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CME  Weiterbildung · Zertifizierte Fortbildung

Orthopäde 2011 · 40:99–113 A.A. Kamand · J. Warzecha · S. Schneider · W. Daecke · A. Meurer


DOI 10.1007/s00132-010-1737-7 Klinik für spezielle Orthopädie und Orthopädische Chirurgie,
Online publiziert: 12. Januar 2011
Orthopädische Universitätsklinik Frankfurt, Frankfurt am Main
© Springer-Verlag 2011

Redaktion
R. Gradinger, München 
R. Graf, Stolzalpe 
Gutartige Knochentumoren
J. Grifka, Bad Abbach 
A. Meurer, Friedrichsheim
Zusammenfassung
Gutartige Knochentumoren sind Neubildungen, die ihren Ursprung im Knochen haben und denen
die Merkmale bösartiger Tumoren – infiltratives Wachstum und Fernmetastasierung – fehlen. Sie
werden gemäß WHO („World Health Organization“) anhand ihrer Matrix (knöchern, knorpelig,
bindegewebig u. a.) eingeteilt. Traditionell werden auch einige nicht wirklich neoplastische Kno-
chenläsionen zu den gutartigen Knochentumoren gezählt, die der Kategorie tumorähnliche Kno-
chenläsionen angehören. Dem klinisch tätigen Arzt sollten diejenigen Entitäten bekannt sein, die
harmlos sind, aber auch diejenigen, die zu Rezidiven oder destruktivem Wachstum neigen. Bei ei-
nigen Tumoren besteht die Gefahr einer malignen Transformation (große und stammnahe En-
chondrome, multiple Knochentumoren im Rahmen syndromaler Erkrankungen). Die Behand-
lung ist in der Regel unkompliziert und reicht von Beobachtung oder Kürettage bis hin zur (selte-
nen) weiten Tumorresektion mit aufwändiger Defektrekonstruktion.

Schlüsselwörter
Knochentumoren · Osteochondrom · Enchondrom · Riesenzelltumor · Osteoidosteom

Benign bone tumors


Abstract
Benign bone tumors are neoplasms which have their origin in bone and lack criteria of malignant
tumors, i.e. infiltrative growth pattern and distant metastases. They are classified according to the
Punkten Sie online auf WHO criteria concerning the tumor matrix (osseous, cartilaginous, fibrous etc.). Traditionally
there are also some non-neoplastic bone lesions which are classified as benign bone tumors and
CME.springer.de belonging to the group of tumor-like bone lesions. For the physician it is important to know those
entities which are harmless, as well as those which can tend to re-occur or which ones can be lo-
Teilnahmemöglichkeiten cally destructive. Finally, some tumors are at risk of becoming malignant (large and proximal en-
- kostenfrei im Rahmen des jeweiligen  
Zeitschriftenabonnements chondromas or multiple tumors within a syndromal disease). Treatment is in most cases uncom-
- individuelle Teilnahme durch den Erwerb   plicated and can range between observation, curettage and sometimes extensive resection with
von CME.Tickets auf CME.springer.de complex defect reconstruction.
Zertifizierung
Diese Fortbildungseinheit ist mit 3 CME-Punkten Keywords
zertifiziert von der Landesärztekammer Hessen Bone neoplasms · Osteochondroma · Enchondroma · Giant cell tumor of bone · Osteoma,
und der Nord­rheinischen Akademie für Ärztliche Osteoid
Fort- und Weiterbildung und damit auch für
­andere Ärzte­kammern anerkennungsfähig.

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Der Orthopäde 1 · 2011  | 99


Im vorliegenden Beitrag werden Daten zur Einteilung, Epidemiologie, Ätiologie, Pathoge­
nese, Klinik, Diagnostik und Therapie gutartiger Knochentumoren vorgestellt und bespro­
chen. Dabei wird auf die häufigsten gutartigen Tumoren, Osteochondrom, Enchondrom,
nichtossifizierendes Knochenfibrom, Osteoidosteom, Osteoblastom, Chondroblastom, Rie­
senzelltumor des Knochens und Knochenzysten besonders detailliert eingegangen. In Pra­
xis und Klinik ist es entscheidend, harmlose Entitäten von zu Rezidiven oder destruktivem
Wachstum neigenden oder möglicherweise maligne transformierenden Tumoren unter­
scheiden zu können. Der vorliegende Beitrag soll die notwendigen Kenntnisse hierzu ver­
mitteln und vertiefen.

Definition und Einteilung

Gutartige Knochentumoren sind vom Knochengewebe ausgehende, spontan entstehende Forma-


Gutartige Knochentumoren sind vom tionen mit autonomem, langsamem und teilweise expandierendem Wachstum. Sie weisen histolo-
Knochengewebe ausgehende, spon- gisch ein dem Ursprungsgewebe entsprechendes Zell- und Matrixbild auf. Tumorähnliche Läsionen
tan entstehende Formationen mit au- wie die juvenile und aneurysmatische Knochenzyste, die semimalignen (Riesenzelltumor) und ma-
tonomem, langsamem und teilweise lignen Knochentumoren sind hiervon abzugrenzen.
expandierendem Wachstum Gutartige Knochentumoren werden anhand der historisch gewachsenen und fortlaufend ergänz-
ten Klassifikation der WHO („World Health Organization“, Weltgesundheitsorganisation) eingeteilt,
7 Tumormatrix die als wesentliche Kriterien Vorhandensein und Art der 7 Tumormatrix berücksichtigt (. Tab. 1).
Bemerkenswert ist, dass einige dieser Tumoren nicht alle Kriterien des echten Geschwulstwachstums
aufweisen (z. B. nichtossifizierendes Knochenfibrom, Osteoidosteom) und andererseits eine Reihe
von Skelettläsionen als tumorähnliche Läsionen bezeichnet werden, die klinisch und radiologisch den
Eindruck eines Knochentumors hervorrufen (wie Knochenzysten, fibröser Kortikalisdefekt, Gang-
Die Grenzen zwischen benignen und lion usw.). Schließlich muss darauf hingewiesen werden, dass auch die Grenze zwischen benignen
malignen Knochentumoren sind un- und malignen Knochentumoren unscharf ist. Es gibt Tumoren, die ein semimalignes Wachstum mit
scharf örtlicher Aggressivität, aber ohne Metastasierungstendenz aufweisen (z. B. Chondromyxoidfibrom,
aggressives Osteoblastom, Riesenzelltumoren) [2, 6, 7].
Tab. 1  WHO-Klassifikation der benig-
Epidemiologie nen Knochentumoren. (In Anlehnung an
[2, 3, 7])
Benigne Knochentumoren können grundsätzlich an je- Kartilaginär Exostose
dem Knochen und in jedem Alter entstehen. Sie tre- Enchondrom
Benigne Knochentumoren treten ge- ten jedoch gehäuft im jugendlichen Lebensalter auf, Periostales Chondrom
häuft im jugendlichen Lebensal- wobei die meisten Geschwülste im 2. Lebensjahrzehnt Chondroblastom
Chondromyxoides Fibrom
ter auf entdeckt werden. Auch diejenigen gutartigen Knochen-
Ossär Osteom
tumoren, die erst im höheren Alter detektiert werden,
Osteoidosteom
sind wahrscheinlich meist bereits im Jugendalter ent- Osteoblastom
standen. Fibrös Desmoplastisches Fibrom
Die häufigsten Lokalisationen primärer gutartiger Fibrohistio- Benignes fibröses Histiozytom
Knochentumoren sind in . Tab. 2 aufgeführt. zytär
Osteoklastär Riesenzelltumor
Ätiologie und Pathogenese Glatte Musku- Leiomyom
latur
Vielfach sind die Gründe, die zur Entstehung gutartiger Vaskulär Hämangiom
Knochentumoren führen, noch unbekannt. Sicherlich Hämangioendotheliom
7 Mutation sind auch 7 Mutationen im Erbgut der betreffenden Lymphangiom
Zellen beteiligt, da für einige Syndrome wie Enchon- Lipomatös, Lipom
dromatose oder die familiären kartilaginären Exosto- nerval, syn- Neurofibrom
ovial Neurinom
sen bereits konstant mutierte Gene identifiziert wur-
Gelenkchondromatose
den [1, 9].
Tumorähnli- Aneurysmatische Knochen-
che Läsionen zyste
Diagnose Juvenile Knochenzyste
Fibröse Dysplasie
Die Abklärung einer Knochenläsion kann sich u. U. Osteofibröse Dysplasie
schwierig gestalten. Nicht selten muss zusätzlich zur ap- Langerhans-Zell-Histiozytose

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Tab. 2  Häufige Lokalisationen benig- parativen Diagnostik eine 7 Biopsie durchgeführt wer- 7 Biopsie
ner Knochentumoren. (Nach [3]) den, um ein Malignom sicher ausschließen zu können.
Anatomischer Bereich Häufigkeit des Bei klinisch und radiologisch sicherer Diagnose (z. B.
Auftretens (%) nicht ossifizierendes Knochenfibrom) kann die diag-
Knieregion 31 nostische Schleife verkürzt und unterbrochen werden
Hüftgelenk (einschließlich 13 (. Abb. 1).
Femurhals und Becken)
Schultergürtel (proximaler 13 Anamnese
Humerus, Skapula)
Handknochen 9 Hier ist u. a. auf die Dauer der bestehenden Beschwer-
Wirbelsäule 9 den zu achten. Ferner müssen eventuelle B-Symptome
Schädelknochen 5 sowie Hinweise auf entzündliche Erkrankungen miter-
fasst werden.

Bildgebung

Hauptaufgabe der radiologischen Bildgebung ist, einen möglichst präzisen pathologisch-anatomi- Aufgabe der radiologischen Bildge-
schen Befund zu erstellen, der genaue Auskunft über die Lage der Läsion im Knochen gibt und An- bung ist die Erstellung eines mög-
gaben darüber ermöglicht, ob der Tumor schnell wächst, die Kortikalis durchbrochen hat, einen skle- lichst präzisen pathologisch-anato-
rotischen Wall besitzt und evtl. eine Matrix bildet. mischen Befunds

Röntgen
Nach wie vor hat die 7 konventionelle Röntgendiagnostik die Schlüsselrolle bei der Diagnostik un- 7 Konventionelle Röntgen­
klarer Knochenläsionen inne. Sie erfolgt in 2 senkrecht aufeinander stehenden Ebenen, sodass Aus- diagnostik
sagen sowohl bezüglich der Tumorart und -dignität als auch der Stabilität getroffen werden können.
Aufgrund radiologisch charakteristischer Morphologie sind einige benigne Knochentumoren wie
das Enchondrom, das Osteoidosteom, das nichtossifizierende Fibrom (NOF) und der fibröse Korti-
kalisdefekt sicher zu diagnostizieren [10, 14, 16].

Magnetresonanztomographie (MRT)
Sie ist eine überragende Methode zur lokalen Diagnostik von Tumoren der Bewegungsorgane. Sie Die MRT ist eine überragende Metho-
stellt die umgebenden Weichteilschichten hervorragend dar und lässt Aussagen über den Aufbau de zur lokalen Diagnostik von Tumo-
eines Tumors, der extraossären und intramedullären Expansion und seiner Beziehung zu den um- ren der Bewegungsorgane und stellt
gebenden Weichteilen zu. Untersuchungen mit Kontrastmittel (KM) werden gemeinsam mit der Tu- die umgebenden Weichteilschichten
morausdehnung zur Beurteilung der Dignität herangezogen, jedoch ist in vielen Fällen eine siche- hervorragend dar
re diesbezügliche Aussage oder auch zum Tumortyp nicht möglich, sodass sich der histopathologi-
schen Aufarbeitung eine Gewebeprobe anschließt [21].

Computertomographie (CT)
Im Extremitätenbereich spielt sie insbesondere beim Nachweis ossärer Matrixanteile, Randsklerosen
oder Periostreaktionen eine wichtige Rolle. Sie weist zudem Vorteile bei der Darstellung und Beur-
teilung flacher Knochen wie dem Becken, dem Kreuzbein und der Skapula auf. Auch können Aus-
sagen zur Stabilität getroffen werden. Ein weiterer Einsatzbereich der CT ist die Alternativuntersu-
chung bei Kontraindikationen für die MRT.

Skelettszintigraphie
Sie dient dazu, die wichtige Frage zu beantworten, ob eine gefundene Läsion tatsächlich solitär ist.
Ferner zeigt sie sehr empfindlich auf, ob die Läsion hinsichtlich des 7 Knochenstoffwechselumsat­ 7 Knochenstoffwechselumsatz
zes aktiv ist. Hieraus ist z. B. eine Aussage bezüglich des Wachstumsverhaltens möglich. Klinisch zu-
fällig entdeckte und szintigraphisch negative Herde bedürfen bei entsprechender Röntgenmorpho- Die Skelettszintigraphie sollte nur ein-
logie (solider umgebender reaktiver Randsaum, keine Kortikaliszerstörung) keiner weiteren Beach- gesetzt werden, wenn das konventio-
tung. Die Skelettszintigraphie sollte nur dann eingesetzt werden, wenn das konventionelle Bild eine nelle Röntgenbild eine eindeutige Be-
eindeutige Beurteilung der Läsion nicht zulässt [4]. urteilung der Läsion nicht zulässt

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Patient mit symptomatischer oder
asymptomatischer Läsion

Benigner Tumor sicher


Unklarer Tumor/Malignität
diagnostiziert Basisdiagnostik nicht sicher auszuschließen

 
 

Beobachtung Therapie

Weiterhin unklarer Tumor/


Malignität nicht sicher
Erweiterte nichtinvasive
auszuschließen
Diagnostik (z.B. MRT)
Benigner Tumor sicher
diagnostiziert

Maligner Tumor/sicher
Biopsie
diagnostiziert

Therapie

Abb. 1 8 Vorschlag zum diagnostischen Vorgehen bei Knochenläsionen, MRT Magnetresonanztomographie

Labor

Die laborchemische Diagnostik bringt keine diagnostische Zusatzinformation und dient der Orien-
tierung und Abgrenzung von entzündlichen Prozessen. Im Rahmen der Routinediagnostik sollten
u. a. das Blutbild, Harnsäure, BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit und CRP (C-reaktives Protein) be-
stimmt werden.

Biopsie

Sie ist indiziert, wenn nach Durchführung der bisher besprochenen Schritte ein maligner Primär-
tumor nicht ausgeschlossen werden kann. Ihr Ziel besteht darin, genügend Material zur histologi-
7 Offene Biopsie schen Untersuchung zu gewinnen, weswegen in manchen Fällen die 7 offene Biopsie der Trokar-
biopsie überlegen ist. Die Durchführung sollte den allgemeinen onkologischen Regeln entsprechen.

Therapie

Bei gutartigen Knochentumoren gibt es mehrere therapeutische Optionen (abhängig von der Enti-
tät und den bestehenden Beschwerden sowie drohenden Komplikationen wie Fraktur oder malig-
ne Transformation):
1. Beobachtung
2. Minimalinvasive intraläsionale Therapie
3. Intraläsionale Ausräumung und marginale Abtragung
4. Extraläsionale oder weite Resektion eines Knochentumors

Beobachtung, d. h. klinische und radiologische Verlaufskontrollen.  Der Verzicht auf eine Thera-
pie bzw. die klinisch-radiologische Beobachtung eines Tumors ist nach einer eindeutigen Identifizie-

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CME

Abb. 2 8 Fibrokartilaginäres Mesenchymom (sehr seltener gutartiger Knochentumor) bei einem 14-jährigen Jun-
gen, Röntgenaufnahmen (a,b,d,e) und klinisches Bild (c,f) präoperativ (a–c) und nach Tumorresektion und Stabili-
sierung durch ein Allograft sowie eine gefäßgestielte Fibula der Gegenseite (Manteltransplantat) (d–f)

rung eines benignen Knochentumors mittels der oben beschriebenen Bildgebung zulässig, wenn kei-
ne weiteren Beschwerden bestehen. Dies trifft z. B. zu für nichtossifizierende Fibrome (auch fibröse
Kortikalisdefekte), kleine inaktive Enchondrome oder asymptomatische Osteochondrome.

Minimalinvasive intraläsionale Therapie (z. B. Thermoablation).  Beim Osteoidosteom hat die mi- Voraussetzungen der minimalinva-
nimalinvasive Behandlung die offene Operation weitgehend als Therapie der Wahl abgelöst. Sie weist siven Therapie sind ein kleiner Tumor
eine Erfolgsrate von 80–100% auf. Vorausgesetzte Bedingung sind jedoch ein kleiner Tumor und die und die sichere radiologische Diagno-
sichere radiologische Diagnosestellung. sestellung
Die Thermoablation entspricht einer thermischen Zerstörung der Tumorzellen. Zur Thermoab-
lation beim Osteoidosteom sind insbesondere die Radiofrequenz- (RFA) und die Laserablation ge-
bräuchlich. Hierbei wird die Ablationssonde in den Nidus platziert und dieser zerstört, der umge-
bende kortikale Knochen wird somit geschont. Nachteil dieser Methoden ist die fehlende Materialge-
winnung zur Diagnosesicherung. Weitere Verfahren sind die CT-gesteuerte Nidusbohrung, die CT-
gesteuerte Alkoholinjektion sowie die MRT-gesteuerte Laserablation [8].
Auch die 7 Kanülierung von Knochenzysten gehört zu den minimalinvasiven Therapiemög- 7 Kanülierung von Knochenzysten
lichkeiten [17].

Intraläsionale Ausräumung (z. B. Kürettage) und marginale Abtragung.  Diese Verfahren können
bei benignen Tumoren angewandt werden, die eine 7 geringe Rezidivquote aufweisen (Enchond- 7 Geringe Rezidivquote
rom, Osteochondrom), oder aber bei aggressiven Tumoren ohne Metastasierungsverhalten (Riesen-
zelltumor, Chondromyxoidfibrom), bei welchen der Gelenk erhaltende Versuch nicht gefährlich ist.
Intraossär gelegene Tumoren werden über einen 7 Kortikalisdeckel eröffnet. Dieser ist in seiner 7 Kortikalisdeckel
Größe so zu wählen, dass ein kompletter Zugang zur gesamten Läsion mit gebogenen Löffeln mög-
lich ist. Größere Knochendefekte sollten mit Knochenersatzmaterialien gefüllt werden. Bei fraglicher
Stabilität ist eine zusätzliche Osteosynthese erforderlich [13].
Kartilaginäre Exostosen werden basisnah mit Hilfe von Meißeln (marginal) abgetragen.

Extraläsionale (En-bloc-) oder weite Resektion eines Knochentumors.  Diese Verfahren finden bei
Tumoren mit bekannter Rezidivneigung wie beim aggressiven Osteoblastom, bei manifestem Re- Die En-bloc- oder weite Resektion ist
zidiv und bei erhöhter Entartungstendenz Anwendung. Im Anschluss an die ausgedehnte operati- bei Tumoren mit bekannter Rezidiv-
ve Versorgung, welche immer einen hochgradig individuellen Eingriff darstellt, erfolgt die Defekt- neigung, bei manifestem Rezidiv und
rekonstruktion, deren Art und Ausmaß von der Funktion der noch erhaltenen Strukturen und den bei erhöhter Entartungstendenz in-
im Einzelfall zur Verfügung stehenden Rekonstruktionsmöglichkeiten abhängen (. Abb. 2, [18]). diziert

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Abb. 3 8 Osteochondrom, a sessile Exostose am Unterschenkel mit Deformierung der Fibula, b multiple kartilaginä-
re Exostosen im Rahmen der Exostosenkrankheit am Kniegelenk, hier gestieltes Wachstum (pedunkulär)

Rezidive gutartiger Knochentumoren sind nach chirurgischer Therapie selten. Es wird dennoch
7 Verlaufsbeobachtung eine klinische und radiologische 7 Verlaufsbeobachtung zum Rezidivausschluss empfohlen. Diese
sollte bei intramedullären Läsionen 6–12 Monate postoperativ erfolgen.

Wichtige gutartige Knochentumoren und tumorähnliche Läsionen

Osteochondrom

7 Kartilaginäre Exostose Diese früher als 7 kartilaginäre Exostose bezeichnete Läsion ist der häufigste gutartige Knochen-
tumor. Das Osteochondrom ist charakterisiert als eine knöcherne Ausziehung mit einer oberfläch-
Beim Osteochondrom handelt es sich lichen Knorpelkappe, die am Übergang zum Knochen in ihrem Aufbau der Wachstumsfuge gleicht.
um eine knöcherne Ausziehung mit Der ossäre Anteil kann gestielt (pedikulär) oder breitbasig (sessil) sein [14, 16]. In weniger als 1% der
einer oberflächlichen, an ihrem Über- Fälle findet sich bei einem solitären Osteochondrom eine maligne Transformation.
gang zum Knochen der Wachstums- Die häufigste Lokalisation ist metaphysär im Bereich des Kniegelenks und des proximalen Hu-
fuge ähnelnden Knorpelkappe merus. Seltener sind Osteochondrome im Bereich der Skapula, des Beckens, des proximalen Femurs
oder der distalen Tibia zu finden.
Bedingt durch das Größenwachstum zeigt sich im Verlauf eine Größenzunahme des lokalen Be-
fundes, welche nach Wachstumsabschluss sistiert. Durch das Längenwachstum der Röhrenknochen
wandern die Osteochondrome diaphysenwärts.
Das Osteochondrom an sich ist asymptomatisch, symptomatisch werden die Tumoren meist
durch Schmerzen, welche durch Druck auf benachbarte Strukturen zustande kommen. Neu aufge-
7 Möglichkeit einer Entartung tretene Schmerzen und/oder Größenzunahme nach dem Wachstumsabschluss sollten an die 7 Mög­
lichkeit einer Entartung denken lassen.
Bei kartilaginären Exostosen sollte auch stets das Kniegelenk mituntersucht werden, um multip-
le kartilaginäre Exostosen nicht zu übersehen. Diese sind in den meisten Fällen dann ebenfalls am
Knie präsent.

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CME

Abb. 4 8 Enchondrom (a) mit teilweiser Kalzifizierung der Knorpelmatrix am Tibiakopf (b), infrakturiertes Enchond-
rom in einem Zehenglied (c), makroskopisches Präparat eines Enchondroms im Hüftkopf (d, bläulicher Bereich)

Diagnostisch lässt sich das Osteochondrom im konventionellen Röntgenbild in 2 Ebenen eindeu- Das Osteochondrom lässt sich im kon-
tig zuordnen. Meist wächst das gestielte Osteochondrom von der Wachstumsfuge weg mit einem ty- ventionellen Röntgenbild in 2 Ebenen
pisch kontinuierlichen Übergang der Kortikalis des Ursprungsknochens in den Kortex des Osteo- eindeutig diagnostizieren
chondroms. Auch zeigt sich ein kontinuierlicher Übergang des zentralen spongiösen Anteils in den
Markraum [11]. Die Knorpelkappe kann einzelne Ossifikationen aufweisen. Sollte eine Knorpelkap-
pendicke >2 cm im MRT festgestellt werden, besteht die Annahme eines erhöhten Risikos zur mali-
gnen Transformation [14, 16].
Autosomal-dominant auftretende multiple Osteochondrome werden auch als 7 Exostosenkrank­ 7 Exostosenkrankheit
heit bezeichnet (. Abb. 3). Sie können mit einem Fehlwachstum und Gelenkfehlstellung im Bereich
der langen Röhrenknochen einhergehen. Die maligne Transformation zum Chondrosarkom ist bei
den multiplen Osteochondromen erhöht und beträgt je nach Quelle um 10% [14, 15, 16].
Symptomatische Osteochondrome sollten reseziert werden. Die Resektion erfolgt marginal. Im Symptomatische Osteochondrome
Bereich der Basis sollte bei verbliebenen Knorpelresten nachkürretiert werden [3, 12]. sollten reseziert werden
Differenzialdiagnostisch zu den Osteochondromen kommen das parossale Osteosarkom im dor-
salen Kniebereich, das exophytäre Chondrosarkom sowie die seltene Dysplasia epiphysealis hemi-
melica in Betracht.

Enchondrome

Sie sind die zweithäufigsten gutartigen Knochentumoren (19%) [3].


Die meisten Enchondrome werden in der 3. und 4. Lebensdekade entdeckt, in der überwiegen-
den Zahl der Fälle handelt es sich um einen Zufallsbefund (. Abb. 4). Selten sind sie für eine pa-
thologische Fraktur (dann überwiegend im Bereich der Hand) verantwortlich. Eine besondere Ge-
schlechtsprädisposition besteht nicht.
In nahezu 60% der Fälle sind die Tumoren am 7 Handskelett lokalisiert, gefolgt vom Femur, dem 7 Handskelett
proximalen Humerus, der Tibia und den Rippen. Grundsätzlich können sie jedoch (bis auf den knö-
chernen Schädel) in allen Skelettabschnitten vorkommen. An den langen Röhrenknochen ist bevor-
zugt die Meta-/Diaphysenregion betroffen [3, 15]. Die Matrix des Osteochondroms be-
Die Matrix des Osteochondroms besteht aus reifem hyalinem Knorpel und charakterisiert das steht aus reifem hyalinem Knorpel
Chondrom. Es entsteht aus dysplastischen Chondrozyten der Epiphysenfuge, die nicht den gewohn-
ten Weg der enchondralen Ossifikation nehmen [14, 16]. Das Enchondrom liegt im Gegensatz zum
periostalen oder juxtakortikalen Chondrom innerhalb des Knochens. Es ist durch eine Osteolyse ge-
kennzeichnet, die eine runde oder spindelige Form hat und in der sich 7 Matrixverkalkungen als 7 Matrixverkalkung
ring- oder bogenförmige, flockige, aber auch stippchenförmige Verdichtungsfiguren finden können.
Bei Sitz des Enchondroms in einem größeren Röhrenknochenschaft kann es zu einem welligen Ab-
bau der Kompaktainnenseite kommen, einem Vorgang, der als 7 „scalloping“ bezeichnet wird und 7 „scalloping“
bei fehlenden Matrixossifikationen das einzige Röntgenzeichen darstellt. Am Handskelett zeigen sich
aufgrund der Enge des Markraums Ausbeulungen bzw. extraossäres Tumorwachstum.

Der Orthopäde 1 · 2011  | 105


Das Enchondrom ist nur während des Wachstums aktiv und zeigt anschließend keine Größen-
zunahme mehr. Tritt eine solche nach Abschluss des Wachstums auf, ist der Verdacht auf eine ma-
ligne Transformation gegeben. Bei solitären Läsionen ist die maligne Transformation sehr unwahr-
scheinlich, ihre Häufigkeit liegt unter 1% [14, 16], während sie bei multiplem Auftreten auf etwa
7 Multiple Enchondrome 10% ansteigt. 7 Multiple Enchondrome kommen im Rahmen des Morbus Ollier und des Maffu-
ci-Syndroms vor.
7 Chondrosarkom Die wichtigste Differenzialdiagnose zum Enchondrom stellt das 7 Chondrosarkom, insbesondere
das hochdifferenzierte Chondrosarkom (G1), dar. Besonders verdächtig sind die großen, den Mar-
kraum ausfüllenden Läsionen. Bei Auffinden folgender Zeichen sollte der Verdacht auf ein Chond-
rosarkom geäußert werden:
F signifikante Größenzunahme nach Wachstumsabschluss,
F Periostreaktion,
F lokalisierte Verdickung der Kortikalis,
F Ausdünnung der inneren Kortikalis um mehr als 2/3,
F Destruktion der Kortikalis mit Einbruch in die Weichteile,
F Ruhe- und
F Nachtschmerz.

Bei den Enchondromen kann die Einschätzung des weiteren biologischen Verhaltens mitunter
Schwierigkeiten bereiten, d. h., dass gerade im Bereich größerer und stammnaher Enchondrome die
Unterscheidung eines aktiven Enchondroms von einem niedrigmalignen Chondrosarkom schwie-
rig ist. Selbst Pathologen können in solchen Fällen teilweise die Aggressivität des Tumors nur schwer
einschätzen [15].
7 Keine prophylaktische Entfer­ Die therapeutische Empfehlung sieht 7 keine prophylaktische Entfernung vor. Ebenso wenig ist
nung ohne das Vorliegen eines Malignitätverdachts die Biopsie angezeigt. Lediglich durch die komplette
Kürettage könnte Sicherheit bezüglich des Befundes erzielt werden. Liegen keine Malignitätkriterien
im Röntgenbild vor, empfiehlt sich die konventionell radiologische und klinische Verlaufskontrolle
in 6 Monaten. Die Patienten müssen jedoch über das Risiko einer malignen Transformation aufge-
7 Kürettage klärt werden. Liegt eine Stabilitätsgefährdung vor, ist eine 7 Kürettage des Enchondroms mit Spon-
giosaauffüllung möglich. Besteht der dringende Verdacht auf eine maligne Transformation, sollte
eine Biopsie erfolgen [15].

Nichtossifizierendes Knochenfibrom (NOF)

Bei dieser bei Jugendlichen häufigsten Knochengeschwulst handelt es sich um einen gutartigen Tu-
mor, der meist exzentrisch in den Metaphysen der langen Röhrenknochen gelegen und durch einen
scharf umschriebenen osteolytischen Defekt gekennzeichnet ist. Bevorzugt ist das männliche Ge-
schlecht betroffen.
Die klinische Symptomatik der NOF ist stumm, meist handelt es sich um Zufallsbefunde. In sehr
seltenen Fällen kann ein NOF durch eine pathologische Fraktur in Erscheinung treten.
Nach Wachstumsabschluss heilt das Im Wachstumsalter kann das nichtossifizierende Knochenfibrom an Größe zunehmen, nach
NOF meist spontan mit Sklerosierung Wachstumsabschluss tritt meist eine Spontanheilung mit Sklerosierung der Läsion ein. Diese lässt
der Läsion ab sich bis weit in das Erwachsenenalter beobachten.
Im konventionellen Röntgenbild zeigt sich das klassische NOF als eine elliptische, strahlentranspa-
7 Kleeblattartige Läsion rente, häufig 7 kleeblattartige Läsion mit direktem Bezug zur Kortikalis. Es findet sich eine scharfe,
sklerotische Abgrenzung, wobei sich die ovaläre Struktur in Längsrichtung zur Schaftachse ausrich-
tet. Das konventionelle Röntgenbild ist richtungsführend.
Eine operative Therapie ist nur bei Vorliegen einer Instabilität infolge sehr großer Defekte not-
wendig [3].

Osteoidosteom

Es handelt sich um eine kleine, gutartige osteoblastische Knochengeschwulst, die durch eine bis zu
7 Nidus 3 cm große, zentrale Aufhellungszone, dem so genannten 7 Nidus, und eine ausgeprägte 7 Perifo­
7 Perifokalsklerose kalsklerose ausgezeichnet ist. Der Nidus besteht aus einem hochvaskularisiertem Gewebe mit Ost-
eoid und liegt typischerweise intrakortikal.

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CME

Abb. 5 8 Typisches Osteoidosteom am linken Radius einer 45-jährigen Patientin, a in konventionellen Röntgenauf-
nahmen nur schwer zu erkennen; b in MRT (Pfeil) und Szintigraphie (c) eindeutige Darstellung des Tumors mit Nidus
und zentraler Ossifikation; Patientin nach Abtragung des Herdes sofort beschwerdefrei

Mit etwa 4% aller primären Knochentumoren ist das Osteoidosteom relativ häufig. Die Ge-
schwulst tritt in 51% der Fälle beim männlichen Jugendlichen (zwischen dem 5. und 24. Lebensjahr)
in den Diaphysen und nahe den Schaftenden der langen und kurzen Röhrenknochen auf.
Das klassische Röntgenbild des dia- oder metaphysär gelegenen Osteoidosteoms zeigt stets eine
perifokale Sklerosierung und Verdickung der Kortikalis mit zentral gelegener 7 Aufhellungszone 7 Aufhellungszone
im Sinne eines Nidus, der manchmal einen zentralen Verkalkungsherd besitzt (. Abb. 5). Osteoid-
osteome sind meist intrakortikal lokalisiert, zeigen kein expansives Wachstum und sind selten grö-
ßer als 1 cm. Sie sind in der Szintigraphie hochsensitiv nachweisbar, die höchste Spezifität wurde für
die Dünnschicht-CT beschrieben [3].
Die Patienten berichten über einen plötzlich einsetzenden, gut lokalisierbaren Schmerz, der eher
bei Ruhe oder in der Nacht als bei Belastung auftritt. Typisch ist das gute Ansprechen auf 7 Salizy­ 7 Salizylate
late. Auch spontane Heilungen wurden beschrieben.
Differenzialdiagnostisch ist der Brodie-Abszess in Betracht zu ziehen.
Bei entsprechender Klinik sollte die Läsion entfernt werden, wofür die CT-gesteuerte Radiofre- Bei entsprechender Klinik sollte das
quenzablation (keine histopathologische Sicherung), die intraläsionale Kürettage mit einem Rezidiv- Osteoidosteom entfernt werden
risiko <5% und das Überbohren des Nidus in Betracht kommen.
Die Prognose ist gut, Berichte über eine maligne Transformation liegen nicht vor [3, 8].

Osteoblastom

Es zeigt morphologisch eine große Ähnlichkeit mit dem Osteoidosteom, von dem es sich teilweise
auch histologisch schwer differenzieren lässt. Von der WHO wurde es jedoch aufgrund der Unter-
schiede in Größe, Lokalisation, radiologischem Befund und der klinischen Symptomatik als eigen-
ständiger Tumor klassifiziert. Für ein Osteoblastom typisch sind Os-
Es handelt es sich um einen relativ seltenen gutartigen osteoblastischen Knochentumor (<1%), teoidstrukturen mit Osteoblasten in-
der sich im Spongiosabereich eines Knochens entwickelt und aus Osteoidstrukturen mit Osteoblas- mitten eines gefäßreichen Stromas
ten inmitten eines gefäßreichen Stromas besteht.
Die Hauptlokalisation ist mit 27,9% der 7 Wirbelbogen, gefolgt von den Meta- und Diaphysen 7 Wirbelbogen
der 7 langen Röhrenknochen in Femur und Tibia mit 26,6%. 7 Langer Röhrenknochen
Das Osteoblastom wird meist beim Jugendlichen angetroffen. Das Hauptmanifestationsalter liegt
zwischen dem 10. und dem 25. Lebensjahr mit einer Bevorzugung des männlichen Geschlechts.
Klinisch kann die Symptomatik von wenigen Wochen bis zu 5 Jahren betragen und sich durch
leichte inkonstante Schmerzen äußern. Ein ausgesprochener Nachtschmerz findet sich nicht. Bei zu-
nehmender Tumorgröße und Lokalisierung in der Wirbelsäule können sich 7 neurologische Aus­ 7 Neurologische Ausfälle
fälle bis hin zur Querschnittlähmung und 7 pathologische Frakturen entwickeln. 7 Pathologische Fraktur
Radiologisch sind fleckförmig gemischt osteoblastisch-osteolytische Knochenstrukturen von
2–10 cm Ausdehnung und einer geringeren reaktiven Sklerose als das Osteoidosteom zu beobach-

Der Orthopäde 1 · 2011  | 107


7 „blow out“ ten. Ein expansives Wachstum, auch als so genanntes 7 „blow out“ bezeichnet, ähnlich einer aneu-
rysmatischen Knochenzyste, wurde beschrieben. Im aggressiven Stadium kann das Osteoblastom
einem malignen Tumor ähneln. Die so genannten aggressiven oder auch malignen Osteoblastome
können auch als niedrigmaligne Osteosarkome angesehen werden.
Bei der Therapie sind in Abhängigkeit von der Tumorausdehnung nach einer intraläsionalen Re-
7 En-bloc-Resektion sektion Rezidivraten zwischen 20% und 50% beschrieben worden. Die 7 En-bloc-Resektion gewähr-
leistet die geringste Rezidivrate, muss aber gegen die funktionelle Einschränkung bei dieser nichtma-
lignen Erkrankung abgewogen werden [3].

Chondroblastom

Bei weniger als 1% aller Knochengeschwülste handelt es sich um ein Chondroblastom, welches auch
7 Codman-Tumor als 7 Codman-Tumor bekannt ist. Diese gutartige primäre Knochengeschwulst entsteht aus Herden
mit polygonalen Chondroblasten und angelagerten osteoklastären mehrkernigen Riesenzellen in den
Apo- und Epiphysen.
Das männliche Geschlecht ist meist in der 2. Lebensdekade mit 60% häufiger betroffen.
Chondroblastome sind in der Regel am distalen Femur, der proximalen Tibia und dem proxima-
len Humerus lokalisiert. In den meisten Fällen sind Schmerzen die ersten Symptome. Diese können
längere Zeit (bis zu 2 Jahren) bestand haben. Ein Chondrosakrom kann sich jedoch auch sehr aggres-
Chondroblastomtypische Röntgenbe- siv mit expansivem Wachstum und Beteiligung der Weichteile bemerkbar machen. Bei der Röntgen-
funde sind die epiphysäre Lokalisati- untersuchung ist eine epiphysäre Lokalisation markant, zudem zeigt sich eine ausgedehnte landkar-
on und die ausgedehnte landkarten- tenartige, überwiegend exzentrisch gelegene Destruktion, welche einen scharfen Rand, gelegentlich
artige Destruktion mit scharfem Rand mit einer hauchdünnen Sklerose aufweist. Kalzifizierungen sind als kleine, feine, salz- und pfefferar-
tige Flecken darstellbar. Bei der aggressiv expansiven Form ist die Kortikalis durchbrochen.
Da die meisten Chondroblastome ein langsames und wenig aggressives Wachstum aufweisen, ist
Meist reicht eine ausgiebige intralä- nach bioptischer Abklärung eine radikale Operation nicht erforderlich. Meist reicht eine ausgiebi-
sionale Kürettage zur Ausheilung des ge intraläsionale Kürettage zur Ausheilung des Tumors aus. Diese Therapieoption wird trotz einer
Chondroblastoms aus Rezidivrate von 10% aufgrund des funktionell deutlich besseren Outcomes bevorzugt. Wichtig ist,
eine Kontamination des Gelenkkompartiments möglichst zu vermeiden. Bei weit vorangeschritte-
nen Chondroblastomen liegt die Rezidivrate bei intraläsionaler Resektion bei 50%. Hier ist die loka-
le Kontrolle lediglich durch eine weite Resektion gesichert. Bei der Therapieentscheidung sind u. a.
die Funktionalität und das Risiko des Lokalrezidivs gegeneinander abzuwägen. Eine Transformation
zum Chondrosarkom ist sehr selten [3].

Riesenzelltumor des Knochens

Es handelt es sich um ein lokal aggressives Neoplasma, das osteolytisch in der Meta-/Epiphyse eines
Knochens wächst (. Abb. 6). Histologisch besteht es aus einem stark vaskularisierten, spindelzel-
ligen Stroma mit zahlreichen, gleichmäßig verteilten osteoklastären Riesenzellen mit Potenz zur ma-
lignen Entartung.
Riesenzelltumoren werden als semi- Riesenzelltumoren werden als semimaligne bezeichnet, da trotz histologisch gutartiger Befundung
maligne bezeichnet, da trotz histolo- in 1–2% der Fälle Lungenmetastasen gefunden wurden.
gisch gutartiger Befundung in 1–2% Hauptmanifestationsalter ist das 3. Lebensjahrzehnt, wobei 80% der Patienten älter als 20 Jahre
der Fälle Lungenmetastasen vorhan- sind. Mit 58% der Fälle ist das weibliche Geschlecht bevorzugt betroffen.
den sind Riesenzelltumoren im wachsenden Skelett sind sehr selten und sollten Anlass sein, die Diagnose
zu überprüfen. Vor Abschluss des Wachstums ist typischerweise die Metaphyse befallen.
Die klinische Symptomatik weist häufig Schmerz und Schwellung in der betroffenen Extremität
mit begleitender Bewegungseinschränkung des Gelenks auf. In der Röntgendarstellung präsentiert
sich das Osteoklastom typischerweise als eine osteolytische, exzentrisch in der Epi-/Metaphyse ge-
legene Läsion ohne Randsklerose. Typisch sind zudem eine von innen verdünnte Kortikalis und –
7 Periostreaktion selbst bei erhaltener Kortikalis – eine 7 Periostreaktion. Selten kann ein multilokulärer Befall ge-
7 Kortikalisdestruktion funden werden. Die 7 Kortikalisdestruktion lässt sich am besten mittels CT nachweisen. Die MRT
hat ihren klaren Vorteil in der Beurteilung der extraossären Komponente, speziell beim Verdacht auf
eine Gelenkinfiltration. Eine Szintigraphie ist zum Ausschluss eines multilokulären Befalls oder von
Skipläsionen empfehlenswert.

108 |  Der Orthopäde 1 · 2011


CME

Abb. 6 8 Riesenzelltumor am distalen Radius eines 35-jährigen Patienten, a–f Röntgenbefunde, a,b präoperativ, c,d nach
weiter Resektion des Tumors und Einlage eines Palacosplatzhalters, e,f nach Defektüberbrückung bei ausbleibendem Re-
zidiv mittels gefäßgestielter Fibula, g,h klinisches Ausheilungsergebnis

Bei der Differenzialdiagnose ist v. a. an die aneurysmatische Knochenzyste zu denken, aber auch
osteolytische Osteosarkome oder osteolytische Metastasen zeigen ähnliche Röntgenbefunde. Therapeutisch ist die einfache Kü-
Therapeutisch ist die einfache Kürettage beim Osteoklastom als inadäquat zu betrachten, da die rettage beim Osteoklastom als inad-
Rezidivquote >50% beträgt. Diese Maßnahme sollte stets durch lokale mechanische aggressive Ver- äquat zu betrachten und sollte stets
fahren, wie die Turbofräsung und Methacrylateinbringung, ergänzt werden. Extraläsionale Resektio- durch lokale mechanische aggressive
nen können bei den häufig gelenknahen Befunden zu inadäquaten Funktionsverlusten führen, hier Verfahren ergänzt werden
ist zur Ausdehnung des Sicherheitsabstandes zusätzlich eine lokal adjuvante Therapie erforderlich.
Nur in inoperablen Fällen, wie bei einer Lokalisation in der Wirbelsäule, ist die Bestrahlung als Pal-
liativmaßnahme indiziert.
Im postoperativen Verlauf zeigen Riesenzelltumoren auch noch nach mehr als 5 Jahren klinisch
oft lange inapparente Lokalrezidive oder pulmonale Metastasen. Es wird daher eine entsprechende
Anpassung der Kontrollzeiträume (mindestens 10 Jahre) empfohlen [19].

Der Orthopäde 1 · 2011  | 109


Abb. 7 8 Aneurysmatische Knochenzyste eines jungen Patienten, a,b präoperativer Röntgenbefund, c makro­
skopisches Präparat mit septierten Zystenanteilen, d,e,f nach freiem Fibulatransfer gute Ausheilung mit Hyper­
trophie und Angleichung des Transplantats

Knochenzyste

Juvenile oder solitäre Knochenzyste


Die einfache Knochenzyste stellt eine nichtneoplastische Läsion unklarer Ätiologie dar. Sie wird auf
eine lokale Wachstumsstörung des Knochens zurückgeführt. In den ersten beiden Lebensdekaden
ist sie beim männlichen Geschlecht häufiger anzutreffen.
Häufigste Lokalisationen sind die Metaphysen des proximalen Femurs und Humerus. Bedingt
durch das Wachstum nimmt die Zyste in der frühen Kindheit in der aktiven Phase deutlich an Größe
zu und geht im Alter von etwa 12 Jahren in die latente Phase über. Die Lage verändert sich zur Schaft-
mitte hin, nach Abschluss des Wachstums beginnt ein langsamer Ossifikationsprozess.
Insgesamt führt die Zyste zu einer Schwächung der Knochenstruktur, sodass als Symptom ein In-
stabilitätsschmerz auftritt und Patienten mit einer pathologischen Fraktur vorstellig werden können.
Das Röntgenbild zeigt die einfache Knochenzyste als strahlentransparente, zentral gelegene und
gut abgrenzbare Veränderung mit sklerosiertem Rand. Im Unterschied zur aneurysmatischen Kno-
7 Keine Periostreaktion chenzyste findet sich als typisches Merkmal 7 keine Periostreaktion.
Durch Auslösung der Osteogenese kann eine vollständige Heilung der einfachen Knochenzyste
Durch Osteogeneseaktivierung kann erreicht werden. Am einfachsten ließe sich die Knochenheilung durch eine Fraktur einleiten, doch
eine vollständige Heilung der ein- wird dies kontrovers diskutiert, da nur sehr wenige einfache Knochenzysten nach einer Spontan-
fachen Knochenzyste erreicht werden fraktur heilen. Daher findet am häufigsten die Kürettage mit nachfolgender Auffüllung des Defekts
durch kleine Spongiosastücke Anwendung. Wird sie bei Patienten unter 10 Jahren durchgeführt,
ist die Rezidivrate sehr hoch. Des Weiteren kann es, bedingt durch die Nähe zur Wachstumsfuge,
zur Schädigung derselben kommen. Eine weitere und gängigere Therapieoption ist die Behandlung
7 Methylprednisolonazetatinjek­ durch 7 Methylprednisolonazetatinjektion in die Zyste. Bei den derart behandelten jungen Patien-
tion ten trat die komplette Heilung schneller ein als bei Älteren, bei denen manchmal mehrere Injektio-
nen notwendig waren.
Besonders bei drohenden oder eingetretenen Frakturen im Schaftbereich von Röhrenknochen ist
7 Prevot-Nagel die Stabilisierung mit 7 Prevot-Nägeln ein gutes Verfahren [13, 17, 20].

Aneurysmatische Knochenzyste (AKZ)


Bei 6% aller primären Knochentumoren handelt es sich um eine AKZ. Ätiologisch werden sowohl
lokale Veränderungen der Hämodynamik als auch traumatisch bedingte Umgestaltungen diskutiert.
Die Läsion kann de novo in einem Knochen entstehen (primäre AKZ) oder auch mit anderen beni-
gnen (z. B. Riesenzelltumor, Osteoblastom, Chondroblastom) und malignen Läsionen (z. B. Chon-
drosarkom) einhergehen (sekundäre AKZ). Bevorzugt sind die Metaphysen der langen Röhrenkno-
chen betroffen, aber auch ein Auftreten in flachen Knochen wie Skapula und Becken ist möglich.

110 |  Der Orthopäde 1 · 2011


CME

Die AKZ wird vorwiegend bei Kindern diagnostiziert.


Klinische Zeichen sind typischerweise harte Schwellungen und Schmerzen. Auch eine pathologi- Klinische Zeichen der AKZ sind typi-
sche Fraktur ist eine häufige Komplikation dieses Tumors. Findet sich die AKZ im Bereich der Wir- scherweise harte Schwellungen und
belsäule, sind zumeist pathologische Frakturen, Kompressionssyndrome und neurologische Ausfäl- Schmerzen
le die ersten Symptome.
In der Röntgenuntersuchung weist die AKZ (. Abb. 7) eine multizystische, exzentrisch expandie-
rende Läsion („blow-out“) des Knochens mit einer pfeiler- oder schmalen muschelschalenartigen Pe-
riostreaktion als Leitzeichen auf. Als weiteres Charakteristikum bildet sie Septen aus, die im konven-
tionellen Röntgenbild darstellbar sind. Im CT und MRT zeigt sich, bedingt durch Sedimentierungs-
vorgänge des Zysteninhalts innerhalb der Septen, eine klare Trennlinie mit dem Bild der Flüssigkeit
über der Flüssigkeit 7 „fluid-fluid-levels“. 7 „fluid-fluid-levels“
Differenzialdiagnostisch müssen die solitäre Knochenzyste, der Riesenzelltumor und als ungüns-
tigste Variante das teleangiektatische Osteosarkom in Betracht gezogen werden.
Die operative Therapie mit intraläsionaler Resektion stellt die primäre Behandlungsform dar. Bei Die operative Therapie mit intraläsio-
weit vorangeschrittenen Läsionen sollten zusätzlich ein zytotoxisches Adjuvans oder die thermische naler Resektion stellt die primäre Be-
Wirkung der Palacosplombe genutzt werden, ggf. müssen nach individueller Fallabwägung margi- handlungsform bei AKZ dar
nale und weite Resektionen durchgeführt werden. Operativ schlecht zugängliche Läsionen sind z. T.
durch wiederholte Embolisationen erfolgreich therapierbar.
Die Rezidivquote bei Kürettage liegt bei 20–40% [5].

Korrespondenzadresse
Dr. A.A. Kamand
Klinik für spezielle Orthopädie und Orthopädische Chirurgie,  
Orthopädische Universitätsklinik Frankfurt
Marienburgstraße 2, 60528 Frankfurt am Main
a.kamand@friedrichsheim.de

Interessenkonflikt.  Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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68

Der Orthopäde 1 · 2011  | 111


CME-Fragebogen
Bitte beachten Sie:
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F Die Frage-Antwort-Kombinationen werden online individuell zusammengestellt.
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Welche der folgenden Enti­ Welche Aussage trifft zu? Welche Aussage trifft nicht zu?
täten kann meist bereits durch Therapie der Wahl ist: Die aneurysmatische Knochen­
das Röntgenbild sicher dia­ weite Resektion bei einer zyste (AKZ) …
gnostiziert werden? Exostose. ist eine gutartige zystische

Chondromyxoidfibrom Bestrahlung bei einem Osteo- ­Läsion des Knochens.


Niedrigmalignes Chondro­ klastom. setzt sich aus blutgefüllten

sarkom Kontrollen bei einem fibrösen Hohlräumen zusammen.


Nichtossifizierendes Fibrom Kortikalisdefekt. kann als sekundäre AKZ (sel-

Osteoidosteom Kürettage bei einem nichtossi- ten) mit Osteosarkomen ein-


Osteoblastom fizierenden Fibrom. hergehen.
Biopsie eines asymptoma- ist eine seltene Läsion.

Welcher der folgenden Tumo­ tischen kleineren Enchon- ist eine Läsion ohne Rezidiv-

ren ist nicht komplett benigne? droms in der Zehe. neigung.


Enchondrom

Solitäres Osteochondrom Bei welcher Tumorentität ist Wie werden gutartige Kno­
Chondroblastom die Gefahr einer malignen Ent­ chentumoren klassifiziert?
Osteoidosteom artung klinisch relevant? Nach Art und Vorhandensein

Riesenzelltumor Solitäres Enchondrom am ihrer Tumormatrix.


­Finger Anhand ihres Zellreichtums.

Welche Zeichen sind bei einem NOF (nichtossifizierendes Anhand des Gewebetyps, dem

chondrogenen Tumor nicht be­ ­Knochenfibrom) sie benachbart sind.


sorgniserregend? Osteochondrom bei Exosto- Anhand der Kernatypien.

Ruheschmerz senkrankheit Anhand ihrer Lokalisation.

Ausdehnung über 10 cm Chondroblastom

Großer stammnaher Tumor Juvenile Knochenzyste Welcher der folgenden Kno­


Kalzifizierende Anteile chentumoren rezidiviert eher
Erneutes Wachstum im Er- Welche Option für die Behand­ selten?
wachsenenalter lung eines Riesenzelltumors Aneurysmatische Knochen­

trifft nicht zu? zyste


Ein 39-jähriger Patient wurde Intraläsionale Kürettage und Riesenzelltumor

an einem schmerzhaften un­ Knochenzementplombe Osteoidosteom

klaren Tumor mit 5 cm Durch­ En-bloc-Resektion und Defekt- Chondroblastom

messer am proximalen Hume­ überbrückung Osteoblastom

rus biopsiert. Das histologische Kürettage mit Turbofräsung

Ergebnis lautet Enchondrom. Radiatio bei inoperablen Tu-

Was würden Sie als weitere Be­ moren


handlung vorschlagen? Einfache Kürettage ohne Ad­ Diese Fortbildungseinheit ist
Kürettage des Herdes juvans 12 Monate auf
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handlungsvorschläge

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