Sie sind auf Seite 1von 7

Integralrechnung

GK 12, WM

Einstiegsaufgabe
In ein zunächst leeres Wasserbecken werden pro Minute 10l eingefüllt. Nach 60 Minuten wird der Zulauf
gestoppt und das Wasser wird mit 5l pro Minute abgelassen.
a) Zeichne ein Diagramm, das für die ersten 200 Minuten den Füllstand des Beckens angibt.
Lasse darunter ca. 10cm Platz für ein weiteres Diagramm.
b) Erstelle eine Funktionsgleichung f (t), die den Füllstand für diese ersten 200 Minuten beschreibt
(„Füllstandsfunktion“). Es ergibt sich eine stückweise definierte Funktion.
c) Zeichne in die Lücke ein weiteres Diagramm, bei dem die Werte auf der waagerechten Achse
genau unter den Werten des ersten Diagramms sind. Dieses Diagramm soll den aktuellen Zulauf
l
pro Minute angeben. Einheit auf der senkrechten Achse: 1cm → 2 min .
d) Erstelle hierzu eine Funktionsgleichung z(t), die die Zulaufmenge angibt („Zulauffunktion“).
e) Versuche, bestehende Zusammenhänge zwischen den beiden Diagrammen bzw. zwischen den
Funktionsgleichungen herauszufinden.
f) Wie viel Wasser fließt bis zum Ende der 20. Minute (t = 20) ins Becken (bitte Rechenweg notieren!)?
g) Wie viel Wasser fließt zwischen Ende der 20. Minute (t = 20) und Ende der 35. Minute (t = 35) ins
Becken (bitte Rechenweg notieren!)?
h) Wie viel Wasser fließt zwischen Ende der 50. Minute (t = 50) und Ende der 70. Minute (t = 70) ins
Becken (bitte Rechenweg notieren!)?
i) Wie viel Wasser fließt zwischen Ende der 55. Minute (t = 55) und Ende der 90. Minute (t = 90) ins
Becken (bitte Rechenweg notieren!)?
Zusammenfassung 1
Der Füllstand ändert sich mit der Zeit. Die Zulauffunktion beschreibt diese Änderung für jeden Zeit-
punkt. Man erhält die aktuelle Änderungsrate, also den Wert der Zulauffunktion zu einem bestimmten
Zeitpunkt, indem man den Wert der Ableitungsfunktion der Füllstandsfunktion zu diesem Zeitpunkt
berechnet.
Aus einer gegebenen Füllstandsfunktion lässt sich also durch Ableiten die Zulauffunktion berechnen.

Zusammenfassung 2
Eigentlich war die Aufgabe aber andersherum gestellt: Es waren Informationen über den Zulauf gegeben,
d.h. man hätte die Zulauffunktion zuerst zeichnen bzw. angeben können.
Die Zulauffunktion beschreibt die momentane Änderung der gerade vorhandenen Füllmenge. Ist der
Zulauf positiv (z(t) > 0), steigt der Füllstand. Ist der Zulauf negativ (z(t) < 0), fällt der Füllstand. Jeder
aktuelle Wert der Zulauffunktion erzeugt also in diesem Moment eine Wirkung auf den Füllstand.
Über einen bestimmten Zeitraum ergibt sich aus den bekannten Änderungsraten die daraus resultierende
Änderung des Füllstandes. Ist die Änderungsrate während dieses Zeitraums zeitweise positiv, aber auch
negativ, dann müssen die daraus resultierenden Wirkungen miteinander verrechnet (bilanziert) werden.
Problem: Wie kommt man rechnerisch von einer gegebenen Zulauffunktion zur Füllstandsfunktion?

Die Stammfunktion
Wir haben gesehen, dass die Zulauffunktion gerade die Ableitungsfunktion der Füllstandsfunktion ist.
Also muss man das Verfahren „Ableiten“ umkehren. Das Gegenteil der Ableitungsfunktion ist eine
Stammfunktion:
Definition: Gegeben sei eine auf einem Intervall I definierte Funktion f .
Eine Funktion F heißt Stammfunktion von f im Intervall I, wenn für alle x ∈ I gilt:

F0 (x) = f (x) .

Im Buch findet man diese Definition auf Seite 166. Üblich ist es, eine Stammfunktion mit dem entspre-
chenden großen Buchstaben zur gegebenen Funktion zu bezeichnen. Wenn also h(x) gegeben ist, nennt
man eine zugehörige Stammfunktion in der Regel H(x).
Der anschließende Satz 1 gibt die Regeln zum Bilden einer Stammfunktion an.
Satz 2 ist besonders wichtig: Er besagt, dass es für eine gegebene Funktion unendlich viele Stammfunk-
tionen gibt: Man addiert einfach eine konstante Zahl. Dass dies auch eine Stammfunktion ist, liegt daran,
dass diese Zahl beim Ableiten wegfällt.

Die Integrationskonstante
Im Zusammenhang der Einstiegsaufgabe hat diese beliebige konstante Zahl, die sogenannte Integrati-
onskonstante, eine anschauliche Bedeutung: Sie ergibt sich aus den Randbedingungen, die im Kontext
vorausgesetzt werden müssen.
Beispiel 1: Das Becken ist am Anfang nicht leer. Wenn z.B. zu Beginn 1000 l im Becken sind, lautet der
Füllstandsfunktionsterm im ersten Abschnitt 10 · t + 1000.
Entsprechend sind nach 60 Minuten dann 1600 Liter im Becken. Die Funktion verschiebt sich im 2.Ab-
schnitt entsprechend, weil ja für t = 60 jetzt 1600 herauskommen muss.
Achtung: es dauert dann natürlich auch länger, bis das Becken leer ist, d.h. entweder wird das mittlere
Intervall größer (das hat dann auch Auswirkungen auf die Zulauffunktion) oder im letzten Abschnitt
ab Minute 180 sind wieder konstant 1000 l drin.
Allgemeiner: Wenn eine stückweise definierte Funktion vorliegt, die eine Änderungsrate beschreibt,
dann muss man mit Hilfe der Integrationskonstanten die einzelnen Abschnitte in der Stammfunktion
„zusammenkleben“, denn der Füllstand kann ja keinen Sprung machen, wenn sich der Zulauf ändert
(Erinnerung: Wie kamen wir auf die 900 im zweiten Abschnitt?)
Beispiel 2: Beim Berechnen der Gesamtänderung auf einem Intervall hat die Integrationskonstante
keinen Einfluss, denn bei der Berechnung F(b) − F(a) ergibt sich, wenn man jeweils C addiert, gerade
(F(b)+C)−(F(a)+C). Die Cs heben sich gegenseitig weg und es kommt das gleiche heraus, also F(b)−F(a).
Apropos Integrationskonstante, es fehlt noch was, nämlich das Integral selbst.
Die Gesamtänderung (Wirkung) als Integral
Dies ist eine Anwendung des Hauptsatzes der Differenzial- und Integralrechnung. Der Hauptsatz selbst
kommt später, aber hier schonmal, wofür er (u.a.) gut ist. Kleine Vorbemerkung: Es werden die Funktio-
nennamen aus der Einstiegsaufgabe verwendet. Man kann aber auch z(x) durch 1(x) ersetzen und f (x)
durch G(x).
Ist z(t) auf dem Intervall [t1 ; t2 ] die momentane Änderungsrate der Größe, die durch f (t) beschrieben
wird, dann erhält man die Gesamtänderung oder Wirkung in diesem Intervall durch
Z t2
f (t2 ) − f (t1 ) = z(t)dt
t1

Beachte: f ist hierbei eine (beliebige) Stammfunktion von z. Die Integralschreibweise ist historisch so
entstanden, hierzu später mehr. Wichtig: das dt muss man aufschreiben. Es gibt die Integrationsvariable
an (wichtig bei Funktionenscharen) und sagt, wo das Integral zuende ist.
Man schreibt das dann konkret so auf, z.B. für die Aufgabe h) der Einstiegsaufgabe (Beachte die Klam-
mern):
Z 70
Änderung = z(t)dt = f (70) − f (50) = (−5 · 70 + 900) − (10 · 50) = 550 − 500 = 50 .
50

Es sind also zur Minute t2 = 70 genau 50 Liter mehr im Becken als zur Minute t1 = 50. Wenn die Änderung
negativ ist, dann ist weniger drin als vorher. Wenn sich der Wert Null ergibt, ist wieder genauso viel
R t1
drin wie vorher. Logisch ist, dass sich keine Änderung ergibt, wenn t1 = t2 ist, also t z(t)dt = 0. Daher
1
ist es auch an den Übergangsstellen der Einstiegsaufgabe egal, welchen Wert die Änderungsrate hat.

Beispielaufgabe Zulauffunktion
a) Stellen Sie die Gleichung der Zuleitungsfunktion zu folgendem Sachverhalt auf:

l
• In der ersten halben Stunde wird der Zufluss gleichmäßig von Null auf 4 min erhöht.
l
• Danach wird das Zulaufventil innerhalb von 15 Minuten gleichmäßig auf 2 min geschlossen.
Dieser Zulauf bleibt anschließend 10 Minuten lang bestehen.
l
• Anschließend wird der Zufluss 10 Minuten lang gleichmäßig um 1 min pro Minute erhöht.

b) Ein anderes Becken, das genau 1000 Liter fasst, hat die Zuleitungsfunktion



2t für 0 ≤ t < 20
z(t) =  20 ≤ t < 30

40 für



70 − t für 30 ≤ t ≤ T

Der Zeitpunkt T soll angeben, wann der Zufluss wieder versiegt.


1. Berechnen Sie T.
2. Geben Sie den Zufluss nach 11, nach 26 und nach 35 Minuten an.
3. Bestimmen Sie die Füllstandsfunktion f (t). Randbedingung: Das Becken ist vorher leer.
4. Wie viel Wasser befindet sich jeweils nach 11, nach 26 und nach 35 Minuten im Becken?
5. Wie verändert sich der Füllstand zwischen Minute 20 und Minute 40?
6. Läuft das Becken über? Geben Sie zu Ihrer Antwort eine interessante Zahlenangabe an.

Lösung
a) Es hilft wirklich, zunächst das dazugehörige Diagramm zu zeichnen mit den markanten Punkten
(30/4), (45/2), (55/2) und (65/12). Zwischen diesen Punkten besteht z(t) aus Geradenstücken, die
einzeln berechnet werden müssen.

für 0 ≤ t < 30
2
t
 15 2



− 15 t + 8 für 30 ≤ t < 45

z(t) = 




 2 für 45 ≤ t < 55

t − 53 für 55 ≤ t ≤ 65

b) 1. Der Zufluss versiegt genau dann, wenn z(T) = 0. Gesucht ist das für den Bereich T > 30. Also
muss man z(T) = 70 − T = 0 nach T auflösen und erhält T = 70.
2. Hier muss man die Werte in z(t) einsetzen und in der richtigen Zeile nachsehen (Bei der
Antwort die Einheiten nicht vergessen!):

z(11) = 22 min
l
, z(26) = 40 min
l
, z(35) = 35 min
l
.

3. Die Füllstandsfunktion ergibt sich als Stammfunktion der Zulauffunktion:





t2 + C1 für 0 ≤ t < 20
f (t) =  + für 20 ≤ t < 30

40t C

 2
70t − 2 t + C3 für 30 ≤ t ≤ 70
1 2


Man könnte hier natürlich auch Z(t) schreiben...


Die Integrationskonstanten ergeben sich so:
C1 : Das Becken ist vorher leer, also gilt f(0)=0. Einsetzen in den ersten Funktionsterm ergibt
02 + C1 = 0. Daraus folgt C1 = 0.
C2 : Aus dem ersten Abschnitt der Funktion ergibt sich f (20) = 400. Eigentlich darf man
die 20 dort gar nicht einsetzen, aber weil die 20 die Grenze ist, geht das trotzdem1 Der
gleiche Funktionswert muss auch am Anfang des zweiten Abschnitts gelten, weil dort
die Funktionen „zusammengeklebt“ werden. Demnach muss f (20) = 40 · 20 + C2 = 400
gelten. Daraus folgt C2 = −400, wenn man die Gleichung auflöst.
C3 : Es geht analog weiter: Aus dem zweiten Abschnitt der Funktion ergibt sich f (30) = 40·30−
400 = 800. Die Fußnote gilt auch entsprechend. Demnach muss f (30) = 70·30− 21 302 +C3 =
800 gelten. Daraus folgt C3 = −850, wenn man die Gleichung auflöst.
Das Endergebnis lautet also:



t2 für 0 ≤ t < 20
f (t) =  für 20 ≤ t < 30

40t − 400


70t − 1 t2 − 850

für 30 ≤ t ≤ 70

2

4. Einsetzen der Werte in f (x):

f (11) = 121l, f (26) = 640l, f (35) = 987, 5l.

5. Hier wird das Integral gefragt, wobei man direkt den Unterschied zwischen den beiden
Füllständen berechnen kann. Da ich die Aufgabe nachträglich dazwischen geschoben hatte,
ist sie leider unglücklich gestellt, was zum einen bedeutet, dass die nächste Aufgabe nur noch
halb so sinnvoll ist und zum anderen dazu führt, dass man mit dem Antwortsatz aufpassen
muss.
f (40) = 1150 und f (20) = 400. Die Differenz ist f (40) − f (20) = 1150 − 400 = 750. Da das Becken
aber ab 1000 Liter überläuft, wird es nie so voll, d.h. der Füllstand ist f (40) = 1000. Damit
ergibt sich als Veränderung, dass 600 Liter mehr im Becken sind, 150 Liter sind übergelaufen.
In Zukunft werde ich hier statt 40 nach 35 fragen...
6. Eigentlich sollte man also zunächst berechnen, ob das Becken überläuft, also f (t) = 1000 setzen
und nach t auflösen. Wenn die Lösung im richtigen Intervall ist, läuft es über, sonst nicht. Da
man aber in der vorigen Aufgabe f (40) > 1000 war, weiß man schon, dass es überläuft.
Die interessante Zahlenangabe ist in diesem Fall also, genau wann das passiert. Dazu muss
man die Gleichung trotzdem noch lösen und bekommt aus 70t − 21 t2 − 850 = 1000 die zwei
Lösungen t1 ≈ 35, 3590 und t2 ≈ 104, 6410 heraus. Natürlich ist die Lösung t1 richtig, weil
sie erstens im richtigen Intervall (30 ≤ t ≤ 70) liegt und zweitens dies der kleinere Wert ist
und das Becken hier überläuft. 2 Falls das Becken nicht übergelaufen wäre, wäre natürlich der
maximale Füllstand interessant gewesen (also: Maximum der Füllstandsfunktion in diesem
Intervall berechnen!)

Andere Aufgaben
Am Anfang der Klausur wird es eine Aufgabe geben, bei der man Stammfunktionen bestimmen muss
(S.168 Nr. 3) und den Wert des Integrals (S.171 Nr. 3).
1 Wer mathematisch ganz exakt sein will, müsste das mit dem Grenzwert machen, weil man ja aber eine Folge von Zahlen
einsetzen darf, die immer näher an die 20 dran kommen. Also f (20) = lim t2 = 202 = 400.
t→20
2 Derzweite Wert würde angeben (falls man sich diesen unrealistischen Fall wirklich vorstellen möchte), ab wann das Becken
nicht mehr überläuft, wenn der dritte Abschnitt eine vernünftige Modellierung wäre und bei Werten mit Ablauf zunächst das
übergelaufene Wasser abgepumpt wird...
Lösungen:
S.168 Nr. 3: Es wird jeweils eine Stammfunktion angegeben. Jede Funktion, bei der eine konstante Zahl
dazu addiert wird, ist selbstverständlich auch eine Stammfunktion.
a) f (x) = 3x −→ F(x) = 32 x2 + 10
0,5 3
b) f (x) = 0, 5x2 −→ F(x) = 3 x −5
√ √
c) f (x) = 2x3 −→ F(x) = 4 x +π
2 4

d) f (x) = 0 −→ F(x) = 153952 (oder jede andere reelle Zahl, sogar Null wäre erlaubt.)

e) f (x) = 0, 4x4 −→ F(x) = 0,4
5 x +
5
7

f) f (x) = 3
x2
= 3x−2 −→ F(x) = 3 −1
−1 x = −3
x

g) f (x) = − x13 = −1 · x−3 −→ F(x) = −1 −2


−2 x = 1
2x2

h) f (x) = (−3x)2 = 9x2 −→ F(x) = 3x3 − 3


S.171 Nr. 3
a) Einmal ordentlich untereinander geschrieben, wie ich es in der Klausur erwarte:
Z 4
1 4
 
xdx = x2 Hinweis:In der eckigen Klammer steht eine Stammfunktion
1 2 1
1 1
= ( 42 ) − ( 12 ) Hinweis:Grenzen eingesetzen, „obere minus untere“. Klammern beachten!
2 2
= 8 − 0, 5 Hinweis:ausrechenen
= 7, 5

Aus Platzgründen jetzt immer in einer Zeile:


Z 3
1 3 1 2
 
b) x2 dx = x3 = 9 − = 8
1 3 1 3 3
Z 4
1 4
 
c) x3 dx = x4 = 64 − 4 = 60
−2 4 −2
Z 2  2
1 1 1 1
d) 2
dx = − = − − (− ) = −0, 5 + 2 = 1, 5
0,5 x x 0,5 2 0, 5
Z 4
−1 1 4 1 1 3
 
e) 3
dx = 2
= − =−
2 x 2x 2 32 8 32
f) Wenn die Grenzen nicht aufsteigend geordnet sind, rechnet man stur genauso - was genau dahinter
steckt, machen wir noch (natürlich nicht in der Klausur...).
Z −10 −10
1 3 1 −8 2

x2 dx = x = · (−1000) − = −330
−2 3 −2 3 3 3
−4
1 −4
Z  
g) (1 − x)dx = x − x2 = (−4 − 8) − (−8 − 32) = −12 + 40 = 28
−8 2 −8
Z −3
h) (−3)dx = [−3x]−3
−4 = 9 − 12 = −3
−4

Beispielaufgabe Sachzusammenhang
Die dritte Aufgabe wird eine Funktion im Sachzusammenhang sein, d.h. die Funktion wird eine Ände-
rungsrate sein. Natürlich muss man hierbei jetzt auch eine Änderung berechnen.
Beispiele: S.172 Nr.11 und 12 (werden die Lösungen hierzu gewünscht? Bitte Mail bis Montag Abend!),
oder allgemeiner:
Die Funktion f (x) = −x3 + 4x2 beschreibt für 0 ≤ x ≤ 4 die Wachstumsrate in Monat
cm
einer Pflanze in den 4
Monaten nach der Aussaat.
a) Berechne den Zeitpunkt, zu dem die Pflanze am schnellsten wächst.
b) Bestimme den Wendepunkt und deute ihn im Sachzusammenhang.
c) Berechne, um wie viele Zentimeter die Pflanze während des 2.Monats wächst.
d) Bestimme die endgültige Höhe der Pflanze.
Lösung
a) Suche das Maximum von f (x) im gegebenen Intervall. Lösung: Nach x = 2 23 ≈ 2, 7 Monaten (etwa
80 Tagen) wächst die Pflanze am schnellsten.
 
b) Der Wendepunkt liegt bei 34 / 128 1
27 liegt der Wendepunkt. Deutung: nach ca. 40 Tagen (1 3 Monaten)
nimmt das Wachstum der Pflanze am schnellsten zu. Das Wachstum selbst beträgt gerade 4,74cm
pro Monat.
Wenn man zusätzlich wissen möchte, um wie viel das Wachstum pro Monat zunimmt, muss man
den Wert der 1.Ableitung an dieser Stelle ausrechnen (Einheit der Zunahme des Wachstums ist
dann „Zentimeter im Monat pro Monat“)
Z 2
1 4 4 3 1 67
 
c) (−x + 4x )dx = − x + x =
3 2
1 4 3 1 12
Die Pflanze wächst während des zweiten Monats um ca. 5,6 Zentimeter.
Z 4
1 4 4 64
 
d) (−x3 + 4x2 )dx = − x4 + x3 =
0 4 3 0 3
Die Pflanze wird insgesamt (nach dem 4.Monat) ca. 21,3 Zentimeter hoch.
S.172 Nr. 11
Aus der Aufgabenstellung entnimmt man folgende Informationen über die Wachstumsfunktion:
• w(0) = 0 und w(40) = 25. Die Zunahme ist linear, also hat man für 0 ≤ t ≤ 40 eine Gerade mit dem
Funktionsterm w(t) = 40
25
t, gekürzt w(t) = 58 t.
• w(40) = 25 und w(70) = 0. Auch hier ist die Abnahme linear, also muss man die dazugehörige
30 t + 3 . Insgesamt:
Geradengleichung ermitteln. Für 40 < t ≤ 70 gilt also w(t) = − 25 175


5
8t für 0 ≤ t ≤ 40

w(t) = 

− 65 t +
 175
3 für 40 < t < 70

Die Stammfunktion gibt die Wirkung dieses Wachstums an, also die dazugewonnene Höhe der
Pflanze. Es gilt: 
 16 t2 + C1
5
 für 0 ≤ t ≤ 40
W(t) = 

− 12 t + 3 t + C2 für 40 < t < 70
 5 2 175

Da nicht bekannt ist, wie hoch die Pflanze am Anfang ist, setzen wir C1 = 0, weil in der Aufgabe
nach dem Höhenzugewinn gefragt ist — es ist also egal, wie hoch die Pflanze am Anfang war.
Damit ergibt sich für die „Klebestelle“: W(40) = 500, d.h. nach 40 Tagen ist die Pflanze um 500 cm
gewachsen.
Für den zweiten Abschnitt der Funktion muss die Pflanze an dieser Stelle weiterwachsen, d.h.
W(40) = 500 muss auch für den zweiten Abschnitt gelten. Damit wird nun C2 berechnet:

5
W(40) = − · 402 + 175
3 · 40 + C2 = 500
12
Auflösen ergibt C2 = −1166 23 .
Ergebnis für die Stammfunktion:

5
 16 t2 für 0 ≤ t ≤ 40

W(t) = 

− 12
 t +
5 2 175
3 t + −1166 32 für 40 < t < 70

Damit wächst die Pflanze in diesen 70 Tagen insgesamt um W(70) = 875 cm.

Seite 172 Nr. 12


a) Zeichnen mache ich jetzt nicht vor — Eine nach unten geöffnete Parabel mit Scheitelpunkt bei
(0/600) und Nullstellen bei t = −6 und t = 6.

b) Die Wirkung der „Stündlichen Kohlendioxid-Umwandlungs-Funktion“ über eine längere Zeit ist
die insgesamt umgewandelte Menge. Diese berechnet man demnach mit dem Integral:
6
200 3 6
Z  
k(t)dt = 600t − t
−6 36 −6
200 3 200
   
= 600 · 6 − 6 − 600 · (−6) − (−6) 3
36 36
= 2400 − (−2400)
= 4800.

Ein Quadratmeter Buchenblätter verbraucht also an einem solchen 12–Stunden Tag 4800 ml Koh-
lendioxid.
Eine Buche hat 0, 0025m2 · 200000 = 500m2 Quadratmeter Blattoberfläche.
Während eines Tages verbraucht die Buche also 500 · 4800ml = 2.400.000ml, also 2400 Liter Koh-
lendioxid.