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Gesellschafts- und Ideologiekritik zu verkaufen. Trotz der Unterstützung


sind zentrale Elemente einer ge- durch die grün-rote ÖH-Exekutive,
lebten Demokratie. Problematisch die zusammen mit linksextremen
werden sie allerdings, wenn sie den Gruppierungen die Skandalisierung
wissenschaftlich-neutralen Rahmen unterstützte, sei laut den Verfassungs-
verlassen und rechts- oder linksex- schützern der von den Initiatoren
treme Züge annehmen, sodass sie erhoffte Rekrutierungserfolg größten-
in Konflikt mit der demokratischen teils ausgeblieben.
Verfassungsordnung kommen. Bis
vor wenigen Jahren war es haupt- Linksextreme Gruppierungen
sächlich die rechte Szene, die immer Die Salzburger Linksextremismus-
wieder von sich Reden machte. Da szene setzt sich aus verschiedenen, he-
sich diese an der Uni aber mehr oder terogenen Gruppierungen zusammen.
weniger aufgelöst hat, füllen heute Die Spannweite der „Neuen Linken“
Linksextreme und Autonome das reicht von autonomen über kom- und die Uni:Press an die Studierenden
ideologiekritische Vakuum unter den munistische bis hin zu marxistisch- bringen, die dies mit ÖH-Beiträgen
Studierenden. leninistischen und trotzkistischen bezahlten mussten. Zu Teilen der
Ideologien. Obwohl linksextreme grün-roten ÖH-Exekutive pflegt die
Militante Tierrechtsgruppen Gruppierungen von ideologischen linksextreme Szene regen Kontakt.
Wie das Bundesamt für Verfas- Klüften getrennt werden, arbeiten sie Inwieweit die grün-roten ÖH-Funk-
sungsschutz und Terrorismusbe- im Kampf gegen staatliche Strukturen tionäre bewusste Beitragstäter oder
kämpfung berichtet, nutzten militante und den Kapitalismus oftmals eng zu- in ihrem Gesellschaftskritik-Wahn ge-
Tierrechtsgruppen die Plattform uni- sammen. Ähnlich wie militante Tier- blendete Handlanger sind, muss wohl
brennt um Solidarisierungspotenzial rechtsorganisationen versuchen auch im Einzelfall beurteilt werden.
zu rekrutieren (entsprechende Bemü- sie aus gesellschaftskritisch denkenden Wie Recherchen der Aktions-
hungen waren vor allem in OÖ und Studierenden ihren Nachwuchs zu re- Gemeinschaft ergeben haben, hat sich
Salzburg sichtbar). Derartige Grup- krutieren. Als Zugang zu den Studie- erst in diesem Semester eine Führungs-
pen begehen gezielt strafrechtlich rele- renden dient ihnen aber nicht nur die person der linksextremen Szene, die für
vante Tathandlungen um ihren Anlie- Plattform unibrennt, sondern seit eini- ihre Weltanschauung bereits in gewalt-
gen Nachdruck zu verleihen. Um neue gen Monaten auch die ÖH selbst. Über tätige Auseinandersetzungen verstrickt
Aktivisten anzuwerben wurde in einer die Taktik des Entrismus (das Unter- war, an der Uni Salzburg inskribiert. Ob
breit angelegten Kampagne versucht, wandern von demokratischen Parteien zu Rekrutierungszwecken oder doch
den Strafgesetzbuch-Paragraphen und Organisationen zur strategischen auch für ein ordentliches Studium wird
278a (Bildung einer kriminellen Or- Einflussnahme) konnten sie ihre Bot- sich zeigen. Kontakt zu unibrennt und
ganisation) kritisch denkenden Stu- schaften über Plakate, Demonstrati- der grün-roten ÖH-Exekutive besteht
dierenden als „staatliche Repression“ onen, Broschüren, das ÖH-Magazin bereits seit geraumer Zeit.
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Die autonome/linksextreme
Szene lehnt nach außen hin
hierarchische Strukturen ab,
verfügt intern aber sehr wohl
über Führungspersonen. Das ist
mit ein Grund, warum unibrennt
suggeriert als unkontrollierte
„Bewegung“ organisiert zu sein.
Im Hintergrund ziehen aber linke
und linksextreme Gruppierungen
die Fäden. Den Gruppierungen
gemein ist die Tatsache, dass
sie alle finanziell dünn ausge-
stattet sind. Deshalb wird als
„unibrennt“ immer wieder aus
den Töpfen der ÖH geschöpft.
Die Kommunikation erfolgt
hauptsächlich über so genannte
„Infoläden“, Flugschriften,
verschiedene Internetplattformen
und teils auch über alternative
Radioprogramme terrestrischer
Sender.

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Linksextremistische und militante Grup- finden. So sollen Studierende in Salzburg – „gemäßigten" Linken an der Uni bzw. ÖH
pen verfolgen in etwa dieselbe Rekrutie- vor allem im Rahmen von Protestaktionen decken. Nach eigenen Angaben gelinge es
rungsstrategie. Gesellschaftskritisch ein- – verstärkt mit radikalen Botschaften an- zunehmend aus Treffen in abgeschotteten
gestellte Personen sollen auf bestimmte geworben werden. Besonderer Fokus wird Kellern eine aktive Szene in Salzburg zu
Themen aufmerksam gemacht und mit auf Kritik der „SPÖVP“-Regierung sowie etablieren. In unterschiedlicher Zusam-
strategischen Botschaften geködert wer- auf die Ablehnung des Kapitalismus gelegt. mensetzung würden sich bereits rund 200
den. Über kurz oder lang sollen sie durch Anhand der Themen sind die Akteure Personen an diversen Aktionen beteiligen.
Solidaritätsbekundungen an entsprechen- allerdings nicht immer gleich zu erken- Die Anzahl an gerichtlich strafbaren
de Personenkreise gebunden werden. nen, denn mit einem breiten Spektrum Handlungen der linksextremen Szene ist
sollen möglichst viele Bevölkerungskreise im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr
Aktivistinnen und Aktivisten werden
bedient werden (um letztlich einen Sturz vor allem durch Sachbeschädigungen
zunehmend von einer weitgehend erlebnis-
der Regierung zu bewirken bzw. sogar österreichweit um ca. 45 Prozent gestie-
orientierten Motivation angebetrieben, die
um eine Revolution durch die „Arbei- gen, wie aus dem Geheimdienstbericht
die Auseinandersetzung mit gegnerischen
terklasse“ anzuführen). Die Spannweite hervorgeht. Im Rahmen einer erweiter-
politischen Gruppen und mit der Staats-
reicht vom freien Bildungszugang, über ten Gefahrenerforschung beobachtet das
macht provoziert und fördert.
Feminismus und Selbstbestimmung, bis Bundesamt für Verfassungsschutz und
Verfassungsschutzbericht
hin zu sozialer Absicherung, Wehrdienst- Terrorismusbekämpfung extremistische
Auf einschlägigen Internetseiten sind verweigerung und Interessen von Zivil- Gruppierungen, da ihnen ein gewisses
geplante Rekrutierungsmaßnahmen zu dienern – viele Themen, die sich auch mit Gefahrenpotenzial inhärent ist.