Sie sind auf Seite 1von 4

Praxisreflexion (U1 zu Arbeitsfelder, Zielgruppen und Organisationen Sozialer Arbeit)

Dozentin: Johanna Kaiser, Bianca Flegel

Impulspapier Megan Gruber (00049732)

Welche Möglichkeiten zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gibt es für


Menschen mit psychischen Erkrankungen?

Für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ist die Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben leider keine Selbstverständlichkeit. Sie werden oft verhindert, politisch mitzuentscheiden
und von kulturellen Aktivitäten und bezahlter Arbeit ausgeschlossen1.

In unserem Plakat haben wir uns die Frage gestellt, inwiefern Menschen mit psychischen
Erkrankungen dabei geholfen wird, am öffentlichen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Bei
der Beantwortung dieser Frage möchte ich mich hauptsächlich auf die Hilfsangebote der
Lebensnähe gGmbH beziehen, bei der ich meine 4-wöchige Feldstudienphase absolviert habe.
Die Lebensnähe gGmbH ist eine Eingliederungshilfe für Menschen mit psychischen
Erkrankungen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Eingliederungshilfen leisten medizinische
Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben, Teilhabe an Bildung und soziale Teilhabe2.

Während meinem Praktikum habe ich Menschen kennengelernt, die an Schizophrenie,


Depression, Borderline, Psychosen, Angststörungen und anderen psychischen und seelischen
Behinderungen erkrankt sind. Andere haben schwere Schicksalsschläge durchlebt oder wurden
aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzuges entlassen. Aufgrund ihrer Umstände, hatten diese
Menschen Schwierigkeiten ein eigenenständiges Leben zu führen und hätten es ohne Hilfe nicht
geschafft, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Lebensnähe gGmbH hat unterschiedliche Wohn- und Betreuungsangebote, bei denen
Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei geholfen werden soll, sich sozial einzugliedern.
Der Wohnverbund bietet verschiede Wohnangebote für selbstständige Menschen und für
Menschen, die noch auf viel Hilfe angewiesen sind. Durch eine Betreuung beim Leben in einer

1
Vgl. Caritas Behindertenhilfe und Psychatrie e.V.: Soziale Teilhabe. https://www.cbp.caritas.de/themen/soziale-
teilhabe/soziale-teilhabe (abgerufen am 17.08.21)
2
Vgl. § 28a Absatz 1 SGB1 https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbi/28a.html (abgerufen am 17.08.21)

1
eigenen oder geteilten Wohnung, werden die Klient*innen in verschiedenen Bereichen
unterstützt. In geteilten Wohnungen und im 24h-Wohnzentrum, lernen die Klient*innen in einer
Gemeinschaft zu wohnen, sich Aufgaben zu teilen, sich gegenseitig zu helfen und sich dennoch
genug Privatsphäre zu nehmen. Diese familienähnliche Wohnstruktur, bietet den Klient*innen
eine sinnvolle Tagesstruktur. Wer diese Aufgaben bereits gut erfüllen kann, hat die Möglichkeit
in eine eigene Wohnung zu ziehen. Hier lernen die Klient*innen, für sich selbst zu sorgen. Sie
lernen, was sie benötigen, um ein selbstständiges Leben in der Gesellschaft zu führen. Außerdem
werden sie dabei unterstützt, mit ihren Erkrankungen umzugehen ohne auf andere Personen
angewiesen zu sein und andere Aufgaben auszuführen wie Behördengänge und Arztbesuche. Die
Betreuung richtet sich nach den Stärken und Schwächen der Betroffenen3.

Neben den Wohnangeboten hat die Lebensnähe gGmbH noch viele andere Angebote, die den
Menschen helfen können, selbstständiger zu werden. Es gibt unterschiedliche Angebote, die es
den Menschen erleichtert, eine sinnvolle Tagesstruktur zu finden. Die Freizeitstätte bietet
verschiedene Aktivitäten, Feste und gemeinsame Unternehmungen. Die Begegnungsstätte und
das Kontaktcafé sind Anlaufstellen, um Kontakte zu knüpfen und soziale und emotionale
Isolation zu verhindern. Eigeninitiative und Motivation – wichtige Elemente des eigenständigen
Lebens – werden hierbei gefördert. Nicht nur Menschen mit seelischen Behinderungen sind hier
willkommen sondern auch geflüchtete Menschen und andere Personen, die Beratung und
Gemeinschaft wünschen, was die Integration fördert4.

In allen Freizeitangeboten gibt es die Möglichkeit, Beratungsgespräche wahrzunehmen zu


unterschiedlichen Themen wie Alltagsproblemen, Wohnsituation, persönliches Budget, Jobsuche
und Andere.

Ein weiteres wichtiges Projekt der Lebensnähe gGmbH ist die Tagesstätte. Hier können die
Klient*innen mehrere Stunden verbringen und sich in Angeboten wie Ton- und Holzarbeiten,

3
Lebensnähe Psychosoziale Integration: Betreutes Wohnen bei Lebensnähe.
https://lebensnaehe.de/2017/03/26/betreutes-wohnen/ (abgerufen am 20.08.21)
4
Lebensnähe Psychosoziale Integration: Gleichgesinnte treffen und Kontakte knüpfen.
https://lebensnaehe.de/2017/03/26/begegnungsstaette/ (abgerufen am 20.08.21)

2
Korbflechten oder gemeinsames Kochen wieder an eine Art Arbeitsalltag gewöhnen. Ihre
vorhandenen Fähigkeiten werden gefördert und soziale Kompetenzen gestärkt5.

Ein Vernetzungsangebot der Tagesstätte ist der Zuverdienst. Mit Sortierarbeiten, Postversand,
Hundekeksfabrik und anderen Arbeiten, können sich die Klient*innen einen kleinen Zuverdienst
verdienen (z. Zt. 0,80€ pro Stunde) und sich an einen Arbeitsalltag gewöhnen6.

Ich habe während meiner Feldstudienphase sehr viel über die verschiedenen
Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen gelernt. Die
Lebenshilfe gGmbH bietet ein sehr umfangreiches Angebot an Projekten, um Menschen mit
psychischen Erkrankungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen oder sie bei der
Eingliederung zu unterstützen.

Literaturverzeichnis

Caritas Behindertenhilfe und Psychatrie e.V.: Soziale Teilhabe.


https://www.cbp.caritas.de/themen/soziale-teilhabe/soziale-teilhabe

Lebensnähe Psychosoziale Integration: Betreutes Wohnen bei Lebensnähe.


https://lebensnaehe.de/2017/03/26/betreutes-wohnen/

Lebensnähe Psychosoziale Integration: Das Gefühl, gebraucht zu warden.


https://lebensnaehe.de/2017/03/26/zuverdienst-und-beschaeftigung/

Lebensnähe Psychosoziale Integration: Gemeinsame Struktur für den Tag.


https://lebensnaehe.de/2017/03/26/tagesstaette/

Lebensnähe Psychosoziale Integration: Gleichgesinnte treffen und Kontakte knüpfen.


https://lebensnaehe.de/2017/03/26/begegnungsstaette/

§ 28a Absatz 1 SGB1 https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbi/28a.html

5
Lebensnähe Psychosoziale Integration: Gemeinsame Struktur für den Tag.
https://lebensnaehe.de/2017/03/26/tagesstaette/ (abgerufen am 20.08.21)
6
Lebensnähe Psychosoziale Integration: Das Gefühl, gebraucht zu warden.
https://lebensnaehe.de/2017/03/26/zuverdienst-und-beschaeftigung/ (abgerufen am 25.08.21)

3
4