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Fachprüfung II 2020 – 3.

Aufgabe Sicherheits- und Ordnungswidrigkeitenrecht,


Allg. Verwaltungs- und Verwaltungskostenrecht

Nr. ______

Teil Teilinhalte Punkte


1. Erfolgsaussichten der Fortsetzungsfeststellungsklage 56

VRW eröffnet (40 VwGO) mit kurzer Begründung 2


Zuständigkeit (§§ 45, 52 Nr. 3/1 (mit Begr.) VwGO, Art. 1 Abs. 2 Nr. 1 AGVwGO) 2
Gartner als Beteiligte (61/1, 63/1), prozessfähig (62/I 1) 1
Statthaftigkeit (AV i. S. 35/2 BayVwVfG, grds. Aufhebung begehrt i. S. 42/I
VwGO, Erledigung des VA durch Zeitablauf), damit FFK statthaft ohne Vorverf. 3
Klagebefugnis gegeben durch mögliche Rechtsverletzung in AHF (42/II) 2
Klagefrist grds. keine, aber hier umgestellte A-Klage mit entspr. Normkette 3
Ordnungsgemäße Klageerhebung (schriftlich, Kläger, Beklagter und Gegenstand)
u. Feststellungsantrag jeweils mit Normen 2
Besonderes Feststellungsinteresse (113/I 4), weil Wiederholungsgefahr 2
Klage damit zulässig 1

Begründet, wenn Passivlegitimation, Rechtswidrigkeit u. Rechtsverletzung 1


Klage richtet sich gegen die Stadt Hofburg als richtige Beklagte (78/I 1) 1

Sachliche Zuständigkeit bei Stadt über Art. 6 LStVG und Bearbeitungshinweis 1


Örtliche Zuständigkeit nach Anlass (Art.3 Abs. 1 Nr. 4 BayVwVfG) 1
Funktionelle Zuständigkeit nicht bei Bürgermeister, sondern Stadt mit
Begründung zu laufender bzw. dringlicher Angelegenheit 3
Anhörung grds. geboten, aber hier Ausnahme, weil AV 1
Formelle Begründung notwendig und Fehlen mach AV formell rechtswidrig 3

Befugnis nötig, weil Eingriff in die Allg. Handlungsfreiheit 2


Vorrangig ist die Befugnis nach § 24 Abs. 2 der 1. SprengV (Art. 7 Abs. 2 LStVG) 1
Klimaschutz und Feinstaubbelastung sind keine TB-Voraussetzungen 2
Verbot für Burgberg mit Kirche, Altenheim und Holzbuden durch § 23 Abs. 1 als
normkonkretisierender VA i. S. 18/I VwZVG bzw. für Holzbuden auch durch § 24
Abs. 2 Nr. 1 gedeckt, darüber hinaus unzulässig 4
Verbot für Feuerwerk mit Knallwirkung nur für Altstadt und Burgberg zulässig, für
gesamtes Stadtgebiet nicht, weil nicht dichtbesiedelt 2
Komplettes Verbot auch nicht aufgrund von Art. 23 bzw. Art. 7 Abs. 2 Nr. 3
LStVG mit Begründung zu Menschenansammlung bzw. Rückgriff auf Generalkl. 2

Ermessensprüfung reduziert sich nur auf die durch eine Befugnis gedeckten
Teile der AV, ein Ermessensnichtgebrauch ist nicht erkennbar 2
Geeignetheit gegeben 1
Erforderlichkeit gegeben, weil brandempfindliche Gebäude, viele Feiernde,
erfahrungsgemäß Alkoholeinfluss und daraus resultierende Rechtsgutverl. 3
Angemessenheit gegeben unter Abwägung Ertrag/Schaden mit Begründung 2

Bestimmtheit inhaltlich und räumlich problemlos 1


Adressat (9/I LStVG) sind die Handlungsstörer 1

Allgemeinverfügung in der Hauptsache rechtswidrig für gesamtes Stadtgebiet 1

Rechtsgutverletzung Gartners durch Verletzung der AHF i. S. Art. 2 Abs. 1 GG 2

FFK hat deshalb Aussicht auf Erfolg, soweit sich AV auf gesamte Stadt erstreckt 1

Ggf. Zusatzpunkte Zwangsgeldandrohung:


2.1 Ordnungswidrigkeit 11

OWi setzt TB-Verwirklichung Bußgeldvorschrift, Rechtswidrigkeit,


Vorwerfbarkeit voraus 1
TB der Bußgeldvorschrift ist u. a. das vorsätzliche Abbrennen entgegen einer
Anordnung nach 24/II von pyrotechnischen Gegenständen 2
Gartner brannte an Silvester pyrotechnische Gegenstände in Hofburg ab; sie
handelte auch vorsätzlich nach Einlassung gegenüber der Polizei 2
Anordnung nach § 24 Abs. 2 müsste allerdings vollziehbar gewesen sein i. S. Art.
4 Abs. 2 LStVG, d. h. Bestandskraft oder Sofortvollzug 2
Sofortvollzug wird lediglich in der Überschrift erwähnt, aber nicht angeordnet, d.
h. die Anordnung war an Silvester 2019 nicht vollziehbar 3
Gartner handelt mithin nicht ordnungswidrig 1

2.2 Sachliche Zuständigkeit für die Ahndung mit Bußgeldbescheid 7

Verwaltungsbehörde für Verfolgung und Ahndung grds. zuständig 1


Zuständigkeit ergibt sich aus § 36 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a), Abs. 2 Satz 1 OWiG
aus ZustV 1
Grds. ist zuständig die normvollziehende Behörde (§ 87 Abs. 1 Satz 1 ZustV 1
Abweichende Regelung in §§ 88 – 98 ist aber zu beachten 1
Stadt könnte hier allenfalls verwarnen (§ 88 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZustV) 1
Bußgeldbescheid wäre Sache der KVB also des LRA (§ 88 Abs. 5, § 87 Abs. 2
ZustV) 2

4. Sonstiges 6

Rechtschreibung 2
Zitierweise 2
Aufbau, Form und Gliederung 1
Argumentation schlüssig und nachvollziehbar 1

5. Es wird darauf hingewiesen, dass die hier aufgeführten Punkte alleine die
vergebene Note nicht tragen. Vielmehr wird abschließend auch der
Gesamteindruck der Arbeit in die Bewertung einbezogen, so dass nicht lediglich
eine Addition der Punkte zu einer bestimmten Note führt.

Bemerkungen:

Summe 80
Noten Note 1 – 70 Punkte Note 2 – 54 Punkte Note 3 – 44 Punkte
Note 4 – 32 Punkte Note 5 – 16 Punkte Note 6 – 0 Punkte