Sie sind auf Seite 1von 4

Grundlagen der Automatisierungstechnik

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik

Übung 5

CNC-Programmierung

Gegeben ist das nachfolgende CNC-Programm:


%1 [Programmnummer zur Identifizierung]
(ZEICHNUNGS-DATEI: CRC3.DWG) [Kommentare]
(DATUM: 11.02.2002 22:47) [Kommentare]
(WERKZEUGDURCHMESSER 10.00 mm) [Kommentare]
N010 G00 Z40.0
N020 S2480 T0101
N030 M03
N040 Z10.0 [Auf Sicherheitshöhe im Eilgang ]
N050 G00 X120.000 Y90.000 [Im Eilgang zur Startposition]
N060 F75
N070 G01 Z-2.000 M08
N080 F155
N090 G42 G01 X90.000 Y90.000
N100 G02 X120.000 Y120.000 I30.000 J0.000
N110 G01 X200.000
N120 G02 X220.000 Y100.000 I0.000 J-20.000
N130 G01 X220.000 Y40.000
N140 G02 X200.000 Y20.000 I-20.000 J0.000
N150 G01 X40.000
N160 G02 X20.000 Y40.000 I0.000 J20.000
N170 G01 Y100.000
N180 G02 X40.000 Y120.000 I20.000 J0.000
N190 G01 X120.000
N200 G02 X150.000 Y90.000 I0.000 J-30.000
N210 G01 X120.000
N220 G40 G01 Z10 M09 [Werkzeugradiusabbau und freifahren, Kühlschmierstoff aus]
N230 G00 Z40.0
N240 G00 X0.0 Y0.0 [Vom Werkstück wegfahren]
N250 M05 [Spindel aus]
N260 M30 [Programmende]

Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik


Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
Grundlagen der Automatisierungstechnik
Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik

Aufgabe 1. CNC-Programmierung
Die z-Werte sind ab der Oberfläche des Werkstückes positiv. Negative z-Werte bedeuten somit
einen Eingriff des Fräsers. Bei dem Werkstück soll es sich um eine 1,8 mm starke Metallplatte
handeln.
1) Kommentieren Sie das gegebene CNC-Programm.
2) Erstellen Sie einen Plan der gefrästen Kontur und der Fräserbewegungen.
3) Warum unterscheidet sich der Wert bei N060 von dem an N080?

Aufgabe 2. Technologieparameter bei der Bearbeitung


In einem ersten Testaufbau wurde für das Bauteil aus Aufgabe 1 ein Baustahl (<500N/mm²)
ausgewählt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass ein Werkzeugstahl mit 1200 N/mm² benötigt wird.

Es wurde Beispielhaft ein HSS-beschichteter Schrupp-Fräser (Vollnut/Tasche) mit 10mm


Durchmesser und 4 Schneiden von Garant ausgewählt. Für diesen gelten die Werte wie in
Tabelle 1 dargestellt.
Schaftfräser 𝑣𝑐 𝑓𝑧
HSS beschichtet
d=10mm, Schruppen [m/min] [mm/Z]
Vollnut /Tasche
Baustahl 78 0,016
Werkzeugstahl 25 0,016
Tabelle 1: Fräserparameter

Es gelten die Zusammenhänge

𝐷⋅𝜋⋅𝑛
𝑣𝑐 =
1000
𝑣𝑓 = 𝑓𝑧 ⋅ 𝑍 ⋅ 𝑛

mit

𝐷 [mm] Werkzeugdurchmesser
𝑣𝑐 [m/min] Schnittgeschwindigkeit
𝑛 [U/min] Spindeldrehzahl
𝑣𝑓 [mm/min] Vorschubgeschwindigkeit
𝑓𝑧 [mm/Z] Vorschub pro Schneide
𝑍 [] Anzahl der Schneiden

1) Berechnen Sie die Drehzahl und Vorschubgeschwindigkeit für beide Werkstoffe

Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik


Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
Grundlagen der Automatisierungstechnik
Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik

2) Ändern Sie das CNC-Programm entsprechend ab.


3) Berechnen Sie die Zeit für das Fräsen der äußeren Bahn (ohne das An-, Abfahren und
Eintauchen) für beide Werkstoffe.
4) Diskutieren Sie den Einsatz eines anderen Fräsers, um die Bearbeitungszeit zu
verringern. Welche Parameter sind zu beachten ?

Literaturvorschläge:

[1] Garant-Zerspanungshandbuch – www.garant-tools.com


[2] Beispielhaft für ein Fräshandbuch mit CNC-Befehlen die Programmieranleitungen von MTS
http://www.mts-cnc.com/deutsch/index.htm
[3] Grundlagen der CNC-Progammierung http://marvin.sn.schule.de/~dvt/lpe19/index.htm

Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik


Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
Grundlagen der Automatisierungstechnik
Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik

Anhang
CNC-Befehle

G00 Eilgang M00 programmierter HALT


G01 Geradeninterpolation M03 Spindel EIN im Uhrzeigersinn
G02 Kreisinterpolation im Uhrzeigersinn M04 Spindel EIN im Gegenuhrzeigersinn
G03 Kreisinterpolation im M05 Spindel HALT
Gegenuhrzeigersinn
G25 Unterprogrammaufruf M08 Kühlmittel EIN
G27 Unbedingter Sprung M09 Kühlmittel AUS
G40 Aufheben der M17 Unterprogrammende
Werkzeugbahnkorrektur
G41 Werkzeugbahnkorrektur links M19 Spindel GENAUHALT
G42 Werkzeugbahnkorrektur rechts M30 Programmende mit Rückzug zum
Programanfang
G70 Maßangaben in Zoll M38 Genauhalt EIN
G71 Maßangaben in mm M39 Genauhalt AUS
G72 Definition „Kreisbohrbild“ M50 Abwahl der Richtungslogik bei
bidirektionalem Werkzeugwender
G74 Definition „Rechteckbohrbild“ M51 Anwahl der Richtungslogik bei
bidirektionalem Werkzeugwender
G81 Zyklus „Bohren, Zentrieren“ M90 Abwahl der Spiegelfunktion
G82 Zyklus „Bohren, Plansenken“ M91 Spiegeln an der X-Achse
G83 Zyklus „Tieflochbohren mit M92 Spiegeln an der Y-Achse
Ausheben“
G84 Zyklus „Gewindebohren“ M93 Spiegeln an der X- und Y-Achse
G86 Zyklus „Tieflochbohren mit
Spänebrechen“
G87 Zyklus „Rechtecktaschenfräszyklus“ Parameter
G88 Kreistaschenfräszyklus X,Y,Z X,Y,Z-Koordinate des Zielpunktes
(absolut)
G89 Nutfräszyklus I,J,K x,y,z-Koordinate inkrementell zum
Startpunkt
G94 Vorschubangabe in mm/min bzw. F Vorschub
0,01“/min
G95 Vorschubangabe in S Spindeldrehzahl
µm/Umdrehung bzw.
0,0001“/Umdrehung
G98 Rückzug auf Startebene T Werkzeugwechsel
G99 Rückzug auf Rückzugebene

Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik


Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger