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Rita Mattei

2021.09.06 14:13:32

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DIE PRÄSIDENTIN

Prot. Datum | data prot. 06.09.2021


Prot. Nr. | n. prot. LTG_0004876

Abg.e
Sven Knoll
Myriam Atz Tammerle
Bearbeitet von: Süd-Tiroler Freiheit
Roland Turk
roland.turk@lbk-bz.org Im Hause

Beantwortung der Landtagsanfrage Nr. 1796-21: Conciliaweb

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete, ich schreibe Ihnen betreffend Ihre Anfrage vom 11.08.2021 (Nr.
1796/2021) und darf Ihnen wie folgt antworten:

Zu Frage 1) Warum ist die Webseite von Conciliaweb nur in italienischer Sprache aufrufbar?

Am 23. Juli 2018 wurde das traditionelle analoge System der Abwicklung der Schlichtungs- und
Beilegungsverfahren für Streitigkeiten zwischen Nutzern und Telekommunikationsanbietern (mit
verfahrenseinleitenden Anträgen in Papierform und Verhandlungen in physischer Anwesenheit der Parteien
in den Büroräumen des Landesbeirates in Bozen) durch die Plattform „Conciliaweb“ ersetzt. Genauso wie
bereits in der Vergangenheit werden die Streitbeilegungsverfahren ausschließlich in italienischer Sprache
abgehalten. Der Grund dafür ist, dass die Vertreter bzw. Sachbearbeiter der Telekommunikationsanbieter bis
ganz wenige Ausnahmen nicht in Südtirol ansässig, sondern auf dem gesamten Staatsgebiet verteilt sind
und daher verständlicherweise nicht deutschsprachig sind. Bei „Conciliaweb“ handelt es sich um ein
gesamtstaatliches Portal, welches die Aufsichtsbehörde für das Kommunikationswesen AGCOM entwarf und
betreibt. Der Landesbeirat für das Kommunikationswesen wickelt – genauso wie die Beiräte (Corecom) der
anderen italienischen Regionen - die Streitfälle zwar über das genannte Portal ab, ohne jedoch direkten
Einfluss auf dessen Funktionsweise und Aufbau zu haben. Die Mitarbeiter des Landesbeirates bieten den
Nutzern jedoch jederzeit Hilfestellung und Beistand bei der Einreichung eines Schlichtungsantrages: dies gilt
sowohl für technische Fragen zum Portal als auch bei etwaigen sprachlichen Schwierigkeiten. Auf Anfrage
werden Anträge in die italienische Sprache übersetzt, und während der Verhandlungen – welche in Form
von Video- oder Audiokonferenzen abgehalten werden – hilft der perfekt zweisprachige Schlichter des
Beirates bei sprachlichen Schwierigkeiten. Hierbei hat es in den letzten 10 Jahren so gut wie nie
Beanstandungen gegeben und bisher ist kein Schlichtungsversuch aus sprachlichen Gründen misslungen.

39100 Bolzano | Piazza Silvius Magnago, 6

Tel. 0471 946 204 | Fax 0471 978 144


presidente@consiglio-bz.org | www.consiglio-bz.org
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Zu Frage 2: Wird die Landesregierung dafür sorgen, dass die Webseite auch in deutscher
Sprache verwendet werden kann?

Aus den in Beantwortung der Frage 1) genannten Gründen sind die Möglichkeiten der Landesregierung, sich
bei AGCOM für die Einrichtung einer deutschen Ausführung des Portals „Conciliaweb“ einzusetzen, sehr
gering.

Zu Frage 3: Wird man sich für einen einfacheren Aufbau der Webseite einsetzen, um den
Bürgern die Bedienung zu erleichtern?

Hier gilt, wie bereits in der Antwort auf die Frage 1) dargelegt, dass die „Corecoms“ nicht direkt mit der
Verwaltung des Portals „Conciliaweb“ betraut sind. AGCOM hält jedoch regelmäßig Fachberatungen in Form
von Expertentischen ab, an denen auch Vertreter der regionalen Kommunikationsbeiräte aktiv teilnehmen.
Man ist stets bemüht, das Portal effizienter und benutzerfreundlicher zu gestalten. So wurden in den
vergangenen drei Jahren zahlreiche Anpassungen vorgenommen. In der Regel wird „Conciliaweb“
mindestens einmal jährlich aktualisiert und verbessert. Dass das Portal etwas unübersichtlich erscheinen
mag, hat folgende Gründe: Im digitalen Schlichtungsantrag muss verständlicherweise eine Vielzahl an
Informationen angegeben werden, dies sowohl, um dem Sachbearbeiter des Telekommunikationsanbieters
und den Mitarbeitern des Landesbeirates sämtliche für die Behandlung des Verfahrens notwendige
Auskünfte zu geben, als auch, um etwaige unzulässige Anträge herausfiltern zu können. Mit dem
Gesetzesdekret Nr. 76 vom 16. Juli 2020, umgewandelt in das Gesetz Nr. 120 vom 11. September 2020,
wurde im Rahmen der Digitalisierung die Anwendung des SPID beschlossen. Somit ist die Eingabe eines
Schlichtungsantrages seit dem 1. März dieses Jahres nur mehr mit SPID oder elektronischer Identitätskarte
möglich. Was dies betrifft, sind dem Landesbeirat jedoch die Hände gebunden. Die Mitarbeiter können den
Nutzern lediglich Informationen zum Erhalt der genannten beiden Zugangsformen erteilen. Grundsätzlich
werden jedem Nutzer, der sich mit dem Büro des Landesbeirates in Verbindung setzt, auf Anfrage der Link
zum Portal „Conciliaweb“ und eine Anleitung für die Einleitung des Schlichtungsverfahrens – mit
ausführlicher Beschreibung der einzelnen Schritte - zur Verfügung gestellt. Zudem werden die Nutzer bei
Bedarf von den Mitarbeitern auch telefonisch bei der Eingabe der Daten und während des gesamten
Verfahrens betreut.

Mit freundlichen Grüßen

Die Präsidentin
Rita Mattei