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Vortrag saurer Regen

Def.: Niederschlag, dessen pH-Wert niedriger ist als der pH-Wert, der sich in reinem Wasser durch den natürlichen
Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre einstellt (< pH = 5,5).

Ursachen: Saurer Regen schadet dem Boden und den Pflanzen - vor allem den Bäumen. Er kann auf unterschiedliche Art
und Weise entstehen. Und er kann mit und ohne den Menschen entstehen. In der Luft unserer Atmosphäre befindet sich
von Natur aus immer etwas von dem Gas Kohlenstoffdioxid (CO2). Es reagiert chemisch mit dem Regenwasser, wodurch
es zu einer schwachen Säure, zur Kohlensäure wird.

Diese Säure mit einem pH-Wert von ungefähr 5,5 greift die Gesteine an. Insbesondere für die weit verbreiteten
Kalkgesteine ist dies neben der Frostsprengung der wesentliche Verwitterungsprozess. Kalkstein schrumpft dadurch
zwischen 0,01 bis vier Millimeter pro Jahr. Auch der Boden wird unter anderem durch den natürlichen sauren Regen
nach und nach entkalkt.

Neben diesem natürlichen sauren Regen gibt es noch einen zweiten sauren Regen. Er entsteht durch Schwefeldioxid
(SO2) aus den Industrieschornsteinen und durch die Stickstoffoxide (NOx) aus dem Kraftfahrzeugverkehr. In Verbindung
mit Regenwasser und Sauerstoff bildet sich aus den Stickstoffoxiden Salpetersäure und aus den Schwefeldioxiden
schwefelige Säure.

Dies führt zusammen mit dem "Kohlensäure-Regenwasser" zu einer starken Senkung des pH-Wertes des Niederschlages.
Und dieses sehr saure Regenwasser mit einem durchschnittlichen pH-Wert von 4,0 bis 4,5 bekam die Bezeichnung
"saurer Regen".

Wirkung: Der Eintrag von Säuren in den Boden führt zu einer Erhöhung der Wasserstoff-Ionen (H+-Ionen) im Wasser
des Bodens, der so genannten Bodenlösung. Aufgrund ihrer erhöhten Konzentration verdrängen sie wichtige
Pflanzennährstoffe wie zum Beispiel Magnesium, Kalium oder Calcium von den Austauschern, den Tonmineralien. Die
Nährstoffe werden mit dem Bodenwasser ins Grundwasser abgeführt.

Magnesium und Calcium beziehungsweise Magnesium- und Calcium-Ionen wirken der Versauerung durch bestimmte
Prozesse entgegen. Man sagt auch, sie puffern Säuren ab. Wo diese Ionen fehlen, kommt es zu einer Absenkung des pH-
Wertes im Boden. Besonders stark sind solche Böden betroffen, die sich aus calcium- und magnesiumarmen Gesteinen
entwickelt haben. Sie besitzen demnach nur geringe Puffereigenschaften.

Durch Absenkung des pH-Wertes werden im Boden durch chemische Prozesse Aluminium-Ionen (Al3+-Ionen) und
giftige Schwermetalle wie Blei oder Cadmium frei, die Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen schädigen und abtöten
können. Gleiches gilt auch für Eisen-Ionen, die bei einem pH-Wert von unter 3,8 im Boden freigesetzt werden.

In vielen Wäldern außerhalb von Gebieten in denen Kalkstein vorkommt sind die Böden in einer Tiefe von zehn bis 30
Zentimetern schon stark sauer. Das ist genau der Bereich, der von den Feinwurzeln der Bäume am stärksten durchwurzelt
ist. Dort können sie die schädlichen Ionen aufnehmen und werden krank.

Gegenmaßnahmen: Die erste Maßnahme, die in der Geschichte gegen die Auswirkungen des Saueren Regens getroffen
wurde, war, dass die Schornsteine von Fabriken/Kraftwerken einfach höher gebaut wurden – mit dem Erfolg, dass die
Schadstoffe eben flächenmäßig weiter verteilt wurden.

Daraufhin begann man, Filteranlagen in Fabriken/Kraftwerke einzubauen. In Deutschland wurde 1983 die
„Großfeuerungsanlagen Verordnungen“ zur Verringerung der Emissionen von Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden aus
Kraftwerken erlassen. Mit Erfolg. Die Schadstoffemission aus der Großindustrie wurde stark eingeschränkt.

Um die Schäden auf Pflanzen und Boden zu reduzieren, werden an manchen Orten die Wälder gekalkt

Allerdings werden noch immer sehr viele Schadstoffe von Haushalten und vom Verkehr ausgestoßen. In Fahrzeuge werden
zwar Katalysatoren eingebaut. Dennoch sollte der Verbrauch an fossilen Brennstoffen in Motoren, Haushalt und Kraftwerken
eingeschränkt werden. Eine Maßnahme wäre hier, öffentliche Verkehrsnetze weiter auszubauen und andere, v.a. regenerative
Energien mehr zu fördern.