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ERDBEBEN

Fachgebiet: Verkehrswegebau
04.05.2011 Referent: Fabian Schlömer
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Gliederung
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 1. Plattentektonik
 2. Erdbeben
 2.1 Entstehung von Erdbeben
 2.2 Typologie von Erdbeben
 2.3 Erbebenstärke
 3. Erdbebenvorkommen
 3.1 Tohoku
 3.2 Deutschland
 4. Erdbebennormen
 5. Bemessung
4 1. Plattentektonik
Plattentektonik
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 Lithosphäre keine durchgehende Schale, sondern besteht aus 20 starren Platten


 Kontinentalplatten 40 – 100 km dick schwimmen auf „weichem“ Magma
 Bewegung der Platten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit von
ca. 2,5 – 15 cm/Jahr relativ zueinander

Plattengrenzen
 Divergente Plattengrenze

Platten bewegen sich voneinander weg -> Grabenstruktur (Rift)


 Konvergente Plattengrenze

Platten stoßen gegeneinander -> „Sea Floor – Spreading“


 Transformplattengrenze

Platten gleiten aneinander vorbei (ruckartig) z.B. San-Andreas-Graben


Kontinentalplatten
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Plattengrenzen
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8 2. Erdbeben
Entstehung von Erdbeben
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Stricke – Slip – Mechanismus:

 90 % aller Erdbeben entstehen dadurch, dass die Kontinentalplatten aneinander


vorbeirutschen oder sich übereinander schieben (Subduktion)

 Durch einen Zustand der Haftreibung wird Spannung aufgebaut

 ruckartige Spannungsentladung durch Gleiten / Verschieben

 wellenartige Fortpflanzung des Rucks -> Erdbeben


Typologie von Erdbeben
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Wellentypen nach Fortpflanzungsgeschwindigkeit

 Primärwellen, P - Wellen
Longitudinalwellen, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6000 m/s
ausbreiten

 Sekundärwellen, S- Wellen
Transversalwellen oder Scherwellen, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu
3400 m/s ausbreiten

 Rayleigh – Wellen, R – Wellen


Oberflächenwellen mit einer elliptischen Bewegung ähnlich Meereswellen, mit
relativ großen Amplituden
Ausbreitungsgeschwindigkeit noch geringer als bei S - Wellen
Typologie von Erdbeben - Video
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Erdbebenstärke
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Richterskala (Charles Francis Richter 1935)


 Maß für die gesamte freigesetzte Schwingungsenergie
 Richter-Magnitude ist der 10er – Logarithmus des Maximalausschlags (gemessen in
1/1000 mm) eines Standard – Seismographen
-> Ausschlag von 100 mm entspricht einer Magnitude von 5
1000 mm entspricht einer Magnitude von 6

EMS – Skala (Europäische Makroseismische Skala)


 Maß für die Intensität eines Bebens nach Wahrnehmung und Grad der Schäden
 beschreibt Auswirkungen des Erdbebens in 12 festgelegten Stärkegraden I bis XII
 Im Vergleich zu Richterskala nach oben nicht offen; Messung nicht instrumentell
 Vorteil der Einstufung historischer Beben
 Grundlage für Werte der DIN 4149:2005
Erdbebenstärke
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14 3. Erdbebenvorkommen
Erdbeben Tohoku
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 Japan liegt auf der seismisch aktivsten Zone der Erde dem „Ring of Fire“
 Schnittpunkt dreier Kontinentalplatten
 Epizentrum befindet sich in einer Subduktionszone, in der sich die Pazifische Platte
unter die Ochotskische Platte schiebt
Erdbeben Tohoku
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Erdbeben Tohoku
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Erdbeben Tohoku
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Daten:
Datum: 11.03.2011
Herdzeit: 06:46:24 Uhr MEZ
Breite: 38.38 N
Länge: 142.34 E
Tiefe : 32 km
Magnitude: 9.0

Schäden:
14.300 Tote
11.900 Vermisste
138.000 Häuser und Gebäude beschädigt
17.000 Häuser und Gebäude zerstört Stärkstes Erdbeben in Japan!
$309 Milliarden Schaden
4 stärkstes weltweit seit 1900!
Erdbeben Deutschland
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Historische und jüngere Beben in Deutschland und den Nachbarsländern

Lokal - Todesopfer/
Erdbeben bei Jahr Intensität
Magnitude Schaden

Herzogenrath 1877 5,9 VIII n.b.

Tollhausen 1878 n.b. VIII Tote

Albstadt 1911 6,1 VIII n.b.

Saulgau 1935 5,8 VII - VIII 0,75 Mio RM

Albstadt 1943 5,6 VIII n.b.

Euskirchen 1951 6,0 VII - VIII n.b.

Albstadt 1978 5,7 VII - VIII 75 Mio. EUR

Roermond 1992 5,9 VII Verletzte

Waldkirch 2004 5,4 VI 3 Mio. EUR

Erdbeben - Häufigkeit in Deutschland

Magnitude (MW) Anzahl/Jahr

3-4 6
4-5 0,7
5-6 0,2
Erdbeben in Deutschland
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21 4. Erdbebennormen
Erdbebennormen
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 DIN EN 1998 – 1: 2006 – 04 (EC8)


 DIN 4149: 2005 - 04
Erdbebengerechter Entwurf
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 Einfachheit des Tragwerks


 Wahl von aussteifenden Tragwerksteilen ähnlicher Steifigkeit und Tragfähigkeit
 Vermeidung von Steifigkeitssprüngen zwischen übereinanderliegenden Geschossen
 Wahl von torrsionssteifen Konstruktionen
 Wahl duktiler Konstruktionen mit der Fähigkeit zu Energiedissipation
 Vermeidung großer Massen in oberen Geschossen
 falls erforderlich, Aufteilung des Tragwerks mittels Fugen in dynamisch unabhängige
Einheiten
Anforderungen und Belastungsansatz
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 Anforderungen an das Tragwerk

 Bauliche Anlagen sind so zu bemessen und zu konstruieren, dass sie einem definierten
Bemessungserdbeben widerstehen können und nach dem Erdbeben eine ausreichende
Resttragfähigkeit besitzen.

 Für nichttragende Bauteile muss das Risiko der Gefährdung von Personen ausgeschlossen
werden

 Erdbebeneinwirkung

 Erdbebenlasten resultieren aus einer Horizontalbeschleunigung des Bodens, der das


Bauwerk aufgrund seiner Massenträgheit nicht folgen will.

 Vereinfachend stellt man sich vor, die Bauwerksmasse würde in folge einer äußeren Last
horizontal beschleunigt werden.
25 5. Bemessung
Bemessungsansatz
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Für die maximale Querbeschleunigung gilt:

S,d = a,g * γI * S * β,0 / q

mit :
 a,g = Bemessungswert der Bodenbeschleunigung
 γI = Bedeutungsbeiwert
 S= Untergrundparameter
 q= Verhaltensbeiwert
 β,0 = Verstärkungsbeiwert
= 2,5 für eine Dämpfung von 5 %
Bemessungswert der Bodenbeschleunigung
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Erdbebenzonenkarte Deutschland

1. Wahl des Ortes


2. Ablesen der Erdbebenzone
3. Ablesen des Bemessungsbeiwertes

1. Albstadt
2. Zone 3
3. a,g = 0,8 m/s2
Bedeutungsbeiwert
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 Abhängig von der Bedeutung für den Schutz der Allgemeinheit


 Einteilung in 4 Bedeutungskategorien
 Bedeutungsfaktor entspricht einem Sicherheitsfaktor
Untergrundparameter S
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 abhängig von der Beschaffenheit des:


 Baugrundes
 oberflächennahe Untergrund bis 20 m
 geologischen Untergrundes
 Bereich ab einer Tiefe von 20 m

 Untergrundklassen
 R: Fels, Festgestein
 T: Flache Sedimentbecken und Übergangszonen
 S: Tiefe Sedimentbecken

 Baugrundklassen
 A: Feste bis mittelfeste Gesteine
 B: Lockergesteine, grobkörnig
 C: Lockergesteine feinkörnig
Untergrundparameter S
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 Bestimmung der vorliegenden Kombination


 Ablesen des Parameterwertes

 Die geringeren Werte für C-S (0,75) gegenüber C-R (1,50) lassen sich mit
der Absorptionswirkung der tiefen Sedimentbecken erklären
Verhaltensbeiwert q
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 Berücksichtigung der nichtlinearen dissipativen Tragwerkseigenschaften


 Voraussetzung ist ein duktiles Verhalten (plastische Verformbarkeit)
 konstruktions- und bauartspezifisch
 Je höher die gewählte Duktilitätsklasse
 desto geringer die Erdbebenersatzlast
 Aber desto höher die Anforderung an die konstruktive Ausbildung
Bestimmung der Erdbebenersatzlast
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S,d = a,g * γI * S * β,0 / q


mit a,g = 0,8 m/s2; γI = 1,0; S = 1,50; q = 1,0; β,0 = 2,5

S,d = 3,0 m/s2 enspricht 30% von g


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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!