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Die kleine Eulenhexe. Willkommen im


Zauberwald - Teil 2
Eine Geschichte von Katja Alves, mit Illustrationen von Marta Balmaseda,
erschienen im Arena Verlag.
Hier kommt der zweite Teil der Geschichte!
Petunia hilft den Eichhörnchenschwestern und Zwerg Griesgram fasst einen
Plan
Am Nachmittag gießt es wie aus Kannen und ein heftiger Wind pfeift durch

die Ritzen des Baumhauses.

„Bei diesem Sturm hängt bald kein einziges Blatt mehr an unserem schönen

Baum“, seufzt Petunia und dreht an ihrem Kaleidoskop. „Und ausgerechnet

bei so einem Schmuddelwetter wollen Stella und Bella umziehen.“

„Zum Glück brauchen sie dazu nicht unsere Hilfe“, sagt Herr Spiegelei schnell.

„Wir wissen, wie Umziehen geht!“, ruft Eulele. „Wir sind von der strengen

Tante Aurora zu Petunia umgezogen.“

„Und hier bleiben wir für immer“, kichert Eulölö. „Stimmt’s, Freunde?“

Sechs kleine Eulen nicken eifrig.

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„Das werden wir noch sehen“, zischt Herr Spiegelei. Aber natürlich nur so

leise, dass ihn Petunia nicht hören kann.

Die kleine Hexe dreht erneut am Kaleidoskop. „Wenn wir den

Eichhörnchenschwestern helfen würden, wären sie aber viel schneller fertig.“

„Wir könnten aber auch etwas im Trockenen unternehmen, zum Beispiel ein

Tässchen Schmieröl schlürfen. Das wäre der nassen Situation viel mehr

angemessen.“

Petunia schüttelt heftig den Kopf. „Freundliche Hexen sind wetterunabhängig

hilfsbereit und ihre Flugsauger auch!“

„Ich wäre lieber trocken als hilfsbereit“, knurrt Herr Spiegelei.

„Wir wollen auch helfen!“ Sieben kleine Eulen hüpfen aufgeregt auf und ab.

Kurz darauf fliegt Petunia auf Herrn Spiegelei über die wogenden Wipfel des

Finsterwaldes.

Auf Petunias Schultern sitzen je eine kleine Eule und die restlichen fünf

klammern sich an Herrn Spiegelei fest. Damit sich die kleinen Eulen keinen

Schnupfen holen, hat sie Petunia vorsorglich in ihre flauschigen Deckchen

eingepackt.

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„Da vorne bei der Baumschule musst du rechts abbiegen und danach geht’s

weiter geradeaus, bis du die alte Eiche von Herrn Specht siehst. Gleich

daneben, bei den drei Fichten, ist die Wohnung der Eichhörnchenschwestern“,

erklärt Petunia.

„Alles klarmachen für die Landung!“, ruft Herr Spiegelei.

Doch die Landung erweist sich alles andere als einfach. Der Wind bläst von

allen Seiten und der arme Herr Spiegelei kommt heftig ins Trudeln.

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Schließlich kracht er, Nase voran, mit voller Wucht auf den Waldboden.

Bumm!

Die kleinen Eulen können sich gerade noch an Petunias Mantel festhalten.

„Autsch!“, kreischt Herr Spiegelei. „Das nächste Mal rollt ihr gefälligst einen

Moosteppich für mich aus.“

„Wie reizend, dass ihr uns helfen kommt!“, ruft Eichhörnchen Stella. Sie ist die

jüngere der beiden Schwestern und immer sehr begeistert, wenn sie Petunia

sieht.

„Zieht denn noch jemand um außer euch beiden?“ Petunia runzelt die Stirn

und zeigt auf die vielen Kisten und Schachteln, die sich auf dem Waldboden

stapeln.

„Wieso? Das sind alles unsere Sachen!“, sagt Stella. „So viel ist das gar nicht.

Die Kiste mit den Ersatz-Tannenzapfen-Lockenwicklern haben wir bereits an

unsere Cousinen verschenkt.“

Die kleinen Eulen stecken ihre kleinen Köpfe in die Schachteln und Kisten.

„Puh, ihr habt aber sehr viele Pelzkämme“, wundert sich Eule.

„Haben alle Eichhörnchen so viele Schuhe?“, fragt Eululu.

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„Wir achten eben auf unser Äußeres“, erklärt Bella und mustert dabei die

zerzausten Federn der kleinen Eulen.

„Oh, ich habe die Kleinen heute Morgen noch gar nicht gekämmt“, sagt

Petunia, die manchmal auch Gedanken lesen kann, und sucht in ihrer Tasche

nach einem Federkamm. „Aber bei dem Sturm bringt das wohl sowieso

nichts.“

„Können wir endlich anfangen?“, brummt Herr Spiegelei. „Bald schlage ich

hier Wasserwurzeln.“

Petunia klatscht in die Hände: „Eins, zwei, Spiegelei, drei, vier, Gaukelei! Liebe

Kisten, fliegt zu … Wo zieht ihr eigentlich hin?“, fragt Petunia.

„Nur drei Fichten weiter“, erklärt Stella.

Kaum hat Petunia den Zauberspruch gesagt, fliegen die Kisten und

Schachteln los. Doch heute scheint wirklich kein guter Flugreisetag zu sein.

Die Kisten wirbeln durcheinander und eine bleibt sogar in den Ästen einer

Tanne hängen.

„Das ist ja hier wie auf einer Achterbahn“, beklagt sich eine kleine Holzkiste,

die randvoll mit schicken Sonnenbrillen ist.

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Aus einer anderen purzeln derweil lauter Schwimmanzüge und Nusskern-

Sonnenöl-Flaschen. Alle noch ungebraucht, denn obwohl es im Finsterwald

nie sehr finster ist, ist es doch nicht hell genug zum Sonnenbaden.

Herr Spiegelei schlittert rumpelnd und keuchend über den Waldboden, um

alles wieder einzusammeln.

„Es windet zu stark“, sagt Petunia. „Wir müssen bis morgen warten.“

„Aber das geht unmöglich!“, protestiert Stella. „Unsere alte Wohnung ist

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schon wieder vermietet.“

„Und ohne mein Frisiertischchen kann ich nicht leben!“, entrüstet sich Bella.

„Du hast doch gesagt, dass du uns hilfst!“

Petunia schaut betrübt auf ihre roten Stiefelchen. „Stimmt! Aber was soll ich

tun?“

„Was ist denn das für ein Geplapper da unten?“ Herr Specht streckt verärgert

den Kopf aus seiner Loftwohnung.

„Tut mir leid, wenn wir dich stören, Herr Specht“, sagt Petunia und erzählt ihm

von ihren Umzugsproblemen.

„Ach so ist das“, brummt Herr Specht. „Nun, ich hätte da eine Idee. Macht es

doch wie der Postfuchs. Der hat sich ein großes Tuch vor sein Fahrrad

gespannt und ist mit Windantrieb durch den Wald gesurft. So schnell hat er

seine Post noch nie verteilt. Wetten, der sitzt schon wieder zu Hause bei

seiner Frau Fuchsia und träumt von Hühnersuppe?“ Herr Specht lacht so laut,

dass der Ast zittert, auf dem er inzwischen Platz genommen hat.

„Schön, aber wir haben kein Fahrrad!“, sagt Bella.

„Dafür haben wir einen Herrn Spiegelei!“, ruft Petunia. „Und aus den Decken

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der kleinen Eulen zaubere ich uns das größte Segel vom ganzen Finsterwald!“

„Oh ja!“, rufen sieben kleine Eulen.

Und wirklich, nur einen Zauberspruch später segelt Herr Spiegelei, bepackt

mit unzähligen Kisten und Schachteln, als stolzer Staubsauger-Kahn durch

die Lüfte, was ihm offensichtlich gut gefällt. „Ich bin der große und berühmte

Finsterwald-Segler Kolumbus Spiegelei!“, freut er sich.

Im Nu sind die Kisten der Eichhörnchenschwestern an der neuen Adresse.

„Tschüss, Mädels!“, ruft Herr Spiegelei den Schwestern zum Abschied zu und

lässt dabei seinen Motor laut aufheulen.

„Das haben wir gut gemacht!“, freut sich Petunia.

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Nicht weit weg von den drei großen Tannen sitzt Zwerg Griesgram vor seinem

Tresor. Schlecht gelaunt kaut er an einer trockenen, dicken Wurzel. „Und das

stimmt, was du mir da erzählst?“

„Ja, Meister!“ Geist Eberhard nickt.

„Herr Spiegelei hat mir erzählt, dass Petunia ihr Eulenhexen-Diplom nur erhält,

wenn sie gut auf die Eulen aufpasst.“ Geist Eberhard macht eine Pause.

„Wollen wir ihr dabei helfen?“

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Zwerg Griesgram fällt vor Entsetzen die Wurzel aus dem Mund. „Was hast du

gesagt? Helfen? Ich habe noch nie in meinem Leben jemandem geholfen! Wir

machen genau das Gegenteil von Helfen, du Dummgeist! Petunia soll nur

sehen, wer der Mächtigste hier im Finsterwald ist.“

Zwerg Griesgram verschwindet in seinem Tresor und Geist Eberhard schaut

ihm ratlos nach.

Eulenschnupfen
„Hatschi!„– „Hatschi!“ – „Hatschi!„– „Hatschi!“ – „Hatschi!“ – „Hatschi!„–

„Hatschi!“

„Falls du es noch nicht gemerkt hast, wir sind krank, Petunia!“, ruft Eule.

„Schlimm, schlimm, schlimm!“, rufen sieben kleine Eulen im Chor.

„Ich will Honig!“, krächzt Eulolo.

„Ihr müsst heute in euren Körbchen bleiben“, sagt Petunia nachdenklich.

„Verschnupfte kleine Eulen brauchen viel Ruhe, drei Löffel Honig und einmal

stündlich Kräutertee.“

„Sag ich’s doch“, freut sich Eulolo.

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Petunia eilt in die Küche und öffnet alle Schränke. „Nichts, nichts und

nochmals nichts. Zu dumm, ich habe überhaupt keine Erkältungskräuter mehr

zu Hause. Aber Herr Spiegelei könnte welche holen.“

„Könnte er nicht!“, stöhnt Herr Spiegelei. „Dieser Umzug gestern hat mir das

letzte bisschen Energie aus dem Motor gepresst. Ich fühle mich

ausgesprochen schwach auf den Rädern und schon gar nicht mag ich

fliegen!“

„Dann muss ich mich wohl selbst auf den Weg machen“, seufzt die kleine

Hexe und hastet die Treppe hinunter.

Auf der untersten Treppenstufe dreht sie sich um und ruft: „Pass mir gut auf

die kleinen Eulen auf, Herr Spiegelei!“

„Mit genau diesen Worten beginnen alle Märchen, die böse enden“, ächzt Herr

Spiegelei. „Ausgerechnet ich soll auf die frechen Federlinge aufpassen! Eine

Ungerechtigkeit ist das! Ich bin es nicht, der hier ein Eulenhexen-Diplom will!“

Doch diesmal scheint Herr Spiegelei Glück zu haben, die kleinen Eulen sind

vernünftig und brav. Zumindest die erste Viertelstunde – aber die ist schon

bald vorbei …

„Spiegelei, uns ist langweilig!“, kräht Eulili aus ihrem Körbchen.

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„Hatschi! Sehr langweilig!“, ruft Eulolo.

„Das kommt in den besten Hexenfamilien vor“, sagt Herr Spiegelei, ohne die

kleinen Eulen weiter zu beachten. „Das geht vorüber.“

„Spie-gel-ei!“, kräht Eulölö nach einer weiteren Minute. „Uns ist aber immer

noch langweilig.“

„Also gut“, sagt Herr Spiegelei, „ich schlürfe jetzt ein Tässchen Schmieröl und

danach ist Petunia hoffentlich wieder da und falls nicht, erzähle ich euch eine

Geschichte.“

„Erzähl sie doch jetzt!“, krähen sieben kleine Eulen im Chor.

„Später!“

„Jetzt!“

Herr Spiegelei knattert und murrt, doch als er merkt, dass es nichts nützt,

willigt er schließlich ein.

„Aber während ich die Geschichte erzähle, macht ihr keinen Mucks, sondern

hört mir interessiert und mit großen glänzenden Kleine-Eulen-Augen zu. Habt

ihr verstanden?“

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Sieben kleine Eulen nicken brav. Herr Spiegelei lächelt zufrieden und fühlt

sich dabei wie ein besonders talentierter Eulenbändiger.

Schade, dass Petunia nicht sehen kann, wie toll er das macht.

Herr Spiegelei legt los: „Es war einmal ein sehr kluger Hexen-Staubsauger. Er

hatte viele besondere Fähigkeiten.“

„Welche?“, fragt Eulolo.

„Er konnte fliegen“, antwortet Herr Spiegelei.

„Das ist keine besondere Fähigkeit, das können alle Hexen-Staubsauger!“, ruft

Eulele.

„Deshalb heißen sie auch Flugsauger“, sagt Eulölö.

„Ihr sollt nicht dazwischenkrähen! Ihr müsst zuhören“, befiehlt Herr Spiegelei

streng. „Das ist eine Zuhör- und keine Mitschwatz-Geschichte!“

Sieben kleine Eulen schütteln die Köpfe. „Nein, nein, nein!“

„Wir mögen keine Superheldengeschichten!“, kräht Eule.

„Was mögt ihr dann?“, seufzt Herr Spiegelei.

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„Eulengeschichten!“, ruft Eululu.

„Liebesgeschichten“, kichert Eulili.

„Eulen auf Ponys“, quiekt Eulölö.

„Solche Geschichten habe ich nicht vorrätig!“, sagt Herr Spiegelei. „Dann

erzähle ich euch eben gar keine Geschichte.“

„Du bist gemein!“, rufen sieben kleine Eulen im Chor.

„Bumm, bumm, bumm!“ Plötzlich klopft es sachte an der Tür.

„Uh! Das ist bestimmt ein böser Wolf!“, ruft Eulolo. „Kommt, wir verstecken

uns.“

„Hallihallo, ist jemand zu Hause? Ich bin schon raufgeschwebt.“

„Ach was, ihr dummen kleinen Eulen, das ist doch bloß Geist Eberhard.“ Herr

Spiegelei schlittert zur Tür. „Hallo, Eberhard! Du störst! Ich habe zu tun!“

Geist Eberhard weicht erschrocken zurück. Er sieht noch blasser und

durchscheinender aus als sonst. „Das tut mir unendlich leid, mein verehrter

Herr Spiegelei, ich störe auch nur ganz ungern, aber mein Meister hat mich

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gebeten, ihm eine dieser netten kleinen Eulen mitzubringen, von denen du mir

erzählt hast …“

„Die sind nicht nett, die sind frech!“, unterbricht ihn Herr Spiegelei barsch.

„Was ist das für ein wabbeliger Glatzkopf?“, ruft Eulölö hinter dem Vorhang

hervor. Sieben kleine Eulen lachen laut.

„Siehst du!“, sagt Herr Spiegelei. „Sie sind frecher als Frechwurz und ungefähr

so nützlich wie ein leeres Kännchen Schmieröl.“

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„Ach so ist das!“, sagt Geist Eberhard und kratzt sich am Kopf. „Aber vielleicht

wünscht sich mein Meister trotzdem, dass ich ihm so eine freche kleine Eule

mitbringe.“

Unsicher schaut er auf Eulölö und Eululu, die inzwischen an ihm

herumzupfen.

Herr Spiegelei überlegt: Eigentlich wäre das doch eine sehr gute Gelegenheit,

diese frechen Dinger loszuwerden, und zwar alle.

„Nur eine geht nicht!“, ruft er schließlich mutig. „Es sind sieben. Entweder du

nimmst alle mit oder keine!“

„Wir möchten aber nicht mit dem Wabbelgeist mitgehen!“, ruft Eululu.

„Petunia hat gesagt, du sollst auf uns aufpassen!“, sagt Eule.

„Und kleine Eulenkinder verschenken ist das Gegenteil von Aufpassen!“, fügt

Eulolo wichtig an.

„Sie sind krank!“, sagt Herr Spiegelei entschuldigend. „Sie wissen nicht, was

sie da piepsen.“

„Oh, dann sollte ich vielleicht warten, bis sie wieder gesund sind“, sagt Geist

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Eberhard erleichtert. „Ich komme ein anderes Mal wieder. Bitte grüße Petunia

von mir.“

Und ohne abzuwarten, was Herr Spiegelei sagt, schwebt er in Windeseile

davon.

„Und, hast du die Eule?“, fragt Zwerg Griesgram, als Geist Eberhard heftig

schnaufend beim alten Tresor ankommt.

„Ähm, es ist so, also … es war nicht nur eine Eule da, sondern genau

genommen sind es sieben … und sieben Eulen sind doch, ähm … eins … zwei

… vier … also, das sind sehr viele Eulen, stimmt’s, Meister?“

„Ich weiß, dass es sieben Eulen sind, du Käsegesicht! Das ist hier nicht das

Thema. Ich will wissen, ob du mir eine mitgebracht hast!“ Zwerg Griesgram

zittert vor Wut.

„N-nein“, stammelt Geist Eberhard, „s-sie sind krank. Vielleicht sogar

anstecklich …“

„Und wer sagt das?“, poltert Zwerg Griesgram.

„Also, ähm … ich“, murmelt Geist Eberhard.

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„Ich fasse es nicht!“, jault Zwerg Griesgram. „Du solltest eine einzige kleine

Eule entführen und schaffst nicht mal das.“

„Ja, Meister!“

„Weißt du denn nicht, wie Entführen geht?“

„Nein, Meister!“

Zwerg Griesgram rauft sich die Haare und stampft mit seinen kleinen Füßen.

„Wofür habe ich einen Gehilfen, wenn ich immer alles selbst machen muss!“

„Keine Ahnung“, sagt Geist Eberhard so leise, dass es schon beinahe wie ein

Flüstern klingt.

„Da bin ich wieder!“, ruft Petunia und rennt, so schnell sie kann, die Treppe zu

ihrem Baumhaus hinauf. Unter dem Arm trägt sie einen bis an den Rand

gefüllten Korb mit frischen Waldkräutern.

Herr Spiegelei liegt völlig geschafft in der Ecke und schnarcht.

„Was ist denn hier los?“, wundert sich Petunia. Sechs kleine Eulen sitzen auf

dem Sofa und hören Eule zu, die mit krächzender Stimme ein Lied trällert.

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„Das ist ein Talentwettbewerb und wir sind die Jury!“, ruft Eulolo.

„Wir haben sehr gut auf Herrn Spiegelei aufgepasst“, verkündet Eulili. „Dank

uns konnte er sich richtig gut erholen.“

Petunia kichert. „Was seid ihr doch für lustige kleine Eulen. Aber jetzt ab ins

Körbchen! Ich koche euch eine große Kanne Kräutertee!“

„Mit extra viel Honig!“, ruft Eulolo und verschwindet schnell unter der Decke.

Schnee im Finsterwald
„Hallo, Herr Waschbär, bist du da?“ Petunia trommelt an Fredi Waschbärs

schwarzen Wohnzylinder.

„Für dich bin ich doch immer da, meine liebe Nachbarin!“ Fredi öffnet die Tür

und strahlt Petunia an.

„Hm, hm …“, räuspert sich Herr Spiegelei.

„Für dich natürlich auch, mein lieber Herr Spiegelei!“, fügt Fredi an.

„Wie schön“, freut sich Petunia. „Dann wirst du mir auch bestimmt einen

klitzekleinen Gefallen nicht ausschlagen.“

Fredi Waschbär nickt freundlich.

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„Gut, du kannst dir nämlich nicht vorstellen, was ich soeben Schreckliches

durch mein Kaleidoskop beobachtet habe!“ Petunia holt tief Luft und erzählt

Fredi, dass sie gesehen hat, wie der übel gelaunte Zwerg Griesgram dem

armen Geist Eberhard befohlen hat, alle Kieselsteine im Steinbruch der Größe

nach zu sortieren.

„Aber diese Arbeit ist doch komplett zweck- und sinn- und nutzlos“, wundert

sich Fredi.

„Genau!“, nickt Petunia. „Zwerg Griesgram liebt sinnlose Arbeiten. Vor allem

solche, die der arme Geist Eberhard ausführen muss. Aber Herr Spiegelei und

ich werden ihm dabei helfen. Ein kleiner Zauberspruch und die Steine sind im

Nu sortiert. Nicht wahr, Herr Spiegelei?“

„Und was soll ich tun?“, fragt Fredi. „Ausgerechnet heute habe ich nämlich

besonders viel zu bügeln. Die Tausendfüßler haben ihre Sportsocken

vorbeigebracht, das sind, einen Moment, über die Pfote gepeilt 3.670 Paar,

und die müssen alle gewaschen, aufgehängt und gebügelt …“

„Nichts Kompliziertes“, unterbricht ihn Petunia. „Du musst nur auf sieben

ungezogene, immerzu plappernde Eulen aufpassen!“, fügt Herr Spiegelei an.

„Stopp, Herr Spiegelei!“, ruft Petunia. „Du darfst nicht so über unsere Eulchen

reden. Außerdem können sie noch gar nicht wohlerzogen und artig sein. Das

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sind sie erst, wenn ich sie fertig dressiert habe, und das, ähm, dauert eben

noch ein Weilchen.“

Fredi Waschbär holt tief Luft. „Also, du meinst, ich soll auf die sieben

aufpassen, bis ihr wieder da seid?“

„Genau! Sie wollen auf keinen Fall mitkommen und alleine will ich sie auch

nicht lassen.“

„Weil sie nur Unfug machen!“, knurrt Herr Spiegelei. „Gestern haben sie mit

meinem leckeren Schmieröl den Küchenboden poliert und sind den ganzen

Nachmittag darauf herumgerutscht! Vorgestern haben sie das Fenster mit

Harz verklebt, sodass ich immerzu die Wendeltreppe rauf- und

runterschlittern musste, wenn ich aus dem Haus wollte. Und am Abend haben

sie mir Tannennadeln in den Motor gestreut und Petunias Stiefelchen im

Backofen versteckt.“

„Oh, solche Sachen machen sie?“, fragt Fredi. „Das ist gar nicht nach meinem

Geschmack.“

„Nur manchmal“, sagt Petunia. „Die meiste Zeit sind sie überhaupt nicht wild

…“

„So zahm wie ein Dutzend Wespen über einem Marmeladenbrot“, knurrt Herr

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Spiegelei.

„Ach, ich bin ja so betrübt …“, singt Clementine-Waschmaschine aus dem

Innern des Zylinders.

„Vielleicht ließe sich die traurige Clementine mit den kleinen Eulen ein

bisschen aufheitern“, sagt Petunia schnell.

„Meinst du? Na gut“, sagt Fredi schließlich, „dann bring sie vorbei.“

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Gleich nach dem Frühstück marschiert Petunia mit den kleinen Eulen zu

Fredi.

„Dürfen wir auch waschen?“, fragt Eululu begeistert.

„Ich habe Hunger!“, piepst Eulili.

„Kann Clementine-Wäsche-Biene auch ein lustiges Lied summen?“, fragt

Eulala.

„Wer immer wieder waschen muss, dem ist das Leben ein Verdruss“, singt

Clementine.

Natürlich findet Fredi Waschbär ganz schnell für jede kleine Eule eine kleine

Beschäftigung: Eulolo und Eulala legen die Socken auf einen Stapel, Eulili

befüllt damit die Waschmaschine, Eulölö kümmert sich um die Seifenflocken,

Eule schaut auf die Uhr, Eulele darf die nassen Socken anschließend

aufhängen und Eululu fächert ihnen so lange Luft zu, bis sie trocken sind.

Zu Fredis Erleichterung machen die kleinen Eulen das richtig gut. Nur das

Bügeln will nicht so richtig klappen. Aber wer kann schon Tausendfüßler-

Socken bügeln – mit Ausnahme von Fredi Waschbär natürlich.

Nach dem Mittagessen macht Fredi wie gewohnt ein kleines Schläfchen.

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„Mir ist langweilig!“, jammert Eulele.

„Mir auch!“, rufen sechs kleine Eulen im Chor.

„Ich habe eine Idee“, kichert Eululu. Schnell flüstert sie Eulolo etwas ins Ohr,

und die sagt es sofort Eulili, die wiederum sagt es Eulala und dann ist Eule

dran, die es Eulölö ins Ohr flüstert.

„Ich will aber keinen heißen Tee kochen!“, protestiert Eulölö. „Das ist ja noch

öder als öde.“

„Du hast nicht richtig zugehört“, piepst Eululu. „Ich habe gesagt: Lasst uns

weißen Schnee machen!“

Schnell erklärt Eululu den sechs kleinen Eulen, wie Schneemachen geht.

Darauf flattern sieben kleine Eulen in die Waschküche. Dort holen sie ein

großes Paket mit Seifenflocken.

„Bleibt stehen!", ruft Clementine. „Das ist doch ein Vergehen!“

Aber die kleinen Eulen wollen nicht gehorchen. Auf Zehenspitzen schleichen

sie aus dem Zylinderhaus und tragen das schwere Seifenflockenpaket die

Wendeltreppe zu Petunias Baumhaus hinauf.

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Kaum ist es oben, holen sie auch schon das nächste Paket. „Jetzt lassen wir

es schneien, Eulen!“, ruft Eulele entzückt.

„Moment, ich flattere runter!“, freut sich Eule.

Die kleinen Eulen schütten die Seifenflocken aus dem Fenster und Eule ruft:

„Es schneit! Es schneit!“ Dann stürmt sie wieder hoch. „Jetzt bin ich die Frau-

Holle-Eule!“

Den ganzen Nachmittag lassen die kleinen Eulen Seifenflocken aus dem

Baumhaus schneien, so lange, bis der Waldboden über und über mit einem

weißen Teppich bedeckt ist. Plötzlich hören sie ein lautes Grollen.

„Huch, Fredi Waschbär ist aufgewacht!“, sagt Eulolo.

„Ich habe Angst“, wispert Eulili.

„Was seid ihr doch für kleine Zittereulen, das ist doch bloß ein Gewitter“,

erklärt Eule. „Seht ihr, jetzt beginnt es zu regnen.“

„Oh, wie schade, dann ist gleich der ganze schöne Schnee weg“, jammert

Eulili.

Vom Gewitter wird auch Fredi Waschbär wach. Verschlafen guckt er aus dem

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Fenster.

„Was ist denn hier los?“ Vor seinem Fenster türmen sich riesige

Schaumberge.

„Schaum‑Party!“, rufen die Eulen.

„Meine schönen Seifenflocken“, jammert Fredi Waschbär. „Was habt ihr nur

gemacht!“

Zu seinem Entsetzen kommen jetzt auch noch die Tausendfüßler

anmarschiert, um ihre Socken abzuholen.

„Willkommen in Fredi Waschbärs genialem Seifenpark!“, ruft Eulele. „Möchtet

ihr mit uns surfen? Es kostet nur ein Paket neue Seifenflocken.“

Die Tausendfüßler sind begeistert und schwingen sich jeder auf ein langes

Blatt. Schon bald spricht es sich im Finsterwald herum, dass bei Fredi

Waschbär eine große Schaum-Surf-Party stattfindet.

Hasen, Mäuse, Frösche, Käfer und selbst die sonst immer arbeitsamen

Ameisen stehen Schlange. Sogar Fredi Waschbär scheint es zu gefallen, dass

er zum Surfparkbetreiber geworden ist.

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„Das macht eine Packung Seifenflocken!“, ruft er jedem neuen Besucher zu.

Und schon bald stapeln sich die Packungen in seiner Waschküche. Nur

Clementine-Waschmaschine gefallen die vielen Packungen gar nicht.

„Die Flocken reichen ja ewig lange, mir wird schon jetzt ganz bange“, jammert

sie.

Doch weil es immer weiterregnet, ist der Schaum schon bald weggewaschen.

„So sauber war der Finsterwald noch nie“, kichert eine Ameise.

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„Falls es morgen auch noch regnet, kommen wir wieder in deinen tollen

Seifenpark!“, rufen zwei Frösche zum Abschied.

„Und, waren die Eulchen schön brav?“, fragt Petunia, als sie am Abend vor

Fredi Waschbärs Haus steht.

„Sie haben den ganzen Nachmittag mit ihren neuen Freunden gespielt“, sagt

Fredi.

Und den Rest erzähle ich Petunia einfach morgen, beschließt er. Denn für

heute hatte ich genug Aufregung!

Geist Eberhard kommt zum Tee


„Wir bekommen Besuch!“, ruft Petunia und dreht aufgeregt an ihrem

Kaleidoskop.

„Wie schön! Ist es Tante Aurora, die kommt, um die lästigen Federlinge zu

holen?“ Herr Spiegelei schlittert schnell zum Fenster.

Petunia schüttelt den Kopf. „Es ist Geist Eberhard und ich möchte, dass er

sich bei uns richtig wohlfühlt.“

Petunia sieht sich im Baumhaus um und runzelt die Stirn. „Zuerst müssen wir

dafür sorgen, dass alles blitzblank aufgeräumt ist. Geist Eberhard ist ein sehr

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ordentlicher Geist. Außerdem hat er eine Stauballergie.“

„Geister mit einer Stauballergie sind mir einfach nicht sympathisch“, brummt

Herr Spiegelei.

Petunia marschiert im Handstand durch das Baumhaus und schaut unter alle

Möbel. „Hier sieht es ja grauenhaft unordentlich aus“, jammert sie, „und hier

auch! Höchste Zeit, dass ich ein bisschen Ordnung zaubere.“

„Ich mache einen Abgang, vom Putzen kriege ich Motoren-Migräne“,

verkündet Herr Spiegelei und fliegt zum Fenster. „Aua! Wer hat schon wieder

das Fenster verriegelt!“

„Wir nicht!“, rufen sechs kleine Eulen im Chor.

„Ich schon!“, grinst Eulolo.

Herr Spiegelei schaut die kleine Eule böse an und Petunia öffnet schnell das

Fenster.

„Wie geht das: Ordnung zaubern?“, fragt Eule neugierig.

„Oh, das will ich dir gerne zeigen!“, ruft Petunia erfreut. „Pass gut auf! Eins,

zwei, Spiegelei, drei, vier, Gaukelei! Alle Dinge, die unter den Möbeln liegen,

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sollen in die Schränke fliegen. Knöpfe, Töpfe, Stiefelfett, das Kissen aus dem

Hexenbett, das halb gefüllte Schmierölkännchen, das himmelblaue

Eulenwännchen …“

„In den Schränken gibt es aber gar keinen Platz“, unterbricht Eule sie. „Da

passt nichts mehr rein.“

Petunia kratzt sich an der Nase und schaut in die vollgepackten Schränke.

„Gut, Planänderung! Alle Dinge fliegen in den Backofen! Flux, flux!“

„Sonst noch was?“, protestiert der Backofen. „Mein Bauch ist doch kein

Trödelladen!“

„Gut, dann eben in den Kühlschrank!“, ruft Petunia.

„Stopp!“, ruft der Kühlschrank entsetzt. „Wenn ich randvoll bin, kann ich nicht

mehr richtig kühlen, und dann wird die Milch sauer und Geist Eberhard trinkt

seinen Tee gerne mit Milch. Hast du das vergessen, Petunia Olivia?“

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„Der Kühlschrank hat recht“, sagt Petunia kleinlaut. „Wie soll ich denn nur

unser kleines Haus ordentlich zaubern?“

„Wir machen das!“, ruft Eule bestimmt. „Wir wissen besser, wie Aufräumen

geht, auch ohne Zauberei!“

Sechs kleine Eulen nicken eifrig. Petunia schaut erfreut von einer Eule zur

nächsten. „Ihr seid ja schon richtig wohlerzogen, sieben Mal lieb gedankt!“,

ruft sie. „Dann gehe ich jetzt Blumen pflücken. Geist Eberhard liebt duftende

Petunien.“

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Petunia ist schon auf der Wendeltreppe, als ihr plötzlich noch etwas einfällt.

„Fast hätte ich es vergessen: Den Käse im Kühlschrank dürft ihr ruhig ganz

aufessen, Geist Eberhard ist auch ausgesprochen allergisch auf Käse.“

Dann ist Petunia weg und die kleinen Eulen beginnen mit dem Aufräumen.

„Was im Haus keinen Platz findet, muss raus!“, befiehlt Eule.

„Alles klar, Frau Kommissar!“, kichert Eulolo und macht das Fenster weit auf.

Eulölö und Eulili werfen alles, was sie unter dem Bett und unter den übrigen

Möbeln finden, aus dem Fenster hinaus.

„Aua! Hört sofort damit auf!“, ruft eine aufgebrachte Stimme von draußen.

Aber das kümmert die kleinen Eulen nicht.

„Und was ist mit dem Käse?“, fragt Eulolo. „Wer von euch mag Stinkekäse?“

Sechs kleine Eulen rümpfen die Nase. Punkt vier Minuten vor vier kommt

Petunia mit einem duftenden Petunienstrauß zur Tür hineingestürmt.

„Hat jemand Herrn Spiegelei gesehen?“, fragt sie. Sieben kleine Eulen

schütteln die Köpfe. Doch bevor Petunia weiter darüber nachdenken kann, wo

ihr Flugsauger geblieben ist, klopft es sachte an die Tür.

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„Willkommen, lieber Geist Eberhard!“, ruft Petunia entzückt. „Oh, das wäre

bestimmt nicht nötig gewesen.“

Schnell nimmt sie ihm eine Schachtel mit Waldbeerenbonbons ab.

„Alle selbst gemacht“, strahlt Geist Eberhard. „Für dich ist mir kein Aufwand

zu groß!“

Die kleinen Eulen beginnen, leise miteinander zu tuscheln. „Das ist doch

dieser aufdringliche Wabbelgeist, der kürzlich schon mal da war“, flüstert

Eulolo.

„Der hat hier nichts zu suchen!“, sagt Eule bestimmt und flüstert ihren

Eulengeschwistern etwas ins Ohr.

„Möchtest du ein Tässchen Tee?“, fragt Petunia.

„Wir bereiten ihn zu!“, ruft Eule schnell und flattert in die Küche.

„Hier ist alles so schön ordentlich!“, sagt Geist Eberhard. „Hier gefällt es mir.

Ach, könnte ich doch nur …“

„Der Tee ist aufgebrüht!“, unterbricht ihn Eulölö und reicht Geist Eberhard ein

Tässchen.

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„Und deine kleinen Eulengäste sind auch so reizend.“ Er nimmt einen großen

Schluck Tee. „Igitt!“

Geist Eberhard spuckt den Tee in hohem Bogen über den Tisch, direkt auf

Petunias Nase.

Petunia weicht entsetzt zurück. „Oh, es tut mir ja so leid, liebe Petunia!“ Geist

Eberhard ist knallrot. „Es ist nur … ich kann Käsetee nicht ausstehen!“

„Wieso Käsetee? Ich habe doch extra für dich …“ Aber weiter kommt Petunia

nicht. Mit lautem Gepolter und ohne anzuklopfen, stürmt Igel Igor zur Tür

hinein und hinter ihm seine Frau Inga.

„Wir möchten uns beschweren!“, ruft Igor wütend. Auf Ingas Stacheln stecken

ein Knopf, ein Topf und eine Dose mit rotem Stiefelfett. Und auf Igors Rücken

sitzen ein leeres Kännchen Schmieröl und ein blauer Gummiball fest.

„Das gehört doch alles dir, Petunia Olivia!“, schimpft Inga. „Dein ganzer Trödel

steckt auf unseren Stacheln fest und jetzt kriegen wir ihn nicht mehr weg.“

Igor schaut sich um. „Und was macht dieser Geist hier? Der arbeitet doch für

den übellaunigen Zwerg Griesgram. Das ist kein Umgang für dich, Petunia

Olivia.“

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Inga schaut Petunia streng an. „Wenn das deine Tante Aurora erfährt!“

„Oh, nein!", ruft Petunia. „Ich wollte doch nur …“ Petunia senkt den Kopf. „Es

tut mir schrecklich leid. Ich werde alles wiedergutzaubern.“

„Vielleicht sollte ich besser gehen“, wispert Geist Eberhard.

„Vielen Dank, Petunia, es hat mich sehr gefreut und es tut mir auch unendlich

leid, dass ich keinen Käsetee mag. Ich versuche, mich zu bessern.“ Schnell

huscht er zur Tür hinaus.

„So ein Schleimer“, flüstert Eulili.

„Wie ich gehört habe, war euer Nachmittag alles andere als harmonisch“,

bemerkt Herr Spiegelei am Abend mit lauerndem Unterton.

„Es lief wirklich nicht so gut“, sagt Petunia kleinlaut.

„Tja, man hört im ganzen Finsterwald, du hättest die Eulenerziehung gar nicht

gut im Griff. Vielleicht ist dieses Eulenhexen-Diplom ja doch nicht so dein

Ding!“ Herr Spiegelei schaut Petunia prüfend an.

„Doch!“, ruft die kleine Hexe entsetzt. „Ich will dieses Diplom unbedingt!“

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„Dann musst du dir wohl etwas einfallen lassen“, sagt Herr Spiegelei streng.

„Mir fällt auch gewiss etwas ein“, sagt Petunia schnell. „Wenn nicht heute,

dann bestimmt morgen.“

Eulendressur leicht gemacht


Petunia sitzt schon den ganzen Vormittag auf ihrem Schaukelstuhl und wippt

nachdenklich hin und her, während die kleinen Eulen vergnügt auf Petunias

Bett auf und ab hüpfen.

„Herr Spiegelei hat wirklich recht“, seufzt sie, „ich muss mich von nun an ganz

intensiv um die Erziehung der kleinen Eulen kümmern.“

Wenn ich nur wüsste, wie sich wohlerzogene kleine Eulen benehmen, überlegt

Petunia weiter. Bestimmt benutzen sie mein Hexenbett nicht als Trampolin

und sie schütten Herrn Spiegelei auch kein lila Hexen-Brausepulver ins

Schmierölkännchen.

Tief in Gedanken versunken seufzt Petunia erneut. Wie unpraktisch, dass

Tante Aurora in ihrem Brief überhaupt nichts Genaues über Eulendressur

geschrieben hat.

Sie hätte mir doch mindestens eine Gebrauchsanweisung mit einem Kapitel

„Reparaturen und Instandhaltung“ mitliefern können. So wie sie das bei Herrn

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Spiegelei auch gemacht hat. Aber vielleicht gibt es ja im dicken Hexenbuch

ein paar nützliche Tipps. Wo habe ich das nur hingelegt?

Petunia rennt im Baumhaus herum, bis sie das Buch schließlich unter einem

Blumentopf auf dem Fenstersims findet. Als sie es wegnimmt, beschwert

sich der Blumentopf lautstark: „He! Jetzt sehe ich nicht mehr hinaus. Leg das

Buch gefälligst wieder zurück!“

„Gleich“, sagt Petunia. Sie blättert das Buch zweimal durch. Einmal von hinten

nach vorne und einmal von vorne nach hinten.

„Hier stehen ja lauter nützliche Sachen drin!“, ruft sie entzückt. „Zum Beispiel,

wie man einen Wettervorhersager zaubert. Das könnte ich gleich mal

machen. Alles, was man dazu braucht, ist ein leeres Glas und drei Frösche,

die die Wettervorhersage quaken. Einen für Sonnenschein, einen für

Regenwetter und einen für Nebelwetter. Aber wer kündigt wohl das Wetter an,

wenn es stürmt oder schneit?“

Petunia runzelt die Stirn. „Diese Vorhersagemethode scheint mir noch nicht

ganz ausgereift zu sein.“

Die kleine Hexe schaukelt auf ihrem Schaukelstuhl hin und her. „Oh, aber hier

gibt es eine Anleitung für eine Hexenkeksbackmaschine: Überraschen Sie Ihre

alten Hexenfreundinnen mit leckeren Fliegenkotplätzchen! Ein Rezept für

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berufstätige und viel beschäftigte Hexen. Das ist was für mich!“

Petunia liest weiter: „Schlagen Sie fünf Kröteneier auf und geben Sie eine

Prise Sägemehl dazu … Hm, sehr lecker klingt das nicht! Vielleicht sollte ich

doch lieber versuchen, ein paar Schokoladenkekse aus dem Dorf

herbeizuzaubern. Eins, zwei, Spiegelei, drei, vier, Gaukelei!“

„Was machst du da?“ Herr Spiegelei schaut die kleine Hexe verwundert an.

„Ich, ähm … bilde mich fort“, erklärt Petunia. Und dann fällt ihr wieder ein, was

sie eigentlich gesucht hat. „Also ich lese nach, ob in meinem schlauen

Hexenbuch etwas über Eulenerziehung steht.“

„Und, hast du was gefunden?“, fragt Herr Spiegelei.

Die kleine Hexe schüttelt den Kopf. „Nicht direkt und auch nicht indirekt, also

eigentlich gar nicht.“

„Was für ein Glück, dass du so einen schlauen Berater wie mich hast“, sagt

Herr Spiegelei triumphierend. „Ich kann dir gerne sagen, was kleine Eulen

alles können müssen. Hör mir gut zu: Erstens: Wohlerzogene kleine Eulen

stehen morgens gut gelaunt auf und gehen abends ohne zu murren ins Bett.

Zweitens: Sie sind selbstreinigend und putzen ihre Federn, ohne dass man sie

daran erinnern muss. Drittens: Sie hören gut zu und widersprechen nicht.

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Viertens: Sie schmeißen nichts aus dem Fenster! Fünftens: Wenn ein

Flugsauger im Anflug ist, öffnen sie das Wohnzimmerfenster und begrüßen

ihn mit gebührendem Respekt. Sechstens: Sie machen keinen Schabernack.

Nie! Siebtens: Sie sind immer freundlich zu Hexenflugsaugern und ärgern

diese nicht. Achtens: Sie sind auch nie frech. Neuntens: Sie sind lernbegierig

und lesen von morgens bis abends in ihren Eulenbüchern. Das tun sie leise!

Und jetzt kommt das Wichtigste: Zehntens: Sie flattern selbstständig zu ihrer

Tante Aurora zurück. (Möglichst bald!)“

„Das ist ja hochinteressant“, bemerkt die kleine Hexe. „Ich werde darüber

nachdenken.“

Noch am gleichen Tag liest Petunia den Eulen eine Liste vor mit all den

Dingen, die sie lernen müssen. Die kleinen Eulen hören ihr aufmerksam zu.

Danach verschwinden sie wieder in ihrem Zimmer. Aber diesmal ist kein

Mucks zu vernehmen.

„Es hat schon genützt“, freut sich Petunia. „Bestimmt lernen sie jetzt alles

auswendig, was wir von ihnen erwarten.“

Doch kaum hat sie das gesagt, marschieren sieben kleine Eulen mit zwei

Schildern durch das Baumhaus.

Darauf steht geschrieben:

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„Ei-ei-ei, Herr Spiegelei! Ich befürchte, den kleinen Eulen gefallen deine Tipps

gar nicht“, stellt Petunia fest. „Doch was mich freut: Sie können schon ganz

prima schreiben!“

„Eule ist die Einzige unter uns, die alle Buchstaben kennt“, sagt Eulölö. „Aber

wir finden alle, dass Spiegelei ziemlich viele Schrauben locker hat!“

„Etwa vierunddreißig“, grinst Eulala.

Sieben kleine Eulen beginnen, wie wild zu kichern. Und Herr Spiegelei verzieht

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sich beleidigt in eine Ecke.

Die kleine Hexe dagegen lässt sich auf ihren Schaukelstuhl plumpsen. Und

nachdem sie genau eintausenddreihundertsiebenundsiebzig Mal hin- und

hergeschaukelt ist, hat sie eine Idee.

„Die kleinen Eulen müssen in die Schule, damit sie alle lesen, schreiben und

auch rechnen lernen! Als gute Eulenhexe bin ich sicher auch verpflichtet,

dafür zu sorgen, dass sie eine gute Eulenausbildung erhalten.“

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„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Lehrer gibt, der die sieben Eulen

aushält“, brummt Herr Spiegelei aus seiner Ecke.

„Doch, sogar zwei!“, ruft Petunia. „Die beiden Eulen Irma und Erna!“

„Aber sind die nicht etwas vergesslich?“, fragt Herr Spiegelei.

„Und wennschon!“, ruft Petunia. „Sie sind doch zu zweit, wenn die eine etwas

vergisst, erinnert sich die andere daran. Du wirst sehen, es dauert nicht mehr

lange und die kleinen Eulen sind dressiert und ich erhalte mein Eulenhexen-

Diplom.“

„Hoffentlich hast du recht“, brummt Herr Spiegelei.

Sieben kleine Eulen gehen in die Eulenschule


„Aufstehen!“ Petunia klatscht in die Hände.

„Wir möchten aber lieber noch ein wenig in unseren warmen Bettchen

schlummern“, plärrt Eulili.

„Gerade passt es leider nicht so gut“, verkündet Eulölö.

„Bei dem Krach kann ja keine Eule schlafen!“, ruft Eulolo.

„Keine Widerrede!“, befiehlt Petunia streng. „Ab heute wird gehorcht!“

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Wenig später stehen die kleinen Eulen in der Küche. „Was gibt es heute zum

Frühstück?“, will Eululu wissen.

„Nix mit Hühnerpfütze!“, schimpft Herr Spiegelei.

„Das mögen wir nicht!“, ruft Eule.

„Kämmt euch die Federn! Ihr werdet bereits von Irma und Erna in der

Finsterwald-Eulenschule erwartet!“, ruft Petunia fröhlich.

„Schule? Das ist nichts für uns!“, sagt Eule bestimmt. „Ich weiß schon alles

besser!“

„Soso!“, sagt Petunia. „Dann passt mal auf: Auf dem Frühstückstisch stehen

sieben Schälchen, wenn ich fünf wegzaubere, wie viele bleiben dann noch?“

„Federleicht!“, ruft Eulolo.

„Wenn du unsere Schälchen wegzauberst, dann piksen wir dich in deinen

Hexenpopo!“, ruft Eulölö.

„Oder wir sagen es Tante Aurora und die schimpft dann mit dir!“, ruft Eulili.

Sieben kleine Eulen nicken eifrig. Es dauert eine ganze Weile, bis Petunia die

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kleinen Eulen zu ihrem ersten Schulbesuch überreden kann.

Erst als Herr Spiegelei sich widerwillig bereit erklärt, die Kleinen

höchstpersönlich zu Irma und Erna zu fliegen, willigen sie endlich ein.

Irma und Erna wohnen am anderen Ende des Finsterwaldes in einem

doppelstöckigen, sehr alten Baumhaus. Früher gingen sehr viele Tierkinder zu

den beiden Eulendamen in die Schule, aber in letzter Zeit ist es ruhig

geworden in ihrem Baumhaus.

Niemand wuselt mehr im Haus herum und auf der alten schwarzen Wandtafel

ist immer noch der sorgfältig gezeichnete Tannenzapfen der

Eichhörnchenschwestern zu sehen – und das schon seit vielen Jahren.

Die meisten Kinder des Finsterwaldes gehen jetzt zu Frau Rabe oder zu

Meister Kleister, einem sehr singfreudigen Kröterich, in die Schule.

Als Petunia und Herr Spiegelei mit den kleinen Eulen beim Baumhaus

ankommen, werden sie bereits erwartet.

„Guten Morgen, liebe Petunia Olivia!“ Erna dreht den Kopf einmal im Kreis,

sodass sie in alle Richtungen sehen kann. „Oder ist es etwa schon Abend?“

„Ach, was bist du doch vergesslich, meine Gute!“, kichert Irma. „Es ist doch

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Mittag.“

„Nein, es ist Punkt acht!“, sagt Erna. „Guck doch mal zum Himmel!“

Petunia schaut verdutzt auf die Schuluhr. Schnell dreht sie an den Zeigern, bis

sie auf acht Uhr zeigen.

„Wo ist denn jetzt dieser Frosch, den du uns vorbeibringen wolltest, Petunia?“,

fragt Irma.

„Ich sehe keinen Frosch!“, sagt Erna und dreht den Kopf erneut im Kreis, aber

diesmal in die andere Richtung.

„Ich bringe euch sieben kleine Eulen“, sagt Petunia schnell.

„Sie brauchen sehr viel Schule“, fügt Herr Spiegelei an. „Wenn sie so bleiben,

wie sie sind, bekommt Petunia ihr Eulenhexen-Diplom nicht.“

„Oh, so ein Diplom ist eine ernste Sache“, sagt Erna. „Kennst du jemanden, der

eines hat, Irma?“

Irma überlegt. Jetzt ist sie es, die ihren Kopf im Kreis herumdreht. „Natürlich,

du Dummchen! Die gute alte Aurora. Sie ist die Einzige, die ein Eulenhexen-

Diplom besitzt. Sie hat uns alles beigebracht, was man als Eule können muss.

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Damals waren wir noch sehr jung, nicht wahr, Ernchen?“

„Und was muss man als Eule können?“, fragt Petunia neugierig.

„Ja, hat dir das Aurora nicht gesagt?“, fragt Erna verwundert. Petunia

schüttelt den Kopf.

„Zu dumm, ich befürchte, ich habe das vergessen“, sagt Erna. „Es ist schon so

lange her.“

„Ich weiß es!“, ruft Herr Spiegelei. „Schreiben, Rechnen und immer nett sein zu

Hexenflugsaugern …“

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Die beiden Eulen hören Herrn Spiegelei interessiert zu.

„Ja, das ist wohl alles wahr, was der Gute sagt“, erklärt Erna. „Aber da war

noch etwas anderes. Sobald es uns einfällt, sagen wir es dir. Nicht wahr,

Irma?“

Irma nickt.

„Und es sind also sieben kleine Eulen?“, fragt Erna. „So viele Stühle und

Tische haben wir leider nicht mehr. Wir haben all unsere Stühle und Tische

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Frau Rabe geschenkt.“

„Ach, das ist doch kein Problem!“, ruft Petunia. „Lasst mich nur machen! Eins,

zwei, Spiegelei, drei, vier, Gaukelei …“ Im Nu ist das Klassenzimmer wieder

eingerichtet.

Die kleinen Eulen beobachten misstrauisch, was um sie herum geschieht, und

als Petunia und Herr Spiegelei sich von ihnen verabschieden wollen, beginnt

Eulili, ganz jämmerlich zu weinen.

„Ihr dürft uns nicht hierlassen! Wir wollen nach Hause!“

„Wir holen euch pünktlich zum Vieruhrtee wieder ab“, verspricht Petunia.

„Aber wir trinken doch gar keinen Tee!“, jammert Eulolo.

Sieben kleine Eulen stehen am Fenster und winken Petunia so lange nach, bis

sie auf ihrem Flugsauger am Horizont verschwunden ist.

„Wenn das nur gut geht“, seufzt Petunia.

„Ich habe da so meine Zweifel“, sagt Herr Spiegelei. Doch als Petunia die

kleinen Eulen ein paar Stunden später abholt, erlebt sie eine Überraschung.

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„Die Eulen haben den ganzen Tag brav gerechnet und geschrieben“,

verkündet Erna.

„Wir hatten noch nie so wohlerzogene Schüler“, erklärt Irma.

„Jedenfalls erinnern wir uns nicht an etwas anderes“, kichert Erna.

Sieben kleine Eulen drehen die Köpfe im Kreis, einmal rechtsherum und

einmal linksherum. „Das haben wir von Irma gelernt“, sagt Eule stolz.

„Jetzt können wir Spiegelei ganz tolle Fluganweisungen geben!“, ruft Eululu.

„Wie praktisch!“, knurrt Herr Spiegelei und sieht dabei gar nicht so aus, als

würde er sich besonders freuen.

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im dritten Teil der Geschichte!

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Die kleine Eulenhexe. Willkommen im Zauberwald -


Teil 2
Geschichte aus: Die kleine Eulenhexe (1). Willkommen im
Zauberwald
Autor: Katja Alves
Illustration: Marta Balmaseda
Verlag: Arena
Alterseinstufung: ab 5 Jahren
ISBN: 978-3-401-71195-9

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