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Thorsten Schäffer

Der Geschmack
des Schattens
einer Pflaume

Zen-Gedichte
und Gedanken
eines Zen-Schülers
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Impressum

Druck und Verlag: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de


Copyright: © 2011 Thorsten Schäffer
Texte und Gestaltung: Thorsten Schäffer
Titelbild: http://www.zeno.org - Contumax GmbH & Co. KG
Kontakt zum Autor: info@zen-herborn.de
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Gewidmet allen Suchenden, die


bereit sind die wahre Natur allen Seins
zu verwirklichen, die alle Wesen
harmonisiert und befreit.
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Inhaltsverzeichnis

Danksagung 5
Vorwort 6
Gedichte und Gedanken 13
Die Leerheit allen Seins 35
Das Hannya Shingyo 49
Originaltext des Hannya Shingyo 50
Übersetzung des Hannya Shingyo 51
Erläuterungen zum Hannya Shingyo 53
Zen im Alltag 69
Nachwort 77
Buchempfehlung 84
5

Danksagung

Jeder einzelne Augenblick in meinem Leben hat zur


Entstehung dieses kleinen Büchleins beigetragen. Jeder
Mensch, der mir in meinem Leben begegnet ist, hat Anteil
daran. Vor allem aber gilt mein Dank all denen, die die
Wahrheit direkt oder indirekt weitergeben und so dazu
beitragen, dass sie alle Wesen befreit. Mein Dank gilt
meinem Lehrer Zen-Meister Roland Yuno Rech, der sein
Leben der Praxis Buddhas gewidmet hat. Ein besonderer
Dank gilt selbstverständlich meiner Frau, die mir mit Rat
und Tat zur Seite steht. Mein Dank gilt meinen Eltern,
Lehrern, Freunden und den Menschen, die mir in diesem
Leben begegnet sind. Jeder einzelne hat auf seine besondere
Art und Weise mein Leben geprägt und bereichert. All den
Dojo-Leitern, bei denen ich im Laufe der vergangenen Jahre
Zazen praktizieren durfte, möchte ich im Namen aller
Anfänger großen Dank aussprechen. Ohne diese Menschen
hätte der Buddhaweg in Europa wohl kaum so tiefe Spuren
hinterlassen können.
6

Vorwort

Die Frage was die Essenz, das wahre Wesen des Zen ist,
muss jeder für sich selbst ergründen. Es ist Deine ganz
persönliche Frage und selbst ein Zen-Meister kann Dir
darauf keine Antwort geben. Zen geht zurück auf Siddharta
Gautama einen indischen Prinzen, der seinen Palast verließ
um einen Weg zu finden das menschliche Leiden zu
überwinden. Besser ist dieser Mann bekannt als Buddha, der
Begründer des Buddhismus. Zen ist aber keine Religion und
kennt aus diesem Grund keine religiösen Dogmen. Zen ist
seinem Wesen nach nur Praxis in der Form des Zazen.
Buddha selbst soll gesagt haben: "Richtet Euch nicht nach
anderen, sondern nach Euren eigenen Erfahrungen."
Buddha lehrte nach seinem eigenen Erwachen 45 Jahre
seines Lebens die Praxis des Zazen und den mittleren Weg,
der unsere dualistische Wahrnehmung der Dinge überwin-
det und die Gegensätze vereint. Buddha erkannte, dass alles
bedingte Dasein Unzufriedenheit und Leiden erzeugt. Er
erkannte die Ursachen für dieses Leiden in Gier, Hass und
Verblendung (Anhaftung, Ablehnung und Unwissenheit
über unsere wahre Natur) und entdeckte einen Weg diese
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Ursachen und damit das Leiden zu überwinden. Meister


Bodhidarma, ein indischer Mönch, brachte die Praxis des
Zen 480 n. Christus von Indien nach China. Hier erhielt die
Praxis den Namen Chan (chin. Weisheit) und verband sich
mit dem Taoismus und dem Konfuzianismus. Durch Zen-
Meister Dogen Zenji gelangte die Praxis des Chan im Jahr
1227 nach Japan, wo sie den Namen Zen bekam und durch
Taisen Deshimaru im Jahr 1967 nach Paris gebracht wurde.
Von dort aus bildeten sich in ganz Europa Zen-Dojos und
Gruppen die die Haltung des Zazen auch heute noch lehren
und weitergeben. Auch wenn Zen ursprünglich aus Indien
stammt und sich in Europa vor allem die japanische
Variante durchgesetzt hat, so ist Zen in der Praxis des
Zazen in erster Linie ein Weg zu Dir selbst. Unabhängig
von Worten, Ritualen oder Zeremonien verweist die Praxis
des Zazen direkt auf Deine wahre Wesensnatur und damit
auf die Quelle aller Phänomene. Zazen ist die aus dem Zen-
Buddhismus stammende Achtsamkeitsübung in aufrechter
Haltung. Alle Energie wird in die Körperhaltung und alle
Aufmerksamkeit auf die Atmung gerichtet. Auf diese Weise
kommt unser aufgeregter Geist allmählich zur Ruhe. Auf
einem Zafu (Meditationskissen) oder Stuhl sitzend, achtet
8

man auf die wichtigsten Punkte der Haltung: durch eine


leichte Beckenkippung nach vorne richtet sich unsere
Wirbelsäule etwa ab dem 5. Lendenwirbel ganz von allein
gerade nach oben aus. Mit einem Gefühl als wollten wir mit
dem Scheitel in den Himmel drücken ziehen wir das Kinn
leicht zurück und strecken den Nacken. Dadurch können
alle Verspannungen im Rücken abfließen und die Schultern
sinken entspannt nach unten. Es wird mit geringstmöglicher
Anspannung der Muskulatur praktiziert. Die Hände ruhen
im Schoß, die linke in der rechten Hand, und Daumen und
Zeigefinger bilden ein Oval. Der leichte Kontakt der
Daumenspitzen ist ein wichtiger Punkt der Haltung. Sind
wir zu sehr von den aufsteigenden Gedanken abgelenkt,
drücken die Daumen zusammen und bilden einen Berg.
Fangen wir an zu dösen löst sich der Kontakt der Daumen
und bilden ein Tal. Im Zazen ist die Spannung in der
Handhaltung eng mit unserer inneren Haltung verbunden.
Während wir alle Aufmerksamkeit von Augenblick zu
Augenblick auf die Haltung und die Atmung richten, ziehen
die aufsteigenden Gedanken und inneren Phänomene wie
Wolken am Himmel vorüber. Im Zen gebrauchen wir die
Metapher vom Himmel und den Wolken. Der Himmel lässt
9

sich von den vorüberziehenden Wolken nicht stören.


Manchmal sind wenige Wolken da, manchmal viele. An
einem Tag Gewitter und am nächsten strahlender Sonnen-
schein. Den Himmel stört das nicht! Weder sollen die
Gedanken unterdrückt noch unterhalten werden. In der
Praxis wie sie von Meister Deshimaru unterrichtet wurde,
sitzen wir einfach nur Zazen. Die große Kunst im Zazen
besteht aber darin nichts zu tun - also nicht willentlich die
Erleuchtung oder ein anderes Objekt unserer Begierde
erreichen zu wollen. Diese Geisteshaltung wird im Zen
Mushotoku genannt. Das bedeutet ohne Erwartung oder
Gewinn zu praktizieren. Im Regelfall tun wir die meisten
Dinge um etwas zu erhalten oder zu erreichen. Im Zazen
hindert uns diese alltägliche Geisteshaltung am Erreichen
des Satori - der Erfahrung des Erwachens.

Die Gedichte im vorliegenden Buch stammen zum


Großteil aus den Tagebüchern, die ich während der
vergangenen Jahre zu Hause und auf verschiedenen
Sesshins anfertigte und ebenfalls im epubli Verlag unter den
Titeln „Auf der Suche nach Erleuchtung“, „Auch Buddhas
10

rülpsen und furzen“ und „Sitzen ist für´n Arsch“ veröffent-


licht habe. Der Titel dieses Büchleins „Der Geschmack des
Schattens einer Pflaume“ geht zurück auf ein berühmtes
Koan, das sind zum Teil paradoxe Zen-Geschichten die vor
allem im Rinzai-Zen den Schüler zum Erwachen führen
sollen: Zen-Meister Baso sagte immer wieder: „Der Geist
selbst ist Buddha.“ Sein Schüler Daibai studierte dieses
mehr als dreißig Jahre, abgeschottet auf einem Berg in einer
Höhle oder Einsiedelei. Meister Baso schickte schließlich
einen Mönch, um Daibai zu besuchen, zu prüfen und ihm
zu sagen: „Basos Lehre ist heutzutage eine andere.“ Daibai
antwortete: „Was lehrt Baso jetzt?“ Der Mönch sagte
„Weder Geist, noch Buddha.“ Daibai sagte: „Auch wenn
Baso jetzt sagt „Weder Geist, noch Buddha“ folge ich
weiterhin „Der Geist selbst ist Buddha.“ Der Mönch kam
zurück und erzählte es dem Meister. Baso sagte: „Die
Pflaume ist reif.“

Der Titel dieses Büchleins „Der Geschmack des Schattens


einer Pflaume“ lässt sich, wie wohl jeder Versuch Zen in
Worten auszudrücken, auf unterschiedlichen Ebenen
verstehen und deuten. Die Einen werden sagen, dass der
Schatten einer Pflaume keinen Geschmack hat und dieser
11

Titel somit völlig unsinnig ist. Die Anderen werden sagen,


dass die Unreife der Gedichte mit diesem Titel ausgesagt
wird und der Autor sich womöglich selbst für unreif hält.
Wieder Andere aber werden die Leerheit der Worte und die
tiefere Bedeutung dieses Titels durch ihre eigene Erfahrung
auf dem Kissen verstehen können. Doch im Grunde sind es
nur Worte und somit nicht die Wirklichkeit. Das Wort
„Brot“ macht nicht satt und das Wort „Messer“ schneidet
nicht. Die Erfahrung des „Fahrradfahrens“ muss jeder
selbst machen. Durch Beschreibungen und Erklärungen hat
es noch niemand gelernt. Mögen meine Gedichte dem Leser
eine Inspiration für die Praxis und eine Motivation für das
Loslassen sein. Möge der tiefere Sinn hinter den Worten
allen Wesen dienen.

Thorsten Hei San Schäffer, Juni 2013


12
13

Gedichte und Gedanken


14

Der Wind weht in den Bäumen als Wind.


Der Mensch lebt in der Welt als Mensch.

Gleicht das Rauschen der Blätter


nicht dem Fluss der Gedanken?

Doch im Spüren der unbewegten Stille


hört der Wind manchmal auf zu wehen.

Der Blick wird frei für einen


strahlend blauen Himmel.
15

Wahre Freiheit
ist geistige Freiheit.

Geistige Freiheit ist das Loslassen


aller Automatismen.

Das Loslassen aller Automatismen


geschieht in Zazen.
16

Wir alle teilen die Erfahrung der Buddhas, die seit


Anbeginn der Zeit den Weg weitergaben. Das
Erwachen selbst ist leer, ohne bleibende Substanz.

Alle Phänomene entspringen der reinen Quelle. Die


Leerheit mit dem Körper zu erfahren, erzeugt das
Gefühl der Solidarität und des Mitgefühls.

Der Charakter des Menschen ist wie der Charakter


des Feuers, das brennt, wie der des Wassers, das
nass macht, wie der des Windes, der kühlt und wie
der der Erde, die trägt.

Doch ohne Holz kann das Feuer nicht brennen.


Ohne einen Gegenstand könnte das
Wasser nicht nass machen, der Wind nicht kühlen
und die Erde nicht tragen.
17

Nichts in der Welt existiert ohne die anderen


Phänomene. Das ist die Leerheit allen Seins.
Alle Phänomene folgen der Unbeständigkeit und
der wechselseitigen Abhängigkeit.

So auch die fünf Sinne des Menschen, die


Gedanken, die Emotionen, der Körper, die Wahr-
nehmung, das Bewusstsein und das Ego.

Wer versucht dies mit dem Verstand zu


erfassen, selbst wenn dies möglich zu
sein scheint, wird scheitern und den Weg des
Buddha niemals verwirklichen.

Die Erfahrung der Buddhas und Patriarchen


ist das Fühlen und Verstehen mit
dem Körper. Gleichwohl dem Körper und dem
Bewusstsein aller Wesen.
18

Deshalb waren die einzig richtigen Worte, die


Buddha bei seinem Erwachen ausrufen
konnte: „Ich habe das Erwachen mit allen
Wesen gemeinsam erlangt!“

Wer zu verstehen beginnt, weiß,


dass sich das Verstehen in sich selbst auflöst. Das
Verstehen ist das „in-sich-selbst-auflösen“.

Was sagt das Sutra der höchsten Weisheit: Es


bleibt nichts als darüber hinaus zu
gehen, mit allen gemeinsam darüber hinaus und
noch jenseits des darüber hinaus.

Die Texte der alten Meister sind keine Poesie. Wer


die Erfahrung aller Buddhas teilt, erkennt in einem
Augenblick den wahren Wert der Worte.
19

So wie der Finger, der auf den Mond


zeigt, nicht der Mond selbst ist, so zeigt er doch
das zu Erblickende.

Wer dies tief realisieren und fühlen und


alle Leiden abschneiden möchte, der praktiziere
Zazen im Sitzen und im Stehen, in allen
Tätigkeiten des Alltags.

Wisse, was es heißt, aus dem tiefen Grund des


Nicht-Denkens zu denken und einen
Geist zu besitzen der auf nichts verweilt, ohne
Gewinnstreben noch Erwartung.

Wirklich sitzen wenn du sitzt, wirklich


stehen wenn du stehst und wirklich gehen wenn du
gehst ist das wahre Zen.
20

Die Dinge nur tun der Dinge


wegen, ohne Erwartung und ohne Ziel. Das sind
die beiden großen Prinzipien des Zen:
Hishiryo und Mushotoku!

Erkenne das Große im Kleinen. Erkenne das Kleine


im Großen. Wo ist da ein Unterschied?
Das Ego bleibt und tut es dennoch nicht.

Alle teilen dies ohne es zu wissen seit Anbeginn der


Zeit und bis ans Ende aller Zeiten mit allen Wesen.
Denn wer Satori realisiert, erkennt in einem Augen-
blick, dass es gar nicht anders möglich ist.

Ich teile mit Dir, was nicht zu teilen ist. Da es alles


umfasst, ist es nicht zu teilen. Doch wer versteht,
dass es nicht geteilt werden kann, der fängt an es
mit allen Wesen zu teilen.
21

Weder zu viel, noch zu wenig,


weder anhaften, noch zurückweisen.

Um tief loszulassen verstehe, dass es rein


gar nichts zum festhalten gibt.

Ewiger Wandel erzeugt den Augenblick,


ewiges Handeln erzeugt nur Verwirrung.

Das ist der Weg des Zen,


das ist der Weg der Mitte.
22

Alles Wesen zu befreien bedeutet,


sich selbst zu befreien.

Alle Täuschungen zu durchschauen bedeutet,


sich selbst zu durchschauen.

Alle Wege zum Dharma zu studieren bedeutet,


sich selbst zu studieren.

Das Erwachen zu verwirklichen bedeutet,


sein wahres Wesen zu verwirklichen.
23

Wenn ich sage ich habe verstanden,


dann ist das Täuschung.

Sage ich es gibt niemanden der versteht,


ist auch das Täuschung.

Wenn ich sage alle haben verstanden,


so ist auch das nicht die Wahrheit.

Wenn ich sage es gibt nichts, das verstanden


werden muss, so ist das der größte Unfug.

Wer oder was versteht?


24

Zu viele Worte ohne Praxis führen zur


Verwirrung. Den Weg mit dem Verstand verstehen
wollen, besser man lässt das sein.

Nur sitzen mit einem klaren Geist und


nicht ein Haar breit abweichen, zum Verständnis
mit dem Körper durchdringen und alles
von selbst abfallen lassen.

Bei allen Tätigkeiten des Alltags den


reinen Geist bewahren ohne das Loslassen festzu-
halten, das nennt man auf dem Weg sein.

Einmal erwacht, einmal gelacht und ohne


Worte weitergegeben.
25

Die rechte Praxis ist


jenseits der Bücher und Worte,
alles begriffliche
Denken schafft Verwirrung.

Das ist die eine Wahrheit.


26

Die höchste Lehre bleibt unausgesprochen,


die letzte Wirklichkeit wie ungebrochen.

Erprobe das reine Gehen wenn Du gehst,


verwirkliche das reine Stehen wenn Du stehst.

Lass Dich im Sitzen sinken ins nichts,


lass Dich nicht blenden angesichts des Lichts.

Du brauchst nichts zu tun, lass es


Dich finden. Versteh diese Worte, aber
lass Dich nicht binden.

Sei frei im Fluss der Unbeständigkeit,


sei der Buddha, der Du bist seit ewiger Zeit.
27

Sucht Du Erleuchtung auf dem Kissen,


wirst Du sie nicht finden.

Suchst Du Erleuchtung im Alltag,


wirst Du sie nicht finden.

Sucht Du sie auf dem Kissen,


so ist sie im Alltag

Suchst Du sie im Alltag,


so ist sie auf dem Kissen.

Lass ab vom Suchen,


lass sie Dich finden.
28

Wenn Du mich fragst, ob ich


irgendetwas erreicht habe auf dem Weg, so
lautet die Antwort: „Nein!“

Wenn Du mich fragst, ob ich noch nach


etwas suche, so lautet die Antwort:
„Um Himmels willen, nein!“
29

Der Weg des Buddha ist unermesslich,


Schritt für Schritt geht man auf ihm.
Augenblick für Augenblick
verwirklicht er sich durch mich.
30

Der weglose Weg hat kein Ziel,


niemand geht auf ihm,
nicht einmal Schritt für Schritt.

Von Augenblick zu Augenblick


geschehen die Dinge spontan
ohne dass jemand etwas tut.
31

Über die Wahrheit zu sprechen


bedeutet zu schweigen.

Über die Wahrheit zu schweigen


bedeutet sie loszulassen.

Die Wahrheit loszulassen


bedeutet sie festzuhalten.

Die Wahrheit festzuhalten,


bedeutet über sie zu sprechen.
32

Der Erfahrung der höchsten Wahrheit


anzuhaften, die Identifikation mit der durchschau-
ten Täuschung aufrecht zu halten,
beides führt zu Illusion und Leiden.

Das Messer kann sich selbst nicht


schneiden und die Waage sich selbst nicht wiegen.
Doch die Augen können sich selbst
in einem Spiegel sehen und erkennen.

Ryokan schrieb keine Gedichte, Dogen kam von


China nie zurück. Geleitet durch das Unbe-
schreibare, geht jedes Phänomen seinen Gang.

Die Pflaume ist vom Baum gefallen, da sie schon


lange reif war. Aber die Verbundenheit mit den
Wurzeln bleibt bestehen.
33

Der Fluss des Lebens verzweigt sich in viele


Nebenflüsse bis er ins Meer fließt. Aber die reine
Quelle strömt im ewigen Augenblick.

Kehre zurück zur Quelle und lass Dich


nicht von Bächen und Tümpeln in die Irre führen.
Bedenke die Wurzel, wenn im Herbst
die Blätter von den Zweigen fallen.

Wenn auch nur einer unter Tausend die


Tiefe hinter den Worten versteht, sind die Verdiens-
te unermesslich. Wenn sich nur einer befreit,
sind alle Wesen frei.
34
35

Die Leerheit allen Seins


36

Das Hannya Shingyo ist das wohl meist rezitierte Sutra in


den Zen-Tempeln und Dojos überall auf der Welt. Während
die einen Gruppen in Ihrer Muttersprache rezitieren, wird
es von anderen Gruppen in Sino-japanisch rezitiert. In allen
Zen-Tempeln Japans rezitieren es die Mönche jeden
Morgen nach dem ersten Zazen. Dies zeigt, wie wichtig der
tiefere Inhalt dieses Textes ist. Erst wenn wir die Worte des
Hannya Shingyo in jeder Zelle unseres Körpers gespürt
haben, können wir verstehen, dass er die gesamte Lehre
Buddhas enthält. Vielmehr noch über den oberflächlichen
Geschmack der Lehre Buddhas hinaus führt. Als völliger
Laie erlaube ich mir an dieser Stelle eine kurze Interpretati-
on dieses besonderen Textes, da ich ihn gerade für Anfän-
ger für äußerst wichtig halte. Selbstverständlich ersetzt das
Lesen eines Textes nicht die eigene Praxis und das tiefe
Verstehen mit dem Körper. Der Text geht zurück auf
Nāgārjuna, einen indischen Mönch und buddhistischen
Denker. Im Folgenden ein kurzer Auszug aus Wikipedia
über die Lehre und das Leben Nāgārjunas. Dieser Artikel
basiert auf dem Artikel Nagarjuna aus der freien Enzyklo-
pädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie
Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren
verfügbar:
37

Nāgārjunas Anliegen war eine Rückbesinnung auf das


„Mittlere“ der Lehre Buddhas, das angesichts der Auseinan-
dersetzung zwischen Sarvāstivādin und Sautrāntikas drohte,
der bloßen akademischen Spekulation über metaphysische
Gegebenheiten zum Opfer zu fallen. Er war somit weder
Begründer einer neuen Schule, noch war er Gründer des
Mahayana selbst. Nāgārjuna analysierte die wichtigsten
buddhistischen Kernthemen unter dem Gesichtspunkt der
Gleichwertigkeit von Bedingtem Entstehen und Leerheit
(siehe Shunyata), die er zu Beginn seiner „Lehrstrophen
über die grundlegenden Lehren des Mittleren Weges“ mit
den „acht Verneinungen“ unterstreicht:

Nichtvergehen, Nichtentstehen, Nichtabbrechen, Nichtandauern,


Nichteinheit, Nichtvielheit, Nicht-zur-Erscheinung-Kommen und
auch Nicht-aus-ihr Verschwinden.

Seines Erachtens hatten die Sarvāstivādin und die


Sautrāntikas, dieses „Mittlere“ nicht genügend verinnerlicht,
was dazu führte, dass sie in Extreme verfielen: die
Sarvāstivādin in die „Es ist immer“-Position der ewigen
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Dauer und die Sautrāntikas in die „Es ist und wird nicht
mehr sein“-Position der Ver-nichtung. Beide Schulen waren
in dieser Hinsicht vom buddhistischen Pfad abgewichen,
dessen Quintessenz Buddha in einer seiner Lehrreden mit
folgendem kurzen Satz erläutert:

„Nur eines lehre ich: Das Leiden und die Aufhebung des Leidens.“

Für Nāgārjuna ist, wie es sich auch schon als Trend in der
Prajñāpāramitā-Literatur abzeichnete, insbesondere die
Unwissenheit (avidyā) eine der Hauptquellen des Leidens,
und sie gilt es vor allem anderen abzubauen, um sie im
Gegenzug durch Erkenntnis (prajñā) und Wissen (jñāna) zu
ersetzen. Dies ist ihm zufolge auch auf dem logisch-
argumentativen Wege über die Theorie möglich, der er
durchaus einen praktischen Nutzen zuspricht. Er verfährt in
seiner Argumentation dekonstruktiv, um beim Praktizieren-
den Schritt für Schritt alle Tendenzen des Ergreifens
aufzulösen, und dadurch das „Mittlere“ zu enthüllen, das
sich in der so gewonnenen Erkenntnis zeigt. Um die
Leerheit anhand schlüssiger Argumente zu begründen,
unterzieht Nāgārjuna die Vergänglichkeit der Phänomene
39

einer strengen Analyse. Nur weil die Phänomene in ihrer


Abhängigkeit von bedingenden Faktoren gänzlich leer sind,
so argumentiert Nāgārjuna, können sie entstehen und
vergehen. Und nur weil sie leer sind, ist die Überwindung
des Leidens durch die Vier Edlen Wahrheiten sowie das
Beschreiten des Edlen Achtfachten Pfades zur Erlösung
überhaupt erst möglich. Wären die Phänomene nicht-leer,
d.h. existierten sie aus sich selbst heraus, gäbe es keinerlei
Entwicklung in der Welt, alles wäre vollkommen statisch,
unveränderlich, gewissermaßen „eingefroren in der
Unendlichkeit“. Die Dinge wären unverursacht und, da sie
für ihr Dasein keinerlei Stütze benötigten, in Ewigkeit
erstarrt. Doch dies lässt sich mit der Beobachtung des
ständigen Wandels in der Welt nicht vereinbaren. Nirgend-
wo finden sich unvergängliche Dinge. Und daher, schluss-
folgert Nāgārjuna, finden sich nirgendwo Dinge, die nicht
leer sind.

Alle Dinge sind ohne Eigensein, weil man an ihnen Wesensverände-


rung sieht. Aufgrund der Leerheit aller Dinge gibt es allerdings kein
Ding ohne Eigensein.

Beispielsweise ist ein Baum abhängig von den verschie-


40

densten bedingenden Faktoren: Wurzeln, Stamm, Ästen,


Zweigen, Blättern, Nährstoffen im Boden, Wind, Regen,
Sonneneinstrahlung usw. Der Baum ist aus diesem Betrach-
tungswinkel für sich genommen gar nicht „da“, sondern erst
durch das Ineinandergreifen der diversen Faktoren, die ihn
„ins Dasein erheben“ - dazu gehören z.B. auch die Wahr-
nehmung und die sprachliche Zuordnung. Das gesamte
Universum wirkt mit an diesem einen Baum, da alle
Bedingungen ihrerseits wieder von anderen Faktoren
bedingt werden. Fiele ein Faktor weg, fielen alle anderen
ebenso weg, sie sind untrennbar miteinander verwoben.
Wäre der Baum ein durchweg isoliertes und eigenständiges
Phänomen, das unabhängig von Bedingungen existierte,
könnte er nicht wachsen und gedeihen, da er für sein
Vorhandensein nichts anderes bräuchte als sich selbst. Er
wäre Entstehen und Vergehen nicht unterworfen, immer
gleich, ungebunden, todlos. Doch dies widerspricht der
Tatsache, dass er sich unablässig verändert, vom Samenkorn
bis hin zu dem knorrigen Gewächs mit dichtem Blattwuchs,
das auch irgendwann wieder dem Verfall anheimfällt und
stirbt. Die Dinge sind also nach dieser Auffassung ohne
Selbst (nairātmya), wesenlos (asvabhāva) und leer (śūnya), da
sie infolge ihrer Abhängigkeit von bedingenden Faktoren
über keinerlei „Eigenexistenz“ verfügen. „Eigenexistenz“
41

(Sanskrit svabhāva, auch „Eigennatur“ oder „Eigensein“


genannt) beschreibt als Fachausdruck der indischen
Philosophie die Eigenschaft von etwas, das aus eigener
Kraft existiert, etwas Stützenlosem, das für sein Vorhanden-
sein keine Bedingungen braucht. Der in den Upanisaden
behandelte Atman wird dort zum Beispiel unter anderem
mit dem Prädikat „eigenexistent“ versehen. Er hat in dieser
Funktion den Status einer dem Relativen übergeordneten
„letzten Wirklichkeit“ inne, ist im Gegensatz zur sich
ständig wandelnden, bedingten Welt in sich selbst begrün-
det, ewig, unveränderlich, rein und unentstanden. Dies sind
die Attribute, die der „Eigenexistenz“ in diesem Zusam-
menhang zugesprochen werden. Und diese Eigenexistenz ist
es, die Nāgārjuna in Bezug auf die Phänomene prinzipiell
ausschließt. Die Welt ist für Nāgārjuna eben wegen dieses
Fehlens von Eigenexistenz keine Welt des Seins, sondern
des ständigen Werdens. Die Dinge sind nicht, sondern
geschehen, gleich einer Melodie, die auch nicht ist, sondern
in der Aufeinanderfolge der Töne stattfindet. Auch die
Daseinsfaktoren fallen in diese Kategorie, denn als solche
existieren sie nicht unabhängig, sie sind unmittelbar in das
Beziehungsgeflecht des „pratītyasamutpāda“ eingebunden.
Da aber nun Abhängigkeit und Leerheit das Gleiche
42

bedeuten, entstehen und vergehen die Dinge laut Nāgārjuna


nicht wirklich:

Für dich mag gelten, dass Entstehen und Vergehen doch gesehen
werden. Man sieht Entstehen und Vergehen jedoch nur aus Verblen-
dung.

Die beiden unheilsamen Sichtweisen des „Ewigkeitsglau-


bens“ und der „Vernichtungslehre“ versehen die Dinge mit
einer Substanz oder einer Essenz, die im ersteren Falle als
etwas Unzerstörbares angesehen wird und in letzterem Falle
zusammen mit dem Phänomen ins Dasein tritt und dann
wieder verloren geht, wenn das Phänomen zerfällt. Doch da
alles im Werden Begriffene im Buddhismus keinen
bleibenden Kern aufweist, dauert es weder an (Ewigkeit),
noch hört es auf zu sein (Vernichtung), ist weder Eines
(Monismus), noch Vieles (Pluralismus). Nāgārjuna ver-
gleicht das substanziell - und damit als absolut - aufgefasste
Entstehen und Vergehen daher mit Luftspiegelungen und
Schimären, mit Zaubertrug und Traumgebilden. Was von
Bedingungen abhängt, ist leer. Was leer ist, verfügt über
keine eigenständige, unabhängige Realität. So wie Wellen an
der Oberfläche des Meeres auftauchen, ohne dass dabei
43

Wasser hinzugewonnen wird, und so wie die Wellen wieder


in den Ozean zurückkehren, ohne dass dabei Wasser
verloren geht, entstehen und vergehen die Phänomene:

Wie Zauber, wie Traum, wie eine Fata Morgana werden Entstehen,
Bestehen und Vergehen aufgefasst.

Die Dinge treten nicht absolut wirklich ins Dasein, da auch


ihr Entstehen von Bedingungen abhängt - und diese
Abhängigkeit macht das Auffinden einer ersten Ursache,
einer greifbaren Wurzel, unmöglich; sie verliert sich im
Konditionalnexus, dem gewaltigen Netz der Bedingtheit.
Die Phänomene existieren nicht ewig (ananta), und sie
kommen auch nicht aus dem Nichts (vibhāva), um nach ihrer
Existenz wieder in dasselbe Nichts zu verschwinden. Sie
sind aufgrund ihrer Leerheit, die diese beiden Extreme
ausschließt, weder existent noch nicht-existent. Ausgehend
von dieser Feststellung, treibt Nāgārjuna seine Argumenta-
tion noch einen Schritt weiter nach vorn und beschreibt in
einem Vers, der zu den meistzitierten Sätzen der
Mūlamadkyamakakārikā zählt, die Ununterscheidbarkeit von
44

Samsara und Nirvana auf dem Gipfel der Erkenntnis


(prajñā):

Es gibt nichts, was den Samsara vom Nirvana, und das Nirvana vom
Samsara unterscheidet. Die Grenze des Nirvana ist zugleich die
Grenze des Samsara. Zwischen diesen beiden wird auch nicht der
feinste Unterschied gefunden.

Vom Standpunkt der Erlösung aus gibt es keine Differen-


zierung mehr zwischen den bedingten Erscheinungen der
Daseinswelt und dem unbedingten Nirvana. „Bedingtes“
und „Unbedingtes“ sind dualistische und aufeinander
bezogene Begriffe. Nur derjenige, der nicht zur Weisheitser-
fahrung der universellen Leerheit gelangt ist, haftet an
ihnen, und dies versperrt ihm den Weg zur Einsicht - er
errichtet eine Grenze zwischen Samsara und Nirvana, die es
nicht gibt. Da die Leerheit gleich Erlösung ist, befinden sich
alle Wesen bereits im Zustand essenzieller Erlöstheit. Es gilt
also lediglich, sich dieser Erlöstheit, die frei ist von allen
Begrenzungen, Unterscheidungen und Extremen, bewusst
zu werden, und sie zu erkennen. Doch dieses Erkennen, so
mahnt Nāgārjuna, ist infolge der Anatta-Lehre nicht als ein
persönlicher Vorgang zu verstehen. Er macht auf den
45

Widerspruch aufmerksam, der in der Vorstellung zu Tage


tritt, das Nirvana „haben“, „erringen“, „erlangen“ oder
„verwirklichen“ zu wollen:

„Erlöschen werde ich ohne Ergreifen; mir wird Nirvana sein!“ –


Diejenigen, die in solchem Wahn gefangen sind, die sind vom Ergreifen
besonders gefangen.

Der Begriff der „Leerheit“ als zentrales Element in


Nāgārjunas Lehre hat somit vornehmlich soteriologische
Funktion. Er dient dazu, die alltägliche Wirklichkeitsauffas-
sung, die von Konventionen wie Sprache und Denken
geprägt ist, aus der Perspektive der Erlöstheit zu relativie-
ren, um mit bestimmten Grundannahmen aufzuräumen, die
einer tieferen Einsicht und damit der Leerheitserfahrung im
Wege stehen. Festgefahrene Denkmuster und Vorstellun-
gen, die in einander ausschließende Extreme münden u.a.
die des „Eigenseins“ (svabhāva) und des „Fremdseins“
(parabhāva), der „Identität“ und der „Differenz“ - sollen
aufgebrochen werden, um die ergreifende und anhaftende
Tendenz des Denkens, die Nāgārjuna mit dem Ausdruck
der „begrifflichen Entfaltung“ (prapañca) wiedergibt, zu
46

beruhigen und die damit einhergehenden Fixierungen


aufzulösen:

Erlösung kommt durch die Vernichtung von Karma und Anhaftun-


gen. Karma und Anhaftung kommen aus unterscheidenden Vorstel-
lungen (vikalpa), sie kommen aus der begrifflichen Entfaltung
(prapañca). Die Entfaltung aber wird in der Leerheit vernichtet.

Nāgārjuna warnt jedoch mehrfach davor, die Leerheit nicht


mit einer hinter der Welt liegenden „Realität“ oder einer
Ansicht zu verwechseln, die diese Realität repräsentiert.
Man sollte sich davor hüten, sie ihrerseits zum Träger einer
Substanz oder gar zum „wahren Wesen“ der Phänomene,
einem Absoluten, zu machen. Die Leerheit ist für Nāgārjuna
vorrangig im Sinne eines Hilfsmittels zu verstehen, das als
solches nicht vergegenständlicht werden darf:

Die Leerheit wurde von den „Siegreichen“, den Buddhas, als


Zurückweisung jeglicher Ansicht gelehrt. Diejenigen aber, für welche
die Leerheit eine Ansicht ist, die wurden für unheilbar erklärt.
47

Es ist daher laut Nāgārjuna äußerst wichtig, mit dem


Begriff der Leerheit vorsichtig umzugehen. Er ist als
heilsames Konzept gedacht, um von extremen Ansichten zu
befreien, kann sich jedoch, wenn er als Ansicht missver-
standen wird, auch gegenteilig auswirken und Schaden
anrichten.

Die falsch aufgefasste Leerheit richtet den, der von schwacher Einsicht
ist, zugrunde – wie eine schlecht ergriffene Schlange oder falsch
angewandte Magie.

Es gilt aus diesem Grunde auch zu erkennen, dass die


Leerheit als abhängige Bezeichnung selbst leer ist - eine
Aussage, die Nāgārjuna aus den eigenen Reihen Vorwürfe
des Nihilismus (nastitva) und der „Selbstwiderlegung“
einbrachte, da sie als Theorie missverstanden wurde. Die
Leerheit war von Nāgārjuna nie als Theorie beabsichtigt, die
eine andere Theorie ersetzen sollte. Es ging ihm vielmehr
darum, letztlich alle Theorien hinter sich zu lassen, auch die
der Leerheit. Wenn die Leerheit ihren Zweck als Hilfsmittel
erfüllt hat und den Blick für eine tiefere Einsicht öffnen
konnte, sollte sie aufgegeben werden, so wie man ein Floß
hinter sich lässt, das einen ans rettende Ufer brachte und
48

von da an nicht mehr benötigt wird. Sogar nur von ihr zu


sprechen kann sich unheilsam auswirken, wenn das
Gesprochene reifiziert wird, weswegen Nāgārjuna betont:

Man soll weder sagen 'leer', noch 'nicht-leer', auch nicht 'beides
zugleich' und auch nicht 'keines von beiden'. Zum Zwecke der
Verständigung aber mag man so sprechen.
49

Das Hannya Shingyo


50

Originaltext des Hannya Shingyo

Kan ji zai bo satsu. Gyo jin hannya ha ra mi ta ji. Sho ken go


on kai ku. Do is-sai ku yaku. Sha ri shi. Shiki fu I ku. Ku fu I
shiki. Shiki soku ze ku. Ku soku ze shiki. Ju so gyo shiki.
Yaku bu nyo ze. Sha ri shi. Ze sho ho ku so. Fu sho fu
metsu. Fu ku fu jo. Fu zo fu gen. Ze ko ku chu. Mu shiki
mu ju so gyo shiki. Mu gen ni bi zes-shin ni. Mu shiki sho
ko mi soku ho. Mu gen kai nai shi mu I shiki kai. Mu mu
myo yaku mu mu myo jin. Nai shi mu ro shi. Yaku mu ro
shi jin. Mu ku shu metsu do. Mu chi yaku mu toku. I mu
sho toku ko. Bo dai sat-ta. E han-nya ha ra mi ta ko. Shin
mu kei ge. Mu kei ge ko. Mu u ku fu. On ri is-sai ten do mu
so. Ku gyo ne han. San ze sho butsu. E han-nya ha ra mi ta
ko. Toku a noku ta ra san myaku san bo dai. Ko chi han-nya
ha ra mi ta. Ze dai jin shu. Ze dai myo shu. Ze mu jo shu.
Ze mu to do shu. No jo is-sai ku. Shin jitsu fu ko. Ko setsu
han-nya ha ra mi ta shu. Soku setsu shu watsu. Gya tei, gya
tei. Ha ra gya tei. Hara so gya tei. Bo ji sowa ka. Han-nya
shin gyo.
51

Übersetzung des Hannya Shingyo

Der Boddhisattva des großen Mitgefühls übt sich tief und


gründlich in der höchsten Weisheit und versteht so, dass der
Körper sowie alle Erscheinungen nur Leerheit sind und
durch diese Erkenntnis hilft er allen leidenden Wesen.
Sariputra, die Erscheinungen sind nicht verschieden von
Leerheit, und Leerheit ist nicht verschieden von den
Erscheinungen. Die Erscheinungen sind Leerheit und
Leerheit ist Erscheinung, und auch Empfindung, Wahr-
nehmung, Denken und Bewusstsein sind Erscheinung.
Sariputra, alles Dasein ist seinem Wesen nach leer, es gibt in
ihm weder Geburt noch Vergehen, weder Reinheit noch
Beschmutzung, weder Zunahme noch Abnahme. Daher
gibt es in der Leerheit keine Form und keine Erscheinun-
gen, nicht Augen, noch Ohren, noch Nase, Zunge, Körper
oder Bewusstsein, keine Farben, keine Töne, keine Gerüche,
keinen Geschmack, nichts zu tasten, kein Denken. Dort gibt
es weder Wissen noch Unwissenheit, weder Illusion noch
Auslöschung der Illusion, kein Altern, kein Tod, noch die
Beseitigung von Altern und Tod, keine Ursache des
Leidens, keine Auslöschung des Leidens, es gibt dort weder
Erkenntnis noch Gewinn, noch Nicht-Gewinn. Dank dieser
52

Weisheit, die über all dies hinausführt, gibt es für den


Bodhisattva weder Angst noch Furcht. Alle Illusionen und
jegliches Haften und Festhalten sind beseitigt, und er kann
das höchste Ziel des Lebens, das Nirvana, erreichen. Alle
Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
erlangen durch diese Lehre das Verständnis der höchsten
Weisheit, das höchste Satori. Man muss daher verstehen,
dass diese Weisheit die große universale Lehre ist, die große,
glänzende, höchste und unübertreffliche aller Lehren, die
unvergleichliche Lehre, die alles Leiden beendet, denn in der
echten Wahrheit gibt es keinen Irrtum. Und deshalb besagt
die Lehre von der Höchsten Weisheit:

“Lasst uns darüber hinaus gehen, alle gemeinsam, darüber


hinaus und noch jenseits des Darüber-Hinaus, an das Ufer
des Satori.”
53

Erläuterungen zum Hannya Shingyo

Der Boddhisattva des großen Mitgefühls ist Avaloki-


teshvara. Boddhisattvas repräsentieren in der indischen,
chinesischen bzw. japanischen Zen-Mythologie Wesen, die
bestimmte menschliche Fähigkeiten zur Vollkommenheit
entwickelt haben. Avalokiteshvara steht für die Fähigkeit
des Mitgefühls mit allen Wesen unabhängig Ihrer Herkunft,
Ihres Standes oder Ihrer Lebensart. Im ersten Satz dieses
Sutras wird im Grunde das gesamte Sutra erklärt: übe Dich
tief in der höchsten Weisheit, dem einfachen “Im-
Augenblick-Sein” ohne Dich von den Erscheinungen wie
zum Beispiel Deinen Gedanken mitreißen zu lassen. Sei
ganz präsent im Augenblick hier und jetzt, egal ob Du sitzt,
gehst oder stehst bei all Deinen Tätigkeiten des Alltags.
Durch dieses Üben kannst Du erkennen, dass alles
unablässig und ganz von allein auftaucht und verschwindet.
Gedanken, Gefühle, Wahrnehmung, Bewusstsein und sogar
Dein Körper sind von einem höheren Blickwinkel betrach-
tet lediglich Erscheinungen im Augenblick, tauchen auf und
verschwinden unablässig, je nachdem mit welchem
zeitlichen Rahmen man sie betrachtet. Selbst ein massiver
54

Berg ist ständig in Bewegung und in Veränderung auch


wenn wir dies nicht wahrnehmen. Der erste Satz dieses
Sutras ergänzt auch sofort, wodurch die Veränderungen
verursacht werden. Durch die Leerheit allen Seins, das heißt
durch das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit, ist
alles ständig im Fluss der Veränderung. Im einen Moment
noch da, ist es im nächsten Moment schon vorbei, wenn wir
es geschehen lassen ohne an den Erscheinungen wie z. B.
den Gedanken oder Gefühlen festzuhalten. Aber gerade
dieses Festhalten an eigentlich vergänglichem lässt uns
leiden. Durch diese Erfahrung aber befreit Avaloki-teshvara
alle leidenden Wesen. Denn jeder Mensch kann zu folgen-
der Wahrheit erwachen: Es gibt Gedanken, Empfindungen,
Wahrnehmungen, Bewusstsein und die Erscheinung des
Körpers, aber es gibt kein “Ich” in diesen Phänomenen. Die
Vorstellung eines unabhängig existierenden “Ichs” ist nur
ein weiterer Gedanken, ein weiteres Gefühl, eine Täuschung
und Illusion, die wir als unbeteiligter Beobachter wahrneh-
men können.

Der nächste Abschnitt dieses Textes lautet: “Sariputra, die


Erscheinungen sind nicht verschieden von Leerheit, und
Leerheit ist nicht verschieden von den Erscheinungen. Die
55

Erscheinungen sind Leerheit und Leerheit ist Erscheinung,


und auch Empfindung, Wahrnehmung, Denken und
Bewusstsein sind Erscheinung.”

Im Gegensatz zu Avalokiteshvara ist die Existenz


Sariputras, der einer der beiden Hauptschüler Buddhas war,
geschichtlich belegt. Sariputra wurde auf Grund seines
herausragenden Verstandes und seiner intellektuellen
Fähigkeiten sowohl vom Buddha selbst als auch von den
anderen Schülern sehr geschätzt. So verkörpert
Avalokiteshvara im Hannya Shingyo das Mitgefühl und
Sariputra den Verstand oder Intellekt. Jede spirituelle Reise
ist immer auch eine Reise vom Kopf zum Herzen bzw. zum
Bauch. Oder anders ausgedrückt vom Denken zur Intuition
und vom Wissen zur Weisheit! Das oben genannte Wort
„Erscheinungen“ wird oft auch als Phänomene, Formen
oder Körper übersetzt. Es handelt sich dabei um alle
sichtbaren und unsichtbaren Dinge die auftauchen und
wieder verschwinden. Es handelt sich um alles was
erschaffen und nicht erschaffen wurde. Eben um alle
Erscheinungen die wir wahrnehmen können. Im obigen
Satz sagt Avalokiteshvara, als die Manifestation des
Mitgefühls und der Weisheit, zu Sariputra, also dem
denkenden Verstand, dass all diese Erscheinungen ihrem
56

Wesen nach nur Leerheit sind. Gleichzeitig ist die Leerheit


aber auch alle Erscheinungen. Es ist wie mit einem Blatt
Papier: Ohne die Vorderseite kann die Rückseite nicht
existieren. Ohne die Wasseroberfläche gibt es keine Tiefe.
Was aber ist die Leerheit, die selbst von vielen Buddhisten
als Nichts verstanden wird? Bei dem Begriff der Leerheit
handelt es sich um ein universelles Prinzip, dass durch die
regelmäßige Praxis der stillen Meditation erfahren und tief
verinnerlicht werden kann. Es ist das Prinzip des Entste-
hens in wechselseitiger Abhängigkeit, dass alle Erscheinun-
gen entstehen und vergehen lässt. Es ist das Gesetz von
Ursache und Wirkung. Alle Dinge erscheinen auf Grund der
Ursache von anderen Dingen, die wiederum nicht aus sich
selbst heraus entstanden sind. Nichts auf dieser weiten Welt
entsteht aus sich selbst heraus. Leerheit bedeutet zum
Beispiel, das Feuer nicht existieren kann ohne Sauerstoff
und einen Brennstoff wie Holz. Jedoch entstehen Sauerstoff
und Holz ebenfalls nicht aus sich selbst heraus. Holz
benötigt einen Baum. Ein Baum benötigt Regen, Sonnen-
schein und einen guten Nährboden. Es benötigt Arbeiter,
die den Baum fällen. Vielleicht benötigt es Transportmittel
um das Holz zu transportieren. Wenn wir die Dinge auf
diese Weise sehen und wahrnehmen, können wir das
gesamte Universum in einem einzigen Regentropfen
57

erkennen! Anstatt dieses Prinzip durch das Wort „Leerheit“


zu substantivieren, sollte man eher davon sprechen, das die
Dinge leer von Eigenexistenz sind. Sie sind leer von einem
aus sich selbst heraus existierendem Sein oder Numen. Und
somit sind alle Erscheinungen Leerheit und die Leerheit
gleichzeitig alle Erscheinungen. Dieses universelle Prinzip
trifft aber nicht nur auf die Erscheinungen im Außen zu.
Wenn wir uns selbst genau betrachten und in der Meditati-
on hinterfragen was wir den eigentlich meinen wenn wir
von einem „ich“ sprechen, werden wir feststellen, dass auch
Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken und Bewusst-
sein im ständigen Wandel und leer von unabhängiger
Existenz sind. In diesem Sinne gibt es kein „ich“ das aus
sich selbst heraus und unabhängig von allem anderen
existiert. Das ist die größte Weisheit und gleichzeitig die
Einfachheit im transformieren allen Leidens!

Der nächste Absatz beschäftigt sich damit, was Leerheit


nicht ist und lautet wie folgt: „Sariputra, alles Dasein ist
seinem Wesen nach leer, es gibt in ihm weder Geburt noch
Vergehen, weder Reinheit noch Beschmutzung, weder
Zunahme noch Abnahme. Daher gibt es in der Leerheit
keine Form und keine Erscheinungen, nicht Augen noch
58

Ohren, noch Nase, Zunge, Körper oder Bewusstsein, keine


Farben, Töne, Gerüche, keinen Geschmack, nichts zu
tasten, nichts zu denken.“

Es spricht weiterhin Avalokiteshvara zu Sariputra, also das


Herz zum Verstand oder anders ausgedrückt das Mitge-
fühl/Weisheit zum Intellekt/Wissen. Wenn alles leer von
aus sich selbst heraus existierendem Sein ist, dann gibt es
keine Ursache wie die Geburt für das Dasein eines Kindes,
sondern die Ursachen die zu dieser Geburt geführt haben
und die Ursachen dieser Ursachen beinhalten bereits das
Potenzial des Kindes. Wenn wir die Ursache der Ursache
zurückverfolgen kommen mir nirgendwo an! Das ist was in
diesem Text als Leerheit bezeichnet wird. Aus diesem
Grund gibt es innerhalb des Prinzips der Leerheit, also aus
der Sicht der höchsten Weisheit, keine Geburt und keinen
Tod. Da es kein aus sich selbst heraus existierendes „Ich“
gibt und die Dinge nur durch wechselseitige Abhängigkeit
entstehen, gibt es keine Geburt, kein Werden und kein
Vergehen also keinen Tod. Mit „Reinheit noch Beschmut-
zung“ ist gemeint, dass es von diesem Blickwinkel aus kein
richtig oder falsch gibt. Im Augenblick hier und jetzt, und
das ist die einzige Wirklichkeit die real ist, entstehen die
Erscheinungen und Phänomene durch ein Zusammenspiel
59

verschiedenster Faktoren und Einflüsse. Jeder Augenblick


ist vollkommen. Lediglich unser unterscheidender und
beurteilender Verstand erzählt uns eine Geschichte über
falsch und richtig bezogen auf unsere Konditionierungen
und angelernten Denkmuster. Alles ist in jedem Augenblick
vollkommen! Mit „weder Zunahmen noch Abnahme“ ist
gemeint, dass niemals etwas verloren geht. Es ist immer nur
eine Umwandlung von einem zum anderen. Dies bestätigt
die moderne Physik übrigens ebenfalls. Alles ist in Verände-
rung, aber dadurch nimmt das Universum nicht zu oder ab.
Die Oberfläche des Ozeans ist ständig in Bewegung und es
gibt kleine und größere Wellen. Aber der Ozean nimmt
dadurch nicht zu oder ab. Der Text führt weiter an, dass es
aus vorher genannten Gründen in der Leerheit keine
Formen und keine Erscheinungen gibt. Was wir als
unabhängig und aus sich selbst heraus existierend wahr-
nehmen ist im Grunde eine Illusion unseres Verstandes und
nicht die Wirklichkeit. Ab hier kommen wir an einen Punkt,
der nur durch die eigene Erfahrung des Erwachens tief
verstanden werden kann. Aber, und darauf geht der Text
weiter ein, gibt es innerhalb dieser Erfahrung niemanden
der die Erfahrung macht. Es gibt nur die Erfahrung der
Leerheit, die nicht mit den Sinnesorganen (Augen, Ohren,
Nase, Zunge, Körper oder Bewusstsein) erfahren werden
60

kann und in der es die Sinnesobjekte (Farben, Töne,


Gerüche, Formen oder Gedanken) nicht mehr gibt. In dem
Augenblick wenn die Identifikation mit unserem Körper,
den Gedanken, dem Empfinden, der Wahrnehmung und
dem Bewusstsein aufhört erscheint die Wahrheit, die nie
verborgen war.

Der Text geht weiter mit einer Reihe von Verneinungen:


„Dort gibt es weder Wissen noch Unwissenheit, weder
Illusion noch Auslöschung der Illusion, kein Altern, kein
Tod, noch die Beseitigung von Altern und Tod, keine
Ursache des Leidens, keine Auslöschung des Leidens, es
gibt dort weder Erkenntnis noch Gewinn, noch Nicht-
Gewinn.“

Buddha erklärte in seiner ersten Predigt, dass es vier


Wahrheiten gibt, die er durch seine Erfahrung des Erwa-
chens tief verstanden hatte. Dies sind „die Wahrheit vom
Leiden“ bezogen auf die Vergänglichkeit aller Existenzen in
Form von Krankheit, Alter und Tod. Das Leiden bezieht
sich aber auch auf alle Ereignisse die wir ablehnen und das
getrennt Sein von dem, was wir lieben und behalten wollen.
Eben auf die sich ständig verändernde Welt der Phänomene
61

im Inneren und im Äußeren. Die zweite Wahrheit bezieht


sich auf die Ursachen des Leides in Form von Unwissen-
heit, Gier und Hass. Die Unwissenheit und Identifikation
mit der Illusion eines „ich“ und dem daraus entstehenden
Anhaften oder Ablehnen von bestimmten Ereignissen
verursacht Leiden. Buddha nannte dies die drei Geistesgifte:
Unwissenheit, Gier und Hass, also Begierde und Ableh-
nung. In der dritten Wahrheit macht er darauf aufmerksam,
dass wenn die Ursachen für das Leiden verschwinden,
folglich auch das Leiden verschwindet. Mit dieser Wahrheit
ließ er alle erkennen, dass es möglich ist, einen dauerhaften
vom Leiden befreiten Zustand zu erreichen. Er nannte
diesen Zustand Nirvana, was soviel wie erlöschen bedeutet.
Erlöschen der Illusion eines „Jemanden“, der irgendetwas
erreichen oder erhalten muss um glücklich zu sein. Er
erklärt in der vierten Wahrheit, dass es einen Weg gibt, der
zum Erlöschen und damit zu einem bedingungslosen
Verweilen in Freiheit vom Leiden, freudiger Gelassenheit
und Ruhe führt. Der oben genannte Textausschnitt bezieht
sich auf diese vier edlen Wahrheiten und besagt, dass es in
der undefinierbaren Leerheit diese vier Wahrheiten nicht
gibt. Er verneint also die erste Predigt Buddhas und lehnt
eine Erklärung durch Worte schlichtweg ab. Die höchste
Wahrheit kann nicht mit Worten ausgedrückt oder durch
62

den autonomen Verstand geklärt werden. Es ist die reine


Erfahrung der Tatsache, dass es so etwas wie ein aus sich
selbst heraus existierendes „ich“ nicht gibt. Es gab nie einen
„Jemanden“ der die Erfahrung der Erleuchtung gemacht
hat. Aus diesem Grund rief Buddha bei seinem Erwachen
aus: „Ich habe das Erwachen gemeinsam mit allen Wesen
verwirklicht!“ und drehte bei seiner Predigt am Geierberg
lediglich eine Blume zwischen seinen Fingern. Das war die
eine unaussagbare Wahrheit des Augenblicks.

Im folgenden Textabschnitt geht es nicht um das Ziel der


Praxis, sondern darum was hier und jetzt innerhalb der
Praxis erkannt werden kann: „Dank dieser Weisheit, die
über all dies hinausführt, gibt es für den Bodhisattva weder
Angst noch Furcht. Alle Illusionen und jegliches Haften
und Festhalten sind beseitigt, und er kann das höchste Ziel
des Lebens, das Nirvana, erreichen. Alle Buddhas der
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erlangen durch
diese Lehre das Verständnis der höchsten Weisheit, das
höchste Satori.“

Der Mensch, als Gefangener seiner Illusion, ein von den


anderen getrenntes und unabhängiges „Ich“ zu sein, verliert
63

jede Angst vor seiner Vergänglichkeit und erkennt sein


wahres Selbst, das ungeboren und unsterblich ist. Wer
könnte etwas gewinnen oder verlieren, wenn das vermeintli-
che „Ich“ nur eine Täuschung ist? Das nicht mehr Anhaften
müssen an angenehmen und das Ablehnen von unange-
nehmen Umständen führt zur Freiheit gegenüber dem
eigenen Ego-Verstand. Buddha ist, wer diese Wahrheit
erkannt und im Leben integriert hat. Alle Buddhas erfahren
das Erwachen durch diese im Grunde simple Erkenntnis.
Doch bis zu unserem eigenen Erwachen, bleibt diese
Wahrheit komplex und paradox, da der Ego-Verstand
versucht sich selbst zu verstehen. Aber das Messer kann
sich nicht selbst schneiden und eine Waage nicht ihr eigenes
Gewicht wiegen. Die Augen aber, die alle möglichen Dinge
sehen können außer sich selbst, können sich in einem
Spiegel sehen und erkennen. Dieser Spiegel ist, für unser
Bewusstwerden über die wirkliche Natur der Dinge, die
stille Praxis der Achtsamkeit wie sie seit 2500 Jahren von
Meister zu Schüler und von Mensch zu Mensch weitergege-
ben wird.

Der letzte Abschnitt beschreibt, wie wichtig diese Lehre für


den Suchenden ist und wie Sie anzuwenden ist: „Man muss
64

daher verstehen, dass diese Weisheit die große universale


Lehre ist, die große, glänzende, höchste und unübertreffli-
che aller Lehren, die unvergleichliche Lehre, die alles Leiden
beendet, denn in der echten Wahrheit gibt es keinen Irrtum.
Und deshalb besagt die Lehre von der Höchsten Weisheit:
“Lasst uns darüber hinaus gehen, alle gemeinsam, darüber
hinaus und noch jenseits des Darüber-Hinaus, an das Ufer
des Satori.”

Wie wird jemand zum Suchenden? In unserer Kindheit


leben und spielen wir von Augenblick zu Augenblick. Es
gibt keine Gedanken, die uns beeinflussen oder hindern!
Wenn wir Hunger haben schreien wir, wenn wir spielen,
spielen wir. Es besteht nicht die Notwendigkeit nach
irgendetwas zu suchen, da wir in der natürlichen Nicht-
Getrenntheit leben. Dann irgendwann erkennen wir in
unserer Bezugsperson, im Regelfall Mutter und Vater, ein
anderes Individuum und erkennen uns selbst plötzlich als
getrennt von allem anderen. Aus dieser Erkenntnis
entwickelt sich ein Ego, das verletzt werden kann und das
beschützt werden muss. Wir handeln plötzlich im Begreifen
von „Ich“ und „Mein“ und das Leiden beginnt. Je älter wir
werden, desto stärker wird das Gefühl getrennt zu sein und
diesen „Jemand“ für den wir uns halten beschützen zu
65

müssen. Doch diese Illusion der Trennung muss zwangsläu-


fig Leiden nach sich ziehen. Denn selbst wenn es uns so
richtig gut geht, wollen wir diesen Zustand behalten und
haben unterschwellig ein Gefühl von Verlustangst. So
begeben wir uns auf die Suche nach der Einheit. Zunächst
vielleicht noch im materiellen oder immateriellen Besitz wie
zum Beispiel ein teures Auto oder Erfolg im Beruf. Wenn
wir erkennen, dass uns diese Dinge niemals ganz befriedi-
gen, suchen wir im religiösen, esoterischen oder spirituellen
Bereich nach der Lösung für das Leiden. Doch erkennen
viele Menschen das Leiden gar nicht als Leiden. Sie haben
aufgegeben und denken, dass das leidvolle Dasein nun
einmal das Leben ist. Doch es gibt einige wenige, die sich
damit nicht zufrieden geben wollen und einen Weg suchen
dauerhaften Frieden, den sie glauben verloren zu haben,
wieder zu finden. Aber: dieser Frieden und die freudige
Gelassenheit sind immer gegenwärtig. Wenn wir aufhören
zu suchen zeigen sie sich ganz von allein als unsere wahre
Natur. Ganz still und leise sind sie, weshalb wir sie im Alltag
durch uns umgebenden Ablenkungen viel zu oft überhören.
Jedoch kann uns der konditionierte Verstand mit all seinen
Vorstellungen, Meinungen und Denkgewohnheiten nicht
helfen unser wahres Selbst zu finden! Denn dieser autono-
me denkende Ego-Verstand ist es ja gerade, der uns in der
66

Trennung und damit im Leiden hält. So sagt das Mantra


oder die Affirmation am Ende dieses Textes: „Lasst uns
darüber hinaus gehen, alle gemeinsam, darüber hinaus und
noch jenseits des Darüber-Hinaus, an das Ufer des Satori.”
Wir müssen über alle Erkenntnisse die wir glauben gemacht
zu haben hinaus gehen um das Satori zu verwirklichen.
Sobald wir glauben etwas verstanden zu haben, können wir
mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es „das“ nicht
ist! Unser Verstand spielt uns gerne Streiche und versucht,
auf seine unpersönliche Art, uns im Leiden gefangen zu
halten. Erst wenn wir erkennen, dass es da kein Gefängnis
gibt, fällt uns das Loslassen leicht. Wir gehen an das Ufer
des Satori, da wir von da an einfach mit dem Fluss der
Leerheit und des Satori mit fließen. Wir können aufhören zu
tun und zu machen und die Dinge einfach ihren Lauf
nehmen lassen. Selbstverständlich heißt das nicht, sich nicht
zu engagieren oder sein Mitgefühl mit allen Wesen auszu-
drücken. Der Gedanke „Das hat doch eh alles dann keinen
Sinn, warum sollte ich überhaupt noch irgendetwas zu?“ ist
wieder ein vom Ego-Verstand produzierter Gedanke und
hat mit unserem wahren Sein nichts zu tun. Wir müssen
darüber hinaus gehen und erkennen, dass egal wer wir sind,
unseren Platz in diesem göttlichen Spiel haben. Wir müssen
endlich ganz und gar erwachsen werden und mit Hilfe
67

unserer Intuition uns dem Leben völlig anvertrauen. Wir


springen in den Fluss des Satori und es bleibt kein „Je-
mand“ mehr übrig, der etwas für sich selbst tut. Alles
geschieht, wenn es geschieht, weil es geschieht. Es gibt
nichts zu tun und niemanden der etwas tun könnte. Und
doch gibt es die Sebstverantwortung und das Mitgefühl mit
allen Wesen, die durch die Illusion und Täuschung in Ihrem
Leiden gefangen sind.
68
69

Zen im Alltag
70

Das letzte Kapitel dieses kleinen Büchleins beschäftigt sich


mit der Frage, wie wir Zen in unserem Alltag integrieren
können. Die Illusion eines aus sich selbst heraus existieren-
den Egos zu durchschauen und die Identifikation mit der
Täuschung aufzugeben führt augenblicklich zu einem alles
durchdringenden Frieden und zu einer Befreiung von
Geburt und Tod. Die Ablenkungen des Lebens, gerade im
beruflichen oder privaten Alltag, führen aber sehr leicht
wieder in die Illusion zurück und erzeugen eine neue
Täuschung. So hat schon Buddha das Kesa als Symbol
genutzt um den Geist im Alltag auf die Freiheit des Seins
und den uns inne wohnenden Frieden zu fokussieren. Seit
meiner Ordination ist kein Tag vergangen an dem ich das
Rakusu, das kleine Kesa, nicht auf mein Haupt gelegt und
drei Mal den Kesa Vers rezitiert habe:

Gewand der großen Befreiung, formloses Feld des


unbegrenzten Friedens. Voller Vertrauen trage ich die Lehre
Buddhas und realisiere die wahre Natur allen Seins, die alle
Wesen harmonisiert und befreit.

Auch die Gelübde des Bodhisattva sind ein guter Anker, der
uns im Alltag Richtung und Halt geben kann. Diese
Gelübde werden morgens nach dem ersten Zazen in allen
71

Zen-Klöstern und Dojos gemeinsam rezitiert. Doch auch


für alle die zu Hause praktizieren und selbst für diejenigen,
die noch keine Ordination mitgemacht haben sind diese
Worte eine gute Gelegenheit, dem eigenen Leben eine
Richtung zu geben:

Die lebenden Wesen sind unzählig.


Ich gelobe, sie alle zu befreien.

Die Illusionen sind unerschöpflich.


Ich gelobe, sie alle zu durchschauen.

Die Wege zum Dharma sind unermesslich.


Ich gelobe, sie alle zu durchdringen.

Der Weg des Erwachen ist unbeschreiblich.


Ich gelobe, ihn ganz zu verwirklichen.

Im Grunde eignen sich alle wiederkehrenden Tätigkeiten


des Alltags, um den Geist zu fokussieren und die eigene
Achtsamkeit zu schulen. Wenn wir uns ganz auf den
Augenblick hier und jetzt konzentrieren, das was wir tun
72

mit voller Hingabe und Achtsamkeit tun, dann verwirklicht


sich der Weg von selbst. Hier zwei ein Beispiele:

Ich halte die Zahnbürste. Mögen alle fühlenden


Wesen ihre wahre Natur erkennen und sich befreien.

Ich putze meine Zähne. Mögen alle fühlenden


Wesen Ihren Geist rein halten.

Ich spüle den Mund. Mögen alle fühlenden Wesen sich vom
Schlechten befreien und nur noch Gutes tun.

Ich wasche das Gesicht und gelobe mit allen Wesen gemeinsam
das Erwachen zu verwirklichen.

Oder vor dem Duschen:

Indem ich diesen Körper wasche, wünsche ich,


dass alle Wesen Ihre ursprüngliche Reinheit verwirklichen und
wie der Lotus im schmutzigen Wasser sind.
73

Beim Bedienen der Spülung auf der Toilette:

Mögen alle Wesen gemeinsam das Erwa


chen verwirklichen, Ihre Anhaftungen loslassen und den
unbegrenzten Frieden finden.

Jeder dieser Rückverbindungsrituale kann in der Haltung


des Gassho, mit vor der Brust zusammen gelegter Hände
rezitiert werden. Diese Geste drückt den Geist des Zen auf
besondere Weise aus. Rechte und linke Hand symbolisieren
dabei die Gegensätze von Verstand und Intuition, rechter
und linker Gehirnhälfte, Himmel und Erde oder Erwachen
und Illusion. Das Zusammenlegen der Handflächen steht
für das Vereinen der Gegensätze für das Transzendieren
von Geburt und Tod. Das Leben wird weniger kompliziert
und erfährt einen tiefen und unbegrenzten Frieden. Das ist
der Weg des Zen, der Weg Buddhas. Ein Text der ebenfalls
in allen Klöstern täglich rezitiert wird, sind die Mahlzeiten
Verse. Diese werden gemeinsam in der Gruppe gesprochen,
während das Essen serviert wird. Sie beinhalten wichtige
Elemente der Lehre des Buddha. Die Tiefe dieser Worte
74

lässt sich oft erst nach vielen Jahren der Praxis verstehen
aber ich halte gerade diese Verse für besonders wichtig um
sie in unseren Alltag zu integrieren. Sie spiegeln die
wesentlichen Inhalte der Lehre des Zen wieder und können
helfen das eigene Verhalten in die richtige Richtung zu
lenken. Hier eine Kurzform die ich selbst in Stille beim
Essen rezitiere. Der Originaltext ist deutlich länger und
beinhaltet meiner Meinung nach viele Elemente, die aus
einem anderen Kulturkreis oder Glauben stammen und
weniger wesentlich sind.

Beim Öffnen der Schalen:

Unsere Schalen öffnen wir jetzt. Möge der Gebende, der Empfan-
gende und das, was gegeben wird, von aller Anhaftung befreit
werden und wir gemeinsam mit allen fühlenden Wesen das Erwa-
chen verwirklichen.
75

Während das Essen serviert wird:

Erstens: Wir denken darüber nach, wie diese


Nahrung zu uns gekommen ist. Unsere Dankbarkeit richtet sich an
alle, die dazu beigetragen haben.

Zweitens: Während wir diese Gaben empfange


prüfen wir, ob unser Verhalten und unsere Praxis sie wirklich
verdienen.

Drittens: Wir denken darüber nach wie wir zum


normalen Zustand des Geistes zurückkehren können, frei von Gier
und Hass.

Viertens: Wir nehmen diese Nahrung zu uns wie Medizin, für die
Gesundheit des Körpers.

Fünftens: Wir nehmen diese Nahrung zu


uns um das große Erwachen gemeinsam mit allen Wesen zu
verwirklichen.
76

Beim Essen der ersten drei Löffel:

Den ersten Teil, um aufzuhören Schlechtes zu tun.


Den zweiten Teil, um alles Gute zu tun.
Den dritten Teil, um Gutes für die anderen zu tun.

Beim Spülen der Schale mit Tee:

Mit diesem Wasser reinigen wir unsere Schalen. Wir bringen es allen
Wesen da, die in Ihren Illusionen leiden. Möge es sie erfrischen wie der
Morgentau.

Nach dem Essen:

Mögen wir in dieser unbeständigen Welt der Leerheit und Illusion mit
der Reinheit der Lotusblume im schmutzigen Wasser leben und allen
Wesen helfen sich zu befreien.
77

Nachwort
78

Generell ist die tägliche Praxis in Form des Zazen, selbst


wenn diese nicht auf dem Kissen stattfindet und nur wenige
Minuten dauert, die beste Möglichkeit für die Rückverbin-
dung mit unserem wahren Sein. Statt einmal im Monat oder
einmal in der Woche intensiv Zazen zu praktizieren ist die
Achtsamkeit im Alltag zu verwirklichen. Halte zwischen-
durch inne, nimm wahr wie die Gedanken von allein
auftauchen, vorüber ziehen und verschwinden. Nimm wahr,
wie sich der Körper beim sitzen oder stehen anfühlt oder
wie sich die Gefühle und das Bewusstsein ständig verändert.
Auf diese Weise wirst Du ganz vertraut mit Deinem wahren
Wesen, der wahren Natur allen Seins. Alle Phänomene
unterliegen der Vergänglichkeit, des Nicht-Selbst und der
Unvollkommenheit. Sie entstehen nur durch wechselseitige
Abhängigkeit mit dem ganzen Universum und weisen kein
aus sich selbst heraus existierendes Sein auf. Mögen alle
Wesen ihre wahre Natur verwirklichen und zum unbegrenz-
ten Frieden erwachen.

Thorsten Hei San Schäffer, Juni 2013


79

Glossar

Bodhisattva (Skrt.) verkörpern bestimmte menschliche


Eigenschaften wie Mitgefühl oder Weisheit. Im Zen
bedeutet die Ordination zum Bodhisattva sich für den Zen-
Weg zu entscheiden

Deshimaru (jap.) Taisen, Schüler von Kodo Sawaki der das


Zen von Japan nach Europa gebracht hat

Dharma (Skrt.) zentraler Begriff des Buddhismus mit


unterschiedlichen Bedeutungen; einige davon sind

1. die "Große Ordnung", das Gesetz der karmisch gesteuer-


ten Wiedergeburt auch im Sinne von ständigem Wandel
allen Seins

2. die Lehre des Buddha, die die universelle Wahrheit


ausdrückt

3. Verhaltensnormen und ethische Regeln

Dogen (jap.) japanischer Meister, der das Zen von China


nach Japan brachte und als Gründer der Soto-Schule in
Japan gilt
80

Dojo (jap.) Raum, in dem einer der japanischen "Wege"


geistig-praktischer Schulung geübt wird, z.B. Zazen

Dokusan (jap.) Begegnung eines Zen-Schülers mit seinem


Meister allein in dessen Raum

Gassho (jap.) Aneinanderlegen beider Handflächen vor der


Brust z. B. als respektvolle Begrüßung

Ino Leiter der Rezitation

Karma (Skrt.) Universelles Gesetz von Ursache und


Wirkung bezogen auf die eigenen Handlungen und deren
Wirkungen die wir vererben

Kyosaku langer flacher Stock, der durch einen Schlag auf


die Schulter bestimmte Nervenpunkte stimuliert, wird auf
Bitte des Übenden hin zum Aufwecken benutzt

Kesa (jap.) das Gewand der Mönche und Patriarchen, das


bei der Ordination übergeben wird

Kinhin Übung des Zen im Gehen zwischen den Sitzrunden

Kensho Blick ins eigene wahre Wesen, auch Satori


81

Kusen (jap.) kurze Unterweisung während dem Zazen

Mondo Frage und Antwort-Runde in der Gemeinschaft,


bei der Schüler dem Meister Fragen stellen

Nirvana (Skrt.) im Zen die Verwirklichung des Wahren-


Wesens des Geistes und aller Phänomene

Rakusu (jap.) das kleine Mönchgewand, das auch von


ordinierten Bodhisattvas getragen wird

Rinzai-Schule eine der beiden heute noch in Japan


lebendigen Schulen des Zen

Roshi (jap.) Bezeichnung für einen Zen-Meister Samadhi


(Skrt.) Sammlung des Geistes auf ein einziges Objekt durch
die Beruhigung der Geistestätigkeit

Sampai (jap.) dreimaliges Niederwerfen als Geste des


Respekts und das eigene Ego überwinden zu wollen

Samu (jap.) körperliche Arbeit während eines Sesshins mit


und für die Gemeinschaft

Sangha (Skrt.) buddhistische Gemeinde, Gemeinschaft der


Übenden
82

Satori (jap.) Erleuchtungserfahrung, bei der man die Einheit


und tiefe Wahrheit des Seins erkennt

Seiza (jap.) Sitzhaltung, bei der man kniend auf den Fersen
sitzt und den Rücken gerade aufgerichtet hält (Fersensitz),
leichtere Variante zum Lotus-Sitz

Sensei Lehrer

Sesshin (jap.) Tage/Woche besonders intensiver, strenger


Übung des gesammelten Geistes (Zazen)

Shasshu Übereinanderlegen der Hände (die linke über der


rechten Handfläche) vor der Brust mit angewinkelten
Ellenbogen (Handhaltung beim Kinhin)

Shikantaza (jap.) Sitzmeditation ohne Objekt, auf das der


Geist sich richten könnte: „Einfach nur sitzen“

Sutra (Skrt.) Lehrrede des Buddha oder anderer Meister

Soto-Schule (jap.) eine der beiden heute noch in Japan


lebendigen Schulen des Zen die von Dogen gegründet
wurde
83

Teisho (jap.) Darlegung oder Vortrag der Zen-Erfahrung


durch den Zen-Meister

Zabuton (jap.) Sitzmatte die meist mit Kapok gefüllt ist, auf
der Zazen geübt wird

Zafu (jap.) rundes Kissen, das als Sitzunterlage beim Zazen


dient und dessen Höhe sehr wichtig ist

Zazen (jap.) Sitzen in Versunkenheit, zentrale Praxis des


Zen

Zendo (jap.) eine große Halle oder ein Raum, in dem Zazen
geübt wird (s.a. Dojo)
84

Buchempfehlung
85

Auf der Suche nach


Erleuchtung

Das Buch eines An-


fängers für Anfänger
geschrieben.

Verkauf nur über


www.epubli.de

Bereits in jungen Jahren stellt sich der Autor die Frage


nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn der menschli-
chen Existenz. Er beschreibt seine Erfahrungen, aber
auch Enttäuschungen auf seinem Weg zum Zen-
Buddhismus. Um eine Antwort auf seine Fragen zu
finden, nimmt er den langen und zum Teil schmerz-
haften Weg auf sich und hält seine Suche in eindrucks-
vollen Tagebuchnotizen fest. Auf sehr persönliche
Weise gibt er einen Einblick in seinen eigenen Weg,
der ihn zum Zen führte und einen Einblick in die
faszinierende Welt der Zen-Spiritualität.
86

Auch Buddhas
rülpsen und furzen

Ein Buch für alle, die


das Loslassen los
lassen wollen.

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Nach seinem ersten Buch „Auf der Suche nach Er-


leuchtung“ beschreibt der Autor in seinem zweiten
Buch auf sehr persönliche Weise wie sehr unser Ego
am Loslassen festhalten kann. Der Ausspruch „Auch
Buddhas rülpsen und furzen“ bezieht sich dabei auf
seine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Ein
Buddha oder Zen-Meister erkennt sich selbst im
anderen, in jedem Wesen wieder und durchschaut die
Illusion einer Vielheit und Trennung zwischen den
Phänomenen.
87

Sitzen ist für´n


Arsch

Ein Buch, das alle


Illusionen restlos
zerstört.

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In seinem dritten Buch beschreibt der Autor seine


Erfahrungen, aber auch Fehler und falschen Sicht-
weisen, bezogen auf den Weg des Zen. Die Frage
welche Bedeutung Zen für uns persönlich hat und ob
diese Bedeutung nicht nur eine weitere Illusion ist,
wird von ihm genauso beantwortet wie die Frage,
was auf seinem Weg zum Satori wirklich wichtig war.
Der Leser erfährt in diesem Buch auf sehr persönli-
che und authentische Weise, wie jeder Mensch das
Erwachen verwirklichen und ein Leben im Augen-
blick führen kann.
88

Einmal Erleuch-
tung und zurück

Gesammelte Tage-
bücher eines Zen-
Schülers.

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Amazon und über
www.epubli.de

Dieses Buch beinhaltet die gesamten Tagebuchein-


träge eines Zen-Schülers der auf der Suche nach
Erleuchtung war und dessen Suche ein Ende gefun-
den hat. Die drei Bücher „Auf der Suche nach Er-
leuchtung“, „Auch Buddhas rülpsen und furzen“ und
„Sitzen ist für´n Arsch“ sind in diesem wunderschön
gestalteten Buch als Hardcover zusammengefasst.
Der Leser wird mitgenommen auf eine spirituelle
Reise in die Welt des Zen-Buddhismus und der zu-
tiefst menschlichen Suche nach Glück, Erfüllung und
dem Sinn des Lebens.

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