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Wie Sie mit diesem Buch arbeiten können

Trpps, LösuNGEN, Hönrexrr zu DSH & SruoreNvonaenerruNc hilft lhnen vor allen Dingen, wenn Sie allein oder mit
Freunden die Texte und Aufgaben bearbeiten. Das Buch hilft lhnen aber auch, wenn Sie einen Kurs besuchen und
Texte als Hausarbeit bearbeiten, oder wenn im Kurs nicht alle Texte behandelt werden und Sie zusätzliche Texte
selbständig bearbeiten und nacharbeiten möchten.
Lesen Sie bitte zuerst sorgfältig die Hinweise und Tipps. Die hier angegebenen Methoden sind selbstverständlich
nur Vorschläge. Vielleicht haben Sie sich im Laufe lhres bisherigen Unterrichts andere Methoden angewöhnt, mit
denen Sie gut klar kommen. Bleiben Sie in diesem Fall dabei!

Wenn Sie die Aufgaben zum Leseverstehen und zur Grammatik bearbeiten, können Sie folgendermaßen vor-
gehen:
t Versuchen Sie die Aulgaben zunächst ohne die Lösungen bearbeiten.

n Schauen Sie in den Lösur\ceri nach, vergleichen Sie, ergänzen oder korrigieren Sie lhre Lösungen.

Schwieriger ist ein selbständiges Arbeiten beim Hörverstehen. Sie brauchen dann die Kassetten.
Gehen Sie folgendermaßen vor:
I Bearbeiten Sie - wenn möglich - die Vorbereitungsaufgaben schriftlich.

I Hören Sieden Text von der Kassette.


Lesen Sie die Aulgaben, die Sie bearbeiten sollen.

I Bereiten Sie ein Blatt Papier vor (wie auf den Seiten 15/16 im Textbuch und S. 6 in diesem Buch
- beschrieben).

I Spielen Sie den Text erneut ab, machen Sie sich Notizen.

I Lösen Sie die Aufgaben mit Hilfe ihrer Notizen. Wenn Sie mit einigen Aufgaben Schwierigkeilen ha-
ben, hören Sie sich die entsprechenden Textpassagen ruhig noch ein drittes oder viertes Mal
von der Kassette a.n! (Bei den Prüfungstexten im Teil"DsH-Training" solften Sie allerdings den
Text nur zweimal höre4 um ein realistisches Bild lhrer Fortschritte zu erhalten.)

I Kontrollieren Sie lhre Lösungen mit Hille der angegebenen Lösungen.

E Hören Sie den Texte noch einmal von der CD und lesen Sie den Text laut mit. Die Hörtexte
tinden Sie in diesem Buch ab S. 32.
Vergessen Sie den 8. Schritt nicht! Lautes Lesen ist eine wichtige Übung lür das Hörverstehen!

Viel Erlolg bei der DSH!

I Hinweise und Tipps zum Leseverstehen

1. Wie lese ich den Text?


a) Fangen Sie nicht solort mit dem Lesen an!
. Lesen Sie die Überschrift.
. Klären Sie alle unbekannten Wörter aus der Überschrift.
. Überlegen Sie: Was weiß ich zu dem Thema? Was könnte in dem Text stehen?
b) Lesen Sie den Text einmal zügig - ohne ein Wörterbuch zu benutzen - durch. Versuchen Sie die Bedeu-
tung von unbekannten Wörtern zu erraten. Ott lielert der Kontext Hinweise auf die ungelähre Bedeutung.
ln anderen Fällen können Sie aus der Wortbildung Erkenntnisse für die Wortbedeutung ziehen.
Wenn Sie Wörter unterstreichen, unterstreichen Sie nicht unbekannte Wörter, sondern: inhaltliche
Schlüsselwörter, logische Strukturuvület (weil, obwohl ...). Konzentrieren Sie sich auf das, was sie
verstehen; ignorieren Sie das, was Sie (noch) nicht verstanden haben. (globales Lesen).

4
Tipps

c) Wenn es eine Aufgabe zum Textaulbau/zur Textgliederung gibt, lesen Sie den Text abschnittsweise wie
auf Seite 13 im Text- und Übungsbuch ausführlich beschriäben.
d) Lesen Sie den Text ein zweites l\4al zielgerichlet! ln einer Prülung steuern die Aufgaben das Erkenntnis-
interesse. ln den meisten Fällen brauchen sie nicht alles zu verstehen, sondern nur die Textpassagen,
auf die sich die Fragen beziehen. wenn sie merken, dass es zu einem Textabschnitt gar keine Fragen
gibt, sollten Sie nicht zu viel Zeit da.für verwenden.
lm Text- und Übungsbuch sind in einigen Fällen neben den Aufgaben die Abschnitte oder
die Zeilen angegeben, in denen sich die Lösungen der Aufgaben befinden.

2. Wie löse ich die Aufgaben?

a) Lesen Sie die Aulgabenstellung genau


durch. Viele fehlerhafte Antworten
resultieren aus lalsch verstandenen
Aulgaben!
Achten Sie aul die Form der erwadeten
Antwort (Kurzform, Satz...). Schreiben Sie
nicht wörtlich aus dem Text ab. Dies wird
beim Leseverstehen nicht akzeptiert.
b) Bearbeiten Sie zuerst Aufgaben zum
Textauf bau (Zwischenüberschriften
zuordnen, Text gliedern).
c) Ordnen Sie die Nummern der Aulgaben
den Textpassagen zu, in denen Sie
die Antwort finden. (Siehe Kasten links.
Die Markierungen beziehen sich auf die
Aufgaben 2 und 3 des Textes "Spicker...",
s. 34)
d) Falls die Zahl der zu erreichenden Punkte angegeben isl: Lösen Sie vor allen Dingen die Aufgaben, für
die Sie viele Punlde bekommen können.

ll Hinweise und Tipps zum Hörverstehen

1. Erkennen von wichtigen lnformationen


lm ersten Teil des Abschnitts Hörverstehen ("Erkennen", ab S. 83) sind die Hörtexte kürzer als die in der prüfung.
Die Übungen zu diesen Texten sollen lhnen helfen, typische Textmerkmale von Vorträgen zu erkennen. Sie
können (und solltenl) die Kurztexte von der CD so oft hören, bis Sie die Übungen vollständig gelöst haben.

2. Hilfen und Vorbereitungsaufgaben


Bei allen Hörtexten (auch in der Prülung) erhalten Sie lnformationen, die Sie auf den Text vorbereiten.
Solche lnlormationen sind:
die Uberschrift des Textes (hier wird das Thema des Vortrags genannt);
Worterklärungen (sie, können Hinweise aul lnhaltspunkte liefern)
(knappe) Zusammenfassungen (in DSH & Sruorerlvoneene rur.rG 2020) finden Sie bei jedem Hörtext eine
kurze lnhaltsangabe)
Gliederungen oder Teilgliederungen
visuelle HilJen (Bilder, Tabellen, Diagramme).
Nutzen Sie diese lnformationen unbedingt! Sie erleichtern das Hörverstehen!

5
Fragen Sie sich aul der Grundlage der erhallenen lnformationen:
. Was weiß ich von dem Thema?
. Was / welche Probleme könnten in dem Vortrag angesprochen werden?
ln lhrer Muttersprache stellen Sie sich (meistens unbewusst) diese Fragen automatisch, wenn Sie irgendwelche
lnformationen über etwas erhalten, das sie lesen oder hören werden. Wenn Sie z. B. in einer Zeitung eine Schlag-
zeile lesen, bilden Sie sofort Hypothesen zu den oben genannten Fragestellungen. Das bedeutet: sie antizipie-
ren, und während des Lesens oder Hörens prüfen Sie permanent, ob lhre Hypothesen richtig oder lalsch waren.
ln einer fremden Sprache funktioniert diese Antizipation aus verschiedenen Gründen nicht automatisch. Sie
können Antizipation aber trainieren. Diesem Zweck dienen die Vorbereitungsaulgaben (A, B, C ...)

2. Das erste Hören des Vortrags


wenn Sie den Vortrag das erste Mal hören, sollten Sie keine Notizen machen. Das ist sinnvoll, denn das Mit-
schreiben stört das Verstehen. Mitschreiben bedeutet: Sie veMenden einen Teil lhrer Konzentration aul das
Anfertigen von Notizen. Sie müssen sich aber voll aul das Verstehen konzentrieren! Mitschreiben bedeutet in aller
Regel: Sie geraten unter Druck, sie werden nervös, weil Sie zwei ganz unterschiedliche Aulgaben lösen wollen.
Deshalb: Konzentrieren Sie sich nur auf den Vortrag.
Man kann das Ziel des ersten Hörens als globales Verstehen bezeichnen. Welche Themen werden angespro-
dren? Welche Thesen werden aufgestellt? Wie ist der Vofirag aufgebaut/gegliedert? Das bedeutet: Sie sollten
nach dem erslen Hören einen Überblick über die .Grobsüuktur" des Vortragi haben.

3. Vor dem zweiten Hören: Aufgaben steuern Konzentralion und Mitschrift


ln den melsten Fällen erhalten Sie die Aufgaben n@h dem 1. Hören. (Variante A). An manchen Hochschulen
werden die Aulgabenblätter aber schon VOI dem 1, Hören verteilt (Variante B).

Variante A: Nach dem erslen Hören gibt es eine Pause (10 Minuten), in der Sie die Aufgaben lesen können, die
Sie bearbeiten sollen. Damit beginnt die entscheidende Vorbereitung auf das zweite Hören und die
Lösung der Aufgaben.
Wie können Sie die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Hören nutzen?
Dazu ein Vorschlag:

E Lesen Sie alle Aufgaben durch. Sie müssen unbe-


dingt die Aufgabenslellung verstehen. Schlagen Sie
unbekannte Wörter im (einsprachigen) Wörterbuch
nach.
Markieren Sie Schlüsselwörter der Aufgaben
(meistens Nomen). Diese Schlüsselwörter kommen
in aller Regel auch im Vortrag vor. Sie signalisieren
Textstellen, zu denen Sie Aulgaben lösen sollen.
Nehmen Sie ein leeres Blatt und nummerieren Sie
die Aufgaben. Lassen Sie genügend Platz für ihre
Notizen zwischen den Aufgaben. ldeal wäre es,
- wenn Sie die Schlüsselwörter der Aufgaben hinter
die Nummern schreiben.

n Machen Sie sich beim zweiten Hören möglichst gezielt zu den Aufgabenstellungen Notizen. Wenn
die Aulgabe darin besteht, Schemata auszufüllen, schreiben Sie lhre Notizen mit Bleistift direkt in
das Schema (2.B. bei Aulgabe 3, S. 97)

l[ Vervollständigen und überarbeiten Sie lhre Notizen. Direkt nach dem Hören sind lhre Erinnerungen
noch frisch. Später werden lhnen viele Notizen - wenn Sie unbearbeitet bleiben - als unverständlich
und wirr erscheinen.

Variante B: Sie erhalten die Aufgabenblätter vor dem ersten Hören und haben in der Regel 1O Minuten Zeit, die
Aulgaben zu studieren. Verfahren Sie genau wie bei Varianten A, Schritte 1 und 2. Machen Sie sich
aber im Unterschied zur Variante A auch beim 1, Hören schon Notizen. Vervollständigen Sie
dann lhre Notizen während des 2. Hörens.

6
4. Mitschreiben, Notizen machen
Notizen während des Hörens sind Gedächtnishillen. wenn sie die
wichtigsten lnformationen aus einem Text
notieren wollen, müssen Sie sich entscheiden, was Sie aulschreiben,

a) Was sollte mitgeschrieben werden?


ln den seltensten Fällen sollen sie einen Te)'t vollständig wiedergeben
können. Meistens sollen sie Fragen zum
T€{ einzelne Argumente.wiedergeben us'i., oas i'äiar, sle sollen einen
?:antwglenl
und die wichtigsten lnhaltspunKe wiedergelen. Notizen sind deshalb
Hörtext seteKiv verstehen
nur sinnvoll, wenn sie sich direkt auf die
Aufgaben- und Fragestellungen beziehen. Söhreiben Sie also zieeerichtet
mit.
Einerseits dürfen sie nicht zu viel auJschreiben (zeit!), andererseit. rü"""n
sie auch den Textsinn aus thren
Notizen rekonstruieren können. Natürlich hängt es vom Text ab, welche
Wörter wichtig sind (,,Schlüsselwörter().
Trotzdem gibt es einige Hinweise, werche wortarten tendenzie[ eher
wichtig oder ünwicÄti; ;iil,--

ryT,"#HiF,"#ndr Sprint. er : 5 ehn en, 9 p r un 44e -


lenke 9OOO Newt"ln

Damit soll der Wasserwiderstand


! werden W a aberwi Aer 6Land v arrin -
und der Sportler schneller durchs Wasser! qert,
oahneller gleiler
Der Sportler hat folgtich eine lAusdauer.
Es.giotI e;ne Sportart, wo Dopingfälle
I kaum 7porAarL Do?inq nlchl
aufgetreten sind.

Er kam zu dem Ergebnis, dass der Mensch trotz


Erqebnis: max. 4OOOO Kj/
höchster Anstrengung maximal
I ag umsetzen kann,
! Kiloioule am
umoetzen
Artikel und Prä- 1. Denn mit den Mögtichkeiten
positionen zwi- I Genmanipulation
können Dopingverfahren entwickelt werden, ....
1. Möqlichk. d. Genmaripula-
lion Dopinq nichL nacht),teis-
schen Genitiv- und 2-Vielleicht wissen wir dann, dass die Verlierer oar waren
Präpositional- Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaft en;icht
I 2. Verlierer b. O)ympiocher
attributen langsamer waren, sondern nur ehrlicher sind. 5 pi el en nicht lan yäam er,
sondern ehrlicher

. Artikel, Präpositionen, bedeutungsschwache Verben (haben, geben),


Adjektive.
' Faustregel bei Attributen: Rechtsattribute der Nomen sind wichtiger
ats Linksatrribute:
f Das liegt an den garr+rs{atnlic|rcfr Fähigkeiten ;nseres cehirns
Achten sie auf die rntonation! Die schrüsserwörter tragen meistens
Hauptakzente.
I "Er sollte verantwortung übernehmen und versuchin, clieiiuation zu verijndem-<

7
b) Symbole und Abkürzungen

I = Folge (deswegen, des- Es ist nicht vervunderlich, dass deshalb viele


) viele 9.ler mehr Zeit Kranken'
halb, aus diesem Grund, folg- Sponler mehr fuit beim Krankengymkasten
als in der Trainingsh.alle t'erbinge .
qymn. alo lraininq
lich, sodass ...)
Es spicht leider wenig dafir, Denn es
weni6 dafür <- ver7uchN nalürl.
I = Grund (weil, denn, da, wird versucht, die natürlichen Grenzen
Orenzen d. Leletunqefähi1k. z.
aufgrund, infolge, nämlich ... ) der menschlichen Leistmgsfähig ke ir zu
terschieben. verachieben

I = Schlüsselwort "Patente"
(Wort aus der Uberschrift) Für die Enttaicuungslönder haben
I = Schlüsselwort "Entwick- Patente abet Jär viele Menschen tödliche
Konseqüenzen.
EL. ? Lödli. Konoequenzen
lungsländer" (Wort kommt
mehrmals in den Aufgaben vor)
Mö glichkeiten det GenmatuipuLrtion atlon
Mö 6lichk. ä. G enm anipul
I= Genitivartikel bei Kreislaufsy stem eine s Sponlers
Kreiol auf oyotem e. 9.1 er e
Genitivattributen Energieprodüktion von 37 verschiedenen
Lehewesen EnergieprodukLion v. 37 Lebaneaen

Dielligration (= Schlüsselwort in der Über-


1 = Zunahme (zunehmen, stei-
gen, [sich] erhöhen usw.)
schnft) v on ft
clJfualrrziete, (= Schlüssel- Mv.H4 |

wort aus den Aufgaben) wicürt

I = Abnahme (abnehmen, Mit unehmendem Alter yeringert sich das


fallen, lsich] verringern, zurück-
P hänomen de s Sc hlafwandelns.
t Alter I Schlafw andeln
gehen usw.)

lm Textbuch linden Sie.Übungen, die das Notieren von Schlüsselwörtern ("Notieren in Kurzform") und das
Abkürzen üben. Diese Ubungen beziehen sich sowohl aul Hör- als auch aul Lesetexte.
Denken Sie daran, dass Abküzungen beim Mitschreiben nur dann sinnvoll sind, wenn Sie auch später noch
genau wissen, was die Abküzungen bedeuten. Bedenken Sie außerdem, dass das Abkürzen eine zusätzliche
Anforderung beim Hörverstehen ist. lnsbesondere das Verwenden von Symbolen bei der Mitschritt
lunktioniert nur, wenn es automatisiert ist, d.h., wenn Sie nicht nachdenken müssen, was "nämrbh" bedeutet
und welches Symbol Sie verwenden können. Wenn Sie darüber nachdenken, "verpassen" Sie mit Sicherheit
wichtige lnlormationen des Hörte)des! Daraus folgt, dass Sie mit solchen Symbolen äußerst sparsam umgehen
und sich nur aul einige wenige konzentrieren sollten.
Natürlich können Sie auch lhre eigene ))Symbolsprache( verwenden. Wichtig ist, dass Sie eine Methode
entwickeln, die im entscheidenden Moment (wenn der Text vorgelesen wird) als Gedächtnishille funktioniert.

c) Probleme bei der Mitschrift


Wahrscheinlich werden Sie während lhrer Prülungs- und Studienvorbereitung auf eines.oder mehrere der folgen-
den Probleme stoßen. ln DSH & Studienvorbereitung 2020 linden Sie Vorschläge und Ubungen, die dazu beitra-
gen sollen, diese Probleme zu verringern. Wenn Sie im Kurs arbeiten, sollten Sie gelegentlich über diese Sätze
reden und lhre Erfahrungen untereinander austauschen.

8
Tipps

d) Beispiel für eine ))ideale" Mitschrift


im Hochleistungssport" (s. 96) "ldeal"
lm folgenden finden sie eine ,ideale. Mitschrift zum Hörtext 2,Grenzen
bedeutet: Bezogen auf die Fragen sind exakt die wichtigsten wörter "
mitgeschrieben " und symbole verwendet
auch: Eine solche Mitscirift ist in der Praxis des Hörverstehens nicht nur für
worden. "ldeal. bedeutet aber selbst den
(Der Autor dieser Mitschritt hatte
Deutschlernende, sondern auch für N,4uttersprachler kaum möglich!
iext schriltlich vorliegen und konnte deshalb "perfekte" Notizen anfertigen!)

trtrt'tt lrt"tlt -'i'?t7rr


I
Abkürzungen:
5. = Sport usw. I

D = Doping
Teit 1 I
I
- - - -i - - - - - -
Nummerierung ----- -- O Verletzungen Sportler + - - - - - - - - - - - - - - - - - --
der
notürl. Leistungs grenzen ü\erschrillen {

I
Schlüsselwörler @ Vf o) Grundsötze verändern? Fll
der R/F'Aus- I

@ Ergebnis EnergieProduktion
Mensch mox. 40000 Kj/Tog smserzen

@ H"rz
normal: 300 9, 17,5 I Blut/Minute
Abkürzung für l. Viren
Kompositum r,S.herz: 500 9. 35 l, Herz anfalliger
mit -Sporl"
@ Bewegungsapporat
wirken hoha Kröfte
Bsp: Sehnen * SPrunggelenke belostet
--> Sehnen reißen leichf 4
Symbol für ---"r -+ Gelenke zerslöti
-+ viele S.ler mehr Zeit Kronkengymn. ols Troining I
Teil 2 \

O Computersimulotion
Ziel ; Genitivattribute,
Bewegungen d.S.ler oPtimieren I Abkürzung
l _ ---------------------'; für "der" und
@ speedo .eines"
i""---------'-
o) wie Hout e. Hois
ii wo.r".*ia"*tond J, schneller gleiten I

@ epo (
Symbol für
J Epo t rote BlutkörPer
"erhöhen"
----i -->Blut mehr Souerstoff
. -+ S.ler löngere Ausdouer t

@ ousbreiten
Dooinq
-'---a-----------
I
tt
D. t ä m. Genmonipulotion r

D. nicht nochweisbor

I
Tipps

lll Hinweise zur Grammatik


Viele Umlormungen bei den Lückentexten beziehen sich auf die folgenden grammatischen Strukturen. Für
sieben Strukturen finden Sie Schwerpunkte im Text- und übungsbuch.

Mit GPS-Empfängern konnten die Mit GPS-Empfängern konnten die Wege


Aldiv <) Passiv Seite 68
Forscher die Wege verfolqen. vertolgt werden.

Aufgrund des risikoreichen Lebens


Kausal- und Das Leben der Männer ist kürzer, weil
in der Jugend ist das Leben der Seite 70
Folgesätze sie in der Jugend risikoreich leben.
lvlänner kürzer.

Lachen ist ein Verhalten, das


angeboren und nichl erwotben ist /
worden isl.

Beim Wechsel des Telefonanbieters Wenn man den Teletonanbieter


Konditionalsätze muss man mit langen Wartezeiten wechselt, muss man mit lanqen Seite 75
rechnen. Wanezeiten rechnen.

Trotz verschiedener Hautfarben Obwohl die Menschen verschiedene


Konzessivsälze sind die l\ilenschen unter der Haut Hautfarben haben, sind sie unter der
praktisch alle gleich. Haut praktisch alle gleich.

Die lvlanipulation kam vorn


Alternativen zu Der normale lnternet-Nutzer ist nicht in
normalen lnternelNutzer nicht Seite 80
"können" erkannt werden.
der Lage, die Manipulation zu erkennen.

lnlinitive Der Forscher glaubt, eine schädliche


Substanz in den Tränen nachweisen zu
können.

Diese Theorie steht im Widerspruch Diese Theorie widerspricht den


Funklionsverben
zU den Naturgesetzen. Naturgesetzen.

10
Eei den Aufgaben der DSH handelt es sich meistens um offene Aufgaben. Das bedeutet,
die Lösungen nicht genau festgelegt sind. Viele der lolgenden Lösungen sind deshalb
gen Leseverstehen

Leseverstehen 1. Teil S. 8 - 32

S.9 B a) ausgehen; b) anpassen; c) Auswirkungen; d) anpassen


C a) die Schätzungen; b) das Artensterben; c) die Arten (in den Rückzugsgebieten)

s. *1 C Experiment widerlegt
11 Theorien (über Ursachen von Orientierungshilfen)
2 a) unterschiedlich lange oder kräftige Beine; b) Dominanz einer Gehirnhälfte
4a) F; b) R
*5 dass diese Erklärung nicht stimmt falsch
/ ist / nicht zutrifft
6 Bichtungsinlormation

S. 13 1 + 2 2. Beitrag von lndustrie und Wissenschaft zum Dopingbetrug = E


3 Maßnahmen (zum Kampf) gegen Doping / zur Bekämpfung von Doping = passt nicht!
4. Gründe für Niledikamentenmissbrauch = B
5. Gemeinsamkeiten von Medikamentenmissbrauch und Doping = D
6. Zerstörung der Gesundheit = passt nicht!
7. Verstoß gegen schriftlich fixierte Regeln c
S. 14 1 (Frage/ Numerus, Genus) b) Wobei orientieren sie sich an einem Schönheitsideal? _) Bei dem Versuch, den
Körper zu tormen
c) Form = Femininum + er; Medikamentenmissbrauch = Maskulinum = er
d) die kodifizierten Regeln = Plural = sie (??); die beiden gesellschaftlichen Phänomene = plural = sie; eine
Gemeinsamkeit = Femininum + er
e) Wobei spielen Pharmakologie ... eine entscheidende Rolle? r Dabei, sie (= Dopingbetrug und
Medikamentenmissbrauch / die beiden gesellschaftlichen Phänomene) zu ermöglichen und zu verstärken (Bel
det Ermöglichung und Veßtärkung des Dopingbetrugs und des Medikamentenmissbrauchs).
1 (Lösungen) b) versuchen, ihren Körper zu formen / beim Versuch ihren Körper zu formen
c) l\,4edikamentenmissbrauch
d) die beiden gesellschaftlichen Phänomene
e) sie / Dopingbetrug und l\y'edikamentenmissbrauch / die beiden gesellschattlichen Phänomene zu ermöglichen
und zu verstärken. .4 uch möglich ist: etmöglicht und verstärkt durch die Wissenschaften
S' 15 .1 (Kasten) nicht krank sein/ medizinisch nicht nötig
sein) a) ...obwohl man nicht krank ist: b) obwohl es
medizinisch nicht nötig ist.
.2 (Kasten) sich regenerieren sich erholen wieder
= / fit werden; Zeit verkürzen = schneller
lvlit lvledikamenten kann man sich nach anstrengenden Belastungen schneller erholen / kann man wieder
schneller fit werden.
*3 vereinbaren die
- Sportler: ln diesem System herrschen schriftliche Regeln, die die Sportler vereinbart haben /
beschlossen haben.
*4 ... die es nur im gibt / die man nur im
Hochleistungssport antrifft.
s. 16 Ü1
Begleiler Linksattribut Nomen Rechtsattribut
Nutzung 13) van ünetlarble .. lei.tunq
die in den... qeltenden Reoeln (5)
besondere Form (21) des [/edikamentenmissbrauch
schriftlich fixierte -.ln (23) die auf ... beruhen-
der Leistungsmanipulation (27) durch [4edikamente ... Hilfsmitteln
in direkier o (39) zu den Fortschritten ... lndustrie

U2 ' Unerlaubte Methoden werden genutzt. Methoden, um die sportliche Leistung zu steigern . Gegen Regeln
wird verstoßen ' Fähigkeit, etwas wahrzunehmen . Die Leistungsmanipulation ist / wird verboten . Die Leistung
wird manipuliert.
Ü3 a) verstehen; b) im Gegensatz; c) sich orientieren: d) sich beziehen; e) gehören; f) sich unterschieden
Ü4 a) Sport-hohe Leistungen; b\ Zeit - zu regenerieren; c) Doping - betrogen

12
S. 17 .A 1. Hauptaussage: Die Lebenserwartung der Deutschen ist (von 1901 bis 2005) kontinuierlich gestiegen.
2. Hauptaussage: Die Lebenserwartung der Frauen ist höher als die der Männer.
S. 19 1 Vorübung A b) ist richtig
-
a) Zweites X-Chromosom verhinderwerzögert Erbkrankheiten; b) (Geschlechtshormon) Ostrogen schützt vor
Herzinfarkt / Östrogenr Schutz vor Herzinfarkt; c) T-Zellen stärken lmmunsystem / Stärkung des lmmunsystems
durch T-zellen
2 a) leben unter identischen Bedingungen; b) einfacher Lebensstil; c) keine Kinder; d) wenig Stress
3 a) Nonnen dieselbe LebenseMartung wie Frauen außerhalb von Klöstern; b) Mönche iast genauso alt wie
Nonnen
S.20 4 b) Herzinfarktrisiko durch ungesunde Ernährung; c) Bewältigung von Stress im Berutsleben; d) risikoreiches
Leben in der Jugend
*5 Frauen leben länger als Männer, d.h., in einer Ehe überleben die Frauen ihre Ehemänner.
6 a) Für die Unterschiede in der Lebenserwartung dieser Gruppe sind biologische Gründe verantwonlich.
b) Die Unterschiede in der Lebenserwartung dieser Gruppe sind auf biologische Gründe zurückzulühren.
7 al Bezieht sich auf den ganzen Satz: ln Deutschland ... - Jahren oder: Männer sterben fast überall auf der Welt
früher als Frauen. -b)von Gendefekten; -c) lmmunsystem;- d) 1=T-zellen; 2 = lmmunsystem;- e) l\,4önche
und Nonnen (aus Klöstern)
S. 21 Ü1 a) Wissenschaftler; b) nur ein X-Chromosom; c) Umweltfaktoren wie Ernährung und Lebensstil; d) Die
Unterschiede in der Lebenserwartung dieser Gruppe; e) das risikoreiche Leben der Männer in ihrer Jugend
Ü2 (1) ln dem Text geht es um; (2) Dafür; (3) zum einen; (4) Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern; (5) vor allen
Dingenl (6) Dies hat eine Studie ergeben; (7) Daraus schließen die Forscher; (8) dagegen; (9) Dazu zählen
. Ü3 Japan: ln Japan haben Männer und Frauen eine höhere Lebenserwartung als in anderen Ländern. Dies ist
zurückzuführen auf eine gesündere Ernährung. Darüber hinaus vertragen Japaner weniger Alkohol, sodass sie
auch weniger davon trinken.
ln Russland haben Männer eine 13 Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen. Die Gründe dafür sind eine
hohe Selbstmordrate und ein hoher Alkoholkonsum.
ln der 3. Welt sterben Männer und Frauen gleich jung. Dies hat seinen Grund in der schlechten medizinischen
Versorgung von Frauen und l\,4ädchen.

S.23 1 a) blind und taub geboren sind; b) b/,nd= nicht sehen können; faub = nicht hören können. Sogar Kinder, die von
Geburt an nicht sehen und nicht hören können, können lachen.
S.24 *2 Einerseits kann Lachen in Gruppen das Gefühl stärken, dass man zusammengehört. Andererseits kann es
auch zeigen, dass man anders als andere Gruppen ist.
*3 Die ersten beiden Funktionen des Lachens sind belegt. Es ist aber nicht bewiesen, dass Lachen eine
therapeutische Funktion hat.
*4 Die wichtigste Bedingung ist, dass man nicht allein ist / das jemand dabei ist / das eine andere Person
anwesend ist.
*5 Das liegt daran, dass wir beim echten Lachen für kurze Zeit unseren Körper nicht mehr kontrollieren können.
6 B Funktionen des Lachens; 1. soziale Funktion; 2. psychologische Funktion; c) therapeutische Funktion
C Soziale Bedingtheit des Lachens
D Formen des Lachen; 1. kommunikatives / angeeignetes / kontrolliertes Lachen; 2. echtes Lachen
7 a) blind und taub geborene Kinder; b) (Lachen dient de0 Abgrenzung einer Gruppe; c) Videokomödie;
d) AIe Sätze von Z. 41 45:Das alles... - bezeichnet.
S.25 8 a) der Augenkontakt zum Gegenüber reißt ab; b) andere Menschen werden zum Objekt des Gelächters
gemacht; c) soziale Bedingtheit; d) ganz gleich, wie
ü1
Begleilei Llnksattrlbut Nomeil Reehtsattribul 1 Rechtsatirlbut 2
anqeborenes ,., - eMorbenes zer Mercaheti (GEN)
blind und taub qeborene
etne wichtige für den Aufbau fre undschaftlicher . . .

-kein Atifibutl "der HeiLung bestimmter Krankheiten" gehöd


zum Verb hellen bei
nur... aboesicherte leqe (24)
der iür... nohvendiqe Reiz (25)
Arsdruckslornen (38) die wir... einsetzen.

13
Ü2 a) das Lachen; b) es; c) dieses physiotogische Gewitter
ü3 a; btinde, taube Kinder I <) L nie gehört;
b) angeboren: Fähigkeit L interpretieren;
c) positiv: > . 7 Sekunden + Augenkontakt abreißt;
d) gesenkter Blick .) keine Aggressionen; e) nicht genau Rhythmus ) Ialsch erkannt
S.26 *ü4 Sowohl l\4enschen als auch Atfen lachen.
Atfen lachen, um Missverständnisse zu vermeiden und ihre
friedlichen Absichten zu zeigen. lm Gegensatz zum Menschen ist beiAtfen kein unechtes Lachen zu
beobachten.
Ü6 abreißen - fortsetzen; vertraut - lremd; entschärfen - zuspitzen; abgrenzen - zusammengehören;
überdecken - offen legen; anspannen - entspannen; stärken - schwächen; bestäligen - widerlegen;
aneignen - verlernen

s.28 1B-E-C-A-D
2a)R,b)F; c) R; d) F;
S.29 3 e) R; l) F; g) R;
4h) F; i) R;j) R; k)F; l) R; m)F
Ü1 a) der Asteroid; b) Autounfälle, epileptische Anlälle, Gewaltverbrechen, Selbstmorde und Hundebisse; c) die
Erdkruste; d) sonnenlose Nacht
Ü2 verwandeln; b) entstehen, c) verführen; d) ctaube; e) führen; f) erinnern

S.3O D 1. - l); 2. - d); 3. - b); 4. - g); 5. - a); 6. -e); 7. - c)


s.31 1
ständige Effeichbalkeit

Verlustd€r Fähigkeitsich aul ein Proiekil tür tange Zeitzu konzentrieren

s. 32

. WahrnehmungslähiskBil
. FeaKionsschnelliskoit
. bei slarken celühlen: Konzentralionslähigksit

U2 a) hereinbrechen; b) klagen; c) Anlass geben; d) führen; e) leiden; f) abschrecken; g) süchtig; h) verbringen;


i) konzentrieren; j) herausstellen

14
Leseverstehen 2. Teil S. 33 - 54

S.35 11 -Et2' Dt3-passtnicht!; 4 -A; 5 -F; 6 -passt nicht; 7 -C; 8 -B


*2 Wenn man nicht genug gelernt oder Angst vor der Prülung hat'
*3stellenhoheAnforderungen,übendadUrchDruckaufschüIerauS;oder:übenDrUckaUS,gUteNotenzu
erzielen
*4 Es wird ihnen klar, dass Noten eine besondere Bedeutung für die Ausbildung haben
5a)zUbequemzumLernen;b)mangelndeslnteresseamFach;c)ElternmitgutenNotenerfreuen;d)Strafeder
Ettern entgehen; o!.iaiiö""; tl r""ni o"i bestimmten Lehrern ; g) technische Herausforderung,
"l ","n ""rüli
das perfeite Versteck zu finden; h) Duell mit dem Lehrer
*6zuerstWirddieUhrentkernt.NachderEntkernungWerdenimlnnerenderlJhrzweiRolleninstalliert-Andie
zwei Rädern am Gehäuse der Uhr verbunden.
Ro en wird jeweits ein" Si"ngJüäfä.tigt. Oilse wärOenmit
Äär" päpi"ritr"it"n mit chemieformeln gewickelt Der abgerollte Teile wird auf
Anschtießend wird uut
"inJ
die zweite Rolle aufgewickelt'
"r
s.36Tsponfanspicker.inhaltlichunsystematisch,.technischanspnlchSlos:.ProdukteinerPaniksituation;
. entsteht unmittelbar vor Prüfung
und reduziert:
geplanter spicker: ' und in Ruhe angelegt; 'möglichst klein; 'Lernstoff verdichtet
"v"t"rnuiain
. kaum lesbare Schrift; 'antensive Beschäftigung mit dem Stoff; 'psychologisch Stütze
*8 Spicker werden in Prüfungen oft gar nicht benutzt Aber man weiß' dass sie da sind' wenn man sie braucht'
Däs bringt mehr Sicherheit beim Lösen der Aufgaben'
9a)ZWangzurFleduktiondesLernstoffsaufdasWesentliche;b)FörderungVonselbstständigemDenken;
e) Aufschreiben des
c) Trennung von Wl"ntig";,ndUnwichtigem; d) Strukturierung des Lernstoffs;
(reduzierten und strukturierten) Lernstotf s
loa)indenunterenschulklassen;b)Formatmöglichstkleingehaltenwerden;c)kognitiveLeistung;
d) audiovisuellen ldeen und Geiäte oder umprogrammierte
Handys - sichtbar machen'
*11 ... werden Spickzettel hier aber kaum eingesetzt'
12 a\

d) Feserven - Energie - Körper;


s. D a) Situation - Ernährung; b) Körper wächst; c) Energie - Nahrung;
37
ej Nährstoffe - aufgenommen; f) versorgen - selbst
.D Qualität und Quantität der Nahrung bestimmt Körpergröße;
s. 39 1 A c) passt; B b) passt; C b) passt;
g UnielscniäOficÄes Körperwachstum während der lndustrialisierung / soziale Folgen der lndustrialisierung
Wachstum der Völker
U""tirtn"n Körperwachitum; F Unterschiede im Sozialsystem bestimmen
*2 Falsch ist, dass die Menschen im Laufe der Geschichte immer größer geworden sind Fichtig.dagegen
is1, Oäss Oie XOrpergröße stark schwankt. Zum Beispiel
wurde festgestellt' dass im 20 Jahrhundert die
wuchs, während in Afrika die Menschen nach
durchschnitfliche Körpergröße um einen zentimeter'pro Dekade
l\,lissernten und Trockenheit kleiner wurden
3 Wohlstand, medizinische Versorgung, Ernährungssituation
4 @rflE@] . lebenswchiigeKörperfunKionen
. BewequnS

Mr.@.@[@l . AbbaukörperegenerEnergiereseruen
. FeduKion der Energiezuflhr lür Aktivilälen und Wachs'

Elkrankungen wahr'

Mineralstofle und vitamine


s.40 *s Bauern: den verkauf ihrer produkte hatten sie nicht mehr so viele Proteine'
DrJrch
genügend zu essen, damit diese besser für sie
zur verfügung. sttav.en; oie öxtavenbesitzer gaben den sklaven
arbeiten konnten.
6a)F; b) F; c)R
7 Heute sind die Holländer größer als die Nordamerikaner'
*g Nur wenn arme Menschen durch Sozialsysteme und eine medizinische Versorgung unterstützt werden, wächst
die durchschnittliche KörpergröBe'

15
9 a) dass die Menschen ... - geworden sind; b) para et zu ... geworden sind (oder. Anthropometriker ...
-
aufwuchs); c) 1 = Nahrungsenergie; 2 = Körper; d) komplexei Vorgang; e) sind die N4ensähen nicht gewachsen,
sondern geschrumpft; l) proteine, Mineralstoffe, Vitamine
s.40 Ü1
Beqleiter ' ' Linksartribul Rechtsattdbql (e)
niedrigen n (1)
die durchschniltliche irpergröBe.{10!)
bei mangelnder o der Nahrung
die sozialen Folgen (26) der lndust alisierunq
den Uindem (48) mit den besten ... Holland

S'41 Ü2 Nach Erkenntnissen von Wissenschattlern - Wohlstand und Gesundheit - lhre Untersuchungen haben
ergeben - schrumpfen - Eine biologische Erklärung - Energie Als Beispiel für den ZusammenÄang
-
lndustrialisierung - aus reichen Familien - Es gibt aber eine Ausnahme Sklaven Es wird vermutelt Ein
- - -
anderer Aspekt - vergleicht - sozialen Sicherungssysteme - Dies könnte eine Erktärung im Gegensatz
-
Ü3 a1 anpassen; b) beteirigen; c) verantworflich; d) gerten; e) schrießen; f) lnteresse; g) zusammenhängen;
h) hinweisen; i) verantwortlich

S. 42 B 1. d); 2. g); 3. e); 4. c); 5. f); 6. b); 7. a)


S' 43 .1 B Kriterien Kriegseintritt; 1. gerechter
Grund; 2. legitime Autoritätj 3. tegitime lntention (Absicht)j 4. tetztes
N4ittel; 5. Hoffnung auf Erfotg
C Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten
2 Ktieg 1: Ktiletium 3 (Kriegseintritt); Krieg 2: Kdletium l + 2 (Kriegsführung); Kieg g: 2 (Kriegseintritt);
Krieg 4: Ktitetium 1, 3 (Kriegseintritt; Krieg Sj Kriterium t, 4 (Kriegseintritt) ''.Jiterium
S. 44 .2 Die Hoffnung, dass es Kriege aufgrund
der Erfahrung zweier Weltkriege in Zukunft nicht mehr geben würde,
hat sich somit nicht erfüllt.
*3 Kriege sjnd dann gerechtfertigt,
wenn sich ein Staat gegen einen Angriff verteidigt.
4 Regierung eines Staates, Sicherheitsrat der Vereinten Nationen; n/bhf lndividuen, Gruppen
'5 Vor einem Krieg muss alles versucht werden, den Konflikt triedlich zu lösen.
6 a) 200 Kriege auf der Welt seit Ende des 2. Weltkrieges; b) des Rechts zum Kriegseintritt; c) das Recht
auf Selbstuerteidigung gegen äußere Aggressionen; d) (Einheit des Staates oder) Staatsbürgär; e) legitimen
lntention; f) des Krieges
ü1
NoBieIl.. l Rechbanribut l. . Rechtsaftribüt 2
den a) . des Rechts zum Krieqseintritl
) auf Selbslverteidigunq gegen äußere Aggressionen
) der Charla der Vereinlen Naiionen
den €aa (20) . mililärischer Gewalt zur..- Weltfriedens
die auf Erfolg
des Krieges
ernes )
s' 45 Ü2 2. legitime Autorität - Regierung eines staates - rndividuen und Gruppen nicht berechtigt; sicherheitsrat
Wiederherstellung Weltf rieden
-
3. legitime lntention - Wiederherstellung des Friedens falsch: Rache, Herrschaft, wirtschaftlicher cewinn
-
Ü4 al zum Eintritt in den Krieg / zum Kriegseintritt; b) um die Einheif des Staates zu verteidigen; c) militärische
Gewalt einzusetzen, um den Weltfrieden zu wahren oder wiederherzustellen; d) politische Mittel, ;m den Konflikt
friedlich zu lösen; e) zur Einschätzung der Aussichten aul Erfolg

s.46 A Essen: Aroma, Fleisch, erhitzen, garen, genieBen, kochen, konservieren, Kost, Mahlzeit, pürieren, Rohkost,
Speiseplan, verderben, verzehren, zäh
B Darm, Energie, fressen, Gebiss, kauen, Krankheitserreger, Nährstoffgehalt, verdauen, Verdauungsorgan,
zerkleinern
S" 47 la Zweltes Schlüsselwoft:verdauen / Verdauung
b) 1. nur Einzelinformationen; 2. passfl ; 3. steht nicht im Text; 4. unverständlich; S. nur Einzelinformation
2 a) "6$67i.11r. a.t Menschheit": Homo sapiens, Homo erectus, vor 1 ,8 oder 1 ,9 Millionen Jahren, biologische

16
und soziale Entwicklung der Menschheit, Vormenschen, Evolution, vor rund zwei Millionen Jahren, unserer
Vorfahren
Zweites Schlüsselwort: kochen (Umschreibungen z.B. erhitzen, garen)
S.48 3 Abschnitt Ci Schlüsselwörter: Vorteile, Kochen; - überschrift: Vofteile des Kochens
Abschnitt D: Schtüsselwörter: Energie, Gehirn; .Überschrift: Gehinwachstum durch Einsparung von Energie
"4 lm Vergleich zu Schimpansen veMenden Menschen viel wenjger Zeit damit, Speisen zu kauen.
5 a) Zerkleinern der Speisen; b) Blättern und Watdfrüchten

ffi' ;gl:fff:,ä;
fgär;;;;*ä"'Jl
+9"':" 1

Zeitgewinn r"n""o
=Lon..n", ,

- -Affe- ----.-. :

*7 Verdauungstrakt und Gebiss wurden


allmählich kleiner / wurden nach und nach kleiner.
I a) brauchen Menschen lürs Kauen bloB noch ein Fünftel bis ein Zehntel der Zeit ; b) der er ist
*9 Wenn Speisen gekocht werden, verringert
sich dle Energie, die man braucht, um zu verdauen. Die Verdauung
wird dadurch leichter.
S.49 10 a) R; b) F; c) R; d) R; e) F
*11 Von der so eingesparten
Energie profitierte ein Organ, das für die Evolution des Menschen eine
entscheidende Rolle spielte.
12a) pflanzliche und tierlsche Nahrung zu erhitzen; b) Homo erectus
13 c) ist richtig
Ü1 a) Nur ein geringer Teil dieser Zeit; b) Energie; c) sie, es; d) die Energieeinsparung durch Kochen; e) Selbst
die als Rohfleischfresser bezeichneten lnuit
Ü2 a; Zeit verwenden; b) beschäftigen; c) Auswirkungen; d) schließen

S. 50 B hellhäutig - glattes Haar - breitnasig - schmatlippig - btaue Augen - mandellörmige Augen


C a) Tiere - wild - Haus - genutzt; b) Polster - Fett; c) Schweiß verdunstet / Verdunstung von Schweiß
D 1. c): 2. f): 3. a): 4. h); 5. g): 6. e): 7. i) 8. b): 9. d)
S.52 1 A c); B b); .C Wie entstehen die unterschiedlichen Hautfarben?; *D Anpassung des Körpers an Temperaturen;
'E Nivellierung durch Globalisierung / Globalisierung nivelliert Unterschiede
*2 Unterschiedliche Rassen entstehen
durch Züchtung. Die gibt es aber bei Menschen nicht.
3 *1. Der Mensch ist erst vor kurzer Zeit in die Gebiete gezogen, wo man leben kann.
2. Zwang zur Anpassung an extrem unterschiedliche Umweltbedingungen bewirkt Veränderung nur bei einigen
Genen
4 Erbinformationen
5 durch das Wort schernbar und durch Anführungszeichen
6 c) ist richtig
s. 53 7

Menschen z.B. in Skandinavien


helle Haut: lässt mehr Strah-
",u"
fl
# Menschen z.B. in Afrika
dunkle Haut hält mehr Strah-
lung durch
n t lung ab

*8 Die Bevölkerung würde in etwa 10 000 Jahren eine weiße Hautfarbe haben.

17
Stalur. flache Gesichter und Nasen
Schutz der Auoen vor Källel Soeicheruno von wärme
*10... haben kullurelle und gesellschaftliche, keine biologischen Ursachen
*11 Dies könnte passieren, weil durch die Globalisierung immer öfter Frauen und Männer aus verschiedenen
Ethnien (,Völkern") Kinder bekommen werden.
S.54 ü1 a) Natur- und Umweltbedingungen; b) Haut- und Haarfarbe; c) Leber- und Nierenschaden; d) UV- und
lnlrarot-Strahlung; e) Nord- und Südpol; t) Staub- und Kälteschutz
ü2 a) Haus- und Nutztiere (+ Menschen; b) schlanker, großer Körper <) gedrungene Statur;
c) krause Haare () feines, glattes Haar
'Ü3 (Beispiel für einen Tert) Die Massai aus Afrika sind groß und schlank und haben deswegen mehr
Schweißdrüsen. Dies dient einer besseren Kühlung der Haut bei höheren Temperaturen. Die Afrikaner insgesamt
haben krauses Haar, um die kühlende Schweißverdunstung zu verbessern, Zur Speicherung von Körperwärme
hat die Natur die lnuit mit einer gedrungenen Statur sowie mit flachen Gesichtern und Nasen ausgestattet. Die
Nordasiaten besitzen Fettpolster in der Lidfalte, um die Augen vor Kälte zu schützen. lhr leines, glattes Haar dient
der Speicherung von Wärme.
Ü4 a) sie; b) der Begriff "Rasse"; c) Die molekularen Analysen von Genen; d) Diese Anpassung an extreme
unterschiedliche Umweltbedingungen; e) Das bekannteste vermeintliche Rassenmerkmal, die Hautfarbe; I)
die Metanozyten; g) Die dunkel pigmentierte Haut von Afrikanern; h) der Körper; i) lhr feines glattes Haar

Leseverstehen 3. Teil S. 55 - 66

1. Teil Leseverstehen
S.57 '1 ... in der sie festlegen, wie sie später leben werden.
*2 Für sie ist es eine lästige Pflicht, ihr Leben selbst bestimmen / selbst aufbauen / selbst gestalten zu müssen.
3 Zukunft wird unsicherer; Wahlmöglichkeiten nehmen zu
4 1. sich mit 18 lür einen Beruf entdcheiden e
llexibel bleiben 2. Karriere vorausplanen <r keine Garantie, dass
Beruf in 20 Jahren noch existiert; 3. Kinder bekommen €) mobil bleiben / mit Wohnortwechsel rechnen
5. b) ist richtig
*6 Wenn man gute persönliche Kontakte und ein Praktikum absolviert hat.
7 a), b), d), l) ist richlig
S.58 8 Praktika absolvieren, Auslandsstudium / im Ausland studieren, zusätzliche Fremdsprache
*9 Unternehmensberater haben bemerkt, dass sich die Studierenden in letzter Zeit mit sehr vielen
Qualifikationen bewerben. Dies ist auf den Druck der schlechten Arbeitsmarktlage / auf die schlechte
Arbeitsmartitlage zurückzulühren. Die Folge ist, dass die Konkurrenz unter den Studierenden zunimmt:
Jeder möchte besser qualifiziert sein als andere.
10 Auf der einen Selte wünschen sich drei Viertel aller Studierenden Kinder. Auf der anderen Seile bleiben
überdurchschnittlich viele Akademiker kinderlos.

? I-9i!. WE9Crt!StrCt99pte9!! !e sllqllttf: f'


S. 59 a) während die Wahlmöglichkeiten zunehmen;
b) es keine Garantie dafür gibt, dass der gewählte Berul in zwanzig Jahren noch existiert, soll die Karriere
vorausgeplant werden;
c) der Weg in den Arbeitsmarkt nicht mehr berechnet werden;
d) ehemalige Praktikanten einzustellen;
e) ihrer Ausbildung entspricht;
f) rastlos nach zusatzqualilikationen streben;
g) zu enthalten und welche Kriterien ein Bewerber zu erfüllen hat;
h) permanent - zu leisten - die Fähigkeit zu analysieren;
i) Geld zu verdienen;
j) verlagern Selbstverwirklichung und persönliches Glück in den privaten Lebensbereich.

18
s. 6.1 *1 A: unterschiede zwischen o6jä-vu-Erlebnis und Erinnerungen / was sind D6jä-vu-Erlebnisse?
B: Zwei Theorien zum D6jä-vu-Erlebnis
C: 1. Theorie: D6jä-vu-Erlebnis ist wirklich erlebt
D: 2. Unheimliches Getühl bei Dejä-vu-Erlebnissen
E 2. Theorie: Fehlerhatte Zusammenarbeit (zweier Bereiche) im Gehirn
2a)F; b) B; c)R
*3 Drittens geht das Gelühl der Vertrautheit auch schnell wieder vorbei'
14 Die eine Theorie geht davon aus, dass das Ereignis wirklich stattgelunden hat, während die andere behauptet,
es habe nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
*5 ... aber vorher unbewusst irgendwo gesehen. - wir hätten die ganze situalion an der Ampel erlebt' - dass das
nicht sein kann.
6a)denMannmitKrückstock;b)diegesamtesituationanderschoneinmalAmpelerlebtzuhaben.
.7 Weil uns das Erlebnis bekannt vorkommt, wir aber gleichzeitig wissen, dass das nicht sein darf'
8 Richtige Zusammenarbeit: gleiche ohne ähnliche Erinnerungen existieren
- talsche Vertrautheit / Mischung
Falschä Zusammenarbeit - keine passenden Erinnerungen existieren - Fotgei
aus Vertrautheit und Befremden

2. Teil: Wissenschaftssprachliche StruKuren


S, 62 1 a) in einer völlig neuen Situation stecK, glaubt man lür Sekundenbruchteile
b) deutsche Ubersetzung
ci man den weiteren Verlauf der Dinge vorhersagen kann
d) kurzzeitigen Störungen im Gehirn resultieren
e) wirklich erlebt wurde / worden ist
(trotzdem) seltsam
f)'Zwar sind wir uns sicher, den Mann niemals vorher gesehen zu haben, aber er kommt uns
vertraut vor
g) ein neurochemischer Vorgang im Gehirn das Döjä-vu-GeJühl auslöst
ij werden dagegen im parahippocampalen Cortex verarbeite
i) ein D6jä-vu-Erlebnis auszeichnende
2... er schließe nicht aus, dass D6iä-vu-Erlebnisse auf Gedankenübertragungen beruhten. Möglicherweise
Er wisse, dass
versuchten außerirdische intelligente wesen mit der Menschheit KontaK aulzunehmen.
klinge, ;ber er selbst habe diese Erlebnisse häuliger. Es sei so, als ob erIür-
das unwissenschaftlich
Aber dann breche die Verbindung
Sekundenbruchteile erkennän könne, was diese Wesen mir mitteilen wollten.
wieder ab.

1. Teil Leseverstehen
S.64 1 l. D; 2. passt nicht!; 3. B; 4. F; 5. A; 6. passt nicht; 7. E; 8' C
*2 Melodien und Akkorde ergeben keinen Sinn und beschreiben nicht die Welt / die Wirklichkeit.

Beethovens Klavierkon-
zert 4 in G-Dur

4 80 Prozent

5a)Mausaulejnemcomputerbildschlrm;b)ElektrodenanHänden,BrustkorlcundGesicht
6 Wenn Tempo, Lautstärke und Melodieführung wechselten und wenn solostimmen einsetzten.
S.6s 7 a) R', (2. 27 - 29)i b) F: c) R (2. 30, 31); d)F
I a) ist richtig
*9 Wenn Versuchspersonen eine angenehme Solostimme hörten, reagieren sie emotional. Viele bekamen eine
Hautwiderstand.
Gänsehaut. Messungen ergaben ;ine höhere Herztrequenz und einen veränderten
loakruellestimmung,persönlicheErinnerung,'BekanntheitundVertrautheitderMusik
11b,)nicftertüft,we,7essehrgroßeindividuelleUnterschiedebeiderWahrnehmungVonMusikgibt.

19
?.lej! WFge!9S!4fts9pIqS!!S!9 Strukur€n
S. 66 a) berechnet werden können;
b) man sie nach ihren Gelühlen beim Hören von Musik befragte, gaben 80 Prozent an;
c) Musik hörten;
d) die Veränderung der körperlichen Emplindungen der Musikhörer;
e) mit einer Eleküode am Finger der Versuchspersonen aufgezeichnet wurde;
f) last immer Emotionen auslösende;
g) bekannt ist und ob rnan mit den Besonderheiten der Musikrichtung vertraut ist;
h) sie differenzierter zu hören und aufzunehmen;
i) wird bei Stücken einer vertrauten Musik emotional reagiert

Wissenschaftssprachliche SÜukturen S. 68 - 82
S. 68 1 a) Es wurden keine Unterschiede von den Wissenschaftlern festgestellt; b) Die Sonne wurde von den
Probanden als Orientierung genutzt; c) Den Sinnesorganen kann nicht bedingungslos vertraut werden. d) Es
müssen noch weitere Experimente von den Wissenschaftlern durchgeführt werden.
2 a) Man macht für dieses Problem oft unterschiedlich lange Beine verantwortlich; b) wurde von den Forschern
wlderlegt; c) wurden von den Forschern mit Hille von GPS-Empfängern verfolgt; d) wird vermutet, dass
es lür das Phänomen eine simple Erklärung gibt; e) die Sinnesorgane dem Gehirn lietern; t) muss die
Richtungsinformationen mit äußeren Orientierungshillen vergleichen und korrigieren
3 a) dass diese Erklärung nicht; b) so manipuliert wurden; c) um den Kurs zu bestimmen; d) die Orlentierung
völlig verloren geht.
S. 69 1 a) Medikamente werden missbraucht; c) Gegen Regeln wird verstoßen; e) Obwohl häulig kontrolliert wird;
f) Es gibt keine Kontrollen; h) Nachdem verbotene Substanzen eingenommen worden waren / worden sind /
wuden (Zeit hängt von der Zeit des Hauptsatzes ab); i) Bevor verbotene Substanzen eingenommen wurden;
j) Um verbotene Substanzen einzunehmen
2 a) unerlaubte Substanzen eingenommen - genutzt werden - um die sportliche Leistung; b) gegen Regeln
verstoßen wird; c) medizlnisch notwendig ist; d) sie erschöptt sind; e) dass die Leistungsmanipulation durch
Medikamente verboten ist; l) weil diese lndustrien wachsen
3 a) können durch Medikamente zu künstlerischen Hochleistungen stimuliert werden; b) nur im
Hochleistungssport anzutreff ende
S.70 1 ... wei, es gleiche Lebensbedingungen lür Frauen und Männern gab.
Frauen und Männer lebten nämlich unler den gleichen Bedingungen,
... n'egen gleicher Lebensbedingungen Iür Männer und Frauen.
...denn Frauen und Männer lebten unter den gleichen Bedingungen.
Der Grund dafür ist, dass Frauen und Männer die gleichen Lebensbedingungen hatten.
2 a) nämlich den Ausbruch von Erbkrankheiten; b) denn Männer und Frauen sind schlecht zu vergleichen -
unterschiedliche Lebensstile haben; c) weil Mönche und Nonnen unter identischen Bedingungen leben;
d) geringeren Nikotin- und Alkoholkonsums; e) sie in der Jugend risikoreich gelebt haben; f) ungesunder
Ernährung treten Herzinfarkte bei Männern häufiger aul
S. 71 3 a) Obwohl Männer als das starke Geschlecht gelten, sterben sie tast überall auf der Welt früher als Frauen;
b) wurden von Wissenschaftlern in den biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern
c) Erbkrankheiten ausbrechen; d) Durch einige Studien wird nahegelegt; e) man bei Frauen so genannte
T-Zellen nachgewiesen hat;I) Zur Ermittlung des Anteils der biologischen Gründe; h) lassen sich somit
auf Lebensstil und Umweltfaktoren; i) kann vier Hauptgründe nennen;j) im Berufsleben zu bewältigen; k)
gezwungen, sich gegen Konkurrenten im Berul durchzusetzen
S. 72 1 b) Die Überzeugung, die schon lange besteht; c) Das Argument, das die Zuhörer nicht überzeugte; d) Am Ende
des Vortrags, der sehr ermüdete; e) Die Studie, die in vielen Ländern durchgeführt wurde / worden ist; f) Die
These, die von anderen Wissenschaftlern aulgestellt wurde / worden ist; g) Die Behauptung, die immer wieder
vorgetragen, aber nicht bewiesen worden ist
2 a) angeboren und nicht erworben worden ist; b) blind und taub geboren wurden; c) der nach kurzer Zeit gesenkt
wurde; d) der genau festgelegt ist; e) befreit und reinigt; t) wissenschattlich abgesicherl sind; g) ein Tagebuch
über ihr eigenes Lachen lührende Gruppe von Studenten
S,73 3 a) in allen Kulturen antrifft,; b) freundschaftliche Beziehungen und Vertrautheit aufbaut; c) bestimmte
Krankheiten zu heilen; d) Lachen auftritt; e)wenn sie mit Freunden angesehen; f) Gelächter angeschlossen
- überlegt wird; f) . dem sich streckenden oder biegenden Körper; . den sich ausbreitenden Armen; . der sich
verzerrenden Mimik; . dem in den Nacken geworfenen oder wild geschüttelten Kopf. dem weit aufgerissenen
Mund
S. 74 a) nachdem unser Sonnensystem entstanden war: b) der Asteroid auf der Erde aufprallte; c) der Asteroid die
Erde knapp verfehlt hätte; d) obwohl die Mondphasen nur ein optisches Phänomen sind; d) Studien einen

20
Lösungen Strukturen

nicht Zerstören
zusammenhang Widerlegt haben, konnten Sie den Glauben an die Magie des Mondes
ständig; g) Kurz nachdem die Erde entstanden war;
I o"iorauiratio"n aes Mo-ndes wechseln die Gezeiten
Wenn es keiÄen Mond gäbe; j) weil sich der Einstrahlwinkel der
h) Die Gezeitenkraft bremste die Erdrotation; i)
Sonne verändert hätte; k) die Sonne im Sommer während mehrerer Monate nie untergehen
Unfallrisiko
S.75 1 b) Bei gleichzeitigem Telefonieren und Fahren hat man ein vier Mal höheres
w"n"n tun stäindig von der Arbeit abgelenkt wird, sinkt die Arbeitsproduktivität
"j gerechnet werden.
dj W"nn ."n den T;lefonanbieter wecÄselt, muss mit langen Wartezeiten
ei Schreibt man E-Mails, achtet man häufig nicht aul Orthographie und Grammatik'
2a)BeiständigerBeschäftigungmitE-MailS,AnrufenoderSJV]S-;'b)WennSieVoneinerAUfgabe'zuranderen
aus; d) wechselt man zwischen
umschalten Äussten; c) Löst;eine der Tätigkeiten starke Getühle
verschiedenen Aufgaben hin und her
b) ständig erreichen kann; c) die Arbeit ständig
s.76 3 a) die kaum bewältigt werden kann / die kaum zu bewältigen ist;
verliert; e) iur / zwecks steigerung der eigenen- Produktivität
unterbrochen wird; o1 oass man oie Fähigkeit
eeolacntung wird von einer Üntersuchung unlerstützt; g) der mit E-Nilail und Handy
am Arbeitsplatz; f1 Oiese
viellältig vernetzt ist
s.77a)dieaufwändighergestelltWordensind;b)Spickerkaumeingesetzt;c)ausBequemlichkeit_weilsienicht
f) legt den Spicker
Nol zu helfen;
am Fach interessiert sind; dlwenn man äm Radcnen dreirte; e) in höchster
SystematischundinRuhean;g)ReduktiondesLernstoffs;h)^diekaumgelesenwerd€nkann/diemankaum
prüfung spicker
j) abzulesende; k) um brauchbare
lesen kann; i) sie nur eingesc'hänkt genutzt werden; in der
gefunden werden können / zu finden sind
herzustellen;' l) vor allemln lnternetforen
Körpergröße; c) Während der Wohlstand stieg - die
S.78 a) im 19. Jahrhundert gebauten; b) schwankt die
anpassende; e) wird das lmmunsyslem durch eine
medizinische Versorgung; C) iicn an die Ernährungssituätion
von Nahrung die Körpergröße;
mangelhafte rrnan,ung g"""n*acnt; t) oeterminiei oie Qualität und Quantität
zunahm, wurden Arbeiterkinder; h) N/lit dem Rückgang
g1-duäw""n"tun,. O"r ilÄoeiaus oen äberen Ktassen
geschlossen werden; j) arme l\.4enschen durch sozialsysteme
äer selbstversorgung; i) kann aus Dokumenten
unterstützt werden
s.791a)UmeinenKriegalsgerechtbezeichnenzukönnen;b)zurVedeidigungderEinheitdesStaatesoderdes
--- kann
Leüens; c) um oen-<onfit<t lriedlich zu lösen; d) damitman die Aussichten
auf Erfolg einschätzen
Watfengewalt nicht zu rechtfertigen: c) ohne aUsreichend
2 a) der FriedenSnobelpreis Verliehen wurde; b) iSt
hoheWahrscheinlichkeit,dasgerechtezield-esKriegeszuerreichen-dieVerursachungVonzerstörungund
Vernichtung: d) die Kriegsführung betreffende Forderungen: e) sind zu schützen
S.80.la)kannnurschwerverdautWerden;b)konntedasFeuer(WarinderLage,dasFeuerzU);c)kannmehrund
zerteilen,
zähe Nahrungsmittel
leichter Energie gewonnen; d) schnellär zu verdauen; e) lässt - schließen; f)
Garen genießen; h) ein solch
zerkleinern und pürieren; g);1ch zantreicne Nahrungsmittel überhaupt erst durch
großes Gehirn nur zu untJrhalten, - sich an anderei Stelle Energie einsparen; i) in der Lage, zu wachsen
2 a) Speisen zu zerkleinern; b) dem Kauen von Nahrung beschäftigt;
s.81c)derEntdeckungderVorteilegegarterNahrung;d)derspezialisierunggegarterKost;e)Affe,derkocht; wird:
lndem die Nahrung erhitzt
f) wurden t<rankhäits"neger abieiötet; g) bislang kaum beachtet wurde; h)
verbräucht; so einiespart wurde / w.orden ist; k) Obwohl das Gehirn eine relativ kleine
ij sehr viet Energie i;
bezeichnet werden
Masse hat; l) nicht regelmäßig öekocht hätte; m) als Rohfleischesser
Nutztiere verwendet werden
s. 82 a) Als sich die Menschen über die Erde ausbreiteten; b) kann nur für Haus-und
- bewohnt werden; d) war er gezwungen,
- auf einhei iche Merkmal hin gezüchtet hat; c) lässt sich schließen e) die Empfindlichkeit gegen Umweltfaktoren
sich an sehr unterschiedtiche Uhweltbedingungen anzupassen;
bilden; g) kan-n Vitamin nur mit Hille von UV-Strahlen erzeugen; h) Speicherung
betreffenden; f) die Pigmente
lebenswichtigerKörpe.*arme;i)schü-tztvorKalte_esspeichertWärme;j)dasssichdielV]enSchheitin
unterschiedliche Arten aufspaltet

Hörverstehen 1. Teil S. 84 - 94

sich; T nach einigen Tagen' Zeit


S. S4 Ü1 3. Ursache: 4. Situationen, 5. Experiment, Gruppe; 6 Gruppen unterschied
empfanden
S.85 -ü2 3. MöglicheMeise läuft biologische Uhr langsamer; 4. Man empfindet Zeit als kurz; 5 G.rupp-e 1: (ihnen
Filmgucker verging die zeit schnell,
wurden) Filmausschnitt" g"."igi;"Grrppe 2i nicits, langweilten sich; 6. Für
für die anderen langsamer; 7 ö"nuu ,tg"t"n't' Für Filmgucker langsamer' für die anderen schneller

d) nützt nichtviel; e) Professorin'


S.g5 ü1 Signalwörler: a) verbunden; b) keine Arbeit habenj c) Vo.rurteile, Ausländer;
Mathämatik; f) entscheiden; g) erschossen häutiger; h) Hautfarbe

21
Hörverstehen

Ü2 a) mit Emotionen; b) faul / arbeitsscheu; c) Angst vor Fremden, in ldentität bedroht; d) lnformationen und
Fakten; e) keine richtigen Frauen; f) l\,4ann bewalfnet oder nicht; g) auJ unbewatfnete schwarze Männer;
h) wird mit Kriminalität verbunden

S. 86 Ü1 / Ü2 1 . Was versteht man unter Höhenangst? (Sch/üsse/wörler: Augen, Körper, schwanken, Höhenschwindel)
2. Worin besteht der Unterschied zwischen Höhenangst und Höhenschwindel? (Schlüsselwöfter: Höhenangst,
Kontrolle verliercn, Panik)3.Welche Ursachen hat Höhenangst? (Sch/üsse/wörter Experiment, schätzen,
Parkhaus, Höhe)
*Beantwortung der Fragen: 1. Man hat in großen Höhen das Gefühl, dass der Körper schwankt.
2. Höhenschwindel ist ein sinnvolles Alarmsignal. Höhenangst hat man aber auch in ungefährlichen Situationen.
lvlan hat Angst, die Kontrolle zu verlieren und man gerät in Panik
3. Höhen werden übertrieben eingeschätzt. oder l\4enschen die Höhenangst haben, schätzen die Höhe falsch
ein. Sie glauben, sie sei viel höher, als sie in Wirklichkeit ist.
S.87 Ü3 Gliederungspunkite A, 81, 82: a) 6; b)8; c)7; d) 4; e)5; f)2; g)9; h)1; i)3
cliederungspuntite 83, C: a) 3; b)6; c)5; d) 7; e) 1; f) 2i üa
ü4 Schwindel- Atemnot und Herzrasen - Höhenschwindel- Gefühl, dass in großen Höhen der Körper schwankt
- die Entfernungen sehr groß sind -dass die Augen keinen festen Punkt finden -zuwandern -führt-
erzeugen das Schwindelgefühl - ein biologisch sinnvoller Alarm in gelährlichen Situationen
wird der Alarm aber in ungefährlichen Situationen ausgelöst - Angst wird zu - die Kontrolle zu verlieren -
kann man schon haben, wenn man auf einer Leiter steht.
*ÜS An einem Experiment nahmen Versuchspersonen mit und ohne Höhenangst teil. Die Versuchspersonen
mussten von dem Dach eines Parkhauses die Höhe schätzen. Das Parkhaus war 14 l\,4eter hoch. Das
Ergebnis war: Alle Versuchspersonen überschätzten die Höhe. Die Versuchspersonen mit Höhenangst
'12 Meter höher ein als die
überschätzten die Höhe aber besonders stark. lm Durchschnitt schätzten sie das Haus
Versuchspersonen ohne Höhenangst. Teilweise schätzen sie die Distanz zum Boden auf mehr als 50 Meter. Der
Grund für Höhenangst ist also, dass Höhen übertrieben eingeschätzt werden. Auf die Frage, warum diese Fehler
passieren, gibt es aber keine Antwort.

S. 88 Ü1 1 . Abschnift: Basis-Emotion, Gefühle, Gesichtsausdruck; 2. Abschnift: Kullwen, gleich, universell


3. Abschnift:lntetptetation (lnterpretieren), Kulturen; 4. Abschnitt: Schwierigkeiten, Unterschiede, Augen, Wut,
Angst Ekel
Ü2 1. Sechs Basisemotionen; 2. Gesichtsausdrücke in allen Kulturen gleich; 3. lnterpretation von
Gesichtsausdrücken universell? 4. Unterschiedliche lnterpretationen bei Asiaten und Europäern
Üga) +; o)z; c)5; d) 1; e) 3
S. 89 Ü+ xuttur - gleichen Em - gleiche - GA - universell, also - gleich - angeboren
Universalität - GA - bestätigen * B-Em - GA - in allen- Kulturen
Ü5 das lnterpretieren von Gesichtsausdrücken
die Basisemotionen erkennen und beschreiben
aulgerissene Augen und Mund = Angst
Ü6 Asiaten und Europäer verwenden unterschiedliche Emoticons, weil sie unterschiedliche Methoden haben,
Gesichtsausdrücke zu interpretieren. Asiaten achten nur auf die Augen, während Europäer das ganze Gesicht
betrachten. So kennen die asiatischen Emoticons nur Symbole lür die Augen bei Freude und Uberraschung,
während die Europäer zusätzlich den Mund mit einbeziehen.

S.90 Ü1 2. eingeschränkt; 3. sehr unsicher; 4. mangelhaft; 5. verlieren; 6. stark eingeschränkt; 7. fehlt; 8. bemerken
nicht; 9. nicht besonders; 10. funktionieren nicht richtig; 1 1 . stark eingeschränkt; 12. passt nicht zu Augen;
'13. nicht bewusst; 14. ist nicht wach; 15. desorientieru 16. keine Erinnerung; 17 (in) unverständlich(e0
(Weise); 18. ohne (bestimmte) Absicht; 19. ziemlich ratlos; 20. existieren nicht
S.91 Ü2 1.lhre motorischen Fähigkeiten sind eingeschränkt, ihre Koordination ist mangelhaft und sie verlieren oft das
Gleichgewicht.
2. Weil ihr Orientierungssinn stark eingeschränkt ist und sie keine Angst haben.
3. Weil sie nicht besonders sensibel sind und ihr Geschmacksinn stark eingeschränkt ist.
4. Er ist desorientiert und erinnerst sich nicht an seine Aktivitäten
5. Die Forscher sind ratlos und können keine gesicherten Erkenntnisse liefern

22
Lösungen

S.92 U1 nicht, sondern; insbesondere; am häufigsten; äußerst komplexes; sehr selten; wesentliche; vor allem;
wichtig für; in den meisten Fällen; die einzige; oft; eindeutig, herausragende
Ü2 a) eine Störung; b) beim Aufwachen; c) zwischen Tiefschlafphase und Traumphase; d) 4. und 8. Lebensjahr:
e) Kinder lernen; f) bei Erwachsenen; g) nicht perfekt funktionierenden Nervensystem; h) nach Übermüdung:
i) Lichtquelle;j) laufen Richtung Lichtquelle; k) Lichtquelle: N.4ond; l) Richtung des Mondes; m) wissenschafltich
widerlegt
Ü3 1. Schlafwandeln tritt am häufigsten zwischen dem 4. uncl B. Lebensjahr auf, bei Erwachsenen nur setten.
2. Schlaf ist ein äußerst komplexes Geschehen und muss von Kindern noch gelernt werden.
3. Weil sich die Schlalwandler oft in Richtung des Mondes bewegten.
4. Weil der l\ilond heute keine herausragende Rolle mehr spielt. Es gibt viele andere Lichtquellen.

S. 94 Ü1 + Ü2 1. Begriff: Analphabetismus; Definition: Unfähigkeit, (einfachen) Text zu lesen, Brief zu schreiben


2. Begriff:primerct Analphabetismus; Definition: Lesen und Schreiben nicht erworben
3. Begriff:sekundArer Analphabetismus; Deflnlfion; Schule besucht, Schreibfähigkeit verlernt;
Hauptursache; Schriftmedien durch Bildschirmmedien ersetzt
4. Begriff: lunklionaler Analphabetismus I Definition: Unfähigkeit, Schrift im Alltag zu gebrauchen;
. sle können; Namen und ein paar Wörter schreiben, . sie können nicht: längeren Text
(Bedienungsanleitung, Telefonrechnung) verstehen: . Gefatu sehr groß:an Band der
Gesellschaft gedrängt

Hörverstehen 2. Teil S. 96 - 123

S.97 1 jede Bewegung der Spotler optimieren / optimalen Bewegungsablauf der Spodler errechnen
2 Eigenschaft: wie die Haut eines Hais konstruieru Zweck Wasserwiderstand verringern / schneller durchs
Wasser gleiten
3 Epo erhöht Anzahl der roten Blutkörperchen + Blut kann mehr Sauerstoff aufnehmen J Sportler hat längere
Ausdauer
4 Man könnte mit der Genmanipulation Dopingverfahren entwickeln, das man nicht mehr nachweisen kann.

S.98 C 1. e; 2. h; 3. a; 4. i; 5. c; 6. b; 7. d; B. f; 9g
1 1. Helfen; 2. Zivilcoutage,3. ziviler Ungehorsam
S. 99 2 1. Situation erkennen; 2. Verantwortung übernehmen; 3. N/löglichkeiten zum Helfen erkennen; 4. Kosten-
Nutzen-Rechnunq
beteiliqte P€rsonen Rislko Beispiel
Helfen Helfer Ooier gerlng Erste Hilfe
Zivilcouraqe Helfer, Täter, Opfer kann Leben verlieren Helien bei Belästiqunqen
ziviler Unqehoßam GrLrppe Transport von Atommüll verhindern

4 Wie eindeutig ist Situation? Verhalten der anderen

5 Der Einzelne orientiert sich an der Mehrheit, die nicht hilft.


6 Anzahl der Personen, die helfen könnten

7 Man versteht darunter das Abwälzen der Verantwortung auf andere.

8 Er muss entscheiden, welche Handlung sinnvoll ist und ob er sie auch ausführen kann.

S. 100 I Bei einer Kosten-Nutzen-Fechnung werden Vor- und Nachteile des Helfens abgewogen.

10 Koster; Gefahr (für Gesundheit), durch Fehler blamieren, Zeitverlust, unangenehme Folgen der Hilfe
Nulzen; schlechtes Gewissen wird vermieden; Lob und Anerkennung für Hilfe; stolz auf eigene Leistung;
Vorbild für andere

S. 101 B 1.d; 2. e; 3. b; 4. f; 5. a; 6. c
1 Grafik (2008):betufliche Neuorientierung 10 %; finanzielle Probleme 19 o/o; mangelnde l\4otivation 18 %;
Leistungsprobleme 31 %; familiäre Probleme 7 %; Studienbedingungen 12 o/o

23
5.1O2 2 Leistungsproblemei . Stoff nicht zu bewältigen; . Leistungsdruck zu hoch; . p61unn"n nicht bestehen
finanzielle Problemei. zu wenig Geld; . EMerbsarbeit und Studium nicht zu vereinbaren
mangelnde Motivation.'. identilizieren sich njcht mit Studienfach und Berul; . mit lalschen EMartungen und
Vorstellungen immatrikuliert
tamiliäre Probleme:. eigene Kinder; . Familienangehörige betreuen
4 1. 2008: viel häuliger Leistungsprobleme und Prülungsversagen
2. 2008: Iür wenige Studenten Abbruchgrund berulliche Neuorientierung
*5 GroBe Probleme gibt es in den Bachelor-Studiengängen. lm Studium muss der gleiche Stoff in kü'zerc( Zeil
bewältigt werden. Darüber hinaus müssen mehr Prüfungen absolviert werden. Wenn man dann schlecht aul
das Studium vorbereitet ist, kann man leicht durch Prütungen fallen. Der Studienstart scheint schwieriger
zu sein. Das kann man auch daran sehen, dass die Studienabbrecher durchschnittlich schon nach zwei
Semestern ihr Studium aulgeben. Früher waren es durchschnittlich 7 Semester. Auch finanzielle Probleme
können zu Leistungsproblemen führen. Wenn man neben dem Studium jobben muss, hat man weniger Zeit lür
das Studium. Dies ist auch der Fall, wenn Studierende Kinder haben.
6 veränderte Bedingungen auI dem Arbeitsmarkt; hohes Risiko, arbeitslos zu werden
7 Die Studiengänge sind schlecht geplant, und es gibt einen hohen Leistungsdruck. Das sind Iür viele
Studierende zu hohe Hindernisse.

S. 103 C 1. g); 2. e); 3. a); 4. I); 5. c); 6. d); 7. b)


S.104 Ü2 3. wannwo geweint wird; 4. warum geweint wird; 5. Tränen (beim Weinen); 6. basale Tränen; 7. schützende
Tränen; 8. emotionale Tränen; 9. wann, in welchen Situationen; 10. geweint wird; 1 1. traurige Anlässe;
12. kommunikative Situationen; 13 positive Gefühle; 14. warum wird geweint; 15. psychologische Erklärungen;
16. kommunikative Erklärung; 17. kommunikativ-soziale Erklärung
I B 1 a) basale Tränen; b) schützenden Tränen c) emotionale Tränen
2 Situationen, in denen geweint wird
a) traurige Anlässe; b) kommunikative Situationen; c) positive Gefühle
3 Gründe lür Weinen
a) psychologische Erklärung; b) kommunikative und soziale Erklärung
s. 105 |
'I

. glätten die raue Hornhaut


. versorgen Hornhaut mit Sauerstoff
. schützen Auge vot Austrocknen
wenn Schadstoffe ins Auge gelangen antibakteriell (Dreck. Bakterien, Keime werden weggespült)
unbekannt / rätselhaft / unklar

2 so steht es im lexti 1. Tod von Angehörigen, Bruch von Liebensbeziehungen, traurige Filme; 2. Streit, wenn
sich jemand ungerecht behandelt / zurückgewiesen fühlt; 3. Hochzeit, Musik, Wiedersehen

S. 106 3 a) beim Lesen und im Theater: Beinigung von negativen Gelühlen und Leidenschaften
b) macht glücklich
c) psychosomatische Krankheiten, wenn man nicht weint / Tränen keinen freien LauI lässt
4 Vergleich ...: emotionale Tränen enthalten andere Substanzen als Zwiebeltränen
Freys Vermutung: W einen entfernt schädliche Substanzen aus Körper
5 1. Einwand: kein empirischer Nachweis, Schadstoffe konnten in Tränen nicht gefunden werden
2. Einwand: Tränen laufen durch Nase zurück in Rachen (absurdes Recycling)
6 Weinen in erster Llnie ein starkes Signal - Wer weint bittet um Hille und betont seine Hilflosigkeit
-+ erweckt Sympathie und Bedürfnis zu trösten

S. 107 t
h)1; c)2; g) 3; d)4; e)s
S. 108 *2 Anne studiert seit zwanzig Semestern Anglistik. Sie kann das Studium nicht beenden, weil sie das Schreiben
ihrer Magisterarbeit immer wieder aulschiebt.
3 Man verschiebt unangenehme Aufgaben auf später.
4 Der Aulschieber ist nicht faul, sondern beschäftigt sich mit anderen Dingen (nur nicht mit seiner Aulgabe).
5 alitiver A: braucht Zeitdruck fürs Arbeiten - schafft meistens die Arbeit
passiver A: Angst, dass Arbeit schlecht wird - scheitert meistens

24
6 1. l\y'änner schieben häuliger auf als Frauen; 2. in Geisteswissenschaften häufiger als in Fächern mit vielen
Tests (2.8. N/edizin); 3. am Ende häufiger als am Anfang
7 a) Bedürfnis nach Selbstschutz
Da ist zum Beispiel di9 Angst, durch andere bewertet zu werden - und dabei zu versagen. l\,4an glaubt, dass d e
Erwartungen der Eltern oder Freunde so hoch sind, dass man sie niemals wird öireichen können.
S. 109 8 PA: Konstruktion eines Zusammenhangs zwischen dem erfolgreichen Abschluss der Arbeit und
Selbstwertgefühl
-+ erzeugt Angst vor 9q!eltql!; ) führt zu Aufschieben der Arbeit
Beispiel; Relerat; Angst. sich ru blamieren
- aufschieben
Nicht schaffen unangenehm. aber besser als zu enttäuschen
* Der passiver Aufschieber konstruiert einen Zusammenhang zwischen dem erfolgreichen Abschluss der Arbeit
und seinem Selbstwertgefühl. Dies erzeugt Angst vor einem Scheitern, was zu einem Aufschieben der Arbeit
führt. Wenn der passiver Aufschieber zum Beispiel ein Reterat schreiben muss, hat er Angst, sich zu blamieren,
und er schiebt die Arbeit auf. Es ist zwar unangenehm, das Referat nicht zu schaffen. Aber noch unangenehmer
wäre es, beim Referat zu enttäuschen.
9 das eigene Selbstwertgefühl von Leistung trennen
10 1 . pünktlich anfangen; 2. realistisch planen; 3. kleine Arbeitsschrjtte und Teilziele festlegen

S. 110 A lmpfen: lmpfprogramm, lmpfstoff, Kinderlähmung, Malaria, Polio, Tuberkulose


Patent: Generika, lnnovation, patentieren, Patentschutz
Krankheiten: Allergien, Bluthochdruck, Depressionen, erhöhte Blutfettwerte, Gedächtnisschwächen,
Haarausfall, lmpotenz, Kinderlähmung, Malaria, Polio, Tuberkulose
Kosten: Geldmittel, l\ilonopolpreis, Umsatz, unerschwinglich, zahlungskräftig
1 Themen sind: a), c), d), e) g), i)
3 Der lmpfstoff gegen Polio war nicht patentiert. Deshalb war er billig.
S- 111 4 linker Kasten; . unsauberes Wasser; . mangelnde Hygiene; . Fehlen von Arzten und Krankenhäusern
rechter Kasten: Pharma-Patente machen lebenswichtige Medikamente unbezahlbar
5 Zwanzig Jahre lang können die Pharma-Unternehmen hohe Gewinne erzielen.
6 Kopien von Medikamenten. Sie enthalten die gleichen Wirkstoffe.
il 7 1. Folge Krunkenversicherung. keine umfassende, können Monopolpreise nicht bezahlen
Regierungen: nichl stark genug für Verhandlungen mit Pharma-Unternehmen
Bel,spiel; AIDS 10 000 € pro Patient i. Jahr; für AIDS-Kranke in Entwicklungsländern unmöglich
tatsächliche Produktlonskosten;300 Dollar im Jahr / Patient
2- Folge Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen für zahlungskräftige Kunden
Folgen: Kaum noch neue lVedikamente entwickelt gegen Seuchen, AIDS usw.
,.1 attraktiver: Etktankungen in reichen Ländern: Bluthochdruck, Depressionen usw.
Beispiel Antidepressiya.' so viel Geld wie für alle l\4edikamente in Af rika
ln den Entwicklungsländern existiert keine umfassende Krankenversicherung, die die l\ilonopolpreise bezahlen
könnte. Darüber hinaus sind die Regierungen für Verhandlungen mit den Pharma-Unternehmen nicht stark
genug. Beispielsweise kosten AIDS-l\,'ledikamente 10000 Euro fürjeden Patienten im Jahr. AIDS-Kranke in den
Entwicklungsländern können diesen Betrag unmöglich bezahlen.
Patente auf Medikamente haben aber auch noch eine andere Folge. Die Pharma-Unternehmen entwickeln
vor allen Dingen Medikamenle und lmpfstoffe für zahlungskräftige Kunden. Dies hat zur Folge, dass kaum
noch l\iledikamente gegen Seuchen, AIDS usw. entwickelt werden. Attraktiver ist es, Medikamente für
die Krankheiten in den reichen Ländern zu entwickeln: z.B. Bluthochdruck oder Depressionen. So wird
beispielsweise für Antidepressiva so viel Geld ausgegeben wie für alle [,,ledikamente in Afrika.
8 b) ist richtig

I S. 112 B 1. d; 2. c); 3. g); 4. a); 5. h); 6. b); 7. e) 8. f); 9. r)


1 B Was ist lntelligenz / Unterschied lntelligenz - lnstinkt
C 1. Tiere st€illen Werkzeuge her; 2. Tiere können Mathematik; 3. Tiere können sich orientieren; 4. Tiere
kommunizieren miteinander
S. 11 1 . guter Service für oft gebissene Ku nden; 2. Raubfische beißt er nie; 3. neue Kunden
3 1 (Drei von diesen fünf):
verschont er, damit sie wiederkommen; 4. sorgtältig Arbeit, wenn beobachtet; 5. neue Kunden zuerst bedient,
Stammkunden warten

25
S. 114 2. . aus Erfahrungen zu lernen, Situationen zu analysieren und Folgen (der eigenen Handlung) abzuschätzen.
lnstinkt ist das Fleagieren auf Situationen ohne Analyse.
3 Krähe: Auto - Nüsse knacken; Seeotter; Zwej Steine - lvluschelschalen zerschlagen
4 sie füllen ihr l\,4aul mit wasser und spucken es ins Gefäß (um so den wasserspiegel zu erhöhen).

. wenn man einen Ball ins wasser


wirft, läuft der Hund zunächst am strand en ang. wenn er dann mit dem
Ball auf gleicher Höhe ist, springt er ins Wasser. Er scheint zu wissen, dass das schneller geht, weil er nicht so
schnell schwimmen wie laufen kann. Auch das zweite Beispiel zeigt, wie Hunde etwas berechnen können. Wenn
ein Hund einen Ball im Flug fangen will, muss er die Flugbahn berechnen Er wendet dabei einen Trick an. Er täuft
in einem Kreisbogen. Die Flugbahn ist dann für ihn wie eine cerade. So kann er den Ball die ganze Zeit sehen.
6a) F; b) R; c) R; d) F
s.fis 7 'Sisnal Eedeutun0 Aldion
laul, mehrere Silben Achtung, Leopardl auf Bäumen in Sicherheit bringen
eine Silbe Adler! rennen unter Gebüsch
leise, verschiedene Töne Schlange! suchen Boden nach Schlanqen ab
8 Der lvlensch sollte nicht glauben, er allein sei intelligent und könne mit den Tieren machen, was er will.

Ü3 1. Menschenaffen sollen als Rechtspersonen anerkannt werden und lvlenschenrechte erhalten.


2. Menschenaffen verfügen über außerordenfl iche Fähigkeiten.
3. l Grund98,4"k der Gene zwischen lvlenschen und lvlenschenaffen sind identisch. lvlensch und
Schimpanse sind z.B. näher verwandt als ein lndischer mit einem Afrikanischen Elefanien.
2 Grund: Die Menschenatfen verfügen über herausragende geistige und soziale Fähigkeiten. Sie benutzen
Werkzeuge, haben politische Strategien und führen Kriege.

S. 1 16 1 1 . Panik und Physik / Vergleich l\y'enschenströme - Aggregatzustände


2. Psychologie und Paniksituationen
3. bauliche Konsequenzen / Panik und Architektur
3 Hörsaal schnell verlassen - 3 l\ilinuten, 24 Sekunden - Jeder wollte so schnell wie möglich den Hörsaal
verlassen ) Pf ropfenbildung
Variante: Schrank steht 2 lvleter vor der Tür
- 2 Minuten, 8 Sekunden
S. 117 *4 lm zweiten Experiment wurde ein Schrank vor die Tür gestellt. Der Schrank nahm den Druck von der Menge
weg. Er wirkte wie ein Wellenbrecher. Die Folge war, dass mehr Studierende in kürzerer Zeit durch die Tür
kamen.
5 a) frei und unabhängig voneinander wie die lvloleküle eines Gases; b) wie Flüssigkeiten
6 1. keine rationalen Entscheidungenj 2. Ausschüttung von Stresshormonen
7 Wenn man einen
"Tunnelblick. hat, sieht man nur nach vorn, nicht nach links, rechts, oben oder unten.
8 Die Menschen reagieren nicht auf die Gefahr, sondern imitieren das Verhalten anderer. Sie imjtieren auch
unvernünftiges Verhalten. Eeisplel Eine l\4enschenmenge läuft in eine Richtung, in der sich kein Notausgang
betindet. Trotzdem laufen immer mehr lvlenschen mit in die falsche Richtung.
9 Der Hörsaal ist für Paniksituationen n;cht günstig gebaut. Die Gänge müssten unten breiter sein als oben, weil
die Menge mit jeder Sitzreihe größer wird. Die Wartezeit für die Menschen aus den oberen Reihen wäre nicht
mehr so groß. Die Ungeduld und damit der Druck würden sich dadurch vermindern.

S. 118 D 1. f); 2. a); 3. e); 4. b); 5. c); 6. d)


S. 119 1 1. b); 2. b); 3. ä)
2 Der Mensch hat nicht nur eine lntelligenz, sondern acht verschiedene Arten von lntelligenz.
3 1. Annahme: lvlensch wird mit bestimmter lntelligenz geboren; 2. Annahme: lnielligenz nur schwer zu
verändern; 3. Annahme: lntelljgenz durch Tests quantitativ zu messen

26
4 Er hält sie für falsch.
5 Alle Menschen besitzen verschiedene Formen von lntelligenz, die relativ eigenständig sind.
6 1. sprachliche lntelligenz: Sprache beherrschen (Dichter, Schriftsteller);
2. logisch-mathematische lntelligenz: abstrakte l\y'odelle verstehen (Mathematiker, Philosophen);
3. musikalische lntelligenz: Gespür und Gehör für lntonation, Rhythmik (Musiker, Komponisten)l
4. räumliche lntelligenz: sich Gegenstände in allen drei Dimensionen vorstellen (Künstler, Architekten);
5. motorisch-kinästhetische Intelligenz: Körperbewegungen beherrschen, geschickter Umgang mit
Gegenständen (Sportler, Tänzer);
6. personelle lntelligenz: Stimmungen und Gefühle bei sich selbst und anderen erkennen (= Empathie)
(Psychiater, Politike0;
7. naturalistische lntelligenz: natürliche Dinge erkennen und klassifizieren (Biologen, Naturforscher);
8. existenzielle lntelligenz: prinzipielle Fragen der Existenz durchdenken (Philosophen, Religionslührer)
S. 120 7 Weil eine solche Bezeichnung diese Fähigkeiten abwerten würde.
8 Weil sie mit dieser Theorie verschiedene Fähigkeiten der Menschen fördern können.
*9 Die ldee eines lntelligenzquotienten ist im 20. Jahrhundert missbraucht worden. Meiner Ansicht nach war das
nicht zufällig. Denn die Vorstellung, dass man Denken quantifizieren kann, muss zum lvlissbrauch führen.
Man hat die ldee des lntelligenzquotienten benutzt, um Minderheiten zu diskriminieren, konservative Politik zu
legitimieren und die Überlegenheit der "weißen Rasse" zu begründen.

S. 121 C 1. c); 2. e); 3. a); 4. g); 5. d); 6. b); 7. f)


S. 122 I 1. Was ist lntelligent Design; 2. Was vertritt lntelligent Design?; 3. lst lntelligent Design eine Wissenschaft?
4. Wie ist der große Einfluss von lntelligent Design zu erklären?
2 KREATIONISTEN - christlicher Gott, Universum, Schöpfer, Plan, Bibel
4 62 Prozent der US-Amerikaner behaupten, dass Goti den Menschen (so wie er ist) auf die Erde gestellt hat.
5 Gott hat das Universum nach einem Plan geschaffen; innerhalb von sieben Tagen hat er Pflanzen, Tiere und
Menschen geschaffen
6 a) kein Ziel; b) wirkt aul allen Ebenen: vom lvlolekül bis zum Ökosysiem; c) Mechanismen: genetische Vielfalt,
Zufall. Selektion
*7 Erstens: Die Behauptung der Kreationisten (es gebe eine intelligente Ursache für die Existenz von
Lebewesen), kann nicht durch Experimente überprüft werden. Zweitens: lntelligent Design macht keine
Vorhersagen. Drittens: lntelljgent Design stellt keine neuen Hypothesen aut. Darüber hinaus sei lntelligent Design
wie eine Bremse für die Wissenschaft. Wenn man behauptet, man könne die Natur nur mit dem Handeln eines
Schöplers erklären, gibt es keinen Sinn, nach wissenschaftlichen Erklärungen zu suchen.
S. 123 .8 Nach Darwins Evolutionstheorie ist der Mensch nur ein Lebewesen unter vielen. Die Kreationisten geben den
l\y'enschen das Gefühl zurück, dass sie gottgleich seien.
'9 Nach der Evolutionstheorie hat der lvlensch tierische Vorfahren (.Affe") lntelligent Design hingegen
behauptet, der Mensch sei von einem Schöpfer geschaffen ("Engel.).
Ü2 1. Ultraviolettes Licht sehen; während der Nacht sehen; 360 Grad sehen, schärfer sehen
2. Die Folge ist, dass man Brillen, Teleskope und Nachsichtgeräte konstruieren muss.
.3. Das Bild hat eine schlechte Qualität, weil es unscharf ist. Darüber hinaus besitzt es einen
blinden Fleck,
der stört. Weil wir nur teilweise scharf sehen können, bewegt sich unser Auge ständig.

Hörverstehen 3. Teil S. 124 - 128

S. 125 1 a) Unter .Braindrain" versteht man die Auswanderung von Wissenschaftlern. b) Bei "Braingain" gewinnt
ein Land die Fähigkeiten von ausländischen Wissenschaftlern. c) " Hochqualifizierte" sind lvlenschen, die
mindestens '13 Jahre zur Schule oder Hochschule gegangen sind.
2 a) 25-50'Ä; b) 89 %; c) 85 %; d) 83 %; e) 50 %; f) 3-5'/.
3 1. genereller l\4angel an qualifizierten Arbeitskräfien / generell zu wenig qualilizierte Arbeitskräfte
2. temporärer l\ilahgel an qualifizierten Arbeitskräften in bestimmten Bereichen;
3. Bevölkerungszahlen stagnieren / gehen zurück
4 a) Schubfaktoren sind Lebensbedingungen im Heimatland, die man als negativ / belastend empfindet.
b) Sogtaktoren sind Lebensbedingungen im Ausland, die man als positiv / attraktiv empfindet / ansieht.
5 a) schlechter Verdienst; mangelnde Karrieremöglichkeiten; b) schlechte Arbeitsbedingungen;
c) fehlende politische Rechte / Krieg / Bürgerkrieg
6 Stipendien, attraktive Gehälter, Wohnungen

27
S,126 7 Migrationsnetzwetke sind peßönliche und berufliche Kontakte;
beeinflussen Entscheidung auszuwandern: wel Risiko geringer;
Folge viele wandern in USA aus, wejl hier viele Netzwerke existieren
I Die lndustrieländer brauchen hochqualilizierte Arbeitskräfte und Wissenschaftler aus dem Ausland. Jedes Land
versucht, die besten durch besondere Angebote anzuwerben.
*9 Gewinner sind
die Abwanderer, weil sie meistens ihre Lebensbedingungen verbessern. Gewinner sind auch
die Gastländer, die von den Fähigkeiten der Hochqualifizierten profitieren.
Bei den Verlierern muss man differenzieren. lst die Abwanderung eine Einbahnstraße, ist es lür Entwicklungs-
länder eine Katastrophe, weil sie ihre Akademiker verlieren. Zum Beispiel arbeiten in der englischen Stadt
Manchester mehr Arzte aus lvlalawi als in dem alrikanischen Land.
Wenn aber die Hochqualifizierten wieder in ihr Heimatland zurückkommen, ist die Abwanderung auch Iür die
Heimatländer ein Gewinn, z.B. lür einige asiatische Länder. Diese haben Anreize zur Rückkehr geschaffen,
z.B. bessere Bezahlung und Hille bei der Gründung von Firmen.
10 B 1. AusmaB der lvligration von Hochqualifizierten
2. lnteressen der lndustrieländer an Hochqualifizierten
3. Gründe Iür Auswanderung
4. Wer profitiert von der Auswanderung?

5.127 1 Funktionale Musik soll aut denzuhörer wirken / eine kalkullerte Wirkung auf den Zuhörer haben.
Die Ästhetik der Muslk ist bedeutungslos / hat keine Bedeutung.
2 a) Hauptziel von Werbung
b) Funktionen der Musik in Werbung
c) Welche lvlusikstile bei welchen produkten?
3 Bei der Codierung erhält ein Produkt eine Bedeutung, die mit den wirklichen Eigenschaften nichts zu tun
hat. Zum Beispiel wird in der Werbung lür eine Biersorte das Bier mit
"Männlichkeit" und ,Abenteuer<
in Verbindung gebracht. Oder eine Kaffeesorte wird mit und
"Eleganzu "Reichtum" codiert, indem in der
Werbung reiche Menschen zu klassischer lvluslk Kaffee trinken.
Mit diesen Codierungen sollen unbewusste Kaulentscheidungen bewirkt werden. (Es soll eine
geschatfen werden.) "starke Marke*

4 sehr emotional, gelangt schnell ins Gehirn / ins Gedächtnis.


5 1. Funktion: Musik soll dle Aulmerksamkeit des Zuhörers / Zuschauers erregen.
2. Musik soll die Spannung erhöhen und mitreißen. Beispiele: Sportschuhe, Baumärkte.
3. Musik soll entspannen. Beispiel: Waschmittel, schmutzig (Spannung), sauber (Entspannung)
4 Musik soll eine positive Stimmung erzeugen (die zum Produkt passt). Beispiel: Margarine: fiische und
fröhliche Stimmung am Morgen
5. Musik soll mit einem bestimmten produkt verbunden werden. Beispiel:Toyota ("Nichts ist unmöglich!")
6. N/usik soll die wirkung des produkts charakterisieren. Beispiele: Hautcrdme: sanfte Töne;
Sportwagen: schneller Rhythmus
7. l\4usik soll zum Kaut des Produkts motivieren. l\,lethode: Zuschauer mag Musik und deswegen auch das
Produkt.

28
Textproduktion, S. 130 - 148
S.130 1 Beschreibung der Gralik; 2. lnterpretation der Daten; 3. Vergleich Heimatland - Deutschland
S.131 1 - 5 Siehe Textbeispiel S. 132
S. 1342a)=NW; b) = HA; c)= F; d) -NW; e)= NW
3 7. Beleg: fast verdoppelt - ihn um fast 3 Prozent gesteigert.
2. Beleg:vefiingeien sich die l\ilarktanteile der Supermärkte und kleinen Warenhäuser
Auffä igkeit: Autlällig ist, dass sich der Marktanteil der kleinen Warenhäuser mehr als halbiert hat.
S. 135 12.g; 3. d; 4. e; 5. b; 6. a; 7.f; 8. e; 9.c
S. 136 1 Verglichen mit - sehr viele - es - drei Viertel - sechs mal so viel Finnland - 1 3 Prozent - niederländischen -
lm Vergleich - doppelt so oft
*2 lm Vergleich zu allen anderen Ländern wohnen in ltalien sehr viele Studentinnen zu Hause. Während in
den Niederlanden und in Deutschland nur eine Minderheit zu Hause lebt, haben in ltalien 82 Prozent der
Studentinnen noch keine eigene Wohnung. ln Finnland wohnen nur sehr wenige Studentinnen noch zu
Hause, nämlich fünf Prozent.
3 lvit Ausnahme von - mehr - als Während - 13 Prozent - es - 5 Prozent
*4 ln den Niederlanden und Deutschland wohnen wesentlich mehr Studenten als Studentinnen bei ihren
Eltern. Während in den Niederlanden 62 Prozent der Studenten zu Hause wohnen, sind es nur 37 7" der
Studentinnen. Ahnlich sieht es in Deutschland aus. Hier ist der Unterschied aber geringer: 33 Prozent der
Studenten und 26 Prozent der Studentinnen haben noch keine eigene Wohnung.
S. 137 6 '1992 - 2007 der Umsatz von Arzneimitteln - die Zahl der Rezepte - der Umsatz von Arzneimitteln - gestiegen
ist - ständig abgenommen - waren es mehr als 26 lvlilliarden - die Zahl der Rezepte - die Hälfte
S. 138 1 selbst reinigt - auf dem Blatt rollen - sodass - nehmen - Schmutz- und Staubpartikeln mit - entf ernen - Aus
diesem Grund
2 Die Blattobertläche besteht aus winzigen Wachskristallen, sodass sie nicht glatt, sondern rau ist. Aus diesem
Grund haben Schmutzpartikel und Wassertropfen nur wenjge Kontaktstellen mit dem Blatt und bleiben folglich
nicht haften.
S. 139 3 ln den letzten Jahren wurden verschiedene Materialien entwickelt, die die Lotusblume als Vorbild nehmen. Es
wurden Nanopartikel eingesetzt und die raue lvlikrostruktur auf künstlichen Oberflächen nachgebildet. Zum
Beispiel hat man Textilien erfunden, die man ohne Waschmittel reinigen kann. Aus diesem Grund sind sie
länger haltbar und schonen die Umwelt.
4 lch kann mir vorstellen, dass auch noch in anderen Bereichen die Lotusblume als Vorbild dienen könnte. Zum
Beispiel könnte man den Lack von Autos mit einer rauen Oberfläche versehen. Es wäre auch denkbar, bei
Schiffen den Lotus-Effekt zu nutzen, denn es würden dann keine Muscheln und Algen haften bleiben. Dies
würde zu einem niedrigeren Verbrauch von Treibstoffen führen und folglich helfen, das Weltklima zu schützen.
5 Die Geckos verfügen über eine faszinierende Eigenschaft. Sie sind der Lage, glatte, vertikale Wände
hochzulaulen. Sie sind fähig, kopfüber unter Blättern zu sitzen, und sie sind sogar imstande, Halt auf
Glasflächen zu finden. Wie ist so etwas möglich? Früher ging man von der Hypothese aus, dass die Geckos
winzige Saugnäpfe an ihren Füßen haben, die es ihnen ermöglichen, sich überall festzusaugen. Wenn man
die FüBe der Geckos aber unter einem Elektronenmikroskop betrachtet, wird deutlich, dass dies falsch ist. Die
Geckos haben keine Saugnäpfe, sondern Milliarden Härchen, die 10 Mal dünner als ein menschliches Haar
sind. Die große Anzahl der Härchen bewirkt elektrostatische Anziehungskräfte, sodass die Geckos in der Lage
sind, an allen l\ilaterialien haften zu bleiben.
lch könnte mir vorstellen, dass man den Spiderman-Effekt für Fensterputzroboter nutzen könnte. Die Roboter
könnlen dann auf den Glasflächen von Hochhäusern laufen und die Fenster säubern. Es wäre auch denkbar,
dass man Tapeten konstruiert, die man nicht kleben muss, sondern immer wieder abnehmen kann. Schließlich
wäre es sehr praktisch, wenn man Bilder mit Hilfe von elektrostatischen Kräften an der Wand halten könnte,
anstatt sie mit Schrauben und Dübeln zu befestigen.
S. 140 1. Einige Wochen bevor der Wettkampf beginnt, wird dem Sportler ein Liter Blut abgenommen. Wichtig ist, dass
dies nach einem Höhentraining erfolgt, weil dann besonders viele rote Blutkörperchen produziert werden. Wenn
mehr als ein Liter Blut abgenommen wird, wird der Organismus geschwächt.
2. ln einer Zentrifuge werden die roten Blutkörperchen vom Plasma getrennt, um ein Konzentrat aus roten
BIutkörperchen zu gewinnen. Das Plasma wird entsorgt, denn es ist nutzlos.
3. Das Blut wird in einem Kühlschrank aufbewahrt, allerdings nur 45 Tage, weil BIut nicht lange haltbar ist. Die
Beutel werden mit Codenamen beschriftet, damit Verwechslungen vermieden werden.
4. Kurz bevor der Wettkampf beginnt, wird die Blutkonserve in den Körper des Athleten injiziert.
5. Das Doping bewirkt, dass sich die Konzentration der roten Blutkörperchen erhöht. Darüber hinaus wird der
Sauerstotftransport durch das Blut erhöht, sodass die Leistungslähigkeit bei Ausdauersportarten wie Radfahren
und Skilanglauf gesteigert wird.

29
S. 142 1 BEG: Töten von Menschen trainieren; BL t; Amokläuler: Gewaltspieler auf PC; 8L2: Studien; Killerspiele lördern
Gewalt; SFi untersagen, gewaltverherrlichende Spiele zu verkaufen
2 Meines Erachtens sollten Killerspiele nicht verboten werden, denn es gibt kelnen Zusammenhang zwischen
realer Gewaltanwendung und Gewalt in Killerspielen. So haben Studien das Gegenteil nachgewiesen, dass
nämlich Gewaltspiele zu einem Abbau von Aggressionen Iühren. Außerdem würde ein Verbot nur von den
wirklichen Ursachen von Gewalt ablenken. Diese Ursachen bestehen zum Beispiel in der Perspektivlosigkeit,
der mangelnden Anerkennung in der Schule und der Arbeitslosigkeit. Aulgrund dessen ist das Verbot von
Killerspielen keine Mittel gegen die eewalt im Alltag.
S' 143 1 1. Straßen, Häuser, Menschen und Fahrzeuge werden detailliert fotografiert. Dies geschieht mit einer
Spezialkamera, die auf einem Fahrzeug installiert ist.2. Zu den Bildern werden lnformationen hinzugefügt.
Zum Beispiel kann über die Öfinungszeiten von Museen informiert werden. Es ist auch möglich, lnlormationen
über historische Bauten den Bildern hinzuzufügen. 3. Die einzelnen Bilder werden zu Panoramalotos
zusammengesetzt; 4. Gesichter und Nummernschilder können verdeckt werden. Dazu wird eine
Soltware verwendet, die automatisch Gesichter erkennt und sie unkenntlich macht. 5. lm lnternet und in
Navigationsgeräten können Straßen und Plätze mit einer 360"-Sicht betrachtet werden. Google bietet das als
kostenlos Service an.
2 nämlich - dann - Diese lnformationen - Das gleiche gilt - ln einem solchen Fall - Ein weiterer Vorteil
S. 144 A c) mehr als ein Viertel; d) ein Fünftel / jeder füntte; e) mehr als ein Zehntel; l) mehr als drei Viertel
1 Psychische Faktoren bestimmen Entstehung und Verlaut von Krankheiten

2&& Em
Schüter, dle unter psychosomatischen Beschwerden
leiden (Ansaben k Püen,
I Mädched a Junsän

f ----- f25%
Elny.
50 f - 2s%
-11%
4A ---
f----- J2o%
30
Jev,
20

30
Teil 1: Verstehen halten eine Pistole in der Hand, andere ein Handy. Der
Auftrag in diesem Computerspiel lautet:
"Erschieße die
gefährlichen Männer mit der Pistole und lass die unbe-
Text 1: Zeitempfinden, S. 84
watfneten am Leben." Die Versuchspersonen müssen in
Man hat keine oder viel Zeit, man verliert oder gewinnt Sekundenschnelle entscheiden: lst der nur kurz sichtbare
Zeit, man schenkt oder stiehlt jemandem die Zeit oder Mann bewaffnet oder nicht? Von dieser Einschätzung
man schlägt die Zeit tot. ln diesen Formulierungen drückt hängt es ab, ob sie sich fürs Schießen oder Iürs Nicht-
sich nicht die objektiv messbare Zeit, sondern ein subjek- Schießen entscheiden.
tives Zeitemplinden aus. Und diese subjektive Zeit kann
Die Versuchspersonen erschossen häufiger unbewaffne-
sich sehr stark von der objektiven Zeit unterscheiden.
te schwarze als unbewaffnete weiße lvlänner. Offenbar
Dazu zwei Beispiele.
verbinden sie die Hautfarbe eines dunkelhäutigen Men-
1. Das Zeitgefühl ändert sich im Laufe des Lebens. Die schen automatisch mit Gefahr und Kriminalität. Dieser
Zeit vergeht mit zunehmendem Alter scheinbar immer Efjekt trat bei allen Versuchspersonen gleichermaßen
schneller. Die Ursache ist nicht geklärt, möglicherweise auf. Auch Vertreter ethnischer Minderheiten erschossen
läuft die biologische, die innere Uhr, die alle physiotogi- mehr unbewaffnete Schwarze als unbewaffnete WeiBe.
schen Prozesse steuert, langsamer. Da es sich um blitzschnelle Entscheidungen handelt,
2. Ereignisreiche Situationen werden als kurz empfun- zeigten sich hier die Vorurteile besonders deu ich. Die
den. Bei einem Experiment wurden einer Gruppe von Versuchspersonen handelten also rassistisch, ohne sich
Versuchspersonen neun Minuten lang spannende Film- darüber im Klaren zu sein und - vielleicht - ohne es
ausschnitte gezeigt, während eine zweite Versuchsgrup- richtig zu finden.
pe nichts tat und sich langweilte. Das subjektive Zeitemp-
linden der bejden Gruppen unterschied sich deuflich: Für Text 3: Höhenangst, S. 86
dlejenigen, die Filmausschnitte sahen, verging die Zeit
Für die einen ist es das allerschönste Gefühl, am steilen
viel schneller als Iür die, die nichts taten.
Berg zu klettern oder auf einer schmalen Brücke über
Merkwürdig ist aber Folgendes: ein tieles Flusstal zu wandern, dem anderen bereitet
Nach einigen Tagen fragte man die gleichen Personen bereits der Gedanke an diese Erlebnisse panische Angst.
noch einmal, wie sie die Zeit beim Experjment empfan- Akrophobie, also Höhenangst, äußert sich mit SchweiB-
den. Jeta war das Ergebnis merkwürdigerweise genau ausbrüchen, Schwindel Atemnot und Herzrasen.
umgekehrt. Die Filmgucker glaubten, eine sehr lange Von der Höhenangst muss man den Höhenschwindel
Zeit mit dem Zuschauen verbracht zu haben. Umgekehrt unterscheiden, den wohl fast jeder Mensch kennt. Was
die Gelangweilten: Sie glaubten ihre Wartezeit seiviel versteht man unter Höhenschwindel? Höhenschwindel
kürzer gewesen, als sie in Wirklichkeit wat. Zeitpan- äußert sich dadurch, dass man in großen Höhen das
doxon nennen die Psychologen das. ln der Erinnerung Gefühl hat, der Körper würde schwanken, er sei nicht
werden Situationen, in denen nicht viel passiert, als kurz stabil. Weil die Entfernungen zu groß sind, können die
empfunden. Auf der anderen Seite erscheint die Zeit. in Augen keinen festen Punkt lixieren. Die Augen wandern
der sehr viel passiert, länger. suchend hin und her, und dabei schwankt der Körper au-
tomatisch mit. Die Wahrnehmung dieser Körperschwan-
Text 2: Vorurteile, S. 85 kung erzeugt das Schwindelgefühl.
Vorurteile sind mehr als falsche Ansichten oder Meinun- Eine gewisse Angst vor Höhen, also vor gefährlichen
gen. Vorurteile sind meistens mit Emotionen verbunden Situationen, ist eine biologisch sinnvolle Alarmrealdion
und haben sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl unseres Körpers, die schon bei Kleinkindern vorhanden
zu tun. Wer Menschen, die keine Arbeit haben, als faul ist. Schließlich ist unser Leben in Gefahr. wenn wir in die
und arbeitsscheu bezeichnet, verachtet sie und glaubt, Tiefe stürzen.
er selbst sei etwas Besseres. Wer Vorurteile gegenüber Worin besteht nun der Unterschied zwischen Höhen-
Ausländern hat, hat oft Angst vor Fremdem und tühlt sich schwindel und Höhenangst? Bei Menschen, die Hö-
in seiner eigenen Identität bedroht. henangst haben, wird der Alarm aber auch in objektiv
Aus diesen Gründen ist es sehr schwer, Vorurtelle zu völlig ungefährlichen Situationen ausgelöst. Die Angst
zerstören. Es nützt nämlich nicht viel, lnformationen und veMandelt sich in Panik. Man belürchtet, die Kontrolle
Fakten zu liefern, die dieses Vorurteil sofort widerlegen über die Situation zu verlieren. Panische Gedanken wie
würden. Angenommen jemand hat das Vorurteil, Frau- "ich könnte fallenu aber auch "ich könnte die Kontrolle
en könnten Mathematik nicht verstehen. Wenn dieser über mich verlieren und hinunterspringen" kennzeichnen
Mensch nun einer Prolessorin der Mathematik begegnet, Höhenangst. Höhenangst kann sogar auftreten, wenn die
wird er denken oder sagen, diese Frau sei eine Ausnah- betroffene Person auf eine Leiter oder einem Stuhl steht.
me, sie bestätige nur die Regel. Oder er wird denken: Welche Ursachen hat Höhenangst? Ein Experimenl
diese Frau ist gar keine richtige Frau. Er erfindet also könnte einen wichtigen Hinweis liefern. An dem Expe-
ein neues Vorurteil, das lautet: Frauen, die Mathematik riment nahmen Studierende teil, die entweder unter
verstehen, sind keine richtigen Frauen. Höhenangst litten oder diese Angst nicht kannten. Die
Wie subtil und stark Vorurteile wirken. hat ein verstören- Versuchspersonen sollten die Höhe eines 14 Meter
des Experiment gezeigt. hohen Parkhauses vom Dach aus so exakt wie möglich
Aul einem Bildschirm sind in ständigem Wechsel schwar- schätzen. Es zeigte sich, dass last alle Schwierigkeiten
ze und weiße l\,4änner zu sehen. Manche von ihnen hatten, die Höhe genau abzuschätzen. Alle Versuchsper-

32
sonen überschätzten die Höhe des Parkhauses. Augen betrachtet, gibt es kaum Unterschiede zwischen
Doch ein großer Unterschied wurde deutlich: Die Ver- den Emotionen Angst und Überraschung. Das gleiche
suchspersonen, die am meisten unter Höhenangst litten, gilt für Wut und Ekel. Auch bei diesen Basis-Emotionen
empfanden das Gebäude um durchschnittlich zwölf Meter sehen die Augen fast gleich aus.
höher als die anderen, die erklärt hatten, keine Proble- Diese Unterschiede zwischen Europäern und Asiaten zei
me mit der Höhenangst zu haben. Teilweise wurde die gen sich auch an den so genannten Emoticons, die man
Distanz vom Dach den Parkhauses bis zum Boden auf bei E-Mails und Sl\ilS verwendet. Die Abbildung zeigt,
50 lvleter geschätzt. wie Asiaten und Europäer Freude und Überraschung
Ein Grund für Höhenangst scheint also darin zu liegen, symbolisieren.
dass Höhen stark übertrieben eingeschätzt werden.
Ungeklärt bleibt aber die Frage, warum es zu diesen Feh- Text 5: Schlafwandeln, Teil 1, S. 90
lern kommt. Jeder kennt das klassische Bild des Schlafwandlers auf
dem Dach im l\4ondschein, der jeden Moment herunter-
Text 4: Gefühle im Gesicht, S. 88 zufallen droht. Wir sprechen von "schlafwandlerischer
Ohne dass wir etwas sagen, kann man unsere Gefühle Sicherheit. und meinen damit die Fähigkeit, etwas "wie
im Wesentlichen an unserem Augen, den Körperbewe- im Schlaf" zu können, also so gut und so routjniert, dass
gungen, der Körperhaltung vor allen Dingen aber am wir nicht mehr dabei nachzudenken brauchen.
Gesichtsausdruck erkennen. ln der Realität hat das Schlafwandeln aber wenig mit
Sicherheit zu tun. Und zwar aus zwei Gründen:
Schon vor 2000 Jahren schrieb der römische Schriftstel-
ler Cicero: Das Geslcht ist der Spiegel der Seele. Tat- Erstens sind motorischen Fähigkeiten des Schlalwand-
sächlich werden Gefühle am deutlichsten im Gesicht für lers eingeschränkt. Sie bewegen sich im Tiefschlaf und
andere l\4enschen sichtbar. Es sind sechs verschiedene sind auf ihrem Spaziergang sehr unsicher, weil sie immer
Emotionen, die sich in unserem Gesicht widerspiegeln: geradeaus laufen wollen. Dadurch stoßen sie häufig an
Angst, Wut, Glück, Trauer, Überraschung und Ekel. ln Möoel. fallen Treppen herunter und Ahnliches. Die Koor-
der Realität treten diese verschiedenen Basis-Emotionen dination ihrer Bewegungen ist mangelhaft, sie verlieren
meistens in gemischter Form auf: z.B. Überraschung mit oft das Gleichgewicht. Da ihr Orientierungssinn zusätzlich
Furcht. Außerdem kann jede Emotion unterschiedlich stark eingeschränkt ist, gehen sie häufig in Richtung
intensiv sein. Obwohl es also nur wenige Basis-Emotio- einer Lichtquelle.
nen gibt, können wir im Alltag unzählige unterschiedliche Zweitens: Schlafwandlern fehlt die Angsl vor gefährlichen
Gesichtsausdrücke entdecken. Situationen. Gefahren bemerken sie nicht. Überhaupt
Charles Darwin stellte bereits 1872 lest, dass Menschen sind Schlafwandler nicht besonders sensibel und ihre
ganz unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Kul- Sinnesorgane funktionieren nicht richtig. Zum Beispiel ist
turen die gleichen Emotionen auf gleiche Art ausdrücken. der Geschmacksinn stark eingeschränkt. Sie essen Obst
Er vermutete deshalb, Gesichtsausdrücke seien univer- mit der Schale oder Schokolade mitsamt der Alutolie.
sell, also in allen Kulturen gleich und damjt angeboren. Auffällig am Schlafwandler sind seine geöffneten Auqen.
Gibt es diese Universalität von Gesichtsausdrücken wirk- die nicht zu seinem ausdruckslosen Gesichtsausdruck
lich? Es gibt Forschungen, die diese These bestätigen. passen. Dies liegt daran, dass der Schlafwandler nicht
Untersuchungen zeigen, dass man die Basis-Emotionen bewusst handelt. Er schläft tatsächlich, er ist nicht wach.
und die Gesichtsausdrücke, die ihnen entsprechen, so Wenn er aufwacht oder aufgeweckt wird, ist er völ ig des-
gut wie in allen menschlichen Kulturen linden kann. orienliert und hat überhaupt keine Erinnerung an seine
Aktivitäten.
Das gleiche lässt sich möglicherweise auch für das
Erkennen und lnterpretation solcher Gesichtsausdrücke l\4anche Schlatwandler sprechen zudem im Schlaf, wenn
sagen. Auch die lnterpretation von Gesichtsausdrücken auch in sehr unverständlicher Weise. Es kommt auch vor,
ist einigen Forschungen zufolge universal. Wenn man dass Schlafwandler äußerst komplizierte Handlungen
Personen aus sehr unterschiedlichen Kulturen Fotos von ausführen, die zweck- und zielgerichtet erscheinen, aber
Menschen vorlegt, können sie in der Flegel die Basis- ohne bestimmte Absicht erfolgen. Während des Schlai
Emotionen erkennen und beschreiben. Beispielsweise wandelns stellen sie z.B. Möbel um.
werden weit aufgerissene Augen und aufgerissener Was bringt nun jemanden dazu, im Schlaf aus dem Bett
l\4und in allen Kulturen als Zeichen von Angst interpre- zu steigen umherzugehen, Möbel umzustellen und dabei
tiert. Schokolade mit Alufolie zu verspeisen? Die Forscher
Neue Untersuchungen zeigen aber, dass es offenbar sind eigentlich ziemlich ratlos. Es gibt nur Vermutungen,
doch Schwierigkeiten gibt, manche Gesichtsausdrücke Theorien, gesicherte Erkenntnisse existieren nicht.
exakt zuzuordnen und zu interpretieren. Das betrifft vor lm zweiten Teil gehe ich darauf ein, was man bisher zu
allen Dingen die negativen Emotionen Wut, Angst und den Ursachen des Schlafwandelns herausgefunden hat.
Ekel. So hat man zum Beispiel festgestellt, dass Asiaten
Schwierigkeiten haben, Angst und Überraschung einer- Text 5: Schlafwandeln, Teil 2
seits und Wut und Ekel andrerseits in den Gesichtern von
Nun also zu den Ursachen.
Europäern zu unterschieden. Der Grund dafür scheint
zu sein, dass Asiaten nur die Augen betrachten, um den Schlafwandeln ist keine Krankheit, sondern eine Störung.
Gesichtsausdruck zu interpretieren. Europäer hingegen Es ist eine Störung nicht beim Schlafen, sondern beim
betrachten das ganze Gesicht. Wenn man aber nur die Aufwachen. Schlafwandeln, soweit ist man sich in der

33
Forschung einig, ist eine Autwachstörung. Der Schläfer anzutreffen. Funktionaler Analphabetismus wird definiert
erhält vom Gehirn irgendeinen Weckimpuls, wacht aber als Unfähigkeit, die Schrift im Alltag so zu gebrauchen,
nicht auf. Die Störung tritt insbesondere zwischen der wie es in der Gesellschatt als normal angesehen wird.
Tietschlalphase und der Traumphase des Schlals auf, Funktionelle Analphabeten sind Menschen, die zwar
Schlafwandeln tritt am häufigsten zwischen dem 4. und Buchstaben erkennen und durchaus in der Lage sind, ih-
8. Lebensjahr aut. Das ist kein zufall, denn Schlal ist ein ren Namen und ein paar Wörter zu schreiben, die jedoch
äußerst komplexes Geschehen, das Kinder erst noch den Sinn eines etwas längeren Textes nicht verstehen.
lernen müssen. Zu Beginn der Pubertät nimml dann das Sie können zum Beispiel keine Bedienungsanleitung oder
Phänomen ab. Nur noch sehr selten tritt Schlafwandeln Telefonrechnung lesen. Sie können darüber hinaus auch
bei Erwachsenen auf. nicht schriftlich kommunizieren, z.B. mit Behörden.
Als wesentliche Ursache gilt deswegen ein noch nicht Für tunKionale Analphabeten ist die Gefahr sehr groß
perfekt lunktionierendes Nervensystem. Bekannt lst ist, dass sie sozial und kulturell an den Rand der Gesell-
auch, dass Schlalwandeln bei Kindern und Jugendlichen schatt gedrängt zu werden.
vor allem nach Übermüdung, Stress und emotionalen
Belastungen auftritt.
wichtig für den Schlafwandler scheint eine Lichtquelle zu
sein. ln den meisten Fällen laufen Schlalwandler in Rich-
Teil2: Uben
tung dieser Lichtquelle. Dies kann eine Straßenlaterne,
elne Leuchtwerbung oder eine brennende Lampe in der Text 7: Grenzen im Hochleistungssport, S. 96
Wohnung sein. Früher war der Mond nachts die einzige Teil I
Lichtquelle. Aus diesem Grund bewegte sich der Schlaf-
Auf der Jagd nach Höchstleistungen im Spitzensport
wandler oft in Richtung des Mondes. Und deshalb nahm
schien lange Zeit der Körper des Athleten unbegrenzt
man auch lange Zeit an, der Mond verführe die Men-
belastbar zu seln. Aber die hohe Zahl von schweren Ver-
schen aut geheimnisvolle Art und Weise zum Schlafwan-
letzungen macht deutlich: ln vielen Disziplinen sind die
deln. Dies ist inzwischen wissenschaftlich eindeutig wi-
natürlichen Grenzen des menschlichen Körpers erreicht,
derlegt. Das Klettern auf Dächer, Balkone, Mauern oder ja schon überschritten.
Berge war der Versuch, dem Mondschein, der einzigen
Lichtquelle, näher zu kommen. Heute spielt der Mond Können wir deshalb damit rechnen, dass es ein Umden-
keine herausragende Bolle mehr, weil er in einer üblichen ken im Spitzensport gibt? Kann man eMarten, dass die
Wohngegend nur eine Lichtquelle unter vielen ist. Sportfunktionäre einsehen, dass der Grundsatz tür den
Leistungssport "lmmer schneller, immer weiter, immer
Text 6: Analphabelismus, S. 94 höher!" nicht mehr .funktioniert? Es spricht leider wenig
dalür. Denn es wird versucht, die natürlichen Grenzen
Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 15 Jahre der menschlichen Leistungsfähigkeit zu verschieben.
kann weder lesen noch schreiben.
lm folgenden Text sollen zunächst einige Erkenntnisse
Analphabetismus kommt in allen Ländern der Erde vor, aus der Sportmedizin über die Grenzen des menschli-
aber in den Entwicklungsländern sind meist große Teile chen Organismus vorgestellt werden. Anschließend wird
der Bevölkerung hiervon betroffen. Analphabetismus daraul eingegangen, wie man im Hochleistungssport
ist stark mit Armut verknüpft: Je ärmer ein Land, desto versucht, diese Grenzen zu überwinden.
geringer ist die Möglichkeit, in diesem Land lesen und
Welche Erkenntnisse hat man über die natürlichen Gren-
schreiben zu lernen. Weltweit sind deutlich mehr Frau-
zen von Leistungssportlern?
en als Männer betroffen, da - besonders in traditionell
geprägten Gesellschaften - weniger Frauen als Männer 1. Ein US-amerikanischer Physiologe hat die Energie-
eine Schule besucht haben. produktion von 37 verschiedenen Lebewesen im Ru-
hezustand und im Training gemessen. Er kam zu dem
Die UNESCO definierte im Jahre 1951 Analphabetismus
Ergebnis, dass der Mensch trotz höchster Anstrengung
als Unlähigkeit, einen einfachen Text zu lesen oder einen
maximal 40000 Kilojoule am Tag umsetzen kann. Da-
einlachen Briel zu schreiben.
nach ist Schluss.
lnzwischen differenzieren Bildungsforscher aber zwi-
2. Das Herz-Kreislauf-System eines Sportlers ist nicht
schen verschiedenen Formen des Analphabetismus.
unbegrenzt belastbar. Ein gewöhnliches Herz ist ca. 300
Von primärem Analphabetismus spricht man, wenn ein
Gramm schwer, ein Sportlerherz oft über 500 Gramm.
Mensch weder in der Lage ist zu schreiben, noch zu
Bis zu 35 Liter BIut pro Minute werden mit einem solchen
lesen, und diese Fähigkeit auch nie erworben hat. Vor-
Riesenherzen durch den Körper gepumpt, doppelt so viel
wiegend besteht dieses Problem in den Entwicklungslän-
wie bei normalen Menschen. lnzwischen weiß man, dass
dern, aber auch in lndustriestaaten ist es zu finden. Als
solche Herzen die Herzkranzgeläße anlälliger für Viren
sekundäre Analphabeten bezeichnet man Menschen, die
machen und die Ursache für manchen tödlichen Kollaps
zwar eine Schule besucht habbn, aber die die Schreib-
sind.
lähigkeit wieder verlernt haben. Eine der Hauptursachen
hierfür ist, dass die Schriftmedien, z.B. Zeitung und Briel 3. Noch mehr leidet der Bewegungsapparat unter dem
durch Bildschirmmedien und das Telelon erseta werden. Slress im Hochleislungssport. Auf Muskeln, Bänder,
Knochen und Gelenke wirken sehr hohe Kräfte ein. Bei
Vom primären und sekundären Analphabetismus zu
einem Sprinter werden Sehnen und Sprunggelenke bis
unterscheiden ist der lunktionale Analphabetismus, und
zu 9000 NeMon belastet - das ist so, als würde ein VW
dieser ist auch immer häufiger in den lndustriestaaten

34
Polo an ihnen ziehen. Sportphysiologen errechneten, sätzlich Täter. Auch dazu ein Beispiel: ln der U-Bahn wird
dass bei solchen Belastungen erstens Sehnen leicht jemand belästjgt, ein Fahrgast greift ein und versucht,
reißen und zweitens Gelenke zerstört werden können. Es dem Opfer zu helfen. Der Aufwand für den Helter kann
ist nicht ven/vunderlich, dass deshalb viele Sportler mehr sehr hoch sein und ist in vielen Fällen nicht überschau-
Zeit beim Krankengymnasten als in der Trainingshalle bar. Er kann dabei sogar sein Leben in Gefahr bringen.
verbringen. Außerdem wjrd das Eingreifen von anderen l\4enschen
teilweise als Störung empfunden.
Teil 2 Vom Helfen und der Zivilcourage muss der so genannte
zivile Ungehorsam unterschieden werden. Daran sind
Aus den genannten Gründen sucht man nach neuen
meistens Gruppen beteiligt. Bei der Zivilcourage handelt
Wegen, die Rekorde um einige Hundertstelsekunden
es sich in der Regel um ein individuelles Verhalten in
schneller, einige Zentimeter weiter zu schrauben.
einer singulären Situation, beim zivilen Ungehorsam da-
Wie sehen nun diese neuen Wege aus, die die natürli- gegen um eine Strategie von Gruppen. Durch bewussten
chen Grenzen der Leistungsfähigkeit verschieben sollen? Verstoß gegen rechtliche Normen soll gegen staatliches
Als Erstes kann man beobachten, dass immer mehr Handeln protestiert werden. Beispiel: Atomkraftgegner
moderne Technologie im Training verwendet wird. ln fast setzen sich auf die Gleise der Bahn, um einen Transport
jeder Disziplin gibt es Computersimulationen, die jede von Atommüll zu behindern.
kleinste Bewegung der Sportler optimieren sollen. lm lm Folgenden geht es nur um Helfen und Zivilcourage,
Schwimmsport wurde der Arm- und Beinschlag von 70 auf den zivilen Ungehorsam wird nicht weiter eingegan-
Weltklasseschwimmern vermessen und in Hunderte von gen.
Einzelphasen zerlegt. Der Computer errechnete dann
Helfen und Zivilcourage zeigen ist nicht einfach. Es müs-
einen optimalen Bewegungsablauf .
sen mehrere Hürden überl1/unden werden. Diese sollen
Zweitens entwickeln die großen Sportartikelf irmen mit im Folgenden charaklerisiert werden.
enormem Aufwand immer neue Materialien, insbeson-
Hürde 1: Die Situation muss erkannt werden.
dere Trikots und Laufschuhe: Erst kürzlich hat die Firma
Am Anfang ist es wichtig, dass die Situation überhaupt
Speedo einen Schwimmanzug erfunden, der wie die Haut
bemerkt und als Notsituation interpretiert wird. Dabei
eines Haifisches konstruiert ist. Damit soll der Wasser-
spielt es eine entscheidende Rolle, wie eindeutig die Situ-
widerstand verringert werden und der Sportler schneller
ation ist. lst es nur ein harmloser Streit zwischen Jugend-
durchs Wasser gleiten. Ein anderes Beispiel: lm Rad-
lichen? Oder wird jemand belästigt oder bedroht?
sport kosten Bäder aus extrem leichten Materialien über
Die lnterpretation einer Situation ist außerdem sehr stark
100000 Euro.
von dem Verhalten der anderen Anwesenden abhängig.
Die dritte Methode schlieBlich besteht darin, den mensch- Wenn andere nicht eingreifen, meinen viele, es handelt
lichen Organismus selbst zu manipulieren, also im sich überhaupt nicht um eine Notsituation. Da brauche
Doping. Eingesetzt werden Wachstumshormone und in ich ja auch nichts zu machen! Je mehr l\4enschen anwe-
letzter Zeit vor allen Dingen die Droge Erythropoietin, send sind, umso stärker wirkt dieses Phänomen. Exper-
kurz Epo. Epo erhöht die Anzahl der roten Blutkörper- ten sprechen in diesem Zusammenhang von
chen dramatisch. Deshalb kann das Blut mehr Sauer- "pluralisti-
scher lgnoranz". Das bedeutet, dass sich der Einzelne
sloff aufnehmen. Der Sportler hat folglich eine längere an dem Verhalten der l\ilehrheit orientiert, die nicht hiltt.
Ausdauer. Denn wenn die Mehrheit nicht hilft, scheint Hilfe nicht
Es gibt kaum eine Sportart, wo Dopingfälle nicht aufge- nötig oder sogar falsch zu sein.
treten sind. Trotz aller Appelle und Verbote vermuten Hürde 2: Verantwortung muss übernommen werden
viele Sportmediziner, dass das Doping in der Zukunft
lst die Notsituation erkannt, muss der Einzelne sich zu-
eher noch zunehmen wird. Denn mit den Möglichkeiten
ständig fühlen. Er sollte Verantwortung übernehmen und
der Genmanipulation können Dopingverfahren entwickelt
versuchen die Situation zu verändern. Auch hier spielt
werden, die überhaupt nicht mehr nachweisbar wären.
wieder die Anzahl der Personen, die hellen könnten, eine
Vielleicht wissen wir dann, dass die Verlierer bei Olympi-
wichtige Rolle. Experimente zeigen, dass sich die Ver-
schen Spielen oder Weltmeisterschaften nicht langsamer
antwortung offenbar auf die potenziellen Helfer aufteilt.
waren, sondern nur ehrlicher sind.
l\,4an spricht von
"Verantwortungsdiffusion ". Man versteht
darunter das Abwälzen der Verantwortung auf andere. Je
Text 8: Hürdenlauf zum Helfen, S. 98 mehr Menschen anwesend sind, umso weniger Veranl
lm normalen Sprachgebrauch werden die Begriffe Helfen wortung bleibt für den Einzelnen übrig. Bis im schlimms-
und Zivilcourage häulig synonym verwendet. Doch unter ten Fall keiner mehr hilft. Dies ist eine Erklärung dafür,
psychologischen Kriterien sind sie nicht das Gieiche. dass die Hilfsbereitschaft Einzelner drastisch sinkt. wenn
Beim Helfen sind nur zwei Personen oder Gruppen be- mehrere Personen einen Notfall beobachten.
teiligt: Opfer und Helfer. Ein Beispiel: Jemand bricht auf Hürde 3: Die Möglichkeiten zu helfen müssen erkannt
der Straße zusammen. E;n Passant leistet Erste Hille und werden.
verständigt einen Notarzt. Der Aufwand für den Helfer ist Die nächste Hürde betritft die Frage, ob der potentielle
gering und überschaubar. Das Eingreifen wird allgemein Helfer über das notwendige Wissen verfügt, was konkret
als positiv anerkannt. zu tun oder zu unterlassen ist. Je nach Notsituation gibt
lm Falle von Zivilcourage sind dagegen drei Personen es eine ganze Reihe von Möglichkeiten zu helfen: Soll
oder Personengruppen beteiligt: Opfer, Helfer und zu- das Opfer oder der Täter angesprochen werden? Soll

35
man sich an andere Zuschauer wenden? Soll die Polizei men mit der Finanzierung ihres Studiums gescheitert.
gerufen werden? Der potentielle Helfer muss entschei- Das bedeutet nicht nur, dass sie zu wenig Geld hat-
den, welche Handlung objektiv sinnvoll ist und ob er dazu ten. Sie waren vor allen Dingen nicht in der Lage, die
subjektiv in der Lage ist. Erwerbsarbeit mit den Studienverpllichtungen zu verein-
Hürde 4; Eine Kosten-Nutzen-Rechnung wird aulgestellt. baren.
Wer helfen will, stellt unbewusst eine Kosten-Nutzen- Fast genauso viele Studierende, nämlich 18 Prozent,
Rechnung aul. Das bedeutet, er wägt vorher Vor-und gaben einen mangelnde Motivation für ihren Studienab-
Nachteile ab. Welche Nachteile könnten aul mich zukom- bruch an. Diese Studierenden identifizieren sich nicht
men, was kostet mich meine Hilfe? Zu diesen Kosten mehr mit ihrem Studienfach und den beruflichen Mög-
zählt zunächst die Gefahr, in die man sich begeben lichkeiten ihres Faches. Offensichtlich haben sie sich mit
könnte. Was kann mir passieren? Gefährde ich meine falschen Vorstellungen und ErWartungen immatrikuliert.
Gesundheit? Bin ich überhaupt in der Lage zu helfen? Leistungsprobleme, Jinanzielle Probleme und Motiva-
Ein weiterer Nachteil könnte sein, dass man beim Helfen tionsprobleme sind also für mehr als zwei Drittel der
Fehler macht und sich in der Öffentlichkeit durch sein Studienabbrecher die entscheidenden Motive.
Verhalten blamiert. Schließlich werden auch noch banale, Es gibt noch weitere Motive, die aber nicht so stark ver-
aber trotzdem wichtige Kosten kalkuliert: Wie viel Zeit breitet sind.
kostet mich das Eingreifen? Welche unangenehmen Fol-
gen hat meine Hilfe? Muss ich bei der Polizei als Zeuge Für 12 % der Studienabbrecher sind unzureichende Stu-
aussagen? dienbedingungen entscheidend. Schlechte Studienbedin-
gungen sind zwar für die Mehrzahl der Studienabbrecher
Auf der anderen Seite der Kosten-Nutzen-Rechnung ein Problem, aber nur für eine relativ kleine Gruppe der
stehen die Nutzen, die Vorteile, die man aus dem Helfen letztlich entscheidende Abbruchgrund.
zieht. Dazu gehört, dass man ein schlechtes Gewissen
und Selbstvorwürfe über seine mangelnde Hilfsbereit- Jeder zehnte Studienabbrecher verlässt die Hochschule,
schaft vermeidet. Vorteile sind auch der mögliche Lob weil er sich beruflich neu orientiert. Diese Studierenden
und die Anerkennung, die man von anderen erhält. haben entweder schon ein konkretes Angebot für eine
Schließlich spielt auch eine Rolle, dass man bei erfolg- Berulstätigkeit oder aber sie wollen eine andere Ausbil
reicher Hilfe stolz auf seine Leistung und seinen Mut und dung als eine Hochschulausbildung absolvieren.
damit ein Vorbild lür andere sein kann. 7 % der Studienabbrecher machen für ihre Studienauf,
gabe familiäre Probleme wie das Betreuen von Kindern
Bei der Kosten-Nutzen-Überlegung des Zuschauers einer
Notsituation handelt es sich aber in der Regel nicht um oder Familienangehörigen geltend und noch weniger
bewusste logische Abwägungen. Eine zentrale Rolle bei verweisen aut Krankheil als Ursache des Abbruchs.
der unbewussten Kosten-Nutzen-Abwägung spielt die
ötfentliche lvleinung. Wird beispielsweise das Außern 2. Abschnitt
ausländerfeindlicher Parolen in der Ötfentlichkeit verur-
Wenn man nun die beiden Untersuchungen aus den
teilt, werden mehr Menschen spontan mehr Nutzen als
Jahren 2000 und 2008 miteinander vergleicht , fällt Fol-
Kosten darin sehen, zu protestieren, wenn ein ausländi-
gendes aut.
scher Bürger beleidigt wird.
Erstens. lm Vergleich zu den Studienabbrechern des Stu-
dienjahres 2000 sind die Studienabbrecher 2008 weitaus
Text 9: Studienabbruch - Motive verändern
häuliger an Leistungsproblemen und Prüfungsversagen
sich, S. 101 gescheitert.
'1. Abschnitl
Zweitens. Nur noch wenige Studierende geben als Grund
Von je 100 Studierenden, die in den Jahren 1999-200'l lür den Abbruch des Studiums eine berufliche Neuorien-
ihr Studium begonnen haben, haben 21 kein Examen ge- tierung an.
macht: Sie haben ihr Studium abgebrochen. Zum zweiten Worin sind die Gründe für diese beiden Entwicklungen zu
Mal hat im Jahr 2008 eine Forschergruppe die Motive lür suchen?
den Studienabbruch untersucht und ist dabei zu überra-
Zunächst zu den Leistungsproblemen.
schenden Ergebnissen gelangt.
Zunehmende Leistungsprobleme bereiten otfenbar die
Der Studienabbruch an den deutschen Hochschulen
Bachelor-Studiengänge. ln vielen Fächern sind die An-
wird gegenwärtig vor allem durch drei Motive bestimmt.
forderungen erheblich gestiegen, weil innerhalb kürzerer
An erster Stelle stehen dabei Leistungsprobleme. 20 %
Zeit der gleiche Stoff bewältigt werden muss. Darüber
der Studienabbrecher machen die Erfahrung, dass die
hinaus müssen die Studierenden sehr viel früher und
Anforderungen des Studiums für sie zu hoch sind. Diese
öfter Prüfungen absolvieren. Die Gefahr, diese Prü-
Abbrecher konnten den Stoff nicht bewältigen, lür sie
fungen nicht zu bestehen, ist insbesondere dann groß,
war der Leistungsdruck zu hoch, viele hatten schon zu
wenn man nicht richtig aul sein Studium vorbereitel ist.
Beginn des Studiums große Probleme. Hinzu kommen 11
Der Studienstart scheint also schwieriger zu sein. Dafür
% der Studienabbrecher, die explizit das Nichtbestehen
spricht auch, dass früher Studienabbrecher nach durch-
von Prülungen als entscheidenden Abbruchgrund ange-
schnittlich 7 Semestern die Uni verließen; heute liegt der
ben, Zusammen kommt man also auf 31 Prozent, die als
Durchschnitt bei etwa 2 Semeslern.
Grund für den Abbruch Leistungsprobleme angeben.
Leistungsprobleme im Studium werden auch direkt beein-
An zweiter Stellen bei den Gründen lolgen finanzielle
flusst von finanziellen Problemen. Wer finanzielle Prob-
Probleme. 19 % der Studienabbrecher sind an Proble-

36
lem hat, ist gezwungen, sich einen Job, eine Erwerbsar- Darüber hinaus versorgen die Tränen die Hornhaut mit
beit zu suchen. Dies hat Auswirkungen aul die Zeit, die Sauerstoff und schützen das Auge vor dem Austrocknen.
für das Studium zur Verfügung steht. Viele Studienabbre- Neben den basalen Tränen gibt es die schützenden
cher sahen sich nicht in der Lage, beides, Job und hohe Tränen. Sie werden produziert, wenn Schadstotfe ins
Studienanlorderungen, miteinander zu vereinbaren. Das Auge gelangen. Dreck, Bakterien und Keime werden mit
Gleiche gilt, wenn Studierende Kinder haben oder Eltern Hilte der Tränenflüssigkeit aus dem Auge gespült. Diese
betreuen müssen. Auch in diesen Fällen ist es schwer, Tränen haben also eine antibakterielle Funktion.
die erforderliche Zeit für das Studium aufzubringen.
Der dritte, bislang sehr rätselhafte Tränentyp sind die
Wie ist die andere auffällige Entwicklung zu erklären? emotionalen Tränen. Sie lließen aus Trauer, Schmerz,
Wie ist zu erklären, dass ein anderer Berulswunsch keine und Rührung, aber auch aus Freude. Voraussetzung für
große Rolle bei der Entscheidung spielt, das Studium
solche Tränen ist eine psychische Erregung. Wenn die
abzubrechen? Der Grund hierfür sind die veränderten stark genug ist, wird über das Gehirn ein Nervenimpuls
Bedingungen am Arbeitsmarkt. Vor 10 Jahren hatten ausgelöst, der die Tränendrüsen dazu bringt, ihre Tränen
Studierende insbesondere in der lnformationstechnologie abzugeben. Die Funktion dieser Tränen ist weitgehend
häufig gute Angebote für einen Arbeitsplatz. Viele Firmen ungeklärt.
wollten auch Studierende ohne Examen beschättigen.
Dies ist heute viel seltener der Fall. Ein Studienabbruch
Abschnitt 2
ist heute mit einem sehr hohen Risiko verbunden, ar- lch komme nun zum zweiten Teil, nämlich zu der Frage,
beitslos zu werden. wann, in welchen Situationen geweint wird.
An den Universitäten scheint sich nach massiven Protes- Psychologen unterscheiden drei Situationsbereiche, in
ten der Studierenden die Meinung durchzusetzen, dass denen Erwachsene in den westlichen lndustriestaaten
Studienabbruch kein individuelles Versagen ist. Für viele am ehesten weinen. Erstens bei traurigen Anlässen.
Studierende waren schlecht geplante Studiengänge und Hierzu gehören der Tod von Angehörigen und Freun-
ein hoher Leistungsdruck zu große Hindernisse, um ein den, der Bruch von Liebesbeziehungen, traurige Filme.
Studium erfolgreich absolvieren zu können. Zweitens in bestimmten kommunikativen Situationen,
zum Beispiel wenn Menschen sich streiten, sich unge-
recht behandelt oder zurückgewiesen fühlen. Drittens bei
positiven Gefühlen, beispielsweise bei Hochzeiten, Musik
Text 10: Weinen - rätselhafte Tränen, S. 103 und beim Wiedersehen geliebter Menschen.
Abschnitt 1 Tränen werden von vielfältigen Emotionen begleitet. Bei
Weinen ist eine elementare menschliche Ausdrucks- entsprechenden Befragungen geben Weinende oft zwei,
form. Die gesamte Geschichte hindurch und in jeder drei, vier oder mehr Getühle wie Verzweillung, Trauer,
Kultur werden Tränen vergossen. Überall auf der Welt Wut, Verletztheit an.
muss jeder l\4ensch irgendwann einmal weinen. Es ist Abschnitt 3
erstaunlich, dass es trotzdem für das Weinen bislang
Die interessanteste Frage ist natürlich - und damit kom-
keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung gibt. Wes-
me ich zum 3. Teil meines Vortrags, die interessanteste
halb weinen wir? Weshalb vergießen wir Tränen? Und
Frage ist, warum überhaupt geweint wird.
weshalb in Situationen, in denen das, zumindest aus bio-
logischer Sicht, keinen nennenswerten Nutzen erbringt: Die Frage scheint einlach zu sein. Aber die wissen-
beim Lottogewinn, bei einer Beerdigung oder nach einem schaftliche Erforschung der Ursachen des emotionalen
verlorenen Fußballspiel? Weinens eruveist sich als schwierig. Zwar gibt es ver-
schiedene Theorien; sie sind aber alle umstritten. Es sind
ln meinem Vortrag möchte ich auf tolgende Themen
eher Vermutungen als überprüfbare wissenschaft liche
eingehen.
Erkenntnisse.
Zu Beginn werde ich lhnen einen Überblick darüber ge-
Es gibt im heute im Wesentlichen zwei Vermutungen
ben, welche verschiedenen Tränen es gibt. AnschlieBend
über die Ursachen des Weinens. Einmal ein psychologi-
soll kurz aufgezeigt werden, wann, in welchen Situatio-
scher Erklärungsansatz und zum anderen ein kommuni-
nen geweint wird. lm Hauptteil meines Vortrags geht es
kativer und sozialer Erklärungsansatz.
um die Frage, warum geweint wird. Dazu werde ich lhnen
verschiedene Theorien vorstellen. Die psychologische Erklärung ist als Katharsis-Theorie
bekannt geworden.
Zunächst also zu den Tränen, die wir beim Weinen
vergießen. Sie geht auf Hippokrates zurück, der glaubte, dass mit
dem Welnen schädliche Körpersäfte aus dem Körper
Grundsätzlich gibt es drei Sorten von Tränen, die unter-
gespült würden. Bis heute beherrscht die These vom
schiedliche Aufgaben erfüllen. Zum einen die so genann-
reinigendem Weinen das öffentliche Bewusstsein. Die
ten basalen Tränen, die ständig von kleinen Tränendüsen
produziert werden. Alle 5 bis 1.0 Sekunden werden die Angaben darüber, was mit den Tränen aus dem Körper
gelangt, haben sich in den vergangenen 150 Jahren al-
Tränen durch den Lidschlag gleichmäßig über die Au-
lerdings mehrfach gewandelt. lm 19. Jahrhundert sollten
genoberfläche verteilt. Diese Tränen haben eine optische
die Menschen beim Lesen und im Theater die Tränen
Funktion: Sie glätten die Hornhaut, die rau und uneben
aus moralischen Gründen lließen lassen, um sich von
ist. Ohne die Tränen wäre unsere Hornhaut zum klaren
negativen Gefühlen und Leidenschatten zu reinigen. Zu
und deutlichen Sehen ungeeignet - wie eine unpolierte
Beginn des 20. Jahrhunderts hieß es, Weinen mache
Linse.
glücklich. ln den 1950er Jahren glaubten verschiedene

37
Schulen der Psychotherapie, dass psychosomatische mehr oder weniger ausgeprägt kennen. Denn prokrasti-
Krankheiten auch dadurch entstünden, das den Tränen nation bedeutet, die Auslührung oder Beendigung unan-
keinen freien Lauf gelassen werde. genehmer Aufgaben auf später zu verschieben.
Gegenwärtig ist in der wes ichen Welt ein anderes Dieses Aulschiebeverhalten ist eigentlich ein verständli-
Katharsis-Konzept populär. Es stammt von dem US- ches Verhaltensmuster. Der Mensch ist immer bemüht,
amerikanischen Biochemiker William Frey, der Versuchs- ein Ge{ühl von Wohlbefinden zu sichern und erst mal
personen Zwiebeldutt atmen und sentimentale Filme angenehmere Dinge zu tun und sie den unangenehmen
ansehen ließ. Anschließend analysierte und verglich er Aulgaben vorzuziehen.
die Zwiebel-Tränen und die Film-Tränen. Er stellte fest:
Bei manchen Menschen handelt es sich allerdings um
Die emotionalen Tränen, die über den Film vergossen
eine echte Störung: Sie sind oft oder sogar ständig nicht
wurden, enthielten andere Substanzen als die Zwiebel-
in der Lage, wichtige Vorhaben oder Aufgaben erfolg-
tränen. Sie enthielten fast ein Viertel mehr Eiweiß und
reich zu Ende zu bringen - obwohl sie die Fähigkeiten
relativ hohe Konzentrationen an Kalium und Mangan.
dazu besitzen. Prokrastination hat wenig mit Faulheit zu
Frey vermutete: Weinen entfernt ,Abtälle und schädliche
tun. Vielmehr handelt es sich um ein sehr aklives Vermei-
Substanzen" aus dem Körper, Stotfe, die durch Gefühls-
den, bei dem man sich oft ausdauernd und angestrengt
Stress entstünden.
mit etwas anderem beschäftigt - nur nicht mit der Aufga-
Gegen die Theorie wird eingewandt, dass es keinen be, die man erledigen sollte.
emplrischen Beweis für sie gibt. In Tränen konnte man
Man kann zwei unterschiedlichen Typen von Aufschie-
bis heute keine Schadstotfe oder Abfälle nachweisen
ganz im Gegensatz zu Urin oder Schweiß. Gegen Freys
- bern unterscheiden: der aktive und der passive prokras-
tinator.
Abfall-Theorie spricht auch, dass viele Tränen gar nicht
den Körper verlassen, sondern durch die Nase zurück in Der aktive Aufschieber behauptet von sich, er könne
den Rachen llieBen. Enthielten sie wirklich uneMünschte erst im letzten Augenblick kreativ sein, er brauche den
Substanzen, wäre dieses Recycling geradezu absurd. Zeitdruck, um richtig arbeiten zu können. Wenn er die
Arbeit in letzter Minute mal wieder geschaft hat, hat er
Abschnitt 4
ein gutes Gelühl. Tatsächlich schatft er die Arbeit auch in
Schließlich, und damit komme ich zum Schluss meines den meisten Fällen.
Vortrags, der kommunikativ-soziale Erklärungsversuch.
Der passive Aufschieber hat Angst davor, dass sejne
Grundlage dieser Hypothese ist, dass Weinen eine Form
Arbeit schlecht, minderwertig werden könnte, und ver-
von Kommunikation ist. Wer weint, kommuniziert, möchte
schiebt sie deshalb. Das Aufschieben bewirkt aber keine
anderen etwas mitteilen.
besondere Kreativität in letäer Minute wie beim aktiven
Weinen ist in erster Linie ein starkes soziales Signal. Wer Aulschieber; der passive Aufschieber scheitert in der
weint, bittet um Hilfe: "Sieh her, mir geht es schlechter, Regel mit seinem Vorhaben. Wenn er diese Erfahrung
als du gedacht hast, kümmere dich um michl< Werweint, wiederholt gemacht hat, sind Depressionen, Angste und
bittet nicht nur um Hille, er betont gleichzeitig seine Selbstzweifel die Folge, die die prokrastination wiederum
eigene Hilflosigkeit. Er signalisiert, dass er nicht mehr verschärfen.
handeln kann oder will. Das erweckt Sympathie, Empa-
Prokrastination gibt es überall in der Gesellschaft. Beson-
thie und das Bedürfnis zu trösten.
ders häufig aber tritt sie an der Universität aul. Vor allen
Wer Tränen vergießt, zeigt zwar eine Schwäche, aber oft Dingen Studenten, die ihre Zeit selbst einteilen müssen,
genug kann er daraus einen Vorteil ziehen: Tränen kön- haben häutig mit Aulschiebeverhalten zu kämpfen: Die
nen Gleichgültigkeit in Hilfsbereitschaft, Wut in Mitgefühl Hausarbeit muss erst in fünt Wochen, die Examensarbeit
verwandeln. Und gemeinsames Weinen - zum Beispiel in einem Jahr abgegeben werden; selbst den Zeitpunkt
am Grab oder nach einem Vortrag - verbindet. des Studiums können viele Studierende selbst bestim-
Es liegt also nahe, dass den Tränen vor allem eine sozia- men. Es erfordert Selbstdisziplin, an einem warmen
le Signalfunktion zukommt. Sommertag über den Büchern zu sitzen und nicht im
lch danke lhnen lür lhre Aufmerksamkeit. Freibad. Untersuchungen an der Universität Münster
lassen darauf schließen, dass
Text 11 : Prokrastination, S. 107 . Männer häufiger aufschieben als Frauen;
. Studenten von eher unstrukturierten Fächern wie zum
Anne wäscht das Geschirr. Putzt das Bad, pollert die
Armaturen in der Küche, wischt den parkettboden. Dann Beispiel den Geisteswissenschaften öfter aufschieben
setz sie sich hin und beginnt, ihre umfangreiche Video- als Studenten, die z.B. Medizin studieren, wo es mehr
sammlung zu beschriften. Anne ist fleißig, könnte man Pflichtveranstaltungen und häufigere Leistungstests gibt;
sagen. Aber Anne ist nicht fleißig, Anne schiebt auf. Ei- . häuliger am Ende des Studiums als am Anfang oder in
gentlich sollte die 30-Jährige am Schreibtisch sitzen und der Mitte aulgeschoben wird.
ihre Magisterarbeit schreiben. Seit 20 Semestern kämpft Als zentralen Grund für notorisches Autschiebeverhalten
sie mit der Vollendung ihres Anglistikstudiums, und das, sehen Psychologen das Bedürfnis nach Selbstschutz.
obwohl sie die nötigen Scheine seit mehr als lünf Jahren Dieser Selbstschutz tritt in vielen Formen auf. Da ist
zusammen hat. zum Beispiel die Angst, durch andere bewertet zu
Anne leidet unter einer extremen Form von Aulschiebe- werden - und dabei zu versagen. Man glaubt, dass die
verhalten - Prokrastination, wie es in der psychologie Erwartungen der Eltern oder Freunde so hoch sind, dass
heißt -, einem Phänomen, das die meisten Menschen man sie niemals wird erreichen können. Ein weiterer
psychologischer lvlechanismus verschärft die Situation.

38
Passive Aufschieber konstruieren nämlich einen direkten dafür sorgen, dass selbst lebensnotwendige l\4edikamen-
Zusammenhang zwischen dem erfolgreichen Abschluss te für die meisten unbezahlbar sind oder 9ar njcht erst
einer Aufgabe und dem eigenen Selbstwertgelühl. Diese entwickelt werden.
Konstruktion erzeugt natürlich Angst vor einem Scheitern, Was sind Patente?
und die Angst führt zu einem Aufschieben der Arbeit.
Wie andere Erfindungen auch erhalten neue Medika-
Wenn Studierende zum Beispiel Angst haben, sich bei
mente ejnen Patentschutz, der für 20 Jahre gilt. Das
einem Referat zu blamieren, schieben sie die Arbeit an
Patent ermöglicht es dem Erfinder, beim Verkauf des
dem Referat so weit wie möglich hinaus. Schaffen Sie
lviedikaments Monopolpreise, also sehr hohe Gewinne zu
es dann bis zum Termin nicht, ist das zwar sehr unan-
genehm. Aber mit dieser Situation kann der Aufschieber erzielen. Diese großen Gewinne sind deshalb möglich,
weil andere Firmen so genannte Generika innerhalb
besser umgehen als mit der Gefahr, als Referent zu
von 20 Jahren nicht herstellen dürfen. Unter Generika
enttäuschen.
versteht man die Kopie eines l\iledikaments, das die
Niemand wird zum Aufschieber geboren und muss es gleichen Wirkstoffe wie das Originalmedikament enthält.
folglich auch nicht bleiben, versichern Psychologen. lnternationale Abkommen sichern den Patentschutz und
Der Ursprung des Problems liegt meist in mangelndem bestimmen, wann Generika verkauft werden können.
Selbstvertrauen - das also gilt es zu stärken. Der ent-
Welche Folgen haben Patente?
scheidende Schritt dabei sei, das eigene Selbstwertge-
fühl von Leistung und Ertolg zu trennen. Patente auf l\iledikamente haben vor allem für Ent-
wicklungsländer negative Folgen. Die erste unmittel-
Dies ist die Voraussetzung dafür, ganz praktische Strate-
gien anzuwenden, um das Aufschieben zu bekämpfen. bare Folge ist der hohe Preis. Diese Preise sind auch
in lndustrieländern ein Problem und führen zu immer
Dazu gehören. höheren Beiträgen für Krankenversicherungen. Für die
. Pünktlich anfangen. l\,4an sollte für jedes Vorhaben ei-
'1
Entwicklungsländer haben Patente aber für viele Men-
nen konkreten Zeitpunkt festlegen und genau zu diesem schen tödliche Konsequenzen. Denn meistens gibt es
Zeitpunkt auch wirklich damit beginnen. hier erstens keine umfassende Krankenversicherung, die
2. Realistisch planen. Normalerweise unterschätzt man Monopolpreise bezahlen könnte. Und zweitens sind die
den Zeitaufwand für ein Vorhaben. Realistisch gesehen Regierungen nicht stark genug, um mit den internatio-
sollte man den Zeitbedarf verdoppeln. nalen Pharmäkonzernen günstige Preise aushandeln zu
können.
3. Teilschritte festlegen. Oft erscheinen Umfang und
Schwere der Aufgabe so groß, dass man schon am Besonders sichtbar wird dies am Beispiel der lm-
Anfang kapituliert. Deswegen sollte man kleine Arbeits- munkrankheit Aids: Deutlich über 10.000 Euro pro
schritte und Teilziele festlegen. Patient und Jahr bezahlen die Krankenkassen der
reichen Länder für ihre wenigen Aidspatienten, um sie
An vlelen Universitäten werden bereits Seminare
mit Medikamenten vor den schlimmsten Folgen einer
angeboten, in denen man diese Strategien lernen und
Aidserkrankung zu bewahren. Für die meisten Aidskran-
erProben kann.
ken in den Entwicklungsländern ist es völlig unmöglich,
einen solchen Preis zu bezahlen. Sie haben ein Einkom-
Text 12: Tödliche Patente, S, 110 men von weniger als einem Euro am Tag und sind in der
Kinderlähmung (Polio) ist eine schwere, oft tödliche Regel nicht krankenversichert. Dabei liegen die tatsäch-
Krankheit, die in lndustrieländern immer wieder in Epi- lichen Produktionskosten für die AIDS-Medikamente bei
demien auftrat. Das änderte sich mit der Einlührung der ungefähr über 300 Euro pro Patient und Jahr.
Polio-lmpfung. Diese wurde 1955 vom US-Mediziner J. Die zweite Folge der Patente ist, dass die Pharmaunter-
Salk entwickelt. Heute gibt es aufgrund von lmpfprogram- nehmen vorwiegend lvledikamente und lmpfsloffe entwi-
men weltweit kaum neue lnfektionen. Über 2OO Länder ckeln, die eine zahlungskräftige Kundschaft linden, also
sind frei von Polioerregern. Salk, der den lmpfstoff im Kunden, die in der Lage sind lvlonopolpreise zu bezah-
Selbstversuch entwickelt hatte, wollte, dass alle Men- len. Aus diesem Grund werden kaum noch neuen Mittel
schen auf der Welt davon profitieren. Deshalb lehnte Salk gegen die groBen Seuchen Tuberkulose, HIV-lnfektionen
es ab, seinen lmpfstoff zu patentieren. Aus diesem Grund oder Malaria entwickelt.
konnte der lmpfstoff weltweit billig hergestellt werden.
Attraktiver für die Pharmaindustrie sind die Erkrankungen
Heute gibt es kaum noch nichlpatentierte, billige lmpf- der Menschen in den reichen Ländern: Bluthochdruck,
stoffe. Und die Bevölkerungen vieler Länder sind so gut erhöhte Blutfettwerte, Depressionen und Allergien zählen
wie ungeschützt tödlichen Epidemien und Krankheiten zu den Krankheiten, die sich für die Pharmaindustrie
ausgeliefert. Der gewaltige medizinische Fortschritt der lohnen. Das gleiche gilt für Mittel gegen lmpotenz, Haar-
letzten Jahrzehnte ist an der Mehrheit der Weltbevöl- ausfall oder Gedächtnisschwächen. Für Antidepressiva
kerung nahezu vollständig vorbeigegangen. Bald 13 wird in den reichen Ländern so viel Geld ausgegeben wie
Millionen Menschen sterben jährlich an Krankheiten, die für alle Medikamente auf dem gesamten afrikanischen
eigentlich behandelbar wären. Sie sterben an Tuberkulo- Kontinent.
se, lvlalaria, HIV/AIDS und anderen Krankheiten, die aus
Gegen den Patentschutz von Medikamenten gibt es nicht
Armut entstehen und deren Ausbreitung durch Unterer-
nur ethische, sondern auch wirtschaftliche Argumente.
nährung, unsauberes Wasser, mangelnde Hygiene und
US-Ökonomen verweisen darauf, dass die Arzneimit-
das Fehlen von Arzten und Krankenhäusern begünstigt
telforschung billiger wird, wenn sie nicht in privater,
werden. Sie sterben aber auch, weil Pharma-Patente
sondern vollständig in öffentlicher Verantwortung liegt.

39
Anreiz für lnnovation sind dann nicht mehr patente und 1. Tiere stellen Werkzeuge her.
hohe Preise, sondern direkte staafliche Geldmittel, die
Lange Zejt war man davon überzeugt, dass nur der
man erhäll, wenn ein wirksames Medikament preiswert
Mensch Werkzeuge herslellen und gebrauchen können.
hergestellt werden kann. Wie das funktionieren könn-
lnzwjschen hat man lestgestellt, dass der Gebrauch von
te, zeigt das Beispiel eines neuen Malariamittels. Mit
Werkzeugen im Tierreich weit verbreitet ist. Japanische
staatlichen Subventionen wurde es von Wissenschaftlern
Krähen werfen Nüsse auf die StraBe, um sie von darüber
aus verschiedenen Ländern entwickelt. Das l\ralariamedi-
rollenden Autos knacken zu lassen, ja, sie werfen ihre
kament kostet 50 US-Cent für Kinder und weniger als ein
Nüsse sogar gezielt auf Zebrastreilen und holen sie
US-Dollar für EMachsene. Es ist deswegen so billig, weil
sich immer dann, wenn die Autos wegen der Fußgänger
es patentfrei ist.
anhalten. Orang- Utans zeigte man ein hohes Gefäß,
aul dessen Oberfläche Nüsse schwammen. Die Nüsse
Text 13: Tierische lntelligenz, S. 112 waren aber für die Tiere unerreichbar, weil zu wenig
Der PutzerLipplisch ist ein Tier, von dem wahrscheinlich Wasser im Gefäß war. Die Affen kamen nun aul die
niemand denken würde, dass er besonders intelligent ldee, den Wasserspiegel zu erhöhen, um an die Nuss
sei. Beobachtet man aber das Tier bei seiner täglichen zu gelangen. Sie füllten ihr Maul mit Wasser aus einem
Arbeit, erhält man einen ganz anderen Eindruck. Der Teich und spuckten es in das GeläB. Sobald sie einmal
Fisch lebt im Meer von Scharm El Scheich und betreibt die Lösung lür das Problem gelunden hatten, kamen sie
dort eine immer schneller an die Nuss heran,
'Putzstation". Zum Putzen kommen andere
Fische als Kunden, um sich Parasiten vom Körper und Seeotter schwimmen auf dem Rücken liegend im Wasser
aus dem Maul fressen zu lassen. Der putzer hat dabei und legen sich einen Stein aul die Brust. Mit einem weite-
nur ein Ziel: Er möchte ab und zu ein gesundes Stück ren Stein zerschlagen sie darauf Muschelschalen.
Fleisch von seinen Kunden abbeiBen, im Schnitt drei Mal
2. Tiere können Mathematik
pro Minute. Das ist nicht angenehm lür seine Kunden.
Um sie trotzdem nicht zu verlieren, agiert der putzer wie Viele Tiere scheinen ein Verständnis von Mathematik
ein gerissener Geschäftsmann; er behandelt seine Kunde zu haben. Wenn man einen Ball schräg ins Meer wirft,
unterschiedlich. Und das sieht so aus. springen Hunde nicht sofort ins Wasser, um den Ball zu
holen. Vielmehr passiert das, was in Grafik 1 abgebildet
Ein Kunde, den er oft gebissen hat, erhält beim nächsten
ist. Der Hund läuft zunächst eine ganze Weile am Strand
Mal einen besonders guten Service: Er wird nicht gebis-
entlang und springt erst dann ins Wasser, wenn er mit
sen und zusätzlich bekommt er eine kleine Massage, bei
dem Ball auf gleicher Höhe ist. Er scheint also genau zu
der er aul dem Rücken seiner Kunden reitet.
wissen, dass der kürzeste Weg nicht der schnellste sein
Raubfische beißt er nie, das könnte seinen Tod bedeu- kann, da er nicht so schnell schwimmen wie laulen kann.
ten. Ein anderes Beispiel für das Mathematik-Verständnis von
Neue Kunden beißt er beim ersten Mal nie, damit sie Hunden ist ihre Fähigkeit, Gegenstände im Flug zu fan-
wiederkommen. gen. Sie berechnen dabei gleichzeitig, wo und wann das
Wenn er von anderen Fischen beobachtet wird, achtet er Objekt landen wird und welche Richtung sie einschlagen
immer darauf, besonders sorgfältig zu arbeiten. müssen, um es im richtigen lvloment zu eMischen. Um
sich das Bechnen zu erleichtern, wenden sie aller-
Wenn mehrere Fische auf seinen Service warten, werden
dings einen Trick an, wie Gralik 2 zeigt: Sie laufen nicht
neue Kunden zuerst bedient, Stammkunden müssen war-
gerade, sondern in einem leichten Kreisbogen. Dadurch
ten, die sind offenbar aul ihn angewiesen, weil er in ihrem
erscheint ihnen die Flugbahn des ObjeKs wie eine Gera-
Territorium der einzige Putzer ist.
de, und sie behalten es immer im Blick. Hunde scheinen
Solche komplexen sozialen Leistungen hat man bis vor somit die Flugbahn des Balles berechnen zu können.
kuzem nur dem Menschen und vielleicht noch einigen
3. Tiere können sich intelligent orientieren
wenigen Primaten zugetraut. Doch je länger die Ver-
haltenslorscher suchen und je genauer sie hinschauen, Viele Tiere können sich wesenflich besser orientieren
umso mehr Beispiele für lntelligenz linden sie bei Tieren. als Menschen. Ein Kolibri muss täglich an Tausenden
von Blüten NeKar sammeln. Dabei kann er es sich nicht
Doch was ist "lntelligenz"? lntelligenz wird definiert als
leisten, Energie und Zeit zu verschwenden, indem er zu
die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen, Situationen zu
Blüten fliegt, die er schon besucht hat. Er merkt sich sehr
analysieren und Folgen der eigenen Handlung abschät- genau, an welchen Blüten er bereits war und Iliegt ziel-
zen zu können. lnstjnkt dagegen lst das bloße Reagieren
strebig nur neue Blüten an - auch wenn sie an derselben
auf Situationen ohne vorherige Analyse. Folgt man dieser
Pllanzen sind und eng nebeneinander liegen.
Definition, muss man das Verhalten des putzerfisches als
4. Tiere kommunizieren miteinander
"intelligent,, bezeichnen. Tatsächlich ist unter Wissen-
schaftler weitgehend unbestritten, dass lntelligenz im Fast alle Tiere sind aus anatomischen Gründen nicht in
Tierreich weit verbreitet ist. Nicht nur als klug geltende der Lage, menschliche Sprache zu sprechen. Dennoch
Tiere wie Menschenaffen, Hunde oder Delfine handeln wenden sie Sprache oder zumindest eine eingeschränkte
intelligent. Selbst Tierarten, von denen wir das nicht Kommunikation an. Grüne Meerkatzen, Affen, die mit pa-
eMarten, zeigen erstaunliche Fähigkeiten. vianen verwandt sind, haben unterschiedliche Signale für
lm Folgenden sollen einige Beispiele datür aufgezeigt verschiedene Sorten von Feinden. Ruft eine Meerkatze
werden. "Leopard!" - das ist ein lautes Signal aus mehreren Sil-
ben - bringen sich alle anderen Meerkatzen aul Bäumen
in Sicherheit. Beim Alarm
"Achtung, Adler!", der aus

40
einer einzigen Silbe besteht, schauen alle in den Him- vorne schiebenden Menge, er hält den Flüchtenden den
mel und rennen dann unter das nächste Gebüsch, denn Rücken trei, er ist wie ein Wellenbrecher. lm Ergebnis
anders als Leoparden können sich Adler die Meerkatzen erreichen mehr l\4enschen in kürzerer Zeit den rettenden
aus den Bäumen holen, nicht aber aus Büschen. Wenn Ausgang.
eine Meerkatze mehrere leise Töne von sich gibt, warnt
Wir konnten in zahlreichen Computerslmulationen die
sie vor Schlangen, Alle Meerkatzen richten sich auf und
Ergebnisses dieses Schrank-Experiments bestätigen. Es
suchen den Boden nach einer Schlange ab.
hat sich herausgestellt, dass sobald der platz vor einem
Es gibt zahlreiche andere Beispiele dalür, über wel- Notausgang zu breit ist, die Flüchtenden versuchen,
che verblütfenden Fähigkeiten Tiere verfügen. Selbsl einander zu überholen. Und damit behindern sie sich
anspruchsvolle Fähigkeiten, die bisher ausschließlich gegenseitig. AIso sollte man ein Hindernis autstellen,
dem Homo sapiens vorbehalten schienen, sind heutzu- am besten etwas Rundes, das keine Verletzungsgefahr
tage von Affen, Hunden oder Krähen bestens bekannt. erzeugt, also eine Säule.
Es wird Zeit, dass der Mensch sich von der Vorstellung
Wichtig für unsere Forschung ist eine Entdeckung:
verabschieden, er sei das einzige intelligente Lebewesen
Wir können Menschenströme mit Aggregatzuständen
aut diesem Planeten, und er könnte mit den anderen
vergleichen. Bei geringer Dichte, also wenn nur wenige
machen, was er will.
Personen hier in dem Raum sind, würden Sie sich wie
die Moleküle eines Gases verhalten, also frei und unab-
Text 14: Keine Panik, S. 116 hängig voneinander. Bei mitfleren und höheren Dichten
Meine Damen und Herren, erinnern Menschenströme an Flüssigkeiten, und wir ha-
ich begrüße Sie zu der Vorlesung physik". ben herausgefunden, dass sie sich, also die Menschen-
"Panik und ströme, ab einer bestimmten Dichte zumindest teilweise
lch möchte gleich zu Beginn ein kleines Experiment mit
lhnen machen, damit Sie elne Vorstellung bekommen, nach ähnlichen Gesetzen bewegen wie Flüssigkeiten.
mit was wir uns in den nächsten Wochen beschäftigen Hier ist vor allen Dingen der Druck entscheidend, der in
einer Menschenmenge aufgebaut wird, wenn sie aul ein
werden. Auf mein Signal - ich klatsche in die Hände
verlassen Sie bitte so schnell wie möglich den Hörsaal,
- Hindernis stößt.
denn es brennt, Sie sind in Lebensgetahr! lch werde mit Dies wird ein Schwerpunkt der Vorlesung ausmachen:
einer Stoppuhr prüfen, wie lange sie gebraucht haben. Was kann uns die Physik für Erkenntnisse über die Be-
FEUER! wegung von Menschenmassen liefern?

3 Minuten später. Neben der Physik werden Sie in der Vorlesung natürlich
auch etwa über Psychologie in Paniksituationen erfahren.
So, meine Damen und Herren, Sie haben insgesamt
Fluchtreaktionen gründen sich nicht auf rationale Ent-
3 Minuten und 24 Sekunden gebraucht. Was ist lhnen
scheidungen. Es werden Stresshormone ausgeschüttet.
aufgefallen? Eine kurze Analyse. - Bitte? -Ja, richtig! Für uns ist wichtig, dass sich dadurch die Wahrnehmung
Der Ausgang war solort verstopft, weil natürlich jeder und
einschränkt, die Menschen entwickeln einen Tunnetb-
jede so schnell wie möglich nach drauBen gelangen woll-
lick, das bedeutet, ihr Gesichtsfeld ist eingeschränkt,
te. Wir haben es hier mit dem Phänomen der plroplenbil,
sie sehen nur noch Gegenstände in der Blickrichtung,
dung zu tun. Das tührt zu großen Verzögerungen.
seitlich davon, darüber oder darunter nehmen sie nichts
Gestatten Sie mir einen Vergleich. Man hat ein ähnliches mehr wahr, ähnlich wie beim Blick durch einen dunklen
Experiment mit Mäusen gemacht und lestgestellt, dass Tunnel, wenn nur Dinge jenseits des Tunnelausgangs zu
sich Mäuse ähnlich wie Menschen verhalten, auch sie erkennen sind.
behindern sich gegenseitig, wenn es darum geht, einer
Bei der Analyse von realen Massenpaniken, von denen
Gelahr zu entkommen. Offensichflich ist dieses Flucht- wir Videos hatten, hat sich auch ein anderes psychologi-
verhalten sehr tlef in uns verwurzelt, und es nützt nicht
sches Phänomen gezeigt: der so genannte Herdentrieb:
viel, wenn man an die Vernunft appelliert, doch bitte ruhig
Oft reagieren die Menschen gar nicht unmittelbar aut die
und geordnet den Raum zu verlassen.
Getahr, sondern imitieren das Verhalten anderer Leute,
Wir werden jetz das Experiment ein zweites Mal ma- auch wenn es unvernünftig ist. Wenn zum Beispiel eine
chen, aber mit einer kleinen Variante. lch stelle lhnen Menschenmenge in eine Richtung läuft, in der gar kein
jetzt diesen Schrank hier vor die Tür, etwa zwei Meter Notausgang ist, wird sie immer größer, weil sich ihr wie
vor die Tür. Sie verlassen dann bitte aul mein Zeichen einer Herde immer mehr anschließen.
hin wieder so schnell wie möglich den Raum. Hat jemand
lm letzen Teil der Vorlesung werden wir uns dann
eine Vermutung, was passieren wird? Es wird noch län-
mit den baulichen Konsequenzen der paniKorschung
ger dauern? Die Hälfte wird dann im Feuer umgekommen
beschäftigen, also mit Architektur. Wie können unsere
sein? Gut, ich stoppe wieder.
Erkenntnisse in Theatersälen, Diskos, Fußballstadien, ja
FEUER! auch in Hörsälen umgesetzt werden?
2 Minuten später. Dazu ein Beispiel ganz aus unserer Nähe am Schluss.
Sie haben genau 2 Minuten und 8 Sekunden gebraucht_ Unser Hörsaal ist ungelähr so aufgebaut wie im linken
Sie sind also trotz des Hindernisses schneller nach drau- Teil der Folie. Das ist ungünstig im panikfall. Die Gänge
Ben gekommen. Nicht trotz des Hindernisses, sondern links und rechts müssten nach unten hin breiter werden.
wegen des Hindernisses! lch zeige lhnen hier aul der So wie hier aul der rechten Seite der Folie. Warum? Die
Folie, was da passiert ist. Der Schrank, hier als weißer Anzahl der Menschen, die nach draußen strömen, wird
Kreis eingezeichnet, nimmt den Druck weg von der nach mit jeder Sitzreihe größer. Wird es nach vorne breiter,

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dann ist die Wartezeit der hinteren Personen geringer. 3. Die lntelligenz lässt sich durch Tests quantitativ mes-
Dadurch vermindert sich die Ungeduld und damit auch sen.
die Druckentwicklung.
lch teile diese Annahmen nicht und möchte einen ganz
l\4it diesem Überblick möchte ich lür heute schließen. anderen Weg vorschlagen, lntelligenz zu bestimmen.
Kommen Sie gut aus dem Hörsaal raus! Keine Panik
Meine grundlegende Annahme ist, dass Sie - wir alle!
bitte!
- verschiedene Formen von lntelligenzen besitzen,
Fähigkeiten, die relativ eigenständig sind. Zu diesen lntel-
ligenzen zähle ich:
Übung zu Hörtext ,)Tierische lntelligenz(,
1. die sprachliche lntelligenz. Das ist die Fähigkeit, sich
s. 115 Ü1
der Sprache zu bedienen und sie zu beherrschen. z.B.
Der amerikanische Rechtsanwalt Steven Wise führt Dichter, Schriftsteller, Sprachwissenschaftler.
einen außergewöhnlichen Prozess: Er möchte vor einem
2. die logisch-mathematische lntelligenz. Das ist die Fä-
amerikanischen Gericht durchsetzen, dass Schimpansen
higkeit, abstrakte Modelle zu verstehen, zu bewerten und
vor dem Gesetz als Rechtspersonen anerkannt werden.
ihre Beziehungen zueinander zu erkennen. Z.B. Mathe-
Damit hätten unsere nächsten biologlschen VeMandten
matiker, Philosophen, Naturwissenschaft ler.
l\4enschenrechte - vor allen Dingen das Recht aul Leben.
3. die musikalische lntelligenz. Hierunter verstehe ich das
Wise stüta sich aul vielfältige Ergebnisse wissenschaft-
Gespür und Gehör lür lntonation, Rhythmik und Klang.
licher Forschungen an Primaten, die beweisen, dass die
Z.B. Komponisten, Dirigenten, Musiker.
Großen Menschenaffen über außerordentliche Fähig-
keiten verfügen. Diese Fähigkeiten heben sie aus der 4. die räumliche lntelligenz. Das ist die Fähigkeit, sich
übrigen Tierwelt hervor. Gegenstände in allen drei Dimensionen vorzustellen. Z.B.
Architekten, Künstler, Schachspieler.
Tierforscher sprechen bereits von
"Bruder Affe" - und
5. Motorisch-kinästhetische lntelligenz. Das isl die Fähig-
haben dafür gute Gründe:
keit, Körperbewegungen zu beherrschen und zu koordi-
1. 98,4 Prozent der Gene zwischen Menschenatfen und
nieren. Außerdem gehört dazu der geschickte Umgang
Menschen sind identisch.
mit Gegenständen. Sportler, Tänzer, Schauspieler.
Der Mensch ist mit Schimpansen näher verwandt als zum
6. Personelle lntelligenz. Das ist die Fähigkeit, Stimmun-
Beispiel ein lndischer Elefant mit einem Afrikanischen
gen, Gefühle und andere psychische Zustände bei sich
Elelanten.
selbst und bei anderen zu erfassen und entsprechend
2. Die Großen lvlenschenaffen verfügen über herausra- zu handeln ("sich in jemanden hineinversetzen"). Man
gende geistige und soziale Fähigkeiten: Sie benutzen nennt dies auch Empathie. Z.B. Psychiater, Politiker,
zum Beispiel Werkzeuge, verfolgen politische Strategien religiöse Führer.
und führen grausame Kriege untereinander.
7. Naturalistische lntelligenz ist die Fähigkeit, natürliche
Dinge zu erkennen und zu klassilizieren. Z.B. Biologen,
Text 15: Acht lntelligenzen S. 118 Naturforscher.
Wenn über lntelligenz gesprochen wird, denken wir sofort 8. Existenzielle lntelligenz. Darunter verstehe ich die Fä-
an einen lntelligenzquotienten, den lQ. Und wir denken higkeit, prinzipielle Fragen unserer Existenz zu erfassen
an Tests, in denen wir Wortketten vervollständigen, Bilder und zu durchdenken (Philosophen, Religionsf ührer).
ergänzen und Zahlenfolgen fortführen sollen. Und es
So weit die verschiedenen lntelligenzen. lch möchte
kommt heraus - o Graus! - eine Zahl, unser lntelligenz-
betonen, dass alle Menschen diese Formen von lntelli-
quotient! Diese Tests gehen davon aus, dass es eine
genz besitzen, ja, sie bilden zusammengenommen eine
lntelligenz gibt, eine lntelligenz, die sich im individuellen
vollständige Delinition des Homo sapiens - in kognitiver
lntelligenzquotienten widerspiegelt.
Hinsicht.
ln meinem Vorlrag möchte ich diese Vorstellung kritisie-
Die meisten Krltiker stören sich daran, dass der Begriff
ren, dass es nur eine lntelligenz gibt. lch stelle stattdes-
sen lolgende These auf: Es gibt nicht nur eine lntelligenz, "lntelligenz. Iür Fähigkeiten aul musikalischem Gebiet
oder auf dem Gebiet der Empathie verwendet wird.
sondem der Mensch hat acht verschiedene Arten von
Sie möchten solche Fähigkeiten lieber als Begabung
lntelligenzen.
bezeichnen. Eine solche Bezeichnung würde aber diese
Zur Erläuterung meiner These möchte ich zunächst aul Fähigkeiten abwerten. Man würde lntelligenz nur bezie-
die orthodoxen Auffassungen von lntelligenz eingehen, hen auf logisches Schlussfolgem, räumliche Vorstellung,
die ich lür falsch halte. Anschließend möchte ich lhnen sprachliche Fähigkeiten.
die Theorie der verschiedenen lntelligenzen vorstellen.
Wenn auch manche Psychologen gegenüber der Theorie
ln der Offentlichkeit ist die Vorstellung einer einzigen, der multiplen lntelligenz skeptisch bleiben, viele Päd-
messbaren lntelligenz sehr verbreitet, obwohl sie nur aul agogen in aller Welt haben erkannt, dass ihnen diese
wenige Forscher zurückgeht. Konzeption in ihrer Arbeit hilft. Denn diese Konzeption
Zur Theorie einer einzigen lntelligenz gehören drei An- erlaubt Pädagogen, auf die verschiedenen Fähigkeiten
nahmen: der Menschen einzugehen und diese zu fördern.
1. Der Mensch wird mit einer bestimmten lntelligenz Lassen Sie mich zum Schluss daraul hinweisen, dass die
geboren. ldee eines lntelligenzquotienten im 20. Jahrhundert mjss-
2. Diese lntelligenz lässt sich nur schwer verändern. braucht worden ist. Und zwar nicht zulällig missbraucht

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worden istl Denn die ldee, dass man eine so wichtige Ei- konstruiert, dass nur ein perfekter Plan dieses Ergebnis
genschaft wie das Denkvermögen eines Menschen quan- hervorbringen konnte.
tifizieren könne, muss zum l\,lissbrauch führen! Man hat lst lD eine Wissenschaft?
die ldee des lntelligenzquotienten benutzt, um Minderhei-
ten zu diskriminiercn odet gat besüDmte Mensct en zu Eine wissenschaftliche Theorie kann richtig oder falsch
sein, man kann sie widerlegen oder Beweise lür ihre
sterilisieren. lvlan hat die ldee eines lntelligenzquotienten
Richtigkeit tinden. Aber ist lD überhaupt eine wissen-
benutzt, um konservative Politik zu legitimieren. Und man
schaftliche Theorie? Die überwiegende Mehrheit der Wis-
hat sie schließlich benutzt, um die angebliche Überlegen-
senschaftler ist der Auffassung, dass lD keine wissen-
heit der so genannten Dweißen Rasse" zu begründen,
schattliche Theorie, sondern eine Pseudowissenschaft
d.h. rassistische Vorurteile zu schüren.
sei. Und zwar aus folgenden Gründen:
Text 16: Affe oder Engel? S. 121 1. Die Behauptung, es gebe eine intelligente Ursache für
die Existenz von komplexen Lebewesen, kann durch kein
lm Land der Wissenschaft, der Technik und der No- Experiment überprüft werden.
belpreisträger sind über die Hälfte der Menschen der
2. lD macht keine Vorhersagen,
Meinung, dass DaMins Evolutionstheorie falsch sei. 62
Prozent behaupten, dass Gott den Menschen, so wie er 3. lD stellt keine neuen Hypothesen aul.
heute ist, aul die Erde gestellt habe. Die Rede ist von den Ein weiteres Argument kommt hinzu: lD wirke als Bremse
Vereinigten Staaten von Amerika. Die fundamentalisti- für die Wissenschaft. Da man bestimmte Phänomene in
sche Einstellung, die in diesen Umlragen deutlich wird, der Natur nur mit dem Handeln eines Schöplers erklären
ist auch auf die Arbeit einer Bewegung zurückzulühren, kann, ist eine weitere wissenschaftliche Ertorschung
die sich Intelligent Design nennt. lhre Gegner: Charles bestimmter Phänomene, z.B. des Urknalls in der Kosmo-
Darwin, die Evolutionstheorie. logie, sinnlos.
Was ist "lntelligent Design"? Wie ist der große Eintluss von lD zu erklären?
lntelligent Design ist einen Spielart des Kreationismus. lD ist eine mächtige Bewegung, die in den USA über viel
Die Anhänger des Kreationismus sind der Meinung, dass Geld und Einlluss verfügt und Sympathien und Förderer
Gott, und zwar der christliche Gott, das gesamte Univer- in allerhöchsten Regierungskreisen hat. Neben politi-
sum erschaffen habe. Der Schöpter, so wird behauptet, schen und historischen Gründen hat dies auch einen an-
habe nach einem zuvor festgelegten Plan gehandelt und thropologischen Grund: Seitdem Darwin eine Erklärung
innerhalb von sieben Tagen Pflanzen, Tiere und Men- lür die Entstehung der Arten verötfentlicht hat, ist der
schen erschatfen - genauso, wie es in der Bibel steht. Mensch nur noch ein Lebewesen unter vielen, nicht mehr
lm krassen Gegensatz dazu steht die Evolutionstheorie das Meisterwerk eines genialen Schöpfers, nicht mehr
von Charles DaMin. Diese geht davon aus, dass sich gottgleich. Schon im Jahr 1864 erklärte der englische
die gesamte belebte Natur über viele Millionen Jahre Premierminister Disraeli, im Streit um Darwins Lehre
gehe es um die Frage:
hinweg entwickelt habe und sich noch weiter entwickele, "lst der Mensch ein Affe oder ein
und zwar nach bestimmten Regeln und Prinzipien. Diese Engel?" lD gibt dem Menschen das religiöse, anthropo-
sind: l. Die Evolution habe kein Ziel; 2. sie wirke auf allen zentrische Gefühl zurück.
Ebenen, vom Molekül bis zum ökosystem, und 3. ihre
grundlegenden Mechanismen seien genetische Viellalt, Text 16: Affe oder Engel, übung 1,2; Seite 123
Selektion und Zufall. Die Perfektion, mit der beispielsweise das menschliche
Die Kreationisten lehnen diese Theorie ab. Dabei ist der Auge konstruiert sei, sei ein Beweis für einen intelligen-
Kreationismus viel älter als Daruvins Evolutionstheorie. ten Entwurf. Selbst Darwin hatte Zweitel, ob dieses so
Neu ist, dass mit lntelligent Design der Kreationismus perfekte und komplizierte Organ allein durch spontane
nun einen wissenschaftlichen Anspruch hat und dass Mutation und natürliche Selektion entstanden sein könne.
Naturwissenschaftler diese Theorie vertreten.
Aber ist das Auge wirklich so perfekt?
Welche Auffassungen vertreten die Anhänger des lntelli-
Drei Gründe sprechen dafür, dass gerade das Auge ein
gent Design?
Beispielfür die Richtigkeit der Evolutionstheorie ist und
Anhänger des lD sind der Autfassung, dass die Natur so die Designer-Theorie widerlegt.
komplex ist, so kompliziert aufgebaut ist, dass sie nicht
1. Die Fähigkeiten des menschlichen Auges sind be-
zufällig entstanden sein kann. Es muss etwas oder je- grenzt, nicht perfekt. Die Evolution hat Augen bei Tieren
manden geben, der diese komplexen Strukturen geschaf-
hervorgebracht, die mehr können: Ultraviolettes Licht
Ien hat: einen intelligenten Planer, einen Designer, eine sehen, während der Nacht sehen, im Umkreis von 360
höhere lntelligenz. Also Gott? Nein, sagen die Anhänger
Grad sehen, schärfer sehen. Weil das menschliche
von lD. Wr können nicht sagen, wer diese lntelligenz Auge gemessen an diesen Fähigkeiten unvollkommen
ist. Das ist das Besondere an lD, verglichen mit ande- ist, müssen wir Brillen, Teleskope und Nachtsichtgeräte
ren kreationistischen Bewegungen: Sie machen keine
konstruieren.
Aussagen zu Gott. Außerdem akzeptieren sie bestimmte
Aussagen der Evolutionstheorie. Sie akzeptieren, dass 2. Der Bauplan des menschlichen Auges ist nicht perfekt,
die Erde mehrere Milliarden Jahre alt ist und dass sich sondern ziemlich konfus. Die Linse projiziert das Abbild
Leben entwickelt hat. Aber all das hat eine intelligente unserer Umwelt aul die Netzhaut. Dieses Bild aber steht
Ursache und sei nach einem Plan entstanden. Leben nicht nur aul dem Kopf und ist seitenverkehrt, es weist
aul der Erde, insbesondere der Mensch sei so perfekt auch zwei Mängel auf: es hat eine schlechte Qualität,

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weil es unscharf ist, und es besitzt einen störenden Hochqualifizierten? Drei Gründe seien dafür genannt:
blinden Fleck, weil die Nerven durch ein Loch in der ln den meisten OECD-Staaten gibt es generell einen
Netzhaut zum Gehirn gelangen. Nur ein kleiner Bereich Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften. Es gibt zwei-
unseres Sehleldes liefert scharte Bilder. Deshalb ist das tens einen temporären, zeitlich sehr großen Mangel an
Auge ständig in Bewegung. Hochqualif izierten in bestimmten Bereichen, zum Beispiel
im Bereich der lnformationstechnologien und im Gesund-
heitswesen. Und schließlich ein demografischer Grund:
Text 17 Auswanderung von Fachkräften, S. 125 Die Bevölkerungszahlen in den meisten OECD-Staaten
Meine sehr geehrten Damen und Herren, stagnieren oder gehen zurück und die Bevölkerung ist -
erlauben Sie mir zu Beginn meines Vortrags eine per- für die Bedürfnisse der Industrie - überaltert.
sönliche Frage: Werden Sie ein "Braindrain" oder ein Fragt man nach den Gründen, warum Menschen ihr
Heimatland verlassen, so stößt man in soziologischen
"Braingain" tür lhr Heimatland sein? Nun, damit Sie
diese Frage beantworten können, sollte ich lhnen diese Analysen aul das Begriffspaar "Push- und Pulllaktoren",
englischsprachigen Ausdrücke erklären. aut Deutsch: Schublaktoren und Soglaktoren. Unter
Schubfaktoren werden die Lebensbedingungen im Hei-
"Braindrain" heißt wörtlich übersetzt "Abfluss von matland beschrieben, die als negativ emplunden werden.
Gehirn, Verstand". Gemeint ist die Abwanderung von
Wissenschaftlern und anderen hochqualifizierten Arbeits- Sogfaktoren sind Lebensbedingungen des Ziellandes, die
kräften ins Ausland, wodurch dem Abwanderungsland als attraktiv erscheinen.
Arbeitskräfte verloren gehen. Worin bestehen nun im Einzelnen die Schub- und Sog-
faktoren lür Akademiker?
"Braingain" ist der "Gewinn von Gehirn und Verstand"
und beschreibt eine Situation, bei der ein Land hochqua- An erster Stelle bei den Schubfakloren sind die schlech-
lifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland für seine wirt- ten Verdienstmöglichkeiten und mangelnden Karriere-
schaftliche und gesellschaft liche Entwicklung gewinnt. aussichten im Heimatland zu nennen. Eine Rolle spielt
Um diese beiden Begriffe, Entwicklungen geht es im sicherlich auch, dass die Arbeitsbedingungen für Wissen-
Folgenden, um die Migration von hoch qualilizlerten Men- schattler, Arzte und lngenieure als schlecht emplunden
schen. Unter "hochqualifiziert" soll verstanden werden werden. Fehlende politische Rechte, Kriege und Bürger-
kriege sind ebenfalls Gründe lür die Migration.
- noch eine Begritfsdelinition: Menschen, die mindestens
eine 13-jährige Schul- und Hochschulausbildung aufwei- Ein entscheidender Sogfaktor ist, dass es heute in fast
sen. allen OECD-Ländern spezielle Anwerbeprogramme
Was eMartet Sie in meinem Vortrag? tür Hochqualifizierte gibt, d.h., es werden Stipendien,
attraktive Gehälter und Wohnungen angeboten. Ein
Zunächst möchte ich ein paar Angaben über das anderer Sogfaktor sind Migrationsnetzwerke, also zum
AusmaB der Migration von Hochqualif izierten machen. Beispiel persönliche und berufliche Kontakte, Freunde
Anschließend werde ich darauf eingehen, warum die und Verwandte im Ausland. Solche Netzwerke beein-
OECD-Staaten einen erhöhten Bedarf an qualilizierten flussen sehr stark die Entscheidung ,in ein bestimmtes
Fachkräften aus dem Ausland haben. Danach beschäI-
Land auszuwandern, weil das persönliche und finanzielle
tige ich mich mit der Frage, welche Gründe Hochqualifi- Risiko geringer wird. Aus diesem Grund wandern die
zierte bewegen, ihr Heimatland zu verlassen. lm vierten
meisten in die USA aus, da hier bereits viele Einwanderer
Teil diskutiere ich die Frage, wer von der Auswanderung
leben und enlsprechende Netzwerke vorhanden sind. Die
profitiert, und am Schluss möchte ich noch einmal auf die
USA haben unter anderem aus diesem Grund hier einen
anfangs gestellte Frage zurückkommen. Wettbewerbsvorteil. Denn es besteht tatsächlich ein
Es ist schwierig, sich einen genauen Eindruck von der Wettbewerb zwischen den lndustrieländern, ein "Kampl
aktuellen Situation zu machen, weil es an verlässlichen um die besten Köpfe".
Zahlen fehlt. Klar ist, dass die Migration weltweit wächst, Wer prolitiert von der Abwanderung, wer verliert? Es ist
die Migration von Hochqualif izierten wächst besonders ziemlich einlach, die Gewlnner zu erkennen. Das sind
schnell. Woher kommen die Migranten? Zum größten Teil erstens die Hochqualifizierten, die in den meisten Fällen
aus den so genannten Schwellenländern, z. B. lndien, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern, und es
Brasilien und China und aus den Entwicklungsländern.
sind zweitens die Gastländer, die das Wissen und die Fä'
Schätzungen besagen, dass zwischen 25 - 50 Prozent higkeiten der Zugewanderten für ihre lnteressen nutzen.
aller Hochqualilizierten aus Entwicklungsländern abwan-
dern. Betrotfen sind vor allen Dingen mittelamerikanische Und wer sind die Verlierer? Die Antwort ist nichl ganz so
und afrikanische Staaten. 89 Prozent der l\,lenschen aus einfach, man muss da differenzieren.
Guyana, die einen Hochschulabschluss haben, leben im Wenn die Abwanderung eine Einbahnstraße ist, ist es für
Ausland. ln Jamaika sind 85 Prozent, in Haiti 83 Pro- die Entwicklungsländer ein schwerer Verlust. Wenn 50
zent abgewandert. Aus Sierra Leone und Ghana liegen Prozent und mehr der akademisch ausgebildeten Men-
ebenfalls Zahlen vor: Etwa 50 Prozent der akademisch schen ihr Heimatland verlassen, ist das für die betrofte-
Ausgebildeten sind im Ausland tätig. Ganz anders sieht nen Länder eine Katastrophe, sie haben überhaupt keine
es aus, wenn wir die so genannten Schwellenländer Entwicklungschancen mehr, wenn sie ihre akademische
betrachten. Zwar sind hier die absoluten zahlen sehr Elite fast komplett verlieren. Zum Beispiel wie das atrika-
hoch, aber nur etwa 3 - 5 Prozent der Hochqualifizierten nische Land Malawi: In der englischen Stadt Manchester
verlassen das Land. arbeiten mehr Aräe aus Malawi als in dem afrikanischen
Worin besteht das lnteresse der lndustriestaaten an Land selbst.

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Auf der anderen Seite hat sich aber herausgestellt, dass Gedächtnis.
die Abwanderung keine Einbahnstraße zu sein braucht.
Musik hat in der Werbung lolgende Funktionen:
Asiatische Länder wie Südkorea, China, lndien und
Taiwan haben viele.ihrer" Hochqualifizierten zur Rück- Zunächst geht es 1. um die Erhöhung der Kontaktquote.
kehr veranlassen können. Wesentliche Anreize waren: Bei Werbeeinblendungen ist die so genannte Kontakt-
quote sehr gering, d.h., die Zuschauer und Zuhörer
Die Rückkehrer wurden bei der Gründung von Firmen
unterstützt oder erhielten im Wissenschaftsbetrieb eine beschäftigen sich mit anderen Dingen, als der Werbung
deutlich bessere Bezahlung. ln solchen Fällen gibt es zuzuhören oder zuzusehen. Nilusik hat die Aufgabe, die
eigentlich keine Verlierer, nur Gewinner der Migration. Aulmerksamkeit des Zuschauers zu erregen, also die
Kontaktquote zu erhöhen.
lch möchte nun zum Ausgangspunkt meines Vortrags
Damit in Zusammenhang steht 2. der Aufbau einer
zurückkommen. Was sind Sie? Braindrain oder Braingain
für lhr Heimatland? ... Spannung beim Zuhörer. Die Musik hat die Funktion,
das so genannte Aktivationsniveau des Zuschauers zu
erhöhen. Die Musik soll in ihm eine Spannung auslösen
Text 18: Musik in der Werbung, S. 127 und ihn mitreißen. Diese An von [,/]usik ist oft bei der
Werbung enthält heute in zunehmendem Nilaße l\ilusik; 70 Werbung von Sportschuhen und bei Baumärkte-Werbung
Prozent aller Werbespots in Funk und Fernsehen setzen zu hören.
l\4usik ein, um die Werbebotschait an den Zuschauer 3. Entspannung. Umgekehrt kann Musik aber auch
oder Zuhörer zu bringen. Musik in der Werbung soll be- Spannung lösen und Entspannung verursachen. Eini-
stimmte Funktionen erfüllen, die vorwiegend im nichtmu- ge Werbespots beginnen mit der Beschreibung eines
sikalischen Bereich liegen. Problems: Z.B. werden Weingläser in der Spülmaschine
Es handelt sich also um funktionale Musik, das heißt, oder Hemden in der Waschmaschine nicht sauber. Dann
die l\ilusik soll eine kalkuliene Wirkung auf den Zuhörer wird das Produkt zur Lösun9 dieses Problems vorgestellt,
ausüben. Asthetische Kategorien sind bedeutungslos. und mit der Einblendung der Marke ertönt Musik, die
lm Folgenden sollen dreiThemen genauer behandelt entspannt.
werden. 4. Erzeugung einer positiven Stimmung. Musik soll eine
Das erste ist: Worin besteht heute das Hauptziel von positjve Stimmung erzeugen. Die Gefühle, die die Nilusik
Werbung? beim Zuschauer erzeugt, sollen dabei zum lmage des
Produkts passen. Die Musik in einem Werbespot tür Mar-
Das zweite: Welches sind die wichtigsten Funktionen der
garine könnte so zum Beispiel eine frische und fröhliche
Musik in der Werbung? Wie wird Musik zum Erreichen
Morgenstimmung entstehen lassen. Dieses Gefühl soll
dieses Ziels eingesetzt?
dann mit dem Margarine-Produkt verbunden werden.
Das dritte: Welche l\4usikstile werden bei welchen Pro-
5. Wiedererkennung eines Produkts. Ein Musikstück
dukten bevorzugt gespielt?
oder ejn Jingle soll sofort mit einem bestimmten Produkt
Die konkreten Eigenschaften eines Produkts, mit denen verbunden werden und so besser im Gedächtnis bleiben.
sie sich von anderen Produkten einer anderen Marke So kann zum Beispiel wahrscheinlich jeder Deutsche
unterscheiden, spielen heute in der Werbung keine den Jingle "Nlchts ist unmöglich ..." sinnvoll ergänzen,
groBe Folle mehr. Das Hauptziel von Werbung besteht nämlich mit "Toyota".
heute vielmehr in einer Codierung der Produkte - Pro-
6. Charakterisierung des Produkts. Musik dient auch
dukte und lvlarken sollen mit zusätzlichen Bedeutungen
dazu, die Wirkung des Produkis zu charakterisieren und
versehen werden, Bedeutungen, die mit den objektiven
zu illustrieren. Sanfte Töne können die Wirkung einer
Produkteigenschaften nichts zu tun haben.
Hautcröme betonen, ein schneller Rhythmus begleitet dje
Zwei Beispiele sollen das erläutern: ln einer Bierwerbung Präsentation eines Sportwagens.
erscheint ein großes Segelschiff auf hoher See. Dazu
7. Kaufmotivation. Schließlich kann die verwendete Musik
ertönt ein Lied mit einer kräftigen, tiefen Männerstimme:
auch das Motiv lür den Kauf der Ware sein. l\4usik und
die Biermarke wird mit den Bedeutungen "Abenteuer.,
Produkt sind hierbei besonders eng miteinander verbun-
"Frische" und "Männlichkeit" aufgeladen. Oder: ln einer den. Der Zuschauer identifiziert sich durch die Musik mit
Werbung für Kaffee trinken elegant gekleidete Men-
dem Produkt. Die positiv bewertete Musik soll auf das
schen in einem Park mit Swimmingpool aus kostbaren
Produkt übertragen werden.
Tassen ihren Kaffee. Dazu ertönt klassische lvlusik. Die
Kaffeemarke wird mit der Bedeutung Welche Musikstile werden in der Werbung eingesetzt?
"Eleganz", "Ge-
schmack", " Reichtum" aufgeladen. Werbespots sind von gesellschaftlich vorherrschenden
Die Strategie dieser Codierung besteht darin, eine un- Stereotypen und Klischees bestimmt: gutbürgerlicher
bewusste Kaufentscheidung herbeizuf ühren: Für welche Wohlstand, Sauberkeit, Fürsorge lür die Familie, Er-
Marke entscheidet sich der Käufer, wenn er vor dem folg, Aktivität, Jugend, Schönheit, Freiheit, Liebe. Diese
Bier- oder dem Kaffeeregal steht? Es gewinnt die lvlarke, Klischees werden auf immer wiederkehrende Weise
die mit den stärksten Bedeutungen aufgeladen ist. lm konstruiert: Wohlstand wird durch das eigene Haus mit
Produktmarketing nennt man dies eine Garten, durch moderne Küche und schöne Möbel symbo-
"starke l\4arke".
lisiert, Reinlichkeit durch weiße Wäsche und glänzende
Dass Bilder Bedeutungen transportieren, ist bekannt.
Küche, Natur durch Wald, Wiese, Meer, exotische lnseln
Weniger bekannt ist, dass dies auch Musik, zum Teil auf
und wolkenlosen Himmel; Aktivität durch Jogging und
noch subtilere Ad und Weise, tut. Denn Musik ist sehr
Radfahren.
emotional und gelangt sehr schnell ins Gehirn und ins

45
Die Verwendung von Klischees und Stereotypen be- schmerzen; bei den Jungen sind 17 Prozent oft gereizt
herrscht auch die Musik in der Werbung. Je klischee- und I Prozent haben Kopfschmerzen. Schließlich klagen
hafter die Musik ist, desto wirksamer erfüllt sie diese viele über Rückenschmerzen. Auch dabei ist der Unter-
Funktion. Klassische Musik beispielsweise, die weithin schied groß: Jedes fünfte Mädchen leidet darunter, bei
als generell wertvoll gilt, wird bei der Anpreisung "edler< den Jungen sind es 12 Prczenl.
Produkte eingespielt: Kaifee, Sekt, Wein. Rap und Rock
hingegen erklingen, wenn es um Sportartikel, Jeans und 2. Teil
Bier geht. Jazz kommt bei Parfums und Kosmetika zum
Zwei Fragen stellen sich:
Einsatz, selbst Militärmusik ertönt aus Werbespots: wenn
es um Sauberkeit und Disziplin in der Küche geht. 1. Welche Ursachen haben die Beschwerden der Schüler
und Schülerinnen? und 2. wie sind die Unterschiede
zwischen Jungen und Mädchen zu erklären?
S. 144, Übung 4 Schreibübungen zum Thema
Rückenschmerzen, Koplschmerzen und Einschlalpro-
Schulstress
bleme sind typische psychosomatische Beschwerden.
1, Teil Darunler versteht man, dass psychische Faktoren, wie
Einschlafprobleme, Gereiztheit, Kopfschmerzen - viele zum Beispiel Stress, die Entstehung und den Verlauf
Schüler und vor allem Schülerinnen leiden an psycho- von Erkrankungen beeinllussen. Die Ursachen für die
somatischen Stress-Symptomen. Das ist das Ergebnis Beschwerden sind also vor allen Dingen in der Schule zu
einer Studie, für die insgesamt knapp 4 500 Schüler im suchen, denn die bestimmt überwiegend das Leben der
Alter von 10 bis 21 Jahren an 15 Schulen in verschiede- Jugendlichen. Welche Ursachen sind das konkret?
nen Bundesländern belragt wurden. 29,5 Prozent aller Erstens: Der Druck auf Schüler nimmt immer weiter zu,
Schüler, also last jeder dritte, gaben an, unter zwei oder einen guten Schulabschluss zu erreichen, um damit auf
mehr Beschwerden mehrmals pro Woche zu leiden. dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine gute Chance zu
Autfällig bei den Ergebnissen der Umfrage ist der große haben.
Unterschied zwischen Mädchen und Jungen. Es sind vor Zweitens : Die Eltern wollen einen möglichst hohen
allem die Mädchen, die in schwierigen Lebensphasen Schulabschluss lür ihre Kinder erreichen. Dies erhöht
wie Pubertät oder beim Übergang in den Beruf häuliger zusätzlich den Leistungsdruck für Schüler.
mit körperlichen Symptomen auf Stress reagieren. lvlit 12
Drittens: Konkurrenz unter Schülern führt zu einem
Jahren leiden 28 Prozent der Mädchen und 20 Prozent
schlechten Klima in der Klasse, also einem schlechten
der Jungen unter Stress. Bei den Jungen bleibt der
Umgang der Schüler miteinander.
Anteil der Stressgeschädigten bis zum 19. Lebensjahr
fast gleich und sinkt danach im 21. Lebensjahr sogar Darüber hlnaus: ... Außerdem... Und schließlich ...
aut 15 Prozent. Ganz anders bei den Mädchen. Hier Wir haben bei den Statistiken gesehen, dass sich diese
nehmen die Stresssymptome im Laufe der Zeit immer Faktoren auf Schülerinnen und Schüler unterschiedlich
mehr zu. Mit 14 Jahren sind es 43 Prozent. Mit 15 Jahren auswirken. Wie kann man nun diese Unterschiede erklä-
sinkt der Anteil um fast 10 Prozent, steigt danach aber ren?
kontinuierlich an. Mit 18 Jahren klagt fast jede zweite Es gibt dafür zwei Erklärungsansätze:
über Beschwerden, bei den 21-Jährigen sind es sogar 55
1 . Jungen verschweigen Probleme, weil sie nicht daran
Prozent.
gewöhnt sind, otfen darüber zu sprechen. Mädchen slnd
Was sind das nun für Beschwerden, unter denen die eher dazu bereit.
Schüler und Schülerinnen leiden?.
2. Jungen reagieren auf Druck in der Schule anders als
Das sind zunächst Einschlatprobleme. Darunter leiden 27 Mädchen. Sie neigen eher zu aggressiven Verhalten
Prozent der Mädchen und 17 Prozent der Jungen. Auch gegen andere, wenn sie unter Stress stehen. Mädchen
GereiAheit und Kopfschmerzen sind verbreitet. Jedes 4. schlucken den Arger herunter und sind deshalb anfälliger
Mädchen berichtet von häufiger GereiZheit und Kopf- lür psychosomatische Erkrankungen.
DSH & Studienvorbereitung 2020
TexlundÜbungsbuch 978-3-930861-40-8
Tipps&Lösungen 978-3-930861-41-5
Handreichungen und
Folien für Unterrichtende 978-3-930861-44-6