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Projektmanagement: nexum AG im Interview

„Transparenz und Sicherheit zählen“


Inkrementelles Vorgehen, iterative Phasen,
Axel Heinrichs
Spiralvorgehensmodell – das im Projekt- Bereichsleiter Projektmanagement
management geläufige Vokabular erschließt bei der nexum AG
axel.heinrichs@nexum.de
sich Außenstehenden nur sehr schwer. Doch
dahinter verbirgt sich ein einfaches Prinzip: Projekte im Rahmen der gegebenen Zeit-
und Budgetplanung in hoher Qualität umzusetzen. Im Geschäftsalltag halten
Projektmanager die Fäden zusammen. Dabei ist das Projektmanagement das Zünglein
an der Waage, das den Unterschied zwischen koordinierter Effizienz und großem Chaos
macht. Im Interview erklärt Axel Heinrichs, Bereichsleiter Projektmanagement bei der
nexum AG, welchen Herausforderungen Projektmanager gegenüberstehen, welche Tools
sie einsetzen und wie sie gemeinsam mit ihren Kunden an Projekterfolgen arbeiten.

Was macht das Projektmanagement bei der nexum AG genau?

Axel Heinrichs: Wir sorgen dafür, dass Projekte im avisierten Timing und unter
Berücksichtigung des vorhandenen Budgets qualitativ bestmöglich umgesetzt werden.
Unsere Projektmanager koordinieren die beteiligten Gewerke – beispielsweise die
Konzeption, das Design, die Entwicklung und die Redaktion – und bilden die Schnittstelle
zwischen den Projektbeteiligten bei der nexum und dem Kunden. Als Handwerkszeug
setzen wir unterschiedliche Methoden und Tools ein und arbeiten dabei sehr
prozessorientiert.

Welche Tools setzen die nexum-Projektmanager ein?

Axel Heinrichs: Generell picken wir uns jene Bausteine aus der Welt des
Projektmanagements heraus, die sich zur Lösung der jeweiligen Aufgabe am besten
eignen. Das kann beispielsweise das Vorgehen nach dem Wasserfallmodell sein. Dies
bedeutet, dass Projekte in einzelne Phasen aufgeteilt werden, die in puncto Timing und
Ressourceneinsatz in Abhängigkeiten zueinander gestellt und dann in einer festen
Reihenfolge nacheinander angegangen werden. Dabei liefern die Ergebnisse einer Phase
immer eine bindende Vorgabe für die folgende Phase.
Neben den Phasen selbst dient die Definition von Meilensteinen der Nachvollziehbarkeit
des Projektfortschritts wie auch als Basis für das Reporting gegenüber unseren Kunden.
Daneben arbeiten wir bei der nexum AG gerade bei komplexeren Projekten überwiegend
nach agilen Vorgehensmethoden. Derzeit sind wir dabei, uns in diesem Bereich nach dem
Projektmanagementverband PMI zertifizieren zu lassen.

Was bedeutet agiles Vorgehen?

Axel Heinrichs: Im Gegensatz zu statischen sind agile Methoden auf ein flexibles
Projektvorgehen ausgelegt und gehen beispielsweise davon aus, dass sich der Verlauf
eines komplexen Projekts nicht von Beginn an exakt vorhersehen und planen lässt. Ein
Beispiel ist das Spiralvorgehensmodell: Im Gegensatz zum Wasserfallmodell gibt es hier
keine Übergabe fertiger Projektbestandteile oder Pakete. Oder bildlich gesprochen keinen
Staffellauf zwischen den einzelnen Gewerken. Stattdessen ist das Vorgehen iterativ-
inkrementell. In diesem Fall bedeutet das, dass wir uns spiralförmig den Projektzielen
annähern und dabei immer Einfluss auf alle Projektbestandteile nehmen können. Das hat
den Vorteil, dass wir im Projektverlauf jederzeit flexibel bleiben – auch wenn sich die Ziele
zwischenzeitlich ändern, was in der Praxis bei komplexen Projekten sehr häufig vorkommt.
Voraussetzung ist die Einbeziehung und Koordination aller beteiligten Gewerke von
Beginn an.

Neben den unterschiedlichen Vorgehensweisen spielt beim Projektmanagement auch


eine Reihe weiterer Faktoren eine wichtige Rolle, die Projektmanager berücksichtigen
müssen.

Welche sind das genau?

Axel Heinrichs: Ein großes Thema ist beispielsweise die Risikobewertung. Die Erstellung
einer Risikomatrix ist Standard bei der nexum AG. Sie hilft dabei, Projektrisiken zu
identifizieren und letztlich auch zu bewerten. Diese reichen von externen Faktoren, die
Einfluss auf den Projektverlauf haben, bis hin zu internen Faktoren, wie einem
zusätzlichen Mitarbeiter, der bei einer Erweiterung des Projekts neu hinzugezogen wird
und das Projekt zuvor nicht in allen Details begleitet hat.
Auch im Projektcontrolling haben wir einige Standards etabliert. Beispielsweise fest
umrissene Monatsabschlüsse, die neben der Kostentrend- und Soll-Ist-Analyse eine so
genannte Meilensteintrendanalyse beinhaltet. Im Vergleich zur Bestandsaufnahme via
Soll-Ist-Analyse bezieht sie sich auf den künftigen Projektfortschritt.

Wie arbeiten Projektmanager mit Kunden konkret zusammen?

Axel Heinrichs: Hier ist es wichtig, sich im regelmäßigen Austausch auf die für den Kunden
relevanten Punkte zu fokussieren. Viele Kunden bekommen gar nicht mit, wie und in
welcher Detailarbeit ihre Projekte im Hintergrund gesteuert werden. Für viele ist es auch
gar nicht wichtig, denn im Vordergrund steht der Projekterfolg. Was jedoch am Ende des
Tages zählt, ist den Kunden jederzeit Transparenz zu bieten und Sicherheit zu vermitteln.
In der Regel haben sie wenig Erfahrung im Projektmanagement. Das müssen sie auch
nicht, aber es lohnt sich, einen Blick auf die Methoden des Projektmanagements zu
werfen. Vor allem, um zu verstehen, wieso das eigene Projekt in der jeweiligen Weise
angegangen wird und welche Auswirkungen kundenseitige Änderungen in der
Projektorganisation haben.

Insofern sind Projektmanager im Umkehrschluss mehr als reine Koordinatoren: Sie sind
Berater, die dafür sorgen, dass Kunden ihre Projektziele unter Berücksichtigung aller
relevanten Faktoren wie Zeit- und Ressourceneinsatz erreichen.

Was sollte ein Projektmanager mitbringen, der sich bei der nexum AG bewirbt?

Axel Heinrichs: Zu den benötigten Skills gehört einerseits eine fundierte Basis in Form
eines kaufmännisch oder technisch orientierten Studiums oder einer adäquaten
Ausbildung. Eine gewisse Zahlenaffinität ist darüber hinaus ebenso wichtig wie
zielorientiertes Handeln, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, Teams motivieren zu
können. Für die nexum AG ist es zudem immer von großem Vorteil, wenn die- oder
derjenige praktisches Hintergrundwissen über die Tätigkeiten mitbringt, die unser
Kerngeschäft ausmachen. Oder einfach gesagt: Mir ist ein Projektmanager lieber, der
selbst schon mal eine Website erstellt hat und weiß, was alles dahinter steckt, als jemand,
der die – für sich alleine betrachtet oftmals abstrakten – Vorgehensmodelle nicht effizient
in den Projektalltag übersetzen kann.