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INDIKATION BEATMUNG:

Atemwegssicherung / Aspirationsgefahr / Apnoe / Respiratorische Insuffizienz / Schädel-Hirn


Trauma / Polytrauma / (Schock) / etc.

BEATMUNGSFORMEN:

VCV vs PCV

EINSTELLUNGEN:

PCV: PEEP / Inspirationsdruck / f / I:E / fiO2

VCV: PEEP / VT / f / I:E / fiO2 / pmax

REANIMATION:

AF 10/min;

VT 6-8ml/kg = 400-500ml

FiO2 100% (1,0)

Pmax max (meist 60-80mbar)

IE 1:2

PEEP: (0-) 5mbar

POSTREA/INSTABIL:

AF 12-15/min (nach Kapno)

VT 6-8ml/kg (400-500ml)

FiO2 nach Zielsättigung 94-98%

Pmax: 30mbar

IE 1:2

PEEP 5-10 mbar

„SCHNELL UND EINFACH“ PEEP 5, AF 15, VT 500


Nichtinvasive Beatmung (NIV) – ganz
neu und 2019
Die nichtinvasive Beatmung (NIV) kann bei akuter respiratorischer Insuffizienz
lebensrettend sein! Im Notfall braucht es einfache und klare Konzepte, wie man
optimal NIVt und welche Einstellungen man konkret wählt. Im neuen Video widmen
wir uns der NIV – mit noch mehr Tipps, Tricks und Vorschlägen für Einstellung der
Beatmungsparameter.

Dieses Video ist die neue Version zum allerersten Nerdfallmedizin-Video von 2017.

Die nichtinasive Beatmung unterstützt eine vorhandene Eigenatmung des Patienten.


Auf allen NEFs und Notaufnahmen (hoffentlich) verfügbar; angewandt via
dichtsitzender Maske (alterantiv: Full-Face-Maske oder NIV-Helm) und modernem
Beatmungsgerät.

Drei wichtige Einstellungensmöglichkeiten der NIV:

PEEP (positive endexspiratory pressure = positiver endexspiratorischer Druck).


Manchmal wird NIV ohne aktive Druckunterstützung und mit „nur“ PEEP + FiO2
auch als „CPAP“ bezeichnet.
Der niedrigstmögliche Druck im Atemwegssystem. Verhindert durch erhöhten Druck
den Kollaps von Alveolen, „Schienung der Atemwege“, kann Atelektasen öffnen
erhöht außerdem den intrathorakalen Druck – arbeitet also gegen den venösen
Rückstau (bsp. beim hyper- und normotensiven Lungenödem.

PS (pressure support = Druckunterstützung). Viele Namen, je nach Hersteller: Z.B.:


ASB, Psup, Psupport, IPAP, Pinsp.
Reagiert auf den (von der Beatmungsmaschine erkannten) Atemhub des Patienten
und verabreicht einen Unterstützungsdruck. Erleichtert die Einatmung und hilft vor
allem bei muskulärer Erschöpfung.
ACHTUNG: Meist wird hier der Druck additiv zum PEEP angegeben (bsp. bei PEEP
5 mbar und PS 6 mbar beträgt der Spitzendruck insgesamt (additiv) 11 mbar.
Manche Maschinen nutzen aber absolute Zahlen. D.h. die Differenz zwischen PS und
PEEP ist der zusätzlich Unterstützungsdruck. Bei PEEP 5 mbar und PS 6 mbar wäre
dann die Druckunterstützung nur 1 mbar (6-5). Deshalb: Kenne deine Geräte!!

FiO2 (Sauerstoffkonzentration), je nach Gerät von 21% (Umgebungsluft) bis 100%


(reiner Sauerstoff). Alternativ auch 0.21-1.0 (1.0 entspricht 100%, 0,21 = 21%).
Manche (vor allem etwas ältere) Geräte bieten auch „nur“ eine Variante „air mix / no
air mix“ an – da entspricht „no air mix“ meist 100% Sauerstoff, der „air mix“
entsprecht einer Mischung von Sauerstoff und Umgebungsluft je nach Gerät, z.B.
40% Sauerstoff.

Nichtinvasive Beatmung – Vorgehen


Wir schlagen bei der nichtinvasiven Beatmung ein Drei-Punkte-Vorgehen vor:
1.) Indikation 2.) Patient 3.) Einstellung.

Vorschlag eines Schemas „NIV“ via Nerdfallmedizin

1.) Indikation
Indikationen:

„Respiratorische Insuffizienz“ bei erhaltener Spontanatmung. Grobe Unterteilung in:

 „Oxygenierungsproblem“ = Hypoxie (z.B. Pneumonie, Lungenödem)


 „Ventilationsproblem“ = Hyperkapnie (z.B. COPD, Asthma), ggf. auch
muskuläre Erschöpfung bei Muskelerkrankungen etc.
 Präoxygenierung, evtl. „DSI“ (Delayed Sequence Intubation) –
Sonderindikation
 Palliative NIV – Sonderindikation

Kontraindikationen (Auszug):

 Apnoe (Atemstillstand), inadäquat niedrige Atemfrequenz


 „Unsicherer Atemweg“
 Erloschene Schutzreflexe / schwere Bewusstsseinsstörung *
 Obere GI-Blutung bzw. (relevante) Blutung aus dem
Nasen/Rachenraum
 Erbrechen bzw. generell Risiko der Aspiration (z.B. auch bei Ileus)
 Schwere Gesichtsschädelverletzung
 Pneumothorax (undrainiert)

*Sonderindikation Hyperkapnie bei bek. COPD

2. Patient
Vor Anlage der Maske mit dem Patienten sprechen, informieren und (einfühlsam)
begleiten – dann ist auch oft keine Sedierung nötig. Maske zunächst mit der Hand
halten, erst später die Fixierungen dranmachen.

Falls Sedierung nötig: Niedrigdosiertes Benzodiazepin (z.B. 1-2mg Midazolam i.v.)


oder Morphin (z.B. 2-3mg Morphin i.v.). Achtung vor opiatinduzierter Übelkeit /
Erbrechen oder Minderung des Atemantriebs bei (zu) tiefer Sedierung.

3. Problem

Oxygenierungsproblem:

PEEP: 5 mbar
PS: 3 mbar
FiO2: 100%

Schrittweise Erhöhung PEEP (1-2 mbar jede Minute wenn toleriert) bzw. Anpassung
nach Klinik.

Ventilationsproblem:
PEEP: 4 mbar
PS: 8 mbar
FiO2: 50-100% (bei Hypoxie: 100%!)

Schrittweise Anpassung der Druckunterstützung an Patientenkomfort. Bei V.a.


„Airtrapping“ kann ggf. auch eine PEEP-Steigerung nötig werden.

„Unklare 4:00-Uhr-Früh-NIV“ = „5-5-100“

PEEP: 5 mbar
PS: 5 mbar
FiO2: 100%

Dann Anpassung nach Klinik (bsp. Patientenäußerung, Atemfrequenz, Herzfrequenz


sowie BGA).

Diese Einstellungen können auch bei der „Delayed Sequence Intubation“ oder bei
palliativen Situationen helfen – mit individueller Anpassung.

Wie das Beatmungsgerät initial in der Notaufnahme einstellen?

Oktober 26, 2017 Michael Bernhard

Wie stellt man initial das Beatmungsgerät bei einem Patienten nach Notfallintubation in der
Notaufnahme ein? Fuller et al. haben hierzu die LOV-ED-Studie durchgeführt und nachfolgend soll
das dort implementierte Beatmungsprotokoll gezeigt werden:

Fuller BM et al. Lung-Protective Ventilation Initiated in theEmergency Department (LOV-ED): A


Quasi-Experimental, Before-After Trial. Ann Emerg Med 2017;
http://dx.doi.org/10.1016/j.annemergmed.2017.01.013
Nicht-Invasive Beatmungsformen

Juni 21, 2019 Michael Bernhard

NIV (Nicht-invasive Beatmung) gehört in die Notfallmedizin und ist hier nicht mehr wegzudenken.
Gerade deswegen benötigen wir gute Übersichtsartikel um das Wissen praktisch an die Anwender zu
bringen. Dembinski legt nun einen solchen exzellenten Artikel in Anästhesiologie & Intensivmedizin
vor:

Dembinski R. Nichtinvasive Beatmungsformen. Anästh Intensivmed 2019;60:308-315 (PDF)

Ziel der NIV ist die Nutzung der positiven Effekte maschineller Beatmung unter Vermeidung der
Risiken und Nachteile der invasiven Beatmung.

NIV bezeichnet die Durchführung maschineller Beatmung über eine dicht sitzende Gesichts- oder
Nasenmaske oder eines Helms ohne Nutzung eines künstlichen Atemwegs wie eines
Endotrachealtubus oder einer Trachealkanüle.

Die technischen Anforderungen an die verschiedenen Masken werden im Wesentlichen durch deren
Dichtigkeit und den Tragekomfort bestimmt.

Grundsätzlich lässt sich NIV mit jedem modernen Intensiv-Beatmungsgerät durchführen.

Im intensivmedizinischen Bereich werden zur NIV-Therapie Beatmungsmodi eingesetzt, die eine


grundsätzlich erhaltene Spontanatmungsaktivität unterstützen sollen.

Der Beginn der NIV bei respiratorischer Insuffizienz stellt für den ohnehin auf Grund der Dyspnoe
gestressten Patienten eine erhebliche zusätzliche psychische Belastung dar.

Grundsätzlich stehen beim hyperkapnischen respiratorischen Versagen (z.B. bei exazerbierter COPD)
die Unterstützung der Atemarbeit und damit die Druckunterstützung im Vordergrund der NIV-
Therapie, während beim hypoxischen respiratorischen Versagen die Rekrutierung von Atelektasen
durch PEEP das wesentliche Therapieziel ist.
Klinische Studien zeigen eindeutig, dass der Einsatz von NIV zur Vermeidung einer Intubation sinnvoll
ist.

Es ist wichtig, diese Grenzen der NIV zu kennen und bei Versagen der NIV rechtzeitig eine Intubation
durchzuführen.

Lesen Sie den ganzen Beitrag ins Open Access Format von Anästhesiologie &