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Unterbodenschutz

Ab Werk ist beim Volkswagen der gesamte Unterboden und die Radkästen mit UBS
Unterbodenschutz auf Kunststoffbasis versiegelt und überlackiert. Dieses System war
damals der Stand der Dinge und für die geplante Lebenszeit eine praktikable Lösung. Mit
der Zeit wird dieses Material jedoch rissig und zieht Feuchtigkeit ans Blech. Beim
Bombardier sind auch alle Stöße und Winkel im Innenraum mit diesem Mittel überzogen.
Bei Restaurationen ist es sinnvoll, diesen UBS in Nähe der Schadstellen weiträumig zu
entfernen und beschädigtes Blech großzügig zu entfernen. Auf den nachfolgenden Bildern
war zuerst keine Spur von Rost zu sehen. Unter der UBS-Schicht allerdings präsentierte
sich folgendes Bild. Ohne eine Behandlung wäre in absehbarer Zeit dort schwerwiegender
Schaden entstanden, zu diesem Zeitpunkt kann noch gut gegengesteuert werden.
Heckwand
Das Heck ist sicher die rostgefährdetste Stelle des Iltis. In den Hohlräumen des
Hilfsrahmens sammeln sich Staub und Dreck, welche die Feuchtigkeit binden und ideale
Bedingungen für Rostfraß schaffen. Ebenso lagern sich Schlamm und Erdreich in den
hinteren Radkästen ab, die durch die Räder aufgeschleudert werden. Unter den
Steinschlägen leidet auch der hintere Kabelbaum, der bei Arbeiten am Heck stets
untersucht werden soll. Auf dem Bild erkennt man gut, die relevanten Stellen, denen eine
genaue Betrachtung zuteil werden sollte. Es enthält alle originalen Merkmale, die das
Heck ab Werk aufweist... und auch nach einer fachgerechten Wiederherstellung wieder
zeigen kann.Der Pfeil weist auf eine eingeschweißte M6 Mutter, die die werksseitige
Befestigung der Erdungsschraube darstellt. An dieser Stelle befindet sich eine
Rändelmutter, die bei Schweißarbeiten und Austausch der Heckblechkante gerne
vergessen oder ignoriert wird.Die rote Markierung zeigt die Position der
Versteifungssicken, welche sich sowohl unter dem Tankstutzen als auch auf der
gegenüberliegenden Seite unter dem (evtl. nicht vorhandenen) Antennenwinkel befinden.
Da kaum jemand die seltenen originalen VW Reparaturbleche verwendet, verschwindet
diese Sicke fast immer bei Schweißarbeiten am Heck. Wir haben eine Pressform erstellt,
womit wir diese Versteifungen selbst ins Blech pressen können, um eine weitesgehend
originalgetreue Restauration umsetzen zu können.Die blaue Linie verdeutlicht die
Befestigung des hinteren Kotflügels, der mit seiner Kantung über dem Heckblech
angebracht wurde. Einzelne Schweißpunke sind üblich, über die gesamte Länge wurde
jedoch wiederstandsgeschweißt und auch ab Werk gefüllert (Bombardier). Die Kante
verläuft über die gesamte Höhe des Kotflügels, bei einfacheren Reparaturen wird oft auf
die Wiederherstellung verzichtet.Die orangen Striche verweisen auf die markanten
Blechstöße, deren Verlauf im Bild deutlich wird. Da das Heckblech aus mehreren
Einzelblechpartien zusammengesetzt ist, erkennt man im besten Fall direkt das
Vorhandensein dieser Stöße. Sie entstehen, da beim Übereinanderheften der Blechstücke
der darunterliegende Blechstreifen abgesetzt sein muß, um nicht aufzutragen. Der Spalt
zwischen den Schweißpunkten ist mit aushärtender Dichtmasse verschlossen.Oft sieht
man Reparaturen, bei denen die untere Kante des Hecks mit einem glatten,
durchgängigen Blech ersetzt wird. Dabei gehen fast alle genannten Merkmale verloren.
Der Zustand des Blechs darunter ist nicht abzuschätzen und birgt zumeist unangenehme
Überraschungen, die einem zukünftig viel Arbeit bescheren.
Seitenteil
Die Seitenteile bzw. Außenschweller sind an beiden Seiten auf den vorderen und hinteren
Kotflügeln aufgesetzt. Diese sind an den Anschlußstellen abgesetzt, die Zwischenräume
mit Dichtmasse abgedichtet. An den Enden der Auflage sind die Bleche verschweißt,
daher zieht sich die Naht nicht über die volle Breite. Da die Innenkotflügel mit 2mm
starkem Blech ausgeführt sind und drei Bleche übereinander liegen, kommt es hier oft zu
Rostschäden. Es empfiehlt sich, den werkseitigen Unterbodenschutz weiträumig zu
entfernen um das Ausmaß des Rostbefalls genau zu ermitteln. Gelegentlich wird versucht
den Käufer zu täuschen, indem diese Nahtstelle in den Spachtel geritzt wird. Eine genaue
Analyse ist unerläßlich. Auf dem Foto sieht man außerdem den Ansatz des Radlaufs, der
sich mit deutlichem Absatz vom geraden Blech des Kotflügels abhebt. Auch hier geht
diese Form durch Einsatz von Spachtel häufig verloren.

Schweller
Das markante Zeichen am Schweller sind die eingelassenen Pfeile der
Wagenheberaufnahme an allen 4 Enden des Schwellers. Dort ist der Innenschweller mit
2mm starken Blechen verstärkt. Das Hauptproblem an dieser Stelle ist allerdings
tatsächlich hausgemacht. Im Radkasten befindet sich in Mitte des Schwellerquerschnitts
eine Ablauföffnung, die ärgerlicherweise ab Werk mit einem Gummistopfen verschlossen
und mit UBS übertüncht ist. Daher kann von innen eindringender Dreck nicht wie
vorgesehen ausgespült werden und bildet eine ideale Basis für Rostbefall. Ich empfehle
stets den Stopfen zu entfernen und den Schweller zu behandeln. Siehe Kapitel
Rostschutz.
Gelegentlich sieht man auch Reparaturschweller-Stücke die häufig aus Kanada bezogen
werden. Bei diesen ist der berühmte Pfeil kleiner und weniger tief ausgeführt. Es bleibt
also zu sagen, dass das bloße Vorhandensein eines Pfeils noch kein Beweis für den
jungfräulichen Zustand des Iltis ist...

Batterieboden

Der sogenannte Batterieboden bezeichnet den Raum unter den beiden Batterien. Warum
auch immer dort ein Hohlraum einkonstruiert wurde, ist nicht logisch nachvollziehbar. Um
ihn zu bewerten sind die Batterien auszubauen und ein Endoskop oder lange Finger von
Vorteil. Die mit blauen Pfeilen gekennzeichneten Löcher untersuchen und prüfen ob dort
Wachs oder Rost zu finden ist. Oder eventuell nichts mehr? Diese Stelle ist bei
Fahrzeugen aus belgischer Hand etwas entschärft, da die Verwendung von Gelbatterieen
ohne Ausgasung, einen Verfall des Blechs weitgehend verhindert hat.
Die orange Linie markiert den Anschluß des Bodenblechs zum Batterieboden. Dort sind
auch die Stehbolzen der Batteriehalter angeschweißt. Es sollen sich dort keine Flicken
und bei den Bombardier nur eine leichte Schicht UBS finden. Alles andere ist verdächtig.
Der rote Pfeil zeigt eines der Löcher im Innenschweller. Warum sich dort mit hoher
Wahrscheinlichkeit Dreck finden wird, ist bereits oben erklärt worden. Wenn nicht, kann
das ein Indiz für penible Pflege des kundigen Vorbesitzers oder aber für einen eingefügten
Schweller sein.