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Fakultät für Geisteswissenschaften

Fachbereich Evangelische Theologie


Sommersemester 2019
Christlicher Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert
(51-35.03.1)
Dozentin: Dr. Barbara Müller Graumann

Glaubensbewegung Deutschen Christen


-
Ein Blick auf ihre Theologie und Ideologie

Vorgelegt von:
Leopold Neu
Glockenblumenweg 2
22529 Hamburg
Matrikelnummer: 7050228
Modul: LAPS 2/5 Christentum in Geschichte und Gegenwart
1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung ................................................................................................................... 3

3 Verfassungsmäßiges Verhältnis von Staat und evangelischer Kirche ........................... 4

4 Die politische Stellung der evangelischen Kirche und die Kirchenpolitik der
Nationalsozialisten bis zum Jahre 1933 .............................................................................. 4

5 Formierung der Deutschen Christen ........................................................................... 6

6 Richtlinien der Deutschen Christen ............................................................................. 9

6.1 Zeitgeschichtliche Betrachtung der Richtlinien ........................................................ 11

7 Theologische und ideologische Grundhaltung der GDC ..............................................14

8 Die Sportpalastrede der Deutschen Christen 1933 und ihre Folgen ............................19

9 Fazit ..........................................................................................................................21

10 Literaturverzeichnis...................................................................................................23

10.1 Primärliteratur ......................................................................................................... 23

10.2 Sekundärliteratur ..................................................................................................... 23


10.2.1 Internetquellen ................................................................................................ 25

11 Eigenständigkeitserklärung .......................................................................................26
2 Einleitung
Von der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland und der Machtübernahme der
NSDAP unter Adolf Hitler blieb auch die evangelische Kirche nicht verschont. Als kirchliches
Pendant zur politischen Partei NSDAP erhob sich eine Glaubensbewegung aus den Kreisen der
evangelischen Kirche. Die Ursprünge der „Glaubensbewegung Deutsche Christen“ reichen bis
weit vor die Weimarer Republik zurück. Im Zuge der aufkommenden nationalsozialistischen
Atmosphäre in Deutschland und dem Auftreten der NSDAP nahmen die Dinge ihren
geschichtsträchtigen Lauf.

Anliegen der vorliegenden Arbeit ist die Erfassung und Skizzierung der theologischen und
ideologischen Grundhaltung der Glaubensbewegung Deutsche Christen. Für eine gelungene
Hinführung und Erarbeitung sollen zunächst die Vorläufe der Glaubensbewegung bis zum
Jahre 1993 skizziert werden. Dafür bedarf es eines Blickes auf das Verhältnis von Staat und
evangelischer Kirche im Zuge der Weimarer Verfassung. Aufgrund der engen Verwobenheit
von Politik und Kirche während der Glaubensbewegung Deutsche Christen, schließt an die
Betrachtung des Verhältnisses, eine Auseinandersetzung mit der politischen Stellung der
evangelischen Kirche und der Kirchenpolitik der Nationalsozialisten bis zum Jahre 1933 an. In
diesem Zusammenhang sollen erste Verhältnisse der Nationalsozialisten zu kirchlichen
Kreisen offengelegt werden und die Reaktionen dieser.
So gelingt der Übergang zum Hauptteil dieser Arbeit, in dem zunächst die Formierung der
Glaubensbewegung Deutschen Christen erläutert wird. Es soll herausgearbeitet werden, wo
die Ursprünge dieser Formierung zu finden sind und wer diese entscheidend geprägt hat.
Dafür werden die prägendsten Strömungen herangezogen, um ein Verständnis für die
folgenden Richtlinien der Deutschen Christen zu gewinnen. Diese Richtlinien werden den
nationalsozialistischen Kern der Bewegung offenbaren. Interessant zu betrachten sind in Folge
dessen, zeitgeschichtliche Reaktionen aus den Kreisen der evangelischen Kirche, dies
gewährleistet eine vielseitige Betrachtung der Überzeugungen der Deutschen Christen. Der
Abschluss des Hauptteiles bedarf einer ausführlichen Erfassung der theologischen und
ideologischen Grundhaltung zur Konkretisierung ihrer Überzeugungen. Diese Zuspitzung
schließt mit dem Zerfall der Deutschen Christen im Zuge des Sportpalastskandals. Ein

3
umfassendes Fazit wird die Ergebnisse der dynamischen Ereignisse und den geschichtlichen
Wert dieser Erkenntnisse erfassen und damit die Arbeit abschließen.

3 Verfassungsmäßiges Verhältnis von Staat und evangelischer Kirche


Zunächst ist ein Rückblick auf die Zeit vor 1933 unerlässlich, um die Haltung der evangelischen
Kirche im Dritten Reich zu verstehen.
Im Zuge des verlorenen Ersten Weltkrieges und dem damit einhergehenden Zusammenbruch
des deutschen Kaiserreichs, brachen die landesherrlichen Kirchenregimente ebenfalls
zusammen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Kirche und Staat, durch staatliche
Kirchenverwaltungsorgane und evangelische Landesfürsten eng miteinander verwoben. Mit
der am 11. August 1919 verabschiedeten Weimarer Verfassung wurde die Trennung von Staat
und Kirche festgelegt. Artikel 137 der Verfassung erklärt: „Es besteht keine Staatskirche.“1
Jedoch behielt die evangelische Kirche im Staatsgefüge eine gesonderte Stellung als Körper
öffentlichen Rechts. Unter der staatlichen Oberaufsicht wurden der Kirche Obrigkeitsrechte
genehmigt wie z. B. eine Finanzgewalt.2 Der Staat bewahrte sich das Recht, gegen kirchliche
Gesetze und Notverordnungen im Hinblick auf vermögensrechtliche Angelegenheiten
Einspruch zu erheben, sowie Einspruch gegen die Besetzung einer vorstehenden Position
innerhalb der Kirche zu erheben, falls gegen diese Persönlichkeit „Bedenken staatspolitischer
Art …“3 geäußert werden. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die evangelische Kirche in ihrer
Organisation, Verwaltung, Kultus und Bekenntnis im Zuge der Weimarer Verfassung sehr auf
sich allein gestellt war und deshalb großen internen Handlungsspielraum hatte.

4 Die politische Stellung der evangelischen Kirche und die


Kirchenpolitik der Nationalsozialisten bis zum Jahre 1933
In Folge der jahrhundertalten geistigen und organisatorischen engen Verbindung zwischen
Staat und Kirche bzw. Thron und Altar, war eine Zuneigung der evangelischen Kirche
gegenüber der neuen demokratischen, republikanischen Weimarer Republik, genauso
andersherum, unmöglich. Die Kirche akzeptierte die untergeordnete Stellung blieb aber im

1
Giese S. 360f
2
Vgl. Van Norden S.16
3
Ebd. S. 17

4
Kern stets konservativ und durch einen nationalen Geist bestimmt.4 Richtungsgebend für die
Haltung der evangelischen Kirche im Weimarer Staat war der Beschluss der Generalsynode
der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union vom 24. April 1920, welcher die kirchliche
Begründung für politische Neutralität liefert. Daraus gehe hervor, dass die evangelische Kirche
für das ganze deutsche Volk und jeden evangelischen Deutschen da sein müsse.5 Doch die
Annahme einer politischen Neutralität war in Wirklichkeit unrealistisch, da eine große
Mehrheit der Mitglieder den konservativen Parteien des Weimarer Staats zugehörig waren.
So waren einige evangelisch gebundene Mitglieder auch Abgeordnete im Parlament (z.B. D.
Koch, Dr. von Thadden).6 Die antagonistische Lage der evangelischen Kirche wird daraus sehr
deutlich. Einerseits wollte die Kirche eine politische Neutralität im säkularen Weimarer Staat
leisten und für jeden erreichbar sein. Andererseits war die enge Verbindung von Staat und
Kirche im Denken stark verankert, welche nach politischer Rechtfertigung verlangte.
Interessant ist nun zu ermitteln, welche Haltung die evangelische Kirche zum stärksten Kritiker
der Weimarer Republik, der NSDP, einnahm. Genannte Partei äußerte sich am 24. Februar
1920 mittels ihres Parteiprogramms in Artikel 24 folgendermaßen zur Kirche:

„Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen
Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen
Rasse verstoßen. Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven
Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden. Sie
bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß
eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der
Grundlage: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.“7

Die NSDAP stellte mit dem Artikel 24 ihres Parteiprogramms „das positive Christentum“,
welches keiner genaueren Definition unterzogen wurde, als Fundament und Zentrum ihrer
nationalsozialistischen Bewegung dar. Mittels gemeinsamer uniformierter Gottesdienste
wurde dieses Fundament in die Tat umgesetzt, um so die Umsetzung ihrer Worte in Taten zu
demonstrieren. In der evangelischen Bevölkerung löste dies Sympathien aus, vor allem auch

4
Vgl. ebd. S. 18
5
Van Norden S. 18.
6
Vgl. ebd. S. 19.
7
Mielcke S. 42.

5
durch die Konnotation der Formulierung „positiven Christentum“.8 Nach Claus P. Wagner
lassen sich nach der Neugründung der NSDAP 1924 bis 1933 zwei Phasen der
nationalsozialistischen Kirchenpolitik unterscheiden: „die Zeit strikter Neutralität in kirchlich-
religiösen Fragen bis 1930 und eine Phase verstärkter Bemühungen zur Gewinnung und
Heranziehung kirchlicher Kreise und Kräfte.“9 Die Phase der strikten Neutralität gründete auf
einer eventuellen Schwächung Hitlers nationaler Bewegung in Folge von möglichen
konfessionellen Konflikten, sowie auf dem Aufzeigen innerparteilicher Grenzen.
Ende der zwanziger Jahre zeichnete sich ein Strategiewechsel ab. Die Gewinnung und
Heranziehung kirchlicher Kreise und Kräfte. Innerhalb der Partei wurde die Synthese von
Nationalsozialismus und Christentum durchgesetzt10, um den Eindruck entstehen zu lassen,
die Nationalsozialisten treten für die wirklichen Belange der evangelischen Bevölkerung im
Kampf gegen die Verfälschung des Evangeliums ein.11 Dabei agierte die NSDAP zunächst im
Schein eines strengen und wohltuenden Freundes gegenüber der evangelischen Kirche.
Jedoch war, trotz der freundschaftlichen Bindung, die Überzeugung einer politischen
Neutralität bei allen Kirchenleitungen mehr oder weniger gewiss.12 Die freundschaftlichen
Bemühungen der Partei zur Vergrößerung ihrer nationalen Bewegung wandelten sich nun in
aktives Eingreifen in kirchliche Angelegenheiten. Hitler strebte nach einer einheitlichen
protestantischen Reichskirche13, welche im Rahmen der Glaubensbewegung Deutsche
Christen realisiert werden sollte.

5 Formierung der Deutschen Christen


Am 6. Juni 1932 trat die Glaubensbewegung Deutsche Christen (GDC) unter der Leitung des
Berliner Pfarrers Joachim Hossenfelder an die Öffentlichkeit. Dieser wurde bereits am 23. Mai
1923 offiziell mit der Durchführung des Wahlkampfes für die evangelischen Kirchenwahlen
beauftragt.14 Im Rahmen der Gleichschaltungspolitik sollte die GDC eine zentralisierte
Organisation aller evangelischen Verbände darstellen, ähnlich dem Führerprinzip der NSDAP.

8
Vgl. Van Norden S. 20.
9
Wagener S. 47.
10
Vgl. ebd.
11
Vgl. Van Norden S. 22.
12
Vgl. ebd. S. 21.
13
Scholder S. 22.
14
Vgl. Van Norden S. 23.

6
In der Glaubensbewegung Deutsche Christen trafen diverse Strömungen zusammen, mit zum
Teil stark unterschiedlichen Programmen. Dabei waren drei Gruppen von besonderer
Wichtigkeit.
1. Die „Christlich-Deutsche Bewegung“, welche seit 1930 eine Zusammenkunft
konservativer Persönlichkeiten darstellte, bildete den „national-lutherischen“
Flügel.15 Hofprediger Bruno Doehring und Kreise des Stahlhelms gründeten die
Bewegung, welche bis 1932 unter der Leitung des märkischen
Provinzialjungpfarrers Walter Wilm stand. Abgelöst wurde dieser vom
mecklenburgischen Landesbischof D. Heinrich Rendtorff. Das Nationalsozialistische
Gedankengut der Christlich-Deutschen-Bewegung löste bei einem Großteil der
Mitglieder große Sympathien mit der GDC aus. Die religiöse Grundhaltung der
Organisation betonte die Bedeutung der deutschen Gemeinsamkeit und des
Volkstums, welche in Ehe, Familie, Volk und Staat offenbar werden.16 Auf Grund
der Vielzahl von Überläufern zur GDC löste sich die Bewegung 1933 auf.
2. Neben der konservativen Bewegung stand als „nationalsozialistischer Flügel“17 der
GDC die Kirchenbewegung „Deutsche Christen“ (KDC), welche im Jahre 1927 in
Thüringen durch die evangelischen Pfarrer Sigfired Leffler und Julius Leutheuser
gegründet wurde und bis 1933 lokal begrenzt und von geringer Bedeutung war.
Leffler und Leutheuser agierten im Rahmen einer von Pfarrern und Lehrern
gebildeten nationalsozialistischen und antimarxistischen Kampfgemeinschaft.18
Die Verpflichtung gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung und dessen
Propaganda werden aus einer politischen Selbsteinschätzung der Gemeinschaft
offensichtlich, in der erklärt wird: „Bereits am Beginn des Jahres 1929 stand im
nationalsozialistischen Pfarrer- und Lehrerkreise des Wiertales eine Gruppe von
Männern bereit, die sich bewusst geworden war, daß am Wideraufbau
Deutschland allein in bedingungsloser Gefolgschaft Adolf Hitlers gekämpft werden
konnte.“19 Aus organisatorischen Gründen gliederten sich die KDC der GDC 1932

15
Vgl. Wagener S. 50.
16
Vgl. Van Norden S. 24; Vgl. Wagener S. 51.
17
Wagener S. 51
18
Vgl. Faulenbach in RGG
19
Meier S. 2.

7
ein mit samt all ihrer Überzeugung, dass das Auftreten Hitlers und seiner Bewegung
eine Offenbarung Gottes sei.20
3. Als dritte prägende Strömung ist der „Bund für Deutsche Kirche“ zu nennen,
welcher den „völkischen, deutsch-gläubigen“21 Flügel der Glaubensbewegung
bildete. Zentrale Elemente des Bundes war entschlossene Eindeutschung der
christlichen Botschaft durch einen konsequenten Ausschluss jüdisch-orientalischer
Inhalte. Weiterhin sahen sie in Jesus Christus einen „arischen Helden“ und
proklamierten eine „arteigene Frömmigkeit.“22 Im Jahre 1921 entstand der Bund
aus Kreisen der völkischen Arndt-Volkshochschule in Berlin unter der Leitung des
Studienrates Dr. Joachim Kurd Niedlich. Die Mitglieder der Bewegung stellten eine
intellektuelle Randgruppe dar. Im Hinblick auf die bevorstehende Kirchenwahlen
im Jahre 1933 kam es zu einem Zusammenschluss mit der GDC, um in
Eigeninteresse eine größere Strahlkraft ihres Gedankengutes zu bewirken. So
gelang beispielsweise Dr. Reinhold Krause durch den Wechsel in die GDC zu
leitenden Positionen im Berliner Kirchenkreis. Jener leitete später mit der
Sportpalastrede die Auflösung der Glaubensbewegung Deutsche Christen ein.

Vor dem Hintergrund des Zusammenschlusses dieser verschiedenen Strömungen wird


deutlich, dass die Glaubensbewegung Deutsche Christen von Beginn an auf einem
gebrechlichen Fundament basierte. Bei all der unterschiedlichen Bewegungen ein
gemeinsames Gedankengut herauszukristallisieren fällt schwer. Deutlich ist jedoch, dass die
Hochschätzung des deutschen Volkstums bzw. der Volksidee und die Verbindung mit
religiösen Vorstellungen in allen patriotischen und nationalistischen Bewegungen ein
zentraler Gedanke war.23 Mehr Aufschluss über ein konstitutives Erscheinungsbild der GDC
schafft Kurt Dietrich Schmidt mit seinem Werk „Die Bekenntnisse und grundsätzliche
Äußerungen zur Kirchenfrage des Jahres 1933.“ Schmidt war zu dieser Zeit Professor für
Kirchengeschichte an der Universität Kiel und Mitglied der Bekennenden Kirche. Er war
entschlossener Gegner der DC und ihres nationalsozialistischen Gebrauchs des
Christentums.24 Zunächst attestiert Schmidt der GDC das Verfolgen politischer Anliegen,

20
Vgl. Van Norden S. 25, S. 52.
21
Wagener S. 51
22
Vgl. Wagener S. 51.
23
Vgl. Sonne S. 15; vgl. Van Norden S. 25.
24
Vgl. Nicolaisen S. 204-205.

8
umgesetzt durch Gleichschaltung der Kirche und Besetzung leitender kirchlicher Ämter durch
Nationalsozialisten.25 Weiterhin schreibt er, wie bereits erwähnt, der GDC ein „starken
volksmissionarische Wollen“ zu, welches im leidenschaftlichen Streben nach religiöser und
kirchlicher Einigung deutlich wird. Besonders aussagekräftig ist die Formulierung „Ein Volk –
Ein Staat – Eine Kirche – Ein Glaube!“26 als Leitbild der GDC.

6 Richtlinien der Deutschen Christen


In Folge der Anerkennung der GDC zu einer offiziellen Reichsorganisation durch die
Reichsparteileitung der NSDAP setzte Hossenfelder am 26 Mai 1932 die Richtlinien der
Glaubensbewegung Deutsche Christen fest. Diese wurde am 6 Juni 1932 auf einer offiziellen
Gründungsversammlung der GDC in den Passagehallen in Berlin der Öffentlichkeit
übertragen.27 Die sogenannten „Hossenfelder Richtlinien“ dienten dazu, allen deutschen
gläubigen Menschen Wege und Ziele im Hinblick einer Neuordnung der Kirche zu zeigen und
aus kirchenpolitischer Sicht, die Schaffung einer einheitlichen Reichskirche zu erklären. Für
einen genauere Betrachtung der Richtlinien bietet sich die Heranziehung der originalen
Richtlinien28 im Wortlaut an.

1. Diese Richtlinien wollen allen gläubigen deutschen Menschen Wege und Ziele zeigen,
wie sie zu einer Neuordnung der Kirche kommen. Diese Richtlinien wollen weder ein
Glaubensbekenntnis sein oder ersetzen, noch an den Bekenntnisgrundlagen der
evangelischen Kirche rütteln. Sie sind ein Lebensbekenntnis.

2. Wir kämpfen für einen Zusammenschluß der im „Deutschen Evangelischen


Kirchenbund“ zusammengefaßten 29 Kirchen zu einer Evangelischen Reichskirche und
marschieren unter dem Ruf und Ziel:
„Nach außen eins und geistgewaltig,
Um Christus und sein Werk geschart,

25
Vgl. Schmidt S. 8.
26
Ebd.
27
Vgl. Meier S. 14
28
Vgl. Hossenfelder zitiert in Schmidt S. 135 f.

9
Nach innen reich und vielgestaltig,
Ein jeder Christ nach Ruf und Art!“ (Nach Geibel.)

3. Die Liste „Deutsche Christen“ will keine kirchenpolitische Partei in dem bisher üblichen
Sinne sein. Sie wendet sich an alle evangelischen Christen deutscher Art. Die Zeit des
Parlamentarismus hat sich überlebt, auch in der Kirche. Kirchenpolitische Parteien
haben keinen religiösen Ausweis, das Kirchenvolk zu vertreten, und stehen dem hohen
Ziel entgegen, ein Kirchenvolk zu werden. Wir wollen eine lebendige Volkskirche, die
Ausdruck aller Glaubenskräfte unseres Volkes ist.

4. Wir stehen auf dem Boden des positiven Christentums. Wir bekennen uns zu einem
bejahenden artgemäßen Christus-Glauben, wie er deutschem Luther-Geist und
heldischer Frömmigkeit entspricht.

5. Wir wollen das wiedererwachte deutsche Lebensgefühl in unserer Kirche zur Geltung
bringen und unsere Kirche lebenskräftig machen. In dem Schicksalskampf um die
deutsche Freiheit und Zukunft hat die Kirche in ihrer Leitung sich als zu schwach
erwiesen. Die Kirche hat bisher nicht zum entschiedenen Kampf gegen den
gottfeindlichen Marxismus und das geistfremde Zentrum aufgerufen, sondern mit den
politischen Parteien dieser Mächte einen Kirchenvertrag geschlossen. Wir wollen, daß
unsere Kirche in dem Entscheidungskampf um Sein oder Nichtsein unseres Volkes an
der Spitze kämpft. Sie darf nicht abseits stehen oder gar von den Befreiungskämpfern
abrücken.

6. Wir verlangen eine Abänderung des Kirchenvertrages (politische Klausel) und Kampf
gegen den religions- und volksfeindlichen Marxismus und seine christlich-sozialen
Schleppenträger aller Schattierungen. Wir vermissen bei diesem Kirchenvertrag das
trauende Wagnis auf Gott und die Sendung der Kirche. Der Weg ins Reich Gottes geht
durch Kampf, Kreuz und Opfer, nicht durch falschen Frieden.

7. Wir sehen in Rasse, Volkstum und Nation uns von Gott geschenkte und anvertraute
Lebensordnungen, für deren Erhaltung zu sorgen uns Gottes Gesetz ist. Daher ist der

10
Rassenvermischung entgegenzutreten. Die deutsche Äußere Mission ruft auf Grund
ihrer Erfahrung dem deutschen Volke seit langem zu: „Halte deine Rasse rein!“ und sagt
uns, daß der Christus-Glaube die Rasse nicht zerstört, sondern vertieft und heiligt.

8. Wir sehen in der recht verstandenen Inneren Mission das lebendige Tat-Christentum,
das aber nach unserer Auffassung nicht im bloßen Mitleid, sondern im Gehorsam gegen
Gottes Willen und im Dank gegen Christi Kreuzestod wurzelt. Bloßes Mitleid ist
„Wohltätigkeit“ und wird zur Überheblichkeit, gepaart mit schlechtem Gewissen, und
verweichlicht ein Volk. Wir wissen etwas von der christlichen Pflicht und Liebe den
Hilflosen gegenüber, wir fordern aber auch Schutz des Volkes vor den Untüchtigen und
Minderwertigen. Die Innere Mission darf keinesfalls zur Entartung unseres Volkes
beitragen. Sie hat sich im übrigen von wirtschaftlichen Abenteuern fernzuhalten und
darf nicht zum Krämer werden.

9. In der Judenmission sehen wir eine schwere Gefahr für unser Volkstum. Sie ist das
Eingangstor fremden Blutes in unseren Volkskörper. Sie hat neben der Äußeren Mission
keine Daseinsberechtigung. Wir lehnen die Judenmission in Deutschland ab, solange
die Juden das Staatsbürgerrecht besitzen und damit die Gefahr der
Rassenverschleierung und Bastardierung besteht. Die Heilige Schrift weiß auch etwas
zu sagen von heiligem Zorn und sich versagender Liebe. Insbesondere ist die
Eheschließung zwischen Deutschen und Juden zu verbieten.

10. Wir wollen eine evangelische Kirche, die im Volkstum wurzelt und lehnen den Geist
eines christlichen Weltbürgertums ab. Wir wollen die aus diesem Geiste
entspringenden verderblichen Erscheinungen wie Pazifismus, Internationale,
Freimaurertum usw. durch den Glauben an unsere von Gott befohlene völkische
Sendung überwinden. Die Zugehörigkeit eines evangelischen Geistlichen zur
Freimaurerloge ist nicht statthaft.

6.1 Zeitgeschichtliche Betrachtung der Richtlinien


Aus den 10 Richtlinien der GDC wird die Gewichtung der politisierenden gegenüber
theologischen Inhalten deutlich ersichtlich. Nicht nur in der Anlehnung an das totalitäre

11
System und der damit einhergehenden Gleichschaltung der evangelischen Kirche, sondern
auch in der Verwurzelung des Gedankens eines deutschen Lebensgefühls, der Rasse, der
Nation und des Volkstums als Gottes Gabe und Gesetz.29 Interessant zu beleuchten sind nun
Reaktionen auf die Erhebung der Richtlinien aus demselben zeitlichen Korridor. Punkte 7 und
9 der Richtlinien erklären die Ablehnung der Judenmission, das Eheverbot zwischen Juden und
Christen und die allgemeine Reinhaltung der „deutschen Rasse.“ Offensichtlich implizieren sie
die Umsetzung des Arierparagrafen in kirchlichen Kreisen. Die Bestrebungen werden am 6.
September 1933 im Rahmen der Kirchengesetze realisiert. In denen festgelegt wird, dass nur
Personen arischer Abstammung Geistliche und Beamte sein und bleiben dürfen. Auch
Personen, die mit Nichtariern verheiratet sind, können nicht zugelassen werden bzw. müssen
ihr Amt niederlegen.30 Der evangelisch-reformierte Theologe und Mitbegründer der
Bekennenden Kirche31 Karl Barth äußerte sich im Jahre 1933 in seiner Schrift „Theologische
Existenz heute!“ zu den Richtlinien der GDC. Bezogen auf die Judenfrage vertrat er die Ansicht,
„die Gemeinschaft der zur Kirche Gehörigen wird nicht durch das Blut und also auch nicht
durch die Rasse bestimmt.“32 Weiter erkläre er, der Ausschluss von Judenchristen würde für
die Kirche das Ende ihres christlich Sein bedeuten.33 Auch Dietrich Bonhoeffer, lutherischer
Theologe und ebenfalls Mitglied der Bekennenden Kirche34, äußerte sich mittels eines
Flugblattes im Jahre 1933 kritisch. Bonhoeffer klassifiziert den organisatorischen Ausschluss
der Judenchristen als einen Eingriff in die Gewalt der Sakramente. Weiter argumentiert er,
dass der Mensch und die Kirche durch Gottes Willen in der Taufe einen unauflöslichen Bund
miteinander eingehen.35
Wie hier schon zu erkennen ist, lösten die Richtlinien und Vorgehensweisen der GDC einen
starken innerkirchlichen Widerstand aus, welcher auch bekannt als „Kirchenkampf“ ist. Eine
weitere Betrachtung des Widerstandes ist nicht Anliegen dieser Arbeit. Daher werden
lediglich exemplarisch einige historisch eingebettete Reaktionen herangezogen, um die
ideologischen Bekenntnisse der GDC zeitgetreu aus verschiedenen Blickwinkeln zu
betrachten.

29
Vgl. Kohlwage; Kamper S. 16 ff.

30
Vgl. Greschat: S. 92.
31
Vgl. Casalis.
32
Barth zitiert in Greschat S. 85.
33
Vgl. Ebd.
34
Vgl. Dietrich Bonhoeffer Portal.
35
Vgl. Bonhoeffer zitiert in Greschat S. 93.

12
Daher biete sich ein weiterer Blick in das Gutachten der Theologischen Fakultät der Universität
Marburg über den Arierparagrafen in der Kirche vom 11 September 1933 an. In diesem wird
ebenfalls auf die Taufe als maßgebende Element der Verbundenheit zwischen Kirche und
Gläubigen hingewiesen. Ausschlusskriterien seien lediglich Unglauben und Irrlehre. Allein die
Vorstellung eine arischen Jesu seie nicht vereinbar mit dem Neuen Testament, da Gott sein
Wort durch Juden verkündigte und der Sohn Gottes aus der Linie König Davids entstamme.
Der Dekan Hans von Soden führt noch weitere grundsätzliche Differenzen des Christentums
und des Arierparagrafen auf.36 Dahingegen erklärte der sächsische Landesbischof Friedrich
Coch die Einführung des Gesetzes und die kirchliche Übernahme dessen in einer Rede am 28.
September 1933, als Vertrauensbekundung zwischen Staat und Kirche. Die Erhaltung und
Bewahrung der arischen Rasse wurden begrüßt.37 Der damalige Landesbischof Ludwig Müller
und späterer Reichsbischof äußerte sich am 7. Oktober 1933 auf der Reichstagung der
Glaubensbewegung Deutsche Christen zu der Einführung des Arierparagrafen. Es wurde eine
stringente Durchführung ohne jegliche Rücksicht gefordert und erwartet. Dies täte man für
den Aufbau einer aussichtsreichen Zukunft und unter der Begründung der Not während der
Weimarer Republik.38
Aus einer differenzierten, objektivierten Sichtweise versuchte Dr. Walter Künneth, unter
anderem Mitglied der Bekennenden Kirche, in dem Buch „Die Nation vor Gott“ aus dem Jahre
1933 die Judenfrage zu erläutern, um eine sinnvolle praktikable Lösung für die Missstände in
der Gesellschaft zu finden. Dafür unterschied er zum einen die Judenfrage aus
staatspolitischer Sicht und zum anderen die Untersuchung der Judenfrage unter einer
theologischen Urteilsbildung. Zunächst begrüßt Künneth die Problematisierung der
Judenfrage aus staatspolitischer Sicht und erkennt dessen Recht an der Angelegenheit im Zuge
einer staatlichen Neuordnung an. Weiterhin benennt er Rasse und Volkstum, wie die
Glaubensbewegung Deutsche Christen, als göttliche Ordnung. Im Zuge dessen thematisiert er
die Verfremdung des „arteigenen Wesen des deutschen Volkes.“39 Aus politischer Sicht
sympathisiert Künneth mit den Nationalsozialisten und begründet die judenfeindliche
Atmosphäre unter anderem durch die Besetzung wichtiger Ämter und Berufe (z.B. Ärzte und

36
Vgl. von Soden zitiert in Greschat S. 100.
37
Vgl. Coch zitiert in EKDJ S. 38.
38
Vgl. Müller zitiert in EKDJ S. 37.
39
Künneth S. 94.

13
Anwälte) in der Gesellschaft durch jüdische Personen. Dahingehend wird der Arierparagraf
auf nichtkirchlicher Ebene als Schutzmaßnahme des deutschen Volkes beschrieben.40
Die Judenfrage auf kirchlicher Ebene bedarf einer anderen Betrachtungsweise, da sie einem
anderen Gepräge unterliege.41 So wie Dekan von Soden und auch Bonhoeffer ist Künneth der
Meinung, die Kirche unterscheidet nicht zwischen Rasse, Sprache, Kultur und Volkstum. Das
Bekenntnis zu Jesus Christus durch Wort und Taufe einigen den Bund und bringen den
Gläubigen in eine Beziehung zu Gott. Dadurch ist er auch Mitglied der Glaubensgemeinschaft,
eine andere Auffassung aus christlicher Perspektive wäre eine Verleugnung und ein
Missachten des Glaubens und des Evangeliums.42 Als bedeutsam für die Bekleidung eines
kirchlichen Amtes seien nach Künneth zum einen die Sachkenntnis und die persönliche
Eignung. Zum anderen wird als Maßstab der persönliche Glaube und der Heilige Geist
herangezogen.43
Als Lösungsansatz sieht Künneth die Forderung einer gesetzlichen Unterscheidung zwischen
Angehörigen der Synagoge und Mitgliedern der Kirche christlichen Glaubens vor dem Staat.44
Dabei wird die Bewahrung der Selbstbestimmung und die Bewahrung der Sakramente immer
wieder betont. Künneth selbst sah seine Ansätze als Anfang einer Diskussion im Rahmen der
Judenfrage. Doch trotz seiner nationalsozialistischen Sympathien zieht er eine klare Grenze
zwischen Staat und Kirche und ruft zur Auseinandersetzung, aus kirchlicher Sicht, mit dieser
Thematik auf.

Nach Betrachtung der vorliegenden Argumentationen und Sichtweisen ist die Position und die
Überzeugung der Glaubensbewegung Deutsche Christen theologisch schwer
nachzuvollziehen. Daher wird im Folgenden die theologische und ideologische Grundhaltung
der GDC, unter Einbeziehung einiger ihrer Richtlinien, betrachtet.

7 Theologische und ideologische Grundhaltung der GDC


Die theologische und ideologische Grundhaltung der Glaubensbewegung Deutsche Christen
hat einen weit zurückreichenden Ursprung, welcher im nationalsozialistischen Deutschland zu

40
Vgl. ebd. S. 95.
41
Vgl. Künneth S. 96.
42
Vgl. Künneth S. 96.
43
Vgl. ebd. S. 97.
44
Vgl. ebd. S. 99.

14
Zeiten des Dritten Reichs seinen völkisch-theologischen Höhepunkt erreicht. Hans-Joachim
Sonne verweist in diesem Zusammenhang auf ursprüngliche Ideen aus Zeiten des Sturm und
Drangs sowie auf Predigten aus Zeiten der Befreiungskriege hin.45 Als ideologische Basis dieser
aus politisch religiösen Orientierungsverlust entstandenen Glaubensbewegung verschiedener
Strömungen, identifiziert sich der Glaube an das Volk als höchste Ordnung und einer
göttlichen Offenbarungsqualität dieser.46 Als Glaubenssatz manifestiert sich die Annahme
vielfältiger Offenbarungen Gottes in der Realität des Menschen, wodurch von einer
Selbsterzeugung Gottes außerhalb Jesu Christi ausgegangen wird. Gottes allgemeine
Offenbarung in den Werken der Schöpfung wurde von den Deutschen Christen dahingehend
theologisiert, dass Gott ein lebendiger und handelnder Gott sei.47 Dementsprechend auch das
im Punkt 8 der „Hossenfelder Richtlinien“ aufgeführte lebendige „Tat-Christentum“.
Weiterhin wird die Offenbarung Gottes und sein Handeln als dynamisch beschrieben und fest
in der gesamtwirklichen Gegenwart des Lebens verankert. Leffler schreibt rückblickend auf
die nationalsozialistische Revolution, „daß tief im Schoße des Deutschen Volkes ein
Gottesbeben begonnen habe, daß sich heilige Schöpfung in Deutschlands (…) trostloser Zeit
vollziehen wird.“48 Die Deutschen Christen sprechen dem Eintritt des Nationalsozialismus eine
göttliche Offenbarung zu. Geschehen, wie in der Osterbotschaft des Evangelischen
Oberkirchenrates vom 16. April 1933, in dem die diesjährige Botschaft Jesu Christi an ein Volk
gehe, welches Gottes Worte durch ein Wende erfahren habe.49 Mittels dieser Theologie der
revelatio generalis konnten sie rechtfertigen, dass ein unmittelbares aktuelles Handeln Gottes
vorliegt. Das Adolf Hitler ein Gottes gesandter Führer zu Rettung Deutschland ist und das
dieser geschichtsträchtige Moment religiös gedeutet werden muss.50 So wurde unter
anderem formuliert, dass „der Geist des Glaubens an Gottes Wundertat der Errettung des
Vaterlandes; der Geist der Dankbarkeit für die Erweckung seines Werkzeuges Adolf Hitler; der
Geist des Gehorsams gegen die Offenbarung von Gottes heiligen Willen im
Nationalsozialismus.“51 Aus dem Vorausgegangenen wird die Gehorsamstellung gegenüber
Gott in Verbindung mit der damaligen politischen Führung offensichtlich.

45
Vgl. Sonne S. 15.
46
Vgl. ebd.
47
Vgl. Van Norden S. 103
48
Leffler S. 20
49
Vgl. Van Norden S. 104
50
Vgl. ebd. S.104f
51
Ehrenstein zitiert in van Norden S. 105.

15
Wie bereits erwähnt war die Bekennung und der Glaube zum Volkstum für die Deutschen
Christen von Offenbarungsqualität. Die Bedeutung des „Volkes“ bedarf einer genaueren
Betrachtung. Zunächst einmal wird das Volkstum ebenso wie das Evangelium von den
Deutschen Christen als Gottes Wort ausgelegt, da das Volkstum ein Geschenk Gottes ist. Somit
sprachen sie dem Volkstum neben Gottes Wort auch seinen Willen und sein Gesetz zu.
Dementsprechend sind auch die Regensburger Thesen, sowie die Richtlinien der Deutschen
Christen zu deuten. In These 2 und 3 wird festgestellt, dass es für den deutschen Menschen
nur ein im deutschen Volkstum verankertes Christentum geben könne, sowie, dass eine
vorbehaltlose Stellung gegenüber der Kirche auf der einen Seite und einer ebenfalls
vorbehaltslosen Stellung zum deutschen Volkstum auf der anderen Seite keinerlei
Gegensätzlichkeit bedarf.52 Georg Wobbermin, evangelischer Theologe und Professor an der
Universität Berlin, beruft sich in seinem Werk „Deutscher Staat und evangelische Kirche“ aus
dem Jahre 1936 immer wieder auf Schleiermacher bei der Deutung des Verhältnisses der
beiden Instanzen zueinander. Wobbermin ist der Meinung, dass das Verhältnis der Kirche zum
nationalsozialistischen Staate das Wesen im Sinne der evangelischen Kirche in reinster und
klarer Form zum Ausdruck bringe.53 Er erklärt die Verbundenheit durch den jeweiligen
Totalitätsanspruch, einerseits den eines nationalsozialistischen Staates, andererseits den der
Kirche. Im Sinne des Staates wirkt sich die Totalität auf alle irdischen Gegebenheiten zu
Gunsten des Volkes aus. Im Sinne der evangelischen Kirche bezieht sich der Totalitätsanspruch
auf Angelegenheiten des Ewigkeitsglauben und der Ewigkeitshoffnung.54 Dabei wird die
Differenzierung zum Absolutheitsanspruches besonders hervorgehoben und die Ablehnung
des Nationalsozialismus gegenüber diesen betont, da der Nationalsozialismus als Fundament
das positive Christentum bestimmt (vgl. Richtlinie 4).

Wieder anschließend der Erläuterung des Volkes als zentraler Gegenstand deutsch-
christlicher Ideologie, sind bestimmte Begrifflichkeiten repräsentativ. Das Volk als Organismus
wird nach dem Verständnis der Deutschen Christen zu einem objektiven Wesen. In Folge
dessen wird das Volk personifiziert und erlangt dadurch an Gestalt. „Die Volksganzheit …
gliedert sich sinnvoll sowie der Körper in die einzelnen Organe und Gliedmaßen und deren

52
DS II, 13.10.1933 zitiert in van Norden S. 102.
53
Wobbermin S. 9.
54
Ebd. S.10.

16
letzte Einheiten, die Zellen.“55 Weitere Personifikationen des Sprechens, Fühlens und Denkens
sind fester Bestandteil des Volksverständnisses. Nach Schleiermachers Vorstellungen,
ausgeführt durch Wobbermin, wird ebenfalls der Staat als Organismus gefasst, welcher aus
dem lebendigen Volkstum gestaltet wird.56 Wobei sich das Leben des einzelnen Menschen aus
der Natur des Volkes entwickelt.57 Das Volk wird in diesem Zusammenhang auch als Rasse,
Nation oder Vaterland verstanden. Die Beziehung des Volksbegriffs zu dem des Organismus‘
schafft eine elementare Bindung zwischen Volk und Mensch. Es geht dabei nie um das
Individuum, sondern immer um die Zugehörigkeit zu einem Ganzen in einer untrennbaren,
natürlichen, selbstverständlichen und gottgewollten Verbindung.

Anknüpfend an diese Zugehörigkeit, ergibt sich die weitere wichtige Begrifflichkeit


Gemeinschaft. Über die Gemeinschaft werden im Nationalsozialismus positive Empfindungen
konnotiert. Sie ist der Kontrast oder Gegenpart zu Empfindungen der Weimarer Republik, als
kalt und anonym. Dahingegen wird die Gemeinschaft als wärmendes und
zusammengehörigkeitsgefühlsteigerndes Element angesehen. Sie ist somit die Antithese der
Gesellschaft und im Gegensatz zu ihr nicht menschengemacht, sondern ein Gotteswerk. Die
Deutschen Christen verbanden weitere gegensätzliche Paare als Repräsentanten ihrer
nationalsozialistischen Überzeugungen, wie beispielsweise „Volk – Masse, Organismus –
Mechanismus, Kultur – Zivilisation, deutsch – nichtdeutsch.“58 All diese Vergleiche und
Gewichtungen zeugen von einem Absolutheitsanspruch, in dem Kompromissbereitschaft
keinen Platz hat. Gemeinschaftlich gegriffen, in Anlehnung an „Kultur – Zivilisation“, ist die
Auslegung des Staates von Georg Wobbermin sehr interessant. Er definiert den Staat im
positiven Sinne (hier im Kontrast zum Rechtsstaat) als ein freiheitsgebendes Gebilde, welches
dem einzelnen Menschen die Möglichkeit gebe an einer „weitergreifenden und
umfassenderen Aufgabe“59 mitzuwirken als sie ihm möglich wäre.60 Je nach Kräften können
so, wie im Nationalismus, Aufgaben zu Gunsten der Gemeinschaft geschafft werden. Dies wird

55
Bauer zitiert in Sonne S. 20.
56
Wobbermin S. 6.
57
Vgl. Sonne S. 20.
58
Ebd. S. 21.
59
Wobbermin: S. 15.
60
Ebd.

17
beschrieben als Kulturstaat, welcher zur absoluten Vollendung ein Nationalistischer sein muss.
Dieser Nationalistische Staat basiert auf einem bestimmten Volkstum.61

Als zentrale Terminologie wird das Volkstum in nationalsozialistischen Kreisen und in Schriften
der Glaubensbewegung Deutsche Christen immer wieder verwendet. An dieser Stelle bedarf
es einer genauen Auseinandersetzung mit dem Terminus Volkstum. Die Auslegung des
Begriffes „Volkstum“ der GDC lässt sich entsprechend Wilhelm Stapels, politischer Publizist,
Nationalist und bekennender Antisemit,62 deuten. Diesem Volksbegriff liegt die Überzeugung
eines ursprünglichen Wesensgesetzes und seiner bestimmten Volksgeschichte zu Grunde.63
Es geht um das belebende Element, das Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl und die
Würde eines Volkes.64 Das belebende Element lässt sich hier auf den organischen Staat
(Terminologie: Organismus) zurückführen. Max Robert Gerstenhauer, völkischer
Kirchenpolitiker65, definiert nach Immanuel Fichte das Volk als „das Ganze der in Gesellschaft
einander fortlebenden und sich aus sich selbst immerfort natürlich und geistig erzeugenden
Menschen, das insgesamt unter einem gewissen besonderen Gesetz der Entwicklung des
Göttlichen aus ihm steht. Jenes Gesetz bestimmt durchaus und vollendet das, was den
Nationalcharakter eines Volkes genannt hat; jenes Gesetz der Entwicklung des Ursprünglichen
und Göttlichen.“66 Offensichtlich wird hier die Verankerung des Volkstums aus Sicht der GDC
im inhärenten Gesetz, welches das Gemeinschaftsgefüge zusammenhält, Aufgaben und
Gaben bestimmt sowie der Kanon für Moral, Kultur und Politik zu seinen scheint.67 Die
Berufung auf das göttliche Volkstum basiert auf der Grundlage biologischer Modelle
(Rassenlehre), in denen die nordische Rasse zum Ideal erklärt wird, welche im Vergleich zu
jüdisch-semitischen Rassen also wertvoll und überlegend gilt.

Trotz der Verankerung der völkischen Ideologie in den Grundsätzen der GDC und ihren
verschiedenen zugehörigen Strömungen hatte die Organisation nicht allzu lange Bestand. Der

61
Wobbermin: S. 15.
62
Vgl. Schmalz in Neue Deutsche Biographie S. 56-57.
63
Vgl. Tilgner S. 97f.
64
Vgl. Sonne S.21.
65
Vgl. De.Wiki.de.
66
Gerstenhauer zitiert in Sonne S. 143.
67
Vgl. Sonne S. 21.

18
Tiefpunkt und Beginn der Zersplitterung der Glaubensbewegung war die Sportpalastrede im
Jahre 1933.

8 Die Sportpalastrede der Deutschen Christen 1933 und ihre Folgen

Die Sportpalastkundgebung des Gaues Groß-Berlin der Glaubensbewegung Deutsche Christen


fand am 13. November 1933 in Berlin statt. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung waren
rund 20.000 Menschen im Sportpalast anwesend. Unter ihnen waren viele Kirchenführer wie
der Reichsbischof Joachim Hossenfelder, Präsident Dr. Werner, Studienassessor Dr. Reinhold
Krause und viele weitere Gläubige und Laien. Anlass der Veranstaltung war vor allem die
Behauptung der durch die Kirchenwahlen von Juli 1933 erkämpften Machtposition68.
Weiterhin sollte einer Stagnierung der Glaubensbewegung, nach der anfänglichen Euphorie,
entgegengewirkt und der Prozess einer „dynamischen […] Volksmission“69 verstärkt und
vorangebracht werden.
Reichsbischof Hossenfelder leitete unter anderen die Kundgebung mit einer Rede ein. In
dieser erfasst er die Gemeinschaft der Deutschen Bevölkerung, als sehnsüchtig erwartetes
Ereignis, durch die Vereinigung unter einen gottgegebenen Führer. Weiterhin wird absolute
Unterstützung und Gehorsam für das Reich, für seinen Führer zu Gunsten der deutschen
Bevölkerung und zum Erhalt und Treue zur eigenen Rasse gefordert.70 Weiterhin wurde die
strikte Umsetzung des Arierparagrafen in kirchlichen Kreisen betont sowie die Festlegung des
weiteren Kurses der GDC anhand der Richtlinien ohne jegliches Abweichen.71 Bereits sein
Vorredner Versammlungsleiter Schmiedchen wies auf die erreichten Ziele der GDC hin aber
machte sogleich deutlich, dass eine Verfolgung des Gegners der Glaubensbewegung vollzogen
werden müsse „bis seine Niederlage in regellose Flucht ausartete.“72
Im Anschluss an Hossenfelder übernahm der Gauobmann der Deutschen Christen von Groß-
Berlin Dr. Reinhold Krause das Wort, in dem das deutschkirchliche Programm entwickelt
werden sollte. Krause rief in seiner Rede proklamierend zur Vollendung der Deutschen
Reformation im Dritten Reich auf. Er verwies den Totalitätsanspruch der Kirche und betonte

68
Vgl. Greschat: S. 104
69
Meier S. 38.
70
Vgl. Sonne S. 130.
71
Vgl. Meier. S. 34.
72
Ebd. S. 35

19
die Vollendung einer deutschen Volkskirche. Das kirchliche Führerprinzip stelle „eine
autoritäre Vergewaltigung der Gemeinde“73 da. Laut Krausen benötigt eine kirchliche
Neugestaltung die Befreiung vom Alten Testament mit seiner „jüdischen Lohnmoral“ und den
„Viehhändler- und Zuhältergeschichten.“74 Im Laufe der Rede wird der Verzicht auf die
„Sündenbock- und Minderwertigkeitstheologie des Rabbiners Paulus“75 postuliert und das
Altes Testament als unhaltbar und absolut fragwürdig dargestellt. Er skizziert einen heldischen
Jesus, fordert die Verdrängung alles Undeutschen und Jüdischen aus der evangelischen Kirche
und manifestiert die Ideologie einer Deckungsgleichheit von Nationalsozialismus und Kirche.76
Krauses Referat verdeutlicht nochmals den Radikalitätsanspruch von Teilen der
Glaubensbewegung Deutschen Christen.

Im Anschluss an die, mit brennendendem Beifalle aufgenommene Rede, wird ein Entschluss
der Deutschen Christen vorgelegt, welcher die radikalen Inhalte der Vorredner aufgelistet
beinhaltet und mit nur einer Gegenstimme verabschiedet wird.
Diese Forderungen enthielten unter anderem die Einführung des Arierparagrafen auch für die
Laien, die Reinigung des Evangeliums von allem Undeutschen und die Überzeugung, dass der
einzige wirkliche Gottesdienst für sie der Dienst am eigenen Volke sei, sowie der Bau einer
Volkskirche, in der und nur der die Vollendung der deutschen Reformation Luthers erblickt
werden könne und die allein dem Totalitätsanspruch des nationalsozialistischen Staates
gerecht werde.77

In kirchlichen Kreisen und in der Öffentlichkeit lösten die Forderungen teilweise große
Empörung aus. Vor allem die Tatsache, dass Bischöfe, Pröpste und Oberkonsistorialräte der
Kundgebung zustimmten78. Dies glich nämlich einer offiziellen Proklamation der Theologie der
radikalen Deutschen Christen. Doch diesmal protestierten nicht nur bereits vorhandene
Gegner der GDC, sondern starker Wiederstand erhob sich in ihrem Inneren. Reihenweise kam
es zu Austritten verschiedener Gruppierungen und Verbände aus der Glaubensbewegung.
Eine Konsequenz war die Amtsenthebung aus allen kirchlichen Ämtern von Dr. Krause.

73
Krause zitiert in Meier. S. 35.
74
Vgl. Van Norden S. 130.
75
Krause zitiert in Meier: S. 35.
76
Vgl. Van Norden S. 131.
77
Vgl. ebd. S. 131; vgl. Greschat, S. 104f.
78
Vgl. Van Norden S. 132f.

20
Daraufhin beschlossen auch radikale Strömungen wie die Thüringer DC den Ausstieg, da sie
die Amtsenthebung als unnötiges Zeichen der Schwäche empfanden.79 Demnach war die
Sportpalastkundgebung der Beginn des Zerfalls und der Zersplitterung der
Glaubensbewegung Deutsche Christen, der sie in eine politisch kirchliche Unbedeutendheit
sinken ließ.

9 Fazit
Wie einleitend beschrieben, ist das Anliegen dieser Arbeit die Erfassung und Skizzierung der
theologischen und ideologischen Grundhaltung der Glaubensbewegung Deutsche Christen.
Im Zuge des Erreichens eines Resümees wird in Kapitel 3 und 4 das Verhältnis von Staat und
evangelische Kirche bis zum Jahre 1993, im Hinblick auf Verfassung, Politik und unter
Berücksichtigung der machtergreifenden nationalsozialistischen Bewegung, betrachtet.
Offensichtlich wird hier die erstmalige und von Seiten der Kirche unerwünschte
Säkularisierung. Trotz ausgerufener politischer Neutralität war der konservative Kern der
Kirche Nährboden für die nationalsozialistische Bewegung unter Adolf Hitler. Kapitel 5 schließt
mit einer Skizzierung der Formierung der Deutschen Christen an. Es folgen Vorstellungen der
drei prägendsten Gruppen, welche als nationalsozialistischer Flügel, völkisch, deutsch-
gläubiger Flügel und national-lutherischen Flügel ausgemacht werden. Bereits hier wird die
Vielfältigkeit der GDC auf Grund der verschiedenen Strömungen offensichtlich, indes die
Hochschätzung des deutschen Volkstums Einigkeit bringt.
Kapitel 6 und 7 sind zielführend für ein Gesamtbild des ideologischen und theologischen Kerns
der GDC. Mittels der Hossenfelder Richtlinien wird das Gedankengut der Glaubensbewegung
zeitgeschichtlich unter Einbeziehung ausgewählter Persönlichkeiten betrachtet.
Zusammenfassend offenbaren diese Kapitel einen weit- und tiefgreifenden politischen und
vor allem kirchlichen Diskurs. Aus historischer Sicht sind hier festzuhalten und von einer
besonderen Wichtigkeit die kritischen Stimmen eines Dietrich Bonhoeffers oder eines Karl
Barths, welche unter anderem die Umsetzung des Arierparagrafen in kirchlichen Kreise als
Eingriff in die Gewalt der heiligen Sakramente bezeichneten.

79
Vgl. Wagener. S. 53.

21
Doch wie kapitelabschließend festgestellt reicht der Diskurs nicht für ein Gesamtbild der
theologischen und ideologischen Grundhaltung aus, wodurch Kapitel 7 versucht gerade
Erwähntes zu konkretisieren.
Beim Versuch einer umfassenden Beleuchtung der ideologischen und theologischen
Grundhaltung der Glaubensbewegung Deutsche Christen wird offensichtlich, dass eine
genaue Definition nicht stattfinden kann. Bei aller Dissonanz der verschiedenen Strömungen
wurde sich dennoch auf das gottgewollte, gottgegebene durch den Nationalsozialismus
erleuchtete Volkstum geeinigt. Es liegt eine ernste Dogmatisierung der völkischen Ideologie
vor, welche einer einzigen und alleinigen kritiklosen Gültigkeit unterliegt. Das
gemeinschaftliche Leben steht über dem einzelnen Menschen und dessen Würde80. Die
theologische Rechtfertigung findet in der exklusiven Auslegung Gottes Offenbarung halt und
formuliert sich in der völkisch-politischen Forderung, „das Wirken Gottes, des Schöpfers, in
der Geschichte in die Verkündigung des Wortes aufzunehmen, und zwar so, daß damalige
Zeitgeschichte als deutbare evidente Heilsgeschichte erschien.“81

80
Vgl. ebd. S. 19.
81
Niemöller zitiert in Tilgner: S. 221.

22
10 Literaturverzeichnis
10.1 Primärliteratur

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Kirche im Dritten Reich, Im Wichern-Verlag, Berlin 1933.

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Berlin 21936.

10.2 Sekundärliteratur

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Veranlassung des Flüchtlingsdienstes des Ökumenischen Rats der Kirchen, Oikumene,
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Claus P. Wegener/ Peter Von der Osten-Sacken (Hg.), Das mißbrauchte Evangeliums. Studien
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2002.

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Neukirchen-Vluyn 51999, S. 93f.

23
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Nationalsozialistischen Staat im Jahre 1933, Presseverband der Evangelischen Kirche
im Rheinland, Düsseldorf 1963.

Fridrich Giese, Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919, Heymanns-
Verlag, Berlin 61925.

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deutsch-christlichen Denkens, dargestellt anhand des Bundes für deutsche Kirche, der
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Hermann von Soden, Gutachten der Theologischen Fakultät der Universität Marburg über den
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Hossenfelder Richtlinien: Kurt Dietrich Schmidt (Hg.), Die Bekenntnisse und grundsätzlichen
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Karl Barth, Existenz heute!, in: Martin Greschat/Hans-Walter Krummwiede (Hg.), Das Zeitalter
des Weltkrieges und Revolutionen. Kirchen- und Theologiegeschichten in Quellen.
Neukirchener Verlag

Karl Ludwig Kohlwage/Manfred Kamper/Jens-Hinrich Pörksen (Hg.), "Was vor Gott recht ist".
Kirchenkampf und theologische Grundlegung für den Neuanfang der Kirche in
Schleswig-Holstein nach 1945. Dokumentation einer Tagung in Breklum 2015,
Matthiesen Verlag, Husum 2015.

24
Karl Mielcke, Dokumente zur Geschichte der Weimarer Republik, Limbach-Verlag,
Braunschweig 1954.

Klaus Scholder, Die Kirchen und das Dritte Reich. Das Jahr der Ernüchterung 1934 Barmen und
Rom (Band 2), Berlin 1985.

Kurt Meier, Die Deutschen Christen. Das Bild einer Bewegung im Kirchenkampf des Dritten
Reiches (Band 3), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 31967.

Martin Greschat/Hans-Walter Krummwiede (Hg.), Das Zeitalter des Weltkrieges und


Revolutionen. Kirchen- und Theologiegeschichten in Quellen. Neukirchener Verlag,
Neukirchen-Vluyn 51999.

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Ein Beitrag zur Geschichte des Kirchenkampfes, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
16
1966.

10.2.1 Internetquellen

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205 [Online-Version] (Aufgerufen am 08.03.2020), https://www.deutsche-
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De.Wiki.de, Wiki-Artikel Sammlung, (Aufgerufen am 09.03.2020)


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https://www.dietrich-bonhoeffer.net/biografie/

Georg Casalis, Gedenkstätte Deutscher Wiederstand (Augerufen am 07.03.2020),


https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/biografien/personenverzeichnis/biografie/view-
bio/karl-barth/

25
Heiner Faulenbach, “Deutsche Christen (DC)”, in: Religion in Geschichte und Gegenwart
(RGG). (Aufgerufen am 04. März 2020), http://dx-1doi-1org-
1bjr9ws17727d.emedien3.sub.uni-hamburg.de/10.1163/2405-8262_rgg4_COM_03578

Oliver Schmalz, "Stapel, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 56-57 [Online-
Version], (Augerufen am 09.03.2020) https://www.deutsche-
biographie.de/pnd118752758.html#ndbcontent

11 Eigenständigkeitserklärung
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Hamburg, 03.05.2020
Ort, Datum Unterschrift

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