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DIE PHILOSOPHIEGESCHICHTLICHE STELLUNG

DES DIOGENES VON APOLLONIA


Die Lehre des Diogenes von Apollonia hat vor allem deswegen Interesse
erweckt, weil sie ein verhältnismäßig friucs Beispiel iüi die Vereinigung
ii,it-ir!)hiloiophischer Spekulation mit medi/ii-.^cheni Dt::kiTi darstellt, wie
=-.e ->i:~:: ilniiTi i-v. :.i-.;;;..;!^ndcn -"linften Jahrhundert liemüch häufig findet.
Die Wirkung, die Diogenes, der selbst v o n Galen a b A n t bezeichnet wird 1 ),
rmf Mi,• äT-7.t!!-l-:t:Ti Schriftsteller des Corpus Hippocraticum i i u i ^ i i l i t hat.
ist daher ein bevorzugter Gegenstand der Forschung gewesen*), darüber
i'ill r:n c'.icsci ätciie ilich: ;.ΐ1ι.ία•ίι•1ί *ι7ι!ι:ιι. .V,;.li ι'.:•-. Yor;.Mj=tt.-.um;tn der
einzelnen medizinischen und biologischen Lehren des Diogenes sollen hier
beiseite bleiben; N a m e n wie Alknvaion von Kroton und Empedokles müflten
da in erster Linie gi ri.nmt werden.
Über die im engeren Sinn •.•liil'Xut^'^.oc'iciL l'[iiizi]:ii:ii d i s Dii^cue:., die

eine förderliche Untersuchung vor; W. Theiler") hat die teleologischen Elemente


in dfi- Pr.üüsiijiriie iii•- D:oe;t:!e~ lii-r;•.n^'i.rli-ile* und sie Viondr-rt -ι:.; .Li-τι
teleologischen Partien in Xenophons Memorabilien, aber auch zu stoischen
Lehren in Beziehung gesetzt. Das betrifft also vor allem die philosophische
X;i;-]iwirkiiTiuT i'.n Dicgenev ein kochst wichtiges Problem, auf das nachher
mra;-km k o m m e n sein wird. Zunächst jedoch soll auf die philosophischen

Diese scheinen der m o d i r r . i n kni^dv,::-.^ iini-chaus khir zu liegen, zumal


sie sich t*i ihren Ergebnissen in allgemeiner C'icrcbstiiruv.un;'. mit der zu-
ständigsten a n t ' k n i Beiir'Lil'.m:: zu i'ciii'.dcr: iii^ühl. Ihfi^p'^iast^) hat fesi-
gestellt, (lall Uiüf.;•:;^ wie A['.a.\i::leue> die uütic^icuilc u n d ewige Laie i n
Grunr'.iubsvair. erklärt li.ib'-. aus ,!ίτι:ι V m i i ULi.]^, Verdünnung und zu-

>1 V8L. R. Walier, Gnomon 6, Hisz, 44'.


') Vgl. besonders CWLKiTilLiiij. =HiJi:. H; : j : >;,ial,-.a. JJL»!. (JuHL-.ei-r i-.n.i K.lfclLi.

' Imitationen' zu Diogenes (V0T5 64 C 1/3) zusammengMteUt.

•) Bei Sirapl. Phy». z j , J = Vora. 64 Α j (bzw. im Zusammenhang Dovogr. Gr. 477).


ständlicbei Veränderung er die Gestalt des Übrigen ableitete; den größten
Teil s d n c r L c i i n n habe er ;iber e k l e k : i « h teiis ιιιιγΙι An:L\-:u;e.-;is. teils nach
Leukipp aufgestellt. Für die moderne Forschung sind vor allem T h e o p h t a s t s
Hinweise auf Anaxaguras undAnaximenes überzeugend ( , ' ι ι η μ . ί ι D:ni;i:iiesbai..
μι [st die durchgängige Auffassung, die alte j"nisehe Leb:•: cnii einer iu ST ti
v ; r u n d e [ h e n e u (i;uudsubi.la:iz i::i; de: a::a\S!;e:ei« :U:ü vorn Xus Verl um de η ;
• r.ai: ?la:djre, iiin an.-, dies':: Veibir.dLln!.• id:.:eic"e]ld "eik'nil" >λ. ii.vicn. •:.::•[
daeLe mein weiter u,ic:i den Impulsen, die ihn iU. seinem eklektischen Ve-
lahreu Ijfütjuvmi. haben kömiten. Nun wird gewi3 n i e m a n d die j:a::;l^rcill;rlie
K;nwirk:r:f- des Auaximenes und des Anaxagoras auf Diogenes leugnen; aber
d;r~ H:id est zu einlach. Es wi::l j.t noch i:ieliL einmal :1er Mi:le::::::L; des i'hei-
pkra.si der sieh die Veremi.nliurii; !;•:-,-H-n i-ü.r.cte, Y:C'S1 iimlig gerecht: die
Einwirkung des Leukipp fallt aus. Was man dafür anzuführen wußte, waren
durchweg belanglose Einzelheiten, die in keinem notwendigen Zusammen-
hang mit der Lehre des Diogenes standen.
Un.l d r e h rinde:: sieh miridss:eris /.Λ-:: c[:i:ils:i:/lici. wichtige Siilze, die
]>io^ei".es mit lj?ukip:i gemeinsam bar. Her ersle is: .i:e A n n a h m e dl:: :ine::d
hchen leeren Raums (64 Α ι). Für die Bedeutung dieser Voraussetzung für
Leukipps Atombewegung genügt der H i n w is :c,::' Aeisict. de gener. et cormpt.
Α 8. 3 2 5 a soff. (Vors. 67 Α 7 ) ; auch für Diogenes bedeutete sie die Möglich-
keit, die Bewe^--!'.£ aeiiiiHdimcii, d:is Ldn;:uc!e we-den leir noch sehen,
jedenfalls s l e ä : e sieh f.'iebenes mit diese:' 1 ehre h: d e ^ e r i ^ n ? 711 \n:• \-;•^..rü-
der die Nichtexisteim des Leeren nicht nur behauptet, sondern auch zu be-
weise:: vcisucdi UarLe. indem e: e\peiime:::ell iei;:te : d.i J d:t l.uf: e:w.:s :sd •
dieses Κ \inrrimc;:: verk.mule. was dicicuu;e;j wiikhVV. ::i::iii;c:.. die die E i i V . e n ;
des Leeren behaupteten. D a s stellt Aristoteles (Phys. J 6, 2 1 3 a Ziff. = Vor?.
.50 ΑΙΛ -':-Ir/ Λ Ii]j fest, und diese (•"csTs'.ell•.:::^ /c:c,!, ..Li! eis IVli.mpl.::::;;
des D i ü s e n c s - N a d i a h m e r s [Hipp.J .1. ψνσϋιν c. 3, nichts sei leer von Luft
(Vors. I I S.67, 28 = C M G I i . S. 93, 16). keinesfalls ais Beweis gegen die
Viclin-bi. verweude: werden iL•: !, lji.y.c::e. habe :.iie ! ' y : ; t e n z des i.eeren
MTieiTKimmen. An diese Voraussetzung können wir die Annahme der Unend-
lichkeit der Wellen und die der Vergänglichkeit unserer Wcltordnung (64 Α ι.
A i o ] anschließen; doch mochte ich auf sie nicht näher eingehen, weil sie in
dem, was uns sonst v o n Diogenes überliefert ist. keine Bedeutung haben und
<he Mö.Mehkeit lies Midveist>md-.:s:s5 der Überlieferung gerade in diesen
•.leHiehi-.ndeheii Fragen imnisr ;;:;:eben ist. Dagegen kann als sichci gelten,
daß Diogenes unsere Weltordnung durch eine Wirbelbewegung zustande ge-
kommen sein ließ. Darin stimmt er suwohl mit Anaxagoras wie mit den
Atomisten uberein. Ana?:;u;i!:ai k i t iiir die«: Wiitxldewegung d e r Ausdruck
πακχώ,ιηα,ς gebraucht (59 Β 12. 13). für die Atomisten ist αίνος ziemlich gut
blassen AuscniC-fc πι rjij n-ja; ν,τιιη wir de; >.'.ϊ•:::ι!-.::.ΐίΓψ i:: .\rii1,i;i;:. \ u b . t.!.s
J ä O C ßaaiteiei τότ Δι' έξεληλακώς trauen dürfen, so hätte auch Diogenes
vom Jiroc L'usprochen1).
D i e andere Nachricht über eine wichtige Gemeinsamkeit zwischen Dio-
genes Luid dun Λιumis'.er. besagt, dslj L o u k i p p . De.•::•, ι'.-in: und Diogenes nicht

ließen, d. h, ooft? K c ü j r Ä t r i roie ήμετέροις (Vors. 64 Λ j 3 ) . Über <inaxagoras


läßt sich Ähnliches nicht aussagen. Selbstverständlich braucht mau für die
später übliche Terminologie nur Demokrit 66 Β ο. = Β 125 (vo><j> — heij)
in Anspruch I U nehmen; für Diogenes brauchen wir nur festzuhalten, daß

aufnehmenden Menschen bestimmt sein ließ, — wie, wird auch in diesem Fall

Man wird zunächst Wjlil übo:L..i.:::: gi;:i:r; die Bedeutung, die die beulen
SiiLzi: tili ilcjj Nin luviiis ili-;- Z.:.^i[LiiLr:dkuli;s i . v i ' i i u I)ij«eiies und Leukipp
ί;;ι1κ τι k''i:jiM, ihre blasse Allgemeinheit und ihre späte Bezeugung bei Dio-
genes ü i e r t i o s uinl Aetios anführen. Gegen den zweiten Eimvisn•; ML'• :,i:-i,
iig^ii. il.i.ti (iii; X:i,:hn LchiT'.'n ;.H?I 1 wohl auf Theophrast zurückgehen können, der
den Zusammenhang zwischen Diogenes und Leukipp, und zwar sicher aus
g e n a u e r B e s c h a t t e um; ULLI Μίημ. nes behauptet hatte; denn er hat eine Zu-
.-.arrLmeTisteüoiL; ;ii:i il(;~L Wi-r< .1.-• Ijüisjcrifi verfall ill-1"-'.- I:n , v " V'-i.S •
Vors. I I S. 52, 28).
Der erste E i n w a n d wird ιΙ-.χογ. ri-ie fV.riiinii; •ί•-, philosophiegeschicht­
lichen Bildes der Zeit entkräftet werden können. Wir gewinnen sie aus dem
-. u.'id H. bYagni 1:11 ι di.s Meiissos. W.f ^ehen von der b'esrstelliin.-j a..-, iiui;
-ii:!. 1:1 dr:i SILI/.üU iit:s Muli^iw uii'i iLcn !•": a g i n t n t e n des Diogenes auffällige
sprachliche Ankki::gii liiult::. iili , [ ι . ' : λ • :'..LJ- v<j:; t.:bi.-jri[L.-.LL::::i:urit'i-:: in
:
:siiüj;i siro!-l!i:Ti ;>iiilos.;pl:i.:.!:ir TerTrr.nobgie.soim Gebrauch von ίτεροιοναβαι
bei Melissos 30 B 7 und 8 (je zweimal) und bei Diogenes 64 Β 2 (dreimal) und
i-1 5. Bei Mi'li-si^ findet siili •:.>•':. hll'oi"; y>y-/•'.;! ;i'* SvM.'-'.ym ZU h:.!•<• I-
oMai (30 B 7 zweimal. B 8 ) . bei Diogenes das Substantiv ίτεροίωαις (64 Β 5
dreimal). Tis verdient festgehalten zu werden, daß diese Bildung, die sonst
erst bei Aristoteles wieder auftaucht, auch in einem doxogra pilische η Bericht
über • Lir= i.tiirr.iii ;»•::<• l.eiire v o r k o m m t (67 Α 30). Auch μκτιυιϊτττι tv ist bei
den Vorsokratikem außer einmaligem Vorkommen bei Heraklit (22 Β SS}
lediglich für Melissos (30 Β 8 viermal), für Diogenes (64 Β ζ) und für die Er-
kenntnistheorie und die Ethik des Demokrit (68 B o . Α 135; B 1 0 1 . 191)
bezeugt. Das Problem der Möglichkeit der Veränderung ist zentral für Me-
lissos, für Diogenes ui
nicht nur die einzelnen Tetmini bei ihnen allen wiederkehren, sondern daß
Melissos (30 Β 8 = I S. 274, 1, 2 7 5 , 1 ) und Diogenes (64 Β a = II S. 59. 23I
auch in der Zusammenstellung von ίτεροιοϋσ&αι u n d isezankttsit überein-
stimmen1;. Im glcie'ben ZäiaitimeninKi* bmlet -.ieti :i;nli eine weitere siLiftiLl
lende Übereinstimmung. Beide (Meliss. Β 8 = I S. 2 7 3 , 1 0 . Diogen. Β 2 = II
S. 5'). 20 j crwäV.r.c-π die empedükleiselien E l e m e n t e in diT-seUiim Reiheiiailge
ytj χαί Ά , - I Q xal ΰήο xa\ πνυ und beide in einer hypothetischen Konzession,
1
die 1U1 Widerleg .!-;; eie" cmpedoiitiscl-.tn Voraussetzung i'ihrt. F ü r tieide

d i n o g i a p h i s e h t n Sinn '£!emc:y. l : ' : -.aisäcliieli nur Seiendes r.cbcn i.ndercm


Seienden: Dingi-ues KCIUIL n e b e n ihnen tdas Übrige, was im Kosmos als
e x ^ t i f r . m , ! ι:--ι\\ά'•Λ. Melissos -ir-nril ;i-.:Iierijy.ien «Eisen ::r.d GoM, L e b e n d e s
und Totes, Schwarz und Weit! u n d Λ;.••- Oorioe, was die Menschen als wahr
behaupten!. Die sp-:u. blichen Rech:•cht . - g e n j.eigen a L o : d;iß Meli.sos wi:-
Diogenes ein gleich gelagertes Problem in Formulierungen b e h a n d e l t e n , die
n-j'.iveiiüir.' c-ineä li-L-rarfäcTier-: Z u s a m m e n h a n g v e r m i n e n hissen. Wir dieser
Ζ u s ; j . n u ι u : u l ι ϋ ι i t f War, k a n n a b « zuer c.'n: i n h s l t l i r h e f.feir.iohterig ';or !•'-;!irnien'
lehren.
Man sieht sofort. daG Melissos und Diogenes ihre Voraussetzung der
Gültigkeit dei ea-ipednklei.rlie:: Amiji'.me unter ver.eiuedcne-i ^spt-kit.-.
liiiie.heri. F ü r Diogenes sirri die Din^e. / . denen die iii-iiiviiikleisill'::: Elemcr,;e
gehören, solche, die in unserem Kosmos als seiend erscheinen [φαίτβτω έν
τψδε τψ χίομψ ιόντα), kein Irrtum der Menschen, sondern anerkannte
Phänomene. U m ihre Vielfältigkeit, die Möglichkeit ihrer Veränderung, ihrer
W i r k u n g auf einander und des i>rg.inisclieu W a r h s : ums auseinander zu erklaren,
können sie nicht als wesensmäßig verschieden (frfgor St Tfj IS/a tpiotl) an
genommen werde;;, sundern es mutl ei- l;le:::is;!iis pjeljcn, iia_s in ihnen allen
in 1 eisrlui.denei A b w a n d l u n g eise-hcint [πάκα ταντα ix τον αίτον eregoioti-
μενα άλλοτε άλλοΐα γίνβταχ χαί είς το aixo άναχοιοιϊ). Für Melissos dagegen
existieren die πολλά nur in der Behauptung der Menschen, die ihre Wahrheit
an-ehmr-r. m i s s e n . »••:! sie an die Itirlitigker. h i e r Vwih.—chmnr.gi.n g::.id>en
Aber die W a h r n e h m u m : ~r-i-:ltri: auch wenn man ihr diese Konzession macht,
mit dem reinen D e n k e n : nach, der Wahrnehmung sind die πολλά in ständiger
Veränderung, das D e n k e n ve-ianmr ii;itl sie ewie uii.cuLiide:: bieiben; denn
\\r:imler-.:i:g s e ; / ; neben das Seiende das \ i e i i t s e i e n d e ; dessen Viiuiinkbarkt-i'.
a':*:i ir.t die: parniciiidcische- Vor;r.:sseuune, mi: ilei Melissos iecen Ge^nei
schlagt.

aus, die sie bekämpfen, d


sprach; einer muß Farmulieruogtn des anderen benutzt haben. Aber ein
engerer Zusammenhang im Inhalt ihrer Argumentationen laut sich vorerst
noch nicht herstellen. Ein kleiner Umweg wird uns dennoch schnell zum Ziele
führen. Fragen wir zunächst nach * m geschichtlichen Zusammenhang, in
dem das Fragment des Melissos steht. D a ß es nic^it eine konstruierte Meinung
widerlegt, sondern konkrete Polemik enthält, zeigt die Erwähnung der empedo-
kleischen Elemente. Aber neben ihnen stehen Stoffe und Qualitäten; die
Polemik geht also über Empedokles hinaus. Burnet 1 ) denkt an Anaxagoras,
wie ich glaube miL Recht. A u d i Aiiasueoias s i e h t die Qualitäten neben die
'ElemenLe' u n d andere Striffe {39 Β 4 .. H S . 34. iSff.j ; das alles sind für 1:1:1
χαήααία (vgl. 59 B i ) : Anaxagoras (59 Β 16) entwickelt auch in derselben
Weise d e n Obergang vom Wasser über Erde I U Steinen'), wie Melissos (II
S. 274, 11) ihn als ein Beispiel für die w a h r / u n e h m e n d e Veränderung der
πολλά angibt. Vor allem aber hatte sich Anaxagoras mit seinem Satz δψις
τών ί/ίήλο,ν tri φιιινιίμενα (5ζ| B 2 i a ) * ) zur Rechtfertigung seiner Lehre auf
e b e n jeiiün Auüeii^chciu h-LLLifeii. d e n Me.isscs hier ai^ trügerisch verwirft.
Auf denselben Augcr.s.-'"viii hat ruch hcilie]•. auch die Al:j:iiisiik Ix'/rigiu,
Mild Uüiiwkiil i'.al su.eai cell eben c n v a h u t e u Sa!/ des Anu.\ui;:>ra.-; z u s t i m m e n d
zitiert (Vors. 76. 3 = 59 B z r a + 68 Α i n ) . Damit wird die Frage nach dem
VciliiiltiLi. des Melissus nur Al u::i:sL:k nki;:, £e:ia::tr [:a;h ,ei::ein V e r h a l t e s
zu L e u k i p p ; denn das k ; n n hier gleich festgeste':!* w e r d e n w e n n die glücklich
erledigte S-";>ii-e der H.xistenz des Leel-'.'i'p nuc v : iit.'e::dcL:L':s p e s k ^ v : : Αιμη-
r

i".entr> bec.i:;!te, su k e n e t c es in unserer Untersuchung gefunden werden, da


diese durchweg mit dem auskommt, was über Lcukip:.' üli:::ln:iiiL JS' , und von
Demokrit ganz absehen kann.
Obwohl also Anaxagoras und Leukipi.• >.iiU beide auf den Augenschein
beende::. rirliLtL .-.ich d a s acht:: Fi Lee:nie::: des Melissos ettenbur nur gegen den
ersten, nicht gegen den /weiten. Anaxagoras bildete d i e n o W i i . die der Augen-
schein bietet, so in die n n e n / i n r n , aus denen ei seine Welt aufbaute, hinein,
wie die Polemik des Melissos es voraussetzt: die verschiedenen πολλά
werden in den stofflich verschiedenen <i-<roiini!z, der Weit wiedergefunden
i \ d . 30 A | ^ ' i . IVi]lk"ce:e:'.ü!ic: sind bekannt.:: h liie lcuk:|>[>is. heu Amine, die
sich in::- durch (.csta.L, I.aec und Αιιιιιι!ι:ιιιι; miters( heulen, srntflirk nicht
vers: hiedeu, M;iuirr:i f:ev.issei matten nie Teile einer 1:1 sie:: gebre-rhener. Kin-
heit: sie sind nicht u n m i u d b L i r c Aubiuic.r des Auj;ei:sc:u::iics im ('nsi d i r baren,
scuulern "!"i::.|?ei" jener Piadik.v.e, die d^s iic:::i|VC — elektische - - D e n k e n dem
Sein beilegen nr.:!i; die src-iilietic 11 Qi:a?Lt?ts 1:1terschiede kommen erst durch
364 H*»= D i l l "

<[:i-, Λ . L : \ • ίJiL". 1 idi":: -L11:fi"i: 11 ik;- Ai.imi: d'jr AuUcnrndt und des aufnehmenden
Mcriri.-Iii':' n i i t i r ü l e . ΤΊΙΐι iLridwi-Ti W r r t m : d i m l : diu Λtr.srnis;jk wi:d iL:i-i an­
e r k a n n t , was• Mdi&io; ven der. .-niAAu .i-'.Lndfäti'.idi Verla r.i;! r.r.'l (iir den P u n k t
der Unveränderlich keit durchgeführt h a l t e : daß die πολλά, wenn man sie an­
nehmen wollte, so beschaffen sein m ü ß t e n wie das eleatische Iv (I S. 273, 9).
Dieses Verhältnis zwischen Melissos und Leukipp, der ja nach der Über-
liciiTiiui,' sclb-t SLI« de- i.ka::?;]-,; 11 si-julc •:;•:. •.••.XQZs.rsxt.a »-s:1, ist ÜLiif/Kl be-
m e r k t und durchweg dahin gedriiiet winden, aiä Leukipp den Einwand des
Melissos aufgenommen und schöpferisch urri;:eiv;iin'.e.]i. iaibe 1 ). Man m u ß
rl:inn nc-eli ci-.τι S hriir wirf-iicL•™ lin-.l ji:::f!uufiiL. daß I.Eukisn.' ;!••']- die
Existenz des Leeren als Vorai.-j.::/nn h : •:.•?:• fifwegung aus der Negation des
Melissos (30 Β 7, § 7 . ο,. 10) in seine positive A n l a g e -nge wandelt h ä t t e , u n d
schließlich wäre Leukipp dem Melissos auch darin gefolgt, daß er das All

v:d. Β ; ) ' } . Di'.-sr- Avififsune;. die eiom Mdissos ein•: rec':i! iirr.üe ptii'tjäoi.iiii;
- 5 r
•_n^:;ljji. hL 1ΪLluv ; ί ί : Ί ι ΐ ί ΐ L , L : " . ^ . /.^vei^l :, k a n n „ k h '.or allein a_ : die l.^'i^tekuru;
bei Aristo!, de gen, et corr. Α 8, 3 2 4 b 35 fr. ( = Vors. 07 Α ;•; s t ü t z t η. Danach
habe Leuldpp denen, die das i v vertraten, darin l u g e s t i πι ir. ι, (ίι.ΙΪ es liiV.viiiiiiig
ohne A n n a h m e des Leeren Nicht seienden nicht geben könne, aller er habe
Giü^'.:.^ /•.. j:?.bc-ii ,••:•!.!:. 11 bt, <jie in T^X['.i:.sti:"':;un."; r ü : d•:• i" W'.nhn-ii.'i'iniiiTiu
Werden und Vergehen, Bewegung und die ^"iclbcit de^ Stieüdee nie':t :i^ £ .
h e b e : . : Wi:i J a l LI IIL.IJJI .:ie Λ L-J::L'^.]I:': 1;L.J_- L ü:LLit:t•.-. ^"1111 ir.L ,ΓϋϋΙ Llidd üesa^t,
1
d:-.ß ι.LL^: i;:•• jυ^-ιϊιLii^;;• ]_iι:UL1L;• In: l_!L-.r--tL:1IUU•.: ces ^ii-i:iu:le.-. a . d l V :O-:O\:'}{:V:':-
historisch getreu sein mußte. Es genügt die Annahme. daB sie d a s Ausgehen
des Leukipp von den eleatk-rhe:: Ve.i.-.L-seuuiie/ei: im all«•;:: Linien rice.r.ii
wiedergibt, Glauben wir, aus ihr <ί.<• Al.'lijriüifjkcil des I.eukiji;j vtni Yciissis
jrLiji-tLiTi^L -chlieLV:: /.;: 11 LULL::, s» er^Lbe sich ili« urnTlreuliehe Folgerung,
d.ij liiii- ~::.ij|;icrJF::]n. und i.i'ide" Γι :J L; 1 : ι r 1 i •:: _H : k e k : e Li: I1LIL.IL μι«:;ί•,ί:. F/ijiZfi-
heiten aus einer reinen Negation emporgeblüht wäre. Immerhin dürfte eine
SH allgemeine Erwägung unser Urteil m i h i bestimmen. Abci ik:• A n n a h m e
widerspricht auch der besseren Überliefern η:;, -.va-aeS T.euki:>:> ::;; hL Se::i:k:
des Me issos, sondern des Zenon war (67 Α I. 4. 5, wo nur der L;:LTV. •ιηπιιιίί;.:!:
liehe Tzetzes Melissos zu L e u k i p p Lehrer macht).
Vor allem aber widerspricht sie der Interpretation des 7. Fragments des
Melissos, die, wie ich glaube, nicht nur die Frage nach dem Verhältnis des
Mel^.v>- ;:ιι ΐ.ι -ί^ϊι.-ιτ•. M:iidL-]:i L-.LII li -.IILVI'TL: A . : - ^ a : : ^ i : a g ' : n a e r sckjc: KeziiLliiiTi|T
zu Diogenes von Λ j..']h.•:•.:", eikLiigeii ^ i n l . Da,. ;•. F r a g m e n t geht von ..II-TL

gleichartig isr. F.s i:.L-r wedei ri!!::::r.iic r'ektii ιιιχίι ι:ν,''Ι!.τ •.verde:: noeh tinu
Die philDsophif geschiehtJiche S t e l l u n g des D i o g e n e s von A p o l l o n i s 365

TmcrdiuuiK oder Schmerz ur.d Leid e r f a h r n e All -:las üCLZI Yc: ärid-TUiiic:'.
voraas, die aus dem e i v das oix Ιόν machen (§ 2). Die verschiedenen Beispiele
für die VeriLTid::•.[!(!, die Midis-os i-ui bringt, können wir in drei Gruppen zer-
legen: οϋτ" Sy άπίλοιτο οϋτε μείζον yirorto — ο ί τ ε μίταχοσμέοκο — «vre
άλγεί ούτε άπατοι. Die erste Gruppe umfaßt die q u a n t i t a t i v e V e r ä n d e r u n g ;
von ihr wird n u r gesprochen, um den Begriff der Veränderung überhaupt ein-
zuführen, der mit izegoiovmi S. 270, 19 liierst dem d/ioiov v o n Z. 16 gegen-
Übertritt. Der Ausdruck i-'eressier!. u:r:, icieirr deshalb, weil er uns auch bei
Diogenes begegneie. Die Ausführung »wenn es sich also auch nur um ein
Haar i n 10000 Jahren änderte, so wird es in der ganzen Zeit gänzlich zugrunde
j;rhenr.. V;;n::re μ 1 1 γ - γ . ! ' τ ι κ = :l.°r;Luf fuhren, d a ß auch das hcQOlovaOm Kimiichsl
quantitativ aufzufassen wäre; aber S. 271, 5 steht ίζίροιανται als etwas
;JIII:,CT?S lic-'i^in ηιίτ-ι- ^ • i ' a y i v s T ^ ι. ιίι> a:i'l/.b:T<u '-•-- :dse :rl: qnslii-.Liive Ver­
änderung aufzufassen. Wir -.VL.i'.iei: d.ihcr iiiil li.i:. diese Unterscheidung ganz

ii:":ileL im,? cinus ei;:hn.r]i'he:: hide:idl.T. i:i Med 0.II1ZU]^S>C-I"L: C'.::L']1 Ab['.':v..:"!;
• h'in .ML'zon [•') : '0"dc:: A/'.^hnii'. •ιι: l]: _::dl:i^e ilie:::: wild do.s ^1 Ler-di•
i-! r ι_-ι;ί-)>, s'j U es L L L:l•ε ; mehr ,5..; •,..-.,)•, LLISH .ui'.i :::iiil. lurlii Γι -ικι yti .iL L-. d i i i i .
KU seiner u r s p r ü n s h e h e n Voraussetzung in Widerspruch.
Zwei Beispiele für eine solche Vera:, dem υμ « e r d e : : i:ii folgenden b e k ä m p f t :
.: is ιιπα.χαπμι:ί/7.\".ι: 15. j i ι.ιπ..! d.-.s 'iiyr.v :>/« di i.ir.ri.',;; :i _i tie /nt-!fO τ., f..
i ^ n i i im.Π 7iJ.iL: ί L;rf,i.ß; n - m l e n ; Dicls und Kranz übersetzten'Umgestaltung',
was den Unterschied zu έτεροιονα&αι nicht genügend hervortreten läßt. Ich
glaube, der Bericht bei [Aristot.] de Meüsso Xenophane G o r g i a g 7 4 a iS ff.
[Vors I S. 260] führt auf das Richtige: »in dieser Beschaffenheit sei (nach
Melissos| das Eine ohne Schmerz ίπ.Ι Weh. iviiind '."'.d r.hri..- Kr;i:ikl:cL:. und
weder ordne es sich u m in seiner Lage noch ändere es sich in seiner Gestalt
(oflre μπαχοαμούμη/ιη illci: οϋτι ίτεροιούμενοϊ I Uci) [lUiid. ve"::r:.rhe e .

Der Berichterstatter versteht also unter μεταχοαμείσ&αι eine Umordnung


der Lage innerhalb des Seienden. D a m i t sind wir aber genau bei der Lehre des
Lcukipp, und es wird n i e m a n d e m glaublich sein, daß Melissos auch in diesem
l J u n k t die a:.-.mit;ischn• Lehre ν )ΐμ(•ϋ1:πι :::r:te. ?.τ im: vielmehr ganz einfach
r.'evii- L c n k i p p polemisier!. wie er in Β 8 gegen Empedokles und Anaxagoras
polemisiert, und zwar in der Auffassung, in der ihm diese Lehre vom e'.e.itisehev.
St.LTiilrr.Liikt a u s erscheinen muDte: d a ß sie iiämliel nicht wie die des Empe-
dckles um: Anaxagoras das Eine Seiende durch die stofflich verschiedenen
πολλά ersetzte, sondern innerhiiih iit-s I h r e n ,ih;- in =i:h ,;.>:i:-i..-;l eiu-i Seienden
Veränderungen ι!••: (hdnune- r-.miiih-.:L;. Wenn aber der Satz gegen die μετα-
<) Wir müssen nns, um die Polemik des Melissos richtig in beurteilen, von dem ge-
366 η.•, um.,

χόβμησιζ k o n k r e t e Polemik ist, dann ;st rs au;!', die Widt-leiiuni: von Schmer?
und Leid im All. Und ich glaube, d a ß diese Polemik, deren Ziel bisher nicht
h a t t e festgestellt u-'etdcn kor.r.cn. -,ινΛ nk'rr.:n;der. ticsscr palit alt aui 3>iogenes
von Apollonia. Für ihn ist das Seiende Luft, die die verschiedensten W a n d -
lun^e:; eHähri. ein Iden-is.-!;]'::. das e:iin•!!']' wir•.! (o.l Β::). also, eben das,
w a s Mehssos hier im allgemeinen bekämpft. Und da Diogenes ausgesprochen
ärzilii-h orientiert ist. -o erklart er ΝΙιηιιτζ- \:nd 1 .nstc:iipliudlll"ii.'Cll dc-s
Menschen, seine \Ynhr:-.elinv.in;;ei".. ^ciii !;eistL^rs Vor möge η und seine Krank­
heiten aus dem Zustand der Luft, die er aufnimmt; sie ist es, die als Seele
und Vernunft, d u r c h S t o c k i g e n und durch Feuchtigkeit geschädigt, durch
W a r m e und Tnn-ken-Lei; ^eiiiidciv, im MenscLeu ni-kl. und leidet 1 ).
So wäre also der erste Teil der Polemik in unserem Fragment gegen
!.i:^kLp]l•, der zweite geircn Diugcm.s L'cL..hte:. Diese AiniLdinic wiid d a d u r c h
u n t e r s t ü t z t , dato sich im l u l l e n d e n dasselbe nech einmal wiederholt. § 7
wende!, sich tiegei: dir A n n a h m e des L i n i e n , das Voiatissct/.unc; der Bewe^uni;
sä: das erschein-. jetzt nicht m e h : als V.,rr,hiuint,' Ic u t o p i s c h e r Lel-ie, sondern
als Polemik gegen sie. Die Notwendigkeit dieser Voraussetzung zuerst aus
jicsprochen zu lieben, dar! jetzt als Leistung des T.eukii;]) a n e r k a n n t ""erden,
J a noch Ü m p e d o k i r s ;:r.d Aiiaxrigera.i f-diubten, in iiirer Weil erklimme; etw.is
Bewegungsartiges annehmen, aber das Leere leiiei.rn zu können (31 Β 13. 14.
M
Α 61 »...)•
I m folgenden (§ 8/9) weist Melissos mit derselben Argumentation eine
weitere B e h a u o l i m g z a r ü r k , weil sie a'.!L tk'i Voraussetzung d e ; Existenz des
Leeren tjeruhc: die Am;a'i:>:e. Call Cs das m-:a-t'iv '.tnd ii,mu>j' gebe. D a s ist be-
k a n n t l i c h die A n n a h m e , mit deren Hilfe schon A n a x i m c u c s alles Seiende als
Erscheinungsform der Loft erklärt hatte (13 Α 5)"). Aber Anaximenes hatte
selbstverständlich das Leere noch nicht zur Voraussetzung dieser Vorgange
g e m a c l u : i'.i: Diogcj'.ec. dagegen, der w.e AnaKirnenes die Luft zur Grund-

drui Bericht Metaphys. A 4 . 985b 48. (Vors. 67 Α 6) gmebt. D i werden als o n u i t i a


1
d e r A t o m i a t e n l e d i z l : : r i .-r.1i;(.FC Mild X ' V . L V . ι γ ^ ι - μ : : ? : e n ; ! z\- 7r.jf?>,i d e - J i / ' ^ J K ^ : : i S ' a r a l ! ' : ' • -

.ui- .71'*>'•.•.'•!<: ,'μήννσις di-Γ.τ. di.: .••[L>• l".r 1; e d •.,]! •/- La [1 ζ ^ι:ι.:|.ι:ιι-ι:. $ν<-μό; Λίίίϊ>η',;

ϊ) Sioiplilrtos berichtet, daß Thpophraflt in gpinpr Dosügrapliie aOnln iflr AnaximectM

d a ü Τ 1 , < ! . , ρ ] ΐ Γ , ι - ! J.<.->H.- T e i i - i i n i w i ' ι : 1 £ = t i • n.s i r s<Lr.<T7: ! V r ^ h t iil-L-r I ' S ; y . : L L ^ . d e n C: im

k e i n G r u n d > u d e r A r u ^ l : : n i : v u i . d j ü cC': j l ^ u c h l d e s !Hiivit'l:li:,^. i d * : r l i i ^ L i L C b (c.4 Α γι.


Substanz machte, können wir jetzt verstehen, warum er wie Leukipp die
Existenz des t e e r e n behauptet hatte 1 ).
So sehen wir also, daß Melissos zweimal in seiner Polemik je einen grund-
legenden Satz des Leukipp und des Diogenes nebeneinander bekämpft. Er
konnte das t u n , weil beide der elektischen Lehre vom einheitlichen, unver-
auderiitliei: Sein mit dem licgriff « l i e s zwar stofflich einheitlichen Sei::•,
iieKfniiljeri r a t e n , das alier in sich ver.iulerlicii sein sollte. Beide brauc:;i<u ;ik
Wirausäeizvini; für diese Veränderlichkeit die Existenz des Leeren, aus der
liiogc.nci weiterhin die Möglichkeit der Verdichiung und Verdünn::::.!; meiner
L'rsubstanz ableitete; daß er seinerseits dabei von Lcuki]jj> abl.iiiijjif: ist, hat
schon. 'Π-.cophiast gesehen (vfil.o. S.jfio). und Melissos l.ai es-.eliijtvcrstär.cUich
auch gewußt. So kunnte er tue Beide:; als A b t r ü n n i g e , die über die eleatische
i.ön;]iK Ms Scillsrnohlems hinauswollten, g e m e i n t im bekämpfen. Auch in
der Art, wie er den Augenschein gelten ließ, ihn aber zu einer sekundären
Affizierung der p r i m ä r irlojciia• ;i^.?n Substanz nach • Annahme und Z u s t ä n d e n
der Aufnehmenden« machte (04 Α 13), stimmte Diogenes z u Leukipp. Diese
Obere in Stimmung it: der B e h a n d l u n g des Et keiiiitiiiiprübleics ]];ingt mit der
Ähnlichkeit in der Stellung zum Seirtsproblrm innerlich z u s a m m e n .
Während wir von Lcukipp mchL j;e nuc im Wnrr laut Djerliefertes h a b e n ,
um i\<-.:: s];L:u::iili.]ic Beziehungen lies \fehssi>s zu seinem Werk urteilen Z'.l
k t ' i i n t c . tieteil für Diogenes tlie nlieu lwriLiirten sprachlichen Übe:einstim-
mimti-rL liewf-is.nd hinzu. Melissos hat sich auf DiogertiS' Vuislcllung m m
creqotoia@ai bezogen, hat aus dem Verbum heraus und in Gegenufers: el hing
zu seinem .Segriff des rlmimv auch d a s CKimticitt: forpwov g e b r a u c h t , während
Diiigenc. (64 Β 2) sich auf das ciiJachi• heeuf Iwschränkt Kr hat die l-ciiii•.!-
lierung des Diogenes auch dort nuc.h im Gedächtnis g e h a b t , wo er nicht mehr
ihn bekämpfte, sondern sich wie er gegen E m p e d o k l c s unt] Atiavai-oras
wandte.
Chronologisch ergibt sich eine leichte Umschichtung, die keine Schwierig-
k e i t e n macht: das Werk des Melissos r ü c k l zeitlich hinter diejenigen des
Leukipp und des Diogenes, der seinerseits von L e u k i p p a b h ä n g i g ist. Α's
absoluten Punkt der Chronologie haben wir Melissos' Feldherrntctm i n der

1 JiAiKwii / iitfecwic, Bewegung ond

tauten" würde, « 1 es kein Leer« und also keine Verfiel•!


a klingt an die Ausdnicksweise des Melissos in, der dem Lee
, dii nirhts in sich lassen und aufnehmen kann (£ 7/0). Von
.ILILO Zweifel au^iiLr'ik^j^ach.m (^--proc !:en IC.TA <:/<•!. itne.
368 H i n s
Dill«

Seeschlacht bei Samos {440), wonach Apollodor ihn in die 84. Olympiade
λ μ : Ι ι Ι k r . i.ic Λ τ / ; ; . Wii -jud canz frei darin, wii: --vir die Abiaii'.mi; s e i n e ,
Werks I U diesem D a t u m stellen wollen; daß Melissos Hörer des Parmenides
heißt, hilft nicht viel, da wir Parmenides auch nur ungefähr datieren
können. Einen weiteten Anhalt gibt uns die Nachwirkung des Diogenes; sie
ist πι den Wölken der Aris:c.pkLnes 1/.2.1} sicher zu bissen 1 ). Ma;i « i n ! da-
iv.Tk Λ•.-; i:>n>j.:ni:s vcr. dieser Wirkung zeitlich, niebt ; u wei'. iniimt::'. woben-
dijeii gcwinnei: '.VLL etwa? Spielraum, v.'eiui wh d i : n S;iiip;;ki«i idaaln-n, diu
Diogenes mehrere Werke verfaßt hatte 1 ). Wir dürften allen Voraussetzungen
a m bi-su-:: iJMCihl 'wrdcri. w n r i wir die H r i a n d i - Ireüiriij-LdeT Hauptwerke
der drei Denker etwa in die Zeit von 440—430 setzen.
Diogenes wendet sich also im zweiten Fragment auf Grund eleatischer
Schulung im Seinn Problem fj.üjfn kmpedokles, aber ebensowohl wie Melissos
..ii.ri Rfijt'Ti ΐτΐ8χη;;.-ιΓβ=. i n n v r n .-rt-sf- Mio ätoilücn vc:=chjrder.!.n χρήιιιππ
wie sie als seiend in unserer Weltordnung erscheinen, in seine ü i u m i l a i ^ n ocs

r
i.Mi.binkcns. d e " e:' v•,:• ib?]; seibot uber:'.'i:?!;r,tji :λ\ : LIJILI::- A cscn-m:il!it: v i r
schiedenen oVrn ist keine Mischung miteinander, keine Förderung und Schädi-
'. ::'.!; duuh(:i::a::d<:r und jirin ori^.ni-L h r . W u c k t u r n ausfinander miiiiürb'j ;
vielmehr muß alles uns als seiend Erscheinende aus einem in sieh k'.errisihcn
erwachsen. D a s isi d;is P r u n k t , dtssen sich a.r.r.b Α π ; ι χ ; ι £ ο ι ό » mir scinu
Frage, wie Haar aus Nicht-Haar und Fleisch aus Nicht-Fleisch werden könne
(50 Β ίο] bewuQt war, und dem er mit der Feststellung genügen wollte, daß
von allem ein Teil in allem enthalten sei (59 Β I I . 12), Aber wie Leukipp
kehrte Diogenes voll den πιι/./.Λ i u a rlea'.i-.lir'ri F.inc- z u n i i k da;; nun ••
infolge der Anerbt-\;:ui'. ILK:- i : \ i - t e n z des Leeren — in sich beweglich und
veränderlich gedacht werden konnte.
Aber nun k o m m t die eni^-.kudende T r e n n u n g v o n Leukipp: die Ver-
!
.:ndiT\:ai' iii s Κίτκ-τι in s-.rh k:. viillijj andersartig a k bei den Arnmisten — sr>
•.-er;, üi.T.in. wie die Ar- dieses N'ir.i von den Aton-.cn ist. W e n n das einheit-
liche Sein a m Ende des zweiten Fragments mit d e n Worten charakterisiert
•Alrd'. "All•.-:* dit:^ witd d u i i l i Veränderung aus demselben, b a l d s o , bald, anders-
•.ι'/;.•, •*::d k i b r t wicibr in da^scllx- zurinkii, .,<> erinnert das geradezu an das
ivi -:LIir::li- T r o n i c : : ! . ' d.s Aniniriiundrr [: 1 TiTj, o h n e dail eine Re/.iehun.L;
Ki-i;:.(ii' <IM1 ihn i-orSr-aen m ü ß t e 1 ) . Aber auf jeden Fall ist Diogenes, den Theo-
1
Vgl. v:>- allein Η Diel,. Verh.d. i i . Philoloeeiivers. Stettin iS5o, 96B., BliM. 41,
folgen.
Das von Simpukios nach dem besprochenen Satz zitierte dritte Fragment
postuliert nämlich, liG das Seiende nicht ohne νόι/σις eingeteilt sein könne.
und es begründet (:;i; -v.t iL-.- η Μκΐ.1..>ι,. ILL.-'I ::..v-,cn Wintci und Summer, Nacht
:ivM ']';:r:, Kogcn. Win,i v.r.'.! Τ• ••
: i -r-:• •-.H- Wetter •?• j- i;i tiilt und alles übrige so schön
wie möglich eingerit htet sei. Träge: dieser νΰιμις ist, wie Β 4 weiter besagt,
diu I.,.:i. d u : : h -.li-ioil fi.: nr. I ::nLn.j der Mens•:]; und d:e andeien Vi:i^:;-<'ti
leben. Die Lull ist für sie alle ψυχή xaiTO'IJOIC.Trager des Lebens und des
Bewußtseins; sie ist vernünftig (ήηαα ίχον Β 5 ) und vielwissend (iroJUd
είδος Β 8).
Die Grundlage des Seins soll nicht nur in sich identisch, sondern auch ver­
nünftig sein, was i'.ir rli; l e u i i p p i sehen Atome freilich nicht zutraf. Kein
Zweifel, da3 bei dieser Konzeption der anaxagoreische Nus beteiligt gewesen
is:. der i:: dei U m b i l d u n g VOIJJI'Q auch sprachlich noch anklingt. Ebenso-
wenig ist zu bczwciii-lTi, d;il! Tliiilrr rnii LIT i'i».i-'.<::-.L::;- rr•:::: h a t . daß die
teleologische W e n d u n g , dl•• Diogenes meinem Prinzip gibt, weit über die Aus-
sMt.:un|T dr-s :L:::ix:igi:re:^"^n [V.:-; iiin;)iic-;?'.-!ir. de- :irim:ir ni•.::: Ux:i\:r.[\-.. ::.
sondern >Us Bf.wegniv'spri.j;:^:. ;:edj;|-,; \ϊ:>υ ;'ι (.1 .:. ι.|:
Liicso W e n d u n g i::^ TLle-.'i..A;:-'.hr isl ^ l . : - i t i L i : M . h •i:,:- pliilusophie-
geschichtlich Bedeutendste, was Diogenes gekis'.e: :.-i'.. Bii -ei-t:' i/<ir<:}•:'• cn
HnüuiLg :::uii n u n n u e e n . üb diese K o n z e p t i o n d u r c h a u s original ist Sie wäre
es wenn D:oev::s- in de: HinliL::[iiri..• di:- L.dr ;'.ls der. 1 relcments nur den
Anaximenes zum Votbild gehabt hätte. Denn Anaximenes weiß zwar von
Verdichtung und Verdünnung der Luft als Ursache aller Veränderungen,
womit auch Diogenes gerechnet hat. Er weiß auch, daß, wie alles Übrige-, a icl
die Gältet aus der Luft entstehen (13 Α 7), eine Nachricht, der man gern
Glauben schenken wird, weil sie die theogonisch-kosmogonische Frag.
lue der ältesten ionischen l'i-ysii-.- zi:>;r".:r:lc iir::r. noch
Min kann es auch an die τηί1<--[-,-!(- P::y;ik ;LII^-Ließen, wenn Diogenes
Urelement gewisse Attribute des Göttlichen beilegt: nach 64 Β 7, 8 h
als άίδιοτ und dAfvaio» bezeichnet. Das entspricht sachlich den Forde
die die Eleaten an das Sein stellen, und speziell άίδιον kehrt bei Meli
tatsächlichen Beziehung hinfällig. Aber Theoph.ut hat zweifellos den Geist ύ
Β 4-7 wieder. Aber a&araxor ist ein Attribut a n g e s p r o c h e n religiösen Klangs,
(las scluir• Anaximander auf das SiKtpot anwandte (12 Λ 15. Β 3). Bei DioL'caes
steigert sich das dahin, daß er sein Urelement mit einer Unbedenklichkeit, die
uns sonst auch in seiner Zeit selten begegnet, j^-race-iai flsri; nennt 1 ). Aber
wofür die milesische Physik schlechterdings kein VorliiM irietcl, I ! ü i,t die
Verminftigk-cit dieses Prinzips.
U n d doch steht auch hinter dieser Konzeption des Diogenes die eines
Alteren und Größeren: was er v o n der Luft behauptet, hatte HerakGI vom
Feuer ausgesagt. Das h e r a k l i t ; sehe. F e i m ist ψράημοτ oder wie sonst die
Bezeichnung für das Geistige im hcraklitischcn Feuer gelautet haben mag
(22 B 6 4 ; vgl. die Imitation [Hipp.] de victu 1 1 0 = Vors. I S , 1 8 5 . 2 3 8 .
er rovrifi •ριχ>1, ffinc, ι-ηί)'νι;σι;, χίνηπις χτλ., ciac Zusammenstellung, die un-
lniiBlic.li oiii:n U:dci]ai.;(: im W e i k des I l r r a k l i l Cicv-escn sein kann). Heraklit
hebt auch wie Diogenes mit besonderem Nachdruck die Malle her v i , J e a e n
alles Seiende unterworfen ist, vor allem das Feuer selbst (22 Β 30). Die Sonne,
Gefall jenes Feuers im Kosmos, darf ebensowenig ihre Maße überschreiten
(2Z Β g4), und dem Innehalten dieser Maüe c . t s p r i n 1:0-1 i;ic Jrihrfsaeit.cn, die
alles bringen (22 Β ιοο).
DaB dieser UrstoS, Träger der Vernunft, trotzdem nicht Feuer, sondern
Lutt. genannr wird, is: eine Kimies.irai an das Pliäntimru des Atme:;:., J a s dem
Arit. DirjiTi-::es ein μ (γα O'ijiäijy in sein sr.hiea. : 1 a . « ::v: ht verlec.i.;::'•!! künriic.
Aber der ideelle Anschluß an Heraklit ist viel stärker und wichtiger als der
materielle >'-"• A n a x i m e n e ; , da der Kückgrifl aul Herakiits l e t i - c ..ic-m Diogenes
die bcr>tc LifüiJLaii"; der anaxagoreisenen Forderung auf ein vernünftiges
Piinzii• des Seins zu bilden schien. D J S w i i d im fi>]^ir.dcn r.och doidjiclici•:
das fünfte Fragment erinnert, zumal im Anfang, formal stark an Anaxagoras,
ist aber ii'.aaiilicii iillai: eine Riickbeiiehaa;,' ai:i l l e r a s a : [li::J'.-_ d e n k b a r . Die
iiirmale Ähnlklikei;. der sia:k hymnisch gehaltenen Pi adikaLii.uiFn (In Lid'.
mit Anaxagoras' Aussagen über den Kus (59 Β ia) h a t Deicligräber gezeigt");
als bewußte Beziehung auf dieses Vorbild erklären sich auch die Ähnln likciu-ii
in einzelnen Ausdrücken, die Theiler*) zusammengestellt hat. Eine sachliche
Korrektur v o n Anaxagoras' Aussagen über die Trennung des Nus von den
» ι ί ^ ο τ ο [59 Β I I . i 2 ) ist Diogenes I I S. 6 1 , 8, wonach es nichts gibt, was an
der vernünftigen Luft nicht teilhätte.
Aber schon i n die Prädikationen der Luft mischen sich solche, die nicht
für Anaxagoras. wohl aber für Heraklit 7.11 belegen sind: 7•.ι yA-ßfjväau'it Z. (i
vgl. 22 Β 41. [Hipp.] d e victu 1 1 0 {Vors. I, S. 185, 24)*), auch 22 Β 64 τ&

p
) PMIologus 88, 1933, 353η". •) a. O. 14.
•} in diesem Kapitel de* Hippotaafaker> — ven Ijpirhgrübnr nicht envahnte

en Hitipolnaliker
ιΐίίΐΊπ «ίίΐκι';>ί M i i m R i ' i , zu &ri πάν d e i i ö a i 22 Β 66 π ά ν τ α . . ι ό n ü g &reJ!Wv

Du siel ι also bf vtuliu- s|irm bliche .Nachbildung dt? Heraklit durch Diogenes
zeigt, so k a n n m a n fragen, ob nicht auch der schon besprochene Schlußsatz
des zweiten Fragments πάντα ταντα ex τον αΰτοΰ έτιροιοίμινα &Uoie
iLUoia χ ί ν ί τ α ι x a i είς τό a i i d dvajropii eine Anspielung auf 22 B i o ix
π ί ν τ ω » & m n i i { / » d ? πάντα sein soll, was D i r ^ e n e s d a n n auf das heraklitische
Feuer als den •Austauschstoff für alles• ( ϊ 2 B Q O | bezogen hätte. Dann würde
man allerdings cir.r- noch uciterijedende U m d e u t i m g d i r lieraklilisilirii Λ:ιί-
fassung ansetzen müssen. Nach Heraklit ist der Kosmos, wie er vor uns steht,
in Ewigkeit immer lebendes Feuer, nach Maßen erglimmend und nach Maßen
V,-[U'IX1IL::'1 :.2i Li J.o'l. Die Auadi.icki'.veise fies Diogenes dü^egen "::d die
Nachricht, daß er d e n Kosmos für vergär gl ich erklärt habe loa Α toj, läßt
vermuten, daß u an eine Wiedcrauflosung des Kosmos in einen qualitativ
nicht unlirscd'Ldija:«« l'.dtLii [igen Z;js;snd gedacht hat. I). wärt d;:nn der
erste. di-r -i:.l: eine Ui 11 de 1 d ui LJ.; i::ut> d e i a k k t i s c h e n Satzes i n e i n e m S i n n er-
;rüibt hrit:e. :1er in der Ri: Iduiie. am" die i p a t e i e B e h a l t unr; läge, daU Hcraklit
(.ine IUT-Lf.iiijs:h uieüerkelitrridr Wed verbrennim;.; geledil d a b e . Wi[ * e : d e i :
später sehen, daß Diogenes in der Tat h e r a k l i d s c h e füllten weilergeijddrd d a : ;
im vorliegenden Fall können wir nur mit großer Vorsicht sprechen, da i u
wenig Einzelheiten über die Kosmologie des Diogenes überliefert sind.
I m sprachlichen Beieiih licgd sceüct'.ldh noch ilie terminologische Ähn-
lichkeit, mit der Diogenes (TI S. 61, 14 vgl. S. 56, 0) und Heraklit (22 Β 67.
[Hipp.] de v i c t u I 23 = II S. ι 8 β . t$) ijooitj im Sinne von Geschmack (biw.
Geschmack und Gry.::!.;: bi;-.uclic:'.. Hier IiLili•-]! lieg: noch einmal eine Über-
sehne; di:::g rnil A n a i a g ' i r a s e.-,ι, de; -ogar in der Zus;!mmens*e:: •.!::>; vi:ti
rjionj mit OT
ouf (59 B 4 = I I S. 34. 8) so eng zu Diogenes stimmt, daß wieder
b e w u ß t e Nachbildung d u r c h diesen aiiz-.:i:cLirjf:i ist. U m so interessanter ist
die Abweichung in der Tendenz: bei Anaxagoras sirn! die Qualitätsunterschiede
o'M-kliv [11 de: Vd'r.-chic de η hi.it der ^rrinjurca begründet, bei Diogenes liegen
sie in der Vcrschlcdcn/icit der Luft, die ihrerseits T r ä g e r der raschierlenarligcn
νόησις der Aufnehmenden ist (S, 61, l o f . JtoAioi τρόποι Hai ο ύ τ ο ι τ ο ν α ί ο ο ς
x a i irjc νοψηός elair). Die Veränderung, die das Seiende im aulnc-lmu:;dcii
Menschen und durch ihn erfährt, tritt bei dem Benutzer des Letüdpp in den
Vordergrund, so idaB das Verhältnis v o n άήρ und »oifin; vieüeii tit der Tla_]i:-
inhalt d
ir das Verhältnis des Diogenes zu He r a klit sind entscheidend niedt die
eneddeben, sondern die s a - b d r h e n CljereLns:iiiinn;iLgcll. I n i d ' c m Z e n t r u m
372 Haus Diller

steht, daß für beide das Utelement als Träger der Vernunft die Brücke zwischen
dem Kosmos und dem Menschen schlägt. Das Urelen'.er.t in s e i n « s:Miifisi:hen
fetali is! gleich d e : mr π sr.h liehen Seele: die Serie H e r a k l i t s vorsichtiger;
das, was als Träger des fο*ος 1ο>ος die Seele zur Seele macht — ist Fener, ein
»Funken von Sternenessenzi (Macrob. Somn. Scip. 14, I9 = Vors.22 Α 15)').
in uns gesenkt auf den-, Wc.sri' hinab, auf dem es sich wandelnd in u n s ausruht
(22 Β 6o. 84a). Für Diogenes ist die Seele Luft, die wir einatmen und die eine
Vorbedingung unseres Bewußtseins ist (64 Β 4). Diese Konzession macht
dei \ i z t und der F h ä n u m c n g l ä u b i c e a n den A a g e n ^ b ü i n . aber ih-e h e r s -
kKiisthe Iliik-,.i::'L vi::!ci;iiJii-t -eine Seele i n , nsleiiiinii Joch e.i;:h; : »Uli Siele
a::-::- I.el.v.veseu ί•1 dasselbe, Lull, die warmer ssl a b die ae.iieie, :.;.»•! ireiheti
viel kälter als die Luft bei der Sonne« 8 ). Die Wärme der Seelenlult ist das
K a r n l a l 7'ir:i i:era>:,:l iseaen ieeienteuer. Der vun Din^enes abhärajise h i p p "
kratische Verfasser von π. aagx&r c. 2*| hat diesen Herakütismus richtig
erlaflt, wenn er an die Steile der diogenischen Luft das 'Warme' schlecht-
:::;; a b ΐ "r. i< I;j;nL iles Well im.! Korperautbaas st-!./: :.*)+C 3. 1»:. die
eigenen Worte des Diogenes I I S. 6 l , 17, wo er auch f e r a d e i a vorn W a r m e n
,ρι-rlil) TIJT lli[)[)f,kr..|ii,-ir h a : auea Hie h e r a k l i t i s r h e Dreilr-ihms; d e : Ele­
mente«), den Äther ( = Heraklits Feuer), die Erde und die feuchte, dicke Luft
»ganz nahe bei der Erdet ( = Heraklits Wasser), die erst durch eine späte Fäl-
schung der Cherlicf :••'.; nii< n; eine. Vier zahl umgewandelt worden ist'). Bei

da er von der Luft ausgeht. Zwischen dieser seiner Luftlehre und der hera-

•D Weg hinauf, und der ÜbergsnEKhaT;


^ ^ d i A d y e ; nicht au erklären.
') Im feilenden wird cuiegfflUut. d

>hilo de incorr. mundi c. 11 (Bvwater IU Herstl. Frg


Hfl Ληϋμο, ίή* μίν c i t e ^ ti/eiiT*)» γίκσ<ν '".iii^..-.
klitischen vom Ursprung i!e: Steh; aus ( k m i'eucr hat er ein 'aezeie-.-endes
K a m p r c m ) G £iäcU!cäsen: der Träger unseres Lehens und unserer Vern.niit
ist die Luf: : die w i : e i n a t m e n . Der rh)(i ist aber nach de~: eriee-i^eher. Spraeh-
s;e brauch alles andere eher als warm, eher kalt und feucht So ist die W a r m e ,
die doch zur Charakteristik der Seelenluft gehören soll, schon vor unserer
Geburt in uns. Trotzdem ist die Leibesfrucht unbeseelt: erst durch den mit
der Gehurt einsetzende:! V'jrgaurr des Atrv.ens wird d:e beleben.:/- Kü/ile der

du B e ^ ' M ; i , i ; nifcier? dci Kinat.iiiune; wird nicht nur das Warme in uns

Mischung 1 } zur spezifischen Seele: zweifellos hat fürden'Herakliteer' Diogenes


die wärmere T.-ift >.iiaeren, "(^i'ttüchercn 1 Rang'), wahrend der Physiologe
a n e r k e n n t , da.fi wir kalte Luft e i n a t m e n ' ) .
Simplikios schließt seinen reich mit Zitaten versehenen Bericht über
Diogenes mit der Feststellung: »Er zeigt, daß auch der Same der Lebewesen
luftreich (πνευματώδες) ist und daß die Erkenntnisse (νοήαεις) entstehen,
indem die Luft zusammen mit dem Blut durch die Adern den ganzen Körper

der Adern. Dabei sieht man auch deutlich, daß die άρχι, für ihn das ist, was
die Mensehen Lult nenneni (11 S. 6 2 , 1 1 ) . Die warme Luft, Träger der νόησις,
verbindet sich i m Menschen mit dem feuchten Blut. So verbindet sich auch

\l,:Ji.:ii-i- i,^ .li'- Almimy in (iang artzt scheinl ^ . I I Γ:>ιι|»-.Ι..-:Ι•7 :*^'mnit zu sein („gl.

geatmete Lull Träger ιΐκ Gentium 'st Mir f i[:er ArmrliiiriL: r-^ Ι -ν-1 •. Iit-K*.ltpn durch das
Ί ..i.k'Ti-W.irT::. Γ.•,Ί:ι:-τ ι:|.π':•τ^ n u l l Ριη^-τι.; •iHIrtt l:n aeiner RrkLaning dar Nil-

r in [Hipp] JI, Odffniü' 2

sr Widtrapruch, den Zalh


:
Ι ι" \,--.\ :•'• - . ί < γ . l . r .- L r w ίτ.-ι-π^.: y" /J . i n 11 π L r L i
374 H i n s Diller

die hivraJtlitiäcl-.c Feuer seele bei ihrem Eintritt ins menschliche Leben mit dem
Tieiiilileii: isL ι ί ihr doch I.u^t, fouchl ^u w e i d e n {zz Β ??',. Die ohysiol^riscbe:-.
S^iiiÄilL'if L^ ej:. (iL,- D i r ^ e n c . /.u: mcdi/im-clie]: Bt-μι üml-t:;- . [ : : ! • : Air~ii:ij! bei-
gebracht hat und die wieder, wie ζ. B. der Gang von Luft und Blut durch die
Ailm-n. ii η F.murdokins erinnern (vgl. 31 Β ι ο ο ) . lassen wir hier beiseite. Sie
haben für Heraklit keine Rolle gespielt. Wohl aber ist bei ihm schon die Be-
deutung vorweggenommen, die Feuchligi-it-iL -.ind Tr-ocki-iduiL fiit d u Sm-Ic
bei Diogenes haben: Trockenheit fördert die Seele (22 Β 118). Feuchtigkeit
:••( hiiJi;:; ••,!•• \JJ ϊ> j i ; . ;ji"i;. So ist [Ol Diogenes ü e Schärfe der geistigen Funk-
!iii::in vi.η (ic-r Reinheit v.-.'A Trii.ki-ubeit ιler T.-.ifl abhängig; Feuchtigkeit
( ί ^ ό ς ; schädigt sie, und Tbeoplirast (64 Α 19, 44I) berichtet, wie Diogenes
τ
die Abstufung in der geistigen 1.ι^τιιη;:^ΪΛΙη: κ-ο;: t.icr Lclxivtscn ;in- iler
größeren oder geringeren Feuchtigkeit der von ihnen ι:-Ι:".Τίΐιτ""Γton T.uir er­
klärte ; überzeugend ist ferner die Parodie von Diogenes' Lehre bei Aristoph.
Nub. 225ff. und ihre Weiterbildung in der hippokratischen Schrift von der
heiligen Krankheit, wovon Vors. 64 C 3 a eine Probe gegeben wird.
Die (wärmere) Luft in uns, ein kleines Teilchen der Gottheit, ist, in ihrer

und des Denkens 1 ), die Wahrnehmungsorgane sind nur Vermittler: Beweis


ilalQi ist Li; P h ä n o m e n der Geistesabwesenheit, i d a ß wir oft, wenn wir unsere
Aufmerksamkeit a-.i:' CLUüK Α:.>'.<• ι t s gerichtet haben, wider - d i e n noch hören«
(Tbeoj)hr. de s e n i \i ^ Vors. II S. 56, ;V<,i- F.S bestt ht also eine Mögliehkeil
der Absperrung des -.nnr-nnr ni-ihlirlie- A r n i l ; 11 m i.,i:t:k"nc π von der Umwelt.
I W ι:ί::ιιι:-ί .i-.:.:f:Lllit: .111 ,iii- I V.,.. Im. Π,ιιιΐ". L;i:- Si-.-.L-j-. j;jjj μΙ: H;.M '. -. • 11 Huju-
:
klitE Vorstellung von Schlafen und Wachen gegeben hat (22 Λ iti, i_ ii:".:-i
»Wir ziehen den göttlichen Logos durch die Atmung in uns ein und werden
ih:1m: 1-. iL:::Qnf(ig; [tu Schlaf vergest wir im Wachet! k o m m e n wir wieder
zu Bewußtsein; denn im Schlaf schließen sich die Zugringe der Wahrm hmung,
und die Vernunft in uns trennt sich von der Verwachsung mit der Umwelt,
indem nur die Verwachsung durch das Atmen wie eine '-Λ-;-/ι-ι I T I I J N - H L:-l. -i:..i.
,::-.d iii.:-!-| die T:enn-.::i^ u-riieri -ii: die Giilii.-ii! i;;sk;-|i:t -.lic i'ir vorher L.ctT: .
Im. W I U I H [i ii 1 i n lu^t •;:;- wii-tlfr.iiii liiirch c.-.i' Ziiir.n;:,- In V..,i;-;!e!;i!i'in f ; n i e
durch Fenster hervor, und durch das Zusammentreffen mit der Umwelt
gewinnt sie Denkkraft. Wie die Kohlen, wenn sie sich dem Feuer nähern,

der Teil, der in unsere Körper aus der Umwelt als ein Gast hineingekommen
ist, in der Τπ:::[!ΐπμ :.i=t nnv.rrc'inftij•. in der Verbindung durch tut' ~.ιι;:ί-ιι
Zugänge wird er aber dem AI] gleichartig«.
Ohne Heraklit wäre Diogenes nicht auf seine Lehre gekommen: ihm ver-
dankt er die K o n z e p t i o n des Brückenschlags zwischen Mensch und All. die
uns i:i diesem Z u s a m m e n h a n g für Heraklit bcsondeis deir.lich bezeee:. ist.
D i e Trcnnnng des Göttlichen in uns v o n d e m Göttlichen draußen, von Heraklit
;-.m Schlaf ge7.ei!7, hat [liul'enos auf die Gei.-.U: sab Wesenheit iibertraeeu. Aur.li
d;:v.'ui ""-IIT::::I: Henikiit ihn hinweisen, fQi den dir: Η':].^Ι•.:ιιι!π: eas A[>hi!ii <^s
άξύνιτας (Setrtus sagt tUojOd schlechthin war. Der Y e r d r i e h i-.ι ':>ek:Lnm Hr.::
ji}.-.:li im e r i i c n Fin.;r::i:j]l ause,e(iilul : au dt•?*•:: F.ude es ::eil.li. (LG den un
verständigen Menschen im Wachen κτΙκιγ^γιι bleib:, wie- Hie Schlafenden
v,r Jessen ; > ' \ : u . siiEfl: der Schlaff :::de verliere sei:ir GffLärhtnif kr;;fc;. Kill
äol( her l u v c r s - c n d i g c r leb: mehr nach d u n ;: II gemeinen Logos, sondern nach
dem eigenen Denken (22 Β χ), wie der Schlafende aus dem allgemeinen Kosmos
der Wachenden abgekehrt ist in seinen eigenen, 'privaten* (22 Β 89): er ist.
wie das Sprichwort ihm bezeugt, anwesend abwesend, d e n n >:r i.iirt c m : e.U:ehl
doch dem Tauben (22 Β 34).
Es kann nicht zweifelhaft sein, daß Diogenes diese Sii'.ze Λ : , Ilerakli:
k a n n t e , als Ol 1', Liil L υ:" j'.fi V. ] ]:. das Pbajiujnen der GeisLesabw:sei:::e:l. als lipwci-.
dafür zu verwenden, daß die Luft i n uns, Teilchen der göttlichen Luft um uns,
fiel e:eiut::flic Tia;;(:i di.i Wa!_: [iehjn'.iu;;en sei. Zuejei h wird ιιίιΐξ'Π•.]- deel
r.f her aU liier, wir sieh V er Hassel T i n e e n und Absichten c;:rc!: fi.'n Λ!>-,τ:ιτ::Ι
von 7'»: Mei:S'.::en.ilte-n (und ;ilScrt!i]]!,'ä such d e r d : den U n t e i i V . i c J de:
denken:-;T. ι: π ^),:alLTlir: v i a H e i a k l i t z u l>iuf;enes g e w i n d e l t ruVrjcn, l.):e l"iar:e.
-•':i dei H'.'io.kli: a n s t e h t , is,t d.ii- lies ersten Krag nie n l s ; Aue kni:',nit es. d a ß die
Mens heu. ii:niit;i alle- :ia. b deni ξννης λύγος geschieht, ihn doch : : : ; h t ver-
s:e::rn ": W a s a:i echt Heraklilisohem in den ISerielu des Sc\t:'.s. ei::.;.r:gange::
i l . vr-5U( ht darauf zu an t w e r t e n , mdern es von den Schicksalen sprirr:r, die
de- Seele ίτ: ilirpTn 'C.aslverhältnis' u m ki':i|>er liegt:.L;iii'Ti. Iure Enlferr.anj:
vo::: allgemeinen Logos und ihre Annäher.m.s; an. ihn ist (las ::erak]ltische
Thema auch in der Darstellung von Schlaf und Wachen. Bei Diogenes wird
daraus TihysioloRisrli Ix'gr-.indere W a h r n c k m u n g s t h e o r i e . Die f.eistesabwesen-
heit ist nicht, wie der Schlaf bei Heraklit, ein Symbol für die Trennung des
Göttlichen im menschlichen Körper v o m Gottlichen der Umwelt: sie ist ein
T'.'/isiV;*' Mir die ^ i c h t i ^ ' e i t der I h ö h n i s c h e n Wahi-nchmiingsTi'eorie. Mag
auch sie nicht o h n e das Gottliche a u s k o m m e n : das Problem ist doch vom
Metaphysischen ins Physiologische verschoben.
Die Wal irnel nimm; st lief nie des Diogenes hal eine In:merkenswerte Nacf;-
•e:rk_:i;; geliabl, und es e r h e b t sieb als letztes Problem unserer U n t e r s u c h u n g
die Frage, wie weit Diogenes Lehren des Heraklit in der Umdeutimi 1 .. die er
ihnen gah, an die Nachwelt vermittelt hat. Die U h r e , daB nicht unsere Sinnes-
organe, sondern die Seele Träger rlrr W a h r n e h m u n g e n sei, hat elneirfits
Straton nach [Piut.] de lib. et aegr. c. 4 vertreten'); sie Hut sich andrerseits in
J
j V,,l. V.. i j[K':ic. K1-: IV Λ. n u , Jiijfl.
3 7
6 Han, D i l l «

I 46. Lactanf. de opif. 16. 6f. Philo frg. p. 616 Mang.)1)• aa& s
'e ^ Ί v o n

Lucret. III 35°ff- bekämpft. Heinze 1. St. nimmt an, daß Lucrez hier gegen
stoische Lehren Stellung nimmt, aber m i n wirr: «nettkV.:* 'kr: Cbu!iiL•:.:-.::IJ^
v.r-. 1 i• - n u r i k k g e h e r m ü s s e n : sich.fr wirrt man a n n e h m e n dürfen, dali schon
Epikur sich mit der bekämpften Theorie auseinandergesetzt hat. Bei L a c t a n z
und in den Tusculanen begegnet genau wie bei Diogenes das Argument In
iii-i -1 .•> .I1J-AV>I- 1 i].i-i ι. Hill: V c i u i d i ^ r i um] Iii kim.; jft-j läi-i Theiirie. ΐΐ[.ι
die Simkei und Lucrez,'Epikur kennen den Vergleich unserer Sinnesorgane
mit Fenstern (die Tusculanen im Zusammenhang mit dem Argument der
Oistesabwesenheitj. Die Überlieferung führt also darauf, daß das Fenster-
iM.;::lini- s n i i i - ^ e r : , im Λιι;κ.:τΐί: des i. la'i-Inmr.L-rs schon mit einer Wahr-
:i.':-.iii-.:n.f:t:i,-i.irk ν.-.τknüpft war, die genau der diogenischen entsprach.
Theiler a. 0 . führt es daher auch zuversichtlich auf Diogenes zurück. Er zieh!
ii'.iii Ι:ιΚ•ιι. d^.Li n.i.ii Χ"ί.ι:-!JTL-:ί•?.-. i".'i [ I . I ü : ' I I ' . I:-.- r-^:>. .;-.: w'f: bi[ 'Li.nl ^ " L K I :
i:: 1 :• -JJ Tusculanen auch Kr mkheil die W a h r n e h m u n g verhindern könne, so
• !,.l! ii!-,..!ri::?:x:Hi:::!tTS 1 ::'J.-: .; .:-ll: niTi:il?i^.• Vi-hindum.; zwischen Diogenes
und den Tusculanen zu bestehen scheint. Theiters Argumentation ist soweit
>• • '\l'.:^.^iii. :kiJ immrt^i-l ' i i i ^ i o j ^ l i i ^ l r . ^ nir' -rrLILΙίI>I"i~.0iτ : a i ΙΊο..:•:-.?^ -.vii.:i \.,ι--
« . « • ι » • : : !):-J:.WJI. i.iirh wenn es in unserer Überlieferung über ihn nicht vor-
kommt. Da es nun aber auch in dem Heraklit-Bericht des Sextus steht, so
muß man fragen, ob nicht schon Heraklit der Schöpfer des Bildes war. Man
:::nü ,1:^1 dir: Bericht des Sextus daraufhin untersui.hen. was in ihm original
::i-:ik!:iis: Ii :-;t •,::::! ιν.ι; ίΓΐίΛΛι,πιΙι'Γ:- i:::nli ii:o auf D i o ^ u e - ; 7u:-:L:-küelif:::lf;
Umformung der lierak M i t h i n [.ehre [χ•ί.ιί:]::ι;ι iicrrten sein k ö n n t e ' ) .
Das Wichtigste darüber wurde schon oben S. 374L gesagt, als gezeigt wurde,
daß Heraklit in seinen Ausführungen über Schlaf und Wachen ein Symbol
für die Schicksale der Seele in ihrer Verflochtenheit m i l d e m Körpt', Dio-renes
in dem Hinweis auf die Geistesabwesenheit ein Argument für seine Wahr-
[Li:i:Mi[ii^:lu!i[ii- L-uiislidlu:. Es li-'.L'./r.it ei:;, da.i c'.ä! Bild vjr. den » : : ; t c - r .
ΓΠΊ-. i'iüLi.'iir \i::weTuiii;keit zu einer Wahrnehmungstheorie als zu einer
Pathographie der Seele gehört. Wer es brauchte, hat natürlich in erster Linie
an ίΐ,τι v:ir:u'lini:-:i-r: hirm. das O s i : lil jjeiia.:i : ; ι:ι:1 d t : : r €a]ii;eil [HTMIUS • •
jidnoO der Augen* redet auch eine Stelle des Chakidius, die Diels-Kranz als

<) VS1. Duraraler, AkademlUa i i , . Teiler a.O. , 9 . Besonders teicllieh« Material

Unsere Fragestellung isl


Beleg zu ilvüihvrj 1 S. i4«. j.i l>ribringen. Wenn auch sie sich auf Heraklit
•Krriifl. an is;. ι!ι•: Bezeugung nicht besser als bei Sextus. Windei nelici s i h l r : : ^ . r i .
du der /.i]s:im:r:--n:::ii!.i; viel i i h i w r ::::•:. ;iLi;er[ie!::er ist. Njvürln.li liiJl :-i h

Zuso,mnKllhal'.!r I U I d e " Λιιι.ΐ" :i:s r e n h f n s v r n Hör Seele ;; ;~γ. ••;,; Κι: π : u ! t e


Mit Notwendigkeit läßt sich ein solcher Zusammenhang in seinem Werk aber
nicht feststellen, w a h r e n d das Bild für die W a h r n e h m u n g s t h e o r i c des Diogi nes
• •l'nisr- rn:-L'Ai:-.:lLJ?" isl wii- :'in die S-.'ai'.ven. ΛΑ-. ^i.viη•:• The.nii- ü'nernahmen. Die
Vermutung, daß dir Bericht diogenisch umgefärbt ist, läßt sich mich auf ein
anderes Bild erstrecken. Nach dem Sextus-Bericht über Heraklit bleibt
während des Schlafes die Verbindung mit dem All durch das Atmen bestehen
'nie eine Wurzel". D a ß wir aber mit dem All durch das Atmen wie durch eine
W u t i c i veibunc.cn i j n j , ist hiv l l i ™ * r - r . i : - h-v.i".ii;''j und wird mit Recht
auf Diogenes zurückgeführt 1 ). Für Heraklit hegt das Bild außerhalb seines
eigentlichen Gleichnisbereichs. Gegen den Gedanken, der dadurch aun.i/i::'.. ki
wird. INIHt i.-.(.h iiii-i.i-.i-h in• Li:, e i n w e n d - n . :i:i'.: wie lei L.HJ Λα'::: i?::ar ;.use[ ii-.-'a
üehe Krwjhrmri;; :1er ;ihy.-:o:iji;in-bTi <]i-Ti.;iiii:k.:: :!•> I iir>i.:e::;•;. I H ^ J T ;r. als
iL•::: Siil des HeiOL]::. .L>.i.-, liniiiW ''.er hier v:.irir..-hr:ir.li1üT-: tl^ichnisäe. [las TL.I n
ohne Bedenken dem Heraklit lassen wird, ist das ausgeführte Bild vom Er-
glühen und Verlöschen der Kohlen. Es entspricht genau dem. was Heraklit
über das wechselnde Verhältnis der Seele i u m All sagen will, und stimmt zur
Vorstellung, daß die Seele ihre Vernunft aus dem Feuer zieht.

Der Bericht über die Lehre des Heraklit ist also im Sinne des Diogenes
•.i::L^kl[k-t winde::. Lieb dei Umbildende ein S:.:ike; w i r .••:i,.'r - : Ιι.•π . : : -
XarLIriK-.k. :r.!i ik-ττι νι:τιι dii/j.: >.<-•/',, u.<-. •:•.Li-1 wird, der uns durch Einatmung
aus dem πευιέχον vermittelt wird. Außer bei den Stoikern war das Werk des
Diogenes aber auch dem Straton bekannt; das ist nicht wunderbar, wenn noch
Theophrast eine συναγωγή daraus hergestellt liatte (o. S. 3). Ferner hatte
Epikur gegen seine Lehre polemisiert. Aus allem sieht man, daß das Werk
des Diogenes in der Zeit, als die hellenistischen Philosophien sich bildeten,
sehr bekannt gewesen sein muß. Das wird schließlich auch noch dadurch
bestätigt, daß PhÜeinon, Dichter der neuen Komödie, darauf anspielt 5 )
Möglicherweise ist das Werk um 300 geradem wieder in Mode gekommen.
Von dem Bericht des Sextus über die Seelenlehre des Heraklit und dem
Eiiin-U. d i u die WaLiue'::- eu..'r: he:n ie 'ί'Λ I '!:.:LTeno, i!-u-,-it .:e:::i::: La:. i-ιί
ein anderes Heraklit-Fragment nicht zu trennen, das, erst später in die Samm-
lung der HeriiklirfiEjmev.Te >;e:i.m;t. ilyrt :::i:k i-.v. eLw::;; [icnKes Dj:,ei:: : 111. - _'
das Spinnengleichnis (22 Β 67a] aus dem Scholastiker Hisdosus. Die Über-
„i H... D,ll„

lielerung ist also unbehaglich spat, und d o c h liegt g a t e antike Ύ:adr.iiai voi.
Schon der Finder, Max Pohlenz 1 ). wies auf die Verbindung mit der Fenster
theorie hin. D a s Gleichnis besagt: »Wie die Spinne, in der Mitte ihres
Netzes sitzend, e s merkt, sobald eine Fliege einen ihrer Faden beschädigt,
und schnell d o r t h i n eilt, als ob sie über die Zerreißung des Fadens Schmerz
empfände, so eilt des Menschen Seele, wenn ein Körperteil verletzt ist, rasch
. I r ^ h i r i . ;\'λ n h ^ i c die Vcrlcizanii .los Körpers nicht ertragen konnte, mit dem
sie : \ i l und in bt.i'.Ullstein Verhältnis verbunden IM... Der illustrierte Ge-
•:l;..nkc i.l als.; der. dal! die Seele sich l)ei Keijx-r Verl et Zungen an der vi'rlctKtc::
Stelle konzentriert: diese Konzentration ist der Schmerz. Wie die Geistes-
abwesenheit u n d da» r'cnstc:pdeicbiiis ist auch dies ein Argument dafür, daß
dei Traget der Sinnescmpfindungen niebt das /anac.iijt davnn ιβΊτοΗι-τιο
köi pei'.ida: ÜTCaa, sondern die uan/ΐ d u r c h den Kijr;>cr verieiiie Siele isl.
Außer i::!l. dem ['f ns:ergleicimis hat S t r a t o n . der dic.se [.ehrt; v e n r a i . >ie rvi.;!:
mit dem vorliegenden Argument gestützt ([Plut.] de lib. et aegr. 4): . N a c h

sclaahrn l . e i d e i . n i ; h • nur die Ι.Ϊ.-Ιiucht-.iv.^en: Neid und S;;.a..a:id:iade.


sondern auch körperliche Beschwerden, Leiden und Schmerzen und überhaupt
jedwede hm-.üi Lid une; in dei Seele F r b e h a u p t e ! , d^Ll ^urli d a s a i k s . ' e i a . i a u i
Ursprungs sei, indem nicht der FuB den Schmerz empfinde, wenn wir ihn
::is SLI.IG™, a o i h df- K u p : . wenn wir ihn i m , verletzen, noch der länger, w n i i

wenn I U d i c . e a : dei Sülda;; in se.i[u<[ HcHiekcit über millc!'. •.itu'.e. ,i. M i u i c a


wii die Waiuuea:nuTi B ' Schmer/..• Das Rild v:.m der Spinne, das bei Straton
nicht vorkommt, kennt wiederum ein Stoiker: Chrysipp (StVFr. II 87a) legt
den Ton darauf, daß die Spinne in der Mitte ihres Netzes alle Erscheinungen
a m schnellsten wahrnehmen könne und benutzt das Gleichnis so als Argument
'"i.u den « a i t r a a a i S i t i des ήγιμο'ΐιχή im Heizen. D a . ist die WüiLer'.uld'.iu.;
:!••. i'deiraaisses. d a , ar.s Hisdnsus aar er dem N a m e n des Hrraklit älierlieici I .
/iM-ifcil.is aa'. r.lrrysbfi es schon als einen Ilelep a a s iler Waliriii-hmara;.leine
μιίΐιιικΙ, Lind lincastwalirsrheinlicli ist es a m l i als ein s n a l i e r le:/:ei: IMii'.e-
durch stoische Vermittlung an den Scholastiker gelangt. Man trügt Bedenken,
das sehr iebendi;•;• Gleichnis dem Hcraklit ganz 7,1 n e h m e n ; will man es ihm

kleiden u a d es wiederum als einen lielej; iiir das Silin ksa! der Seele im Körper,
a L e i : : Beispiel i:i: i l u e e n e e Verknüpfung mit i!ia: a n s e h e n : jediau kdrperlicheil
S..lmieiz f.d'ut sich die Seele mit direr vollen K r a i l hin, sie dei es Lust ist,
ieili.ht zu v.'e:dcn. d. a. ir. d e n Kiii pvi einzulicteii .22 Β 77. vgl i'. S 373 f.. 375).
Die Wahrnchmungsthcorie aber, die durch das Gleichnis belegt weiden
soll und die Straton und die Stoiker kennen, ist wieder die des Diogenes.
'Konzentration' in der Geistesabwesenheit dort. 'Konzentration' jm Schmerz
hier, beides ist nicht voneinander m trennen. Schmerzen sind ihm nichts
anderes als πά&η der Luft, die sich durch das Adernneti des Körpers bewegt
(64 Α i g , 43). Simplikias sagt ausdrücklich (II S . 6 2 , 12fl.), dafi Diogenes
seine Adernbeschreibtmg gegeben habe, -.in; den Weg ;.u jeigen, den die Luft
mitsamt dem Blut durch den Körper nimmt und auf dem dadurch die W a h r
nehmungen (τοήσας) zustande kommen* diese Adernbeschreibung s t a m m t e
ohne Zweifel aus demselben Werk, aus dem Simplikios seine «-ertlichen
l"iii.ii;tncs Zii.Ue e n t n o m m e r . ha'.. SullLi: Diogenes bei der Beschreibung auf
das eiiidrucksvcl'H F'dlrL von: Spinnennetz v e r a c h t e t haben? Auch wenn
Heraklit es schon gebraucht hatte, so bekam es bei ihm doch eine ganz neue
Bedeutung. Der Scheins: iker bezeichne! in seiner L'inftihrung des Gleichnisses
die Seele als vitalis calur. Di:.s ist zunächst stuisches ζωτιχίπι dfpaov, aber
neben Her aklits Seelenfeuer wird auch hier Diogenes' warme Luft in die Er­
innerung gerufen, die zwar kalter ist als die Sonnenwarme, aber wärmer als
die uns umgebende Luft (64 Β 5). Schließlich wird als E r l ä u t e r u n g des Frag-
ments bei Diels-Kranz noch eine Stelle aus Tertullian de anima 14 angeführt,
wo zur Illustrierung der Lehre des Heraklit (1), Aenesidem und Straten (!),
daß die Seele im ganzen Körper verteilt sei, ein Bild von der F l ö t e g e b r a u c h t
wird, durrlj die Luft, hindiinihlniift, um im den Schadi.kljern hervorzubrechen.
Man fühlt sich versucht, auch dieses Gleichnis wegen seines einerseits p n e u m a -
1
tischer., ander er sei-.υ ausgesprochen technischen Charakters ') mit Diogenes in
Verbindung z u bringen. Aber die einzelnen Gleichnisse lassen sich n a t u r g e m ä ß
a n : schwersten auf einen b e s t i m m t e n .-Vitcr zurückführen wichtiger ist, daß
seine hehre, die er damit, erläutern wiche, klargelegt, werden k e n n t e .
Diogenes hat, wie wir sahen, mit seiner Wahmehmungstheurie sowohl
auf Straton wie auf die Stoa gewirkt. D a sie eine Weiterbildung heraklitischer
Lehre und dem Heraklitkenner sicher als solche kenntlich war, so hat sie auch
das Hild, das sich die Stoa von diesem Denker n a c h t e , auf den sie sich gern
berief, z. T. überlagert und bestimmt. Das gilt nicht nur für die Wahr-
ne/imungstheorie. Theiler") hat auf verschiedenen Gebieten Nachwirkungen
d m t e n i s c h e r [.ehre in der Stoa. feststellen können, und wir können nun ver-
schiedene der Linien, die er von der Stoa zu Diogenes gezogen hat, über diesen
h i n a u s r ü c k w ä r t s /1; lleriiklit verfolgen. Wir hallen gesellen, w^e die W ä r m e
der Seelenluft bei ihm eine Weiterbildung der heriLkürischen Keuerletire ist.
(0. S. 372): und wir haben weiter festgestellt, daB die Lehre von der Abküh-
lung der Seele bei der Geburt auf einem Kompromiß zwischen der Feuerlchrc
u n d dem Augenschein, nach d e m wir k a l t e Luft e i n a t m e n , beruht: bei den
Stoikern kehren beule Anschauungen wieder 1 ). D a ß die Aussage, die Seele in
uns sc: ein μικράν μόριον τον i ' i o i i:: dem stoisch l>:einf!ußtenBerichl über
Hcraklits 1-cl-ri- von Sclilii: •.::•:[ Wache:: ihre Analogie h a t , sahen wir oben
>. .i?<f ii.: sie gehört insofern 7.117 duigenis: lir:-n \Va::ruehraun;;sicl:re. A b c : sie
führt uns weircr zur YergiittHp.l-.ur.g ile; l.Ti'lenients ü b e r h a u p t . Wirfindenbei
Cr.rysipp. ciaß er nicht nur den feurigen Äther, sondern auch 'die Luft u m die
E r d e ' mit /.eus rdeiciisoUH-: 'las. 'ι;ι: sein nächstes Yiabild wiedu: bei Diogenes
;u. S.370'-- ''•', AS'i- S'> unbcdc:'.:-di;.h hat H s a k i i l da.. Feuri uflenbar nirgends
als CdL-.lieiL be/eichni:'.. Alna ec saete. daId d.i. E i n e Allen: Weise n:i: dem
N a m e n des Zeus jffTiibTiTil und n k : : : ιϊιπι,,,ιπΙ sein wolle (22 Β 32], und dies Eine,
das 'alles' sich Wandelnde in sich enthält, ist insofern sowohl Gott (22 B 6 7 )
wie Feuer (22 13 uoi. Die Gliic::::[:^ii die zur Veiinittiichunr; des Uielemcnt-h
fühl:]] b u i u , besUi:'.rk-:; alsi> auch bei ihm; Diuucu.::, ifll ihr Rejulta'. cc
zi:i?L:: und die Si'i.i crrautii;:. es ihm naefizatun. Au::]: scheint Diuc/eties. cm-::
Neigung z u m Erweis der Wr:-.hi"rcit a n s de:- E'.vmologie g e h a b t zu haben"),
• li(: n:iih H e r a k l i l nir/.-. fieu.d war. Alicidings ha•. HcrakliL diu Ει ν:::οΙοι;ΐί•
ii:ii:::':ur i:ur in dem Sinei v e r w e o k i , ilaü er 1:1::. Hilfe der richtig ungewandten
S|)r;iciu: (he Radien ,iir~ ihrer [soiiert I :.'il 11 er aus/.-,] reißen versuchte, riail er
in der Sprache insbesondere i'::is /:isan-.ine:if Zilien der Gcficnsatit realisiert
finden wollte (22 Β 32. 48]. Diogenes dagegen hat, wie es scheint, versucht,
die Wahrheit h-eliebiger S p e k u l a t i o n e n a u s der E t y m o l o g i e zu erweisen, wovnk
ei im ausgehenden fünften Jahrhundert keineswegs allein stand. Auch lassen
sit h Etymologien lüi ihn immei nur i n rni::unnswi-ise er.ckliefie:!. Wichtiger
für seine Mittlerrolle ist ohne Zweifel, daß er als erster vorsokratischer Denker

voll war, wirklich durchgeführt hat. Heraklit selbst war kein Teleologe; aber
es :?;ib wie wir s:i::en. in seiner l.r-'ue t l c m e n t c . denen m a n einen teleologischen
s i n e -ar.rerlege:: kor::'-"c. D:c: T enes li:it dafür gesorgt, daß es geschah.
So ist es in allen P u n k t e n gcij'ani-'CT.. Wer irr. ausgehenden 4. Jahrhundert,
im- Zeit als die hellerhsrisehcn l'bJesoordcn L -:-.ii-.andtn, H c i a k h t und Diceencs
ni-fieneinaniior las. k e n n t e 711 i.iem Schluß kommen: bei Diogenes ist vieles
was. Iiei Hcraklit im Keim v o r h a n d e n ist, in der ^ o i a c h e einer m o d e r n e r e n ,
.•rkenntristheoretisch und naturwissenschaftlich fortgeschrittenen Zeit ent-
wickelt, es ist faßlicher und glatter. Unwillkürlich, schob sich das Werk des
Stern erwählt hatte, d a ß man vieles an ihm nui noch mit den Augen des
Diogenes sehen konnte. Diojicin:.-. ni:-.'.mt WJ oir.i: wli-hLiKi: Άί-.W. in divm iinjjn-τ
sich wiederholenden Prozeß der Umdeutung Heraklits ein.
Überhaupt war er, soviel ich sehe, der erste aus der langen Reihe derer,
die Heraklits Lehre aufzunehmen und wutTJtuliikli-n imiernjhmen. Erst
,'i- Mc-ni-LV.on&lU:: ι;.;ΐ::; :-L ;lif ι-:μι::-.;'.χΙιι• b-r.iklil UiciTTuie (Vv.cti]v,i; im
Gange, v o n der Kratylos und der Autor von π. όιαίτης zeugen. Sie bildeten
— bis in ihr sprachliche:• G e h a b e n hinein den DL:i>ktik(;r H m i k l i * n;n;ti. der
die Lehre v o m Zusammenfallen i'.i-r (",i!p;Tis:ll J>: ir. immer neuen Wendungen
.i-./-.':.'KiJhrt hatte. Dieser Dialektiker und Logiker, dessen Widerlegung
Aristoteles unternahm, ist es noch nicht, der Diogenes anzieht.. Was er sich
aus dem Reichtum Heraklits herausholt, ist die kosmologische Konzeption,
die durch ein göttlich-vernünftig Seiendes die Brücke zwischen Mensch und
Kosmos schlägt.
Seestadt Rostock Hans Diller