgestellt, Ein solches Konzept umfasst in einer
Ausführungsform beispielsweise die Schritte:

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[0129] Bestimmen von einem oder mehreren Parameter für jede der Photovoltaikanlagen der Mehrzahl der
Photovoltaikanlagen durch Durchführung eines der oben beschriebenen Verfahren zur Bestimmung von einem
oder mehreren Parameter einer Photovoltaikanlage, um für jede der Photovoltaikanlagen einen oder mehrere
ermittelte Parameter zu erhalten;

[0130] Bestimmen für jede Photovoltaikanlage der Mehrzahl der Photovoltaikanlagen, welcher Klasse aus
einer Mehrzahl von Klassen diese Photovoltaikanlage angehört; und

[0131] Bestimmen von einem oder mehreren Standard-Parameterwerten für jede der Mehrzahl der Klassen,
wobei jeder der ein oder mehreren Standard-Parameterwerte jeder der Klassen basierend auf wenigstens
einem der ein oder mehreren ermittelten Parameter von jeder der Photovoltaikanlagen der jeweiligen Klasse
gebildet wurde. Zum Bestimmen eines der Standard-Parameterwerte einer der Klassen kann dabei in einer
Ausführungsform ein Mittelwert aus jeweils einem der ermittelten Parameter von jeder der Photovoltaikanlagen
dieser Klasse gebildet werden.

[0132] Die Vielzahl der Photovoltaikanlagen können zum Beispiel in fünf Leistungsklassen eingeteilt sein,
wobei für jede der Leistungsklassen eine bestimme Kombination der Parameter bestimmt wird, die die Pho-
tovoltaik-Anlagen dieser Leistungsklasse charakterisieren. Beispielsweise werden größere Anlagen oftmals
auf Feldern aufgebaut (oft geringer Neigungswinkel und bestimmte Temperaturkoeffizienten), während kleine-
re Photovoltaikanlagen oftmals auf Hausdächern angeordnet sind (oft größerer Neigungswinkel und andere
Temperaturkoeffizienten als bei Anlagen auf dem freien Feld, da auf dem freien Feld aufgestellte Anlagen von
Wind von unten umströmt werden, was bei auf Dächern installierten Anlagen nicht der Fall ist).

[0133] Zum Beispiel liefert eine Datenbank gemäß einer Ausführungsform für jede Leistungsklasse Werte für
die oben-beschriebenen sieben Parameter AlphaE, GammaE, alpha, KT, b0, b1 und b2 zurück. Zur Bestimmung
der Werte dieser Parameter kann zum Beispiel für jeden Parameter ein Mittelwert dieses Parameters bezüglich
aller Photovoltaikanlagen der mehreren tausend Anlagen gebildet werden, die dieser Leistungsklasse ange-
hören.

[0134] Die Klassifizierung der Photovoltaikanlage in Leistungsklassen kann zum Beispiel basierend auf dem
Kilowatt-Spitzenwert (kW Peak) der Photovoltaikanlagen erfolgen. Beispielsweise können die folgenden fünf
Klassen vorgesehen sein:

Klasse 1: weniger als 7,5 kW Peak


Klasse 2: mindestens 7,5 kW Peak, weniger als 15 kW Peak,
Klasse 3: mindestens 15 kW Peak, weniger als 30 kW Peak,
Klasse 4: mindestens 30 kW Peak, weniger als 100 kW Peak,
Klasse 5: mindestens 100 kW Peak.

[0135] Die Erfinder haben festgestellt, dass sich die durchschnittlichen Werte für die Parameter von Photovol-
taikanlagen auch von Region zu Region unterscheiden, für die jeweilige Region aber oftmals unterschiedlich
sind. So sind Hausdächer in Norddeutschland oftmals schräger als Hausdächer in Süddeutschland. Entspre-
chend unterscheidet sich z. B. der durchschnittliche Neigungswinkel der Photovoltaikanlagen von Region zu
Region, da diese oftmals auf Hausdächern installiert werden. So können die Vielzahl der Photovoltaikanlagen
zum Beispiel in regionale Klassen eingeteilt sein, wobei für jede der regionale Klassen eine bestimme Kom-
bination der Parameter bestimmt wird, die die Photovoltaik-Anlagen dieser Leistungsklasse charakterisieren.
Eine regionale Klasse umfasst dabei jeweils die Photovoltaikanlagen einer bestimmten Region.

[0136] In weiteren Ausführungsformen erfolgt die Klassifizierung unter Berücksichtigung des Kilowatt-Peak-
Wertes und der Region. So können die Vielzahl der Photovoltaikanlagen beispielsweise in eine Klasse einge-
teilt werden, genau diejenigen Photovoltaikanlagen einer bestimmten Region angehören, deren kW Peak Wert
in einem bestimmten Bereich liegt.

[0137] Fig. 8 zeigt beispielhaft eine Einteilung von 40 Photovoltaikanlagen P1 bis P40 auf 15 in 15 unter-
schiedliche Klassen basierend auf deren Messwerten und Informationswerten Standard-Paramterwerte der
Klassen berechnet werden. Die Klassen sind unter Berücksichtigung des Kilowatt-Peak-Wertes der Photovol-
taikanlagen und der Region, in der sich die Photovoltaikanlagen befinden (Region 1, Region 2 oder Region 3)
gebildet worden. In der Regel wird eine wesentlich größere Anzahl von Photovoltaikanlagen betrachtet werden,

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für die Photovoltaikanlagen einer Klasse jeweils Standard-Parameter zu berechnen, mit denen das Leistungs-
verhalten der Photovoltaikanlagen der jeweiligen Klasse simuliert werden kann.

[0138] Fig. 9 zeigt beispielhaft die Standard-Parameterwerte, die für jede der 15 Klassen der Fig. 8 basierend
auf den Daten (Messwerte und Informationswerte) der 40 Photovoltaikanlagen als Standard-Parameterwerte
zu jeder der 15 Klassen bestimmt wurde. Zum Beispiel wurde für die Klasse der Photovoltaikanlagen der
Region 2 mit einem Kilowatt-Peak-Wert zwischen 7,5 und 15 kW Peak (7,5 kW Peak ≤ × < 15 kW Peak) für
AlphaE der Wert AlphaE5, für GammaE der Wert GammaE5, für alpha der Wert alpha5, für KT der Wert KT5,
für β0 der Wert (β05, für β1 der Wert β15, und für β2 der Wert β25 bestimmt.

[0139] Soll das Leistungsverhalten einer Photovoltaikanlage nun simuliert werden (z. B. indem ihre Leistung
prognostiziert wird), so wird zunächst diejenige Klasse bestimmt, der die Photovoltaikanlage angehört. Dann
werden die Parameter für Photovoltaikanlagen dieser Klasse aus der Datenbank ausgelesen, bzw. mit Hilfe
der Datenbank bestimmt. Schließlich wird die Leistung der Photovoltaikanlage basierend auf den so erhalte-
nen Parametern und weiteren Daten (Informationswerte, z. B. die globale horizontale Einstrahlung zum Pro-
gnosezeitpunkt und/oder die Lufttemperatur zum Prognosezeitpunkt) bestimmt. Hierzu können in einer Aus-
führungsform können die Formeln 4.1 bis 4.4. angewandt werden.

[0140] Soll das Leistungsverhalten einer Vielzahl von Photovoltaikanlage simuliert werden, so wird in einer
Ausführungsform, eine Vielzahl von Photovoltaikanlagen jeweils angegeben, wie viele der Photovoltaikanlagen
jeweils in einer bestimmten Region jeweils eine kW-Peak Leistung in einem bestimmten Bereich aufweisen.
In einer derartigen Ausführungsform liefert die Datenbank zu jeder Kombination aus Region und kW-Peak-Be-
reich jeweils einen oder mehrere Parameter-Durchschnittswerte zurück. Die Leistung einer Photovoltaikanlage
basierend auf den so erhaltenen Parametern und weiteren Daten berechnet, und diese Leistung wird dann mit
der Anzahl der Photovoltaikanlagen dieser Region und Leistungsklasse multipliziert.

[0141] Das Vorgehen kann dann für alle Leistungsklassen dieser Region erfolgen, wobei die jeweils erhaltenen
Energiewerte aufzusummieren sind, um die Gesamtleistung, die von den Photovoltaikanlagen dieser Region
erbracht wird, zu erhalten.

[0142] Obiges Vorgehen kann dann für alle Regionen durchgeführt werden, wobei die jeweils erhaltenen En-
ergiewerte aufzusummieren sind, um die Gesamtleistung, die von den Photovoltaikanlagen aller Region er-
bracht wird, zu erhalten.

[0143] Fig. 10 zeigt ein Flussdiagramm zur Bestimmung einer zu erwartenden Gesamtleistung einer Vielzahl
von Photovoltaikanlagen gemäß einer Ausführungsform. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Standard-
Parameterwerte für die jeweiligen Klassen, wie z. B. in Fig. 9 gezeigt, bereits bestimmt wurden. Zur Simulation
des Leistungsverhaltens einer Vielzahl von Photovoltaikanlagen werden hierzu z. B. durch einen Netzbetreiber,
für die Vielzahl der Photovoltaikanlagen jeweils Informationen bereitgestellt, die es ermöglichen, die Vielzahl
der Photovoltaikanlagen jeweils einer Klasse zuzuordnen. Zum Beispiel ist für jede der Photovoltaikanlagen
ihr Kilowatt-Peak-Wert bekannt und die Region bekannt, in der sich die Anlage befindet.

[0144] In Schritt S1010 erfolgt basierend auf diesen Daten eine Bestimmung für jede der Klassen, wie viele
der zu betrachtenden Photovoltaikanlagen in der jeweiligen Klasse liegen.

[0145] In Schritt S1020 erfolgt dann für jede der Klassen ein Abrufen der Standard-Parameterwerte z. B. aus
einer Datenbank. Bei den abgerufenen Parametern kann es sich dabei um Standard-Parameterwerte für jede
der Klassen, wie in Fig. 9 gezeigt, handeln. Dann wird für jede der Klassen die zu erwartende Leistung einer
Photovoltaikanlage dieser Klassen bestimmt. Hierzu werden in der Regel weitere Daten als Eingangsdaten
verwendet, wie zum Beispiel die globale horizontale Einstrahlung oder die Umgebungstemperatur. Diese wei-
teren Daten, die zur Berechnung herangezogen werden, können von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein. So
kann zum Beispiel die zur Berechnung unter Umständen herangezogene Umgebungstemperatur von Region
zu Region unterschiedlich sein. Für jede der Klassen wird dann die zu erwartende Leistung für eine Photovol-
taikanlage der jeweiligen Klasse mit der in S1010 bestimmten Anzahl der Photovoltaikanlagen dieser Klasse
multipliziert.

[0146] In Schritt S1030 erfolgt dann ein Aufsummieren der Leistung, die für jede der Klassen bestimmt wurde,
um die zu erwartende Gesamtleistung sämtlicher Photovoltaikanlagen aller Klassen zu erhalten.

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[0147] Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einem Verfahren beschrieben wurden, versteht es
sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung einer entsprechenden Vorrichtung darstellen, so dass ein
Verfahrensschritt oder ein Merkmal eines Verfahrensschrittes durch einen entsprechenden Block oder Details
oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung realisiert werden können. Einige oder alle der Verfahrens-
schritte können durch einen Hardware-Apparat (oder unter Verwendung eines Hardware-Apparats), wie zum
Beispiel einen Mikroprozessor, einen programmierbaren Computer oder einer elektronischen Schaltung durch-
geführt werden. Bei einigen Ausführungsbeispielen können einige oder mehrere der wichtigsten Verfahrens-
schritte durch einen solchen Apparat ausgeführt werden.

[0148] Je nach bestimmten Implementierungsanforderungen können Ausführungsbeispiele der Erfindung in


Hardware oder in Software implementiert sein. Die Implementierung kann unter Verwendung eines digitalen
Speichermediums, beispielsweise einer Floppy-Disk, einer DVD, einer Blu-ray Disc, einer CD, eines ROM,
eines PROM, eines EPROM, eines EEPROM oder eines FLASH-Speichers, einer Festplatte oder eines ande-
ren magnetischen oder optischen Speichers durchgeführt werden, auf dem elektronisch lesbare Steuersignale
gespeichert sind, die mit einem programmierbaren Computersystem derart zusammenwirken können oder zu-
sammenwirken, dass das jeweilige Verfahren durchgeführt wird. Deshalb kann das digitale Speichermedium
computerlesbar sein.

[0149] Manche Ausführungsbeispiele gemäß der Erfindung umfassen also einen Datenträger, der elektronisch
lesbare Steuersignale aufweist, die in der Lage sind, mit einem programmierbaren Computersystem derart
zusammenzuwirken, dass eines der hierin beschriebenen Verfahren durchgeführt wird.

[0150] Allgemein können Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung als Computerprogrammprodukt


mit einem Programmcode implementiert sein, wobei der Programmcode dahin gehend wirksam ist, eines der
Verfahren durchzuführen, wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Computer abläuft.

[0151] Der Programmcode kann beispielsweise auch auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert sein.

[0152] Andere Ausführungsbeispiele umfassen das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin
beschriebenen Verfahren, wobei das Computerprogramm auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert
ist. Mit anderen Worten ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens somit ein Computer-
programm, das einen Programmcode zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufweist,
wenn das Computerprogramm auf einem Computer abläuft.

[0153] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Verfahren ist somit ein Datenträger (oder
ein digitales Speichermedium oder ein computerlesbares Medium), auf dem das Computerprogramm zum
Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufgezeichnet ist.

[0154] Ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist somit ein Datenstrom oder
eine Sequenz von Signalen, der bzw. die das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschrie-
benen Verfahren darstellt bzw. darstellen. Der Datenstrom oder die Sequenz von Signalen kann bzw. kön-
nen beispielsweise dahin gehend konfiguriert sein, über eine Datenkommunikationsverbindung, beispielswei-
se über das Internet, transferiert zu werden.

[0155] Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst eine Verarbeitungseinrichtung, beispielsweise einen Com-
puter oder ein programmierbares Logikbauelement, die dahin gehend konfiguriert oder angepasst ist, eines
der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen.

[0156] Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst einen Computer, auf dem das Computerprogramm zum
Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren installiert ist.

[0157] Ein weiteres Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung umfasst eine Vorrichtung oder ein System, die
bzw. das ausgelegt ist, um ein Computerprogramm zur Durchführung zumindest eines der hierin beschriebe-
nen Verfahren zu einem Empfänger zu übertragen. Die Übertragung kann beispielsweise elektronisch oder
optisch erfolgen. Der Empfänger kann beispielsweise ein Computer, ein Mobilgerät, ein Speichergerät oder
eine ähnliche Vorrichtung sein. Die Vorrichtung oder das System kann beispielsweise einen Datei-Server zur
Übertragung des Computerprogramms zu dem Empfänger umfassen.

[0158] Bei manchen Ausführungsbeispielen kann ein programmierbares Logikbauelement (beispielsweise ein
feldprogrammierbares Gatterarray, ein FPGA) dazu verwendet werden, manche oder alle Funktionalitäten der

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hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen. Bei manchen Ausführungsbeispielen kann ein feldprogram-
mierbares Gatterarray mit einem Mikroprozessor zusammenwirken, um eines der hierin beschriebenen Ver-
fahren durchzuführen. Allgemein werden die Verfahren bei einigen Ausführungsbeispielen seitens einer belie-
bigen Hardwarevorrichtung durchgeführt. Diese kann eine universell einsetzbare Hardware wie ein Computer-
prozessor (CPU) sein oder für das Verfahren spezifische Hardware, wie beispielsweise ein ASIC.

[0159] Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele stellen lediglich eine Veranschaulichung der Prinzipien
der vorliegenden Erfindung dar. Es versteht sich, dass Modifikationen und Variationen der hierin beschriebe-
nen Anordnungen und Einzelheiten anderen Fachleuten einleuchten werden. Deshalb ist beabsichtigt, dass
die Erfindung lediglich durch den Schutzumfang der nachstehenden Patentansprüche und nicht durch die spe-
zifischen Einzelheiten, die anhand der Beschreibung und der Erläuterung der Ausführungsbeispiele hierin prä-
sentiert wurden, beschränkt sei.

Literaturverzeichnis

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(2004)

Patentansprüche

1.  Verfahren zur Bestimmung von einem oder mehreren Parametern einer Photovoltaikanlage, umfassend:
Empfangen einer Mehrzahl von Messwerten einer Photovoltaikanlage,
Empfangen einer Mehrzahl von Informationswerten, wobei jedem Messwert der Mehrzahl von Messwerten
wenigstens ein Informationswert der Mehrzahl von Informationswerten zugeordnet ist, und
Berechnen des einen oder der mehreren Parameter der Photovoltaikanlage basierend auf der Mehrzahl der
Messwerten und der Mehrzahl der Informationswerten, so dass basierend auf dem einen oder den mehreren
Parametern ein Leistungsverhalten der Photovoltaikanlage simulierbar ist.

2.  Verfahren nach Anspruch 1,


wobei als die Mehrzahl der Messwerte der Photovoltaikanlage eine Mehrzahl von Leistungswerten der Photo-
voltaikwerte empfangen wird, die jeweils eine Leistung der Photovoltaikanlage angeben, und
wobei das Berechnen die einen oder der mehreren Parameter der Photovoltaikanlage basierend auf der Mehr-
zahl der Leistungswerte erfolgt.

3.  Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,


wobei als die Mehrzahl der Informationswerte eine Mehrzahl von globalen horizontalen Einstrahlungswerten
empfangen wird, die jeweils eine globale horizontale Einstrahlung angeben, wobei das Berechnen die einen
oder der mehreren Parameter der Photovoltaikanlage basierend auf der Mehrzahl der globalen horizontalen
Einstrahlungswerte erfolgt, und/oder
wobei als die Mehrzahl der Informationswerte eine Mehrzahl von Lufttemperaturwerten empfangen wird, die
jeweils eine Lufttemperatur angibt, wobei das Berechnen die einen oder der mehreren Parameter der Photo-
voltaikanlage basierend auf der Mehrzahl der Luftternperaturwerten erfolgt.

4.  Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Schritt des Berechnens der einen oder der
mehreren Parameter der Photovoltaikanlage ein Berechnen eines Neigungswinkels der Photovoltaikanlage
und/oder eines Ausrichtungswinkels der Photovoltaikanlage umfasst, so dass basierend auf dem Neigungs-
winkel der Photovoltaikanlage und/oder dem Ausrichtungswinkel der Photovoltaikanlage eine Leistung der
Photovoltaikanlage prognostizierbar ist.

5.  Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,


wobei der Schritt des Berechnens der einen oder der mehreren Parameter der Photovoltaikanlage ein Berech-
nen eines ersten Temperaturkoeffizienten alpha der Photovoltaikanlage und/oder eines zweiten Temperatur-
koeffizienten KT der Photovoltaikanlage umfasst, so dass basierend auf dem ersten Temperaturkoeffizient al-

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pha der Photovoltaikanlage und/oder dem zweiten Temperaturkoeffizient KT der Photovoltaikanlage eine Leis-
tung der Photovoltaikanlage prognostizierbar ist,
wobei der erste Temperaturkoeffizient alpha angibt, wie sich die Leistung der Photovoltaikanlage ändert,
wenn der Temperaturunterschied zwischen einer ersten Photovoltaik-Modultemperatur und einer vorgegebe-
nen Photovoltaik-Modul-Standardtemperatur ändert, und
wobei der zweite Temperaturkoeffizient KT eine Differenz zwischen einer zweiten Photovoltaik-Modultempera-
tur und einem weiteren Lufttemperaturwert angibt.

6.  Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,


wobei durch das Verfahren mehrere der Parameter der Photovoltaikanlage berechnet werden,
wobei der Schritt des Berechnens der mehreren Parameter der Photovoltaikanlage den Schritt eines Ermittelns
einer Parameterwerte-Kombination umfasst, und
wobei der Schritt des Ermittelns der Parameterwerte-Kombination die folgenden Schritte umfasst:
Auswählen eines Parameterwertes für jeden Parameter einer ersten Parametermenge umfassend wenigstens
einen ersten Parameter der Photovoltaikanlage,
Berechnen eines Parameterwertes für jeden Parameter einer zweiten Parametermenge umfassend wenigstens
einen zweiten anderen Parameter der Photovoltaikanlage, basierend auf den Parameterwerten, die für die
Parameter der ersten Parametermenge ausgewählt wurden,
wobei die erste und die zweite Parametermenge disjunkt sind, und
wobei die Parameterwerte-Kombination den ausgewählten Wert jedes Parameters der ersten Parametermen-
ge und den berechneten Wert jedes Parameters der zweiten Parametermenge umfasst.

7.  Verfahren nach Anspruch 6,


wobei die erste Parametermenge einen Neigungswinkel der Photovoltaikanlage und einen Ausrichtungswinkel
der Photovoltaikanlage umfasst, und
wobei der Schritt des Ermittelns der Parameterwerte-Kombination die folgenden Schritte umfasst:
Auswählen eines Neigungswinkel-Werts aus einer Menge derjenigen Werte, die ein Neigungswinkel der Pho-
tovoltaikanlage annehmen kann, als ausgewähltem Neigungswinkel-Wert, und
Auswählen eines Ausrichtungswinkel-Werts aus einer Menge derjenigen Werte, die der Ausrichtungswinkel
der Photovoltaikanlage annehmen kann, als ausgewähltem Ausrichtungswinkel-Wert.

8.  Verfahren nach Anspruch 7,


wobei die zweite Parametermenge einen ersten Temperaturkoeffizienten alpha der Photovoltaikanlage und
einen zweiten Temperaturkoeffizienten KT der Photovoltaikanlage umfasst, und
wobei der erste Temperaturkoeffizient alpha angibt, wie sich die Leistung der Photovoltaikanlage ändert,
wenn der Temperaturunterschied zwischen einer ersten Photovoltaik-Modultemperatur und einer vorgegebe-
nen Photovoltaik-Modul-Standardtemperatur ändert,
wobei der zweite Temperaturkoeffizient KT eine Differenz zwischen einer zweiten Photovoltaik-Modultempera-
tur und einem weiteren Lufttemperaturwert angibt, und
wobei der Schritt des Ermittelns der Parameterwerte-Kombination die folgenden Schritte umfasst:
Berechnen eines ersten Temperaturkoeffizienten-Werts für den ersten Temperaturkoeffizienten alpha basie-
rend auf dem ausgewählten Neigungswinkel-Wert und dem ausgewählten Ausrichtungswinkel-Wert, und
Berechnen eines zweiten Temperaturkoeffizienten-Werts für den zweiten Temperaturkoeffizienten KT basie-
rend auf dem ausgewählten Neigungswinkel-Wert und dem ausgewählten Ausrichtungswinkel-Wert.

9.  Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,


wobei der Schritt der Berechnung einer Parameterwerte-Kombination mehrmals wiederholt wird, um eine Mehr-
zahl von unterschiedlichen Parameterwerte-Kombinationen zu erhalten,
wobei zu jeder der unterschiedlichen Parameterwerte-Kombinationen ein Fehler basierend auf jedem der Pa-
rameterwerte der jeweiligen Parameterwerte-Kombination berechnet wird, und
wobei die Parameterwerte-Kombination mit dem geringsten Fehler ermittelt wird.

10.  Verfahren nach Anspruch 9,


wobei die zweite Parametermenge ferner die Koeffizienten β0, β1, und β2 umfasst,
wobei der Schritt der Berechnung einer Parameterwerte-Kombination den Schritt der Berechnung der Koeffi-
zienten β0, β1, und β2 basierend auf dem Neigungswinkel-Wert GammaE und dem Ausrichtungswinkel-Wert
AlphaE umfasst, so dass die Leistung der Photovoltaikanlage Pac unter Anwendung der folgenden Gleichun-
gen prognostizierbar ist:

Pdc = etapv(Gtilt, Tstc)·(1 – alpha·(Tmod – Tstc))·Gtilt

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und

Pac = b0·Pdc2 + b1·pdc + b2

wobei Gtilt die Einstrahlung in die Modulebene ist,


wobei Tmod die Temperatur der Photovoltaikanlage ist,
wobei Tstc eine vorgegebenen Standard-Temperatur des Photovoltaik-Moduls ist,
wobei alpha angibt, wie sich die Leistung der Photovoltaikanlage ändert, wenn der Temperaturunterschied
zwischen einer ersten Photovoltaik-Modultemperatur und einer vorgegebenen Photovoltaik-Modul-Standard-
temperatur ändert, und
wobei etapv(Gtilt, Tmod = 25°C) einen Wirkungsgrad für die Einstrahlung in die Modulebene Gtilt und die Modul-
temperatur Tmod = 25°C angibt.

11.  Verfahren zum klassifizierten Bestimmen von einem oder mehreren Parameter einer Mehrzahl von Pho-
tovoltaikanlagen, umfassend die Schritte:
Bestimmen von einem oder mehreren Parametern für jede der Photovoltaikanlagen der Mehrzahl der Photo-
voltaikanlagen durch Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, um für jede der Pho-
tovoltaikanlagen einen oder mehrere ermittelte Parameter zu erhalten,
Bestimmen für jede Photovoltaikanlage der Mehrzahl der Photovoltaikanlagen, welcher Klasse aus einer Mehr-
zahl von Klassen diese Photovoltaikanlage angehört, und
Bestimmen von einem oder mehreren Standard-Parameterwerten für jede der Mehrzahl der Klassen, wobei
jeder der ein oder mehreren Standard-Parameterwerte jeder der Klassen basierend auf wenigstens einem der
ein oder mehreren ermittelten Parameter von jeder der Photovoltaikanlagen der jeweiligen Klasse gebildet
wurde.

12.    Verfahren nach Anspruch 11, wobei zum Bestimmen eines der Standard-Parameterwerte einer der
Klassen ein Mittelwert aus jeweils einem der ermittelten Parameter von jeder der Photovoltaikanlagen dieser
Klasse gebildet wird.

13.  Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Verfahren ferner den Schritt vorsieht, die einen oder
mehreren Standard-Parameterwerte jeder der Klassen in einer Datenbank zu speichern, so dass durch Einga-
be von Abfrageinformation in die Datenbank ein oder mehrere der ein oder mehreren Standard-Parameterwerte
einer der Klassen von der Datenbank ausgebbar sind, wenn die Abfrageinformation diese Klasse bezeichnet.

14.  Verfahren zur Simulierung des Leistungsverhaltens einer Mehrzahl von Photovoltaikanlagen, umfas-
send:
Bestimmung für jede Klasse einer Mehrzahl von Klassen, wie viele Photovoltaikanlagen der Mehrzahl der
Photovoltaikanlagen dieser Klasse angehören,
Abfrage von einen oder mehreren Standard-Parameterwerten aus einer Datenbank für jede Klasse der Mehr-
zahl von Klassen, wobei die einen oder mehreren Standard-Parameterwerte durch ein Verfahren nach einem
der Ansprüche 11 bis 13 bestimmbar sind, und
Prognose für jede der Klassen, welche Leistung einer Photovoltaikanlage die dieser Klasse angehört, zu er-
warten ist, und Multiplikation dieser Leistung mit der Anzahl der Photovoltaikanlagen, die dieser Klasse ange-
hören, um eine Prognose der Gesamtleistung der Mehrzahl der Photovoltaikanlagen dieser Klasse zu erhalten.

15.    Verfahren zur Simulierung des Leistungsverhaltens einer Mehrzahl von Photovoltaikanlagen, wobei
das Verfahren die Abfrage der einen oder mehreren Standard-Parameterwerten aus der Datenbank für jede
Klasse der Mehrzahl von Klassen vorsieht, wobei die einen oder mehreren Standard-Parameterwerte durch
ein Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13 bestimmt wurden.

16.  Datenbank, wobei die Datenbank für eine Mehrzahl von Klassen jeweils einen oder mehrere Standard-
Parameterwerte, die nach einem Verfahren nach Anspruch 11 oder 12 bestimmbar sind, umfasst, wobei die
Datenbank dafür ausgelegt ist, bei Eingabe von Abfrageinformation, die eine der Klassen bezeichnet, einen
oder mehreren der einen oder mehreren Standard-Parameterwerte dieser Klasse auszugeben.

17.    Computerprogramm mit einem Programmcode zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 15, wenn das Computerprogramm auf einem Computer oder Mikrocontroller abläuft.

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