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Ein „Staat“, der keine Staatsangehörigkeit vergeben kann!


Art. 9 II Nr. 5 G vom 11. 8. 1961, BGBl. I S. 1221). Dadurch ist
der »Status« heute zu einem der deutschen StA fast gleichwertigen
Rechtsverhältnis geworden. Er ist dennoch als ein nur vorüberge-
hender gedacht.
Beide Formen der Staatszugehörigkeit schließen einander aus.
Wer der einen Gruppe angehört, kann rechtlich nicht zugleich der
anderen angehören. Inbes. fallen Flüchtlinge und Vertriebene
deutscher StA allein in die Gruppe 1.
3 D e r Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit bestimmt sich nach
dem Reichs- und StaatsangehörigkeitsG vom 22. 7. 1913 (RGB1.
S. 583) -RuStAG- und den zu seiner Änderung und Ergänzung
ergangenen Rechtsvorschriften, insbes. dem Ersten und Zweiten
G zur Regelung von Fragen d e r Staatsangehörigkeit v o m
22. 2. 1955 (BGBl. I S. 65) und 17. 5. 1956 (BGBl. I S. 431) —1.
u. 2. StARegG. Deutsche Staatsangehörige sind nach wie vor auch
die in Berlin, in der DDR und in den fremdverwalteten Gebieten
jenseits der Oder/Neiße-Linie wohnhaften Personen, die nach d
genannten Rechtsvorschriften die deutsche StA erworben nd
nicht wieder verloren haben (vgl. BVerfGE 36, 30; 40, 16 .Die
einheitliche deutsche StA ist die wichtigste noch b ehende
Klammer gemeinsamer Staatlichkeit zwischen den ve .chiedenen
Teilen Deutschlands. Sie ist auch die StA der in d undesrepu-
blik ansässigen Deutschen (BVerfGE 36, 30). Es i b t neben ihr
keine besondere StA der Bundesrepublik. !Eine solche kann ohne
Verfassungsänderung auch künftig nicht eingeführt werden. Die
deutsche StA darf nach Art. 16 I niemandem entzogen werden.
Die durch G über die Staatsbürgerschaft d e r D D R v o m
20. 2. 1967 (GB1/DDR I S. 3) eingeführte Staatsbürgerschaft der
DDR hat die deutsche StA der in der DDR lebenden Deutschen
nicht berührt (BVerfGE 36, 30 f.; 40, 163). Die StA der Deut-
schen in der DDR und in den Oder/Neiße-Gebieten ist mit keinen
Herrschaftsansprüchen der Bundesrepublik Deutschland verbun-
den; ihre praktische Bedeutung besteht derzeit allein darin, daß
die Betreffenden Anspruch haben, als Deutsche behandelt zu
werden, wenn sie sich in das Bundesgebiet begeben oder deutsche
Vertretungen im Ausland um Schutz bitten (BVerfGE 36, 31).
Über Erwerb und Verlust der deutschen StA bestimmen normativ
ausschließlich die Gesetze der Bundesrepublik, da sich diese allein
als handlungsfähige Präsenzform des Deutschen Reiches versteht.
An den vorstehend aufgezeigten Staatsangehörigkeitsverhältnis-
sen hat sich auch durch den Grundlagenvertrag mit der DDR, den
Warschauer und Moskauer Vertrag nichts geändert (s. dazu