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In Zeiten des Abstands Nähe schaffen und


stärken
Liebe Leserin und lieber Leser,

das Miteinander stärken und fördern, was heißt das für Dich*? Was könnte diese, unsere
vierte Mail, Dir jetzt bringen? Was könntest Du daraus mitnehmen, für die Arbeit, für das
Privatleben – für Dich, für den Umgang mit anderen?

Falls Du die letzten Mails von uns nicht erhalten, überlesen oder vergessen hast: Wir, das
sind das Fachsbereichsteam der psychosozialen Beratung von famPLUS, ein bundesweit tä-
tiges Sozialunternehmen, das Berufstätige in den Bereichen Kinderbetreuung, Pflege, Haus-
halt und Psychosoziale Beratung durch passgenaue Information, Beratung und Vermittlung
entlastet, famplus.de. Und Christian Thiele, Coach, Trainer, Autor und Podcaster für Posi-
tive Leadership und Positive Psychologie, positiv-fuehren.com.

Und wir wollen Dir mit dieser und den kommenden Mails, jeweils einmal wöchentlich und
insgesamt über sieben Wochen, zu einem Stück mehr Klarheit, Zuversicht und Wohlbefinden
verhelfen – mitten in der Unsicherheit und Negativität der Corona-Krise. Jede dieser Mails
will Dich zum Nachdenken einladen, Dir Wissen vermitteln und konkrete Tipps an die Hand
geben. Es geht dabei in den kommenden Wochen unter anderem darum:

 weshalb und wie Du mehr Sinn in Deinem Lebensalltag finden und dementsprechend
leben und arbeiten kannst;
 wie Erfolge zu planen, wahrzunehmen und umzusetzen sind und schließlich
 was inneres und äußeres Wachstum für Dich bedeuten und wie das gehen kann.

Thema dieser heutigen Mail: das Beziehungsnetz klären, bewusstmachen und stärken, auch
und gerade in Zeiten des Social Distancing – wie geht das? Welche Strategien gibt es da?
Starten wir am besten gleich mit einer Übung:

 Nimm Dir ein Blatt Papier und zeichne einen Kreis. Den Kreis dann bitte halbie-
ren, und diese Hälften nochmals teilen in vier Viertel – und schließlich diese Vier-
tel in acht Achtel halbieren.
 Wer sind die acht wichtigsten Menschen in Deinem Leben derzeit? Diese acht
Kreissektoren stehen für die acht wichtigsten Menschen in Deinem Leben derzeit.
Schreibe auf die Außenseite der Tortenstücke jeweils den Namen einer Kollegin,
eines Freundes, eines Verwandten etc.
 Wie nah oder wie fern stehst Du jeder dieser Personen? Markiere dies jeweils mit
einem Kreuzchen oder einem anderen Zeichen, je näher am Zentrum Du das Zei-
chen platzierst, desto näher stehst Du der Person gerade. Und je schwieriger oder
entfernter oder konfliktreicher die Beziehung mit der jeweiligen Person gerade ist,
desto weiter außen machst Du das Kreuzchen. Was fällt Dir auf, wenn Du dieses
Beziehungsnetz anschaust? Wo fühlst Du Dich bestätigt, was irritiert Dich?
 Wenn Du Dir jetzt die drei engsten Beziehungen anschaust: Was macht sie so be-
sonders? Was trägst Du dazu bei, dass Ihr Euch so nah seid? Und wie könntest
Du, gerade in Zeiten von Krise und Ungewissheit, diese drei Verbindungen noch
stärken, intensivieren?
 Wirf nun den Blick auf die drei „schwierigsten“ Menschen in Deinem aktuellen Le-
ben: Was macht das Verhältnis so kompliziert? Wie könntest Du diese drei Bezie-
hungen für Dich erleichtern, verbessern – oder auch schlicht durch mehr Abstand
weniger relevant machen?

Wer hier noch mehr wissen will: Um die Bedeutung anderer Menschen für das eigene
Wohlbefinden und die eigene Zuversicht geht es in der aktuellen Folge von „Positiv
Führen“, dem Podcast von und mit Christian Thiele (www.positiv-fuehren.com/podcast).
Der US-amerikanische Psychologe Dan Tomasulo erläutert Strategien und Tipps für mehr
Zuversicht und Wohlbefinden, auch und gerade im Umgang mit anderen Menschen.
Der Mensch ist ein Herdentier. Wir sind die einzigen Lebewesen, die ihre Artgenossen
beerdigen, wir haben schon von klein auf sehr feine Antennen für Fairness, und der Mensch
ist generell viel mehr auf Altruismus programmiert, als wir das gemeinhin glauben wollen.
Das zeigen aktuell die vielen Formen von Solidarität in der Corona-Krise, das belegt auch
sehr anschaulich und mit vielen Alltags-Beispielen der Historiker Rutger Bregman in seinem
aktuellen Bestseller „Im Grunde gut“. Einsamkeit ist für den Menschen so schädlich wie
starker Konsum von Alkohol oder Zigaretten, die britische Regierung hat bereits vor einigen
Jahren ein eigenes Ministerium zur Bekämpfung der Folgen von Einsamkeit eingerichtet.

Auch unsere Zuversicht, unser Wohlbefinden ist stark abhängig von anderen – und wir
wiederum können großen Einfluss auf deren Wohlbefinden nehmen. Dementsprechend
besonders ist die Corona-Krise. Unser Instinkt, uns in Zeiten der Ungewissheit und Gefahr
enger mit anderen Menschen zu verbinden, löst nachweisbar die Ausschüttung von Oxytocin
und anderen Botenstoffen aus, die uns glücklicher machen. Und gerade das ist ja in Zeiten
der Corona-Krise durch das gebotene Social Distancing nur eingeschränkt möglich. Dennoch
berichten viele Paare, viele Familien, aber auch viele Teams davon, dass trotz und durch die
Distanz neue Formen von Nähe gefunden wurden. Wie zum Beispiel virtuelle Stammtische
per Zoom, gemeinsames Singen über die Balkone hinweg, Kochwettbewerbe per
Videokonferenz und und und.

In der letzten Zuversichts-Mail ging es ja um Stärken – was sie sind, wem sie nützen, wie wir
sie stärken können.

Im Anschluss an diese Mail daher nun zu Übung 2:

 Manche Deiner Stärken, wie zum Beispiel Neugier oder Ausdauer oder Sinn für
das Schöne, mögen vielleicht mehr mit Dir selbst zu tun haben. Aber welche Dei-
ner Stärken – wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Soziale Intelligenz, Humor oder ähnli-
ches – haben vor allem mit dem Miteinander, den sozialen Beziehungen zu tun?
 Wenn Du davon die drei wichtigsten drei bis fünf herausstellst: Was genau haben
andere Menschen von diesen Deinen Stärken? Wie stärkst Du damit das Mitei-
nander, das Betriebsklima, die Gruppenatmosphäre, im Privaten und im Berufli-
chen?
 Wie kannst Du diese Stärken, gerade in Zeiten von FlexWork, Home Office und
social distancing, noch ein kleines Stückchen mehr ausleben, in welchen Situatio-
nen ginge das?
Wir haben aus vielen Teams und vielen Organisationen von vielen wunderbaren Ideen ge-
hört, wie auch in Zeiten von Unsicherheit und Krise das Miteinander gestärkt werden konnte.
Hier ein paar Beispiele:

 Geburtstage im Büro feiern mit Kuchen, Karte und evtl. kleinem Präsent
 Gemeinsame Kaffeepausen, auch über virtuelle Kanäle
 Teambudget zur freien Verfügung für gemeinsame Aktivitäten
 Erfolgsrunde, in der ausschließlich Lob, Komplimente und der Austausch über Gelun-
genes und Geschafftes im Mittelpunkt stehen
 „Büro-Zwillinge“: Tandems zum Beispiel aus erfahrenen und jüngeren Personen wer-
den mit bestimmten Aufgaben betraut, die prinzipiell auch alleine gelöst werden
könnten. So können Menschen noch besser voneinander lernen, sich intensiver ken-
nenlernen etc.

Überlege für Dich, egal ob als Führungskraft, PersonalverantwortlicheR oder als


MitarbeiterIn: Welche dieser Ideen springen Dich an und könntest Du in Deinem Team,
Deinem Umfeld fördern? Was wären kleine, für Dich mögliche Gesten und Handlungen, um
den Teamgeist zu stärken? Wer oder was könnte dabei hilfreich sein?

Viel Freude und Erfolg dabei!

Bis nächste Woche, bleib gesund!

Herzlich

Dein Zuversichts-Team von famPlus und Christian Thiele


P.S.: Du machst das gut!

*Siezen, Ihrzen, Duzen? Wir haben uns das länger überlegt und können uns vorstellen, dass
die/der Eine oder Andere unter, äh: Euch jetzt überrascht ist – denn wir verschicken unsere
Mails normalerweise „per Sie“. Weil in der Corona-Krise aber die Grenzen zwischen dem
Privaten und dem Beruflichen doch sehr verschwimmen; weil wir uns mit dieser Mailserie
eher an die Person, den Menschen in Euch statt an die Rolle und Funktion wenden; und weil
wir hoffen, dass es als ein wertschätzendes „Du“ auf Augenhöhe wahrgenommen wird, von
Mensch zu Mensch, sprechen wir Dich in dieser und den folgenden Mails mit „Du“ an – ok?
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