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DIN EN 1486:2008-04

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm gilt ab 2008-04-01.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.

Dieses Dokument (EN 1486:2007) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 162 „Schutzkleidung ein-
schließlich Hand- und Armschutz und Rettungswesten“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN (Deutschland)
gehalten wird.

Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 075-05-02 AA „Schutzkleidung gegen Hitze
und Feuer“ im Normenausschuss Persönliche Schutzausrüstung (NPS).

Änderungen

Gegenüber DIN EN 1486:1996-08 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Normative Verweisungen insbesondere auf Prüfnormen aktualisiert;


b) Definitionen geändert, die verschiedenen Arten spezialisierter Brandbekämpfung sind nicht mehr definiert;
c) Anforderungen an Kleidungsensembles geändert, unterschiedliche Typen sind nicht mehr festgelegt: Die
Anforderungen an Wärmeübertragung durch Strahlung, Flammen und Kontaktwärme entsprechen
weitgehend dem früher festgelegten Typ 3, die Typen 1 und 2 sind nicht mehr in der Norm festgelegt;
d) Anforderung an Pattengröße von Taschen aufgenommen;
e) Anforderung an Kompatibilität des Kopfschutzes mit Helmen festgelegt;
f) Anforderungen an Fußschutz geändert;
g) Anforderungen an Handschutz geändert;
h) Anforderungen an die Sichtscheibe aufgenommen;
i) Anforderung an Alterungsbeständigkeit durch Waschen (größte Anzahl von Reinigungszyklen nach
Angaben des Herstellers) aufgenommen;
j) Anforderung an den Wärmedurchgangswiderstand wurden geändert;
k) Anforderung an Nahtfestigkeit aufgenommen;
l) Anforderungen an Oberflächenbenetzung aufgenommen;
m) Kennzeichnung geändert;
n) informativer Anhang mit Maßen nicht mehr enthalten;
o) normativer Anhang über mechanische Vorbehandlung metallisierter Materialien aufgenommen;
p) informative Anhänge B, C und D aufgenommen;

Gegenüber DIN EN 1486:2008-01 wurden folgende Korrekturen vorgenommen:

a) Berichtigung der Überschriften in den Abschnitten 6.2, 6.3 und 6.5.

Frühere Ausgaben

DIN EN 1486: 1996-08, 2008-01

2
EUROPÄISCHE NORM EN 1486
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Oktober 2007

ICS 13.340.10

Deutsche Fassung

Schutzkleidung für die Feuerwehr —


Prüfverfahren und Anforderungen für reflektierende Kleidung für
die spezielle Brandbekämpfung

Protective clothing for fire-fighters — Vêtements de protection pour sapeurs-pompiers —


Test methods and requirements for reflective clothing for Méthodes d'essai et exigences relatives aux vêtements
specialised fire-fighting réfléchissants pour opérations spéciales de lutte contre
l'incendie

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 26. August 2007 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

E U R O PÄ I S C H E S K O M I T E E F Ü R N O R M U N G
EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COM ITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2007 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1486:2007 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Inhalt
Seite

Vorwort................................................................................................................................................................ 4
1 Anwendungsbereich............................................................................................................................. 6
2 Normative Verweisungen ..................................................................................................................... 6
3 Begriffe .................................................................................................................................................. 7
4 Allgemeine Anforderungen.................................................................................................................. 9
4.1 Kleidungsensemble .............................................................................................................................. 9
4.2 Kleidung................................................................................................................................................. 9
4.2.1 Allgemeines........................................................................................................................................... 9
4.2.2 Taschen ............................................................................................................................................... 10
4.2.3 Größen ................................................................................................................................................. 10
4.3 Kopfschutz .......................................................................................................................................... 10
4.3.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 10
4.3.2 Sichtscheibe........................................................................................................................................ 10
4.4 Handschutz.......................................................................................................................................... 11
4.5 Fußschutz ............................................................................................................................................ 12
5 Probenahme, Vorbehandlung, Alterung........................................................................................... 12
5.1 Probenahme ........................................................................................................................................ 12
5.2 Vorbehandlung.................................................................................................................................... 12
5.2.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 12
5.2.2 Reinigung ............................................................................................................................................ 12
5.2.3 Mechanische Vorbehandlung............................................................................................................ 12
5.3 Alterung ............................................................................................................................................... 12
6 Thermische Anforderungen............................................................................................................... 13
6.1 Begrenzte Flammenausbreitung ....................................................................................................... 13
6.2 Wärmedurchgang (Strahlung) ........................................................................................................... 13
6.3 Wärmedurchgang (Flamme) .............................................................................................................. 13
6.4 Kontaktwärme ..................................................................................................................................... 13
6.5 Wärmewiderstand ............................................................................................................................... 13
7 Mechanische Anforderungen ............................................................................................................ 14
7.1 Maßänderungen .................................................................................................................................. 14
7.2 Zugfestigkeit........................................................................................................................................ 14
7.3 Berstfestigkeit ..................................................................................................................................... 14
7.4 Weiterreißfestigkeit............................................................................................................................. 14
7.5 Nahtfestigkeit ...................................................................................................................................... 14
8 Sonstige Anforderungen.................................................................................................................... 15
8.1 Oberflächenbenetzung ....................................................................................................................... 15
8.2 Prüfung der vollständigen Kleidung (optionale Prüfung) .............................................................. 15
9 Kennzeichnung ................................................................................................................................... 15
10 Informationen des Herstellers ........................................................................................................... 16

2
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Seite

Anhang A (normativ) Mechanische Vorbehandlung metallisierter Materialien ........................................17


A.1 Kurzbeschreibung ...............................................................................................................................17
A.2 Probenahme .........................................................................................................................................17
A.3 Prüfeinrichtung....................................................................................................................................17
A.4 Durchführung.......................................................................................................................................17
Anhang B (informativ) Warnhinweis – Flammeneintritt ..............................................................................19
Anhang C (informativ) Leitfaden für die Gestaltung von Kleidung............................................................20
Anhang D (informativ) Überprüfung von grundlegenden ergonomischen Merkmalen von
Schutzkleidung – Praktische Leistungsprüfungen..........................................................................21
Anhang E (normativ) Vorhersage von Brandverletzungen bei Prüfung mit der Prüfpuppe....................23
Anhang F (informativ) Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen Norm
und der vorherigen Ausgabe EN 1486:1996 .....................................................................................25
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 89/686/EWG .....................................................26
Literaturhinweise..............................................................................................................................................28

3
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 1486:2007) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 162 „Schutzkleidung einschließ-
lich Hand- und Armschutz und Rettungswesten“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis April 2008, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis April 2008 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument ersetzt EN 1486:1996.

Anhang A berücksichtigt Einzelheiten der maßgeblichen technischen Änderungen zwischen dieser


Europäischen Norm und der früheren Ausgabe: EN 1486:1996.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die Europäische
Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EG-Richtlinie
89/686/EWG.

Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieses Dokuments ist.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

4
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Einleitung
Diese Europäische Norm legt reflektierende Schutzkleidung fest, die eine höhere Schutzwirkung gegen
Strahlungshitze als nicht reflektierende Kleidung nach EN 469 bietet. Diese reflektierende Schutzkleidung darf
unter Anwendung bestimmter Techniken für die spezielle Brandbekämpfung eingesetzt werden.

Es darf jedoch auch Schutzkleidung, die der EN 469 entspricht, ebenfalls unter Anwendung verschiedener
Techniken der speziellen Brandbekämpfung eingesetzt werden. Der Typ der verwendeten Schutzkleidung sollte
der vorgesehenen Taktik der Brandbekämpfung entsprechen.

Eine Risikoeinschätzung sollte durchgeführt werden um zu bestimmen, ob die Kleidung nach dieser
Europäischen Norm für den vorgesehenen Einsatzzweck und der zu erwartenden Exposition geeignet ist. Die
Risikoeinschätzung sollte auch den Atemschutz berücksichtigen, der ebenfalls erforderlich sein kann.

Angehörige der Feuerwehr sollten in der Verwendung, Pflege und Instandhaltung der Schutzkleidung nach
dieser Europäischen Norm geübt sein einschließlich der Kenntnis der Einsatzgrenzen und der Notwendigkeit,
die PSA so bald wie möglich nach einem Zwischenfall zu ersetzen.

In Abhängigkeit der Risikoeinschätzung kann die Schutzkleidung nach dieser Europäischen Norm geeignet
sein für andere als solche Aktivitäten, die nach dieser Norm vorgesehen sind. Diese Europäische Norm dient
nicht dazu, Gesetzgebung, Käufer oder Hersteller zu hindern, die Mindestanforderungen zu überschreiten.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm berücksichtigt Anforderungen für den Schutz des ganzen Körpers einschließlich
Kopf, Hände und Füße. Kleidung für den Kopf und die Füße nach dieser Europäischen Norm kann jedoch nur
dann ausreichenden Schutz bieten, wenn sie zusammen mit persönlicher Schutzausrüstung getragen wird,
die in 4.2 und 4.4 dieser Europäischen Norm angegeben ist.

Diese Europäische Norm legt Prüfverfahren und Mindestanforderungen für reflektierende Schutzkleidung fest,
die für die spezielle Brandbekämpfung eingesetzt wird.

Diese Kleidung bietet Schutz gegen Kontakt mit Flammen und intensive Wärmestrahlung und wird nur für
kürzere Einsatzzeiten getragen. Sie ermöglicht dem Träger spezielle Hoch-Risiko-Brandbekämpfung
vorzunehmen und Brandrettungsaktionen auszuführen, die zusätzlich die Verwendung von Atemschutzgeräten
erfordern.

Diese Europäische Norm erstreckt sich nur auf Schutzkleidung, die es aufgrund der Eigenschaft des
Außenmaterials ermöglicht, intensive Wärmestrahlung zu reflektieren. Diese Art reflektierender Schutzkleidung
darf auch für Anwendungen in der Industrie eingesetzt werden, wo Schutz gegen hohe Wärmestrahlungs-
intensität erforderlich ist.

Die in dieser Norm festgelegte Schutzkleidung ist nicht durch EN 469 abgedeckt.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 136:1998, Atemschutzgeräte — Vollmasken — Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung

EN 166:2001, Persönlicher Augenschutz — Anforderungen

EN 171:2002, Persönlicher Augenschutz — Infrarotschutzfilter — Transmissionsanforderungen und empfoh-


lene Verwendung

EN 340, Schutzkleidung — Allgemeine Anforderungen

EN 367, Schutzkleidung — Schutz gegen Wärme und Flammen — Verfahren zur Bestimmung des Wärme-
durchgangs bei Flammenwirkung

EN 397, Industrieschutzhelme

EN 420:2003, Allgemeine Anforderungen für Handschuhe

EN 443, Feuerwehrhelme

EN 702, Schutzkleidung — Schutz gegen Hitze und Flammen — Prüfverfahren: Bestimmung des Kontakt-
wärmedurchgangs durch Schutzkleidungen oder deren Materialien

EN 14052, Hochleistungs-Industrieschutzhelme

EN 15090, Schuhe für die Feuerwehr

EN 24920, Textilien — Bestimmung der wasserabweisenden Eigenschaften (Sprühverfahren)

EN 25077, Textilien — Bestimmung der Maßänderung beim Waschen und Trocknen (ISO 5077:1984)

EN ISO 1421:1998, Mit Kautschuk oder Kunststoffe beschichtete Textilien — Bestimmung der Zugfestigkeit
und der Bruchdehnung (ISO 1421:1998)

EN ISO 4674-1:2003, Mit Kautschuk oder Kunststoff beschichtete Textilien — Bestimmung der Weiterreiß-
festigkeit — Teil 1: Verfahren mit konstanter Geschwindigkeit (ISO 4674-1:2003)

6
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

EN ISO 6942, Schutzkleidung — Schutz gegen Hitze und Feuer — Prüfverfahren: Beurteilung von Materialien
und Materialkombinationen, die einer Hitze-Strahlungsquelle ausgesetzt sind (ISO 6942:2002)

EN ISO 13934-1, Textilien — Zugeigenschaften von textilen Flächengebilden — Teil 1: Bestimmung der
Höchstzugkraft und Höchstzugkraft-Dehnung mit dem Streifen-Zugversuch (ISO 13934-1:1999)

EN ISO 13934-2, Textilien — Zugeigenschaften von textilen Flächengebilden — Teil 2: Bestimmung der
Höchstzugkraft mit dem Grab-Zugversuch (ISO 13934-2:1999)

EN ISO 13935-2, Textilien — Zugversuche an Nähten in textilen Flächengebilden und Konfektionstextilien —


Teil 2: Bestimmung der Höchstzugkraft von Nähten mit dem Grab-Zugversuch (ISO 13935-2:1999)

EN ISO 13938-1, Textilien — Bersteigenschaften von textilen Flächengebilden — Teil 1: Hydraulisches Ver-
fahren zur Bestimmung von Berstdruck und Berstwölbung (ISO 13938-1:1999)

EN ISO 15025, Schutzkleidung — Schutz gegen Hitze und Flammen — Prüfverfahren für die begrenzte
Flammenausbildung (ISO 15025:2000)

EN ISO 20345, Persönliche Schutzausrüstung — Sicherheitsschuhe (ISO 20345:2004)

ISO 7000, Graphical symbols for use on equipment — Index and synopsis

ISO 17493, Clothing for Protection against heat and flame — Determination of convective heat resistance
using a hot air circulating oven.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Alterung
Änderung der Produkteigenschaften über die Zeit während des Gebrauchs oder Lagerung. Alterung wird
verursacht durch die Kombination mehrerer Faktoren wie z. B.:

Reinigung, Instandhaltungs- oder Desinfektionsprozesse;

Einwirkung von sichtbarem oder UV-Licht;

Einwirkung von hohen oder niedrigen Temperaturen oder Temperaturwechseln;

Einwirkung von Chemikalien einschließlich Feuchtigkeit;

Einwirkung von biologischen Mitteln wie z. B. Bakterien, Pilzen, Insekten oder anderen Schädlingen;

Mechanische Einwirkungen wie z. B. Abrieb, Biegebeanspruchung, Druck- und Zugbeanspruchung;

Kontamination z.B. durch Schmutz, Öl, Spritzer geschmolzenen Metalls usw.;

Abnutzung.

3.2
Reinigung
Prozess, durch den eine PSA durch Entfernen von Schmutz oder Kontamination wieder benutzbar und/oder
unter hygienischen Aspekten tragbar gemacht wird. Ein Reinigungszyklus besteht typischerweise aus einem
Wasch- und Trocknungsvorgang oder einer Chemischreinigung gefolgt von Bügeln und Ausrüstung, falls dies
erforderlich ist.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

3.3
Verschluss-System
System zum Verschließen von Öffnungen im Kleidungsstück, einschließlich von Kombinationen von mehr als
einem System zum Erzielen eines sicheren Verschlusses, z. B. ein Reißverschluss, abgedeckt durch eine mit
einem Klettverschluss festgehaltene Patte

ANMERKUNG Dieser Begriff umfasst keine Nähte.

3.4
Kleidungszusammenstellung
Serien von Ober- und Unterbekleidung, die zusammen getragen werden

3.5
Kleidungsensemble
Kombination von zwei oder mehr Kleidungsstücken, die zusammen den Schutz des Körpers bewirken

3.6
Materialzusammenstellung
Kombination aller Materialien eines mehrschichtigen Kleidungsstücks, angeordnet in der Reihenfolge des
fertigen Kleidungsaufbaus

3.7
Konditionierung
Aussetzen einer Probe gegenüber Temperatur und relativer Luftfeuchte über einen Mindestzeitraum

3.8
Kleidungsstück
einzelnes Teil einer Kleidung, das aus einer oder mehreren Lagen bestehen kann

3.9
Beschlagteile
nicht aus Gewebe bestehende Teile, die in der Schutzkleidung verwendet werden, einschließlich derer aus
Kunststoff oder Metall, z. B. Verschlüsse, Rangabzeichen oder Knöpfe

3.10
Haube
einzelnes Kleidungsstück oder Bestandteil einer Jacke oder eines Overalls, das den Kopf, den Hals und die
Schultern bedeckt

3.11
Hauptnaht
Naht, die erforderlich ist, um die Ganzheit der Kleidung sicherzustellen

3.12
Vorbehandlung
Einheitliches Verfahren zur Vorbereitung der Proben auf die Prüfung. Dies kann z. B. eine Anzahl von
Reinigungszyklen, eine Wärmebehandlung, mechanische Behandlung oder irgendeine andere relevante
Exposition beinhalten und wird durch Konditionierung abgeschlossen.

3.13
Sichtscheibe
transparentes Visier, das Bestandteil der Haube ist

3.14
Naht
Verfahren zur dauerhaften Befestigung von zwei oder mehreren Materialteilen

8
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

3.15
spezielle Brandbekämpfung
begrenzte Brandbekämpfungsarbeiten unter sehr großer Wärmestrahlung, Konvektions- und Kontaktwärme,
wie z. B. bei Bränden großer Mengen brennbarer Gase oder Flüssigkeiten

4 Allgemeine Anforderungen

4.1 Kleidungsensemble

Schutzkleidung für die Feuerwehr nach dieser Norm muss Schutz bieten gegen intensive Strahlungswärme
und Flammen für den ganzen Körper einschließlich Kopf, Hände und Füße entsprechend den Abschnitten 4
bis 8.

Sie muss bestehen aus:

einem einzelnen oder mehreren Kleidungsstücken,

einer Haube, (integriert oder separat),

Handschuhen,

Fußschutz.

Die Materialien dürfen nicht aus Substanzen bestehen, die allgemein als toxisch, karzinogen, mutagen,
allergen, reproduktionstoxisch oder auf andere Weise schädlich bekannt sind.

Beschlagteile, ausgenommen die Sichtscheibe, die das Außenmaterial durchdringen, dürfen nicht auf der
innersten Fläche der Materialzusammenstellung frei liegen. Diese Anforderung muss durch Sichtprüfung
überprüft werden.

Alle Teile der Schutzkleidung müssen frei von scharfen oder harten Kanten sein, die zu einer Schädigung des
Anwenders führen könnten, z. B. durch herausragende Drahtenden oder andere Elemente. Diese
Anforderung muss manuell und durch Sichtprüfung überprüft werden.

Die Ausführung der Schutzkleidung muss sicherstellen, dass keine Körperteile des Trägers unbedeckt bleiben
während der Durchführung von arbeitsplatzbezogenen Tätigkeiten bei der ergonomischen und praktischen
Leistungsprüfung (siehe z. B. EN 340 und Anhang D) bei allen Körperhaltungen und Bewegungen, die
während dieser Prüfung eingenommen werden.

Die Teile der Schutzkleidung dürfen nicht verrutschen während der Durchführung von arbeitsplatzbezogenen
Tätigkeiten bei der ergonomischen und praktischen Leistungsprüfung (siehe z. B. EN 340 und Anhang D) bei
allen Körperhaltungen und Bewegungen, die während dieser Prüfung eingenommen werden.

Die Ausführung dieser Art von Schutzkleidung sieht die Benutzung von Atemschutz vor, daher muss es
möglich sein, das Atemschutzgerät unter oder über der Schutzkleidung zu tragen. Die Bewertung der
Kompatibilität muss beim Tragen durch einen Träger entsprechender Größe durchgeführt werden.

4.2 Kleidung

4.2.1 Allgemeines

Schutzkleidung für die Feuerwehr nach dieser Norm muss bestehen aus:

a) einem einzelnen Kleidungsstück, oder

b) einem Kleidungsensemble, oder

c) einer Kleidungszusammenstellung.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Werden mehrere Kleidungsstücke oder ein Ensemble verwendet, um die in dieser Europäischen Norm
festgelegten Anforderungen zu erfüllen, muss auf den einzelnen Kleidungsstücken eindeutig gekennzeichnet
sein, dass sie immer in Kombination verwendet werden müssen (siehe Abschnitt 9).

Die Haube darf ein integraler Bestandteil der Jacke oder des Overalls sein.

4.2.2 Taschen

Sind außen liegende Taschen erforderlich, so sind sie vollständig aus dem Außenmaterial herzustellen und
durch Patten abzudecken, die zu jeder Seite mindestens 2,5 cm weiter als die Taschenöffnung sind. Taschen
müssen Abflussöffnungen für Wasser haben.

4.2.3 Größen

Die Größenbezeichnung der Kleidung muss entsprechend EN 340 angegeben sein und ist durch Sichtprüfung
zu überprüfen.

Die Passform der Kleidung muss beim Tragen durch einen Träger entsprechender Größe bewertet werden.

4.3 Kopfschutz

4.3.1 Allgemeines

Die Haube muss die Anforderungen der Abschnitte 6, 7 und 8 dieser Norm erfüllen. Sichtscheiben, die mit
Hauben verwendet werden, müssen die Anforderungen nach 4.3.2 und 6.5 erfüllen.

Die Haube, muss entweder separat oder als Bestandteil der Kleidung so gestaltet sein, dass sie kompatibel
mit einem oder mehreren Helmen nach EN 443 oder EN 397 oder EN 14052 ist. Helme, für die Kompatibilität
angegeben wird, müssen in den Informationen des Hersteller angegeben werden.

Ist die Haube nicht Bestandteil der Jacke, des Mantels oder des Overalls, so muss die Haube ebenfalls mit
diesen kompatibel sein. Die Bewertung muss beim Tragen durch einen Träger entsprechender Größe
durchgeführt werden.

Die Größe der Haube muss in Übereinstimmung mit der Helmgröße bezeichnet werden und ist durch
Sichtprüfung zu überprüfen.

Die Haube muss am angegebenen Helm so angepasst sein, dass sie bei einer Drehung des Kopfes diese
Bewegung mitmacht und weder die Bewegungsfreiheit noch die Sicht unangemessen beeinträchtigt. Die
Anforderung ist mit Haube und Sichtscheibe zu überprüfen, während der Durchführung von arbeits-
platzbezogener Tätigkeiten bei der ergonomischen und praktischen Leistungsprüfung (siehe z. B. EN 340
und Anhang D) bei allen Körperhaltungen, die während dieser Prüfung eingenommen werden.

4.3.2 Sichtscheibe

4.3.2.1 Allgemeines

Die Sichtscheibe muss an der Haube derart befestigt sein, dass sie während der Durchführung von
arbeitsplatzbezogener Tätigkeiten bei der ergonomischen und praktischen Leistungsprüfung (siehe z. B.
EN 340 und Anhang D) bei allen Körperhaltungen, die während dieser Prüfung eingenommen werden, nicht
verrutscht.

Werden Sichtscheiben nach 4.3.2.2 und 4.3.2.9 geprüft, so müssen sie die Anforderungen nach EN 166
erfüllen.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

4.3.2.2 Sichtfeld

Das Sichtfeld muss nach EN 166:2001, 7.1.1, geprüft werden. Die Prüfung muss am vollständigen Ensemble
mit Haube und Sichtscheibe erfolgen.

4.3.2.3 Sphärische, astigmatische und prismatische Brechwerte

Bei Prüfung nach EN 166:2001, 7.1.2.1.2, muss die Sichtscheibe die optische Klasse 2 erreichen.

4.3.2.4 Homogenität des Lichttransmissionsgrads

Die Homogenität des Lichttransmissionsgrads muss nach EN 166:2001, 7.1.2.2.3.1, geprüft werden.

4.3.2.5 Streulicht

Das Streulicht muss nach EN 166:2001, 7.1.2.3, geprüft werden.

4.3.2.6 Material- und Oberflächengüte

Die Material- und Oberflächengüte muss nach EN 166:2001, 7.1.3, geprüft werden.

4.3.2.7 Festigkeit

Die Festigkeit muss nach EN 166:2001, 7.1.4.2.2, geprüft werden.

4.3.2.8 Schutz gegen Teilchen hoher Geschwindigkeit

Der Schutz gegen Teilchen hoher Geschwindigkeit muss nach EN 166:2001, 7.2.2, bei einer Geschwindigkeit
von 120 m/s geprüft werden.

4.3.2.9 Schutz gegen Schmelzmetall und heiße Festkörper

Der Widerstand sowohl gegen Schmelzmetall als auch gegen heiße Festkörper muss nach EN 166:2001,
7.2.3 e) und g) geprüft werden.

4.3.2.10 Transmissionsgrad im Infraroten und Transmission im sichtbaren Spektralgebiet

Der Transmissionsgrad im Infraroten und Transmission im sichtbaren Spektralgebiet muss bei Prüfung nach
EN 171:2002, Abschnitt 4, im Bereich von 4 - 2,5 bis 4 - 5 sein.

4.3.2.11 Entflammbarkeit

Die Entflammbarkeit muss nach EN 136:1998, 8.5.2, geprüft werden.

4.3.2.12 Kennzeichnung

Sichtscheiben müssen nach EN 166:2001, 9.2, gekennzeichnet sein.

4.4 Handschutz

Handschutz muss den Anforderungen nach den Abschnitten 6, 7 und 8 dieser Norm entsprechen. Es gelten
die allgemeinen Anforderungen nach EN 420, für die Beweglichkeit muss mindestens Stufe 1 nach
EN 420:2003, 5.2, erreicht werden.

Die Größen der Handschuhe müssen nach EN 420 bezeichnet werden, wobei davon abweichend die
Mindestlänge 350 mm betragen muss.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Das Maß der Stulpe, gemessen an der Handgelenkslinie, muss mit der Ärmelweite der Jacke (Mantel,
Overall) übereinstimmen und muss entsprechend den Angaben des Herstellers entweder über oder unter den
Ärmeln getragen werden. Die Bewertung muss beim Tragen durch einen Träger entsprechender Größe
durchgeführt werden.

4.5 Fußschutz

Die Größenbezeichnung muss mit den Schuhen übereinstimmen.

Fußschutz muss den Anforderungen nach den Abschnitten 6, 7 und 8 dieser Norm entsprechen. Fußschutz
muss so gestaltet sein, dass er über Schuhwerk getragen werden kann, das zusätzlichen Schutz bietet
entsprechend den Anforderungen nach EN 15090 und EN ISO 20345. Er muss am Schuhwerk mit Ver-
stellmechanismen befestigt sein. Schuhwerk, das mit dem Fußschutz kompatibel ist, muss in den
Herstellerinformationen angegeben werden.

Das Maß des Schuhoberteils, gemessen an der Knöchellinie, muss mit der Beinweite der Hosen (des
Overalls) kompatibel sein und muss entweder über oder unter den Hosenbeinen getragen werden,
entsprechend den Angaben des Herstellers.

Die Bewertung muss beim Tragen durch einen Träger entsprechender Größe durchgeführt werden.

5 Probenahme, Vorbehandlung, Alterung

5.1 Probenahme

Die Proben sind so zu entnehmen, dass sie repräsentativ für das Material oder die Materialkombination sind,
das bzw. die in der zu prüfenden Schutzkleidung verwendet wurde(n). Sie dürfen dem Kleidungsstück
entnommen werden, dürfen jedoch keine Konstruktionsmerkmale wie Nähte, Verschlusssysteme oder
Beschlagteile enthalten, außer bei den Prüfungen nach 6.1 und 7.5. Anzahl und Maße der Proben sind in den
Prüfnormen nach den Abschnitten 6, 7 und 8 angegeben.

5.2 Vorbehandlung

5.2.1 Allgemeines

Vor der Prüfung muss die Schutzkleidung vorbehandelt werden.

5.2.2 Reinigung

Vor den Prüfungen nach den Abschnitten 6, 7 und 8.1 muss die Reinigung der Schutzkleidung nach den
Angaben des Herstellers auf der Basis eines genormten Verfahrens durchgeführt werden.

Ist die Anzahl der Reinigungszyklen nicht angegeben, müssen fünf Reinigungszyklen durchgeführt werden.

5.2.3 Mechanische Vorbehandlung

Vor der Prüfung der Wärmeübertragung durch Strahlung muss das metallisierte Material nach Anhang A
vorbehandelt werden.

5.3 Alterung

Die Prüfungen nach den Abschnitten 6, 7 und 8.1 müssen ebenfalls nach der vom Hersteller angegebenen
maximalen Anzahl von Reinigungszyklen durchgeführt werden.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

6 Thermische Anforderungen

6.1 Begrenzte Flammenausbreitung

6.1.1 Jede einzelne Lage der Materialzusammenstellung muss die folgenden Anforderungen erfüllen,
geprüft nach EN ISO 15025:2002 Verfahren A. Die Materialzusammenstellung des äußeren Kleidungsstücks
muss geprüft werden durch Einwirkung der Flamme auf die Außenfläche des Außenmaterials und auf die
Außenfläche des Innenfutters.

keine Probe darf zu der Ober- oder den Seitenkanten weiterbrennen,

keine Probe darf eine Lochbildung aufweisen,

keine Probe darf brennendes oder schmelzendes Abtropfen aufweisen,

der Mittelwert der Nachbrennzeit muss ! 2 s betragen,

der Mittelwert der Nachglühzeit muss ! 2 s betragen.

6.1.2 Die Prüfung des Außenmaterials muss bei drei Prüfmustern wiederholt werden, wobei eine vertikal
verlaufende Naht in der Mitte des Prüfmusters liegen muss. Enthält das Kleidungsensemble verschiedene
Arten von Nähten, müssen alle Nahtarten geprüft werden.

Nähte dürfen sich nicht öffnen.

Das Prüfverfahren und die Anforderungen nach 6.1 gelten auch für Hauben, Handschuhe und Überschuhe.

6.2 Wärmedurchgang (Strahlung)

Bei Prüfung der Materialzusammenstellung nach EN ISO 6942 mit einer Wärmestromdichte von 40 kW/m2
muss RHTI 24 " 120 sein.

Das Prüfverfahren und die Anforderungen nach 6.2 gelten auch für Hauben, Handschuhe und Überschuhe.

6.3 Wärmedurchgang (Flamme)

Bei Prüfung der Materialzusammenstellung nach EN 367 muss HTI24 " 21 sein.

Das Prüfverfahren und die Anforderungen nach 6.3 gelten auch für Hauben, Handschuhe und Überschuhe.

6.4 Kontaktwärme

Bei Prüfung der Materialzusammenstellung nach EN 702 bei einer Kontakttemperatur von 300 °C muss die
Schwellenwertzeit " 15 s sein.

Das Prüfverfahren und die Anforderungen nach 6.4 gelten auch für Hauben, Handschuhe und Überschuhe.

6.5 Wärmewiderstand

Alle Materialien, die in der Materialzusammenstellung benutzt werden, und alle Bestandteile des Verschluss-
systems, das der Strahlung ausgesetzt und/oder mit dem Körper in Kontakt ist, dürfen bei der Prüfung nach
ISO 17493 bei einer Prüftemperatur von 255 °C (± 10 °C) nicht schmelzen, nicht abtropfen oder sich entzünden
und um mehr als 5 % weder in Längs- noch in Querrichtung schrumpfen.

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EN 1486:2007 (D)

7 Mechanische Anforderungen

7.1 Maßänderungen

Lässt der Hersteller die Reinigung der Kleidung zu, dann dürfen alle Materialien der Materialzusammenstellung
eine Maßänderung von 3 % sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung bei Prüfung nach EN 25077 in
Verbindung mit dem Reinigungsverfahren nach 5.2.2 haben.

7.2 Zugfestigkeit

Das Außenmaterial, das im Aufbau der Materialzusammenstellung benutzt wird, muss bei der entsprechenden
Prüfung in Längs- und in Querrichtung eine Zugfestigkeit nach Tabelle 1 aufweisen.

Tabelle 1 — Zugfestigkeit der Materialien

Material Prüfverfahren Anforderung


Metallisiertes Außenmaterial EN ISO 1421:1998,
600 N
Verfahren 1
Innenfutter EN ISO 13934-1 350 N

7.3 Berstfestigkeit

Gewirktes Material, das im Aufbau der Materialzusammenstellung benutzt wird, muss bei der entsprechenden
Prüfung mindestens die Berstfestigkeit nach Tabelle 2 aufweisen, mit einer zu prüfenden Fläche von 7,3 cm2
und einer Dauer der Prüfung bis zum Bersten von (30 ± 10) s.

Tabelle 2 — Berstfestigkeit der Materialien

Material Prüfverfahren Anforderung


Metallisiertes Außenmaterial EN ISO 13938-1 600 kPa
Innenfutter EN ISO 13938-1 350 kPa

7.4 Weiterreißfestigkeit

Das Außenmaterial einer Materialzusammenstellung muss eine Weiterreißfestigkeit von mindestens 25 N bei
Prüfung sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung nach EN ISO 4674-1:2003, Verfahren B haben.

7.5 Nahtfestigkeit

Alle Hauptnähte müssen bei Prüfung nach EN ISO 13934-2 bei einer Geschwindigkeit von 300 mm/min
folgende Anforderungen erfüllen:

! Nähte auf Außenmaterial, die bei Aufreißen innere Schichten, Unterbekleidung oder Haut freilegen
könnten: " 300 N. Besteht die äußere Schicht aus metallisiertem gewirktem Material, müssen die Nähte
entsprechend EN ISO 13938-1 geprüft werden und eine Berstfestigkeit von " 300 kPa aufweisen;

! Nähte auf inneren Schichten, die bei Aufreißen die darunter liegenden Schichten, Unterbekleidung oder
Haut freilegen könnten: " 180 N. Besteht die innere Schicht aus gewirktem Material, müssen die Nähte
entsprechend EN ISO 13938-1 geprüft werden und eine Berstfestigkeit von " 180 kPa aufweisen;

! alle anderen Nähte müssen entsprechend EN ISO 13935-2 mit einer Geschwindigkeit von 300 mm/min
geprüft werden und müssen eine Zugfestigkeit " 90 N aufweisen.

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8 Sonstige Anforderungen

8.1 Oberflächenbenetzung

Das Außenmaterial muss bei Prüfung nach EN 24920 bei 20 °C eine Sprührate von 4 haben.

8.2 Prüfung der vollständigen Kleidung (optionale Prüfung)

Zusätzlich zu den Materialprüfungen kann die vollständige Bekleidungszusammenstellung oder die


Zusammenstellung mehrlagiger Bekleidungsstücke, die zum Schutz nach den Anforderungen dieser
Europäischen Norm vorgesehen ist, optional geprüft werden. Wird diese optionale Prüfung durchgeführt, so
muss sie an einer sensorbestückten Prüfpuppe und niemals an Versuchspersonen durchgeführt werden.

Außerdem sollten integrierte Geräte, die mit der Schutzkleidung benutzt werden, in die Prüfung einbezogen
werden.

Das Prüfverfahren nach prEN ISO 13506:2004 ist geeignet, die Angaben nach Anhang E zu liefern.

9 Kennzeichnung
Werden die Anforderungen dieser Norm nur durch die Verwendung eines Kleidungsensembles oder Kleidungs-
zusammenstellung erfüllt, so muss dies auf den Etiketten aller Kleidungsstücke oder Kleidungsschichten
gekennzeichnet sein.

Alle anderen Anforderungen an die Kennzeichnung müssen der EN 340 entsprechen.

Die Sichtscheiben müssen nach 4.3.2.12 gekennzeichnet werden.

Die reflektierende Schutzkleidung, für die Übereinstimmung mit dieser Norm erklärt wird, muss mit dem
graphischen Symbol nach ISO 7000 – 2418 (siehe Bild 1) und der Nummer und Erscheinungsdatum dieser
Europäischen Norm, d. h. EN 1486:2007, gekennzeichnet sein.

EN 1486:2007

Bild 1 — Graphisches Symbol für Schutzkleidung für die Feuerwehr (ISO 7000 – 2418)

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

10 Informationen des Herstellers


10.1 Der Hersteller der Schutzkleidung muss die Angaben nach EN 340 bereitstellen. Zusätzliche
Informationen hinsichtlich der Sichtscheibe müssen angegeben werden.

10.2 Die Herstellerangaben müssen einen Hinweis enthalten, dass es für die Übereinstimmung mit dieser
Europäischen Norm erforderlich ist, dass der Rumpf, Nacken, Arme und Beine einschließlich Kopf, Hände und
Füße geschützt sein müssen.

10.3 Die Herstellerangaben müssen einen Warnhinweis enthalten, dass Kopfschutz zusammen mit Helmen
nach EN 443, EN 397 oder EN 14052 getragen werden muss und das Kompatibilität mit dem Kopfschutz
bestätigt wird. Der Hersteller muss angeben, mit welchem Helmtyp die Haube getragen werden darf.

10.4 Die Herstellerangaben müssen einen Warnhinweis enthalten, dass Fußschutz zusammen mit Schuh-
werk nach EN 15090 und EN ISO 20345 getragen werden muss und das Kompatibilität mit dem Fußschutz
bestätigt wird. Der Hersteller muss angeben, mit welchem Schuhwerk der Fußschutz getragen werden darf.

10.5 Die Herstellerangaben müssen einen Warnhinweis enthalten, dass der Benutzer der Schutzkleidung
nach dieser Europäischen Norm bei Flammeneintritt oder bei Auftreffen von Spritzern von Chemikalien oder
entzündlichen Flüssigkeiten sich sofort zurückziehen und die Schutzkleidung ablegen sollte und dass die
Schutzkleidung gereinigt oder entsorgt werden sollte.

10.6 Der Hersteller muss in den Informationen einen Warnhinweis angeben, dass diese Schutzkleidung nur
für kurze Einsätze vorgesehen ist.

10.7 Wurde die optionale Prüfung der vollständigen Kleidung nach 8.2 durchgeführt, müssen die Hersteller-
informationen einen Bericht über das Ergebnis der Prüfung enthalten, der mindestens die Ergebnisse von
Anhang E, d), enthält.

10.8 Ob die PSA über anderer Kleidung getragen werden soll und gegebenenfalls die Art der Kleidung.

10.9 Das Verfahren, mit dem überprüft wird, dass die PSA ordnungsgemäß vom Träger angelegt wurde und
funktionstüchtig ist.

10.10 Spezifische Ausrüstung zur gleichzeitigen Benutzung.

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EN 1486:2007 (D)

Anhang A
(normativ)

Mechanische Vorbehandlung metallisierter Materialien

A.1 Kurzbeschreibung
Die Effektivität von metallisierten Beschichtungen, Wärmestrahlung zu reflektieren, kann drastisch durch
Abnutzung reduziert werden. Das hier beschriebene Verfahren wurde zur Simulation des Einflusses
wiederholten Tragens entwickelt. Proben werden mechanisch vorbehandelt, indem sie gleichzeitig verdreht
und gedrückt werden.

A.2 Probenahme

Proben mit den Maßen 280 mm 280 mm werden aus dem zu prüfenden Material oder Kleidungsstück
entnommen. Proben dürfen eine Naht enthalten, falls es nicht möglich ist, Proben dieser Größe ohne Naht zu
entnehmen.

ANMERKUNG Diese Probengröße ist gerade ausreichend, um die Proben um den Umfang der Scheiben zu legen und
die Scheiben an jedem Ende zu überlappen. Nur der mittlere Bereich der Proben ist für die nachfolgende Prüfung
vorgesehen. Folglich können aus jeder geflexten Probe zwei Proben (230 mm 70 mm) für die folgende Prüfung nach
EN ISO 6942 entnommen werden.

A.3 Prüfeinrichtung
Die Prüfeinrichtung (siehe Bild A.1) besteht aus zwei Scheiben, die einen Durchmesser von (90 ± 1) mm und
eine Dicke von (12 ± 0,5) mm haben. Eine Scheibe ist feststehend, die andere an einer Spindel befestigt, so
dass sie sich auf die feste Scheibe in zwei Stufen zu bewegt:

a) Vorwärtsbewegung um (90 ± 5) mm bei gleichzeitiger Drehung um (450 ± 10)°, gefolgt von

b) einer Vorwärtsbewegung ohne Drehung.

Bei einem anfänglichen Scheibenabstand auf (190 ± 1) mm muss der Endabstand nach der Vorwärts-
bewegung (35 ± 2) mm betragen.

Die Bewegung der beweglichen Scheibe muss gleichmäßig sein, außer beim Übergang von der Dreh- zur
Vorwärtsbewegung und umgekehrt. Ein Umlauf umfasst eine Vor- und Rückbewegung. Die Prüfeinrichtung
muss (40 ± 4) Umläufe je Minute ausführen.

A.4 Durchführung
Der Abstand der beiden Scheiben ist auf (190 ± 1) mm einzustellen. Die Probe ist ohne Spannung an den
Scheiben zu befestigen, die Beschichtung nach außen weisend und über die Kanten der beiden Scheiben
herausragend.

Die Proben sind 2 500 Umläufen auszusetzen. Nach jeweils 500 Umläufen (etwa alle 12,5 min) ist die Probe
um 90° versetzt neu zu befestigen.

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Maße in Millimeter

Legende
1 feste Scheibe
2 Rotation 450°
3 bewegliche Scheibe
4 Stift
5 genutete Spindel

a) Scheibenbewegung

Legende
1 Probe
2 Scheiben-Klammer
b) Ausgangsposition der Probe

c) Probe vollständig zusammengepresst

Bild A.1 — Prüfeinrichtung für die mechanische Vorbehandlung

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EN 1486:2007 (D)

Anhang B
(informativ)

Warnhinweis – Flammeneintritt

Die folgenden Anmerkungen sind in keiner Weise als Empfehlung oder als Bestandteil einer Norm für
Kleidung oder Verfahren aufzufassen, sondern dienen nur als Warnung für den Anwender dieser Kleidung bei
Einsatz unter bestimmten Bedingungen.

Es wird ausnahmslos empfohlen, dass Personen nicht in Flammen eintreten sollten wegen der damit
verbundenen Lebensgefahr. Von allen Schutzkleidungen, die in den Normen über Schutzkleidungen für
Feuerwehren festgelegt sind – EN 15614, EN 531 und EN 469 – bietet die in dieser Norm festgelegte Schutz-
kleidung den höchsten Schutz.

Jedoch wird auch diese Schutzkleidung nicht empfohlen als Schutz bei Flammeneintritt, wobei bekannt ist,
das diese Situation unter Umständen zufällig eintreten kann. Es wird empfohlen, dass Personen, die Kleidung
nach EN 1486 tragen, nach einem kurzzeitigen Flammeneintritt sich schnellstmöglich zurückziehen und die
Kleidung in entsprechendem Sicherheitsabstand zum Brand vorsichtig ablegen. Falls erforderlich ist
medizinische Hilfe anzufordern. Die Kleidung, die kurzzeitig den Flammen ausgesetzt war, sollte genau
überprüft werden. Wenn nach der Überprüfung nicht sichergestellt werden kann, dass die Kleidung weiterhin
die Anforderungen dieser Norm erfüllt, sollte die Kleidung nicht weiter verwendet werden.

Wenn man nach einer Risikoeinschätzung zu der Entscheidung kommt, dass es absolut keine Alternative zu
Arbeiten unter kurzzeitigem oder längerem Flammeneintritt kommt, sollten die höchsten Sicherheits-
vorkehrungen getroffen werden einschließlich Verfügbarkeit von Rettungspersonal und medizinischem
Personal sowie entsprechender Ausrüstung für den Fall, dass das Sicherheitssystem und/oder -verfahren
versagen.

Bei andauerndem Flammeneintritt besteht die Gefährdung durch Hitze oder Flammen mehr durch Wärme-
übertragung durch Flammen als durch Strahlung. Daher sollte Kleidung mit reflektierender Außenfläche nicht
verwendet werden, da die meisten dieser Materialien eine hohe Wärmekapazität haben und daher das Risiko
der Wärmeübertragung zu den inneren Schichten der Kleidung besteht.

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EN 1486:2007 (D)

Anhang C
(informativ)

Leitfaden für die Gestaltung von Kleidung

Eine Anzahl von Kleidungsmerkmalen sind für den Schutz des Trägers bei der Brandbekämpfung wichtig. Der
folgende Leitfaden dient der Gestaltung von Kleidung nach dieser Europäischen Norm.

Wenn die Leistungsstufen nach dieser Europäischen Norm durch Kleidungsensembles erreicht werden, sollte
eine ausreichende Überlappung der einzelnen Kleidungsstücke eingehalten werden bei allen Körper-
bewegungen und in allen Stellungen.

Verschlusssysteme sollten so gestaltet sein, dass sie die Unversehrtheit und Leistungsmerkmale der Schutz-
kleidung nicht beeinträchtigen.

Die Kleidung sollte so gestaltet sein, dass sie Bewegungen möglichst wenig beeinträchtigt. Sie muss
kompatibel mit anderer PSA sein, die gegebenenfalls erforderlich sein kann.

Die Gestaltung des Handschutzes sollte kompatibel mit der Kleidung sein und das Eindringen von brennen-
den Rückständen oberhalb des Handgelenks verhindern.

Die Gestaltung des Kopfschutzes sollte kompatibel mit der Kleidung sein und das Eindringen von brennenden
Rückständen oberhalb des Kragens verhindern.

Die Gestaltung des Fußschutzes sollte kompatibel mit der Kleidung sein und das Eindringen von brennenden
Rückständen oberhalb des Stiefelschaftes verhindern.

Die Schutzkleidung sollte mit dem entsprechenden Atemschutz kompatibel sein.

Zur Überprüfung der Gestaltungsmerkmale und Kompatibilität können die in Anhang D beschriebenen
Übungen und Bewertungen angewendet werden.

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EN 1486:2007 (D)

Anhang D
(informativ)

Überprüfung von grundlegenden ergonomischen Merkmalen von


Schutzkleidung – Praktische Leistungsprüfungen

Dieser Anhang ist nicht dafür vorgesehen, die spezifische ergonomische Prüfung zu ersetzen, die vom
Anwender zur individuellen Beurteilung der Schutzkleidung an einem bestimmten Arbeitsplatz gefordert wird.
Im Allgemeinen kann die Durchführung von ergonomischen Beurteilungen helfen, die Schutzkleidung zu
verbessern und wesentliche Mängel aufzudecken.

Im Prinzip sollte(n) ein oder mehrere erfahrene Sachkundige nach dem Lesen der vom Hersteller bereit
gestellten Informationen die Schutzkleidung untersuchen. Die Prüfkleidung von geeigneter Größe sollte
zusammen mit der normalen Kleidung angezogen werden, die getragen werden soll, und es sollten einige
ergonomische Merkmale überprüft werden, die in Zusammenhang mit der praktischen Leistung der Schutz-
kleidung stehen (z. B. ob keine Einschränkung der Beweglichkeit verursacht wird). Einige der Fragen von
Bedeutung, die gestellt werden könnten, sind nachfolgend angeführt und es ist wünschenswert, dass die
gegebenen Antworten positiv sind.

ANMERKUNG Ein Sachkundiger kann bei der Entscheidung Schwierigkeiten haben, ob das Produkt annehmbar oder
unannehmbar ist. Es wird empfohlen, das Produkt mit gleichwertigen auf dem Markt befindlichen Artikeln zu vergleichen.
Wenn es ergonomisch wesentlich schlechter ist, ohne aufwertende Merkmale, wie z. B. ein erhöhter Schutz, kann es als
unbequem betrachtet werden. Wenn keine unmittelbar vergleichbaren Produkte vorhanden sind, sollte mit Bedacht
vorgegangen werden. Sorgfalt ist auch notwendig, wenn Schutz vor Lebensgefahr vorgesehen ist und „der Stand der
Technik” weder bequeme noch vielleicht gefahrlose Bedingungen, hervorgerufen durch die Schutzkleidung, für die
Anwender erlaubt. Die Durchführung von (subjektiven) ergonomischen Beurteilungen wird häufiger zu Empfehlungen
hinsichtlich der Änderung zur Verbesserung der Schutzkleidung führen, als zur Feststellung, dass die Kleidung nicht der
Norm entspricht.

Frage: Ist die Schutzkleidung frei von scharfen oder harten Kanten, rauen Oberflächen oder anderen Details
auf der inneren oder äußeren Oberfläche der Kleidung, die zu einer Schädigung des Anwenders führen
könnten?

Schutzkleidung sollte manuell und visuell überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine gefährlichen
Stellen vorhanden sind; z. B. keine herausragenden Drahtenden oder andere Elemente, die eine Person
ernsthaft verletzen könnten.

Frage: Ist es möglich, die Schutzkleidung ohne Schwierigkeiten an- und abzulegen?

Die folgenden Punkte sollten berücksichtigt werden:

Die Leichtigkeit des An- und Ablegens der Kleidung mit oder ohne Hilfe, entsprechend der Art der
Kleidung.

Die Kleidung ist in Bezug auf die Bequemlichkeit nicht zu eng, tiefes Atmen wird nicht behindert und es
gibt nirgendwo eine Einschränkung der Blutzirkulation.

Die Ausführungsmerkmale der Kleidung, z. B. Ärmelausschnitte und Schritt, stehen im richtigen


Verhältnis und befinden sich an der richtigen Stelle.

Frage: Können Verschlüsse, Verstell- und Rückhaltesysteme ohne Schwierigkeiten bedient werden?

Die folgenden Punkte sollten berücksichtigt werden:

Die Angemessenheit des zur Verfügung stehenden Einstellbereiches.

Die Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit von Verschlüssen und Verstellsystemen.

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EN 1486:2007 (D)

Die Verschlüsse, Verstell- und Rückhaltesysteme sollten den Kräften widerstehen, denen sie bei Bewegungen
des Körpers ausgesetzt sein können.

Frage: Können die folgenden Bewegungen ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden?

Stehen, sitzen, gehen und Treppen steigen,

Heben beider Hände über den Kopf,

Vorbeugen und den Boden mit beiden Händen berühren.

Die folgenden Punkte sollten berücksichtigt werden:

Die Ärmel und Hosenbeine der Kleidung sind nicht so lang, dass sie die Bewegung der Hände und Füße
stören.

Die Kleidung ist nicht so schlaff, dass sie umherflattert oder sich unabhängig und störend bewegt.

Sämtliche Stellen, an denen zwischen oder innerhalb der Bestandteile der Kleidung unerwartet und
unbeabsichtigt Lücken entstehen.

Jede unverhältnismäßige Einschränkung von Bewegungen.

Frage: Bedeckt die Schutzkleidung während der Bewegungen die zu schützende Körperfläche?

Die folgenden Punkte sollten berücksichtigt werden:

Bedeckung von bestimmten Schutzzonen der vorgesehenen Körperfläche durch Schutzmaterial oder
besondere Konstruktionen.

Die Bedeckung bleibt bei außergewöhnlichen Bewegungen erhalten, von denen angenommen wird, dass
sie der Anwender ausführen könnte.

Frage: Passt die Schutzkleidung mit anderen Teilen der PSA zusammen?

Die folgenden Punkte sollten berücksichtigt werden:

Schutzkleidung, die normalerweise als Teil einer Gesamtheit getragen wird, sollte zu repräsentativen
Beispielen vom Rest der Ausstattung passen.

An- und Ablegen anderer Teile der PSA, z. B. Handschuhe, Stiefel, sollte ohne Schwierigkeiten möglich
sein.

Gründe für die Schlussfolgerung, dass ein Produkt nicht annehmbar ist:

Im Folgenden sind offensichtliche Gründe für die Schlussfolgerung angeführt, dass eine Schutzkleidung nicht
annehmbar und nicht geeignet für den Einsatz ist:

1) Die Person, der die Kleidung passen sollte, kann sie nicht tragen.

2) Die Kleidung bleibt nicht geschlossen oder an vorgesehener Stelle.

3) Sie beeinträchtigt eine lebenswichtige Funktion, wie z. B. Atmen.

4) Es ist nicht möglich, beim Tragen der Kleidung einfache Aufgaben zu erfüllen.

5) Die Versuchsperson lehnt die Weiterführung dieser Beurteilung aufgrund von Schmerzen ab.

6) Die Kleidung verhindert das Tragen anderer wichtiger PSA.

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EN 1486:2007 (D)

Anhang E
(normativ)

Vorhersage von Brandverletzungen bei Prüfung mit der Prüfpuppe

Die Information über die Ergebnisse der Prüfung müssen mindestens Folgendes enthalten:

a) Name und Anschrift des Laboratoriums, in dem die Prüfung nach 8.2 durchgeführt wurde;

b) eine Erklärung, die Folgendes bestätigt:

1) dass die Prüfung zur Bewertung des Kleidungsstückes durchgeführt wurde;


2) dass das ganze Kleidungsstück oder die Bekleidungskombination, die nach 8.2 geprüft wurde, aus
den gleichen Materialien hergestellt wurde, die verwendet wurden, um die Zertifizierung nach dieser
Europäischen Norm zu erreichen, und dass sie (es) nach den Anforderungen dieser Europäischen
Norm entwickelt und hergestellt wurde;

c) die folgenden Angaben:

1) Beschreibung jeder besonderen Vorbehandlung sämtlicher Teile der Prüfkleidung vor der Prüfung
nach 8.2 oder alternativ eine Erklärung, dass das gesamte Kleidungsstück keiner besonderen
Vorbehandlung unterzogen wurde;
2) Beschreibung von Löchern oder Schnitten, die für die Prüfung der Kleidung für Kabelverbindung oder
andere notwendigen Teile der Prüfpuppe geschaffen wurden;
3) Feststellung der Anzahl und Anordnung der Brenner, die zur Simulation des Flammenüberschlags
verwendet werden;
4) Feststellung der nominalen Wärmestromdichte, der Expositionsdauer und der Dauer der Daten-
erfassung bei der Prüfung;

d) die Ergebnisse der Prüfungen wie folgt:

1) vorausgesagte Fläche der Prüfpuppe mit Verbrennungen zweiten Grades (%);


2) vorausgesagte Fläche der Prüfpuppe mit Verbrennungen dritten Grades (%);
3) vorausgesagte Gesamtfläche der Prüfpuppe mit Verbrennungen (Summe der Verbrennungen
zweiten und dritten Grades (%) und damit verbundene statistische Angaben zu Abweichungen, wie
z. B. Standardabweichung);

e) Erläuterung zu:

1) der Intensität und Dauer des Nachbrennens;


2) Menge an Rauch, der bei und nach der Prüfung entstanden ist, sofern dieser gemessen wurde;
3) Beständigkeit der Prüfkleidung bei und nach der Prüfung mit besonderer Angabe des Umfangs der
Maßänderung, die in der folgenden Tabelle E.1 aufgeführt werden muss.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Tabelle E.1 — Ergebnis der optionalen Prüfung nach 8.2

Maße in Zentimeter

Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Spalte 4 Spalte 5 Spalte 6


Prüfmuster Prüfmuster
Körpermaße der Differenz – Differenz –
vor der nach der
Lage sensorbestückten Spalte 3 minus Spalte 3 minus
Prüfung nach Prüfung nach
Prüfpuppe Spalte 2 Spalte 5 b
6.15 a 6.15 a b
Brustumfang
Bundweite
(Jacke)
Ärmellänge
Ärmelweite
Jackenlänge
Schrittlänge
Beinweite
Bundweite
(Hose)
Jede weitere Information hinsichtlich der Prüfung kann angegeben werden, um die Auswertung der Prüfergebnisse zu
erleichtern.
ANMERKUNG Die Ergebnisse der an verschiedenen Prüflaboratorien durchgeführten Prüfungen sind nicht miteinander vergleichbar, da
sie derzeit zu stark voneinander abweichen.
a Die Messungen müssen an der innersten und der äußersten Schicht erfolgen.
b Nach der Prüfung können die Materialien im Prüfmuster so stark beschädigt sein, dass eine genaue Messung nicht
möglich ist. In diesem Fall ist es nicht erforderlich, die Spalten 5 und 6 auszufüllen, stattdessen sind Beobachtungen
hinsichtlich des Ausmaßes der Änderung der Maßbeständigkeit als Prüfergebnis anzusehen.

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DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Anhang F
(informativ)

Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen


Norm und der vorherigen Ausgabe EN 1486:1996

a) Im Wesentlichen wurden folgende Änderungen vorgenommen:Normative Verweisungen insbesondere


auf Prüfnormen aktualisiert;

b) Definitionen geändert, die verschiedenen Arten spezialisierter Brandbekämpfung sind nicht mehr definiert;

c) Anforderungen an Kleidungsensembles geändert, unterschiedliche Typen sind nicht mehr festgelegt: Die
Anforderungen an Wärmeübertragung durch Strahlung, Flammen und Kontaktwärme entsprechen
weitgehend dem früher festgelegten Typ 3, die Typen 1 und 2 sind nicht mehr in der Norm festgelegt;

d) Anforderung an Pattengröße von Taschen aufgenommen;

e) Anforderung an Kompatibilität des Kopfschutzes mit Helmen festgelegt;

f) Anforderungen an Fußschutz geändert;

g) Anforderungen an Handschutz geändert;

h) Anforderungen an die Sichtscheibe aufgenommen;

i) Anforderung an Alterungbeständigkeit durch Waschen (größte Anzahl von Reinigungszyklen nach


Angaben des Herstellers) aufgenommen;

j) Anforderung an den Wärmedurchgangswiderstand wurden geändert;

k) Anforderung an Nahtfestigkeit aufgenommen;

l) Anforderungen an Oberflächenbenetzung aufgenommen;

m) Kennzeichnung geändert;

n) informativer Anhang mit Maßen nicht mehr enthalten;

o) normativer Anhang über mechanische Vorbehandlung metallisierter Materialien aufgenommen;

p) informative Anhänge B, C und D aufgenommen.

25
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 89/686/EWG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption 89/686/EWG bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften im Rahmen der betreffenden Richtlinie in
Bezug genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist,
berechtigt die Übereinstimmung mit den in Tabelle ZA.1 aufgeführten Abschnitten dieser Norm innerhalb der
Grenzen des Anwendungsbereichs dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den
entsprechenden grundlegenden Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften
gegeben ist.

Tabelle ZA.1 — Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und der Richtlinie 89/686/EWG

Abschnitte/
Grundlegende Anforderungen der Richtlinie
Unterabschnitte
89/686/EWG, Anhang II
dieser EN
4.1 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
1.2.1.1 Geeignete Ausgangswerkstoffe
4.1 1.2.1.2 Angemessener Oberflächenzustand jedes Teils einer PSA, das mit dem
Benutzer in Berührung kommt
4.2.1 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.2.1 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers
4.2.2 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.3.2.2 2.3 PSA für Gesicht, Augen und Atemwege
4.3.2.3 2.3 PSA für Gesicht, Augen und Atemwege
4.3.2.4 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.3.2.5 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.3.2.6 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.3.2.6 2.3 PSA für Gesicht, Augen und Atemwege
4.3.2.7 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
4.3.2.8 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion

4.3.2.8 3.1.1 Stöße durch herabfallende oder herausgeschleuderte Gegenstände und durch
Aufprall eines Körperteils auf ein Hindernis
4.3.2.9 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
4.3.2.10 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.3.2.10 2.3 PSA für Gesicht, Augen und Atemwege
4.3.2.10 3.9.1 Nichtionisierende Strahlungen
4.3.2.11 3.6.1 Ausgangswerkstoffe und andere Bestandteile der PSA

26
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Tabelle ZA.1 (fortgesetzt)

Abschnitte/
Grundlegende Anforderungen der Richtlinie
Unterabschnitte
89/686/EWG, Anhang II
dieser EN

4.3.2.12 2.12 PSA mit einer oder mehreren direkt oder indirekt gesundheits- und
sicherheitsrelevanten Markierungen oder Kennzeichnungen
5.2.2 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers
5.2.3 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
5.3 2.4 PSA, die einer Alterung ausgesetzt sind
6.1 3.6.1 Ausgangswerkstoffe und andere Bestandteile der PSA
6.2 3.6.1 Ausgangswerkstoffe und andere Bestandteile der PSA
6.2 3.6.2 Gebrauchsfertige vollständige PSA
6.3 3.6.1 Ausgangswerkstoffe und andere Bestandteile der PSA
6.3 3.6.2 Gebrauchsfertige vollständige PSA
6.4 3.6.2 Gebrauchsfertige vollständige PSA
6.5 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
7.1 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
7.2 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
7.3 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
7.4 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
7.5 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
8.1 1.2.1. Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
2.12 PSA mit einer oder mehreren direkt oder indirekt gesundheits- und
9
sicherheitsrelevanten Markierungen oder Kennzeichnungen
10 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein.

27
DIN EN 1486:2008-04
EN 1486:2007 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 469, Schutzkleidung für die Feuerwehr — Anforderungen und Prüfverfahren für Schutzkleidung für
die Feuerwehr

[2] EN 531, Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiter

[3] EN 20811, Textilien — Bestimmung des Widerstandes gegen das Durchdringen von Wasser; Hydro-
statischer Druckversuch (ISO 811:1981)

[4] EN ISO 3175-2, Textilien — Chemischreinigung und Nachbehandlung — Teil 2: Verfahren für Per-
chlorethylen (Tetrachlorethen) (ISO 3175-2:1998)

[5] prEN ISO 13506, Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen — Prüfverfahren für eine vollständige
Bekleidung — Voraussage der Wahrscheinlichkeit von Verbrennungen unter Verwendung einer
sensorbestückten Prüfpuppe (ISO/DIS 13506:2004)

[6] EN 15614, Schutzkleidung für die Feuerwehr — Laborprüfverfahren und Leistungsanforderungen für
Schutzkleidung für die Brandbekämpfung im freien Gelände

[7] EN ISO 6330, Textilien — Nichtgewerbliche Wasch- und Trocknungsverfahren zur Prüfung von Textilien
(ISO 6330:2000)

[8] EN ISO 15797, Textilien — Industrielle Wasch- und Finishverfahren zur Prüfung von Arbeitskleidung
(ISO 15797:2002)

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