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Andrieieva

Mariia

Übersetzungstransformationen in der literarischen Übersetzung:


Klassifizierungsproblem
Im vorliegenden Beitrag wird auf die Spezifik der Übersetzungstransformationen
eingegangen, die einerseits jedesmal individuelle Lösungen der Übersetzer sind, andererseits
sich nicht eindeutig klassifizieren lassen. Der Beitrag wird mit Beispielen der
Übersetzungsentscheidungen des Übersetzers Jewhen Popowytsch illustriert.
Schlüsselwörter: Übersetzung , Übersetzungstransformationen, Zieltext, Ausgangstext,
Äquivalenzbeziehung.
Andrieieva
Mariia

Transformations in Literary Translation: Classification Problem


This article deals with the specifics of translation transformations, which are on the one hand
individual solutions by the translator and on the other hand cannot be clearly classified. The
article is illustrated with examples of the translation decisions made by the translator Yevhen
Popowytsch.
Key words: translation, translation transformations, target text, source text, equivalence
relation.
Das Thema der Übersetzung ist in der heutigen Zeit sehr wichtig, weil der Bedarf
an gut übersetzten Texten immer größer wird. Bei der literarischen Übersetzung ist
es in den meisten Fällen schwierig, bestimmte Veränderungen zu vermeiden. Am
wichtigsten in einer Übersetzung ist, eine Äquivalenzbeziehung zwischen dem
Ausgangs- und dem Zieltext zu bewahren [4, S. 16]. Das Ziel des Übersetzers ist
die möglichst genaue Widergabe des Sinnes des AS-Textes, was eine bewusste und
effektive Verwendung der ÜT (so werden im vorliegenden Beitrag die
Übersetzungstransformationen kurz bezeichnet). ÜT- ist die Ersetzung einer
Ausdrucksform durch eine andere bei der Übersetzung [7, S. 35].

Es werden folgende ÜT unterschieden: lexikalische ÜT (Transkodierung -


Kombination aus Transkription und Transliteration, Konkretisierung,
Generalisierung), grammatische ÜT, lexikalisch-grammatische ÜT (Explikation,
antonymische Übersetzung) [6, S. 55]. Die ÜT können auch anders gruppiert
werden, wie es L. Barchudarow seinerzeit gemacht hatte: Umstellung, Ersetzung,
Auslassung, Supplementation [1, S. 40].

In den literarischen Texten kommen ÜT sehr oft vor. Die Verwirrung mit deren
Kategorisierung kann ein auf Geratewohl genommenes Beispiel aus dem Roman
von Hermann Hesse „Das Glasperlenspiel“ illustrieren: Er spielte eine kleine
Tonfolge, ein Stückchen aus der Liedmelodie, es klang wunderlich, so
herausgeschnitten, ohne Kopf und Schwanz [2, S. 365]. In der Übersetzung von
Jewhen Popowytsch lautet die Stelle folgenderweise: Він зіграв кілька нот,
уривок з мелодії, що прозвучав дуже дивно, якийсь обрубок без голови і без
хвоста [5, S. 40].

Im angeführten Satz wird das Partizip II herausgeschnitten mit der Bedeutung


“відрізаний”, hervorgehoben durch die Partikeln so, in der Übersetzung durch das
Substantiv “обрубок” angegeben. Nach Klassifikation von Komissarov wird es als
eine Art von ÜT – nämlich Konkretisierung bezeichnet. Aber in der Klassifikation
von L. Barchudarow wird diese Transformation Ersetzung genannt, weil es eine
Ersetzung von Wortarten geschieht. Dieselbe Transformation ist in der deutschen
Übersetzungswissenschaft als Transposition bekannt [3, S. 152].

Literaturverzeichnis:
1. Barchudarow L. Sprache und Übersetzung / L.Barchudarov. – M.: Verlag Progress,
1979. – 272 S.
2. Hesse H. Das Glasperlenspiel / H.Hesse. – Suhrkamp Verlag; Auflage, 2012. – 920 S.
3. Schreiber Michael. Übersetzungstypen und Übersetzungsverfahren // Handbuch
Translation. Hrsg. v. Mary Snell-Hornby u.a. Tübingen: Stauffenburg, 2006. S. 151-154
4. Виноградов В.С. Перевод. Общие и лексические вопросы. Москва : Издательство
института общего среднего образования РАО, 2004. 224 с
5. Гессе Г. Гра в бісер / Г. Гессе (пер. з нім. Євгена Поповича). – Київ: Вища школа,
1983. – 349 с.
6. Комиссаров В.Н. Современное переводоведение. М. : ЭТС, 2001. 424 с.
7. Швейцер А.Д. Перевод и лингвистика: Статус, проблемы, аспекты. М.: Наука,
1988. 215 с
W issenschaftlicher Berater: Nazarkevych Kh.
Y.