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Duden

Österreichisches Deutsch

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Duden
Österreichisches
Deutsch
Wörterbuch der Gegenwartssprache
in Österreich

5., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage

Von Jakob Ebner

Dudenverlag
Berlin

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© Duden 2019 D C B A
Bibliographisches Institut GmbH, Mecklenburgische Straße 53, 14197 Berlin

Redaktion Dr. Ilka Pescheck


Autor Dr. Jakob Ebner
Herstellung Ursula Fürst
Umschlaggestaltung Tom Leifer Design, Hamburg
Satz Sagittarius-A, Hirschberg
Druck und Bindung Heenemann GmbH & Co. KG
Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin

Printed in Germany
ISBN 978-3-411-04985-1
www.duden.de

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Liebe Leserin, lieber Leser,

als dieses Wörterbuch unter dem Titel »Wie sagt man in Österreich?« vor
fünfzig Jahren erstmals erschien, war es ein Versuch. Österreichisches Stan-
darddeutsch (im Unterschied zu den Dialekten) war kaum noch ein Thema
und wurde höchstens in Abgrenzung zu Deutschland gesehen. Auch für die
nächsten Auflagen konnte man noch von einem relativ klar abgegrenzten ös-
terreichischen Deutsch ausgehen. Das ist seit den 1990er-Jahren nicht mehr
möglich. Die zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen den regio-
nalen und nationalen Sprachräumen des Deutschen lassen keine genauen
Abgrenzungen mehr zu. Insofern bewegt man sich auf einer Gratwanderung
zwischen dem modernen Sprachgebrauch und dem traditionellen österreichi-
schen Deutsch. Es geht in diesem Wörterbuch daher nicht um Abgrenzung von
fremdem Sprachgebrauch, sondern um Information über den österreichischen
Sprachgebrauch und um die Sensibilisierung für die vielfältigen Ausprägungen
des Deutschen.
Das Wörterbuch spiegelt ein halbes Jahrhundert Sprach- und Wörterbuch-
geschichte des österreichischen Deutsch.
An wen ist das Wörterbuch gerichtet?
– An Deutsche oder Schweizer, die sich im Urlaub oder beruflich in Öster-
reich aufhalten und aus Interesse oder Notwendigkeit mit den sprachlichen
Gepflogenheiten vertraut machen,
– Österreichern dient das Buch als einsprachiges Wörterbuch, das im Unter-
schied zu allgemeinen deutschen Wörterbüchern den österreichischen
Wortschatz genauer ausführt,
– an kulturell Interessierte, die sich als Leser, Literaturwissenschaftler oder
auf dem Theater mit österreichischer Literatur beschäftigen und spezielle
Sprachinformationen brauchen,
– Leser österreichischer Zeitungen, Journalisten, Historiker,
– Lehrerende für Deutsch als Fremdsprache,
– Sprachwissenschaftler und Übersetzer, die sich mit Varietäten der Stan-
dardsprache beschäftigen.
Von anderen Wörterbüchern unterscheidet sich dieses vor allem dadurch,
dass es nicht einen Querschnitt durch den gesamten Wortschatz bietet, son-
dern nur den Teil des Wortschatzes, der sich in Österreich vom Wortschatz
in Deutschland oder der Schweiz unterscheidet. Es ist ein Wörterbuch der ös-
terreichischen Standardvarietät (mit Berücksichtigung der Umgangssprache)
und kein Dialektwörterbuch.
Schon in der 4. Auflage wurden veraltete Wörter gestrichen und die Belege
auf das Gegenwartsdeutsch beschränkt. Fanden sich in den früheren Aufla-

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Vorwort

gen noch Literaturzitate, anfangs sogar aus dem 19., später aus dem ganzen
20. Jahrhundert, so wurden die Belege jetzt auf die aktuelle Gegenwartssprache
beschränkt. Österreichisches Deutsch sollte nicht als Sprachmuseum gesehen
werden, sondern eingebettet in die Entwicklung der deutschen Gegenwarts-
sprache.
Auch in Bezug auf die Sprachschichten wurde eine neue Orientierung ge-
sucht: War in den ersten Auflagen noch Umgangssprache und Dialektales in
den literarischen Texten als Gegenstück zu einem damals stark amtlich ge-
prägten Deutsch zu dokumentieren, so ist das heute nicht mehr nötig, da
Nichtstandardsprachliches in hohem Maß in die Sprache der Öffentlichkeit
eingedrungen ist. Viele veraltete und dialektnahe Stichwörter, die besser in
Dialektwörterbüchern dargestellt werden, wurden ausgeschieden. Es schien
wichtiger, österreichisches Deutsch auch in Hinblick auf die internationale
und europäische Geltung als Standardvarietät zu dokumentieren.
Die vorliegende 5. Auflage mit neuem Titel bringt eine komplette Durch-
sicht und Erneuerung des Wortschatzes. Auch die Ergebnisse der 2.  Auflage
des »Variantenwörterbuchs des Deutschen« wurden berücksichtigt. Manche
Wörter wurden gestrichen, weil sie inzwischen im gesamten Sprachraum ver-
wendet werden und keine Austriazismen mehr darstellen. Beibehalten wurde
die starke Ausrichtung auf Bedeutungsunterscheidungen, phraseologischen
Sprachgebrauch und Wortbildungstypen. Das Verweissystem wurde zur bes-
seren Übersichtlichkeit vereinfacht, die weiblichen Formen konsequenter be-
rücksichtigt. Die Belege wurden auf Zeitungs- und Internetquellen beschränkt.
Zur Erfassung der Wortbedeutung und -verwendung sind viele Belege nötig.
Sie stammen aus manueller Exzerption, aus den Archiven der Tageszeitungen,
dem Korpus der Dudenredaktion und anderen deutschen Korpora sowie dem
Austrian Media Corpus (AMC), das dankenswerterweise vom Austrian Centre
for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissen-
schaften und der Austrian Press Agency (APA) bereitgestellt wird: Hier danke
ich besonders Mag. Hannes Pirker für seine Unterstützung bei der Recherche.
Lexikografie kann sich aber nicht auf die statistische Auswertung von
Korpora beschränken. Die ständige Beobachtung der Sprache in Medien und
privater Kommunikation und eine kritische Bewertung der Belege bezüglich
Sprechsituation, Alter und Stilschicht ist weiterhin Aufgabe von Lexikografen
mit ihrer sprachlichen Kompetenz.
Der Diskussion mit vielen Fachkollegen bin ich zu Dank verpflichtet. Für
konkrete Korrekturen und Hinweise danke ich Prof. Dr. Heinz Dieter Pohl, Prof.
Dr. Peter Wiesinger und Dr. Robert Sedlaczek.

Linz, im Jänner 2019 Jakob Ebner

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INHALT

Zum Gebrauch des Wörterbuchs 9


Die Auswahl der Stichwörter 9
Wie ist das Wörterbuch angelegt? 10
Welche Informationen enthalten die Artikel? 11
Belege und Beispiele 12
Regionale Angaben 13
Sprachschichten, Stilbewertungen und Angaben zum
Wortgebrauch 14
Das Verweissystem 15
Ausspracheangaben 16
Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen 18
Quellenverzeichnis 20
Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch 24
Ein Blick in die Sprachgeschichte 24
Was heißt österreichisches Deutsch? 27
Wie entstehen Austriazismen? 30
Sprachräume und Staatsgebiet 35
Die Sprachsituation in Österreich 39
Über das Verhältnis von Standardsprache und Dialekt 42
Der Wortschatz des österreichischen Deutsch 43
Phraseologie 46
Wortbedeutung 49
Wortfelder 54
Wortbildung 60
Rechtschreibung 65
Aussprache 65
Betonung 69

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Inhalt

Grammatik 71
Pragmatik 76
Wörterbücher zum österreichischen Deutsch 78
Ausgewählte Literatur zum österreichischen Deutsch 79
Wörterbuch 83

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Die Auswahl der Stichwörter

Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Die Auswahl der Stichwörter

1. Das Buch ist als Darstellung der Standardsprache in Österreich gedacht


und nicht mit einem Dialektwörterbuch zu verwechseln. Die Umgangssprache
wird ausführlich behandelt, wobei die schriftliche Verwendung oder die Ver-
wendung in Medien ein wichtiges Aufnahmekriterium darstellt. Dialektwörter
(Wörter aus regionalen Basisdialekten) werden nicht verzeichnet. Dem Dialekt
noch nahe, aber durch literarische oder mediale Verwendung dem Dialekt-
status enthobene Wörter werden angeführt, wenn sie in schriftlichen Quellen
(nicht aber in Dialektliteratur) vorkommen; sie werden als »mundartnah« ge-
kennzeichnet.
2.  Das Buch behandelt in erster Linie die Gegenwartssprache. Veraltete
oder veraltende Wörter werden verzeichnet, wenn sie bei der älteren Gene-
rationen noch bekannt sind, in schriftlichen Quellen vorkommen oder wenn
wichtige ältere, häufig gelesene literarische Texte eine Aufnahme nahelegen.
3. Gegenstand des Buches sind natürlich Austriazismen. Allerdings ist es
schwierig, österreichischen Sprachgebrauch von den Nachbarländern abzu-
grenzen. Der Nutzen eines Buches, in dem nur die reinen Austriazismen, d. h.
die auf Österreich beschränkten Spracheigentümlichkeiten, behandelt werden,
wäre gering. Will man die österreichische Standardsprache in allen ihren Er-
scheinungen erfassen, muss man jene Wörter mit einbeziehen, die auch in
einer benachbarten Sprachlandschaft vorkommen. Ebenso werden die Wörter
behandelt, die nur in einem Teil Österreichs vorkommen. Die regionale Ver-
breitung wird jeweils angegeben (z. B. auch bayr., auch südd., auch schweiz.,
auch ostd. usw.) bzw. die beschränkte Verbreitung innerhalb Österreichs. Eine
Abgrenzung von Deutschland ist unter anderem deshalb schwer durchzufüh-
ren, weil auch Deutschland selbst regional sehr unterschiedlich ist. Bei vie-
len Formen, meist betrifft es die Betonung, gibt es in Deutschland zwei oder
mehrere Varianten: Wenn in Österreich nur eine davon üblich ist, erscheint
ein entsprechendes Stichwort in diesem Wörterbuch. Auch gemeindeutsche
Wörter mit einer signifikant höheren Frequenz in Österreich werden in diesem
Buch aufgenommen.
Das Buch bezieht sich auf den allgemeinen Gebrauchswortschatz. Sach-
spezifika und Wörter aus Fachsprachen finden nur dort Aufnahme, wo dies
aufgrund der großen Verbreitung (z. B. weil eine große Berufsgruppe betroffen
ist und daher ein Wort in den Medien oft genannt wird) oder der Relevanz für
die Bürger (z. B. Rechts- und Verwaltungssprache) sinnvoll erscheint.

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Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Wie ist das Wörterbuch angelegt?

1. Dem unterschiedlichen Benutzerkreis entsprechend ist auch die Anlage


des Wörterbuchs mehrschichtig. Für die Stichwörter, die auf Österreich (und
die Nachbarlandschaften) beschränkt sind, stellt es dem Typ nach ein ein-
sprachiges Bedeutungswörterbuch (ähnlich dem »Duden – Universalwör-
terbuch«) dar. Die entsprechenden Artikel sind Primärartikel.
2.  Für Stichwörter, die den Unterschied zum allgemeinen Standard in
Deutschland zeigen, ist es dem Typ nach ein Differenzwörterbuch, die ent-
sprechenden Wörterbuchartikel also Differenzartikel. – In der Formulierung
wird unterschieden zwischen eigenständigem Lemma und bloßer unterschied-
licher Form eines Lemmas. Daher lautet die Formulierung: Abschreib…: österr.
Form, in D Abschreibungs-; Diskonter: bes. österr. Form, in D meist Discounter.
a) Aufbau der Primärartikel:
Lemma (fett, blau) mit dazugehörigen Angaben – Doppelpunkt – Bedeutungs-
erklärung mit eventuellen Zusatzangaben – Doppelpunkt – Belege oder Bei-
spiele (Beispieltext kursiv). Es folgen fakultativ: klärende Hinweise (nach Ge-
dankenstrich), Redewendungen (fett, durch * gekennzeichnet), Verweise (fett,
durch ↑, oder mager, durch Vgl. gekennzeichnet), Zusammensetzungen und
Ableitungen in Nestanordnung (fett, schwarz; durch Raute  vom übrigen Ar-
tikel abgesetzt).
b) Aufbau der Differenzartikel:
Die Differenz ist verbal so ausformuliert, dass auf den Unterschied deutlich
hingewiesen wird. Die Vergleichsform ist meist angeführt, außer sie ergibt
sich eindeutig aus dem Zusammenhang. Solche Unterschiede können sich auf
Aussprache, Betonung, Geschlecht der Substantive, Beugungsformen, Sprach-,
Stil- oder Altersschicht, Wortbildung, Verwendungsweise oder Bedeutung be-
ziehen.

3. Für Unterschiede in der Wortbedeutung kann es sich dabei um folgende


Fälle handeln:
– ein Wort hat in Österreich eine zusätzliche Bedeutung,
– eine Bedeutung fehlt in Österreich,
– die Bedeutung ist von Grund auf anders,
– eine gemeinsame Bedeutung wird in anderen Nuancen angewandt.

Diese Unterschiede werden in den Wörterbuchartikeln meist nicht einzeln


erklärt, um sie nicht zu kompliziert und zu schwer lesbar zu machen. Daher
werden in diesem Wörterbuch bei Bedeutungsdifferenzen grundsätzlich nur
die in Österreich neuen Bedeutungen angegeben und nicht die Vergleichsposi-

10

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Welche Informationen enthalten die Artikel?

tion. Man kann also davon ausgehen, dass alle anderen Bedeutungen gemein-
deutsch sind und daher nicht angeführt werden. In den meisten Fällen versteht
sich das von selbst. Wenn die Wendung im Jahre Schnee angeführt ist, wird kein
Benutzer daran zweifeln, dass natürlich auch die Grundbedeutung von Schnee
in Österreich vorkommt. Und bei Pass im Sinne von ›Gruppe von Arbeitern‹
oder ›Bund unverheirateter Burschen‹ zweifelt auch niemand, dass die Bedeu-
tungen ›Reisepass‹ und ›Bergübergang‹ die gemeindeutschen Hauptbedeutun-
gen sind. Wo aber eine Klärung nötig ist, weil bei selteneren Wörtern nicht
von jedem Benutzer eine genaue Kenntnis der Bedeutungen erwartet werden
kann oder erfahrungsgemäß Missverständnisse auftreten, wird eigens auf die
Unterschiede hingewiesen, z. B. mit Formulierungen wie »die Bedeutung … ist
gemeindeutsch«. Beispiel: Klampfe bedeutet in Österreich auch ›Bauklammer‹,
dazu der Hinweis »Die Bedeutung ›Gitarre‹ ist gemeind.«
4.  Die Erklärungssprache: Die in den Erklärungen verwendeten Wörter
sollen sowohl für Österreicher als auch für Deutsche verständlich sein und
auch der eigenen Norm entsprechen; d. h., es soll nicht die eine Norm die maß-
gebliche für die andere sein. Daher soll nicht Topfen einfach durch ›Quark‹
erklärt werden, weil Quark kein Standardwort für Österreich darstellt. Umge-
kehrt gilt natürlich dasselbe. Andererseits wäre es unnötig aufwendig, würde
man bei Wörtern, die zwar regional begrenzt, aber allgemein verstanden wer-
den, eine komplizierte »neutrale« Erklärung liefern. Daher wird Marille ein-
fach mit ›Aprikose‹ umschrieben. Um aber anzuzeigen, dass Aprikose nicht in
Anspruch nehmen kann, das übergeordnete Wort auch für Österreich zu sein,
wird es selbst durch in Klammern gesetzte vorangestellte Länderangaben (in
D) Aprikose als regional gekennzeichnet.

Welche Informationen enthalten die Artikel?

Angaben zum Lemma:


Betonung und Quantität: a̱ , ạ Ein Punkt unter einem Vokal bezeichnet Kürze,
ein Strich Länge der betonten Silbe.
Grammatik: Bei Substantiven wird der Artikel und die Deklination, bei Ver-
ben die Konjugation (mit der Perfektbildung mit sein oder haben) angegeben.
Die grammatischen Angaben werden aber aus Platzgründen weggelassen,
wenn sie mit einem gemeinsprachlichen Wort übereinstimmen oder  – bei
spezifisch österreichischen zusammengesetzten oder abgeleiteten Wörtern –
das Grundwort als Stichwort vorkommt.
Die Wortart wird nur angegeben, wenn die Wortarten unterschieden wer-
den müssen, z. B. Adjektiv oder Adverb, Präposition oder Konjunktion.

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Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Alle anderen Angaben sind durch bestimmte Zeichen gekennzeichnet:


// Schrägstriche für grammatische Angaben,
〈 〉 Winkelklammern für etymologische Angaben,
[ ] eckige Klammern für die Aussprache,
( ) runde Klammern für alle Stil-, Schicht- und Regionalangaben.

Angaben zur Bedeutungserklärung:


Hinweise, zur Bedeutungserklärung stehen vor der Definition in runden Klam-
mern. Das sind z. B. Angaben, dass ein in der Erklärung verwendetes Wort
nur in Deutschland vorkommt oder dass ein umgangssprachliches Wort zur
Erklärung herangezogen wird. Die erklärenden Zusätze sind an die Bedeu-
tungserklärung in runden Klammern direkt angefügt, wenn sie sehr kurz
sind, ausführlichere Hinweise stehen, durch Gedankenstrich getrennt, nach
den Belegen.
Die Bedeutungserklärungen sind nicht typografisch gekennzeichnet, weil
sie durch Doppelpunkte abgegrenzt sind. In kommentierenden Textteilen
sind Worterklärungen durch halbe Anführungszeichen ›…‹ erkennbar, zitierte
Wörter durch Kursivdruck.
Die einzelnen Bedeutungen sind durch Ziffern und Buchstaben unterschie-
den. Homonyme und Lemmata mit unterschiedlicher Grammatik werden in
getrennten Artikeln mit hochgestellten Ziffern behandelt.
Beispiele und Belege: Alle Beispiele und Belege sind durch Kursivdruck ge-
kennzeichnet und durch Semikolon (;) getrennt. Frei formulierte Beispiele
beginnen immer mit Kleinbuchstaben. Belege sind oft aus Platzgründen in
Ausschnitten zitiert.
Die Phraseologismen sind durch Stern * und fette Schrift gekennzeichnet.
Unter Phraseologismus sind Redewendungen, Redensarten, häufige fest gefüg-
te Attribuierungen und Wortverbindungen (Kollokationen) zusammengefasst.
Wenn zu einem gemeindeutschen Wort nur ein Phraseologismus als österrei-
chisch zu verzeichnen ist, folgt nach dem Hauptlemma gleich das Sternchen.

Belege und Beispiele

Beispiele (durch Kursivdruck gekennzeichnet) sollen die Bedeutung eines


Wortes erhellen, den Gebrauch innerhalb des Satzes verdeutlichen und zu-
gleich Beleg für das Vorkommen sein. Die Beispiele sind im Allgemeinen
Belege aus Zeitungen, Zeitschriften und aus Internetquellen, nur für typische
Verwendungsweisen wird, wenn nötig, zusätzlich ein frei formuliertes Bei-
spiel angefügt.

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Regionale Angaben

Die Zeitungsbelege stammen aus den wichtigsten Tageszeitungen verschie-


dener Bundesländer, entweder aus Exzerptionen oder aus Internetarchiven,
und zwar ab dem Jahr 2000. Diese zeitliche Begrenzung soll sicherstellen, dass
aktueller Wortschatz dargestellt wird. Die Internetquellen sind kurz so zitiert,
dass die Institution (Behörde, Firma usw.) erkennbar ist.

Regionale Angaben

Für die regionalen Verhältnisse werden folgende Termini verwendet:

Außerhalb Österreichs:
gemeindeutsch: im gesamten deutschen Sprachgebiet in annähernd glei-
chem Maß vorkommend,
schweizerisch,
bayerisch: bezeichnet die Sprache im heutigen Freistaat Bayern, bezieht
sich meist nur auf Altbayern,
bairisch: dient zur Bezeichnung des ganzen Volksstammes und des gesam-
ten Dialektraumes und umfasst daher Altbayern und Österreich (ohne Vor-
arlberg),
süddeutsch: ungefähr die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg
(bzw. das bairische, schwäbische und alemannische Dialektgebiet in Deutsch-
land),
südwestdeutsch: ungefähr Baden-Württemberg (bzw. das schwäbische und
alemannische Dialektgebiet in Deutschland),
westdeutsch: im Wesentlichen das Rheinland,
ostdeutsch,
norddeutsch.
Für die Länderbezeichnungen Deutschland und Schweiz werden die Siglen
D und CH gesetzt.

Innerhalb Österreichs:
ostösterreichisch: das unter Wiener Einfluss stehende Gebiet (Wien, Nieder-
österreich, Burgenland, Oststeiermark),
westösterreichisch: im Wesentlichen Tirol und Vorarlberg,
südösterreichisch: im Wesentlichen Kärnten, Osttirol (je nach Stichwort in
unterschiedlicher Ausdehnung),
südostösterreichisch: Steiermark und Kärnten,

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Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Vorarlberg: bezeichnet zugleich das Bundesland als auch das alemannische


Gebiet in Westösterreich (mit dem Tiroler Außerfern).
Außerdem werden die Bundesländerbezeichnungen zur geografischen Zu-
ordnung herangezogen.

Sprachschichten, Stilbewertungen und Angaben zum


Wortgebrauch

Diese Angaben folgen der in Dudenbänden üblichen Form:


Sprachschichten:
standardsprachlich (im Wörterverzeichnis nicht näher gekennzeichnete
Wörter gelten als standardsprachlich),
umgangssprachlich (z. B. sich abputzen, Zwutschkerl, fuzeln),
mundartnah: in seltenen Fällen, in denen die Herkunft eines Wort aus dem
Dialektsystem noch deutlich ist, es aber weitere Verbreitung hat (z. B. Brot-
renken, Göd).
Für das Verständnis der sozialen Markierungen ist vor allem der Unter-
schied zwischen umgangssprachlich und mundartnah wichtig. Vereinfacht
kann man sagen, dass umgangssprachlich vom Gesichtspunkt des Standards
ausgeht, aber eine die Norm weniger streng beachtende, stärker emotional
und situativ orientierte Sprachform bezeichnet, während mundartnah vom
Gesichtspunkt des kleinräumigen Dialekts ausgeht, von dem aber einzelne
Wörter in eine großräumigere, auch schriftliche Verwendung gelangt sind.
Die beiden Sichtweisen können sich in der Mitte treffen. Dass es hier keine
klar formalisierbaren Unterscheidungskriterien gibt, versteht sich von selbst.
Die Entscheidung ergibt sich aus Quellenbelegen und aus der aus langjähriger
Sprachbeobachtung gespeisten persönlichen Einschätzung des Lexikografen.
Davon zu unterscheiden sind lexikalisierte Dialektformen, die in ihrer
Form auch in Zusammenhang mit Standardsprache verwendet werden, z. B.
drahn (dialektal für ›drehen‹, aber in dieser Schreibung verfestigt zu der Be-
deutung ›sich vergnügen‹), auch als fachsprachliche Bezeichnungen (z. B. Pfeid
als altdialektales Wort für ›Hemd‹, heute Fachwort in der Trachtenmode; in
der Küchensprache z. B. Kiachl, Gröstl). Für diese Ausdrücke wird unter der
Herkunftsangabe verschriftlichte Dialektform angeführt.
Ähnliches gilt für Fachausdrücke der Volkskunde (Bezeichnungen für Ge-
bräuche u. a.), die auf Dialektwörtern beruhen, aber als Fachwörter zur Stan-
dardsprache gehören.
Stilschichten und Angaben über besondere Nuancen: gehoben, formell,
salopp, derb, abwertend, aufwertend, scherzhaft, emotional; Behördensprache
14

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Das Verweissystem

(als Stilangabe, oft auch Amtsdeutsch genannt, im Ggs. zur Bereichsangabe


Verwaltung).
Zeitliche Angaben: Neubildung (z. B. Einforstung), veraltend (z. B. Ruderleib-
chen, Bestschießen), veraltet (z. B. Dürrkräutler).
Bereichsangaben: Verwaltung, Rechtssprache, Volkskunde, Sport, Politik u. a.
(nur verwendet, wenn der Bereich aus der Bedeutungserklärung nicht eindeu-
tig hervorgeht).

Das Verweissystem

Die Verweise dienen dazu, einerseits die Wortfamilien aufzuzeigen, andererseits


auf Synonyme hinzuweisen. Dadurch werden nicht nur einzelne Wörter erklärt,
sondern auch in den Zusammenhang des Wortfeldes und der Wortfamilie ge-
stellt, z. B. Gegenstand: ↑ Hauptgegenstand, Lehrgegenstand, Lieblingsgegenstand,
Nebengegenstand, Pflichtgegenstand, Unterrichtsgegenstand, Wahlpflichtgegen-
stand. Auf Wörter der Wortfamilie (Ableitungen und Zusammensetzungen)
wird mit ↑ hingewiesen, auf Synonyme oder inhaltliche Zusammenhänge mit Vgl.
Aus Platzgründen wird aber nicht auf Stichwörter verwiesen, die in der al-
phabetischen Reihenfolge unmittelbar folgen oder vorausgehen. Die Verweise
stehen am Schluss des Artikels. Von den einzelnen Zusammensetzungen wird
auf alle anderen Wörter mit demselben Grundwort verwiesen. Wenn das Ver-
weisnest aber aus mehr als zwei Wörtern besteht, wird der Übersichtlichkeit
halber nur auf ein in Kapitälchen gesetztes Zentralwort verwiesen, bei dem
man Verweise auf weitere Zusammensetzungen findet, z. B. zu Knödel: Brösel-
knödel, Erdäpfelknödel, Fleischknödel, Germknödel, Grammelknödel, Grießknö-
del, Hascheeknödel, Heidenknödel, Kasknödel, Kaspressknödel, Kirsch[en]knödel,
Leberknödel, Marillenknödel, Mohnknödel, Powidlknödel, Pressknödel, Reiber-
knödel, Semmelknödel, Serviettenknödel, Speckknödel, Topfenknödel, Wurstknö-
del, Zwetschkenknödel.
Zusammensetzungen und Ableitungen werden in Lemmaschrift nach Rau-
te   angefügt, wenn sie nicht als Artikel im Wörterbuch erscheinen. Dies ist
dann der Fall, wenn sie mit gemeindeutschen Wörtern gebildet werden und
sich die Bedeutung selbst erschließt. Wenn sie aber mit einem weiteren Aus-
triazismus gebildet werden oder wenn eine Bedeutungsangabe nötig ist, wird
ein eigenes Stichwort angesetzt. (Die alphabetische Anordnung kann dadurch
unterbrochen werden.) So sind Marillenbaum und Marillenbrand an den Arti-
kel angehängt, weil auch Aprikosenbaum und Aprikosenbrand gebildet werden
können, dagegen erhalten Marillenkoch und Marillenröster einen selbstständi-
gen Artikel, weil auch Koch (›Mus‹) und Röster Austriazismen sind.
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Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Ausspracheangaben

Die Aussprache wird nur bei seltenen Fremdwörtern, bei dialektnahen Wör-
tern und in Differenzartikeln mit Ausspracheunterschied angegeben. Grund-
lage ist das standardsprachliche gemeindeutsche Lautsystem, das aber mit
den spezifisch österreichischen Ausprägungen in Verbindung gebracht wird
(siehe Aussprache und Betonung Seiten 65–71).
In der folgenden Tabelle werden die verwendeten Lautzeichen (nach IPA)
angegeben und ihre Aussprache mit den spezifisch österreichischen Ausprä-
gungen erklärt. Für standardsprachliche Wörter bildet im Wesentlichen die
Dudennorm die Grundlage, wobei eine gegebenenfalls abweichende Realisie-
rung in Österreich vermerkt wird.
a, aː helles a hat, Rahm
ã, aː nasaliertes helles a, in vielen Dialektwörtern Mandl
ɑ̃, ɑ̃ː nasaliertes dunkles a, bes. in franz. Fremwörtern Chance
ɐ abgeschwächtes a mustern
ɐ̯ unsilbisches, abgeschwächtes a; nach r; in dialektalen Uhr, mir;
Diphthongen oa, ea, ia, ie, ua Hoangart, Buam
ʌ abgeschwächtes dunkles a in engl. Fremdwörtern Cup
æ, æː sehr offenes, dem a angenähertes e in engl. Ranking
Fremdwörtern
e, eː geschlossenes e lebt
ɛ, ɛː offenes e (wird in Österr. oft geschlossen gesprochen hätte, Sprache
und steht hier meist für den Schwa- oder Murmellaut)
ə Murmellaut, in D in Nebensilben (dafür in Österr. Tante, Ware
offenes, schwach betontes e)
i, iː geschlossenes i bis
ɪ offenes i (wird in Österr. meist geschlossen gesprochen) Billard
i̯ unsilbisches i, wie im zweiten Bestandteil des ei-, Medaille, Pension
ai-Diphthongs
o, oː geschlossenes o Loge, jovial
ɔ, ɔː offenes o; auch für verdumpftes bairisches a mit noch, Patschen
unterschiedlicher Lautfärbung
ø, øː geschlossenes ö Höhe
œ offenes ö öfter
u, uː geschlossenes u Ruhe

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Ausspracheangaben

ʊ offenes u (wird in Österr. oft geschlossen gesprochen) Geruch


y, yː geschlossenes ü Mühe,
übernehmen
ʏ offenes ü (wird in Österr. oft geschlossen gesprochen) Bütte
y̆ unsilbisches ü in franz. Fremdwörtern Etui
b, d, ɡ stimmhafte Verschlusslaute (Lenes; in Österr. meist baden, gehen
stimmlos gesprochen)
p, t stimmlose Verschlusslaute (Fortes; fallen in Österr. platt, tun
vielfach mit den stimmlosen Lenes zusammen)
k stimmloser, behauchter Verschlusslaut kahl
f f-Laut Feuer
h Hauchlaut hohl
j j-Laut Jänner
l l-Laut (in unterschiedlichen Ausprägungen) Kehle, lachen;
Gstanzl, Stockerl
m m-Laut Mut
ŋ ng-Laut gingen, Sänger
r r-Laut (in unterschiedlichen Ausprägungen) rufen, warum
s stimmloser (»scharfer«) s-Laut (stimmlose Fortis) Masse, Maus
z stimmhafter (»weicher«) s-Laut (stimmhafte Lenis; in singen, Mäuse
Österr. meist stimmlos gesprochen)
ʃ stimmloser sch-Laut schön
ʒ weicher, stimmhafter sch-Laut (in Österr. meist Journal, Regie
stimmlos gesprochen)
v w-Laut weit
x Achlaut acht
ç Ichlaut echt
pf Affrikata aus p+f Pfad
ts Affrikata aus t+s Zaun
tʃ Affrikata aus t+sch (stimmlos) Patschen
dʒ Affrikata aus d+sch (stimmhaft) Joker
ː Länge des Vokals
̯ unsilbischer Vokal (bei i, a, u)
ˈ steht vor der betonten Silbe

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Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen

Abk. Abkürzung
Abl. Ableitung(en)
Adj. Adjektiv
AHS allgemeinbildende höhere Schule
Akk. Akkusativ
APA Austria Presse Agentur
arab. arabisch
bair. bairisch
bayr. bayerisch
Behördenspr. Behördensprache
Berufsbez. Berufsbezeichnung
bes. besonders
Bez. Bezeichnung(en)
Bgld. Burgenland
BHS Berufsbildende höhere Schule
CH Schweiz
D Deutschland
Dat. Dativ
eig. eigentlich
engl. englisch
fachspr. fachsprachlich
fam. familiär
franz. französisch
gemeind. gemeindeutsch
Ggs. Gegensatz
griech. griechisch
hist. historisch
i. S. v. im Sinne von
Inf. Infinitiv
Int Internet
ital. italienisch
jidd. jiddisch
jmd. jemand
jmdm. jemandem
jmdn. jemanden
kath. katholisch
Kinderspr. Kindersprache
Ktn. Kärnten
lat. lateinisch

18

DTB8_5Aufl.indb 18 23.05.2019 12:32:23


Im Wörterverzeichnis verwendete Abkürzungen

niederld. niederländisch
NÖ Niederösterreich
nordd. norddeutsch
OÖ Oberösterreich
oö. oberösterreichisch
ORF Österreichischer Rundfunk
österr. österreichisch
Österr. Österreich
ostösterr. ostösterreichisch
Part. Partizip
Rechtsspr. Rechtssprache
Sbg. Salzburg (Land)
schweiz. schweizerisch
slaw. slawisch
slowen. slowenisch
span. spanisch
Stmk. Steiermark
st. V. starkes Verb
südd. süddeutsch
südösterr. südösterreichisch
südostösterr. südostösterreichisch
südwestd. südwestdeutsch
sw. V. schwaches Verb
tschech. tschechisch
ugs. umgangssprachlich
Ugs. Umgangssprache
ung. ungarisch
urspr. ursprünglich
Vbg. Vorarlberg
vgl. vergleiche
Verkl. Verkleinerung
verschriftl. verschriftlicht
Verw. Verwaltung
westd. westdeutsch
westösterr. westösterreichisch
Wz Warenzeichen
Zus. Zusammensetzung(en)

19

DTB8_5Aufl.indb 19 23.05.2019 12:32:23


Zum Gebrauch des Wörterbuchs

Quellenverzeichnis

Verzeichnis der gedruckten Quellen (mit Abkürzungen)


(Dazu kommt eine große Zahl elektronischer Quellen: Internetseiten von Be-
hörden, Institutionen, Firmen usw. Sie sind nicht einzeln aufgelistet, sondern
nur beim Stichwort zitiert.)

APA (Austria Presse Agentur)


Augustin, Obdachlosenzeitung, Wien
auto touring, Clubmagazin des ÖAMTC, Wien
Bauernzeitung, Wochenzeitung, Wien
BVZ Burgenländische Volkszeitung, Wochenzeitung, St. Pölten
Datum, Magazin, Wien
ST Der Standard, Tageszeitung, Wien
FU Die Furche, Wochenzeitung, Wien
PR Die Presse, Tageszeitung, Wien
PRaS Presse am Sonntag, Sonntagszeitung, Wien
Falter, Wochenzeitung, Wien
Format, Magazin, Wien
Gewinn, Wirtschaftsmagazin, Wien
Grazer, Magazin, Graz
Heute, Gratis-Tageszeitung, Wien
KIZ Kirchenzeitung, Wochenzeitung, Linz
Konsument, Testmagazin, Wien
KZ Kleine Zeitung, Tageszeitung, Graz
KTZ Kärntner Tageszeitung, Klagenfurt (bis 2014)
KR Neue Kronen Zeitung, Tageszeitung, Wien
KU Kurier, Tageszeitung, Wien
NÖN Niederösterreichische Nachrichten, Wochenzeitung, St. Pölten
NVT Neue Vorarlberger Tageszeitung, Bregenz
News, Magazin, Wien
Oberländer Rundschau, Wochenzeitung, Imst
OÖN Oberösterreichische Nachrichten, Tageszeitung, Linz
Österreich, Tageszeitung, Wien
OTS Textservice, Wien
profil, Wochenmagazin, Wien
Rundschau, Wochenzeitung, Linz
SN Salzburger Nachrichten, Tageszeitung, Salzburg
Steirer Monat, Monatszeitung, Graz
TT Tiroler Tageszeitung, Innsbruck
TV-Media, Magazin, Wien

20

DTB8_5Aufl.indb 20 23.05.2019 12:32:23


Quellenverzeichnis

VB Volksblatt, Tageszeitung, Linz


VN Vorarlberger Nachrichten, Tageszeitung, Bregenz
Wiener, Magazin, Wien
Wienerin, Magazin, Wien
WZ Wiener Zeitung, Tageszeitung, Wien
WirtschaftsBlatt, Wien (bis 2016)
Wohnwelt, Zeitschrift, Wien
Woman, Magazin, Wien

21

DTB8_5Aufl.indb 21 23.05.2019 12:32:23


Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch

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22

DTB8_5Aufl.indb 22 23.05.2019 12:32:24


Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch

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23

DTB8_5Aufl.indb 23 23.05.2019 12:32:24


Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch

Deutsch in Österreich – österreichisches


Deutsch

Ein Blick in die Sprachgeschichte

Mittelalter und frühe Neuzeit


Österreich nahm an der Entwicklung der deutschen Sprache in unterschiedli-
cher Weise aktiv oder passiv teil. Von einer spezifisch österreichischen Sprach-
geschichte kann in den Anfängen nicht gesprochen werden. In althochdeut-
scher Zeit (8.–11.  Jahrhundert) entstanden in Klöstern wie Mondsee Werke,
die zu den ältesten Sprachdenkmälern des deutschen Sprachraums gehören.
Im Hochmittelalter war der Süden des deutschen Sprachraums die treibende
Kraft der Sprachentwicklung. Auf dem Gebiet des heutigen Österreich entstan-
den, besonders vom Babenbergerhof in Wien ausgehend, wesentliche Werke
der mittelhochdeutschen Dichtung. Erst ab dem 16. Jahrhundert, als sich das
politische Gewicht mehr und mehr nach Mitteldeutschland verlagerte, gingen
von dort die weiteren Impulse der Sprachentwicklung aus. Zunehmend stand
der Süden, und somit auch Österreich, abseits der Entwicklung hin zum Neu-
hochdeutschen.

Verantwortlich waren dafür folgende Faktoren:


– die historisch gewachsenen Dialektlandschaften;
– die Kanzleisprache der habsburgischen Verwaltung, die aber weit größere,
meist süddeutsche, Gebiete umfasste als das heutige Österreich;
– die konfessionelle Spaltung: Als nach der Gegenreformation Österreich wie-
der katholisch war, wurden die meist »protestantischen« mitteldeutschen
Sprachformen, die in hohem Maß von Luthers Schriften geprägt waren,
abgelehnt.

Damit ist auch der geografische Bezugsrahmen des österreichischen Deutsch


genannt: der bairische und der oberdeutsche Raum.

Aufklärung und Sprachreform


Als in der Aufklärung das System einer neuhochdeutschen Schriftsprache fest-
stand, sah sich das habsburgische Österreich nicht nur sprachlich an den Rand
gedrängt.
In Österreich erkannte man bald, dass ein oberdeutscher Sonderweg keine
Zukunft hat. Dem bildungspolitischen Rückstand setzte Maria Theresia eine

24

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Ein Blick in die Sprachgeschichte

Sprachreform nach dem mitteldeutschen Muster von Johann Christoph Gott-


sched entgegen, obwohl sie selbst barock-katholisch eingestellt war und privat
Dialekt sprach. Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht (1774 unter
Maria Theresia und Joseph II.) wurde auch in Österreich das Gottsched’sche
Deutsch als offizieller Standard festgelegt (in der Verwaltung verbindlich ab
1780).
Für die sprachliche Reform in Literatur, Predigt und Schule wurde der Ge-
lehrte Johann Ignaz Felbiger aus Schlesien nach Wien geholt, der für Schule
und öffentlichen Gebrauch Lehrwerke verfasste. Gerade für die Predigt ent-
stand eine Diskussion, wie weit man volkstümliche Sprache beibehalten solle,
um nicht am Volk vorbeizureden.
Zu dieser Zeit trat der österreichische Aufklärer, Verwaltungsreformer,
Schriftsteller und Professor für politische Wissenschaften an der Universität
Wien, Joseph von Sonnenfels (1732–1817), für die Vereinheitlichung der Spra-
che ein. Er verfasste 1784 das Lehrbuch »Über den Geschäftsstil: die ersten
Grundlinien für angehende österreichische Kanzleybeamten«, das bis 1848 das
Standardwerk an den österreichischen Universitäten (insbesondere an den ju-
ridischen Fakultäten) war. Erklärtes Ziel dieses Lehrbuchs war, die Sprache der
Verwaltung so zu normieren, dass sie überall im Vielvölkerstaat einheitlich
verwendet werden konnte. Dabei stand weniger eine einheitliche deutsche
Standardsprache im Vordergrund, vielmehr war die allgemeine Verständlich-
keit des Sprachgebrauchs der staatlichen Verwaltung sein Anliegen. Somit
bedeutete sein Lehrbuch den Beginn der Entstehung einer österreichischen
Standardvarietät der deutschen Sprache. In diese Richtung weist auch die
Tatsache, dass Johann Christoph Adelungs Wörterbuch 1812 in Wien dreimal
nachgedruckt wurde und für Österreich die Norm vorgab.
Es entstand dadurch ein starker Gegensatz zwischen gesprochener und ge-
schriebener Sprache, der sich auch in der Literatur zeigte. Während das Volks-
drama (Raimund, Nestroy usw.) auf gesprochener (wienerischer) Sprachform
beruhte, schloss sich die höhere Literatur (Grillparzer, Stifter usw.) der Sprache
der deutschen Klassik an, die kaum Merkmale eines regionalen Deutsch ent-
hielt.

Die Anfänge des »österreichischen Deutsch«


Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich in der Politik die Ent-
scheidung zwischen kleindeutscher und großdeutscher Lösung zuspitzte und
Österreich schließlich aus dem deutschen Reich ausschied, gewann die Idee
eines eigenständigen österreichischen Deutsch an Bedeutung. Ein neues habs-
burgisches Kulturbewusstsein der österreichisch-ungarischen Monarchie soll-
te staatstragend werden. Erst jetzt entstanden fassbare Ausprägungen eines
österreichischen Deutsch, vor allem in der Sprache der Verwaltung, des gesell-

25

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Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch

schaftlichen Lebens und der Koch- und Speisenkultur. Von manchen wurden
die Austriazismen aber auch sehr kritisch und als fehlerhaft angesehen. Auch
die deutschnationalen Kräfte, die eine enge Verbindung mit Deutschland be-
tonten, standen dem österreichischen Deutsch skeptisch gegenüber.
Während die Zeit der Ersten Republik vielfach nostalgisch an der Kultur
der Monarchie festhielt, hinterließ die Zeit des Nationalsozialismus mit dem
Anschluss ans Deutsche Reich sprachliche Spuren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, als eine Distanzierung von Deutschland ein-
setzte, wurde mit dem bewusst so genannten »Österreichischen Wörterbuch«,
das 1951 erstmals als schmales Schulwörterbuch erschien, ein erstes Zeichen
einer sprachlichen Selbstständigkeit gesetzt. Nach dem Staatsvertrag von 1955
wandte man sich zunehmend einem anderen Nationsbegriff zu: Statt der auf
der deutschen Aufklärung und Romantik beruhenden Vorstellung von Nation
als Gemeinschaft gleicher Kultur, Sprache und ethnischer Herkunft trat der
auf der Französischen Revolution beruhende westeuropäische Nationsbegriff
von der Gemeinschaft aller, die sich zu einem Staatswesen bekennen ohne
Unterschied ihrer ethnischen Herkunft. Nun wurde Österreich in diesem Sin-
ne als »Nation« bezeichnet, womit die Eigenständigkeit trotz gemeinsamer
Geschichte und Sprache mit Deutschland betont wurde. Die Eigenständigkeit
der Sprache wurde in der Folge als wichtiges konstitutives Element der öster-
reichischen Nation gesehen und österreichisches Deutsch zu einem Begriff
und zu einem politischen Thema. Historisch gesehen ist also die Vorstellung
einer nationalen Varietät »österreichisches Deutsch« sehr jung. Die Sprach-
wissenschaft hatte sich bisher vor allem mit den Dialekten beschäftigt und
erst spät das österreichische Standarddeutsch aufgegriffen und erforscht. Die
Impulse dazu gingen bezeichnenderweise seit den 60er-Jahren des 20.  Jahr-
hunderts vom Ausland aus. Die ersten Darstellungen entstanden in Schwe-
den, in der damaligen Tschechoslowakei und in Deutschland. Auch die erste
Auflage des vorliegenden Wörterbuchs aus dem Dudenverlag von 1969 gehört
in diesen Zusammenhang. Nach einer Reihe von Einzeluntersuchungen und
Wörterbüchern wurden seit Mitte der 1990er-Jahre große Forschungsprojekte
zu nationalen Varietäten und somit zum österreichischen Deutsch gefördert.

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DTB8_5Aufl.indb 26 23.05.2019 12:32:24


Was heißt österreichisches Deutsch?

Was heißt österreichisches Deutsch?

Varianten und Varietäten


Deutsch ist keine einheitliche Sprache, die über den ganzen deutschen Sprach-
raum hinweg im Hinblick auf die Aussprache, die Grammatik oder gar den
Wortschatz gleich ist. Ganz im Gegenteil: Das Deutsche hat viele Erschei-
nungsformen, die sich in historischer, regionaler, sozialer, stilistischer und
vielerlei anderer Hinsicht voneinander unterscheiden. Das ist gar nichts Be-
sonderes und gilt auch für andere Sprachen.
Bevor wir die Frage nach dem österreichischen Deutsch beantworten kön-
nen, sind einige begriffliche Klärungen nötig.
Fast allen geläufig ist das Gegensatzpaar Standardsprache (auch: Hoch-
sprache, Hochdeutsch oder Schriftsprache)  – Dialekt (auch: Mundart). Mit
Standardsprache wird die in der Öffentlichkeit gebrauchte, normgebundene
und überregional geltende Erscheinungsform einer Sprache bezeichnet. Die
Standardsprache ist in Wörterbüchern und Grammatiken dokumentiert und
geregelt. Auch wenn sie mehr oder weniger festgeschriebenen Normen unter-
liegt, verändert sie sich im Laufe der Zeit. Auch das, was wir als deutsche
Standardsprache ansehen, ist in sich nicht völlig einheitlich. Sie zeichnet sich
dadurch aus, dass sie zu bestimmten sprachlichen Erscheinungen Varianten
aufweist. So spricht man in Österreich und in Teilen Süddeutschlands das
Wort Geschoß mit einem langen o aus, während es im Norden des deutschen
Sprachraums mit kurzem o gesprochen und dann auch entsprechend Geschoss
geschrieben wird. Beide Aussprachen gelten in ihrem Verbreitungsgebiet als
standardsprachlich. Neben derartigen Aussprachevarianten gibt es solche
grammatischer Natur wie zum Beispiel bei Gesangsbuch und Gesangbuch  –
hier geht es um die unterschiedliche Wortbildung mit und ohne Fugenele-
ment – oder solche auf der Ebene des Wortschatzes, wie sie sich bei Marille
und Aprikose, Sackerl und Tüte und vielen anderen Wortpaaren ergeben. Was
uns in Österreich im Verkehr der Vorrang ist, ist in der Schweiz der Vortritt und
in Deutschland die Vorfahrt; wo bei uns ein Landeshauptmann regiert, amtiert
in der Schweiz der Landammann und in Deutschland der Ministerpräsident.
Alle diese Wörter sind gleichwertige Elemente der deutschen Standardspra-
che, auch wenn sich ihre Geltungsbereiche nicht decken. Eine für Österreich
typische Variante heißt im Fachausdruck Austriazismus, wovon eine für die
deutsche Standardsprache in der Schweiz typische Form als Helvetismus ab-
gegrenzt wird. Für die in Deutschland charakteristischen Ausprägungen der
deutschen Standardsprache gibt es keine allgemein akzeptierte Bezeichnung.
Meist werden sie Teutonismus oder Deutschlandismus (als Adjektiv bun-
desdeutsch, teutonisch oder deutschländisch) genannt. Die logische Be-

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Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch

zeichnung wäre Germanismus, die aber vermieden wird, weil sie in anderer
Bedeutung verwendet wird.
Eine Ausprägung einer Sprache, die durch Varianten charakterisiert ist,
nennt man Varietät. Wenn sie die Standardsprache betrifft, eine Standard-
varietät.
Varietäten können groß- oder auch kleinräumige Verbreitung haben. Wenn
sie weitgehend mit einem Staatsgebiet zusammenfallen, haben wir es mit »na-
tionalen« Varietäten zu tun. Eine nationale Varietät ist also die in einem
politischen Staat gültige Form einer Sprache. Nationale Varietäten des Engli-
schen sind neben anderen das britische Englisch, das amerikanische Englisch
oder das australische Englisch. Nationale Varietäten des Deutschen sind ent-
sprechend das österreichische Deutsch, das Deutsch in Deutschland und
die hochsprachliche Ausprägung des Schweizerdeutschen. (Allerdings sind die
deutschen nationalen Varietäten infolge der von Anfang an dezentral verlau-
fenden historischen Entwicklung und angesichts der räumlichen Nähe und des
intensiven Kontakts nicht mit den englischen u. a. Varietäten mit räumlicher
Trennung in verschiedenen Kontinenten und frühen Ausbildung von Sprach-
zentren vergleichbar.)
Neben den nationalen Varietäten gibt es regionale Varietäten. Diese sind
in Teilgebieten innerhalb eines Staates (beispielsweise als ostösterreichisch,
norddeutsch) oder auch grenzübergreifend in benachbarten Teilgebieten
zweier Staaten (zum Beispiel in Gebieten Österreichs und Bayerns oder West-
österreichs und Südwestdeutschlands bzw. der Schweiz) gültig.
Die österreichische Sprachwissenschaft vertritt in der Frage des österrei-
chischen Deutsch verschiedene Auffassungen: Die Extrempositionen sprechen
einerseits von einer nahezu eigenständigen österreichischen Sprache auf ost-
österreichischer Grundlage (»österreichisch-national«). Andererseits wird ein
selbstständiges österreichisches Deutsch mit dem Argument in Abrede ge-
stellt, dass die Staatsgrenzen keine sprachhistorisch gewachsenen Grenzen
seien und nur die Fachsprache der Verwaltung mit dem Staatsgebiet über-
einstimme (»deutsch-integrativ«). Dazwischen steht die Ansicht, dass öster-
reichisches Deutsch eine selbstständige Varietät im Rahmen der deutschen
Standardsprache bildet (»österreichisch-integrativ«). Es wird aber auch die
Frage aufgeworfen, ob diese plurinationale Sichtweise angesichts der groß-
räumigen (»supranationalen«) politischen und wirtschaftlichen Entwicklun-
gen der Gegenwart noch tragfähig ist.

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DTB8_5Aufl.indb 28 23.05.2019 12:32:24


Was heißt österreichisches Deutsch?

Deutsch in Österreich – österreichisches Deutsch


Wenn von Deutsch in Österreich oder der deutschen Sprache in Österreich
die Rede ist, sind prinzipiell alle sprachlichen Ausprägungen der deutschen
Sprache in Österreich gemeint (von den Dialekten, der Umgangssprache, den
Sondersprachen, Fachsprachen bis hin zur Standardsprache). Österreichisches
Deutsch meint hingegen die Standardvarietät des Deutschen in Österreich,
wozu sowohl innerösterreichische regionale Ausprägungen gehören, sofern sie
standardsprachlich sind, als auch Ausprägungen, die mit den Nachbarlandschaf-
ten in Deutschland, der Schweiz und Südtirol übereinstimmen. Österreichisches
Deutsch ist somit die Gesamtheit der in Österreich oder einer österreichischen
Landschaft vorkommenden standardsprachlichen Ausprägungen.
Alle diese theoretischen und terminologischen Festlegungen sind zwar
wichtig, berühren die Sprachpraxis aber wenig. Man kann die Bezeichnung ös-
terreichisches Deutsch offen und ideologiefrei als das Standarddeutsch, das in
Österreich verwendet wird, bezeichnen. Eine klare Abgrenzung zum Deutsch
in Deutschland, wie sie früher versucht wurde, ist heute nicht mehr möglich.
Seit den zunehmenden internationalen Verflechtungen, hervorgerufen durch
EU-Beitritt, die Verfügbarkeit von ausländischen Fernsehprogrammen und
kommunikativen Netzwerken funktioniert die Abgrenzung nicht mehr, die
terminologisch festgelegten Verwaltungstermini ausgenommen. Insofern ist
es nicht mehr sinnvoll, wenn sich österreichisches Deutsch durch den Unter-
schied von Deutschland definiert.
Trotz aller Ausgleichstendenzen und von manchen geäußerten Zweifeln,
ob es ein österreichisches Deutsch gebe, wird man im Ausland sprachlich als
Österreicher erkannt, sogar noch im benachbarten Bayern. Abgesehen von
einigen Kennwörtern, wie Bankomat oder Jänner, ist es heute vor allem die
Aussprache und Intonation und weniger der Wortschatz, der als typisch öster-
reichisch erkannt wird.
In den Schulen war österreichisches Deutsch kaum ein Thema, da Lehr-
ziel allgemein richtiges Deutsch ist und Lehrerinnen und Lehrer die öster-
reichische Varietät ohnehin unreflektiert verwenden. Heute wird das Thema
aber auch in der Didaktik aufgegriffen im Sinne der Sprachaufmerksamkeit
und Bewusstseinsbildung über sprachliche Möglichkeiten. Varietät ist nicht
nur Abgrenzung, sondern auch Chance und Bereicherung: Sie eröffnet neue
Ausdrucksmöglichkeiten und ermöglicht sprachliche Vielfalt. Varianten, die
aus Deutschland kommen, muss man nicht als Bedrohung empfinden, son-
dern in kreativer Weise in den eigenen Sprachgebrauch integrieren. Die Frage
ist dann nicht so sehr, ob ein Wort »unösterreichisch« ist, sondern ob es in
den jeweiligen Kontext stilistisch passt. Österreich kann sich nicht aus dem
Prozess der Sprachgeschichte ausklinken und das österreichische Deutsch zu
einem Museum erstarren lassen.

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DTB8_5Aufl.indb 29 23.05.2019 12:32:24


Abdruck A

Aa nen Sinn »abbrausen«. (OÖN 20. 5. 10); Damit


kannst du dich [ab]brausen! (Das kommt
a-: die verneinende Vorsilbe a- in Fremdwör- nicht in Frage!, salopp)
tern wird österr. meist lang ausgesprochen, rennen (veraltend): braun werden, braun
in D meist kurz, z. B. asozial, asymmetrisch, machen, bräunen (von der Sonne): sich ab-
atonal brennen lassen; die Sonne brannte ihn tüchtig
Aalraupe, die; -, -n: [Süßwasser]dorsch: Eine ab; von der Sonne abgebrannt kehrten wir aus
angeblich probate Methode zur Verhütung der Italien zurück. – Abgebrannt in der Bedeutung
Fraisen bestand darin, einer Aalraupe – das ist ›ohne Geld‹ ist gemeind.
ein Süßwasserfisch mit froschähnlichem Schä- ro en (ugs., auch südd.): abpflücken: Blu-
del – lebendig den Kopf abzubeißen, diesen zu men, Beeren, Kirschen abbrocken; Dass einem
dörren und sodann in pulverisierter Form dem neuerdings aber sogar die gesunden Samen der
Kindlein noch vor der Taufe einzugeben. (WZ Brennnessel vor der gutgläubigen Nase abge-
26. 11. 05) brockt werden – das geht zu weit. (OÖN 25. 8.
Aalrutte, die; -, -n (auch südd.): /ein [Süßwas- 16). ↑ brocken
ser]dorsch/: Es geht darum, ob sich die Aal- r s österr. Form, (in D) Abbruch-: -
rutte unter nachhaltigen Bedingungen in Öster- r s r eiten Vier große Firmen teilen sich
reich züchten lässt. (SN 18. 8. 15). ↑ Aalraupe, die Abbruchsarbeiten. (PR 23.  11. 01); -
Rutte r s tr Auch die Baubestimmungen
nder n s ntr der: Antrag auf Ände- sind zu überprüfen – wenn Gebäude anders als
rung eines Gesetzes[entwurfs]: Heute … bewilligt gebaut wurden, ist theoretisch sogar
könnte ein entsprechender Abänderungsantrag ein Abbruchsauftrag möglich. (Wirtschafts-
zum ASVG im Sozialausschuss eingebracht blatt 15. 12. 06); r s es eid Drei Be-
werden. (SN 25. 5. 05) scheide  – einmal ja, einmal nein, dann Ab-
er men sw. V/hat (Behördenspr.): einen bruchsbescheid bis spätestens 31.  Juli 2008.
(anberaumten) Termin absagen: Er hat daher (VN 17. 5. 07); r s osten Bei den an-
einen Antrag auf Gewährung von Verfahrens- geführten Abbruchskosten sind die Zusatzkos-
hilfe eingebracht, so dass der Oberste Gerichts- ten für den Abbruch und die Entsorgung von
hof (OGH), wo am Donnerstag die Berufungs- kontaminiertem Material nicht berücksichtigt.
verhandlung stattfinden hätte sollen, den (WZ/Amtsblatt 29.  1. 11); r s nter-
Termin kurzfristig abberaumen musste. (TT ne men
20. 9. 00) sse n (ugs., auch südd.): abküssen: Das
e te n (auch bayr.): abschütteln: »Ich Konzept, schöne Menschen im Liebesdusel tau-
glaube, die SPÖ kann und darf sich nicht ab- meln zu lassen, bis sie einander abbusseln, wird
beuteln wie der Hund von den Flöhen …« (PR aber sein Publikum erreicht haben. (OÖN 10. 8.
14. 6. 06). ↑ BEUTELN 07). ↑ busseln
r nd er r nd erin der bzw. die (auch s en sw. V/hat [ˈabkɛʃn] (salopp, selte-
bayr.): ↑ Abbrändler: Schon am Tag nach ei- ner auch in D): abkassieren: Ich bin überzeugt,
nem Brand laden neun Vertrauensleute und dass Raiffeisen in Österreich etwas Spezifisches
der Obmann des Vereins den Abbrandler ein, ist. Wir eignen uns sicher nicht zum Abcashen.
um den Schadensfall zu bewerten und die zu er- (SN 20. 10. 07). ↑ einstreifen
bringende Leistung zu ermitteln. (SN 29. 7. 10) de nd das (auch schweiz.): Klebeband
r nd er r nd erin der bzw. die (auch zum Abdecken von Fenster- und Türrahmen
südd.): Bauer, dessen Hof durch einen Brand oder anderen Gegenständen bei Malerarbei-
zerstört wurde: Schinnerl listet die »Abbränd- ten; Kreppband: Ich erinnere mich, den Staub
ler« im Tennengau auf, nennt die Gründe für vom Abdeckband der Behälter gewischt zu ha-
die Brände auf den Bauernhöfen und erzählt ben. (WZ 11. 10. 13)
die Schicksalsschläge, die hinter den Fällen der dre en schließen, stilllegen, (ugs.) abwür-
Tennengauer Versicherung stehen. (SN 31. 12. gen: Doch die tollen Geschäfte abdrehen, so-
02) lange alles gut geht, das bringt kein Vorstand
r sen *sich abbrausen können (ugs.): zusammen. (ST 16.  9. 07). Die Bedeutung
nicht gehört werden, keine Chance haben, ›ausschalten‹ ist gemeind.
Zustimmung zu finden: Aus rechtlicher Sicht dr der: *im letzten Abdruck: im letz-
kann sich der Beschwerdeführer im übertrage- ten Augenblick, auf den letzten Drücker: Die

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A abeisen

ÖVP hat in das Regierungsprogramm im letzten erti n s iser ↑ -KAISER


Abdruck 500  Millionen Euro für einen Fonds erti n srü e die: für die Zahlung
hereingenommen, aus dem neue Energieformen von ↑ Abfertigungen bestimmte Geldreserve:
gefördert werden soll. (ST 15. 2. 05) Über die steigenden Lohnnebenkosten, Abferti-
eisen 1.  (veraltend): abtauen: den Kühl- gungsrücklagen oder Pensionskassen sei noch
schrank abeisen. 2.  (Autoscheiben, Straßen nicht gesprochen worden. (PR 21. 3. 02)
usw.) vom Eis befreien: Ein Bediensteter einer ese n (ugs., auch südd.): 1. (Knochen) ab-
Autofirma wollte am Montag am Freigelände nagen: Der Beinschinken ist immer noch nicht
einen BMW 525 XD abeisen und startete das abgefieselt (profil 4. 4. 16). 2. mit den Fingern
55.000 Euro teure Gefährt. (KR 8. 1. 08) ablösen: Erst müssen sie geknackt werden, und
A end steht österr. auch in Verbindung mit dann beginnt für so manche das langwierige
einer Uhrzeit, (in D) abends: Um zehn Uhr Abfieseln des bitteren Häutchens, was sich aber
Abend strömten sie am Sonntag zu den Mauern nur bei ganz frischen Nüssen bewerkstelligen
des Kremls. (PR 5. 3. 12) Vgl. Mittag, Mitter- lässt. (OÖN 22.  9. 01); Dafür braucht man
nacht, Nachmittag, Nacht, Vormittag reichlich abgefieselte Ribiseln. (Falter 1. 7. 15).
a endessen /nur im Inf. und 2. Part./: zu ↑ FIESELN
Abend essen: Dann wird in Linz auch abend- ot en (derb, auch bayr.): ohrfeigen, (ugs.)
gegessen und eingekauft. (OÖN 13. 3. 08). Vgl. abwatschen: Warum müssen sich die Schau-
mittagessen spieler so oft abfotzen oder gegenseitig boxen?
A end ss die: (in D) Abendkasse: Tickets (OÖN 18. 1. 03). ↑ fotzen
gibt’s an der Abendkassa ab einer Spende von retten sich; sw. V. / hat (ugs., auch südd.):
15 Euro. (ST 22. 12. 16). ↑ KASSA 1. sich mühevoll im Leben durchbringen: der
A ends it e die: Stoßzeit im Abendverkehr Mann ist fort, sie muss sich allein mit den Kin-
(Ggs. ↑ Frühspitze): Der neue Planungsstadtrat dern abfretten. 2. große Mühe mit etwas ha-
hat vorgeschlagen, zur Morgen- und Abend- ben: Sie muss sich beim Heizen immer mit die-
spitze den Schwerverkehr von dem Beton- und sem alten Ofen abfretten; sie müssen sich jetzt
Stelzenmonster fernzuhalten. (SN 8. 6. 01) angeblich mit den sozialen Grauslichkeiten ei-
a er *aber geh! ↑ geh ner ASVG-Pension abfretten. (OÖN 22. 12. 07).
rt die (Vbg. und schweiz. kurz für) ↑ FRETTEN
↑ Alpabfahrt e die (Verw.): von einer öffentlichen
erti en sw. V. / hat: ›jmdm. eine ↑ Abferti- Institution oder zu einem bestimmten
gung zahlen‹: Dabei würden alle Mitarbeiter Zweck erhobene Steuer (in D seltener).
gekündigt und abgefertigt. (PR 7. 2. 12). ↑ aus- ↑ Bodenwert-, Bundes-, Gemeinde-, Kom-
fertigen munal-, Konsumations-, Landes-, Lustbar-
erti n die: 1.  vom Arbeitgeber an den keits-, Normverbauchs-, Solidar-, Verwal-
Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeits- tungsabgabe
verhältnisses zu zahlendes, nach Gehalt und en e rde die ( formell): für Steuerbe-
Dauer des Arbeitsverhältnisses berechnetes lange verantwortliches Amt, Finanzbehörde:
einmaliges Entgelt; Abfindung: Doch warten Musste die Abgabenbehörde bisher ein Finanz-
viele Arbeitnehmer nicht bis zur Pension, son- strafverfahren einleiten, um das Bankgeheim-
dern lassen sich ihr Geld als Abfertigung aus- nis aufzuheben, genügt in Zukunft, dass sie ein-
zahlen, sobald das möglich ist. (PR 4.  4. 17). seitig Bedenken gegen die Richtigkeit der
2.  *vor Abfertigung (Behördenspr.): nach Abgabenerklärung hat, und kann mit diesen
Genehmigung des Entwurfes, aber vor der Bedenken ein Auskunftsverlangen an die Bank
Reinschrift: Der Berufungswerber hat …diesem richten. (WZ 12. 5. 15)
alle abzufertigenden Erledigungen vor Abferti- e ost mt das (Behördenspr.): die auf
gung … zur Genehmigung vorzuschreiben. (WZ einer Postsendung angegebene Abgabe-
4. 6. 02). – Auch als Formel nach der Unter- stelle: Adlwang und Aschach an der Steyr sind
schrift am Ende eines amtlichen Schrift- kleine Ämter, Rohr ist ein reines Abgabepost-
stücks amt. (OÖN 10. 8. 01)
erti n s ns r der: Anspruch auf n der (Behördenspr.): Fehlbetrag: Die
↑ Abfertigung: Einen gesetzlichen Abfertigungs- Wiener Gebietskrankenkasse wird heuer ein
anspruch haben nur Arbeiter und Angestellte. Defizit von 140 Millionen Euro einfahren. Auch
(SN 20. 1. 05) in den kommenden Jahren wird … mit weiteren

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abliegen A
Abgängen gerechnet. (PR 19. 12. 07). – Die all- die Politiker die Sperrstunden auf 3 Uhr früh
gemeinere Bedeutung ›Verlust, Abfall (z. B. vorverlegen. (KR 9. 10. 05); (übertragen) Stro-
beim Handel durch Transportschäden)‹ ist nach hat sich nicht umsonst die abgehausten
gemeind. Politiker aller Fraktionen in sein Boot geholt.
n i vermisst; nicht nach Hause zu- (KR 3. 2. 04). 2. /meist im 2. Part./ abnützen,
rückgekehrt (von Menschen und Tieren): abwohnen entscheidend für die Konzentration
Das Mädchen in Tirol war seit Allerheiligen ab- in abgehausten Gründerzeitvierteln seien aber
gängig. (PR 26.  11. 07); Auch in Haidershofen die niedrigen Mieten. (ST 12. 11. 10). ↑ aufhau-
haben zwei Katzenhalter ihre Lieblinge abgän- sen
gig gemeldet und dafür Verbrecher verantwort- ie e n (ugs.): abnagen: Geehrter Herr Obelix,
lich gemacht. (OÖN 2. 1. 15)   n i e r Verzeihung, dass ich beim Abkiefeln der Wild-
n i eits n ei e die: Vermisstenan- schweinripperl störe. (OÖN 2. 6. 18). ↑ kiefeln
zeige: Seine Frau wollte eine Abgängigkeitsan- en (regional auch in D): mit den Fin-
zeige erstatten und identifizierte den Toten als gern abnehmen: Da musste ich natürlich auch
ihren Mann. (PR 7. 10. 16) mitarbeiten, zum Beispiel Eier abklauben, das
n s se die (Schule): Vermerk auf Vieh auf die Weide treiben, bei der Ernte hel-
dem Zeugnis, das die ordnungsgemäße Ab- fen. (KZ 4. 10. 10); Raupen abklauben, in hei-
meldung von der Schule bestätigt ßem Wasser verbrühen und dann auf alle Fälle
ABGB, das; -s: Allgemeines Bürgerliches Ge- immer wieder in die Sträucher hineinschauen,
setzbuch (entspricht dem deutschen Bürger- ob neue Raupen da sind. (Falter 1.  6. 11).
lichen Gesetzbuch BGB) ↑ KLAUBEN
e r nnt ↑ abbrennen n e n sw. V. / hat (ugs.): abknöpfen: Be-
edre t (ugs., auch bayr.): durchtrieben, sonders gut einsetzbar sind Jacken mit An-
verdorben, skrupellos: Da muss jemand schon na-Karenina-Pelzkrägen, die man jedoch un-
wirklich abgedreht sein, wenn er erklären will, tertags abknöpfeln kann. (KU 13.  9. 01).
dass das gerechtfertigt ist. (PR 15. 12. 13) ↑ zuknöpfeln
e en 1.  (auch bayr.) /mit Dativ/: fehlen: r e n sw. V. / hat (ugs., auch bayr.): (Ge-
du gehst uns sehr ab; »Ich vermisse das Läuten flügel) den Hals umdrehen, abschneiden:
sehr, es geht mir ab.« (NÖN 5. 5. 17). 2. (auch Tauben waren einmal auf den Bauernhöfen das
schweiz.): ablaufen, losgehen: Um zu demons- Vorrecht des Großknechtes, der sie in einem
trieren, was alle vier Minuten ein Zug bedeutet, Schlag züchten … durfte und wenn sie rund ge-
ließ Gorton bei der gestrigen Medieninforma- nug waren, abkrageln und verkaufen. (OÖN
tion alle vier Minuten einen Wecker abgehen. 15. 1. 05); (derb:) er drohte dem Nachbarn, ihn
(KU 11. 11. 04) abzukrageln
e t n die (auch schweiz.): Vergütung, riste n sw. V. / hat (Sport): durch eine
Kostenersatz: Offen bleibe aber die Frage nach Drehung die Fahrt anhalten: Gelenkt wird
der Abgeltung für das Wohnen. (SN 6. 11. 07). mittels Gewichtsverteilung, durch die Taillie-
↑ Inflationsabgeltung rung carvt der Scoot mit geringem Kraftauf-
eordnete ↑ zum wand durch den Schnee. Gebremst wird durch
rei en (auch bayr.): abtasten: ich lasse mich Abkristeln oder Querstellen des Geräts. (profil
nicht von jedem abgreifen; Er wusste, dass das 18. 11. 02)
Mädchen erst zwölf Jahre alt war, und dass man d t m das (auch schweiz.): Verfalls-
es weder küssen noch seine Brust abgreifen datum für Lebensmittel oder Medikamente:
darf. (KU 30. 5. 06). ↑ angreifen Abgelaufener Räucherlachs war mit neuem Ab-
en das 2. Part. lautet österr. (und bayr.) laufdatum versehen worden. (SN 25.  4. 07);
abgehaut (in D abgehauen): Er hatte schon so (übertragen) Nicht nur die guten Vorsätze, die
viel mitgemacht. Er ist von überall abgehaut. jeweils zum Jahreswechsel gefasst werden, wei-
(OÖN 7. 12. 07); *sich über etwas abhauen sen ein ziemlich kurzes Ablaufdatum auf. (SN
(ugs., salopp): über etwas sehr lachen: Ich 20. 12. 07)
kann mich zum Beispiel über Mr. Bean ab- ie en st. V. / ist: 1. durch längeres Liegen
hauen. (OÖN 14. 4. 15). ↑ HAUEN mürbe, trocken usw. werden, an Qualität ge-
sen (ugs., außer westösterr., auch winnen: Das Fleisch bleibt lange im Salz. …
bayr.): 1.  Pleite machen, in Konkurs gehen: Dann wird durch Walken das Fett herausge-
Die Wirte werden nicht gleich abhausen, wenn presst. Danach: drei Monate Abliegen, weitere

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A Ablöse

acht Monate Lufttrocknen. (SN 6.  12. 03); Bankwesen): Für die Begleitwege wollte das
(übertragen) Sie redete lieber von der noch not- Land den Winzern, deren Weingärten an der
wendigen Evaluierung und ließ die nach Jah- Straße liegen, jeweils drei Meter Grund ablösen.
ren  endlich erstellte Studie Monate in ihrem (KU 15. 1. 08). 3. einen Sachpreis bei einem
Schreibtisch abliegen. (PR 9.  8. 07). 2.  (west- Gewinnspiel in Geld ausbezahlen: Der Preis
österr., auch schweiz. und südwestd.): sich kann nicht in bar abgelöst werden. (OÖN 25. 7.
hinlegen: Nach dem zehnten Zug verharren wir 05). ↑ auslösen
für 10 Sekunden in der höchsten Spannung. m en (bes. ostösterr., auch bayr.): (Sa-
Nein! Noch nicht abliegen. (VN 11.  11. 06). lat) mit Marinade zubereiten, anmachen:
↑ LIEGEN Inzwischen Pinienkerne anrösten, Salat mit
se die: 1. bei Beginn eines Mietverhält- Himbeeressig und Sonnenblumenöl abma-
nisses für eine Wohnung einmal vom Mieter chen, Walnüsse unterrühren. (PR 4.  7. 03).
zu leistende Summe, (in D) Abstand: Ablö- ↑ anmachen
sen für Renovierungsarbeiten des Mieters wür- onnement das 〈franz.〉: wird österr.
den häufig nämlich nur dann gezahlt, wenn [abɔnˈmɑ̃ː] ausgesprochen, in D meist
dies vertraglich festgelegt wurde. (PR 8. 4. 15); [abɔnəˈmɑ̃ː], in CH [abɔnəˈmɛnt]
*verbotene Ablöse (Rechtsspr.): Zahlung an s en sw. V. / ist (ostösterr. ugs.): heim-
den Vermieter oder Vormieter ohne ent- lich, plötzlich verschwinden; (ugs.) abhauen:
sprechende Gegenleistung: Liegt die Kaution Mir war die Sache dann nicht mehr sicher ge-
darüber, liegt der Verdacht nahe, dass es sich nug. Ich bin abgepascht. (OÖN 29. 11. 08)
um eine verbotene Ablöse handelt. (PR 8.  9. e en sw. V. / hat: 1. durch picken abbre-
12). 2.  (ugs. auch in D) Ablösesumme für chen: Irgendeinen Schaden muss man ja jedes
Sportler: Denn falls eine Ablöse fällig ist, Jahr hinnehmen, einmal sind es die Vögel, die
wird  der Transfer platzen. (SN 11.  12. 07). alles abpecken, heuer war es eben der Frost.
3. a)  Zahlung bei Enteignung von [bebau- (NÖN 9.  8. 12). 2.  /sich/ (ugs.) sich biegen
tem] Land durch Bund, Land oder Gemein- vor Lachen: Was sind denn die Situationen,
den, das für Bauten im öffentlichen Inter- bei denen Sie sich abpecken müssen? (Falter
esse gebraucht wird: Bei der Feinplanung 20. 9. 17)
werde man den Betroffenen, denen die Bahn t en /sich/ (ugs.): sich reinwaschen,
»vor die Nase gesetzt« werde, helfen – bei der eine Schuld auf jmd. anderen abwälzen:
Verhandlung um die Ablöse des Hauses oder Wenn man mit an der Spitze ist, ist man mitver-
beim Lärmschutz. (SN 20.  11. 07). b)  Kauf- antwortlich. Da will ich mich nicht abputzen.
preis für Grundstücke u. Ä. im öffentlichen (OÖN 7. 11. 15). ↑ PUTZEN
Interesse: Ab nächster Woche werden die Ei- s mme n von einzelnen Personen einsam-
gentümer jener Grundstücke zu Gesprächen meln: die Schularbeitenhefte absammeln; Es
eingeladen, um die Frage der Ablösen zu klä- sei auch nicht in Ordnung, dass man bei außen-
ren. »Die Ablösen werden marktkonform und politischen Aktionen »mit dem Hut absam-
gerecht sein.« (OÖN 11. 12. 07). ↑ Barablöse, meln« gehe. (PR 22. 2. 02)
Grundablöse, Investitionsablöse, Möbel- s sse n sw. V./ hat (ostösterr. ugs. sa-
ablöse, Urlaubsablöse lopp) jmdn. abfertigen: Die Gräfin Czernin
se rei ohne ↑ Ablöse zu mieten erhält- von Chudenitz … ließ sich von den SS-Schran-
lich: Möblierte 1-Zimmerwohnung ablösefrei! zen Heinrich Himmlers nicht abschasseln. (PR
(KR 28.  5. 17, Inserat)  – Die Bedeutung 22. 3. 08)
›ohne  Ablöse spielberechtigt‹ im Sport ist s en /sich etwas/ (auch schweiz., regi-
gemeind. onal auch in D): etwas Gesehenes nach-
sen 1. [ für eine Wohnung] eine Ablöse- ahmen, (in D) absehen: was wir Österrei-
summe zahlen: Ich will meine Genossen- cher  uns von den Amerikanern abschauen
schaftswohnung aufgeben und habe einen sollten: die Kinderfreundlichkeit. (PR 17.  4.
Nachmieter gefunden. Dieser würde mir auch 17). ↑ SCHAUEN
die Möbel ablösen. (KU 19. 8. 00); Er lässt sich s i ten Die Grundbedeutung ›in
nach einem Autounfall die Reparatur ablösen Schichten abtragen‹ und übertragen allge-
(statt der Reparatur gegen eine Abschlags- mein für ›abtrennen, absondern‹ ist ge-
zahlung das Auto übernehmen). 2. durch be- meind. In Österreich wird das Wort vor al-
hördliche Verfügung abkaufen (in D nur im lem im Finanzwesen für »Vermögensteile,

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absieden A
Beteiligungen usw. abtrennen« verwendet: darauf einstellen müssen, dass ihnen einerseits
Eine direkte Beteiligung an Banken hätte der weniger gegeben wird, indem etwa Abschreib-
Bund … mit hohem Gewinn abschichten kön- möglichkeiten radikal gekürzt werden. (ST
nen. (PR 22. 2. 14); Mit Ende 2012 betrug der 14. 11. 05); s rei osten Abschreibposten
Wert der Beteiligungen rund fünf Millionen oder Absetzbeträge gibt es für … außergewöhn-
Euro. … Viele Unternehmen konnten das Geld liche Belastungen wie Krankheitskosten. (ST
abschichten. (KZ 14. 9. 13) 22. 2. 06)
s i t n die (Verw.): Aufteilung der sei en sw. V. / hat: durch ein Sieb oder
Vermögenswerte nach Auflösung einer Ge- Tuch leeren, durchseihen: 2 Teelöffel Kraut
sellschaft auf die Gesellschafter: Die Sanie- oder Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser
rungskosten – 2,6 Mio. Euro für die Bedienung aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen und absei-
der Quote und 1,3 Millionen Euro zur Abschich- hen. (SN 27. 11. 07)
tung der stillen Beteiligungen  – sollten vom seit [auch ạb…] (veraltend): abseits (auch
neuen Eigentümer … getragen werden. (PR für den Regelverstoß bei Ballspielen): er ist
19. 4. 12). – In D ist diese Bedeutung selten, auch Anwalt für das, was es … an wahrem bäu-
das Wort ist aber als Fachausdruck im Erb- erlichen Leben abseit jeder Pseudo-EU-Roman-
recht häufig; in der Bedeutung »Aufteilung tik zu bewahren gilt. (KU 18. 2. 07)   seit
von Prüfungen« in der juristischen Ausbil- das: »Über links kommt eine Kaltfront, aber die
dung gemeind. Wolke steht im Abseit.« (KU 29. 6. 08)
s ie en (ugs., auch südd., schweiz.): die s n die 〈lat.〉 (auch südd., schweiz.): Ab-
Farbe verlieren, ausbleichen: abgeschossene wesenheit von einem Ort, bes. von der
Vorhänge; der Stoff schießt schon stark ab. Schule: Das von ihr vorgeschlagene Frühwarn-
↑ schießen system sieht vor, dass die Schulbehörde bei
s e en (auch südd., schweiz.): ablecken: häuslichem Unterricht oder bei auffälligen Ab-
Und dass man das Messer nicht abschlecken senzen automatisch die Jugendwohlfahrt be-
darf, ist eh klar (SN 5.  12. 07). ↑ schlecken, nachrichtigen muss. (SN 14. 2. 07)
aufschlecken set etr der (Verw.): Betrag, der bei der
s m en sw. V. / hat (auch bayr.): (Teig- Steuerberechnung von Lohn oder Gehalt ab-
waren o. Ä.) in Fett schwenken [und mit ge- zuziehen ist, (in D) Abzugsbetrag: Deutsch-
bräunter Zwiebel und gerösteten Bröseln land habe erfolgreich einen Absetzbetrag von
vermengen], (südd.) abschmälzen: Mit Salz 600 Euro für Handwerkerleistungen einge-
und Pfeffer abschmecken, über die Brezenstü- führt. (SN 11. 5. 07)   einer ie er set e-
cke gießen und mit brauner Butter abschmal- tr ein erdiener set etr Schüssel
zen. (SN 3. 11. 07) … nannte als Schwerpunkte das Kinderbetreu-
s nit e das (auch südd.): kleine Stück- ungsgeld für alle Frauen, die Pensionsreform,
chen Holz (als Abfall beim Schnitzen) oder die Erhöhung des Alleinverdienerabsetzbetrags
Papier, kleine Fleischstückchen: Gemü- und das Schließen der Einkommensschere. (ST
se-Sternchen ausstechen und als Einlage in die 18. 9. 06)   r eitne mer set etr in-
Suppe geben, die Abschnitzel mitkochen und der set etr ensionisten set etr
pürieren. (KU 17. 12. 05) te er set etr er e rs set etr
s er der (bes. österr. salopp): kurz für nter ts set etr
Abschöpfungsauftrag set osten der (Verw.): ↑ Absetzbetrag: Als
s n s tr der (Bankwesen): Auf- Absetzposten kommen u. ä. die Ausgaben für
trag zur monatlichen Abbuchung vom Ge- die Instandhaltung der Wohnung … in Betracht.
haltskonto auf ein Sparkonto oder -buch, (SN 6. 11. 07)
wenn der Kontostand einen vereinbarten siede n (auch südd.): umsiedeln, an einem
Rahmen übersteigt anderen Ort ansiedeln: Das Dorf Graun
s n s er ren das (Rechtsspr.): wurde damals wegen des Baus dieses Stausees
letzte Stufe im Privatkonkurs, ähnlich dem abgesiedelt. (OÖN 16. 7. 16)   sied n
Restschuldbefreiungsverfahren in D sieden 1.  längere Zeit sieden lassen: das
s rei s rei : österr. Form, (in D) Fleisch, die Suppe absieden; Die Fleckerln im
abschreibungs-, Abschreibungs- (in Bezug Salzwasser absieden, dann durch ein Sieb sei-
auf die Steuer): s rei i s rei - hen, damit das Wasser davon weg kommt.
m i eit So werden sich die Deutschen (OÖN 11. 5. 13). 2. abkochen; durch Kochen

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A absperren

haltbar, keimfrei machen: die Milch absieden, Geriebene Schokolade mit Wasser befeuchten
dass sie nicht sauer wird. ↑ SIEDEN und im Rohr weich werden lassen; fein verrüh-
s erren (auch südd.): abschließen: Vanda- ren und mit Butter, Dotter u. Zucker abtreiben.
lismus in der Kirche … Ein Absperren der Kir- (OÖN 4. 3. 17). ↑ austreiben
che kommt für ihn aber auch nach den Ereig- trie der (auch südd.): (in D) Rührteig:
nissen der Vorwoche nicht in Frage. (SN 14. 7. Keksbrösel mit Schoko und Mehl unter den
06). ↑ SPERREN Abtrieb heben und in die Form füllen. (KZ
s r de n verquirlen: Ei mit Mehl sehr gut 26.  12. 15). ↑ Butterabtrieb  trie -
absprudeln und mit heißer Suppe aufgießen. m sse ↑ Masse
Fortsprudeln. (OÖN 3. 9. 15). ↑ sprudeln, ver- er der (seltener und ugs. auch in D):
sprudeln Verkauf [der gesamten Waren] unter ihrem
s ü en sw. V.; hat (westösterr., auch bayr.): Wert; Räumungsverkauf, z. B. wegen Ge-
(in der Küche) abwaschen, (in D) spülen: Seit schäftsauflösung: Der Mann ist stinkreich und
fünf Jahren suche ich jemanden zum Abspülen, erwirbt seine Nachtkastln vermutlich nicht im
aber ich finde niemanden. (SN 16. 11. 03) Abverkauf. (OÖN 28. 12. 07). ↑ Konkursabver-
st tt n s redit der (Wirtschaft): Kredit, kauf
der nur einmal ausgenutzt werden kann und er en einen Abverkauf veranstalten
danach in Raten zurückzuzahlen ist (Ggs. (z. B. der gesamten Waren wegen Geschäfts-
Kontokorrentkredit): Bei laufenden Abstat- auflösung): »Wir werden uns von allen unseren
tungskrediten muss die Bank zu viel verrech- Perserteppichen trennen und ohne Rücksicht
nete Zinsen rückbuchen, bei anderen Krediten auf den tatsächlichen Wert abverkaufen.« (SN
können die Kunden sie zurückfordern. (PR 23. 2. 07)
21. 10. 13) w s die; -, -en: Abwaschbecken, (in D)
stei rtier das: österr. Form, (in D) Ab- Spüle: Als mögliche Brandursache ermittelten
steigequartier: Anders als das LG für Zivil- die Polizeibeamten einen Defekt in einem
rechtssachen, das die Wohnung bloß als Ab- Durchlauferhitzer, der in der Küche unter der
steigquartier ansah, billigte der OGH die Abwasch montiert war. (KZ 26. 2. 15). – Der in
Kündigung nicht. (PR 2. 10. 01) D vorkommende Gebrauch von der Abwasch
stieren (ugs.): jmdm. auf hinterhältige »das abzuwaschende Geschirr« ist in Österr.
Weise Geld abnehmen, jmdn. schröpfen, ungebräuchlich. ↑ Abwaschfetzen
berauben: Mit voller Wucht … tritt das Lan- w s e die: bes. im Handel übliche (hy-
desgericht St. Pölten gegen zwei Männer und perkorrekte) Form von ↑ Abwasch (Spülbe-
eine Frau an, die einen Gast mit Gangsterme- cken): Bad ist ohnehin keines eingebaut, die
thoden abgestiert haben. (KU 9. 3. 07). ↑ STIE- Frau muss sich in der Abwäsche waschen.
REN (ÖST 10. 3. 10)
strei en sw. V. / hat (auch südd., schweiz.): w s er w s erin der bzw. die: Per-
(die Schuhsohlen) durch Herunterstreifen son, die Geschirr spült (Berufsbez.): Anfangs
an einer Matte o. Ä. abputzen: »Schuhe ab- als Abwäscher angestellt, ist Drawer inzwi-
streifen, nicht drängeln, keine Getränke auf den schen in vielen Bereichen die rechte Hand sei-
Gängen …« Die Liste der Verbote und Gebote, nes Chefs. (ST 5. 2. 05); Die 39-jährige Rumänin
laut Schulordnung, ist lang. (VN 12.  9. 02). ist seit drei Wochen als Abwäscherin und Putz-
↑ Fußabstreifer frau … in der Salzburger Altstadt beschäftigt.
str de n sich (ugs., ostösterr.): sich abmü- (SN 5. 8. 15)
hen: Aber obwohl sich Szene wie Musik auf ho- w s et en der: [Schwamm]tuch zum
hem Niveau non- stop abstrudeln, zeitigt all die Geschirrabwaschen, (in D) Abwaschlappen,
Exaltiertheit und Dauerdrastik nur wenig bele- Spültuch: Sie ist jener Typ Mensch, den andere
bende Wirkung. (ST 23. 5. 14). ↑ strudeln gern als Abwaschfetzen für das Grobe herneh-
s ss das 〈lat.〉: Eitergeschwür: österr. men. (OÖN 7. 12. 15). ↑ FETZEN
auch Neutrum, in D nur Maskulinum. Dafür w s s das; [e]s, -e (veraltend): wei-
löse ich einen Salzkristall in Wasser auf, tränke tes Gefäß, Schaff, das zum Geschirrspülen
damit einen Wattebausch und lege diesen auf verwendet wird: Von Nerzmantel bis zum Ab-
das Abszess. (KU 24. 6. 06) waschschaffel lautet die Kurzformel für den Ar-
trei en (auch südd.): Fett bei Zimmertem- beitsbereich einer First Lady. (FU 15.  4. 04).
peratur so lange rühren, bis es flaumig wird: ↑ SCHAFF

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Adj ustierung A
w s s e das; -s, -n: ↑ Abwasch- wichtig und dazugehörig fühlt, in der höhe-
schaff. ↑ SCHAFFEL ren Gesellschaft anerkannt sein möchte: Mit
w ts en (ugs.): ohrfeigen: Johannes Gruber Lust und Ausdauer ist G. überall dabei, wo sich
… möchte man am liebsten gleichzeitig abwat- Macht, Einfluss und Geld oder auch nur Ada-
schen und in den Arm nehmen, um ihm zu ver- beis treffen. (PR 21. 11. 07). – Seit etwa 1930
sichern, dass auch er einmal ein richtiger als Titel von Klatschspalten in Boulevardzei-
Mensch sein wird. (OÖN 11.  3. 16); (übertra- tungen
gen) Das zünftig-deftige parteipolitische Ab- d tieren 〈lat.〉: anpassen: 1. eine Wohnung,
watschen machte einem treuherzigen Kampf- ein Haus renovieren, sanieren: In der dritten
kuscheln Platz. (PR 5. 12. 10). ↑ watschen Phase werden bestehende Pavillons saniert und
e n (ugs., auch bayr.): ablecken: R. A. be- adaptiert. (PR 15. 4. 17); in Wohnungsanzei-
griff nicht, was er tat, als er sein Opfer tötete, gen häufig in den Wendungen neu adaptiert,
zerteilte und letztendlich dessen Organe in ↑ top adaptiert. 2. einen Raum, ein Gebäude
den Mund nahm, »um davon Blut abzuzu- für einen bestimmten Zweck anpassen: Die
zeln«. (News 31. 1. 08); (übertragen) Der Bu- bestehende West-Stehplatztribüne soll adap-
sek … meint von der schwarzen Führungs- tiert und in eine Sitzplatztribüne für ca. 2.000
schicht, dieselbe wäre überwuzelt und ihre Personen umgewandelt werden. (PR 28. 11. 07)
Themen abgezuzelt. (KR 28.  8. 05). ↑ zuzeln,   d tier n Andere Bundesländer haben
auszuzeln in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 Millio-
a rom tis wird österr. auf der ersten nen Euro für Adaptierungen ihrer Landesmu-
Silbe betont, in D auf der dritten seen ausgegeben. (ST 15.  12. 07); d tie-
te das; -s. -: ein Achtelliter, bes. die übli- r n s osten d tion
cherweise bestellte Menge Wein im Gast- d tier n s edür ti renovierierungsbe-
haus: Dort ein Seidl Bier, da ein Achtel Wein dürftig (häufig in Wohnungsanzeigen für
und »für die Gesundheit« noch ein Stamperl Altbauwohnungen): Gewerbeobjekt, 3 Garcon-
Schnaps. (SN 15. 11. 06) nieren, Lagerräumlichkeiten und ein Cafe ad-
te e das; -s, -n (west-, südösterr.): ↑ Achtel: aptierungsbedürftig (ST/Immobilien, 2008,
Die hochbetagte humorvolle Jubilarin setzt sich Int); (übertragen) Daher ist das Gesetz jetzt
gerne mit Besuchern zusammen und genehmigt adaptierungsbedürftig. (PR 25. 4. 03)
sich in gemütlicher Runde ein Achtele. (VN d stieren 〈lat.〉 1. (Behördenspr.): dienstmä-
13. 12. 07) ßig kleiden: An der Außenmauer des Unteren
ter der: 1. (auch südd.): Ziffer, Note, Linie Belvederes machen die perfekt adjustierten
Acht, (in D) die Acht: er ist einen Achter ge- Garde-Soldaten erste Aufwärmübungen. (APA
fahren. Ebenso alle Zahlen, z. B. der Elfer, der 24. 5. 07). 2. richten, in Ordnung bringen: In
Sechzehner (Linie 11, 16). 2.  der Form der einem kleinen Nebenzimmer konnte sich der
Ziffer 8 ähnliche Verformung eines Fahr- FP-Chef standesgemäß für seinen Wahl-Auftritt
rad-Rades: Laufräder und Felgen bleiben län- im Bierzelt adjustieren. (PR 17.  9. 15). 3.  (oft
ger rund  – es entstehen keine »Achter«. (SN scherzhaft) für einen bestimmten Zweck zu-
16. 4. 04). ↑ Dreier, Einser, Fünfer, Neuner, rechtmachen, ausstaffieren: Bis 6. Jänner be-
Nuller, Sechser, Siebener, Vierer, Zehner, suchen die als Heilige Drei Könige adjustierten
Zweier, Zwölfer Buben und Mädchen Österreichs Haushalte
ter das; -s, -n (bes. ostösterr.): ↑ Achtel: und bitten um Spenden für einen guten Zweck.
Immerhin gibt es hier kaum derart kleine Heuri- (APA 30. 12. 11)
gen, die nur selten geöffnet haben und ein Ach- d stier n die: 1. (Behördenspr.) Uniform,
terl Wein um 0,80 Euro ausschenken. (PR 2. 1. dienstmäßige Kleidung: Etwa 20 bewaffnete
16). ↑ Fluchtachterl, Reiseachterl, Stehach- Soldaten in voller Adjustierung sorgten für Ver-
terl. Vgl. Vierterl wirrung, als sie sich mit Helm, Gesichtsschutz
t i er der (auch südd., schweiz): 80.  Ge- und Kampfausrüstung über den Hauptplatz …
burtstag: Wenn der Amtsträger dieser Tage bewegten. (KZ 13.  4. 17); Die Kellnerinnen in
seinen 80er begeht, ist er gleichzeitig noch so schwarzer Adjustierung und weißem Häubchen
»jung« in seinem Amt (FU 12. 4. 07). – In der wuchten die Bierkrüge durch die Menge. (PR
Bedeutung ›Mann von 80 Jahren‹ gemeind. 3.  10. 07). 2.  (scherzhaft) Aufmachung: Er-
Ad ei der; -s, -s (ugs., auch bayr.) 〈eig. »auch nesto Populari und seine Kollegen haben aber
dabei«〉 (salopp): Person, die sich überall kein Problem, sich in voller Indianer-Adjustie-

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DTB8_5Aufl.indb 89 23.05.2019 12:32:29


A Administrator

rung samt Federschmuck unters Publikum zu e Die Wörter auf -age werden österr.
mischen. (VN 2. 9. 02) […aːʃ ] ausgesprochen, also ohne Endungs-e
dministrator dministr torin der bzw. die und mit stimmlosem -sch […aːʒə], z. B. Agio-
(Schule): Lehrperson, die für administrative tage, Apanage, Arbitrage, Bagage, Bandage,
Aufgaben teilweise vom Unterricht freige- Blamage, Collage, Courage, Montage, Drainage,
stellt ist Emballage, Equipage, Eremitage, Eskamotage,
dr ss bes. österr. (und schweiz.) Form, (in Etage, Garage, Grillage, Kolportage, Leckage,
D) Adressen-: In einem beigeschlossenen Ku- Libertinage, Mariage, Massage, Menage, Pas-
vert sind Informationen enthalten: Kurzbiogra- sage, Persiflage, Rage, Reportage, Sabotage. Die
fie und ggf. Bibliografie, alle Adress-Koordina- Aussprache mit -e am Schluss nimmt in den
ten (Tel.-Nr., evtl. E-Mail) … (OÖN 23. 11. 07); Medien aber zu
die Form Adressen- ist auch in Österreich nden die /Plural/ 〈lat.〉: Aufgaben, Oblie-
zunehmend üblich; dress nder n d- genheiten: Der Job verschmilzt die Agenden
ress n e dress e er des EU-Außenbeauftragten Javier Solana sowie
dr sse *an der Adresse sein/wohnen, (in der Außenkommissarin Benita Ferrero-Wald-
D nur im Akk.: sich an die richtige A. wen- ner. (SN 19. 10. 07). ↑ Zollagenden
den, bei jmdm. an die falsche/verkehrte/un- entieren sw. V. / hat 〈ital.〉 (veraltend):
rechte A. kommen, geraten): A. war seit we- als  Agent tätig sein; Käufer, Kunden wer-
nigen Wochen an der Adresse gemeldet. (KU ben: Es ist daher insbesondere verboten …, in
29. 8. 07) den Friedhöfen zu betteln, zu hausieren, zu
dr ss i er das: Adressenaufkleber: Mag agentieren oder eine wie immer geartete Re-
sein, dass mancher Empfänger das Adress- klametätigkeit zu entfalten. (Friedhofsord-
pickerl als ziemlich unpersönlich empfunden nung der Stadtgemeinde Schwechat, 2008,
hat  – aber angekommen ist die Karte verläss- Int)
lich. (ST 15. 7. 10). ↑ PICKERL idi (auch südd.): Fest des hl. Ägidius (meist
d nt der: wird österr. (und schweiz.) auch in Zeitangaben). ↑ FLORIANI
[…f…] ausgesprochen, in D nur […v…]. Die iot e [aʒi̯ otaːʃ ] die 〈franz.〉: unerlaubter
Zus. werden österr. ohne Fugen-s gebildet: Handel mit Eintrittskarten (in D nur für Bör-
d ent e e t n (in D): Adventsbeleuch- senspekulation): Sensationell gestaltete sich
tung: Schloss Mattsee in Adventbeleuchtung. der Auftritt der Philharmoniker im Großen Saal
(SN 31.  12. 14); d ent eier d ent ottes- des Moskauer Konservatoriums in der Tat:
dienst d ent ender Vier Adventkalender Schon die Agiotage vor dem Konzert war selbst
schmücken das Wohnzimmer. (SN 24.  12. 16); für Kenner der Szene unbeschreiblich. (SN 1. 7.
d ent on ert d ent r n Ein Advent- 03). – Zur Aussprache ↑ -age
kranz hatte Feuer gefangen. (KZ 26.  12. 15); iote r iote rin der bzw. die [aʒi̯ otøːɐ̯]
d ent ied Aus welchen zwei Adventliedern 〈franz.〉: Person, die mit zu überhöhten Prei-
stammen die zitierten Verse? (KIZ 51/2007); sen angebotenen Eintrittskarten handelt:
d entm r t d ents mm n d entsin- „Total ausverkauft« wie zu Karajans Zeiten, als
en Die Liedertafel lädt Sonntag (19.30 Uhr) Agioteure für jede Karte Wahnsinnspreise ver-
zum Adventsingen in die Pfarrkirche. (OÖN langen konnten, war das Festival 2009 nicht.
20. 12. 07); d entsonnt d ent eit (KR 12. 4. 09)
ieren sw. V. / hat [a ˈʃiːɐ̯n] 〈franz.〉 nos ieren sw. V. / hat 〈lat.〉 (Behördenspr.,
(auch schweiz.): [an einem öffentlichen Ort] veraltend): identifizieren: Mit Hilfe der DNA
ankleben, plakatieren: Andreas Khol versucht agnosziert (KU 1. 1. 02); (übertragen) erken-
es staatstragend – mit Plakaten, die man schon nen, feststellen: In Wort wie in Schrift erwei-
unter Adolf Schärf hätte affichieren können. sen sich Autoren als besondere Kennzeichen-
(ST 3. 4. 16) träger, nämlich als Liebhaber bestimmter
ri wird österr. (und südd., schweiz.) mit Stilmittel und Vokabeln, an denen sie … leicht
kurzem Vokal ausgesprochen, in D auch mit zu agnoszieren sind. (WZ 11. 3. 11)   nos-
langem ier n
A Fü rers ein, der: Führerschein für Motor- rar emeins t die: Kooperation mehre-
räder: … Spätstarter, Motorradfahrer über 39 rer Berechtigter, die zum Zweck der gemein-
Jahren, die den A-Führerschein erst in diesem samen Nutzung Grundstücke verschiedener
Alter absolvieren. (ST 9. 12. 14) Art, wie Waldungen, Alpen, Weiden und

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Aktion A
Äcker, verwalten: Ein Bauer stellte auf dem und für die Nominierung von Hillary Clinton
rechtlichen »Geisterweg« eine Schranke auf. per Akklamation« aus. (WZ 27. 7. 16)
Dagegen klagte nun die örtliche Agargemein- mieren 〈lat.〉 (gehoben): 1.  mit Beifall
schaft. (KZ 2. 4. 17) aufnehmen, applaudieren: Das Robert-Wy-
A r se das; -s, -n [ɔː…] (ostösterr., mundart- att-Programm »Market Rasen« … von Max
nah): Stachelbeere: Die Stachelbeeren oder Nagl wurde beim Jazzfestival Saalfelden nicht
Agrasel findet man als gelbliche, grünliche, zufällig heftig akklamiert. (ST 15. 11. 06). 2. zu-
weißliche, rötliche und sogar bräunliche Frucht. stimmen, beipflichten, anerkennen: Immer-
(BVZ 23. 7. 08) hin hat der Mann seine international rezipierte
Ä ne der; -s, - (Vbg.): Großvater: Große und von Feinspitzen akklamierte Diplomarbeit
Freude bereiteten ihm seine fünf Enkelkinder, 2009 am Institut für Musikwissenschaft … ge-
die Tag und Nacht bei ihrem Ähne willkommen schrieben. (WZ 23.  2. 16)  – Die Bedeutung
waren. (VN 10.  11. 14).  – Auch in der Form ›jmdn. in einer Versammlung durch Zuruf
Ehni. Die entsprechenden bairischen Bez. wählen‹ ist gemeind.
Ahnl (Großmutter), Urahnl, Ehnl (Großvater), ordieren sw. V. / hat 〈franz.〉: aufeinander
Urehnl sind dialektal veraltet abstimmen, gemeinsam festlegen: Schmied
AHS, die; -, -: (buchstabierte Abk. für) allge- erklärte, der Bericht der Arbeitsgruppe sei noch
mein bildende höhere Schule, Gymnasium: nicht akkordiert und werde erst morgen offiziell
Englischlehrer der AHS und Hauptschulen präsentiert. (PR 14. 11. 07)   ordier n
beurteilten die Kenntnisse der Volksschulab- nto das; -s, -s und Akonten 〈ital.〉 (auch
gänger von »nichts« bis »Anfangskenntnisse« schweiz.): Akontozahlung, Anzahlung: ein
(SN 21. 12. 07)   e rer in er in Akonto leisten; Laut Arbeiterkammer dürften
(ugs.); t r nt in Das Zertifikat dazu bei der Buchung maximal zehn oder 20 Prozent
ist eine Zusatzqualifikation, die die Job-Chan- Akonto verlangt werden. (NVT 10.  10. 07)
cen von AHS-Maturanten nicht wenig erhöht.   onto n Strittig ist nun, ob es sich
(PR 27. 11. 07) bei der Akontozahlung nicht in Wahrheit um
itel, der; -s, - (auch bayr.): Döbel (ein Fisch): Als ein Gesellschafterdarlehen gehandelt habe. (PR
Untersuchungsobjekte dienen Karpfen aus heimi- 18. 6. 14)
schen Gewässern wie Aitel, Russnase oder Laube, is tor der; -s, …oren 〈lat.〉: Kundenwer-
die im Mondsee vorkommen. (PR 25. 3. 07) ber: österr. veraltende Form, (in D) Akquisi-
o rieren sw. V. / hat [aʒuˈriːɐ̯n] 〈franz.〉: ak- teur: … seither als Akquisitor für Hotelansiede-
tualisieren: Die Informationen im Web – es gibt lungen im Montafon tätig. (VN 20. 11. 13)
einen eigenen Link-Button für den »Streikflug- t der; -[e]s, -en: österr. (und bayr.) Form, (in
plan« – würden ständig ajouriert. (APA 17. 5. D) die Akte: Der Akt soll am Donnerstag der
01)   o rier n Staatsanwaltschaft übermittelt werden. (SN
die: (buchstabierte Abk. für) ↑ Arbeiter- 22. 12. 07). – Im Krimi wird auch in Österr.
kammer die Akte verwendet. ↑ Personalakt, Verwal-
demis *Akademisches Gymnasium: tungsakt   e tions t (↑ Exekution), Ge-
Titel eines Gymnasiums, das auf eine univer- ri ts t o i ei t tr t er ssen-
sitäre Anstalt (häufig der Jesuiten im s ts t (↑ Verlassenschaft)
17./18.  Jh. bzw. eine ältere protestantische ten die (Behördenspr.): Aktenzei-
Landschaftsschule) zurückgeht: Schauplatz chen:  Das Ermittlungsverfahren (Aktenzahl 32
Akademisches Gymnasium, Wien. Die Schüler St  41/11x) zur sogenannten Inseratenaffäre …
vor dem Schultor sind sich nicht ganz einig, wa- gewinnt an Spannung. (WZ 22. 10. 12)
rum gerade die sechste Schulstunde entfällt. tion *in Aktion sein: als Sonderangebot
(SN 5. 10. 07) verbilligt verkauft werden; *Aktion scharf:
m tion die;  –, -en (auch schweiz.) (ge- Schwerpunktkontrolle der Polizei: Kein Wun-
hoben) ›Applaus‹: Ein Thielemann-Dirigat, der daher, dass die Polizei gerade jetzt mit
das bedeutet im Ende ja meist: eine Springflut Planquadraten und einer Aktion scharf dem
der Akklamation. (ST 2. 12. 05); *durch/per/ Alkohol am Steuer den Kampf ansagt. (OÖN
mit Akklamation ( formell) ›Abstimmung 29. 11. 07); *eine Aktion setzen: (durch eine
durch Beifallsbezeugung‹: Am Ende … über- spektakuläre Maßnahme) ein Zeichen set-
nahm Sanders persönlich das Mikro und zen (bes. in Politik oder Kunst): Wie groß ist
sprach sich für eine »Suspendierung der Regeln der harte Kern, der auch extremistische Aktio-

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A Aktivbezug

nen setzt, und wie viele sind nur Mitläufer? (PR Aktion scharf gegen Alkolenker im Advent zog
4. 3. 16). ↑ setzen die Polizei am Wochenende durch. (SN 10. 12.
ti e der (Behördenspr.): Gehalt, ↑ Be- 07). ↑ LENKER
zug eines aktiven Beamten (im Ggs. zum o imit das: Promillegrenze: … und darauf-
Bezug des Pensionisten): Seit 1993 sind Pen- hin unbedingt das Alkolimit von 0,8 auf 0,5 Pro-
sionserhöhungen vom Anstieg der Aktivbezüge mille gesenkt werden musste. (PR 12. 11. 07)
abgekoppelt. (PR 22. 11. 07). ↑ BEZUG osünder osünderin der bzw. die: al-
ti it t: *Aktivitäten setzen: (sportlich, po- koholisierte/-r Fahrer/-in: Alkosünder hatte
litisch) aktiv werden, Maßnahmen ergreifen: 3,1 Promille. (SN 15. 10. 07)
Damit wir es tatsächlich erreichen können, ist otest der (seltener auch in D): Alkohol-
es wichtig, dass auf allen Ebenen konkrete Ak- test: Ein erfolgter Alkotest ergab umgerechnet
tivitäten gesetzt werden. (VN 7.  2. 12); In der 1,8 Promille. (ST 16. 8. 07)
Musikförderung will er gemeinsam mit dem o ortest der: vorläufiger Test, der zu ei-
Österreichischen Musikfonds ergänzende Akti- nem offiziellen, genormten Test führt: Von
vitäten setzen. (PR 12. 9. 06). ↑ setzen 24. April bis inklusive Sonntag wurden 1.012 so-
ti e die (Behördenspr.): Zulage eines genannte Alkovortests und 67 Alkomattests
aktiven Beamten, die nicht für die Pension, durchgeführt. (WZ 4. 5. 15)
sondern für eine Pensionszulage wirksam Allee, die: bezeichnet österr. (und bayr.) meist
wird: Sie pickten sich mit Aktivzulagen und Zu- eine Baumreihe entlang einer Straße, in D
satzpensionen alle Rosinen der verschiedenen die Straße selbst: eine Allee pflanzen; Der Ge-
Systeme heraus. (NVT 4. 5. 00) staltungsbeirat fordert eine Bepflanzung des
rm mer die; -, -s: Überwachungska- Parkplatzes und eine Allee an der Ennser
mera: Aus der Alarmkamera der DM-Filiale, die Straße. (OÖN 4. 12. 07)
er offenbar am 2. Mai aufgesucht hatte, wurden Alleiner ter Alleiner terin der bzw. die:
Bilder des Verdächtigen gesichert. (PR 6. 5. 14) unverheiratete Person, die mit ihrem Gehalt
emie, die; - 〈arab.〉: österr. (und schweiz.) alleine eine Familie ernährt (in D seltener):
nur so, (in D auch) Alchimie: Moderne Alche- Eine Familie mit drei Kindern, in der der Mann
mie: Ars Electronica will Bits und Atome verbin- als Alleinerhalter 3500 Euro brutto pro Monat
den. (WZ 1. 9. 16); wird österr. auch [alk…] verdient, könnte … mit einer Ersparnis von 600
ausgesprochen, in D nur [al …]   e- Euro monatlich rechnen. (PR 10. 8. 10)
mist Alessandro Graf Cagliostro, ital. Abenteu- Alleiner ie er Alleiner ie erin der bzw. die:
rer und Alchemist. (SN 26. 8. 05); emistin (in D) Alleinerziehende/-r: Betroffen sind
emistis Bei Himmel war es weniger demnach vor allem Alleinerzieher und Fami-
eine alchemistische Tätigkeit in der Dunkel- lien mit mehreren Kindern. (PR 27.  11. 07).  –
kammer als ein besonderes Ausloten von Un- Steuerrechtlich ist ein/-e Alleinerzieher/-in
schärfe durch Langzeitbelichtung. (WZ 17. 11. ein/-e Steuerpflichtige/-r mit mindestens
14). Vgl. Chemie einem Kind, der bzw. die mehr als sechs Mo-
e r die; - 〈arab.〉: wird österr. (und nate im Kalenderjahr ohne Partner/-in lebt
schweiz.) urspr. auf der zweiten Silbe betont, Alleiner ie er set etr ↑ Absetzbetrag
in D auf der ersten. Heute gibt es beide Be- Allein ntermiete die: Vermietung einer gan-
tonungen zen möblierten Wohnung an Untermieter,
Ali e wird österr. ohne Endungs-e ausgespro- wobei der Hauptmieter nicht in der Woh-
chen nung lebt: Zuwanderer leben noch häufiger als
i ot 〈lat.〉: anteilsmäßig: Zudem soll eine be- die einheimischen sozial Schwachen in priva-
fristete Tätigkeit aliquot auf das Jahr umgerech- ten Mietwohnungen, und hier außerordentlich
net werden können. (SN 19. 11. 07) oft in Alleinuntermiete. (Webservice Wien/
i otieren sw. V. / hat 〈lat.〉: anteilsmäßig Forschung, 2008, Int)
aufteilen: Und dann kommt noch dazu, dass Allein erdiener set etr ↑ Absetzbetrag
die Zuverdienstgrenze monatlich aliquotiert ist. er ei i en die /Plural/: wird österr. als Plu-
(PR 19. 7. 07)   i otier n ral gebraucht und wird (wie regional auch in
o in Zus. kurz für Alkohol-, bes. im Ver- D) mit zu verbunden, in D (bes. im Südwes-
kehrswesen, z. B. ↑ Alkolenker ten) und CH mit an: Petrus schenkte heuer al-
o en er o en erin der bzw. die: alko- len, die im Andenken an geliebte Menschen zu
holisierte/-r Fahrer/-in: Eine groß angelegte Allerheiligen von melancholischen oder ein-

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alpen A
samen Gefühlen heimgesucht wurden, laue m ir t der: ↑ Almkirtag. ↑ Kirchtag
Herbstsonne. (OÖN 7.  11. 07). Ebenso: Aller- m irt der: Sommerfest auf der Alm: Am
see en Reden wir doch zu Allerseelen, einem Samstag beginnt um 10 Uhr ein musikalischer
Tag, der auch zur Entschleunigung gedacht Almkirtag, bei dem altes bäuerliches Hand-
wäre, einmal über das Tempo. (KU 2. 11. 07). werk zu bewundern ist. (OÖN 29. 9. 16). ↑ KIR-
Vgl. Ostern, Pfingsten, Silvester, Weihnach- TAG
ten m t er m t erin der bzw. die: Person,
erwei ewei wei (ugs.): immer: In fei- die die Almen von Gebüsch u. Ä. säubert: Die
nen Häusern in Monaco, in der wild-herben Flüchtlinge Mortaza und Abdullah arbeiten auf
Bretagne oder im allerweil sonnigen Tunis. (PR der Kallbrunnalm, hier mit Almputzer Walter
4. 4. 03) Haitzmann. (SN 21. 7. 16)
i (auch schweiz., dort mit Betonung mr s der (auch südd.): behaarte, rost-
auf der ersten Silbe): gegebenenfalls vor- rote Alpenrose; Rhododendron: Dazu zählen
kommend; etwaig: Das ZRS … beantragte etwa vollkommen geschützte Pflanzen wie …
Haftung der Republik für allfällige zukünftige, die Zirbe oder der Rostrote Almrausch. (KZ
derzeit noch nicht bekannte Folgeschäden. 19. 3. 17)
(PR 30. 9. 16) mrose die (auch südd.): Alpenrose: Ende
i e das; -n /nur ohne Artikel ge- Juni sind die Matten oberhalb der Waldgrenze
braucht/ (auch schweiz.): das gegebenen- mit leuchtend roten Almrosen übersät. (ST
falls, eventuell Vorkommende; bes. als letz- 7. 12. 07)
ter Punkt einer Tagesordnung, (in D) Ver- die (Vbg., auch schweiz.): ↑ Alpe
schiedenes: Es ist damit zu rechnen, dass der e die; -, -n (Vbg., auch südwestd., in der
steirische LH Voves das Bleiberecht und die Form Alp auch schweiz.): Alm: Vom Dorfplatz
Asyldebatte unter »Allfälliges« thematisieren Sonntag-Buchboden führt ein Wanderweg di-
werde. (WZ 4. 10. 07) rekt zur Alpe. (NVT 15. 9. 12); Das kann auf der
emein wird österr. (und schweiz.) auf der heimatlichen Weide passiert sein, genauso wie
ersten Silbe betont, in D meist auf der letz- auf einem Maisäß oder auf einer Alpe. (VN
ten 30.  1. 18); (oft in Verbindung mit Ortsna-
wei ↑ allerweil men:) Weiterhin gesperrt blieben die Arlberg-
md d er® , der: eine Kräuterlimonade: Käse- pass-Verbindung zwischen Alpe Rauz und
krainer liegen auf dem Grill, ein Schnitzel wird St. Christoph. (VN 13. 12. 07)
gerade goldbraun gebraten und Gäste bestellen rt die (Vbg., auch schweiz.): Almab-
Rieder Märzen oder Almdudler. (OÖN 9. 1. 16) trieb: Zum letzten Mal wurden die Kühe auf der
men sw. V. / hat (bes. Tirol): (Vieh) auf der Alpe gemolken, bevor es galt, die Tiere für die
Alm halten: Südlich von Walchsee liegt der Alpabfahrt entsprechend hübsch herzurichten.
Ebersberg, auf dem die Walchseer ihr Vieh vom (VN 19. 9. 13)
Frühling bis Herbst almen. (KR 27. 9. 09). – Das rt die (Vbg., auch schweiz.): Alm-
Substantiv Alm ist gemeind. auftrieb: Mit der Alpauffahrt nach Laguz wird
menr s ↑ Almrausch aufgrund der Witterungslage erst morgen, Frei-
1
mer merin der bzw. die (bes. Tirol, auch tag, 23.  Juni gerechnet. (VN 22.  6. 06). ↑ AUF-
bayr.): Betreuer/-in des Viehs auf der Berg- FAHRT
weide; ↑ Senn: Ihre Bärenbad-Alm im Brand- trie der (Vbg., auch schweiz.): Alm-
berger Zillergrund war … von einer riesigen auftrieb: Da … eine Sanierung des Weges bis
Mure verschüttet worden. Eine Kuh und vier zum Alpauftrieb nicht möglich ist, werden die
Schweine kamen um. Die Almerin, ihr Melker Kühe heuer auf die Alpe Oberes Hinterjoch auf-
und drei Feuerwehrmänner konnten sich in getrieben werden. (NVT 7. 4. 06)
letzter Sekunde retten. (TT 13. 7. 05) tter die (Vbg., auch schweiz.): Butter
2
mer der; -s, - 〈lat.〉 (mundartnah): Vorrats- aus der Sennerei: Nach 20 Minuten Drehen
schrank für Lebensmittel, Milchschrank in entstehen dann rund 40 Kilo goldgelber Alpbut-
der altbäuerlichen Kultur ter. (VN 21. 9. 06)
m ter m terin der bzw. die: Person, e ↑ Alp
die eine Alm bewirtschaftet: Mit Almhalter, en sw. V. / hat (Vbg., auch schweiz.): ↑ al-
Melkern und Praktikantinnen sind sie ein acht- men: Offensichtlich werden Kühe, die aufgrund
köpfiges Team. (KZ 21. 8. 16). ↑ Halter ihres Zustandes nicht auf die Alpen gehören,

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A Alpendollar

aus förderungstechnischen Gründen gealpt. machen. (SN 11. 10. 01); ins i »Wir werden
(VN 8. 9. 07)   n um gut 20 Prozent weniger Alpinski verkaufen.«
endo r der; - (informell, früher): öster- (PR 4. 12. 07)
reichischer Schilling: Dabei erklärten 37 Pro- se der (Vbg.): auf der ↑ Alpe hergestell-
zent, sich total auf den Euro umgestellt zu ha- ter Käse: Der im Nenzinger Himmel produ-
ben. … Vor allem die Generation 50 plus kann zierte Alpkäse hat sich … bereits einen Namen
sich vom »Alpendollar« schwer trennen. (PR gemacht. Heuer wurde der Alpkäseanschnitt
21. 11. 13) – Die Bezeichnung kam zur Zeit erstmals feierlich zelebriert. (VN 7. 9. 06)
der Ersten Republik auf und spielte auf die senn der (westösterr.): ↑ Senn: Mit diesem
Politik einer stabilen Währung an. Vgl. ATS, und einem weiteren Laib wird der junge Alp-
öS, S senn am heutigen Samstag bei der Käseprämie-
en oo der: Zoo mit Tieren aus Gebirgsre- rung in Schwarzenberg ins Rennen gehen. (VN
gionen, (in D) Bergzoo: Da es die Quarantäne- 16. 9. 17)
station in der Schweiz nicht mehr gebe, soll die n die: das sommerliche Halten von
Katze diese zwei bis drei Wochen im Alpenzoo Vieh auf einer Alp: Wir praktizieren schon jah-
Innsbruck verbringen (KZ 27. 1. 16) relang die Alpung von Milchkühen ohne Kraft-
rt die (Vbg., auch schweiz.): Almauf- futtergabe und mit nur geringer Heu-Zufütte-
trieb: Als einziger Ort des Tals konnten die rung. (VN 14. 9. 07)
Tannheimer zudem die Alpfahrt bei traumhaf- weide die (Vbg., auch schweiz.): Berg-
tem Herbstwetter begehen, was das Fest noch weide: Wie immer wieder festzustellen ist, dort
um einiges schöner machte (Oberländer wo weniger Alpweide getätigt wird, auch weni-
Rundschau 25. 9. 13) – Vgl. Alpauffahrt, Alp ger Äsungsplätze beachtet werden können. (VN
enossens t die (westösterr., auch 15. 11. 07)
schweiz.): ›Zusammenschluss von Bauern wirts t die (Vbg., auch schweiz.): Alm-
zur gemeinsamen viehwirtschaflichen Nut- wirtschaft: Im Sinne einer nachhaltigen Alp-
zung von alpinen Bergweiden‹: Weniger er- wirtschaft sollte man sich wirklich Gedanken
freulich ist für viele Alpgenossenschaften die machen, welche Tiere auf die Alpen geschickt
verlangte exakte Feststellung der Almfutterflä- werden sollen. (VN 12. 10. 07)
chen durch neue Erhebungsmethoden als Vor- eit die (Vbg., auch schweiz.): Zeitraum,
aussetzung für die Auszahlung der Alpförde- in dem eine Alm bewirtschaftet wird: Denn
rung (VN 11. 3. 13) – Vgl. Agrargemeinschaft, die wichtigste Aufgabe eines Hirts ist es, nach
Alp der Alpzeit möglichst alle Tiere gesund und ›gut
ütte die (Vbg., auch schweiz.): Almhütte: gesömmert‹ wieder hinunter ins Tal zu bringen.
Inzwischen ist in Nähe der alten Alphütte ein (VN 24. 8. 17)
Neubau mit kleiner Stallung erbaut worden. sd nn (auch südd.): also dann!, nun! (Aus-
(VN 15. 11. 07) ruf oder zur Einleitung einer abschließenden
Alpin (auch schweiz.): Bestimmungswort Bemerkung): Alsdann: Die Maß ist ein Liter
i. S. v. 1. Alpen-’, Hochgebirgs-’, in D wird da- Bier in einem Gefäß, das diese Menge … auf-
für das Adj. alpin als Attribut gebraucht: Al- nimmt. (ST 26. 9. 07)
in r t in r tin inmedi in inme- t in Anzeigen auf dem Wohnungsmarkt
di iner Alpinmediziner untersuchen Auswir- bildet alt mit dem Substantiv eine Zus. zur
kungen von Sauerstoffmangel in Höhen bis Bezeichnung eines Altbaus: tei ent m
5.000 Metern. (ST 19. 4. 10); inmedi inerin tet e t s tmiete In ein und dersel-
inmedi inis in o i ei Neben der Al- ben Stiege begegnet man zwei Mietern, von de-
pinpolizei standen über 20 Mann der Berg- nen einer eine sehr niedrige Altmiete bezahlt,
rettung, drei Lawinensuchhunde und zwei der andere für eine Wohnung derselben Größe
Hubschrauber im Einsatz. (ST 17. 3. 17); in- aber ein Vielfaches davon. (PR 6.  8. 07); Alt-
o i ist in. 2. alpiner Skilauf: in e Der miet ins ↑ Zins
Österreichische Skiverband hat das … Ziel bei te der: Wein von einer früheren Ernte; be-
den 39. Alpinen Weltmeisterschaften in Aare er- reits ausgegorener Wein (im Ggs. zum ↑ Heu-
reicht, die Bilanz von Alpinchef Hans Pum fällt rigen)
demnach positiv aus. (SN 18.  2. 07); in- tersdis ens die: Nachsicht einer Bedin-
e n inse tor Den Schritt zum Kom- gung wegen zu hohem oder zu geringem Al-
plettanbieter will Fischer auch im Alpinsektor ter: Es war nämlich ziemlich mühsam, für mei-

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Amtmann A
nen im September … geborenen fünfjährigen Jüngeren haben mittlerweile schon einige Jahre
Sohn  – der sich im Kindergarten fadisierte  – am Buckel. (SN 23. 3. 17); am Dach; am fal-
eine Altersdispens ( für frühzeitigen Schulein- schen Fuß erwischen ↑ Fuß; am Gang Der
tritt) zu erhalten. (PR 2.  8. 08). ↑ Dispens, 63-Jährige touchierte das Auto des 34-Jährigen
Sprengeldispens und kam leicht verletzt mit seinem Auto am
ters ension die: Pension zum gesetzlichen Gehsteig zu stehen. (OÖN 7. 4. 16); am Herd;
Antrittsalter von 65 bzw. 60 Jahren, (in D) am Hof; am Kalender (in D im) anstreichen;
Altersrente: Der Juni brachte mit 115.968 vor- Am morgigen Dienstag steht schon das nächste
zeitigen Alterspensionen den niedrigsten Stand Spiel am Kalender. (OÖN 1. 12. 14); Es hat zu-
seit Oktober 2000. (SN 26. 7. 07). ↑ PENSION mindest drei Beutezüge in Wien am Kerbholz.
t a rst der (auch schweiz.): 31.  Dezem- (KU 13. 8. 07); Geld am Konto; am Kopf; die
ber: Am Altjahrstag gingen sie früher von Haus aktuellen Trends am Küchensektor. (Wohn-
zu Haus, wünschten ein Gutes Neues Jahr und welt 2/07); am Laufenden ↑ laufend; Der We-
kassierten so nebenbei auch das Kehrgeld für cker am Nachtkästchen wird überflüssig. (OÖN
das vergangene Jahr. (OÖN 30. 12. 06) 20.  3. 14); am Plakat; am Programm; am
t der und das (ostösterr. ugs.): Altersge- Prüfstand; Der Mann trug das schwarze Ge-
schmack beim Wein, Alterston, Firne wehr in einem Tragegurt am Rücken. (OÖN
tsto der: gebrauchtes, wiederverwertbares 30.  8. 16); am Schoß; der Motor läuft am
Material: Hier können Firmen die Sammlung Stand (in D im); am Strich; Doch Kerns Solo,
und Verwertung ihrer Altstoffe direkt an private bei dem er souverän mal mit dem Arm am
Entsorger vergeben. (PR 25. 6. 15)   tsto ent- Tisch, mal das Gesagte mit reduzierten Gesten
sor n tsto re in tsto s mm- unterstreichend referierte, dürfte ein einmaliger
n Die EU-Wettbewerbshüter wollen nun das Auftritt bleiben. (OÖN 9.  9. 16); am richtigen
Monopol bei der Altstoffsammlung in Österreich Weg; am Vorfeld des Flughafens; *am länge-
unter die Lupe nehmen. (PR 22. 7. 11) ren/steigenden Ast sitzen ↑ Ast; *am Wort
tsto s mme entr m das: Sammelstelle sein ↑ Wort; *am Zahnfleisch gehen ↑ Zahn-
für recycelbare Abfälle, Abk. ASZ: Der neue fleisch.  – Als nicht korrekt gilt am bei An-
Bauhof soll die beiden bestehenden ersetzen gabe einer Richtung: ich lege das Buch am
und wird um ein Altstoffsammelzentrum er- Tisch. ↑ an
gänzt. (NVT 1. 12. 07) m o der; -s, -s und Amben 〈ital.〉: 1. österr.
ttiro das hist. Tirol vor der Trennung in Form, (in D) Ambe (Verbindung zweier Grö-
Nord- und Südtirol ßen in der Kombinationsrechnung). 2. Lot-
t teris (österr. neben) altväterisch: Dass totreffer mit zwei gezogenen Nummern:
die eigenen vier Wände altvaterisch daherkom- Diesen Samstag steht bei den Varianten
men, will schließlich kaum jemand  – außer »Ambo« und »Terno« die vorerst letzte Prä-
wenn man vielleicht eine Bauernstube einrich- mien-Runde auf dem Programm. (KU 22.  2.
ten möchte. (OÖN 22. 2. 14) 08). Vgl. Terno
er das; -s, -n (ugs., ostösterr.): ein [ganz Amen *[so sicher] wie das Amen im Gebet:
klein] wenig, ein kleines bisschen: Es fehlt österr. Form, (in D) … wie das Amen in der
halt das Alzerl Selbstvertrauen und auch ein Kirche: Diesmal allerdings dürfte so sicher wie
bisserl Glück. (PR 23. 5. 07) das Amen im Gebet sein, dass eine neuerliche
m die Präposition am steht österr. bei Mas- Niederlage gegen Österreich das Schicksal Ca-
kulina und Neutra auch für ›auf dem‹, in D pellos in Russland besiegeln würde. (WZ 11. 6.
für ›an dem‹ (nur in einigen Fügungen der 16)
Kaufmannssprache, z. B. am Markt, am Lager, mmoni das 〈lat.〉: wird österr. auf der
am Rande bemerken, auch in D für ›auf dem‹); zweiten Silbe betont, in D auf der ersten
in einigen Fügungen steht am auch, wo in D oder letzten
im verwendet wird: am rechten Auge; Urlaub AMS: (buchstabierte Abk. für) Arbeitsmarkt-
am Bauernhof; Ich bin nicht davon abhängig, service (Arbeitsamt)
am Bildschirm zu erscheinen (OÖN 22. 2. 17); mt r die: im Bgld. für ›Leiterin eines Ge-
Die Opposition dagegen liegt am Boden und ist meindeamtes‹: Personalentscheidung: Amt-
zu sehr mit innerparteilichen Streitereien be- frau in Starlöchern. (BVZ 26. 3. 14)
schäftigt. (SN 19. 4. 17; häufig auch im gesam- mtm nn der: im Bgld. für ›Leiter eines Ge-
ten Osten des Sprachgebiets); Auch die … meindeamtes‹: Dieser Schritt, wenige Tage vor

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A amtsbekannt

Weihnachten, zeigt, wie dieser Bürgermeister suchen, ebenso wenig wie Amtskapplmentalität
und sein Amtmann Menschlichkeit und Politik beim Gegenüber (TT 7. 3. 16)
verstehen. (BVZ 3. 1. 13) mts eiter mts eiterin der bzw. die: Lei-
mts e nnt (Behördenspr.; seltener auch in ter/-in eines Gemeindeamtes: Laut S. habe
D): aktenkundig: Dass das Kanzler-Gehalt im der Amtsleiter offenbar die von den Bürgern be-
Vergleich zur reinen Privatwirtschaft nicht sehr zahlten Gebühren seit 2012 nicht oder nur un-
hoch ist, ist amtsbekannt. (VN 28. 12. 07) vollständig an den Wasserverband … weiterge-
mts ü rend *amtsführender Stadtrat/ leitet. (PR 20. 7. 16)
amtsführende Stadträtin: Stadtrat/Stadt- mtsst m i ie die: Amtsstempel.: »Während
rätin mit einem eigenen Ressort; Ressort- der sieben Jahre der nationalsozialistischen
chef in der Wiener Stadtregierung (im Ggs. Herrschaft hatte er die alten österreichischen
zu nicht amtführenden Stadträten): Die ex- Amtsstampiglien in der untersten Schublade
akte Zahl der Stadträte und wie viele davon seines Schreibtisches verwahrt gehalten. (OÖN
amtsführende sein werden sind politische 16. 4. 14). ↑ Stampiglie
Entscheidungen der Verhandler. (PR 22.  10. mtsst nden die /Plural/ (auch südd.): Öff-
15) nungszeiten einer Behörde: Ebenfalls mit
mts nde n (Behördenspr.) /nur im Infinitiv »Entsetzen« habe man die Entscheidung des
und Partizip/: in amtlicher Eigenschaft vor- Verwaltungsgerichtshofs mitverfolgt, dass sogar
gehen: Nur zirka 10 bis 15 Mal müssen wir we- im elektronischen Rechtsverkehr die Amtsstun-
gen Rodelunfällen amtshandeln. (VN 21.  12. den …einzuhalten sind. (PR 2. 6. 16)
04).  – Das Substantiv Amtshandlung ist ge- mtst e die: offizielles Anschlagbrett einer
meind. Behörde; schwarzes Brett: Zuvor war das
mts e er der: Leitfaden, Informationen für Bauansuchen drei Wochen auf der Amtstafel
Bürger über Behörden und rechtliche Be- ausgehängt. (OÖN 21. 12. 07). ↑ TAFEL
stimmungen: So könne sich der seit zehn Jah- mtst der: Sprechstunden einer Behörde:
ren bestehende Amtshelfer www.help.gv.at über Der lange Amtstag am Montag wird im Land
zehn Millionen Besuche pro Monat freuen. (SN Salzburg mit 1.  Dezember abgeschafft. (SN
17.  4. 07); Online-Amtshelfer für Jugendliche. 27. 10. 03)
(ST 1. 1. 08) mtstite der (auch schweiz.): (in D) Amtsbe-
mts ender der: jährlich erscheinendes zeichnung: In der Stadt Salzburg gibt es mehr
Handbuch der Verwaltung und öffentlicher als 700 Bedienstete, die einen Amtstitel tragen.
Institutionen: Wenn nun also schon ganz nor- (SN 12. 6. 03)
male Beamte nach außen zu Parteienvertretern mtstr sse die: die von der überregionalen
werden, sollte man das künftig bitte gleich auch Behörde projektierte Trasse, Straßenfüh-
im Amtskalender vermerken. (PR 22. 2. 07) rung (im Ggs. zu lokalen Vorschlägen): 1998
mts n ei die (veraltet): Büro einer Be- wurden zehn Varianten für eine Verkehrspla-
hörde: Der Grund: Er war zu spät in einer nung Feldkirch-Süd geprüft, als Bestlösung gab
Amtskanzlei. (ST 13. 8. 12). ↑ KANZLEI der Bund die Amtstrasse des Letzetunnels frei.
mts das; -s, -n (ugs.): 1.  (veraltend) (VN 20. 6. 07)
Dienstmütze, Uniformkappe (nach der his- mtswe i (Behördenspr.): von Amts wegen
torischen Kopfbedeckung als Zeichen der handelnd: Nach einer Beschwerde leitete der
Autorität eines Beamten): Doch sieht man VfGH 2006 amtswegig ein Prüfverfahren ein, ob
einmal vom roten Amtskappl ab, so vermag die Maßnahme dem Grundrecht Datenschutz
kaum jemand sonst so wie er verwirrendes Da- widerspricht. (OÖN 3. 5. 07)
tenmaterial zu ordnen. (ST 26. 3. 15). 2. über- mtswe i eit die; - (Behördenspr.): Rechts-
heblicher Beamter bzw. sein Verhalten: Es ist prinzip, dass eine Behörde von Amts wegen
überraschend genug, dass viele »Staatsdie- vorzugehen hat: Wichtig sei ihm, dass die BWB
ner«  … das alte Amtskappel längst abgelehnt (Bundeswettbewerbsbehörde) nicht nur re-
haben. (VN 16.  3. 02). ↑ Kappl   mts- agiere, sondern öfter von sich aus tätig werde.
er in Vor-Ort-Recherche hilft nicht wei- »Ich will die Amtswegigkeit stärken«, heißt das
ter, ihr wohnt die Gefahr eines handfesten im Juristendeutsch. (SN 14. 8. 07)
Streits mit einem Amtskappler inne. (ST 28. 10. n steht österr. oft, wo in D auf oder eine an-
13), ↑ Kappler; mts ment it t Gegen- dere Präposition verwendet wird, z. B. an der
über Amtsorganen hat diese jedenfalls nichts zu Anschrift, ↑ Adresse: Es ist rasch klar, wer für

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Angelobung A
die nächsten vier Jahre als Präsident an der An- nder in der Verbindung mit jemand, nie-
schrift Pennsylvania Avenue 1600 in Washing- mand, wer steht österr. (und südd., schweiz.)
ton residiert. (TT 8. 11. 12). ↑ am (auf dem) die gebeugte Form, z. B. anderer, andere (in
n n s die; -, - und -se 〈indian.-span.〉 (ugs.): D überwiegend unverändert anders): Es ist
Gartenerdbeere, (kurz für) Ananaserdbeere, nie zu erwarten, dass diesen Dialog wer ande-
Fragaria ananassa: Eine Kiste voll mit Ananas. rer übernimmt. (OÖN 12. 11. 16);
… Und zwölf weitere Kisten voller Salatköpfe, nder (auch bayr.): (Koseform für) Andreas
Erdäpfel, Äpfel, Birnen und Melonen. (WZ ndrerseits österr. (und schweiz.) Form ne-
23. 7. 15). – Als tropische Frucht gemeind. ben andererseits: Einerseits wird der Kinder-
n m en ↑ anpampfen schwund beklagt, und andrerseits der Tag der
n ot das; -[e]s, -e: auf eine Ausschreibung Verhütung gefeiert. (OÖN 26. 9. 07)
hin erstelltes Angebot, Kostenvoranschlag, nei ern sw. V. / hat (auch südd., veraltend):
Offerte: Während bisher das »technisch und anspornen, anregen, anfeuern: Auch die
wirtschaftlich günstigste« Anbot aufgrund Mädchen standen angeeifert durch die Zu-
vorab definierter Zuschlagskriterien zu wäh- schauer an Kampfgeist und Flinkheit nichts
len  war, ist in Zukunft eine Alternative zu- nach. (KZ 20.  5. 01)   nei er n Jeden-
lässig.  (PR 8.  4. 17).  – Die Zus. werden mit falls ist dieser Bub derzeit ein direktes Vorbild
Fugen-s gebildet, in der Behördenspr. gibt und eine Aneiferung für alle Altersgenossen, die
es  auch die Formen ohne -s-. ↑ Kaufanbot, eine ähnliche Neigung aufzuweisen haben! (TT
Meistbot   n ots ss rei n n ots 14. 2. 04)
er n n Außerdem hätten die nach An- nessen sich (ugs.): sich satt essen: Im Linzer
botseröffnung geführten Preisverhandlungen »Special Service Club« der Amis haben wir
nicht den Grundsätzen der Objektivität und uns schon beim Musizieren mit der kostenlosen
Gleichbehandlung der Bieter entsprochen. (ST Verpflegung angegessen. (OÖN 26. 7. 08) – In
24.  1. 03); n ots rist n ots e n Auch der Bedeutung ›durch Essen erwerben, zu-
Premiere wurde wieder zur Anbotslegung ziehen‹, z. B. sich einen Bauch anessen, ge-
eingeladen. (ST 20.  10. 04); n ots rü n meind.
Die Bieter wurden am Dienstag über das n s ter das (Behördensprache): Min-
Ergebnis der Anbotsprüfung informiert. (SN destalter für die Pensionierung: Ab 2014
31.  3. 07); n otsste n Die Schutzwür- gelten allerdings andere Voraussetzungen: Für
digkeit endet aber beim Haustürgeschäft, Männer ab dem Jahrgang 1954 wird das An-
wenn  der Verbraucher … einen Unternehmer fallsalter schlagartig auf 62 Jahre angehoben
zur Anbotsstellung einlädt. (VN 27.  4. 02); (WZ 25. 1. 10). ↑ Antrittsalter
n otss mme Die Alpine war mit einer An- n n en *sich mit jmdm. etwas anfangen
botssumme von 3,6 Mill. Euro Best- und Bil- (auch bayr.): sich mit jmdm. in nähere Kon-
ligstbieter. (SN 27.  7. 05); n ots nter en takte, Geschäfte, Streit, Liebesverhältnisse
n ots er nd n usw. einlassen: er wollte sich mit dem streit-
n r ten (ugs., salopp): anbändeln, für sich süchtigen Nachbarn nichts anfangen; fang dir
gewinnen, svw. ↑ einbraten, (in D) anma- mit diesem Menschen ja nichts an!
chen: Glauben Sie, dass sich jede Frau von je- n e die: Anzahlung: Und was die Architek-
dem Mann anbraten lassen muss? (ST 27.  4. tur anbelangt, gewannen neuerlich Neumann
07). ↑ einbraten, überbraten und Steiner, nachdem sie … diverse weitere An-
n rin en das; -s, - (Behördenspr.): jede Art gaben geleistet … hatten. (ST 29. 1. 00)
der Kontaktaufnahme mit der Behörde für n ela: wird österr. auf der zweiten Silbe be-
ein eigenes Anliegen: Es besteht auch die Mög- tont, in D auf der ersten
lichkeit, schriftliche Anbringen an das Bundes- n e o en feierlich vereidigen: Vor fast genau
ministerium für Verkehr, Innovation und Tech- einem Jahr wurde er als Kanzler angelobt. (SN
nologie … zu übermitteln. (WZ 4. 4. 17) 4. 1. 08)
n r n en (derb, auch südd., schweiz.): 1. auf, n e o n die: feierliche Vereidigung auf
an etwas urinieren. 2. verleumden, schlecht- eine Funktion, ein Amt (auf die Verfassung
machen: Der Generaldirektor schrieb Ihnen in wird aber [wie in D] vereidigt): Die Zeiten,
einem an die Öffentlichkeit gelangten E-Mail da der Kanzler und seine Regierungsmit-
wörtlich, Sie hätten das Unternehmen »ange- glieder würdevoll und unter Applaus zu ihrer
brunzt«. (OÖN 22. 12. 11). ↑ brunzen Angelobung über den Ballhausplatz schrei-

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A angetrunken

ten konnten, sind wohl endgültig vorbei. (PR Anis der: wird österr. (und schweiz.) auf der
26. 2. 07) ersten Silbe betont, in D meist auf der letz-
n etr n en ↑ antrinken ten
n i te n sw. V. / hat (ugs.): mit bösartigen Be- Anis o en der /meist Plural/: feines, mit
merkungen beleidigen: Zwei alte Herren sit- Anis bestreutes [Weihnachts]gebäck: Weih-
zen auf der Parkbank, granteln und gifteln ein- nachtszeit ist Kekszeit, das ist kein Klischee,
ander an. (PR 20. 10. 08). ↑ gifteln sondern eine wunderbare Tradition: Ob Vanil-
n ren (ugs., ostösterr.): anstarren. ↑ glu- lekipferl oder Anisbögen – seien wir ehrlich: Die
ren Rezepte von Oma, Mama oder Tante Anni sind
n rei en (regional auch in D): anfassen, be- immer noch die allerbesten. (KZ 25. 11. 14)
rühren: Vor allem den Blauen Eisenhut sollte Anis rot das: mit Anis bestreutes Biskuit (in
man nicht angreifen. Er ist stark giftig. (OÖN D eine Art von Brot): Nur Guglhupf, Anisbrot
3. 10. 15). ↑ abgreifen und Hühner-Eintopfsuppe und Schokopudding
n ri der (Rechtsspr.): [Versuch einer] mit Vanillesauce mache ich noch ganz gerne für
Straftat, Zugriff (betrifft jede Art von Rechts- meine Urenkerl. (OÖN 22. 11. 13). ↑ BROT
gut): »Angesichts der Schwere der zahlreichen Aniss rte die: ↑ Anisbogen
Angriffe gegen fremdes Vermögen … steht der n ennen (ugs., auch bayr.): anmerken: Doch
Einsatz der Videofalle in einem vertretbaren der Herr Pfarrer war ein Mensch, der hat sich
Verhältnis zu den damit verbundenen Eingrif- das nicht ankennen lassen, auch nicht gerne
fen in die Rechte unbeteiligter Dritter« (PR 2. 5. darüber gesprochen. (OÖN 27. 12. 06)
06); *gefährlicher Angriff (Rechtsspr.): Be- n re e n sw. V. / hat (ugs., auch bayr.): an-
gehung oder Vorbereitung gerichtlich straf- kreuzen: Hunderttausende Österreicher glau-
barer Handlungen unter bestimmten Bedin- ben bei jeder Wahl, dass sich Wesentliches
gungen. ↑ Löschangriff zum Besseren verändert, wenn sie dieses Mal
n ri (auch schweiz.): draufgängerisch, eine andere Partei ankreuzeln. (OÖN 21.  12.
angriffslustig, aggressiv: Beide Kandidaten 07)
zeigten sich (bei der TV-Diskussion) angriffig n ünden sw. V. / hat: österr. (und schweiz.)
und untergriffig. (WZ 15. 5. 16) Form neben ankündigen: »Südtiroler Platz –
n te er das (in D selten): Internierungs- Hauptbahnhof« wird dann bald die neue weib-
lager: das australische Asylrecht beinhaltet die liche Stationsansage in den U-Bahnen ankün-
»Mandatory Detention«  – wer ohne gültiges den. (PR 24. 10. 12)
Visum einreist, muss in ein Anhaltelager. (ST n n en sw. V. / hat: 1. (auch südd., schweiz.)
14. 1. 08) (an einem Ort, Ziel) ankommen: »Mir wurde
n te entr m das (Verw.): ↑ Polizeianhal- bewusst, dass ich in unterschiedliche Vergan-
tezentrum genheiten schaue, da die Sterne verschieden
n t n die (Behördenspr., auch schweiz.): weit weg sind und das Licht verschieden lange
das Anhalten von Personen durch die Poli- braucht, bis es auf der Erde anlangt. (KZ 13. 5.
zei  zum Zweck einer Kontrolle, Verwar- 16). 2.  anbetreffen, anbelangen (meist in
nung  oder Verhängung einer Ordnungs- der  Wendung Was jmdn./etwas anlangt):
strafe: Wichtigster Punkt darin ist die geplante Diese messen mit zweierlei Maß, was Regeln
Anhaltung von mutmaßlichen Rowdys wäh- und Steuerpflichten anlangt. (WZ 8.  4. 16)  –
rend der EURO 2008. (SN 5. 12. 07). – In der Die Bedeutung ›berühren, ergreifen‹ ist ge-
Bedeutung ›vorübergehendes Festhalten in meind. ↑ einlangen
einer Justizanstalt u. Ä.‹ gemeind. n ss der: Umstand oder Ereignis, das
n en sich; sw. V. / hat (ugs.; auch bayr., in eine Reaktion auslöst, z. B. die Einführung
starker Beugung auch in D): sich stoßen, an- einer Vorschrift oder eines Gesetzes: Immer-
stoßen: Es ist zum Beispiel ein schlechtes Kon- hin haben die Höchstrichter den Asylbehörden
zept, dass der Mensch das Schienbein vorne hiermit – über den Anlassfall hinaus – den Auf-
hat, wo man sich doch so selten das Wadl an- trag erteilt, vor Abschiebungen … die familiären
haut. (KZ 3. 9. 13). ↑ HAUEN Verhältnisse … zu prüfen. (ST 17. 8. 07)
nimo das; -s 〈ital.〉 (veraltend): Schwung, n ssi (ugs.): 1.  ausgelassen; aufreizend,
Lust auf etwas, Antrieb zu etwas: Zweimal zu provozierend: Bei Interviews ist er manchmal
scheitern ist natürlich kein Animo, sich noch ein betrunken, manchmal verkatert, manchmal
drittes Mal zu bewerben. (OÖN 7. 7. 07) klug, manchmal dumm; manchmal anlassig

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DTB8_5Aufl.indb 98 23.05.2019 12:32:30


anrauchen A
und zweifellos neurotisch. (KU 12. 2. 02). 2. se- nen‹ Grundflächen anpachten und weiterbe-
xuell begierig, sinnlich, geil: Für sie ist es eben wirtschaften. (OÖN 8. 6. 01)
Belästigung, wenn der Bursche aus der Rechts- n m en /sich/ (ugs.): sich vollessen; in
abteilung es nicht lassen kann, anlassige Mails sich hineinstopfen.  – Auch in der Schrei-
abzusondern. (KU 7. 2. 04) bung anbampfen. ↑ pampfen
n en *anlaufen lassen (Küche): in wenig n t en 1. (auch bayr.) beschmutzen, bekle-
Fett andünsten, sodass es leicht Farbe be- ckern: Patz dich nicht an!; Den Beamten er-
kommt: glasig anlaufen lassen; Zwiebel und klärte der Mann, er habe sich bei Anstreichar-
Knoblauch fein hacken, in heißem Fett an- beiten auf dem Dach angepatzt und nach einer
laufen lassen und das Faschierte dazugeben. Dusche den Bademantel angezogen. (SN 31. 3.
(OÖN 14. 7. 00) 17). 2.  verleumden, schlecht machen: Es
n ten: 1.  die Türklingel betätigen: Es wäre unerträglich, wenn ein schwer angeschla-
kommt auch immer wieder vor, dass Unbe- gener Provinzpolitiker … den Bundespräsiden-
kannte anläuten und ersuchen, für einen an- ten noch länger ungestraft anpatzen darf. (VN
geblichen Nachbarn eine Nachricht hinterlas- 27. 6. 06). ↑ patzen
sen zu dürfen. (SN 13. 8. 05). 2. (veraltend, bes. n en anfauchen: Irgendwie klang es, als
südd., schweiz.) anrufen. ↑ aufläuten, läuten würden sich Wildkatzen anpfauchen, ehe sie
n e re die (auch schweiz.): Kurzausbildung übereinander herfallen. (PR 27. 8. 04). ↑ pfau-
für Menschen, die eine normale Berufsaus- chen
bildung aufgrund Behinderung oder schuli- n i en (auch bayr.): ankleben: Von weithin
scher Schwäche nicht absolvieren können: ins Auge springt der würfelförmige Baukörper,
Doch zuerst stehe die Suche nach einem Platz der aussieht, als ob er an die obersten zwei
für die Anlehre und ein gemeinsamer Englisch- Stockwerke nachträglich angepickt worden
kurs mit ihrer Mutter auf dem Programm. (KZ wäre. (KU 29. 4. 04). ↑ PICKEN
25. 11. 16) nr iner nr inerin der bzw. die: wird österr.
nm en (auch schweiz., regional auch in (und südd.) auch dort gebraucht, wo in D
D): (Salat) zubereiten, mit einem Dressing Anlieger steht: Anrainer entlang der Brenner-
versehen: Rohkostsalate … Oder exotisch: Ap- route resignieren. (PR 7. 1. 08); Zufahrt verbo-
fel- und Birnenstückchen, Trauben und Rosi- ten, ausgenommen Anrainer.  – Das Wort ist
nen, mit einer Salatsauce aus Joghurt, Curry, heute gemeind., in Österreich aber, vor allem
Salz und Zitrone anmachen. (OÖN 21. 4. 05) im Verkehrswesen, häufiger gebraucht   n-
nn de n sw. V. / hat: mit einer [Steck]nadel r iner es werden Als im Jänner wegen An-
befestigen: Dabei steht es Ihnen selbstver- rainerbeschwerden das Ausfließen von Benzin
ständlich frei, nach Lust und Laune die einzel- publik wurde, war zunächst nur von 2000 Li-
nen Farben und Breiten der Deko-Bänder zu tern die Rede. (PR 16. 1. 08); nr iner est n-
kombinieren und diese durch Knoten, Bin- r iner est ↑ Festl; nr inerm t ↑ Maut; n-
den, Kleben, Nähen und Annadeln zu fixieren! r inerstr e nr iner er e r Sie beharren
( floristik24.at, Int) darauf, dass nur Anrainerverkehr auf der Isi-
nne men wird österr. meist mit um verbun- dorstraße erlaubt werden sollte. (OÖN 29.  9.
den, in D mit dem Genitiv: Und in der Zwi- 06)
schensaison? »Da wollen wir uns um die Auto- nr iner i er das: spezielle Parkerlaubnis
busgäste und Reisegruppen annehmen, die … für die Bewohner einer Straße mit gebühren-
das Salzkammergut besuchen.« (OÖN 20.  7. pflichtiger Kurzparkzone: Siedlervereine for-
17). ↑ um dern daher ein Anrainerpickerl  – genau wie
nno *anno Schnee ↑ Schnee rund um die Stadthalle. (KU 5. 1. 07). ↑ PICKERL
nn ieren 〈lat.〉: das in D bildungssprachl. nr en 1.  *sich eine [Zigarette/Pfeife
Wort für ›für ungültig, nichtig erklären‹ wird usw.] anrauchen: eine Zigarette usw. rau-
österr. (und schweiz.) auch für ›stornieren‹ chen: Der Pensionist wollte sich gegen 11.25
verwendet: Warnstreiks: Hunderte Flüge in Uhr im Bett eine Zigarette anrauchen, ließ da-
Deutschland annuliert. (PR 27. 3. 12)   nn - bei aber sein Sauerstoffgerät eingeschaltet.
ier n (OÖN 19. 7. 09)). – In D bedeutet diese Wen-
n ten (bes. Behördenspr.): in Pacht neh- dung ›die Zigarette anzünden und die ersten
men: Optisch fällt diese Entwicklung nicht auf, Züge tun‹ oder ›jmdm. Rauch ins Gesicht
weil die Bauern … in der Regel die ›aufgelasse- blasen‹. In Österreich steht die Tätigkeit des

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DTB8_5Aufl.indb 99 23.05.2019 12:32:31


A anräumen

Rauchens im Vordergrund, in D der Vorgang geschlossen werden. (WZ 11.  10. 16). ↑ bei-
des Anzündens. 2.  (ugs., salopp, Fußball) schließen
scharf schießen. ↑ ausrauchen ns m en (ugs.): anschwindeln, anlügen:
nr men anhäufen, vollräumen: Jetzt haben Man hat die Leute vor der Wahl einfach ange-
sich alle den ganzen lieben Advent lang abge- schmäht und im Unklaren gelassen, wie die fi-
hetzt, um den Gabentisch so recht anräumen zu nanzielle Situation tatsächlich ausschaut. (VN
können. (PR 18. 7. 16); (übertragen) Batmang- 7. 10. 09). ↑ SCHMÄH
lijs Produktion gießt diese Gefühlsum- und ns mettern (ugs.): anschwindeln: Haben die
-überschläge in zum Bersten angeräumte Ar- ÖVP-Bauernvertreter nicht ihre eigene Klientel
rangements mit rhythmischen Schlaglöchern. permanent angeschmettert und am sogenann-
(WZ 23. 9. 16) ten freien Markt geopfert? (NÖN 6. 4. 04)
nrennen sich (ugs.): 1. (regional auch in D) ns rei en st. V. / hat 1. (im Handel, auch
sich anstoßen: er hat sich [das Knie] ange- schweiz.): den Preis schriftlich angeben: Die-
rannt. 2.  *jmdn. anrennen lassen: jmdn. ins ser unnötige Bürokratismus sei ein Beweis des
Verderben laufen lassen; zusehen, wie jmd. Misstrauens der Regierung gegenüber der Wirt-
eine schlechte Erfahrung macht: Dass die schaft und den Unternehmen. Diese würden die
Länder die Koalition wechselweise blockieren, Preise freiwillig doppelt anschreiben. (TT 4. 7.
sie vor sich hertreiben und anrennen lassen, ist 00). 2.  (Sport) einen Erfolg, ein Tor verbu-
weder neu noch sonderlich überraschend. (PR chen können: Ebenso etwas gutzumachen hat
2. 7. 15). ↑ RENNEN die Mannschaft aus Schardenberg, die am ers-
nr sten mit etw. Fett in einem Kochgefäß ten Spieltag nicht anschreiben konnte. (OÖN
bei starker Hitze kurz anbraten, dünsten: 25. 8. 16)
Schalotte feinwürfelig schneiden und in heißem ns en leicht anstoßen, anschieben:
Fett anrösten. (PR 5. 5. 04).  – Die Bedeutung Einfach nur frech, wie der Stürmer den Ball
›anbraten, braun werden lassen‹ ist ge- kurz anschupfte. (ÖST 24.  8. 12); (übertra-
meind.: Inzwischen Pinienkerne anrösten (PR gen)  Und die SP muss man manchmal an-
4. 7. 03) schupfen und manchmal bremsen. (TT 5.  7.
ns e die (veraltet; in der Grundschule): 07). ↑ schupfen
Diktat: Null Fehler habe sie heute bei der An- ns ütten 1. (auch schweiz.) Flüssigkeit auf
sage gehabt, erzählt die Kleine ihrer Omi stolz. etwas schütten: Der Brandexperte betonte,
(KZ 26. 5. 02) dass das Opfer »mit Sicherheit mit Benzin an-
ns en (auch bayr.): befehlen: Mir hat nie geschüttet« worden sei. (SN 14. 2. 07). 2. (Poli-
jemand was angeschafft. (OÖN 16.  2. 17) tik) verleumden, beschimpfen: In noch nie da
  ns er in Das System bräuchte einen gewesenem Ausmaß wird der politische Gegner
Anschaffer und einen Zahler. (OÖN 25. 3. 08) angeschüttet. (SN 29. 8. 06)
ns en 1.  (auch südd., meist für) anse- nsem ern (ugs.): jmdm. durch ständiges
hen: Also warum nicht einen Film im Familien- Jammern, Nörgeln lästig fallen: Semper mich
kreis anschauen, wenn schon einmal alle beiei- nicht immer an!; »Das österreichische Ansem-
nander sind? (SN 8. 5. 07). 2. prüfen: Auch die pern kann nur unserem Verhältnis schaden«,
Österreichische Volksbanken AG kündigte an, fügt er hinzu (PR 24. 1. 08). ↑ sempern
dass man sich die Angebotsunterlagen »grund- nsit der (bes. westösterr., auch bayr.): [gro-
sätzlich anschauen« werde. (SN 1.  4. 06). ßer, repräsentativer] Wohnsitz: Ansitze ent-
3. sich wundern; eine [unangenehme] Über- standen gegen Ende des 15. Jahrhundert bis ca.
raschung erleben: … »Ihr werdet euch schon 1700 und sind rein optisch eine Art Mittelding
noch anschauen, mit Schlafen ist es dann erst zwischen herrschaftlicher Villa und Burg. (ST
einmal vorbei!« Wie oft haben wir in den ver- 1. 8. 03)
gangenen neun Monaten diese Prophezeiung ns ei en (ugs., auch bayr.): durch Erbrechen
gehört. (OÖN 9. 5. 12). 4.  〈mit für〉 (ugs., auch verschmutzen: »Danach bekommen die Tiere
bayr.) jmdn. für etwas halten, jmdm. eine be- eine Klammer um den Hals, damit sie sich nicht
stimmte Eigenschaft zuschreiben: Weil die anspeiben« (OÖN 7. 11. 01). ↑ speiben
Macher dieses Werkes die Menschen offenbar ns ende n (ugs., veraltend): mit einer Steck-
für blöd anschauen. (PR 28. l1. 05). ↑ SCHAUEN nadel befestigen: Die großen, vom Bundesprä-
ns ie en (Behördenspr.): anfügen, beile- sidenten verliehenen Orden … können von den
gen: Überdies können weitere Unterlagen an- Damen sowohl an einer Masche am Dekolleté

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antun A
angespendelt werden als auch an einer rot- nt ss der ( früher): Ablass
weiß-roten Schärpe. (profil 25.  1. 10). ↑ spen- nt sst der (Volkskunde): 1.  Gründon-
deln nerstag: Die Büßer mussten früher ab Ascher-
ns r e die (auch südd.): Möglichkeit mittwoch in Sack und Asche gehen, erst am
zum Gespräch; Unterhaltung: Die Kleinen … Gründonnerstag, dem allgemeinen Antlasstag,
haben keine Ansprache, manche haben noch wurden sie aus ihren Sünden entlassen. (VN
nie die Sonne gesehen, weil niemand da ist, der 13.  4. 17). 2.  (Tirol) Fronleichnahmstag:
mit ihnen rausgeht. (TT 10. 11. 00) KALENDARIUM: Donnerstag: Fronleichnam,
ns re erson die (auch schweiz.): An- Antlasstag; Philipp Neri, Alwin. (TT 25. 5. 05)
sprechpartner/-in nt ssritt der (Volkskunde, Tirol): Volks-
nst nd der (auch südd., veraltend): Schwie- brauch zu Fronleichnam
rigkeiten, Ärger, Grund zu Beanstandung: Er ntren en (ugs., auch bayr.): 1.  anjammern.
hatte auch nie dienstliche oder gar disziplinäre 2. mit Speichel, Füssigkeit beschmutzen: Als,
Anstände. (KZ 28. 9. 08) endlich, »Move Your Body Close To« Me das
nste en st. V. / ist (ugs.): angewiesen sein: Festzelt erfüllte, hatten sich die ersten Alt-Casa-
auf dich, auf dein Geld stehe ich nicht an. ↑ STE- novas schon mit Champagner angetrenzt. (KU
HEN 23. 6. 04). ↑ trenzen
ns en /in Verbindung mit um/: ein Ge- ntreten zu der gemeind. Bedeutung »sich zu
such einreichen (in D veraltet oder Behör- etwas anschicken, etwas beginnen«, z. B. ei-
denspr. i. S. v. ›förmlich bitten‹): Ein weiterer nen Posten antreten, kommt österr. die
Trend betrifft Unternehmen, die um Kredit an- Wendung: *die Pension antreten: in den
suchen. (PR 14. 10. 08). ↑ um Ruhestand gehen: Sie will, dass Polizisten we-
ns en das: gleichbedeutend mit ›Ge- gen der vielen Nacht- und Schichtdienste die
such‹ (in D eine ›förmliche Bitte, ein Anlie- Schwerarbeiterpension schon vor dem 60.  Le-
gen‹): Das Ansuchen um humanitären Aufent- bensjahr antreten können. (PR 26. 4. 06). ↑ An-
halt sei seinerzeit gestellt und »aus gewichtigen tritt
Gründen« abgelehnt worden. (SN 15.  11. 07). ntrin en sich (ugs.): sich betrinken (in D nur
↑ Bauansuchen, Förderansuchen mit Objekt, z. B. sich einen Rausch/einen an-
ns er ns erin der bzw. die (selten): trinken): Die Exekutive hat die Feststellung ge-
Antragsteller/-in: Ein Drittel der Ansucher macht, dass Jugendliche zu dritt und zu viert
wagte die Umsetzung ihrer Pläne nicht mehr. unterwegs sind, sich antrinken und dann nach
(OÖN 28. 9. 02) Hause fahren als sei nichts geschehen. (KU 8. 4.
nt en (ugs., auch bayr.): 1.  anschieben, 02). – Dem entsprechend bedeutet angetrun-
anstoßen: Wir waren schon mit der Schule auf ken nicht wie in D »leicht betrunken«, son-
dem neuen Spielplatz, da waren wir zu dritt in dern »voll betrunken«: Ein stark angetrunke-
der Schaukel und haben uns von acht Leuten ner Mann hat am Dienstag in Berlin zwei
richtig antauchen lassen. (OÖN 28.  4. 03). Polizeibeamten in Zivil seinen Pkw zum Ver-
2.  fördern, nachhelfen: Bei jedem Kind sollte kauf angeboten. (PR 14. 8. 07)
man dort antauchen, wo es Schwierigkeiten ntritt der: bezieht sich österr. zusätzlich zu
gibt. (PR 5.  12. 07). 3.  sich mehr bemühen; der gemeind. Bedeutung »Beginn«, z. B. ei-
mehr leisten; sich mehr anstrengen: Du ner Reise, eines Amtes, auch auf den Über-
musst in der Schule mehr antauchen!; Bei den tritt in die Pension: Je nach Einzelfall werden
Weltcup-Siegen müssen einige schon ordentlich die Mehrleistungen dann mit Geld bezahlt oder
antauchen. (SN 9. 2. 07). ↑ tauchen, übertau- vor dem Antritt der Pension in Anspruch ge-
chen nommen. (PR 15. 4. 07). ↑ antreten, Pensions-
nti nti Die Wörter mit der Vorsilbe anti- antritt
werden österr. (und schweiz.) auf der ersten ntritts ter das: Mindestalter für den Pensi-
Silbe betont, in D meist auf einer der letzten, onsantritt: Das Pensionsantrittsalter in Öster-
z. B.: Antialkoholiker/-in; antiamerikanisch; reich steigt weiter, allerdings hat sich der Trend
antiautoritär; antidemokratisch; Antifaschis- heuer verlangsamt. (PR 7.  9. 16). ↑ Anfalls-
mus; antiklerikal; Antikritik; Antisemit/-in; an- alter, Pensionsantrittsalter
tizyklisch nt n *sich etwas antun: a) sich [grundlos]
ntimon das; -s 〈arab.〉: wird österr. auf der über etwas aufregen: tu dir nichts an!; Er sah
ersten Silbe betont, in D auf der letzten eine Dame, die einen Hundebesitzer auffor-

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A antuschen

derte, die Hinterlassenschaft seines Pudels weg- statt weißer Pisten Ausfälle im Wintertouris-
zuräumen. Der antwortete: »Wegen dem bisserl mus befürchten. (SN 27. 12. 15)
Scheiße brauch’ ich mir nix antun. « (KU 5. 3. a ern sw. V. / hat (auch südd., schweiz.):
08). b) sich für etwas die Mühe machen: Die- tauen: die Hänge apern bereits; /meist unper-
sen Ärger will ich mir nicht mehr antun. (ST sönlich:/ es apert (der Schnee schmilzt);
9. 10. 07); Diese Stimmung in Teilen der Bevöl- Wenn’s sonst im Skiverbund Amadé apert, ent-
kerung ist mitverantwortlich dafür, dass die stehen verständlicherweise lange Warteschlan-
Wirte sich sagen: Warum soll ich mir das noch gen bei der Gletscherbahn. (SN 15.  11. 03).
antun? (OÖN 30. 9. 16). c) sich bemühen, en- Meist ↑ ausapern, herausapern
gagieren: er tut sich sehr viel an; tu dir etwas A ers n en das; -s (Volkskunde, auch
mehr an! bayr.): ein Volksbrauch, bei dem mit langen
nt s en sw. V. / hat (ugs.): angeben, auf- Peitschen Laute erzeugt werden, die den
trumpfen ↑ tuschen Winter vertreiben sollen: Beim Aperschnal-
n erw rt (Behördenspr.): beiliegend: Das zen am Wochenende hat es wieder so richtig
BMWA übermittelt anverwahrt nachstehende gekracht. (SN 12. 2. 07). ↑ aper, Schnalzer
Stellungnahme zu gegenständlichem Fragebo- e t der: Kerngehäuse des Apfels: Durch
gen im Rahmen des Konsultationsverfahrens insgesamt 23 Kilometer Kanalsystem werden
zur Klimastrategie. (Bundesministerium für dann Apfelbutzen und Zuckerlpapier in die Müll-
Wirtschaft und Arbeit, 29. 6. 05, Int) verbrennungsanlage transportiert. (PR 19.  4.
nwert der (auch bayr.): Wertschätzung: Den 12). – Auch in der Form Apfelbutzen. ↑ Butz
größten Anwert aber fanden die auf einigen e fle er n die /Plural/: süßer Auflauf mit
Bauernstandeln blühenden Schneeglöckchen. Teigwaren und geriebenen Äpfeln: Bei die-
(OÖN 20. 3. 04) sem Apfelfleckerl Rezept werden die Äpfel ge-
n ie en (auch südd.): 1.  (Küche) (den Teig raspelt, in Brösel angeröstet, mit Fleckerl ver-
o. Ä.) stehen lassen, damit er die Flüssigkeit mengt und in einer Auflaufform gebacken.
aufnehmen kann: Obers schlagen und unter (Guteküche.at, Int). ↑ FLECKERL
die Creme heben. Masse etwas anziehen lassen. e ü e die (regional auch in D): Apfelfül-
Torte damit füllen und verzieren. (OÖN 21. 2. lung: Geröstete Butterbrösel gleichmäßig über
14). 2.  ansteigen (in Bezug auf Witterungs- die ganze Teigfläche streuen, die Apfelfülle auf
erscheinungen); kälter werden, gefrieren: dem unteren Drittel des Teigs verteilen. (OÖN
das Eis, die Temperatur hat angezogen 3. 9. 11). ↑ FÜLLE
n i en /nur unpersönlich/ (ugs., salopp): e i der: ↑ Apfelkücherl: In dem Koch-
aufregen, verärgern, stören: Der leiden- buch findet man das Rezept zur legendären
schaftslose Kick einiger Spieler zipft mich an. Brezn-Suppe genauso wie zu … Apfelkiachl mit
(OÖN 15. 11. 13). ↑ ZIPF Hollermandl. (SN 29. 8. 13). ↑ Kiachl, Holler-
n ern 1. mit Zucker bestreuen: Gefrore- kiachl
nes Parfait beidseitig dünn mit flüssiger Ku- e ü e das (Vbg.): ↑ Apfelkücherl: Auf
vertüre bepinseln, in kaiserschmarrengroße der Agenda stand Freunde treffen, nach Ge-
Stücke teilen und anzuckern. (OÖN 7. 12. 07). schenken stöbern und die köstlichen regionalen
2.  mit einer dünnen Schneeschicht bede- Schmankerl wie Apfelküachle, Gerstensuppe
cken: Wenn der erste Schnee die Mühlviertler und Raclettebrot genießen. (VN 30.  11. 17).
Granitlandschaft angezuckert hat, denkt man ↑ Küachle
meist nicht mehr ans Wandern. (OÖN 21. 12. e o das: Apfelmus: Hollerröster, kaltes
07) Koch und Äpfelkoch und Leinölerdäpfel waren
n widern sw. V. / hat (ugs.): sich jmdm. ge- eine begehrte Abwechslung im Herbst. (OÖN
genüber mürrisch verhalten: Also, mich zwi- 20.  11. 04).  – Häufig in der Form Äpfelkoch.
dern die Leute kaum an. Ich erkläre mir das so, ↑ KOCH
dass die Menschen von den handelnden Perso- e ren der: Sauce aus Kren/Meerrettich
nen in der Landespolitik eine gute Meinung und fein geriebenen rohen Äpfeln: Nach dem
haben. (VB 21. 3. 12). ↑ zwider Kochen muss der Tafelspitz rasten – mit Creme-
aper (auch südd., schweiz.): schneefrei (durch spinat, Rösterdäpfeln, Apfelkren, Schnittlauch-
den Skisport teils auch in D bekannt): Wo es sauce servieren. (KU 25. 5. 07). ↑ KREN
jetzt noch aper ist, gibt es also grüne Weihnach- e ü er das: in Teig herausgebackene
ten. (SN 18. 12. 07); Aktuell lassen apere Hänge Apfelscheiben, (in CH) Apfelküechli, (bayr.)

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Arbeitnehmerschutz A
Apfelküchel: Wie wir dann plaudernd den von Schulbüchern, Schulversuchen u. Ä.:
Supermarkt verließen, um für immer zusam- Eine Approbationskommission prüfte am Mon-
men Apfelkücherl zu backen. (WZ 30.  1. 04). tag die Projektanträge der Landesschulräte.
↑ Kiachl, KÜCHERL (SN 22. 1. 08)
e r d das: in Teig herausgebackene ro ieren sw. V. / hat 〈lat.〉 (veraltet auch in
Apfelscheiben, Apfelspalten, Apfelküchlein:
↑ D): behördlich oder von einer zuständigen
Glühwein und Apfelradl’n wurden für einen gu- Person genehmigen, zulassen: das Schulbuch
ten Zweck ausgegeben (KZ 14. 12. 07). ↑ RADL wurde nicht approbiert; Die Studienpläne an
es n er das; -s, -n: mit Äpfeln u. ä. den Unis müssen ebenfalls von der Kirche ap-
gefüllte und mit einer Sauce übergossene probiert werden. (PR 24. 8. 16)
Mehlspeise: Da blieb der Oma schon das Apfel- Ar, das; -s, -e 〈lat.〉: Flächenmaß: ist österr. nur
schlangerl im Hals stecken. (OÖN 12. 4. 16) Neutrum, in D auch Maskulinum
e s nitte die /meist Plural/: Apfelku- r er r erin kann österr. (und südd.,
chen: Im Kühlraum habe er gefrorene Apfel- schweiz.) auf der ersten oder zweiten Silbe
schnitten verspeist, »großartig mit Kaffee«. (SN betont werden, in D nur auf der ersten; auf
8. 5. 15). ↑ SCHNITTE der ersten Silbe mit Lang- oder Kurzvokal,
e s te die: eine Mehlspeise, ↑ Apfel- auf der zweiten nur mit Langvokal
kücherl: »Frau Eva, wissen Sie, wie lange ich r n ini die /Plural/ 〈ital.〉: überzuckerte
die schon nicht gegessen habe?«, habe er oder mit Schokolade überzogene Orangen-
dann gesagt, als sie zum Nachtisch gebackene schalen; Orangeat: Dann ein Achtel Schlag-
Apfelspalten servierte. (PR 25. 9. 16). – In der obers, 20 dag Mandelblättchen und 25 dag
Bedeutung ›durch Zerschneiden eines Ap- kleingeschnittene Aranzini … dazu und fünf
fels entstandener halbmondförmiger Teil‹ Minuten köcheln lassen. (PR 17. 12. 02)
gemeind. Ä rar, das und der; -s, -e 〈lat.〉 (veraltend): Fis-
e s t en die /Plural/: eine Süßspeise, kus, Staatsvermögen im weitesten Sinn, z. B.
eine Art ↑ Nockerln aus Creme und Äpfeln: Monopole; auf dem Land bes. für staatlicher
Die süßen »Apfelspatzen« werden jedoch nicht Wald: Früher hat alles dem Ärar gehört. Die
aus Germteig, sondern aus einem besonders Salinen, die Forste  – das war alles in einer
dickflüssigen Schmarrnteig hergestellt. (OÖN Hand. (OÖN 3. 7. 13). – Ist österr. auch Mas-
27. 10. 00). ↑ SPATZEN kulinum, in D nur Neutrum. ↑ Forstärar
e stei e die: Obstkiste für Äpfel: »Das ist   r ri w d
ein bisserl ein Massenauflauf«, entschuldigt raris 〈lat.〉 (veraltend, noch oft ironisch):
sich der… steirische FP-Obmann … bei einer staatlich: Und nebenbei änderte er nicht nur
verwundert hinter ihren Apfelsteigen hervor- die bis dahin geradezu ärarische Güterverwal-
blinzelnden Marktfrau. (PR 9. 11. 02). ↑ STEIGE tung, in der sich … so manche Pfründen haben
nieren sw. V. / hat 〈franz.〉: (einen Kon- etablieren können. (ST 1. 5. 16)
flikt o. Ä.) beilegen, schlichten: Man wollte r eiter erti n die: ↑ Abfertigung, Ab-
eine Blamage vermeiden, einen Fehler wieder- findung für Arbeiter
gutmachen, die Sache applanieren. (ST 16.  7. r eiter mmer die: (kurz für) Kammer für
06)   nier n Arbeiter und Angestellte: Interessenvertre-
rt das; -s, -n 〈franz.〉 (ugs., auch bayr.): tung aller Arbeitnehmer; Abk. AK ↑ Kam-
Gegenstand, der geworfen wird, damit ihn merstaat   r eiter mmer r sident in
der Hund apportiert, zurückbringt: such’s Ap- r eiter mmert r eiter mmer m e
portl! (Zuruf an den Hund) r eiter mmerw
ro tion die 〈lat.〉: behördliche Genehmi- r eiters t der; -es: Bestimmungen zum
gung, Zulassung, bes. als Unterrichtsmittel Schutz von Arbeitnehmern vor Gefahren aus
(in D nur die Zulassung zum Arzt oder Apo- ihrer Berufsausübung, (in D) Arbeitsschutz:
theker): ein Schulbuch, Lehrmittel im Unter- Im Sozialbereich will man den zuständigen
richtsministerium zur Approbation einreichen; Minister … durch einen Antrag zum Thema Ar-
Das erste Schulbuch für Geschichte liegt vor: beiterschutz … zur Offenbarung zwingen. (PR
Bei der Approbation wurde auf eine ganzheitli- 11. 9. 07)
che Sicht Wert gelegt. (PR 25. 2. 03) r eitne mer set etr ↑ Absetzbetrag
ro tions ommission die: Kommission, r eitne mers t der (auch schweiz.):
die über eine ↑ Approbation entscheidet, bes. ↑ Arbeiterschutz

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A Arbeitnehmerveranlagung

r eitne mer er n n die: Neuberech- Arbeitsmarktstatistik des Arbeitsmarktservice


nung der Lohnsteuer für das im Kalender- (AMS) spricht eine deutliche Sprache. (FU 1. 3.
jahr bezogene Einkommen, ( früher) [Lohn- 07)
steuer]jahresausgleich ARBÖ: (als Wort gesprochene Abk. für) Auto-,
r eits e e der: Arbeitsmittel, Arbeitsun- Motor- und Radfahrerbund Österreichs (Ab-
terlagen: Die ausführliche … Kommentierung, kürzung nach der früheren Bezeichnung
die einheitliche Gliederung und auch das hand- ›Arbeiter-Radfahrer-Bund Österreichs‹). Vgl.
liche Format machen den Kommentar zum un- ÖAMTC
erlässlichen Arbeitsbehelf für Rechtsanwälte r it tens (in Zus. veraltet für) Architek-
und alle mit Suchtmitteldelikten befassten Per- ten-: r ite tens ttin r ite tensto -
sonen. (SN 16. 12. 06). ↑ BEHELF ter. ↑ Arztens-, Beamtens-, Diplomatens-,
r eits ewi i n die (auch schweiz., selte- Fabrikantens-
ner auch in D): Arbeitserlaubnis: Zunächst Aren die 〈lat.〉 1. (veraltend): kurz für ↑ Som-
benötigten die Zuwanderer keine Arbeitsbewil- merarena: Freilichtbühne (nur noch im Na-
ligungen. (PR 15. 7. 16). ↑ BEWILLIGUNG men einer Sommerbühne in Baden bei
r eitsins e tion die (Verw., auch schweiz., Wien): Und zur Eröffnung der Sommersaison
in D nur i. S. v. ›das Inspizieren‹): staatliches inszeniert Herzl in der Arena in Baden den »Zi-
Organ zur Durchführung der Arbeitsschutz- geunerbaron«. (PR 5.  1. 02). 2.  alternatives
gesetzgebung; Gewerbeaufsicht: Von einer Kultur- und Kommunikationszentrum in
Beschwerde bei der Arbeitsinspektion sehen die Wien: Der US-Musiker gastiert am Dienstag in
meisten ab, Strafen für Arbeitgeber kommen so der Wiener Arena. (ST 27. 8. 18)
gut wie nie vor. (PR 5. 11. 07) r (auch schweiz., regional auch in D):
r eitsins e tor r eitsins e torin der 1.  schlimm, übel: Er wettert so arg, dass sich
bzw. die (Verw.): Beamter/Beamtin des ↑ Ar- Jahrhunderte später Naziverbrecher in Prozes-
beitsinspektorats: Die Arbeitinspektoren sind sen damit rechtfertigen werden, sie hätten ja
berechtigt, Betriebsstätten jederzeit  – auch nur getan, was Luther einst gefordert hatte. (SN
ohne vorherige Ankündigung – zu betreten. (PR 15. 4. 17). 2. /intensivierend bei Adj. und Ver-
14. 10. 06) ben/ sehr, überaus: es ist arg warm; Manch-
r eitsins e tor t das; -s, -e (Verw., auch mal muss ich mich über die ÖVP doch arg wun-
schweiz.): (in D) Gewerbeaufsichtsamt: Seit- dern. (KU 15. 9. 08)
her muss das Arbeitsinspektorat die Wirt- r e die: (kurz für) Arbeitsgemein-
schaftskammer vorab über Kontrollen informie- schaft: Dafür verantwortlich ist unser General-
ren. (PR 5. 10. 04). Inspektorat
↑ übernehmer, die ARGE WSG und Neue Heimat,
r eits r teü er sser der (Behördenspr.): die außerdem die Einhaltung des Kostenrah-
Berufsgruppe der Unternehmer, die anderen mens garantieren. (OÖN 23. 5. 17)
Unternehmern Arbeitskräfte zur Verfügung rmen ss eis n die: Verköstiung für Not-
stellen: Bedenklich stimmt Hofer aber, dass aus- leidende, Armenküche: Die Suche nach Ersatz
gerechnet die Arbeitskräfteüberlasser zu jenen für die seit Ende September geschlossene Ar-
Branchen gehören, in denen die Arbeitslosigkeit menausspeisung in der Tagesaufenthaltsstätte
besonders stark gestiegen ist. (PR 2. 12. 14) »Saftladen« hat fürs Erste ein Ende (ST 16. 11.
r eits r teü er ss n die (Behörden- 05). ↑ Ausspeisung
spr.): Verleih von Arbeitskräften, Personal- rmensünder österr. Form, (in D) Arm[e]
leasing, Personalbereitstellung: Vom offenbar sünder-: rmensünder n rmensünder-
stärker als prognostizierten Wirtschaftswachs- o e rmensünder emd rmensünder-
tum profitieren der Bau und Industriebereich rren rmensündermiene rmensünder-
sowie die Arbeitskräfteüberlassung. (PR 1.  9. e e
16)   r eits r teü er ss n s eset rm ts er das; -s, -n (ugs.): bedauerns-
r eits ose die; - (ugs.): Arbeitslosenunter- wertes, armseliges Wesen: Zwar muss aus ei-
stützung: Als sie gekündigt wird, »habe ich drei nem Nichtleser nicht zwangsläufig ein geistiges
Monate keine Arbeitslose bekommen und Armutschkerl werden, aber es ist schon erschre-
wusste nicht, wie ich meine Familie erhalten ckend genug, wenn jemand das Lesen verlernt.
soll.« (OÖN 16. 5. 14) (OÖN 8. 3. 12)
r eitsm r tser i e das; -[s], -[s]: (Neube- rrest ntenw en der (veraltet): Wagen
nennung von) Arbeitsamt; Abk. AMS: Die zum Häftlingstransport; grüner ↑ Heinrich:

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ASVG A
Fünf Minuten nach dem Einbruch saß der ss nieren sw. V. / hat 〈lat.-franz.〉: (einen
junge Mann bereits im Arrestantenwagen. größeren Komplex, ein Stadtviertel) von
(OÖN 14. 3. 05) Grund auf sanieren, verbunden mit Enteig-
r t r tin *praktischer Arzt, praktische nungsrechten, Verkaufsverbot u. ä. Maßnah-
Ärztin: Arzt/Ärztin für Allgemeinmedizin, men der öffentlichen Hand   ss nier n
(in CH) Allgemeinpraktiker: Er betreibt seit Assanierung bedeutet Stadterneuerung in radi-
1989 eine Ordination als praktischer Arzt in kaler Form – alte Gebäude werden abgerissen
Innsbruck und ist Lehrbeauftragter an der Me- und durch neue ersetzt. (PR 18. 5. 12)
dizinischen Universität Innsbruck. (ST 21. 8. 16) ss nier n s e iet: zur ↑ Assanierung vor-
r te mmer ↑ Kammerstaat gesehenes Stadtgebiet: Im 16.  Bezirk, direkt
r tens (in Zus. veraltet für) Arzt-: r tens- hinter der Ottakringer Brauerei, hatte das Rat-
r r tens ttin E. B., früh verwitwete Arz- haus auf Antrag der Bezirksvertretung bereits
tensgattin, lebte von 1928 an in Salzburg. (Salz- acht heruntergekommene Baublöcke als erstes
burgwiki 2013). ↑ Architektens-, Beamtens-, Assanierungsgebiet Wiens festgelegt. (PR 15. 1.
Diplomatens-, Fabrikantens- 05)
s nti die; -, -[s] 〈afrikanisch〉: (kurz für) ssentieren sw. V. / hat 〈lat.〉 (veraltet): auf
↑ Aschantinuss: Süßigkeiten noch und nöcher: Militärtauglichkeit hin untersuchen: Die as-
Neben Lebkuchenherzen, Aschanti und Zü- sentierten Burschen wurden von der Dorfmusik
ckerle gab es auch Riesen-Schaumrollen. (VN begleitet und die Tauglichen von den Untaugli-
15. 10. 07) chen mit Sträußchen von künstlichen Blumen
s ntin ss die 〈afrikanisch〉 (bes. Wien, beschenkt. (PR 25. 10. 02; M. Rauchensteiner)
ugs. veraltend): Erdnuss: Wer sollte nun die   ssentier n
roten Papiersäckchen bringen, gefüllt mit Scho- ssist n eins t der: nicht militärischer
kolade, Mandarinen und Aschantinüssen? (PR Einsatz des Bundesheeres zum Schutz der
5. 12. 11) verfassungsmäßigen Einrichtungen, z. B.
F die: (als Wort gesprochene Abk. Grenzschutz: Im Rahmen des bis Herbst 2008
für) Autobahnen- und Schnellstraßen-Fi- fixierten Assistenzeinsatzes werden sich die
nanzierungs-Aktiengesellschaft (zuständig Soldaten an einem »routineartig ausgebreitete
für Bau, Finanzierung und Bemautung des Schleierfahndungsnetz« der Exekutive beteili-
Autobahn- und Schnellstraßennetzes) gen. (ST 4. 1. 08)
s 〈griech.〉: griech.-römischer Gott der st *am längeren Ast sitzen: sich in einer
Heilkunde: wird österr. (und schweiz.) auf günstigeren Position befinden, (in D) am
der ersten Silbe betont, in D meist auf der längeren Hebel sitzen: Dieser Poker ist für die
letzten MOL aber ein gefährliches Spiel, bei dem die
ASO: (nur geschriebene Abk. für) Allgemeine OMV mit Sicherheit am längeren Ast sitzt. (PR
Sonderschule 10. 7. 07); *am aufsteigenden Ast [sein, sich
s er , das (ostösterr.): Mispel; Frucht des befinden u. Ä.]: sich in seinen Leistungen
Mispelbaums: Neben klaren Schnäpsen aus verbessern; in eine bessere [gesundheitliche,
Quitten, Vogelbeeren, Asperln, Schlehen, Maril- wirtschaftliche] Lage kommen: Nach dem
len oder Birnen hat sie auch verschiedene Wein- unverhofften Viertelfinale sieht sich Thiem im
und Tresterbrände. (PR 2. 4. 16) Aufwärtstrend. »Ich denke, dass ich wieder auf
s das und der 〈franz.〉: ist österr. Maskuli- dem aufsteigenden Ast bin. (ST 19.  8. 16); Im
num und Neutrum, in D nur Maskulinum ORF-Zentrum sieht man statt Pröll-Mann Ri-
s ir nt s ir ntin der bzw. die: 1.  (auch chard Grasl Oberösterreicher auf dem aufstei-
schweiz.) Person, die sich in Ausbildung in genden Ast. (PR 8. 11. 14); *am absteigenden
der Justizwache, Polizei oder Militär befin- Ast [sein, sich befinden u. Ä.]: sich in seinen
det: Demnach sind gerade rund 100 soge- Leistungen verschlechtern; in eine schlech-
nannte Aspiranten zum Einsatz in diversen tere [gesundheitliche, wirtschaftliche] Lage
Justizanstalten in Österreich unterwegs. (PR kommen: Seit Jahren auf dem absteigenden
31.  12. 12). 2.  Person, die nach dem abge- Ast befindet sich die Wettbewerbsfähigkeit Ös-
schlossenen Pharmaziestudium ein Praxis- terreichs. (WZ 27. 7. 15); Mittelschicht am ab-
jahr in einer Apotheke absolviert. – Die Be- steigenden Ast? (ST 19. 5. 16)
deutung ›Anwärter auf einen [Beamten] (buchstabierte Abk. für) Allgemeines
posten‹ ist gemeind. Sozialversicherungsgesetz

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A ASVG-Pension

ension die: ↑ Pension nach dem angestrebten Zeitpunkts, regional auch in


ASVG (im Ggs. zur Beamtenpension), (in D) D): ich habe das Taxi auf 16 Uhr bestellt; in: Auf
Rente: Die Pensionsreform führe dazu, dass diesem Sektor werden wir 2008 aber mit weite-
Akademikerinnen theoretisch gar keine ren Ideen für Impulse sorgen. (SN 10.  1. 08);
ASVG-Pension erreichen können bzw. finanzi- (mit Dativ oder Akkusativ in Verbindung mit
elle Einbußen hinnehmen müssen. (KU 4.  9. Urlaub): Die Österreicher fahren am liebsten
08). ↑ PENSION mit dem Auto auf Urlaub. (SN 27.  6. 07); In
ersi er n die: Sozialversicherung Wien steigen wieder einmal die Preise für Was-
nach dem ASVG: Damit müsste sie sich zu- ser, Müll, Autofahren. Zufälligerweise im Au-
sätzlich zur ASVG-Versicherung als Selbststän- gust, wenn alle auf Urlaub sind. (PR 19. 8. 16);
dige versichern. (ST 3. 4. 07) zu[m]: Weshalb die Initiative wie die Grünen
s wer er ↑ -WERBER die Rückwidmung auf Forstland fordert. (OÖN
s wesen das (auch schweiz.): Gesamtheit 21.  2. 05); Unbekannte Täter haben in der
aller das Asylrecht betreffenden Angelegen- Nacht auf Sonntag ein Seil über die Gleise der
heiten: Und genau da zeigt sich ein Systemfeh- Pyhrnbahn bei Ansfelden … gespannt. (SN
ler im österreichischen Asylwesen. (WZ 14.  1. 22. 1. 08); Der gute Nikolaus kommt auf Besuch.
16) (BVZ 10. 9. 08); (Vbg., auch schweiz. in Ver-
ASZ: (buchstabierte Abk. für) ↑ Altstoff-Sam- bindung mit müssen, gehen usw.:) ich muss
melzentrum auf den Zug, auf den Bus; um (Vbg., auch
AT: Buchstabencode für Österreich. ↑ AUT bayr., schweiz. in Verbindung mit einer Uhr-
ti tis Die Wörter auf -atik werden mit zeit:): er bestellte ihn auf acht Uhr ins Büro.
kurzem betontem a ausgesprochen: z. B. 3.  /in Verbindung mit Adj./ ein bestimmtes
Mathematik, Systematik, Akrobatik, Automa- Verhalten aufdringlich zeigend: auf echt (wie
tik, Dogmatik, Dramatik, Fanatiker, Idiomatik, echt); Mir ist wichtig, dass im Ort alles läuft.
Pneumatik, Pragmatik, Problematik, Thematik. Auf Facebook muss ich nicht ständig mit ir-
Dasselbe gilt für die dazugehörigen Adjek- gendwelchen Meldungen auf wichtig machen!
tive auf -atisch, z. B. mathematisch, systema- (OÖN 11. 12. 14); *auf Lepschi gehen ↑ Lep-
tisch, ebenso asiatisch, fanatisch, bürokra- schi; *auf die Nacht ↑ Nacht
tisch, demokratisch, klimatisch, magistratisch, au en aufbacken: Außerdem habe ich ei-
phlegmatisch, schematisch, soldatisch, sympa- nen unbezwingbaren Hang, mein aufgebäh-
thisch tes  Frühstückskipferl in meinen lauwarmen
der 〈engl.〉: (buchstabierte Abk. für) Aus- Milchmalzkaffee zu tunken. (PR 6. 6. 07). ↑ bä-
trian Trade Index: Österreichischer Aktien- hen
index: Der ATX konnte seine Verlaufsgewinne au etten (auch bayr.): das Bett, die Betten
nicht im vollen Umfang bis Mittag halten. (PR machen: hast du schon aufgebettet?; Die klassi-
25. 10. 16) schen Symptome einer Hausstaubmilbenaller-
Au, die; -, -en: österr. (und südd., schweiz.) gie: … Asthmasymptome beim oder nach dem
Form, (in D) Aue: Um diese ökologische Funk- Aufbetten (PR 23. 11. 01). – In D regional und
tion nutzen zu können, muss die Au natürlich meist mit Objekt: dem Kranken aufbetten, die
mit dem Hauptstrom verbunden sein. (PR 3. 7. Kissen aufbetten
07) au irnen (ugs.) /unpersönlich, mit Akk./:
ditor der; -s, -en 〈lat.〉 (Behördenspr., frü- stürzen: Das muss ein Rennläufer aushalten.
her, heute noch schweiz.): Ankläger bei ei- Wer verletzt war, den muss es einmal aufbirnen.
nem Militärgericht, (in D) Auditeur in der (PR 29. 1. 03)
Bedeutung ›Richter bei einem Militärge- au re e n (ugs.): sich herausputzen, etwas
richt‹ verschönern: … wie man sein Outfit und seine
ieders en ↑ Wiederschauen Wohnung »aufbrezeln« kann. (OÖN 22. 9. 12);
au 1. wird österr. auch mit Verben wie ↑ den- ihre Polizeieinsätze mit totalem Schusswaffen-
ken, ↑ vergessen, verbunden. 2. steht österr. gebrauch sind praktisch gelungene Bewerbun-
(z. T. auch südd., schweiz.) dort, wo in D an, gen fürs Aufbrezeln billiger TV-Krimis im Vor-
für, in, zu verwendet wird: an: Er musste dann abendprogramm. (PR 9. 11. 12)
auf Krücken gehen. (SN 17.  9. 07); Der Mann Au de er Au de erin der bzw. die (auch
erlag noch auf der Unfallstelle seinen Verletzun- schweiz.): Person, die Missstände öffentlich
gen. (NVT 28. 10. 07); für (zur Angabe eines macht; Whistleblower: Peter Pilz in der Rolle

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aufgelegt A
des grünen Aufdeckers der Nation ist ja schon au retten (ugs.): aufscheuern: die Schuhe ha-
hinlänglich bekannt. (PR 30. 5. 17) ben ihn aufgefrettet; er hat sich an den Fersen
au do e n 1. verdoppeln; denselben Betrag aufgefrettet. ↑ FRETTEN
dazulegen: Bisher mussten die Länder jeden au risieren 1.  ›(die Haare) kunstvoll oder
Euro vom Bund durch zusätzliche eigene Mit- frisch frisieren [so dass sie mehr Volumen
tel aufdoppeln. (KZ 17. 6. 14). 2. (veraltend): haben]‹: Die Promis lassen sich von ihr gerne
mit neuer Sohle versehen: Die Kunden Pött- auffrisieren. (KZ 6. 2. 08); 2.  ›(Fakten, Statis-
lers lassen Schuhe aufdoppeln, Sohlen er- tiken) schönen; frisieren‹: Zweck der Fusion
neuern oder auch verstärken. (KZ 25.  1. 14). sollte es für die Bawag letztlich sein, die Post-
↑ doppeln sparkasse bilanziell auszunehmen. Mit den
au dre en (auch südd.): 1.  einschalten: Seit Mitteln, die man ihr solcherart entzog, wollte
1. Jänner ist es also nicht mehr strafbar, wenn man dann das Erscheinungsbild der Bawag
Autofahrer am Tag das Licht nicht aufdrehen. auffrisieren. (profil 17. 6. 06). 3. einen Motor,
(SN 17.  1. 08).  – Im wörtlichen Sinn ›durch ein Kraftfahrzeug leistungsstärker machen;
Drehen öffnen‹ auch in D, z. B. die Heizung, frisieren: Die betreffenden Leute würden im-
das Wasser aufdrehen. Das Radio aufdrehen mer wieder Firmen finden, die ihre Mopeds
bedeutet österr. ›einschalten‹, in D ›lauter auffrisieren. (OÖN 17.  4. 14). 4.  neu gestal-
drehen‹. 2.  (ugs.) wütend werden, laut zu ten und wirkungsvoll aufwerten: Dann noch
schimpfen und fluchen anfangen, aufbegeh- schrilles »Toxic«, ein kühn auffrisiertes »Baby
ren: Die Bühne ist riesig, doch wenn er aufdreht, one More Time«, ehe es mit dem Kracher »Wo-
wenn er Frauen und Freunde mit Wucht atta- manizer« ins Finale ging. (PR 5.  6. 09); Das
ckiert, … bekommt man Platzangst. (PR 30. 1. über 30 Jahre alte Murkraftwerk in Weinzödl
12) wird um 24 Millionen Euro »auffrisiert«. (KZ
Au ent ts ewi i n die: (in D) Aufent- 24. 2. 14)
haltsgenehmigung: Laut Rechnungshof zahlt Au e die: wird österr. (und bayr.) in der
Wien die Mindestsicherung auch an Menschen, Bedeutung ›Hausübung, Hausaufgabe‹ auch
deren Aufenthaltsbewilligung abgelaufen ist. im Singular verwendet, sonst nur im Plural:
(PR 18. 2. 17). ↑ BEWILLIGUNG Ich komme in die Schule! Seit Wochen schon
Au erste n s ottesdienst der (Vbg.): To- übe ich Tasche packen und Aufgabe machen.
tenmesse: Würdevoll wurde der Auferste- (KU 2. 9. 02)
hungsgottesdienst mit anschließender Beiset- au er n (Fußball, ugs.): mit der Fußspitze
zung am 4. Jänner in der Pfarrkirche Frastanz den Ball in die Höhe heben: Ball verkehrt zum
gestaltet. (VN 25. 1. 08) Tor stehend mit der Brust heruntergenommen,
Au rt die: festlicher Zug mit Fahrzeugen einmal aufgegaberlt – und aus der Drehung vol-
(in D veraltet i. S. v. ›feierlicher Aufzug‹): am ley aus 18 Meter ins Gehäuse gedonnert. (PR
Sonntag findet auch eine Auffahrt der Oldti- 19. 3. 07). ↑ gaberln
mertraktoren statt. (OÖN 25.  8. 16); Die Auf- A es ein der: Quittung über eine bei
fahrt zu den Festspielen ist nun zu einem der Post aufgegebene Sendung: Bei der Kont-
abendlichen Ereignis der Salzburger geworden. rolle der beiden Männer in Salzburg stießen die
(SN 23.  8. 07). ↑ Alpauffahrt, Nikolausauf- Beamten etwa auf einen Aufgabeschein für ein
fahrt, Nikoloauffahrt 20 Kilogramm schweres Paket. (KZ 22. 4. 15)
au etten sw. V. / hat (salopp): aufbessern, au nse n (ugs.): aufreizen, anregen: Porno-
aufstocken: Auch mit Zulagen können Wiener grafie hingegen richtet den Blick immer auf das
Beamte ihr Gehalt ordentlich auffetten. (profil Publikum und will aufganseln. (PR 11. 10. 12)
1.  9. 09); »Frauen kommen nur gelegen, wenn au e e t (ugs.): 1.  (regional auch in D) klar,
die Herren grad mal nicht so gut sind und sie offensichtlich: Eder sagt, es sei kurios und ein
die Medaillenbilanz auffetten können.« (profil aufgelegter Blödsinn, den Unterpinzgauern Ge-
20. 6. 15)   ett n heimverhandlungen zu unterstellen. (SN 3.  2.
au rnen sw. V. / hat: körnig und weich wer- 04). 2.  (beim Kartenspiel) im Ergebnis von
den (vom über Nacht gefrorenen Schnee): vornherein aufgrund der ausgegebenen Kar-
Auf dem abschließenden Schwarzkopf taucht ten feststehend: ein aufgelegter Schnapser.
noch ein laut schnarrendes Schneehuhn auf 3.  so einfach vorbereitet, dass es für einen
und verkürzt mit seinem langen Auftritt die Zeit andern einfach zu realisieren ist: ein aufgeleg-
vor dem Auffirnen. (SN 11. 5. 00) tes Tor (eine Spielsituation, die dem Gegner

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A aufgemascherlt

einen Torschuss leicht macht); ein aufgeleg- teil könnte sein, dass die ÖBB die Bahnhalte-
ter Elfer (ein leichtfertig verursachter und stelle Lustenau Markt auflassen wollen, da we-
daher für den Gegner eine große Chance); gen der Trassenanhebung ein Neubau fällig
(übertragen) Bürgerinitiativen machen gegen wäre.« (VN 18. 10. 07)   fl ss n Mit ei-
den Kapuzinerbergtunnel mobil. »Vor den Wah- ner Auflassung des Abfallcontainerstandplat-
len 2009 ist das für uns ein aufgelegter Elfer«, zes in Lacken … wird unsere unzureichende
sagte ein Sprecher. (SN 8. 9. 07) Klimabilanz weiter belastet. (OÖN 22. 11. 07)
au em s er t ↑ aufmascherln aufl ten durch Klingeln wecken, herausho-
au en (ugs.) 1.  (bes. ostösterr.): angeben, len: Mit einer Glocke werden alle Rundumste-
ostentativ prassen: Das »Aufhauen« des henden aufgeläutet. (OÖN 14. 5. 01); das Tele-
Star-Gewerbes liegt ihm nicht. (PR 11.  5. 02). fon hat ihn mitten in der Nacht aufgeläutet.
2.  scheitern, straucheln: bei der Prüfung hat ↑ anläuten, läuten
es mich aufgehaut; »Aber irgendwann, wenn aufle en * jmdm. eine auflegen (ugs. salopp):
Bund und Land nicht munter werden, wird’s jmdm. eine Ohrfeige geben: Viele meinten, ich
die  Gemeinden aufhauen.« (OÖN 17.  12. 14). hätt’ ihm eine auflegen sollen. (KU 3. 1. 08). –
↑ HAUEN Die Bedeutung ›den Ball so zuspielen, dass
au sen 1.  (westösterr., ugs.): Pleite ma- daraus leicht ein Tor erzielt werden kann‹ ist
chen, in Konkurs gehen. 2. (südösterr.) mate- gemeind.
riell aufsteigen, an Wert gewinnen: Zwar sind auflie en st. V. / ist (auch bayr., schweiz.):
der Alte und der Neue Platz ein umstrittenes zur Einsicht bereitliegen (in D seltener, da-
Radfahrthema, dennoch hat die Landeshaupt- für meist ausliegen): Die erstellten Gutachten
stadt in den vergangenen Jahren radeltechnisch werden öffentlich aufliegen. (KU 2.  2. 08).
aufgehaust. (KZ 7. 4. 12). (zu 1.:) ↑ abhausen ↑ liegen
au ssen (ugs., auch bayr.): aufhetzen, auf- au m s er n sw. V. / hat (ugs.): 1. aufputzen,
wiegeln: lass dich nicht von ihm aufhussen!; auffällig kleiden, schmücken; aufdonnern,
Mit maßlosen Übertreibungen flößen Sie naiven auftakeln: Nirgendwo sehen Prominente be-
Menschen Angst ein und hussen sie gegen kanntlich bescheuerter aus als da, wo sie sich
Flüchtlinge auf. (OÖN 13.  2. 16). ↑ hussen anlassbezogen aufmascherln. (ST 20.  4. 16).
 sser in sserei … dass »man 2.  attraktiver gestalten und aufwerten: Weil
mit menschenverachtender Aufhusserei ohne- auf der Blumau das Musiktheater entsteht,
dies nicht weit kommt.« (ST 23. 9. 07) lässt die Stadt den Südteil der Landstraße
au s ieren sw. V. / hat: aufkleben, aufzie- aufmascherln. (OÖN 15.  9. 11); /meist im
hen: Innenschiebe-Dämmläden für Fenster aus 2.  Part./: Exakt 30 Minuten später stand der
50-mm-EPX-Kern, Holzrahmen und beidseitig ehemalige VSV-Torwart … aufgemascherlt in
aufkaschierter Glasfasertapete. (SN 12. 1. 14) der Empfangshalle des Hotels. (KZ 8.  3. 14).
au e ren (auch südd.): (Dreck, Staub o. Ä.) ↑ Mascherl
↑ zusammenkehren: Drei Stunden später sind Au n mesto der: vorübergende Sperre
die Fenster verschalt und die Glassplitter auf- bei der Einstellung von Beamten: Gewerk-
gekehrt. (PR 10. 8. 06) schaft fordert Ende des Aufnahmestopps im öf-
au en (auch südd.): (vom Boden) aufhe- fentlichen Dienst. (ST 2. 10. 16)
ben, aufsammeln: Für Landwirte, die aber nur au n ms Au n ms österr. Form neben
Streuobst haben, ist das eine kleine Katastro- aufnahme-, Aufnahme-: n ms i Die
phe. Die haben den Arbeitsaufwand und zahlen EU sei mittelfristig nicht wirklich aufnahms-
natürlich drauf, wenn sie für das Aufklauben fähig. (PR 4.  10. 05); n ms es -
noch jemanden zahlen müssen. (KZ 23. 10. 08); n ms rü n Allerdings legen die Fakul-
(übertragen) er hat eine Infektion, Grippe auf- täten wert darauf, die Aufnahmsprüfung
geklaubt. ↑ KLAUBEN autonom so zu gestalten (PR 6.  2. 17); -
au o en (auch südd.): (bei besonderen An- n ms or sset n Diese sportliche Tätig-
lässen) sehr reichlich kochen: Im August 2008 keit war aber nicht die Aufnahmsvorausset-
wird der Franzose im Restaurant Ikarus in zung an unser Sportgymnasium. (OÖN 28.  6.
Salzburg aufkochen. (KU 26. 11. 07). ↑ ausko- 04)
chen, einkochen Au n mswer er ↑ -WERBER
aufl ssen (auch südd.): schließen, stilllegen, au ne men engagieren, einstellen: Aus Ge-
aufgeben: ein Geschäft, Amt auflassen; »Nach- sprächen mit Unternehmern wissen wir auch,

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aufschauen A
dass zahlreiche Betriebe gerne noch mehr Lehr- 13.  3. 03). Vgl. Bedienerin, Putzerin, Zugeh-
linge aufnehmen würden. (SN 19. 1. 08) frau, Zugeherin
au en (ugs., regional auch in D): aufkle- au re t 1. (Rechtsspr.): rechtsgültig: Im Falle
ben: Am Ende heißt die Lösung aus Kosten- einer verpflichtenden Regelung sollten die Pen-
gründen meist Kunststofffenster und schnell sionszeiten während der aufrechten Ehejahre
aufgepappter Vollwärmeschutz. (PR 23. 4. 05). herangezogen werden. (PR 11. 6. 07). 2. beste-
↑ zusammenpappen hend, auf dem jetzigen Stand /in Verbin-
au ssen *aufpassen wie ein Haftelma- dung mit sein, bleiben/: Das Wirtschafts-
cher ↑ Haftelmacher wachstum … werde sich zwar vermutlich
au e en 1.  aufpicken, durch Picken auf- abschwächen, der Wachstumsvorsprung von
nehmen: die Taube peckt das Brotstück auf. zwei bis vier Prozent … aber aufrecht bleiben.
2.  die Schale, Hülle durch Picken öffnen: (PR 25. 1. 08)
Viele Innviertler Landwirte klagten in den ver- au rei en st. V. / hat: 1. (den Boden) reinigen,
gangenen Monaten über Schäden durch die Zu- ↑ ausreiben: das Vorhaus mit der Bürste aufrei-
nahme der Krähen, die u. a. Siloballen aufpe- ben. 2. durch Reiben aufrauen: Bleche aufrei-
cken und damit unbrauchbar machen. (OÖN ben; Doch den Fachleuten zum Trotz hielt der
19. 2. 09) ↑ pecken, zerpecken Betonboden perfekt … Er blieb hart und ließ
au e en: 1. a) (auch bayr.) aufbürden: jmdm. sich nicht aufreiben. (OÖN 31. 5. 07). 3. (ugs.)
eine Strafe aufpelzen; »Wie viele Verkehrserre- zum Schlag ausholen; aggressiv werden: Da
ger will man uns noch aufpelzen?«, fragt ein sie aber in den soeben eingereichten Schei-
Sprecher der Bürgerinitiative. (KU 6.  9. 00). dungspapieren das alleinige Sorgerecht … be-
b) (Sport) jmdm. Tore schießen (bes. wenn antragte, darf man darauf gefasst sein, dass
dadurch die große Überlegenheit ausge- Bobby Brown aufreiben wird. (KU 20. 10. 06).
drückt werden soll): die Mannschaft hat wie- ↑ ausreiben, reiben
der vier Tore aufgepelzt bekommen. 2.  auf- Au rei et en der: seltener für ↑ Ausreibfet-
pfropfen, veredeln: Bereits Großvater und zen; Scheuertuch, Putztuch. Folglich fliegen
Vater beschäftigten sich intensiv mit dem »Auf- zwischen den Geschlechtern die Aufreibfetzen.
pelzen«. (KU 4. 5. 05). ↑ pelzen (OÖN 4. 6. 05). ↑ FETZEN, reiben
au e e n (ugs.): aufschlagen: Der Allradler au ri ten (ugs.): aufschichten, stapeln: Der
hebt ab, liegt einen Moment lang in der Luft 37-jährige Bauer aus Schwand wollte Holz-
und plumpst schließlich auf den sandigen Ab- scheiter aufrichten und hatte dafür eine Leiter
hang, die Köpfe einiger Insassen peppeln kurz aufgestellt. (OÖN 23. 6. 06). ↑ RICHTEN
am Autohimmel auf. (ST 29.  10. 07). ↑ pep- au ro en (Wirtschaft): unterschiedlich hohe
peln Steuerbemessungsgrundlagen innerhalb ei-
au i en aufkleben: Demnach warten derzeit nes Jahres bei der Lohnsteuerberechnung
noch rund 85 Prozent der Autofahrer mit dem durch den Arbeitgeber (im Ggs. zum Finanz-
Aufpicken der safrangelben Vignette. (PR 24. 1. amt) am Jahresende ausgleichen   ro -
03). ↑ PICKEN n Diese Aufrollung wirkt wie ein rückwir-
au im en (ugs.): aufpeppen, einer Sache kender Jahresausgleich und erspart einem das
Schwung geben: Man kann den Salat mit Par- Warten auf den Arbeitnehmer-Steuerbescheid
mesan, Prosciutto oder Huhn aufpimpen. (PR irgendwann im nächsten Jahr. (WZ 23. 10. 03);
30. 9. 16) o nste er ro n
au de n sich; sw. V. / hat (ugs.): 1. sich auf- Au s nd n die (Rechtsspr.): Einwilligung
spielen: Der Herzog überantwortet die ihm ent- eines Liegenschaftseigentümers, dass die
gleitenden Amtsgeschäfte seinem Stellvertreter Liegenschaft belastet, verkauft usw. werden
Angelo, der sich gleich als beinharter Sanierer darf: Jedenfalls ist danach noch ein förmlicher
aufpudelt. (KZ 18. 8. 11). 2. sich aufregen, ent- Kaufvertrag mit sogenannnter Aufsandungs-
rüsten: Der Herr Stadtrat hat also die sich in klausel zu errichten, damit Ihr Eigentum auch
einer Tour aufpudelnden Wiener gerade noch wirklich im Grundbuch eingetragen werden
vor dem Schlimmsten bewahrt. (PR 7. 9. 07) kann. (WZ 26.  2. 05)   s nd n ser -
A r merin die: Putzfrau: Eine schreckliche r n s nd n s r nde
Entdeckung machte eine Aufräumerin gestern au s en (auch südd., schweiz.): aufbli-
Vormittag in einem Jagdschloss der Bundes- cken: Schon Sylvester Stallone musste zu ihr
forste bei den Langbathseen in Ebensee. (OÖN aufschauen. (OÖN 10. 10. 07). ↑ SCHAUEN

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A aufscheinen

au s einen st. V. / hat (auch bayr.): (auf ei- au s erren (auch bayr.): 1.  aufschließen: Als
ner Liste o. Ä.) erscheinen, vorkommen: Im ich die Tür aufsperrte, sah ich schon dichte
Internet ist eine Terror-Zielobjektsliste aufge- Rauchwolken. (OÖN 6. 8. 10). 2. (ein Geschäft)
taucht, auf der auch österreichische Politiker offen halten: Nein, sie sperren nicht jedes
aufscheinen. (SN 29. 9. 07) Jahr noch früher auf, aber trotzdem schon sehr
au s e en auflecken: Der Kirgise holt bald: In zwei Wochen startet Wien offiziell in
Schleim aus Hals und Nase, … spuckt ihn auf die Punschstand- und Adventmarktsaison. (PR
seine rechte Hand, drückt den Kopf des Deut- 27. 10. 16). 3. (ein Geschäft) gründen, eröff-
schen hinunter und lässt ihn alles aufschlecken. nen: 2007 haben gleich drei Märkte eröffnet,
(KU 17. 8. 13). ↑ schlecken, abschlecken mindestens ein weiterer wird heuer aufsperren.
au s i ten aufstapeln: »Das Aufschlichten (SN 12. 1. 08). ↑ SPERREN
der Holzscheite haben vorwiegend die Knechte au steirern herbstliches Volksfest der Steirer
übernommen.« (OÖN 27. 8. 05). ↑ SCHLICHTEN in Graz: Vor allem am Rathausplatz, am
au s ie en (ein Grundstück) an die öffent- Hauptplatz, rund um die Stadtpfarrkirche und
liche Versorgung anschließen, (in D) er- neuerdings immer stärker auch am Standes-
schließen: Es ist mir ein Anliegen, dass wir amtsplatz. Hier heißt es »Aufsteirern« im bes-
Baugründe aufschließen, um erschwingliche ten Sinn des Wortes. (KZ 30. 12. 08)
Baugründe für junge Familien anbieten zu kön- au stei en (auch bayr.): in die nächste Klasse
nen. (NÖN 6. 4. 18) kommen, (in D) versetzt werden: der Schüler
au s mei en st. V. / hat 1. (salopp) /unper- ist geeignet, in die zweite Klasse aufzusteigen
sönlich mit es/ scheitern: Als Vollblutunter- (Zeugnisvermerk); Es ist die Woche der Nach-
nehmer … musst du aber Dinge tun, die du aus prüfungen und es geht um Aufsteigen oder Sit-
dem Bauch heraus spürst. … Die Frage ist nur, zenbleiben. (SN 12. 9. 07)
ob  es dich damit gleich einmal aufschmeißt. au ste en (ugs., salopp) /es stellt jmdn. auf/:
(Steirer Monat 15.  2. 11). 2.  (ostösterr. ugs., (mit einem Fahrzeug, Skiern usw.) zu
salopp): bloßstellen, blamieren: er schmeißt Sturz kommen, einen Unfall erleiden: Ein
mich auf vor allen Leuten Goiserer musste kürzlich ins Spital, weil es
au s n en (ugs., auch südd.): aufatmen: ihn mit dem Fahrrad aufgestellt hat. (OÖN
Michael stellte die Rückentrage ab, den Herrn 20. 11. 09)
Sohn ins Gelände und ließ sich selbst wohlig au s en sw V. / hat: weich, sulzig werden
aufschnaufend auf der Wiesenböschung nieder. (vom Schnee): Am Morgen sind die Abfahrten
(PR 9. 6. 12). ↑ ausschnaufen gefroren, aber später sulzen sie auf. (KR 29. 12.
au s o ern zu Schobern anhäufen: Um eine 13). ↑ sulzen
in der Erde befestigte Stange wird das trockene au w s en (regional auch in D): (den Boden)
Heu gewickelt, aufgeschobert. (NÖN 2. 10. 02). feucht reinigen: Ist der Boden aufgewaschen,
↑ SCHOBER, schobern sind Teppiche gepflegt? (KU 8. 11. 04)
au sieden (veraltend): aufkochen, aufwallen au en (auch südd.): dazuzahlen, einen
lassen: die Milch aufsieden; Zuletzt gibt man Mehrpreis zahlen: Weil die zwei Buslinien …
die Stücke der Fischotter mit einem Stückchen unterschiedliche »Waben« des Verkehrsver-
Rindschmalz hinein, und läßt es langsam auf- bunds durchfahren, mussten Wochen- und Mo-
sieden. (PR 22. 2. 15). ↑ SIEDEN natskartenbesitzer bisher aufzahlen, wenn sie
Au sit er der: 1.  Falle, List, mit der man ge- einmal eine andere Linie nahmen. (SN 6.  6.
täuscht wird; Reinfall: dieses Geschäft war ein 07)    n Das Gratis-Reise-Angebot
Aufsitzer. 2. (Sport) Ball, der einmal auf dem würde sich mit Aufzahlungen für Flug und Aus-
Boden aufprallt, bevor er das Ziel erreicht: flugspaket mit Kosten … von 569 Euro zu Buche
Die Wiener profitierten bei den Toren in der ers- schlagen. (ST 25. 2. 06)
ten Hälfte jeweils von Fehlern des Admira-Goa- au ei en 1.  (regional auch in D) die Hand
lies …, der zunächst einen harmlosen Aufsitzer heben, um sich zu Wort zu melden: Mit dem
von Gorgon ins eigene Tor ablenkte. (PR 7. 5. 16) Projekt »Frei leben ohne Gewalt – Starke Schü-
Au s errdienst der: Schlüsseldienst; Firma, lerinnen zeigen auf« belegte die Schule bundes-
die verschlossene Türen öffnet: Da gibt es die weit den ersten Platz. (NÖN 30. 6. 10). 2. durch
Geschichte vom Nackerten auf dem Balkon, der Leistungen auf sich aufmerksam machen:
im Winter auf den Aufsperrdienst wartete. Der 34-jährige Vorarlberger hat 2007 im Doppel
(OÖN 10. 12. 02) mächtig aufgezeigt. (KU 6. 8. 08)

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Ausfahrerin A
Au e 1.  *fades Aug (ugs., bes. ostösterr.): ge- jahr in Wien der Schnee schmilzt, werden aus
langweilter, betrübter Blick: Ein »fades Aug’« den Schneebergen die tiefgefrorenen Hunds-
leistet sich keiner der 950 Beschäftigten. (KU trümmerl des gesamten Winters ausapern. (SN
10.  6. 06); »In den vergangenen Monaten bin 27. 12. 06). ↑ apern, herausapern
ich oft mit einem faden Aug zum Training ge- Aus er n die: 1.  das ↑ Ausapern: Die
gangen.« (KU 20. 6. 01); *anschauen mit dem Schneeschmelze und Ausaperung der Gletscher
faden Aug: gelangweilt, missbilligend an- kann auf Webcams verfolgt werden (SN 2.  9.
schauen; *ein fades Aug kriegen/haben: 15). 2. ausgeaperte Stelle: Leider konnte er ei-
sich langweilen: Wenn ich früher in einer Vor- ner in der Mitte der befahrenen Piste gelegenen
lesung über Pensionen geredet habe, haben die Ausaperung …, in der sich zahlreiche Steine be-
Studenten ein fades Aug’ gekriegt. (OÖN 7.  4. funden haben, nicht mehr ausweichen. (SN
03). 2. *mit freiem Auge (in D selten): (in D) 19. 2. 08)
mit bloßem Auge: Mittlerweile sieht man am aus eine n sw. V. / hat (ugs., veraltend, häufi-
österreichischen Firmament höchstens noch ger schweiz., in der Form ausbeinen auch
rund zehn Prozent der an sich mit freiem Auge südd.): 1.  Knochen aus dem Fleisch lösen:
erkennbaren Sterne. (OÖN 17. 12. 16) ein Tier ausbeineln. 2. zerlegen, um Verwert-
Au en swis erei die: etwas, was nur den bares zu gewinnen: einen alten Computer aus-
Anschein gibt, etwas nur vortäuscht, (in D) beineln. 3.  ausfragen, untersuchen: Sie habe
Augenwischerei: Man wird den Eindruck nicht Hermann Leopoldi, Hans Moser, Fritz Grün-
los, dass es nur um Augenauswischerei zur Be- baum interviewt, nur Paula Wessely habe sie
ruhigung der Bevölkerung geht. (ST 6. 1. 16) leider nicht »ausbeineln« können. (PR 26.  2.
Au en ser die /Plural/: Brille: Die Beamten 05). – Oft in einer der ostösterr. Mundart na-
stellten ein weinrotes Brillenetui samt Augen- hekommenden Form ausban[d]eln
gläsern… sicher (ST 25. 10. 14). – In D ist Au- aus e te n (auch bayr.): ausschütteln: Ehe ich
genglas veraltend und wird als Sammelbez. noch meine Polster ausbeuteln konnte, haben
für Brille, Monokel usw. verwendet sie schon überall ihre Schneekanonen aufgefah-
au ens ein i wird österr. auf der ersten ren. … Hochachtungsvoll, Frau Holle. (OÖN
Silbe betont, in D auch auf der zweiten 22. 12. 06). ↑ BEUTELN
Au s r er die: eine Wurstsorte, ähnlich der Aus i dner Aus i dnerin der bzw. die: österr.
Knackwurst, die der Länge nach aufge- (und schweiz.) Form, (in D) Ausbilder/-in:
schnitten gebraten wird; auch eine in dieser Konsequenzen sollten aber nicht nur die betrof-
Art gebratene Knackwurst: Neben Bratwürs- fenen Rekruten spüren, sondern auch die Vor-
tel, Frankfurter, Debreziner, Augsburger werden gesetzten, die Ausbildner. (SN 5. 9. 07). ↑ Lehr-
auch Salzburger gerne bestellt. Die sind etwas ausbildner, Lehrlingsausbildner
feiner als die Knacker. (OÖN 27. 6. 15) aus or en sich (regional auch in D): sich
Au stin der wird österr. immer auf der ers- ausleihen: ich habe mir ein Buch [bei, von ihr]
ten Silbe betont; in D wird der Name des ausgeborgt. – Die in D vorkommende Bedeu-
Heiligen auf der letzten Silbe betont (in Ös- tung ›jmdm. etwas leihen‹, z. B. die Nachba-
terr. selten, dafür nur Augustinus) rin hat mir ihre Leiter ausgeborgt, ist in Österr.
aus wird österr. (und bayr.) auch bei der An- unüblich, dafür nur … hat mir die Leiter ge-
gabe eines Schulfaches verwendet: ein »Sehr borgt. ↑ ausleihen, borgen, herborgen
gut« aus Mathematik; So hat in Österreich jeder aus rren (ugs., ostösterr.): wütend, schnell
dritte Schüler der vierten Klasse Volksschule davonlaufen, den Raum verlassen. ↑ burren
Schwierigkeiten mit einfachsten Aufgaben aus ausd m en (selten auch in D): durch Ersti-
Mathematik und Naturwissenschaft. (WZ cken auslöschen: einen Docht der Kerze aus-
10. 12. 08) dämpfen; Am Montag soll er laut Plan seine
aus ern (auch bayr., schweiz.): 1. /ist/ aper letzte Zigarette ausdämpfen. (KU 12.  1. 08);
werden, tauen: Unter dieser Schutzschicht Dummerweise lässt sich das Rauchen nämlich
konnten die Gletscher die Rekordtemperaturen nur mit Verboten, die auch geahndet werden,
im Sommer besser überstehen und sind erst ausdämpfen. (FU 1. 3. 07)
spät ausgeapert. (SN 4. 4. 14. 2. /hat/ aper ma- Aus rer Aus rerin der bzw. die (regional
chen: die Sonne apert die Wiesen aus. 3. /ist/ auch in D): Fahrer/-in, der/die bestellte Wa-
durch Schnee- oder Eisschmelze zum Vor- ren zu den Kunden bringt: »Unsere Ausfahrer
schein kommen: Wenn im kommenden Früh- kennen zwar jeden Schleichweg. Trotzdem wird

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A Ausfallshaftung

es immer schwieriger, die Kunden rechtzeitig zu und der radikale Umbau des Steuersystems.
beliefern.« (SN 16. 11. 05) (PR 5. 9. 16); *auf die Ausgabenbremse tre-
Aus s t n die (Rechtsw.): die österr. ten/steigen: mit öffentlichen Sparmaßnah-
übliche Form, in D sowie österr. fachspr. men beginnen: Deshalb muss die Regierung
Ausfallhaftung, Ausfallbürgschaft: Der Auf- heuer unbedingt auf die Ausgabenbremse stei-
sichtsrat hat das Budget abgesegnet, der Bund gen und endlich sparen. (PR 9. 1. 08)
zugesagt, 40 Prozent der Ausfallshaftung zu aus enseiti (Verw.): in Bezug auf die Aus-
übernehmen. (SN 7. 12. 06) gaben, bes. im Budget: Ausgabenseitig wird
aus ssen 1.  bekommen, in Empfang neh- etwa bei der Betreuung in Kinderspielplätzen
men: Es schüttet in Strömen, als wir auf dem und Parks gespart. (PR 23. 11. 16)
Parkplatz beim Gletscher ankommen, wo wir Aus edin e das; -s, - (regional auch in D):
die Ausrüstung ausfassen. (OÖN 6.  8. 16). 1. Anteil am Besitz, den sich jmd. nach der
2.  (eine Strafe) bekommen: Die maximale Hofübergabe zur Altersversorgung behält;
Strafe für einen Mini-Diebstahl in einem Am- Altenteil: Unseren Pensionisten wird ein fikti-
stettener Supermarkt wird ein 51-jähriger Mol- ves Ausgedinge abgezogen. Es entspricht nicht
kereiarbeiter ausfassen. (KU 27. 9. 07) mehr der Realität, dass Hofübergeber von den
aus erti en fertigstellen, die letzten Feinhei- Übernehmern so viel Naturalien erhalten.
ten durchführen (bezogen auf Gegenstände (OÖN 2.  10. 10). 2.  Lebensabschnitt nach
und Waren): In seinem Keller und in den ande- der  Hofübergabe. 3.  Wohnung im Lebens-
ren Räumlichkeiten herrscht peinliche Sauber- abschnitt nach der Hofübergabe: Mein Hof
keit. Alles ist in Edelstahl ausgefertigt, ein Labor steht nicht in der Absiedlungszone. Wir werden
für Versuchszwecke könnte nicht ordentlicher wahrscheinlich nicht wegziehen, sondern uns
aussehen. (OÖN 7.  1. 10).  – Bezogen auf ein hochwassersicheres Ausgedinge einrichten.
›Schriftstücke, Urkunden ausarbeiten oder (OÖN 28.  12. 13); (häufig übertragen in der
unterzeichnen‹ gemeind. ↑ abfertigen   s- Politik:) Natürlich muss ein erfahrener Ex-Re-
erti n gierender wie Tony Blair nicht gleich ins politi-
aus o en (Behördenspr.): übergeben, aus- sche Ausgedinge geschickt werden. (SN 29.  6.
händigen: Diese Frist beginnt mit der Ausfol- 07)   s edin er in
gung einer Urkunde, die … eine Belehrung über aus e en sich /unpersönlich/ (auch bayr.):
das Rücktrittsrecht enthält, an den Besteller … zeitlich oder räumlich gerade noch reichen,
zu laufen. Diese Belehrung ist dem Konsumen- passen: »Passt, das geht sich aus«, rufen die
ten anlässlich der Entgegennahme seiner Arbeiter. Langsam erhebt sich der Ponton in die
Vertragserklärung auszufolgen. (SN 27.  2. 07) Lüfte. (OÖN 24.  7. 15); Ein Platz im Tabel-
  so n len-Mittelfeld geht sich aus. (OÖN 7. 8. 14); *et-
aus ors en (Behördenspr., auch bayr.): was geht sich an jmdm. aus (ugs.): jmd. wird
[durch die Polizei] ausfindig machen, ermit- als Schuldtragender hingestellt, hat die Fol-
teln; (in D) eingehend befragen, erkunden: gen zu tragen: die Scherereien gehen sich wie-
Die Polizei konnte eine Bande von elf Tschet- der an mir aus
schenen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren Aus e ste das; -n: ausgelöstes, ausgebein-
ausforschen. (SN 14. 12. 07)   s ors n tes Fleischstück; *hintere Ausgelöste: safti-
aus r ts e n (ugs., auch bayr.): indiskret aus- ges Fleisch vom vorderen Rückenteil des
fragen: Ganz schlimm erleben Jugendliche Rindes, bes. zum Dünsten und Kochen ge-
ständige Fragerei. Wobei nicht die anteilneh- eignet; Fehlrippe; *vordere Ausgelöste: fett-
mende und respektvolle gemeint ist, sondern armes Fleisch vom Bug des Rindes, meist als
bohrendes Ausfratscheln. (KU 22. 4. 07). – Sel- Suppenfleisch verwendet; Tristel. ↑ auslösen
ten auch in der Form ausfrascheln. ↑ frat- Aus este erte ↑ aussteuern
scheln aus ewer e t ↑ auswerkeln
aus ü r i wird österr. (und südd., schweiz.) Aus ei der (Rechtsspr.): gerichtlicher
meist auf der ersten Silbe betont, in D auch oder außergerichtlicher Vergleich eines
auf der zweiten Schuldners mit seinen Gläubigern, bei dem
Aus en remse die (auch schweiz.): ge- die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderung
setzliche Bestimmungen, die eine Verminde- verzichten, um die Fortführung und Sanie-
rung der Staatsausgaben verlangen: Sein Lö- rung eines Unternehmens zu ermöglichen,
sungsansatz: eine staatliche Ausgabenbremse (in D) Vergleich: Am Dienstag folgte die

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auskommen A
nächste Hiobsbotschaft für die rund 850 o. Ä. holen: Sie lässt nun jedenfalls wieder die
Mitarbeiter: Der Ausgleich ist gescheitert. Protokolle des U-Ausschusses ausheben, um
(SN 14. 5. 03); *den Ausgleich anmelden/in den genauen Wortlaut der Beteiligten nachzu-
den Ausgleich gehen: vor Gericht ein Aus- sehen. (SN 18.  2. 15). 3.  (veraltend) leeren
gleichsverfahren eröffnen: Die Kärntner (von Briefkästen): Nach einem Anruf beim
Sportartikelkette F. hat am Freitag beim Lan- Stützpunkt Itzling mit … wurde der Briefkasten
desgericht Klagenfurt Ausgleich angemeldet. ausgehoben, um nachzusehen, ob meine Brief-
(KZ 1.  2. 08)   s ei s ntr s- sendung noch zurückzuhalten war. (SN 17. 12.
ei ser n n s ei s eri t s 03) ↑ beheben, einheben, erheben   s e-
ei ss dner in s ei st s t- n Die letzte Aushebung aus den Magazi-
n (↑ Tagsatzung), s ei s er ren nen für das Wochenende findet jeweils am Frei-
s ei s erw ter in tag um 18.00 Uhr statt, an Samstagen und
Aus ei st e die (Verw.): Abgabe, die Ar- Sonntagen erfolgt keine Aushebung. (Österr.
beitgeber zu entrichten haben, wenn sie die Nationalbibliothek, Benützungsordnung);
Einstellungspflicht für Menschen mit Behin- »Weihnachtsgrüße von Wien nach Gramatneu-
derung nicht erfüllen: Nicht alle Unternehmen siedl am Sonntag den 23. 12. 2001 in einen Post-
im Bundesland erfüllen die Einstellungsquote: kasten mit Aushebung an Sonn- und Feiertagen
1080 Firmen zahlen die Ausgleichstaxe. (SN eingeworfen, zugestellt den 3. 1. 2002.« (KU 1. 3.
6. 10. 07). ↑ TAXE   s ei st onds 02)
Aus ei s e die (Verw.): Zulage, mit aus ssen (ugs., Vbg., wie schweiz.): 1. (beim
der Pensionsbeziehern ein Einkommen in Jassen) bei Gleichstand den Sieger ermitteln:
Höhe der Mindestpension gesichert wird: In Spielablauf: an jedem Tisch spielen immer ge-
Oberösterreich braucht jeder fünfte Bauer mischte Länderpaare, wobei die Paarungen für
(7600 von 39.600 Pensionsbeziehern) wegen zu jede Passe jeweils neu ausgelost werden, gesamt
geringer Rente eine Ausgleichszulage. (OÖN werden 4 Passen zu jeweils 12  Spielen aus-
29.  1. 08)   s ei s en e ie er in gejasst. (VN 21. 6. 07). 2. untereinander aus-
s ei s enem n er in machen, aushandeln, vereinbaren: Da alle
aus ste t ↑ ausstecken wahlwerbenden Parteien unter diese Kategorie
aus en (ostösterr.): (ein geschlachtetes fallen, ist es nur logisch, keine von ihnen zu
Tier) fachmännisch zerlegen, auslösen: ein wählen, zumal sie im Kollektiv die … Parteien-
Schwein aushacken; Große Braten mit Kno- subventionen … unter sich ausjassen. (VN
chen, die vorher vom Fleischhauer »ausge- 18. 10. 06). ↑ JASSEN
hackt« wurden, müssen Sie nur noch entlang aus di ieren sw. V. / hat 〈lat.〉: (einen Rechts-
der langen Rippen schneiden. (News 26. 9. 02) streit) von einem obersten Gericht entschei-
aus tend (Finanzwesen): noch nicht zu- den lassen: Das kann so nicht weitergehen, wir
rückbezahlt: Bis Mitte letzter Woche waren of- werden jetzt einen Fall ausjudizieren und der
fene Rechnungen aus dem zweiten Quartal bei Schattenwirtschaft Einhalt gebieten. (SN 24. 5.
insgesamt 86 Objekten aushaftend. (SN 11.  8. 07)   s di ier n
05); (oft in Verbindung mit Kredit, Darlehen) aus e e n sich (regional auch in D): ausren-
Es sei sogar von einer 20-prozentigen Ȇberde- ken, auskugeln: Es hat sich nur die Schulter ein
ckung« der aushaftenden Kredite die Rede ge- wenig ausgekegelt, aber gebrochen war nichts.
wesen. (PR 3. 10. 07) (SN 14. 10. 16)
aus en (ugs.): ausschlagen: das Pferd hat aus o en (veraltend): warme Küche führen;
ausgehaut; »Dann wollte er meinen Gürtel auf- für jmdn. die volle Verpflegung überneh-
machen«, schildert die 16-Jährige. »Ich hab’ men: Freiwillige Helfer der Tabea Lebenshilfe
ausgehaut und geschrien …«. (KU 18.  8. 07). kochen nun auch am Wochenende aus. (KZ
↑ HAUEN 3. 7. 14); Ausgekocht werden auch immer fünf
aus e en 1.  (Bücher, Akten usw.) aus dem Menüs. (KZ 16.  10. 12). ↑ aufkochen, einko-
Magazin oder Archiv einem Entleiher brin- chen
gen: Das Aufgabengebiet umfasst im Wesentli- aus ommen (auch südd.): entkommen, ent-
chen das Ausheben und Einstellen von Büchern wischen: Laut Polizei waren die Tiere kurz zu-
in den Magazinen und die Mitarbeit bei der vor aus einer Weide ausgekommen und auf den
Bestandserhaltung und -pflege. (Österr. Natio- Bahndamm gelaufen. (SN 8.  11. 14). ↑ draus-
nalbibliothek); 2.  Daten aus einem Archiv kommen

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A Auskunftsperson

Aus n ts erson die (auch schweiz.): Per- gewöhnlich: 2007 … exportieren die heimi-
son, die bei Behörden eine Auskunft gibt: 206 schen Unternehmen Waren und Dienstleis-
Aktenbände, jeweils mit Hunderten Seiten, wur- tungen im Ausmaß von 155 Milliarden Euro.
den durchforstet. 700  Einvernahmen Beschul- (SN 11.  1. 08). ↑ Beschäftigungsausmaß,
digter, Zeugen und Auskunftspersonen durch- Höchstausmaß, Strafausmaß, Stunden-
geführt. (PR 14. 10. 16) ausmaß
Aus nds i i dienst, der: Zivildienst an aus- ausm stern 1.  (Militär) nach Abschluss der
ländischen Gedenkstätten oder im Friedens- Ausbildung den nächsten Dienstgrad errei-
dienst chen, z. B. nach der 4-jährigen Ausbildung
Aus n en *das/sein Auslangen finden: vom Fähnrich zum Leutnant, nach der
1. auskommen; den Lebensunterhalt bestrei- 2-jährigen Ausbildung vom Unteroffizier
ten können: Daran, dass acht Prozent der Er- zum Wachtmeister befördert werden.
werbstätigen kein Auslangen mit ihrem Einkom- 2.  (Polizei) die Ausbildung in der Polizei-
men finden, hat sich aber nichts geändert. (ST schule abgeschlossen haben: Im kommenden
15. 4. 16). 2. genug haben mit etwas; ausrei- Jahr werden im Juli und November Polizisten an
chen: Überhaupt finden sie, dass der Vorstand der Polizeischule ausmustern. (SN 20. 9. 05). –
des Konzerns mit zwei statt mit derzeit vier Per- In D bedeutet das Wort ›bei der Musterung
sonen das Auslangen fände. (PR 3. 10. 16) für den Militärdienst untauglich einstufen‹
aus ssen st. V. / hat (auch bayr.): 1. a) frei- Ausn ms österr. Form neben Ausnahme-:
lassen, nicht länger eingeschlossen lassen:  sn msers ein n sn ms e
den Vogel auslassen. b)  loslassen: »Einfach In einzelnen Ausnahmsfällen, wie z. B. bei Rho-
auslassen«, sagt Ch. B., Guide im Hochseilpark desien, Nordzypern und der Republika Srpska,
Teufelsgraben in Seeham. Gar nicht so leicht, habe der Sicherheitsrat zwar Unabhängigkeits-
wenn einen über dem Kopf nur ein Seil und un- erklärungen verurteilt … (PR 6.  8. 10); s-
ter den Füßen gar nichts hält. (SN 21.  2. 07). n msre e n sn msste n s-
2.  versagen, schwächer werden: seine Füße, n ms st nd Ein und zwei italienische
die Kräfte lassen immer mehr aus; Dass die Klassen tiefer, in denen ebenfalls ausnahmslos
US-Wirtschaft als Wachstumsmotor der Welt- Profis spielen, herrscht bereits der Ausnahms-
konjunktur auslassen wird, ist unbestritten. zustand. (KU 3.  9. 02).  – Die Adjektive aus-
(SN 26. 1. 08) nahmsweise, ausnahmslos sind gemeind.
aus ei en sich etwas: kann österr. nur i. S. v. ausne men (trotz Dunkelheit, unklarer
›sich etwas bei jmdm. leihen‹, z. B. ich leihe Sicht) erkennen, wahrnehmen, unterschei-
mir ein Buch aus, verwendet werden, nicht den können: Dann folgt noch eine Aufforde-
aber, wie in D auch, für ›jmdm. etwas leihen, rung zur Denunziation, falls man irgendwelche
etwas verleihen‹, z. B. ich habe ihm ein Buch verdächtigen Aktivitäten im dunklen Kinosaal
ausgeliehen, dafür österr. ich habe ihm ein ausnehmen kann. (OÖN 12. 11. 04)
Buch geborgt. ↑ ausborgen ausnüt en ist österr. (und südd., schweiz.)
aus sen. 1.  (auch südd.): (aus den Hülsen) die überwiegende Form gegenüber ausnut-
herauslösen; aushülsen, (Hülsenfrüchte) zen. ↑ nützen, benützen
schälen: Wer junge Erbsen am Bauernmarkt aus e n (ugs., abwertend): aushandeln:
kauft, sollte sie möglichst rasch auslösen und Wahlverlierer packeln Koalition aus. (KZ 11. 6.
zubereiten. (KZ 15. 9. 14). 2. (regional auch in 08). ↑ packeln
D) (Knochen aus dem Fleisch) lösen: Zuerst aus ier n (ugs., auch bayr.): aus einem Pa-
die Lammkeule hohl auslösen. (SN 14.  3. 03). pier auswickeln: Einen Schlierbacher Käse hat
↑ Ausgelöste, ablösen er sich auspapierlt und genüsslich gegessen.
ausm en (regional auch in D): (einen Innen- (OÖN 27. 1. 07). ↑ papierln, einpapierln
raum) streichen, tünchen (in D ›eine Wand, aus s en (ugs. veraltend, regional auch
z. B. einen Kirchenraum, mit Malereien in D): (ein Geheimnis) ausplaudern: Thera-
schmücken‹): Wir sind zusammengesessen peuten, die während der Behandlung ihre
und haben überlegt, woher das Geld für Maß- ganze Lebensgeschichte ausplauschen. (KU
nahmen wie das Ausmalen des Kindergartens 15. 10. 11). ↑ plauschen
… herkommen soll. (KZ 1. 4. 16) aus t en (auch schweiz.): 1. (ein Gefäß o. Ä.)
Ausm das: kann österr. auch mit Zahlen- innen reinigen: einen Topf ausputzen; Dach-
angaben verbunden werden, in D ist das un- rinnen reinigen und ausputzen, da sie dann

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ausschauen A
nicht so leicht verstopfen. (SN 25.  3. 06); ein musste vergraben, die Stallungen ausgerieben
Rest Tiramisu zum Ausputzen (zum Aufessen werden. (NÖN 21. 3. 01) – Die Bedeutung ›Die
einer in einem Topf zurückgebliebene klei- Innenfläche reinigen‹, z. B. die Pfanne ausrei-
nen Portion). 2. reinigen, den Schmutz von ben, ist gemeind. ↑ reiben, aufreiben
etwas entfernen: ein Zimmer, den Fleck im Ausrei et en der: Putz-, Scheuertuch: Es
Anzug ausputzen; Mit dem bloßen Ausputzen war so schlimm, dass selbst wohlhabende ein-
des Moor-Gewässers ist es dabei nicht getan. heimische Familien am Wochenende mit
(KZ 16. 1. 07). 3. von unnötigen Ästen oder Staubsauger und Ausreibfetzen zum gemeinsa-
Trieben befreien: In Eisenstadt wurde Montag men Wohnungsputz ausrücken mussten. (ST
mit dem Ausputzen der Bäume auf dem Park- 19. 9. 09). ↑ FETZEN
platz Osterwiese begonnen. (KU 16.  4. 02). ausri ten (ugs., auch bayr.): schlecht ma-
4. aushöhlen, das Innere ausnehmen: Seine chen, herabsetzen: Wir widmeten uns dem,
Gattin … sieht das Ausputzen der vom Acker was wir am besten können: Wein in Wasser ver-
auf den Hof gebrachten Kürbisse auch als ge- wandeln, zu laut lachen und Leute ausrichten.
sellschaftliches Ereignis. (KU 25. 10. 04). ↑ PUT- (KU 9. 12. 06). ↑ RICHTEN
ZEN ausrinnen (auch südd.): herausfließen, aus-
ausr de n sw. V. / hat (auch bayr.): mit einem laufen: Sieben Spezialschiffe sind im Einsatz.
Teigrad ausschneiden (in D ausrädeln): Den Wie viel Öl noch ausrinnen wird, ist derzeit
Teig mit dem Teigrand halbkreisförmig um die noch unklar. (OÖN 26.  11. 02); (übertragen)
Kugeln ausradeln, den Nudelrand festdrücken. Der Rest der Inszenierung rinnt aus, wie das
(KZ 9. 1. 09). ↑ radeln Theaterblut von den Wunden der Gefallenen.
ausr sten sich, sw. V. / hat (auch bayr.): sich (KU 16. 3. 07). ↑ rinnen
ausruhen: leg dich hin und raste dich ein wenig Ausritt der (salopp): beleidigende Äußerung,
aus; Arbeitslos zu sein fühlt sich überhaupt unqualifizierter Angriff, (in D) Ausfall: Doch
nicht wie Ausrasten an (ST 17.  8. 16); Damit erfreulich sei für die »Stadt der Menschen-
sich die Beine ausrasten können, machen wir rechte«, dass sich ÖVP, SPÖ, KPÖ und Grüne
jetzt weiter mit Rücken und Brust! (OÖN 17. 12. von den ausländerfeindlichen Ausritten durch-
15); *sich auf seinen Lorbeeren ausrasten: wegs distanzierten. (ST 11. 1. 08)
sich auf seinen Lorbeeren ausruhen: Er hätte Ausrü n die: Aufmarsch in Formation: ist
sich auf seinen Lorbeeren ausrasten können; in D nur aufs Militär bezogen, österr. auch
trotzdem hat der Physiker weiter geforscht und auf andere Bereiche, z. B. Feuerwehr, Ver-
noch die allgemeine Relativitätstheorie entwi- eine: Nach dem Erlernen des Trompetenspiels
ckelt. (OÖN 28. 11. 15). rasten
↑ folgte die erste Ausrückung 1966 und im selben
ausr en sw. V. / ist (auch südd.): durch Jahr noch der Wechsel auf das Tenorhorn. (VN
Verdunsten, Luftzufuhr den Geschmack ver- 26. 4. 07). – Das Verb ausrücken ist gemeind.
lieren (bei Kaffee, Gewürzen, alkoholischen auss e n sw. V. / hat (ugs., auch bayr.): aus-
oder kohlehältigen Getränken): Und dann beuten, schröpfen, ausnehmen: Die Gemein-
hat man sechs halb ausgetrunkene Flaschen, den wollen mehr Geld vom Land, das Land will
bei denen es einem irgendwie leidtut, dass die mehr Geld vom Bund und der wird es sich vom
da jetzt vor sich hin oxidieren, ausrauchen und Steuerzahler holen. So was nennt man Aussa-
zwei Tage später nur mehr einen Bruchteil von ckeln auf Umwegen. (SN 9. 4. 04). ↑ einsackeln
dem bieten, was am Tage der Eröffnung ge-   ss er in Ich ärgere mich immer wie-
schmacklich los war. (ST 23. 12. 02). ↑ anrau- der, wenn man den Finanzminister … als Aus-
chen sackler und dgl. beschimpft. (KU 11.  1. 04).
ausreden (auch südd., schweiz.): ausführlich ↑ SACK
besprechen, offen aussprechen, bereden: Auss n die; -, …schänke: ist österr. i. S. v.
»Wollts das nicht miteinander ausreden?«, ›Schankraum; Schanktisch‹ Femininum, in
wandte sich Richter H. K. zum Auftakt des D Maskulinum: Die Küche, die Ausschank und
»Saualm«-Prozesses an die Streitparteien. (ST die Toiletten wurden komplett neu eingerichtet.
11.  10. 13); Ja, ich habe meiner Ex-Freundin (SN 27. 7. 07). ↑ SCHANK
viele SMS geschrieben, aber wir haben uns jetzt auss en (auch südd.): aussehen, einen
ausgeredet und das ist erledigt. (OÖN 17. 3. 17) bestimmten Eindruck machen: er schaut gut,
ausrei en [mit einer Bürste] reinigen, krank aus; Details, wie solche »Erziehungs-
schrubben: den Boden ausreiben; Der Mist camps« genau ausschauen könnten, gebe es

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DTB8_5Aufl.indb 115 23.05.2019 12:32:33


A ausschicken

noch keine. (SN 29. 1. 08); /unpersönlich:/ Bei 11.  5. 07). 2.  von der Schule abgehen: Doch
uns schaut es aus wie in einem Kriegsgebiet. unabhängig davon werden es im Herbst »ganz
(OÖN 6. 6. 16); *Wie schauts aus? (ugs.) ›Wie sicher weniger Schülerinnen und Schüler sein,
geht es dir?; wie steht es mit der Sache?‹: So denn es sind im Juli mehr ausgeschult, als Erst-
schaut’s aus! (verstärkende Redensart): Ein klässler angemeldet wurden.« (VN 30.  7. 07)
Reklamations-E-Mail ist seit fünf Tagen unbe-   ss n Die elterliche Stickerei war
antwortet. So schaut es aus! (OÖN 21.  1. 14). nach der Ausschulung ihre Arbeitsstätte. (VN
↑ SCHAUEN 21. 12. 07)
auss i en (Schriftstücke, Texte) aussen- aussenden (Behördenspr.): 1.  (eine offizielle
den: eine Tagesordnung, Fragebögen ausschi- Mitteilung an alle zuständigen Stellen, an
cken; Schon kommende Woche will die Richte- die Presse) versenden: … wo doch 80 Prozent
rin einen ersten groben Verhandlungsplan aller Forschungsmittel von der Wirtschaft getra-
erstellen, um möglichst früh die Ladungen an gen würden, heißt es in einer Presseerklärung
Angeklagte, Anwälte, Zeugen ausschicken zu der IV, die gestern ausgesandt wurde. (OÖN
können. (KU 78.  3. 07).  – In der Bedeutung 24.  10. 15). 2.  (einen Gesetzesentwurf) den
›zur Erfüllung eines Auftrags wegschicken‹, zuständigen Stellen zur Begutachtung vor-
z. B. jmdn. nach Brot, auf Kundschaft ausschi- legen: Geplant ist eine deutliche Verkleinerung,
cken, gemeind. allerdings ist dies in dem von Stöger ausgesand-
auss n sen /meist mit sich/ (ugs.): verein- ten Begutachtungsentwurf noch nicht enthal-
baren, aushandeln: Die Republik steht unmit- ten. (PR 27. 10. 16)
telbar vor der Öffnung des Glücksspielmarktes, Aussend n die: 1.  Rundschreiben, Presse-
den sich … die Casinos Austria und die Öster- mitteilung; Verlautbarung: Das Verkehrsmi-
reichischen Lotterien ausschnapsen. (KU 13. 7. nisterium wird jedoch Umfang und Inhalt der
06); Wie wir da tun, werden wir uns nach der Statistik genau festlegen und datenschutzrecht-
Wahl ausschnapsen. (OÖN 8. 8. 5). ↑ SCHNAP- liche Bestimmungen vorgeben, hieß es in der
SEN Aussendung. (PR 2. 11. 16). 2. von einem Zu-
auss n en (ugs., auch südd., schweiz.): stelldienst verteiltes Informations- und Wer-
sich verschnaufen; kurz stehen bleiben, um bematerial: Eine Werbeaussendung mit den
zu rasten: »Ich konnte nicht richtig ausschnau- Eröffnungsangeboten geht per Post an alle
fen, irgendwann hatte ich zuviel verbrauchte Haushalte im Bezirk Scheibbs. (NÖN 24.  11.
Luft in mir und das schwächt dich.« (OÖN 09). ↑ Presseaussendung
13. 3. 06). ↑ aufschnaufen Au enstie e die: an der Außenseite eines
auss o en (ugs., auch bayr.): ausstopfen: In Hauses führende Stiege: Die Bewohner wur-
der verflossenen Woche sollte der verstorbene … den über das Treppenhaus, den Lift und über
Angelo Solemann, ausgegraben und für das Na- die Außenstiege gerettet. (OÖN 25.  10. 12).
turalienkabinett … ausgeschoppt werden. (WZ ↑ STIEGE
12. 12. 00). ↑ schoppen er i o ↑ obligo
auss roten sw. V. / hat (Behördenspr., sonst er n /nur im Inf., meist mit führen oder ge-
veraltet): 1.  (Fleisch) fachgerecht für den hen/ (ugs., bes. ostösterr.): den Hund zur Ver-
Verkauf zerlegen; aushacken: Fleischer richtung der Notdurft ins Freie führen; Gassi
(Handwerk), eingeschränkt auf das Ausschro- gehen: Dogsitter oder Besitzer mehrerer Hunde
ten und die Verarbeitung von Wildbret. (Wirt- sollen es zunehmend ausgenützt haben, dass
schaftskammer OÖ, Firmenverzeichnis, sie Tiere jenseits der Wiener Stadtgrenze straf-
2017) 2.  publizistisch, propagandistisch frei Äußerln führen konnten, ohne die Trüm-
ausschlachten: das Ereignis wurde reichlich merl wegräumen zu müssen. (ST 17. 4. 14)
ausgeschrotet   ss rot n Abholen des erstreit eri t das (Rechtsspr.): für ein
Wildbretes von Jagdplätzen und Ausweidung ↑ Außerstreitverfahren zuständiges Gericht:
bzw. Ausschrotung von Wild und jagdbarem Und schafft man es nicht, sämtliche Unter-
Federwild. (Wiener Arbeitsruhegesetz-Ver- schriften einzusammeln, bleibt nur noch der
ordnung 25. 9. 17) Weg zum Außerstreitgericht. (PR 1. 7. 06)
auss en (bes. Vbg., sonst veraltend): erstreitri ter erstreitri terin der
1. aus der Schule entlassen: R. wurde 1936 in bzw. die (Rechtsspr.): Richter im ↑ Außer-
Lustenau geboren und als er ausgeschult war, streitverfahren. Reicht es nicht für eine hun-
arbeitete er zunächst in einer Stickerei. (VN dertprozentige Zustimmung, können die fehlen-

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austreiben A
den Unterschriften durch den Außerstreitrichter spottet, heuer feierte er mit dem Sieg auf dem
ersetzt werden. (PR 3. 6. 06) Lauberhorn eine glanzvolle Auferstehung.
erstreit er ren das (Rechtsspr.): zivil- (OÖN 7. 2. 03)
rechtliches Verfahren für bürgerliche ausst ieren sw. V. / hat (ostösterr. ugs.): aus-
Rechtssachen ohne Prozess, z. B. für fami- setzen, bemängeln: So wie es einst Krankl ge-
lien-, erbrechtliche oder firmenrechtliche wesen war, wenn die Granden der 50er-Jahre
Angelegenheiten, (in D) Verfahren der freien nur ihre Leistungen glorifiziert und Krankls
Gerichtsbarkeit: Verfassungsrechtliche Beden- Generation ausstalliert hatten. (KU 14. 10. 07)
ken äußert die Rechtsanwaltschaft zum vorlie- Ausst nd der (veraltet, auch südd.): Aus-
genden Entwurf des neuen Außerstreitverfah- scheiden aus der Schule (bes. nach Beendi-
rens in Verlassenschaftssachen. (SN 23. 9. 03); gung der Pflichtschule) oder aus einem
*außerstreitiges Verfahren: Zudem muss Dienstverhältnis: Vor seiner Amtsübergabe lud
der Mieter die fehlende Brauchbarkeit nicht ge- Josef »Pepi« Gruber, Bürgermeister der Spitzer
sondert rügen, vielmehr kann er sofort den An- Partnergemeinde Taufkirchen in OÖ zum »Aus-
trag auf Herabsetzung des Hauptmietzinses im stand« ein. (NÖN 7. 4. 15). – Die übrigen Be-
außerstreitigen Verfahren stellen. (ST 24. 5. 06) deutungen sind gemeind. ↑ ausstehen, Ein-
au erto r i zusätzlich [eingesetzt]; außer- stand, einstehen
planmäßig: Eine außertourliche Belastung sei ausst ndi (auch südd.): ausstehend; fehlend;
das EU-Klima- und Energiepaket, das zusätz- noch nicht erledigt: Ein Gutachten hinsicht-
lich von bis zu 1 Mrd. Euro im Jahr ab 2013 kos- lich sexuellen Missbrauchs sei noch ausständig.
ten werde. (PR 25. 1. 08) (SN 7. 12. 07)
auss e te n (ugs., auch bayr.): erspähen, ausste en (auch bayr.): /meist unpersönlich
ausspionieren: Wird der Mensch sich selbst im Part./ zum Zeichen, dass heuriger Wein
zum Rätsel, droht er gar im Meer der Lebensfra- ausgeschenkt wird, einen Buschen, Kranz
gen zu ertrinken, sei ihm geraten, die Tierwelt o. Ä. über dem Tor des Gasthauses oder
auszuspechteln. (OÖN 27. 6. 09). ↑ spechteln Weinkellers aufhängen: Zum Beispiel der
auss eisen (veraltend, auch bayr.): 1. (Kinder Heurige Zahel …, der noch bis 14.  November
oder Bedürftige) verpflegen, bes. in Kriegs-, ausgesteckt hat und auch Gansl serviert. (PR
Notzeiten: Er war es, der den Stadtpfarrer be- 7. 11. 15); ausgsteckt ist!
auftragte, am vierten Fastensonntag mit der ausste en st. V. / ist (veraltet, auch südd.):
Corpus Christi Bruderschaft … die Armen aus- aus der Schule, aus einer Stellung ausschei-
zuspeisen. (KR 6. 3. 16). 2. (selten) Schüler in den: unsere älteste Tochter ist bereits aus der
der Schule verköstigen. 3.  die Kunden usw. Schule ausgestanden. ↑ Ausstand, Einstand
mit Essen versorgen: Am 17. Dezember wurde Austr der (auch bayr.): Altenteil; Natural-
am Aistersheimer Dorfplatz von der örtlichen ausgedinge der Bauern nach Übergabe ihres
Jägerschaft »Hasenjunges« ausgespeist. (OÖN Hofes: 1967 übergab das Ehepaar den Hof an
28. 12. 06) den Sohn Ernst und zog in den »Austrag«.
Auss eis n , die: 1.  Verköstigung von Not- (OÖN 15.  2. 02)   str er Gestorben
leidenden: In Peru, wo es keine staatliche Al- ist J. S., Austragbauer vom Iringbauergut in Ain-
tersversorgung gibt, hat Pater Windischhofer hausen, am 1. Dezember im 74. Lebensjahr.
eine tägliche Ausspeisung in den Pfarrhöfen (OÖN 13.  12. 12); str erin str -
eingerichtet. (OÖN 15. 2. 16). 2. Verköstigung s Nachdem nun der Baubescheid vorliegt,
von Schülern in der Schule: Lebensmittel kann das Austraghaus eines Landwirts fertig-
werden als Auslöser für die Massenerkran- gestellt werden. (TT 30. 12. 15); str s
kung ausgeschlossen, denn in der Volksschule ↑ Häusl str er in str stü er Im
gibt es keine Ausspeisung, an der alle Kinder Museum sind die Rauchkuchl, Stube, das Aus-
teilnehmen. (KZ 12.  5. 11). 3.  Schulküche, tragstüberl, die Tenne und der Stall zugänglich.
Mensa: Vor knapp einem Jahr wurde der Zu- (SN 12. 6. 16). ↑ STÜBERL
bau der Schule mit neuer Schulküche, Ausspei- austr en sich etwas (veraltet): ausbedingen:
sung, Turnsaal und EDV-Raum fertiggestellt. ich trage mir das Wohnrecht aus. Vgl. Austrag
(OÖN 10. 3. 15). ↑ Armenausspeisung, Schul- austrei en st. V. / hat: (Teig) ausrollen: Den
ausspeisung Blätterteig auf einem Brett oder einer ähnlichen
auss otten (auch bayr.): verspotten: Vor ei- Unterlage austreiben. (BVZ 17. 3. 04). ↑ abtrei-
nem Jahr wurde er in Wengen von Fans ausge- ben

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A Austriake

stri e stri in der; -n, -n bzw. die, -, Austrom so ism s der (selbstkritisch, iro-
-nen 〈lat.〉 (ironisch oder abwertend): Ös- nisch): angeblich typisch österreichische
terreicher/-in: Als ambitionierter Austriake Neigung zu pessimistischer Einstellung zum
musste man schon immer reisen, aufbrechen eigenen Land: Die Zahl resultiert aus der
aus den Tälern, um dann zurückzukehren. jüngsten Konjunkturprognose der Notenbank,
(SN 26.  4. 14)   stri is Erwin Stein- die ihr Chef für einen Anlass hält, die »derzei-
hauer und Fritz Schindlecker erkundeten im tige Phase des Austromasochismus« zu been-
Buch Sissi, Stones und Sonnenkönig genüsslich den. (ST 6. 12. 13)
austriakische Seelenlandschaften. (ST 26. 10. Austrom r ism s der: österr. Ausprägung
16) des Marxismus ca. 1900–1934; strom r-
stri m das; -s, Austriaca 〈lat.〉 1. (Biblio- istis Neurath habe sich von einem
thekswesen) Publikation über ein österr. sozialliberal orientierten, mit der revisionisti-
Thema: Antonicek wusste, wie man auf den schen Strömung innerhalb der deutschen So-
Spuren eines musikologischen Austriacums zialdemokratie sympathisierenden Berliner
zum Ziel kommen konnte. (PR 25. 4. 14). 2. ös- Studenten zu einem austromarxistischen In-
terr. Eigenart: Korrupte Freunderlwirtschaft tellektuellen im Roten Wien entwickelt. (ST
geht international nicht mehr als nettes Aus- 20. 3. 14)
triacum durch. (PR 17. 11. 09). – Auch in der stronaut, der (salopp): österr. Astronaut:
Schreibung Austriakum Dem 41jährigen »Austronauten« eröffnete die-
Austrittser r n die (Verw.): Beendigung ser neuntägige Ausflug eine internationale Kar-
des Arbeitsvertrags durch den Arbeitneh- riere. (PR 10. 8. 02)
mer ohne Einhaltung der Kündigungsfrist: Austro o Popmusik österr. Prägung mit
»Wir nehmen die Austrittserklärung von H. M. Texten in [Wiener] Dialekt: Aus der Feder von
an. Die gesamte Angelegenheit stellt eine Austro-Pop-Kultfigur Georg Danzer stammen
schwere Belastung für die Politik im Allgemei- die Lieder … (KU 4. 1. 08)   stro o er in
nen dar. (SN 31. 8. 15) Wer würde musikalisch besser zum Winter-Sai-
Austro 〈lat.〉: produktiver Wortbestandteil sonstart passen als Austro-Popper Wolfgang
1.  zur Bez. einer bes. österr. Ausprägung, Ambros? (SN 22. 11. 07)
auch einfach statt des Attributs österrei- Austros erose, die (selbstkritisch, ironisch):
chisch: stro rde Der dritte Austro-Barde politischer Stillstand, Reformstau in Öster-
… erlebte im Mozarteum dagegen ein echtes reich: Wir haben es mit dem Phänomen einer
Waterloo. (SN 28. 12. 01); stro Fi m Erfolg fortgeschrittenen institutionellen Verkrustung
für Austro-Film. (KU 23.  1. 08); stro dieser Republik zu tun. »Austrosklerose« in
Was als bombastisches Spektakel im Londoner lehrbuchartiger Form. (PR 8. 1. 17)
Dominion Theatre seit Mai 2002 die Kassen Austros wism s politische panslawistische
klingeln lässt …, wurde für Wien mit Lokalkolo- Richtung der Slawen in der österr.-unga-
rit und Austro-Gags aufgepeppt. (KU 24. 1. 08); rischen Monarchie: Die studentische Jugend
stro it r de Keyboarderin der »Gerald gab angesichts der Vergeblichkeit der Födera-
Gaugeler Band« in der Austro-Hitparade. (KU lisierungswünsche mit dem Ziel eines verein-
16. 12. 07); stro n dier Nach den Austro- ten Slowenien den »Austroslawismus« auf. (ST
kanadiern im Eishockey jetzt die Austrogerma- 22./23. 2. 03)
nen im Fußball. (FU 13. 9. 07); stro te it aus er nde n die Verhandlungen über et-
Und auch ein eigener Austro-Satellit schwirrt was zu einem Ergebnis, zu einer Entschei-
(noch) nicht durchs All. (KU 4. 10. 07). 2. Bez. dung führen: Das Modell sei noch nicht ausver-
bestimmter politisch-ideologischer Ausprä- handelt, aber so gut wie fix. (PR 31. 1. 08)
gungen, z. B stro t o i ism s ausw en sw. V. / hat (auch bayr.): (Teig)
Austro inese Austro inesin der bzw. die: ausrollen: Teig in 5 Teile schneiden und in 1 cm
1.  in Österreich eingebürgerte/-r chinesi- dicke Rechtecke auswalken. (OÖN 24. 2. 07)
sche/-r Bürgerin, bes. Sportler/-in: Pech hat ausw ssern sw. V. / hat (ugs.): in Wasser le-
Chen Weixing. Der Austro-Chinese kann nicht gen; auswässern: In den Becken des barocken
antreten. (OÖN 24.  10. 07). 2.  Inhaber eines Fischkalters im Stift Kremsmünster wassern
österr. China-Restaurants seit dem Abfischen der Schacherteiche Anfang
Austro s ism s der: autoritäre Richtung November die Karpfen aus. (OÖN 22.  5. 18).
ca. 1930 bis 1938   stro s istis ↑ WASSERN

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Autobahnumfahrung A
auswei en (veraltet, auch bayr.): weihen: Zu- rin s s s Und gleich daneben erhebt
sperren, ausmalen, ausweihen und neu anfan- sich anstelle eines ehemaligen Auszugshauses
gen, solche Ratschläge hört man im Volk, wenn ein Neubau, der dem ländlichen Umfeld in
es um die Kritik an undurchschaubaren Institu- mehr als einer Hinsicht Rechnung trägt. (OÖN
tionen geht. (PR 25. 5. 02) 3.  12. 05); s s s (Häusl bezeichnet
Ausweis der (Behördenspr.): inoffizielles dabei keine Verkleinerung): Die Ausstellung
Schulzeugnis (im Ggs. zum offiziellen Jah- ist in einem alten, ursprünglich restaurierten
reszeugnis). ↑ Semesterausweis Mühlviertler Auszugshäusl zu sehen. (OÖN
auswer e n (ugs., auch bayr.) /meist im 14. 7. 06), ↑ Häusl
2.  Partizip/: ausleiern, stark abnutzen: Auf aus e n (auch bayr.): aussaugen: Die guten
der Prinz-Eugen-Straße mussten die Wiener Li- Sitten versiegen wie der letzte ausgezuzelte
nien schnell reagieren. Denn die Bim-Geleise Tropfen Wein. (KZ 14. 11. 13); Die Bayern zu-
sind ausgewerkelt. (KU 9. 7. 04). ↑ Werkel zeln sie aus, wir ziehen die Haut ab und genie-
auswinden (auch südd., schweiz.): die Nässe ßen. (KZ 28. 9. 08); Der AMD-Prozessor zuzelt
durch Zusammendrehen herausdrücken, (in den Akku in weniger als drei Stunden aus.
D) auswringen: Jetzt ist es auch egal, dass es (E-Media 26. 8. 11). ↑ zuzeln, abzuzeln
wie aus Kübeln gießt und jeder Laufschritt AUT: Buchstabencode für Österreich. ↑ AT
klingt, als würde man einen Tafelschwamm Auto n noten der: steht österr. sowohl
auswinden. (SN 8. 9. 07) für eine Verzweigung einer Autobahn oder
aus en (regional auch in D): durch Abzäh- eine Stelle, an der sich zwei Autobah-
len aussondern und zu etwas bestimmen: nen vereinigen, (in D Autobahndreieck), als
jeder Zehnte wurde zum Heraustreten ausge- auch für eine Kreuzung zweier Autobahnen
zählt; für das nächste Spiel haben die Kinder mit Möglichkeiten, diese Autobahnen zu
schon ausgezählt wechseln, (in D Autobahnkreuz): An dem
Aus reim der: (in D) Abzählreim: Ene, Unfall zwischen Autobahnknoten Hirschstet-
mene, mu und raus bist du. Dieser kindliche ten und Autobahnknoten Kaisermühlen in
Auszählreim ist nicht immer Spiel. (KU 30. 10. Fahrtrichtung Vösendorf waren ein Pkw und
03) ein Lkw beteiligt. (PR 25. 1. 16). – Allerdings
Aus ers der: (in D) Abzählvers: Für die kommen Autobahnkreuze in Österr. kaum
Titelerzählung musste der Auszählvers den- vor, das »Voralpenkreuz« an A1/A9 in OÖ
noch übersetzt werden. (Falter 6. 10. 04) wird vor allem als Name verwendet: Durch
aus ie en (Küche): (den ausgewalkten Stru- die Totalsperre der A1 in Richtung Salzburg
delteig) mit der Hand vorsichtig dehnen, bildete sich ein rund sieben Kilometer lan-
dass er ganz dünn wird: ausgezogener Apfel- ger  Rückstau bis zum Knoten Voralpenkreuz.
strudel; Den Teig … auf einem mit Mehl be- (OÖN 26.  7. 16). ↑ Knoten, Nahverkehrs-
staubten Tuch so groß wie möglich ausrollen, knoten
mit Öl bestreichen und schließlich auf dem Auto n i er das: ↑ Vignette, mit der die
Tuch ganz dünn ausziehen. (SN 13. 9. 02) Autobahngebühr bezahlt wird: Ab Freitag
aus en sw. V. / ist (ugs.): ausflippen, aus- darf man nur noch mit dem neuen korallenro-
rasten, die Beherrschung verlieren: »Ich bin ten Autobahnpickerl unterwegs sein. (OÖN
eine, die sehr ehrgeizig ist. Wenn’s einmal im 28. 1. 08). ↑ PICKERL
Training nicht läuft, kann ich auch schon ein- Auto nst tion die: Autobahnraststätte:
mal auszucken.« (SN 23. 10. 16) Auf der Heimreise befand sich eine Familie aus
Aus er der (ugs.): Unbeherrschtheit, Aus- Frankreich und legte am Wochehende an der
raster: Siklenka erhielt für den Auszucker die Autobahnstation Gralla eine Rast ein. (KU
Rekordmarke von 37 Strafminuten. (SN 23.  2. 26. 8. 08). ↑ STATION
12) Auto n m r n die: Autobahn als Um-
Aus der: Altenteil   s ü er in Denn gehungsstraße: Würden Frächter direkt über
immer wieder richteten sich solche Giftmorde Prag, Budweis, Freistadt und Linz fahren, könn-
gegen alte Auszügler und Einleger und sonstige ten sie sich so mautpflichtige Kilometer und
Personen, die nur noch zur Last fielen. (OÖN Zeit sparen. Noch dazu, wenn 2016 mit dem
24. 6. 06); s s er Ehe es die Zuschuss- Bau der Autobahnumfahrung in Budweis be-
rente gab, hatte der Auszugsbauer keine soziale gonnen wird. (OÖN 20.  2. 14). ↑ Ortsumfah-
Absicherung. (OÖN 4.  10. 08); s s e- rung, Umfahrung

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DTB8_5Aufl.indb 119 23.05.2019 12:32:34


A Autodrom

todrom das; -s, -e 〈griech.〉 : 1. Fahrbahn für Tagungsortes für das ÖVP-Treffen hinausge-
elektrische Kleinautos auf Vergnügungsstät- gangen. (PR 10. 5. 16). – Auch als Überschrift
ten, Jahrmärkten o. Ä.: Autodrom und Karus- bei wichtigen Mitteilungen
sells der Firma Gschwandtner sowie eine gute isot e [über der Fahrbahn angebrachte]
Stimmung bei Speis und Trank sorgen für eine Hinweis- und Warntafel [an Autobahnen]:
lockere Volksfest-Atmosphäre. (SN 29.  7. 04). Auf der Südost-Tangente (A23) werden Aviso-
2.  elektrisches Kleinauto, (in D) Skooter: tafeln die Verkehrsteilnehmer über die bevorste-
Dort fand am 15.  August immer ein Kirtag henden Arbeiten informieren. (PR 2.  4. 07).
statt.  Ich habe ein bisschen Geld bekommen, ↑ TAFEL 
das ich großteils zum Autodromfahren verwen-
det habe. (SN 17. 5. 05). – In D wird Autodrom
i. S. v. ›Motodrom‹ gebraucht. Vgl. Hippo-
drom Bb
Auto en er Auto en erin der bzw. die (auch a Auf Wiedersehen (Abschiedsgruß an
schweiz.): Autofahrer: Der 38-jährige Autolen- Kinder, salopp auch zwischen befreundeten
ker aus dem Bezirk Baden war von Kotting- Erwachsenen): Mit einem »Baba« verabschie-
brunn kommend in den Kreisverkehr eingefah- dete sich Heinz Fischer in den Ruhestand. (ST
ren. (KU 1. 2. 08). ↑ LENKER 9.  7. 16); *baba und fall ned (scherzhaft):
tom ten et das: Automatenrestaurant; »Danke, baba und foi ned!« – Vorarlbergs Grü-
Schnellimbissstätte: Dort war das intern »WK nen-Chef Johannes Rauch verabschiedet die
24« (Werkskantine, 24 Stunden geöffnet) ge- »Ich-AG« Peter Pilz. (OÖN 4. 8. 17) – In D be-
nannte Automatenbuffet zur »Blue Box« umge- deutet baba svw. ↑ [pfui] gack!
staltet. (PR 1. 5. 09). ↑ BUFFET nal, das; -s, -e 〈lat.〉: Trinkgelage: wird
tom tions nterstüt t (in D) computerun- österr. meist […k…] ausgesprochen, in D
terstützt: Die … Umstellung auf ein elektroni- [… …]. Ebenso: Bacchanalien; Bacchant;
sches Firmenbuchregister wurde in Österreich Bacchantin; bacchantisch; Bacchus
bereits 2005 durch Umstellung der Urkunden- er w rm (ugs.): angenehm warm; lau-
sammlung auf automationsunterstützte Daten- warm: Das Wasser ist bacherlwarm. (KU 4. 2.
verarbeitung (ADV) realisiert. (PR 2. 10. 06) 06)
Autos en er Autos en erin der bzw. die en bezieht sich österr. (regional auch in
(auch bayr., schweiz.): Person, die Reparatu- D) nicht nur auf Teig und Kuchen, sondern
ren an Autokarosserien durchführt, (in D) auch auf in der Pfanne Zubereitetes (panier-
Karosserieschlosser: Nur wenige Meter weiter tes Fleisch, Fisch, Gemüsegerichte): Krapfen
legen nämlich die Autospengler an den dut- backen; Am Heiligen Abend wird gebackener
zendfach aufgestellten Karosserien Hand an. Fisch serviert (KU 22. 12. 07); Nun das Schnit-
(KZ 4.  9. 09) ↑ SPENGLER   tos en erei zel mit … mit Mehl, Ei und Semmelbrösel panie-
Heute … führt Siller in Kuchl seine eigene Auto- ren und in Butterschmalz goldgelb backen. (SN
spenglerei und hält vor allem über das Haus 24. 1. 08). ↑ herausbacken, überbacken
Schnitzer weiter Kontakt zur Motorsportszene. erei, die: [süßes] Kleingebäck; Keks o. Ä. –
(SN 13. 6. 15). ↑ Spenglerei Die Hauptbedeutung ›Betrieb des Bäckers‹
autosto en /nur im Inf., meist substanti- ist gemeind. ↑ Teebäckerei, Weihnachtsbä-
viert/: per Autostopp fahren: Ein Taxi nach ckerei, Windbäckerei, Zuckerbäckerei
Hause sei zu teuer und Autostoppen zu gefähr- erwe en der ( früher): ↑ Brotwecken
lich. (SN 23. 6. 05) vom Bäcker (im Ggs. zum Hausbrot): Ein Bä-
Autosto er Autosto erin der bzw. die ckerwecken oder eine Semmel waren im frühen
(auch schweiz.): Person, die per Autostopp 20. Jahrhundert für viele Bauernkinder noch ein
fährt: Die Beamten in Zivil erkannten in einem Festtagsschmaus. (OÖN 4. 11. 06). ↑ WECKEN
Autostopper einen gesuchten Räuber, forderten ett das: Fett zum Braten und Backen
ihn freundlich zum Mitfahren auf – und chauf- (Butterschmalz, Margarine, Schweinefett):
fierten den 35-Jährigen prompt zu einer Polizei- Backfett auf 170 Grad erhitzen. Krapfen beid-
wache. (KU 30. 8. 05) seitig goldgelb backen, mit einem Schaumlöffel
iso das 〈ital.〉: Hinweis, Wink, Ankündi- herausheben, abtropfen lassen. (OÖN 4. 1. 08)
gung, (in D) Avis: Das Aviso an die schwarzen end das, -s, -n (auch bayr.): paniertes
Granden war zunächst ohne Bekanntgabe des gebackenes Huhn; Backhuhn: Auch bei unse-

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Bahnübersetzung B
ren Wirten in der Region esse ich nach wie braungebrannten Badewaschel und Sonn-
vor  gerne mein Backhendl und lasse es mir tags-Seglern. (KU 10.  12. 04).  – In Bayern in
schmecken. (OÖN 1. 12. 16). ↑ HENDL   - der Form Baderwaschl i. S. v. ›Friseur‹ be-
end essen end s t end wirt kannt. ↑ Ohrwaschel, Waschel
↑ WIRT Bade er der (auch schweiz., regional auch
end ried o der (ugs., scherzhaft): [di- in D): Bottich zum Baden: Die Menschen der
cker] Bauch: So tragen z. B. der Otti einen Gotik lebten mit Schmutz und Gestank, denn
Weißwurstbauch und der Henry einen Back- Baden war teuer, weshalb die gesamte Familie
hendlfriedhof vor sich her. (OÖN 10. 4. 03) gemeinsam im Badezuber saß oder viele sich
end st tion die: Restaurant, das bes. nur im Sommer wuschen. (OÖN 11.  10. 02).
↑ Backhendl anbietet: Diesmal ist irgendwo ↑ ZUBER
auf dem Land ein Mord geschehen, in einer Bad r die (derb, auch bayr.): /Schimpfwort/:
Backhendlstation. (SN 11. 3. 08). ↑ STATION Die harmloseste Beleidigung, der seine Gattin
n das: (seltener für) ↑ Backhendl: ausgesetzt war, sei »Badhur« gewesen. (OÖN
Das Öl mit den Bratenrückständen vom Back- 2. 11. 00)
huhn durch ein feines Sieb passieren, dann ese ↑ Pafese
noch einmal erhitzen und die Petersilie darin t e die 〈franz.〉: wird österr. meist ohne
kurz backen. (SN 17. 3. 08) Endungs-e ausgesprochen
o en der: wird österr. nur für den Ofen s ier i (ostösterr. ugs., veraltet): her-
des Bäckers zum Brotbacken usw. verwen- zig, entzückend, lieblich: Aber das ist schon
det, nicht aber, wie in D, für einen Teil des recht so, Musiktheater mit Straßentheater-Op-
Herdes, in dem z. B. Kuchen gebacken wird. tion soll es ja sein. Und im roten Mieder ist die
Dafür österr. ↑ Backrohr temperamentvolle 51-Jährige ein recht bag-
ro r das (auch bayr.): (in D) Backofen, schierliches Teufelchen. (WZ 23. 4. 11)
Backröhre: 90 Minuten bevor die Gäste kom- en sw. V. / hat (auch südd., veraltend): (in
men, legt man die Hühnerteile auf ein Back- Scheiben geschnittenes Brot oder Gebäck)
blech und gibt sie bei 130 Grad ins vorgeheizte leicht rösten: Von Kalbseinmachsuppe mit
Backrohr. (SN 18. 5. 17). ↑ Rohr, Ofenrohr Zunge und Bries über Ochsenmark mit gebäh-
s e die: Bratenwender, Pfannen- tem Schwarzbrot … sind da lauter Klassiker
wender: dann wurde man am Schlafittchen versammelt. (ST 9. 10. 15). ↑ aufbähen
gepackt und zum Waschbecken geschleppt, wo Ba n o s et das: kleines Imbissrestau-
man den restlichen Schultag damit verbrachte, rant am Bahnhof: Am 8. Mai war gegen 7 Uhr
Backschaufeln abzukratzen, verbrannte Ku- früh vor dem Bahnhofsbuffet in Feldkirchen ein
chenformen zu schrubben oder Töpfe zu scheu- Streit brutal eskaliert. (KZ 29. 6. 16). – In CH in
ern. (PR 26. 10. 12). ↑ SCHAUFEL der Form Bahnhofbuffet und in der Bedeu-
tei der: Teig aus Mehl, Eiern, Milch, tung ›Bahnhofsrestaurant‹. ↑ BUFFET
Wein oder Bier, in den Gemüse, Obst, Ba n o so i dienst der: christliche Hilfsor-
Fleisch- oder Fischstückchen vor dem Frit- ganisation als Anlaufstelle für soziale Not-
tieren getaucht werden: Da die Lamellen ei- fälle, (in D und österr. früher) Bahnhofsmis-
nes Parasols sehr viel Fett aufsaugen, wird er sion: In einer Querstraße wird im Büro des
bei der Zubereitung zumeist »versiegelt« – ent- Bahnhofsozialdienstes gerade eine Flüchtlings-
weder mit Ei, Panade oder mit Backteig. (SN familie betreut. (SN 31. 3. 17)
24. 8. 06). ↑ Tropfteig Ba n o s orst nd der: (in D) Bahnhofsvor-
Bade e die (veraltend auch in D): (in D) steher, (in CH) Bahnhofvorstand: Kurt Rei-
Bademütze: Ab der Kurzbahn-WM wird den cher … war nämlich letzter klassischer Bahn-
Schwimmern die Individualwerbung auf der hofsvorstand von Leibnitz. (KZ 16.  8. 11).
Badehaube untersagt. (KU 19. 10. 05) ↑ HAUBE ↑ VORSTAND
Bades en der (ugs.): Badepantoffel: »Ich Ba ns r n en der: österr. (und südd.): (in
zieh’ nicht einmal die Badeschlapfen von je- D) die Bahnschranke: Die Stadtgemeinde will
mand anderem an.« (SN 29. 11. 07) ↑ SCHLAP- endlich einen Ausbau des Bahnhofs, die ÖBB
FEN gleichzeitig die Beseitigung von lästigen Bahn-
Badew s e der (ugs., salopp): Bademeister: schranken. (SN 12. 10. 06). ↑ Schranken
Die Alte Donau ist dabei allerdings eine Welt für Ba nü erset n die: Bahnübergang: Der
sich: Mit kleinen Cafés und Stanitzeleis, dem betrunkene Lenker eines Kleintransporters ver-

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B Bahnwächter

wechselte Sonntag früh eine Bahnübersetzung s t der: Bundeskanzleramt (nach


im Bezirk Weiz mit einer Straßenkreuzung. dem ehem. Ballhaus gegenüber der Hofburg,
(OÖN 15. 5. 12) in dem sich das Bundeskanzleramt und Au-
Ba nw ter der (veraltet): Bahnwärter: Ab- ßenministerium befinden). Vgl. Hofburg
gerissen wurde das Haus, das im 19. Jahrhun- m tter die: Organisatorin eines Ballfes-
dert den Bahnwächter der ältesten Eisenbahn- tes: Als legendäre »Ballmutter« ging Lotte To-
strecke zwischen Budweis und Gmunden bisch in die Geschichte der Traditionsveran-
beherbergte, von den privaten Eigentümern. staltung ein. 15 Jahre lang hatte sie für das
(OÖN 24. 4. 08) Gelingen des Events gesorgt. (SN 16. 2. 12). Vgl.
l, der; -s (ugs., bes. Wien): großer Lärm, Ballvater
Geschrei, Tumult: Es folgt ein Bahöl, als hätte s ni der (ugs.): Kind, das den Ball wie-
der Schaffner völlig unerwartet Freibier für alle der ins Spielfeld zurückbringt: Als er noch
verkündet. (PR 1. 8. 12) Ballschani im Dynamo-Stadion war …, habe er
isse die 〈franz.〉: Kurssturz an der Börse: außerdem die Tore von Blochin, seinem Idol,
wird österr. ohne Endungs-e ausgesprochen bejubelt. (ST 13. 6. 12). ↑ Schani
. (nur geschriebene Abk. für) Bakkalau- s ende die: kleines Geschenk der Ball-
reus, Bakkalaurea (Träger[in] des Bakkalau- veranstalter an die Damen: Heuer sollen die
reats) Mitglieder des Jungdamen- und Jungherrenko-
reat, das 〈lat.〉: unterster akademi- mitees auch eine Ballspende erhalten. (SN
scher Grad in Österreich, England und 31. 1. 06). ↑ Damenspende, Wortspende
Nordamerika ti er der (ugs.): Person, die gern Bälle be-
en der: Fensterladen, (kurz für) Fenster- sucht: Dem Zauber der Montur erliegen heuer
balken: Fenster wurden eingeschlagen, die Bal- so viele Balltiger und Gschnasfreunde wie noch
ken heruntergerissen, eine Bank in ihre Einzel- nie. (SN 28. 1. 08). ↑ -TIGER
teile zerlegt. (OÖN 3. 10. 07). ↑ Fensterbalken, ter der (selten): Organisator eines
Grenzbalken, Rollbalken Ballfestes: Ballvater Pereira, bestens beraten
on der; -s, -e: 〈franz.〉 (auch schweiz.): der von Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler und Pro-
Plural lautet Balkone, in D auch Balkons: tokollchefin Susanne Harf, hatte den Ball ein
Fenster, Türen, Wintergärten, Balkone, Heizun- bisschen so wie sein Festspielprogramm ange-
gen, alles kann auf der Messe gesehen und be- legt: von allem etwas. (SN 1. 9. 12). Vgl. Ball-
staunt werden. (OÖN 17.  2. 17).  – Zur Aus- mutter
sprache ↑ -on m er ets ↑ Pamperletsch
w ts ↑ Pallawatsch m en ↑ pampfen
sterer der; -s, - 〈ital. balestro ›Armbrust‹; msti (ugs., ostösterr.): 1.  aufgedunsen,
urspr. ein Gegenstand, mit dem der Ball ge- schwammig; müde, schwer auf den Glied-
schleudert wird, daraus ein Schlagballspiel maßen lastend: Das bamstige Gefühl kennen
und jüngere Bedeutung Fußball spielen〉 die meisten von uns: … Eine Spitze wird verab-
(ugs., salopp, bes. ostösterr.): Fußballspieler: reicht, die … die Region links oder rechts um
Sehr viele Skandinavier haben es diesmal nicht den Mund für einige Stunden lähmt. (ST 11. 10.
in die Endrunde der Fußball-EM geschafft: Nur 07); Dazu kommt ein Taubheitsgefühl: die
Schweden und Überraschungsteilnehmer Is- Hand »schläft ein«, wird »bamstig« und
land verteidigen die Ehre der nordeuropäischen schmerzt höllisch. (SN 4.  4. 12). 2.  unfreund-
Ballesterer. (PR 10. 6. 16) lich, aufgeblasen, protzig: Daraufhin fragte
esteris (ugs., salopp): fußballerisch: Helmut Hornsteiner, warum der Wirt denn so
Man scheitert an den beiden Grundformen des »bamstig« sei? (NÖN 4. 2. 08). 3. holzig, nicht
ballesterischen Zirkulierens: Ballhalten bei sta- kernig; welk: die Radieschen sind, der Karfiol
tischen bzw. schnelles Ans-Ziel-Bringen bei dy- ist bamstig   msti eit Symptome für
namischen Verhältnissen. (ST 14. 10. 07) einen Schlaganfall sind Sprachstörungen,
stern sw. V. / hat 〈ital.〉 (ugs., salopp): Schwindel, Lähmungen oder »Bamstigkeit«
Fußball spielen: Dank intensiver Materialfor- zum Beispiel in einer Hand. (ST 27. 10. 14)
schung hält das pflegeleichte Grasimitat auch nd das; -s, - (ugs., auch bayr.): Band; Bänd-
im Spitzensport Einzug – und macht das Bal- chen: Nur wer auf der Liste stand, bekam ein
lestern berechenbarer und wetterunabhängiger. Einlass-Ticket samt Bandl. (SN 8. 11. 04); Sei-
(ST 2. 1. 08) nem Gefühl nach sei auch »mit dem Bandl im

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Bartwisch B
Knie« alles in Ordnung und auch die Schulter arbeitender Hilfsarbeiter, bes. [Straßen]bau-
müsse nicht operiert werden. (OÖN 19. 11. 01); arbeiter: Der 15-Jährige half zuerst daheim mit,
*am Bandl hängen (ugs.): abhängig sein: wurde Träger …, dann Baraber, Schwerarbeiter,
heute hängen wir am elektronischen Bandl von in Kaprun. (VN 29. 4. 06)
Handy und Blackberrys, sind 24  Stunden ver- ra ern sw. V. / hat 〈ital.〉 (ugs., auch bayr.):
fügbar. (OÖN 21.  10. 06); *jmdn. am Bandl schwer arbeiten: Rund 500 Arbeiter baraber-
haben/halten (ugs.): jmdn. völlig beherr- ten mehr als 11  000 Arbeitsstunden lang, um
schen, in Abhängigkeit halten: sie tanzt, Bühne und Zuschauerraum in einen noblen
scherzt und hält die Junggesellen am Bandl. Ballsaal zu verwandeln. (ST 16. 3. 07)
(OÖN 13. 11. 09) Bar se die: Auszahlung eines Sachwerts
nd r mer nd r merin der bzw. die in bar, (in D) Barablösung: Die GewinnerIn-
(hist.): Wanderhändler/-in mit Kurzwaren: nen werden vom STANDARD schriftlich ver-
Doch ein wandelnder Bandlkramer bot ihnen ständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
für jedes Stück vier Florentiner und 50 Kronen. Keine Barablöse. (ST 1. 6. 16). ↑ ABLÖSE
(NÖN 7. 2. 13) Barein e n die: Einkassierung durch Bar-
n er das; -s, -n (ugs.): 1. (Verkl. zu) Bank: zahlung: Erleichterungen bei der Vergebührung
Ich habe am Südbahnhof am Bankerl im War- gibt es bei Verlusten von Kfz-Dokumenten und
teraum geschlafen. (ST 5. 10. 07); *ein Bankerl Kennzeichen, wo Stempelmarken auch durch
reißen (ugs., salopp): sterben: Wenn es die Bareinhebung ersetzt werden können (NÖN
Umstände erlauben, will ich hier meinen letzten 19. 4. 00). ↑ EINHEBUNG
Atemzug tun und ein Bankerl reißen. (ST B rendre der (ugs., auch südd., schweiz.):
23./24. 3. 13). 2. (Sport) Ersatzbank: Der neue Lakritze: Im Süden dagegen kann man mit
Reds-Coach Rafael Benitez konnte es sich ohne dem »Bärendreck« nicht viel anfangen. Eine
Probleme leisten, Micheal Owen das Bankerl Lakritze-Expertin sieht den Grund dafür in der
drücken zu lassen. (ST 24. 8. 04) fehlenden Nähe des Meeres. (PR 12. 3. 07)
n er drü er n er drü erin der bzw. B ren er der; -s (amtlich): Lakritze: Und
die (Sport, salopp): Ersatzspieler/-in: Warum so finden auch immer wieder Rohstoffe aus der
der Salzburger Bankerldrücker überhaupt auf Apotheke ihren Weg in das Bier … Also Ingwer-
dem Feld stand? (ST 11. 9. 13) und Süßholzwurzel, Wermutkraut, Bärenzu-
n omat, der; -en, -en (Wz, in der Schrei- cker oder Wacholderbeeren. (www.leonfeld-
bung Bancomat auch schweiz.): (in D) Geld- nerbier.at 2018, Int). ↑ Bärendreck
automat: Premiere für den ersten blindenge- rn der; -s, -e (auch südd.): Futtertrog. ↑ Fut-
rechten Bankomat Österreichs. (SN 1. 4. 08) terbarn
n omat rte die: Scheckkarte, mit der bei rometer, der/das: österr. (und schweiz.)
einem Geldautomaten Bargeld abgehoben auch Maskulinum, in D nur Neutrum
oder bar bezahlt werden kann, (in D) EC- rriere, die 〈franz.〉: wird österr. meist ohne
Karte: Anfang des Jahres hatte das Geldinstitut Endungs-e ausgesprochen
ihre Bankomatkarte eingezogen. (SN 17. 3. 08) rt der: wird österr. mit kurzem Vokal aus-
n omat ss die: Kasse, an der mit Ban- gesprochen, in D mit langem. Ebenso: bärtig
komatkarte bezahlt werden kann: Jede dritte rter das; -s, -n (ugs., auch bayr.): Kinder-,
Bankomatkassa in Österreich ist laut Schaufler Brustlätzchen: Ob Barterl oder Latzhose, der
bereits NFC-fähig. (PR 2.  6. 16); auch in der Eltern- und Familientreffpunkt Bunter Kreis
Form Bankomatkasse. ↑ KASSA Enns kann alles brauchen, was Wickelkinder
n ste e die (seltener auch schweiz.): anziehen. (OÖN 26. 9. 01). ↑ Trenzbarterl
Bankfiliale, -niederlassung: Das größte Filial- rt *wissen/zeigen, wo Bartl den Most
netz in der Region hat mit 1313 Bankstellen die holt: seine Überlegenheit demonstrieren;
Erste Bank. (PR 14. 5. 07)   n ste ennet österr. (und südd.) Form, (in D) … wo Barthel
Baon das; -s, -s: (nur schriftlich verwendetes den Most holt, (in CH) … wo Bartli den Most
Kurzwort zu) Bataillon: Das ganze Baon ist holt: Weil wenn jemand weiß, wo der Bartl den
stolz auf seinen bergsicheren mutigen Glet- Most holt, ist das der Bürgermeister. (SN 8.  9.
scherpfarrer. (NÖN 25. 9. 14) 16)
Bara er der; -s, - 〈oberital. barabba ›Land- rtwis der: Handbesen, Handfeger: Mag
streicher, Taugenichts‹ aus dem biblischen es damit zu tun haben, dass sich Asseln immer
Namen Barabbas〉 (ugs., auch bayr.): manuell dort aufhalten, wo man mit seinem Bartwisch

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B Barvorlage

nicht hinkommt. (ST 19.  9. 16). Vgl. Beserl, außerdem vorgeworfen, das Bauansuchen ab-
Kehrwisch gelehnt zu haben, obwohl sämtliche Bewilligun-
Bar or e die (Finanzwesen): Barkredit zur gen vorgelegen wären … (ST 9. 3. 16). ↑ Ansu-
kurzfristigen Überbrückung von Zahlungs- chen, Förderansuchen
schwierigkeiten: Er bestätigte, dass es für die Bau n ei e die: Mitteilung an die Behörde
sogenannten Barvorlagen keine Gemeinderats- über kleinere Bauvorhaben, für die keine
beschlüsse gab, denn es seien »kurzfristige Kre- Baubewilligung nötig ist: Ausgangspunkt der
dite, keine Darlehen« gewesen. (ST 12. 10. 15) Redeschlacht um moslemische Gebetshäuser
ssen die; -, -s 〈franz. bassin, mit einer al- war eine Bauanzeige für eine Betriebsstätte in
ten Pluralendung Bassenen〉 (bes. Wien): einem Althaus. (KU 6. 10. 06)
Wasserbecken im Flur eines alten Wohn- Bau ewi i n die (auch südd., schweiz.):
hauses, von dem mehrere Wohnparteien (in D) Baugenehmigung: errichtet hat die
das Wasser holen: Das Haus steht heute noch, umstrittenen Silos aber das Land, und zwar
die Fassade ist unverändert, ebenso das Stie- ohne Baubewilligung. (SN 27. 2. 08). ↑ BEWIL-
genhaus, die Türen und Gangfenster, die Klos, LIGUNG
die Bassena. (PR 17. 11. 12); (übertragen als Bau fle der; -s, -e (ugs.): 1. ungeschicktes
Ort der Kommunikation unter den Hausbe- Auftreffen mit dem Bauch auf dem Wasser
wohnern, meist negativ im Sinne von beim Kopfsprung, (in D) Bauchklatscher:
Tratsch und Gezänk, heute wieder aufge- einen Bauchfleck machen; Als junger Mann
wertet als Name verschiedener Wiener muss man sich vor den Mädchen übermäßig
Stadtteil- oder Jugendzentren, z. B. »Bas- strapazieren, kann es beispielsweise nicht bei
sena 10«, »Bassena – Stadtteilzentrum Am einem Bauchfleck belassen, sondern sollte ei-
Schöpfwerk«:) Ich entnehme die Themen, die nen richtigen Kopfsprung hinkriegen. (SN 9. 6.
hierorts verhandelt werden, ja gern der Bas- 07). 2.  Scheitern, Misserfolg: Hamon hatte
sena des 21. Jahrhunderts: Facebook. (PR 1. 4. den Makel der unbeliebten Hollande-Präsi-
17)   ssen re ssen erü t s- dentschaft als Ballast an Bord, während die
sen ni e »Ich habe kein Interesse, mich auf Konservativen aus der unbelasteten Oppositi-
Bassena-Niveau mit einem frustrierten Alt- onsrolle starten konnten und trotzdem einen
kanzler auseinanderzusetzen.« (OÖN 8. 2. 00); veritablen Bauchfleck fabrizierten. (ST 8.  5.
ssen streit Prompt entwickelt sich eine Art 17)
Bassena-Streit über die noch nicht exakt ge- Bau s e der: fettes Bauchfleisch, Schwei-
klärte Ursache der Explosion (KU 20.  8. 04); nebauch: Jeweils zwei Gruppen mit vier Tes-
ssen wo n n Ja, vor 30 Jahren war Woh- tern  prüften, unabhängig voneinander, Kar-
nen viel billiger, aber damals gab es auch noch ree-,  Schinken- und Bauchspeck sowie Roh-
zahlreiche Bassena-Wohnungen in Wien. (ST und  Rinderschinken. (OÖN 15.  3. 08).  – In D
15. 11. 12) bedeutet das Wort ›Fettansatz am Bauch‹.
ssen tr ts der (bes. Wien): Tratsch, ↑ SPECK
Klatsch niedrigsten Niveaus: Mit dem »Ri- Bauern steht oft als Bestimmungswort als
tual« Fernsehen spricht sie den guten, alten Ausdruck der Urwüchsigkeit, Echtheit; di-
Bassenatratsch an – mit dem Unterschied, dass rekt vom Bauern kommend oder nach bäu-
im Zeitalter der Digitalisierung Fernsehen kon- erlicher Art: ern ese tes »Meine Gäste
sumiert und gleichzeitig darüber kommuniziert beklagten, dass es kein gutes Bauerngeselchtes
wird. (ST 10. 6. 11). ↑ Tratsch mehr gebe.« (OÖN 6. 7. 07); ↑ Geselchte; Bau-
Bat t er ↑ Patz, ↑ Patzerl ern r st Mit heimischer Hausmannskost
t er e t er en ↑ Patzerl- ging’s weiter: Das Eferdinger Bauerngröstl …
gugelhupf, …kuchen hätte pikanter sein können und das Fleisch
t i ↑ patzig nicht so trocken. (OÖN 21.  7. 06). ↑ Gröstl;
at wei ↑ patzweich ernome ett erns in en ern-
Bau ter n der /meist Plural/ (Verw.): to- s e Mit Bauernspeck und Bauernschinken
pografische Erfassung des Bauzustands von punktet die Fleischhauerei Enzenhofer aus dem
Städten, Burgen, Klosteranlagen u. Ä. Schmankerldorf Vorderweißenbach im Mühl-
Bau ns en das; -s, - (Behördenspr.): An- viertel. (OÖN 15. 12. 06). ↑ Speck
trag, Gesuch um Baubewilligung: Die Staats- Bauern n er der (selten): traditionelle
anwaltschaft hatte dem gesamten Gemeinderat Trachtenjacke: Man konnte den Einklang mit

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beamtshandeln B
Mensch und Natur nunmehr in der Vorstadt- Bienenstich und die guten Weckerl und Baun-
idyllik zu leben trachten oder in das Landleben zerl werden mir fehlen. (SN 6. 2. 12). Vgl. Bos-
schlüpfen wie aus dem Straßenanzug in den niak
Bauernjanker (FU 29. 7. 04). ↑ JANKER Baus en der; -s, - (auch bayr.): (Nebenform
Bauern r en der: tellergroßes, in Fett her- zu) Bausch: ein Bauschen Watte; Diesen Bau-
ausgebackenes, flaches Hefeteiggebäck, das schen gut mit warmem Andorn-Tee tränken,
mit Marmelade, Kompott oder Sauerkraut auflegen, abdecken und befestigen. (KR 19.  1.
gegessen wird (im Ggs. zum Faschingskrap- 06)
fen): Beim Hoffest am 6. Mai gibt‘s Pflan- Baus rer der (ugs.): (kurz für) Bausparver-
zen, Musik und Bauernkrapfen. (SN 19. 4. 17). trag: Vielleicht noch heuer wird das Sparbuch
↑ KRAPFEN den Bausparer als Anlage-Favorit überholen.
Bauerns m s der: eine Art Schlachtplatte (KU 3.  8. 07).  – Die Bedeutung ›Person, die
mit Schweinsbraten, Würstel und Kraut. – In bauspart‹ ist gemeind.
D regionale unterschiedliche Bedeutungen, Bau er nd n die (Verw.): an Ort und
z. B. eine Mahlzeit aus Bratkartoffeln mit Stelle durchgeführte Verhandlung mit der
Rührei und Speck Baubehörde über ein Baugesuch: Bei den See-
Bauerns n sen das: die Normalform des grundstücken handelt es sich um gewidmete
Kartenspiels ↑ Schnapsen mit vier Spielern: Bauplätze, es hat Bauverhandlungen und keine
Wir spielen gerne Kreuz- oder Bauernschnap- negativen Bescheide gegeben. (SN 16. 4. 17)
sen und beteiligen uns mit Freude auch am Bauwer er ↑ -WERBER
Preisschnapsen. (KZ 4. 5. 13). ↑ SCHNAPSEN Baux erl, das; -s, -n (ostösterr. ugs.): kleines,
Baufl e die (Verw.): zum Bauen gewidme- durch Aussehen und Verhalten liebenswer-
tes Land, Bauland: In einem »Masterplan« soll tes Kind: »So ein kleines Bauxerl, das verletzt
nun einmal ganz grundsätzlich Nutzungen und da liegt, – das geht dem stärksten Mann an die
mögliche Baufläche erhoben werden. (KU 25. 7. Nieren.« (SN 19. 8. 04)
08) Ba i der; -, - (ugs.): 1. (auch bayr.) Lump, Gau-
Bau e re en das (Verw.): technischer ner /nicht ernst gemeintes Schimpfwort/:
Schaden an einem Bau, der die Benützung das Schlechtere hat er mir überlassen, so ein
verhindert oder beeinträchtigt: Wer sein Bazi!; Lass bald von Dir hören, alter Bazi! (PR
Wohnhaus verfallen lässt, kann auch von der 26. 4. 08); Diesen hatte der Bazi mit dem einfa-
Behörde aufgefordert werden, Baugebrechen chen Vorwand einer Probefahrt ergattert. Ge-
oder Sicherheitsrisken zu beseitigen. (PR 14. 9. worden ist daraus eine verbrecherische Flucht.
12). ↑ GEBRECHEN (NÖN 3. 12. 13). 2. (veraltend) angeberischer
Baumeister der: bedeutet österr. auch ›Bau- Wiener (Schimpfwort der Bewohner der ös-
unternehmer‹ (in D nur ›Bautechniker mit terr. Bundesländer für die Wiener): Es gab
Meisterprüfung‹): Wenn Bauplatz und Bau- nichts, was man Happel nicht angedichtet
ordnung es verlangen oder der Bauherr noch hätte. Eben ein Wiener Bazi. (PR 14.  11. 02);
Änderungen wünscht, bieten wir dafür Service- Roman Palfrader, auf Komödienkaiser oder
leistungen an und stellen Kontakte zu Architek- Wiener Bazi abonniert, trumpft darstellerisch
ten, Baumeistern, Statikern, Haustechnikpla- als emotional Aufgefressener groß auf. (KZ
nern oder Innenraumgestaltern her. (KZ 18. 10. 16. 10. 15). Vgl. Gescherte
14) e mten ension die: verdeutlichend, da in
aume n sw. V. / ist: das Perfekt wird österr. Österr. Pension auch für Rente verwendet
(seltener auch südd., schweiz.) mit sein ge- wird, (in D) Pension: Damit sind auch ihre An-
bildet, in D mit haben: Noch vor wenigen Stun- sprüche auf eine Beamtenpension verfallen.
den ist er in 40 Metern Höhe an einem Seil vom (VN 19. 10. 06). ↑ PENSION
Wiener Stephansdom gebaumelt, unter ihm e mtens (in Zus. veraltet für) Beamten-:
staunende Touristen mit Kameras. (PR 6. 9. 13) e mtens ttin e mtenswitwe M. A., Poli-
Baumstr n der (auch südd., schweiz.): zeibeamtenswitwe aus Salzburg, feiert heute
Baumstumpf: Riesige Baumstrünke sind zu ihren 90.  Geburtstag. (SN 17.  3. 04). ↑ Archi-
Objekten verarbeitet, teils ihrer Rinde entledigt, tektens-, Arztens-, Diplomatens-, Fabri-
teils in Farbe gefasst. (KZ 27. 8. 12) kantens-
Baun er das; -s, -n (auch bayr.): kleines läng- e mts nde n sw. V. / hat (Behördenspr.,
liches Weißbrot; mürbes Milchbrötchen: Der auch scherzhaft): Indem er etwa jene Polizis-

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DTB8_5Aufl.indb 125 23.05.2019 12:32:35


B beangaben

ten massiv verteidigte, die den Schubhäftling vor bedenklichem Ankauf und bittet um Hin-
Marcus Omofuma tödlich beamtshandelt hat- weise auf die Täter. (KR 12. 6. 05)
ten. (PR 14. 6. 07) edienen: 1. (ugs., salopp) benachteiligen: der
e n en sw. V. / hat (Behördenspr., Kauf- Schiedsrichter hat unsere Mannschaften be-
mannssprache): eine Anzahlung leisten auf: dient; *bedient sein (ugs.): geschädigt sein:
Das Honorar in Höhe von 150  000 Schilling Ein Bekannter von mir war 35  Jahre als
wurde damals mit 5 000 öS beangabt. Auf den Lkw-Fahrer im Einsatz, er ist körperlich schwer
Rest von 145 000 Schilling … wartet die Künst- bedient und trägt einen Herzschrittmacher.
lerin immer noch. (News 2. 12. 04) (OÖN 16. 4. 13). 2. (bes. ostösterr.) als ↑ Be-
e nst nden (veraltet, noch Behördenspr.): dienerin arbeiten: Die Männer waren arbeits-
beanstanden: Die Liste der beanständeten los, meine Großmutter und meine Mutter muss-
Mängel umfasst im Wesentlichen 3  wichtige ten bedienen gehen, um alle durchzubringen.
Punkte. (OTS Textservice 9.  8. 01)   e n- (KZ 12. 2. 04)
st nd n edienerin die; -, -nen: Haushaltshilfe, Putz-
ed tn me die; - /meist in Verbindung frau: Sie hätte ihm angeboten, für ihn zu kochen
mit auf/ (Behördenspr.): Berücksichtigung, oder einzukaufen, aber er hätte abgelehnt und
das Bedachtnehmen auf etwas: Sie forderten gemeint, er habe eine Bedienerin. (WZ 5.  10.
einmal mehr Maßnahmen, um das Ensemble 06). Vgl. Aufräumerin, Putzerin, Zugehfrau,
»unter Bedachtnahme auf seine bedeutende Zugeherin
historische und kulturelle Wertigkeit als Einheitedien n die (ostösterr. veraltend): 1. Haus-
zu respektieren.« (ST 14. 2. 17) haltshilfe: Wir suchen eine Bedienung. 2. Stelle
ed n en /mit Akk., meist im Passiv/ (auch als Hausgehilfin: sie hat eine Bedienung ge-
südd.): jmdm. für etwas danken: Der schei- habt. – In der Bedeutung ›Kellner‹ gemeind.
dende Kulturstadtrat wurde bedankt, der neue ed n nis das; -ses, -se (Behördenspr., veral-
begrüßt und Arnold Schönberg wurde gewür- tend): Bedingung; Voraussetzung, unter der
digt. (KU 22. 4. 01) etwas erbaut, betrieben o. Ä. werden kann:
ed en (Wirtschaft): (Zahlungsverpflich- Wenn die Künstlergenossenschaft diese »Be-
tungen, Kosten) decken, abdecken: ein Defi- dingnis« nicht genau erfüllt, habe der Staat das
zit bedecken; Betriebe müssen Ansprüche auf Recht, »den gegenwärtigen Vertrag aufgelöst zu
Abfertigungen und Pensionen nicht mehr mit erklären …« (KU 14. 10. 15)
Wertpapieren bedecken. (SN 31. 10. 06)  Be- ed n t (Rechtsspr., auch schweiz.): (in D) mit
de n Brändle erläuterte eingehend die an- Bewährung; unter Festsetzung einer Probe-
gefallenen Mehrausgaben von 360.300 Euro zeit: eine bedingte Strafe; bedingte Entlassung;
und die Bedeckung hiefür. (VN 25. 10. 07) bedingte Strafnachsicht; Je acht Monate be-
ed n s ors der: Vorschlag zur dingt für einen Tiroler Schützenobmann und
Finanzierung von Gesetzesvorhaben: Für die einen Liftmonteur wegen Zuhälterei. (SN 4.  4.
Mehrbelastung von 37  Millionen im Jahr 2014 08).  – In ähnlichen Verwendungen, z. B. be-
sowie von 19,9  Millionen im Jahr darauf soll dingter Straferlass, auch in D. ↑ teilbedingt
Hundstorfer einen Bedeckungsvorschlag vorle- eeiden sw. V. / hat (Behördenspr.): in Eid
gen. (ST 4. 9. 12) nehmen, vereidigen, beeidigen: Denn von Be-
ed n r das: Gedenkjahr, urspr. auf 1988 ginn im September 1999 bis April 2000 waren …
(50-Jahr-Gedenken der Besetzung Öster- zehn Hauptgeschworene bestellt, obwohl nur
reichs 1938) bezogen, dann aber in den acht als Hauptgeschworene beeidet werden
allgemeinen Sprachgebrauch, bes. auf Ge- dürfen. Die übrigen sind als Ersatzgeschworene
dankjahre im Zusammenhang mit dem Na- zu beeiden. (TT 10. 6. 00). – In der Bedeutung
tionalsozialismus, übergegangen: Das Klimt- ›unter Eid aussagen‹ gemeind.
Jahr, das Mozart-Jahr und Bedenkjahre wie eeins r en sw. V. / hat (Behördenspr.):
1988 waren nichts dagegen: Die Zeitschrift gegen etwas Einspruch erheben: eine Ent-
Neues Museum listet … 31  Ausstellungen auf, scheidung, Note beeinspruchen; Die Bürgerini-
die sich 2014 in Österreich mit der ersten »Ur- tiativen wollen das Vorhaben neuerlich beein-
katastrophe« des 20.  Jahrhunderts auseinan- spruchen. (KU 29. 12. 07)   eeins r r
dersetzen. (ST 3. 9. 14) eeins r n
ed n i *bedenklicher Ankauf (Rechts- Beeren o das (selten): Beerenmus: In den
spr.): fahrlässige Hehlerei: Die Polizei warnt warmen Bröseln die gekochten Knödel wenden

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Beharrungsbeschluss B
und mit dem Beerenkoch und  – nur für Kön- e r sstüt i (veraltend): begriffsstutzig:
ner – mit Schilcher-Eis servieren. (News 14. 3. Leider bin ich ein bissl begriffsstützig. (WZ
02). ↑ KOCH 16. 7. 15)   e ri sstüt i eit
Beerenr ster der: Beerenmus: Auf dem Pro- e ut t n sentw r der: Gesetzesent-
gramm standen Erdäpfelkäs, überbackene Voll- wurf, der im ↑ Begutachtungsverfahren zur
kornnudeln, Dinkelreisbällchen mit Faschier- Diskussion steht: Hinter verschlossenen Türen
tem, bis hin zur Grammeltorte und Schnee- wird zwar dem Vernehmen nach schon an ei-
nockerl mit Beerenröster. (NÖN 20.  2. 14). nem Gesetz gefeilt. Ein Begutachtungsentwurf
↑ RÖSTER liegt aber noch nicht vor. (PR 17. 4. 17)
e tten mit Fett bestreichen, (beim Backen) e ut t n s ette die (Behördenspr.):
einfetten (in D selten bzw. nur tech- Aufkleber, der die behördliche Fahrzeug-
nisch-fachspr.): Dann Haushaltspapier mit Öl überprüfung anzeigt; ↑ Pickerl; (in D) TÜV-
beträufeln und den Grillrost damit mäßig be- Plakette: Bei den Erhebungen wurde festge-
fetten. (KZ 19. 7. 16) stellt, dass … ihr Auto in einem desolaten
efle e n jmdn. respektlos beschimpfen: Ma- Zustand war. Auch die Begutachtungsplakette
cron ist völlig aus der Rolle gefallen, er hat Le war abgelaufen. (PR 1. 8. 16)
Pen beflegelt und nur geschimpft. (KZ 5. 5. 17) e ut t n s er ren das (Verw.): Einho-
e rei n ss ein der (Behördenspr.): Ur- lung von Stellungnahmen von Interessen-
kunde, mit der bestätigt wird, dass die Vor- gruppen zu einem Gesetzesentwurf, (in D)
schriften über die Beschäftigung von Aus- Anhörungsverfahren: Jetzt handle es sich um
ländern für die betreffende Person nicht ein Begutachtungsverfahren, und die Ärzte-
angewandt werden (Voraussetzung für eine schaft sei eingeladen, zu den Vorschlägen Stel-
Arbeitserlaubnis): Entschieden lehne die FPÖ lung zu nehmen. (PR 4. 4. 08)
den Befreiungsschein für türkische Staatsbür- e te rist die (Behördenspr.): Frist, inner-
ger, der ihnen uneingeschränkten Zugang zum halb der ein Arbeitnehmer nicht entlassen
österreichischen Arbeitsmarkt gewährleiste, ab. werden darf (z. B. nach Militärdienst, Ende
(KZ 1. 5. 15) der Lehre oder des Karenzurlaubs): Er hat im
e ürsor en sw. V. / hat (Behördenspr., selten August 2011 ausgelernt, im Februar 2012 war
auch in D): betreuen: Statt sie wie bisher in die Behaltefrist zu Ende, er wurde aber nicht
übertriebener Weise zu befürsorgen, sollten die verlängert. (SN 21. 10. 14)
Neuankömmlinge die Möglichkeit erhalten, sich e te fli t die (Behördenspr.): 1.  Ver-
selbst etwas aufzubauen. (PR 10. 4. 16)   Be- pflichtung, einen Arbeitnehmer nach der
ürsor te der bzw. die; e ürsor n Lehr-, Karenz-, oder Bundesheerzeit eine
e e ren das (Behördenspr.): Forderung: Die bestimmte Zeit weiter zu beschäftigen: Ar-
Vorinstanzen wiesen ihr Begehren allerdings beiter im Friseurgewerbe verdienen während
ab. Für die unrichtige Begutachtung hafte nur der Behaltepflicht nur 1.137 Euro als Mindest-
der Pathologe, der Frauenärztin sei nichts vor- lohn. (PR 13. 1. 17). 2. Veräußerungsverbot
zuwerfen, so ihr Urteil. (PR 11. 5. 17) nach dem Kauf (z. B. bei Firmenkäufen,
e nn *von Beginn weg (auch südd., Schenkungen): Die fünfjährige Behaltepflicht
schweiz.): von Anfang an: Die Pittsburgh Stee- beispielsweise sei zusätzlich im Syndikatsver-
lers hatten beim 30 : 12 gegen die Miami Dol- trag verankert. (ST 9. 4. 08)   e te fli -
phins von Beginn weg leichtes Spiel. (OÖN ti
10. 1. 17) e rr n s es ss der (Politik): erneuter
e nn eit die: Uhrzeit des Beginns einer Beschluss eines abgelehnten Gesetzes. (Im
Veranstaltung, des Unterrichts; Anfangszeit: Normalfall betrifft das ein vom Nationalrat
Die genauen Veranstaltungstermine inklusive beschlossenes Gesetz, das vom Bundesrat
Beginnzeiten finden Faschingshelden auf dem abgelehnt wurde. Der Nationalrat kann aber
nebenstehenden Plakat. (SN 16. 2. 17) auf dem Gesetz durch einen neuen Be-
e eit e rer e eit e rerin der bzw. die schluss bestehen. Ähnlich wird das Wort auf
(Schule, selten auch in D): Lehrer/-in, der/ andere Gremien angewandt): Der Publikums-
die mit dem Klassenlehrer den Unterricht rat könnte diesen Beschluss nicht gänzlich ab-
gestaltet oder ihn auf Schulveranstaltungen lehnen – fällt seine Stellungnahme negativ aus,
unterstützt, häufig für Kinder in sonderpäd- müsste der Stiftungsrat aber einen Beharrungs-
agogischem Förderbedarf. Vgl. Stützlehrer beschluss fassen. (PR 7. 12. 16)

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B behebbar

e e r (Bankwesen): abhebbar (nur in Ver- letzten zweieinhalb Jahren Politik gemacht ha-
bindung mit Geld, Kapital u. Ä.): Dabei han- ben, nicht schon beim (zum) Hals heraus?«
delt es sich jedoch um das »Sumsi-Sparen« für (KU 11.  11. 02); Bei (an) der Kassa kann die
Kinder bis zehn Jahre – das Geld sei täglich be- Suche nach der richtigen Karte Staus verursa-
hebbar und könne auch von Erwachsenen für chen. (KU 21. 6. 07)
Kinder abgeschlossen werden. (PR 8.  7. 11)  – ei t ren /nur im Inf. oder substantiviert/
Die Bedeutung ›reparierbar‹ (von Schäden (auch südd., schweiz.): die Beichte hören:
usw.) ist gemeind. Von 1809 bis 1813 war er praktisch zu Untätig-
e e en 1.  (Geld) abheben: Die junge Frau, keit verurteilt, ganz selten nur durfte er predi-
die ihren Kinderwagen ebendort hinschiebt, um gen und beichthören. (NÖN 7. 3. 07)
Geld zu beheben, macht deutlich, wer die Ziel- eidseits /Adv./ (auch südd., schweiz.): bei-
gruppe für den Bankenbus ist. (ST 17.  5. 15). derseits: Künftig wird es beidseits der Karlskir-
2. abholen: Rinnt das Land aus und wird es zur che annähernd die gleiche Höhenentwicklung
dürren Steppe, in der wir keine Möglichkeit geben. (PR 18. 5. 17)
mehr finden, Briefe aufzugeben, die hinterleg- Bei e die (auch schweiz.): etwas Beigeleg-
ten Einschreiben zu beheben, Pakete zu versen- tes, Mitgeschicktes; Anlage [zu einem Brief,
den? (OÖN 5. 6. 10); Auf einer Toilette am Flug- Schriftstück]: in der Beilage übersende ich ei-
hafen Wien hatte er zwischenzeitlich eine Waffe nen Lebenslauf und zwei Zeugnisse; Es ist also
deponiert, die er im Februar beheben wollte. die schiere Flut an Schriftsätzen, Daten und
(SN 5. 5. 17). ↑ ausheben, einheben, erheben Beilagen, welche die Richterin … in den Griff be-
  e e n e e n s rist kommen muss. (PR 2. 5. 17)
e der; -[e]s, -e (auch schweiz.): [Hilfs] ei bedeutet österr. (und bayr.) auch:
mittel; bes. in Zus.: orthopädischer Behelf; ungefähr, etwa: Denn schon der griechische
Viele Priester holten sich heute Anregungen für Philosoph Demokrit riet vor beiläufig 2500 Jah-
Predigten und Behelfe für die Messgestaltung ren zur Bildung des Geistes. (SN 13. 5. 17). – In
im Internet. (SN 5.  11. 15). ↑ Arbeitsbehelf, der Bedeutung ›nebenbei gesagt‹ gemeind.
Dienstbehelf, Heilbehelf, Lehrbehelf, Lern- Bein das; -[e]s, -e/(ugs.: -er) (auch bayr.): Kno-
behelf, Prüfungsbehelf, Unterrichtsbehelf, chen: der Hund nagt an einem Bein; *das
Zeichenbehelf närrische/narrische Bein: Stelle am Ellbo-
e sdienst der: Servicestelle für Hilfsmit- gen, der einen elektrisierenden Schmerz ver-
tel, Materialien: Der Kalender ist auch in Blin- ursacht, (in D) Musikknochen.  – In älteren
denschrift erhältlich und kann um 8,70  Euro Zus., wie Beinhaus, Beinhaut, gemeind. Vgl.
beim Behelfsdienst im Pastoralamt der Diözese Fuß
Linz bestellt werden. (OÖN 22. 11. 10) Beinfleis das; -es: fettdurchzogenes Fleisch
e rde die: wird österr. mit kurzem Vokal vom Rind, das vor allem für Suppen verwen-
gesprochen, in D mit langem det wird: Eine kräftige Rindsuppe, zubereitet
e rden er ren das: Instanzenweg aus einem Stück Beinfleisch vom Salzburger
durch die zuständigen Behörden: Nach dem Rind, gehört für viele Salzburger zum Heiligen
Ja des Bundes zum Ausbau des Flughafens Abend wie der Christbaum und die Geschenke.
Salzburg kommen heftige Proteste von Anrai- (SN 15. 12. 16)
nern. Es gibt Kritik am Behördenverfahren. (SN Beinri ter der (hist.): Heilpraktiker, der Kno-
28. 8. 07) chenbrüche behandelt: Er war zu diesem Zeit-
e üten *behüt’ dich Gott (veraltend, auch punkt bereits mit einer Goiserin verheiratet und
schweiz.): Abschiedsgruß. ↑ pfiat di Gott auf diese Art zum Bauern geworden. Einen Na-
ei: die Präposition wird österr. (und bayr.) men machte er sich aber als Beinrichter. (OÖN
häufiger gebraucht als in D, bes. statt an, zum 24. 4. 13)
und überall, wo eine räumliche Beziehung Beins er e das: eine Rindfleischsorte vom
hergestellt werden soll: Sie hat das Geld mit hinteren Teil des Rindes, meist gekocht: Ken-
vollen Händen beim (zum) Fenster hinausge- ner wissen sehr wohl zu unterscheiden zwi-
worfen. (KU 25.  2. 08); Auf dem Weg dorthin schen Beinscherzel, Meisel, Hüferschwanzel
trifft man heilige Kühe auf der Straße, die mit oder Tafelspitz. (OÖN 29. 4. 10). ↑ SCHERZEL
ihren Kulleraugen frech beim (zum) Fenster Beiried das; -[e]s, und die; -: 1.  /eine Rind-
der Autos hineinschauen. (OÖN 20.  8. 16); fleischsorte/ hinteres Rumpfstück vom Rü-
»Hängen uns eigentlich die Leute, die in den cken; Roastbeef: Der Zwiebelrostbraten vom

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beiziehen B
Beiried entpuppt sich als zwei Zentimeter di- eiste en: [zusätzlich] zur Verfügung stellen,
ckes Stück regionales Rind, das butterweich auf bereitstellen: das Quartier, das Lehrmaterial
dem Teller liegt. (OÖN 15.  7. 16). 2.  Rind- wird beigestellt; Auf Wunsch können Sie Ihren
fleischspeise, meist gedünstet oder in Schei- Messestand auch beistellen und aufbauen las-
ben geschnitten und gebraten; Steak: Der sen. (OÖN 6. 9. 13); Universalmuseen wie das
milde Majo- und der scharfe Paprika-Dip pass- Wien Museum sind … besser gerüstet als klassi-
ten gut zu knusprig angebratenem faschierten sche Kunstmuseen, da sie den kulturhistori-
Laibchen, Beiried, Pute und Schwein. (OÖN schen Kontext aus ihren Beständen beistellen
30. 1. 15). ↑ Rieddeckel, Schlemmried könnten. (PR 9. 5. 14)   eiste n
eis ie en (Behördenspr.): beilegen, an- Beistri der: Komma: Ein fehlender Beistrich
schließen: Adolf Holl hat in einer knappen, ein- in einem Überstunden-Gesetz könnte eine Mol-
fühlsamen Skizze zu Autor und Werk, die als kerei im US-Bundesstaat Maine teuer zu stehen
eine Art Nachwort der dreibändigen Edition kommen. (PR 17. 3. 17); *auf Punkt und Bei-
beigeschlossen ist, den Roman … belobigt. (PR strich: bis ins Kleinste, (in D) auf Punkt und
29. 9. 12). ↑ anschließen Komma: Die polizeiliche Leichenkommissio-
Beis ss der (Behördenspr.): das Beilegen, nierung ist in Wien auf Punkt und Beistrich ge-
Anschließen: Die Bewerbungsunterlagen sind regelt. (KU 10. 9. 08)
bei der ausschreibenden Stelle per E-Mail anzu- Beitr s r nd e die (Verw.): 1. Betrag, der
fordern und ausgefüllt und unterfertigt unter aus verschiedenen Faktoren, wie Dauer und
Beischluss der nachfolgenden Nachweise frist- Ausmaß der Erwerbstätigkeit, abgeleitet
gerecht einzureichen. (WZ 2. 4. 14) wird, und der als Basis für die Berechnung
Beise das; -s, - (auch bayr.): einfaches Gast- der Pension herangezogen wird. 2. nach
haus, (in D) Kneipe: Klaura selbst sitzt an die- Höhe des Gehalts bestimmter Betrag, der
sem Vormittag an einem Tisch in ihrem Beisel, der Sozialversicherung zugeführt werden
ihren Tee vor sich in einem Ottakringer-Krügerl. muss: Die Beitragsgrundlage soll analog zur
(PR 17.  1. 17). ↑ Eventbeisel, Marktbeisel, Krankenversicherung gelten. (KU 28. 9. 07)
Stammbeisel, Stehbeisel, Szenebeisel Beitrittswer er ↑ -WERBER
Bei er der, -s, - (ugs.): 1. längere Eisenstange Beiw er das (ugs.): 1. Beiwagen, Seitenwa-
zum Lockern und Heben schwerer oder gro- gen des Motorrads: Denn Vera sitzt im Beiwa-
ßer Gegenstände, Brechstange: Es war vier gerl ihres Motorrad-Herrls …, hält ihre markan-
Uhr früh, als zwei Maskierte die Eingangstür ten Ohren tapfer gegen den Wind und ist sich
des Juweliergeschäfts Lackner mit Krampen dabei ihrer Bedeutung bewusst. (SN 5.  2. 08).
und Beißer malträtierten. (KZ 21. 9. 00). 2. (ab- 2. (scherzhaft) Anhängsel, etwas Zweitrangi-
wertend) polemisch argumentierender; ag- ges: So wäre es in Wien notwendig, nicht nur …
gressiver Mensch: »Seit den Wahlen herrscht zu hoffen, demnächst als Beiwagerl der Mehr-
eine vergiftete Stimmung. Zudem kann ich mich heitspartei fungieren zu dürfen, sondern sich
mit der Oppositionsrolle nicht abfinden, ich bin selbstbewusst zu präsentieren. (PR 19.  2. 15);
kein Beißer.« (NÖN 21. 10. 10). 3. Person, die Die Politik ist nur mehr Beiwagerl der Wirt-
sich in etwas verbeißt, sich besonders an- schaftstreibenden. (KU 29.  1. 05). ↑ Wagerl,
strengt, um ein Ziel zu erreichen; ehrgeizi- Einkaufswagerl
ger, ausdauernder Mensch: Er war ein un- Bei die; -, -en (ugs., Vbg., auch schweiz.,
glaublicher Beißer und ließ nie nach. Bei bayr.): Kneipe, ↑ Beisel: Zuerst bekam er vom
Wettkämpfen hat er immer sein Bestes gegeben. Wirt nichts mehr zu trinken, dann verletzte
(OÖN 14. 11. 16) er  sich am Kopf, als er in seinem Zorn das
Bei or der (auch bayr. und regional in D): Mobiliar der Beiz demolierte. (NVT 4. 10. 07).
Maulkorb: Die neue Regelung sieht vor, dass ↑ Stammbeiz
Hunde bei Menschenansammlungen … an ei- ei ie en st. V. / hat (auch südd., schweiz.;
ner kurzen Leine gehalten werden und zusätz- sonst nur in der juristischen Fachsprache):
lich noch einen Beißkorb tragen müssen. (OÖN jmdn. zu etwas zuziehen; jmdn. teilnehmen
2. 11. 06) lassen; etwas zusätzlich verwenden, heran-
Beist nd der (veraltend): Trauzeuge: Zudem ziehen: Was tun, wenn man einen Anwalt bei-
feierten Bräutigam-Vater Franz und sein Bru- ziehen darf, sich aber keinen leisten kann? (PR
der, Beistand Hans R., just am Tag der Hochzeit 1.  4. 08)   ei ie n Das vor zehn Jahren
beide ihren Geburtstag. (BVZ 26. 9. 13) eingereichte Projekt sei »im Zuge des Beschwer-

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B Bekenntnisgemeinschaft

deverfahrens einer neuerlichen umfassenden rangter fuhr ein 19-jähriger Schüler am Sams-
Überprüfung unter Beiziehung von Sachver- tag in eine Kreuzung in Klagenfurt ein. (KZ
ständigen unterzogen« worden. (PR 9. 2. 17) 31. 10. 15). ↑ bevorrangt, Nachrang
e nntnis emeins t die (Behördenspr.): ene wird österr. auf der letzten Silbe be-
rechtsfähige religiöse Vereinigung: Die religi- tont, in D auch auf der ersten
öse Bekenntnisgemeinschaft der Schiiten klagt, enüt en österr. (und südd., schweiz.) Form,
nicht eingebunden worden zu sein. (PR 11. 11. (in D) benutzen: Derzeit gibt es in Gaißau und
14) Höchst fünf Kinder, denen es nicht möglich ist,
e n send n die ( früher): von einer Inter- alleine öffentliche Verkehrsmittel zu benützen.
essenvertretung (Gewerkschaft, Kammern, (VN 29. 12. 07). – Das gilt auch für alle Zus.
Parteien) gestaltete und verantwortete und Abl.: enüt r Wenn in einem Raum
Rundfunksendung, für die kostenlos Sende- Musik gemacht werde, sei dies in den anderen
zeit zur Verfügung gestellt wird: Nach dem Räumen deutlich zu hören und diese nicht
Motto »Tue Gutes, und rede darüber« befasste mehr benützbar. (SN 11.  10. 07); enüt r-
man sich im Stil einer Belangsendung fast ein- eit enüt er Das vollflächige, rutschsichere
zig mit dem Phänomen Haselsteiner. (ST 6. 10. Aufsteigen auf Stufen ist als … normale Verhal-
16) tensweise von Benützern öffentlicher Verkehrs-
e st n s er ot das (Rechtsspr.): Verbot, mittel vorauszusetzen. (OÖN 30.  9. 04); e
Grundeigentum zu verpfänden; meist in der nüt er re nd i Immer schneller sollen ihre
Wendung *Veräußerungs- und Belastungs- Lösungen benützerfreundlich parat stehen.
verbot: Das Veräußerungs- und Belastungsver- (ST 11. 7. 05); enüt erin enüt n enüt-
bot zugunsten seiner Eltern im Grundbuch sei n s ewi i n Immobilienmakler müssen
auf Wunsch der Eltern vorgenommen worden. Interessenten über das Bestehen oder Fehlen
(ST 9. 2. 11) von Bau- und Benützungsbewilligungen aufklä-
e e nen (auch schweiz.): als Pfand geben, (in ren. (ST 2. 9. 02), ↑ Bewilligung; enüt n s-
D) beleihen: Die Bilder waren bei Sotheby’s be- e ü r enüt n sent e t Pro Kilometer
lehnt. (PR 6. 8. 07) fielen für die Bahn rund 2,50  Euro an Benüt-
st der Name der Hauptstadt Nordir- zungsentgelt für die Infrastruktur an. (SN 23. 6.
lands wird österr. auf der ersten Silbe betont, 07); enüt n sordn n dwe e enüt-
in D auch auf der letzten n s fli t Weiters sollten laut Chorherr
e edere, das: der italienische Name des Ba- Einbahnen konsequent für Radfahrer geöffnet
rockschlosses in Wien wird oft als franzö- werden und die Radwege-Benützungspflicht
sisch angesehen und daher ohne Endungs-e fallen. (ST 25. 9. 02). ↑ nützen, ausnützen
ausgesprochen n en n en sw. V. / hat (ugs., auch bayr.):
mmer das; -s, -n (ugs.): Kot mancher Tiere, (um etwas) bitten, ständig betteln: Natürlich
z. B. Wild, Mäuse, in Form kleiner Kügel- ist er jetzt bei Shows und Galas im In- und Aus-
chen: Einerseits halten sich Mäuse vermehrt in land der Stargast. Muss Rede und Antwort ste-
gesunden Habitaten auf und hinterlassen so hen, wenn Journalisten benzen. (KZ 29. 5. 05);
ihre Bemmerl an Orten, die günstig für neuen Dann penzen jene beim Chef, die bis dahin un-
Baumwuchs sind. (PR 5. 3. 07); *etwas ist kein terdurchschnittlich verdienten. (Falter 10.  10.
Bemmerl (ugs.): etwas ist keine Kleinigkeit: 12)
600 Euro sind selbst für Hardcore-Homeshop- en in das: ist ugs. auch der; -s: Meiner Mei-
per kein Bemmerl. (OÖN 23. 2. 05); 102 PS (bei nung nach ist der Benzin eh viel zu billig. (OÖN
12.000 U/min) sind ja kein Bemmerl, wenn- 14. 6. 18)
gleich das Drehmoment von maximal 64 New- eo ten: in der österr. (und südd.,
tonmeter einen nicht gerade vom Bankerl reißt. schweiz.) Aussprache des Wortes ist kein
(OÖN 11. 6. 11) Silbenschnitt zwischen e und o und kein
ena r n t (Behördenspr., Verkehr): sich im Kehlknacklaut hörbar, das o ist lang und ge-
↑ Nachrang befindend (von Straßen oder schlossen
Verkehrsteilnehmern): Im Gegensatz zu ande- Berei ss re er Berei ss re erin der
ren verkehrsberuhigten Bereichen … zählt die bzw. die: für einen bestimmten Bereich (z. B.
Begegnungszone zum fließenden Verkehr und Außenpolitik) zuständiger Sprecher einer
ist daher nicht gegenüber anderen Verkehrsflä- Parlamentsfraktion: Vom Bereichssprecher bis
chen benachrangt. (SN 26. 11. 15); Als Benach- zum Hinterbänkler ist jeder fünfte Volksvertre-

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DTB8_5Aufl.indb 130 23.05.2019 12:32:36


Berufungswerberin B
ter beamtet, obwohl es viel mehr Nicht-Beamte eru en (Rechtsspr.): Berufung einlegen: Die
gibt. (OÖN 28. 3. 11). ↑ SPRECHER Haftstrafen sind um die Hälfte niedriger als von
r ern etrie der (auch schweiz.): der Staatsanwaltschaft gefordert. Die Anklage-
Landwirtschaft in steilen Berglagen: Seitdem behörde will gegen die Urteile berufen. (PR
bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Frau 17. 5. 17); /auch ohne Objekt/: Das Urteil ist
Margarethe den Bergbauernbetrieb auf nicht rechtskräftig. Der Angeklagte beruft.
1260 Metern Höhe. (SN 22. 9. 16) (BVZ 14. 10. 09)
r das (Verw.): grundbücherliches Beru s nw rter Beru s nw rterin der bzw.
Verzeichnis der Liegenschaften mit Bergbau die: Bewerber/-in in Ausbildung in einem
(vergleichbar mit dem Grundbuch). Vgl. bestimmten Beruf, bes. Wirtschaftsprü-
Wasserbuch fer/-in, Jurist/-in: Und anders als bisher sol-
r e der (auch südd.): begeisterter Berg- len die Berufsanwärter nicht mehr drei Jahre,
steiger: Für die großen Bergfexe gibt es zahlrei- sondern nur mehr 18 Monate warten müssen,
che Skitouren und Wanderwege. (PR 12. 8. 16). bis sie zur ersten Teilprüfung antreten dürfen.
↑ Fex (PR 1. 4. 17)
r r er r r erin der bzw. die eru s i dend der Berufsausbildung die-
(ugs.): Bergsteiger/-in; Kletterer/Kletterin: nend: eine berufsbildende Schule; eine berufs-
illustriert wird auch die Landschaft aus der bildende höhere Schule (berufsorientierter
Sicht der Touristen, der Bergkraxler, der Som- Schultyp mit Matura; Abk. BHS); eine berufs-
merfrischler. (OÖN 10. 4. 09). ↑ kraxeln bildende mittlere Schule (berufsorientierter
r e ne die (auch südd., schweiz.): Bergab- Schultyp ohne Matura; Abk. BMS)
hang: Die an eine Berglehne angeklebte Kirche Beru s rder n sinstit t das: Dachorgani-
in Tiffen war Schauplatz für einen Violinabend. sation der beruflichen Fortbildungseinrich-
(KZ 18. 8. 06). ↑ Lehne tungen der Arbeitnehmerorganisationen;
r er r erin der bzw. die (auch Abk. BFI (im Ggs. zum ↑ Wirtschaftsförde-
schweiz.): Person, die [unter schwierigen Be- rungsinstitut der Wirtschaft)
dingungen] auf dem Berg wohnt: Zumindest Beru sm t r die (auch schweiz.): ↑ Berufs-
von seiner Ausrüstung her war er in Wanderja- reifeprüfung: Es wurden im Rahmen der Be-
cke-, -hose und -schuhen ein echter Bergler. (VN rufsmatura am BFI Salzburg mehr als 12.000
5. 8. 06) Prüfungen abgenommen und hervorragende
r rett n die: Bergrettungsdienst, (in D) Ergebnisse erzielt. (SN 12. 5. 17). ↑ MATURA
Bergwacht: Örtliche Feuerwehr und Bergret- Beru srei e rü n die (Verw.): Prüfung für
tung begannen mit der Suche nach den Ver- Berufstätige, die die Reifeprüfung ersetzt,
missten. (KZ 21.  5. 17)   er rett n s r bestehend aus den Fächern Deutsch, Mathe-
Derzeit sind eine Bergrettungsfrau sowie matik, einer lebenden Fremdsprache sowie
35  Bergrettungsmänner mit dabei. (VN 28.  7. einem Fachgebiet der beruflichen Praxis, (in
02); er rett n sm nn 500  Gendarmen, D) Fachabitur; Abk. BRP: Auszubildende ha-
Bergrettungsmänner und unzählige Freiwillige ben die Möglichkeit, begleitend die Berufsreife-
suchten damals nach den Vermissten. (ST prüfung zu machen. (PR 10. 10. 07)
11. 4. 14). ↑ Rettung, Wasserrettung Beru stite der: Titel, der für besondere be-
r s r nd der (auch südd., schweiz.): Riss rufliche Leistungen verliehen wird, z. B. Hof-
im Gletschereis entlang des Randes; Rand- rat, Medizinalrat, Schulrat, Kammerschau-
spalte zwischen Gletscher und Felsaufbau: spieler, Professor (mit den entsprechenden
Gesichert waren Gletscherspalten und Berg- weiblichen Formen)
schrunde mit Aluleitern und Seilen. (NÖN Beru s n i eits ension die: (in D) Be-
13. 5. 03). ↑ Schrund rufsunfähigkeitsrente; bezieht sich in Österr.
r st de der: Hütte, kleineres Haus auf ei- sowohl auf Beamte als auch auf die allge-
nem Berg als Stall im Sommer oder als Auf- meine Sozialversicherung: Er bezieht nach
bewahrungsort für Futter: … so sind wir über einem Arbeitsunfall eine Berufsunfähigkeits-
den Westgipfel und über den Stemmerkogel pension von rund 2250 Euro brutto sowie eine
zum Bergstadel gewandert. (Der Thalheimer, Versehrtenrente von knapp 750  Euro netto im
Gästezeitung, 2006, Int). – Auch in der Form Monat. (PR 23. 10. 16). ↑ PENSION
Bergstadl. Häufig in Namen von Restaurants. Beru n swer er Beru n swer erin der
↑ STADEL bzw. die: Person, die Berufung einlegt: Der

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DTB8_5Aufl.indb 131 23.05.2019 12:32:36


B besachwaltet

Rechtskommende hätte Vorrang gehabt, und es t n *zur Besetzung gelangen (Be-


nicht er, sondern der Berufungswerber hätte ste- hördenspr.): besetzt, vergeben werden (von
henbleiben müssen. (PR 30. 6. 13); ↑ -WERBER Stellen und Dienstposten): Das Bundesminis-
es w tet (Behördenspr.): unter ↑ Sach- terium für Bildung und Frauen gibt bekannt,
walterschaft stehend: Bei besachwalteten Kli- dass im Bereich des Landesschulrates für die
enten ohne Vermögen hätten die Anwälte aber Steiermark die Stelle einer Landesschulinspek-
nicht einmal Anspruch auf Ersatz der Baraus- torin respektive eines -inspektors für allgemein
lagen, etwa Kopier- oder Fahrtkosten. »Hier bildende höhere Schulen zur Besetzung gelangt.
muss es subsidiären Kostenersatz durch die (WZ 21. 6. 16)
Republik geben.« (OÖN 28. 9. 16). ↑ Sachwal- es t er es t erin der bzw. die (veraltend, in
terschaft   es w tete r bestimmten Verwendungen): Besitzer/-in
es ti n s sm das: Ausmaß des eines Hauses, Anwesens o. Ä. (mit der Ne-
Arbeitsverhältnisses in Stunden pro Woche: benbedeutung: eingesessener Bewohner):
Ein Arbeitgeber darf nicht einseitig das Be- gestorben ist N. N., Besitzer in …
schäftigungsausmaß einer Mitarbeiterin herab- es en *eine besoffene Geschichte ↑ Ge-
setzen. (PR 21. 2. 18). ↑ AUSMAẞ schichte; *besoffener Kapuziner ↑ Kapuzi-
es ti n s ewi i n die: Arbeits- ner; *besoffene Liesl ↑ Liesl
erlaubnis für Ausländer: Ihre Anträge auf sser erdiener sser erdienerin der
Beschäftigungsbewilligung für Stammarbeits- bzw. die: gut Verdienende/-r, (in D häufiger)
kräfte aus Bosnien und Serbien wurden abge- Besserverdienender: Trumps Steuerpläne kä-
lehnt. (SN 9. 6. 16). ↑ BEWILLIGUNG men wohl in erster Linie Besserverdienern zu-
es ti n s r e die: Einstufung [von gute. (SN 7. 12. 16)
Beamten] nach ihrer beruflichen Tätigkeit st (veraltend) /als Bestimmungswort in
und Ausbildung; Verwendungsgruppe: Zus./: sehr gut, z. B. est e nnt (sehr be-
»Frauen verdienen nach wie vor und in allen kannt; auch schweiz.); est emitte t (sehr
Beschäftigungsgruppen deutlich weniger als reich); estein eri tet besteingerichtetes
Männer«, so das RH-Fazit. (SN 20. 12. 16) (mit höchstem Komfort versehenes) Zimmer
es au, die (Behördenspr.): amtliche Kon- in schöner Lage zu vermieten; est i iert
trolle, Überprüfung: Eine Weitergabe des getö- Wir wären nicht in Österreich, hätten sich nicht
teten Tiers ohne Beschau sei nicht möglich. (PR rein zufällig zwei Herren mit politischer Vergan-
14.  8. 18). ↑ Feuerbeschau, Hausbeschau, genheit nach Ausschreibungen als bestqualifi-
Totenbeschau ziert erwiesen. (VN 16.  3. 07); estsit ierte
es w ti n s o r t der (scherzhaft): Doch während es den achtziger Jahren vor al-
jmd., bes. Beamter, der nur abwimmelt und lem bestsituierte (reiche, materiell gesicherte)
Argumente nicht ernst nimmt: Die Wut- Ältere oder Beamte waren, die … Funktionärs-
bürger sind, scheint’s, in die innere Emigration oder Vortragstätigkeiten wahrnahmen, kamen
gegangen. Statt ihnen haben die Beschwichti- später neue Gruppen dazu. (PR 8. 8. 08)
gungshofräte die Diskussionsleitung übernom- st das; -[e]s, -e (veraltend, auch bayr.):
men. (SN 5. 1. 14) höchster ausgesetzter Preis (bes. bei einem
Besen mmer das (ugs.): Abstellraum: Da- Wettkampf, Scheibenschießen, Tombola,
mit das Reinigungsunternehmen diverse Uten- Ball): Der Vorstand bittet alle, zu dieser Veran-
silien für das Saubermachen verstauen kann, staltung maskiert zu kommen und für die Tom-
wurde ihm ein Besenkammerl von seinem Auf- bola ein Best mitzubringen. (NÖN 22.  2. 00)
traggeber zur Verfügung gestellt. (PR 11. 9. 13). ↑ Bestkegelscheiben, Bestschießen   est-
↑ KAMMERL ertei n
Beser das; -s, -n (ostösterr.): ↑ Bartwisch, (in est nd der: 1.  (Behördenspr., auch südd.)
D) Handfeger: Selbstverständlich wären auch Pacht, Miete: Dazu reiche »ein länger andau-
von unserer Testkandidatin Staubsauger, Mop erndes oder wiederholtes vertragswidriges Ver-
und Beserl zur Verfügung gestellt worden. (ST halten des Mieters aus, das … die Aufrechter-
27. 10. 05) haltung des Bestandverhältnisses nicht mehr
Beser r der (Wien, ugs.): [kleiner] Park zumutbar macht.« (PR 20. 7. 15); *in Bestand
mit wenig Sträuchern: Ümit kickte im Beserl- geben: verpachten: Das marode Stadion soll
park, sein erster Verein war Wacker Wien. (ST langfristig dem FC Magna in Bestand gegeben
14. 1. 17). Vgl. Hundstrümmerlpark werden und mit Magna-Mitteln modernisiert

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bestreifen B
werden. (NÖN 10.  3. 08); *in Bestand neh- est ttnis die (Vbg.): Bestattung: Eine große
men: pachten: Der Gesetzgeber will den schüt- Trauergemeinde nahm beim Auferstehungsgot-
zen, der eine leere Räuumlichkeit in Bestand tesdienst und der anschließenden Bestattnis
nimmt und anschließend aus eigener Kraft ein auf dem Friedhof … Abschied. (VN 24. 11. 00)
Unternehmen aufbaut. (ST 28. 4. 10). 2. Dauer est ttnis ottesdienst der (Vbg.): kath. Be-
des Bestehens: Ganz groß gefeiert wurde das gräbnisgottesdienst: Unser besonderer Dank
Jubiläum des zehnjährigen Bestandes des Nati- gilt … Herrn Pfarrer … für die würdige Gestal-
onalparks Kalkalpen. (OÖN 18.  6. 07)   (zu tung des Bestattnisgottesdienstes. (VN 5.  11.
1.:) est nd e enst nd Er machte vom au- 05)
ßerordentlichen Kündigungsrecht wegen »er- estau en mit Mehl, Pulver o. Ä. überziehen,
heblich nachteiligen Gebrauchs des Bestand- (in D) bestäuben: Die Fische mit Salz und Pfef-
gegenstands« … Gebrauch und klagte den fer würzen, leicht mit Mehl bestauben und in
Mieter auf Räumung der Wohnung. (PR 20. 7. Butter braten. (OÖN 18. 6. 16). ↑ STAUBEN
15); est nd er tnis est nd ertr Eine st ieter st ieterin der bzw. die: Anbie-
Zinsminderung ist ausgeschlossen, wenn der ter/-in nach einer Ausschreibung, der/die
Bestandnehmer in Kenntnis einer gewissen das günstigste Angebot unter Berücksichti-
Gebrauchsbeeinträchtigung den Bestandver- gung anderer Faktoren als nur nur den nied-
trag abschließt (SN 19.  11. 15). (zu 2.:) rigsten Preis legt: Andere Firmen als die von
est nds i m Im alten Wiener Rathaus ihm ermittelten Bestbieter hätten den Zuschlag
feierte das Polnische Kulturinstitut am Mitt- erhalten. (PR 10. 3. 17). ↑ Bieter, Billigstbie-
wochabend sein 30-jähriges Bestandsjubiläum. ter
(PR 25. 6. 04) est mm der; -[e]s (ugs.): grundsätzliches
est nd e die (Behördenspr.): Vermie- oppositionelles Verhalten, Widersetzlich-
tung, Verpachtung: Über die weitere Bestand- keit, Ablehnung jeder Zusammenarbeit: Erst
gabe (Vermietung/-pachtung) von Grundflä- viel später wurde mir (wie bei vielem was Leh-
chen im Ausmaß von insgesamt 14.500 rer, Eltern etc. so von sich gaben) klar, wie wert-
Quadratmetern im Betriebsbaugebiet Südpark voll dieser sein Bestemm war. (ST 14.  9. 15);
Linz entscheidet der Gemeinderat am Donners- meist in der Fügung *aus Bestemm: Er hielt
tag. (OÖN 18. 9. 13) sich schlecht, was Schmiss und Auftreten an-
est nd e er est nd e erin der bzw. langte, offenbar aus Bestemm. (PR 24. 12. 04)
die  (Behördenspr.): Vermieter/-in, Verpäch-   estemm tion Das ist eine politische Be-
ter/-in (Ggs. ↑ Bestandnehmer): Von dieser stemm-Aktion, entstanden aus politischem Be-
Einschränkung abgesehen, hat also der Be- leidigtsein der SPÖ. (PR 1. 3. 07); estemm -
standgeber (Vermieter) Anspruch auf Wieder- t n Er sehe nicht ein, warum aus einer
herstellung des ursprünglichen Zustands der »Bestemmhaltung« eines einzelnen Landes-
Bestandsache (Wohnung). (SN 8. 8. 06) hauptmannes … Verbesserungen für alle nicht
est ndne mer est ndne merin der bzw. umgesetzt werden können. (PR 15. 9. 08)
die (Behördenspr.): Mieter/-in, Pächter/-in st e e s ei en das; -s (veraltet): Preis-
(Ggs. ↑ Bestandgeber): Der mit dem Bestand- kegeln: Durch Veranstaltungen wie Tombolas
nehmer Salzburg Sport GmbH (Red Bull) neu und Bestkegelscheiben konnte nach und nach
gefasste Mietvertrag wurde erst im September … die Schuld abbezahlt werden. (Freiwillige
2011 unterfertigt. (SN 14. 3. 12) Feuerwehr Bergham-Kösslwang, 2006, Int).
est nds rei (Behördenspr.): nicht mit einem ↑ Best, Kegel
Pacht-, Mietvertrag belastet: Denn die Liegen- esto en (auch schweiz.): (eine Alm) mit Vieh
schaft muss dem Bund für ein Schulgebäude beschicken: Ein Kuriosum stellt die Alpe Ver-
kostenlos und bestandsfrei zur Verfügung ge- munt dar, die zwar eindeutig auf Vorarlberger
stellt werden. (SN 11. 5. 02) Gebiet liegt, aber von Galtür aus bestoßen wird.
est nd ins (Behördenspr.): Miet-, Pachtzins: (NVT 27. 7. 02); Fast 2000 bestoßene Almen …
Der Bestandnehmer würde sich einer völlig mit einer Fläche von 57.400 Hektar liegen in der
unabschätzbaren künftigen Kostenlast … aus- Grünen Mark. (KZ 7. 3. 16)   esto n
setzen, während dem Bestandgeber der Be- st i iert ↑ best-
standzins und die Befreiung von jeglichem Er- estrei en (Behördenspr.): mit Polizeistreifen
haltungsaufwand für sein gesamtes Eigentum überwachen: Wir haben dieses Gebiet ver-
zugutekäme. (PR 28. 1. 13). ↑ ZINS stärkt bestreift. (OÖN 25. 11. 05)   estrei n

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B Bestschießen

sts ie en das: 1.  (veraltet) Preisschie- reich frei, um bis zu 30 zusätzliche Betreuungs-
ßen. 2.  (Sport) Sieg mit vielen Toren: Wer lehrer zu engagieren. Diese sollen Kinder in
darin aber den Auftakt zu einem Bestschießen Krisen und Klassen, in denen es Probleme mit
des Welt- und Europameisters erwartet hatte, dem Sozialverhalten gibt, betreuen. (OÖN 13. 1.
der sah sich enttäuscht. (PR 14. 6. 12). ↑ Best 15). In der Bedeutung ›Lehrkraft, die Lehr-
stsit iert ↑ best- amtsstudenten im Praktikum betreut‹ auch
t das: griechischer Buchstabe: wird österr. in D
mit kurzem e ausgesprochen, in D meist mit Betrie s ewi i n die (auch schweiz.): (in
langem. Ebenso: Betablocker, Betastrahlen D) Betriebserlaubnis: Die Sachverständigen …
et e n sw. V. / hat (ugs.): betrügen, be- wurden … beauftragt, die Vorerhebungen für die
schwindeln: Ihre politische Elite, ihre Staats- Betriebsbewilligung der Hochmaisbahn durch-
klasse hat sie betakelt und verraten! (PR 2.  2. zuführen. (SN 19. 1. 06). ↑ BEWILLIGUNG
02) Betrie sertr der (auch schweiz.): Umsatz:
etei en (veraltend): (Spenden u. Ä.) auf jmdn. Die Betriebserträge konnten auf 126,8  Millio-
aufteilen; versorgen; beschenken: Pro Tag nen Euro gesteigert werden. (SN 11. 5. 15)
werden zwei Tonnen Lebensmittel abgeholt und Betrie s iser Betrie sr ts iser ↑ -KAISER
an 5500 Bedürftige abgegeben. 25 Institutionen Betrie swirts ter Betrie swirts terin
werden damit beteilt. (PR 11.  9. 06)   etei- der bzw. die (auch schweiz.): in Betriebswirt-
n schaft Ausgebildete/-r, Betriebswirt
etonierer etoniererin der bzw. die (abwer- etr e t 〈vermutlich jidd.〉 (ugs.): bestürzt,
tend): 1.  jmd., bes. Politiker, der die Natur sehr überrascht; sprachlos: Kommt das Tier
durch rücksichtsloses Bauen zerstört: Immer aus dem Wasser, wirkt es kurz ziemlich betrop-
noch feiern die Grünen den Sieg über die Beto- pezt, dann schüttelt es sich kräftig und spritzt
nierer, die Landschaftsmörder, die bösen Kraft- dabei alle Umstehenden an. (PR 14. 10. 13)
werksbauer. (SN 28. 7. 07). 2. Person, die un- tt n die: als Bett verwendbare Couch,
flexibel ist und andere Vorschläge aus Angst Schlafcouch: Kurz vor Mittag stürzte das ein-
vor Machteinbußen abblockt: »Wir sind keine einhalbjährige Mädchen aus dem dritten Stock,
Betonierer. Wir sind gesprächsbereit. Wir är- nachdem es beim Spielen auf eine Bettbank ge-
gern uns aber, dass nicht verhandelt wird. Es krabbelt und an das Fenster gelangt war. (PR
wird diktiert.« (SN 10. 4. 01); Auch in den Län- 18. 7. 07)
dern bläst ein scharfer Wind gegen die Auswei- tten e der: Zahl der belegten Betten in
tung: »Ich bin keine Betoniererin. Aber bei den einem Krankenhaus, Hotel: Als logistisches
Kunden ist der Wunsch nach längeren Öff- Steuerungselement fungiert ein Computersys-
nungszeiten nicht da«, glaubt Niederösterreichs tem, das einen Überblick über alle KAV-Spitäler
Kammerpräsidentin … (SN 11. 1. 01) ermöglicht. »Bei Bedarf erhalte ich stündlich
etreten (Behördenspr., sonst veraltend) eine Bettenbelagsmeldung über alle Häuser.«
/meist im Passiv/: ertappen, festnehmen: Um (WZ 19. 10. 07)
15.15 Uhr wurde der Mann dann schließlich ttfl s e die (westösterr., auch südd.,
erneut auf frischer Tat betreten. (KU 30. 6. 13) schweiz.): Wärmeflasche: Man gab ihr ge-
Betret n die (Behördenspr.): Feststellung würzten Wein zu trinken und heiße Bettfla-
einer Übertretung einer Vorschrift: im Fall, schen sorgten für eine leicht erhöhte Körpertem-
dass jmd. ertappt wird: Zum einen kommt es peratur. (VN 20. 10. 05)
zu Beitragszuschlägen im Falle einer Betretung tt e er tt e erin der bzw. die ( früher):
in Höhe von 800 Euro für den Prüfeinsatz sowie Untermieter, der nur nachts zum Schlafen
in Höhe von 500  Euro für jede nicht angemel- anwesend ist; Schlafgänger: Es sind unsere
dete Person. (Kärntner Wirtschaft 9.  5. 14) sozialdemokratischen Genossen gewesen, die
  etret n s Spielsachen, überhaupt alle aus Taglöhnern, aus Bettgehern stolze Arbeit-
nicht zum Unterrichte gehörigen Dinge, werden nehmer gemacht haben. (SN 24.  3. 17); Als
im Betretungsfall abgenommen. (KZ 12. 9. 10) Magd ausgebeutet, floh das Mädchen vom
Betreu n s e rer Betreu n s e rerin der Land in die Metropole, wurde Dienstbotin, Ab-
bzw. die: Lehrkraft an Pflichtschulen, die wäscherin, Bettgeherin, und des Lebens müde.
Schüler mit besonderen psychischen oder (WZ 8. 10. 16). ↑ -GEHER
sozialen Schwierigkeiten zusätzlich betreut: tt de die (seltener auch in D): Bettzeug-
1,2  Millionen Euro gibt das Land Oberöster- lade: Die Tote wurde, in Decken und Plastik ge-

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Bewerb B
hüllt, in der Bettlade einer Couch verstaut. (SN Beus e rei er der (ugs., salopp, abwertend):
21. 9. 14). ↑ LADE 1.  scharfer, grober Tabak; starke, schlechte
tt ri österr. (und südd., schweiz.) Form, Zigaretten: Anderen hilft Schocktherapie – ein
in D bettlägerig: Das erinnerte an Gontscha- Bild von einer schwarzen Raucherlunge etwa.
rows Romanfigur Oblomow, den bekanntesten Wieder andere geben sich an einem Tag so viele
Bettlägrigen der Literaturgeschichte. (PR 19. 5. Beuschelreißer, bis es ihnen endgültig graust.
17)   ett ri eit (ST 1.  6. 04). 2.  scharfer Schnaps. 3.  be-
tt ts en der (ugs., veraltet): warme kannte, mitreißende Melodie, aufregender
Söckchen fürs Bett: Im besten Fall gab es eine Film o. Ä.: Bewusst will man … nicht nur mit
Zipfelmütze für den kahlköpfigen Herrn des filmischen Beuschelreißern, sondern auch mit
Hauses. Und für die Hausfrau ein Paar selbst allerlei karnevaleskem Drumherum für gute
gestrickte Bettpatschen. (SN 10. 12. 11). ↑ PAT- Laune sorgen. (ST 19. 9. 12); »Es ist ja so schön,
SCHEN   ett ts er ↑ Patscherl wenn man etwas kennt«, sagt Frank Castorf,
tt o ster der: Bettkissen: Die tiefgefrorene der den Südstaaten-Beuschelreißer »Endsta-
Fenstereinfassung hat aber auch einen großen tion Sehnsucht« von Tennessee Williams insze-
Vorteil … Der Nachteil: Der Bettpolster friert nieren wird. (OÖN 19. 7. 00)
ständig am Rahmen fest. (SN 1. 12. 12). ↑ POLS- Beus e rei er m, der (salopp): reißerischer
TER und publikumswirksamer Film: Vielschichti-
ttst tt die; -, …stätten (veraltend, auch ges Wüten und Toben, schwere Industrial Beats
südd., schweiz.): Bett, Bettgestell: Eine und Kreissägensounds aus der Geschichte des
schlichte, selbst gebaute Holzhütte auf Rädern, Beuschelreißerfilms werden teilweise mit wun-
ausgestattet mit einer einfachen Bettstatt. (SN derbaren Melodien und Cinesmascope-Pathos
6. 6. 07) aufgeladen. (ST 11. 12. 15)
ttü erw r der (auch schweiz.): Tagesde- e s e rei er ino das (salopp): reißeri-
cke für ein Bett: Sofa, die bodenlangen Vor- sches und publikumswirksames Filmgenre:
hänge und die Bettüberwürfe sind aus dickem, Der große Verrückte des US-Popcorn- und Beu-
graubraunem Loden. (SN 10.  10. 15). ↑ Über- schelreißerkinos lehnte 1982 diese Kompositio-
wurf, Diwanüberwurf nen für das auch nicht schwache Schnee- und
Beu e das; -s, - (auch bayr.): 1. süßes Gebäck Eisgemetzel The Thing ab. (ST 15. 1. 16)
aus Mürbteig in gebogener Form; ↑ Hörn- eute n schütteln: den Kopf beuteln; Maschi-
chen, Kipfel, (meist kurz für) ↑ Mohnbeugel, nenbauer tüfteln bereits an Erntemaschinen,
↑ Nussbeugel. Vgl. Hörnchen. 2.  (kurz für) um die Äpfel und Birnen direkt von den Ästen
↑ Fastenbeugel auf Traktoranhänger zu beuteln. (OÖN 19.  4.
Beunte die; -, -n (südd. in der Form Beunde): 04).  – In übertragener Bedeutung, z. B. das
kleines Haus (im Ggs. zum Bauernhof) mit Leben hat ihn gebeutelt, gemeind. ↑ abbeu-
Grundstück.  – In Ortsnamen erscheint das teln, ausbeuteln, durchbeuteln
Wort meist in der Form Point[e]. Dadurch e er n ss üsse der: Berechnungs-
kommt es bes. in Tourismusorten zu Über- grundlage für die Zuwendungen des Bundes
schneidungen mit dem engl. Wort Point an Gemeinden oder Städte: Dennoch wird
für  ›Treffpunkt‹. Vgl. Bündt   e nt er in auch in der kommenden Periode der Großteil
e ntner in der Geldmittel nach dem abgestuften Bevölke-
Beus e das; -s, - (auch bayr.): 1. Speise aus rungsschlüssel vergeben werden. (WZ 2. 11. 16)
Tierinnereien; (in D) Lungenhaschee: Mit ei- e orr n t (Behördenspr., Verkehr): sich im
nem guten Beuschel mit Knödel kann ein Gast- ↑ Vorrang befindend (von Straßen oder Ver-
haus manchen Stammgast gewinnen und ge- kersteilnehmern): Radler werden gegenüber
hört auch zum Repertoire der gehobenen Autofahrern bevorrangt. (WZ 4.  12. 12). Vgl.
Küche. (ST 1. 7. 04). 2. (derb) Eingeweide des benachrangt. ↑ Vorrang
Menschen: Das Zielpublikum, auf das er noch ew r der; -s, -e: Wettbewerb, Wettkampf:
bis in die Achtzigerjahre bauen konnte, lässt Für Sturm geht es noch um die Teilnahme an
sich mittlerweile von großen Hollywoodstudios einem internationalen Bewerb. (OÖN 8. 4. 17).
Blut und Beuschel frei Haus liefern. (PR 17. 5. ↑ Hauptbewerb, Speedbewerb  e-
10). Vgl. Lüngerl, saure Lunge. ↑ Fischbeu- wer Zudem gewann er alle europäischen
schel, Kalbsbeuschel, Kalbsrahmbeuschel, Cupbewerbe sowie den Weltpokal zumindest
Salonbeuschel, Schweinsbeuschel einmal. (ST 27. 6. 06); men ewer erren-

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B Bewilligung

ewer nns ts ewer ss e- schen Bezirks: Zu seiner letzten jährlichen


wer t e ewer e m ewer Bürgermeisterkonferenz hat der scheidende Be-
ew i n die: steht österr. (und schweiz.) zirkshauptmann Leo Walser… alle 29 Gemein-
bes. in Zus., (in D meist) -genehmigungs: Zu- dechefs des Bezirks Bludenz eingeladen. (VN
sätzlich habe man ein besonderes Augenmerk 29.  9. 07). Vgl. Bezirksvorsteher. ↑ Landes-
auf eine strenge Personalisierung bei Akkre- hauptmann, Stadthauptmann
ditierungen und Parkbewilligungen gelegt. (SN e r s tm nns t die: 1. Verwal-
31.  12. 15). ↑ Arbeits-, Aufenthalts-, Bau-, tungsbehörde eines politischen Bezirks;
Benützungs-, Beschäftigungs-, Betriebs-, Abk. ↑ BH: Die Bezirkshauptmannschaft Vöck-
Exekutions-, Niederlassungsbewilligung labruck hat angekündigt, einen Antrag auf hu-
ew i n s fli t die; - (auch schweiz.): manitären Aufenthalt … an den Innenminister
Genehmigungspflicht: Das habe die Aufhe- zu richten. (PR 11.  10. 07). 2.  Gebäude der
bung der chefärztlichen Bewilligungspflicht Verwaltungsbehörde: Im Oktober 2016 war
nach der Hochwasserkatastrophe in Ober- und der Betrieb in ein neu errichtetes Gebäude ne-
Niederösterreich im August 2002 gezeigt. (PR ben der neuen Bezirkshauptmannschaft in Hal-
5. 9. 06)   ew i n s fli ti dass die Lan- lein übersiedelt. (SN 11. 5. 17)
desregierung bereits jetzt per Verordnung die e r s iser e r s iserin der bzw. die:
Haltung von bestimmten Hunden bewilligungs- [politisch mächtige/-r] Bezirkshauptmann/
pflichtig hätte machen können. (SN 31. 8. 07) -frau bzw. Wiener Bezirksvorstehe/-r: Auf
ew i n swer er ↑ -WERBER diese Weise können unliebsame Bezirkskaiser
e r der: bezeichnet österr. (und schweiz.) nach der Wahl noch um ihr Mandat gebracht
eine kleine Verwaltungseinheit, die über werden. (NVT 30.  3. 03); … die SPÖ hat mit
mehreren Gemeinden steht, (in D) Kreis. Die Hermine Mospointner in Favoriten ihre Bezirks-
amtliche Bez. lautet: politischer Bezirk; Abk. kaiserin. (OÖN 17. 9. 10). ↑ -KAISER
[pol.] Bez. ↑ Bobo-Bezirk, Flächenbezirk, e r s r ment das: Volksvertretung eines
Gemeindebezirk.  – Die Bedeutung ›Stadt- [Wiener] Bezirks: Die Neos im dritten Bezirk,
bezirk‹ (Wien, Graz) ist gemeind.   e ir s- den das Projekt betrifft, haben dieses im Be-
tst dt zirksparlament sehr befürwortet. (PR 2. 6. 17)
e r s mt das (Verw., Wien): Dienststellen e r sr t e r sr tin der bzw. die: Abge-
des Magistrats in den einzelnen Wiener oder ordnete in der Bezirksvertretung (in Wien):
Grazer Bezirken für die Angelegenheiten der Fünf auf einer angeblichen Wählerliste ange-
Bezirksvertretung, meist *magistratisches führte SPÖ-Bezirksräte sollen keine Doppel-
Bezirksamt staatsbürger sein. Ein grüner Bezirksrat besitzt
e r s nw t e r s nw tin der bzw. die die Doppelstaatsbürgerschaft legal. (PR 27.  4.
(Verw.): Vertreter der Staatsanwaltschaft 17)
beim Bezirksgericht: Ein Asylbewerber aus Al- e r s ertreter e r s ertreterin der bzw.
gerien soll am Dienstagnachmittag im Salzbur- die (Wien): Volksvertreter eines Bezirks:
ger Bezirksgericht zwei Bezirksanwälte mit dem »Die Frage ist, wem ich mich verpflichtet fühle:
Umbringen bedroht haben. (SN 14. 4. 16) … Den Bezirksvertretern, die mehrheitlich in
e r s eri t das (auch in manchen der Bezirksvertretung zugestimmt haben?« (PR
schweiz. Kantonen): Gericht eines Gerichts- 26. 4. 17)   e ir s ertret n
bezirkes (kleinste Einheit der Justizver- e r s orste er e r s orste erin der
waltung), (in D) Amtsgericht: Ein Richter am bzw. die: ↑ Bezirkshauptmann in Wien und
Bezirksgericht Lambach weigerte sich laut An- Graz: Promi-Wohngegend Rudolfsplatz ist für
waltskammer, einvernehmliche Scheidungen Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel ein Beispiel
durchzuführen. (SN 30. 11. 07) für die »Verslumung« der City. (ST 17.  8. 07)
e r s tr die: von der Landesregie-   e ir s orste n
rung ernannte Vorsteherin eines politischen e r sw er e r sw erin der bzw.
↑ Bezirks: Viele Aktionen und Projekte gegen die (ugs., bes. Wien): umtriebiger, aber ein-
familiäre Gewalt wurden seither erfolgreich flussloser Parteifunktionär: »Was der hun-
durchgeführt, wie Bezirkshauptfrau Rosmarie dertvierzigste Bezirkswappler sagt, muss uns
Drexler … erläuterte. (SN 22 11. 07) egal sein«, sagt ein grüner Spitzenmann, »es
e r s tm nn der: von der Landesre- geht darum, dass wir vorankommen.« (Falter
gierung ernannter Vorsteher eines politi- 13. 10. 10)

136

DTB8_5Aufl.indb 136 23.05.2019 12:32:36


Bildungsberaterin B
e u der: wird österr. i. S. v. ›Gehalt, Ein- geln, die klingen, punkten. (PR 7. 3. 06). ↑ Krü-
kommen‹ auch im Singular verwendet, in D gel
nur im Plural: Bei einem Brutto-Monatsbezug Bier o das (seltener auch in D): Gasthaus,
von 1.500 Euro bleiben einem Beschäftigten … in dem v. a. Bier ausgeschenkt wird: In der
nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversi- Wagnergasse haben wir die Qual der Wahl  –
cherung knapp 1.200 Euro netto. (PR 13. 1. 17). zwischen Italiener, urigen Bierlokalen, asiatisch
↑ Aktivbezug, Grundbezug, Pensionsbe- oder Retro-Lokal. (SN 24. 2. 17). ↑ LOKAL
zug, Ruhebezug Bierr di der: Bierrettich: Frisch aus dem Ge-
e u s ette der: Gehaltszettel im öffent- müsegarten kommen Petersilie, Broccoli, Bier-
lichen Dienst: Hier unterstützen wir auch im- radi, Karotten und Zwiebeln. (OÖN 1. 10. 15).
mer wieder Bedienstete und helfen bei der Kon- ↑ Radi, Radisalat
trolle der Bezugszettel. (NÖN 1. 5. 14) Biert er das (ugs.): Bierdeckel: Man wolle
BH: 1.  (nur geschriebene Abk. für) Bundes- mit den Motiven Leichtigkeit vermitteln – Bier-
heer (als Kfz-Kennzeichen). 2.  (buchsta- trinken werde bei uns immer zu ernst genom-
bierte Abk. für) Bezirkshauptmannschaft: men, so der Brauerei-Chef. Die »Biertazzerln«
ich gehe auf die BH; Es folgte eine längere Dis- wurden in einer limitierten Auflage von 250.000
kussion mit mehren Mitarbeitern der BH-Steyr. Stück hergestellt. (VB 8. 11. 01). ↑ Tazzerl
(OÖN 13. 11. 07) – Die Bedeutung ›Büsten- Bierti er der (ostösterr. ugs.): Biertrinker,
halter‹ ist gemeind. der von Lokal zu Lokal zieht und sich lang-
BHS, die: (buchstabierte Abk. für) Berufsbil- sam betrinkt: So saß er da, hatte die Gaststube
dende Höhere Schule im Überblick, so musste es sein. An den Tischen
Bie e das; -s, - (ugs.): Schenkel, Keule von die üblichen Biertippler und Weinbeißer. (PR
Back-, Brathendln   ü ner ie e ns ie- 4. 5. 07)
e Die klassische Choucroute wird mit Bergen iese n sw. V. / hat (auch bayr.): urinieren: Die
geräucherter Würste, gepökeltem Fleisch, knus- erste Mass trinken die Gäste um zehn. Um zwölf
prig gebratenen Gansbiegeln, Blunzen, Stelzen wollten gestern alle gleichzeitig zum Pieseln.
… zum Inbegriff eines festlichen Schmauses. (ST (SN 25. 9. 12). – Wird meist mit Bayern asso-
10. 3. 06) ziiert. ↑ wischeln
ie en (veraltet): deklinieren, beugen   ie- Bieter Bieterin der bzw. die: Person, die bei
n gewerblichen Ausschreibungen ein Angebot
ienna s r n der: ↑ Biennium: Die Harmo- legt: Den Zuschlag für ein Projekt sollen künftig
nisierung sieht vier Vorrückungen vor, wobei die auch wieder Bieter bekommen, die zwar mit
Angestellten auf einen Biennalsprung verzich- viel zu niedrigen Preisen agieren, das aber be-
ten. (SN 19. 10. 04) triebswirtschaftlich begründen. (OÖN 8. 4. 17).
i nni m das; -s, …ien 〈lat.〉: im Abstand von ↑ Bestbieter, Billigstbieter
zwei Jahren stattfindende ↑ Gehaltsvorrü- dsto der (auch südd., schweiz.): im
ckung [der Beamten]: Man könnte ja bei uns Freien auf einem Sockel oder Pfeiler ange-
jedes zweite Biennium streichen. (PR 31.  7. brachtes Kruzifix, Heiligen- oder Marien-
13). – In D nur ›Zeitraum von zwei Jahren‹ bild: Gilgen besitze viele Kapellen, Bild-
Bier se der: während des Reifens mit Rot- stöcke, Marterl sowie Weg-, Wetter- und Gip-
schmiere behandelter pikanter Schnittkäse: felkreuze, die auf die zahlreichen historischen
Die Marktstandler werden Bierwurst, Bierbrot, Begebenheiten hinweisen. (SN 15. 4. 17). Vgl.
Bierkäse und andere Köstlichkeiten anbieten. Marterl
(OÖN 20. 2. 17) – In D ein pikanter Schmelz- d n s nst t die (Behördenspr.): offizielle
käse Bez. mancher Schultypen, z. B. Bildungsan-
Bier iste die (auch südd., westd.): (in D) Bier- stalt für Kindergartenpädagogik, für Sozial-
kasten: Man konfrontiere sie mit ihrer größten pädagogik
Angst: allem, was Spaß macht. Luftstreitkräfte d n s er ter d n s er terin der bzw.
haben Pornohefte und Bierkisten über dem die: (Verw.): Lehrer, der an einer [höheren]
Gebiet abgeworfen. (WZ 27.  11. 15). ↑ Kiste, Schule für Bildungs- und Berufsberatung
Sandkiste zuständig ist. (Als Berufsbezeichnung für
Bier rü e das: Krug oder Henkelglas für ei- Berater an der Bildungsagentur oder Ar-
nen halben Liter Bier: Bei Leuten, bei denen beitsmarktservice Tätige gemeind.). ↑ Schü-
das Geld locker sitzt, kann man mit Bierkrü- lerberater

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B Bildungsdirektion

d n sdire tion die (Verw.): zentrale Bil- m die; - (salopp): Straßenbahn: Vor allem in
dungsbehörde eines Bundeslandes (ersetzt Wien sind Bim, Bus und U-Bahn beliebt. (ST
mit erweiterten Aufgaben) den Landes- 20. 5. 17)   im rer in im rt Bei einer
schulrat   i d n sdire tor in Bimfahrt verriet Gery Keszler, was der 18. Life
d n s ren die (Verw.): mit dem Arbeit- Ball bietet (PR 24. 3. 10); im eis im -
geber vereinbarte Freistellung von der Ar- teste e im inie
beit zur Weiterbildung ohne Verlust des Ar- nder nderin der bzw. die (auch südd.):
beitsplatzes: Die Bildungskarenz ermöglicht Böttcher, Fassbinder: Es war eine Kunst der
einen geförderten Ausstieg aus dem Berufsle- alten Binder, so ein Fass herzustellen und die
ben, der für Weiterbildung genutzt werden Reifen auf das Fass zu schlagen. (KR 11. 9. 11).
muss. (PR 23. 4. 17). ↑ KARENZ ↑ Fassbinder, Rastelbinder, Weißbinder
d n stei eit die (Verw.): Mit dem Arbeit-   indermeister in
geber vereinbarte Reduzierung der Arbeits- nd das; -s, -n: /eine Trachtenkrawatte/:
zeit für Weiterbildung: Die Bildungsteilzeit »So, des Bindl gehört anders gebunden«, erklärt
wiederum ermöglicht die Reduktion der Ar- die 21-Jährige ihrem Hofstaat, wie man die
beitszeit um 25 bis 50 Prozent. (SN 34. 4. 17) Tracht richtig anzieht. (KZ 26. 5. 10)
i ard das; -s, -s: der Plural lautet österr. Bil- n e der (ugs., auch bayr.): 1.  Bündel: Auf
lards, in D Billarde. Die Aussprache lau- ihrer Strohpresse … pressten die Landwirte die-
tet  [biˈjaːr und bilˈjaːr] mit Betonung auf ser Tage den Millionsten Binkel. (NÖN 31.  8.
der  zweiten Silbe, in D [ˈbɪljart], schweiz. 10); Wir würden so einen Binkel Geld bekom-
[ˈbɪljaːr] men, dass wir’s gar nicht zählen können. (NÖN
i et das; -[e]s, -s [biˈjeː, bilˈjeː, ugs.: bɪˈlɛt 31. 3. 03); *sein Binkel packen: aufbrechen,
biˈjɛt] 〈franz.〉: Glückwunschkarte in einem weggehen: Wenn der nicht will, dass ich Teil-
Kuvert, Briefkarte: Die Trauung … fand bereits zeit arbeite, dann kann ich mein Binkel packen.
Anfang August in Gmunden statt, wurde aber (FU 3. 3. 05). 2. (ähnlich nordd. Pinkel) nicht
erst jetzt per Billet bekannt gemacht. (OÖN näher bezeichneter [unsympathischer]
22. 9. 16). – Auch in der gemeind. Schreibung Mann: Wer dagegen ein SUV sucht, das so viel
Billett   e rtst s i et ü w ns i- kostet wie ein paar Aufpreisposten bei den fei-
et o eits i et ei n ts i et Indem nen Binkeln, der wird bei Suzuki fündig. (PR
man zum Wein ein nettes Weihnachtsbillet legt. 13.  1. 17); Schuld ist natürlich der Koch. Ein
(OÖN 14. 12. 07) nervöser Binkel offenbar, der dem Eigenge-
i eteur i eteurin i eteuse der bzw. die schmack seiner Zutaten nicht vertraut. (KU
[bijɛˈtøɐ̯] 〈franz.〉: Platzanweiser, der im 10. 5. 01). ↑ Zornbinkel
Theater oder Kino die Eintrittskarten über- n er das; -s, -n: Bündel: Benedikt packt sein
prüft und Programme verkauft: Aus großem Binkerl, inklusive einer Stange Wurst und
Interesse am Kabarett und finanziellen Grün- Schnaps. (KZ 8. 12. 15); Oft wohl, weil Erwach-
den arbeitete er am Abend als Billeteur im sene seit der Kindheit ein Binkerl mit sich
Kleinkunstlokal. (PR 9. 5. 14)   ino e schleppen, das ihnen ihr Leben erschwert oder
ter i ete r in als Binkel gar vergällt. (WZ 5.  2. 16). ↑ Herz-
i sdor er der (salopp): Billigware: Kaum zu binkerl, Nervenbinkerl
glauben, dass der tschechischen Traditions- Bire rot das (Vbg., auch schweiz.): an den
firma, als sie 1991 unter das Dach des VW-Kon- Dialekt angelehnte Schreibung von ↑ Birnen-
zerns fuhr, einmal die Rolle zugedacht war, als brot. ↑ BROT
Billigsdorfer die immer lästiger werdende Kon- rnen sw. V. / hat (ugs.): 1. verprügeln: Sie ra-
kurrenz aus Korea auf Abstand zu halten. (ST sierten mir die Haare ab und haben mich or-
8. 12. 16) dentlich gebirnt. (OÖN 19. 12. 09). 2. /unper-
i st ieter i st ieterin der bzw die: sönlich mit es/: stürzen: In den ersten beiden
Anbieter mit dem billigsten Kostenvoran- Trainings hatte es ihn gebirnt (ST 19. 1. 01)
schlag: Letztere war zwar nicht der Billigstbie- rnen rot das (Vbg., auch schweiz.): ↑ Klet-
ter, erhielt aber aufgrund der Bestbieter-Bewer- zenbrot: So finden sich neben Weihnachtsstol-
tung den Zuschlag. (BVZ 26.  6. 13); Die len, Birnenbrot und Adventstrudel auch herrli-
Bietergemeinschaft Porr/Alpine-Mayreder ist che Keksrezepte. (VN 27. 11. 07). ↑ BROT
demnach Billigstbieterin. (Wirtschaftsblatt rnen e ten der (westösterr.): Früchtebrot
3. 2. 05). ↑ Bieter, Bestbieter mit gedörrten Birnen; ↑ Kletzenbrot: Dem

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Blassel B
Birnenzelten aus der Außerfratte und dem Bie- schen den Grundeigentümern und dem Innen-
nenhonig aus der Innerfratte konnte sie einfach ministerium aussehen werden, ist noch offen.
nicht widerstehen. (VN 15. 12. 16). ↑ ZELTEN Pacht oder Bittleihe seien denkbar. (KZ 27. 11.
is wird österr. (und bayr.) [biːs] ausgespro- 15)
chen, also lang und mit offenem i, in D [bɪs] t e n t e n sw. V. / hat: 1. (ugs.) jähzornig,
Bis o der (mundartnah): Hinterteil des Ge- wütend sein: Nicht dass ich französische Kin-
flügels, Bürzel: Die Tipps gehen von rund ums der nie bitzeln sehe, aber … bei meinen Frank-
Rind, über das Huhn vom Bischof bis zum Kra- reichreisen hat mich immer der Familiensinn
gen, Waldviertler Karpfen … (NÖN 25. 2. 04). – beeindruckt. (PR 25. 10. 14). 2. (bes. ostösterr.)
Wird österr. (und bayr.) [ˈbiːʃoːf ] mit lan- sich übergenau mit Kleinigkeiten abgeben:
gem, geschlossenem i und o (im Plural ö) Esterházy kann klotzen, das Land muss kle-
ausgesprochen, in D auch [ˈbɪʃɔf ] ckern; der Richter nun notgedrungen pitzeln.
Bis o s rot das: feiner Kuchen mit Rosi- (ST 23. 1. 17) – In D regional in der der Be-
nen, Mandeln o. Ä.: »Ich hab grad ein Bischofs- deutung ›prickeln‹
brot gebacken«, nötigte die herzensgute Frau t er t er (ugs.): 1. jähzorniger, leicht er-
uns zur Jause. (PR 23. 4. 10). ↑ BROT regbarer Mensch: »Er war ein Pitzler, aber ein
is tte die; -, -n 〈ital. biscotto ›zweimal ge- hervorragender Lehrer.« (KU 24.  11. 00); Von
backen‹〉: Biskuit in länglicher Form mit zwei einer rhethorischen Lachnummer, einem
runden Enden, (in D) Löffelbiskuit: Bei süßen schnell beleidigten Bitzler wurde er zum ge-
Snacks … von Ferrero oder Biskotten für Kinder wandten Interviewpartner. (SN 5.  2. 00).
von Manner spielen Zucker und Fett gewichtige 2. kleinlicher, genauer Mensch: Als Edelfeder
Rollen. (SN 23. 10. 14)   is ottentorte gilt Stephan Eberharter, aber auch als Bitzler,
is t das [bisˈkviː, bisˈkvit]: ist österr. Neu- wenn’s ans Redigieren geht. (Falter 18. 10. 06);
trum, in D auch Maskulinum. Zur Ausspra- Ich bin ein bisserl ein Pitzler. Wenn ich ein klei-
che ↑ -it, -itisch nes Unkraut-Pflanzerl sehe, wird’s sofort ausge-
is tro de die (auch schweiz.): Kuchen stochen. (KU 30. 3. 08)
aus eingerolltem und mit Marmelade gefüll- t i t i (ugs.): 1. jähzornig, leicht erreg-
tem Biskuitteig: eine 80 Zentimeter lange Bis- bar: Läuft etwas nicht nach seinen Vorstellun-
kuitroulade übergab der Linzer Bäckermeister gen oder gar zu langsam, kann er bitzlig wer-
Dieter Hofmann an die Kinderkrebshilfe. (OÖN den. (SN 5.  2. 00). 2.  heikel, schwierig: eine
11. 10. 06) bitzlige Arbeit, Angelegenheit
sser (ugs., auch südd.) /attributiv und ad- (buchstabierte Abk. für) Bundeskanz-
verbial/: ein bisschen: »Ich habe schon … am leramt, Bundeskriminalamt
Ende gemerkt, dass ich schon ein bisserl an den BLA: (buchstabierte Abk. für) ↑ Bundeslehr-
Reserven bin.« (SN 20. 5. 17); Wenn die Herren anstalt (Oberbegriff für verschiedene For-
Trump und Co allesamt ein bisserl Streichquar- men)
tett spielten, würde die Welt wahrscheinlich o t, das: ist österr. (seltener auch
anders aussehen. (SN 15. 5. 17). – Auch in der schweiz.) Neutrum, in D Maskulinum: Am
Form bissel, bissl Resultat änderte das Blackout des Unparteii-
ss rn die; -, - (ugs., abwertend, auch schen aber auch nichts mehr. (NÖN 12. 9. 07)
bayr.): zänkische, tyrannische Frau: Oft ver- ad 〈eig. ›gebläht‹〉 (ugs., abwertend, auch
passte man ihr das Image einer harten Über- bayr.): dick, von großer Körperfülle (auch als
obermanagerin oder Bissgurn. (OÖN 16.  2. Schimpfwort): Andy, blad bist worden. Könn-
11) terst net ein bisserl abnehmen? (OÖN 17.  11.
Bits e its e die; -, -n (ugs.): Kanne mit 06)   de der und die: Der Mann soll …
Deckel: Im Spätherbst in der Dämmerung eine diesen mit den Worten »Schieß auf den Bla-
letzte Runde durch den Garten ziehen, eine Pit- den!« zum Waffengebrauch aufgefordert haben.
sche heißen Rum mit Tee in der Hand, … das (PR 15. 6. 07)
gehört zu den absoluten Höhepunkten des Gärt- Blas der (und südd., schweiz.) Form, (in
nerjahrs. (ST 25. 11. 11)   i its e D) Blasebalg: Für viele Ohren war es Lärm: das
tt ei e die (Rechtsspr.): widerrufbare, auf Schlagen der Hämmer … und das Fauchen des
eine Bitte hin erfolgende Einräumung eines Blasbalgs. (PR 10. 6. 06)
Rechts, das keinen Rechtsanspruch begrün- sse der; -s, - (ugs.): Tier mit weißem Fleck
det; Prekarium: Wie genau die Verträge zwi- auf der Stirn; Blesse. Vgl. Bless

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B Blattl

tt das: 1. (Verkl. zu) Blatt: »Es ist schon ko- »Bless« nennt. Ihre fuchsroten Flecken auf dem
misch, dass man mehr Ausbildung braucht, um milchweißen Fell glänzen in der Sonne. (News
ein Blattl Wurscht zu verkaufen, als um Politi- 11. 9. 14) Vgl. Blassel
ker zu werden.« (profil 27. 10. 08). 2. (abwer- Blets en die (ugs.): großes Salatblatt,
tend) Zeitung: »In deinem Blattl stelle ich nix Pflanze mit großen, dicken Blättern: Ich
richtig.« (BVZ 31. 3. 11) kann also kaum von der Salatmischung essen,
tt inie die: Grundsätze der Berichterstat- bevor ich nicht die Bletschen beseitigt habe.
tung und politisch-weltanschauliche Aus- (OÖN 9. 4. 10)
richtung einer Zeitung: Es ist bei den SN nun t nei er t nei erin der bzw. die (ugs.,
schon jahrelang Blattlinie, der Landwirtschaft salopp, oft ironisch das Gegenteil ausdrü-
nur dann ein positives Image zuzugestehen, ckend): Person, die etwas sehr schnell ka-
wenn sie extensiv oder biologisch betrieben piert, (in D) Schnellmerker: Der designierte
wird. (SN 17. 1. 03) Chef verspricht rasches Lernen: »Ich bin ein
au: ist im österr. politischen Spektrum die Blitzgneißer.« (ST 10. 12. 15); Als sich Beth wi-
Farbe der Freiheitlichen: Als weitere Eck- der Erwarten … als Blitzgneißerin entpuppt,
punkte einer blauen Regierungsbeteiligung wird sie zum offiziellen Glücksbringer von Dink
nannte er neben Integrationsthemen ein Aus- Inc. (Wienerin 10. 8. 12). ↑ gneißen
misten von Steuerrecht und Gewerbeordnung t sau er (regional auch in D): sehr hübsch:
(SN 23. 5. 17)   en die: Neuordnung der Das Leben auf dem Land ist anders als in den
Kompetenzen ohne die Blauen (OÖN 1. 4. 17) gelackten »Da, wo die …«-Filmen, in denen
Blau r n is e der: /eine Rotweinsorte/: Der Hansi Hinterseer als edler Ritter armen, aber
Blaufränkische ist eine Institution des Mittel- blitzsauberen Bauerndirndln das Erbe rettet.
burgenlandes. Aber auch im Weinviertel gibt es (OÖN 19.  5. 06).  – In der Bedeutung ›ganz
davon im Überfluss. (Falter 18. 3. 15) sauber, blitzblank‹ gemeind.
Blau r t das (auch südd.): (in D) Rotkohl: der und das; -[e]s, -e/(selten:) Blöcher
Ich mag Kaiserschmarrn und Schweinshaxe (auch südd.): gefällter und von Ästen gesäu-
mit Semmelknödel und Blaukraut, aber das berter Baumstamm: Beim Entasten eines
gönne ich mir selten. (KZ 8.  5. 17). Vgl. Rot- Baumes wurde ein 35-jähriger Weststeirer vom
kraut ↑ KRAUT Bloch mitgerissen und schwer verletzt. (KZ
Blau i tste er die (ugs.): Verwaltungsge- 16. 9. 16); Dabei wurde er auf dem steilen Ge-
bühr, die zu entrichten ist, wenn die Polizei lände von einem abrollenden o o am
zu einem Verkehrsunfall ohne Personen- linken Bein getroffen. (OÖN 25. 4. 07)
schaden gerufen wird; Unfallmeldegebühr: o das: in Form von Baumstämmen
Die Blaulichtsteuer ist in der Straßenverkehrs- geliefertes Holz: Blochholz verkauft man der-
ordnung § 4 Absatz 5b geregelt. (WZ 31. 7. 14) zeit um 90 Euro je Festmeter, für einen befalle-
er das: 1. Gefäß aus Blech: Und da- nen Baum erhält man um mindestens ein Drit-
bei nimmt er doch dankbar den nächsten hei- tel weniger. (KZ 29. 8. 15)
ßen Schluck aus dem Blechhäferl. (SN 5. 1. 02) ie en das; -s (Volkskunde): 1.  (west-,
2. (scherzhaft) Pokal aus Metall: Ein Blechhä- südösterr., auch schweiz.) Faschings- und
ferl für die Siegerehrung. (PR 28. 3. 07). ↑ HÄ- Fruchtbarkeitsbrauch, bei der ein ge-
FERL schmückter ↑ Bloch auf einem Wagen gezo-
edern ↑ pledern gen wird: Früher durften nur ledige Männer
Bleisti t s t der (auch schweiz.): hoher, beim Blochziehen mitmachen. (VN 5.  1. 00).
dünner Absatz an Stöckelschuhen: Ich sehe 2.  (Südburgenland) Brauchtumsveranstal-
fast nie Frauen, die im Alltag hohe Bleistiftab- tung mit Umzug und einer fingierten Hoch-
sätze tragen. (ST 29. 4. 09) zeit: Der Höhepunkt im abgelaufenen Jahr war
Bleisti twert der (Rechtsspr.): der bei einer aber sicherlich das Blochziehen, das weit über
Versteigerung vorausichtlich erzielbare die Ortsgrenzen hinaus Beachtung fand. (BVZ
Wert: Bei der Beurteilung der Voraussetzungen 21. 2. 13). 3. (Ktn.) Geschicklichkeitswettbe-
ist mangels anderer Enscheidungsgrundlagen werb in der Pferdehaltung: Über 500 Besucher
vom Bleistiftwert auszugehen. (deranwalt.at aus ganz Kärnten, Friaul und Slowenien waren
29. 6. 05, Int) zum Blochziehen auf der Wiese hinter dem
ss der/die: Tier mit weißem Stirnfleck, (in Feuerwehrhaus in Achomitz gekommen. (KZ
D) Blesse: Darunter eine Kuh, die der Landwirt 10. 10. 16)  o

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Bobo B
rede eit die (Politik): aliquote Zutei- jmd. ist jmdm. blunzen (ugs., salopp): et-
lung der Redezeit auf die einzelnen Fraktio- was/jmd. ist jmdm. gleichgültig: Dass es
nen im Parlament: Vorgesehen sind kürzere dann keinen echten Fleischer mehr in der Stadt
Blockredezeiten für die Klubs. (ST 3. 12. 13) gibt, ist mir nicht blunzen. (NÖN 26.  3. 08);
d österr. (und südd., schweiz.) nur so ge- *geradelte Blunzen ↑ Blunzenradl. 2.  (ab-
brauchte Form, (in D auch) blöde: Blöd ist wertend) dicke, unbewegliche Frau (auch als
nur unser Mangel an Worten, weswegen wir Schimpfwort): Fettabsaugung, Silikonimplan-
diese Riechstoffe nicht alle beschreiben kön- tate, Lippenaufspritzung … machen aus der
nen. (SN 28.  5. 17); *jmdn. für blöd an- schiarchsten Blunzen, pardon, wir wollten sa-
schauen ↑ anschauen; *etwas geht blöd gen, … von der Natur etwas benachteiligten
her ↑ hergehen; *jmdn. blöd sterben las- Frau, eine Grazie erster Klasse. (ST 14. 8. 03). –
sen ↑ sterben Auch in der Form Blunzen
o ü i (in D selten und veraltet): barfuß: n en tt (ugs., derb): völlig betrunken: Egal
Mit langen weißen Haaren und bloßfüßig ob blunzenfett oder nur angeheitert, die Symp-
wirbelte sie wie eine Gestalt aus einem tome sind entscheidend. (ST 12. 12. 12)
Fantasy-Film auf der Bühne herum. (SN 11. 9. n en r st das: Gröstl mit Blutwurst: Das
16) Blunzengröstl in seiner edelsten Form, minima-
Blo ü i e der und die; -n, -n (ugs.): 1. bar- listisch auf dem Teller, hochpreisig auf der
füßiger Mensch: Diese fuhren jedoch weiter, Rechnung, hat bereits Einzug in heimische
weil sie erkannten, dass es sich bei dem Bloß- Gourmet-Tempel gefunden. (SN 12.  9. 06).
füßigen nicht um einen Polizisten handeln ↑ GRÖSTL
könne. (SN 29. 4. 15). 2. (abwertend) naiver n enr d das: Speise aus Blutwurstschei-
Mensch, Verlierer; Mensch aus einem unter- ben: Patron Müller schickte höchstpersönlich
entwickelten Land: Die Olympischen Spiele speziell komponierte Schmankerl auf den Weg.
sind vorbei und wir zählen nun … zu den olym- Blunzenradl wurden mit karamellisierter Ana-
pischen Bloßfüßigen, sprich: Medaillenlosen. nas kombiniert. (OÖN 3. 10. 16). ↑ RADL
(SN 15. 8. 12) n enstr de der: Strudel mit Blutwurst-
e ean die: -, -s [bluːˈdʒiːn]: wird österr. auf füllung: besonders gut kann sie Gerichte wie
der zweiten Silbe betont und kann auch im Blunzenstrudel oder Beuschel, die gut ankom-
Singular gebraucht werden; in D nur Blue- men, da sich Gäste den großen Aufwand dieser
jeans (Plural) mit Betonung auf der ersten Kocherei nicht antun wollen. (OÖN 15. 3. 01).
Silbe: Im Billigladen kostet eine Bluejean 20 ↑ STRUDEL
Euro. (PR 18. 4. 15) n ent s er das: Tascherl mit Blut-
Blumen ist en das; -s, - (auch schweiz.): wurstfüllung: Es gibt aber noch weitere Mög-
Behältnis für [Balkon-, Fenster]pflanzen: Auf lichkeiten, Blunze zuzubereiten. … Sie kann
der Spanischen Treppe stehen längst keine Blu- auch in Form von Blunzentascherln  – wie in
menkistchen mehr, weil Vandalen sie jede diesem Fall – mit Selleriesalat als Vorspeise ser-
Nacht die Stufen hinuntergeworfen haben. (PR viert werden. (ST 15. 3. 17). ↑ TASCHERL
1. 8. 07) Bluttommer der (Bgld., Stmk.): mit Blutwurst
Blumen ist das (ugs.): ↑ Blumenkistchen: In zubereiteter Tommerl: Was am Ende des Ta-
der Stadt hingegen, mit ihren Parkanlagen, Al- ges übrig blieb, war ein Schwein, zerlegt in all
leen mit Rosskastanie, Ahorn und Linde und seine Einzelteile, … vom Blut war längst nichts
den Kleingärten, Blumenkistln und Gstätt’n, mehr übrig, weil es in Form eines Bluttommerls
finden die Bienen immer reichlich blühende aufgegessen wurde. (KZ 19. 2. 13). ↑ TOMMERL
Nahrung. (ST 1. 6. 12). Kistl
↑ Bo o der und die, -, -s 〈Kurzwort aus franz.
Blun ® , das; -s, -s: ist österr. (und südd., bourgeois u. bohémien; aus dem Amerikani-
schweiz.) Neutrum, in D meist Femininum. schen〉 (oft abwertend): Angehörige/-r einer
Ebenso ähnliche Getränkenamen wie modernen städtischen, indiviualistischen,
↑ Fanta, ↑ Cola genussorientierten Gesellschaftsschicht:
n e die; -, -n bzw. - (auch bayr.): 1.  Blut- Und was, wenn – in einem Land der Bobos und
wurst: Kartoffeln und Blunzen in Butter- Bauern, der Gutmenschen und Schlechtmen-
schmalz anrösten bis alles leicht braun ist. Die schen, der Radler und Autofahrer – diese Politik
Eierschwammerln putzen und waschen und das Beste ist, was wir bekommen können? (PR
zur Blunze hinzugeben. (SN 26. 9. 05); *etwas/ 21. 5. 17); Nun wissen wir auch, dass der Gra-

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B Boboville

ben nicht zwischen linken und rechten Flügeln wachse oder Versiegelungen, die Sie einfach mit
(in der SPÖ) verläuft, sondern zwischen Land- dem Wischwasser aufbringen können. (VN
genossen und Wiener Bobos. (PRaS 30. 9. 18); 24. 1. 15)
Prompt hatte die SPÖ eine neue öffentliche De- Bodenwert e die (Verw.): Abgabe für
batte am Hals: »Bobos« gegen »Prolos«. (ST nicht landwirtschaftlich genutzte unbe-
7. 10. 18). – In D ›Spaßmacher, Narr im spani- baute Grundstücke: Also soll Vermögen mit-
schen Theater‹   o o e ir Die ist auch tels höherer Grundsteuer oder Bodenwertab-
für Wiener Feinkosthändler wichtig. Vor allem, gabe stärker herangezogen werden? (ST 31. 1.
wenn sie sich nicht in den bekannten Bobo-Be- 06). ↑ ABGABE
zirken ansiedeln. (ST 18. 5. 17), ↑ Bezirk; o o- Bo en der; -s: der Plural lautet österr. (und
ism s o o e Doch der Traum vom südd.) Bögen, in D meist Bogen: Kuppeln
großzügigen Wohnen in putziger Bobo-Lage mit oder Bögen (OÖN 31.  3. 17); Für Frauen und
Aussicht auf den Biomarkt ist im Begriff, sich zu Kinder sind Bögen in verschiedenen Stärken
wandeln. (ST 13. 4. 17); o o ierte Die Auf- vorhanden, denn nicht jeder ist ein Kraftlackel.
steiger aus dem proletarischen Milieu verstehen (KZ 31. 10. 13)
die Welt ihrer Herkunftsfamilien nicht mehr, m e n [ˈbeːmakln] sw. V. / hat: Deutsch
wenn sie dann gut situiert in ihren Bobo-Vier- mit böhmischem Akzent sprechen: Und als
teln leben. (PR 6. 5. 17) Schwejk bleibt er auch im Böhmakeln bis heute
o o e das 〈Prägung der Autorin Andrea ohne Konkurrenz. (SN 17. 7. 03)
Maria Dusel : Gegend in Wien, in denen Bo-
〉 mis *böhmische Dalken ↑ Dalken;
bos wohnen [in denen die Mieten steigen *eingehen wie eine böhmische Leinwand
und die Grünen größere Wähleraneile ha- (ugs., salopp, veraltend): zusammenbrechen,
ben]: In Boboville ist man grundsätzlich mitei- mutlos werden: Aber am Verhandlungstisch
nander per Du. (Falter 23.  11. 16); Kapitalis- gehen sie dann ein wie die böhmische Lein-
mus statt Kinderjause in Boboville. (ST 18.  2. wand. (Falter 19. 12. 01)
11); Dann trifft sie auf den Gymnasiasten Fa- Bo ns ote Bo nens ote die: grüne Boh-
bian, und damit kommt das gehobene Bobo- nen, ↑ Fisole: Bevor die Zucchini ganz fertig ge-
ville-Ambiente ins Spiel. (PR 1. 12. 17)   o o- gart sind, die Bohnschoten und die Paradeis-
i in der bzw. die würfel untermengen und kurz mitgaren. (KZ
er das; -s, -n (ugs.): 1. (ostösterr.) Zapfen 4. 8. 10); Die Bohnenschoten putzen und einmal
von Nadelbäumen, bes. Föhrenzapfen: Der durchbrechen. (NVT 22. 8. 01)
Pfad schlängelt sich bergauf und bergab, durch o r st o r stin der bzw. die: Facharbeiter,
luftige Pinienwälder und duftende Macchia, der Sprenglöcher bohrt: Vorerst kurz bei Bild-
Bockerln von Pinien knacken in der Sonne. (PR hauer Schöner tätig, trat er 1949 als Bohrist in
8. 6. 12). 2. (auch bayr.) kleiner, kurzer Schlit- den Dienst der Firma Elektra Bregenz. (VN 3. 7.
ten: Wer keinen fahrbaren Untersatz für die 07)
Rodelstrecke zur Verfügung hat, kann sich vor o tte die; -, -n 〈ital. bolletta ›Berechtigungs-
Ort Rodeln oder Bockerl … ausleihen. (SN 9. 2. schein, Zollschein‹〉 (Behördenspr., veraltet):
07).  – In Bayern ›kleine Dampflokomotive, Zollerklärung
kleine Eisenbahn‹ om rdement das 〈franz.〉: wird österr.
s rnd das; -s, -n (ugs.): Frucht des Jo- [bɔmbardˈmɑ̃ː] ausgesprochen, in D [bɔm-
hannisbrotbaumes: In das kleine Geviert leg- bardəˈmɑ̃ː]
ten die Eltern stellvertretend für den Nikolaus on on das 〈franz.〉 (auch bayr): gefüllte,
ihre kleinen, süßen Gaben: rote Äpfel, Dörrobst, meist mit Schokolade überzogene Süßigkeit;
Nüsse, Feigen und »Bockshörndl«. (SN 4.  12. Konfekt, Praline.  – In D bedeutet Bonbon
04)   o s rnd m eine ›Süßigkeit zum Lutschen‹, dafür österr.
Boden et en der: grobes Tuch zum Reinigen ↑ Zuckerl.  – Aussprache österr. (und südd.)
des Fußbodens: Also steht der Junggeselle zu- [b b ː] oder [b mˈboːn], in D [boŋboŋ],
weilen selbst im Geschäft … und greift zum Bo- schweiz. [ˈb b ]. ↑ -on; Genus immer Neut-
denfetzen, »wenn die Putzfrau nicht gekommen rum, in D meist Maskulinum
ist.« (PR 31. 3. 12). ↑ FETZEN on oniere, on onniere die 〈franz.〉: wird
Bodenw s das: Wachs für die Boden- österr. ohne Endungs-e ausgesprochen
pflege, (in D) Bohnerwachs: Für weniger ex- onieren 〈franz.〉: an der Registrierkasse für
ponierte Flächen … gibt es spezielle Boden- etwas einen Kassenbon tippen; (in D meist)

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Bovist B
bongen: Lange ungeklärt war beispielsweise len. (ST 30. 4. 05); rsetrend Aktienkurs wi-
die Frage, ob Pizzaboten ihre Rechnungen un- dersetzte sich dem schwachen Börsetrend. (ST
bedingt am Lieferort ausstellen müssen oder 22. 9. 11)
die heiße Ware wie bisher mit einer zentralen rsesens der; -s, -e: Börsenmakler: Ge-
Kasse im Restaurant bonieren dürfen. (ST 2. 5. mäß §  33 Abs.  1 BörseG darf als Börsesensal
16) nur bestellt werden, wer mindestens 24 Jahre alt
Boni der Name wird österr. meist auf der ist, sowie die volle Geschäftsfähigkeit besitzt, die
ersten Silbe betont, in D meist auf der letz- Börsesensalenprüfung bestanden hat und über
ten eine wenigstens fünfjährige qualifizierte Praxis
Bon s a s stem das: ein Kfz-Versiche- in der einschlägigen Branche verfügt. (WZ
rungssystem, in dem die Höhe der Prämie 10. 4. 10). ↑ Sensal
von den verursachten Schäden bestimmt rs das; -s, -n: Geldbörse, (in D) Portmon-
wird, seltener auch im Sozialversicherungs- naie: In dieser Region habe eine Frau »am Ende
wesen.  – In D als Bonus-Malus-Regelung in des Jahres satte 11.140 Euro weniger im Börsl
anderen Zusammenhängen, z. B. Arzneimit- als ein männlicher Kollege«. (OÖN 30.  9. 16).
telverodnung ↑ Börse, Geldbörsl
Borax , das; -es: ist österr. auch Neutrum, in D s i (Rechtsspr.): in böser Absicht: Bei
nur Maskulinum besonders schweren, bösgläubigen Marken-
das (Schule): (gesprochene Abk. für) verletzungen kann außerdem als Pönale ein
Bundesoberstufenrealgymnasium Schadenersatz bis zum Dreifachen des festge-
r en wird österr. nur i. S. v. ›jmdm. etwas stellten Schadens festgesetzt werden. (PR
leihweise überlassen‹, z. B. ich habe ihr ein 24. 4. 14)
Buch geborgt, verwendet, vgl. herleihen; nicht Bosn die; -, -: scharfe Bratwurst mit Zwie-
wie in D i. S. v. ›sich etwas ausleihen, etwas beln in geröstetem Weißbrot oder einem
leihweise bekommen«, z. B. ich habe [mir] ↑ Weckerl (ähnlich Hot Dogs, früher Würstel
bei ihr/von ihr ein Buch geborgt, dafür ver- im Schlafrock): »Man muss den Kunden heute
wendet man ↑ ausborgen, ausleihen, her- mehr bieten als Würstel, Bosna und Fleischla-
borgen berl.« (OÖN 20. 11. 07). – Auch in der Form
rse die: ↑ Geldbörse (in D gehoben oder Bosner. Die Endung -a geht auf das Bosni-
veraltet): Er bat darum, eine 2-Euro-Münze in sche zurück, kann aber auch als dialektales
kleinere Münzen zu wechseln und bediente sich -a für -er gemeint sein (vgl. Jager-)
dabei geschickt in den Börsen der Opfer. (SN osni osni in der bzw. die: 1. Bewohner
18. 2. 16). ↑ Börsl, Geldbörse Bosniens, (in D) Bosniake: Doch bei der Frage,
rse rse österr. überwiegende Form, in wie ein Kompromiss auszusehen habe, üben
D Börsen-, börsen-: rse oom Hintergrund sich muslimische Bosniaken, Serben und Kroa-
des Börsebooms ist die Politik von Premiermi- ten … im unnachgiebigen Stellungskampf. (PR
nister Shinzo Abe. (PR 27.  7. 13); rse ond 3. 11. 07). 2. (bes. ostösterr.) kleines, rundes
rse n Der Mut beim Börsegang der OMV Schwarzgebäck mit Kümmel  (zu 2:) os-
vor 20 Jahren täte in der heutigen Krise Not. (PR ni er
28. 11. 07); rse t Eine der wesentlichen Auf- Bosni e der (ugs., auch bayr.): boshafter
gaben … wird sein, dass das gesamte Unterneh- Mensch (oft auch scherzhaft bei Kindern):
men … tatsächlich börsefit gemacht wird. (PR Ein unbekannter Bosnigl hat im Gemeindege-
22. 7. 07); rse eset Es gehe dabei nicht um biet von Gampern … einen Hochstand angezün-
politische Fragen, sondern Verpflichtungen det. (OÖN 13.  10. 04).  – Auch in der Form
nach dem Börsegesetz, betonte man im Ministe- Bosnigl. ↑ NIGEL
rium. (SN 4.  3. 15); rsenotiert Die heimi- o i on die; -, -s 〈franz.〉: Fleischsuppe ohne
schen börsenotierten Unternehmen sind ein Einlage: wird österr. [buˈj ː] ausgesprochen,
entscheidender Faktor für den Wirtschafts- in D [bʊlˈjoŋ], schweiz. [ˈbuj ]. ↑ -illon
standort und den Wohlstand in Österreich. (PR o e rd der 〈franz.〉: wird österr. [bulˈvaːɐ̯]
12. 11. 07), (in D) börsennotiert, (in CH) bör- ausgesprochen, in D [buləˈvaːɐ̯], schweiz.
senkotiert; rset i eit Ziel müsse es [ˈbulvaːɐ̯]
jetzt sein, mit einem neuen Postgesetz sowohl o et ↑ Bukett
die Börsetauglichkeit der Post AG wie auch die o st der: wird österr. auf der zweiten Silbe
flächendeckende Postversorgung sicherzustel- betont, in D meist auf der ersten

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B Brachse

r se die (auch südd.): /ein Karpfenfisch/, ten standen, ein Eventbeisel zu machen. (PR
(in D) Brasse: Erstmals errang eine Frau die 13. 5. 17)
Würde eines Fischerkönigs, … die den schwers- Brat, das; -[e]s (auch bayr.): fein gehacktes
ten Fisch, eine Brachse, an der Angel hatte. Fleisch als Wurstfüllung, (in D und fachspr.)
(OÖN 11. 8. 16) Brät: Das rohe Brat aus Rind- und Schweine-
r m ri die /Plural/ 〈tschech. brambor fleisch wird in kochendem Wasser gesotten.
›Brandenburger, Kartoffel‹ bzw. Diminutiv (OÖN 22. 12. 10)
brambůrek, mit rumänischer Endung〉 (ugs., Braten nne die (selten auch in D): Kochge-
veraltend, meist scherzhaft): Kartoffeln: Es schirr mit Deckel zum Braten und Dünsten,
folgen ein paar minutiöse Rechenübungen, da- (in D) Bräter, Bratentopf: Mit Teigrad kleine
mit der Fisch auch zur rechten Zeit, also mit Rechtecke ausschneiden und in Bratenpfanne
den Bramburi fertig ist. (ST 20. 8. 07) überlappend schlichten, ins kalte Backrohr ge-
Bran e die: wird österr. ohne Endungs-e ben und bei Ober/Unterhitze bei 200 Grad ca.
ausgesprochen 1 Stunde backen. (OÖN 5. 7. 12)
Bran en e der der (auch schweiz.): Markt- Brat end das (auch bayr.): (in D) Brathähn-
führer einer Branche: Die heutigen Branchen- chen: Allein 700.000 geröstete Brathendl dre-
leader Apple und Google waren nur Randnoti- hen sich in den Hochleistungsgrills, bis sie die
zen, als die US-Technologiebörse Nasdaq im richtige goldbraune Farbe zeigen. (PR 14. 9. 07).
März 2000 ihren Höchststand erreicht hat. (PR ↑ HENDL
18. 2. 15). ↑ Leader, Marktleader Brat end st tion die: auf Brathendl speziali-
r nde n sw. V. / hat (ugs., auch bayr.): 1. nach siertes Lokal: All die Jahre über hatte er die
Verbranntem riechen: Ich hab bei meiner eine Melodie … gespielt, … später auch in den
Schwester im Zimmer geschlafen. In der Früh Brathendl-Stationen des »Wienerwald«-Kon-
bin ich plötzlich aufgewacht, weil es so gebran- zerns. (PR 1. 7. 06). ↑ STATION
delt hat. (KR 1. 12. 03); (übertragen) Es bran- Bratl, das; -s, -n (auch bayr.): ↑ Schweinsbra-
delt, nicht nur in Österreich und nicht erst seit ten: Nicht Hochgestochenes lockt zum Freise-
wenigen Tagen. (SN 17.  3. 17). 2.  (salopp) der, sondern Bratl, Knödel, Speck, Bauernkrap-
(übermäßig viel oder sehr ungern) zahlen: fen. (OÖN 16. 11. 07); *Bratl in/aus der Rein:
Am heftigsten brandelt der Mittelstand, den Schweinebraten mit ↑ Knödel, Kraut, Kartof-
Rot-Schwarz eigentlich entlasten wollte. (OÖN feln (ein rustikales Menü in manchen Res-
3. 3. 07) taurants): Beim gemütlichen Zusammensitzen
r nd e er r nd e erin der bzw. die: beim Bratl in der Rein fand der Abend einen
Brandstifter: Kriminalisten vermuten, dass genussvollen Abschluss. (OÖN 29.  11. 07) So
der gesuchte Innviertler Brandleger unterwegs gibt es zum Beispiel am Freitag eine Stadtfüh-
war. (SN 21.  10. 06)   r nd e n Zuge- rung durch Salzburg, abends ein Bratl aus der
rechnet wird der Gruppe auch eine Brandle- Rein. (OÖN 30. 4. 09)   r t ett Speck, Bratl-
gung: Auf einem Firmengelände in Fischa- fett und Hascheeknödel sind genauso begehrt
mend ging ein Stapel Bauholz in Flammen auf. wie Erdäpfelkas, Bauerntopfen und Ziegenkäse.
(PR 7. 8. 07) (OÖN 21. 7. 07)
r ndo e t das (Behördenspr.): Gebäude Br , das (bes. bayr., auch in österr. Gegen-
ö. Ä., das einem Brand zum Opfer gefallen ist: den, die an Bayern angrenzen): 1. Biersorte:
Am Brandobjekt selbst war nicht mehr viel zu Den Anstich nahm Conrad Seidl vor, Öster-
machen. Es ist völlig ausgebrannt. (SN 28. 10. reichs wohl renommiertester Bier-Experte, der
06) das Leimer-Bräu in seinem »Bier-Guide« mit
r ndtei r er das: gefülltes süßes Ge- vier von fünf möglichen »Krügerln« … bedachte.
bäck aus Brandteig: Sehr erfreulich die haus- (OÖN 3.  12. 07). 2.  Brauerei, oft verbunden
gemachten Nachspeisen: zarte Brandteigkrap- mit einem Bierlokal: Auf großen Zuspruch
ferl mit Erdbeersauce (OÖN 20.  8. 04). stieß der vom Salzburger Volksliedwerk organi-
↑ KRAPFERL sierte Kathreintanz Ende November im Müllner
r nntweiner der: 1.  (Behördenspr.) Lokal, Bräu. (SN 7. 12. 07). – Als Braubetrieb, Brau-
Wirt mit Speziallizenz zum Schnapsbren- gaststätte in Bayern veraltend auch Maskuli-
nen: 2.  Branntweinschenke, Schnapsbude: num. ↑ Bräustüberl   r st s
Ihr Plan war, aus dem als Branntweiner ver- Brau *der Brauch sein wird österr. (und
schrienen Lokal, in dem mehrere Spielautoma- schweiz.) mit dem Artikel der gebraucht, (in

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brennen B
D) Brauch sein: Neben den klassischen Tro- brausen. (KU 15. 4. 04); Dann können sich die
phäen gab es für alle Teams auch ein Osternest. Chinesen brausen gehen mit ihrer Pim-
Dies ist der Brauch seit 30 Jahren. (NÖN 4. 4. perl-Mauer. (WZ 18. 10. 12); Geh dich brausen!
13) (Lass mich in Ruhe!)
rau en /unpersönlich in Verbindung mit Brauset sse die: Duschwanne: Im Bad hilft es
es/ (auch südd., schweiz.): 1. benötigen, be- ungemein, wenn die Brausetasse möglichst
dürfen: Es braucht aber gute Lösungen, die flach ist, damit sie ebenso kein Hindernis dar-
niemanden benachteiligen. (OÖN 17.  1. 17); stellt. (OÖN 23. 12. 06). ↑ Duschtasse, TASSE
Dafür braucht es keinen Arzt. (SN 30.  5. 17). Br stü er das (auch bayr.): Bierlokal: Der
2. dauern: Es braucht Jahre, um einen Film wie Seniorenbund Mauerkirchen fährt am Mitt-
»Toni Erdmann« herzustellen. (PR 11. 7. 16) – woch, 13.  April, mit dem Zug nach Salzburg
Der Konjunktiv II wird österr. (wie südd., ins  »Müllner Bräustüberl«. (OÖN 31.  3. 16).
schweiz.) zur besseren Unterscheidung vom ↑ Bräu, STÜBERL
Indikativ umgelautet zu bräuchte (in D Brein der; -s (auch bayr.): 1. Hirse; Hirsebrei;
brauchte): Nur bleiben diese Interessen höchst Rollgerste: Es gibt ja regional verschiedene
vage und selbst wenn sie klarer definiert wären, Kärntner Nudeln, aber meine Oma macht die
bräuchte es Glaubwürdigkeit und Stärke, sie zu besten, mit Brein und Topfen gefüllt. (ST 2.  6.
vertreten. (SN 27. 5. 17) 01). 2.  Brei aus gebrochener Gerste. ↑ Hei-
Br er Br erin der bzw. die (veraltet): denbrein  irse rein
Brauer: Dadurch werden die Realit äten auf Breinfleis das; -es (Ktn.): Speise aus Hirse
der Klause zur Hälfte entwertet und die Zufuhr und Fleisch, ähnlich dem Reisfleisch: We-
der Bräuer zu den dortigen Bierkellereien sehr nige Speise wurden mit grünem Fleisch zube-
verteuert. (Oberländer Rundschau 29. 7. 15) reitet (Breinfleisch, Fleisch mit sauren Rüben,
Br nd der; -s, - (ugs.): braunes Pferd: den Fleischknödel, Kirchtagsbraten). (Kuratorium
Bräunl einspannen.  – Auch in der Form Kulinarisches Österreich, Kärntner Küche,
Bräunl Int)
Braune der; -n, -n: (im Kaffeehaus) Mokka Breinw rst die (Stmk.): eine der Blutwurst
mit Milch; *kleiner/großer Brauner: klei- ähnliche Wurst mit Buchweizen oder
ner/großer Mokka mit Milch (im Kaffee- Gerste: schwarze Breinwurst (mit BluFt),
haus): Im Alkovener Restaurant … kosten so- weiße Breinwurst (ohne Blut zubereitet): Da-
wohl der kleine Braune als auch der Verlängerte bei stehen mit kulinarischer Raffinesse zuberei-
1,80 Euro. (OÖN 19. 8. 05). Vgl. Schwarze tete Gerichte wie Breinwurst mit Sauerkraut
Brauns wei er die: /eine Wurstsorte/: oder Kalbsbackerl mit Semmelkren zur Aus-
Kohl-Eintopf: Zutaten: 1 mittlerer Kohlkopf, wahl. (KZ 10. 5. 13)
4 Erdäpfel, Quimiq, Suppenpulver, 30 dag Braun- Breinw rst r st das (Stmk.): Gröstl mit ge-
schweiger oder andere Wurst. (OÖN 27. 11. 14) rösteter ↑ Breinwurst: Wir probierten def-
Brause die (in D veraltet): 1. Dusche, Dusch- tig-derbes Breinwurstgröstl mit mildem Sauer-
kabine: Steht in ihrem Vertrag, dass sie pro kraut. (KZ 6. 1. 08). ↑ GRÖSTL
Film mindestens einmal mit nassem Haar Breite r d der: bes. österr. (und schweiz.)
nackt aus der Brause steigen muss? (News Form, in D meist Breitengrad: Der 38. Breite-
21.  8. 08); Wer sich öfters als einmal pro Tag grad markiert geografisch die schicksalshafte
unter die Brause stellt, sollte auf jeden Fall ein Trennung der Halbinsel. (KU 15. 10. 05)
rückfettendes Duschgel verwenden. (VN 23. 6. Breme die (auch südd., schweiz.): Bremse,
07). 2. Duschbad: Morgens machen die Brau- Stechfliege
sen fit für den Tag, abends sitzt man in heißem r mse n sw. V. / hat (ugs.): ähnlich einem
Dampf. (OÖN 7. 8. 04). 3. Brausenkopf: Daher elektrischen Schlag in den Muskeln krib-
gibt es keine Duschkabine, aus der Brause tröp- beln, zucken: Als die Oberarme nach Klimm-
felt es nur. (PR 14. 6. 14) zügen in der Halbhorizontalen bremseln, wird
rausen sw. V. / hat (selten auch in D): du- klar: Ist nicht zu unterschätzen, das Körperge-
schen: Wir mussten mit Mineralwasser Zähne- wicht. (KZ 3. 3. 13)
putzen und zum Brausen mit den Kindern zu r ms er der: Zucken in einem Glied oder
Verwandten fahren. (SN 13. 1. 04); *sich brau- Knochen; Ruck, nervöse Zuckung
sen [gehen] können (ugs.): mit etwas nicht r nnen *brennen wie ein Luster (ugs.):
ernst genommen werden: Meine Ex kann sich ↑ Luster

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B brennheiß

r nn ei (ugs.): sehr heiß: Die brennheiße gefüllten Brezel, Kaffee, dazu ein abwechslungs-
Atemluft entwickelt sich während der Tests zum reiches Programm. (VN 3. 2. 05). – Das Neut-
größten Feind. (SN 4. 5. 16) rum wird gebraucht, wenn Brezel als Verklei-
r nns e die (auch südd.): ↑ Einbrenn- nerung zu Breze verstanden wird
suppe: Eine Brennsuppe kann man sicher Brie st das (ugs.): Briefkasten: Wer einen
verfeinern. Man muss nicht so viel Butter- Brief von »Governor Arnold Schwarzenegger«
schmalz verwenden, sondern kann stattdes- im Briefkastl hat, darf ein bisserl stolz sein. (KZ
sen mit Olivenöl arbeiten. (PR 9. 9. 05); *nicht 22. 3. 09). ↑ KASTL
auf der Brennsuppe/Nudelsuppe daherge- Brie ert das (veraltend auch in D): Brief-
schwommen sein (ugs.): nicht ahnungslos, umschlag: Im vollen Bewusstsein, das Gesetz
minderwertig sein, wie andere vermuten: nicht zu erfüllen, habe man Briefkuverts vorzei-
»Ich bin selbst Jurist und nicht auf der Brenn- tig »geschlitzt«. (PR 1. 7. 16). ↑ Kuvert, Wahl-
suppe dahergeschwommen.« (SN 9.  8. 13). kuvert
↑ SUPPE Bries i er der (Sport): Spieler, der das Spiel
r tte n sw. V. / ist (ugs.): 1. (mit einem Fahr- seiner Mannschaft entscheidend bestimmt;
zeug, Skiern) schnell fahren, rasen: Ich fahre Spielmacher: Der ehemalige brasilianische
nicht Ski, sondern Snowboard. Sprich, bretteln Brieskicker Romario sitzt mittlerweile im brasi-
ist nicht drinnen. (KZ 20. 2. 18) lianischen Kongress und engagiert sich für die
r tt das; -s, - (auch südd.): 1.  (Verkl. zu) Säuberung des Fußballs von problematischen
Brett. 2. Holzbrett, auf dem rustikale Speisen Figuren und zwielichtigen Geschäftspraktiken.
serviert werden, vgl. Brettljause: Das beste (PR 14. 11. 11)
Bratl am Brettl, frisch, prima gewürzt mit Knu- ri dier, der; -s, -e und (selten:) -s 〈franz.〉:
sperkrustl. (OÖN 27. 10. 11). 3. Skisportgerät wird österr. […ˈtiːɐ̯] ausgesprochen, in D
(Ski. Surfbrett u. Ä.): Eine Familie hüpfte aus […ˈti̯ eː]
dem Sessellift, alle schnallten sich die Brettl ab ri ieren: wird österr. [brɪˈjiːɐ̯n] oder
und suchten sich ein sonniges Plätzchen. (SN [brɪˈliːɐ̯n] ausgesprochen, in D [brɪlˈjiːrən]
3. 12. 15). – Brettl i. S. v. ›Kabarett, Kleinkunst- r msen der; -s 〈rumänisch-slowakisch〉 (ost-
bühne‹ ist gemeind. Bedeutung (3) auch in österr.): Schafkäse: Am besten wird der Lip-
der Form Brettel tauer mit Brimsen, einem topfigen Schafkäse
rett e en (ugs.): ganz flach, bretteben: Der aus der Slowakei. Da heute Brimsen kaum er-
Hang ist teilweise brettleben und dann wieder hältlich ist, kann als Ersatz Gervais verwendet
steil. (OÖN 8. 11. 06) werden. Der Brimsen oder Gervais und die But-
r tt se die: auf einem Holzteller servier- ter müssen Zimmertemperatur haben. (NÖN
ter kalter Imbiss aus Wurst, Käse usw.: 27.  11. 07).  – In der EU als landestypische
Schreibt doch auf die Speisekarte, was bei der Spezialität der Slowakei (Bryndza) geschützt
Brettljause dabei ist! (OÖN 9. 12. 14). ↑ JAUSE   rimsen se Und der Mann führt … guten
Bre e die; -, …en (auch bayr.): [Brauchtums] Brimsen-Käse, er importiert den Frischkäse aus
gebäck aus Roggen- oder Weizenmehl, etwa Schafsmilch direkt aus der Slowakei. (PR 26. 9.
in Form eines Achters (in D nur in der Form 08). ↑ Nockerl   rimsenno er
die Brezel): Einen Palmbuschen zu tragen ist r n en (Holz) transportieren; ins Tal, zu ei-
Sache der Kinder. Die werden dafür belohnt – nem Lagerplatz schaffen: Um das Holz aus
mit Brezen und Geld. (SN 10. 4. 06); *eine Bre- den Hängen zu bringen, muss der Eigentümer
zen reißen (ugs.): a) [beim Skifahren] stür- etwa 80 Euro pro Festmeter aufbringen, der Ver-
zen: Die größten »Brezen« werden im Skisport kauf bringt aber nur 40 Euro. (SN 27. 9. 07)
gerissen. (OÖN 6. 3. 10). b) einen Misserfolg r n n die (Behördenspr.): Transport ins
einstecken müssen: »Wir trauen uns was, Tal, zur Straße: In den Bereichen Motorsägen-
auch wenn wir damit einmal eine Brezen rei- wartung, … Bringung mit der Traktorseilwinde
ßen sollten.« (KU 13. 2. 04) und Auffrischung in der Waldbewirtschaftung
Bre e das; -s, -: (österr. neben) die Brezel; -, werden laufend Kurse für private Waldbesitzer
-n, bes. in Vbg. auch Maskulinum: der; -s, -: angeboten. (VN 8.  11. 07). ↑ Holzbringung,
Auch das Brezel, das im Jahr 610 von einem Zubringung
norditalienischen Mönch erfunden wurde, zählt r n n s n e die (Behördenspr.): Trans-
dazu. (KU 1. 12. 07); Es gab ein großes Buffet portanlage, z. B. Materialseilbahnen, Güter-
mit selbst gemachten Kuchen, Krapfen, einen wege: Es handelt sich um keine Rodung im

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 Bruckfleisch B
Sinne des Forstgesetzes, sondern um eine forst- 3. Streit, Reibereien: »Brösel« mit SPÖ-Gegen-
liche Bringungsanlage. (NÖN 2. 12. 10) über Michael Schickhofer innerhalb der Re-
r n n s enossens t die: Genossen- formpartnerschaft in der Steiermark erwartet
schaft zur gemeinschaftlichen Errichtung Schützenhöfer nicht. (KZ 16.  5. 17).  – Zu 2.:
von ↑ Bringungsanlagen: Mit einem Anteil von Auch in der Form Bröserl
47 % beteiligt sich die Marktgemeinde – neben 2
Br se der; -s, - (Vbg.): ↑ Riebel: Der »Riebel«
17 weiteren Anrainern und Interessenten – an im Rheintal, der »Stopfer« im Bregenzerwald
der Bringungsgenossenschaft Forstweg Kirch- und der »Brösel« im Montafon unterscheiden
holz. (NÖN 22. 11. 12) sich nur in Feinheiten. (VN 25. 4. 02)
r n n sre t das (Rechtsspr.): Recht, Per- Br se n de der: aus Semmelbrösel herge-
sonen oder Güter zu einem land- und forst- stellte Knödel: Wir bestellen, nachdem Herr
wirtschaftlich genutzten Grundstück über Hütt uns die Speisekarte überlassen hat: eine
fremde Liegenschaften zu befördern Kitz-Einmachsuppe mit Bröselknödel. (KU
rio e das; -, -s [briˈoːʃ ] 〈franz.〉 (ostösterr.) 29. 5. 04). ↑ KNÖDEL
/eine Art von Germstriezel/: Viele Familien Br se to en der (west-, südösterr.): bröseli-
kamen mit ihren Kindern, ließen sich den köst- ger Topfen: Dazu erzeugen sie mehrmals in der
lichen Fair-Trade-Kaffee, Kipferl und Brioche Woche Frischkäse mit Kräutern, Liptauer,
schmecken. (KZ 27. 5. 13) – Als ›kleines run- Graukäse, Mozzarella, Bröseltopfen, Butter,
des Gebäck‹ im Femininum gemeind. saure Milch, Joghurt. (KZ 7. 7. 13). ↑ TOPFEN
r en sw. V. / hat (auch bayr.): pflücken: … Br ser ↑ 1Brösel
wie die Schöpfer voll Schwammerlgulasch von Brot: *etwas brauchen wie ein Stück Brot:
den Herrenpilzen, die H. im Sommer in den etwas sehr dringend brauchen: wieder ein-
Wäldern brockt. (OÖN 8.  2. 06); Ich habe mit mal in der Opposition wird sie dieses Recht
der Sense das Gras gemäht, die Kühe gemolken, brauchen wie ein Stück Brot. (FU 19.  4. 07).
mit bloßen Händen Kukuruz gebrockt. (KZ ↑ Anisbrot, Birebrot, Birnenbrot, Bischofs-
15. 1. 17). ↑ abbrocken brot, Butterbrot, Gustobrot, Jausenbrot,
r er das; -s, -n (ugs.): kräftiger, dicker Kletzenbrot, Klotzenbrot, Knödelbrot,
Mensch: Logisch, dass ein leichter Athlet bes- Körndlbrot, Liptauerbrot, Marmelade-
sere Chancen habe als ein Bröckerl. (PR 22. 12. brot, Steckerlbrot, Verhackertbrot, Zel-
04) tenbrot
rode n sw. V. / hat (ugs.): trödeln; Zeit un- Br t en das; -s, -: kleines belegtes Brot: Der
nütz verschwenden; sich langsam bewe- Verhaftete hatte dem Bericht zufolge im Auftrag
gen: brodel nicht so! ↑ herumbrodeln   rod der »Madame« … Sekt und Brötchen für das
er in Der Brodler und sein Gewicht: Wenn Event beschafft (PR 31. 3. 17). – In D bedeutet
das  Essen vor lauter Zeitlassen kalt wird und Brötchen svw. ↑ Semmel, ↑ Weckerl
den Mitspeisenden beim Zuschauen schon die Br tle, das; -s, - (Vbg.): kleiner Weißbrotfla-
Augen zufallen, hat der Brodler eher ein sozia- den mit Kümmel: Dann spielte und sang Horst
les als ein Gewichtsproblem. (OÖN 16. 3. 04) mit Begleitung zur Unterhaltung auf und
Bron e die 〈franz.〉; wird österr. [br ːs], also schließlich wurden uns heißer Leberkäse und
ohne Endungs-e, ausgesprochen, in D Brötle serviert. (VN 3. 5. 07)
[brɔ̃ːsə, brɔŋsə] Brotren en der (mundartnah): eine große
Bros e die 〈franz.〉: wird österr. [ˈbroːʃ ] aus- Schnitte Brot. ↑ Renken, Speckrenken
gesprochen, in D [ˈbrɔʃə] Brotwe en der (auch bayr.): länglich ge-
1
Br se das; -s, -: 1. die /Plural/ (regional auch formtes Brot, meist 1 kg schwer: »Den theore-
in D) Semmelbrösel, Paniermehl: In eine mit tischen Teil mit Rohstoffkunde, einem Rechen-
zerlassener Butter ausgestrichene und mit Brö- teil und Fachkunde habe ich hinter mir, … jetzt
seln ausgestreute Auflaufform füllen und ca. kommt gleich das Plundergebäck an die Reihe«,
30 Minuten backen. (KZ 26. 12. 15). 2. das; -s, sagt sie, nachdem sie schon schöne Brotwecken
- (als Maskulinum auch in D) kleines Bröck- gewirkt hat. (OÖN 16. 5. 12). ↑ WECKEN
chen, Krümel: Die Brösel werden aufgekehrt, Bru die: wird österr. mit langem Vokal aus-
die Tische gewischt. (KZ 12.  11. 15); *kein/ gesprochen, in D mit kurzem
nicht ein Brösel/Bröserl (ugs.): gar nichts: r fleis das: Fleischstücke, die beim
»Es war kein Brösel von mir zu finden, kein ein- Schlachten übrig bleiben, bes. Innereien (die
ziges Haar, nichts«, sagt sie. (OÖN 19. 12. 06) früher von der Schlachtbank, der »Schlag-

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B Bruderschaft

brücke«, weg verkauft wurden): Vorher viel- s ütte die; - (mundartnah, Vbg.): Jauche:
leicht ein Schnitzel goldbraun und mit welliger Das Bschütte-Fass wird mit 100 Litern Wasser
Panier, ein Pariserschnitzel, ein Naturschnitzel gefüllt. (NVT 9. 7. 00); Die Ausbringung mittels
oder gar das Bruckfleisch als Gabelfrühstück? Schleppschläuchen … wäre zumindest eine um-
(PR 26. 9. 13) weltverträglichere Art, mit der Bschütte umzu-
Bruders t die: Duzfreundschaft: österr. gehen. (VN 21. 8. 14)
(und bayr.) Form, (in D) Brüderschaft; *Bru- Bua die /Plural/ [ˈbuɐ̯bɐ] (Vbg.): ↑ Buam:
derschaft trinken: österr. Form, (in D) Brü- Groß und Klein hatten ihren Spaß, als am
derschaft trinken: »Ja, das ist schon richtig, Nachmittag das Trio Max, Albert und Reinhold
aber mit dem hab’ ich zu Silvester Bruderschaft von den ehemaligen »Fraxner Buaba« ihre Hits
getrunken!« (OÖN 27. 12. 08) zum Besten gaben. (VN 11. 10. 07)
Brü w rst die: durch Erhitzen behandelte Buam die [ˈbuɐ̯m] /Plural/ (auch bayr.) 〈eig.
Wurstware, z. B. Aufschnitt, Leberkäse, ›Buben‹〉: feste Gruppe von Burschen, meist
Brat-, Weißwurst. – In D bedeutet das Wort Musikgruppen (vgl. Dirndl, ähnlich wie Bro-
›vor dem Verzehr in siedendem Wasser heiß thers usw.): Tobias Reiser sen. hat in Grödig mit
gemachte Wurst‹: Die Kärntner Arbeiterkam- den legendären »Grödiger Dirndln und Buam«
mer ließ 39 Produkte sogenannter Brühwurst den Grundstein für die volkstümliche Kunst in
in Klagenfurter Supermärkten testen. (KZ Grödig gelegt. (SN 27. 9. 07)
31. 5. 12) Bu der; -en, -en (auch südd., schweiz.): 1. all-
ründ das: Quelle, Brunnen: Begegnet man gemeine Bez. für männliches Kind, (in D)
also trotz schönen Wetters einem Wanderer mit Junge: Als siebenjähriger Bub hat er dem Vater
Regenschirm, möchte er höchstwahrscheinlich in Neuseeland zum ersten Mal beim Schürfen
die Wirkung dieses Bründls im Klostergraben geholfen. (PR 29.  5. 17). 2.  Lehrling, junger
erproben. (ST 22. 11. 13); (auch in Orts- und Knecht, noch nicht voll Ausgebildeter.  –
Flurnamen:) Vorbei auch am »Kalten Bründl«. Nicht zu verwechseln damit ist das gemein-
(PR 28. 9. 07) deutsche veraltete und abwertende Wort
r n en sw. V. / hat (derb, auch südd., Bube ›niederträchtiger Mensch‹. Vgl. Knabe.
schweiz.): urinieren: Er bemerkt, dass über ↑ Gassenbub, Halterbub, Keuschlerbub,
ihm ein Fenster geöffnet wird, dreht seinen Kopf Lehrbub, Ratscherbuben, Rotzbub, Schlos-
nach oben und schreit: »Kann man denn nicht serbuben, Schusterbub, Spitzbub   Bau-
einmal mehr in Ruhe brunzen?« (OÖN 29. 10. ern
13). ↑ anbrunzen, Schneebrunzer Bu er Bü er das; -s, -n (ugs., salopp, oft ab-
r n ste en der: Spazierstock, an dem wertend): Koseform zu ↑ Bub: … und müsste
Männer den Urin ableiten konnten: Bei die- sich verdächtigen lassen, ein metrosexuelles
ser Gelegenheit sei an Zeiten erinnert, in denen Buberl zu sein. (OÖN 15. 11. 05); Toll, wie der
sich so mancher Stammgast bei Heurigen sei- Tiroler und der Türke kameradschaftlich durch
nen … Brunzstecken mitnahm. Dieser erlaubte denselben Gatsch kriechen und dem Wiener
es dem geschätzten Heurigengast, beim Urinie- seinen Rucksack schleppen, weil das Hietzinger
ren im Gastgarten einfach sitzen zu bleiben. Büberl schlapp macht! (PR 19.  9. 12); Der ist
(ST 15. 5. 13) schon als armes Bübl immer über die Grenze
r sts it der (auch schweiz.): zum Sieden nach Salzburg geradelt, um sich Mozartkon-
und Dünsten verwendetes Rindfleisch von zerte anzuhören. (OÖN 20.  1. 06).  – Auch in
der Brust: Er berät perfekt, welches Fleisch sich der Form Bübl
für welches Gericht am besten eignet. Er offe- Bu er Bestimmungswort in Zus. für ›jung,
riert Beinscheibe, Brustspitz, Lungenbraten, unreif‹: er esi t Der Täter trug eine
Faschiertes, Leber, Knacker und mehr. (OÖN hellbraune Kunstlederjacke, sein Begleiter hatte
6. 5. 10). ↑ SPITZ ein »Buberlgesicht«. (KZ 19. 3. 10); er r-
r tton tion rod t das: Bruttosozialpro- tie Das war jene langhaarige Buberlpartie, die
dukt, Abk. BNP: So erwägt er kühl, wie viel Zu- es schaffte, in Wien null Punkte zu holen und
wanderung ein Staat auf lange Sicht verkraften damit den letzten Platz zu belegen. (ST 8. 5. 18),
kann … und ob sich in absehbarer Zeit durch ↑ Partie; er rt Ausgerechnet die sehen
deren Beitrag am Bruttonationalprodukt diese aus wie eine Buberlparty aus den 80ern und
Investitionen in einen Gewinn für alle verwan- machen Musik wie aus den 90ern, die sich auf
deln. (PR 28. 4. 16) die 70er bezieht. (KU 18. 7. 10); er stü

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Budgetausschuss B
Das Buberlsück 1977. Vor 30 Jahren entführten 2.  Bückling; unterwürfiges Verhalten: Ich
RAF-Sympathisanten in Wien den Industriellen muss vor niemandem ein Buckerl machen, ich
Walter Michael Palmers. (FU 20. 9. 07); er - muss niemandem die Hand geben, … ich bin
truppe: Und es war tatsächlich eine »Buberl- enorm privilegiert. (PR 24. 8. 02)
truppe«, die da am Samstag gegen die routi- ert (ugs.): bucklig: »Ich gehe bucklert, aber
nierten Kleinkirchheimer zu Hause unterging. ich schäme mich nicht dafür«, sagt sie. (OÖN
(KZ 12. 10. 04); er t 21. 10. 10)
Bü er sten der (auch südd.): Bücher- i *krumm und bucklig: sehr stark
schrank: Das Buch gehört … in jeden Steyrer /verstärkend bei Verben/: Die kassieren wei-
Bücherkasten. (OÖN 21. 6. 06). ↑ KASTEN ter fleißig zwölf Prozent Zinsen, das Risiko trägt
Bü das; -s, -n (ugs., auch bayr.): 1.  (Verkl. die EU. Die verdienen sich krumm und bucklig.
zu) Buch. 2. oft verwendetes und dem Benüt- (NVT 22. 6. 11); Manchmal frage ich mich, ob
zer wichtiges Buch, Notizbuch; *wie er/sie/ es nicht ein bisschen irre von mir ist, mich da an
es im Büchl steht: wie man sich etwas nor- Sonntagnachmittagen krumm und bucklig zu
malerweise vorstellt; Musterbeispiel für et- schuften. (Wienerin 25. 6. 09); Ich ärgere mich
was: Abend feiert er seinen runden Geburtstag: krumm und bucklig. (KR 21. 4. 01); Die Südko-
Felix Gasselich, ein Fußball-Trickser, wie er im reaner werden sich krumm und bucklig zahlen
Büchl steht. (OÖN 24. 12. 05); Eine Antiklimax, und viel zu spät an Deutschland und seinen
wie sie im Büchl steht. (ST 8.  8. 05). 3.  Spar- Mauerfall denken. (Wienerin 25. 6. 09)
buch: Populär ist das »Büchl« deshalb, weil Bude die; -, -n (ugs., auch bayr.): 1.  Laden-
es  ein hohes Maß an Sicherheit bietet. tisch: Auf der Stirnseite der Budel liegt eine
(OÖN  31.  10. 07). 4.  Kontrollkarte, -buch mindestens 500  Kilogramm schwere Morta-
als  Bescheinigung über die ärztliche Un- della-Köstlichkeit. (OÖN 16. 6. 07). 2. Theke,
tersuchung der Prostituierten. Vgl. Deckel. Schanktisch: Ein Kaffeehaus im Welser Zent-
↑ Traumbüchl rum: Der Verlängerte ist seit einer Dreiviertel-
te die; -, -n /meist Plural/ 〈tschech. stunde ausgetrunken. Hinter der Budel stehen
buchta〉 (auch bayr.): im Backrohr herge- vier Verkäuferinnen und tratschen. (OÖN
stellte Speise aus einzelnen Germteigstü- 11.  2. 12); *unter der Budel: verbotener-
cken (↑ Germ), oft mit Marmelade o. Ä. ge- weise: Ganz besonders sind die Kraft trai-
füllt: Dass ich Kochen hasse, bedeutet allerdings niernden Hobbysportler und Bodybuilder
nicht, dass ich es nicht kann, ein paar Gerichte gefährdet, die oft zu leistungssteigernden Subs-
gelingen mir sogar vorzüglich, Buchteln mit Va- tanzen greifen, die in manchem Fitness-Center
nillesauce etwa. (PR 6. 2. 16). Dukatenbuch-
↑ unter der Budel verkauft werden. (KU 25.  2.
tel, Mohnbuchtel, Powidlbuchtel, Wuchtel 06)
e ün er n *jmd. kann jmdn. buckel- Buder das; -s, -n (ugs.): größeres Schnapsglas
fünferln (ugs., salopp): jmd. möchte mit mit ca. 6 cl, Schnapsfläschchen: Maßvoll ge-
jmdm. nichts mehr zu tun haben, jmd. kann trunken, kann uns auch ein »Jagatee« ange-
den Buckel runterrutschen: Die neunmalklu- nehm erwärmen. Als Zutaten nehmen wir:
gen Eierschädel mit ihren pädagogischen Emp- 1  Buderl Rum, 1  Buderl Obstler, 3  EL Zucker,
fehlungen soll’n uns buckelfünferln. (Falter Tee. (SN 13. 11. 04)
30. 9. 09) d et, das [byˈdʒeː, byˈtʃeː] 〈franz.〉: wird
e r e die (ugs., auch bayr.): Tragge- österr. (und schweiz.) sowohl in der Wirt-
stell, das auf dem Rücken getragen wird: Eif- schaft als auch in Politik und Staatswesen
rige Familien produzierten pro Tag bis zu 200 gebraucht, in D in der Politik meist Etat, in
Bilder, die von wandernden Hausierern in Bu- der Wirtschaft Budget: Vor allem kritisiert
ckelkraxen durch viele Länder getragen und wurde, dass die Kosten für den Tschad-Einsatz
verkauft wurden. (OÖN 3. 11. 16); *jmdn. bu- nicht absehbar seien und diese auch noch dem
ckelkraxen tragen/nehmen (ugs.): (in D) Bundesheer mit seinem ohnehin kargen Budget
huckepack tragen/nehmen. ↑ Kraxe umgehängt würden. (PR 6. 12. 07). ↑ Doppel-
er das; -s, -n (ugs.): 1. Verbeugung: wenn budget, Landesbudget, Nachtragsbudget
der Österreicher tatsächlich vor einem Mächti-   d etde tte d etde it d et on-
gen steht, entsinnt er sich meistens seiner guten so idier n d etentw r
Erziehung und bleibt artig. Auch ein kleines Bu- d et ss ss der: Parlamentsaus-
ckerl ist nicht ausgeschlossen. (OÖN 2. 4. 09). schuss, der für Budgetfragen zuständig ist;

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