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Erneuerbare Energien in Zahlen

Nationale und internationale Entwicklung


IM P R ESS U M

IMPRESSUM

Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)


Referat Öffentlichkeitsarbeit · 11055 Berlin
E-Mail: service@bmu.bund.de · Internet: www.bmu.de · www.erneuerbare-energien.de

Redaktion: Dipl.-Ing. (FH) Dieter Böhme, Dr. Wolfhart Dürrschmidt, Dr. Michael van Mark
BMU, Referat KI III 1
(Allgemeine und grundsätzliche Angelegenheiten der Erneuerbaren Energien)

Fachliche Bearbeitung: Dr. Frank Musiol, Dipl.-Ing. Thomas Nieder, Dipl.-Ing. (FH) Marion Ottmüller, Dipl.-Kffr. Ulrike Zimmer
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart
Dipl.-Forstwirt Michael Memmler, Dipl.-Biol. Elke Mohrbach,
Dipl.-Biol. Sarah Moritz, Dipl.-Ing./Lic. rer. reg. Sven Schneider
Umweltbundesamt (UBA), Fachgebiet I 2.5

Gestaltung: design idee, büro für gestaltung, Erfurt


Druck: Silber Druck oHG Niestetal

Abbildungen: Titelseite: Dominique Delfino/Biosphoto


S. 4 (oben): sbonky/Fotolia.com
S. 4 (unten): Matthias Lüdecke/BMU
S. 6: sbonky/Fotolia.com
S. 21: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
S. 28: Marina Lohrbach/Fotolia.com
S. 33: camera-me.com/Fotolia.com
S. 53 (oben): Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
S. 53 (unten): Jörg Böthling/agenda
S. 57: Jörg Böthling/agenda
S. 59: IRENA/BMU
S. 60: Imgo Kuzia/intro
S. 62: Jörg Lantelme
S. 67: reises/Fotolia.com
S. 68: Willi Wilhelm/Fotolia.com
S. 69: Volker Z/Fotolia.com

Stand: Juni 2010


1. Auflage: 20.000 Stück

2 Erneuerbare Energien in Zahlen


I N H A LT
TEIL I:
Erneuerbare Energien in Deutschland:
Garanten für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität 8
Erneuerbare Energien in Deutschland: Das Wichtigste im Jahr 2009 auf einen Blick 9
Beitrag der erneuerbaren Energien zur Energiebereitstellung und vermiedene CO2-Emissionen in Deutschland 2009 10
Anteile erneuerbarer Energien an der Energiebereitstellung in Deutschland von 1998 bis 2009 11
Endenergieverbrauch in Deutschland 2009 – Anteile der erneuerbaren Energien 12
Struktur der Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Deutschland 2009 13
Entwicklung der Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Deutschland von 1990 bis 2009 14
Vermiedene Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland im Jahr 2009 18
Entwicklung der energiebedingten Emissionen in Deutschland von 1990 bis 2008 22
Energiebedingte Emissionen in Deutschland nach Quellgruppen im Jahr 2008 23
Einsparung von fossilen Energieträgern und Energieimporten durch die Nutzung erneuerbarer Energien
in Deutschland im Jahr 2009 24
Bruttowertschöpfung mit erneuerbaren Energien in Deutschland 2009 25
Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland 27
EEG-Förderung und Umlageanteil am Strompreis 28
Einspeisung und Vergütung nach dem Stromeinspeisungsgesetz (StrEG) und
dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit 1991 30
Gesetzgebung, Förderung und Wirkung des Ausbaus erneuerbarer Energien im Wärmebereich 31
Positive Wirkungen des Einsatzes erneuerbarer Energien für die Gesellschaft 33
Erforschung und Entwicklung von Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien 35
Überblick über die ökonomischen Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien 36
Langfristig realisierbares, nachhaltiges Nutzungspotenzial erneuerbarer Energien
für die Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung in Deutschland 38

TEIL II:
Erneuerbare Energien in der Europäischen Union 39
Auswirkungen der EU-Richtlinie 2009/28/EG auf die Statistik der erneuerbaren Energien 40
Nutzung erneuerbarer Energien in der EU 43
Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Europäischen Elektrizitätsbinnenmarkt 44
Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien in der EU 45
Windenergienutzung in der EU 47
Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien in der EU 49
Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien in der EU 50
Sozio-ökonomische Aspekte der erneuerbaren Energien in ausgewählten Ländern der EU im Jahr 2008 51
Instrumente zur Förderung der erneuerbaren Energien im EU-Strommarkt 52

TEIL III:
Globale Nutzung erneuerbarer Energien 53
Globale Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien 55
Regionale Nutzung erneuerbarer Energien im Jahr 2007 – Global 57
Globale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 58
Internationale Organisation für erneuerbare Energien 59
Internationale Konferenz für erneuerbare Energien – Renewables 2004 – und der Folgeprozess 60

Anhang: Methodische Hinweise 61


Umrechnungsfaktoren 69
Abkürzungsverzeichnis 71
Quellenverzeichnis 72

Erneuerbare Energien in Zahlen 3


VORWORT

einen entscheidenden Beitrag zur


Verminderung unserer Treibhaus-
gasemissionen, schaffen immer
mehr Arbeitsplätze und stärken
unsere Wirtschaft. Sie sind ein
Paradebeispiel für den Einsatz und
den Transfer innovativer Technolo-
gien. Damit ist Deutschland gut auf-
gestellt, um den Herausforderungen
des 21. Jahrhunderts, in dem der
Schutz unseres Klimas durch eine
nachhaltige Energieversorgung eine
zentrale Rolle spielen wird, gerecht
zu werden.

Langfristig muss unser Energiever-


brauch drastisch gesenkt und unse-
re Energieversorgung auf CO2-freie
Energieträger umgestellt werden.
Neben Fortschritten bei der Energie-
effizienz ist daher der weitere Aus-
Liebe Leserinnen, liebe Leser, bau der Nutzung von Strom, Wärme
und Kraftstoffen aus erneuerbaren
die erneuerbaren Energien in Energien die wichtigste Vorausset-
Deutschland haben sich in den ver- zung, um künftig eine nachhaltige,
gangenen Jahren zu einem immer ressourcenschonende und von teu-
bedeutsameren Faktor bei der Siche- ren und unsicheren Energieimpor-
rung unserer Energieversorgung ten unabhängige Energieversorgung
entwickelt. Sie leisten schon heute zu sichern.

4 Erneuerbare Energien in Zahlen


Im Jahr 2009 konnten die erneuer- diese auf der Grundlage demnächst
baren Energien im Umfeld einer anstehender Erfahrungsberichte
insgesamt angespannten wirtschaft- weiter optimieren.
lichen Lage auf dem Weltmarkt
ihre Stärke unter Beweis stellen. Diese Broschüre gibt Ihnen Auskunft
Mit einem Anteil der Erneuerbaren über die Entwicklung der erneuer-
von knapp über 10 Prozent am ge- baren Energien in Deutschland und
samten Endenergieverbrauch hat informiert über deren Nutzung in
Deutschland eine gute Ausgangs- Europa und in der Welt.
position, die Zielvorgaben der Euro-
päischen Kommission für den weite- Die Zahlen belegen: Die Investitio-
ren Ausbau der erneuerbaren Ener- nen in die erneuerbaren Energien
gien bis zum Jahr 2020 zu erreichen. haben sich gelohnt. Ihr Potenzial
weiter zu verstärken ist das Ziel des
Im Strombereich haben sich die er- Energiekonzeptes, das die Bundes-
neuerbaren Energien im Jahr 2009 regierung Ende des Jahres vorlegen
mit einem Anteil von 16,1 Prozent wird.
weiter gut entwickelt, ihr Anteil am
Wärmeverbrauch ist auf 8,8 Prozent
angestiegen. Jetzt heißt es, an den
bisherigen Ausbauerfolgen anzu-
knüpfen. Hierfür hat die Bundes-
regierung insbesondere mit dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz und
dem Erneuerbare-Energien-Wärme- Dr. Norbert Röttgen
gesetz die erforderlichen Rahmen- Bundesminister für Umwelt,
bedingungen geschaffen und wird Naturschutz und Reaktorsicherheit

Erneuerbare Energien in Zahlen 5


6 Erneuerbare Energien in Zahlen
ARBEITSGRUPPE ERNEUERBARE ENERGIEN – STATISTIK (AGEE-STAT)

ARBEITSGRUPPE ERNEUERBARE ENERGIEN –


STATISTIK (AGEE-STAT)
Das Bundesumweltministerium hat Als Leiter der Arbeitsgruppe Erneuer- ó allgemeine Informations- und
im Einvernehmen mit dem Bundes- bare Energien-Statistik wurde An- Öffentlichkeitsarbeit zu Daten
wirtschaftsministerium und dem fang 2010 Herr Dr. Musiol (Zentrum und Entwicklung der erneuer-
Bundeslandwirtschaftsministerium für Sonnenenergie- und Wasserstoff- baren Energien zu leisten.
die Arbeitsgruppe Erneuerbare Forschung Baden-Württemberg) ein-
Energien – Statistik (AGEE-Stat) ein- gesetzt; von 2004 bis 2009 wurde Zur Verbesserung der Datenbasis und
gerichtet, um Statistik und Daten diese Aufgabe von Herrn Professor der wissenschaftlichen Berechnungs-
der erneuerbaren Energien auf Staiß wahrgenommen. methoden werden im Rahmen der
eine umfassende, aktuelle und abge- AGEE-Stat verschiedene Forschungs-
stimmte Basis zu stellen. Die Ergeb- Der Schwerpunkt der Tätigkeiten der arbeiten durchgeführt. Workshops
nisse der Arbeit der AGEE-Stat sind AGEE-Stat liegt im Bereich der Statis- und Anhörungen zu bestimmten
Teil der vorliegenden Broschüre. tik der erneuerbaren Energien. Des Fachthemen unterstützen gleichfalls
Weiteren hat das Fachgremium die die Arbeit des Gremiums.
Die AGEE-Stat ist ein unabhängiges Aufgabe,
Fachgremium und arbeitet seit Weitere Informationen zur AGEE-
Februar 2004. Mitglieder sind Exper- ó eine Grundlage für die verschie- Stat und zu erneuerbaren Energien
tinnen und Experten aus denen nationalen, EU-weiten und sind auf der Internet-Themenseite des
internationalen Berichtspflichten BMU www.erneuerbare-energien.de
ó dem Bundesministerium für der Bundesregierung im Bereich zu finden.
Umwelt, Naturschutz und Reak- der erneuerbaren Energien zu
torsicherheit (BMU), legen und

ó dem Bundesministerium für Wirt-


schaft und Technologie (BMWi),

ó dem Bundesministerium für


Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMELV),

ó dem Umweltbundesamt (UBA),

ó dem Statistischen Bundesamt


(StBA),

ó der Fachagentur Nachwachsende


Rohstoffe e.V. (FNR),

ó der Arbeitsgemeinschaft Energie-


bilanzen (AGEB) und

ó dem Zentrum für Sonnenenergie-


und Wasserstoff-Forschung Baden-
Württemberg (ZSW).

Auf der BMU-Themenseite Erneuerbare Energien, unter www.erneuerbare-


energien.de, Rubrik „Datenservice“, finden sich jeweils aktualisierte Daten zur
Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland einschließlich ihrer
Umwelteffekte. Die in dieser Broschüre veröffentlichten Daten sind teilweise
vorläufig und geben den Stand zum Zeitpunkt der Drucklegung im Juni 2010
wieder.

Des Weiteren finden sich auf der BMU-Themenseite Grafiken und Tabellen
mit aktuellen Daten und weitere Informationen rund um die erneuerbaren
Energien.

Erneuerbare Energien in Zahlen 7


ERNEUERBARE ENERGIEN IN DEUTSCHLAND

TEIL I:
ERNEUERBARE ENERGIEN IN DEUTSCHLAND:
GARANTEN FÜR KLIMASCHUTZ, VERSORGUNGSSICHERHEIT
UND WIRTSCHAFTLICHE STABILITÄT
Die Umstellung unseres Energiesys- Import. Dadurch tragen sie zur Im Strombereich wurde das ur-
tems auf nachhaltige Energieträger, Versorgungssicherheit und zur sprüngliche Ziel der Bundesregie-
deren effiziente Nutzung und einen Vermeidung von Rohstoffkon- rung, bis zum Jahr 2010 12,5 % des
sparsamen Einsatz von Energie – das flikten bei. Bruttostromverbrauchs mit erneuer-
ist eine zentrale Herausforderung baren Energien zu decken, bereits
des 21. Jahrhunderts. Während in ó Damit sichern uns erneuerbare 2007 deutlich überschritten. Im Jahr
vielen Regionen der Welt im Zuge Energien auch gegen unkalkulier- 2009 waren schon über 16 % er-
einer nachholenden Industrialisie- bare Kostensteigerungen bei reicht.
rung der Energiebedarf rasant Energieimporten ab, die bei den
wächst, stehen die Industrieländer fossilen und nuklearen Ressour- Wichtigster Erfolgsfaktor für den
in der Pflicht, ihren Ressourcenver- cen mittel- und langfristig unver- Ausbau erneuerbarer Energien im
brauch und die energiebedingten meidbar eintreten werden und Strombereich ist das Erneuerbare-
Treibhausgasemissionen drastisch für Öl schon heute sichtbar sind. Energien-Gesetz (EEG). Mit dessen
zu senken. Denn nur dann wird es letzter Neufassung, die am 1. Januar
gelingen, die schlimmsten Klima- ó Anlagen zur Nutzung erneuer- 2009 in Kraft getreten ist, ist der
veränderungen noch abzuwenden barer Energien können am Ende weitere Ausbaupfad vorgezeichnet:
und die Abhängigkeit von Rohstof- ihrer Lebensdauer einfach abge- Bis 2020 sollen die Erneuerbaren
fen zu senken. baut und recycelt werden. Sie hin- einen Anteil von mindestens 30 %
terlassen damit keine Altlasten an der Strombereitstellung haben.
Neben der wichtigen Strategie einer wie radioaktive Abfälle oder Koh- Ebenfalls seit dem 1. Januar 2009 ist
sparsamen Nutzung und effizienten legruben. das Erneuerbare-Energien-Wärme-
Umwandlung von Energieträgern gesetz (EEWärmeG) in Kraft, nach
setzt die Bundesregierung auf den ó Erneuerbare Energien sind über- dem der Anteil der erneuerbaren
Einsatz erneuerbarer Energien. In wiegend heimische Energieträger, Energien an der Wärmebereitstel-
den vergangenen Jahren haben er- deren Nutzung zur inländischen lung bis 2020 auf 14 % ansteigen
neuerbare Energien insbesondere im Wertschöpfung beiträgt und soll. Zudem soll nach dem Biomasse-
Strommarkt, aber auch im Wärme- Arbeitsplätze sichert. In Deutsch- aktionsplan der Anteil der Biokraft-
und Verkehrssektor rasant an Be- land wurden im Jahr 2009 in stoffe bis 2020 so weit erhöht wer-
deutung gewonnen. Mit einem An- dieser Branche Investitionen den, dass dadurch eine Treibhaus-
teil von über 16 % an der deutschen von 20 Mrd. Euro getätigt und gaseinsparung von 7 % erreicht
Stromversorgung im Jahr 2009 sind durch den Anlagenbetrieb rund wird, was einem Anteil von rund
sie inzwischen zu einer unverzicht- 16 Mrd. Euro Wertschöpfung 12 % energetisch entspricht.
baren Säule der Energiewirtschaft erzielt. Mit insgesamt rund
geworden. 36 Mrd. Euro Inlandsumsatz Die genannten Ziele sind insbeson-
konnten sie sich dem Sog der dere im Kontext der EU-Richtlinie
Erneuerbare Energien tragen in Wirtschaftskrise entziehen; über zur Förderung erneuerbarer Ener-
vielerlei Hinsicht zu einer nachhal- 300.000 Menschen waren im Jahr gien (2009/28/EG) von Bedeutung.
tigen Energieversorgung bei: 2009 in diesem Bereich beschäf- Danach sollen bis 2020 in der Euro-
tigt. päischen Union 20 % des Bruttoend-
ó Sie leisten einen entscheidenden energieverbrauchs mit erneuerba-
Beitrag zum Klimaschutz, weil ren Energien gedeckt werden; für
sie u.a. fossile Brennstoffe erset- Stand und Perspektiven Deutschland liegt das Ziel bei 18 %.
zen. Im Jahr 2009 haben sie so
den Ausstoß von rund 107 Mio. Der Ausbau erneuerbarer Energien Die Zahlen des auf den folgenden
Tonnen CO2 (rund 108 Mio. t CO2- in Deutschland ist eine beispielge- Seiten dargestellten Ist-Zustands für
Äquivalenten) vermieden. bende Erfolgsgeschichte. Ihr Beitrag das Jahr 2009 zeigen, dass Deutsch-
zur Endenergiebereitstellung stieg land auf gutem Weg ist, dieses Ziel
ó Sie erhöhen die Rohstoffvielfalt seit dem Jahr 2000 um das Zweiein- zu erreichen.
und mindern die Abhängigkeit halbfache an und macht inzwischen
von fossilen Rohstoffen und deren einen Anteil von 10,3 % aus.

8 Erneuerbare Energien in Zahlen


AUF EINEN BLICK

ERNEUERBARE ENERGIEN IN DEUTSCHLAND:


DAS WICHTIGSTE IM JAHR 2009 AUF EINEN BLICK
Das haben erneuerbare Wirtschaftskrise bremst aus fester, flüssiger und gasförmiger
Biomasse 2009 insgesamt 23,6 TWh
Energien in Deutschland Energieverbrauch und erhöht Strom erzeugt (einschl. des biogenen
erreicht: Anteile der Erneuerbaren Abfalls, Deponie- und Klärgas
30,5 TWh); rund 3,5 Mio. Tonnen
ó 10,3 % am gesamten Endenergie- Infolge der Wirtschaftskrise ist der Biokraftstoffe wurden verbraucht;
verbrauch (2008: 9,3 %) Energieverbrauch in Deutschland der Bestand an Pelletheizungen ist
im vergangenen Jahr um rund 6 % auf 125.000 gestiegen [110].
ó 16,1 % am Bruttostromverbrauch zurückgegangen. Die erneuerbaren
(2008: 15,2 %) Energien konnten sich jedoch be-
haupten, so dass ihr Anteil an der Photovoltaikausbau Weltspitze
ó 8,8 % am Endenergieverbrauch Energiebereitstellung im Strom-
für Wärme (2008: 7,4 %) und Wärmebereich deutlich ange- Mit einem Zubau von rund 3.800 MW
stiegen ist. ist Deutschland auch in diesem Jahr
ó 5,5 % am Kraftstoffverbrauch Photovoltaik-Weltmeister, 6,2 TWh
(2008: 5,9 %) Strom wurden erzeugt, der Anteil
Windenergie trotz Flaute erreichte damit erstmals über 1 %;
ó Investitionen 2009: 20 Mrd. Euro weiter Spitze der Zubau solarthermischer Kollektor-
(2008: 15,3 Mrd. Euro) fläche blieb mit rund 1,6 Mio. m2 auf
Nach einem gegenüber 2008 deut- hohem Niveau, insgesamt waren
ó Wertschöpfung durch den Betrieb lich gestiegenen Bruttozubau von Ende 2009 knapp 13 Mio. m2 instal-
der Anlagen: 16 Mrd. Euro (2008: 1.917 MW (2008: 1.667 MW) waren liert.
15,3 Mrd. Euro) Ende 2009 insgesamt 25.777 MW
Windleistung installiert. Mit
ó Insgesamt wurden rund 108 Mio. 37,8 TWh blieb die Stromerzeugung Investitionen auf Rekordhoch
Tonnen Treibhausgasemissionen infolge eines ungewöhnlich wind-
vermieden. schwachen Jahres allerdings erkenn- Mit einer neuen Rekordsumme von
bar hinter den Potenzialen zurück. 20 Mrd. Euro Investitionen in die
Errichtung von Anlagen wuchsen
die erneuerbaren Energien im Jahr
Biogas im Aufschwung 2009 gegen den allgemeinen Ab-
wärtstrend der Wirtschaftskrise.
Im Zuge eines deutlich gestiegenen
Zubaus von Biogasanlagen wurden

Anteile erneuerbarer Energien an der Energiebereitstellung in Deutschland

2009 18
16,1
2008 16
2006 14
[Angaben in %]
2004 12
10,3
2002 10 8,8 8,9
2000 8
6 5,5
1998 4,7
4 3,2 3,6
2,6
2
0,2
0
Anteil am Anteil am Anteil am EEV Anteil am Anteil am PEV
gesamten EEV Bruttostromverbrauch für Wärme Kraftstoffverbrauch

Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat und weiterer Quellen,


siehe nachfolgende Tabellen

Erneuerbare Energien in Zahlen 9


ENERGIEBEREITSTELLUNG

BEITRAG DER ERNEUERBAREN ENERGIEN ZUR ENERGIEBEREITSTEL-


LUNG UND VERMIEDENE CO2-EMISSIONEN IN DEUTSCHLAND 2009
Anteil am
Endenergie vermiedene
Endenergie- Endenergie 2008
2009 CO2-Emissionen
verbrauch
[GWh] [%] [1.000 t] [GWh]
Wasserkraft 1) 19.000 3,3 15.475 20.446
Windenergie 37.809 6,5 27.001 40.574
an Land 37.773 6,5 – –

Anteil am Stromverbrauch 9)
auf See (Offshore) 37 0,006 – –
6.200 1,1 3.296 4.420
Stromerzeugung

Photovoltaik
biogene Festbrennstoffe 12.100 2,1 9.436 11.328
biogene flüssige Brennstoffe 1.450 0,2 880 1.443
Biogas 10.000 1,7 6.283 8.139
Klärgas 1.025 0,2 747 1.021
Deponiegas 940 0,2 685 941
biogener Anteil des Abfalls 2) 5.000 0,9 3.931 4.940
Geothermie 19 0,003 10 18
Summe 93.543 16,1 67.745 93.269
biogene Festbrennstoffe (Haushalte) 3) 58.000 4,4 17.199 56.762
biogene Festbrennstoffe (Industrie) 4) 13.900 1,1 3.808 13.901
biogene Festbrennstoffe (HW/HKW) 5) 6.050 0,5 1.649 5.040
Anteil am EEV für Wärme 10)

biogene flüssige Brennstoffe 6) 7.700 0,6 1.957 7.660


Wärmeerzeugung

Biogas 8.700 0,7 1.977 7.531


Klärgas 7) 1.100 0,1 316 1.143
Deponiegas 400 0,03 115 422
biogener Anteil des Abfalls 2) 9.400 0,7 2.614 5.020
Solarthermie 4.725 0,4 1.032 4.131
tiefe Geothermie 291 0,02 17 206
oberflächennahe Geothermie 8) 4.740 0,4 371 4.376
Summe 115.006 8,8 31.056 106.192
stoffverbrauch 11)
Anteil am Kraft-

Biodiesel 25.972 4,2 5.893 27.806


Kraftstoff

Pflanzenöl 1.043 0,2 288 4.194


Bioethanol 6.748 1,1 1.794 4.694
Summe 33.763 5,5 7.975 36.694

gesamt 242.312 EEV 12) 10,3 106.776 236.155

Vorjahr durch erstmalige Berücksichtigung 8) inkl. Luft/Wasser-, Wasser/Wasser- und


Anmerkung:
neu verfügbarer Daten. Es handelt sich Sole/Wasser-Wärmepumpen
Angaben in der gesamten Broschüre
um eine statistische Anpassung, die keine 9) bezogen auf den Bruttostromverbrauch
vorläufig
Aussage über den tatsächlichen Nutzungs- 2009 von 582,5 TWh
ausbau zulässt.
Zur Stromerzeugung aus Photovoltaik und zur 10) EEV für Raumwärme, Warmwasser und
3) überwiegend Holz sonstige Prozesswärme 2009
Wärmebereitstellung aus Solarthermie siehe
Anhang Abs. 1. 4) Industrie = Betriebe des Bergbaus, der 1.310 TWh (4.710 PJ), (Schätzung ZSW)
Gewinnung von Steinen und Erden sowie 11) bezogen auf den Kraftstoffverbrauch 2009
Abweichungen in den Summen durch Run-
des verarbeitenden Gewerbes, § 8 Energie- von 613 TWh
dungen
statistikgesetz
1) bei Pumpspeicherkraftwerken nur Strom- 12) bezogen auf EEV 2009 von
5) nach §§ 3 und 5, Energiestatistikgesetz 2.350 TWh (8.470 PJ), (Schätzung ZSW)
erzeugung aus natürlichem Zufluss
6) Wärme inkl. Papierindustrie (Sulfitablauge)
2) biogener Anteil des Abfalls in Abfallver-
und weiterer Industrie Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat und weiterer Quellen,
brennungsanlagen mit 50 % angesetzt.
Steigerung bei Wärme gegenüber dem 7) enthält Wert zur Direktnutzung von Klärgas siehe nachfolgende Tabellen

10 Erneuerbare Energien in Zahlen


ENERGIEBEREITSTELLUNG

ANTEILE ERNEUERBARER ENERGIEN AN DER ENERGIEBEREITSTELLUNG


IN DEUTSCHLAND VON 1998 BIS 2009
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Endenergieverbrauch (EEV) [%]
Stromerzeugung 4,7 5,4 6,4 6,7 7,8 7,5 9,2 10,1 11,6 14,2 15,2 16,1
(bezogen auf gesamten Bruttostromverbrauch)

Wärmebereitstellung 3,6 3,8 3,9 4,2 4,3 5,1 5,5 6,0 6,2 7,4 7,4 8,8
(bezogen auf gesamte Wärmebereitstellung)

Kraftstoffverbrauch 1) 0,2 0,2 0,4 0,6 0,9 1,4 1,8 3,7 6,3 7,2 5,9 5,5
(bezogen auf gesamten Kraftstoffverbrauch)

Anteil EE am gesamten EEV 3,2 3,4 3,8 4,1 4,5 5,0 5,9 6,8 8,0 9,5 9,3 10,3

Primärenergieverbrauch (PEV) [%]


Anteil EE am gesamten PEV 2) 2,6 2,8 2,9 2,9 3,2 3,8 4,5 5,3 6,3 7,9 8,1 8,9

1) bis 2002 Bezugsgröße Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr; ab 2003 der gesamte Verbrauch an


Motorkraftstoff, ohne Flugkraftstoff
2) AGEB (Stand März 2010), berechnet nach Wirkungsgradmethode

Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiteren Quellen, siehe Seiten 14 – 17

Entwicklung der Anteile der erneuerbaren Energien am End- und Primärenergieverbrauch


in Deutschland seit 1998

12

10,3
10 9,5 9,3
8,9
8,0 7,9 8,1
8
6,8
6,3
5,9
[%]

6
5,3
5,0
4,5 4,5
4,1
4 3,8 3,8
3,2 3,4 3,2
2,8 2,9 2,9
2,6
2

0
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

Anteil EE am EEV
Anteil EE am PEV
Quellen: siehe Tabelle oben

Erneuerbare Energien in Zahlen 11


ENERGIEBEREITSTELLUNG

ENDENERGIEVERBRAUCH IN DEUTSCHLAND 2009


– ANTEILE DER ERNEUERBAREN ENERGIEN

Anteile der erneuerbaren Energien am gesamten


Endenergieverbrauch in Deutschland 2009
gesamt: 8.470 PJ 1)
EE-Endenergiebereitstellung:
rund 242 TWh (871 PJ) Wasser
(10,3 % Anteil am gesamten 0,8 %
Endenergieverbrauch) Wind
1,6 %
1) Schätzung ZSW Anteil EE
10,3 % Biomasse 2)
2) feste, flüssige, gasförmige Biomasse (Biogas, 89,7 %
Klärgas und Deponiegas), biogener Anteil des nicht erneuerbare Energieträger 7,2 %
Abfalls sowie biogene Kraftstoffe
(Steinkohle, Braunkohle,
Mineralöl, Erdgas und restl. EE
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat, Kernenergie) 0,7 %
ZSW [1]; nach AGEB [4]

Wasserkraft Struktur der Endenergiebereitstellung aus


Windenergie erneuerbaren Energien in Deutschland 2009
Biokraftstoffe
gesamt: 242 TWh
biogene Brennstoffe, Strom 1)
13,9 % 12,6 %
biogene Brennstoffe, Wärme 1)
Solarthermie
Geothermie
15,6 %
Photovoltaik

1) biogene Festbrennstoffe, biogene flüssige


und gasförmige Brennstoffe (Biogas, Klär-
und Deponiegas), biogener Anteil des Abfalls 7,8 %

Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiteren Quellen,


2,6 % 43,4 %
siehe Seiten 14 – 17 2,1 % 1,9 %

Entwicklung der Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Deutschland nach Sektoren


300
Anteile 2009 Kraftstoff
250 Wärme
13,9 %
Strom
200
38,6 %
[TWh]

150 47,5 %

100

50

0
1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiterer Quellen, siehe Seiten 14 – 17

12 Erneuerbare Energien in Zahlen


ENERGIEBEREITSTELLUNG

STRUKTUR DER ENERGIEBEREITSTELLUNG AUS


ERNEUERBAREN ENERGIEN IN DEUTSCHLAND 2009

Struktur der Strombereitstellung aus EE-Strombereitstellung: 93,5 TWh


erneuerbaren Energien in Deutschland 2009 (Anteil am gesamten Stromverbrauch: 16,1 %)
40,4 % Wasserkraft
Windenergie
Photovoltaik
biogene Festbrennstoffe
6,6 % biogene flüssige Brennstoffe
20,3 %
Biogas
Klärgas
12,9 % Deponiegas
5,3 % 1,6 % biogener Anteil des Abfalls
1,1 % 10,7 %
1,0 %
Geothermische Stromerzeugung auf Grund geringer
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiteren Quellen, siehe Tabelle Seite 14 Strommengen nicht dargestellt

Struktur der Wärmebereitstellung aus EE-Wärmebereitstellung: 115,0 TWh


erneuerbaren Energien in Deutschland 2009 (Anteil am gesamten Wärmeverbrauch: 8,8 %)
biogene Festbrennstoffe (Haushalte)
50,4 % biogene Festbrennstoffe (Industrie)
biogene Festbrennstoffe (HW/HKW)
12,1 % biogene flüssige Brennstoffe
biogene gasförmige Brennstoffe
5,3 % biogener Anteil des Abfalls
Solarthermie
6,7 % tiefe Geothermie
4,1 % oberflächennahe Geothermie
8,9 %
4,1 % 8,2 %
0,3 %
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiteren Quellen,
siehe Tabelle Seite 16

Struktur der Kraftstoffbereitstellung aus Biogene Kraftstoffe: 33,8 TWh


erneuerbaren Energien in Deutschland 2009 (Anteil am gesamten
Kraftstoffverbrauch: 5,5 %)
76,9 %
Biodiesel Biokraftstoffmengen 2009:
Biodiesel: 2.517.000 Tonnen,
Pflanzenöl
2.836 Mio. Liter;
Bioethanol Pflanzenöl: 100.000 Tonnen,
109 Mio. Liter;
Bioethanol: 902.000 Tonnen,
1.153 Mio. Liter

3,1 %

20,0 % Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiterer Quellen,


siehe Tabelle Seite 17

Erneuerbare Energien in Zahlen 13


STROMBEREITSTELLUNG

ENTWICKLUNG DER ENERGIEBEREITSTELLUNG AUS


ERNEUERBAREN ENERGIEN IN DEUTSCHLAND VON 1990 BIS 2009
Stromerzeugung (Endenergie) aus erneuerbaren Energien in Deutschland seit 1990
biogener Summe Anteil am
Wasser- Wind- Photo-
Biomasse 2) Anteil des Geothermie Strom- Bruttostrom-
kraft 1) energie voltaik
Abfalls 3) erzeugung verbrauch
[GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [%]
1990 15.580 71 222 1.213 1 0 17.087 3,1
1991 15.402 100 259 1.211 2 0 16.973 3,1
1992 18.091 275 297 1.262 3 0 19.928 3,7
1993 18.526 600 433 1.203 6 0 20.768 3,9
1994 19.501 909 570 1.306 8 0 22.294 4,2
1995 20.747 1.500 665 1.348 11 0 24.271 4,5
1996 18.340 2.032 759 1.343 16 0 22.490 4,1
1997 18.453 2.966 879 1.397 26 0 23.721 4,3
1998 18.452 4.489 1.642 1.618 32 0 26.233 4,7
1999 20.686 5.528 1.847 1.740 42 0 29.843 5,4
2000 24.867 7.550 2.893 1.844 64 0 37.217 6,4
2001 23.241 10.509 3.348 1.859 76 0 39.033 6,7
2002 23.662 15.786 4.089 1.949 162 0 45.647 7,8
2003 17.722 18.713 6.085 2.161 313 0 44.993 7,5
2004 19.910 25.509 7.960 2.117 556 0,2 56.052 9,2
2005 19.576 27.229 10.979 3.047 1.282 0,2 62.112 10,1
2006 20.042 30.710 14.840 3.675 2.220 0,4 71.487 11,6
2007 21.249 39.713 19.430 4.130 3.075 0,4 87.597 14,2
2008 20.446 40.574 22.872 4.940 4.420 17,6 93.269 15,2
2009 19.000 37.809 25.515 5.000 6.200 18,6 93.543 16,1
Zur Stromerzeugung aus Photovoltaik siehe 1) bei Pumpspeicherkraftwerken nur Strom- Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat, ZSW [1]; VDEW [17],
Anhang Abs. 1. erzeugung aus natürlichem Zufluss [18], [20], [22] [27], [28], [29], [30], [35]; AGEB [5];
Anmerkung: Bis einschließlich 1999 (Klärgas: 2) bis 1998 nur Einspeisung in das Netz der BDEW [6], [23], [24]; StBA [21]; SFV [26]; Erdwärme-Kraft
1997) beinhalten die Angaben zur Stromerzeu- allgemeinen Versorgung, Angaben ab 2003 GbR [39]; geo x [40]
gung aus Biomasse nur die Stromerzeugung der beinhalten auch die industrielle Stromerzeu-
Kraftwerke der allgemeinen Versorgung sowie gung aus flüssiger Biomasse (Sulfitablauge)
die Einspeisung privater Erzeuger; der eigen ge- 3) Anteil des biogenen Abfalls in Abfallver-
nutzte Strom der Industrie wurde nicht erfasst. brennungsanlagen mit 50 % angesetzt

Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland seit 1990


120
Photovoltaik neues EEG 2009
ab 1. Januar 2009
Windenergie 100
EEG 2004
Stromerzeugung [TWh]

biogener Anteil des Abfalls ab 1. August 2004


80
EEG
Biomasse ab 1. April 2000
60
Wasserkraft StrEG Novelle BauGB
ab 1. Januar 1991 ab November 1997
Geothermische Stromerzeugung
40
auf Grund geringer Strommengen
nicht dargestellt 20

Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie 0


weiteren Quellen, siehe Tabelle oben 0
9 91 992 993 994 995 99 6 997 998 999 000 001 002 003 004 005 006 007 008 009
19 19 1 1 1 1 1 1 1 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2

14 Erneuerbare Energien in Zahlen


INSTALLIERTE LEISTUNG

Installierte Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland seit 1990
Anmerkungen: Bis einschließlich 1999 beinhal-
biogener ten die Angaben zur installierten elektrischen
Wasser- Wind- Photo- Geo- Gesamte
Biomasse Anteil des Leistung der Biomasseanlagen nur die „Kraft-
kraft energie voltaik thermie Leistung
Abfalls werke der allgemeinen Versorgung“ sowie den
„sonstigen EE-Einspeisern“.
[MW] [MW] [MW] [MW] [MWp] [MW] [MW]
Die Angaben zur installierten Leistung bezie-
1990 4.403 55 85 499 1 0 5.042 hen sich jeweils auf den Stand zum Jahresende,
kumuliert.
1991 4.446 106 97 499 2 0 5.150
1992 4.489 174 105 499 3 0 5.270
1993 4.509 326 143 499 5 0 5.482
1994 4.529 618 178 499 6 0 5.830
1995 4.546 1.121 215 525 8 0 6.415
1996 4.563 1.546 253 551 11 0 6.924
1997 4.578 2.080 318 527 18 0 7.521
1998 4.600 2.871 432 540 23 0 8.466
1999 4.547 4.439 467 555 32 0 10.040
2000 4.600 6.104 579 585 76 0 11.944
2001 4.600 8.754 696 585 186 0 14.821
2002 4.620 11.994 826 585 296 0 18.321
2003 4.640 14.609 1.090 847 439 0 21.625
2004 4.660 16.629 1.444 1.016 1.074 0,2 24.823
2005 4.680 18.415 1.964 1.210 1.980 0,2 28.249 Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie VDEW [17], [18],
2006 4.700 20.622 2.619 1.250 2.812 0,2 32.003 [20], [22], [27], [28], [29], [30], [35], [61], [62], [63]
[64]; EnBW [41]; Fichtner [42]; BWE [43]; DEWI et al.[44];
2007 4.720 22.247 3.502 1.330 3.977 3,2 35.779 DEWI [45], [46], [47], [48], [49], [50]; BSW [51]; IE [58];
2008 4.740 23.897 3.973 1.440 5.994 6,6 40.051 DBFZ [57]; BDEW [59]; ITAD [66]; Erdwärme-Kraft GbR
[39]; geo x GmbH [40]; BNetzA [52], [113]; ZSW [1] nach
2009 4.760 25.777 4.509 1.460 9.800 6,6 46.313 [112]

Anteile an der installierten Gesamtleistung der erneuerbaren


Energien im Strombereich in Deutschland 2000 und 2009

0,6 %
Wasserkraft

9,7 % 12,9 % 21,2 % Windenergie


Biomasse

2009: Photovoltaik
2000: 38,5 %
gesamt 10,3 %
gesamt
46.313 MW
11.944 MW
Anteil der geothermischen Stromerzeu-
51,1 %
gungskapazitäten im Vergleich zu anderen
erneuerbaren Technologien noch marginal
55,6 % und deshalb nicht dargestellt.

Seit dem Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 hat sich die installierte
Gesamtleistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien beinahe
vervierfacht. Die Bedeutung der Wasserkraft ist in diesem Zeitraum deut- Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie weiterer
lich zurückgegangen Quellen, siehe oben stehende Tabelle

Erneuerbare Energien in Zahlen 15


WÄRMEBEREITSTELLUNG

Wärmebereitstellung (Endenergie) aus erneuerbaren Energien


in Deutschland seit 1990
1) Erhebungsmethode 1996/1997 geändert;
abweichend zu den Vorjahren ab 2003 biogener Summe Anteil am
Solar- Geo-
Angaben nach §§ 3, 5 (Heizkraft- und Biomasse 1) Anteil des Wärme- Wärme-
Heizwerke) und § 8 (Industrie) des Energie- thermie 3) thermie 4)
Abfalls 2) erzeugung verbrauch
statistikgesetzes von 2003 sowie Direktnut-
zung von Klärgas [GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [%]
2) Angaben 1990 bis 1994 gleichgesetzt mit 1990 32.218 2,1
28.265 2.308 130 1.515
1995, Angaben 2000 bis 2002 geschätzt
mit Orientierung an Werten 1999 und 1991 28.360 2.308 166 1.518 32.353 2,1
2003. Biogener Anteil des Abfalls in Abfall-
1992 28.362 2.308 218 1.525 32.413 2,1
verbrennungsanlagen mit 50 % angesetzt.
Steigerung bei Wärme 2009 gegenüber dem 1993 28.368 2.308 277 1.535 32.488 2,1
Vorjahr durch erstmalige Berücksichtigung
neu verfügbarer Daten. Es handelt sich um 1994 28.375 2.308 351 1.538 32.572 2,2
eine statistische Anpassung, die keine Aus- 1995 28.387 2.308 439 1.543 32.677 2,1
sage über den tatsächlichen Nutzungsaus-
bau zulässt. 1996 28.277 2.538 547 1.554 32.916 2,0
3) Nutzenergie; Abbau von Altanlagen ist 1997 45.591 2.290 688 1.589 50.158 3,2
berücksichtigt
1998 49.740 3.405 846 1.624 55.615 3,6
4) einschließlich Wärme aus Tiefengeothermie
und Luft/Wasser-, Wasser/Wasser- und Sole/ 1999 50.858 3.674 1.021 1.666 57.219 3,8
Wasser-Wärmepumpen
2000 51.419 3.548 1.259 1.722 57.947 3,9
2001 58.220 3.421 1.586 1.809 65.036 4,2
2002 57.242 3.295 1.884 1.903 64.324 4,3
2003 69.182 3.169 2.139 2.010 76.500 5,1
2004 75.376 3.690 2.437 2.162 83.665 5,5
2005 79.746 4.692 2.773 2.413 89.624 6,0
2006 83.023 4.911 3.212 3.100 94.246 6,2
2007 86.670 4.783 3.636 3.731 98.820 7,4
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie ZSW [1]; StBA [21]; 2008 92.459 5.020 4.131 4.582 106.192 7,4
IEA [65]; AGEB [68], [69], [70]; BSW [51]; ZfS [54];
2009 95.850 9.400 4.725 5.031 115.006 8,8
nach IE et al. [58]; nach ITW [72], GZB [114]; LIAG [115]

Entwicklung der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Deutschland seit 1997


140
Geothermie Anteile 2009
Solarthermie 120 115,0
biogener Anteil 106,2
des Abfalls 8,2 %
83,3 % 98,8
100 94,2
Biomasse 4,1 %
89,6
4,4 % 83,7
80 76,5
[TWh]

65,0 64,3
60 55,6 57,2 57,9
50,2

40

20

Quellen: siehe oben 0


1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

16 Erneuerbare Energien in Zahlen


WÄRME-/KRAFTSTOFFBEREITSTELLUNG

Solarthermie
Entwicklung des Zubaus von Solarkollektoren in Deutschland seit 1990 kum. kum.
Fläche Leistung
[1.000 m2] [MW]
1.400 14 1990 332 232
Gesamter Bestand, kumuliert 12,9
1991 460 322
Zubau Schwimmbadabsorber
1.200 12 1992 575 402
Zubau Kombisolarthermieanlagen 11,3
1993 740 518

gesamter Bestand, kumuliert [Mio. m2]


Zubau Warmwassersolarthermieanlagen 9,4 1994 931 652
1.000 10
8,5 1995 1.138 797
Zubau [1.000 m2]

1996 1.428 1.000


800 7,1 8
1997 1.783 1.248
6,1 1998 2.147 1.503
600 5,4 6 1999 2.603 1.822
4,7
4,1 2000 3.231 2.261
400 3,2 4 2001 4.128 2.890
2002 4.658 3.261
200 1,1 2 2003 5.374 3.762
0,3 2004 6.128 4.290
0 0 2005 7.073 4.951
1990 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2006 8.475 5.932
Grafik berücksichtigt den Abbau von Altanlagen; „Kombi“ = Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung. 2007 9.410 6.587
Zur Umrechnung der Flächen in Leistung wurde der Konversionsfaktor 0,7 kWth/m2 verwendet [IEA 107].
2008 11.307 7.915
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie ZSW [1]; ZfS [54]
2009 12.880 9.016

Kraftstoffbereitstellung (Endenergie) aus erneuerbaren Energien in Deutschland seit 1990


Anteil am 1) In der Biodieselmenge 2006 ist auch
Summe
Biodiesel Pflanzenöl Bioethanol Kraftstoff- Pflanzenöl enthalten, da bis August 2006
Biokraftstoffe Biodiesel und Pflanzenöl gemeinsam
verbrauch
erhoben wurden. AGQM [31] und UFOP [32]
[GWh] [GWh] [GWh] [GWh] [%] weisen für 2006 einen Biodieselverbrauch
von 2,5 Mio. Tonnen aus.
1990 0 k.A. 0 0 0,0
2) Biokraftstoffmengen 2009:
1991 2 k.A. 0 2 0,0 Biodiesel: 2.517.000 Tonnen,
Pflanzenöl: 100.000 Tonnen,
1992 52 21 0 72 0,01
Bioethanol: 902.000 Tonnen.
1993 52 31 0 83 0,01
1994 258 42 0 300 0,05
1995 310 63 0 372 0,06
1996 516 84 0 599 0,1
1997 825 94 0 919 0,1
1998 1.032 115 0 1.147 0,2
1999 1.341 146 0 1.487 0,2
2000 2.579 167 0 2.746 0,4
2001 3.611 209 0 3.820 0,6
2002 5.674 251 0 5.925 0,9
2003 8.253 292 0 8.546 1,4
2004 10.833 345 481 11.659 1,8
2005 18.570 2.047 1.674 22.291 3,7
2006 1)
29.310 7.426 3.540 40.276 6,3
2007 33.677 8.066 3.412 45.154 7,2
2008 27.806 4.194 4.694 36.694 5,9
Quellen: BMU auf Basis AGEE-Stat sowie BMU/BMELV [14];
2009 2) 25.972 1.043 6.748 33.763 5,5 BMELV [15]; BAFA [16]; FNR [60], UFOP [32]; AGQM [31]

Erneuerbare Energien in Zahlen 17


VERMIEDENE EMISSIONEN

VERMIEDENE EMISSIONEN DURCH DIE NUTZUNG ERNEUERBARER


ENERGIEN IN DEUTSCHLAND IM JAHR 2009
Für Strom, Wärme und Kraftstoffe Die dazu abweichenden Werte bei flusst, welche fossilen Brennstoffe
werden fossile Energieträger durch der ausschließlichen Betrachtung durch welche erneuerbare Energie
erneuerbare Energien ersetzt und des Hauptklimagases CO2 ergeben ersetzt werden. Bei den biogenen
so die Emissionen aus dem Energie- sich im Strom- und Wärmebereich Kraftstoffen ist besonders die Art
sektor verringert. Insgesamt resul- hauptsächlich durch Methanemis- und Herkunft der verwendeten Roh-
tierte daraus im Jahr 2009 eine Ver- sionen der fossilen Brennstoffbereit- stoffe ausschlaggebend.
meidung von rund 107 Mio. t CO2 stellung und im Verkehrsbereich
bzw. von 108 Mio. t CO2-Äquivalenten u.a. durch hohe Lachgasemissionen Beim landwirtschaftlichen Anbau
(Treibhausgase: CO2, CH4 und N2O). im Kontext des Biomasseanbaus. von Energiepflanzen spielen Treib-
hausgas-Emissionen aufgrund direk-
Auf den Stromsektor entfallen rund Diese Bilanz berücksichtigt sowohl ter und indirekter Landnutzungs-
72 Mio. t vermiedener Treibhaus- die vermiedenen Emissionen aus der änderungen, z.B. durch Regenwald-
gase. Allein die durch das EEG ver- Nutzung fossiler Energiequellen als abholzung und Grünlandumbruch,
gütete Strommenge führte zu einer auch die Emissionen aus der Bereit- eine wichtige Rolle. Der gegenwärti-
Treibhausgasminderung von circa stellung erneuerbarer Energien. ge Kenntnisstand über das Ausmaß
52 Mio. t. Im Wärmebereich wurden Dabei werden jeweils auch die Vor- ist jedoch unzureichend und belast-
etwa 31 Mio. t Treibhausgase ver- ketten der Energiebereitstellung bare methodische Ansätze zur Be-
mieden und im Kraftstoffbereich einbezogen. rechnung befinden sich noch in der
circa 5 Mio. t. Entwicklung. Entsprechend wurden
Bei Strom und Wärme wird das Er- Änderungen der Landnutzung nicht
gebnis maßgeblich dadurch beein- in die Berechnung einbezogen.

Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland 2009


Biomasse
Strom Biokraftstoffe
22,2 16,5 29,3 3,6
71,6 Mio. t
Wasser
Wind
Wärme gesamte THG-Vermeidung 2009
29,9 0,4 (Strom/Wärme/Biokraftstoffe): Photovoltaik
31,3 Mio. t
rund 108 Mio. t CO2-Äquivalente
Solarthermie
1,1 davon THG-Vermeidung durch EEG vergütete
Kraftstoffe Stromerzeugung 52 Mio. t CO2-Äquivalente Geothermie
5,1
5,1 Mio. t
Quellen: UBA auf Basis AGEE-
Stat sowie weiterer Quellen,
0 10 20 30 40 50 60 70 80 siehe Seite 19 – 21
Treibhausgas-Vermeidung [Mio. t CO2-Äq.]

Vermiedene CO2-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland 2009


Biomasse
Strom 22,0 15,5 27,0 3,3 Biokraftstoffe
67,7 Mio. t
Wasser
Wind
Wärme gesamte CO2-Vermeidung 2009
29,5 0,4 Photovoltaik
31,1 Mio. t (Strom/Wärme/Biokraftstoffe):
rund 107 Mio. t CO2 Solarthermie
1,0 davon CO2-Vermeidung durch EEG
Kraftstoffe vergütete Stromerzeugung 49 Mio. t CO2 Geothermie
8,0
8,0 Mio. t
Quellen: UBA auf Basis AGEE-
Stat sowie weiterer Quellen,
0 10 20 30 40 50 60 70 80 siehe Seite 19 – 21
CO2-Vermeidung [Mio. t CO2]

18 Erneuerbare Energien in Zahlen


VERMIEDENE EMISSIONEN

Vermiedene Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Stromsektor 2009

Zur Produktion von Strom aus er- gen aus den Bereitstellungsketten CO2-Vermeidungsfaktoren der
neuerbaren Energien wird Wasser, der fossilen Energieerzeugung. Diese erneuerbaren Stromerzeugung
Wind und Sonne sowie Erdwärme können die Emissionen aus der Be- 2009
und Biomasse genutzt. Fossile Ener- reitstellung erneuerbarer Energien
gieträger, auf deren Nutzung die um ein Vielfaches übertreffen.
Stromversorgung in Deutschland Insbesondere sind hier die hohen Vermeidungs-
gegenwärtig hauptsächlich noch be- Emissionen von Methan (CH4) aus faktor
ruht, werden entsprechend ersetzt. der Bereitstellung von Steinkohle Strom [kg CO2/GWh]
Damit leistet die Stromerzeugung und Erdgas zu nennen.
aus erneuerbaren Energien einen Wasserkraft 814.474
großen Beitrag zur Vermeidung Windenergie 714.138
von Treibhausgasen und versauernd Der Vermeidungsfaktor ist der Quotient aus Photovoltaik 531.611
wirkenden Luftschadstoffen in vermiedenen Emissionen (in kg) und der Strom- biogene Festbrennstoffe 779.798
Deutschland. bereitstellung aus EE (in GWh). Er entspricht
biogene flüssige
der durchschnittlichen Vermeidung von Treib- 607.215
hausgasen und Luftschadstoffen pro GWh Brennstoffe
Die Bilanzergebnisse berücksichti- erneuerbare Strombereitstellung (weitere Erläu- Biogas 628.347
gen die unmittelbar vermiedenen terung siehe Anhang).
Emissionen fossiler Kraftwerke sowie Klärgas 729.002
Quellen: UBA auf Basis AGEE-Stat sowie weiterer Quellen,
die vermiedenen Umweltbelastun- siehe folgende Tabelle. Deponiegas 729.002
biogener Anteil
786.237
des Abfalls
Geothermie 523.732

Emissionsbilanz erneuerbarer Stromerzeugung 2009


1) Weitere Treibhausgase (SF6, FKW, H-FKW)
EE Stromerzeugung: sind nicht berücksichtigt.
gesamt: 93.543 GWh 2) Weitere Luftschadstoffe mit Versauerungs-
potenzial (NH3, HCl, HF) sind nicht berück-
Treibhausgas/ Vermeidungsfaktor vermiedene Emissionen
sichtigt.
Luftschadstoff [kg/GWh] [1.000 t]
3) NMVOC und CO sind wichtige Vorläufer-
substanzen für bodennahes Ozon, das
CO2 724.213 67.745 wesentlich zum so genannten „Sommer-
Treibhauseffekt 1)

smog“ beiträgt.
CH4 2.119 198 4) Staub umfasst hier die Gesamtemissionen
an Schwebstaub aller Partikelgrößen. Basis
der Berechnungen ist das „Gutachten zur
N2O -10,5 -1,0 CO2-Minderung im Stromsektor durch den
Einsatz erneuerbarer Energien im Jahr 2006
und 2007“ (Klobasa et al. [88]). Zur Metho-
CO2-Äquivalent 765.455 71.603 dik der Berechnungen siehe Anhang Abs. 3.

SO2 360,5 33,7


Versauerung 2)

NOX 129,8 12,1

SO2-Äquivalent 450,9 42,2

CO -161,1 -15,1
Staub 4)
Ozon 3)

NMVOC -7,8 -0,7


Quellen: UBA [75] auf Basis AGEE-Stat und Klobasa et al.
Staub -24,1 -2,3 [88]; UBA [99]; Öko-Institut [90]; Ecoinvent [84]; Vogt et
al. [89]; Ciroth [83]

Erneuerbare Energien in Zahlen 19


VERMIEDENE EMISSIONEN

Vermiedene Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor 2009

Neben der Nutzung von Sonnenlicht allerdings höhere Mengen Luft- CO2-Vermeidungsfaktoren
und Umweltwärme stammt erneuer- schadstoffe im Vergleich zur fossilen der erneuerbaren Wärmebereit-
bare Energie für Raumwärme und Wärmebereitstellung freigesetzt. stellung 2009
Warmwasser in den Haushalten so- Dies betrifft insbesondere die zum
wie für industrielle Prozesswärme Sommersmog beitragenden flüchti-
überwiegend aus der CO2-neutralen gen organischen Verbindungen und Vermeidungs-
Verbrennung von Biomasse. Dabei Kohlenmonoxid sowie Staubemis- faktor
wird nur soviel CO2 freigesetzt, wie sionen aller Partikelgrößen. Wärme [kg CO2/GWh]
die Pflanze für ihr Wachstum vorher
aufgenommen hat. Durch den Einsatz moderner Hei- biogene FBSt (Haushalte) 296.536
zungen und Öfen sowie ein verant- biogene FBSt (Industrie) 273.965
Die erneuerbare Wärmebereitstel- wortungsvolles Nutzerverhalten biogene FBSt (HKW/HW) 272.539
lung leistet damit einen wichtigen lassen sich diese Umweltbelastungen biogene flüssige
Beitrag zur Vermeidung von Treib- jedoch minimieren. 254.217
Brennstoffe
hausgasemissionen. Dieser Klima- Biogas 227.243
schutzeffekt geht zum einen auf ver-
Der Vermeidungsfaktor ist der Quotient aus Klärgas 287.644
miedene Freisetzung des in fossilen vermiedenen Emissionen (in kg) und der
Energieträgern wie Öl, Erdgas, Wärmebereitstellung aus EE (in GWh). Er ent-
Deponiegas 287.644
Stein- und Braunkohle gebundenen spricht der durchschnittlichen Vermeidung von biogener Anteil
278.038
Kohlenstoffs, zum anderen auf ver- Treibhausgasen und Luftschadstoffen pro GWh des Abfalls
erneuerbare Wärmebereitstellung (weitere
miedene Umweltbelastungen (z.B. Erläuterung siehe Anhang). Solarthermie 218.473
Methanemissionen) bei der Gewin- tiefe Geothermie 1) 59.053
1) Die vermiedenen CO2-Emissionen wurden
nung, der Aufbereitung und dem auf Basis der vermiedenen CO2-Äquivalente oberflächennahe
Transport fossiler Energieträger abgeleitet. 78.259
Geothermie 2)
zurück. 2) einschließlich sonstiger Umweltwärme
Quellen: UBA auf Basis AGEE-Stat sowie weiterer Quellen,
Bei der Verbrennung von Biomasse siehe folgende Tabelle
in älteren Feuerungsanlagen wie
Kachel- und Kaminöfen werden

Emissionsbilanz erneuerbarer Wärmebereitstellung 2009


1) Weitere Schadstoffe mit Treibhausgaspoten-
EE Wärmebereitstellung: zial (SF6, FKW, H-FKW) sind nicht berück-
gesamt: 115.006 GWh sichtigt.
2) Weitere Luftschadstoffe mit Versauerungs-
Treibhausgas/ Vermeidungsfaktor vermiedene Emissionen
potenzial (NH3, HCl, HF) sind nicht berück-
Luftschadstoff [kg/GWh] [1.000 t] sichtigt.
3) NMVOC und CO sind wichtige Vorläufer-
CO2 270.038 31.056 substanzen für bodennahes Ozon, das
Treibhauseffekt 1)

wesentlich zum „Sommersmog“ beiträgt.


CH4 287,0 33,0 4) Staub umfasst hier die Gesamtemissionen an
Schwebstaub aller Partikelgrößen.
N2O -11,5 -1,3 Zur Methodik der Berechnungen siehe Anhang
Abs. 4.
CO2-Äquivalent 272.514 31.341

SO2 202,2 23,3


Versauerung 2)

NOX -130,3 -15,0

SO2-Äquivalent 111,5 12,8

CO -4.676,9 -537,9
Staub 4)
Ozon 3)

NMVOC -231,7 -26,6


Quellen: UBA [75] auf Basis AGEE-Stat und Frondel et al.
Staub -182,6 -21,0 [87]; UBA [99]; Öko-Institut [90]; Ecoinvent [84]; Vogt et
al. [89]; Ciroth [83]; AGEB [2], [73]

20 Erneuerbare Energien in Zahlen


VERMIEDENE EMISSIONEN

Vermiedene Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor 2009

Die Bereitstellung und der Einsatz Betrachtet man die Summe der Vermeidungsfaktoren der
von Biokraftstoffen sind mit Emis- Treibhausgase, ist das Emissions- erneuerbaren Kraftstoffbereit-
sionen verbunden, die sowohl aus niveau stark von der Rohstoffbasis stellung 2009
Anbau und Ernte der Biomasse, der und damit einhergehend von der
Verarbeitung, der Verbrennung Herkunft der Biokraftstoffe und den
im Motor als auch – in geringerem korrespondierenden Emissionsfak- Vermeidungsfaktoren
Maße – aus dem Transport resultie- toren abhängig. Gegenwärtig wer- [kg/GWh]
ren. Beim Anbau gilt die Düngung den durch den Einsatz von Pflanzen-
als besonders wichtiger Faktor. ölen die spezifisch höchsten Treib- Verkehr CO2 CO2-Äqui.
Sie ist für klimarelevante Lachgas- hausgas-Minderungen erreicht, ge- Biodiesel 226.904 144.719
(N2O)- und versauernde Ammoniak- folgt von Bioethanol und Biodiesel. Pflanzenöl 275.447 175.680
(NH3)-Emissionen verantwortlich.
Bioethanol 265.914 169.600
Die hohen NH3-Emissionen haben Treibhausgas-Emissionen aus Land-
zur Folge, dass die Versauerung nutzungsänderungen infolge des
bei der Verwendung von Biokraft- landwirtschaftlichen Anbaus von
Der Vermeidungsfaktor ist der Quotient aus
stoffen höher ist als bei konventio- Energiepflanzen zur Biokraftstoff-
vermiedenen Emissionen (in kg) und der Kraft-
nellen Kraftstoffen. In der Bilanz herstellung konnten – wie auf S. 18 stofferzeugung aus EE (in GWh). Das entspricht
findet auch der fossile Prozessener- bereits dargestellt – aus metho- der durchschnittlichen Einsparung von Treib-
giebedarf zur Herstellung der Bio- dischen Gründen bisher nicht be- hausgasen und Luftschadstoffen pro erzeugter
kraftstoffe und die benötigten rücksichtigt werden. GWh aus erneuerbaren Energien. Er berück-
sichtigt die Vorketten, die unterschiedlichen
Hilfsstoffe (z.B. Methanol fossilen Biomassen und basiert auf der Allokation zur
Ursprungs) Berücksichtigung. Aufteilung in Haupt- und Nebenprodukte auf
Basis des unteren Heizwertes.

Emissionsbilanz erneuerbare Kraftstoffbereitstellung 2009


1) Bei den Treibhausgasemissionen wurden
Biogene Kraftstoffe: hier nur CO2, CH4 und N2O berücksichtigt,
gesamt: 33.763 GWh weitere Treibhausgase (SF6, FKW, H-FKW)
nicht.
Treibhausgas/ Vermeidungsfaktor vermiedene Emissionen
2) Die vermiedenen CO2-Emissionen wurden
Luftschadstoff [kg/GWh] [1.000 t] auf Basis der vermiedenen CO2-Äquivalente
abgeleitet.
Treibhaus-

CO2 2) 236.201 7.975


effekt 1)

Die Treibhausgas-Bilanz ist von zahlreichen


Parametern abhängig, u.a. von der eingesetzten
Biomasse, den Prozessen, den gewählten Refe-
CO2-Äquivalent 150.649 5.086
renzsystemen und der Allokationsmethodik.
Die ermittelten Daten sind daher mit Unsicher-
Quellen: UBA [75] auf Basis AGEE-Stat und EP/ER [85]; BR [79]; BR [80]; BDBe [82]; VDB [81], [98] und [142]; OVID [77]; heit behaftet. Zur Methodik der Berechnungen
TFZ [91], Greenpeace [78], BLE [103], StBA [104] und [134] siehe Anhang Abs. 5.

Erneuerbare Energien in Zahlen 21


ENERGIEBEDINGTE EMISSIONEN

ENTWICKLUNG DER ENERGIEBEDINGTEN EMISSIONEN


IN DEUTSCHLAND VON 1990 BIS 2008

SO2- Äquivalent 3)
CO2-Äquivalent 1)
CO2 CH4 N2O SO2 NOX 2) NH3 CO NMVOC Staub

[Mio. t] [1.000 t] [1.000 t] [Mio. t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t]

1990 950 1.549 25 990 5.146 2.709 15 7.089 11.476 2.204 1.362

1991 917 1.459 24 955 3.833 2.498 16 5.633 9.310 1.714 750

1992 872 1.321 23 907 3.119 2.347 17 4.816 8.014 1.489 480

1993 864 1.353 23 899 2.781 2.243 18 4.410 7.239 1.233 330

1994 844 1.216 23 877 2.317 2.106 18 3.852 6.262 961 218

1995 842 1.166 23 853 1.650 1.998 19 3.112 5.959 860 154

1996 869 1.143 23 900 1.388 1.917 20 2.797 5.604 768 146

1997 833 1.127 23 864 1.144 1.836 20 2.496 5.430 705 143

1998 827 1.017 22 856 905 1.750 20 2.199 5.052 637 132

1999 804 1.085 22 833 723 1.719 20 1.993 4.706 561 128

2000 802 1.025 22 830 534 1.619 19 1.732 4.389 473 121

2001 823 950 22 850 536 1.549 19 1.686 4.146 442 120

2002 808 913 21 834 494 1.459 19 1.579 3.852 395 115

2003 805 847 21 830 479 1.396 18 1.519 3.651 356 113

2004 791 773 21 813 462 1.347 18 1.466 3.438 331 111

2005 774 747 21 796 437 1.292 17 1.401 3.237 304 107

2006 779 717 21 801 440 1.296 17 1.404 3.213 295 107

2007 749 682 21 770 412 1.228 15 1.324 3.154 277 102

2008 752 680 20 773 406 1.169 16 1.278 3.156 270 99

Stand Frühjahr 2010; Angaben einschließlich 1) Berücksichtigt sind CO2, CH4 und N2O. Zur Bedeutung und Berechnung des CO2- und
der diffusen Emissionen bei der Gewinnung, 2) berechnet als NO2 SO2-Äquivalents siehe Anhang Abs. 2.
Umwandlung und Verteilung von Brennstoffen 3) Berücksichtigt sind SO2, NOX und NH3. Quelle: UBA [94]

Die energiebedingten CO2-Emis- bis zum Jahr 2008 um knapp 22 % Energieträger Erdgas sowie die Erhö-
sionen waren im Jahr 2008 um gesenkt werden. hung der Umwandlungseffizienz von
198 Mio. t niedriger als im Jahr Kraftwerken und Feuerungsanlagen
1990. Dies entspricht einem Rück- Auch die Emissionen energiebeding- verantwortlich. Erheblich dazu bei-
gang der CO2-Emissionen von rund ter Luftschadstoffe konnten seit 1990 getragen hat aber auch der verstärk-
20 %. beträchtlich reduziert werden. te Ausbau erneuerbarer Energien,
die schrittweise einen immer größe-
Die gesamten energiebedingten Für diese Entwicklung ist zum einen ren Teil des Endenergieverbrauchs
Treibhausgasemissionen konnten die Verschiebung des Brennstoffein- abdecken und somit den Verbrauch
satzes hin zum emissionsärmeren fossiler Energieträger senken.

22 Erneuerbare Energien in Zahlen


STRUKTUR DER EMISSIONEN

ENERGIEBEDINGTE EMISSIONEN IN DEUTSCHLAND


NACH QUELLGRUPPEN IM JAHR 2008

SO2- Äquivalent 7)
CO2-Äquivalent 5)
CO2 CH4 N2O SO2 NOx6) NH3 CO NMVOC Staub

[Mio. t] [1.000 t] [1.000 t] [Mio. t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t] [1.000 t]

Energiewirtschaft 1) 351,8 86,6 12,2 357,4 267,6 311,7 2,6 489,3 157,6 14,1 12,7

Haushalte/Kleinverbraucher 2) 152,2 32,1 1,8 153,4 74,9 141,2 2,9 178,7 978,8 57,5 32,3

Verkehr 3) 152,3 6,9 3,3 153,5 1,3 629,7 9,0 456,6 1.257,0 126,6 47,7

Industrie 4) 94,5 26,5 2,7 95,9 45,3 86,1 1,1 107,4 753,8 5,2 4,1

gesamt 750,8 152,2 20,0 760,2 389,1 1.168,7 15,7 1.232,0 3.147,3 203,4 96,8

Stand Frühjahr 2010. Angaben ohne diffuse 2) priv. Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienst- 5) Berücksichtigt sind CO2, CH4 und N2O.
Emissionen bei der Gewinnung, Umwandlung leistungen und Militär, zusätzlich land- u. 6) berechnet als NO2
und Verteilung von Brennstoffen. forstwirtschaftlicher Verkehr sowie militä-
rischer Boden- u. Luftverkehr 7) Berücksichtigt sind SO2, NOX und NH3.
1) Öffentliche Elektrizitäts- und Wärmever-
sorgung, Fernheizwerke sowie Industrie- 3) einschl. Schienenverkehr, nationale Luft-
feuerungen und Industriekraftwerke der fahrt, Küsten- und Binnenschifffahrt
Mineralölverarbeitung, der Gewinnung und 4) verarbeitendes Gewerbe; ohne prozess- Quelle: UBA [94]
Herstellung von festen Brennstoffen und bedingte Emissionen
sonstiger Energieindustrien

Anteile der Treibhausgas-Emissionen Anteile der Säurebildner-Emissionen


in Deutschland im Jahr 2008 (SO2-Äquivalente) in Deutschland im Jahr 2008

12,6 % 14,5 %
20,2 %
8,7 %
gesamt: gesamt:
760 Mio. 20,2 % 1,2 Mio.
39,7 %
Tonnen Tonnen
CO2-Äquiv. Industrie SO2-Äquiv.

Verkehr 1) 37,1 %
47,0 %
Energiewirtschaft
Haushalte und
Kleinverbraucher 2)

1) einschl. Schienenverkehr, nationale Luftfahrt, Küsten- und Binnenschifffahrt


2) inkl. Militär

Quelle: UBA [94]

Erneuerbare Energien in Zahlen 23


ENERGIEVERSORGUNGSSICHERHEIT

EINSPARUNG VON FOSSILEN ENERGIETRÄGERN UND ENERGIE-


IMPORTEN DURCH DIE NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN
IN DEUTSCHLAND IM JAHR 2009
Primärenergieeinsparung durch die Nutzung erneuerbarer Energieträger
Mineralöl/ Diesel- Otto-
Braunkohle Steinkohle Erdgas gesamt
Heizöl Kraftstoff Kraftstoff
Primärenergie [TWh]
Strom 34,4 134,8 46,6 2,5 – – 218,3
Wärme 8,9 10,8 59,6 46,6 – – 125,9
Verkehr – – – – 18,1 5,7 23,8
gesamt 43,3 145,6 106,2 49,1 18,1 5,7 368,0

Primärenergie [PJ]
gesamt 155,9 524,2 382,4 176,8 65,0 20,6 1.324,9

das 16,6 17,4 12.049 4.946 1.812 635


entspricht 1): Mio. t 2) Mio. t 3) Mio. m3 Mio. Liter Mio. Liter Mio. Liter

Die Berechnung der Einsparung fossiler Ener- Steinkohle 8,393 kWh/kg, Steinkohlekoks 3) darunter circa 17,2 Mio. t Steinkohle und
gieträger erfolgt analog der Emissionsbilanzie- 7,958 kWh/kg, Erdgas 8,816 kWh/m3, circa 0,2 Mio. t Steinkohlekoks
rung, siehe auch Anhang Abs. 6. Heizöl leicht 9,928 kWh/Liter, Dieselkraft-
1) Zur Umrechnung der eingesparten Primär- stoff 9,964 kWh/Liter, Ottokraftstoff
9,011 kWh/Liter. Quellen: UBA [75] auf Basis AGEE-Stat und Klobasa et
energie wurden folgende von der AGEB 2007 al. [88]; Frondel et al. [87]; Öko-Institut [90]; Ecoinvent
ermittelten Heizwerte angesetzt: Braun- 2) darunter circa 16 Mio. t Braunkohlen, [84]; Vogt et al. [89]; Frick et al. [86] sowie weiterer
kohlen 2,506 kWh/kg, Braunkohlebriketts circa 0,2 Mio. t Braunkohlebriketts und Quellen, siehe Tabellen Seiten 19 – 21
5,452 kWh/kg, Staubkohlen 6,096 kWh/kg; circa 0,3 Mio. t Staubkohlen

Die Tabelle zeigt detailliert die Ein- Deutschland fossile, d.h. nicht erneu- zu einer Senkung der deutschen
sparung fossiler Energieträger durch erbare Energieträger wie Mineralöl, Energieimporte. Diese lagen infolge
die Nutzung erneuerbarer Energien Erdgas und Steinkohle zu einem des deutlichen Rückgangs der Ener-
in den Bereichen Strom, Wärme hohen Anteil importiert werden, giepreise unter den Werten des
und Verkehr im Jahr 2009. Da in führen diese Einsparungen auch Vorjahrs.

Entwicklung der Einsparung fossiler Energieträger durch die Nutzung


erneuerbarer Energien
Strom Wärme Verkehr gesamt
[TWh]
2008 219,0 116,4 26,9 362,3

Quellen: wie vorstehende Tabelle


2009 218,3 125,9 23,8 368,0

1) Ohne importierte Braunkohle für Heiz-


zwecke (Briketts). Importanteile von Erdöl
Entwicklung der eingesparten Kosten in Deutschland bei Energie-
und Erdgas nach [BMWi]. Für Kesselkohle importen 1)
Importanteil 100 %, da feste Abnahmever-
träge für deutsche Steinkohle keine Vermin- Strom Wärme Verkehr gesamt
derung zulassen. Einsparungen bei Kessel-
kohle führen daher zu einer Verringerung [Mrd. EUR]
der Steinkohleimporte. Der Importanteil
von Steinkohle liegt insgesamt bei über 2008 3,0 3,1 1,1 7,2 2)
60 %. Importpreise nach [BAFA]. 2009 2,2 2,7 0,8 5,7 2)
2) Brutto-Angaben, d.h. ohne Berücksichtigung
biogener Brennstoff-Importe
Quelle: ISI et al. [55]

24 Erneuerbare Energien in Zahlen


BRUTTOWERTSCHÖPFUNG

BRUTTOWERTSCHÖPFUNG MIT ERNEUERBAREN ENERGIEN


IN DEUTSCHLAND 2009
Erneuerbare Energien haben sich felds stiegen die Investitionen in baren deutlich vom allgemeinen Ab-
in den letzten Jahren zu einem be- Anlagen zur Nutzung erneuerbarer wärtstrend absetzen. Bemerkenswert
deutenden Wirtschaftsfaktor ent- Energien gegenüber dem Vorjahr ist zudem, dass gut 82 % der Investi-
wickelt. Dies haben sie auch im Jahr um knapp 31 % an, während in fast tionen auf Stromerzeugungsanlagen
der Wirtschaftskrise 2009 unter Be- allen anderen Branchen drastische entfallen, die nach dem EEG geför-
weis gestellt. Trotz des wirtschaft- Einbrüche zu verzeichnen waren. dert werden.
lich äußerst problematischen Um- Damit konnten sich die Erneuer-

Investitionen in die Errichtung von Erneuerbare-Energien-Anlagen


in Deutschland im Jahr 2009

Wasserkraft 70 Mio. EUR gesamt Es handelt sich hauptsächlich


rund 20,0 Mrd. EUR um den Neubau, zu einem
geringen Teil auch um die
Geothermie 1) 1.000 Mio. EUR
Erweiterung oder Ertüchtigung
von Anlagen wie z.B. die
Solarthermie 1.250 Mio. EUR Reaktivierung alter Wasser-
kraftwerke.
Neben den Investitionen der
Biomasse Wärme 1.350 Mio. EUR Energieversorgungsunterneh-
men sind auch die Investiti-
Biomasse Strom 1.700 Mio. EUR onen aus der Industrie, Gewerbe,
Handel und privater Haushalte
enthalten.
Windenergie 2.650 Mio. EUR

Photovoltaik 12.000 Mio. EUR

0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 [Mio. EUR]


1) Großanlagen und Wärmepumpen Quelle: BMU nach ZSW [1]

Wertschöpfung aus dem Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen


in Deutschland im Jahr 2009

Geothermie 3 Mio. EUR

gesamt
Wasserkraft 1.350 Mio. EUR rund 16,0 Mrd. EUR

Biogene Festbrennstoffe 1) 1.700 Mio. EUR

Photovoltaik 2.950 Mio. EUR

Windenergie 3.000 Mio. EUR

Biokraftstoffe 3.150 Mio. EUR

Biomasse Strom 3.850 Mio. EUR

0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 [Mio. EUR]

Erläuterungen siehe Anhang Abs. 7.


1) nur Brennstoffe, die ausschließlich zur Wärmebereitstellung eingesetzt werden Quelle: BMU nach ZSW [1]

Erneuerbare Energien in Zahlen 25


BRUTTOWERTSCHÖPFUNG

Für die Stromerzeugung ergibt sich am freien Strommarkt erzielbaren Brennstoffen (d.h. in der Regel Holz)
der Umsatz aus der gezahlten Ein- Preis, für Kraftstoff aus dem Verkauf zum Umsatz bei, da die erzeugte
speisevergütung nach dem Erneuer- von Biokraftstoffen. Bei der Wärme- Wärme meist nicht verkauft, son-
bare-Energien-Gesetz oder aus dem erzeugung trägt nur der Verkauf von dern selbst genutzt wird.

Wertschöpfung aus Investitionen und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen


in Deutschland im Jahr 2009

gesamt
Geothermie 1) 1.003 Mio. EUR
rund 36,0 Mrd. EUR

Wasserkraft 1.420 Mio. EUR

Windenergie 5.650 Mio. EUR

Biomasse 11.750 Mio. EUR

Solarenergie 2) 16.200 Mio. EUR

0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 16.000 18.000 [Mio. EUR]

Investitionen und Betrieb


1) Großanlagen und Wärmepumpen
2) Photovoltaik und Solarthermie Quelle: BMU nach ZSW [1]

Entwicklung der Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien


in Deutschland von 2005 bis 2009

40
36,0
Investitionen in EE-Anlagen
35 16,0
Wertschöpfung durch den Anlagenbetrieb
30,6
30
15,3
25,5
25 22,4 14,5
[Mrd. EUR]

20 18,1 11,3
20,0
7,8
15
15,3

10 11,1 11,0
10,3

0
2005 2006 2007 2008 2009

Quelle: BMU nach ZSW [1]

26 Erneuerbare Energien in Zahlen


ARBEITSPLÄTZE

BESCHÄFTIGTE IM BEREICH DER ERNEUERBAREN ENERGIEN


IN DEUTSCHLAND
Die Bedeutung der erneuerbaren durch die natürlichen Potenziale Für die Folgejahre ist gemäß dieser
Energien als Wirtschaftsfaktor in (Solarenergie im Süden) sowie etab- Studie eine Fortsetzung des positi-
Deutschland wächst. Dies äußert lierte Vorlieferindustrien auf. ven Trends wahrscheinlich. Bis zum
sich in zunehmenden Investitionen Jahr 2020 sind demnach mindestens
in Anlagen und Produktionskapazi- Zur Ermittlung der o.g. Zahlen 400.000 Beschäftigte in der Bran-
täten ebenso wie in einem anhalten- wurden Daten zu Investitionen in che der erneuerbaren Energien mög-
den Anstieg der Beschäftigung in Erneuerbare-Energien-Anlagen, lich [125 – 128]. Wesentlicher Ein-
diesem Bereich. Die Entwicklung Ausgaben für deren Betrieb, Expor- flussfaktor für die weitere Entwick-
hat sich im Kontrast zu fast allen te und Importe von Anlagen sowie lung ist die künftige Attraktivität
anderen Wirtschaftsbereichen in die entsprechenden Vorleistungen des Produktionsstandortes Deutsch-
der Krise als stabil erwiesen. wie die notwendige Biomassebereit- land in Verbindung mit der Positio-
stellung, aber auch industrielle nierung deutscher Unternehmen
Nach Zwischenergebnissen eines Vorleistungen anderer Wirtschafts- auf dem trotz der aktuellen Finanz-
laufenden Forschungsvorhabens des zweige herangezogen. Hinzu kommt und Wirtschaftskrise voraussichtlich
BMU [128] können der Branche der die Beschäftigung durch öffentli- weiterhin stark wachsenden Welt-
erneuerbaren Energien im Jahr 2009 che und gemeinnützige Mittel zu- markt für erneuerbare Energien.
schätzungsweise bereits mehr als gunsten der Erneuerbaren, ein- Hierzu läuft derzeit ein weiteres For-
300.000 Arbeitsplätze in Deutsch- schließlich der Beschäftigten im schungsvorhaben des BMU, das u.a.
land zugerechnet werden. Gegen- öffentlichen Dienst. Letztere wurden auch wieder detailliert auf mögliche
über 2004 (rund 160.000 Beschäftig- aufgrund der deutlich gestiegenen negative Beschäftigungswirkungen
te) ist das ein Plus von über 87 %. öffentlichen Mittel teilweise aktua- des EE-Ausbaus eingeht. Nach ersten
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die lisiert und belaufen sich im Jahr Ergebnissen ist die sog. Nettobilanz
Beschäftigung damit um etwa 8 %. 2009 auf 6.500 Beschäftigte. Für der Erneuerbaren in Deutschland
Eine erste regionale Zuordnung das Jahr 2009 konnten so insgesamt weiterhin eindeutig positiv [128].
zeigt, dass knapp ein Viertel der Be- 300.500 Arbeitsplätze ermittelt wer-
schäftigten in Ostdeutschland arbei- den, von denen etwas mehr als zwei Weitere Informationen zum Thema
tet, was einer Zunahme von circa Drittel (68 %) auf die Wirkung des im Internet auf der BMU-Themensei-
10 % gegenüber dem Vorjahr ent- Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu- te http://www.erneuerbare-energien.
spricht. Die westlichen Bundes- rückzuführen sind. de/inhalt/40289.
länder weisen Standortvorteile

Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland


Angaben für 2008 und 2009
87.100
vorläufige Schätzungen
85.100 Wind
Quellen: BMU [125 – 128]
63.900
109.000
95.800 Biomasse
56.800
79.600
74.400 Solarenergie Anstieg 2009
25.100 gegenüber 2008: rund 8 %
Sparten

9.000
9.300 Wasserkraft
9.500
9.300 160.500 278.000 300.500
Arbeits- Arbeits- Arbeits-
9.100 Geothermie plätze plätze plätze
1.800
2004 2008 2009
6.500 Beschäftigte durch öffentliche/
4.300 gemeinnützige Mittel
3.400

Erneuerbare Energien in Zahlen 27


KOSTEN FÜR DIE STROMVERBRAUCHER

EEG-FÖRDERUNG UND UMLAGEANTEIL AM STROMPREIS


Bislang ist der erneuerbar erzeugte Höhe der EEG-Differenzkosten und/
und nach dem EEG vergütete Strom oder der EEG-Umlage.
in Deutschland im Durchschnitt
noch teuerer als aus fossilen oder Für 2009 kann der Wert des durch
nuklearen Quellen erzeugter Strom1). die EEG-Einspeisung substituierten,
nicht erneuerbar erzeugten Stroms
Hieraus entstehen Förderkosten, die mit 6,9 Cent je kWh angesetzt
über eine sog. EEG-Umlage als Teil werden [IfnE 7]. Bei einer EEG-
des Strompreises auf die Stromkun- Strommenge von voraussichtlich
den überwälzt werden. Mehr als 500 rund 71,7 TWh und einer Durch-
besonders stromintensive Unterneh- schnittsvergütung von rund
men des produzierenden Gewerbes 13,4 Cent je kWh entstanden so
sowie Schienenbahnen profitieren insgesamt Förderkosten von rund
dabei von der Besonderen Aus- 4,7 Mrd. Euro. Dies entspricht etwa
gleichsregelung im EEG; sie sind dem Wert der Vorjahre und liegt
weitestgehend von dieser Kostenum- deutlich niedriger als die 2009 an
lage befreit [38]. Im Gegenzug erhö- die Betreiber von EEG-Stromerzeu-
hen sich die EEG-Kosten aller übri- gungsanlagen gezahlten EEG-Vergü-
1) Grund hierfür ist u.a., dass in dieser be-
gen Stromkunden derzeit um knapp tungen (9,9 Mrd. Euro, vgl. Seite 30). triebswirtschaftlichen Kalkulation wesent-
20 %. liche Nutzenpositionen unberücksichtigt
Für die nicht durch die Besondere bleiben. Bei einer gesamtwirtschaftlichen
Ausgleichsregelung begünstigten Betrachtung kann sich ein anderes Bild
Entwicklung bis einschließlich Stromkunden ergibt sich so 2009
ergeben, siehe hierzu ab S. 33.

2009 eine durchschnittliche EEG-Umlage 2) Für 2010 haben die ÜNB Vergütungszah-
lungen an EE-Anlagenbetreiber in Höhe
von rund 1,2 Cent/kWh. Dies ent- von 12,6 Mrd. Euro und hieraus resultie-
Bis einschließlich 2009 oblag die spricht rund 5 % der Kosten einer rend umzulegende Förderkosten von rund
Kalkulation und Weitergabe der Kilowattstunde Haushaltsstrom im 8,2 Mrd. Euro erwartet. Auf dieser Grund-
EEG-Umlage den Stromlieferanten. Jahr 2009. Für einen Musterhaushalt lage wurde eine EEG-Umlage von rund
2 Cent pro Kilowattstunde berechnet.
Diese erhielten den EEG-Strom als mit 3.500 kWh Stromverbrauch im Hintergrundinformationen hierzu und zum
bundesweit einheitliche Pflichtab- Jahr beläuft sich die EEG-Umlage Einfluss des EEG auf den Haushaltsstrom-
nahmequote von den Übertragungs- demnach auf etwa 3,40 Euro pro preis siehe ÜNB [95] und BMU [102].
netzbetreibern (ÜNB) geliefert und Monat [7].
mussten hierfür eine bundesweit
einheitliche EEG-Durchschnittsver- Entwicklung der EEG-Kosten für
gütung zahlen. Hieraus ergaben sich Ausblick auf 2010 nicht privilegierte Stromkunden
bei den Lieferanten sog. EEG-Diffe-
renzkosten als Unterschied zwischen Ab 2010 ändert sich das oben skiz- EEG-Kosten
der EEG-Durchschnittsvergütung zierte Verfahren zur Umlage der
und dem Beschaffungspreis für den EEG-Kosten erheblich. Nach der im Jahr [Mrd. Euro]
durch EEG-Strom ersetzten, konven- Sommer 2009 in Kraft getretenen
2000 1,0
tionell erzeugten Strom. Diese För- Verordnung zur Weiterentwicklung
derkosten des EEG variierten zwi- des bundesweiten Ausgleichsmecha- 2001 1,2
schen den Lieferanten je nach indi- nismus im EEG (AusglMechV) wird
viduellen Beschaffungskonditionen. der nach dem EEG vergütete Strom 2002 1,8
Da auch die Überwälzung dieser jetzt vollständig über die Strombörse
2003 1,9
Kosten nicht einheitlich vorgegeben vermarktet. Eine Abschätzung der
war, ließen sich Aussagen zu den hieraus voraussichtlich resultieren- 2004 2,5
durchschnittlichen EEG-Kosten in den Kosten, die künftig auch bislang
ganz Deutschland nur mittels Hilfs- über die Netzentgelte abgerechnete 2005 2,8
annahmen zum durchschnittlichen Positionen umfasst, ist von den ÜNB
2006 3,3
Einkaufspreis aller Stromlieferanten jeweils bis zum 15. Oktober für das
treffen. Hierfür wurden in aller kommende Jahr vorzulegen. Zum 2007 4,3
Regel Börsenstrompreise herangezo- Jahresende ermitteln die ÜNB dann
gen. Unterschiedliche methodische anhand ihrer tatsächlichen Einnah- 2008 4,5
Annahmen zu diesem sog. „anleg- men und Ausgaben, ob die Abschät-
2009 4,7
baren Preis“ des EEG-Stroms führten zung zutreffend war. Mögliche Über-
dabei in der Vergangenheit zu z.T. bzw. Unterdeckungen werden im In Preisen von 2009
unterschiedlichen Aussagen zur Folgejahr berücksichtigt 2). Quelle: IfnE [145]

28 Erneuerbare Energien in Zahlen


KOSTEN FÜR DIE STROMVERBRAUCHER

Zusammensetzung des durchschnittlichen Strompreises


für eine Kilowattstunde (kWh) Strom für Haushaltskunden in Deutschland
25
23,2
21,6
20,7
19,4
20 18,6
17,2
16,1
15 14,3
[Cent/kWh]

Umsatzsteuer
Stromsteuer 10
Konzessionsabgabe
EEG
5
KWKG
Erzeugung, Transport,
Vertrieb 0
2000 2002 2004 2005 2006 2007 2008 2009

Umsatzsteuer 2,0 2,2 2,4 2,6 2,7 3,3 3,4 3,7


Stromsteuer 1,5 1,8 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0
Konzessionsabgabe 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8
EEG 0,2 0,3 0,4 0,6 0,8 1,0 1,1 1,2
KWKG 0,2 0,3 0,3 0,3 0,3 0,3 0,2 0,2
Erzeugung, Transport, Vertrieb 8,6 9,7 10,2 11,2 11,8 12,2 13,0 14,2
gesamt 14,3 16,1 17,2 18,6 19,4 20,7 21,6 23,2

Quellen: BMU [36] und [102]; IfnE [7]

Merit-Order-Effekt senkungen. Mehrere wissenschaft- Nutznießer dürften demnach gerade


liche Studien, auch im Auftrag des auch die durch die Besondere Aus-
Bei der Analyse der Auswirkungen BMU [zuletzt siehe 53], haben ge- gleichsregelung des EEG privilegier-
erneuerbarer Energien und speziell zeigt, dass der Merit-Order-Effekt in ten, stromintensiven Unternehmen
des EEG auf die Strompreise ist auch der Vergangenheit auch unter kon- sein: Während ihre EEG-Umlage auf
der sog. Merit-Order-Effekt zu beach- servativen Annahmen eine erheb- 0,05 Cent/kWh begrenzt ist, profi-
ten. Dieser beschreibt den Einfluss, liche Größenordnung hatte (2008: tieren sie als Sondervertragskunden
den die vorrangige Einspeisung 3,6 – 4 Mrd. Euro, Berechnungen i.d.R. am ehesten von sinkenden
erneuerbar erzeugten Stroms, ins- für 2009 liegen noch nicht vor). Strompreisen an der Börse.
besondere aus Windenergie, auf die
Großhandels-Strompreise ausübt.
Da sich die Nachfrage nach konven- Wirkungen des Merit-Order-Effekts
tionellem Strom verringert, werden
entsprechend der Merit-Order die Simulierte Absenkung
teuersten sonst eingesetzten Kraft- Merit-Order-Effekt
EEG Stromerzeugung des Phelix Day Base
werke nicht mehr zur Nachfrage-
deckung benötigt. Entsprechend Jahr [TWh] [EUR/MWh] [Mrd. EUR]
sinkt der Börsenpreis. Während so
2006 52,2 – 5,0
die Einnahmen der Stromerzeuger
sinken, profitieren Lieferanten und – 2007 62,5 5,8 3,7
je nach Marktverhältnissen – auch
2008 69,3 5,8 – 6,7 3,6 – 4,0
die Stromverbraucher von den Preis-
Quelle: BMU [53]

Erneuerbare Energien in Zahlen 29


STROMEINSPEISUNG/EEG

EINSPEISUNG UND VERGÜTUNG NACH DEM STROMEINSPEISUNGSGESETZ


(STREG) UND DEM ERNEUERBARE-ENERGIEN-GESETZ (EEG) SEIT 1991
120 12.000
gesamter Strom aus EE neues EEG 2009
Einspeisung StrEG-vergüteter Strom ab 1. Januar 2009
100 10.000
Einspeisung EEG-vergüteter Strom 1)
Vergütung
80 EEG 2004 8.000
ab 1. August 2004

[Mio. EUR]
71,1 71,7
[TWh]

60 67,0 6.000
EEG
ab 1. April 2000 51,5
40 StrEG 44,0 4.000
ab 1. Januar 1991
38,5
20 28,4 2.000
7,9 25,0
3,7 4,8 6,8 10,4
1,0 1,3 1,6 2,3 2,8 18,1
0 3,5 0
91 992 993 9 4 9 5 96 97 998 9 9 0 01 0 2 0 3 0 4 0 5 6 07 0 8 0 9
19 1 1 19 19 19 19 1 19 2 00 20 20 20 20 20 2 00 20 20 20
1) private und öffentliche Einspeisung Quellen: VDEW [30]; VDN [33]; BDEW [23], [24]; ZSW [1]

Struktur der nach dem EEG vergüteten Strommengen seit 2000


2000 1) 2002 2004 2006 2008 2009 7)
Letztverbrauch gesamt [GWh] 344.663 465.346 487.627 495.203 493.506 470.000
Privilegierter Letztverbrauch 2) [GWh] – – 36.865 70.161 77.991 70.000
EEG-Strommenge gesamt 3) [GWh] 10.391,0 24.969,9 38.511,2 51.545,2 71.147,9 71.715
Wasserkraft, Gase 4) [GWh] 4.114,0 6.579,3 4.616,1 4.923,9 4.981,5 4.766
Gase 4) [GWh] 2.588,6 2.789,2 2.208,2 2.397
Biomasse [GWh] 586,0 2.442,0 5.241,0 10.901,6 18.947,0 20.525
Geothermie [GWh] – – 0,2 0,4 17,6 19
Windkraft [GWh] 5.662,0 15.786,2 25.508,8 30.709,9 40.573,7 37.809
Solare Strahlungsenergie [GWh] 29,0 162,4 556,5 2.220,3 4.419,8 6.200
EEG-Quote 5) [%] 3,01 5,37 8,48 12,01 17,13 17,8
Durchschnittsvergütung [ct/kWh] 8,50 8,91 9,29 10,88 12,25 13,4
Gesamtvergütung 6) [Mrd. EUR] 0,88 2,23 3,61 5,81 9,02 9,9

Nicht vergütete EE-Strommenge [GWh] 26.826,4 20.677,6 17.540,4 19.941,4 22.121,7 21.827,6
Gesamte EE-Strommenge [GWh] 37.217,4 45.647,5 56.051,6 71.486,6 93.269,6 93.542,6

1) Rumpfjahr: 01.04. – 31.12.2000 4) Deponie-, Klär- und Grubengas erstmals 7) vorläufige Angaben nach Berechnungen des
2) Durch die Besondere Ausgleichsregelung 2004 gesondert aufgeführt Ingenieurbüros für neue Energien
des EEG seit Juli 2003 privilegierter Letzt- 5) Quote an nicht privilegiertem Letztver- Weitere Informationen finden sich auf den
verbrauch brauch Internetseiten des BDEW e.V. (www.bdew.de).
3) Nachkorrekturen des VDN (2002 bis 2006) 6) Gesamtvergütung ohne Abzug der vermie-
sind, da die zusätzlichen Einspeisungen denen Netznutzungsentgelte. Die hier
für Vorjahre nach Wirtschaftsprüfer-Beschei- ausgewiesene Vergütung unterscheidet
nigungen nicht Energieträgern zugeordnet sich deutlich von den Differenzkosten Quellen: VDN [33]; BDEW [23], [24]; ZSW [1],
werden können, hier nicht enthalten. (s. folgende Seiten). IfnE [7]

30 Erneuerbare Energien in Zahlen


MARKTEINFÜHRUNG

GESETZGEBUNG, FÖRDERUNG UND WIRKUNG DES AUSBAUS


ERNEUERBARER ENERGIEN IM WÄRMEBEREICH
Fernwärme erfüllt werden, ebenso Das Marktanreizprogramm
Das Erneuerbare-Energien- durch eine verstärkte Wärmedäm-
Wärmegesetz mung, die über das Niveau der Ener- Konkret umgesetzt wird das MAP
gieeinsparverordnung hinausgeht. durch Verwaltungsvorschriften, die
Dem Ausbau erneuerbarer Energien Die Kosten der Nutzungspflicht und die einzelnen Fördertatbestände und
kommt im Wärmemarkt angesichts ihrer Erfüllung entstehen dadurch Fördervoraussetzungen festsetzen.
dessen enormer Bedeutung eine zen- beim Bauherrn bzw. Eigentümer des Diese Verwaltungsvorschriften un-
trale Rolle zu: Rund 55 % des End- Neubaus. Eventuelle Mehrkosten für terscheiden zwischen zwei Förder-
energiebedarfs entfallen in Deutsch- die Pflicht zur Nutzung erneuerba- teilen:
land auf den Wärmemarkt. rer Energien oder zur Durchführung
Maßgebliches Instrument zur Steige- von Ersatzmaßnahmen sind von Investitionskostenzuschüsse über das
rung des Anteils erneuerbarer Ener- ihm zu tragen, und sie basieren Bundesamt für Wirtschaft und Aus-
gien im Wärmemarkt ist das Erneu- direkt auf den unterschiedlichen fuhrkontrolle (BAFA) für kleinere
erbare-Energien-Wärmegesetz Wärmeerzeugungskosten und wer- Anlagen zumeist privater Investoren
(EEWärmeG) im Zusammenspiel mit den je nach Technologie und Wirt- sowie zinsverbilligte Darlehen mit
dem Marktanreizprogramm (MAP). schaftlichkeit ggf. durch Einsparun- Tilgungszuschüssen im Rahmen des
Das Wärmegesetz ist am 1. Januar gen insbesondere für den geringe- KfW-Programms Erneuerbare Ener-
2009 in Kraft getreten. ren Bezug fossiler Energien ausge- gien, Programmteil Premium, für
glichen. größere Anlagen zumeist gewerb-
Das EEWärmeG legt das Ziel fest, licher und kommunaler Investoren.
dass im Jahr 2020 mindestens 14 % Die zweite Säule des EEWärmeG
der Wärme in Deutschland aus er- ist die finanzielle Förderung. Einzelheiten der Förderung sind in
neuerbaren Energien erzeugt wer- Das EEWärmeG bildet heute den Förderrichtlinien geregelt.
den. Hierdurch sollen die CO2-Emis- rechtlichen Rahmen für die Förde-
sionen der Energieversorgung redu- rung durch das – seit dem Jahr 1999 Im Förderteil BAFA wurden im Zeit-
ziert, die Ressourcen geschont und bestehende – MAP. Mit dem MAP als raum von Januar 2000 bis inklusive
ein Beitrag zu einer sicheren und zentralem Instrument der Bundes- Mai 2010 rund 975.000 thermische
nachhaltigen Energieversorgung regierung für die Förderung erneu- Solaranlagen und rund 245.000
geleistet werden. Neben einzelnen erbarer Energien im Wärmemarkt kleinere Biomasseheizungen mit
Anreizen zur Verbesserung des werden Investitionen für die Errich- Investitionskostenzuschüssen ge-
Ausbaus von Nah- und Fernwärme- tung von Anlagen zur Erzeugung fördert. Die hierdurch angeschobe-
netzen basiert das Gesetz im von Wärme aus erneuerbaren Ener- nen Investitionen betragen circa
Wesentlichen auf zwei Säulen: gien angestoßen. 8,1 Mrd. Euro im Segment Solar und
circa 3,5 Mrd. Euro im Segment
Erstens müssen die Eigentümer von Das EEWärmeG stellt klar, dass der Biomasse.
Gebäuden, die seit dem 1. Januar Bund die Nutzung erneuerbarer
2009 neu gebaut werden, zu einem Energien für die Erzeugung von Neben den Fördersegmenten Solar
bestimmten Mindestanteil erneuer- Wärme über das MAP mittels För- und Biomasse wurde Anfang 2008
bare Energien für ihre Wärmever- dermitteln unterstützt. Diese Mittel das Fördersegment Wärmepumpe
sorgung nutzen. Diese Nutzungs- stammen zum einen aus Steuerein- mit in das MAP aufgenommen.
pflicht kann durch alle Formen von nahmen und darüber hinaus aus der
erneuerbaren Energien, mit denen 2008 ins Leben gerufenen Klima- So wurden im Zeitraum von Januar
Wärme erzeugt werden kann, er- schutzinitiative des Bundesumwelt- 2008 bis einschließlich Mai 2010
füllt werden, auch in Kombination. ministeriums. Diese Initiative wird für rund 56.000 effiziente Wärme-
Die Bauherren können daher Wär- aus der Versteigerung von Emis- pumpen Investitionskostenzuschüsse
me aus solarer Strahlungsenergie, sionszertifikaten finanziert. Hier- ausgezahlt, das ausgelöste Inves-
Geothermie, Umweltwärme und durch unterscheidet sich die finan- tit ionsvolumen beträgt circa
Biomasse nutzen, um die Pflicht zu zielle Förderung im Wärmebereich 982 Mio. Euro.
erfüllen. Anstelle von erneuerbaren grundlegend von der Förderung im
Energien können auch andere Strombereich mit dem Erneuerbare- Im Förderteil KfW wurden seit An-
klimaschonende Maßnahmen er- Energien-Gesetz (EEG), das mittels fang 1999 bis einschließlich Mai
griffen werden, sog. Ersatzmaß- einer Umlage auf die Stromverbrau- 2010 rund 6.500 zinsverbilligte Dar-
nahmen: Die Nutzungspflicht kann cher die Einspeisevergütungen für lehen mit Tilgungszuschüssen mit
daher auch durch Wärme aus Kraft- Strom aus erneuerbaren Energien einem Darlehensvolumen von circa
Wärme-Kopplung, Abwärme oder finanziert. 1,33 Mrd. Euro zum Beispiel für

Erneuerbare Energien in Zahlen 31


MARKTEINFÜHRUNG

Wärmenetze, Tiefengeothermiean- Auskünfte über Investitionskosten- antwortet das Informationszentrum


lagen und Biogasleitungen zugesagt. zuschüsse im Rahmen des Marktan- der KfW-Bankengruppe
Von den zugesagten 6.500 Darlehen reizprogramms erteilt das Bundes- Tel. 01801 335577 (3,9 Cent/Minute
entfallen rund 2.120 auf das Rekord- amt für Wirtschaft und Ausfuhrkon- aus dem Festnetz der Deutschen
jahr des MAP, das Jahr 2009. trolle (BAFA), Tel. 06196 908-625, Telekom, Mobilfunk maximal
www.bafa.de Rubrik Energie/ 42 Cent/Minute),
2009 wurden die für das MAP zur Erneuerbare Energien. www.kfw-mittelstandsbank.de
Verfügung stehenden Mittel nahezu Rubrik Förderkredite/Umweltschutz/
komplett ausgeschöpft und mit Fragen zur Gewährung zinsverbillig- KfW-Programm Erneuerbare Ener-
einem Fördervolumen von circa ter Darlehen für gewerbliche oder gien.
423 Mio. Euro ein Investitionsvolu- kommunale Antragsteller im Rah-
men von über 3 Mrd. Euro erreicht. men des Marktanreizprogramms be-

Fördermittel und ausgelöste Investitionsvolumina


im Marktanreizprogramm seit dem Jahr 2000
3.500
3.045
3.000
423
Investitionsvolumen
2.500
davon Fördervolumen

2.000
[Mio. EUR]

1.713 1.635
1.499 150
1.500 236
1.220 165
979 890 131
1.000 873
117
136 633 125
500 359
102
47
0
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

Stand: Januar 2010 Quelle: BMU – KI III 2

Gesetzgebung und Förderung gen Anbau erfüllt. Konkret bedeu- te von 5,25 %. Ab 2010 steigt
von Biokraftstoffen tet dies insbesondere, dass Biokraft- die Quote auf 6,25 %. Nach der
stoffe nur dann auf die Quote ange- EU-Richtlinie zur Förderung der
Seit 2007 werden über das Biokraft- rechnet oder steuerlich begünstigt Nutzung von Energie aus erneuer-
stoffquotengesetz Beimischungen werden, wenn ihr Treibhausgasmin- baren Quellen wird für jeden EU-Mit-
von Bio- zu fossilen Kraftstoffen über derungspotenzial mindestens 35 % gliedstaat ein verbindlicher Mindest-
die Biokraftstoffquote gefördert, beträgt. Ab 2015 bezieht sich daher anteil von erneuerbaren Energien
während reine Biokraftstoffe außer- auch die Biokraftstoffquote auf die im Verkehrssektor in Höhe von 10 %
halb der Quote degressiv steuerlich Treibhausgasminderung. für das Jahr 2020 sowie die Einfüh-
begünstigt werden. Ab 2010 wird rung von Nachhaltigkeitsstandards
die Förderung nach der Biokraft- Der Anteil der Biokraftstoffe am ge- festgeschrieben. Diese Quote muss
stoff-Nachhaltigkeitsverordnung samten Kraftstoffverbrauch (ohne jedoch nicht ausschließlich mit Bio-
davon abhängig gemacht, ob ihre Flugverkehr) in Deutschland lag im kraftstoffen erfüllt werden, auch der
Erzeugung nachweislich bestimmte Jahr 2009 bei 5,5 % und damit ober- Anteil erneuerbarer Energien an der
Anforderungen an einen nachhalti- halb der gültigen gesetzlichen Quo- Elektromobilität wird angerechnet.

32 Erneuerbare Energien in Zahlen


VERMIEDENE UMWELTSCHÄDEN

POSITIVE WIRKUNGEN DES EINSATZES ERNEUERBARER ENERGIEN


FÜR DIE GESELLSCHAFT
Die vorangehenden Seiten hatten be- das Umweltbundesamt [106] und das kompensiert werden. Die Kosten für
reits Informationen zu positiven Aus- BMU [zuletzt: 53] näher untersucht. die Zertifikate führen somit zu einer
wirkungen des Ausbaus erneuer- Hieraus lässt sich als derzeit „bester Teil-Internalisierung der Umwelt-
barer Energien auf Investitionen Schätzwert“ für die durch EE vermie- belastungen, die allerdings noch
und Umsatz, Beschäftigung sowie denen Klimaschäden ein Wert von weit unter den verursachten Um-
die Verminderung von Energieim- 70 Euro/t CO2 ableiten. weltschäden liegen.
porten und deren Kosten enthalten.
Im Folgenden werden weitere posi- Hierauf aufbauend sind in den Ab- Nach [55] wurden 2009 durch den
tive Wirkungen erläutert. bildungen auf Seite 34 die Umwelt- Einsatz der EE im Strom- und Wär-
belastungen, die durch die Emission mesektor Umweltschäden von rund
von konventionellen Treibhausgasen 7,8 Mrd. Euro vermieden. Hierzu
Verminderung von Umwelt- (nach IPCC, ohne „black carbon“) trägt die Stromerzeugung aus EE
und Luftschadstoffen entstehen, circa 5,7 Mrd. Euro und die Wärme-
belastungen/vermiedene monetär in Cent pro kWh für die erzeugung circa 2,1 Mrd. Euro bei.
externe Kosten wichtigsten Strom- und Wärmeer- Bei Berücksichtigung der Kosten für
zeugungsoptionen dargestellt. Die CO2-Zertifikate bzw. der Teil-Inter-
Im Vergleich zur Energiebereitstel- auf fossilen Energieträgern basie- nalisierung von Umweltbelastungen
lung aus fossilen Energieträgern rende Strom- bzw. Wärmeerzeugung [76] vermindern sich diese Brutto-
werden beim Einsatz erneuerbarer weist insgesamt deutlich höhere Um- größen auf circa 4,8 Mrd. Euro
Energien deutlich weniger Treib- weltschäden aus als Strom oder Wär- (Strom) bzw. 2,0 Mrd. Euro (Wärme).
hausgase und Luftschadstoffe emit- me aus EE. Den ausgewiesenen Um-
tiert. Die EE leisten so einen wesent- weltschäden stehen hingegen Ausga- Allein aus dem CO2-Vermeidungs-
lichen Beitrag zum Umweltschutz, ben der Unternehmen für CO2-Emis- beitrag aller EE (Strom, Wärme
der sich als positiver Effekt auch sionsberechtigungen gegenüber, und Mobilität) im Jahr 2009 (rund
monetär bewerten und in einer welche i.d.R. bei den Stromerzeu- 107 Mio. t, siehe S. 18) ergeben sich
systemanalytischen Betrachtung gern und im geringen Umfang bei bei Ansatz des o.g. Schätzwerts von
den Kosten des EE-Ausbaus gegen- den Wärmeerzeugern durch den Er- 70 Euro/t CO2 parallel hierzu ver-
überstellen lässt. Die komplexen werb von CO2-Zertifikaten anfallen. miedene Klimaschäden von rund
methodischen Fragen, die sich dabei Hierdurch sollen zumindest teilwei- 7,4 Mrd. Euro (brutto).
stellen, wurden u.a. in Studien für se die verursachten Umweltschäden

Die Kostenansätze zur monetären Be-


wertung der durch Emissionen hervor-
gerufenen Umweltschäden ergeben sich
aus der Summe
ó der durch den Klimawandel beding-
ten Kosten, in die Ertragseinbußen,
Landverluste, Wirkungen auf Gesund-
heit und Wasserressourcen sowie
Schäden am Ökosystem etc. einge-
hen, sowie
ó der durch Luftschadstoffe bedingten
Gesundheitsschäden, Ernteverlusten,
Materialschäden und Beeinträchti-
gungen der Artenvielfalt.

Grundgedanke bei der Ermittlung des


Schadenskostenansatzes für die einzel-
nen Emissionsgase ist, die durch gegen-
wärtige Emissionen auch in Zukunft
entstehenden Schäden zu heutigen
Kosten zu erfassen.

Erneuerbare Energien in Zahlen 33


VERMIEDENE UMWELTSCHÄDEN/WEITERE WIRKUNGEN

Umweltschäden durch die Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen


sowie CO2-Zertifikatskosten – Stromerzeugung
Schäden durch Luftschadstoffe 10
Schäden durch Treibhausgase
Internalisierung durch 8
CO2-Zertifikate

6
[Cent/kWh]

vorläufige Werte 2
1) Durchschnittswert für
Biomasse, Bandbreite von
0,4 bis 5,0 Cent/kWh 0
Quellen: eigene Berechnungen Fraunhofer Wasser- Wind- Photo- Biomasse 1) Braunkohle Steinkohle Erdgas Heizöl
ISI nach ISI et al. [53]; NEEDS [105]; kraft energie voltaik
UBA [75]; PointCarbon [68]

Umweltschäden durch die Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen


sowie CO2-Zertifikatskosten – Wärmeerzeugung
Schäden durch Luftschadstoffe 5
Schäden durch Treibhausgase
Internalisierung durch 4
CO2-Zertifikate

3
[Cent/kWh]

vorläufige Werte
2
1) Durchschnittswert für
Biomasse, Bandbreite von
0,1 bis 0,9 Cent/kWh 1
2) Durchschnittswert für
Biomasse, Bandbreite von
0,1 bis 0,3 Cent/kWh 0
Biomasse Biomasse Solar- Ober- Heizöl HH Erdgas HH Fern- Erdgas St./Br.Kohle
HH 1) Industrie 2) thermie flächen- wärme HH Industrie Industrie
Quellen: eigene Berechnungen Fraunhofer Geothermie
ISI nach ISI et al. [53]; NEEDS [105];
UBA [75]; PointCarbon [68]

Weitere gesellschaftlich posi- pulse für den EE-Anlagenbau, Stär- cen entschärft und somit indirekt
kung dezentraler Strukturen, der einen Beitrag zur äußeren und inne-
tive Wirkungen des Ausbaus Transfer von Know-how, Technolo- ren Sicherheit leistet.
der erneuerbaren Energien gien und Anlagen in andere Länder Auf makroökonomischer Ebene
und die Verminderung der Import- lösen diese Effekte ökonomische
Neben den vermiedenen Umwelt- abhängigkeit und Stärkung der Ver- Impulse aus, die regionale und na-
schäden sind weitere positive Effek- sorgungssicherheit durch Diversi- tionale Entwicklungen anstoßen
te des Ausbaus der EE für die Gesell- fizierung von Energiequellen. Von bzw. beeinflussen und sich letztend-
schaft zu nennen, die bisher nicht hoher, in Zukunft noch weiter wach- lich positiv auf Beschäftigung und
oder nur teilweise quantifiziert wur- sender Bedeutung ist ferner, dass der Wertschöpfung auswirken können.
den. Hierzu zählen die Schonung Einsatz erneuerbarer Energien Ver- Hierzu ist weitere Forschungsarbeit
knapper Ressourcen, Innovationsim- teilungskämpfe um knappe Ressour- vonnöten [53].

34 Erneuerbare Energien in Zahlen


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

ERFORSCHUNG UND ENTWICKLUNG VON TECHNOLOGIEN


ZUR NUTZUNG DER ERNEUERBAREN ENERGIEN
Forschungs- und Entwicklungsvor- Ziele und Schwerpunkte der ó Weiterentwicklung und den Aus-
haben zu den Technologien der bau erneuerbarer Energien um-
erneuerbaren Energien werden im Forschungsförderung welt- und naturverträglich ge-
Rahmen des Energieforschungspro- stalten, z.B. durch Ressourcen
gramms der Bundesregierung geför- Übergeordnete Ziele der Forschungs- sparende Produktionsweisen,
dert. Investitionen in erneuerbare förderung sind:
Energien tragen dazu bei, knappe ó rascher Technologietransfer von
Ressourcen zu sparen, die Abhängig- ó Ausbau erneuerbarer Energien als der Forschung in den Markt.
keit von Energieimporten zu verrin- Teil der Energie- und Klimapolitik
gern sowie Umwelt und Klima zu der Bundesregierung, Im Jahr 2009 hat das BMU in den Be-
schonen. Durch technische Innova- reichen Photovoltaik, Geothermie,
tionen sinken die Kosten für rege- ó Stärkung der internationalen Wind, Niedertemperatur-Solarther-
nerativ erzeugten Strom. Das Bun- Wettbewerbsfähigkeit deutscher mie, solarthermische Kraftwerke,
desumweltministerium (BMU) ist Unternehmen und Forschungs- Meeresenergie, internationale Zu-
zuständig für die anwendungsorien- einrichtungen, sammenarbeit sowie Gesamtstrate-
tierte Projektförderung im Bereich gie und übergeordnete Fragen ins-
erneuerbarer Energien. ó Schaffung zukunftsfähiger gesamt 163 neue Vorhaben mit
Arbeitsplätze. einem Gesamtvolumen von über
Das BMU fördert Forschung und Ent- 118 Mio. Euro bewilligt.
wicklung im Bereich erneuerbarer Um diese Ziele zu erreichen, setzt
Energien auch im Hinblick auf das BMU folgende Schwerpunkte: Das BMU legt großen Wert auf eine
standort- und arbeitsmarktpolitische transparente Darstellung seiner For-
Aspekte. Forschungsförderung stärkt ó Kosten für die Nutzung erneuer- schungsförderung. Ausführliche
die internationale Spitzenposition barer Energien kontinuierlich zu Informationen enthalten der Jahres-
und Wettbewerbsfähigkeit deutscher senken, bericht 2009, der kostenlose News-
Unternehmen und Forschungsein- letter sowie die regelmäßig aktua-
richtungen. So entstehen neue ó Energiesysteme mit Blick auf den lisierte Übersicht über die laufenden
Arbeitsplätze in einem global wach- wachsenden Anteil erneuerbarer Forschungsprojekte
senden Markt. Energien zu optimieren, (www.erneuerbare-energien.de/
inhalt/4595/).

Neu bewilligte Projekte des BMU


2006 2007 2008 2009
[Anzahl] [1.000 EUR] [Anteil in %] [Anzahl] [1.000 EUR] [Anteil in %] [Anzahl] [1.000 EUR] [Anteil in %] [Anzahl] [1.000 EUR] [Anteil in %]

Photovoltaik 39 43.367 43,9 49 41.653 40,8 38 39.735 26,3 36 31.446 26,6

Wind 29 16.083 16,3 52 34.713 34,0 32 40.097 26,6 45 28.227 23,8

Geothermie 11 23.718 24,0 17 8.051 7,9 18 16.381 10,9 14 14.892 12,6

Nieder-
temperatur- 13 5.059 5,1 20 7.505 7,3 20 10.129 6,7 17 7.013 5,9
Solarthermie
Solar-
thermische 16 6.875 6,9 18 5.851 5,7 15 8.217 5,4 22 8.612 7,3
Kraftwerke
System-
– – – – – – 26 28.184 18,7 6 11.458 9,7
integration
Querschnitts-
8 1.860 1,9 13 2.474 2,4 11 3.004 2,0 16 3.314 2,8
forschung

Sonstiges 2 1.856 1,9 8 1.917 1,9 9 5.066 3,4 7 13.478 11,3

gesamt 118 98.818 100,0 177 102.164 100,0 169 150.813 100,0 163 118.440 100,0

Quelle: BMU KI III 5

Erneuerbare Energien in Zahlen 35


ÖKONOMISCHE WIRKUNGEN IM ÜBERBLICK

ÜBERBLICK ÜBER DIE ÖKONOMISCHEN WIRKUNGEN


DES AUSBAUS ERNEUERBARER ENERGIEN
Auf den vorhergehenden Seiten denen Nutzenaspekte standen dem- einen ersten Zwischenbericht veröf-
wurde gezeigt, dass der Ausbau der gegenüber eher im Hintergrund. fentlicht hat. Dieser zeigt, dass eine
erneuerbaren Energien einerseits Entsprechend fehlt bislang auch eine fundierte ökonomische Gesamtbe-
Kosten verursacht, auf der anderen umfassende, wissenschaftlich fun- trachtung der erneuerbaren Ener-
Seite aber auch mit erheblichen dierte Gesamtschau der Effekte im gien vielfältige und komplexe Aspek-
Nutzenwirkungen verbunden ist. Sinne einer Kosten-Nutzen Betrach- te und Wirkungszusammenhänge
tung. zu berücksichtigen hat.
Bislang galt die Aufmerksamkeit
vorrangig den mit dem EEG verbun- Um diese Lücke zu schließen, hat das Weitere Informationen hierzu im
denen Kosten der erneuerbaren BMU ein umfangreiches Forschungs- Internet auf der BMU-Themenseite
Stromerzeugung. Die übrigen Ein- vorhaben an ein von Fraunhofer Erneuerbare Energien unter
satzbereiche der EE sowie gerade ISI/Karlsruhe geführtes Projektteam www.erneuerbare-energien.de/
auch die mit ihrem Ausbau verbun- vergeben, das im Frühjahr 2010 45801/45802/ [ISI et al. 53].

Wirkungszusammenhänge einer ökonomischen Gesamtbetrachtung der erneuerbaren Energien

weitere Wirkungs-
Kategorie Systemanalytisch Verteilungsaspekte Makroökonomisch zusammenhänge 1)

Beschäf- BIP,
Wirkungstyp Nutzen Kosten Belastung Entlastung
tigung Umsatz

Differenzkosten, Ausgleichs-, Regel- und Netzausbaukosten,


Transaktionskosten, Besteuerung, Fördermittel, Beschäftigung
Analysebereich
und Umsatz, vermiedene externe Kosten, Merit-Order,
vermiedene Importe, Portfolioeffekt, ...

EE gesamt

Gegenstand EE-Strom EE-Wärme EE sonstige 2)


der Analyse

EEG- förder- MAP- förder- EE-


bedingt unabhängig bedingt unabhängig WärmeG

1) Die weiteren Wirkungen sind nicht eindeu- der EE-Technologien, Spill-over-Effekte im Vorteile der EE für die innere und äußere
tig den drei genannten Hauptkategorien Bereich von Technik und Politik, Auswirkun- Sicherheit.
zuzurechnen. Hierzu zählen mögliche Aus- gen auf Umweltbewusstsein, die Verände- 2) z.B. Verkehr
wirkungen des EE-Ausbaus auf die Inno- rung gesellschaftlich normativer Vorstellun-
vationsintensität, nicht nur im Bereich gen mit Blick auf den Klimaschutz sowie Quelle: ISI et al. [53]

36 Erneuerbare Energien in Zahlen


ÖKONOMISCHE WIRKUNGEN IM ÜBERBLICK

Ein Teil der inzwischen identifizier- die systemanalytisch fundierte Kos- Forschungsbedarf. Gleichwohl zeigt
ten Kosten- und Nutzenwirkungen ten- und Nutzenbetrachtung an. sich angesichts der erheblichen Nut-
der EE ist bislang noch nicht quan- Ein grober Überschlag der vorliegen- zenpositionen schon jetzt, dass eine
tifiziert worden. Dies gilt u.a. im den, quantitativ ermittelten System- allein kostenseitig argumentierende
Hinblick auf ihre Bedeutung für kosten in den Bereichen Strom Analyse des EE-Ausbaus deutlich zu
die innere und äußere Sicherheit. und Wärme ergibt für 2009 Gesamt- kurz greift.
Angesichts der Vielzahl der Effekte kosten von ungefähr 7,5 Mrd. Euro.
ist es zudem von zentraler Bedeu- Diesen stand im gleichen Jahr ein Folgende Tabelle enthält die wich-
tung, dass quantitative Vergleiche quantifizierter Brutto-Nutzen von tigsten derzeit bekannten Kosten-
nur innerhalb der einzelnen Haupt- etwa 7,8 Mrd. Euro gegenüber. Hier, und Nutzenwirkungen der erneuer-
Wirkungskategorien möglich sind. wie gerade auch in den übrigen baren Strom- und Wärmeerzeugung
Hierzu bietet sich bislang vor allem Kategorien, besteht noch erheblicher im Überblick.

Ausgewählte Kennzahlen zur ökonomischen Analyse des Ausbaus der EE in Deutschland


im Strom- und Wärmebereich im Jahr 2009
Systemanalytische Kosten- und Nutzenaspekte
Kosten Nutzen
Differenzkosten Strom 5,6 Mrd. EUR
Regel-Ausgleichsenergie ca. 0,4 Mrd. EUR
Netzausbau 0,02 Mrd. EUR 1)
Transaktionskosten 0,03 Mrd. EUR 1)

Summe Strom ca. 6 Mrd. EUR 5,7 Mrd. EUR Vermiedene Umweltschäden durch EE-Strom (brutto)

Differenzkosten Wärme 1,5 Mrd. EUR 2,1 Mrd. EUR Vermiedene Umweltschäden durch EE-Wärme (brutto)

n.q. Portfolio-Effekt

Gesamt 1)
rd. 7,5 Mrd. EUR 7,8 Mrd. EUR

Verteilungswirkungen
Gesamthöhe Nutznießer Belastete
EEG-Differenzkosten 4,7 Mrd. EUR Anlagenbetreiber Alle Stromkunden, Ausnahme: Nutznießer
Besondere Ausgleichsregelung im EEG
Merit-Order-Effekt 3,6 – 4,0 Mrd. EUR 1) 2) Stromkunden oder -lieferanten je nach Konventionelle Stromerzeuger
(EE-Strom) Überwälzung, voraussichtlich insbeson-
dere stromintensive Sondervertrags-
kunden
Besteuerung 1 – 1,1 Mrd. EUR Bundeshaushalt/ Stromverbraucher, evtl. EE-Stromerzeuger
von EE-Strom Rentenversicherung (bei Eigenvermarktung)
Fördermittel des 0,8 Mrd. EUR Anlagenbetreiber, indirekt Bundeshaushalt
Bundes für EE auch Hersteller u.a. (Innovations-
wirkungen etc.)
Besondere Ausgleichs- 0,6 – 0,7 Mrd. EUR Rund 500 stromintensive Unter- Alle übrigen Stromverbraucher
regelung im EEG nehmen und Schienenbahnen

Makroökonomische und sonstige Effekte (Auswahl)

Umsatzwirkung (EE-gesamt) rd. 36 Mrd. EUR (Gesamtumsatz) bzw. rund 16 Mrd. EUR (unmittelbar beschäftigungsrelevant)

Beschäftigung (EE-gesamt) rd. 300.000 direkt und indirekt Beschäftigte

Vermiedene Energieimporte (EE-gesamt) 5,7 Mrd. EUR (brutto)

Energiepreis-BIP-Effekt 100 – 200 Mrd. EUR 1), 2)


Auswirkungen auf innere und äußerer Sicherheit n.q.
(u.a. verbesserte Energieautarkie)

n.q. = nicht quantifiziert 2) Eine Saldierung der systemanalytischen den Ausweis von Brutto-Nutzen noch nicht
1) Daten bislang nur für 2008 verfügbar Kosten-/Nutzenwirkungen für 2009 ist durch eindeutig möglich.
z.T. unterschiedliche Bezugsjahre sowie Quellen: ISI [55]; IfnE [7]

Erneuerbare Energien in Zahlen 37


NUTZUNGSPOTENZIAL

LANGFRISTIG REALISIERBARES, NACHHALTIGES NUTZUNGS-


POTENZIAL ERNEUERBARER ENERGIEN FÜR DIE STROM-, WÄRME-
UND KRAFTSTOFFERZEUGUNG IN DEUTSCHLAND
Nutzung realisierbare Potenziale Kommentare
2009 Ertrag Leistung

Stromerzeugung [TWh] [TWh/a] [MW]


Wasserkraft 1)
19,0 25 5.200 Laufwasser und natürlicher Zufluss zu Speichern
Windenergie 37,8
Leistung berechnet auf Basis des Durchschnittswerts
an Land 37,8 110 50.000
2.200 h/a
Leistung berechnet auf Basis des Durchschnittswerts
auf See (Offshore) 0,037 300 80.000
3.750 h/a
Biomasse 2) 30,5 60 10.000 Erzeugung teilweise in Kraft-Wärme-Kopplung
Photovoltaik 6,2 115 125.000 3)
nur geeignete Dach-, Fassaden- und Siedlungsflächen
Bandbreite 66 – 290 TWh je nach Anforderungen
Geothermie 0,02 90 15.000
an eine Wärmenutzung (Kraft-Wärme-Kopplung)
Summe 93,5 700
Anteil bezogen auf den Bruttostromverbrauch 2009 16,1 % 120,2 %

Wärmerzeugung [TWh] [TWh/a]


Biomasse 105,3 160 einschließlich Nutzwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung

Geothermie 5,0 300 nur Energiebereitstellung aus hydrothermalen Quellen


Solarthermie 4,7 350 nur geeignete Dach- und Siedlungsflächen
Summe 115,0 810
Anteil bezogen auf Endenergieverbrauch
8,8 % 61,9 %
für Wärme 2009 4)

Kraftstoffe [TWh] [TWh/a]


2,35 Mio. ha Anbaufläche für Energiepflanzen
Biomasse 33,8 90
(von insgesamt 4,2 Mio. ha Anbaufläche)
Summe 33,8 90
Anteil bezogen auf den Kraftstoffverbrauch 2009 5,5 % 14,7 %

Der prozentuale Anteil des EE-Nutzungspotenzials


Anteil, bezogen auf den gesamten
10,3 % 68,0 % steigt bei Absenkung des Endenergieverbrauchs durch
Endenergieverbrauch 2009
Steigerung der Energieeffizienz.

Importe von Energieträgern auf der Basis


Aufgrund unterschiedlicher Annah- mit eher eine Untergrenze des tech-
erneuerbarer Energien sind in den Angaben
nicht enthalten. men zur Verfügbarkeit geeigneter nisch erschließbaren Potenzials dar.
1) ohne Meeresenergie
Standorte, zu den technischen Eigen- Die energetische Nutzung von Bio-
schaften der Nutzungstechnologien masse weist eine hohe Flexibilität
2) einschließlich des biogenen Abfalls
und weiterer Faktoren können die auf. Je nach Erfordernis kann sich
3) Leistungsangabe bezogen auf die Modul-
leistung (MWp), die korrespondierende
Ergebnisse von Potenzialabschät- deshalb die Zuordnung der Poten-
Wechselstromleistung beträgt ungefähr zungen sehr stark streuen. ziale auf die Bereiche Strom-,
115 MW Wärme- und Kraftstoffbereitstellung
4) Raumwärme, Warmwasser- und sonstige Die hier angegebenen Orientierungs- verändern. Dies gilt insbesondere
Prozesswärme werte berücksichtigen insbesonde- für den Anbau von Energiepflanzen
Quellen: Nitsch [100]; Scholz [25]; ZSW [1]; re auch die Belange des Natur- und (hier auf der Basis einer Anbaufläche
Arbeitsgemeinschaft: WI, DLR, IFEU [101] Landschaftsschutzes und stellen so- von 4,2 Mio. Hektar ermittelt).

38 Erneuerbare Energien in Zahlen


ERNEUERBARE ENERGIEN IN DER EUROPÄISCHEN UNION

TEIL II:
ERNEUERBARE ENERGIEN IN DER EUROPÄISCHEN UNION
Mit der im Juni 2009 in Kraft getretenen Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates
zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen werden ehrgeizige Ziele gesetzt:
20 % des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien sowie ein Mindestanteil von 10 %
erneuerbare Energien im Verkehrssektor im Jahr 2020

Am 25. Juni 2009 ist die Richtlinie erreichen zu können. Darüber hin- Kooperationsmechanismen prog-
2009/28/EG des Europäischen Par- aus führt die Richtlinie flexible nostiziert. Dabei geht die Mehrzahl
laments und des Rates in Kraft Kooperationsmechanismen ein, mit der Mitgliedstaaten von einer Errei-
getreten. Diese neue EU-Richtlinie denen die Mitgliedstaaten die Mög- chung bzw. sogar einem Übertreffen
zur Förderung erneuerbarer Ener- lichkeit erhalten, zur Erfüllung ihrer des Ziels mit eigenen Potenzialen
gien ist Teil des Europäischen Kli- Ziele bei Bedarf auch zusammenzu- und Maßnahmen aus. Lediglich fünf
ma- und Energiepakets, mit dem die arbeiten. Diese Kooperationsmecha- Mitgliedstaaten erwarten einen
Beschlüsse des Frühjahrsgipfels der nismen sind der statistische Transfer Importbedarf mit Hilfe der flexiblen
Staats- und Regierungschefs (Europä- von Überschussmengen erneuerba- Kooperationsmechanismen. Deutsch-
ischer Rat) vom 9. März 2007 umge- rer Energie, gemeinsame Projekte land geht in dieser Vorausschätzung
setzt werden. Verbindliches Ziel der zur Förderung erneuerbarer Ener- von Ende Dezember 2009 von einem
Richtlinie ist es, den Anteil der er- gien oder die (Teil-)Zusammen- EE-Anteil von 18,7 % im Jahr 2020,
neuerbaren Energien am gesamten legung von nationalen Fördersys- also einem leichten Übertreffen des
Energieverbrauch in der EU von temen mehrerer Mitgliedstaaten. nationalen Ziels, aus. In der Additi-
circa 8,5 % in 2005 auf 20 % bis on aller Vorausschätzungen der Mit-
2020 zu steigern. Die Richtlinie sieht vor, dass die Mit- gliedstaaten würde das EU-Ziel mit
gliedstaaten bis zum 30. Juni 2010 20,3 % leicht übertroffen werden.
In der Richtlinie wird das EU-Ziel nationale Aktionspläne zur Umset-
von 20 % auf differenzierte natio- zung ihrer Ziele verabschieden und Mit der Richtlinie wird erstmals eine
nale Gesamtziele der Mitgliedstaa- der Kommission bis 2020 über die Gesamtregelung in der EU für alle
ten für den Anteil von erneuerbaren erzielten Fortschritte regelmäßig Bereiche erneuerbarer Energien ein-
Energien am Endenergieverbrauch berichten. Außerdem schreibt sie geführt: Strom, Wärme/Kälte und
im Jahr 2020 aufgeteilt. Diese ver- vor, Strom aus erneuerbaren Ener- Transport. Die Richtlinie wird damit
bindlichen nationalen Ziele orien- giequellen einen vorrangigen Netz- die bestehenden und am 1.1.2012
tieren sich an den jeweiligen Aus- zugang zu gewähren und definiert auslaufenden EU-weiten Regelungen
gangswerten im Jahr 2005 und erstmalig Nachhaltigkeitsanforde- zur Förderung von erneuerbaren
nationalen Potenzialen. Die natio- rungen für die Herstellung von Bio- Energien, die EU-Richtlinie zur För-
nalen Ziele der EU-Mitgliedstaaten masse zur energetischen Verwen- derung erneuerbarer Energien im
für 2020 liegen demnach zwischen dung. Die Nachhaltigkeitskriterien Strommarkt und die Biokraftstoff-
10 % für Malta und 49 % für Schwe- in der Richtlinie gelten jedoch nur Richtlinie, ersetzen. Die 2001 in
den. Für Deutschland ist ein natio- für Biokraftstoffe und flüssige Bio- Kraft getretene Strom-Richtlinie
nales Ziel von 18 % vorgesehen. energieträger. Im Februar 2010 hat sieht eine Erhöhung des Anteils
die Europäische Kommission einen regenerativer Quellen an der Strom-
Neben dem nationalen Ziel sieht die Bericht zu Nachhaltigkeitskriterien erzeugung von 14 % im Jahre 1997
Richtlinie auch ein einheitliches Ziel für gasförmige und feste Bioenergie auf 21 % bis 2010 in der EU-25 vor.
von mindestens 10 % erneuerbare vorgelegt. Im Gegensatz zu den ver- Die Biokraftstoff-Richtlinie gibt das
Energien am Energieverbrauch im bindlichen Nachhaltigkeitskriterien Ziel eines Anteils von 5,75 % Bio-
Transportbereich vor. Die Mitglied- in der Richtlinie enthält dieser Be- kraftstoffe am Kraftstoffverbrauch
staaten können somit neben Bio- richt lediglich Empfehlungen an die im Jahr 2010 vor.
kraftstoffen z.B. auch Elektrizität aus Mitgliedstaaten.
erneuerbaren Energien, die durch Durch die neue, umfassende EU-
Elektroautos genutzt wird, anrech- Im Vorfeld des Nationalen Aktions- Richtlinie zur Förderung der erneu-
nen. plans mussten die Mitgliedstaaten erbaren Energien wird ein verläss-
bereits Ende 2009 eine erste Voraus- licher EU-weiter Rechtsrahmen für
Zur nationalen Zielerreichung baut schätzung an die Europäische Union die notwendigen Investitionen
die Richtlinie in erster Linie auf die übermitteln. Hierin haben alle Mit- und damit der Grundstein für einen
nationalen Fördermechanismen. gliedstaaten den erwarteten natio- weiterhin erfolgreichen Ausbau
Die Mitgliedstaaten haben die Wahl nalen Anteil erneuerbarer Energien erneuerbarer Energien bis 2020 ge-
zur Ausgestaltung ihres Fördersys- bis 2020 unter Berücksichtigung der setzt.
tems, um ihre Potenziale optimal eventuellen Nutzung der flexiblen

Erneuerbare Energien in Zahlen 39


EU: RAHMENBEDINGUNGEN

AUSWIRKUNGEN DER EU-Richtlinie 2009/28/EG AUF DIE STATISTIK


DER ERNEUERBAREN ENERGIEN
Für die Berechnung der Zielerrei- ó Das Ziel bezieht sich auf den kehrssektor existieren spezielle
chung enthält die Richtlinie detail- Bruttoendenergieverbrauch, Vorgaben.
lierte Vorgaben. Diese weichen
teilweise von den in Deutschland ó die Strombereitstellung aus Dadurch sind die Daten nach der
bislang verwendeten und dieser Wasser- und Windkraft wird Richtlinie (EU-RL) u.a. nur noch
Broschüre zugrunde liegenden Be- normalisiert, eingeschränkt mit den Daten zum
rechnungsmethoden ab. Insbeson- EEG sowie mit denen der nationalen
dere folgende Unterschiede sind zu ó für die Berechnungen der Anteile Statistik vergleichbar.
beachten: am Wärmeverbrauch und im Ver-

Bruttoendenergieverbrauch
In der Richtlinie 2009/28/EG ist entstehenden Elektrizitäts- und Wärme- gie zuzüglich der Leitungsverluste
der Bruttoendenergieverbrauch in verbrauchs und einschließlich der bei und des Eigenverbrauchs der Erzeu-
Artikel 2 (f) wie folgt definiert: der Verteilung und Übertragung auf- gungsanlagen und ist somit höher,
„Bruttoendenergieverbrauch“ tretenden Elektrizitäts- und Wärme- wie folgende Aufstellung zeigt:
Energieprodukte, die der Industrie, verluste.
dem Verkehrssektor, Haushalten, dem Beispiel für Deutschland:
Dienstleistungssektor einschließlich des In der bisherigen nationalen Statis-
Sektors der öffentlichen Dienstleistun- tik (z.B. in dieser Broschüre) wird der Endenergieverbrauch 2007: 8.815 PJ
gen sowie der Land-, Forst- und Fische- Endenergieverbrauch als der ener-
Leitungsverluste, Eigenverbrauch: + 296 PJ
reiwirtschaft zu energetischen Zwe- getisch genutzte Teil der Energie-
cken geliefert werden, einschließlich menge im Inland definiert, der den Bruttoendenergieverbrauch 2007: 9.111 PJ
des durch die Energiewirtschaft für die Endverbraucher erreicht. Die Brutto-
Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung endenergie entspricht der Endener- Quelle: AGEB, vorläufig

Normalisierungsregel für Wind- und Wasserkraft


Bei der Berechnung der Beiträge berücksichtigt. Durch diese „Norma- tatsächlichen Ertrag des entspre-
von Wind- und Wasserkraft werden lisierung“ auf ein durchschnittliches chenden Jahres, spiegelt dafür aber
die Auswirkungen klimatischer Jahr entspricht der Wert für Wind- den entsprechenden Ausbau besser
Schwankungen auf den Stromertrag und Wasserkraft nicht mehr dem wider.

Einfluss der Normalisierungsregel am Beispiel der Windkraft 2008 und 2009 in Deutschland

2008 2009

Methode national Methode EU-RL Methode national Methode EU-RL

Windenergie 1) 40.574 GWh 38.873 GWh 37.809 GWh 41.092 GWh 1) Windenergie wurde nach EU-
Richtlinie über 4 Jahre normalisiert.

Verkehrssektor
Bei der Berechnung der Zielerrei- neuerbaren Energiequellen erzeugt Biomass-to-Liquids (BtL) und Biogas
chung im Verkehrssektor werden und in allen Arten von Fahrzeugen aus Reststoffen doppelt sowie erneu-
nur nachhaltig erzeugte Biokraft- mit Elektroantrieb verbraucht wird. erbarer Strom im Straßenverkehr
stoffe berücksichtigt zuzüglich des Des Weiteren werden Biokraftstoffe mit dem Faktor 2,5 angesetzt.
Beitrags von Elektrizität, die aus er- aus Reststoffen, Lignocellulose,

40 Erneuerbare Energien in Zahlen


EU: RAHMENBEDINGUNGEN

Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch in ausgewählten EU-Ländern

30 Ausgewählt wurden die 5 EU-


EU-27 Mitgliedstaaten mit dem höchsten
Zielwert Endenergieverbrauch.
25 Deutschland
In der neuen EU-Richtlinie 2009/28/
Frankreich Indikativer Zielpfad nach EG ist ein indikativer Zielpfad
EU-Richtlinie 2009/28/EG für den Anteil von EE am Brutto-
20 Italien
Endenergieverbrauch vorgegeben.
Spanien Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet,
geeignete Maßnahmen zu ergreifen,
[%]

15 Verein. Königreich um zu gewährleisten, dass ihr Anteil


von Energie aus erneuerbaren
Quellen die jeweiligen nationalen
10 Richtwerte des Zielpfads mindestens
erreicht.
5

0 Quellen: nach EC [85]; Eurostat [132]


2001 2003 2005 2011/ 2013/ 2015/ 2017/ 2020
2012 2014 2016 2018

Anteil EE am 39,8 49 SE Allgemeine Anmerkungen:


gesamten Zielwert
Brutto-EEV 2020 32,6 40 LV Die in europäischen und internationalen
2005 [%] Statistiken angegebenen Daten zur Ener-
28,5 38 FI giebereitstellung und -nutzung erneuer-
Belgien 2,2 13 23,3 34 barer Energien in Deutschland weichen
AT
zum Teil von den Angaben deutscher
Bulgarien 9,4 16
20,5 31 PT Quellen ab. Neben der unterschiedlichen
Dänemark 17,0 30 Datenherkunft spielen hierbei auch
17,0 30 DK abweichende Bilanzierungsmethoden
Deutschland 5,8 18
16,0 25 eine Rolle.
SI
Estland 18,0 25 Im Teil „Europa“ werden aus Konsistenz-
Finnland 28,5 38 18,0 25 EE gründen für Deutschland die Daten aus
den internationalen Statistiken über-
Frankreich 10,3 23 17,8 24 RO
nommen. Die detailierteren Angaben
Griechenland 6,9 18 15,0 23 LT der nationalen Quellen auf den voran-
gehenden Seiten sind jedoch i.d.R. belast-
Irland 3,1 16 10,3 23 FR barer.
Italien 5,2 17 8,7 20 ES
Lettland 32,6 40
6,9 18 EL
Litauen 15,0 23
5,8 18 DE
Luxemburg 0,9 11
5,2 17 IT
Malta 0,0 10
3,1 16 IE
Niederlande 2,4 14
Österreich 23,3 34 9,4 16 BG
Polen 7,2 15 1,3 15 UK
Portugal 20,5 31 7,2 15 PL
Rumänien 17,8 24 6,7 14 SK
Schweden 39,8 49 2,4 14 NL
Slowakei 6,7 14
2,9 13 CY
Slowenien 16,0 25 Ziel 2020
4,3 13 HU
Spanien 8,7 20 EE-Anteil 2005
6,1 13 CZ
Tschech. Republik 6,1 13 [%]
2,2 13 BE
Ungarn 4,3 13
Verein. Königreich 1,3 15 0,9 11 LU Anteile 2005 sowie nationale Gesamtziele nach
Zypern 2,9 13 0,0 10 MT EU-Richtlinie 2009/28/EG

EU-27 8,5 20 0 10 20 30 40 50 60 Quelle: EC [85]

Erneuerbare Energien in Zahlen 41


EU: ENERGIEBEREITSTELLUNG

Struktur des Endenergieverbrauchs in der EU, 2008

Kernenergie Gesamter EEV: Im Rahmen der neuen EU-Richtlinie zur


rund 13.600 TWh Förderung der Nutzung von Energie aus
Gase erneuerbaren Quellen ist der Anteil der
Struktur der Endenergie aus erneuerbaren Energien am gesamten End-
Erneuerbare 7%
erneuerbaren Energien energieverbrauch in den Mittelpunkt des
Energien
Interesses gerückt. Statistiken zum Endener-
Mineralöl gieverbrauch weisen bisher i.d.R. lediglich
29 % die Anteile der verschiedenen Sektoren
Kohle aus. Die nebenstehende Grafik weist die
Biomasse/ Aufteilung nach den verschiedenen Energie-
Abfälle trägern aus, die anhand verschiedener
10 % 56 % Wasserkraft Statistiken aus der Eurostat Online Database
24 % berechnet wurden. Die dargestellten Anteile
dienen dabei lediglich einer größenmäßigen
Einordnung.
Solarenergie
42 %
1%
Biokraft- Geothermie
Wind-
stoffe energie 1%
9% 9%
12 %

2008 Quellen: ZSW [1] nach Eurostat [119], [124]

Struktur des Primärenergieverbrauchs in der EU, 2003 und 2008


Nettoimport
Kernenergie
Erdgas
Erneuerbare
Energieträger
gesamter PEV: gesamter PEV:
Mineralöl
rund 75.500 PJ rund 75.300 PJ
Kohle
Struktur der Primärenergie aus
14,2 % 13,4 % Holz/
erneuerbaren Energien
Holzabfälle
47,0 %
23,6 % davon 24,5 % Wasserkraft
Netto-Import: 19,0 % Abfälle
davon
rund 42.500 PJ Biomasse/ 10,0 %
Netto-Import: 6,0 % 8,4 % Windenergie
Abfälle
rund 37.900 PJ Biogas
6,9 % 69,1 %
5,1 %
Geothermie
37,4 % 36,5 % 3,9 % Biokraftstoffe
Solarenergie
1,2 % 6,9 %
50,2 % 56,4 %
Berechnet nach Wirkungsmethode;
s.a. Anhang Abs. 9
18,4 % 17,0 %
Quellen: ZSW [1] nach Eurostat [124]
2003 2008

42 Erneuerbare Energien in Zahlen


EU: NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN

NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN IN DER EU


Die vorliegende Übersicht gibt den
2008 2009 derzeitigen Stand verfügbarer Statis-
tiken wieder (siehe Quellen). Diese
Bio- Wasser- Wind- Geo- Solar- Photo-
Summe Daten können von nationalen Statis-
masse 1) kraft 2) energie thermie 3) thermie 4), 5) voltaik 5)
tiken abweichen, unter anderem
Endenergie [TWh] [1.000 m2] [MWth] [kWp] aufgrund von unterschiedlichen
Methodiken.
Belgien 13,95 0,41 0,62 – 15,00 335 235 363.023 Alle Angaben vorläufig; Abweichun-
Bulgarien 8,00 2,82 0,12 0,38 11,33 37 26 5.700 gen in den Summen durch Rundun-
gen
Dänemark 18,05 0,03 6,98 – 25,05 484 339 4.565 1) Strom- und Wärmeerzeugung aus
fester Biomasse, Biogas und dem
Deutschland 168,31 20,94 40,60 2,37 232,21 12.900 9.030 9.830.300
kommunalen Abfall sowie Biokraft-
Estland 6,23 0,03 0,13 – 6,40 2 2 60 stoffe
2) Bruttoerzeugung; für Pumpspei-
Finnland 65,29 17,11 0,26 – 82,67 28 20 7.649 cherkraftwerke nur Erzeugung aus
140,66 64,24 5,69 1,33 211,91 1.995 1.396 289.349 natürlichem Zufluss
Frankreich
3) Wärme- und Stromerzeugung;
Griechenland 11,15 3,31 1,70 0,20 16,36 4.076 2.853 55.000 Stromerzeugung in Italien mit
5,5 TWh, Portugal 0,2 TWh,
Irland 2,82 0,97 2,47 0,05 6,31 121 85 400
Deutschland 0,02 TWh und Öster-
Italien 37,18 41,62 5,06 8,00 91,85 2.015 1.410 1.032.400 reich 0,002 TWh (Frankreich
0,09 TWh in Übersee-Departements
Lettland 11,06 3,11 0,06 – 14,22 8 6 4 nicht enthalten)
4) verglaste und unverglaste Kollek-
Litauen 6,90 0,40 0,12 – 7,42 5 3 55
toren; angelegter Leistungsfaktor
Luxemburg 0,71 0,13 0,06 – 0,91 20 14 26.322 0,7 kWth/m2
5) einschließlich Anlagen in Übersee-
Malta – – – – 0,00 45 31 1.527
Departements
Niederlande 15,12 0,10 4,26 0,02 19,50 774 542 63.633 6) Summe beinhaltet 12,6 TWh aus
Solarthermie und 7,4 TWh aus
Österreich 40,89 37,95 2,00 0,07 80,91 4.330 3.031 37.487 Photovoltaik.
Polen 54,01 2,15 0,79 0,15 57,11 510 357 1.011
Portugal 33,38 6,80 5,70 0,31 46,18 445 312 102.205
Rumänien 45,21 17,20 0,01 0,27 62,68 114 80 635
Schweden 72,50 69,07 2,00 – 143,56 422 295 8.710
Slowakei 6,09 4,04 0,01 0,02 10,16 105 73 196
Slowenien 5,21 4,02 – – 9,23 158 111 8.402
Spanien 53,88 23,50 32,20 0,09 109,68 1.865 1.306 3.520.082
Tschech. Republik 20,38 2,02 0,20 – 22,61 514 360 465.901
Ungarn 11,55 0,21 0,24 1,06 13,07 67 47 650 Quellen:
Biomasse: Eurostat [119]
Verein. Königreich 27,73 5,17 7,10 0,01 40,01 476 333 32.610 Wasserkraft: Eurostat [119]
Windenergie: Observ’ER [120]
Zypern 0,35 – – – 0,35 701 491 3.328 Geothermie: Eurostat [119]; Observ’ER [122]
Solarthermie: Observ’ER [130]
EU-27 876,61 327,35 118,37 14,34 1.356,67 6)
32.552 22.786 15.861.204
Photovoltaik: Observ’ER [131]

Die EU spielt in Bezug auf die Nut- und einem Weltmarktanteil von Die Internationale Energie Agentur
zung erneuerbarer Energien im rund 76 %. Eine herausragende Rol- schätzt die installierte globale Solar-
globalen Kontext eine wichtige le spielt in diesem Zusammenhang kollektorfläche für das Jahr 2008
Rolle. Besonders erwähnenswert Deutschland, das den Zubau von auf 152 GWth, der EU-Anteil beträgt
ist der Beitrag der Solar- und Wind- rund 1,8 GWp im Jahr 2008 auf rund mehr als 13 % (EU 2008: 20 GWth).
energie. Insgesamt waren in der 3,8 GWp im Jahr 2009 mehr als ver-
EU Ende 2009 geschätzte 15,9 GWp doppeln konnte [131], [141]. Der Beitrag der Meeresenergie zur
an Photovoltaik-Leistung installiert Energieversorgung in der EU und
(2008: rund 10,4 GWp). Im Jahr 2009 Im Windsektor ist die EU mit rund auch global ist heute noch vernach-
wurden rund 5,5 GWp an Photovolta- 75 GW (2008: rund 65 GW) instal- lässigbar gering, allerdings wird
ik-Leistung zugebaut, das entspricht lierter Windenergieleistung Ende diesem Sektor ein beträchtliches
einem Zuwachs von 8 % im Ver- 2009 und einem globalen Anteil von Potenzial zuerkannt.
gleich zum Vorjahr (rund 5,1 GWp) 47 % weltweit führend.

Erneuerbare Energien in Zahlen 43


EU: STROM – RICHTLINIE

AUSBAU DER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN


IM EUROPÄISCHEN ELEKTRIZITÄTSBINNENMARKT
Im Oktober 2001 ist die Richtlinie Biomasse, Wasserkraft und Geother- weiteren Ausbau erneuerbarer Ener-
2001/77/EG zur Förderung von Strom mie als heimische Energieträger zu gien in Europa vorgelegt. Die im
aus erneuerbaren Energiequellen einer sicheren Stromversorgung Rahmen des Europäischen Klima-
im europäischen Elektrizitätsbinnen- leisten – gerade angesichts einer EU- und Energiepakets verabschiedete
markt in Kraft getreten. Ziel der weit ständig wachsenden Import- neue Richtlinie zur Förderung er-
Gemeinschaft ist die Erhöhung des abhängigkeit. Mit Verweis auf rund neuerbarer Energien ist ein wich-
Anteils regenerativer Quellen an der 300.000 Arbeitsplätze in der EU im tiger Meilenstein auf diesem Weg
Stromerzeugung von 14 % im Jahre Bereich der erneuerbaren Energien (s. a. Seite 39).
1997 auf 22 % bis 2010 in der EU-15 unterstreicht das Grünbuch die Be-
bzw. 21 % in der EU-25. deutung der erneuerbaren Energien 1) Die Kommission ist gemäß Artikel 3 Absatz 4
für die Wirtschaft und die technolo- der Richtlinie 2001/77/EG verpflichtet, alle
Mit dem Fortschrittsbericht „Erneu- gische Führungsrolle Europas in die- zwei Jahre einen Bericht zu veröffentlichen,
in dem sie die Fortschritte der Mitglied-
erbare Energien“ der Europäischen sem Sektor. Mit der am 10. Januar staaten bei der Erreichung ihrer nationalen
Kommission (KOM (2009) 192) vom 2007 vorgelegten Road Map hat die Richtziele im Bereich erneuerbarer Energien
28.04.20091) wird informiert, dass Kommission einen Fahrplan für den bewertet.
die Analysen der Kommission davon
ausgehen, dass Europa die 21 %-Ziel- Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch [%] Zielwert
marke für 2010 im Strombereich ver- 1997 2000 2002 2004 2006 2008 2010 [%]
fehlen wird, wenn nicht erhebliche Belgien 1,0 1,5 1,8 2,1 3,9 5,3 6,0
zusätzliche Anstrengungen in den
Bulgarien 7,0 7,4 6,0 8,9 11,2 7,4 11,0
verschiedenen Mitgliedstaaten
unternommen werden. Nach dem Dänemark 8,9 16,7 19,9 27,1 25,9 28,7 29,0
Bericht haben Deutschland und Deutschland 4,3 6,5 8,1 9,5 12,0 15,4 12,5
Ungarn bereits ihre Zielvorgabe für Estland 0,1 0,3 0,5 0,7 1,4 2,0 5,1
2010 erfüllt. Der erneuerbare Anteil
Finnland 25,3 28,5 23,7 28,3 24,0 31,0 31,5
an der gesamten Stromerzeugung
der EU stieg von 2004 bis 2006 um Frankreich 15,2 15,1 13,7 12,9 12,5 14,4 21,0
fast 1,5 Prozentpunkte. Insgesamt Griechenland 8,6 7,7 6,2 9,5 12,1 8,3 20,1
konnten neben Deutschland weitere Irland 3,8 4,9 5,4 5,1 8,5 11,7 13,2
fünf EU-Mitgliedstaaten ihren An-
Italien 16,0 16,0 14,3 15,9 14,5 16,6 25,0
teil von 2004 bis 2006 um mehr als
2 Prozentpunkte steigern und da- Lettland 46,7 47,7 39,3 47,1 37,7 41,2 49,3
mit wesentlich zur Entwicklung des Litauen 2,6 3,4 3,2 3,5 3,6 4,6 7,0
EU-Gesamtanteils an der Stromer- Luxemburg 2,0 2,9 2,8 3,1 3,5 4,1 5,7
zeugung aus erneuerbaren Energien
Malta 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 5,0
beitragen. Das Wachstum war vor
allem auf den Ausbau der Nutzung Niederlande 3,5 3,9 4,7 5,6 7,9 8,9 9,0
von fester Biomasse und der Wind- Österreich 67,5 72,4 66,0 58,7 56,5 62,0 78,1
energie zurückzuführen. Polen 1,7 1,7 2,0 2,1 2,9 4,2 7,5
Trotz der erreichten Fortschritte ist 38,3 29,4 20,8 24,4 29,4 26,9 39,0
Portugal
die Wachstumsrate nach wie vor ge-
Rumänien 30,5 28,8 30,8 29,9 31,4 28,4 33,0
ring. In den meisten Mitgliedstaaten
bestehen noch erhebliche Wachs- Schweden 49,1 55,4 46,9 46,1 48,1 55,5 60,0
tumshindernisse in sämtlichen Sek- Slowakei 14,5 16,9 19,2 14,4 16,6 15,5 31,0
toren. Slowenien 26,9 31,7 25,4 29,1 24,4 29,1 33,6
Im 7. EU-Forschungsrahmenpro-
Spanien 19,7 15,7 13,8 18,5 17,7 20,6 29,4
gramm wurde bei der nicht nuklea-
ren Forschungsförderung eine deut- Tschech. Republik 3,5 3,6 4,6 4,0 4,9 5,2 8,0
liche Priorität für Energieeffizienz Ungarn 0,8 0,7 0,7 2,3 3,7 5,6 3,6
und die erneuerbaren Energien ge- Verein. Königreich 1,9 2,7 2,9 3,7 4,6 5,6 10,0
setzt.
Zypern 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3 6,0
In dem im März 2005 vorgestellten
Grünbuch „Eine europäische Strate- EU-27 13,1 13,8 13,0 13,9 14,6 16,7 21,0
gie für nachhaltige, wettbewerbs-
Die vorliegende Übersicht gibt den derzeitigen Stand verfügbarer Statistiken wieder (siehe Quelle).
fähige und sichere Energie“ hebt die Diese Daten können von nationalen Statistiken abweichen, unter anderem aufgrund von unterschied-
EU-Kommission den Beitrag hervor, lichen Methodiken.
den Wind- und Sonnenenergie, Quelle: Eurostat [119]

44 Erneuerbare Energien in Zahlen


EU: STROMBEREITSTELLUNG

STROMBEREITSTELLUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN IN DER EU


1) vorläufige Angaben
1990 1997 2000 2002 2003 2004 2005 2006 2007 1) 2008 1), 2)
2) einschließlich städtischen
[TWh] Abfalls und Biogas
Biomasse 2) 17,3 28,7 40,5 49,7 57,9 68,9 80,7 90,1 100,8 107,9 3) für Pumpspeicherkraftwerke
nur Erzeugung aus natür-
Wasserkraft 3)
288,8 332,5 354,7 315,4 306,0 323,3 307,4 308,6 310,1 327,4
lichem Zufluss
Windenergie 0,8 7,3 22,3 35,7 44,4 58,8 70,5 82,3 104,3 118,4
Geothermie 3,2 4,0 4,8 4,8 5,4 5,5 5,4 5,6 5,8 5,7 Die vorliegende Übersicht gibt
den derzeitigen Stand verfüg-
Photovoltaik 0,01 0,04 0,1 0,3 0,5 0,7 1,5 2,5 3,8 7,4 barer Statistiken wieder (siehe
Quellen). Diese Daten können
Solarthermie – – – – – – – – 0,01 0,02 von nationalen Statistiken
abweichen, unter anderem
Summe 310,1 372,6 422,4 405,9 414,2 457,2 465,4 489,2 524,8 566,7
aufgrund von unterschied-
lichen Methodiken.
Anteil EE am
Bruttostrom- 11,8 13,1 13,9 13,0 12,9 13,9 14,0 14,6 15,5 16,7
Quellen: Eurostat [119]; Observ'ER
verbrauch [%]
[120]; ZSW [1]

Seit Inkrafttreten der EU-Strom- Unterstellt man einen durchschnitt- ein Durchschnittswachstum von
richtlinie (s.a. Seite 44) hat sich die lichen Stromverbrauch eines Muster- 69 % verzeichnen konnte.
Stromerzeugung aus erneuerbaren haushalts von 3.500 kWh/a, so ist
Energien in der EU um durchschnitt- das gleichbedeutend mit einer zu- Eine weitere Technologie der erneu-
lich 3,4 % p.a. auf rund 567 TWh im sätzlichen erneuerbaren Stromver- erbaren Energien, die solarther-
Jahr 2008 erhöht. Auf Basis der vor- sorgung von rund 12 Mio. Haushal- mischen Kraftwerke, könnte in den
liegenden Daten lässt sich der erneu- ten in der Europäischen Union. nächsten Jahren ebenfalls einen
erbare Beitrag zur gesamten Strom- nennenswerten Beitrag leisten. Ende
bereitstellung für das Jahr 2008 auf Der bisherige Anstieg ist vor allem 2009 waren gemäß EurObserv‘ER
16,7 % abschätzen. Betrachtet man auf die Entwicklung in zwei Sparten in der EU Anlagen mit insgesamt
die Entwicklung der erneuerbaren der erneuerbaren Energien zurück- 232,4 MWel in Betrieb. Weltweit
Strombereitstellung ohne Berück- zuführen: die Windenergie mit ei- führend bei der Entwicklung solar-
sichtigung der Wasserkraft, hat sich nem durchschnittlichen Wachstum thermischer Kraftwerke ist Spanien,
der absolute Beitrag der Erneuer- im Betrachtungszeitraum von rund das diese Technologie mittels
baren in diesem Zeitraum mehr als 24 % p.a. und die Biomassenutzung eines Einspeisetarifs fördert. Etwa
verdreifacht bzw. im Durchschnitt zur Stromerzeugung mit geschätz- 25 Solarthermie-Projekte mit einer
um rund 18 % pro Jahr erhöht. ten 16,4 % p.a. Erfreulich ist auch Leistung von insgesamt mehr als
Im Jahr 2008 konnte die Stromerzeu- die Entwicklung in der Photovoltaik- 2.100 MWel sind derzeit in Spanien
gung aus Erneuerbaren um schät- Branche, die – wenn auch auf Basis in der Entwicklung [122].
zungsweise rund 42 TWh zulegen. eines niedrigen Ausgangsniveaus –

Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien in der EU


300 567 600 EE Strom incl.
525
465 489 Wasserkraft
250 457 500
EE Strom incl. Wasserkraft [TWh]

447 Photovoltaik
422 414
EE Stromerzeugung [TWh]

391 396 406


373 Geothermie
200 400
310 Windenergie
150 300 Biomasse
EU-Richtlinie
2001/77/EG
100 200

50 100

0 0
1990 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Quellen: siehe oben stehende Tabelle

Erneuerbare Energien in Zahlen 45


EU: STROMBEREITSTELLUNG

Installierte Leistungen zur Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien in der EU 2008


44,7 % 6,3 % Gesamte installierte Leistung zur Stromerzeugung
(89,7 GW) (12,6 GW) 2,8 % aus erneuerbaren Energien: rund 200 GW
(5,7 GW) (Anteil an der gesamten Stromerzeugungskapazität: 25 %)
7,0 %
(14,0 GW) Wasserkraft > 10 MW Wind
2,1 % Wasserkraft < 10 MW Solarthermie
(4,2 GW)
Abfall Geothermie
Holz/Holzabfall Photovoltaik
4,7 % Biogas
(9,5 GW) 32,1 %
0,3 % 0,03 % (64,4 GW)
(0,7 GW) (0,06 GW) Quelle: Eurostat [119]

Struktur der Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien in den Ländern der EU im Jahr 2008

Belgien Wasserkraft flüssige Biomasse


Bulgarien Windenergie Abfall
Dänemark feste Biomasse Geothermie
Deutschland Biogas Photovoltaik
Estland Die Struktur des erneuerbaren
Finnland Strommixes variiert stark in den ver-
Frankreich schiedenen EU-Mitgliedstaaten.
In 4 Ländern dominiert die Strom-
Griechenland
erzeugung aus Wasserkraft mit
Irland einem Anteil von über 90 %
Italien (Bulgarien, Lettland, Rumänien,
Lettland Slowenien). In Dänemark, Estland
und Irland kann die Windstromer-
Litauen zeugung mit 64 %, 68 % bzw. 69 %
Luxemburg nennenswerte Anteile aufweisen.
Niederlande Der Beitrag der biogenen Ressour-
cen ist vor allem in Ungarn (82 %)
Österreich
und Belgien (79 %) beträchtlich.
Polen Bezogen auf die moderne Biomasse-
Portugal nutzung pendelt der Anteil am
Rumänien erneuerbaren Strommix im Verei-
nigten Königreich, in den Nieder-
Schweden
landen, Luxemburg und Belgien
Slowakai zwischen 30 und 37 %.
Slowenien
Italien ist der Pionier im Bereich
Spanien
der Tiefengeothermie. Bereits im
Tschech. Rep. Jahr 1904 wurde die erste geother-
Ungarn mische Anlage zur Stromerzeugung
Verein. Königr. (Larderello) errichtet. Heute leistet
die Erdwärme mit einem Anteil von
0% 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 9 % bereits einen bedeutenden An-
teil an der erneuerbaren Strombe-
Die Grafik gibt den derzeitigen Stand verfüg-
reitstellung des Landes. Die Photo-
Für Malta liegen den verwendeten Quellen
barer Statistiken wieder (siehe Quellen). Diese keine Angaben zur Strombereitstellung aus voltaik leistet bereits in Luxemburg,
Daten können von nationalen Statistiken ab- erneuerbaren Energien vor. Die erneuerbare Deutschland und Spanien mit Antei-
weichen, unter anderem aufgrund von unter- Stromerzeugung in Zypern ist derzeit noch len von 6 %, 5 % bzw. 4 % einen
schiedlichen Methodiken. vernachlässigbar. nennenswerten Beitrag zum erneu-
Quellen: siehe Tabelle Seite 43 erbaren Strommix.

46 Erneuerbare Energien in Zahlen


EU: WINDENERGIE

WINDENERGIENUTZUNG IN DER EU
global: 157.899 MW
Installierte Windleistung in der EU 2009 (in MW) Asien
25 %

Amerika
Schweden
25 %
1.560
EU-27 – 74.767 MW
davon Offshore 2.061 MW Finnland
EU-27
146 Australien/
47 %
Pazifik 1 % restl. Europa
Afrika 1) 1%
Estland 1%
142 1) inkl. Mittlerer Osten
Lettland
Dänemark 28 Keine Windenergienutzung in Malta, Slowenien
3.465 und Zypern
Irland Litauen
Verein. Niederl. 91
1.260
Königreich 2.229
4.051 Polen
Deutschland
Belgien 25.777 725
563
Tschech. R.
Lux.
192 Slowakai
35
Frankreich Österreich 3
4.492 995
Ungarn Rumänien
Italien 201 14
4.850
Portugal
3.535
Spanien Bulgarien
19.149 177

Griechen-
land
Quellen: EWEA [121]; GWEC [135] 1.087

Der stetige Ausbau der Windenergie- täten bzw. rund 28 % der globalen 1.000 MW. Bis zum Jahr 2020 könn-
nutzung in der EU konnte auch im Kapazitäten. Ende 2009 lag Deutsch- ten zwischen 40 und 55 GW an Off-
Jahr 2009 fortgesetzt werden. Ge- land mit insgesamt 25.777 MW auf shore-Windleistung in Betrieb sein
mäß der European Wind Energy As- dem 2. Platz der globalen Top 10, und eine Strommenge von 145 bis
sociation (EWEA) lag der Zubau bei nach den USA (35.159 MW) und 198 TWh ins EU-Stromnetz einspei-
der Windenergie mit rund 10,2 GW vor China (25.104 MW), Spanien sen [137].
im Jahr 2009 wie auch im Vorjahr (19.149 MW) und Indien (10.926 MW).
höher als bei allen anderen erneuer- China konnte im Jahr 2009 einen Mit der Fertigstellung der letzten
baren Technologien. Ende 2009 war Rekordzubau von 13.000 MW auf- Windkraftanlage im November 2009
in der EU eine Windenergiekapazi- weisen und damit seine Ende 2008 konnte der erste Offshore-Windpark
tät von rund 75 GW installiert, das bestehenden Kapazitäten mehr als Deutschlands „alpha ventus“ reali-
entspricht einem Anteil von 47 % an verdoppeln. siert werden. Der Windpark besteht
der globalen Windenergiekapazität, aus 12 Windkraftanlagen der 5-MW-
die bei knapp 158 GW lag. Ende des Jahres 2009 waren in der Klasse, die in 45 Kilometer Entfer-
EU insgesamt 2,1 GW an Offshore- nung von der Küste errichtet wur-
Der Aufschwung in der Nutzung Windleistung installiert. Insgesamt den [138]. Neben der Stromgewin-
von Windenergie in der EU war in gingen in Europa im Laufe des Jah- nung soll der Windpark der deut-
den letzten Jahren vor allem auf den res 8 neue Windfarmen mit einer schen Windindustrie als Test- und
Ausbau in Deutschland und Spanien Gesamtleistung von 577 MW ans Demonstrationsfeld zur Verfügung
zurückzuführen. Ende 2009 entfal- Netz. Für das Jahr 2010 erwartet die stehen. Die Forschungsinitiative
len auf diese beiden Länder 60 % der EWEA die Inbetriebnahme von wei- RAVE (Research at alpha ventus)
gesamten EU-Windenergiekapazi- teren 10 Windfarmen mit insgesamt koordiniert die Forschungsprojekte.

Erneuerbare Energien in Zahlen 47


EU: WINDENERGIE

Entwicklung der kumulierten Windenergieleistung in den EU-Mitgliedstaaten

EU 80.000 74.767
Zubau 2009
Spanien gesamt: rund 10.160 MW 64.719
70.000
Deutschland
56.270
60.000 DE IT
19 % 11 % 47.685
Die gesamte Windleistung 50.000 FR
2009 entspricht nicht genau ES 11 % 40.512
UK
[MW]

der Summe aus installierter 24 %


40.000 11 % 34.288
Leistung Ende 2008 plus
19.149
Zubau 2009; dies ist auf restl. EU 28.531 16.689
Repowering und Stilllegung 30.000 25 % 15.097
23.123 11.736
bestehender Windenergie-
9.918
anlagen zurückzuführen. 17.147 8.317
20.000 6.234
12.796
8.902
4.798 23.897 25.777
20.622 22.247
10.000 6.223 3.244 16.629 18.415
4.609
483 2.472 3.392 2.274
8.754
11.994 14.609
6.104
Quellen: EWEA [121]; Eurostat [119]; 0
Deutschland s. Seite 14 1990 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

Die Windenergie in Europa konnte Die gesamte Windenergiekapazität rund 155.200 Arbeitsplätze zuge-
im Jahr 2009 mit einem Zubau von lag Ende 2009 bei 74.767 MW (2008: rechnet werden, bis zum Jahr 2020
10.163 MW Windleistung gegenüber 64.719 MW). Die Spitzenposition könnte sich diese Zahl nach einer
dem Vorjahr um 23 % deutlich zu- wird weiterhin von Deutschland ge- aktuellen Studie der EWEA auf rund
legen. Neben Spanien (2.459 MW) halten, gefolgt von Spanien, Italien, 446.400 beinahe verdreifachen. Die
und Deutschland (1.917 MW) haben Frankreich und dem Vereinigten Zahl der Arbeitsplätze im Bereich
auch Italien (1.114 MW), Frankreich Königreich. Insgesamt konnten Windenergie an Land wird sich bis
(1.088 MW) und das Vereinigte in der EU mit den vorhandenen zum Jahr 2020 voraussichtlich ver-
Königreich (1.077 MW) erheblich zu Kapazitäten im Jahr 2009 129 TWh doppeln, Wachstumspotenziale lie-
diesem Rekordausbau beigetragen. Windstrom erzeugt werden, das gen aber auch im Offshore-Bereich,
Insgesamt entfallen auf diese 5 EU- entspricht geschätzten 4 % am der bis 2020 bereits ein Drittel der
Mitgliedstaaten drei Viertel des ge- gesamten Bruttostromverbrauch1). Arbeitsplätze stellen könnte [136].
samten EU-Windmarktes. Im Jahr 2008 konnten der Wind- 1) Basis der Berechnung: Bruttostromver-
energiebranche in der EU insgesamt brauch 2007 nach Eurostat

Entwicklung der Stromerzeugung aus Windenergie in der EU


140
Italien
2009
Portugal gesamt: rund 128,5 TWh
120
Dänemark
Frankreich ES
100
Verein. Königreich 28,2 % UK
7,2 %
Spanien FR
80 DE 6,1 %
[TWh]

Deutschland 29,2 % DK
restl. EU 60 5,2 %
restl. EU PT
14,3 % IT 5,2 %
40 4,7 %

20
Angaben 2009 vorläufig
0
Quellen: Eurostat [119]; Observ’ER [120] 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008

48 Erneuerbare Energien in Zahlen


EU: WÄRMEBEREITSTELLUNG

WÄRMEBEREITSTELLUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN IN DER EU


Rund die Hälfte der gesamten End- memarkt ist somit deutlich gerin- rund 97 % bzw. 646 TWh, wobei der
energiebereitstellung der EU-27 ist ger als im Strommarkt (s. vorherige größte Anteil auf die Wärmeerzeu-
dem Wärmesektor zuzurechnen. Seiten). gung aus Holz in privaten Haushalten
Der Beitrag der erneuerbaren Ener- entfällt. Der Beitrag der anderen bei-
gien in diesem Segment lag jedoch Die mit Abstand wichtigste erneuer- den Sparten, Solarthermie und Geo-
lediglich bei 10 %. Die Bedeutung bare Ressource im Wärmesektor ist thermie, ist mit rund 2 % bzw. 1 %
der erneuerbaren Energien im Wär- die Biomasse mit einem Anteil von noch vergleichsweise unbedeutend.

1990 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Endenergie [TWh]
Biomasse, davon 419,4 477,4 532,8 528,5 533,5 565,3 576,6 586,7 602,7 634,8 645,5
Holz/Holzabfälle 414,8 472,9 521,4 513,4 516,1 553,4 563,9 573,9 589,6 603,0 612,1
Biogas 4,0 3,8 4,8 7,1 8,6 4,0 4,1 4,2 4,5 11,5 12,9
kommunale Abfälle 0,7 0,8 6,6 7,9 8,8 8,0 8,7 8,7 8,6 20,2 20,5
Solarthermie 1,8 3,2 4,8 5,5 6,0 6,4 7,1 7,9 9,0 10,9 12,6
Geothermie 4,8 5,2 5,3 6,5 6,9 6,9 6,8 7,3 7,7 8,1 8,6
EE Wärme gesamt 426,0 485,8 542,9 540,4 546,4 578,6 590,6 602,0 619,3 653,8 666,8

Quelle: nach Eurostat [119]

Entwicklung im Solarthermie-Markt
Der Absatz im EU-Solarthermie- der in Deutschland im Jahr 2009 produziert und damit etwa
Markt war 2009 leicht rückläufig installierten Kombianlagen bezogen 39 Mio. Tonnen des Treibhausgases
(-9,6 %), nach einer äußerst positiven auf die Anzahl der zugebauten An- Kohlendioxid vermieden werden.
Entwicklung 2008 mit einem Zu- lagen rund 50 % und leistungsbezo- Global waren 2008 in der Solar-
wachs von 50,9 %. Dennoch wurden gen sogar fast 70 %. thermie-Branche schätzungsweise
insgesamt geschätzte 2.916,2 MWth 260.000 Menschen beschäftigt.
(2008: 3.226,8 MWth) an Solarkollek- Ende 2008 waren in Europa
torleistung zugebaut. Dies entspricht etwa 150 Großanlagen (≥ 500 m2;
einer zusätzlichen Kollektorfläche 350 kWth) in Betrieb mit einer Leis-
Gesamte installierte
von rund 4,2 Mio. m2. Die kumulier- tung von insgesamt 160 MWth, Solarkollektorleistung
te Solarkollektorleistung in der EU unter anderem auch zur solaren in der EU Ende 2009
lag Ende 2009 bei rund 22,8 MWth Nah-/Fernwärmeversorgung [140].
(entspricht 32,6 Mio. m2). Die län-
13 %
derspezifische Marktdurchdringung Die weltweit größte solare Fern-
der solarthermischen Anwendungen wärmeanlage findet sich in Marstal 13 %
divergiert jedoch stark. Die Spitzen- (Dänemark). Mit einer Kollektorflä-
position wird hier wie auch in den che von 18.365 m2 und einer thermi- EU-27 gesamt:
40 % 19.980 MWth 6%
Vorjahren von Zypern gehalten mit schen Leistung von 12,9 MWth stellt
einer Leistung von rund 612 kWth die Anlage ein Drittel des Wärme- 6%
je 1.000 Einwohner. bedarfs in Marstal bereit. Die der- 6%
Der EU-Durchschnitt lag lediglich zeit größte solare Nahwärmeanlage 16 %
bei rund 46 kWth je 1.000 Einwoh- Deutschlands entsteht in Crailsheim,
ner [130]. mit einer Leistung von 7 MWth und Österreich
Bis heute ist die Warmwasserberei- 10.000 m2 Kollektorfläche [118, 123].
tung der wichtigste Anwendungsbe- Griechenland
reich der Solarthermie. In den letz- Global waren Ende 2008 rund Frankreich
ten Jahren wurden jedoch zuneh- 152 GWth an Solarkollektorleistung Italien
mend Kombianlagen errichtet, die installiert (für das Jahr 2009 schätzt
Spanien
neben der Warmwasserbereitstel- SHC [140] die Leistung auf 189 GWth).
lung auch der Heizungsunterstüt- Mit dieser installierten Leistung restl. EU
zung dienen. So betrug der Anteil konnten rund 110 TWhth (395 PJ) Deutschland Quelle: Observ’ER [130]

Erneuerbare Energien in Zahlen 49


EU: BIOKRAFTSTOFFE

KRAFTSTOFFE AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN IN DER EU


Neben dem Strom- und Wärmesektor
ist auch der Verkehrssektor im Hin- Verbrauch an Biokraftstoffen im Straßenverkehr
blick auf eine Steigerung der Subs- der EU im Jahr 2007 und 2008
titution von fossilen durch erneuer-
bare Energieträger relevant, denn
ein Drittel des gesamten EU-Endener- 37,9
gieverbrauchs ist dem Verkehrssektor Deutschland
45,4
zuzurechnen.
28,2
Frankreich
Insgesamt schätzt EurObserv’ER den 17,3
Verbrauch an Biokraftstoffen in der
9,3 Segmente des Biokraftstoff-Markts
EU im Jahr 2008 auf rund 122 TWh Verein.
(2007: rund 93 TWh), d.h. rund Königreich 4,1 der EU im Jahr 2008
29 TWh mehr als im Vorjahr. Dieses 8,7
Wachstum von 31,4 % ist jedoch im Italien Biodiesel
1,6 78 %
Vergleich zu Wachstumsraten von
7,5 Verbrauch 2008 gesamt
45,7 % im Jahr 2007 und sogar 70,9 % 2008:
Spanien Verbrauch 2007
im Jahr 2006 deutlich abgeschwächt. 4,5 rund
Die wichtigsten Akteure im Biokraft- 122 TWh
5,3
stoff-Markt der EU sind Deutschland Polen Bioethanol
und Frankreich. Auf diese beiden 1,1 18 %
Länder entfällt zusammen mehr als 25,0 Pflanzenöl
die Hälfte des gesamten Biokraftstoff- restl. EU 4%
18,7
verbrauchs.
0 5 10 15 20 25 30 35 [TWh]
In der EU ist Biodiesel mit einem An-
teil von 78 % am gesamten Biokraft- Die vorliegende Grafik gibt den derzeitigen Stand verfügbarer Statistiken wieder (siehe Quelle).
stoffverbrauch der wichtigste Bio- Diese Daten können von nationalen Statistiken abweichen, unter anderem aufgrund von unter-
schiedlichen Methodiken. Angaben 2008 geschätzt.
kraftstoff. Er wird überwiegend aus
Rapsöl produziert und kann fossilem Quelle: Observ’ER [122]
Diesel beigemischt werden. 2008
wurden EU-weit rund 95 TWh Biodie-
sel verbraucht. Der Einsatz von Bio- samt 5 TWh allein in Deutschland (2009/28/EG) wird erstmals ein ver-
diesel konnte damit gegenüber 2007 4,4 TWh verbraucht. bindliches Ziel für den Verkehrssek-
um rund 36 % (+ 25,1 TWh) zulegen. tor formuliert. Bis zum Jahr 2020
Global betrachtet entfällt auf Biodie- Nicht nur im Hinblick auf eine Min- soll der Anteil von Energie aus er-
sel nur etwa ein Viertel der gesamten derung der Abhängigkeit von Ener- neuerbaren Quellen in den einzel-
Biokraftstoffbereitstellung, Ethanol gieimporten ist die Relevanz des nen EU-Mitgliedstaaten für alle Ver-
bzw. daraus hergestelltes ETBE Verkehrssektors in Bezug auf den kehrsträger mindestens 10 % des
ist hier die bevorzugte Alternative. Ausbau der Erneuerbaren offen- Endenergieverbrauchs im Verkehrs-
sichtlich. Biokraftstoffe leisten auch sektor entsprechen.
Ethanol wird in der EU vorwiegend einen wesentlichen Beitrag zur
durch Fermentation von Zuckerrüben Reduktion von Treibhausgas-Emissio- Die Richtlinie stellt nicht explizit auf
und/oder Getreide erzeugt. Es kann nen im Straßenverkehr. den Biokraftstoff-Anteil ab, sondern
dem Benzin direkt beigemischt oder auf Energie aus erneuerbaren Quel-
aber zu ETBE (Ethyl-Tertiär-Butyl- Mit der Biokraftstoff-Richtlinie len allgemein. Dies hat zur Folge,
Ether) weiterverarbeitet werden. 2003/30/EG wurden erste indikative dass neben den bereits im Kraftstoff-
Im Jahr 2008 konnte der Bioethanol- Ziele für Biokraftstoffe auf EU-Ebene sektor etablierten Biokraftstoffen
Verbrauch um rund 55 % gesteigert formuliert: 2 %-Anteil im Jahr 2005 sowie den heute noch nicht markt-
werden (Verbrauch 2007: 13,9 TWh). und 5,75 %-Anteil im Jahr 2010. reifen Biokraftstoff-Optionen (z.B.
Insgesamt wurden 21,5 TWh dieses Die Umsetzung dieser rechtlich BtL-Kraftstoffe oder Bioethanol
biogenen Kraftstoffs verwendet. nicht bindenden Zielsetzungen aus lignozellulosehaltigen Rohstof-
Mit einem Anteil von 4 % spielt Pflan- auf nationaler Ebene erfolgt mit fen) zukünftig auch der Beitrag von
zenöl-Kraftstoff im Portfolio der Bio- unterschiedlicher Intensität. Nach Strom und Wasserstoff, erzeugt aus
kraftstoffe nur eine untergeordnete EurObserv’ER stieg der Biokraftstoff- erneuerbaren Ressourcen, zur Erfül-
Rolle. Für diesen biogenen Kraftstoff Anteil am gesamten Verbrauch des lung des Mindestanteils herangezo-
besteht lediglich in Deutschland Straßenverkehrs der EU von 2,6 % im gen werden kann.
ein relevanter Markt, so wurden von Jahr 2007 auf 3,4 % 1) im Jahr 2008 1) bezogen auf gesamten Kraftstoffverbrauch im
einem EU-weiten Absatz von insge- [122]. In der neuen EU-Richtlinie Straßenverkehr von 3.594 TWh im Jahr 2008

50 Erneuerbare Energien in Zahlen


EU: SOZIO-ÖKONOMISCHE ASPEKTE

SOZIO-ÖKONOMISCHE ASPEKTE DER ERNEUERBAREN ENERGIEN


IN AUSGEWÄHLTEN LÄNDERN DER EU IM JAHR 2008
Umsätze mit erneuerbaren Energien im Jahr 2008
kleine Die Daten berücksichtigen
Photo- feste Biokraft- Geo- Solar- Gesamt Herstellung, Vertrieb und
Wind Wasser- Biogas
voltaik Biomasse stoffe thermie thermie Länder Installation der Anlagen sowie
kraft 2)
Betrieb und Instandhaltung.
[Mio. EUR]
1) Für Deutschland wurden
Deutschland 1) 9.500 5.800 3.110 3.500 1.840 1.700 374 430 26.254
aus Konsistenzgründen
Spanien 16.380 3.270 1.250 360 5 375 170 k.A. 21.810 die Zahlen aus der verwen-
Frankreich 870 2.700 2.500 2.850 1.900 735 360 365 12.280 deten Quelle übernommen;
Unterschiede zu Seite 26
Dänemark <5 11.400 400 k.A. <5 50 k.A. 35 11.895 ergeben sich z.B. aus der
Italien 1.700 1.410 550 1.235 k.A. 400 440 k.A. 5.735 Abgrenzung der Techno-
logiebereiche.
Schweden 122 628 2.400 1.150 570 60 280 k.A. 5.210
2) < 10 MW installierte Leis-
Österreich 275 300 650 k.A. 220 590 84 64 2.183 tung
Verein. Königreich 25 1.500 300 k.A. k.A. 130 150 k.A. 2.105
Finnland <5 k.A. 1.250 7 135 <5 25 9 1.436
Niederlande 413 400 62 150 50 60 - 62 1.197
Polen 5 83 400 5 15 100 40 4 652
Slowakei <5 k.A. 150 4 <5 10 4 <1 179
Slowenien 5 - 100 k.A. <5 10 8 k.A. 128
Luxemburg <5 k.A. 5 - - <2 4 <1 17
gesamt 29.310 27.491 13.127 9.261 4.750 4.227 1.939 971 91.081 Quelle: Observ’ER [122]

Nach Observ’ER wurde in 14 aus- dokumentierten Staaten entfällt auf Arbeitsplätze in Frankreich, dies ent-
gewählten EU-Ländern im Jahr 2008 diese vier Länder. spricht 60 % des gesamten Erneuer-
ein Gesamtumsatz mit erneuerbaren bare-Energien-Arbeitsmarktes. Mit
Energien von über 91 Mrd. Euro er- Die Photovoltaik-Branche war mit rund 195.000 Arbeitsplätzen ist der
wirtschaftet. An erster Stelle des rund 29,3 Mrd. der umsatzstärkste Biomasse-Sektor die bedeutendste
Länderrankings steht Deutschland Sektor, gefolgt vom Windenergiesek- Branche, knapp gefolgt vom Wind-
mit einem Gesamtumsatz von tor mit rund 27,5 Mrd. Euro. energiesektor mit rund 187.000 Ar-
rund 26 Mrd. Euro1), gefolgt von Insgesamt standen im Jahr 2008 beitsplätzen.
Spanien (rund 21,8 Mrd. Euro), nach Observ’ER beinahe 660.000
1) Die gesamte Wertschöpfung im Wirtschafts-
Frankreich (12,3 Mrd. Euro) und Arbeitsplätze in der Erneuerbare- bereich „Energie- und Wasserversorgung“
Dänemark (rund 12 Mrd. Euro). D.h. Energien-Branche bereit. Davon lag im Jahr 2007 in Deutschland bei rund
rund 80 % des Gesamtumsatzes der 266.300 in Deutschland und 128.540 48 Mrd. Euro [37].

Arbeitsplätze in der Erneuerbare-Energien-Branche in ausgewählten EU-Ländern im Jahr 2008

gesamt rund 657.600 Arbeitsplätze 1) < 10 MW installierte Leistung


2) Die Angaben für Deutschland
weichen von den auf Seite 27
Biokraftstoffe DK 33.375 dargestellten Zahlen ab, da von
Photovoltaik ES
16 % 9% 86.000 SE 29.790 EurObserver die Arbeitsplätze
ohne Berücksichtigung der
Solarthermie FR IT 28.400
128.540 großen Wasserkraft ermittelt
6% wurden. Des Weiteren wurden
Wind nach nach AT 24.400
Geothermie auch Arbeitsplätze durch öffent-
28 % Sektoren Ländern 3) PL 20.820 liche/gemeinnützige Mittel nicht
4%
kleine FI 17.620 einbezogen.

Wasserkraft 1) UK 12.000 3) Luxemburg mit 300 Arbeits-


feste Biomasse DE 2) NL 4.395 plätzen ist in der Grafik nicht
31 % 2% 266.200 SK 3.950 abgebildet.
Biogas SI 1.680
4%
Quelle: Observ’ER [122]

Erneuerbare Energien in Zahlen 51


EU: STROM – FÖRDERUNG

INSTRUMENTE ZUR FÖRDERUNG DER ERNEUERBAREN ENERGIEN


IM EU-STROMMARKT
Mit der neuen EU-Richtlinie für er-
neuerbare Energien (2009/28/EG)
soll der Anteil der erneuerbaren
Energien am gesamten Endenergie-
verbrauch in der EU bis 2020 auf
20 % ausgebaut werden (s. a. Seite FI
SE
39). Hierzu wird der Strom aus er-
neuerbaren Energien einen erheb-
lichen Beitrag leisten. EE

Das Beispiel der Windenergie und LA


IE DK
anderer EE-Technologien zeigt, dass LT
die Ausbauerfolge im Stromsektor in UK
den einzelnen EU-Staaten sehr un- NL
PL
terschiedlich sind (s.a. Seite 44 „Aus- BE
DE
bau der Stromerzeugung ...“). Dies CZ
ist vor allem auf die jeweiligen ener- LU SK
giepolitischen Rahmenbedingun- FR AT
HU
gen zurückzuführen. Die Einspeise- SI RO
regelung als Förderinstrument wird
derzeit von 21 EU-Mitgliedstaaten PT
ES IT BG
ausschließlich bzw. zum Teil ge- PT
nutzt. Dieses Instrument, insbeson-
dere auch das deutsche Erneuerbare- EL
Energien-Gesetz (EEG), hat im euro-
päischen Vergleich sehr erfolgreich
MT
zum Ausbau des Anteils von Strom CY
Einspeiseregelung
aus erneuerbaren Energien beige-
tragen. Quotenregelung
Weitere Förderinstrumente
So stellt auch die Europäische Kom-
Technologiespezifischer Einsatz
mission in ihrem Bericht vom Januar von Quote und Einspeisetarifen Quelle: aktualisiert auf Basis von Klein et al. [133]
2008 fest, dass gut ausgestaltete Ein-
speiseregelungen für Strom aus er-
neuerbaren Energien effektiver und
effizienter als andere Instrumen- Die International Feed-In rungen mit Einspeisevergütungs-
te zur Förderung der erneuerbaren Cooperation (IFIC) systemen, deren Optimierung, die
Energien sind. Die in einzelnen Län- Unterstützung anderer Länder bei
dern bestehenden Quotensysteme Auf der Internationalen Konferenz der Verbesserung und Entwicklung
mit handelbaren Zertifikaten kön- für Erneuerbare Energien 2004 in von Einspeisesystemen und das Ein-
nen dagegen vergleichbare Erfolge Bonn haben Spanien und Deutsch- bringen der gewonnenen Erfahrun-
bisher nicht vorweisen. land beschlossen, die Erfahrungen gen in internationale Foren, insbe-
mit ihren Einspeisevergütungsrege- sondere in den Prozess der politi-
Das Bundesumweltministerium hat lungen für Strom aus erneuerbaren schen Debatten der Europäischen
ein Vorhaben gefördert, das im Energien auszutauschen und stär- Union.
Internet unter www.res-legal.de ker zu kooperieren (International
eine kostenlos zugängliche Internet- Feed-In Cooperation). Durch Unter- Global hatten Anfang 2010 bereits
Datenbank „Rechtsquellen für die zeichung einer Gemeinsamen Erklä- 50 Länder und weitere 25 Staaten/
Stromerzeugung aus erneuerbaren rung im Oktober 2005 wurde dieser Provinzen/Gebiete Einspeiserege-
Energien“ betreibt („RES LEGAL“). Zusammenarbeit eine Basis gege- lungen für Strom aus erneuerbaren
Dort können wesentliche juristische ben. Im Januar 2007 ist auch Slo- Energien eingeführt [134].
Inhalte zur Förderung und zum wenien durch Unterzeichnung der
Netzzugang von Strom aus erneuer- Gemeinsamen Erklärung der IFIC Weitere Informationen finden sich
baren Energien in den 27 EU-Mit- beigetreten. im Internet unter
gliedstaaten recherchiert werden. www.feed-in-cooperation.org.
Auch technologiespezifische Rege- Ziele der Kooperation sind die För-
lungen werden explizit aufgeführt. derung des Austausches von Erfah-

52 Erneuerbare Energien in Zahlen


WELT: GLOBALE NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN

TEIL III:
GLOBALE NUTZUNG ERNEUERBARER
ENERGIEN
Den Energiebedarf der wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig
abzudecken, ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft.
Erneuerbare Energien leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag – rund
16 % des globalen Energieverbrauchs sind erneuerbaren Ursprungs.

Die zukünftige Energieversorgung Weiterhin sind erneuerbare Ener- netzfernen Photovoltaikanlagen für
wird auch im globalen Maßstab nur gien auch eine Chance für die Ent- den häuslichen Bedarf. In geschätz-
dann die Kriterien der Nachhaltig- wicklungsländer, denn Zugang zu ten 3 Mio. Haushalten in den Ent-
keit erfüllen, wenn die erneuerbaren Energie ist ein Schlüsselfaktor, um wicklungsländern wird heute Strom
Energien kräftig und kontinuierlich die Armut zu bekämpfen. Ein Groß- mittels einer Photovoltaikanlage er-
weiter ausgebaut werden. Auch teil der Bevölkerung dieser Länder zeugt [134]. Erneuerbare Energien
im Hinblick auf die Umsetzung der bewohnt den ländlichen Raum. ermöglichen so mehr Menschen
Ziele des Kyoto-Protokolls ist ihr Durch fehlende Übertragungsnetze einen Zugang zu modernen Energie-
weiterer Ausbau eine entscheidende ist hier eine konventionelle Ener- formen – insbesondere Elektrizität –
Maßnahme, um die Emissionen von gieversorgung nicht möglich. Auf- und damit verbesserte Lebensbedin-
klimaschädlichen Treibhausgasen zu grund des dezentralen Charakters gungen und wirtschaftliche Ent-
begrenzen. können die Erneuerbaren die Basis- wicklungschancen.
versorgung liefern, z.B. in Form von

Erneuerbare Energien in Zahlen 53


WELT: GLOBALE NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN

Der hohe Stellenwert der erneuer- märenergieverbrauchs konnte durch Vor diesem Hintergrund wird deut-
baren Energien für eine nachhal- den Zuwachs der erneuerbaren Ener- lich, dass zur Bewältigung der Her-
tige Entwicklung ist allgemein aner- giebereitstellung gerade kompen- ausforderungen für die globale Ener-
kannt. Auf nationaler Ebene werden siert werden. gieversorgung und insbesondere
heute verschiedene Instrumente den Klimaschutz neben der effizien-
zur Förderung der Entwicklung Knapp ein Fünftel der Weltbevöl- teren Nutzung von Energie vor al-
der erneuerbaren Energien einge- kerung (OECD) ist nach wie vor für lem die Entwicklungsdynamik der
setzt (s.a. Seiten 28 – 32 und 52). rund die Hälfte des globalen Primär- erneuerbaren Energien erhöht wer-
Betrachtet man die absoluten Zah- energieverbrauchs verantwortlich. den muss. Dies gilt vor allem für die
len, so wurden 2007 global rund Dies wird auch durch den Pro-Kopf- Wind-, Solar- und Meeresenergie,
62.400 PJ erneuerbare Primärenergie Verbrauch deutlich, der in den aber auch für die Geothermie und
bereitgestellt (2006: rund 60.800 PJ). Industrieländern (OECD) mit knapp moderne Verfahren der Biomasse-
Durchschnittlich konnten die Erneu- 200 GJ um das 2,6-Fache höher als nutzung. Die bislang dominierenden
erbaren seit 1990 jährlich um 1,7 % im globalen Durchschnitt (76 GJ/ klassischen Nutzungsformen –
zulegen. Dennoch pendelt der Anteil Kopf) ist. In China und Indien, den Wärmebereitstellung aus Brennholz
der erneuerbaren Energiebereitstel- bevölkerungsreichsten Ländern, und Holzkohle (traditionelle Biomas-
lung am globalen Primärenergiever- liegt der Energiebedarf pro Kopf senutzung) sowie Stromerzeugung
brauch bereits seit den achtziger Jah- sogar lediglich bei 62 bzw. 22 GJ. aus Wasserkraft – stoßen zuneh-
ren in der Regel immer zwischen 12 Doch der Energiebedarf der Ent- mend an ihre Grenzen und stellen
und 13 % (2007: 12,4 %). Das bedeu- wicklungs- und Schwellenländer zuweilen keine nachhaltige Nutzung
tet: Der Anstieg des gesamten Pri- wächst. der erneuerbaren Energien dar.

Entwicklung von Weltbevölkerung und globalem Primärenergieverbrauch

194 Primärenergieverbrauch 2007


[GJ/Kopf]

76 Welt
62 Indien 56
OECD China 22 restl. Welt
6,5 6,6 504
6,1 478

5,3 419
367
4,4
3,8 303

232

restl. Welt
Indien
China
OECD
1971 1980 1990 2000 2005 2007 1971 1980 1990 2000 2005 2007

Weltbevölkerung [Mrd.] Globaler Primärenergieverbrauch [EJ]

PEV berechnet nach Wirkungsgradmethode

Quellen: IEA [117]

54 Erneuerbare Energien in Zahlen


WELT: ENERGIEBEREITSTELLUNG

GLOBALE ENERGIEBEREITSTELLUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN

Struktur des globalen Endenergieverbrauchs im Jahr 2007

Sonstige Der globale Endenergieanteil ist höher als


Kernenergie 0,3 % der globale Primärenergieanteil. Dies ist zum
3% Teil auf die traditionelle Biomasse zutückzu-
traditionelle Geothermie führen, die gänzlich Endenergieverbrauch
Biomasse 12,0 % 0,1 % darstellt. Des Weiteren ist die Höhe des
Primärenergieanteils auch davon abhängig,
Wasserkraft
fossile welche Methode der Berechnung des Primär-
Anteil EE 3,2 % energieäquivalents der erneuerbaren Ener-
Energieträger 16 % gien zugrunde liegt.
81 %
Biokraftstoffe
0,4 %
Sonstige = Wind-, Solar- und Meeresenergie
moderne Biomasse
0,2 % Quelle: nach IEA [117]

2007 konnten rund 16 % der glo- sich auf die weiteren Erneuerbare- darf an Energie um 1,7 % bzw. in
balen Nachfrage nach Endenergie Energien-Technologien. absoluten Zahlen um 8.270 PJ (zum
durch erneuerbare Energien gedeckt Vergleich: Der gesamte Primärener-
werden. Allerdings entfällt mit Die Entwicklung des globalen End- gieverbrauch in Deutschland betrug
einem 12%igen Anteil der Großteil energieverbrauchs folgt dem Trend im Jahr 2009 rund 13.300 PJ). Der
auf die traditionelle Biomassenut- des Primärenergieverbrauchs, der Anteil der Erneuerbaren am globa-
zung. Der Wasserkraft können rund sich seit 1971 mehr als verdoppelt len Primärenergieverbrauch lag im
3 % zugerechnet werden und der hat (2007: rund 500.000 PJ). Allein Jahr 2007 mit 12,4 % auf dem glei-
verbleibende Anteil von 1 % verteilt im Jahr 2007 stieg der globale Be- chen Niveau wie im Vorjahr.

Entwicklung der globalen erneuerbaren Primärenergiebereitstellung


und des Anteils erneuerbarer Energien

70.000 13,1 13,2 Sonstige


Erneuerbare-Energiebereitstellung [PJ]

12,9 Wasserkraft
60.000 13,0
Biomasse/Abfälle 1)
Anteil EE am PEV [%]

50.000 12,8
12,8 Anteil EE
40.000 12,7 12,7 12,6
12,6 1) nur erneuerbarer
30.000 12,4 Anteil des Abfalls
berücksichtigt
12,4 12,4 12,4 12,4
20.000 12,3 12,2
PEV berechnet
10.000 12,0 nach Wirkungs-
gradmethode
0 11,8
1980 1990 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 Quellen: IEA [116], [117]

Erneuerbare Energien in Zahlen 55


WELT: WACHSTUM/ANWENDUNGSBEISPIELE

Mittlere Wachstumsraten des Primärenergieverbrauchs und


der erneuerbaren Energien im Zeitraum 1990 bis 2007
30 global
25,0 24,0 OECD
25
Wachstumsrate [%/a]

20

Die OECD-Mitglied-
15 12,9 staaten sind im
10,4 Anhang Abs. 8
9,8
10 angegeben.

5,9 1) biogener Anteil


des kommunalen
5
2,1 2,2 Abfalls, Biogas,
1,9 1,2 1,7 1,9 1,2 1,2
0,4 0,7 flüssige Biomasse
0
PEV EE Wasser- Geothermie Feste Sonstige Sonne Wind Quelle: IEA [116]
insgesamt kraft Biomasse Biomasse 1)

Vor dem Hintergrund der Klima- dem Wachstum des gesamten Pri- ein Wachstum von 1,9 % p.a. ver-
schutzziele des Kyoto-Protokolls ist märenergieverbrauchs von 1,9 %. zeichnen, während die Wachstums-
die Entwicklung der erneuerbaren Seit dem Jahr 2005 ist in den Indus- rate des gesamten Primärenergiever-
Energien seit dem Jahr 1990 von be- trieländern eine Trendänderung zu brauchs der OECD von 1,3 % p.a. im
sonderem Interesse. Bisher ist es je- beobachten, da das Wachstum der Jahr 2006 auf 1,2 % p.a. im Jahr 2007
doch nicht gelungen, ihren Stellen- erneuerbaren Energiebereitstellung leicht rückläufig war. Der prozen-
wert in der Energieversorgung deut- mit 1,5 % im 5-Jahres-Zeitraum erst- tuale Anteil der erneuerbaren Ener-
lich zu erhöhen. Global stieg die mals über dem Wachstum des ge- gien lag mit 6,5 % nur 0,7 % über
Energiebereitstellung bis zum Jahr samten Primärenergieverbrauchs dem Anteil des Jahres 1990. Für das
2007 um durchschnittlich 1,7 % p.a. (2005: 1,4 % p.a.) lag. Im Jahr 2007 Jahr 2008 schätzt die Internationale
und lag damit geringfügig hinter konnten die Erneuerbaren bereits Energieagentur den Anteil auf 6,8 %.

Anteile erneuerbarer Energien am Energiebedarf in den verschiedenen Sektoren im Jahr 2007


70 global
63,3
OECD
60
52,3 Nicht-OECD
49,5
50
[Anteil in %]

40 Die OECD-Mitglied-
staaten sind im
30 Anhang Abs. 8
24,4 angegeben.
17,4 18,6
20 16,5
12,3 10,3
10 6,2 7,3 5,9 7,2
4,8 4,0
0
Priv. Haushalte, Kraftwerk sonstige Industrie Sonstige Quelle: nach [116]
Dienstleistungen und Umwandlungs-/
Öffentl. Sektor Energie-Sektoren

Global werden heute rund 52 % der zweiten wichtigen Anwendungs- den Nicht-OECD-Ländern nur 16,5 %.
erneuerbaren Energien zur Wärme- bereich stellt die Stromerzeugung Entsprechend groß ist hier mit etwa
bereitstellung in privaten Haushal- dar. Allerdings bestehen erhebliche 63 % der Anteil zur dezentralen
ten sowie im öffentlichen Sektor und regionale Unterschiede: Während Wärmebereitstellung, der in den
im Dienstleistungssektor genutzt. in den Industrieländern (OECD) die OECD-Ländern nur rund 17 % be-
Im Wesentlichen handelt es sich Hälfte der erneuerbaren Energien trägt.
hierbei um Holz und Holzkohle. Den der Stromerzeugung dient, sind es in

56 Erneuerbare Energien in Zahlen


WELT: REGIONALE UNTERSCHIEDE

REGIONALE NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN


IM JAHR 2007 – GLOBAL
Übergangsländer: Länder, die sich in einer
Anteil EE Anteil der wichtigsten EE
PEV davon EE Übergangsphase von der Planwirtschaft zur
am PEV am Gesamtanteil EE [%] Marktwirtschaft befinden; bei der IEA werden
Biomasse/ unter diesem Begriff die Länder aus Non-OECD
[PJ] [PJ] [%] Wasser Sonstige 2) Europe und die Länder der ehemaligen UdSSR
Abfälle 1)
zusammengefasst.
Afrika 26.415 12.753 48,3 2,7 97,0 0,3 1) OECD nur biogener Anteil des Abfalls;
23.074 7.047 30,5 34,2 64,2 1,3 weitere Regionen auch nicht biogene
Lateinamerika 3)
Anteile enthalten
Asien 3) 57.654 15.709 27,2 5,9 89,8 4,3 2) Geothermie, Sonnenenergie, Wind, Meeres-
energie
China 82.461 10.103 12,3 17,3 80,6 2,1
3) Lateinamerika ohne Mexiko und Asien ohne
Mittlerer Osten 22.957 167 0,7 48,2 30,1 21,7 China

46.952 1.708 3,6 61,5 37,1 1,5 4) einschließlich Hochseebunker


Übergangsländer
PEV berechnet nach der Wirkungsgradmethode
OECD 230.158 14.985 6,5 30,2 56,6 13,2
Global 4) 503.517 62.477 12,4 17,7 77,3 4,9
Quelle: IEA [116]

Biomasse/Abfälle Wasserkraft Geothermie, Sonne,


ca. 48.300 PJ (77,4 %) ca. 11.060 PJ (17,7 %) Wind, Meeresenergie
ca. 3.060 PJ (4,9 %)

1,3 % 0,8 %

9,5 %
17,6 %
27,6 %

16,9 % 33,8 % 40,9 % 64,6 %


64,3 % 6,9 %

15,8 %

OECD Übergangsländer Entwicklungsländer 1) China 1) ohne China

Quelle: IEA [116]

Besonders hoch ist der Anteil der Heizen angewiesen, das entspricht
allgemein als erneuerbar bezeichne- etwa 40 % der Weltbevölkerung.
ten Energieformen in Afrika. Ursäch- Die IEA rechnet aufgrund des Bevöl-
lich ist hierfür die traditionelle Nut- kerungswachstums mit einem An-
zung von Biomasse, die jedoch über stieg auf über 2,6 Mrd. bis zum Jahr
weite Strecken nicht nachhaltig ist. 2015 (2030: 2,7 Mrd.).
Einfache Formen des Kochens und
Heizens haben Gesundheitsschäden Die Nutzung der Wasserkraft durch
durch offenes Feuer sowie die hier große Staudämme stellt zuweilen
vielfach irreversible Abholzung der ebenfalls eine nicht nachhaltige
Wälder zur Folge. In den Entwick- Nutzung der erneuerbaren Energien
lungsländern – insbesondere in länd- dar, da sie z.T. mit gravierenden
lichen Gebieten – sind 2,5 Mrd. sozialen und ökologischen Folgen
Menschen ausschließlich auf tradi- einhergeht.
tionelle Biomasse zum Kochen und

Erneuerbare Energien in Zahlen 57


WELT: STROMERZEUGUNG

GLOBALE STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIEN


Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in verschiedenen Regionen im Jahr 2007

294
Asien 1)
248
380 ehem.
Geothermie 513
Kanada 359 UdSSR
EU-27 99
Wind USA
Japan
sonstige Biomasse 38 23 496
feste Biomasse/Abfall Mittlerer China
Mexiko Osten
Wasserkraft 99
Afrika
Angaben in TWh
OECD Nicht OECD
Welt gesamt circa 3.540 TWh ca. 1.640 TWh ca. 1.900 TWh 19
1) Asien ohne China und Japan;
699 Australien
Lateinamerika ohne Mexiko 9,2 %
Latein- 2,0 %
Solar-/Meeresenergie nicht dargestellt. 77,1 % 2,0 % 95,6 % 1,2 %
Der Beitrag dieser Energieformen zur amerika 1) 9,2 % 1,1 %
weltweiten Stromerzeugung lag im Jahr
2007 insgesamt bei 5,3 TWh. 2,5 % Quelle: IEA [117]

den nicht der OECD zugehörigen


Anteile erneuerbarer Energien an der globalen Ländern (Nicht-OECD) beeinflusst.
Stromerzeugung im Jahr 2007 Das relativ geringe Wachstum der
Wasserkraft in der OECD ist die we-
EE gesamt sentliche Ursache für den Rückgang
ca. 3.540 TWh
des globalen Anteils. Die Wasser-
Kohle 1) Sonstige 2) kraft leistet mit rund 80 % den größ-
41,8 % 1,2 % ten Beitrag innerhalb der erneuer-
baren Stromerzeugung. Allerdings
Anteil EE Wasserkraft sind die Wasserkraftpotenziale in
Öl 17,9 % 15,6 % den meisten Industrieländern be-
5,7 %
Gas reits ausgeschöpft. Der für die Erhö-
20,9 % Kernenergie Biomasse/Abfall hung des globalen Anteils notwendi-
13,8 % 1,1 %
ge Wachstumsschub kann in diesen
Ländern nur durch einen verstärk-
Die globale Stromerzeugung aus Wasser- Umwandlungseffizienz von 33 % bewertet
ten Ausbau anderer erneuerbarer
kraft ist mit einem Anteil von 15,6 % höher wird, während bei der Stromerzeugung Technologien realisiert werden.
als die der Kernenergie (13,8 %). Betrachtet aus Wasserkraft nach der so genannten
man die Anteile am PEV, so wird dieses Wirkungsgradmethode ein Wirkungsgrad Betrachtet man die Länder der
Verhältnis umgekehrt, Kernenergie stellt von 100 % angesetzt wird. Nicht-OECD, in denen mehr als die
mit 5,9 % einen deutlich größeren Anteil
am PEV als die Wasserkraft mit 2,2 %.
1) enthält nicht erneuerbaren Anteil des Hälfte der globalen erneuerbaren
Abfalls (0,2 %) Stromerzeugung stattfindet, so ist
Ursächlich für diese Verzerrung ist, dass
entsprechend internationaler Vereinbarun- 2) Geothermie, Sonne, Wind, Meeresenergie zu erwarten, dass aufgrund des im
gen Elektrizität aus Kernenergie primär- Vergleich zu den Industrieländern
energetisch mit einer durchschnittlichen Quellen: IEA [116], [117]
höheren Bevölkerungswachstums
sowie steigender Einkommen zu-
künftig das Wachstum des gesamten
Knapp ein Fünftel der globalen Zeitablauf die 20 %-Grenze nicht Strombedarfs höher sein wird als
Stromerzeugung ging im Jahr 2007 überwinden und war sogar rück- in der OECD, mit der Konsequenz,
auf erneuerbare Energien zurück. läufig. Die weitere Entwicklung des dass im Hinblick auf den globalen
Mit 19,2 % im Jahr 1990 und 17,9 % Anteils wird durch die unterschied- Anteil auch das Wachstum der Er-
im Jahr 2007 konnte der erneuer- lichen Rahmenbedingungen in den neuerbaren zumindest Schritt hal-
bare globale Stromanteil jedoch im Industrieländern der OECD sowie ten muss.

58 Erneuerbare Energien in Zahlen


IRENA

INTERNATIONALE ORGANISATION FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN


wendungen sein und darüber hinaus Im Januar 2010 hat die Vorberei-
technologisches Know-how zu er- tungskommission in Abu Dhabi das
neuerbaren Energien zur Verfügung Arbeitsprogramm und Budget für
stellen. 2010 angenommen. Das Budget
umfasst rund 14 Mio. USD. Das IITC
Auf Initiative Deutschlands wurde Bis zum Inkrafttreten des Statuts in Bonn und das Verbindungsbüro
die Internationale Organisation und der ersten Sitzung der Vollver- in Wien werden zusätzlich von
für Erneuerbare Energien (Interna- sammlung hat die Vorbereitungs- Deutschland bzw. Österreich finan-
tional Renewable Energy Agency kommission, der alle Signatarstaaten ziert. Mit dem Arbeitsprogramm
[IRENA]) am 26. Januar 2009 in Bonn angehören, die für den Aufbau von wurden auch die Aufgaben an den
gegründet. Mittlerweile haben fast IRENA erforderlichen Entscheidun- drei Standorten festgelegt. Das IITC
150 Staaten sowie die Europäische gen getroffen. Im Juli 2010 tritt das wird sich zusammen mit dem Haupt-
Union den Gründungsvertrag (Statut) Statut in Kraft nachdem zuvor die sitz insbesondere auf die Aufgaben-
unterzeichnet. IRENA ist die erste erforderliche Anzahl von 25 Ratifi- bereiche Potenziale der erneuerba-
internationale Organisation, die aus- kationsurkunden hinterlegt wurden. ren Energien, Szenarien und Tech-
schließlich die Förderung erneuer- Im Juni 2009 hat die Vorbereitungs- nologie-Fahrpläne konzentrieren,
barer Energien zum Ziel hat. kommission in Sharm el Sheikh aber auch mit Forschung, Technolo-
die Französin Hélène Pelosse als In- giebewertung und Umsetzung der
Als internationale Regierungsorga- terim-Generaldirektorin gewählt. im Rahmen des Major Economies
nisation soll IRENA Industrie- und Der Hauptsitz des Sekretariats ist in Forum verfassten Technologie-
Entwicklungsländer beim Ausbau Abu Dhabi. Ein IRENA-Innovations- aktionspläne befassen.
der erneuerbaren Energien unter- und Technologiezentrum (IRENA
stützen. IRENA wird Wissensträger Innovation and Technology Centre Weitere Informationen finden sich
für erfolgreiche politische Rahmen- [IITC]) wird in Bonn und ein Verbin- im Internet unter www.irena.org.
bedingungen und praktische An- dungsbüro für Kontakte zur UN in
Wien aufgebaut.

Dr. Sultan Al Jaber, Vereinigte Arabische Emirate, Vorsitzender der dritten Sitzung der Vorbereitungskommission von
IRENA und Hélène Pelosse, Interim Generaldirektorin, am 17. Januar 2010 in Abu Dhabi

Erneuerbare Energien in Zahlen 59


RENEWABLES2004

INTERNATIONALE KONFERENZ FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN


– RENEWABLES 2004 – UND DER FOLGEPROZESS

Internet unter www.ren21.net). Zu- nalen Energie- und Klimapolitik her-


dem unterstützt REN21 den Bericht vorzuheben. Weitere Informationen
„Global Trends in Sustainable Energy können unter
Investments“ (im Internet unter http://direc2010.gov.in/
www.sefi.unep.org) und verfolgt die abgerufen werden.
Umsetzung des IAP. Darüber hin-
aus unterstützte REN21 die Umset- Die Bundesregierung unterstützt da-
zung der Bonner Beschlüsse bei den rüber hinaus regionale Aktivitäten
Vereinten Nationen, insbesondere und die Zusammenarbeit mit wich-
Die Internationale Konferenz für im Rahmen der VN-Kommission für tigen Entwicklungs- und Schwellen-
Erneuerbare Energien nachhaltige Entwicklung. ländern. Dazu gehört die Förderung
– renewables2004 – hat einen Auf- der erneuerbaren Energien in den
bruch zum Ausbau der erneuerbaren Im Anschluss an die Bonner rene- arabischen Ländern u.a. über die
Energien im globalen Kontext initi- wables-Konferenz hat sich ein fester arabische Initiative der Middle East
iert. Die erfolgreiche Umsetzung der Prozess von Folgekonferenzen etab- and North Africa Renewable Energy
knapp 200 Aktionen des Internatio- liert. Conferences (MENAREC), 2004 in
nalen Aktionsprogramms (IAP) von Sana’a (Jemen), 2005 in Amman
Bonn trägt bereits heute zum globa- Im Jahr 2005 führte die chinesische (Jordanien), 2006 in Kairo (Ägypten)
len Klimaschutz und zur nachhal- Regierung die erste Nachfolgekon- und 2007 in Damaskus (Syrien).
tigen Entwicklung bei und bei voll- ferenz Beijing International Rene- Marokko hat sich bereit erklärt, die
ständiger Umsetzung des IAP kön- wable Energy Conference (BIREC fünfte Konferenz auszurichten.
nen bis zum Jahr 2015 insgesamt 2005) mit Unterstützung der deut-
1,2 Mrd. t CO2/Jahr weniger emit- schen Bundesregierung durch. Die Im Rahmen des deutsch-indischen
tiert werden. Dies entspricht etwa Konferenz war mit 1.300 Teilneh- Energieforums und des deutsch-
5 % der globalen Emissionen im mern aus 100 Ländern, darunter brasilianischen Energieabkommens
Jahre 2015. Darüber hinaus wird 30 Regierungsvertreter auf Minister- wird ebenfalls der Ausbau der er-
durch die Umsetzung des IAP bis zu ebene, sehr erfolgreich. neuerbaren Energien gefördert.
300 Mio. Menschen erstmals Zugang
zu Strom ermöglicht. Die Abschluss- 2008 fand auf Einladung der US- Auf Initiative des BMU wurde das
dokumentation mit Konferenzdoku- Regierung die zweite Nachfolgekon- Implementing Agreement Rene-
menten und der Auswertung des IAP ferenz, die Washington Internatio- wable Energy Technology Deploy-
ist abrufbar unter nal Renewable Energy Conference ment (RETD) gegründet. RETD ist ein
http://renewables2004.de/. (WIREC), statt. Wesentliches Ergeb- technologieübergreifendes Abkom-
nis der Konferenz ist ein Aktions- men, das im Rahmen der Interna-
Ein weiteres Konferenzergebnis ist programm, das aus über 90 Ver- tionalen Energieagentur (IEA) die
die Gründung eines globalen Politik- pflichtungserklärungen von Regie- Markteinführung von Technologien
netzwerkes (Renewable Energy Poli- rungen, Unternehmen und Zivilge- zur Nutzung erneuerbarer Energien
cy Network – REN21). sellschaften besteht. Diese Verpflich- beschleunigen soll. Das Abkommen
tungserklärungen sind über die Kon- wurde 2005 geschlossen und mitt-
Im REN21-Netzwerk arbeiten Regie- ferenzwebsite http://wirec2008.gov/ lerweile sind 10 Staaten aktiv betei-
rungen, internationale Organisati- abrufbar. ligt (Deutschland, Frankreich, Japan,
onen und Vertreter der Zivilgesell- Italien, Großbritannien, Dänemark,
schaft für die weltweite Förderung Die dritte Nachfolgekonferenz wird Niederlande, Kanada, Irland und
der erneuerbaren Energien zusam- vom 27. – 29. Oktober 2010 in Neu Norwegen). RETD unterstützt ent-
men. REN21 veröffentlicht jährlich Delhi von der indischen Regierung sprechende Projekte zu erneuer-
einen Globalen Statusbericht. Dieser ausgerichtet. Ziel der Delhi Interna- baren Energien und führt Experten-
gibt einen umfassenden Überblick tional Renewable Energy Conference tagungen durch, zuletzt im April
über Förderpolitiken, Märkte sowie (DIREC) ist es, die Rolle der erneuer- 2009. Weitere Informationen bietet
Investitionen und Arbeitsplätze (im baren Energien in der internatio- http://iea-retd.org/.

60 Erneuerbare Energien in Zahlen


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

ANHANG: METHODISCHE HINWEISE


Die hier veröffentlichten Angaben den Spalten- bzw. Zeilensummen verbraucht, sondern lediglich in
geben teilweise nur vorläufige Er- ergeben sich durch Rundungen. verschiedene Energieformen umge-
gebnisse wieder. Bis zur Veröffent- wandelt werden kann (z.B. Wärme,
lichung endgültiger Angaben kön- Die übliche Terminologie der Ener- Elektrizität, mechanische Energie).
nen sich im Vergleich zu früheren giestatistik umfasst u.a. den Begriff Dieser Vorgang ist allerdings nicht
Publikationen Änderungen ergeben. (Primär-)Energieverbrauch, der phy- vollständig umkehrbar, so dass die
Differenzen zwischen den Werten in sikalisch jedoch nicht korrekt ist, technische Arbeitsfähigkeit der Ener-
den Tabellen und den entsprechen- weil Energie weder gewonnen noch gie teilweise verloren geht.

Darstellung des Energieflusses in Deutschland für das Jahr 2008 [PJ]

Gewinnung
im Inland Import

Bestands- 51 4.147 12.160


entnahme

16.358
Energieaufkommen im Inland
Export und Bunkerung
2.078
14.280
Primärenergieverbrauch *

Nichtenergetischer Verbrauch
1.030
Statistische
Differenzen Umwandlungsverluste
35
3.570

519
9.126 Verbrauch in den Energiesektoren

Endenergieverbrauch

2.645 2.575 2.502 1.404

Industrie Verkehr Haushalt Gewerbe, Handel,


Dienstleistungen

* Alle Zahlen vorläufig/geschätzt.


29,308 Petajoule (PJ) ^= 1 Mio. t SKE

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen


09/2009, Download unter www.ag-energiebilanzen.de

Erneuerbare Energien in Zahlen 61


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

1. Energiebereitstellung aus Photovoltaik und Solarthermie


Photovoltaik Die Halbierung trägt der Tatsache Weil bei Anlagen zur Heizungsun-
Die Angabe zur Stromerzeugung Rechnung, dass der Anlagenzubau terstützung in den Sommermonaten
2009 orientiert sich am Anlagen- im jeweiligen Jahr nur anteilig zur die Erzeugungsmöglichkeiten nicht
zubau nach Angaben der Bundes- Stromerzeugung beitragen kann. voll genutzt werden können, wird
netzagentur. Die Stromerzeugung bei ihnen mit einem reduzierten
2002 bis 2008 entspricht den EEG- Solarthermie Wärmeertrag von 300 kWh/m2*a ge-
Jahresabrechnungen des VDN bzw. Die angegebene Wärmebereitstel- rechnet. Bei Schwimmbadabsorbern
BDEW. Bis einschließlich 2001 wur- lung errechnet sich aus der instal- wird gleichfalls mit einem Ertrag
de die Stromerzeugung berechnet, lierten Kollektorfläche und einem von 300 kWh/m2*a gerechnet.
und zwar anhand der installierten mittleren jährlichen Wärme- Da wegen des Anlagenzubaus die
Leistung am Jahresanfang und der ertrag. Dieser beträgt bei Anlagen im Laufe eines Jahres zur Verfügung
Hälfte des Leistungszuwachses des zur Warmwasserbereitstellung stehende Kollektorfläche geringer
jeweiligen Jahres multipliziert mit 450 kWh/m2*a. Neben der Warm- ist als die angegebene installierte
einem spezifischen Stromertrag. wasserbereitstellung werden ver- Fläche am Jahresende, wird der Flä-
Der spezifische Stromertrag wurde stärkt in den letzten Jahren Solar- chenzuwachs eines Jahres nur zur
vom Solarenergie-Förderverein [26] thermieanlagen auch zur kombinier- Hälfte für die Berechnung der Wär-
als Durchschnittswert für Deutsch- ten Warmwasserbereitstellung und mebereitstellung in diesem Jahr be-
land zur Verfügung gestellt. Heizungsunterstützung eingesetzt. rücksichtigt.

2. CO2- und SO2-Äquivalent


Wichtige Treibhausgase sind die tor – das relative Treibhauspotenzial Gases und gibt an, welche Menge an
so genannten Kyoto-Gase CO2, CH4, (THP) – zugeordnet, das ein Maß für CO2 in einem Betrachtungszeitraum
N2O, SF6, FKW und H-FKW, die im ihre Treibhauswirkung bezogen auf von 100 Jahren die gleiche Treib-
Rahmen des Kyoto-Protokolls redu- die Referenzsubstanz CO2 darstellt. hauswirkung entfalten würde.
ziert werden sollen. Sie tragen in Für die Berechnungen der vermie-
unterschiedlichem Maße zum Treib- Das CO2-Äquivalent der Treibhaus- denen Emissionen werden wegen
hauseffekt bei. Um die Treibhaus- gase berechnet sich durch Multipli- schlechter Datenverfügbarkeit nur
wirkung der einzelnen Gase verglei- kation des relativen Treibhauspoten- die Treibhausgase CO2, CH4 und N2O
chen zu können, wird ihnen ein Fak- zials mit der Masse des jeweiligen berücksichtigt.

1) In dieser Broschüre wird mit den Werten


Gas relatives Treibhausgaspotenzial 1) nach IPCC aus dem Jahr 1995 [108] gerech-
1 net. Sie sind für die Treibhausgas-Bericht-
CO2
erstattung unter der Klimarahmenkonven-
CH4 21 tion und nach dem Kyoto-Protokoll gemäß
den UNFCCC Richtlinien [111] vorgeschrie-
N2O 310 ben.

Gas relatives Versauerungspotenzial Das Treibhausgaspotenzial bezieht sich auf


einen Zeithorizont von 100 Jahren; CO2 als
SO2 1 Referenzsubstanz.

NOx 0,696
NH3 1,88

Analog zum CO2-Äquivalent wird Wirkung aufweist. Für die Berech-


das Versauerungspotenzial von nungen der vermiedenen Emissio-
SO2, NOX, HF, HCl, H2S und NH3 be- nen werden wegen schlechter Daten-
stimmt. Das SO2-Äquivalent dieser verfügbarkeit nur die Luftschadstof-
Luftschadstoffe gibt an, welche Men- fe SO2 und NOX berücksichtigt.
ge an SO2 die gleiche versauernde

62 Erneuerbare Energien in Zahlen


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

3. Berechnung der Vermeidungsfaktoren und der vermiedenen Emissionen für die Stromerzeugung
aus erneuerbaren Energien
In die Berechnung der vermiedenen welchem Ausmaß erneuerbare Ener- gen bei den zugrunde gelegten
Emissionen durch die Nutzung er- gien bei dem zurzeit vorhandenen Brennstoffausnutzungsgraden, die
neuerbarer Energien gehen das Men- Kraftwerkspark konventionelle Ener- zu einer rechnerisch geringeren
gengerüst der erneuerbaren Strom- gieträger ersetzen. Zur Berechnung Emissionsvermeidung durch er-
erzeugung sowie Substitutions- und der Emissionseinsparungen wurden neuerbaren Strom in Höhe von
Emissionsfaktoren ein. Substitutions- die Substitutionsfaktoren aus dem 2,4 Mio. t CO2 führten. Diese Ände-
faktoren drücken aus, welche fossi- Jahr 2006 angesetzt. Die von Kern- rungen sind eine Folge der geänder-
len Brennstoffe durch die jeweilige kraftwerken bereitgestellte Grund- ten Berechnung des Primärenergie-
erneuerbare Energiequelle ersetzt last wird danach gegenwärtig nicht einsatzes zur gekoppelten Strom-
werden. Emissionsfaktoren geben durch erneuerbare Energien substi- und Wärmeerzeugung in der Ener-
die Menge emittierter Treibhaus- tuiert, da sie gegenüber Braunkohle- giebilanz durch die AGEB. Insbeson-
gase und Luftschadstoffe pro kWh kraftwerken geringere variable Kos- dere durch die Einführung der Allo-
erzeugten fossilen bzw. erneuer- ten aufweist. kation nach der finnischen Methode
baren Stromes an. Sie setzen sich ergeben sich höhere Brennstoffaus-
aus den direkten Emissionen bei der Die Emissionsfaktoren für fossile nutzungsgrade der substituierten
Stromerzeugung und den Emissio- und erneuerbare Stromproduktion fossilen Kraftwerke. Am stärksten
nen aus der so genannten Vorkette wurden verschiedenen Datenbanken hat sich der Brennstoffausnutzungs-
zusammen. Die Vorkette beinhaltet entnommen bzw. aus Forschungs- grad von Erdgas geändert.
den Schadstoffausstoß bei der Her- projekten abgeleitet. Die direkten
stellung der Erzeugungsanlagen so- Emissionsfaktoren der fossilen Die Emissionen der fossilen Vorket-
wie bei der Gewinnung, Aufberei- Stromerzeugung werden über ein ten wurden der Datenbank GEMIS
tung und dem Transport der fossilen implizites Verfahren auf der Basis des Öko-Instituts [90] entnommen.
wie erneuerbaren Energieträger. Bei der UBA-Datenbank zur nationa- Für die Emissionsfaktoren der erneu-
gekoppelter Strom- und Wärmerzeu- len Emissionsberichterstattung (ZSE) erbaren Energien wurden repräsen-
gung erfolgt eine Allokation gemäß [99] berechnet. Des Weiteren wird tative Datensätze aus verschiedenen
der in der EU-RL 2004/8/EG festge- für die Berechnung des impliziten Datenbanken ausgewählt und teil-
legten „finnischen Methode“. Emissionsfaktors der Brennstoffaus- weise angepasst. Als Quellen wur-
nutzungsgrad der unterschiedlichen den insbesondere Öko-Institut [90],
Die verwendeten Substitutionsfak- Kraftwerksarten herangezogen. Ecoinvent [84], UBA [99], Vogt et al.
toren beruhen auf dem „Gutachten Datengrundlage hierfür ist die Son- [89], Ciroth [83] und Frick et al. [86]
zur CO2-Minderung im Stromsektor dertabelle Bruttostromerzeugung herangezogen. Ausführliche Anga-
durch den Einsatz erneuerbarer nach Energieträgern [143] und die ben zur Berechnungsmethodik und
Energien im Jahr 2006 und 2007“ Auswertungstabellen zur Energie- den Datenquellen sind in UBA [75]
(Klobasa et al. [88]). Über ein Strom- bilanz [5] der AGEB. Im Vergleich dargestellt.
marktmodell wurde ermittelt, in zum Vorjahr ergaben sich Änderun-

1) Dies ist so zu verstehen, dass z.B. 1 kWh


Substitutionsfaktoren des EE-Stroms 1) Wasserkraft zu 30 % Strom aus Braunkohle-
kraftwerken, zu 45 % Strom aus Steinkohle-
Kernkraft Braunkohle Steinkohle Erdgas Mineralöle
kraftwerken und zu 25 % Strom aus Gas-
[%] kraftwerken substituiert.
2) Anteil des biogenen Abfalls mit 50 % ange-
Wasser 0 30 45 25 0 setzt
Wind 0 11 63 24 2
Photovoltaik 0 0 50 50 0
feste Biomasse 0 16 59 25 0
flüssige Brennstoffe 0 5 62 32 1
Biogas 0 5 62 32 1
Deponiegas 0 5 62 32 1
Klärgas 0 5 62 32 1
biog. Anteil des Abfalls 2)
0 16 59 25 0
Geothermie 0 30 45 25 0
Quelle: Klobasa et al. [88]

Erneuerbare Energien in Zahlen 63


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

4. Berechnung der Vermeidungsfaktoren und der vermiedenen Emissionen


für die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien
Die Berechnung der durch die Nut- Energieverbrauch der Wirtschafts- Frick et al. [86] entnommen bzw. ab-
zung erneuerbarer Energien im zweige Verarbeitung von Steinen geleitet. Die verwendeten Emissions-
Wärmesektor vermiedenen Emis- und Erden, Papierindustrie und faktoren beziehen dabei die gesam-
sionen an Treibhausgasen und Luft- sonstige Gewerbe (u.a. Holzwirt- te „Vorkette“ der Bereitstellung fossi-
schadstoffen erfolgt in drei Schrit- schaft) sowie der privaten Haushalte ler wie erneuerbarer Energieträger
ten: herangezogen. Hinsichtlich der Be- mit ein. Bei gekoppelter Strom- und
reitstellung erneuerbarer Fern- und Wärmeerzeugung erfolgt eine Allo-
Zunächst werden für jede der erneu- Nahwärme aus Holz, aus dem bioge- kation auf Strom und Wärme gemäß
erbaren Wärmebereitstellungspfade nen Anteil des Abfalls und aus Geo- der so genannten „finnischen Me-
Substitutionsfaktoren ermittelt. thermie wird angenommen, dass thode“ nach EU-RL 2004/8/EG.
Diese geben an, welche fossilen Pri- diese zu 100 % fossil erzeugte Fern-
mär-, aber auch Sekundärenergieträ- wärme ersetzt und die Netzverluste Im letzten Bilanzierungsschritt wer-
ger wie Fernwärme oder Strom die vergleichbar sind. den die vermiedenen fossilen Emis-
erneuerbare Wärmebereitstellung sionen den bei der Nutzung erneuer-
übernehmen müssten, wenn letztere In einem zweiten Schritt werden barer Energien auftretenden Emis-
nicht verfügbar wäre. Wichtige Hin- Emissionsfaktoren sowohl für die sionen gegenübergestellt, um die
weise hierzu lieferten die Ergebnis- erneuerbare Wärmebereitstellung in Netto-Vermeidung von Treibhaus-
se einer empirischen Erhebung zum privaten Haushalten, Landwirtschaft gasen und Luftschadstoffen zu er-
Einsatz von Solarthermie, Wärme- und Industrie als auch für die mitteln. Ausführliche Angaben zur
pumpen und Holzfeuerungen in pri- entsprechend vermiedene fossile Berechnungsmethodik und den
vaten Haushalten [87]. Darüber hi- Wärmebereitstellung aus UBA [99], Datenquellen sind in UBA [75] dar-
naus wurden Angaben der Arbeits- Öko-Institut [90], Ecoinvent [84], gestellt.
gemeinschaft Energiebilanzen zum Vogt et al. [89], Ciroth [83],

Substitutionsfaktoren der EE-Wärme


Heizöl Erdgas Steinkohle Braunkohle Fernwärme El. Heizung
[%]
Holz – Einzelöfen (Haushalte) 41 50 0 1 2 6
Holz – Zentralfeuerungen (Haushalte) 65 20 2 3 0 10
feste Biomasse (Industrie) 17 55 10 12 7 0
feste Biomasse – HW/HKW 0 0 0 0 100 0
flüssige Biomasse (Industrie) 5 74 9 1 11 0
flüssige Biomasse (Haushalte) 33 48 1 1 8 8
Bio-, Klär-, Deponiegas – BHKW 61 33 6 0 0 0
biogener Anteil des Abfalls – HW/HKW 0 0 0 0 100 0
Tiefen-Geothermie – HW/HKW 0 0 0 0 100 0
Solarthermie (Haushalte) 45 51 0 0 2 3
Wärmepumpen (Haushalte) 45 44 1 2 5 3
Gesamt 36 38 3 2 16 4

Quelle: UBA [75], [99] auf Basis AGEE-Stat und Frondel et al. [87]; AGEB [2], [4]

64 Erneuerbare Energien in Zahlen


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

5. Berechnung der Vermeidungsfaktoren und der vermiedenen Emissionen


bei der Verwendung von Biokraftstoffen
Die Berechnung der durch die Ver- ó Beachtung unterschiedlicher Pro- Fahrzeugarten/Fahrmodi (Struktur-
wendung von Biokraftstoffen duktionstechnologien/Energiever- elemente in TREMOD und im ZSE)
vermiedenen Emissionen an Treib- sorgung zugeordnet. Eine Differenzierung
hausgasen basiert auf folgenden Eck- der fahrzeugbedingten Emissionen
punkten: ó Bezug auf die typischen Werte durch den Einsatz von Biokraftstof-
der EU-EE-Richtlinie fen bzw. von konventionellen Kraft-
ó Berücksichtigung der Art und stoffen erfolgt nicht.
Herkunft der Rohstoffe zur Bio- Die Substitutionsbeziehungen wur-
kraftstofferzeugung sowie Einbe- den sehr einfach gesetzt: 1 kWh Bio- Die Rohstoffgrundlagen bzw. die
ziehung von Biokraftstoffimporten ethanol ersetzt 1 kWh Benzin, und Herkunft der Rohstoffe sind ein we-
1 kWh Biodiesel bzw. Pflanzenöl sentlicher Faktor für die Höhe der
ó Allokation der Haupt- und Neben- ersetzt 1 kWh mineralischen Diesel. Emissionsvermeidung beim Einsatz
produkte auf Basis der unteren Die Biokraftstoffe werden analog zu von Biokraftstoffen. Die nachfolgen-
Heizwerte den fossilen Kraftstoffen einzelnen de Tabelle gibt eine Übersicht dazu.

Anteile einzelner Rohstoffe an der gesamten Biokraftstoffverwendung in Deutschland im Jahr 2009


Raps Soja Palm Abfälle Getreide Zuckerrohr Rüben andere
[%] (Angaben gerundet)
Biodiesel 79 10 5 6 – – – –
Quellen: UBA [75] auf Basis BDBe
Pflanzenöl 100 0 0 0 – – – – [82]; VDB [81], [98] und [142];
OVID [77]; TFZ [91], Greenpeace [78],
Bioethanol – – – – 42 35 21 2
BLE [103], destatis [104]

Des Weiteren wird der Umfang der liegen die typischen Werte der neu- sionen mit den bei der Nutzung er-
Emissionsminderung durch die Emis- en EU-EE-Richtlinie (RL 2009/28/EG) neuerbarer Energien entstandenen
sionsfaktoren der verschiedenen zugrunde. Im letzten Schritt wird Emissionen ermittelt. Ausführliche
biogenen und fossilen Kraftstoffe die Netto-Vermeidung an CO2 und Angaben zur Berechnungsmethodik
bestimmt. Den Berechnungen der aller Treibhausgase durch Verrech- und den Datenquellen sind in UBA
Treibhausgasemissionsminderungen nung der vermiedenen fossilen Emis- [75] dargestellt.

Verwendete Treibhausgas-
Emissionsfaktoren
Direkte und indirekte Landnutzungs- Kraftstoff Emissionsfaktor
änderungen – welche insbesondere (Rohstoffgrundlage) [g CO2-Äqui./kWh]
bei Biokraftstoffen eine große Rolle
Benzin/Diesel (fossil) 301,7
spielen – wurden bislang nicht in die
Biodiesel (Raps) 165,6
Bilanzierung einbezogen. Da Land-
nutzungsänderungen hohe Treib- Biodiesel (Soja) 180,0
hausgasemissionen aufweisen kön- Biodiesel (Palm) 115,2
nen und folglich von erheblicher Biodiesel (Abfälle) 36,0
Relevanz sind, müssten sie bei der Pflanzenöl (Raps) 126,0
Bilanz berücksichtigt werden. Metho- 152,6
Pflanzenöl (Soja)
dische Ansätze hierzu werden noch
Bioethanol (Getreide) 180,0
entwickelt und stehen für Berech-
nungen bisher nicht zur Verfügung. Bioethanol (Rüben) 118,8
Bioethanol (Zuckerrohr) 86,4
Direkte Landnutzungsänderungen Bioethanol (Andere) 36,0
spielen für Rohstoffe, die auf deut-
Biodiesel (gewichtet) 157
schen Flächen erzeugt werden, nur
Pflanzenöl (gewichtet) 126
eine geringe Rolle. Bei Importen ist Quellen: UBA [75] auf Basis AGEE-Stat und EP/ER [85];
der Kenntnisstand über direkte Land- Bioethanol (gewichtet) 132 BR [79] und BR [80]
nutzungsänderungen gering.

Erneuerbare Energien in Zahlen 65


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

6. Einsparung fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien


Verbrauch an Die Berechnung der Einsparung fos- energie zur Bereitstellung der fossi-
Primärenergie
siler Energieressourcen durch die len Energieträger.
(fossil)
Nutzung erneuerbarer Energien im
Energieträger [kWhprim/kWhel] Strom-, Wärme- und Verkehrssektor Mittlerer Brennstoff-
Braunkohle (Kraftwerk) 2,72 orientiert sich eng an Methodik und ausnutzungsgrad
Steinkohle (Kraftwerk) 2,69 Datenquellen der Emissionsbilanzen des Kraftwerkparks
Erdgas (Kraftwerk) 2,00 (s.a. Anhang Abs. 3 – 5). Je nach Energieträger [%]
Mineralöl (Kraftwerk) 3,04 Substitutionsbeziehung sparen die Braunkohle 38,2
verschiedenen erneuerbaren Ener- Steinkohle 41,1
Wasserkraft 0,01
giebereitstellungspfade dabei unter-
Windenergie 0,04 Erdgas 55,5
schiedliche fossile Brennstoffe inkl.
Photovoltaik 0,31 deren Vorkette ein. Mineralöl 38,1
feste Biomasse (HKW) 0,06 Quellen: AGEB [2], [4]
flüssige Biomasse (BHKW) 0,26 Die Einsparung fossiler Brennstoffe
Biogas (BHKW) 0,37 im Stromsektor errechnet sich aus Anschließend erfolgt eine Gegen-
den von Klobasa et al. [88] ermittel- überstellung der Brutto-Einsparung
Klär-/Deponiegas (BHKW) 0,00
ten Substitutionsfaktoren der er- an fossilen Energieträgern mit dem
biogener Anteil
0,03 neuerbaren Energien (vgl. Anhang fossilen Primärenergieaufwand zur
des Abfalls
Abs. 3), den durchschnittlichen Bereitstellung biogener Energieträ-
Geothermie 0,47
Brennstoffausnutzungsgraden der ger sowie zur Herstellung und zum
Quellen: Öko-Institut [90]; Ecoinvent [84]; Vogt et al. [89]; deutschen Kraftwerke sowie dem Betrieb erneuerbarer Stromerzeu-
Frick et al. [86]. kumulierten Aufwand an Primär- gungsanlagen.

Verbrauch an Die Primärenergieeinsparung im sich demnach aus 61 % Erdgas,


Primärenergie
Wärmesektor errechnet sich eben- 23 % Steinkohle, 1 % Mineralöl, 8 %
(fossil)
falls aus den Substitutionsfaktoren Braunkohle und 6 % Siedlungsabfall
Energieträger [kWhprim/kWhinput] und den kumulierten fossilen Ener- zusammen. Als Energieträgermix
Erdgas (Heizung) 1,15 gieaufwendungen der fossilen wie zur Stromerzeugung werden
Heizöl (Heizung) 1,18 erneuerbaren Wärmebereitstellung 25 % Braunkohle, 23 % Kernenergie,
Braunkohlebrikett (Ofen) 1,22 (vgl. Anhang Abs. 4). 18 % Steinkohle, 13 % Erdgas, 4 %
Steinkohlenkoks (Ofen) 1,38 sonstige und 16 % erneuerbare Ener-
Die Einsparung der Sekundärener- gieträger angesetzt. Netz- und sons-
Fernwärme
1,12/1,03 gieträger Fernwärme und Strom tige Verluste werden pauschal mit
(inkl./exkl. NV)
wird dabei proportional auf die zur 8 % bei Fernwärme und mit 14 %
Strom (Grundlast inkl. NV) 1,71
Fernwärme- bzw. Strombereitstel- bei Strom angesetzt. In der Summe
Brennholz (Heizung) 0,04
lung eingesetzten Primärenergie- ergibt sich hieraus ein gewichteter
Holz-Pellets (Heizung) 0,11 träger aufgeteilt. Der eingesparte Einsparfaktor von 1,10 kWh Primär-
Biomasse (Industrie) 0,15 Brennstoffmix der Fernwärme setzt energie je kWh erneuerbare Wärme.
Biomasse (HKW) 0,02
flüssige Biomasse (BHKW) 0,09
Biogas (BHKW) 0,06
biogener Anteil
0,01
des Abfalls
tiefe Geothermie 0,47
Wärmepumpen 0,59
Solarthermie 0,12
Quellen: Öko-Institut [90]; Ecoinvent [84]; Vogt et al. [89];
Frick et al. [86]

66 Erneuerbare Energien in Zahlen


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

Die Einsparung fossiler Primärener- Im vorliegenden Fall werden Daten- Verbrauch an


Primärenergie
gie im Verkehrssektor geht von sätze aus der Datenbank GEMIS des
(fossil)
der Substitution von Dieselkraftstoff Öko-Instituts [90] entnommen, wel-
durch Biodiesel und Pflanzenöl che nach der energetischen Wertig- Energieträger [kWhprim/kWhinput]
sowie von Ottokraftstoff durch Bio- keit der Produkte alloziert wurden. Benzin 1,21
ethanol aus. Neben der landwirt- Hieraus ergibt sich für jede einge- Diesel 1,15
schaftlichen Erzeugung und der Her- setzte Kilowattstunde Biodiesel eine Biodiesel (Raps) 0,47
kunft der Biokraftstoffe bestimmt Einsparung von 0,69 kWh Primär- Biodiesel (Soja) 0,39
insbesondere die Allokationsme- energie gegenüber fossilem Diesel-
Biodiesel (Palmöl) 0,65
thode zur Aufteilung des Energiever- kraftstoff. Bei Bioethanol bzw. Pflan-
brauchs auf Haupt- und Nebenpro- zenöl betragen die Einsparfaktoren Pflanzenöl (Raps) 0,24
dukte, zum Beispiel Sojaschrot und im Mittel 0,85 kWh Primärenergie Pflanzenöl (Soja) 0,18
Sojaöl, die Höhe der Primärenergie- bzw. 0,90 kWh Primärenergie. Bioethanol (Zuckerrübe) 0,28
einsparung durch Biokraftstoffe. Bioethanol (Zuckerrohr) 0,23
Bioethanol (Weizen) 0,50

Quelle: Öko-Institut [90]

7. Umsatzerlöse aus der Nutzung erneuerbarer Energien


Die Umsätze aus der Stromerzeu- Der Wert der Wärmebereitstellung wie Waldrestholz, Industrierestholz,
gung lassen sich anhand der einge- aus erneuerbaren Energien wird ver- Holzpellets usw. sowie ein Teil des
speisten Strommengen und der ge- nachlässigt, da die Wärme größten- Brennholzeinsatzes, die insgesamt
zahlten Vergütungssätze nach dem teils selbst genutzt wird. Als Wert- mit 1,6 Mrd. Euro angesetzt wurde.
Erneuerbare-Energien-Gesetz ab- ansatz wären hier aber auch die
schätzen. Zu addieren sind die Er- vermiedenen Kosten für Heizöl bzw. Für den Kraftstoffbereich kann der
löse von Anlagen, die nicht in den Erdgas denkbar. Für den Bereich der Erlös unmittelbar aus dem Verkauf
Geltungsbereich des Gesetzes fallen, privaten Haushalte entspräche dies von Biokraftstoffen ermittelt wer-
insbesondere Wasserkraftwerke über bei einer substituierten Wärmemen- den. Zu berücksichtigen sind dabei
5 MW Leistung sowie die Stromer- ge von etwa 105 TWh und einem die unterschiedlichen Kraftstoff-
zeugung aus der thermischen Ab- mittleren Heizölpreis von 53 Cent/l arten sowie Vertriebswege. Für
fallbehandlung (nur biogener sowie einem mittleren Erdgaspreis den Biodieselabsatz an öffentlichen
Anteil). Entsprechend des Börsen- von 6,7 ct/kWh rund 6,4 Mrd. Euro. Tankstellen wurde beispielsweise
preises für Grundlaststrom kann Unberücksichtigt bleiben ebenfalls von einem Durchschnittspreis von
hierfür ein Durchschnittswert von die Kosten für die Wartung und 75,2 Cent/l netto (107,3 Cent/l brut-
6,9 Cent/kWh angesetzt werden. Instandhaltung Wärme erzeugen- to) ausgegangen, für die Abgabe
Bei einer Stromerzeugung von der Anlagen und die Erlöse aus dem an Fahrzeugflotten und für Bei-
rund 23 TWh im Jahr 2009 errech- Wärmeverkauf bei Nah- und Fern- mischungen zu Dieselkraftstoff von
net sich daraus ein Wert von etwa wärmenetzen. Damit verbleibt die geringeren Werten.
1,6 Mrd. Euro. Bewertung biogener Einsatzstoffe

Erneuerbare Energien in Zahlen 67


ANHANG: METHODISCHE HINWEISE

8. OECD
Die Organisation for Economic Währungspolitik, und die Koordina- land, Niederlande, Norwegen, Öster-
Cooperation and Development tion und Intensivierung der Entwick- reich, Portugal, Polen, Schweden,
(Organisation für wirtschaftliche lungshilfe der 31 Mitgliedstaaten: Schweiz, Slowakei, Spanien, Tsche-
Zusammenarbeit und Entwicklung) Australien, Belgien, Chile, Deutsch- chische Republik, Türkei, Ungarn,
besteht seit dem 30.09.1961. Zu den land, Dänemark, Finnland, Frank- USA. Die OECD hat ihren Sitz in
Hauptaufgaben zählen die Koordi- reich, Griechenland, Großbritannien, Paris. Die internationale Energie-
nation der Wirtschaftspolitik, hier Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, agentur (IEA) ist eine Unterorgani-
insbesondere die Konjunktur- und Korea, Luxemburg, Mexiko, Neusee- sation der OECD; ihr Sitz ist Paris.

9. Berechnung des Primärenergieäquivalents erneuerbarer Energien für die EU


Das Primärenergieäquivalent für mit Hilfe von typischen Anlagenwir- bereitgestellte Endenergie mit der
Strom aus Wasserkraft, Windenergie kungsgraden bestimmt. Bei der geo- Primärenergie gleichgesetzt.
und Photovoltaik wird in den Statis- thermischen Stromerzeugung wird
tiken von Eurostat entsprechend der ein Wirkungsgrad von 10 %, bei der Bis heute stand die Primärenergie
Wirkungsgradmethode mit der Elek- Wärmeerzeugung von 50 % unter- im Fokus der Statistiken, mit dem
trizitätserzeugung gleichgesetzt. Bei stellt. D.h., dass 1 GWh Strom aus Inkrafttreten der neuen EU-Richt-
der Strom- und Wärmeerzeugung Geothermie mit 36 TJ Primärenergie linie (2009/28/EG) zur Förderung der
aus Biomasse wird entweder mittels bewertet wird bzw. 1 GWh Wärme Nutzung von Energie aus erneuer-
Heizwert und eingesetzter Brenn- mit 7,2 TJ. Bei der Wärmeerzeugung baren Quellen gewinnt die Endener-
stoffmenge auf die Primärenergie außerhalb des Umwandlungssektors gie als statistisches Maß für die Ener-
geschlossen oder das Primärenergie- (Heizkraftwerke, Heizwerke) durch gieverwendung an Bedeutung (vgl.
äquivalent wird aus erzeugtem z.B. Brennholz, Wärmepumpen hierzu auch Seite 40).
Strom und/oder erzeugter Wärme und Solarthermieanlagen wird die

68 Erneuerbare Energien in Zahlen


ANHANG: UMRECHNUNGSFAKTOREN, TREIBHAUSGASE UND LUFTSCHADSTOFFE

UMRECHNUNGSFAKTOREN
Terawattstunde: 1 TWh = 1 Mrd. kWh Kilo k 103 Tera T 1012

Gigawattstunde: 1 GWh = 1 Mio. kWh Mega M 106 Peta P 1015

Megawattstunde: 1 MWh = 1.000 kWh Giga G 109 Exa E 1018

Einheiten für Energie und Leistung


Für Deutschland als gesetzliche Einheiten ver-
Joule J für Energie, Arbeit, Wärmemenge bindlich seit 1978. Die Kalorie und davon ab-
geleitete Einheiten wie Steinkohleeinheit und
Rohöleinheit werden noch hilfsweise verwendet.
Watt W für Leistung, Energiestrom, Wärmestrom

1 Joule (J) = 1 Newtonmeter (Nm) = 1 Wattsekunde (Ws)

Umrechnungsfaktoren
Die Zahlen beziehen sich auf den Heizwert.
PJ TWh Mio. t SKE Mio. t RÖE

1 Petajoule PJ 1 0,2778 0,0341 0,0239

1 Terawattstunde TWh 3,6 1 0,123 0,0861

1 Mio. t Steinkohleeinheit Mio. t SKE 29,308 8,14 1 0,7

1 Mio. t Rohöleinheit Mio. t RÖE 41,869 11,63 1,429 1

Treibhausgase
CO2 Kohlendioxid

CH4 Methan

N2O Lachgas

SF6 Schwefelhexafluorid

H-FKW wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe

FKW perfluorierte Kohlenwasserstoffe

Weitere Luftschadstoffe
SO2 Schwefeldioxid

NOx Stickoxide

HCl Chlorwasserstoff (Salzsäure)

HF Fluorwasserstoff (Flusssäure)

CO Kohlenmonoxid

NMVOC flüchtige Kohlenwasserstoffe ohne Methan

Erneuerbare Energien in Zahlen 69


ANHANG: ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
AusglMechV Verordnung Ausgleichsmechanismus Ländercodes:
BauGB Baugesetzbuch BE Belgien

BiokraftQuG Biokraftstoffquotengesetz BG Bulgarien

BioSt-NachV Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung DK Dänemark

BHKW Blockheizkraftwerk DE Deutschland

BK Braunkohle EE Estland

BtL Biomass-to-Liquids FI Finnland

EE Erneuerbare Energien FR Frankreich

EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz EL Griechenland

EEV Endenergieverbrauch IE Irland

EEWärmeG Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz IT Italien

EnergieStG Energiesteuergesetz LV Lettland

FBSt Festbrennstoffe LT Litauen

FW Fernwärme LU Luxemburg

HH Haushalte MT Malta

HKW Heizkraftwerk NL Niederlande

HW Heizwerk AT Österreich

k.A. keine Angaben PL Polen

KWKG Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz PT Portugal

MAP Marktanreizprogramm RO Rumänien

MinöStG Mineralölsteuergesetz SE Schweden

NV Netzverluste SK Slowakei

PEV Primärenergieverbrauch SI Slowenien

StK Steinkohle ES Spanien

StrEG Stromeinspeisungsgesetz CZ Tschech. Republik

THG Treibhausgas HU Ungarn

ÜNB Übertragungsnetzbetreiber UK Verein. Königreich

VF Vermeidungsfaktor CY Zypern

70 Erneuerbare Energien in Zahlen


QUELLENVERZEICHNIS

QUELLENVERZEICHNIS
Mitteilungen aus:
[1] Zentrum für Sonnenenergie- und Oel- und Proteinpflanzen e.V. [72] Institut für Thermodynamik und
Wasserstoff-Forschung (UFOP). Wärmetechnik (ITW),
Baden-Württemberg (ZSW). [39] Erdwärme-Kraft GbR, Berlin. Universität Stuttgart.
[4] Arbeitsgemeinschaft Energie- [40] geo x GmbH, Landau. [77] Brankatschk, G.: Verband der
bilanzen (AGEB), Berlin. [41] EnBW Kraftwerke AG, Stuttgart, ölsaatenverarbeitenden Industrie
[6] Bundesverband der Energie- und 2007 und Vorjahre. in Deutschland e.V. (OVID).
Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), [42] Fichtner GmbH & Co. KG, Stutt- [81] Daum, J.: Verband der Deutschen
Berlin. gart. Biokraftstoffindustrie e.V. vom
[15] Bundesministerium für Ernäh- [51] Bundesverband Solarwirtschaft 27.05.2010.
rung, Landwirtschaft und Ver- (BSW), Berlin. [91] Remmele, E.: Technologie- und
braucherschutz (BMELV), Bonn. [52] Bundesnetzagentur (BNetzA), Förderzentrum (TFZ).
[19] Deutsches Institut für Wirtschafts- Bonn. [97] Bundesamt für Wirtschaft und
forschung (DIW), Berlin 2009. [54] ZfS Rationelle Energietechnik Ausfuhrkontrolle (BAFA), 2009.
[21] Statistisches Bundesamt (StBA), GmbH, Hilden. [109] Bundesverband WärmePumpe
Wiesbaden. [60] Fachagentur Nachwachsende Roh- (BWP) e.V., Berlin, 2008 und
[26] Solarenergie-Förderverein stoffe e.V. (FNR), Gülzow. Vorjahre.
Deutschland e.V. (SFV), Aachen. [66] Interessengemeinschaft der [110] Deutscher Energie-Pellet-Verband
[31] Arbeitsgemeinschaft Qualitäts- Thermischen Abfallbehandlungs- (DEPV), www.depv.de.
management Biodiesel e.V. anlagen (ITAD). [145] Ingenieurbüro für neue Energien
(AGQM). [67] EEFA GmbH, Münster. (IfnE).
[32] Union zur Förderung von

Literatur:
[2] Arbeitsgemeinschaft Energie- VDEW-Materalien, Frankfurt a. M. von Biokraftstoffen oder anderen
bilanzen (AGEB): „Auswertungs- 1998/1999/2000/2001/2002/2003. erneuerbaren Kraftstoffen im Ver-
tabellen zu den Energiebilanzen [9] Verband der Elektrizitätswirtschaft kehrssektor“, Bundesministerium
1990 bis 2008“, Berlin, Stand e.V. (VDEW): Energie Spezial – für Umwelt, Naturschutz und
September 2008. Endenergieverbrauch in Deutsch- Reaktorsicherheit (BMU) 2007,
[3] Arbeitsgemeinschaft Energie- land 2004, Berlin 2006. Vorjahre Bundesministerium für
bilanzen (AGEB): Konjunktur [10] Verband der Elektrizitätswirtschaft Ernährung, Landwirtschaft und
bremst Energieverbrauch – e.V. (VDEW): Energie Info – End- Verbraucherschutz (BMELV).
Arbeitsgemeinschaft Energie- energieverbrauch in Deutschland [16] Bundesamt für Wirtschaft
bilanzen passt Prognose an/ 2005, Berlin 2007. und Ausfuhrkontrolle (BAFA),
Industrie reduziert Bedarf, [11] Bundesverband der Energie- und Amtliche Mineralölstatistik,
Pressedienst Nr. 01/09 vom Wasserwirtschaft e.V. (BDEW): www.bafa.de.
16. Feb. 09, Berlin/Köln. Energie-Info Endenergieverbrauch [17] Grawe, J.; Wagner, E.: Nutzung
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72 Erneuerbare Energien in Zahlen


QUELLENVERZEICHNIS

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Erneuerbare Energien in Zahlen 73


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74 Erneuerbare Energien in Zahlen


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Erneuerbare Energien in Zahlen 75


„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen
Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen …“

Grundgesetz, Artikel 20 a

BESTELLUNG VON PUBLIKATIONEN:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)


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Diese Publikation ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum
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