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Kapitel 3: Univariate Funktionen

Inhalt

3.1 Definitionen

3.2 Graphen von Funktionen

3.3 Lineare Funktionen

3.4 Quadratische Funktionen

3.5 Kubische Funktionen

3.6 Polynome

3.7 Rationale Funktionen

3.8 Potenzfunktionen

3.9 Exponentialfunktionen

3.10 Logarithmusfunktionen

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3.1 Definitionen
Funktionen mit einer Variablen

Es sei x eine reelle Variable mit dem Definitionsbereich D. Eine


reelle Funktion ist dann eine Vorschrift, die jeder Zahl x ∈ D
eindeutig eine reelle Zahl zuordnet.

Durchläuft x den Definitionsbereich D, erhält man den Werte-


bereich W als Menge der Werte von f (x).

Meistens wird eine Funktion durch die Buchstaben f , g, F oder


Φ (insbesondere in der Statistik) bezeichnet.

Ist f eine Funktion, dann bezeichnet f (x) den Wert, den die
Funktion f einer Zahl x zuordnet. f (x) ist dann der Funktions-
wert von f an der Stelle x.

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3.1 Definitionen
Funktionen mit einer Variablen

f (x): f von x

f - Symbol für die Funktion


f (x) – Wert der Funktion f an der Stelle x

y = f (x)

x – unabhängige, exogene Variable


y – abhängige, endogene Variable

Definitionsbereich D einer Funktion:


Menge der möglichen Werte der unabhängigen Variablen

Wertebereich W einer Funktion:


Menge der möglichen Werte der abhängigen Variablen
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3.1 Definitionen
Definitions- und Wertebereich einer Funktion

Ohne festgelegten Definitionsbereich ist die Beschreibung einer


Funktion unvollständig.

Wird eine Funktion durch eine mathematische Formel


angegeben, besteht ihr Definitionsbereich D aus den möglichen
Werten der unabhängigen Variablen, solange explizit nichts
anderweitig angegeben wird.

Beispiele:
1
I f (x) = x+8
Definitionsbereich: D = {x ∈ R|x 6= −8}

I f (x) = x
Definitionsbereich: D = {x ∈ R|x ≥ 0}

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3.2 Graphen von Funktionen
Kartesisches Koordinatensystem

Graphen einer Funktion f mit einer Variablen werden in einem


rechtwinkligen, kartesischen Koordinatensystem dargestellt.

Diese besitzt die Eigenschaften:


I x - Achse: horizontale Achse, Abszisse
I y - Achse: vertikale Achse, Ordinate
I Schnittpunkt der Achsen: Ursprung, Nullpunkt
I xy -Ebene mit vier Quadranten
I Jeder Punkt P der Ebene mit x = a und y = b kann durch
das entsprechende Koordinatenpaar (a | b) dargestellt
werden

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3.2 Graphen von Funktionen
Kartesisches Koordinatensystem

Abbildung 1: Abbildung 2:
Koordinatensystem Darstellung von Punkten

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3.2 Graphen von Funktionen
Kartesisches Koordinatensystem

Der Graph einer Funktion einer Variablen entspricht der Menge


aller Punkte (x | f (x)), wobei x zum Definitionsbereich der
Funktion f gehört.

Beispiel:
f (x) = x 2 − 4x + 3

Wertetabelle:
x 0 1 2 3 4
f (x) 3 0 −1 0 3

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3.2 Graphen von Funktionen
Wichtige Graphen

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3.3 Lineare Funktionen
Definition

Die Funktion mit der Darstellung

y = ax + b ,

wobei a und b Konstanten sind, ist definiert als lineare


Funktion.

Ihr Funktionsgraph entspricht folglich einer Geraden.

Sei f mit

y = f (x) und f (x) = ax + b

die Funktion, die jedem Wert von x einen Funktionswert y


zuordnet, dann heißt die Funktion linear.

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3.3 Lineare Funktionen
Steigung einer linearen Funktion

a entspricht der Steigung der Geraden bzw. der Funktion

f (x + 1) − f (x) = a (x + 1) + b − (ax + b) = a

I Für a > 0
Die Gerade steigt mit wachsendem x.
Je größer der Wert von a ist, desto steiler ist die Gerade.

I Für a < 0
Die Gerade fällt mit wachsendem x.
Je größer der Wert von a ist, desto flacher ist die Gerade.

I Für a = 0
Die Gerade verläuft parallel zur x-Achse.

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3.3 Lineare Funktionen
Y -Achsenabschnitt einer linearen Funktion

Für a = 0 ist

y = ax + b = b.

Der y -Achsenabschnitt der linearen Funktion entspricht b.

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3.3 Lineare Funktionen
Bestimmung der Steigung einer Geraden

Um die Steigung einer Geraden zu ermitteln, werden zwei ver-


schiedene Punkte P (x1 | y1 ) und Q (x2 | y2 ) auf der Geraden
gewählt.

y2 −y1
Mithilfe ihrer Koordinaten wird der Quotient x2 −x1 bestimmt.

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3.3 Lineare Funktionen
Bestimmung der Steigung einer Geraden

Die Steigung einer Geraden y wird somit definiert als


y2 − y1
a= , wobei x1 6= x2 .
x2 − x1
Eigenschaften:
I Werden die gewählten Punkte vertauscht, bleibt der Wert
der Steigung gleich.

I Der Wert der Steigung ist unabhängig von der Wahl der
Punkte auf der Geraden.

I Die Steigung einer Geraden gibt die Änderung des Wertes


von y wieder, wenn x um eine Einheit erhöht wird.

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3.3 Lineare Funktionen
Punkt-Steigungs-Formel

Eine Gerade mit der Steigung a verlaufe durch den Punkt


(x1 | y1 ). Die Gleichung der Geraden kann dann mithilfe der
Punkt-Steigungsformel ermittelt werden.

Dafür sei (x | y ) ein beliebiger Punkt auf der Geraden.

Die Steigung lautet dann


y − y1
= a.
x − x1

Folglich besitzt die Gleichung einer Geraden mit der Steigung a


durch den Punkt (x1 | y1 ) die Darstellung

y − y1 = a · (x − x1 ).

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3.3 Lineare Funktionen
Zwei Punkte-Formel

Gegeben seien die Punkte (x1 | y1 ) und (x2 | y2 ), wobei


x1 6= x2 .

Die Gleichung der Geraden wird folgendermaßen bestimmt:


1.) Berechnen der Steigung:
y2 − y1
a=
x2 − x1

2.) Einsetzen des Werts für a in die Punkt-Steigungsformel


y − y1 = a · (x − x1 ) ergibt:
y2 − y1
y − y1 = · (x − x1 )
x2 − x1

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3.3 Lineare Funktionen
Graphische Lösung von linearen Gleichungen

Gegeben sei ein Gleichungssystem mit zwei linearen


Gleichungen und zwei Unbekannten x und y der Form:

ax + by = c
dx + ey = f

Die Koordinaten eines Schnittpunktes zweier Geraden erfüllen


beide Geradengleichungen.

Die Koordinaten des Schnittpunktes sind somit Lösung des


Gleichungssystems.

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3.3 Lineare Funktionen
Graphische Lösung von linearen Gleichungen - Beispiel 1

x + y = 5
x − y = −1

Lösung: x = 2, y = 3, Schnittpunkt: (2 | 3)

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3.3 Lineare Funktionen
Graphische Lösung von linearen Gleichungen - Beispiel 2

3x + y = −7
x − 4y = 2

Lösung: x = −2, y = −1, Schnittpunkt: (−2 | −1)

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3.3 Lineare Funktionen
Graphische Lösung von linearen Gleichungen - Beispiel 3

3x + 4y = 2
6x + 8y = 24

Die Graphen der Gleichungen sind zwei zueinander parallel


verlaufenden Geraden.
Es gibt keinen Schnittpunkt bzw. keine Lösung.

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3.3 Lineare Funktionen
Darstellung von linearen Ungleichungen - Beispiel
Stellen Sie graphisch alle Zahlenpaare (x | y ) dar, die die
Ungleichung 2x + y ≤ 4 erfüllen.

Die Menge aller Punkte (x | y ), die die Gleichung y = −2x + 4


erfüllen, ist eine Gerade.
Die Menge aller Punkte (x | y ), die die Ungleichung y ≤ −2x + 4
erfüllen, liegt auf und unterhalb der Geraden.
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3.4 Quadratische Funktionen
Allgemeine quadratische Funktion
Die allgemeine quadratische Funktion ist definiert als
f (x) = ax 2 + bx + c,
wobei a, b und c Konstanten sind und a 6= 0 gilt. Ihr Funktions-
graph ist eine Parabel und besitzt folgende Eigenschaft:
I Für a < 0: nach unten offene Parabel
I Für a > 0: nach oben offene Parabel

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3.4 Quadratische Funktionen
Eigenschaften von quadratischen Funktionen

Nullstellen:
I Für welche Werte von x nimmt die quadratische Funktion
den Wert Null an?

ax 2 + bx + c = 0

Extremstellen:
I Für welche Werte von x wird der Funktionswert minimiert
bzw. maximiert? (Bestimmung des Scheitelpunkts der
Parabel)

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3.4 Quadratische Funktionen
Nullstellen von quadratischen Funktionen
Um Nullstellen von quadratischen Funktionen

f (x) = ax 2 + bx + c

zu bestimmen, werden diese gleich Null gesetzt und als


quadratische Gleichung gelöst:

ax 2 + bx + c = 0

Mithilfe der quadratischen Ergänzung oder pq-Formel können


x1 und x2 als Lösungen der quadratischen Gleichung und somit
die Nullstellen der quadratischen Funktion bestimmt werden.
Dabei gilt:

ax 2 + bx + c = a · (x − x1 ) · (x − x2 )

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3.4 Quadratische Funktionen
Scheitelpunktform einer Parabel
An der Scheitelpunktform kann der Scheitelpunkt einer Parabel
abgelesen werden. Dazu wird die Funktion mithilfe der quadratischen
Ergänzung umgeschrieben zu:

f (x) = ax 2 + bx + c
 
2 b c
= a· x + x +
 a a 
2 b c
= a· x +2· ·x +
2a a !
 2  2
b b b c
= a · x2 + 2 · ·x + − +
2a 2a 2a a
2 !
b2

b c
= a· x+ − 2+
2a 4a a
 2 2
b b
= a· x + +c−
2a 4a

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3.4 Quadratische Funktionen
Scheitelpunktform einer Parabel

Der Scheitelpunkt ist bestimmbar mit:

b2
 
b
− ;c −
2a 4a
Betrachtet man die quadratische Funktion in Scheitelpunktform

b 2 b2
 
f (x) = a x + +c− ,
2a 4a
| {z }
≥0

wird deutlich, dass der erste Term von der Variablen x ab-
hängig und der zweite Term konstant ist.
b
Folglich hat die Funktion an der Stelle x = − 2a für a < 0 ein
globales Maximum und für a > 0 ein globales Minimum.

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3.4 Quadratische Funktionen
Symmetrie einer Parabel
Eine Parabel ist symmetrisch.
Ihre Symmetrieachse verläuft als senkrechte Gerade durch
ihren Scheitelpunkt

b2
 
b
P − ;c −
2a 4a

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3.5 Kubische Funktionen
Allgemeine kubische Funktionen

Eine kubische Funktionen ist definiert als

f (x) = ax 3 + bx 2 + cx + d

mit Koeffizienten a, b, c und d und a 6= 0.

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3.6 Polynome
Allgemeine Polynome

Das allgemeine Polynom n-ten Grades ist definiert als:

P (x) = an x n + an−1 x n−1 + . . . + a1 x + a0 , wobei an 6= 0.

a0 , a1 , . . . , an sind reelle Koeffizienten.

I Der Grad eines Polynoms ist definiert als der höchste


Exponent.
I Lineare, quadratische bzw. kubische Funktionen sind
Polynome ersten, zweiten bzw. dritten Grades.
I Ein Polynom n-ten Grades hat höchstens n reelle
Nullstellen.
I Wichtig: Jedes Polynom kann als Produkt von Polynomen
ersten bzw. zweiten Grades geschrieben werden.

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3.6 Polynome
Faktorzerlegung von Polynomen
Gegeben seien die Polynome P (x) und Q (x), wobei der Grad
von P (x) größer oder gleich dem von Q (x) sei.
Man kann zeigen, dass es eindeutig bestimmte Polynome q (x)
und r (x) gibt, so dass

P (x) = q (x) Q (x) + r (x)

erfüllt ist.

Der Grad des Rests r (x) ist kleiner als der von Q (x).

Für Q (x) 6= 0 gilt

P (x) r (x)
= q (x) + .
Q (x) Q (x)

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3.6 Polynome
Teilbarkeit durch (x – a)

Für Q (x) = x − a besitzt Q (x) den Grad Eins und r (x) den
Grad Null.

Für P (x) ergibt sich die Darstellung P (x) = q (x) (x − a) + r .

Für x = a ist P (a) = r .

Somit teilt der Ausdruck x − a das Polynom P (x) genau dann,


wenn P (a) = 0.

Das Polynom P (x) enthält den Faktor x − a immer dann, wenn


a eine Nullstelle dieses Polynoms ist.

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3.6 Polynome
Ganzzahlige Lösungen
Für ganzzahlige Lösungen gilt allgemein:
Seien an , an−1 , . . . , a1 , a0 ganze Zahlen. Dann muss jede ganz-
zahlige Lösung der Gleichung

an x n + an−1 x n−1 + . . . + a1 x + a0 = 0

ein Faktor von a0 sein.

Beispiel:
Bestimmung aller ganzzahligen Lösungen der Gleichung

x 3 − 2x 2 + x − 2 = 0.

Alle ganzzahligen Lösungen müssen ein Faktor von 2 sein. Mögliche


Lösungen sind somit ±1 und ±2.
Probieren ergibt, dass x = 2 die einzige ganzzahlige Lösung ist.
Es gibt nur eine reelle Lösung, da x 3 − 2x 2 + x − 2 = (x − 2) x 2 + 1 .


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3.6 Polynome
Polynomdivision

Zeigen Sie, dass das Polynom

P (x) = 2x 3 − 3x + 10

die Nullstelle x = −2 besitzt.

Polynomdivision:
(2x 3 − 3x + 10) : (x + 2) = 2x 2 − 4x + 5
− (2x 3 + 4x 2 )
−4x 2 − 3x
− (−4x 2 − 8x)
5x + 10
− (5x + 10)
0

Faktorzerlegung: 2x 3 − 3x + 10 = (x + 2) · 2x 2 − 4x + 5
 

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3.6 Polynome
Polynomdivision mit Rest

Beispiel für eine Polynomdivision mit Rest

x +1
(x 4 + x) : (x 2 − 1) = x2 + 1 +
x2 − 1
− (x 4 − x 2)
x2 + x
− (x 2 − 1)
x +1

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3.7 Rationale Funktionen
Definition und Eigenschaften
Rationale Funktionen lassen sich als Quotient der Polynome P(x)
und Q(x) darstellen:

P (x)
R (x) = , wobei Q(x) 6= 0.
Q (x)

Weitere Eigenschaften:
I R (x) ist immer dann eine echte rationale Funktion, wenn der
Grad des Zählerpolynoms kleiner als der des Nennerpolynoms
ist.
I R (x) ist immer dann eine unechte rationale Funktion, wenn der
Grad des Zählerpolynoms größer oder gleich dem Grad des
Nennerpolynoms ist.
I Jede unechte rationale Funktion ist eine Summe eines
Polynoms und einer echten rationalen Funktion.

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3.7 Rationale Funktionen
Beispiel
Beispiel für eine rationale Funktion:
3x − 5
R (x) =
x −5

Der Graph dieser rationalen Funktion ist eine Hyperbel.

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3.8 Potenzfunktionen
Allgemeine Potenzfunktion

Die allgemeine Potenzfunktion ist definiert als

f (x) = Ax r ,

wobei x ≥ 0 und r sowie A Konstanten sind.

Bisher wurde x r nur für rationale Zahlen r definiert.

Weiterführende Fragestellung:
Wie könnte die Potenzfunktion mit irrationalen Exponenten
definiert sein?

Z.B.: f (x) = x π

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3.7 Potenzfunktionen
Graphen von Potenzfunktionen

f (x) = x r , wobei x > 0 und r ∈ R

Beispiele für Graphen von Potenzfunktion:

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3.8 Potenzfunktionen
Graphen von Potenzfunktionen

Graphen von Potenzfunktionen hängen maßgeblich vom


Exponenten ab.

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3.9 Exponentialfunktionen
Anwendung von Exponentialfunktionen

Exponentialfunktionen werden häufig in Modellen der


Wirtschaftswissenschaften verwendet, wie z. B.:
I Darstellung des wirtschaftlichen Wachstums
I Darstellung des Bevölkerungswachstums
I Stetig angehäufter Zins
I Statistik: Normalverteilung, Exponentialverteilung
I Zeitreihenanalyse
I Verdopplungszeiten

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3.9 Exponentialfunktionen
Potenz- und Exponentialfunktion

Eine Exponentialfunktion ist definiert als

f (x) = ax .

Dabei variiert der Exponent x bei konstanter Basis a.

Im Gegensatz dazu ist eine Potenzfunktion definiert als:

g (x) = x a

Hier variiert die Basis x bei konstantem Exponenten a.

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3.9 Exponentialfunktionen
Basis a > 0 und Basis e
Die allgemeine Exponentialfunktion mit der Basis a > 0 wird
definiert als
f (x) = Aax .
Dabei ist f (0) = A und a ein Faktor, um den sich der Funktions-
wert ändert, wenn x um eine Einheit steigt.

Die bekannteste Exponentialfunktion besitzt als Basis die


Euler‘sche Zahl

e = 2, 718281828459 . . .

Die Exponentialfunktion zur Basis e heißt natürliche


Exponentialfunktion:

f (x) = ex = exp (x)

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3.9 Exponentialfunktionen
Rechenregeln für die e-Funktion
Es seien a, b ∈ R. Für die Exponentialfunktion gelten folgende
Rechenregeln:
I ea · eb = ea+b

ea
I = ea−b
eb

I (ea )b = eab

Bekanntes Beispiel:
Dichtefunktion der Normalverteilung (C. F. Gauß)
 !
1 x −µ 2

1
f (x) = √ · exp −
2πσ 2 σ

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3.9 Exponentialfunktionen
Graphen von exp (x) und exp (-x)

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3.10 Logarithmusfunktionen
Die Logarithmusfunktion als Umkehrfunktion der Potenzfunktion
Im Weiteren wird das Logarithmieren als Umkehrung zum
Potenzieren untersucht. Die Basis wird als fest und positiv ange-
nommen und der Exponent gesucht.

Es seien a, b > 0, wobei b 6= 1. Dann heißt die eindeutig bestimmte


Zahl x ∈ R mit
ax = b
Logarithmus von b zur Basis a:
x = loga (b) .
Spezielle Logarithmen:
I Dekadischer Logarithmus
Logarithmus zur Basis 10: log10 (x) = lg (x)
(Hinweis: Bei vielen Taschenrechnern steht die Taste "log" für
den dekadischen Logarithmus.)
I Natürlicher Logarithmus
Logarithmus zur Basis e: loge (x) = ln (x)

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3.10 Logarithmusfunktionen
Rechenregeln für Logarithmen zur Basis a
Es seien a, x, y positive reelle Zahlen, zudem sei a 6= 1. p sei
eine reelle Zahl. Es gelten Logarithmusregeln:
I loga (xy ) = loga (x) + loga (y )
 
x
I loga = loga (x) − loga (y )
y
n n
 
Q P
I loga xi = loga (xi )
i=1 i=1

I loga (x p ) = p · loga (x)

I loga (1) = 0

I loga (a) = 1
Wichtig: loga (x + y ) 6= loga (x) + loga (y )
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3.10 Logarithmusfunktionen
Rechenregeln für Logarithmen zur Basis e
Analog ergeben sich die Rechenregeln für den natürlichen
Logarithmus:
I ln (xy ) = ln (x) + ln (y )
 
I ln yx = ln (x) − ln (y )
 n  n
Q P
I ln xi = ln (xi )
i=1 i=1
I ln (x p ) = p · ln (x)

I ln (1) = 0

I ln (e) = 1

Ferner gilt:
I x = eln(x) , wobei x > 0
I ln (ex ) = x für alle x

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3.10 Logarithmusfunktionen
Natürlicher Logarithmus

Beispiele:

ln (1) = 0, da e0 = 1

ln (e) = 1, da e1 = e

 
1 1 1
= ln e−1 = −1, da e−1 = 1 =

ln
e e e

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3.10 Logarithmusfunktionen
Graphische Darstellung: ln- und e-Funktion

Spiegelt man den Graphen der e-Funktion an der Winkel-


halbierenden, erhält man den Graphen der natürlichen
Logarithmusfunktion.

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3.10 Logarithmusfunktionen
Eigenschaften der natürlichen Logarithmusfunktion
Es sei
g (x) = ln (x) , x > 0
g (1) = 0

g (x) < 0 für 0 < x < 1 g (x) > 0 für x > 1

g (x) → −∞ für x → 0 g (x) → ∞ für x → ∞

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