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Dalton

lw.4
Donnerstag, 16. September 2021 12:33

ZELLDIFFERENZIERUNG
Die Zelldifferenzierung ist der Vorgang, bei dem Zellen sich in ihrer Struktur und Funktionverändern. Sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren und Menschen findet diese
Veränderung statt. Ursprünglich gleiche Zellen spezialisieren sich hierbei auf eine Funktion. Die Zellen entwickeln sich also zu unterschiedlichen Zelltypen, die
verschiedene Aufgaben erfüllen. Differenzierte Nervenzellen können dann beispielsweise nicht mehr als Muskelzellen funktionieren.
Die Zelldifferenzierung steht der Zellerneuerung gegenüber. Ursprüngliche Stammzellen können sich zum einen selbst erneuern und dadurch neue Stammzellen bilden. Zum
anderen können sie sich zu spezialisierten Zellen ausdifferenzieren und ein Teil von Geweben oder Organen werden.
-> Die Zelldifferenzierung beschreibt die Spezialisierung von Zellen für ein bestimmtes Gewebe oder Organ durch die Veränderung ihrer Struktur und Funktion.

STAMMZELLEN
Stammzellen sind bei jedem Menschen ein Leben lang kontinuierlich im Einsatz. Sie teilen und vermehren sich und sind maßgeblich an den ständigen Erneuerungsprozessen
im Körper beteiligt. Stammzellen helfen uns also dabei, gesund zu bleiben, indem sie verbrauchtes oder verletztes Gewebe regenerieren.Das Prinzip ist simpel – aber genial:
Stammzellen sind eine Art Ursprungszelle unseres Körpers. Sie haben die die Fähigkeit sich zu teilen und Körpergewebe zu entwickeln. Diese Fähigkeit von Stammzellen ist
einzigartig. Normale Körperzellen verändern sich bis zu ihrem Tod kaum noch. Stammzellen hingegen behalten die Möglichkeit – und die Aufgabe – sich weiter zu entwickeln
und die Zellen der Gewebe und Organe zu erzeugen.

TOTI-, MULTI- UND PLURIPOTENTE STAMMZELLEN


Die unterschiedlichen Stammzellarten unterscheiden sich in ihrer Herkunft und ihrer Fähigkeit, neues Gewebe zu entwickeln. Für die Medizin haben daher nicht alle Arten
den gleichen Nutzen. Bei der Befruchtung entstehen die sogenannten Urstammzelle. Sie haben alle Fähigkeiten, einen ganzen Mensch zu entwickeln und werden daher als
totipotente Stammzellen bezeichnet,

Etwa fünf Tage nach der Befruchtung entwickelt sich die Blastozyste, die sich in der Gebärmutter einnistet. Aus diesem Stadium werden embryonale Stammzellen gewonnen.
Aus embryonalen Stammzellen kann sich jedes menschliche Gewebe entwickeln, aber kein vollständiger Mensch mehr. Sie werden daher als pluripotente Stammzellen
bezeichnet.

Mit der Geburt erhalten auch die Stammzellen einen neuen Namen. Sie werden nicht mehr als embryonale Stammzellen, sondern als adulte Stammzellen bezeichnet. Adulte
Stammzellen bringen Zellen unterschiedlicher Organe hervor und sind für deren Erhalt und Regeneration verantwortlich. Aufgrund ihrer Fähigkeit verschiedene Gewebe zu
bilden werden sie als multipotente Stammzellen bezeichnet. Sie wurden in der Medizin lange aus Knochenmark oder Nabelschnurblut gewonnen. Durch den erschwerten
Zugang waren die Möglichkeiten, der therapeutischen Nutzung jedoch beschränkt. Klinische und wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass multipotente Stammzellen in
einer sehr hohen Anzahl in menschlichem Fettgewebe, das ohne großen Aufwand zugänglich ist, enthalten sind. Die moderne Stammzelltherapie nutzt daher Stammzellen aus
Fettgewebe zur Therapie und Behandlung einer Vielzahl an Erkrankungen und Beschwerden.

Pluripotente tierische Zellen , also Zellen in Menschen und Tieren, können sich zu unterschiedlichen
Zelltypen spezialisieren. Die tierischen und menschlichen Zellen verändern ihre Struktur (Form und Größe)
sowie ihre Funktion (differentielle Genexpression). Die vorhandenen Zelltypen unterscheiden sich
zwischen verschiedenen Tierarten. Beim Menschen gibt es fast 200 Zelltypen. Beispielsweise sind
Drüsenzellen, Nervenzellen oder auch Blutzellen Bestandteil tierischer und menschlicher Organismen.

Auch pflanzliche Zellen differenzieren sich aus. Die pluripotenten Zellen sind bei Pflanzen die meristematischen Zellen. Die Zellen differenzieren
sich zu den Dauergeweben, den spezialisierten Zellen. Dauergewebe sind beispielsweise das Leitgewebe oder auch das Abschlussgewebe. Die
Kombination aller ausdifferenzierten Zellen bildet das Organsystem der Pflanze.
Pluripotente Zellen kannst du in der Pflanze beispielsweise an den Apikalmeristemen sowohl an der Wurzel, als auch am Spross finden. Sie sind für
das Wachstum und Überleben der Pflanze wichtig. Die unterschiedlichen Dauergewebe pflanzlicher Zellen kannst du in der nachfolgenden Abbildung
finden.