Sie sind auf Seite 1von 3

Unfraktionierte und Fraktionierte Heparine

Gemeinsame Einflußgrößen auf Heparinwirkung


Thrombozytenzahl Thrombopenie verstärkt Heparinwirkung

Beschleunigte Thrombin-
Abgeschwächte Heparinwirkung
bildungsrate (z.B. Malignome)

Antithrombin-Gehalt
Direkte Abhängigkeit der Heparinwirkung
(z.B. bei Sepsis vermindert)

Leber- / Nierenfunktion Verstärkte Heparinwirkung bei Insuffizienz

pH Verringerte Heparinwirkung im sauren Bereich

Wichtigste Unterschiede
Fraktionierte Heparine =
Unfraktionierte Heparine
Niedermolekulare Heparine

Molekulares Gewicht 3000 - 30.000 Dalton 4000 - 8000 Dalton

Applikationsformen intravenös / subcutan subcutan

Bioverfügbarkeit ca. 60% 100%

Halbwertzeit 60min 100-180min

Hemmung Thrombin > > Faktor Xa Thrombin < < Faktor Xa

Thrombozytenaggregation stark gering

PTT-Verlängerung dosisabhängig sehr gering (dosisabhängig)

Therapiekontrolle PTT-Zeit Anti-Xa Spiegel

Gewichtsbezogene Dosierung Nein Ja

Kumulation bei + +++


Niereninsuffizienz
Risiko für Heparin induzierte +++ +
Thrombopenie
Osteoporoserisiko +++ +

J. Andresen Stand 09/2004


Vorteile / Nachteile der verschiedenen Heparine
Fraktionierte Heparine =
Unfraktionierte Heparine
Niedermolekulare Heparine

Bioverfügbarkeit unterliegt Variationen 100%

PTT zu jeder Zeit bestimmbar


Anti-Xa Spiegel Bestimmung
jedoch häufigere Kontrollen
Steuerbarkeit der Therapie in MHH nur Mo. - Fr. möglich
als bei den fraktionierten
Test dauert länger als PTT
Heparinen notwendig

wenn Zufuhr gestoppt, bei unerkannter Kumulation


Blutungsrisiko Wirkung nach ca. 2h höher als bei unfraktionierten
fast aufgehoben Heparinen

Applikation durch Patienten nicht möglich für häusliche Therapie geeignet

Risiko HIT ++ deutlich geringer

Risiko Osteoporose ++ deutlich geringer

Clexane© (Enoxaparin) als Beispiel für niedermolekulare Heparine

zugelassen für: - Thromboseprophylaxe


- Therapie tiefer Beinvenenthrombosen
- Gerinnungshemmung während Dialyse
- Instabile Angina pectoris
- Nicht ST-Hebungsmyokardinfarkt

angewendet auch bei: - Tachyarrhythmia absoluta


- Mechanischem Herzklappenersatz
- Lungenembolie

CAVE: Die folgenden Dosierungsvorschläge und Kontrollen sind


Orientierungsvorschläge und ersetzten nicht eine für den
einzelnen Patienten spezielle Risikoabschätzung

J. Andresen Stand 09/2004


Therapeutische Heparinisierung ("Vollheparinisierung")

Zieldosis 1 mg/kg Körpergewicht 2 x tgl. s.c.

Bei Clexane multidose gilt: 1ml entspricht 100mg


 z.B. 70kg => 0,7ml Clexane 1-0-1 s.c. tgl.
 z.B. 80kg => 0,8ml Clexane 1-0-1 s.c. tgl.

- Max. 1,0ml => bis ca. 104 kg möglich (Kumulationsgefahr !)

- Bei höherem Gewicht keine ausreichenden Studiendaten,


allgemein wird eine Applikation nach Anti-Xa Spiegel empfohlen

- Bestimmung des Anti-Xa Spiegel meist an Tag 3 sinnvoll,


falls außerhalb des Zielbereiches ggf. weitere Kontrollen

- CAVE: 1. Blutabnahme im Zeitfenster von 2-4h nach s.c. Gabe,


bei Nichteinhaltung falsche Resultate
2. Auf grüner Laborkarte immer Angabe der Heparin-Art
(niedermolekular ankreuzen, Clexane handschriftlich
ergänzen, zusätzlich leserliche Unterschrift )

- Therapeutischer Bereich liegt zwischen 0,4 und 0,8 U/ml

- Nach 14 Tage Reduktion auf 1 x tgl., da Studien ein ansteigendes


Blutungsrisiko zeigten und eine Reduktion das Risiko für
thrombembolische Ereignisse nicht signifikant erhöhte,
dann keine Spiegelkontrollen zur Ermittlung des therapeutischen
Bereiches mehr, nur noch bei V.a. Kumulation

- CAVE: Höhergradige Niereninsuffizienz ist Kontraindikation ,

da starkes Kumulations- und somit Blutungsrisiko

Prophylaktische Heparinisierung

- gewichtsbezogen, siehe therapeutische Dosierung, aber nur 1 x tgl.


- International werden keine generellen Spiegelkontrollen empfohlen,
nur bei V.a. Kumulation sinnvoll
- Therapeutischer Bereich liegt zwischen 0,2 und 0,4 U/ml

J. Andresen Stand 09/2004

Das könnte Ihnen auch gefallen