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Schreibaufgabe 1: Strukturfunktionalismus

Prinzipiell betrachtet der Strukturfunktionalismus die Gesellschaft als Ganzes, in der sich die
Mitglieder miteinander vernetzen. Talcott Parson, als Vertreter, sieht Gesellschaften als komplexe
Gefüge aus Subsystemen an, die bestimmte Funktionen haben und individuelle Aufgaben erfüllen.
Funktion meint dabei den Austausch von Aufgaben. Dabei nimmt di Theorie an, dass Mitglieder der
Gesellschaft hilflos geboren werden und die Mitglieder für den Nachwuchs zu sorgen haben. In
Parsons Modernitätstheorie geht es vor allem darum, dass sich die Moderne durch eine rationale
Organisation der Gesellschaft auszeichnet. Das bedeutet sie kann vor allem eine demokratisch
legitimierte Herrschaft, eine gesetzesbasierte Bürokratie, wissenschaftliche Rationalität und ein
offenes Mobilitätssystem aufweisen, in dem die Berufe nach Qualifikationen zugeteilt werden.
Außerdem ist es Aufgabe des Bildungswesens, Individuen in die Gesellschaft zu integrieren und
Normen und Werten zu vermitteln. Des Weiteren dient es der Akzeptanz der Herrschaftsverhältnisse.
Ungleichheit wird vor allem durch Leistungsideologie legitimiert. Somit können Schulen auch für
politische Zwecke leicht missbraucht werden. Nach Fend gibt es drei Teilsysteme (politisches System,
ökonomisches System und Bildungssystem), die in das Kultursystem und die Sozialstruktur
eingebettet sind. Die Interdependenz zwischen Bildungssystem und politischen System lässt sich
zunächst damit beschreiben, dass das politische System Rahmenbedingungen setzt. Der Staat
übernimmt die Steuerungsaufgabe und durch die Schulpflicht wird der Unterricht zur Veranstaltung
des Staates. Andererseits gibt das Bildungssystem normative Loyalität gegenüber dem politischen
System. Das bedeutet, es wird sich mit dem Wertesystem, der Kultur und Geschichte einer
Gesellschaft identifiziert und Normen und Werte werden als Regeln der Leistungsgesellschaft
etabliert. Hinsichtlich der Wechselwirkung mit dem Wirtschaftssystem funktioniert die Schule als
Instrument zur Erzeugung von Qualifikationen (auch Humankapital genannt), die für die Ökonomie
zentral sind. Es kommt zur Bildungsökonomie, als neue wissenschaftliche Disziplin. Das
Wirtschaftssystem sichert andererseits die materielle Basis durch infrastrukturelle Voraussetzungen,
Materialien und Medien. Diese Bereitstellung erfolgt jedoch nur indirekt durch die Ökonomie, denn
letztendlich ist es der Staat, der durch Steuern diese finanziellen Ressourcen bereitstellt. Das
kulturelle System bildet den Hintergrund der Interaktionen. Innerhalb des Bildungssystems laufen
Prozesse der Objektivierung ab, das bedeutet das Individuum wird in der Kultur „beheimatet“.
Prozesse der Resubjektivierung hingegen beschreiben die Verlebendigung der neuen Generationen,
da Kultur in den Unterricht transformiert und tradiert wird.

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