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Technische Universität München Sommersemester 2021

Fakultät für Informatik Lösungsblatt 1


Lehrstuhl für Algorithmen und Komplexität 26. April 2021
Prof. Dr. Susanne Albers
Jens Quedenfeld, Sebastian Schubert

Diskrete Wahrscheinlichkeitstheorie

Tutoraufgabe 1
Die drei Rennpferde Anastasia, Beatrix und Cameron treten in einem Rennen gegenein-
ander an. Konstruieren Sie einen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum für den Ausgang des
Rennens, sodass die Ereignisse Anastasia erreicht das Ziel vor Beatrix“, Beatrix erreicht
” ”
das Ziel vor Cameron“ und Cameron erreicht das Ziel vor Anastasia“ jeweils mit einer

Wahrscheinlichkeit größer als 1/2 eintreten.
Hinweis: Sie dürfen vereinfachend davon ausgehen, dass es keinen Gleichstand zwischen
den Pferden gibt.
Lösungsvorschlag
Der Ausgang des Rennens hängt von der Reihenfolge ab, in welcher die Pferde das Ziel
erreichen. Bspw. ist Anastasia erreicht das Ziel gefolgt von Cameron gefolgt von Beatrix“

ein möglicher Ausgang. Es handelt sich hierbei um ein Elementarereignis, welches wir mit
acb abkürzen. Unter der Annahme, dass die Pferde nicht gleichzeitig ankommen, gibt es
sechs mögliche Ausgänge des Rennens, nämlich

Ω = {abc, acb, bac, bca, cab, cba}.

Die Ereignisse Anastasia erreicht das Ziel vor Beatrix“, Beatrix erreicht das Ziel vor
” ”
Cameron“ und Cameron erreicht das Ziel vor Anastasia“ sind gegeben durch die Mengen

{abc, acb, cab}, {abc, bac, bca} und {bca, cab, cba}. Wir müssen nun passende Elementar-
wahrscheinlichkeiten finden, sodass diese Ereignisse jeweils mit einer Wahrscheinlichkeit
größer als 1/2 eintreten.
Eine Möglichkeit hierfür ist
1 1 1
Pr[abc] = , Pr[acb] = 0, Pr[bac] = 0, Pr[bca] = , Pr[cab] = , Pr[cba] = 0.
3 3 3
Offensichtlich sind alle Elementarwahrscheinlichkeiten nicht negativ und addieren sich
zu 1. Wir haben also einen zulässigen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum definiert. Des
Weiteren haben die Ereignisse {abc, acb, cab}, {abc, bac, bca} und {bca, cab, cba} jeweils
eine Wahrscheinlichkeit von 2/3, was die geforderten Bedingungen erfüllt.
Diese Lösung lässt sich leicht auf Wahrscheinlichkeitsräume mit Gleichstand übertragen.
Hierfür müssen die Wahrscheinlichkeiten der zusätzlichen Elementarereignisse lediglich
auf 0 gesetzt werden.
Tutoraufgabe 2
Bei einer Forschungsreise durch Afrika fällt der Biologin Alison auf, dass Zebras mit
einer geraden Streifenzahl doppelt so häufig vorkommen wie Zebras mit einer ungeraden
Streifenzahl. Sei En das Ereignis, dass ein zufällig ausgewähltes Zebra genau n Streifen
hat. Modellieren Sie einen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum, der dem Ereignis En für alle
n ∈ N eine positive Wahrscheinlichkeit zuordnet und der gleichzeitig Alisons Beobachtung
entspricht. Begründen Sie die Korrektheit Ihrer Konstruktion.
Lösungsvorschlag
Als Elementarereignisse unseres Wahrscheinlichkeitsraums wählen wir die möglichen Strei-
fenzahlen eines Zebras. Folglich gilt Ω = N und En = {n} für alle n ∈ N.
Sei F das Ereignis, dass ein zufällig ausgewähltes Zebra eine gerade Streifenzahl hat.
Gesucht ist ein Wahrscheinlichkeitsmaß Pr, sodass
∞ ∞
1 X X
· Pr[2i] = Pr[2i − 1].
2 i=1 i=1

Da die Ereignisse F und F die Ergebnismenge Ω partitionieren, gilt Pr[F ] + Pr[F ] = 1.


Hieraus können wir schließen, dass Pr[F ] = 2/3 und Pr[F ] = 1/3. Außerdem soll jede
Streifenzahl mit positiver Wahrscheinlichkeit eintreten, also Pr[En ] > 0 für alle n ∈ N.
Eine naheliegende Möglichkeit für die Konstruktion von Pr ist die folgende:
2  1 i/2 1  1 (i+1)/2
Pr[i] = · für i ∈ F und Pr[i] = · für i ∈ F .
3 2 3 2
Offensichtlich bildet Pr ausschließlich auf positive Werte ab. Gemäß der geometrischen
Reihe erhalten wir außerdem
∞ ∞ ∞
X X 2  1 (2i)/2 2 X 1 i 2
Pr[F ] = Pr[2i] = · = · =
i=1 i=1
3 2 3 i=1 2 3
und ∞ ∞ ∞
X X 1  1 ((2i−1)+1)/2 1 X 1 i 1
Pr[F ] = Pr[2i − 1] = · = · = .
i=1 i=1
3 2 3 i=1 2 3
Somit erfüllt Pr alle geforderten Bedingungen.
Tutoraufgabe 3
Der Konditor Alfred möchte für einen prestigeträchtigen Backwettbewerb m Blaubeer-
muffins zubereiten. Dazu gibt er n Blaubeeren in den Muffinteig und teilt diesen nach
gründlichem Rühren gleichmäßig auf m Formen auf. Angenommen jede Blaubeere kommt
mit der gleichen Wahrscheinlichkeit in jeden der m Muffins.
(a) Mit welcher Wahrscheinlichkeit enthält Alfreds i-ter Muffin keine Blaubeeren?
(b) Damit ein Muffin ein echter Blaubeermuffin ist, muss er mindestens eine Blaubeere
enthalten. Sei E das Ereignis, dass alle m Muffins echte Blaubeermuffins sind. Finden
Sie mit Hilfe der Siebformel einen Ausdruck zur Berechnung von Pr[E].
(c) Angenommen Alfred backt sechs Muffins. Bestimmen Sie mit einem Taschenrechner
oder Computer die Mindestanzahl an Blaubeeren, die Alfred in den Teig geben muss,
sodass Pr[E] > 9/10.

2
Lösungsvorschlag
Wir wählen unseren Wahrscheinlichkeitsraum, sodass sowohl Blaubeeren als auch Muf-
fins unterscheidbar sind. Da jede Blaubeere mit gleicher Wahrscheinlichkeit in einen der
Muffins kommt, sind alle Zuordnungen von Blaubeeren auf Muffins gleich wahrscheinlich.
Insgesamt gibt es mn solcher Zuordnungen.

(a) Bezeichne Fi das Ereignis, dass der i-te Muffin keine Blaubeeren enthält. Wir können
die Blaubeeren also beliebig auf die verbleibenden m − 1 Muffins aufteilen. Hierfür
gibt es (m − 1)n Möglichkeiten. Da eine Gleichverteilung vorliegt, können wir die
Wahrscheinlichkeit des Ereignisses Fi über dessen relative Häufigkeit bestimmen.
Die gesuchte Wahrscheinlichkeit lautet somit Pr[Fi ] = (m − 1)n /mn .

(b) Wir betrachten zunächst das Gegenereignis E. Hierbei handelt es sich um das Er-
eignis, dass
Smes mindestens einen Muffin gibt, der keine Blaubeeren enthält. Folglich
gilt E = i=1 Fi . Mit der Siebformel können wir umformen zu
X \ 
|I|+1
Pr[E] = (−1) · Pr Fi .
∅⊂I⊆[m] i∈I

T
Der Schnitt i∈I Fi umfasst alle Zuordnungen von Blaubeeren auf Muffins, die nicht
in der Menge I enthalten sind. Wir bezeichnen dieses Ereignis als FI . Aus der ersten
Teilaufgabe geht hervor, dass Pr[FI ] = (m − |I|)n /mn .
Man beachte, dass die Wahrscheinlichkeit von FI lediglich von der Kardinalität der
Menge I abhängt. Dementsprechend lässt sich die Siebformel zusammenfassen zu
m
(m − k)n
 
X
k+1 m
Pr[E] = 1 − Pr[E] = 1 − (−1) · · n
.
k=1
k m

(c) Bezeichne p(n) die Wahrscheinlichkeit von E in Abhängigkeit von n. Für ein festes
m, in unserem Fall m = 6, ist es intuitiv ersichtlich, dass p(n) monoton steigt.
Wir können also mit Hilfe der zweiten Teilaufgabe nach einem Wert für n suchen,
sodass p(n) > 9/10 aber p(n − 1) ≤ 9/10. In einem geeigneten Suchintervall, z.B.
{6, . . . , 60}, lässt sich mit binärer Suche schnell herausfinden, dass n = 23 die ge-
forderte Bedingung erfüllt. Es gilt p(23) ≈ 0,91077 und p(22) ≈ 0,89332. Alfred
braucht also mindestens 23 Blaubeeren.

3
Hausaufgabe 1 (4 Punkte)
Wir betrachten ein Glücksrad, welches mit den natürlichen Zahlen von 1 bis n = 100
beschriftet ist. Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das Glücksrad auf einer Zahl
stehen bleibt, die
(a) mit der Ziffer 6 endet oder eine Primzahl ist,

(b) weder durch 5, noch durch 8 teilbar ist.


Wir nehmen dabei an, dass jede Zahl mit der gleichen Wahrscheinlichkeit auftritt.
Lösungsvorschlag
Sei x die Zufallszahl der Ergebnismenge Ω = {1, . . . , n} mit n = 100.
(a) Sei E das Ereignis, dass x mit der Ziffer 6 endet und F das Ereignis, dass x eine
Primzahl ist. Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis E ∪ F . Da eine
Zahl, die auf 6 endet, immer mindestens durch zwei teilbar ist, sind die beiden
Ereignisse disjunkt. Daher berechnet sich die Wahrscheinlich der Vereinigung direkt
mit Pr[E ∪ F ] = Pr[E] + Pr[F ]. Wir betrachten zunächst die Kardinalitäten der
entsprechenden Mengen: In Ω gibt es 10 Zahlen, die auf die Ziffer 6 enden. Weiterhin
gibt es 25 Primzahlen in Ω.
Da nach Angabe das Glücksrad auf jeder Zahl mit der gleichen Wahrscheinlichkeit
stehen bleibt, ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Ereignis A ⊆ Ω gerade durch
Pr[A] = |A|/|Ω| gegeben. Damit erhalten wir
10 25 7
Pr[E ∪ F ] = + = .
100 100 20

(b) Sei Gi das Ereignis, dass die Zufallszahl durch i teilbar ist. Wir berechnen zunächst
die Wahrscheinlichkeit des Gegenereignisses G5 ∪ G8 . Nach der Siebformel berechnet
sich die Vereinigung folgendermaßen:

Pr[G5 ∪ G8 ] = Pr[G5 ] + Pr[G8 ] − Pr[G5 ∩ G8 ] .

Die Kardinalität der entsprechenden Mengen lauten


jnk
|G5 | = = 20
5k
jn
|G8 | = = 12
8 
n
|G5 ∩ G8 | = = 2.
kgV(5, 8)
|Gi |
Wie oben gilt Pr[Gi ] = |Ω|
. Wir erhalten

20 12 2 3
Pr[G5 ∪ G8 ] = + − =
100 100 100 10
Die Wahrscheinlichkeit, am Glücksrad eine Zahl zu erhalten, welche weder durch 5,
3 7
noch durch 8 teilbar ist, ist damit 1 − 10 = 10 .

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Hausaufgabe 2 (6 Punkte)
Agathe, Balthasar und Casimir spielen ein Spiel, bei dem sie reihum eine Münze werfen.
Die Wahrscheinlichkeit für Kopf sei 0 < p < 1. Dabei werfen die drei stets in der genannten
Reihenfolge, nach Casimir ist wieder Agathe dran. Wer zuerst Zahl wirft, gewinnt und
beendet das Spiel. Berechnen und vergleichen Sie die Gewinnwahrscheinlichkeiten Pr[A],
Pr[B] und Pr[C] der einzelnen Spieler.
Lösungsvorschlag
Zunächst beobachten wir, dass der Sieger lediglich von der Länge des Spiels abhängt. Sei n
die Anzahl der Kopfwürfe bis Spielende und j = n mod 3. Zum Beispiel kann Agathe nur
durch Werfen von 0,3,6,. . . mal Kopf gefolgt von einmal Zahl gewinnen, womit sie gerade
im Fall j = 0 als Siegerin hervorgeht. Aus dem gleichen Argument folgt, dass Balthasar
und Casimir in den Fällen j = 1 bzw. j = 2 gewinnen.
Sei Pr[En ] die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel nach exakt n Kopfwürfen beendet ist.
Diese Wahrscheinlichkeit setzt sich zusammen aus der Wahrscheinlichkeit n-mal hinter-
einander Kopf und im Anschluss einmal Zahl zu werfen, also

Pr[En ] = pn · (1 − p).

Aus der anfänglichen


P∞ Argumentation folgt, dass Agathes Gewinnwahrscheinlich-
P∞
keit Pr[A]
P∞ = i=0 Pr[E3i+0 ] beträgt. Analog gilt Pr[B] = i=0 Pr[E3i+1 ] und
Pr[C] = i=0 Pr[E3i+2 ]. Die jeweiligen Summen lassen sich für j ∈ {0, 1, 2} allgemein wie
folgt berechnen:
∞ ∞ ∞
X X
3i+j j
X i 1−p
Pr[E3i+j ] = p · (1 − p) = p · (1 − p) · p3 = pj · .
i=0 i=0 i=0
1 − p3
P∞ 3 i
Man beachte, dass es sich bei i=0 (p ) um eine geometrische Reihe handelt. Nachdem
|p3 | < 1 gilt, konvergiert diese gegen 1/(1 − p3 ). Somit erhalten wir

1−p p · (1 − p) p2 · (1 − p)
Pr[A] = , Pr[B] = , Pr[C] = .
1 − p3 1 − p3 1 − p3

Aus obiger Darstellung ist leicht ersichtlich, dass Pr[A] > Pr[B] > Pr[C] für alle 0 < p < 1
gilt. Die Reihenfolge der Spieler in jeder Runde ist also entscheidend für die einzelnen
Gewinnwahrscheinlichkeiten.

Hausaufgabe 3 (6 Punkte)
Die DWT-Tutorin Angelika betreut eine Übungsgruppe, in der n Hausaufgaben ohne
Namen abgegeben wurden. Nach der Korrektur teilt Angelika die namenlosen Blätter
daher zufällig an die n vergesslichen Studierenden aus. Angenommen alle Zuordnungen
von Hausaufgaben an Studierende sind gleich wahrscheinlich. Mit welcher Wahrschein-
lichkeit gibt Angelika niemandem die eigene Hausaufgabe zurück? Wie verhält sich diese
Wahrscheinlichkeit für n → ∞?
Hinweis: Benutzen Sie die Siebformel aus der Vorlesung und machen Sie sich mit der
Reihendarstellung der Exponentialfunktion vertraut.

5
Lösungsvorschlag
Wir betrachten zunächst das komplementäre Ereignis E, bei dem Angelika mindestens
einer Person ihre eigene Hausaufgabe zurückgibt. Insbesondere sei Ei das Ereignis, dass die
i-te Person ihre eigene Hausaufgabe erhält. Das Ereignis E lässt sich somit als Vereinigung
der einzelnen Ereignisse Ei darstellen.
Sei I ⊆ [n] eine beliebige Menge an Indizes zwischen 1 und n. Durch Anwenden der
Siebformel können wir die Wahrscheinlichkeit von E umformen zu
[n  X \ 
|I|+1
Pr[E] = Pr Ei = (−1) · Pr Ei .
i=1 ∅⊂I⊆[n] i∈I

T
Der Schnitt i∈I Ei , welchen wir im Folgenden mit EI abkürzen, entspricht genau den
Zuordnungen von Hausaufgaben an Studierende, bei denen alle Studierende aus der Menge
I ihre eigenen Aufgaben erhalten.
Da alle Zuordnungen von Hausaufgaben an Studenten gleich wahrscheinlich sind, ergibt
sich die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses EI aus dessen relativer Häufigkeit. Angenom-
men Angelika händigt zuerst allen Studierenden aus I die eigenen Hausaufgabe aus. Dann
kann sie die restlichen Blätter noch auf (n − |I|)! Möglichkeiten verteilen. Hat Angelika
hingegen freie Hand beim Verteilen der Hausaufgaben, so gibt es insgesamt n! mögliche
Zuordnungen. Somit gilt Pr[EI ] = (n − |I|)!/n!.
Man beachte, dass die Wahrscheinlichkeit von EI lediglich von der Kardinalität der Menge
I abhängt. Dementsprechend lässt sich die Siebformel zusammenfassen zu
n n n
(n − k)! X (−1)k+1 (−1)k
 
X
k+1 n X
Pr[E] = (−1) · · = =1−
k=1
k n! k=1
k! k=0
k!

und die gesuchte Wahrscheinlichkeit lautet


n
X (−1)k
Pr[E] = 1 − Pr[E] = .
k=0
k!
P∞ k
Gemäß der Reihendarstellung der Exponentialfunktion gilt k=0 (−1) /k! = 1/e. Folglich
konvergiert Pr[E] gegen 1/e ≈ 0,36788 für n → ∞.

Hausaufgabe 4 (4 Punkte)
Auf einem nächtlichen Streifzug durch das FMI Gebäude erschreckt der Poltergeist Am-
brosius alle Personen, die das Pech haben, ihm zufällig über den Weg zu laufen. Bezeichne
En das Ereignis, dass Ambrosius insgesamt genau n Personen erschreckt. Für n > 0 ist
die Wahrscheinlichkeit von En definiert als
Pr[En−1 ]
Pr[En ] = .
n
Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, mit der es Ambrosius nicht gelingt, mindestens
eine Person zu erschrecken.

6
Lösungsvorschlag
Bei den Elementarereignisse des Wahrscheinlichkeitsraums handelt es sich offensichtlich
um die Zahl n ∈ N0 der Personen, die erschreckt werden. Insbesondere gilt En = {n}.
Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, mit der Ambrosius keinen einzige Person erschreckt,
also Pr[E0 ].
Damit ein zulässiger Wahrscheinlichkeitsraum vorliegt, müssen sich die Wahrscheinlich-
keiten aller Elementarereignisse zu 1 addieren. Es sollte also gelten, dass

X
Pr[En ] = 1.
n=0

Gemäß der rekursiven Definition von Pr[En ] aus der Angabe wissen wir bereits, dass

Pr[En−1 ] Pr[En−2 ] Pr[E0 ]


Pr[En ] = = = ... =
n n(n − 1) n!

für n > 0. Mit Hilfe der Reihendarstellung der Exponentialfunktion können wir die Summe
nunmehr umformen zu
∞ ∞ ∞
X X Pr[E0 ] X 1
Pr[En ] = Pr[E0 ] + = Pr[E0 ] · = Pr[E0 ] · e.
n=0 n=1
n! n=0
n!

Folglich muss Pr[E0 ] = 1/e gelten.