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GEDANKEN ZUR ERFORSCHUNG DER WORTBILDUNGSELEMENTE IM TÜRKISCHEN

Author(s): Á. BERTA
Source: Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae , 1991, Vol. 45, No. 2/3 (1991),
pp. 205-217
Published by: Akadémiai Kiadó

Stable URL: https://www.jstor.org/stable/23658057

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Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hung. Tomua XLV (2—3), 205—217 (1991 )

GEDANKEN ZUR ERFORSCHUNG


DER WORTBILDUNGSELEMENTE IM TÜRKISCHEN*

Ä. BERTA

Jean Deny hat vor siebzig Jahren in seiner berühmten Grammatik des
Türkei türkischen1 insgesamt2 16 Beispiele für das Suffixpaar -manl-men
angeführt. Er hat das erwähnte Suffix für augmentativ gehalten und u. a.
daraufhingewiesen, daß das behandelte Suffix nicht nur im Türkeitürkischen,
sondern auch in den sonstigen Türbsprachen ziemlich spärlich belegt ist.3
Obwohl die von Deny zusammengestellten Musterbelege in den verschiedenen
beschreibenden Grammatiken des Türkeitürkischen in einer kaum geänderten
Zusammenstellung immer wieder auftauchen, ist es an dieser Stelle nicht
nutzlos, alle von ihm angeführten Angaben der Reihe nach zu zitieren:4

1. kocaman 'énorme' — vgl. коса 'vieux, grand'


2. karaman 'très brun'5 — vgl. kara 'noir'

* Vortrag am Türkisch-Deutschen Sprachwissenschaftlichen Symposium, Ham


burg, am 7. Dezember 1991.
1 Grammaire de la langue turque (dialecte osmanli) Bibliothèque de l'École des
langues orientales vivantes. Tome cinquième. Paris 1921. S. 326—327. (Reprintausgabe:
Niederwalluf 1971)
2 Bei der Behandlung des Suffixpaars -man/-men führt Deny am Anfang lediglich
7 denominale Ableitungen an. (Ob alle 7 Wörter tatsächlich denominale Ableitungen
sind, kann in einigen Fällen bezweifelt werden.) Die weiteren neun Belege sind dann
als Ergänzung zu dem kleinen Korpus der Wörter mit -man bzw. -men hinzugefügt.
3 Er erwähnt zwei Angaben aus dem Tschagataischen (agïrman 'lent', cüpimen
'douceâtre'). Ferner vermutet er, daß das untersuchte -man/-men Suffix als Bestandteil
des zusammengesetzten -sïman/simen Suffixes im Kasanischen und Altaischen aufzu
finden sei.

4 In einigen Fällen füge ich zu den bei Deny angegebenen Bedeutungen kleinere
Ergänzungen aufgrund des Wörterbuchs von K. Steuerwald (Türkisch-Deutsches Wör
terbuch. Wiesbaden 1972) und Türkge Sözlük im Fußnotenapparat hinzu. Dies geschieht
allerdings nur dort, wo die Bedeutungsangabe bei Deny entweder irreführend ist oder
fehlt.

5 l.'n. pr. Stadt u. gin. D. im Rbz. Konya'; 2. (~koyunu) 'Karaman-Schaf (mit


großem Fettschwanz und stark riechendem Fleisch)'; 3. (vulgär) 'große, dicke Frau mit
dunklem Teint' (Steuerwald). (Hier haben wir eigtl. einen geographischen Namen (1.)
und ein substantiviertes Adjektiv (2.) vor uns, das nicht unbedingt zu dem geographi
schen Namen gehört. Aufgrund der semantischen Analogie von kara yüzlü können wir
eventuell im Falle der 3. Bedeutung auf eine Zusammensetzung *kara bän denken.)

Acta Orient. Bung. XLV, 1991


Akadémiai Kiadö, Budapest

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206 Ä. BERTA

3. türkmen 'Turcoman' —
4. kölemen 'Mamelouk' —
5. sisman 'obèse' — vgl.
6. kösemen 'le bouc, le bé
porte une barbiche'
7. degirmen 'moulin' — v
8. delismen 'folâtre' — vg
9. Dïkmen und 10. Çolm
11. azmav?
12. sarman9
13. kodaman10
14. talasman11
15. türemen (toraman)12
16. sagman (sagmal)13

' 1. 'Leithammel, -tier (z. B. Ziegenbock)'; 2. 'zum Kampf abgerichteter starker


Widder od. Ziegenbock'; 3. fig. 'mutig, unerschrocken'; vgl. dial. 1. 'sürünün önünden
giderek ona kllavuzluk eden koç veya teke'; 2. 'dövüsken iri koç veya teke'; 3. 'yol
gösteren kilavuz'; köee (far = pers.) 'blyigi, sakali çikmayan (erkek)' (TS).
7 Deny gibt im Falle der beiden geographischen Namen keine etymologische Er
klärung. Er hat aller Wahrscheinlichkeit nach die türkischen Wörter dik 'steil, abschüs
sig, aufrecht, gerade' und çôl '(Sand-)Wüste, Wüstenland, Wüstenei' als mögliche Wur
zeln für die beiden Bergnamen in Betracht gezogen. Die semantische Seite der Etymo
logie des Namens Çôlmen scheint nicht überzeugend zu sein. Was die Wortform Dikmen
anbelangt, sei hier erwähnt, daß sie nicht nur als geographischer Name, sondern auch
als ein dialektales Wort in der Bedeutung 'kegelförmiger Hügel' in Steuerwalds Wörter
buch vorkommt; vgl. dikmen 'koni biçiminde tepe' (TS).
8 1. 'riesig, monströs, ungeheuer; abnorm groß; Monstrum'; 2. 'durch Rassekreu
zung entstanden; Bastard'; 3. 'großer Holzblock (Bauholz)'; vgl. az- 1. 'sich ungebärdig
benehmen, über die Stränge schlagen'; 2. 'wütend werden'; 6. 'brünstig werden (Tier)';
8. 'aus der Kreuzung (mit . . .) hervorgehen (Tier)' (Steuerwald); s. noch azman 1. 'çok
gelismis'; 2. '{= azma 2) iki ayri irkm karismasindan dogan, kirma, melez, metis'; 3.
'kerestelik tomruk' (TS); azman 'fazla geliçmiç insan veya hayvan' (V. Hatiboglu, Türk
çenin ekleri TDKY 407. Ankara 1974. S. 116).
9 'riesig, riesengroß, hünenhaft, abnorm groß' (Steuerwald).
10 Bei Steuerwald ist das Wort als hum(oristisch) bezeichnet, s. kocaman.
11 'streitsüchtig, zänkisch; Raufbold' (Steuerwald); s. noch Clauson ED 502a.
12 1. 'jung, wild, nicht zugeritten'; 2. 'kräftiger, aber plumper und unwissender
junger Mann'; vgl. dazu jedoch; tor 4. 'nicht zugeritten (Pferd)'; torlak 1. 'jung, uner
fahren und vergnügungssüchtig'; 2. 'Herdentier, das noch keiner Abrichtung od. Dres
sur unterworfen worden ist; spez. niclit-zugerittenes Pferd' (Steuerwald); s. noch: tora
man 'tombul, iri yapili, genç irisi' (TS); tor II 1. 'toy, ise allskm olmayan, yabanî: Tor
hayvan'; 2. 'olgunlasmanus, ham'; 3. 'görgüsüz, çekingen, utangaç, acemi' (ebd.).
13 1. 'milchgebend, Milch-, Melk-'; 2. 'woraus man Kapital sehlagen kann' (Steuer
wald).

Acta Orient. Eunq. XLV, 1991

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ERFORSCHUNG DER WORTBILDUNGSELEMENTE 207

Ich möchte hier nicht auf die Stichhaltigkeit der einzelnen


Denys Zusammenstellung ausführlich eingehen.14 Selbstverstän
Deny selbst sehr wohl, daß die von ihm vorgelegten Beispiele zie
gener Herkunft sind.15
Ich versuche hier nur auf einige Überlegungen hinzuweisen, di
von Deny entgegengesetzt werden können:

1. Unter den angeführten Beispielen sind bei Deny Wörter zu


offenbar sekundär entstanden sind: kodaman (<kocaman), sagm
2. Es gibt in der Liste Wörter, die zumindest in der erste
Untersuchung mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeklammert w
QÖlmen, Dikmen (d. h. die beiden geographischen Namen). Selbs
gehören hierher auch die ethnischen Bezeichnungen (Türkmen,
eventuell Karaman).
3. In die Liste wurde das Wort delismen 'närrisch, reichlich verrückt,
exzentrisch' aufgenommen. Deny gibt für das Wort als Ausgangspunkt deli
'verrückt, irre' an. In diesem Falle ist das Wort nicht am richtigen Platz.16
Man kann die Wortform hier erst nach der Klärung der Herkunft und Rolle des
-s- behandeln, d. h. es sollte gesichert sein, daß das -s- kein Teil eines zusam
mengesetzten Suffixes ist.17
4. Auf jeden Fall sollte man bei der Untersuchung auf die alternative
Suffigierung der eventuell vorhandenen Synonyma hinweisen. Unter den
Wörtern in Denys Zusammenstellung sind die folgenden einschlägigen Wort
paare zu finden: kösem = kösemen, azma = azman.
5. Die angeführten Wörter bieten trotz ihrer Mangelhaftigkeit und
etymologischen Unsicherheit eine gute Möglichkeit für weitere semantische
Einteilung, Aufstellung semantischer Untergruppen.18 Diese Möglichkeit wurde
leider nicht ausgenutzt.

14 Außerdem wäre die sorgfältige kritische Analyse im Falle eines vor siebzig
Jahren erschienen Werkes wohl ein wenig verspätet.
15 Es ist kein Zufall, daß er seine Liste mit denjenigen denominalen Ableitungen
(1—6) angefagen hat, die seiner Meinung nach zweifellos zu dem behandelten Suffix ge
hören und die weiteren Formen (7 — 16) (u.a. die geographischen Namen, die dever
balen Ableitungen) eher als Ergänzungen zu den am Anfang angeführten Wortformen
hinzugefügt hat.
16 B. Atalay hat in seiner kleinen Monographie (Tiirkçemizde men-man. Istanbul
1940. S. 5. Fn.) wegen der Aufnahme des Wortes deliçmen in die Liste einen anderen Ein
wand erhoben. Er wies darauf hin, daß die augmentativische Funktion des Suffixes -men
im Falle dieses Wortes kaum akzeptiert werden kann.
17 Die Etymologie der angeführten Wörter scheint in vielen anderen Fällen dafür
zu sprechen, daß sie kaum in die obige Liste gehören.
18 In der Liste von Deny sind die folgenden Untergruppen zu unterscheiden: (1)
ethnische Bezeichnungen; (2) auf die Beschaffenheit der Korpulenz hinweisende Wörter;
(3) auf ungezähmte, ungezügelte Beschaffenheit hinweisende Wörter.

Acta Orient. Eung. XLV, 1991

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208 i. BERTA

Wie erwähnt, hat Deny


bedeuten in der Wissens
den Disziplinen, die sich
befinden. Und wer wei
diesen Disziplinen zurec
siebzig Jahren — ansch
blem weiß (und ich hätte
Probleme wählen könne
mindest so zu sein, wenn
Arbeiten über die türkisc
immer wieder die alten
Generationen.20 In erf
schade, daß sie mit kaum
sie mit alter Methodik
gut bekannt. Sir Gerar
Prof. Lars Johanson hat 1979 das Axiom der alttürkischen Sonoritätsdissimila

tion überprüft.22 Aufgrund meiner bisherigen Beobachtungen innerhalb de


türkischen Wortbildungslehre bin ich der Meinung, das es höchste Zeit ist
auch einmal die Probleme der türkischen Wortbildung mittels sorgfältig
ausgewählter Angaben und mit einer neuen Methodik zu überprüfen. Ich würde
hier insbesondere die Wichtigkeit des neuen methodologischen Verfahren
betonen.

Kehren wir jetzt noch einmal zu dem türkischen -man/ -men Suffix
zurück. Die bisher vollständigste Liste der mit dem -man! -men Suffix gebil

19 Das ist umso bedauerlicher, weil 1940 sogar eine kleine Monographie erschien
(s. Fn. 16.), die speziell der Frage des türkischen -manl-men Wortbildungselements ge
widmet ist. Leider zählt der Verfasser dieser Monographie Wortstämme und Suffixe,
türkeitürkische, kiptschakische, jakutische, kasakische, mongolische usw., schriftsprach
liche und dialektale Angaben in einer inventarischen Reihe auf, ohne die eigentlichen
Probleme gelöst zu haben.
20 Um das Gesagte zu illustrieren vgl. Ahmet Cevat, Tûrkçede kelime teçkili. Birinci
kitap. Ankara 1933. S. 41; Besim Atalay, Türk dilinde ekler ve kökler üzerine bir deneme.
Istanbul 1942. S. 205—206; A. N. Kononov, Grammatika sovremennogo tureckogo litera
turnogo jazyka. Moskva 1956. S. 105 — 106; Tahsin Banguoglu, Tiirkçenin grameri. TDKY
528. Ankara 1986. S. 196-197.
21 Sir G. Clauson, Turkish Ghost Words. JRAS. 1955. S. 124 — 138.
22 Lars Johanson, Alttürkisch als "dissimilierende Sprache". Akademie d
senschaften und Literatur. Abhandlungen der Geistes- und Sozialwissensc
Klasse. Jahrgang 1979. Nr. 2. Mainz—Wiesbaden. In dem einleitenden Teil
(S. 9.) : "Der linguistischen Turkologie fehlen nicht selten auch in fundam
skriptiven und sprachgeschichtlichen Fragen Zeit, Kraft und Interesse für gr
Analysen, weshalb auch viele ad кос-Urteile und Halbwahrheiten, die we
hafter Begründung weder bestätigt noch widergelegt werden können, a
argumentativer Diskussion treten und axiomatischen Rang erlangen."

Acta Orient. Hung. XLV, 1991

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ERFORSCHUNG DER WORTBILDUNGSELEMENTE 209

deten Wörter ist bei B. Atalay zu finden.23 Ich versuche hier,


gigen Angaben kritisch zu selektieren und in einer einfach durc
alphabetischen Anordnung vorzustellen.24
Atalays Angaben:25
akman 'temiz, an' (27) 'temiz adam, temiz kimse'; 'ak sakalli
asman 'asili, muallâk' (27)27
ataman 'reis, atakisi, basbug' (21)28

23 Über das Durcheinander der türkischen Angaben in der Zusam


von Atalay habe ich mir schon oben eine kleine kritische Bemerkung erl
Der Gerechtigkeit halber sollte aber auch hervorgehoben werden, daß
Atalay in vielen Hinsichten die Sammelarbeit späterer Erforscher der beh
erleichtert hat. Vgl. z. B. die türkischen Angaben auf -man/-men (m
vortjan, Ajjiksy imennogo slovoobrazovanija v azerbajdzanskom jazyke. Opy
issledovanija. Moskva 1966. S. 197 — 199.
24 Atalay selbst hat versucht, seine Angaben in einer "semantischen
darzustellen. Er hat die folgenden Kategorien aufgestellt: 1. Substanti
schlägigen Angaben: 104); 2. Adjektiv (85); 3. Personennamen (17); 4.
pennamen (13); 5. Vergrößerung (8); 6. Namen verschiedener Geräte,
7. Verkleinerung (9); 8. Ortsnamen (29); 9. Menschliche Beschaffenheit (11
keit (5); 11. Beruf (5); 12. Tätigkeit (14); 13. Adverb (3); 14. Täter (6); 15. Z
Einteilung scheint in der Mehrheit der Fälle ziemlich willkürlich zu sein.
25 Hier sind nur diejenigen türkeitürkischen Wörter aus Atalays Zu
lung angeführt, die — zumindest deskriptiv gesehen — tatsächlich dem z
den Suffix angehören können und die nicht allein in seiner Liste, sonder
Standardwörterbüchern des Türkeitürkischen aufzufinden sind. Es war nicht meine Ab
sicht, die aus anderen Türksprachen stammenden Angaben, die bei Atalay meistens
kritisch zitiert sind, in diese Liste aufzunehmen. Das wäre ein methodologischer Fe
weil die zum Vergleich dienenden Angaben selbstverständlich nicht im Korpus der
lege der untersuchten Sprache zu behandeln sind. Ich lasse hier auch diejenigen Ang
außer acht, bei denen keine stichhaltige (oder zumindest hypothetische) Etymologie
vermutet werden kann. In den Fällen, wo das Wort auch bei Steuerwald belegt ist, gebe
ich im Fußnotenapparat auch die deutsche Bedeutung der einschlägigen Wörter an.
Weitere Angaben (so z. B. aus dem Derleme Sözlügü und Tarama Sözlügü) sowie zusätz
liche Kommentare sind ebenfalls im Fußnotenapparat zu finden. Die von Atalay
stammenden Bedeutungsangaben weichen in einigen Fällen von denen bei Steuerwald,
DS, TS ab. Diese Tatsache läßt sich in erster Linie dadurch erklären, daß eine große
Anzahl der Wörter unter Atalays türkeitürkischen Angaben eine ziemlich lokale bzw.
dialektale Prägung aufweist. Das ist auch der Grund dafür, daß einige seiner sehr inter
essanten Angaben nicht anderswo von mir aufgefunden werden konnten.
26 Vgl. ak 1. 'weiß'; 2. 'rein, unbefleckt'; 3. 'hellfarbig'; 4. 'Weiße (z. B. im Auge)
usw.' (Steuerwald); akman 1. 'temiz, beyaz, güzel'; 3. 'ihtiyar' (DS). Die 2. Bedeutung
des Wortes im DS ist 'alni beyazli siglr'. Vgl. noch: Clauson ED 75ab (äq).
27 S. in der Bedeutung 'Kronleuchter' bei Steuerwald. Vgl. as- 1. 'hängen, auf
knüpfen (Person)'; 2. 'auf-, anhängen'; asma 'Hänge-, hängend, (auf-, an-)gehängt, frei
schwebend' (ebd); asman 'lâmba veya fener asilan yer' (DS); s. noch Clauson ED 240b
(as-).
28 '(Kosaken-)Hetman' (Steuerwald). Vgl. ata 1. 'Vater'; 2. 'ehrwürdiger Greis';
3. 'Ahn, Vorfahr' (ebd.); 'eskiden Rus Kazaklarin basbuguna verilen unvan' (TS).

Acta Orient. Uuna. XLY, lääl

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210 Л. BERTA

ayakman 'nalin, takun


azman 'çok büyük, ço
batman 'alti okkalik bi
çirakman 'bir türlü el
çôgmen, cöymen 'kulü
dalaçman 'çok kavgac

29 Vgl. ayak 1. 'Fuß, Pf


takunya, nalin'; 2. 'merdi
seltmek için ayaklarma t
30 Vgl. in der Liste von
mehrere gleichlautende Fo
'beç yasini geçmis davar'; 2
koç, boga'; 3. 'dogustante
mlzllk olarak ayrilmis erk
boga'; 8. 'Av köpegi'; 9. 'M
davar, keçi'; 11. 'Dort yas
azman III 'kilit'; azman IV
(DS). Atalay erwähnt in sei
Phase der Untersuchung
habe. Ob das Wort mit d
bleiben. Etymologisch be
I 'yiyecek seyleri çignem
1. 'mit Hauern ausgestatte
dig, wild, rasend, vor nich
ungebärdig (ungebührlich,
werden' usw. vgl. Fn. 8.
Datums zu sein: vgl. Clau
31 va. 'türkisches Gewich
gehen' usw. (ebd.); batman
agrilik ôlçûsû' (TS); batman
batman III '200 m2lik arazi ôlçûsû' (DS); s. noch: Clauson ED 305b —306a (batmän).
32 Vgl. ëvrag va. 1. 'Lampendocht'; 2. 'jedes Beleuchtungsmittel wie z. B. Lampe,
Kerze, Fackel'; £irakma(n) va. 'Turm oder Eisenmast mit Fackel (Leuchtturm)'; 2.
'am Strand angezündetes Feuer (zum Anlocken von Fischen)'; 3. 'Laternenpfahl, Licht
mast, Leuchter, Stehlampe, Feuerrost' (Steuerwald); cïraqman 'samdan' (16. Jh.) (TarS);
çirakman I 'lamba, çira konulan yer'; çirakman II 'lamba'; 'kandil' (DS). Vgl. noch: pe.
öiragdän 'çirakba'; pe. Ceragpä 'üzerine çerag vaz'olunacak nesnedir ki çirakma ve ilk
men dahi derler'; pe. jergand '. . . ve çirag mânasma ve çiragdân mânasina da gelür ki
çirag koyacak zarftir, tasralarda olur, çirakma ve ilkmen dahi derler' (TarS); tü. cira,
öirag, cïraq 'îsik, kandil' (TarS; in vielen Quellen ab 13. Jh.). Vgl. noch Doerfer II, 1074.
33 Vgl. dial. çôg- 'in ballistischer Kurve niedergehen (Geschoß)'; çôk- '1. sich sen
ken; einsinken (Erdboden, Straße usw.); 2. hohl werden; einfallen (Wange); 3. einstürzen,
zusammenbrechen (Zimmerdecke, Haus, Reich usw.'; vgl. noch çôkme 'geol. Einsturz,
Zusammenbruch' (Steuerwald); фдтеп 1. 'çoban evi'; 2. 'içinden su akltilan kûçûk oluk';
3. 'yüksek dallarl veya otluktan ot çekmege yarayan çengelli agaç' (DS). Auch das Wort
çokmen 'kazma' (ebd.) kann wohl hierher gehören.
34 Vgl. schon bei Deny, s. Fn. 11. S. noch: dalasçi, dalaskan 'kavgaci insan veya
hayvan' (DS); talaSgan 'kavgaci' (16. Jh.) (TarS).

Acta Orient. Hung. XLV, 1991

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ERFORSCHUNG DER WORTBILDUNGSELEMENTE 211

dani§man35 'Ratgeber' (31)


degirmen (37)36
dikmen37 'sahika' (22)38
dilcimen 'tercüman' (27)39
dilmen 'çok dilci, çok geveze' (36)40
dolaman 'bir çesit asker elbisesi' (22), 'bir türlü yeniçeri elbisesi' (
egirrnen 'kirmen' (37)42
elemen, eleymen 'elek' (37)43
evcimen 'idareli, muktesit' (28)44

35 Vgl. dams- 1. 'jn. befragen, um Rat fragen, zu Rate ziehen (wegen),


jm. Rat holen, sich erkundigen (über), konsultieren (wegen)'; 2. 'sich beraten, berat
schlagen' (Steuerwald); vgl. auch danis 'Besprechung, Unterredung, Beratung'; danisik
1. 'Besprechung, Beratung'; 2. mst. pej. 'vorheriges Übereinkommen; Verabredung, Ab
machung' (ebd.); vgl. noch: Clauson ED 526b (tamS-; tanuS-); Doerfer, TMEN III, 1175.
Getrennt von diesem Wort vgl. danis 1. 'Vernunft; 2. Wissen(-schaft)' danisment va. 1.
'gelehrt; Gelehrter'; 2. 'wer ein Studium an einer Medrese abgeschlossen hatte'; 3. 'Ge
hilfe eines isl. Richterkommissars bei einem kirchl. Gericht' (Steuerwald); s. noch die
durch Kontamination entstandenen Formen: danïSman 'danisilan kimse, fakih, âlim'
(13, —14. Jh.); taniSman 'danisilan kimse, fakih, âlim' (15. Jh.) (TarS).
36 S. schon bei Deny. Vgl. degirmen 1. '(Wind-, Wasser-, Öl-, Hand- usw.) Mühle';
2. 'Taschen- oder Wanduhr'; degirmi 1. 'rund'; 2. 'Breite, Bahn (eines Stoffes)'; 3. 'ebenso
breit wie lang; quadratisch' (Steuerwald); degirmen 'degirmen' (16. Jh.) (TarS)', vgl. noch
Clauson ED 485b (tegrë, *tegir-), 486b (tegirmê), 386b —487a (tegirmên).
37 Vgl. Dikmen als geographischer Name bei Deny.
38 Vgl. Fn. 7; und s. auch dikmen (I) 1. 'koni biçiminde sivri tepe'; 2. 'daglarm en
yüksek yeri'; 3. 'yayla'; 4. 'dik arazideki orman'; 5. 'dikilerek meydana gelen agaçllk'
(DS).
39 Vgl. dilci 'wer sich beruflich oder außerberuflich mit Sprachfragen beschäftigt,
wer an sprachlichen Problemen interessiert ist; Sprachforscher', dil 1. 'Zunge'; 2. 'Spra
che, Worte' usw. (Steuerwald); vgl. noch: Clauson ED 489b —490a (tïl). Im Falle des
Wortes dilcimen kann man die Analogie Wirkung des Wortes tercüman nicht ausschließen.
Vgl. noch: dilcimen 'hos sohbet, tatli konusan' (DS).
40 Atalays Angabe scheint korrekt zu sein, obwohl ich das Wort anderswo nicht
finden konnte. Vgl. aber: in der Bedeutung 'tercüman' dilban (18. Jh.), dilbend (16. Jh.)
(TarS), in der Bedeutung 'geveze' dilcan, dilcek, dilceve, dilcik, dilicek (DS).
41 S. 'Dolman (langes, an beiden Seiten geschlitztes Prachtgewand der Janitscha
ren)' (Steuerwald); vgl. dola- '1. (herum-, ein-)wickeln; 2. einkreisen, umfassen, umge
ben, einschließen, umzingeln'; dolama 'langes, vorne übereinandergehendes und mit Gür
tel getragenes loses Gewand, Dolman' (ebd.); dolama, tolama 'eski zamanlarda giyinilmis
çuha elbise' (15. Jh.) (TarS); vgl. noch Clauson 497a (tolgä-).
42 Vgl. egir- 'spinnen (Wolle, Baumwolle usw.); egirmen dial. 'Spinnrocken, Kun
kel' (Steuerwald); egirmen 'yün egirmeye yarayan araç, kirmen' (DS); vgl. noch Clauson
ED 113a (egrim), 113ab (egir-).
43 Vgl. ele- 1. '(durch-, aus-)sieben'; 2. sieben, sichten, auslesen, ausscheiden, eine
Auswahl treffen' (Steuerwald); elemen, eliman, eleyman 'elek' (DS).
44 Bei Steuerwald ist das Wort in der Bedeutung 'häuslich, sein Heim liebend,
haushälterisch, sparsam' belegt, vgl. evei 1. 'häuslich, das Haus hütend'; 2. 'wer das
Wochenende bei seiner Familie verbringt (Internatsschüler)' (ebd.). S. noch die folgenden

Acta Orient. Hung. XLV, 1991

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212 i. BERTA

gôçmen 'muhacir' (28)4


isçimen 'isçi kimse' (43
iliman 'îlik su; îlik ha
katman 'kaya tabakala
kilizmen 'kamislik' (23)
kedimen 'kûçiik kulak
ketmen 'çapa, anahtar
kiyiman 'pastirma çem
kocaman 'iri yan ('36)5
kölemen 'köle kimse' (4

Formen in der Liste von A


evcimli 'id.'; evjimen (evjüm
çaliskan olan, derleyip to
Vgl. noch Clausen ED 6ab (evii).
45 'Aus-, Ein-, Zuwanderer, Umsiedler' (Steuerwald); vgl. noch Clauson ED 694ab
(kö£-). Auch als Stammes- bzw. Sippenbezeichnung bekannt.
46 Vgl. is 1. 'Arbeit(-en)'; 2. 'zu erledigende Arbeit, Geschäft(-e)'; 3. 'berufliche
Tätigkeit, Beruf'; isçi 1. '(Hand-)arbeiter(in)'; 2. 'Schwindler, Gauner, Betrüger'; isci
men, i§ciman, isçimen 'çaliskan, becerikli, is bilen' (DS); vgl. noch Clauson ED 254ab
(ÏS), 257a (iSci).
47 S. ih, ilik 'lau(-warm) (Wasser, Luft usw.); dial. iliman 1. 'lauwarmes Wasser';
2. 'mild, gemäßigt (Klima)'; vgl. noch: ilica 1. 'lau(-warm)'; 2. 'natürliche beiße Quelle';
3. 'Heil-, Thermalbad'; ilicak 'lauwarm, überschlagen'; ihklik 'lauwarmer Zustand; Lau
heit'; ili-, ihn- 'lauwarm werden' (Steuerwald); iliman 'kaynak, suyun çaglamayan yeri'
(DS); iliman 'ilik, ilikça' (20. Jh.) (TarS); iliman 'siçakligl çok yüksek' (?) (TS); vgl.
noch Clauson ED 925a (yïlïg).
48 S. geol.,-met. 'Schicht(-ung); vgl. kat 1. 'Stockwerk, Etage'; 2. 'Schicht, Lage,
Reihe, Überzug, Anstrich, Bewurf'; 3. geol. 'Falte'; 4. geol. 'Schicht, Lage' usw.; katma
'hinzugefügt, zusätzlich, Zusatz-' (Steuerwald); katman 1. 'birbiri üzerinde bulunan yas
sica maddelerin her biri, tabaka'; 3. 'bir toplulugu olusturan kümelerden her biri, ta
baka' (TS); vgl. noch Clauson ED 593b (qat).
49 S. kilizman, kilizmen 'Röhricht, Rohrdickicht', kiliz 'Schilfrohr' (Steuerwald);
kilizman 'sazhk, kamiçlik' (TS).
50 Vgl. kedi '(Haus-)Katze, Felis domesticus'; kedicik 'Kätzchen' (Steuerwald);
kedimen 'kûçûk kulakh keçi, koyun' (DS).
51 Vgl. gedman 'Spitzhacke, Haue'; ged- 'eine Bresche schlagen; ein Loch ver
ursachen' (Steuerwald); vgl. noch: Clauson ED 704a (ketmën).
52 Vgl. kiyma 'gehacktes Fleisch, Hackfleisch, Gehacktes'; kiyim 1. '(Zer-)Hacken,
Zerkleinern'; 2. 'Art des Hackens, Schnitt'; &4y-'(zer-)hacken, zerkleinern (Fleisch, Ta
bak)' (Steuerwald); keyman, kiyman 'pastirma çemeni' (DS); vgl. noch: Clauson ED
595ab, 677b.
53 S. in der Liste von Deny; vgl. коса II 1. 'groß, riesig, enorm, kolossal'; 2. 'grob'
3. 'groß, berühmt' usw.; kocaman 'riesig, enorm, kolossal' (Steuerwald); qoja 'ihtiyar'
(13. Jh.) (TarS); kocaman 'yasli erkek' (DS).
54 S. schon in der Liste bei Deny. Atalay weist darauf hin, daß das -men Suffix in
diesem Wort in der Bedeutung'Mensch' vorkommt. Vgl. kölemen 'köle' (17. Jh.) (TarS).

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ERFORSCHUNG DER WORTBIT.DUNGSELEMENTE 213

kuzman 'kedi yavrusu' (40)55


sagman 'sagilan hayvan' (30)56
salman 'azat olunmuç, hür; âvâre' (30)57
sehnen 'seki; merdiven' (25)58
sikman 'korsa' (38)59
sokman 'çizme' (38)eo
süzmen 'yogurt torbasi' (38)ei
§i§man, щтеп (31)62
tutman 'hapsedilmis kimse' (26)вз

Nach der Selektion der Angaben von Atalay ist uns eine noch i
beträchtliche Gruppe von auf -man! -men ausgehenden Wörtern gebl

55 Vgl. kuzu 1. 'Lamm, Schäfchen'; kuzucuk 'Lämmchen, Schäfchen' (S


wald); kuzman 'kedi yavrusu' (DS); vgl. noch Clauson ED 681a (quzi).
56 Vgl. Fn. 13; sagma 'sagilir durumda, sütlü, süt veren' (16. Jh.); sagilurca
Jh.); sagilu (17. Jh.); sagin 'sagim' (TarS); vgl. noch Clauson ED 809a (saglïq)
(а. а. O.) hält das -mal Suffix im Osm. für mongolische Entlehnung. (Vgl.
Studies S. 203).
57 Vgl. sal- 1. 'werfen, aus-, verbreiten'; 2. 'schieben, stoßen, (hin-)einschi
(z. B.) Brot in den Ofen); verschieben'; 3. 'offen hängen lassen (Haare); los-, frei
frei weiden lassen' usw.; salma 8. 'frei umherlaufend, frei weidend'; (Steuerwald);
I, salma XII 'basibos, serbest' (DS), salma 'basi bos, yularsiz, serbest' (14. Jh
vgl. noch Clauson ED 824b (sal-).
58 S. noch sekitmen 'arkaliksiz iskemle', sekmen 'iskemle', seymen 'kûçûk tahta
iskemle' (Atalay 38); vgl. dial. 1. 'Stuhl ohne Lehne'; 2. 'Stufe' (Steuerwald); sekmek 1.
'arkaliksiz iskemle'; 2. 'basamak' (TS); sekmen I 'tarla ve bahçelerdeki basamak biçi
minde düzlükler'; 'meyilli, su tutmayan yer'; sekmen II 'sedir, kerevet'; 'ahir ya da
agillarda çobanin yatmasi için yapilan yûksekçe yer'; sekmen III 'merdiven, merdiven
basamagi'; sekmen IV 'alçak ayakli, arkaliksiz iskemle' (DS); Clauson ED 819a (sekü).
Das tü. Wort muß eine alte iranische Entlehnung sein, weil das Wort in der Form szék
als altes tü. Lehnwort im Ungarischen bekannt ist.
59 Vgl. sik- 1. '(zusammen-)drücken, pressen'; 2. 'ausdrücken, -quetschen, -pres
sen' usw.; sikma 3. 'Korsett' (Steuerwald); sikman 'kollu ya da kolsuz korsa gibi sikan
kadln yelegi'; 'iç giysisi, gömlek' (DS); vgl. noch Clauson ED 804b —805a (sïq-).
60 Vgl. sok- 1. 'hinein-tun, -bringen, -schieben, -treiben, -pressen usw.'; 2. 'ein
führen (bei);, vorstellen; usw.'; sokman 'hochschäftiger Turkmenenstiefel' (Steuerwald);
vgl. noch Clauson ED 805ab (suq-).
61 Vgl. süz- 1. '(durch-)sieben, durchseihen, (durch ein Tuch) durchdrücken, fil
trieren, passieren' usw.; süzme 1. Vs. zu süz-; 2. '(durch-)gesiebt, durchgeseiht, filtriert
passiert'; süzek 'Filter'; sûzgeç 'Sieb, Seihe(r), Durschlag, Filter' (Steuerwald); süzmen
'torba' (DS); vgl. noch Clauson ED 861ab (süz-), 862ab (süzgün), 864b (süzme).
62 Vgl. schon bei Deny.
63 S. bei Steuerwald in der Bedeutung 'Inhaber, tatsächlicher Besitzer'. Vgl. tut
1. 'in die Hand nehmen, anfassen, packen, (er-)greifen'; 2. 'zu fassen bekommen, fassen,
erwischen, festnehmen, verhaften, gefangennehmen usw.' (Steuerwald); Clauson ED
45lab, 453b, 457a.
04 Insgesamt besteht die neugewonnene Liste aus 37 Angaben.

3* Acta Orient, Hung. XLV, 1991

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214 А. ВЕКТА

Diese Gruppe besteht j


Es gibt unter ihnen de
Adjektive, Wörter, die a
sind, und Wörter, die aller Wahrscheinlichkeit nach erst in unserem Jahr
hundert entstanden sind. Es gibt in der Liste Wörter, die in vielen anderen
Türksprachen belegt sind, und es gibt Wörter, die nur in einem Dialekt oder in
einer lokalen Mundart des Türkeitürkischen bekannt sind. Die semantische

Buntheit der sich in dieser Liste befindlichen Wörter ist ebenso auf
Möchten wir über das -man / -men Suffix etwas mehr wissen, sollten wir
selbstverständlich unsere Angaben nach den hier erwähnten Aspekten sortieren.
Das ist eine mühselige Arbeit, und es ist nicht verwunderlich, daß man einer
Arbeit solcher Art in der Erforschung der türkischen Wortbildungslehre bisher
kaum ausreichende Aufmerksamkeit gewidmet hat. Es ist ungenügend, aus
einer Sprache nur exemplarische Angaben zu zitieren,65 und es hilft auch nichts,
wenn wir eine "vollständige" Liste von Wörtern heterogener Herkunft zusam
menstellen,66 weil die einzelnen Angaben einer heterogenen Liste unterschied
lichen Wert haben.

Versuchen wir jetzt aufgrund der selektierten Liste von Atalay67 unsere
Angaben nach den erwähnten Aspekten zu sortieren :

Angabe Den Alt Verb Grundbedeut.68 Mod. Bedeutung Synon. Suffixe

akman + — — 'weiß' 'sauber, rein'


-j- — — 'weiß' 'reiner Mensch'
+ — — 'weiß' 'weißbärtiger
Mensch'

asman — — — 'aufhängen' 'aufgehängt' -ma


— — + 'aufhängen' 'Kronleuchter'
— — — 'aufhängen' 'der Platz, wo die -malik
Lampe hängt'
ataman + — + 'Vater, Greis' 'Hetman'
ay akman + — — 'Fuß' 'Stelzenschuh' -lik
+ — — 'Fuß' 'Treppe' -çak, -ça, -çat,
-çil, -Ii, -lik
+ — — 'Fuß' 'eine Art Stange' -çak, -çik, -çil,
-lik, -lima

65 Vgl. hier die Liste von Deny.


68 Vgl. hier die Arbeit von Atalay.
67 Diese Liste kann keinesfalls für eine mehr oder weniger vollständig
stellung gehalten werden, aber im Rahmen dieses Beitrags können wir ke
Angaben der ansonsten repräsentativen Zusammenstellung von Atalay
68 Unter Grundbedeutung wird hier weder der Inbegriff aller Einze
noch die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes gemeint. Ich gebe hie
Bedeutungen an, die für die suffigierten Formen der angeführten Wörter
Ausgangspunkte dienen konnten.

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ERFORSCHUNG DER WORTBILDUNGSELEMENÏE 215

azman — — + 'monströse Formen 'riesig'; -ma, -manti


annehmen' 'Monstrum'
batman — + + 'sinken' 'Gewicht'
çirakman + + + 'Fackel' 'Leuchter' -lik, -ma, -ba,
-pa, -malik
çôg(y)men — — — 'einstürzen' 'Hütte'
dala§man ? -4- 'Streit' 'Raufbold' -çl, -кап
'sich streiten'
danifman — + + 'sich beraten' 'Ratgeber'
degirmen ? + + 'rund' 'Mühle'
'kreisen'

dikmen t — + 'steil' 'Gipfel'


'errichten'
dilcimen + — — 'wer sich mit der 'Dolmetscher' (dil)-maç,
Sprache beschäftigt' -manç, -tar
dilmen + — — 'Zunge' 'Schwätzer' -сап, -сек,
-ceve, -cik
dolaman — + + 'einwickeln' 'Dolman' -ma
egirmen — — + 'spinnen' 'Spinnrocken' -сек, -geç, -meç,
-mes, -§ek
ele(y)men — — — 'sieben' 'Sieb' -к
evcimen + + + 'häuslich' 'sparsam' -mal, -ment, -mik,
-mük, -mli
gôçmen — — -f 'umherwandern' 'Umsiedler' -(e)be, -gün, -(e)r
iççimen + — — 'Arbeiter' 'Arbeiter'
ihman t — + 'lauwarm' 'lauwarmes -к, -сак, -сап,
'lauwarm sein' 'Wasser' -kça, -muk
Î — — 'Quelle' -ca
katman + — + 'Schicht' 'Schichtung'
kilizmen + — + 'Schilfrohr' 'Röhricht'
kedimen + — — 'Katze' 'Tier, mit
kleinen Ohren'
ketmen — -f + 'ein Loch
verursachen' 'Spitzhacke'
kiyiman — 'hacken' 'rötlicher Brei für
die Zubereitung
von türk. Dörr
fleisch'
kocaman + —

+ 'riesig' 'kolossal'
kölemen + + + 'Sklave' 'Sklave'
kuzman + —

— 'Lamm' 'Kätzchen'
sagman
— —

+ 'melken' 'Milch-, Melk-' -ma, -mal, -tm,


-an, -In, -lnh
salman — —
— 'freilassen' 'frei laufend' -ma

sekmen + + 'Stuhl' 'Stuhl ohne -itmen, -mek,


Lehne; Stufe' -çe, -ke, -te
'höhere Stelle'
sikman — —

— 'pressen' 'Korsett' -ma, -(tir)-ma


sokman —

+ + 'hineintun' 'Stiefel'
süzmen - -

— 'filtrieren' 'Yogurt-Seiher'
-ek, -geç, -gü, -;

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216 Â. BERTA

si§ma(e)n ? — -f- 'anschwellen' 'korpulent'


'Schwellung' 'korpulent'
tutman — — — 'fassen' 'der Gefangene'
— — + 'der Besitzer'

Aufgrund der obigen Tabelle kann


älterer Herkunft in unserer Liste z
Tabelle zeigt uns jedoch, daß die Wör
eine höhere Frequenz in der Verbrei
Unter ihnen sind deverbale (batman
minale (çirakman, evcimen, kölemen) A
zu finden. Das bekannte alte Wort d
deverbale wie als denominale Able
betrachtet bezeichnen diese Wörter Per
konkrete Nomina (meistens Gerät)
sokman). Im Falle dieser Wörter kan
tion des -man / -men Suffixes, wie vo
wurde, kaum die Rede sein.
Überprüft man aus dieser Sicht d
aber auf dem türkischen Sprachgebie
ein ähnliches Bild gewinnen.73 Die ei
(ataman, dala§man, damsman, gôçm
egirmen, sekmen), einige bezeichnen
bzw. verstärken und verallgemeinern
kocaman, sagman, sisman).
In Arbeiten solcher Art taucht imm
Funktion bzw. die ursprüngliche Bedeu
Ich möchte diese Frage hier aus zwei
oder ähnliche Frage zu behandeln, w
Angaben der anderen Türksprachen i
hier angeführten Angaben weisen e
anders formuliert werden kann. In den
Funktion eines Suffixes festgestellt w

69 Clauson hält das Wort für eine de


'"Vgl. hier außer den oben schon erw
Sujiksy imienne i czasoumikowe w jçzyku za
jçzykôw tureckich) W Krakowie 1932. S.
71 Die Tatsache, daß sie in den älteren
selbstverständlich nicht, daß sie jüngerer
72 Wie oben erwähnt sind ihre Zeugnis
jenigen Wörter, die nur in einem kleineren
73 Unter ihnen sind genauso, wie es bei
deverbale und denominale Ableitungen z

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ERFORSCHUNG DER WORTBILDUNGSELEMENTE 217

um mehrere Funktionen des -man / -men Suffixes, das sich auf


Quellen zurückführen läßt. Außer dem einstigen alt- bzw. urtür
(? <^*-&«m74) Suffix können hier Suffixe (so z.B.pe. -mand,75 -Ъап
Suffix gewordene andere Wortbildungselemente fremder und e
Herkunft in Frage kommen. Ich möchte hier auf die mögliche Roll
altosmanischen Denkmälern" öfters vorkommenden Wortes Ъап hinweisen.
Das Wort bedeutet 'ulu, büyük, ileri gelen, bey',78 wobei die letztere Bedeutung
die ursprüngliche Bedeutung des Wortes zu sein scheint. Eine andere Möglich
keit, die in erster Linie bei den Wörtern jüngerer Herkunft in Betracht zu
ziehen ist, ist die Wirkung der neueren westeuropäischen (deutschen und
englischen) Entlehnungen mit -man Endung.79 Außerdem scheint in einigen
oben schon erwähnten80 Fällen das -man Suffix sekundär zu sein.
Obwohl ich betont habe, daß die Zeugnisse der eine niedrigere Frequenz
aufweisenden jüngeren Wörter nicht so schwerwiegend sind, möchte ich selbst
verständlich die Wichtigkeit ihrer sorgfältigen Untersuchung nicht leugnen.
In dieser Hinsicht halte ich auch die Analyse der sog. "synonymischen" Suffixe
für unvermeidlich.81 Sie können besonders in zweifelhaften Fällen der For
schung helfen, wo die lokale Ausprägung der suffigierten Form sehr stark ist
und die ehemalige "Bedeutung" des Suffixes mit anderen Mittel kaum unter
sucht werden kann. Selbstverständlich kostet diese sprachgeographisch
Untersuchung nicht wenig Zeit und Mühe. Doch ohne diesen Einsatz können
auch unsere Nachfolger weiterhin guten Gewissens Denys Meinung wieder
holen.82

74 Vgl. dazu G. Doerfer, TM EN II, 439.


75 Sir. G. Clauson wies schon darauf hin (s. ED XLII), daß es sich im Falle des
Volksnamens Türkmen eventuell um das iranische (persische) Kollektivsuffix -marid
handeln könne.
76 Ein in den altosmanischen Denkmälern besonders häufig vorkommendes pe
Suffix; vgl. auch in Steuerwalds Wörterbuch: -ban 'Wärter, Wächter, Hüter'.
77 Insbesondere in denjenigen Denkmälern, die in einem südslavischen Milieu
schrieben wurden.

78 Vgl. so in TS. S. noch: ban hist. 'Statthalter, (Ban(-us) (in Kroatien), Ges
(in Ungarn) (Steuerwald).
79 Eine ähnliche Vermutung ist bei Kononov und Banguoglu (vgl. hier 20.
zu finden.
80 Vgl. hier z. B. Fn. 5 und 56. Ich denke jedoch nicht, daß wir es hier mit einem
mongolischen Suffix zu tun haben, wie im Falle des Wortes sagmal, sagman Clauson
vermutet hat (s. a. a. O.).
81 Im Rahmen dieses Beitrags kann ich nicht in diese Analyse eingehen. Ich wollte
in der obigen Tabelle in der Spalte der "synonymischen" Suffixe lediglich auf diese
bisher in unserem Fach m. W. kaum ausgenützte Möglichkeit der weiteren Untersu
chung hinweisen.
82 S. noch mal 22. Fn.

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