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Röhrenvorverstärker SRPP 3stufig

Technische Daten

Rauschabstand MD-Verstärker: 59 dB (lin.), 76 dB (A-bew)


Line-Verstärker: 77 dB (lin.), 88 dB (A-bew)
insgesamt: 57 dB (lin.), 73 dB (A-bew)

Verstärkung bei 1 kHz: MD-Verstärker: 44 dB


Line-Verstärker: 22 dB

Übersprechen L – R: - 70 dB (10 kHz)


AUX – TUNER - 70 dB (10 kHz)

Frequenzgang : 20 Hz bis 100 kHz (+/- 1 dB)

Abweichung von der RIAA-Kurve: < 0,3 dB (ZE = 47 K Ohm/100 pF)


Klirrfaktor: < 0,01 % (U a = 1 V, 20 Hz – 20 kHz)
Ausgangswiderstand Line: 2,4K Ohm
Anstieg der Ausgangsspannung: 6,4 V/ us

Diesem Röhrenverstärker liegt eine in Europa und in den USA nahezu unbekannt gebliebene
Schaltung zu Grunde: das SRPP-(Shunt Regulated Push Pull) Prinzip. In der HF-Technik
schon länger bekannt, wendete der Japaner Anzai gegen Ende der sechziger Jahre dieses
Schaltungskonzept erstmalig in der NF-Technik an. Seitdem sind in Japan etwa 10 Varianten
des SRPP-Prinzips vorgestellt und ist der SRPP-Röhren-Vorverstärker dort zumindest zu
einem Standard geworden. Kommerziell ist dieses Konzept leider nie in großem Maße genutzt
worden, weil die praktische Anwendung des SRPP-Prinzips im NF-Bereich mit dem massiven
Einbrechen der Transistortechnik in alle Bereiche der Elektronik zusammenfiel: Röhren
waren damals „out“! Außerdem ist das SRPP-Prinzip mit Transistoren oder
Operationsverstärkern nicht machbar, weil der Klirrfaktor ohne Gegenkopplung zu groß wäre.

SRPP-Prinzip
Das SRPP-Prinzip unterscheidet sich grundlegend von den anderen kommerziell genutzten
Schaltungskonzepten für Röhrenvorverstärker. Die Originalität besteht vor allen Dingen in
der Gegentaktschaltung der Röhren, wobei diese gleichspannungsmäßig in Serie liegen: Bei
einer angenommenen Anodenspannung von 150 V pro Röhre muß die Betriebsspannung also
300V betragen. Die negative Gittervorspannung wird wie in fast allen Röhrenschaltungen
durch den Kathodenwiderstand erzeugt. Die Signalspannung wird dem Steuergitter der
unteren Röhre zugeführt und die am nicht überbrückten Kathodenwiderstand der oberen
Röhre abfallende Wechselspannung dient – Anode der unteren und Steuergitter der oberen
Röhre sind miteinander verbunden- als gegenphasige Steuerspannung für die obere Röhre,
während der Gleichspannungsabfall an R3 die Gittervorspannung dieser Röhre erzeugt (siehe
Bild 1).
Durch diese spezielle Gegentaktschaltung wird der Ausgangswiderstand der Röhre um den
Faktor 3 bis 4 herabgesetzt, was die sonst in Röhrenvorverstärkern obligatorischen
Kathodenfolgerstufe mit all ihren bekannten negativen Klangbeeinflussungen überflüssig
macht.
In seiner Funktionsweise ist das SRPP-Schaltungsprinzip also denkbar einfach. Um so
erstaunlicher aber sind deshalb die meßtechnisch erfaßbaren Vorzüge und noch stärker die
klanglichen Vorteile dieser Schaltung im Vergleich mit anderen, weit bekannten
Röhrenschaltungen.
- Sehr niedriger Klirrfaktor
- Extrem gute Linearität
- Hohe Verstärkung
- Hohe Übersteuerungsreserve
- Niedrige Ausgangsimpedanz (abhängig vom verwendeten Röhrentyp)
All diese Vorzüge machen es möglich, bei einem nach dem SRPP-Prinzip aufgebauten
Vorverstärker, vollkommen auf eine Gegenkopplung zu verzichten- selbst die
Kathodenwiderstände der unteren Röhrenhälften sind überbrückt- und dabei den
Klirrfaktorwert bei normalen Ausgangspegeln unter 0,1% zu halten. Im Gegensatz zu
anderen Röhrenschaltungen nimmt der Klirrfaktor zu höheren Frequenzen hin ab. Auf
Grund der hohen Stufenverstärkung sowie der sehr hohen Übersteuerungsreserve bietet
sich somit auch der Einsatz eines passiven RIAA-Entzerrernetzwerks mit all seinen
bekannten Vorteilen gegenüber der gebräuchlichen aktiven Entzerrung an.

Die Schaltung
Der Röhrenvorverstärker ist dreistufig aufgebaut: die beiden ersten Verstärkerstufen mit dem
zwischen Stufe 1 und 2 liegenden passiven RIAA-Entzerrernetzwerk bilden den Phono-
Vorverstärker, der eine Gesamtverstärkung von ca. 44 dB hat. das NF-Signal gelangt dann auf
die Signalumschaltung und anschließend auf den Lautstärkesteller. Auf ein
Klangregelnetzwerk oder eine andere Beeinflussungsmöglichkeit des Signals von außen
wurde verzichtet – so wie auch beim Großteil der angebotenen High-End-Vorverstärker.

Soweit die Vorteile vieler bewährter SRPP-Schaltungen, wenn da nicht die Exemplar-
Streuung vieler Röhren, auch der selektierten, manchmal Probleme bereiten würden. Man
könnte jetzt mit Halbleitern regelnd in das System eingreifen, doch die gehören unserer
Meinung nach allenfalls ins Netzteil aber nicht in den Signalweg eines Röhrenverstärkers.
Bei den neuen Varianten unserer Schaltung kann man neben jeder Röhre einen Trimmer
sehen. Mit Hilfe eines Messwiderstandes als Shunt in der Anodenspannung, sowie eines
recht aufwendigen Messaufbaus, stimmen wir die Arbeitspunkte aller Röhrensysteme
aufeinander ab. Durch diese Maßn. bleibt der Klirrfaktor auch bei hohen Pegeln unter
0,1%. Im Klartext eine deutliche Klangverbesserung.
Dieser Abgleich hält zwar ein Röhrenleben lang muss aber bei einem Röhrenwechsel
erneut vorgenommen werden.

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