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ÜBERBLICK

Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. Diese
Teile der Lunge reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize, zum Beispiel
psychische Belastung oder Überanstrengung, überempfindlich und verengen sich
krampfartig.

Durch die Überempfindlichkeit gegenüber eigentlich harmlosen Stoffen sind die


Atemwege bei Asthma bronchiale ständig entzündet. Deshalb bildet die Schleimhaut in
den Bronchien sehr viel zähen Schleim und schwillt an. In der Folge verengen sich die
Atemwege. Zusätzlich verkrampft sich die Atemmuskulatur. Das führt zu einer in
Anfällen auftretenden Atemnot.

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Bei ihnen ist das Asthma
überwiegend allergisch bedingt und auch bei Erwachsenen sind Allergene oft die
Auslöser von Asthma. Bei etwa 30 bis 50 Prozent der erwachsenen Asthmatiker liegt
dagegen ein sogenanntes nicht-allergisches Asthma vor – hier sind oft
Atemwegsinfektionen die Auslöser. Nicht-allergisches Asthma tritt erst im mittleren
Erwachsenenalter auf. Es gibt auch Mischformen von allergischem und nicht-
allergischem Asthma.

Ein Asthmaanfall dauert von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden (schwerer
Asthmaanfall). Auslöser sind zum Beispiel Allergien, Infektionen der oberen Atemwege,
Überanstrengung, psychische Belastung, Kälte, Medikamente oder verunreinigte Luft.
Um eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt die Krankengeschichte auf und untersucht
den Betroffenen körperlich. Er prüft die Lunge mithilfe eines Lungenfunktionstests und
klärt mögliche Allergien ab. Ist der Auslöser für das Asthma bekannt (z.B. Staub,
Haustier-Allergie, Zigarettenrauch), ist es wichtig, diesen so gut wie möglich zu meiden.

Bei der Asthma-Therapie unterscheidet man zwischen zwei Behandlungen:

Behandlung eines akuten Asthmaanfalls


Behandlung in den Zeiträumen zwischen den Anfällen (Intervalltherapie)
In der Regel verschreibt der Arzt Bronchialsprays zum Inhalieren, selten Tabletten
beziehungsweise Kapseln. Wichtige Wirkstoffe entstammen hier der Gruppe der Beta-
2-Sympathomimetika, Kortison-Präparate, Antileukotriene und gegebenenfalls des
Wirkstoffs Cromoglicinsäure. Bei schweren Asthma-Fällen kann es notwendig werden,
Medikamente gegebenenfalls über eine Vene zu verabreichen.

Jungen haben häufiger Asthma als Mädchen. Allerdings ist bei erkrankten Mädchen das
Risiko höher, dass sie auch als Erwachsene noch Asthma-Beschwerden haben.
Insgesamt hat etwa eins von drei Kindern mit Asthma bronchiale die Chance, im
Erwachsenenalter keine Beschwerden mehr zu haben, wenn die Erkrankung rechtzeitig
erkannt und behandelt wird. Die Atemwege bleiben aber das ganze Leben lang
überempfindlich, so dass jederzeit wieder ein Asthma-Anfall auftreten kann.

DEFINITION
Asthma bronchiale ist eine Erkrankung der Atemwege, bei der die Schleimhäute der
Atemwegswände – insbesondere der Bronchien – chronisch entzündet sind.

Als Bronchien bezeichnet man die röhrenförmigen Abschnitte der Lunge, die mit der
Aufspaltung der Luftröhre in die beiden Hauptbronchien beginnen. Sie transportieren
die Atemluft von der Luftröhre zu den Lungenbläschen. Auf bestimmte Reize hin
verengen sich bei Asthmatikern die Atemwege und rufen eine häufig anfallartige
Atemnot hervor, die besonders nachts und am frühen Morgen auftritt. Wird das Asthma
nicht oder nicht ausreichend behandelt, wird die Funktionsfähigkeit der Lunge nach und
nach schlechter, weil sich die Atemwege dauerhaft verengen können.

Der Begriff Asthma ist griechischen Ursprungs und bedeutet so viel wie «Atemnot» oder
«schweres Atmen». Schon der römische Arzt Galen (um 129 bis 199 n.Chr.) beschrieb
die Krankheit.

Häufigkeit
Im Kindsalter ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung. Erkranken Mädchen,
haben sie ein höheres Risiko, dass sie auch als Erwachsene noch Asthma-
Beschwerden haben. Insgesamt hat mindestens eins von drei Kindern die Chance, im
Erwachsenenalter beschwerdefrei zu sein, wenn das Asthma bronchiale rechtzeitig
erkannt und ausreichend behandelt wird. Bei etwa 70 Prozent der betroffenen Kinder
beginnt das Asthma bronchiale bereits vor dem fünften Lebensjahr.

Im Erwachsenenalter findet sich das Asthma noch bei etwa fünf Prozent der
Bevölkerung.

Die zunehmende Zahl der Asthma-Erkrankten geht mit der steigenden, nicht
ausreichend geklärten Anzahl allergischer Erkrankungen einher. Allergien sind ein
wesentlicher Risikofaktor für das Auftreten von Asthma.

URSACHEN
Bei Asthma bronchiale sind die Ursachen vielfältig. Mediziner teilen die Asthma-
Ursachen in folgende Kategorien ein:

Allergische Auslöser von Asthma: Hier liegt – wie der Name schon sagt – eine
allergische Reaktion (z.B. auf Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Mehlstaub) der
Erkrankung zugrunde. Mediziner bezeichnen allergisches Asthma auch als «extrinsic
Asthma». Bei allergisch-bedingtem Asthma spielt eine vererbte Veranlagung eine Rolle:
Leiden zum Beispiel beide Elternteile an der Erkrankung, so liegt das Risiko für ihr Kind,
ebenfalls an allergischem Asthma zu erkranken, deutlich höher als für ein Kind
gesunder Eltern.
Nicht-allergische Auslöser von Asthma: Die Ursachen sind hier unter anderem
Atemwegsinfektionen und bestimmte Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure),
Luftschadstoffe (wie Abgase oder Tabakrauch) oder auch körperliche Anstrengung und
Kaltluft. Entsteht Asthma durch nicht-allergische Ursachen, lautet der medizinische
Fachbegriff «intrinsic Asthma».
Mischform aus allergischem und nicht-allergischem Asthma
Warum kommt es nun – zum Beispiel durch eine allergische Reaktion oder eine
Virusinfektion – genau zu Asthma? Die Ursachen sind entzündliche Prozesse in den
Atemwegen (Bronchien) als Antwort auf den Infekt oder den Kontakt mit dem Allergen
(z.B. Pollen). Bei Asthmatikern kommt es dabei zu einer «Überreaktion» in den
Bronchien. Die Atemwege verengen sich (sog. Bronchospasmus), die
Bronchialschleimhaut schwillt an und sondert zähen Schleim ab – dadurch kann
weniger Luft durch die Atemwege strömen und die typischen Asthma-Beschwerden wie
Luftnot treten auf.

Allergisches Asthma
Beim allergischen Asthma bronchiale «bekämpft» das eigene Immunsystem
Substanzen, die eigentlich nicht schädlich für den Körper sind und nicht angegriffen
werden müssten (sog. Allergene). Mögliche Allergene sind Pollen, Tierhaare oder der
Kot der Hausstaubmilbe. Die meisten Asthmatiker weisen erhöhte Werte des
Immunglobulins E (IgE) auf. IgE ist ein Antikörper, der gewöhnlich der Immunabwehr
dient – er ist jedoch auch an allergischen Reaktionen beteiligt.

Asthma bronchiale tritt häufig im Zusammenhang mit Allergien wie Heuschnupfen oder
Neurodermitis (atopische Dermatitis) auf. Wenn man wie bei Neurodermitis eine
vererbte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen eines bestimmten Typs (Soforttyp)
hat, nennt man dies Atopie. Ist ein Elternteil sogenannter Atopiker, ist das Risiko für das
Kind, allergische Erkrankungen zu entwickeln, erhöht. Leiden beide Elternteile an
allergischem Asthma, entwickeln ihre Kinder zu 60 bis 80 Prozent ebenfalls allergisches
Asthma, bei einem erkrankten Elternteil zu 30 bis 40 Prozent. Die genetische
Komponente ist jedoch nicht allein für die weltweite Zunahme der allergischen
Erkrankungen verantwortlich. Umwelteinflüsse und Lebensgewohnheiten sowie
veränderte Lebensumstände tragen ihren Teil dazu bei. Beispiele hierfür sind Rauchen,
Passivrauchen und kindliches Übergewicht (Adipositas).

Beim allergischen Asthma kann eine allergische Reaktion auf verschiedene Allergene
der Atemluft vorliegen, so beispielsweise auf

Hausstaub bzw. die Ausscheidungen von Hausstaubmilben


Pollen
Schimmelpilzsporen
Vogelfedern
Tierhaare
Parfüme
Chemische Lösungsmittel
Nahrungsmittel
Am häufigsten reagieren Menschen mit allergischem Asthma auf sogenannte
Innenraumallergene, zum Beispiel Hausstaubmilben und Tierhaare. Allergisches
Asthma ist typischerweise eine Erkrankung des Kindes- und Jugendalters, zeigt sich
jedoch in selteneren Fällen erst im Erwachsenenalter. Allergien sind bei Kindern der
Hauptrisikofaktor für Asthma. Normalerweise treten wenige Minuten nach Kontakt mit
dem auslösenden Allergen die Atembeschwerden auf (sog. Soforttyp-Reaktion).
Manchmal treten bei allergischem Asthma erst etwa sechs bis zwölf Stunden nach dem
Kontakt mit dem auslösenden Reiz Beschwerden auf (sog. Spätreaktion). Bei manchen
Betroffenen mit allergischem Asthma treten sowohl die Sofort- als auch die Spätreaktion
nacheinander ein und sorgen für Atembeschwerden.

Berufsbedingtes Asthma
Auch im Beruf kommen viele Menschen häufig mit Stoffen in Kontakt, die zu Allergien
führen und ein berufsbedingtes Asthma auslösen können. Klassische Fälle sind:

Mehlstauballergie des Bäckers


Nickel- oder Pflegemittelallergie des Coiffeurs
Holzstauballergie des Schreiners
Allergien gegen Farb- und Lösungsmittel bei Druckerei-Arbeitern
Ist bereits eine Allergieneigung bekannt, sollten die Betroffenen diesen Aspekt bei der
Berufswahl mit einbeziehen. Auch chemische Stoffe können das Bronchialsystem
reizen und zu einem nicht-allergischen berufsbedingten Asthma führen.

Infektasthma
Eine durch Virusinfektionen der Atemwege hervorgerufene Entzündung macht die
Atemwege anfälliger für andere Reize und kann so ein Infektasthma auslösen. Es tritt
vor allem bei Erwachsenen und Kleinkindern auf. Bei jüngeren Kindern sind häufig
Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) für das Infektasthma verantwortlich. Ältere
Kinder und Erwachsene erkranken häufiger nach Infektionen mit Rhinoviren, die auch
eine ganze normale Erkältung auslösen. Andere Virus-Arten, die Infektionen der
Atemwege hervorrufen, spielen ebenfalls eine Rolle, etwa:

Parainfluenza-Viren
Influenza-Viren
Coronaviren
Adenoviren
Arzneimittelasthma
Arzneimittelasthma entsteht infolge einer pseudoallergischen Reaktion und tritt fast nie
allein, sondern in der Regel kombiniert mit anderen, meist allergischen Asthma-Formen
auf. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Asthmatiker reagieren auf bestimmte Schmerzmittel
überempfindlich. Besonders häufig löst der Wirkstoff Acetylsalicylsäure ein
Arzneimittelasthma aus. Auch Betablocker (Medikamente u.a. gegen Bluthochdruck)
können bei Asthma die Symptome verstärken und einen Asthma-Anfall auslösen.

Beim Arzneimittelasthma handelt es sich nicht um eine Allergie im eigentlichen Sinne.


Vielmehr ist diese Form der Arzneimittelunverträglichkeit die Folge einer
Stoffwechselabweichung (Pseudoallergie), die möglicherweise erblich bedingt ist.

Belastungsasthma
Verbreiteter als das Arzneimittelasthma ist bei Asthmatikern das Belastungsasthma
oder Anstrengungsasthma. Körperliche Anstrengung löst bei den betroffenen
Asthmatikern Asthma-Anfälle aus. Vor allem Kinder und Jugendliche haben häufig ein
Belastungsasthma. Kalte und trockene Luft begünstigt den Anfall. Atemnot unter
Belastung ist bei Asthmatikern oft ein Anzeichen dafür, dass die Therapie nicht
ausreicht. Bei schrittweise gesteigerter Anstrengung, vorbeugender Gabe von
bronchienerweiternden Medikamenten und der Wahl geeigneter Sportarten wie zum
Beispiel Schwimmen, schränkt das Asthma die Betroffenen aber in vielen Fällen kaum
ein. Sport ist für Asthmatiker besonders wichtig, da die Bewegung unter anderem die
körperliche Leistungsfähigkeit steigert und die Muskulatur kräftigt – dies ist vor allem
während eines Asthma-Anfalls hilfreich.

SYMPTOME
Bei Asthma bronchiale entstehen die typischen Symptome, weil die Atemwege
dauerhaft entzündet sind und insbesondere die Bronchialschleimhäute anschwellen.
Die Bronchialschleimhäute produzieren durch diese Entzündung übermässig viel
zähflüssigen Schleim. Der Schleim und die Schleimhautschwellung verengen die
Atemwege und erschweren die Atmung. Kinder bekommen häufiger Asthma als
Erwachsene, weil ihre Schleimhautoberfläche im Verhältnis zur Weite der Atemwege
besonders gross ist. Die Muskeln der kleinen Bronchien (der sog. Bronchioli), Teile der
unteren Atemwege, ziehen sich bei Asthma krampfartig zusammen. Vor allem das
Ausatmen ist dadurch gestört: Die Ausatmung verlängert sich insgesamt: Es entsteht
ein typisches Pfeifen und Brummen. Zwischen den Anfällen (sog. Intervallen) fehlen die
Asthma-Symptome oft ganz.

Häufige Asthma-Symptome sind:

Atemnot: vor allem morgens und nachts, nach körperlicher Anstrengung, bei
Atemwegsinfektionen und bei Kontakt mit Allergenen
pfeifendes Ausatmen (sog. Giemen) bei gleichzeitiger Atemnot
andauernder Husten: kann anstelle der Atemnot auftreten oder zusätzlich
Akuter Asthmaanfall
Eine plötzliche Verengung der Luftwege kann einen akuten Asthma-Anfall auslösen.
Symptome sind dann schwere Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Der Asthma-
Anfall kann wenige Sekunden bis mehrere Stunden (bei einem schweren Anfall)
andauern, in einigen Fällen sogar mehrere Tage. Die Ärzte sprechen dann von einem
sogenannten Status AsthmaTicus.

Auch zwischen den Anfällen können Asthma-Symptome wie Husten oder Atemnot
auftreten, wenn das Asthma nicht ausreichend behandelt wird und die Asthma-Anfälle
die Funktionsfähigkeit der Lunge dauerhaft beeinträchtigen. Herz- und Lungengewebe
werden belastet, durch die ungenügende Abatmung kann sich die Lunge auf Dauer
stark aufblähen (Lungenemphysem).

Bei schweren Verlaufsformen kann das Asthma bronchiale bei Kindern die allgemeine
Entwicklung einschränken. Im extrem fortgeschrittenen Stadium kann sich der
Brustkorb durch die Überblähung der Lungen fassähnlich verformen. Beim Atmen ist die
Bewegung der Muskeln verändert. Zusätzlich zu den normalen Atemmuskeln
unterstützt die sogenannte Atemhilfsmuskulatur, bestehend aus Teilen von Brustraum-,
Rücken- und Schultergürtelmuskulatur, bei der vermehrten Atemanstrengung der
Betroffenen das Atmen. So stützen Asthmatiker bei einem Asthma-Anfall häufig die
Arme ab; dies fixiert den Schultergürtel und die Atemhilfsmuskeln können den Brustkorb
zusätzlich heben und senken.

DIAGNOSE
Bei Asthma bronchiale stellt der Arzt die Diagnose meist schon, weil die Betroffenen die
charakteristischen Beschwerden schildern. Beim Abhören sind typische
Lungengeräusche hörbar: Ein Pfeifen und Brummen bei der Atmung. Die pfeifenden
Geräusche bezeichnet man auch als Giemen. Häufig tritt bei Asthmatikern auch ein
trockener Husten auf. Der Arzt fragt ausserdem, wie sich die Beschwerden während
oder nach körperlicher Arbeit oder bei Atemwegsinfekten äussern. Auch vorhandene
Belastungsfaktoren, etwa im Beruf (z.B. Arbeit mit Mehl, Tiermaterialien oder
Putzmitteln), sowie familiäre Erkrankungen (z.B. Neurodermitis) können die Diagnose
stützen.

Um bei Asthma bronchiale die Diagnose zu stellen, schliesst der Arzt zudem andere
Ursachen sowie Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild aus,
beispielsweise:

Einatmen eines Fremdkörpers


akute Entzündung der Bronchien (Bronchitis)
Keuchhusten (Pertussis)
Mukoviszidose
Erweichung der Luftröhrenknorpel (Tracheomalazie)
Im Rahmen der Asthma-Diagnose erfolgen weitere Untersuchungen, beispielsweise
Lungenfunktionstests (Spirometrie, Ganzkörper-Plethysmographie). Auf diese Weise
erhält der Arzt genaue Informationen über die Atemfunktion und die Art der
Atemeinschränkung.

Ruft Anstrengung das Asthma hervor, können die Lungenfunktionstests unter


körperlicher Belastung erfolgen. Haben Betroffene trotz Asthmatischer Beschwerden
eine normale Lungenfunktion, kann der Arzt die Überempfindlichkeit der Atemwege
auch durch eine sogenannte inhalative Provokation auslösen. Dabei atmet der Patient
eine Substanz ein, welche die Atemwege reizt. Meist verwendet man hierfür Histamin,
Methacholin oder Stoffe, auf die der Proband bekanntermassen allergisch reagiert
(Allergene, z.B. Pollen). Bei schweren Asthmaanfällen bestimmt der Arzt unter
Umständen auch die Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut einer
Arterie.

Bei allergischem Asthma zeigen Bluttests meist eine erhöhte Konzentration der bei
Allergien typischerweise vermehrten Antikörper – des Immunglobulins E (IgE). Mit
Hauttests (z.B. Pricktest) bestimmt der Arzt das auslösende Allergen. Ist das Ergebnis
unklar, kann ein inhalativer Provokationstest weiterhelfen. Der Betroffene atmet dabei
unter ärztlicher Aufsicht das verdächtige Allergen ein. Zeigen sich daraufhin typische
Asthma-Symptome, ist der Auslöser identifiziert und sollte in Zukunft gemieden werden.

Röntgenuntersuchungen der Lunge können bei Asthma bronchiale unauffällig sein,


werden jedoch bei der Erstdiagnose durchgeführt, um andere Erkrankungen als
Ursache für die Beschwerden auszuschliessen. Bei schweren Verläufen sind manchmal
Folgeschäden auf dem Röntgenbild erkennbar (z.B. Lungenemphysem).

THERAPIE
Bei Asthma bronchiale ist der erste Therapie-Schritt, die auslösenden Stoffe zu meiden.
Ausserdem können verschiedene Verhaltensweisen und Medikamente bei der Asthma-
Therapie helfen.

Medikamente
Um Asthma bronchiale mit Medikamenten zu behandeln, setzt man hauptsächlich zwei
Arzneimittelgruppen ein:

bronchienerweiternde und
entzündungshemmende Medikamente
Entzündungshemmer behandeln die Schleimhaut-Entzündung als eigentliche Ursache
des Asthmas. Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikosteroide (z.B. Budesonid,
Fluticason, Mometason) bewirken, dass die Schwellung und Schleimbildung in den
Atemwegen zurückgeht. In der Regel atmen Asthmatiker die Kortikosteroide zur
Behandlung ein (inhalieren) – so erreichen die Wirkstoffe den Zielort direkt und mit
möglichst wenigen Nebenwirkungen. Kortikosteroide sind die wesentliche Komponente
der Asthma-Dauertherapie.

Je nach Schweregrad des Asthma bronchiale kommen verschiedene Medikamente


beziehungsweise unterschiedliche Dosierungen und Darreichungsformen zum Einsatz:
Bei leichtem Asthma erhalten Betroffene beispielsweise Kortikosteroide zum Inhalieren,
bei schwerem Asthma bronchiale dagegen als Tablette zum Einnahmen.

Neben Wirkstoffen aus der Gruppe Kortikosteroide zur Dauertherapie setzen Ärzte auch
sogenannte Beta-2-Sympathomimetika. Beta-2-Sympathomimetika erweitern die
Bronchien – man bezeichnet sie in der Fachsprache auch als Bronchodilatatoren. Sie
lockern die verkrampfte Atemmuskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Sie
bekämpfen also die Beschwerden, nicht die Ursache des Asthmas. Unter den
bronchienerweiternden Medikamenten gibt es kurz- und langwirksame. Langwirksame
Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Formoterol, Salmeterol) lindern die Symptome bis zu
zwölf Stunden lang. Allerdings wirken sie nicht sofort und sind damit nicht bei einem
akuten Asthma-Anfall zur Therapie geeignet. Sie werden deshalb wie die
Kortikosteroide zur Dauertherapie eingesetzt.

Die kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Salbutamol, Terbutalin) helfen beim


akuten Asthma-Anfall, wenn die Wirkung innerhalb weniger Minuten einsetzen soll. Ihre
Wirkung hält etwa vier bis sechs Stunden an. Müssen Erkrankte zu häufig auf diese
Substanzen zurückgreifen, ist die Asthma-Therapie nicht optimal eingestellt. Oft
vernachlässigen Betroffene die wichtige Dauertherapie, sobald sie sich beschwerdefrei
fühlen. Aber die Entzündung in den Atemwegen bildet sich erst nach Wochen bis
Monaten zurück. Eine gute Therapie kann auch die Lungenfunktion langfristig
normalisieren.

Neben Kortikosteroiden und Beta-2-Sympathomimetika kommen auch andere


Wirkstoffe beziehungsweise Arzneimittelgruppen zusätzlich oder alternativ infrage.
Reagieren Erkrankte zum Beispiel allergisch auf Beta-2-Sympathomimetika, ist der
Wirkstoff Ipratropiumbromid eine mögliche Alternative. Wirkstoffe aus der Gruppe der
Xanthinderivate (z.B. Theophyllin) erweitern ebenfalls die Bronchien, allerdings liegen
die heilsame und die schädliche Dosis nah beieinander. Daher sollte während der
Einnahme regelmässig die Wirkstoffmenge im Blut kontrolliert werden.

Die Wirkstoffe Cromoglicinsäure oder Nedocromil machen die sogenannten Mastzellen


in der Bronchialschleimhaut weniger empfindlich. Mastzellen sind Zellen des
Immunsystems, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Cromoglicinsäure oder
Nedocromil werden jedoch nur noch selten eingesetzt. Antileukotriene (wie der Wirkstoff
Montelukast) gewinnen dagegen zunehmend an Bedeutung. Sie richten sich gegen die
Leukotriene – das sind Botenstoffe, die ebenfalls an Entzündungsreaktionen der
Bronchialschleimhaut beteiligt sind. Bei Erwachsenen empfiehlt man Leukotriene in der
Langzeittherapie des mittel- bis schwergradigen Asthmas (in Kombination mit
Kortikosteroiden oder einem Beta-2-Sympathomimektikum). Bei Kindern zwischen 2
und 14 Jahren ist Montelukast auch ohne diese Kombination zugelassen. Dies ist vor
allem dann sinnvoll, wenn Kinder keine Kortikosteroide inhalieren können oder wenn
Nebenwirkungen der Kortikosteroide eintreten, zum Beispiel ein stark verzögertes
Wachstum.

Beim leichten bis mittelschweren allergischen Asthma bronchiale hilft in manchen Fällen
eine Hyposensibilisierung. Der Körper gewöhnt sich dabei durch regelmässige Gaben
von Allergenen an die Asthmaauslösenden Stoffe.

Ein neuer Therapieansatz bei schwerem allergischem Asthma ist eine Zusatztherapie
mit einem Antikörper gegen das vom Immunsystem ausgeschüttete Immunglobulin E
(IgE). Ein Arzt spritzt dem Asthmatiker dabei die Antikörper ein- bis zweimal pro Monat
unter die Haut. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren ist diese Asthma-
Therapie aber nicht zugelassen.

Inhalation
Bronchienerweiternde Wirkstoffe gegen die Asthma-Symptome gibt es zum Einatmen
(zur Inhalation) oder als Kapsel beziehungsweise Tablette zum Einnehmen. Wenn
möglich, ist bei Asthma-Medikamenten die inhalative Anwendung zu bevorzugen.
Anstatt über den Blutweg – wie bei Kapseln oder Tabletten – gelangt der Wirkstoff beim
Inhalieren direkt über die Bronchien an den Entzündungsherd. Dies führt sowohl zu
einer gezielteren Therapie als auch zu geringeren Nebenwirkungen.
Mittlerweile gibt es inhalative Kombinationspräparate mit bronchienerweiternden und
entzündungshemmenden Wirkstoffen (z.B. Formoterol mit Budesonid oder Salmeterol
mit Fluticason). Die Asthma-Therapie wird dadurch für die Betroffenen einfacher, da sie
nur noch ein Inhalationsgerät benötigen.

Im Wesentlichen finden sich zwei Inhalationsverfahren:

Dosieraerosole: Der Wirkstoff ist in vielen kleinen Tröpfchen gelöst, die der Asthmatiker
einatmet. Sog. Spacer können als Inhalationshilfe dienen, damit das «Spray» leichter in
die Lunge gelangt.
Trockenaerosole: Der Asthmatiker atmet ein Pulver mit dem Wirkstoff ein. Das
Medikament befindet sich in einem sog. Diskus oder Diskhaler.
Die Inhalationstechnik ist bei den einzelnen Verfahren unterschiedlich und muss vom
Betroffenen erlernt werden. Bei Kindern und Schwangeren mit Asthma bronchiale ist
besondere Sorgfalt geboten – hier wägen Betroffene (bzw. die Eltern) gemeinsam mit
dem Arzt besonders genau die Vor- und Nachteile der Therapie ab und klären, ob
spezielle Vorsichtsmassnahmen nötig sind.

Therapie des akuten Asthmaanfalls


Bei der Therapie des akuten Asthma-Anfalls stehen bronchienerweiternde
Medikamente im Vordergrund. Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall nimmt der
Betroffene ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (z.B. den Wirkstoff Fenoterol
oder Salbutamol) ein. Ausserdem sollte der Asthmatiker Kortikosteroide einnehmen. Die
Atmung fällt den Betroffenen im Sitzen und mit aufgestützten Armen leichter.
Ausserdem ist die Lippenbremse eine sinnvolle Verhaltensmassnahme bei einem
Asthma-Anfall. Bei einem schweren Asthma-Anfall müssen Betroffene eventuell in ein
Krankenhaus. Sie erhalten ebenfalls ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum
und Kortikosteroide zum Einnehmen oder über eine Vene. In schweren Fällen kann
auch eine künstliche Beatmung des Asthmatikers notwendig werden.

Langzeitbehandlung
Bei Asthma bronchiale richtet sich die Langzeitbehandlung danach, wie gut die
Erkrankung unter Kontrolle ist. Dies lässt sich in drei Grade einteilen:

kontrolliertes Asthma
teilweise kontrolliertes Asthma
unkontrolliertes Asthma
Bei kontrolliertem Asthma bronchiale ist keine Langzeittherapie mit Medikamenten
notwendig. Dann reicht es aus, allgemeine Verhaltensregeln zu befolgen, zum Beispiel
nicht zu rauchen und Allergene zu meiden.

Teilweise kontrolliertes Asthma erfordert zusätzlich zu einem angepassten Verhalten


eine Langzeittherapie mit entzündungshemmenden Kortikosteroiden zum Inhalieren wie
Beclomethason, Budesonid oder Fluticason. Bei mittelschwerem bis schwerem Asthma
kann zusätzlich ein Leukotrien-Antagonist (z.B. Montelukast) sinnvoll sein. Beta-2-
Sympathomimetika kommen nach Bedarf zum Einsatz.
Bei unkontrolliertem Asthma verschreibt der Arzt – zusätzlich zu den Massnahmen bei
teilweise kontrolliertem Asthma – zum Beispiel Kortikosteroide als Tabletten oder bei
allergischem Asthma einen Antikörper gegen das Immunglobulin E. Möglicherweise
sind bei unkontrolliertem Asthma noch weitere Medikamente als Langzeittherapie
notwendig.

Damit ist nicht der Schweregrad des Asthma bronchiale für die Langzeittherapie
ausschlaggebend, sondern wie gut die Erkrankung bereits unter Kontrolle ist. So kann
etwa auch bei leichtem Asthma zu Beginn eine medikamentöse Therapie notwendig
sein, bis es unter Kontrolle ist.

Fünf-Stufen-Plan
Die Therapie von Asthma bronchiale richtet sich nach dem sogenannten Stufen-
Schema. Abhängig davon, wie gut das Asthma bereits unter Kontrolle ist, passt der Arzt
die Behandlung entsprechend an. Das Stufen-Schema gibt einen Überblick über die
verschiedenen Therapiestufen. Die Therapiestufen sind aber nicht dem Schweregrad
des Asthmas zuzuordnen – ausgenommen Asthmatiker, die bisher noch nicht behandelt
wurden. Der behandelnde Arzt wählt die richtige Therapiestufe nach dem Kontrollgrad
des Asthmas. So kann der Arzt beziehungsweise der Betroffene die Therapie-
Massnahmen

reduzieren, wenn das Asthma seit mindestens drei Monaten unter Kontrolle ist
bei teilweise kontrolliertem und unkontrolliertem Asthma stufenweise verstärken
  Symptomatik Therapie
Stufe 1 Gelegentlich auftretendes Asthma: Nicht mehr als einmal pro Woche Atemnot,
nächtliche Atemnot nicht öfter als zweimal im Monat. Zwischendurch beschwerdefrei.
Keine dauerhafte Medikamenteneinnahme; nur bei Bedarf Inhalation eines
kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums.
Stufe 2 Leichtes Asthma: mehr als einmal wöchentlich, aber keine täglichen
Beschwerden. Regelmässige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments:
niedrig dosiertes inhalatives Kortikosteroid. Alternativ im Einzelfall Antileukotriene.
Stufe 3 Mittelschweres anhaltendes Asthma: Trotz regelmässiger
Medikamenteneinnahme tägliche Beschwerden oder mehr als einmal wöchentlich
nachts auftretende Symptome. Regelmässige Inhalation eines
entzündungshemmenden Medikaments (inhalatives Kortikosteroid in niedriger bis
mittlerer Dosierung). Zusätzlich regelmässige Inhalation eines langwirksamen Beta-2-
Sympathomimetikums; ggf. in fester Kombination. Optional: Theophyllin als
Retardtablette, Antileukotriene (Montelukast). Bei Bedarf Inhalation eines
kurzwirksamen Bronchodilatators.
Stufe 4 Schweres anhaltendes Asthma: Trotz regelmässiger Medikamenteneinnahme
der Stufe 3 Dauersymptome wechselnder Stärke, sowohl tagsüber als auch nachts.
Deutliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Regelmässige Inhalation
eines entzündungshemmenden Medikaments (inhalatives Kortikoid in hoher
Dosierung). Zusätzlich regelmässige Inhalation eines langwirksamen Beta-2-
Sympathomimetikums, ggf. in fester Kombination, und in Einzelfällen Einnahme
weiterer Medikamente: Theophyllin oder Montelukast. Bei Bedarf Inhalation eines
kurzwirksamen Bronchodilatators.
Stufe 5 Schweres anhaltendes Asthma: Trotz regelmässiger Medikamenteneinnahme
der Stufe 4 weiterhin Dauersymptome wechselnder Stärke, sowohl tagsüber als auch
nachts. Deutliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Regelmässige
Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments (inhalatives Kortikoid in hoher
Dosierung). Zusätzlich regelmässige Inhalation eines langwirksamen Beta-2-
Sympathomimetikums, ggf. in fester Kombination, und Einnahme eines Kortikosteroids
in Tablettenform. In Einzelfällen kann zusätzlich eine Antikörpertherapie erwogen
werden. Bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen bronchienerweiternden
Medikaments (Bronchodilatator).
Zusätzliche Massnahmen
Die Therapie des Asthma bronchiale besteht nicht nur aus Medikamenten. Wichtig sind
auch zusätzliche Massnahmen wie

Verzicht aufs Rauchen


Regelmässiger Sport
Normalisierung des Körpergewichts
Atem- und Physiotherapie
Wichtig ist auch, dass der Arzt den Betroffenen gut informiert. Der Arzt vermittelt den
praktischen Umgang mit Asthma und das theoretische Verständnis der Erkrankung.
Viele Spitäler, Fachärzte, Selbsthilfegruppen oder Rehabilitationszentren für
Atemwegserkrankte bieten Asthma-Schulungen an.

Zusätzlich zu Medikamenten gibt es eine Reihe weiterer therapeutischer Massnahmen,


um die Atemfunktion zu unterstützen und den Allgemeinzustand zu verbessern. Eine
wichtige Hilfe ist die gezielte Physiotherapie. Die sogenannte Atemgymnastik im
beschwerdefreien Zeitraum kräftigt die Atemmuskulatur und steigert damit die
Atemleistung. Die Betroffenen erlernen zudem spezielle Atemtechniken. Eine der
wichtigsten ist die sogenannte Lippenbremse: Bei dieser Technik kann nur wenig Luft
durch die Lippen entweichen, wodurch sich ein Druck in der Mundhöhle aufbaut. Der
Druck setzt sich bis in die Lunge fort und hindert die kleinen Luftwege und
Lungenbläschen daran, zusammenzufallen.

Manchen Asthmatikern helfen auch Entspannungstechniken, zum Beispiel autogenes


Training. Sie können die Asthma-Therapie ergänzen. Ihr Nutzen ist allerdings
wissenschaftlich nicht bewiesen.

Manchmal ist bei Asthma bronchiale auch eine Kur in einer Rehabilitationseinrichtung
sinnvoll. Sie kommt infrage, wenn:

Betroffene unter schwerem Asthma und starken Folgen der Erkrankung leiden, obwohl
sie angemessen behandelt werden
schwere Komplikationen durch die medikamentöse Behandlung auftreten
notwendige Therapieverfahren nicht ambulant durchgeführt werden können, z.B. eine
Asthma-Schulung oder eine Trainingstherapie
Während einer Kur lernen die Betroffenen, mit ihrem Asthma umzugehen. Eine gezielte
Behandlung in dieser Zeit hilft, die Erkrankung besser zu kontrollieren, so dass
Asthmatiker danach eine höhere Lebensqualität haben und mehr am gesellschaftlichen
Leben teilhaben können. Insbesondere für Kinder ist dies wichtig, damit sie sich
altersgerecht entwickeln.

VERLAUF
Je besser die Therapie des Asthma bronchiale individuell angepasst ist, desto günstiger
wirkt sich dies auf den Verlauf der Erkrankung aus. Bei optimaler Therapie schränkt das
Asthma die durchschnittliche Lebenserwartung nicht ein.

Im Allgemeinen ist die Prognose von kindlichem Asthma bronchiale sehr gut.
Mindestens jedes dritte Kind mit Asthma hat die Chance, im Erwachsenenalter
beschwerdefrei zu sein, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt wird –
bei einigen tritt jedoch auch nach jahrzehntelanger Asthmafreiheit die Erkrankung
erneut auf. In jedem Falle bleiben die Atemwege ein Leben lang anfällig.

Bei schwersten Erkrankungen kann die allgemeine körperliche Entwicklung des Kindes
verlangsamt und insgesamt eingeschränkt sein.

VORBEUGEN
Durch gezielte Massnahmen können Sie bei bereits vorhandenem Asthma bronchiale
akute Asthmaanfälle vermeiden und Langzeitschäden vorbeugen.

Trockene Raumluft ist ein Reizfaktor für die Bronchien, achten Sie daher auf eine
ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum. Berücksichtigen Sie bei der Wahl Ihres
Aufenthaltsorts, soweit möglich, wie Sie auf unterschiedliche klimatische Reize
reagieren. Im Hochgebirge und am Meer sind weniger Allergene in der Luft. Hat Ihr Kind
Asthma bronchiale und eine Pollenallergie, kann es hilfreich sein, das Kind während der
pollenbelasteten Jahreszeit an einen anderen Wohnort, beispielsweise ans Meer zu
schicken. Auf Rauchen sollten Asthmatiker unbedingt verzichten. Ebenso ist das
Rauchen in Räumen, in denen Kinder mit Asthma wohnen, zu unterlassen. Rauchen
und Passivrauchen beeinflussen sowohl die Häufigkeit des Auftretens von Asthma als
auch den Verlauf der Erkrankung nachteilig. Bei einigen Kindern kommt es zu Asthma,
wenn eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Bronchien vorliegt.
In diesen Fällen sollte eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Akute
Bronchitis frühzeitig und konsequent mit Antibiotika behandelt werden. Eine
Dauertherapie mit Antibiotika ist aber nicht sinnvoll.

Bei allergischem Asthma ist es von grosser Wichtigkeit, den auslösenden Stoff in der
Atemluft oder in Nahrungsmitteln zu meiden. Unter Umständen ist es nötig, ein Haustier
abzugeben. Bettdecken und Matratzen können Sie gegebenenfalls austauschen – im
Handel sind allergenfreie Matratzen erhältlich. Bisweilen kann eine Hyposensibilisierung
Erfolg bringen.
Was die Ernährung betrifft, müssen sich Asthmatiker nicht einschränken. Eine
Ausnahme bilden Personen, die an einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit
leiden. Für alle anderen ist eine ausgewogene, vitaminreiche Kost empfehlenswert.
Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich, so kann der Schleim in den Atemwegen besser
abfliessen.

Wenn ein Asthmaerkranktes Kind Fieber bekommt, sollte man als fiebersenkendes
Mittel besser Präparate mit dem Wirkstoff Paracetamol anstelle von Acetylsalicylsäure
verwenden. Vor allem bei älteren Kindern ist eine Unverträglichkeit des Wirkstoffs als
Asthma-Auslöser bekannt. Seltener sind auch andere Wirkstoffe derselben Stoffklasse
(z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin) verantwortlich. Eine andere
Medikamentenklasse, die Sie bei Asthma nicht beziehungsweise nur nach Absprache
mit Ihrem Arzt einnehmen sollten, sind sogenannte Betablocker (blutdrucksenkende
Mittel).

Um einem Asthma-Anfall vorzubeugen, ist eine fortwährende Therapie notwendig.


Wichtig ist auch, die Therapie regelmässig zu überwachen und anzupassen. So können
Sie die Atemfunktion mittels eines sogenannten Peak-Flow-Meters auch zu Hause
überprüfen, um den Verlauf der Erkrankung und die Effektivität der Therapie
regelmässig zu kontrollieren.

Eltern sollten in Absprache mit dem Kinderarzt eventuell ein Notfallmedikament


verfügbar haben,

wenn ihr Kind schweres Asthma hat,


wenn beim Kind ein hohes Risiko vorliegt, während eines akuten Anfalls keine Luft
mehr zu bekommen und
wenn beim Kind in der Vergangenheit eine künstliche Beatmung notwendig geworden
ist
Dieses Medikament können sie im Notfall sofort unter die Haut spritzen.

Als Asthmatiker sollten Sie ein Dokument bei sich tragen, aus dem hervorgeht, welche
Erkrankung Sie haben, welche Auslöser bekannt sind, welche Medikamente Sie
einnehmen und wer zu informieren ist. Notieren Sie dort auch Empfehlungen, die Ihr
Arzt Ihnen für den Notfall gegeben hat.

Asthmatiker weisen ausserdem ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Infektionen der


Lunge auf. Aus diesem Grund sollten Sie eine Pneumokokken-Impfung in Erwägung
ziehen. Ob eine Grippeimpfung eine schützende Wirkung bei Asthma hat, ist nicht
erwiesen.