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Siemensstadt | Hochbauwettbewerb | Modul 1

Architektur

| 1. Preis TM
ROBERTNEUN ARCHITEKTEN GMBH, Berlin

Verfasser
Nils Buschmann, Tom Friedrich

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


Ilana Ginton, Max Mütsch, Mathias Pudelko, Benedikt Bührle, Carolina Gomes, Neele Müller,
Luis Wagenführer

Fachberaterinnen und Fachberater


Bollinger Grohmann Ingenieure, Transsolar Klima Engineering

Beurteilung des Preisgerichts

Der Wettbewerbsbeitrag überzeugt das Preisgericht mit


besonderen Qualitäten, auch wenn er Fragen aufwirft.
Durch die differenzierte Gestaltung und Orientierung der
Fassaden der beiden Hauptgebäude sowie die Platzierung
des Informationspavillons (SIC) werden attraktive öffentli-
che Außenräume gebildet, Adressen geschaffen und ge-
lingt es sowohl für diesen 1. Bauabschnitt als auch für
die gesamte Siemensstadt 2.0 eine Identität zu etablie-
ren, die Potential für die Weiterentwicklung bietet.

Das Preisgericht würdigt den konzeptionellen Ansatz,


sich über Farbe und architektonische Haltung in den
denkmalgeschützten Kontext einzufügen und gleichwohl
eine eigene Identität zu entwickeln. Der hohe Glasflä-
chenanteil im Hochhaus und die horizontale Ausrich-
tung, insbesondere zur West- und Ostseite, werden kri-
tisch diskutiert. Gleichermaßen ist das Preisgericht nicht
abschließend überzeugt vom vielleicht überzogenen Maß
der Filigranität der regalartigen Fassade. Die Südfassa-
de des Hofgebäudes und dabei insbesondere die lange
Treppe ist in Bezug auf die Verträglichkeit im Gegen-
über mit dem Verwaltungsgebäude und die Notwendig-
keit als Erschließungselement nicht überzeugend.

Die Arbeit überzeugt durch eine allgemeine Funktiona-


lität in den Grundrissen, darin insbesondere die gro-
ßen (z.B. der überdachte Innenhof) und kleinen, gut
nutzbaren kommunikativen Bereiche, innovative Ar-
beitsplatzkonzepte und eine Gestaltung und Nutzungs-
anordnung in den Erdgeschossen, die eine Aufwertung der angrenzenden öffentlichen Räume unterstützt und einen fließenden Übergang zwischen Innen
und Außen schafft. Gleichwohl wird der Bereich der Haupterschließung des Hofgebäudes (Gebäude A) und die weiterführende Fortsetzung der Erschließung
in den Innenhof kontrovers diskutiert, da sie in der dargestellten Durchgängigkeit u.U. aus Sicherheitsgründen fragwürdig ist.

Die Idee der Integration der Zufahrten zur östlichen Tiefgarage in den Informationspavillon wird im Ansatz begrüßt, schafft jedoch auch offene Fragen zur
Verkehrsdichte am Pavillon und der Größe der Tiefgarage.

Kritisch diskutiert wird die Überschreitung des geforderten Programms, einhergehend mit der eingeschossigen Überschreitung der Höhe. Die Flächeneffizienz
in der Gebäudeorganisation ist gleichwohl angemessen.

In Bezug auf die Nachhaltigkeit überzeugt der Entwurf durch ein schlüssiges ökologisches Gesamtkonzept mit hochwertigen Lösungsansätzen, das sowohl
Wärme- als auch Stromversorgung betrachtet. Geothermie, Grundwasserkühlung und multifunktionale Photovoltaikmodule tragen zur klimafreundlichen
Energieversorgung bei, während das zentrale Lüftungssystem effizient und wirtschaftlich arbeitet. Als einziger Entwurf im Wettbewerb wird auch die Sektor-
kopplung zur Mobilität betrachtet. Bei beiden Hauptgebäuden werden unterschiedliche Ansätze zum effizienten Materialeinsatz verfolgt: Hohlraumdecken im
Hochhaus, Holzhybridbauweise im Flachbau. Retentionsdächer, extensive und intensive Dachbegrünung und PV-Pergolen werden intelligent kombiniert.

Insgesamt bildet der Entwurf einen hervorragenden Beitrag zum Wettbewerb, der insbesondere aufgrund seiner in sich kohärenten, eigenständigen und der
Aufgabenstellung entsprechenden städtebaulich-gestalterischen Haltung gewürdigt wird.
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