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GRUNDRISS des GENERALBASSES

eine theoretifch - praktifche

Anleitung
für die elften Anfänger entworfen ,
von

J . C. KELLNER

Op . XFI . Erfier Theil.


= = sa % s == = =
/
>v - ■ C a f f e 1,
gedruckt auf Köllen des Verfaffer
< F : = =^
•< 3s = ^

Vorerinnerungen .

I ch will mich nicht dabei aufhalten , dem Publico in langen verwickelten Perioden , die , doch in den
meiften Fällen erdichtete , Beweggründe vorzutragen , welche mich zur Herausgabe , diefer Anlei¬
tungbeftimmten ; fondern dafür die Entftehungsart derfelben erzählen , ihren Zweck und Gebrauch
anzeigen . .
" Schon vor einer langen Reihe von Jahren war es mein Beruf , junge Leute , und überhaupt ,
Liebhaber der Tonkunft zu unterrichten . Hierunter waren denn nicht feiten künftige Tonkünftler ,
welche den Generalbafs , und die Regeln der Setzkunft , ftudierten . Indem ich diefe , und neben ih¬
nen Liebhaber , die von dem Nutzen des Generalbafles in der - Mufik überzeugt waren , zur Erlernung
des Gen er albafies praktifch anwiefs , fand ich für lie im erften Anfang alle Anleitungen , die mir zu
Geficht gekommen waren , zufchwer , fo , dafs die Meiften vor ihnen zur tickbebten , und die Luft
zur Erlernung des Generalbafles verlohren . Ich befolgte alfo von der Zeit an in meinem Unterricht ,
ohne eine andere Anleitung zum Grunde zu legen , beftändig die Ordnung der verfchiedenen Theile
des Generalbafles , die in gegenwärtiger Anleitung befolgt ift , und verband mit ihnen die Theorie ,
eben fo , wie ich ihre erften Grundlinien hier angezeiget habe . Da nun nicht alle , die Generalbafs
lernten , gerade Tonkünftler werden wollten , ihn alfo nicht weiter ftudierten , als bis fie im Stande
waren , leichte Stücke auf dem Klaviere zu accompagniren , und Choräle zu fpielen , fo fetzte ich für
fie einen Entwurf der erften Grundfatze des Generalbafles auf a ) .
Schon
4 *V » < l1 " » — nj »

Schon feit mehreren Jahren ift dies der Leitfaden meines Unterrichts . Diefen Entwurf nun bey
der Menge von Liebhabern , die ich beftändig unterrichte , immer abfchreiben zu lallen , war zu müh -
fam , zu weitläuftig , undfo fand ich es dann für gut , ihn dem £) rucke zu übergeben .
Gegenwärtiger Grundrifs foll alfo — und das ift der Zweck , den ich bei feiner Herausgabe ha¬
be , — ein Leitfaden zum Unterricht für meine Scholaren £eyn . Nicht Geldgierde noch etwas dem
ähnliches ift die Triebfeder , die mich zur Herausgabe beftiinmte . Doch ftille ! ich wollte ja nicht dein
Strom der Mode folgen und Beweggründe anführen , . und . wäre bald , ohne es felbft zu willen , in . die¬
fen Fehler verfallen .
Nun noch etwas vom Gebrauch diefer Anleitung . — Dafs es nicht hinlängliche , durch und durch
vollftändige Anleitung , vollendetes Syftem für Liebhaber ift , die keinen Lehrer haben , brauche ich
Wol nicht zu erinnern . Es ift für mich und jeden Lehrer , der es brauchen will , . ein Leitfaden zum
$>raktifchen Unterricht , der aber nur für den erften Anfänger beftimmt wurde . Satz für Satz mnCs
darin hinlänglich erläutert , und mit vielen , vielen praktifchen Exempeln deutlich und verftändlich ge¬
macht werden .
So wie es ficher von dem ausgebreitetften Nutzen ift , fähige Köpfe mit Erlernung des General -
fcaßes in die Tonkunft einzuweihen ; weil fie dadurch einen umfaffenden Blick über die erften Tonpe -
O
fetze erhalten ; fo wenig wolte ich doch anrathen , minder fähigen Köpfen ohne alle vorhergegangene
Uebung im Spielen irgend eines Tnftruments , fogleich den Generalbafs zu . lernen . Aeufserft fchwer
bleibt es doch immer für den Lehrer diefen jeden Satz des GeneralbafTes , fo deutlich vorzuzeichnen ,
als es unumgänglich nöthig ift . Angehende Tonkünftler können , nachdem fie die hier vorgetragene
Theorie fich eigen machten , ihr Studium mit folgenden vortreflichen Werken fortfetzen ; Marburgs
Handbuch bey dem Generalbafs . Mathesons grofse Generalbafs - Schule ; Kirneergers Ivunft des
reinen Satzes . Bachs Verfuch über die wahre Art das Klavier zu fpielerf , 2terTheil , welcher vom
Generalbafs handelt .
Möchten nur wenige aus diefer Anleitung Nutzen fchöpfen , dann wollte ich den Augenblick
glücklichpreifen , in weichen es mir einfiel , fie dem Publico mitzutheilen .

I.
L
Melodik — Harmonik — Generalbafs — Akkorde —
te ganze Theorie der Mufik zerfällt in Zwey Haupttheile , erfllich in Melodik , und zweytens in Har¬
monik .

- Melodik , enthält das Syriern von Regeln , nach welchen mehrere Tone in verfchiedenen Zeitpunclen
aufeinanderfolgen , ohne gegen die erfien Hauptgefetze der Mufik , das Vergnügen des Zuhörers zu flöhren .
Harmonik , enthalt das Syflem von Regeln , nach welchen mehrere Tone in einem Zeitpunkt zufam -
men angefchlagen werden , aber fo zufammen angefchlagen werden , dafs fie entweder fchon an fleh , oder in
einen folgenden Zufammenklang , das Gehör beruhigen .
Der Generalbass befchäftiget fich vorzüglich mit dem lezten Theile , der Harmonik , und mit ihrem
Gegenflande , der Harmonie .
Bey einer ausführlichen Erklärung kann man in doppelter Hinficht den Generalbafs unterfcheiden , erftl .
als blofse Theorie , und denn ill er mit der Harmonik oder mif der Lehre von den bellen Zufammenklang
eins und daflelbe : zweytens , als ausgefchrieben in Ziefern , um zu einen mufikalifcheh Stücke, gefpieiet zu
werden . Dann ifl diefer Generalbafs , das , was von einem Gebäude der «Rifs ifl ; er ifl Grundrifs des Zufam -
menklangs aller der Haupttöne , die im ganzen mufikalifchen Stücke fleh finden , mit Weglaffung aller der
Töne , die im Zufammcnkfan .g nicht geachtet werden , und zum melodifchen Theil des Stücks gehören .
Die Harmonie beflehet aus den ; denkbaren Arten des bellen Zufammenklangs mehrerer Töne ; aber
eines folchen Zufainmenklangs , der entweder für fleh , oder in der Verbindung mit einem folgenden , das Ge¬
hör beruhiget . Jede Art des bellen Zufammenklangs heifst ein Akkord ; alfo find dies bellen Beflandtheile
der Harmonie Akkorde . Da nun die Harmonie aus lauter Akkorden beflehet , und der Generalbaß .der Grund¬
rifs der Harmonie ifl , fo beflehet alfo auch der Generalbafs aus lauter Akkorden . Das Inflrumenf , auf dem
diefe allgemeine Harmonie vorgetragen wird , ifl ausfchlieffungsweife das Klavier . Die Art , wie diefer foge »
nannte Generalbafs durch Noten bezeichnet wird , ifl kürzlich folgende . Es ifl nur ein Noten - Syflem , dem der
BafsfchlüfTel gewöhnlich vorflehet . Auf diefem Syflem flehen nun die Grundtöne aller vorkommenden
: . ' : / { «• ■ - . • ■ ' - " D £ ; - il ' .Ak-

h) Bey Kirchenmufiken , und vornehmlich in Fugen kommeri auch höhere SchlUfiel , als Discant, Alt ' und Tenor vor»
A - 3
Akkorde , das heifst ihr Bafs . Ueber diefen Grundtönen nun fteherf Zählen , welche die zu diefen Tönen zu
greifenden Akkorde bezeichnen Sie werden von den '' Grundtönen an beftändig aufwärts abgezählt , und mit
der rechten Hand zu ihnen gegriffen . Gehn wir nun auf die Akkorde felb/t zuriicke , fo findet fich - zwifchen
allen Tönen , die fie zufammen anfchlagen ein gewifler Abiland , oder kunftinäflig zu reden , ein Intervall .

■2 .
Diefe in dem Syftem der Tonleiter enthaltene Hauptintervalle find :
; - o — o =0 _ c
. _ ^ - -- ° =_ _ -
-Q — W-

• Q — —
Der Einklang C , e . ^ E =6^ Ä Die Sexte C . a .
:C = z
7
- __ n
O
Die Secunde . .
C d
b ^ EozrOzzd Die Septime C . h . _ « :0 — -

Die Terz . £ . e. Die Odave C . c . I


- - . IQ .
9

ms »"
Die Quarte . f. Die None . C . .
C
: cr d

_ 5_
Die Quinte C. g . lEfcz :: 0^ —
~ n z:
= Die Decime C . e .

Die
Die durch das erhöhte oder durch, das - t erniedrigte Intervalle find folgende :
ffiXL *^ Ii
Die mit bezeichnete
^ = 10 = ^ = = =

Die mit 1? bezeichnete ! iqäg = ta

j4
Die kleine Secunde C . des . pfJ ^. _ die übermäßige Quinte C . gis . zO = = :

iSi
f- T^S -r — fe ^ ? --

Die übermäßige Secunde C . dis . toi _ die kleine Sexte C . as . iO = = :

fe 3
Die Meine Terz C . es . feö ---- die übernurfige Sexte . .
C ais
:~ Ez? EE :
__ 4 _ .
1
______
k _i

Die grolTe Quarte C . fis . die kleine Septime C . b .

I * _ JtS .
Die kleine Quinte , , oder die fai - gz = feQ = die verkleinerte Septime Cis b . Citz = ZMa - :
: _ zzzzo ~ :
fche Quinte C . gös . -

fcS_
Eine noch begreiflichere fal - -- O - die kleine None C . des . ±iznro =
fche Quinte Cis g . -— — - ^O "
8 ."' „' „ .' SS ? , ,.,,. ■, , ....... ^ >

\ ■ :- - ' ■ " 3' i . .


d Erklärung der im Generalbafs vorkommenden Zeichen .
.

Wenn ein & über einer Bafmote flehet , fo bedeutet folches die grofse Terz ; flehet aber ein t? darü¬
ber , fo bedeutet es die kleine Terz .

Das Erhöhungszeichen aber , welches die Zahlen angehet , ift ein Strich durch die Zahl , ' als zum Bey -
fpiel : gt 7} . 8 . f§ . Diefer Strich bedeutet , dafs die Zahl den Beynamen "groß 'bekommt ,' z . B . große
Terz , große Quart & c . und alfo einen halben Ton höher mufs gegriffen werden . Das Erniedrigungszei¬
chen welches in der ' Zahl oder neben der Zahl flehet , ift ein b - Dies giebt der Zahl den Beynamen . klein ,
z . B . Meine Terz , kleine jQuarte & c . und bedeutet , daß die Zahl
einen halben Ton tiefer muß gegriffen wer -
, den , z . B . at> 3t> 4k 5i> 7k sh hg - ] ft aber das mufikaiifchc Stück mit m bezeichnet , fo werden auch die
i kleinen Intervallen auf folgende Art bezeichnet , ak : ak - 3k - 4$. 5k - tfk - ? k - str - ko - ift es hingegen mit 1? be¬
zeichnet , fo bedeutet die vorhergehende Bezeichnung mit fj auch wiederum große Intervalle .

^ Alle zufammen angefchlagene Töne klingen wohl oder beleidigen das Ohr ; oder noch befter zu ja¬
ge « , beruhigen « Jas Ohr an fleh , oder yerurfachen ihm eine gewilfe Unruhe , welche , durch die auf lie
folgende Tone wieder aufgehoben wird : Daher ihre Eintheilung in
4 -
? Confonanzen und Diffonanzen .
Qmfonanzm ■, oder an ficii wohlklingende und das . Gehör beruhigende Intervalle lind wieder perfecta ;
(vollkommene ) , und " imperfecta : ( unvollkommene ) . '
Vollkommene Confonanzen find ' die Qiiirite und Otlave ä ) . Unvollkommene* die ■ Ttrz und Sexte * ■
Diffbnanzen , öder nicht .an fleh wohlilhig -eiKla und das Gehör beunruhigende -„ Intervalle find : Seeunde ,
Quarte e% Septime und None .
i ' . '

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' : ' - ■ ■ ' ' ' ~r .: ZyV - - ' , * ' ■ - r ' \. ■ , ' rra
»

^ ) Die kleine Quinte , oder die faikhe , welche nur 3 Intervallen enthalt , ( dahingegen die vollkommene Quinte 3 £ In¬
tervalle , bat ./, wird noch Unter die unvollkommenen Confoiianaen gerechnet ,
tf) Pie Quarte wkd auch ofi als eine Confonanz gebraucht , befoaders wenn fie mit der
Terz und Sexte zu flehen koait .

1
« er 9
Da DiJJonanzm an fich das Gehör nicht beruhigen fondern zu deflen Beruhigung eine Aunöfuug in eine
Confonanz nöthig ift , fo können fie nur unter folgender Bedingung auf einander folgen , w^enn fie fo in einan¬
der eingreifen , dafs fie wech fei leitig , eine in ' Rnckficht auf die andere das Gehör beruhigen / ) .
Zwey vollkommene Confonanzm , als Quinte und Odave dürfen in einerley Stimmen in gerader Bewe¬
gung nicht auf einander folgen , weil fonft die in der Mufik fogenannten unerlaubten Quinten und Oäavea
eutftünden ; zum Beylpiel :
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?: : pf _ q ; "T — r
unerlaubte Quinten . unerlaubte Oclaven .
- 44 —

Unvollkommene Confoiaanzen , als Terzen und Sexten , können in gerader Bewegung in gleichen Auf-
mid AWleigen beyder Hände fo viel auf einander folgen , als nur immer wollen , doch mufs , wenn mehrere
Sexten auf einander folgen , die Sexte allezeit oben gegriffen werden , weil auch fonft zwifchen der obern -
imd mittlem Stimme Quinten entzünden , z . B .

ii gut r fchlecht fchlecht


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Voll -
/ ) Diefes mm beftimmter auszufahren , und mit vielen Exempeln zu belegen , gehört nicht für den Anfänger , welcher e*
doch ohnmöglich zu faffen im Stande iß .
Krim . Qrtindr . des G ^ ralb . B
ut
0± —
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~^— 0 — •—
Vollftimmiger -« — 5 —?
durch Verdoppe¬ * _
lung der Sexte .

Zu Vermeidung der vorhin angeführten unerlaubten Quinten und Octaven ift , die entgegengefetzte Be
Vegung der Hände das dienlichfte Mittel . Um dies aber recht zu verliehen , mufs ich erft einige Worte voi
der Harmoriifchen Fortfchreitung , oder der zum Generalbafs gehörigen Bewegung lagen .
& "
Die Bewegung ift dreyerley .
i ) .Die gerade Bewegung , » ) die Süünhewegmg. 3 ) die Gegenbewegung.
jL - €3ä - * V
w,
F>
) Gerade Bewegung , wenri beyde : __s : «= g:
i

Hände zugleich m einerley Richtung mit « = a = r ^-t = s=—


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r -
einander auf und abwärts fpielen . z . B . ^ aufwärts . abwärts . . .
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O —
pzf- i : 3 , : :
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zfc * nSzz«:
2 ) Seitenbeweguiig , wenn eine Hand HfM -- — Ä __

lieget und die andere uhterdelferi fort - Hl^ pTT ' M-
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£$ 2
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fpielet , z . B .
: o - - e ~ - -5 — r |fesärf
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Vdierechte fpielet u . die linke lieget . / \ die <rechteHand lieget u . dielinke -fpielet/

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# <5 ? ÜT^^ t II

mm - ^
) Gegmbeweguug ^ wenn die rechte Hand auf¬
3
dirSz ^i^ ^ lirJi
wärts. ; und die Linke abwärts , oder die Rechte : : zp^ ^
-IT4- -i—
^ rig -
--- 1—
abwärts , und die Linke aufwärts , alfo bey de Hän - 6 6 7S
$e gegen einander , oder aus einander fpieien , z . B . J
- -^ - » - i
* 3=tt
^ - ^ dHfjl ^ ^ *- ? -

Von der Bewegung , und ihren Gebrauch , müßten noeh viele Regein angezeigt , und erkläret werden ,
weil ich aber diefe Anleitung nicht für Tonfetzer — fondern nur für Anfänger fchreibe , und , diefe , wenn iie
"

jene Regeln , wie ich nicht ohne Grund furchte , nicht verbünden , ungeduldig und verdrüfslicrr werden möch - .
ten , fo will ich diefe Regeln , da fie überhaupt auch mehr bey der Setzkunft als bey dem mechanifchen Spie¬
len des General baffes nöthig find , übergehen , und _ nur noch fagen , dafs durch den Gebrauch der Gegenbe¬
wegung , alie verbotene Quinten und Octaven können vermieden werden ; wie folgende Beyfpiele zeigen .
V
/ unerl
nerlaubte \ / durch die Gegenbewe - \ / unerlaubte / durch die Gegenbewe - \ / unerlaubte \
. roi+vnffoi-i- * f Oftaven ■
f Q» iinten | 1 gung verbeffert 1 f Quinten gung verbelfert
±d =4ä - ^ d « = dy £ > - W== :s £
h-
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res :
fchleeht gut gut fchleeht gut fchleeht
3EE : ~t 3 ±==±
O -
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£ -O -
jar . — 6 ----
: fs >:

f durch die Gegenbewe - \ / unerlaubte \ / durch Verdoppelung der \


I gung verbeifert . Oftaven \ Sexte verbeffert
A

6 .

6 -
Von den T o nar t e . n

Die Tonktmft . und alfo auch der Generaibafs hat 12 Töne g ) . Alle diele Tone haben gewilfe
an -
dere Tone , die immer neben ihnen gefunden werden , mit denen fie fich verbinden , ohne die
übrigen zu
gebrauchen , und in diefer Beziehung heißen fie Tonarten .
Alle Tonarten - find na6h einem Hatipttheiiungsgrunde entweder * Dur oder Moll , ( hart oder
weich ) ,
oder grofife und kleine , wodurch wir 1 % grolTe und ia kleine Tonarten bekommen .
Eine kleine Tonart ifr eine folche , die unter dem Syficm ihrer Töne eine kleine Terz hat : bey
der
ich , wenn ich die Töne , welche fie in lieh fafst , aufwärts fpiele , im
Abftand des dritten Tones vom Grund -
ton ein Intervall von einer kleinen Terz , das herist von i?§ Intervall finde .
Eine große Tonart ifl eine folche , bey Welcher der Abftand des dritten Tones vom Grtmdton
eine,
große Terz oder ein Intervall von 2 ganzen Tönen , in 3 Staffen , in lieh faßt . Kurz ! die große Tonart
hat eine gro & Terz , oder eine folche , die aus 2 ganzen Intervallen in 3 St'ufFen ' befleht ; die
kleine Tonart
hat eine kleine Terz , oder eine folche , die aus i | Intervall in 3 StufFen beflehet . Wenn man
die , in einer
Tonart enthaltene Töne nach ihrer Lage auf - und abwärts fpielt , und durch eine oder mehrere Ö &
även durck
fuhrt , fo heifst das Auf - und Abfteigen eine Scala ( öder Tonleiter . ) Jede Tonart hat
ihre hefondere Scala .
Die groß ; Tonarten fieigen mit ein - und derfelben Scala auf und ab , nicht fo die kleinen
Tonarten ,
Dicfe fteigen mit der Scala ihrer großen Tonarten auf , nachdem fie in derfelben die grofse
Terz \ Ton
herunter gehen irefsen , und fie fo in die Kleine verwandelten . Jm Abfteigen aber befolgt die Scala
jeder klei¬
nen Tonart , die diefer kleinen Tonart eigene Bezeichnung . Hier find feile Regeln nöthig , um
«Jtn aufzufinden , der zu den Scalen aller Tonarten hinfuhrt .
den Leitfa «

Schema der großen Tonleiter ( Modus major } .


Im Aufzeigen , Grundton , zwey ganze Töne , ein grofTer halber , drey ganze , ein grofTer
halber k) .
litt Abfteigen , ein grofTer halber Ton , drey ganze , ein größer halber , zwey ganze ,
Grundton *") •
Sehe*
g ) Weil Klavier und Orgel , die Inftrumente , auf denen der Generaibafs gefpielet wird , nur zvtcM
Durch Bezeichnung der * und h aber finden fich , wegen verfchiedener Benennung , überhaupt inHaupttöne haben »
der Muftk noch
viele Nebentöne .
h ) In der groflen Tonart C . « ennt man die Intervalle von
Die andern mit * und b • bezeichnete kleine halbe Töne EbisF . einen großen halben Ton, desgl , auch von H bis
,
ff) Alle Töne ins Aufzeigen , fo wie auch im Abfteigen .
Schema der kleinen Tonart ( Modus minor ) k )
Im Auffteigen , Sruacifon , ein ganzer Ton , ein halber , vier ganze , ein halber / ) .
Im Abfressen ,
zfey ganze Töne , ein halber , zwey ganze , ein halber , ein ganzer , Grundton .'
Penen Anfängern noch einen deutlichem Begrif davon zu machen , fetze ich hinzu , dafs die kleine Tonletfe *
aufwärts durch die " grofle Sexte und große Septime , abwärts aber durch die kleine Septime und kleine , Sex « ?
gehet : wie hier in Noten ausgedruckt zu fehen iß ,
( k K *m + - tm * 0 ) • (k }
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"Ntf! :
N
[
\ im
A moll
Aufliegen/
J l moll
A
im Abfteigen/
I I
\
C moll j
im Auffieigen/
f C moll
\ im Abüeigen/
]

Jede Tonart hat auch ihren befondern Akkord , das Wort im engen Verftande genommen . Hier ilt aber Akl
& ord nicht mehr jeder an fich Harmonifche , oder hi den folgenden Tönen harmonifch - werdende gleicha
Anfchlag mehrerer Töne ; fondern das Anfehlagen dreyer Töne , die , vom Grundton an gerechnet % Terz *
Quinte und Oclave zu Intervallen haben . Auch diefe werden nach der Analogie ihrer Tonarten iß groife
und kleine ( dur oder moli ) Akkorde eingetheiiet . . ■
Die große Terz iß das Kennzeichen eines Durakkords ', imd
die kleine Terz das Kennzeichen eines Mollakkords .

Akkorde in Durtonarten .
Alle diefe Akkorde enthalten die öogrofle
* Terz in fich . * ■
C. G . fD>. A. . . ,
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Akkorde in Molltonarten .
Alle diefe Akkorde enthalten die kleine Terz in fleh .
C moll . G moll . D > *
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Den Anfängern ifr bey diefen Akkorden befonders


beyzubringen , dafs jeder Akkord 3 mal vei*in <Iei*
werden kan . Hierbey müfs ich die Bemerkung machen , dafs
fowol hier als im ganzen Generalbafs . bey meh»
reren auf einander folgenden Akkorden ( das Wort im
weitlauftigen Verbände genommen) , der Folgende dem
Vorhergehenden am nächßen liegen mnf« . Zum Beyfpiel :

uA
C: | I
^ - - ^ -^
G . |
^
D .
~U
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t %= *£ t : :| ^ E5E| Ef » - t t
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pt =
-ß - f

und fo weiter.
^ p3CIjCjpH -*^£--3 J =
■5LZ__ fc - pT
— J ^
zxr* — :*
^ lacfc
j — fc . Zfc±Xtt ^
—• — • — • — f~

Eine Dar - und eine Molkonart haken immer einerley


wie G dur) D moll , wie F dur , ( G moll , wie Bdur ) , Bezeichnung , als A moll , wie C dar , ( E moH*
und fo weiter durch alle Intervalle .

8 -
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E x rata .
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ß - ß -
Ä5 - im Uten Takt , über der Note G. ~—
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P~ —~"
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. , . ff ' '* | - ! • 1 '■ , ' ' I


30 . im I3ten — über der erften Note B . muß die 6 euie 9 ftyn .

3# . im Exempel 8 * der 6totx Liaie , im 4ten Tait , fehlt über der Note A
&ß. « ' . •,