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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Deutschland, ein revolutionsträges Land.................................................... 2


2. Hintergründe................................................................................................................. 3
2.1. Büchner: Die Restauration und der Deutsche Vormärz ......................................... 3
2.2. Marx: Der Keim des Kommunismus ...................................................................... 3
3. Formaler Vergleich....................................................................................................... 4
3.1. 8 Seiten für die Freiheit & Der Leitfaden des Kommunismus................................. 4
4. Stilistischer Vergleich................................................................................................... 5
4.1. Der Landbote: Durch die Sprachgewalt der Bibel ................................................. 5
4.2. Das Manifest: Mit biblischer Sprachgewalt ........................................................... 8
4.3. Stilistischer Vergleich: Resumé.............................................................................. 10
5. Politischer Vergleich..................................................................................................... 11
5.1. Zwei Werke gegen die Unterdrückung.................................................................... 11
6. Abschließendes Wort.................................................................................................... 12
7. Anhang......................................................................................................................... 14
Fußnoten ...................................................................................................................... 15
Literaturverzeichnis ...................................................................................................... 16
Versicherung der selbständigen Arbeit ......................................................................... 17

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1. Einleitung: Deutschland, ein revolutionsträges Land

„Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte.“


Karl Marx

„Eine Revolution bezeichnet in der Soziologie sowie umgangssprachlich einen


radikalen und meist, jedoch nicht immer gewalttätigen Umsturz oder
Umsturzversuch der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse.
Er wird von einer organisierten, möglicherweise geheimen, Gruppierung von
Neuerern getragen und findet die Unterstützung größerer Bevölkerungsteile. Auch
lang währende Veränderungsprozesse können im Rückblick als Revolutionen
bezeichnet werden.“ 1

Demnach ist Deutschland kein sehr revolutionäres Land. Gerade im Vergleich mit Russland
oder dem direkten Nachbarn Frankreich scheinen die Deutschen eher den Weg der Evolution als
den der Revolution zu bevorzugen, eher den langsamen Wandel als den radikalen Umbruch.
Den direkten Vergleich muss Deutschland auch mit Ländern wie Polen, England oder den
Niederlanden scheuen, doch wieso ist dem so? Gab es im Land der Denker kein revolutionäres
Gedankengut? Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass es dieses sehr wohl gab!
Deutschland hat auch Neuerer vorzuweisen, die das lodernde Feuer der Revolution mit ihrer
Arbeit fütterten, doch der direkte Erfolg war nie so groß wie eben in Frankreich oder Russland.
Zwei der heute wohl bedeutendsten – wenn auch in Bekanntheitsgrad und Wirkungsart sehr
verschiedenen – deutschen Revolutionäre sind Karl Marx und Georg Büchner. Ersterer hat mit
dem Manifest der Kommunistischen Partei zweifelsohne eines der bedeutendsten und
einflussreichsten Werke unserer Zeit verfasst, den anderen sehen wir heute aufgrund seiner
gesellschaftskritischen Dramen und vor allem wegen dem von ihm verfassten politischen
Pamphlet Der Hessische Landbote als Schwinger der revolutionären Fahne. Doch eigentlich
haben beide Werke ihren unmittelbaren Zweck verfehlt.
Wolf Biermann sagte in seiner Büchner-Preis-Rede 19912 über den Hessischen Landboten, dass
er die Sprengkraft einer Anarchistenbombe hatte, doch es war eine Bombe deren Zünder
versagte. Büchner hatte das Problem, dass seine Schrift die von ihm angestrebte Zielgruppe gar
nicht erst erreichte und so den gewünschten Effekt verfehlte. Doch auch Marx erging es kaum
besser. So heißt es über das Kommunistische Manifest, es hätte selten ein Werk von solch
welthistorischer Bedeutung gegeben, das zugleich eine so geringe unmittelbare Wirkung und
einen so großen posthumen Erfolg aufwies.3 Das Manifest erschien ganz simpel zu spät um die
bürgerliche Revolution 1848 in Deutschland noch zu beeinflussen und war doch gleichzeitig
seiner Zeit soweit voraus, dass nur wenige das politische Verständnis hatten, um seine Aussage
voll zu erfassen.
So befasst sich diese Arbeit mit zwei Werken, die das Potential hatten die Geschichte
umzuschreiben und gleichzeitig das Pech, dass ihnen das Schicksal einen Strich durch die
Rechnung machte. Trotzdem sind beide für uns heute von großer Bedeutung.

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2. Hintergründe

2.1. Büchner: Die Restauration und der Deutsche Vormärz

„Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“
Karl Marx

Der Hessische Landbote ist ein 8 Seiten umfassendes politisches Pamphlet, das 1834 von dem
Medizinstundenten Georg Büchner in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer Friedrich Weidig
geschrieben wurde. Büchner kritisiert mit dem Landboten den regierenden Adel, der seit dem
Wiener Kongress 1815, im Zuge der so genannten Restauration, das Volk mehr denn je
unterdrückte, um Ruhe und Ordnung in den deutschen Kleinstaaten aufrecht zu erhalten und
keimenden Widerstand direkt zu ersticken. Außerdem verpasst er dem liberalen Bürgertum den
einen oder anderen Seitenhieb. Er wendet sich an die einfachen Leute, Bauern und Handwerker,
um diese zu motivieren sich gegen ihre Unterdrücker zu erheben.
Die erste Version erschien im Juli 1834 in einer Auflage von etwa 1000 Stück, doch der
erwünschte Erfolg blieb aus. Anstatt sich zu erheben, bevorzugten die meisten, die ein
Exemplar des Landboten erhielten, dieses bei den Behörden abzugeben um sich selbst nicht in
Gefahr zu bringen. Am 1. August wurde ein Studienkamerad von Büchner, Karl Minnigerode,
mit 139 in Rock und Schuhen versteckten Exemplaren des Landboten aufgegriffen und
verhaftet. Bald darauf folgten mehrere weitere Verhaftungen, sowie ein paar öffentliche
Exekutionen auf der Straße. Um einer Verhaftung zu entgehen floh Büchner ins Exil nach
Straßburg. Er wurde nicht wieder politisch aktiv. Weidig hingegen wurde gefasst und beging
entkräftet durch Folterung in seiner Zelle Selbstmord.

2.2. Marx: Der Keim des Kommunismus

„Ein Gespenst geht um in Europa – Das Gespenst des Kommunismus.“


Karl Marx

Das Manifest der Kommunistischen Partei, auch als das Kommunistische Manifest bekannt,
wurde 1848 von Karl Marx und Friedrich Engels verfasst. Es ist das zusammengefasste
politische Programm des kurz zuvor gegründeten geheimen Bundes der Kommunisten, welcher
als Keimzelle vieler späterer sozialistischen und vor allem kommunistischen Parteien gilt. Die
erste Auflage erschien im Februar 1848 in London, kurz vor der Februarrevolution. Es wurde
zwar anfangs nur in deutscher Sprache gedruckt, es gab aber schon kurze Zeit später
Übersetzungen in mindestens 12 andere Sprachen.

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3. Formaler Vergleich

3.1. 8 Seiten für die Freiheit & Der Leitfaden des Kommunismus
„Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten.
Sie haben eine Welt zu gewinnen.“
Karl Marx

Das Manifest der Kommunistischen Partei sowie auch Der Hessische Landbote sind
zweifelsohne in ihrer Bedeutung für uns beide enorm und auch wenn sie in ihrer Zielsetzung
Hand in Hand zu gehen scheinen, sind sie doch auch sehr unterschiedlich. Dieser Unterschied
zeigt sich schon in ihrer äußeren Form.

Der Hessische Landbote ist eine acht Seiten umfassende polemische Flugschrift, die in einer
Auflage von etwa 1000 Stück heimlich geschrieben, gedruckt und publiziert wurde. Dabei gibt
es mehrere verschiedene Abwandlungen des Landboten. Die ursprüngliche, von Büchner
konzipierte, Fassung ist weder überliefert noch rekonstruierbar. Die uns als Juli-Auflage
bekannte Erstveröffentlichung der Schrift, ist die von Weidig überarbeitete Version. Weidig
verpasste dem Landboten auch seinen Namen.
Marx hat für sein Kommunistisches Manifest, welches die Grundsatzerklärung der
Kommunistischen Fraktion ist, eine andere Form der Publikation gewählt, die Buchform. Für
ein Flugblatt wäre es natürlich viel zu umfassend gewesen und außerdem mussten Marx und
Engels ihr Werk nicht wie Büchner und Weidig geheim drucken und verbreiten.
Die Art der Publizierung verrät also schon einiges über die Werke selbst. Der Landbote ist auf
Zeit und Ort maßgeschneidert und geht, zugegebenermaßen gezwungen, bei seiner Verbreitung
den Weg des Untergrunds. Das Flugblatt pocht auf einen schnellen und radikalen Umschwung
der Zustände. Es ruft aus dem Untergrund zum Aufstand auf. Anders das Kommunistische
Manifest. Es nimmt von Anfang an eine starke und gefestigte Position für sich in Anspruch.
Auch ist es in seiner Form nicht so eingeengt wie der Landbote. Es will natürlich auch einen
Umschwung bewirken, aber eher einen rational angegangenen, sauberen und gründlichen. Es ist
offener in Ort und Zeit, im Gegensatz zum Landboten also eher ein Werk für die Ewigkeit als
für den Moment.

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4. Stilistischer Vergleich

4.1. Der Landbote: Durch die Sprachgewalt der Bibel


„FRIEDE DEN HÜTTEN! KRIEG DEN PALÄSTEN!“
Georg Büchner

Der Hessische Landbote ist gleich auf zwei Arten einzigartig. Zum einen entstammt er der
Feder zweier Verfasser mit unterschiedlichen politischen Ansichten. So hat Weidig Büchners
Kritik an dem liberalen Bürgertum stark entschärft, da er mit diesem eine Koalition anstrebte
um seine Ziele zu verwirklichen.4 Er ersetzte zum Beispiel „Die Reichen“ durch „Die
Vornehmen“. Außerdem fügte er dem Schluss noch eine christliche Vision bei.
Zum anderen ist Büchner beim Schreiben des Landboten seiner eigenen Strategie zur
Mobilisierung des Volkes nachgegangen, die an zwei Punkten einhakt: „Materielles Elend und
religiöser Fanatismus“ 5. Zu diesem Zweck hat Büchner sich zwei Hauptquellen herangezogen.
Die eine ist die Allgemeine Statistik des Großherzogtums Hessen, die andere die Bibel. Sein
Konzept ist es, das Volk zum einen mit der Nüchternheit und Direktheit von Zahlen und zum
anderen im Religiösen mit Zitaten aus der Bibel und Bezügen zu dieser zu überzeugen. Beides
Mittel, die schon für ähnliche Schriften eingesetzt wurden, doch die Kombination aus beiden
war genauso neu wie genial. Denn für das einfache Volk standen die Dimensionen der
genannten Summen in keinem Verhältnis zu dem oft einzigen Vergleichsmittel, das sie besaßen
– ihrem eigenen Lohn und der sah dagegen erdrückend gering aus. Die Bibel hingegen war
meist das einzige Buch, zu dem der einfache Bürger einen Bezug hatte, denn wenn er es nicht
selbst gelesen hatte, so kannte er doch zumindest große Teile des Inhalts durch regelmäßige
Kirchenbesuche.

Der Bezug zur Bibel wird schon in der Überschrift deutlich. Unter dem Titel trug der Hessische
Landbote die Beschreibung „Erste Botschaft“, welche wohl eine Assoziation an die „frohe
Botschaft“ des neuen Testamentes hervorrufen sollte.6 Außerdem deutet es darauf hin, dass
weitere „Botschaften“ geplant waren, zu denen es allerdings nie kam.
Dem Titel folgt ein vermutlich von Weidig stammender Vorbericht, der Ratschläge an die Leser
enthält, für den Fall, dass sie mit dem Flugblatt aufgegriffen werden. Dieser Vorbericht ist
allerdings stark umstritten, da er mögliche Verteidigungsstrategien vorwegnimmt. In späteren
Ausgaben wurde er deshalb zum Teil ersatzlos gestrichen. Der eigentliche Text trägt die
Überschrift „FRIEDE DEN HÜTTEN! KRIEG DEN PALÄSTEN!“, was eine Adaption des in
der Französischen Revolution – auf die sich Büchner später auch bezieht – häufig benutzten
Slogans „Guerre aux châteaux! Paix aux chaumiéres“ 7 ist.

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„Im Jahr 1834 sieht es aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte
Gott die Bauern und Handwerker am 5ten Tage, und die Fürsten und Vornehmen am
6ten gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: »Herrschet über alles Getier, das
auf Erden kriecht, und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt. «“ 8
Schon der einleitende Satz des Landboten ist praktisch ein Schlag ins Gesicht des Lesers. Um
die Lage der Bauern zu schildern bezieht sich Büchner auf die Schöpfungsgeschichte 1. Mose
1,20-28, jedoch mit der Abwandlung, dass er die „Bauern und Bürger“ zum Gewürm zählt und
nicht zu den Menschen. Weitergehend beschreibt er das Leben der Reichen als „langen
Sonntag“ und stellt dem das Leben der Bauern als „langen Werktag“ gegenüber. Metaphern
und Vergleiche wie diese – oft auch mit Anspielungen auf die Bibel – sind charakteristisch für
den Text und ziehen sich wie ein roter Faden durch ihn hindurch. Ein weiteres Beispiel dafür ist
Büchners Beschreibung des Verhältnisses zwischen dem einfachen Volk und dem Adel. „Das
Volk ist ihre Herde, sie sind seine Hirten, Melker und Schinder; sie haben die Häute der Bauern
an…“ 9. Hier ist allerdings zu beachten, dass er nicht nur durch die Bibel vermittelte Bilder
projiziert, sondern auch eine Idee aus Jean Pauls Roman Hesperus aufgreift, in dem es heisst:
„und die Herren vom Hofe haben eure [des Volkes] Häute an.“. Büchner greift noch an
weiteren Stellen auf Ideen aus Hesperus zurück, so stammt zum Beispiel sein Vergleich der
Fürsten mit einem Blutegel10 aus diesem Werk.
Bei seinen Vergleichen kommen auch Justiz und Militär nicht gut weg. Zu ersterer heißt es
„Die Justiz ist in Deutschland seit Jahrhunderten die Hure der deutschen Fürsten.“ 11, während
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er die Soldaten sogar als „gesetzliche Mörder, welche die gesetzlichen Räuber schützen“
beschreibt. Auffallend und markant ist auch das biblisch wirkende „Luther-Deutsch“ in dem der
gesamte Text verfasst ist. Es lässt den Hessischen Landboten fast wie einen biblischen Text
erscheinen. So auch in seiner Degradierung des Fürsten, der sich selbst als etwas Besseres sieht,
zum einfachen Menschen:
„Im Namen des Großherzogs sagen sie, und der Mensch, den sie so nennen, heißt:
unverletzlich, heilig, souverän, königliche Hoheit. Aber tretet zu dem Menschenkinde und
blickt durch seinen Fürstenmantel. Es ißt, wenn es hungert, und schläft wenn sein Auge
dunkel wird. Sehet, es kroch so nackt und weich in die Welt, wie ihr und wird so hart und
steif hinausgetragen, wie ihr, und doch hat es seinen Fuß auf eurem Nacken…“ 13
Hier, wie auch an späterer Stelle („daß Gott alle Menschen frei und gleich in ihren Rechten
schuf…“ 14) greift Büchner den Gedanken der Gleichheit aller Menschen auf, wie er auch 1776
in der Amerikanischen Declaration of Independece niedergeschrieben wurde: „We hold these
truths to be self-evident, that all men are created equal....“ 15.

Die sehr gelungen, wenn auch stellenweise etwas makaber wirkenden Vergleiche spickt
Büchner mit Statistiken. Er untermauert so ihre Aussagekraft und überbrückt damit auch die
Distanz, die der teils sehr sakral wirkende Text aufbaut. „Im Großherzogtum Hessen sind
6
718,373 Einwohner, die geben an den Staat jährlich an 6,363,364 Gulden...“ 16, mit diesem Satz
leitet Büchner seine Aufzählung der Staatseinahmen ein. Darauf folgt eine Liste der
Steuereinnahmen und eine Erklärung wofür das Geld benutzt wird:
„Für das Militär wird bezahlt 914,820 Gulden. Dafür kriegen eure Söhne einen bunten
Rock auf den Leib, ein Gewehr oder eine Trommel auf die Schulter und dürfen jeden
Herbst einmal blind schießen… Für jene 900,000 Gulden müssen eure Söhne den
Tyrannen schwören und Wache halten an ihren Palästen. Mit ihren Trommeln
übertäuben sie eure Seufzer, mit ihren Kolben zerschmettern sie euch den Schädel, wenn
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ihr zu denken wagt, daß ihr freie Menschen seid.“
Mit dieser und einer Reihe weiterer Kommentare über die Staatsausgaben, führt Büchner dem
Leser Tatsachen vors Auge die er zum großen Teil schon kennt, deren vollen Umfang er aber
wohl meist nie erfasst hat. Hier neigt er allerdings – wie an anderen Stellen auch – zu starker
Übertreibung um den Zorn der Leser auf die Oberschicht weiter zu schüren. An mindestens
einer Stelle geht er sogar soweit bewusst falsche Tatsachen zu predigen. „Deutschland, unser
liebes Vaterland, haben diese Fürsten zerrissen, den Kaiser, den unsere freien Voreltern
wählten, haben diese Fürsten verraten…“ 18. Diese Aussage ist schlichtweg falsch, denn der
Kaiser wurde von ausgewählten Kurfürsten gewählt und nie vom Volk selbst. Es ist nur ein
Mittel um weiter gegen den Adel zu propagieren.
Um Mut zu machen nutzt Büchner auch noch ein zusätzliches Mittel, die französische
Revolution von 1789. Angefangen bei dem – wie schon erwähnt – in übersetzter Version
übernommenen Spruch „FRIEDE DEN HÜTTEN! KRIEG DEN PALÄSTEN!“, der im Original
dem französischen Schriftsteller Nicolas-Sébastien de Chamfort zugeschrieben wird, welcher in
der franz. Revolution aktiv war. Büchner bringt die Französische Revolution auch als direktes
Beispiel für eine erfolgreiche Revolution ein, allerdings nicht ohne die darauf folgende
Herrschaftszeit Napoleons stark zu kritisieren.
In den letzten – vermutlich von Weidig verfassten – Passagen nimmt der Landbote, der ja
ohnehin schon sehr stark durch Einflüsse aus der Bibel geprägt ist, eine geradezu prophetische
Form an. Statistiken und direkte Beispiele werden immer weiter verdrängt und mit biblischen
Visionen ersetzt. Sie haben jedoch denselben Zweck wie die von Büchner gebrachten Beispiele,
sie sollen Mut machen. Die Argumentationsweise ändert sich aber dennoch merklich. „Ihr
bücktet euch lange Jahre in den Dornäckern der Knechtschaft, dann schwitzt ihr einen Sommer
im Weinberge der Freiheit, und werdet frei sein bis ins tausendste Glied.“. Weidig lässt es so
scheinen als wäre der Lohn einer Revolution, die völlige Freiheit und Unabhängigkeit, schon
zum Greifen nahe. Den letzten Schritt macht er, indem er dem Hessischen Landboten als
abschließendes Wort eine Anrufung zu Gott beifügt: „Herr, zerbrich den Stecken unserer
Treiber und laß dein Reich zu uns kommen, das Reich der Gerechtigkeit. Amen.“ 19
4.2. Das Manifest: Mit biblischer Sprachgewalt
„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“
7
Karl Marx

„Der heutige Leser kann sich der leidenschaftlichen Überzeugung, der konzentrierten Kürze,
der intellektuellen und stilistischen Kraft dieser erstaunlichen Flugschrift unmöglich
entziehen.“, schrieb der berühmte englische Historiker Eric J. Hobsbawm 1998 in seinem
Kommentar zum 150 jährigen Bestehen des Kommunistischen Manifestes und er hat recht. Denn
kaum ein Schriftstück kann eine solche unerschütterliche Standfestigkeit und Sprachgewalt
aufweisen, wie sie dem Manifest der Kommunistischen Partei zugesagt wird.

Das Manifest ist in eine Einleitung, deren ersten Satz, „Ein Gespenst geht um in Europa – das
Gespenst des Kommunismus.“, praktisch jeder kennt, sowie in vier Themenkapitel unterteilt,
von denen das dritte nochmals mehrere Abschnitte besitzt. Dabei wirkt es stellenweise sehr wie
ein Lehrbuch, da Marx zur Erläuterung seiner Überzeugungen – bzw. derer der
Kommunistischen Partei – teilweise weit ausschweift. Dieser Eindruck wird schon im ersten
Kapitel erweckt, der auf den ersten Blick mehr einem Exkurs in Geschichte gleicht:
„In den früheren Epochen der Geschichte finden wir fast überall eine vollständige
Gliederung der Gesellschaft in verschiedene Stände, eine mannigfaltige Abstufung der
gesellschaftlichen Stellungen. Im alten Rom haben wir Patrizier, Ritter, Plebejer,
Sklaven; im Mittelalter Feudalherren, Vasallen, Zunftbürger, Gesellen, Leibeigene, und
noch dazu in fast jeder dieser Klassen besondere Abstufungen.“ 20
In kurzen, in sich geschlossenen und apodiktischen Absätzen, die für das gesamte Buch
kennzeichnend sind, beschreibt Marx die Geschichte des Klassenkampfes zwischen den
Ständen. Seiner Auffassung nach ist dies auch der zentrale Punkt von Geschichte – so heißt es
bei ihm: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von
Klassenkämpfen.“ 21
Darauf aufbauend stellt er seine beiden „Protagonisten“ vor. Die Bourgeoisie und das
Proletariat. Beides klassenbeschreibende Begriffe, die vorher schon existierten, allerdings hat
Marx ihre Bedeutung etwas abgewandelt. Das Wort Bourgeoisie (französisch) heißt wörtlich
übersetzt soviel wie „Bürgertum“ und bezeichnete ursprünglich im 18. Jahrhundert den so
genannten „Dritten Stand“ nach Adel und Klerus, das einfache Bürgertum ohne wirklichen
Besitz und politischen Einfluss. Marx benutzt das Wort Bourgeoisie eher für das während der
Industriellen Revolution entstandene „Großbürgertum“, also Händler, Fabrikbesitzer,
Großgrundbesitzer etc., das nach dem Sturz des Adels zur „herrschenden“ Klasse wurde. Der
Begrifft Proletariat stammt vom lat. proletarius, was soviel bedeutet wie „Bürger der untersten
Klasse“. Im antiken Rom war das Proletariat eine Klasse von besitzlosen Arbeitern und
Tagelöhnern, welche allerdings keine Leibeigenen oder Sklaven waren. Dies ist bei Marx sehr
ähnlich, das Proletariat ist bei ihm die Klasse der Lohnarbeiter. Im weitesten Sinne könnte man

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die von Marx genannten Klassen Bourgeoisie und Proletariat heute also fast mit Arbeitgeber
und Arbeitnehmer übersetzen.
Im zweiten Kapitel, welches die Position der Kommunisten und vor allem ihre Forderungen
klarstellt, hält Marx an seinem Prinzip fest.
„Der nächste Zweck der Kommunisten ist derselbe wie der aller übrigen proletarischen
Parteien: Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung
der politischen Macht durch das Proletariat. Die theoretischen Sätze der Kommunisten
beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem
Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind.“ 22
Direkt und unumstößlich gibt er die Quintessenz des Ideenguts wieder, um dann einen tieferen
Einblick zu verschaffen, indem er mögliche Gegenargumente und Kritiken aufnimmt und
niederschmettert:
„Man hat uns Kommunisten vorgeworfen, wir wollten das persönlich erworbene,
selbsterarbeitete Eigentum abschaffen; das Eigentum, welches die Grundlage aller
persönlichen Freiheit, Tätigkeit und Selbständigkeit bilde.
Erarbeitetes, erworbenes, selbstverdientes Eigentum! Sprecht ihr von dem
kleinbürgerlichen, kleinbäuerlichen Eigentum, welches dem bürgerlichen Eigentum
vorherging? Wir brauchen es nicht abzuschaffen, die Entwicklung der Industrie hat es
abgeschafft und schafft es täglich ab.“ 23
So räumt Marx in einem absolut selbstsicheren und allem erhabenen Ton Zweifel für Zweifel,
Gegenargument für Gegenargument aus dem Weg, um dann daraus, als logisch erscheinende
Schlussfolgerungen, die Forderungen und Ziele der Kommunistischen Partei herauszuarbeiten.
Im dritten Kapitel wird der Standpunkt der Kommunisten gegenüber sozialistischer und
kommunistischer Literatur angesprochen. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine
Distanzierung und weitergehend sogar um eine Schmähung von Veröffentlichungen diverser
„Philosophen, Halbphilosophen und Schöngeister“ 24. Im vierten Kapitel wird im Gegensatz
dazu erklärt, welche nationalen Parteien die Kommunisten in spezifischen Ländern
unterstützten. Dies soll dazu dienen den Standpunkt der Kommunisten weiter zu konkretisieren,
denn wie Marx selbst schreibt, liegt ihnen viel daran ihre Ansichten und Absichten möglichst
klar kund zu tun:
„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie
erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen
Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor
einer kommunistischen Revolution zittern.“ 25

Die Selbstsicherheit und Präzision, mit der Marx seine kurzen, strukturierten Aussagen
aneinander reiht und die Effektivität, mit der er alle Widerworte aus dem Weg räumt , machen
das Kommunistische Manifest zu dem literarisch höchst wertvollen Werk, das es ist. Eric J.
9
Hobsbawm drückte es so aus: „Was immer es sonst ist, das Kommunistische Manifest, als
politische Rhetorik, ist von einer fast biblischen Sprachgewalt. Kurz, seine zwingende Kraft als
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Literatur, lässt sich kaum bestreiten.“ . Was die Sprachgewalt angeht, trifft dies wohl in
besonderer Form auf den abschließenden Satz des Manifestes und dem darauf folgenden Aufruf
zu:

„Die Proletarier haben nichts in ihr [der Revolution] zu verlieren als ihre Ketten.
Sie haben eine Welt zu gewinnen.“

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

4.3. Stilistischer Vergleich: Resúme


„So gut, wie jeder schreiben und lesen lernt, muss jeder schreiben und lesen dürfen..“
Karl Marx

Wenn man sich beide Werke, Den Hessischen Landboten sowie das Manifest der
Kommunistischen Partei vor Augen führt, kann man nur unweigerlich feststellen, dass beide in
der Art ihrer Verfassung Meisterwerke sind. Sie teilen ihre Botschaft in einer Sprachgewalt mit,
der man sich nicht entziehen kann, doch tun sie dies auf unterschiedliche Weise. Der Landbote
macht Gebrauch von Statistiken und Bibelzitaten, zusammengeführt zu schlagkräftigen
Argumenten für seinen Zweck. Das Manifest erhebt sich auf eine andere Position. Es stellt das
Verfasste als unbestreitbare Tatsache fest und lässt Gegenargumente im Keim ersticken. Doch
beide Werke haben dasselbe Ziel, sie wollen den Leser von ihrer Sache überzeugen. Nur tut der
Landbote dies von unten herauf, indem er argumentiert, während das Manifest von oben herab
feststellt. Dieser Standpunkt, von dem aus der jeweilige Autor argumentiert, deutet gezielt auch
auf dessen persönliche Sicht. Büchner sieht das Leid des Volkes und versucht ihm klar zu
machen, dass es sich gegen seine Peiniger wehren und sich erheben muss. Marx hingegen sieht
es als unausweichlich, dass der Prozess des sich Erhebens der Gepeinigten und des Sturzes der
Peiniger seinen Lauf nehmen wird und nimmt deswegen eine selbstsicherere Position ein.

5. Politischer Vergleich

5.1. Zwei Werke gegen die Unterdrückung

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"Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich,
dass sich vieles ändern lässt, bloß nicht die Menschen."
Karl Marx

Interessant wird es, wenn man die politische Intention hinter dem Hessischen Landboten und
dem Manifest der Kommunistischen Partei vergleicht. Büchner verlangt in dem 1834 verfassten
Landboten den Sturz des Adels als Presser des Volkes. In Frankreich, wo Marx lange Zeit lebte
und wohin er nach dem Verfassen des Manifests 1848 auch wieder zurückkehrte, gab es diesen
Sturz mit der Französischen Revolution 1789 schon. So sieht er auch das Ergebnis und die
Folgen aus nächster Nähe. Er sieht, wie die Bourgeoisie die Stelle des Adels eingenommen hat
und das Volk nun unterdrückt. Dies vor Augen, ruft Marx nicht bloß zum Aufstand und
Umsturz der derzeitigen Situation auf, er definiert klare Ziele, für den Zustand nach einer
erneuten Revolution. Marx scheint also auf den ersten Blick einen Schritt weiter zu sein als
Büchner, doch wenn man genau hinsieht, dann stimmt dies nicht ganz. Denn auch Büchner
wusste selbstverständlich von der Französischen Revolution und ihm waren beim Verfassen
seinen Flugblattes 45 Jahre später sicher auch deren Folgen bekannt. Nicht anders als Marx
kritisiere er auch das „liberale Bürgertum“ – die deutsche Version der „Bourgeoisie“ –, doch
dieser Kritik wurde von Weidig, durch seine Überarbeitung des Landboten, die Schärfe
genommen. Hier macht sich eher ein Unterschied zwischen der politischen Intention Büchners
und Weidigs deutlich, als der von Büchner und Marx. Denn letztere scheinen in der Tat gar
nicht so verschieden.

Den Vergleich zwischen Büchner und Marx hat auch Heinrich Böll, Schriftsteller und
Literaturnobelpreisträger, bei seiner Büchner-Preis-Rede 1967 gewagt:
„Es wäre da eine von der Geschichte versäumte Begegnung zweier Deutscher zu
beklagen. Die Begegnung zwischen Büchner und dem wenige Jahre jüngeren Marx. Die
kraftvolle, so volkstümliche wie materialgerechte Sprache des Hessischen Landboten ist
zweifellos eine ebenso wirkungsvolle politische Schrift wie das Kommunistische
Manifest… Vielleicht ließe sich diese von der Geschichte versäumte Begegnung posthum
vollziehen: die idealistische Ästhetik des praktizierten Marxismus unserer Tage mit der
Materialgerechtigkeit Büchners zu konfrontieren, der immerhin ein Zeitgenosse von
Marx war und kein schlechter Kampfgenosse für ihn gewesen wäre.“
Die Vorstellung eines aufeinander Treffens dieser beiden großen Persönlichkeiten und
weitergehend, einer möglichen Zusammenarbeit, ist unabstreitbar hoch interessant. Man darf
jedoch nicht nur die Frage betrachten, was Büchner als „Kampfgenosse“ für Marx gebracht
hätte, man sollte das Blatt auch wenden und von der anderen Seite betrachten.
Büchner hatte keine Ausdauer. Er hat seinen Versuch eine Revolution anzustiften als gescheitert
gesehen und hat aufgegeben. Sicher sind ihm, durch sein frühes Versterben, nicht mehr viele
Möglichkeiten geboten worden, aber nach der Verfassung des Hessischen Landboten ist

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Büchner nachweislich nicht mehr politisch aktiv gewesen. Doch was wäre gewesen, wenn er
länger gelebt hätte? Wenn er während dieses Lebens auf Marx getroffen wäre? Hätte dessen
unerschütterliche Überzeugung für seine Sache und seine erstaunliche Ausdauer bei deren
Verfechtung, Büchners anscheinend erloschenes revolutionäres Feuer wieder entfacht? Wie
hätten weitere Werke Büchners ausgesehen? Hätte er neue Botschaften des Landboten verfasst,
wie es wohl einst der Plan war? Oder hätte er sich ganz Marx angeschlossen? Wahrlich
interessante Vorstellungen… doch leider nicht mehr als das. Leider können wir die Geschichte
nicht umschreiben und so ist zumindest Büchners Kampf relativ erfolglos geblieben.

6. Abschließendes Wort
„Im Jahre 1834 siehet es aus, als würde die Bibel Lügen gestraft.“
Georg Büchner

Karl Marx und Friedrich Engels, Georg Büchner und Freidrich Weidig. Diese Namen haben
genauso wie die von ihnen geschriebenen Werke Das Manifest der Kommunistischen Partei
bzw. Der Hessische Landbote einen festen Platz in der Geschichte Deutschlands. Doch was
macht sie so bedeutend für uns?
Marx und Engels haben sich sicherlich ihren Ruhm als Vorreiter des Kommunismus verdient.
Auch dem Model des Marxismus wird heute große Bedeutung zugeschrieben. Hinzu kommen
weitere Werke wie Das Kapital von Marx. Wie sieht das jedoch bei Büchner und Weidig aus?
Letzterer ist allgemein eher weniger bekannt und wird auch oft in den Hintergrund gedrängt,
wenn es um den Hessischen Landboten geht. Aber was ist mit Büchner? Sicher, er ist uns durch
seine Dramen Woyzeck und Dantons Tod, sowie durch die Erzählung Lenz und das Lustspiel
Leonce und Lena bekannt, aber wird er seinem Ruf als Revolutionär gerecht? Eigentlich tut er
das nicht, doch er hatte den Mut seine Meinung zu äußern und das in einer Zeit, in der sich das
aus Angst vor den Folgen sonst kaum jemand traute. Dafür wird er – auch mangels anderer
Revolutionäre – heute zu einem Vorbild gemacht. Er war derjenige, der sich traute sich zu
erheben und auf die Missstände aufmerksam zu machen… damals als es den Deutschen schlecht
ging.
Wir tun heutzutage so, als wären Revolutionäre etwas für die Vergangenheit. Etwas, das früher
gut war, aber heute nicht mehr gebraucht wird. Aber wie sieht das wirklich aus? Sicherlich geht
es uns nicht so schlecht, wie den Bürgern im Großherzogtum Hessen 1834, das heißt aber nicht,
dass es nicht dringend etwas zu verbessern gäbe. Der von Marx prophezeite Sturz der
Bourgeoisie durch das Proletariat ist nie geschehen. Im Gegenteil, der Kapitalismus scheint

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weiter auf einem unaufhaltsamen Siegeszug zu sein und den Vorstandsmitgliedern und
Managern auf ihren Chef-Sesseln geht es besser denn je. Firmen, die vom Staat Zuschüsse und
Steuervergünstigungen erhalten, erhöhen ihre Produktivität und erzielen Rekordgewinne,
während sie Jahr für Jahr immer mehr Mitarbeiter entlassen, die in einem Meer von 5 Millionen
Arbeitslosen untergehen. Was würde Marx dazu sagen? Was würde er auch dazu sagen, dass
gleichzeitig Manager Gehälter einfahren, die teils dem hundertfachen eines normalen
Arbeiterlohns entsprechen. Und wie würde Büchner dazu stehen? Was würde er aus einer
aktuellen Statistik Deutschlands machen, in der er es plötzlich mit Steuereinahmen von ca. 450
Milliarden Euro zu tun hätte, von denen große Teile genauso schonungslos verpulvert werden,
wie auch vor 170 Jahren. Hätte nicht ein aktueller „Deutscher Botenreiter“ auch
Ungerechtigkeiten zu verkünden? Das hätte er wohl, doch wenn man der Wahrheit ins Auge
blickt, er würde noch weniger Einfluss haben als es Der Hessische Landbote 1834 hatte. Nun, er
würde vermutlich nicht verboten werden und der Verfasser müsste auch nicht um sein Leben
bangen, dafür könnte er vielleicht aber mit einem Literaturpreis rechnen, wenn er sein Werk
besonders gut in Szene setzt. Als Resultat würde er in den meisten Fällen jedoch wohl nur ein
müdes Lächeln erzielen.
Büchner schrieb im Juni 1833 folgende Zeilen seiner Familie:
„Ich werde zwar meinen Grundsätzen gemäß handeln, habe aber in neuerer Zeit gelernt,
daß nur das notwendige Bedürfnis der großen Masse Umänderungen herbeiführen kann,
daß alles Bewegen und Schreien der Einzelnen vergebliches Torenwerk ist. Sie schreiben,
man liest sie nicht; sie schreien, man hört sie nicht; sie handeln, man hilft ihnen nicht.“
Büchner hat diese Zeilen vermutlich nur verfasst um seine Familie zu beruhigen,
nichtsdestotrotz steckt doch Wahrheit in ihnen. Um etwas zu bewegen, müssen die Massen
erreicht werden. Doch wie will man diese Massen in einer Welt mobilisieren, die anscheinend
zwar zusammenwächst, in der aber damit auch immer mehr verschiedene Interessen vertreten
werden? Das scheint wahrlich schwer…

„Hinaus! Letzte Worte sind für Narren, die noch nicht genug gesagt haben.“
Karl Marx

Anhang

13
Fußnoten

14
1
http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution
2
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. Stuttgart: Reclam, 1996. S.166
3
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. Stuttgart: Reclam, 1999. S.81
4
http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Buechner/landbote.htm
5
Georg Büchner. „Werke und Briefe. Münchner Ausgabe“. München: Dtv, 1995. S.319
6
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote. S.46.
7
Wird dem franz. Dichter Nicolas-Sébastien de Chamfort zugeschrieben
8
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. Stuttgart: Reclam, 1996. S. 6
9
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.10
10
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.18
11
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.12
12
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.14
13
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.18
14
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.30
15
Aus der amerikanischen „Declaration of Independence” von 1776
16
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.8
17
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.14
18
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.20
19
Georg Büchner & Friedrich Ludwig Weidig. „Der Hessische Landbote“. S.36
20
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. S.20
21
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. S.19
22
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. S.34
23
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. S.35
24
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. S.47
25
Karl Marx & Friedrich Engels. „Manifest der Kommunistischen Partei“. S.56
26
Eric J. Hobsbawm. „150 Jahre Kommunistisches Manifest.“. Hörbuch. o.O.: Argument Verlang, 1998.

Literaturverzeichnis
Bücher:
• Büchner, Georg und Weidig , Friedrich Ludwig. „Der Hessische Landbote“. Stuttgart: Reclam, 1996.
•Marx, Karl und Engels , Friedrich. „Manifest der Kommunistischen Partei“. Stuttgart: Reclam, 1999.
•Büchner, Georg. „Werke und Briefe. Münchner Ausgabe“. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1995

Hörbücher:
• Hobsbawm, Eric. „150 Jahre Kommunistisches Manifest.“. Hörbuch. o.O.: Argument Verlang, 1998.

Webseiten:
• http://gutenberg.spiegel.de/autoren/buechner.htm
• http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Buechner/
• http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_B%C3%BCchner
• http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hessische_Landbote
• http://www.uni-essen.de/einladung/Vorlesungen/hermeneutik/buechner.htm
• http://www.streitblatt.de/streitblatt/sb8/buechner.html
• http://www.raffiniert.ch/sbuechner.html
• http://schiller.germanistik.uni-sb.de/buechner/forschung/TMM79/ZEIT_1.htm
• http://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/index.htm
• http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx
• http://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1937/10/90jahrekm.htm
• http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistisches_Manifest
• http://de.wikipedia.org/wiki/Bourgeoisie
• http://de.wikipedia.org/wiki/Proletariat
Versicherung der selbständigen Arbeit

Hiermit versichere ich, dass ich die Arbeit selbständig angefertigt, keine anderen als die angegebenen
Hilfsmittel benutzt und die Stellen der Facharbeit, die im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt aus anderen
Werken entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht habe. Verwendete Informationen
aus dem Internet sind der Fachlehrerin/ dem Fachlehrer vollständig im Ausdruck zur Verfügung gestellt
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