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I.

ABTEILUNG

E X Z E R P T E AUS PROKLOS* E N N E A D E N -
KOMMENTAR BEI PSELLOS
L. G. W E S T E R I Ν K / E M Μ E N

Die bis jetzt bekannten direkten Zeugnisse über des Proklos Kommen-
tar zu Plotin 1 sind wohl kaum später als das 6. Jahrhundert: Damaskios,
De principiis II 253, 18; der Astrolog Palchos, Catal. cod. astrol. V 1 ,
189, 28-190,5 (gleichfalls um 600); ein anonymer Kommentar zur Isagoge
(zitiert von Busse, Davidis Prolegomena, CAG X V I I I , 2, S. X X I ) ; und
zwei Scholien, die zweifellos noch aus den Schulen des 5- oder 6. J h .
stammen (zu Proklos, In Remp. II 371, 18; lamblichos, De mysteriis,
Anf.). Davon läßt sich nur das Zitat des Palchos mit Sicherheit einreihen
(Enn. I I I 3); im Scholion zu Proklos (έν τοις εις τήν τρίτην έννεάδα, πόθεν
τά κακά) ist entweder die Zahl oder der Titel ( = 1 8 ) unrichtig.
Das einzige Testimonium, das ich neu hinzufügen kann, ist leider ein
problematisches. Im Laurentianus Conventi soppressi 163 (16. Jh.),
ff. 3-4, finden sich als Einleitung zu Epiktets Encheiridion eine Epiktet-
vita (Erweiterung des Suda-Artikels), Testimonia aus Galen (Scripta
minora II 120, 6-7) und Simplikios, und schließlich (f. 4 V ) drei Epigramme
der Anthologie, V I I 676, I X 207 und 208, das erste mit der Überschrift
έκ των Πρόκλου εις Πλωτΐνον υπομνημάτων. Λεωνίδου. An sich ist es na-
türlich nicht unmöglich, daß Proklos das bekannte Distichon zitiert hat;
verdächtig ist aber der Name des Leonidas, dem es erst in der Rezension
des Planudes beigelegt wird, wie auch das zweite Epigramm eine charak-
teristische Variante der Planudea aufweist (Z. 2 είσαφίκοιο και, wohl
Konjektur des Planudes). Überhaupt macht die ganze kleine Kompilation
den Eindruck, nicht viel älter als die Handschrift selbst zu sein, und da-
mals war die Schrift des Proklos keinesfalls mehr vorhanden.
Im 1 1 . Jh. aber hat Psellos wenigstens den Kommentar zur ersten Ab-
handlung (I 1) noch gelesen und exzerpiert. Seine Auszüge sind erhalten
in Kap. 3 1 - 3 6 der Omnifaria Doctrina und in der zweiten Hälfte der bis-
her nicht veröffentlichten Abhandlung Περί άρχων και περί ένώσεως
ψυχής και σώματος im Baroccianus gr. i 3 i f f . 432 v -433 Γ · Ich lasse die
beiden Texte folgen, muß aber behufs einer richtigen Beurteilung der
Auszüge zuerst die Sammlungen, in denen sie auf uns gekommen sind,
ausführlicher besprechen.
Die Omnifaria Doctrina 2 war ursprünglich geplant als eine positive
Beantwortung der in Pseudo-Plutarchs Placita nur doxographisch be-
handelten Fragen, also genau wie die zeitgenössische Σύνοψις των φυσικών
1
Zusammengestellt von R. Beutler, R E : Proklos, Sp. 198.
2
Näheres in meiner Ausgabe (Nijmegen - Utrecht 1948).
x Byzant. Zeitschrift 53 (1959)
2 I. Abteilung

des Symeon Seth. 3 Dieser Plan wurde, freilich nicht ohne Mühe, verwirk-
licht für die ersten zwei Bücher der Placita; um mit der Meteorologie des
dritten Buches fertig zu werden, griff Psellos zu Olympiodors Kommentar
zu den Meteora des Aristoteles, und von hier an begnügt er sich im allge-
meinen damit, zufällig vorhandene Quellen meist wörtlich zu exzerpieren:
den Timaios-Kommentar des Proklos (Kap. 51-54); eine andere, jetzt
verschollene Arbeit des Proklos, die einen A b r i ß seiner Psychologie ent-
hielt (Kap. 49, 55, 56,61, 58, 50, 63, 62; ich werde noch Anlaß haben, auf
diese Reihe zurückzukommen); Plutarchs Aetia physica; verschiedene
Schriften des Proklos und Porphyrios; Placita Buch V und I V ; Plutarchs
Quaestiones convivales. In einer zweiten Bearbeitung wurden die Kapitel
neu geordnet und Abschnitte über die Trinitätslehre (1-14), über Vernunft
und Seele (21-46) und über die Tugenden (66-81) hinzugefügt. Der end-
gültige T e x t (Red. I I I - I V ) ist das Ergebnis einer zweiten, radikalen
Neuordnung der Kapitel; wie die erste wurde diese, wohl von einem
Sekretär, ganz mechanisch ausgeführt, nur auf Grund der Kapitelüber-
schriften. Der T e x t blieb dabei im wesentlichen ungeändert; die späteren
Zusätze behielten die ursprüngliche Ordnung. Der erhaltene Epilog
( K a p . 201) bezieht sich wahrscheinlich auf die Kapitel Περί νου und
Περί ψυχής, die dann als eine selbständige Schrift bestanden haben
müssen; jedenfalls aber darf man annehmen, daß die Einteilung in K a -
pitel von je 12-15 Zeilen ursprünglich ist. Sie zerfallen in drei Reihen,
deren erste und letzte auf noch erhaltene Vorlagen zurückgehen: K a p .
21-30 auf Proklos, Institutio theologica 166-197, u n d K a p . 37-46 auf
Simplikios, De anima S. 7-27. Wortlaut und Reihenfolge zeigen nur
geringfügige Abweichungen vom Original, von dem in beiden Fällen
etwa ein Sechstel Übriggeblieben ist; dasselbe kann also mit einer gewis-
sen Wahrscheinlichkeit auch für K a p . 31-36 angenommen werden.
Baroccianus gr. 131 enthält auf ff. 404-446 eine Sammlung vermischter
Abhandlungen und Auszüge. Ein Autorname fehlt, aber für einen Teil
der Traktate ist Psellos uns sonstwo als der Verfasser bezeugt; daneben
finden sich Miszellen philosophischen, medizinischen und astronomischen
Inhalts. A m ehesten möchte man das Ganze als Abschrift eines Notiz-
buches des Psellos selbst betrachten, wenn nicht seine eigne Omnifaria
Doctrina darin exzerpiert wäre; dieser Umstand macht es wahrschein-
licher, daß die Sammlung etwa von einem Schüler veranstaltet worden ist.
Fünf Abhandlungen, meist neuplatonischen Ursprungs, sind herausgege-
ben und besprochen worden von St. Weinstock im Catalogue cod. astrol.
Graec. I X 1 (Brüssel 1951) 101-120. Einige andere, die Weinstock nicht
aufgenommen hat, weil die Vorlage noch vorhanden ist, sind für unseren
Zweck von Interesse, insofern sie es möglich machen, dem Verfahren des
Psellos nachzugehen. Der Brief Περί διαλεκτικής, εύδαιμονίας, και του
καλοϋ (f. 4 1 θ Τ - ν ; inc.: Διαλεκτική έπιστήμη εστί, περί οδ ήρώτησας, des.:

3 Α. Delatte, Anecdota Atheniensia et alia, t. II (Liege 1939) 17-89.


L. G. Westerink: Exzerpte aus Proklos' Enneadenkommentar bei Psellos 3

αύτοϊς μεταλαβεϊν ποιεί) beruht, wie schon die Überschrift zeigt, auf Enn. I
3-6. Der erste Abschnitt besteht aus wörtlichen Exzerpten aus I 3, 3-4;
der zweite ist aus Enn. I 4, 4-6, weicht aber in den letzten Zeilen davon
a b ; der dritte hat mit I 5 nur den Gegenstand gemein, der behandelt
wird im Anschluß an Gregor von Nazianz; der vierte ist wieder ganz ab-
hängig von Enn. I 6, 4 und 6. Die Briefform ist offenbar, wie in vielen
Abhandlungen des Psellos, reine Fiktion: zwar fängt auch der Abschnitt
über das Glück an mit και περί τούτου γαρ έδεήθης μαθεϊν und der über die
Schönheit mit einer ähnlichen Formel, aber Psellos folgt einfach seiner
Quelle, und es kann also keinen Frager gegeben haben. Ich weise darauf
hin, weil dasselbe sich bei den Proklos-Exzerpten wiederholt; wir haben
also keinen Grund, anzunehmen, daß die Disposition durch die angeblichen
Fragen beeinflußt sein könnte. Die Briefe Περί νοϋ (f. 4ΐ2 Γ ; inc. Άνέγνως
μεν ήδυστα [sic], des.: έν τη Θεολογική αύτοϋ στοιχειώσει) und Περί ψυχής
(f. 4 i 2 r - v ; inc.: 'Ιδού σοι και τά περί ψυχής, des.: τό δέ κάτεισιν) sind zu-
sammengeflickt aus wörtlichen Zitaten aus Instit. theol. 166-183 und
184-211, in einer Folge, die nur sehr selten von der Vorlage abweicht.
D e r Aufsatz Περί άρετών (ff. 4 i 2 v - 4 i 3 r ; inc.: Τήν προς Έρκουλιανόν, des.:
ένεστήσατο πραγματείαν) ist ein Kommentar zu einer Stelle aus Brief 140
des Synesios. Die einzige Quelle bildet Porphyrios, Sententiae 32, aber in
einer etwas freieren Bearbeitung (S. 17, 19-21; 18, 5-10; 20, 1 2 - 1 3 ;
21, 1 - 2 ; 9 - 1 6 ; 17, 21-18, 4; 18, 12-19, 3; 20, 13-18; 21, 4-8; 22, 4 - 1 4 ;
19, 3 - 7 Mommert). Περί θεολογίας και διακρίσεως δογμάτων 'Ελληνικών
(f. 4 i 3 r _ v ; inc.: Τοϋ καθ·' ήμας θεολογικού δόγματος, des.: τό λυμαίνεσθαι
δυνάμενον) besteht aus Exzerpten aus Proklos, Instit. theol. 35, 39, 81, 90,
109, und Porphyrios, Sententiae 13, 25, 33 s , 34, 36, 37 (in der genannten
Reihenfolge); hier und da legt Psellos ein Wort der Kritik oder der Ein-
stimmung ein.
E s folgt nun zuerst die erste Hälfte des Briefes aus der Barocci Hs
(Περί άρχων). 4 Die Vorlage ist Syrians Kommentar zur Metaphysik (§ 1 =
S. 6, 36-7, 3; §§ 2-4 = S. 7, 7 - 1 8 ; § 5 = S. 7, 22-28; § 6: vgl. S. 7, 31-32;
§ 7 = S. 7, 35-36. V o n § 6 abgesehen exzerpiert Psellos ganz wörtlich;
eine L ü c k e in der Ausgabe (S. 7, 17) kann nach § 4 ergänzt werden.

Περί άρχων και περί ένώσεως ψυχής και σώματος

( ι ) Ήρώτησας πότερον τά γένη των πραγμάτων άρχάς δει λέγειν καΐ


στοιχεία, άρχάς μεν ώς αϊτια, στοιχεία δέ ώς απλούστερα, ή μάλλον τά
ένυπάρχοντα τω πράγματι, εις ά καί διαιρείται τό πραγμα, ά και κυρίως
αύτοϋ στοιχεία προσαγορεύεται. (2) φημί οδν ώς εί μεν τάς ύλικάς άρχάς
επιζητείς νυν ή τάς είδικάς, τά ένυπάρχοντα τοις πράγμασιν άρχαί είσίν, εις

4 Außer einigen orthographischen Korrekturen (im allgemeinen ist die mittelalter-

liche Schreibung beibehalten) habe ich folgendes geändert: § 1 δει: δή Hs. / κυρίως:
κυρ u. kleine Lücke ; § 2 νϋν: νοϋν / είδικάς: ίδικάς; § 4λόγων: λόγον; § 5 τούτων: τοϋτο;
§ 7-^είης: θείαν; § 8 ήδέα: όδέα/ήμΐν:ύμΐν; § ι ο δ ε ΐ 1 : δή; § 12 μίγματος: μίγματος ώς( ?).
I*
4 / . Abteilung

ά και διαιρείται τό πράγμα ή έπινοίαις ψιλαϊς ή καΐ ενεργεί^· εί δέ τάς ποιητι-


κάς ή τάς τελικάς, ούτε τά ένυπάρχοντα τοις πράγμασιν άρχαί - τά γάρ έκ
των άρχων εστί ταϋτα — οδτε των γενών δσα έστίν ύστερογενή - ταϋτα γάρ έπί
τοις άποτελέσμασιν - ουθ' δσα είς αυτά τά αισθητά κατατέτακται — εστί γάρ
έν Καλλία και άνθρωπος καί ζωον, ά πώς άν εΐεν αί ποιητικαί ή τελικαΐ
άρχαί, μέρος δντα της φαινομένης ουσίας; (3) εί δέ τινα εστί γένη προ των
καθέκαστα τών αισθητών αϊτια έν τε τοις λόγοις της των δλων φύσεως
ένορώμενα καί έν τοις ΰπερτέροις εΐδεσι διαλάμποντα, ταΰτα φαίην άν δικαίως
αϊτια τών τήδε πραγμάτων. (4) "Ελληνες δέ καί προ τούτων καί υπέρ ταϋτα τάς
δημιουργικάς ιδέας αρχάς τίθενται, αί καί τών καθόλου λόγων ύπερήπλωνται.
(5) εάν μεν ούν τάκατ' έπίνοιαν ύστερογενή λαμβάνωμεν γένη, τά μεν προσεχέστερα
ταΐς πρώταις λεγομέναις ούσίαις έσονται μάλλον ούσίαι καί διά τοϋτο μάλλον
άρχαί, τά δέ άπωτέρω άσάφειαν έξιτηλοτέραν τη τών αισθητών άποστάσει
δέχεται, έάν δέ τά κυρίως καθόλου γένη καί τούς ποιητικούς τών καθ' έκαστα
λόγους φυσικούς τε καί δημιουργικούς, πρόδηλον ώς τό περιληπτικώτερον καί
διατεϊνον έπί πλέον θειότερον έστίν αίτιον καί κυριώτερον. (6) τά μέν ούν κατ'
έπίνοιαν λεγόμενα γένη παρά τοις διαλεκτικοΐς είδωλικά είσι καί ού κυρίως
άρχαί ούδέ αϊτια, οί δέ φυσικοί λόγοι καί οί δημιουργικοί καί προ πάντων αί
του θείου δυνάμεις κυρίως τήν τών άρχών καί αιτίων άποφέρονται καί όνομασίαν
καί έννοιαν. (7) εί τοίνυν θείης τό κατά τίνων λέγεσθαι έπί τω δημιουργεϊν,
μεταβήση άπό τών ειδώλων έπί τά άληθή γένη καί είδη. καί τοϋτο μέν ούτως
σοι λέλυται.
Die zweite H ä l f t e (περί ενώσεως ψυχής καί σώματος) gebe ich in V e r b i n -
dung mit dem T e x t aus der Omnifaria Doctrina, 5 in den sie sich leicht
einfügen läßt, weil die beiden Quellen zwei Abschnitte gemein haben.
Inwieweit diese O r d n u n g berechtigt ist, wird noch zur Sprache k o m m e n .

I O D 3 1 - 3 2 (zu E n n . I 1 , 7 - 8 )
Kap. 7 ( O D 3 1 ) Τριττόν έστι τό βάθος της ψυχής, καί τό μέν άκρότατον αύτής,
τό τοις νοητοϊς ήνωμένον, νόησις ώνόμασται· τό δέ έσχατον, τό τών αισθητών
γνωστικόν διά μέσης τής κοινής αΐσθήσεως, δόξα λέγεται· τό δέ μέσον, τό
άνιέναι καί κατιέναι πεφυκός, διάνοια, καί μέχρι μέν τούτων ό άνθρωπος, ήτοι
Ζ. ι6-ι8 νους, διάνοια, δόξα, μετά δέ ταϋτα είναι τό ζωον' ή μέν γάρ πολυποίκιλος
Ζ. 20-21 φύσις, ή δέ τής θείας μοίρας υπάρχουσα, ή μέν γάρ έπιθυμία πολνκέφαλον
ϋηρίον, 6 δέ θυμός λεοντώδης, 6 δέ λόγος ό άληϋής ανϋρωπος. έστι δέ
τούτου καί άλλος θειότερος άνθρωπος καί άληθέστερος, ό νοερός, δν αύτοάνθρω-
πον προσαγορεύουσιν οί τών ειδών φιλοθεάμονες, τριττός ούν ό άνθρωπος, 6
μέν νοερός καί μονοειδής, ό δέ λογικός καί τριμερής καί τριδύναμος, ό δέ
Ζ. 21-24 αισθητικός καί πολυειδής καί παντοδαπός. τό δέ λογιζόμενον καί τό θεωρούν
ημείς έσμέν· ημείς γάρ καί ή ψυχή ταυτόν.
Kap. 8. (32) "Εχομεν τά εϊδη δίχως, έν μέν ψυχί} οίον άνειλιγμένα καί οίον κεχω-
Ζ
" ^ ρισμένα, έν δέ τω νω όμοϋ πάντα, νοΰς δέ άλλος μέν έστιν ό κατά μέθεξιν,
δν καί δικαιότερον άν τις έλλαμψιν προσείποι νοεράν, έτερος δέ ό ουσιώδης.

6
3 ι 2 ' *, 34° und 36* (προείρηκεν Hss.) weiche ich von der Ausgabe ab.
L. G Westerink: Exzerpte aus Proklos' Enneadenkommentar bei Psellos 5
νους δέ εστί κατά μέθεξιν, δν ή ψυχή έχει, ίξιν ονσαν τών παρά τοϋ νον Ζ. ι-2
καθηκόντων εις αύτήν αγαθών, και ό ουσιώδης δέ νοΰς διττός έστιν, ό μεν
άμέθεκτος, ό δέ μετεχόμενος, δν δή καί καλεϊν είώθασι μερικόν. έχομεν δέ Ζ. 3-6
τοϋτον τον νουν και κοινόν και ϊδιον · κοινόν μεν ώς άμέριστον ίνα, Ιδιον δέ καθ-
όσον ε χει έκαστος αυτόν δλον. καί τά μέν ψυχικά είδη συμπληροΐ τήν ούσίαν
ήμών, τά δέ νοερά τελειοΐ τε ήμας καί κοσμεί· καί τά μέν νοερά ήνωται, τά
δέ ψυχικά διήρηται. έχομεν δέ καί τον ϋεόν ώς έποχουμενον τί] νοητη φύσει. Ζ. 8-ιο

II O D 33-35. Η (zu Enn. I ι, 3-4)

(OD 33) Των παρ' "Ελλησι σοφών τήν ψυχήν Πλάτων [Ale. 129 Ε] μέν
καί 'Αριστοτέλης [De an. II 4 , 4 1 5 b> 18] ώς όργάνω φασί χρήσθαι τω σώματι,
δει γάρ, φησίν 'Αριστοτέλης, τήν μέν τέχνην χρήσθαι τοις όργάνοις, τήν δέ
ψυχήν τω σώματι, οί δ' έκ του Περιπάτου φιλόσοφοι [Alex. De an. p. 15,
29-16, 7] ώς ένυλον είδος μιγνύουσιν αύτήν τω σώματι καί διαπλέκουσιν. οί
δέ περί Κλεάνθην [SVF I ρ. 117] καί σώμα ταύτην άποφαίνονται, δυναμένην
μέντοιγέ ποτε καί του φαινομένου χωρίζεσθαι σώματος. Πλωτίνος δέ φησι Kap. 3
μή άναγκάζεσϋαι δέχεσϋαι τήν ψυχήν τά πάϋτ/ τον σώματος, έπει μηδέ τεχ- Ζ · 3~7
νίτης τά πά&η των οργάνων νποδέξαιτ αν ποτε. αίσ&ησει δέ χρήσϋαι φησίν
άναγκαϊον, τό γάρ διά σώματος ενεργούν βοηθόν έ'χει τήν α'ίσθησιν, ίνα δι'
αντής γινώσκ·η τό εξωϋεν. εί ούν ή ψυχή άσώματος, τά πά&η τον σώματος ου Ζ. 11-12
διαβήσεται έπ' αύτήν. εί δέ καί έρχεται, ούκ είς τήν ούσίαν αύτης έρχεται,
άλλ' είς τάς δυνάμεις καί τάς ένεργείας.
(34) Μίγνυται τά μιγνύμενα ή κιρνάμενα άλλήλοις, ώσπερ τά υγρά, ή Ζ. ι8-20
διαπλεκόμενα, ώσπερ δ τε άήρ καί τό φως, ή ώς rfj νλη τό ένυλον είδος, εί
δέ έφάπτοιτο μόνον, τη μέν ούσία κεχώρισται, ταϊς δέ ένεργείαις μέμικται.
καί 'Αριστοτέλης [De an. I I I 4] δέ διά τούτο τήν ψυχήν ποιεί διττήν, τήν μέν Ζ. 21-23
κεχωρισμένην, τήν δέ έν σώματι τήν ύπόστασιν έχουσαν τό δέ έν σώματι
γεγονός της ψυχής είδος έν οργάνου τάξει τέτακται προς τήν άνω ψυχήν,
βασιλικήν δύναμιν έχουσαν. πλήν ούχ ή ψυχή αισθάνεται έν τω σώματι ούσα, Kap. 4
εϊπερ κέκραται τω σώματι, άλλά τό έμψυχον σώμα. τό γάρ σώμα διά τήν ψυχήν Ζ· ι-ιο
αίσθητικόν γέγονε καί όρεκτικόν καί τών άλλων παθών δεκτικόν. Πλάτων δέ
τήν άληθινήν ούσίαν της ψυχής εαυτής φησίν είναι· τό γάρ έν άλλω τήν ύπό-
στασιν έχον είδος ποιότητα ούσιώδη καλεί, άλλ' ούκ ούσίαν.
(35) Ή ψυχή έν σώματι ούσα ή όργάνω χρήται τω σώματι ή άχώριστος Kap. 3
έστίν αύτοϋ. άλλ' ει μέν τό πρότερον, ουκ αναγκάζεται δέχεσϋαι τά πά&η τον Ζ. 3_4
σώματος· εί δέ αχώριστος έστι τον σώματος, ή κέκραται προς αντό ή διαπέ- Ζ. 18-20
πλεκται ή ώς είδος ένυλον έστιν. άλλ' εί μέν κέκραται, ούχ ή ψυχή αισθάνεται Kap. 4
καί πάσχει, άλλά τό έμψυχωμένον σώμα· εί δέ διαπέπλεκται, δυνατόν τήν ψυχήν |·
άπα&η μένειν του σώματος κακώς πάσχοντος, ώσπερ τό φως άκίνητον τοϋ άέρος
μεταβάλλοντος· εί δέ είδος ενυλόν έστι, τό συναμφότερον αν εϊη τό ενεργούν Ζ. 17-24
καί πάσχον, άλλ' ούχ ή ψυχή. καί γάρ έπί τοϋ πελέκεως ουχί τό όχημα μόνον
έστι τό τέμνον, άλλά τό σύνολον, δπέρ έστιν ά σίδηρος ό οϋτως έσχηματισμένος.
εί δέ άυλον είδος έστίν ή ψυχή, άδύνατον αύτήν δεκτικήν είναι τών τοιούτων
παθημάτων καί τών γνώσεων άς διά σώματος παραδέχεσθαι πέφυκε.
6 I. Abteilung

I I I OD 35, 14-36, 9; Bar. 8 (zu Enn. I 1, 1)

Kap. 1 (OD 35,14) Τά δέ πάϋη ή αίσ&η- (Bar. 8) Ήρώτησας δέ έν τω αύται


Z. 12-13 σεΐς τινές ή ουκ άνευ αίσϋησεως. γράμματι έκεϊνο δη τό Πλωτίνειον τό
(36) Πλάτων έν Τιμαίφ [6ι C - D ] φάσκον τά πά&η ή αίσ&ήσεις είναι ή
μεν διακρίνει τά πάθη των αισθήσεων ουκ άνευ αίσ'&ήσεως. τοϋτο δέ πρός
και φησίνούκ άνευ αΐσθήσεωςγίνεσθαι" τάς διαφόρους δόξας των 'Ελλήνων ό
έν δέ τω δευτέρω των Νόμων [653Α] Πλωτίνος εΐρηκεν. έχρώντο γάρ οί μέν
τάς ήδονάς και τάς λύπας αισθήσεις λέγοντες τά πάθη μηδέν διαφέρειν των
προσείρηκεν. έχρώντο δέ οί μέν αισθήσεων τοιωδε λόγω· τά ήδέα καί
λέγοντες τά πάθη μηδέν διαφέρειν των λυπηρά αισθητά έστιν, εΐ δέ ταϋτα
αισθήσεων τοιωδε λόγω - τά ηδέα καί αισθητά, καί αί ήδοναί καί αί λύπαι
λυπηρά αισθητά εΐσιν, εΐ δέ ταϋτα αισθήσεις τινές, οί δέ διακρίνοντες τά
αισθητά, και αί ήδοναί καί αϊ λύπαι πάθη των αισθήσεων τά μέν Φλέγον
αισθήσεις τινές, οί δέ διακρίνοντες τά της έν ήμΐν ορέξεως είναι, τά δέ της
πάθη των αισθήσεων τά μέν πάθη άνή- κριτικής δυνάμεως· άλλο δέ είναι την
γον έπί την όρεκτικήν δύναμιν, τάς δέ κρίσιν καί άλλο την δρεξιν.
αισθήσεις έπί την κριτικήν· άλλο δέ
είναι τήν δρεξιν καί άλλο την κρίσιν.

IV Bar. 9 (zu Enn. I 1, 2)


Kap. 2 (Bar. 9) Ήρώτησας καί τί διαφέρει τό ειπείν ψυχήν είναι τοϋ λέγειν ψυχτ}
Ζ. ι-2 ε Ι ν α ι τ ο ζωον είναι τοϋ ζώω είναι, τοϋτο τοιγαροΰν οί έκ τοϋ Περιπάτου
Ζ. 2-7 [Ar. Met. Η 3] άνω καί κάτω θρυλεϊν είώθασιν, έπί μέν των συνθέτων άλλο
τό Ικαστον καί άλλο τό έκάστω είναι λέγοντες· άλλο γάρ άνθρωπος καί τό
άνθρώπω είναι, καί τό μέν δηλοΐ τό σύνολον καί τό σύν&ετον, τό δέ τό είδος
μόνον, κατά γάρ τό είδος έκάστω των συνθέτων τό είναι· έπί δέ των άπλών
ταυτόν φασι τό είναι Ικαστον καί τό είναι έκάστω.

V OD 36, 9 - 1 3 ; Bar. ι ο - ΐ 5 (zu Enn. I 1,5)

Kap. 5 (OD 36,9) To δέ ζωον τριττόν· ή (Bar. 10) Ήρώτησας καί τό πολυ-
Ζ. 1 - 2 γάρ τό σώμα τό φυσικόν καί όργανικόν θρύλλητον τοϋτο έρώτημα, δ δή Πλω-
καί δυνάμει ζωήν εχον· ή τό κοινόν, τίνος πρώτος ώς οΐμαι έτόλμησε. 'τό
τοϋτο δέ έστι τό έξ αύτης της ψυχής ζωον1 γάρ φησιν cf\ τό σώμα δει λέγειν
καί τοϋ σώματος· ή ίτερόν το τρίτον τό τοιόνδε ή τό κοινόν ή έτερον τι
επ άμφοϊν γεγενημένον, τοϋτο δέ τρίτον έξ άμφοϊν γεγενημένον\ δταν
έστι τό έκ της δευτέρας ζωής καί του μέν οδν λέγη (τό ζωον ή τό σώμα δει
σώματος. λέγειν τό τοιόνδετό φυσικόν φησι καί
όργανικόν τό δυνάμει ζωήν έχον · δταν
δέ είπη 'τό κοινόν', τό έξ αύτης φησι
της ψυχής καί τοϋ σώματος σύνθετον·
δταν δέ lrj έτερον τι τρίτον έξ άμφοϊν
γεγενημένον', τοϋτο δή τό άπορον καί
άπόρρητον, τό έκ της δευτέρας φησι
ζωής καί τοϋ σώματος.
L. G. Westerink: Exzerpte aus Proklos' Enneadenkommentar bei Psellos 7

(Bar. I i ) Ό γαρ άνήρ ούτος ούκ αύτήν αμέσως τήν νοεράν ψυχήν τω
σώματι μίγνυσιν, άλλ' έκείνην μεν εαυτής είναι τίθεται, καν έν σώματι γένηται,
τήν δέ έξ αυτής προϊοΰσαν έλλαμψιν, ή ν και ίνδαλμα ψυχής ονομάζει, τ ω
σώματι συγκεράννυσθαι. (ΐ2) και δταν γαρ λέγη ιάλλο έτερον εκ τον μίγμα- Kap. ι
τος', τοΰτο αίνίττεται ώς μή συμπληρούμενον άπ' αμφοτέρων των μιχθέντων, 4-5
άλλ' έν τή συνόδω της ψυχής και τοϋ σώματος άπεργασθέν, ούκ αυτής έπιδούσης Kap. 7
έαυτήν τω σώματι τής ψυχής, άλλα ζωήν δευτέραν ύποστησάσης, άφ' ής και
τοϋ σώματος λέγεται είναι τό έξ άμφοΐν. (13) τω τοιούτω γοΰν μίγματι και τά
πάθη προστρίβεται ό φιλόσοφος, δπερ ύφέστηκεν έκ τής δευτέρας ζωής και τοϋ
σώματος· τοΰτο γαρ είναι και τό ζωον έν φ τοις πάθεσιν ή ΰπαρξις.
(14) Τό μεν οδν πάσχον τοΰτο, τό δέ συμπάσχον ή χρωμένη τω σώματι ψυχή. Kap. 5
Ζ
μέλλων γαρ διακρίνειν τό ζωον και τον άνθρωπον ήδονάς μεν και λύπας και τήν ·4
σκηνήν των παθών έν τω ζωω τίθεται, όόξαν δέ και διάνοιαν και νόησιν έν τ ω ^
αληθινοί άνθρώπω. (15) και τήν μεν κυρίως λεγομένην διάνοιαν και δόξαν τής Kap. 9
ψυχής είναι ένέργειαν, τήν δέ περί τά αισθητά καταγινομένην και έξ αΐσθήσεως Ζ. 2 0 - 2 2
συνισταμένην, φαντασίαν οδσαν, τοϋ πάσχοντος είναι, και γάρ διανοεϊσθαι και ' ^ 12
δοξάζειν λέγομεν τό ζωον έτερον τρόπον ή δν φαμεν αυτήν τήν ψυχήν.

VI Bar. 16 (zu E n n . I 1, 13)


(Bar. 16) Περί δέ τοΰ ζητοΰντος άκριβούμενος, τό μεν δή ζητοΰν, φησίν, έν Kap. 13
ήμΐν ή διάνοια, τό δέ παρακολουθοΰν δτι ζητεί τό προσεκτικόν μέρος τής ψυχής
άνω και κάτω φερόμενον, (δ) και πάσαις συντάττεται ταΐς έν ήμΐν ζωαΐς.
M a n kann gleich feststellen, daß diese Auszüge aus einem regelrechten
K o m m e n t a r zu Plotin stammen. A n ausgiebige B e n u t z u n g Plotins in
a n d e r e m Z u s a m m e n h a n g zu denken verbietet die Tatsache, d a ß die Zitate
sich über die ganze Schrift hin erstrecken, wobei auch manches b e r ü h r t
wird, das nicht direkt zum Zentralthema gehört. Ebensowenig k a n n es
Psellos selber sein, der den Plotin-Text erweitert hätte. E r k a n n ihn sogar
k a u m eingesehen haben, denn in Bar. 16 gibt er mit ausdrücklichem Bezug
auf Plotin eine Formulierung von I 1, 13, die jenem vollkommen f r e m d ist.
E i n weiterer Beweis ist die indirekte Konstruktion in O D 31 (μετά δέ
ταϋτα είναι τό ζωον), die gedankenlos aus der Vorlage ü b e r n o m m e n wor-
den ist.® Psellos war auch wohl nicht g e n u g vertraut mit Piaton, u m die in
O D 36 angeführten Belege zu ermitteln.
L e h r e und Terminologie in den nicht-plotinischen Zusätzen sind unver-
k e n n b a r die des Proklos; die folgenden Stellen werden das zeigen:
O D 31 τό βάθος (πάθος Hss) τής ψυχής: vgl. Proklos, Eclogae de philos.
Chald. II S. 2, 1 - 2 J a h n : ψυχής βάθος τάς τριπλας αυτής γνωστικάς δυνά-
μεις φησί, νοεράς, διανοητικάς, δοξαστικάς. Freilich s t a m m e n die Eclogae
a u s Notizen des Psellos, 7 der die Stelle auch sonst einige Male a n f ü h r t
( M i g n e PGr. 122, 1 1 3 7 C 1 - 2 ; Weinstock S. 107, 10-11).
6
Dasselbe ist auch O D 1 9 2 1 0 geschehen (άπομαραίνεσθαι, v g l . Plutarch, Quaest.
conv. V I 8, 4).
' M . Sicherl, Die Hss. . . . von Iamblichos D e mysteriis (Berlin 1 9 5 7 ) 1 3 4 - 1 3 7 .
8 I.Abteilung

OD 32 Plotin unterscheidet Nus als έξις των παρά ταϋ νοϋ in der Seele
und αύτόν τον νουν. Für letzteren hat Proklos, Tim. II 140, 2 1 , I I I 269, 7,
den Ausdruck νους ουσιώδης (Ggstz. τόν ώς Ιξιν). Dieser 'Nus als Sub-
stanz' zerfällt wiederum in νοϋς άμέ&εκτος und μετεχόμενος, und so ergibt
sich eine Dreiteilung: και γαρ ό νοϋς άλλος μέν ό άμέ-9-εκτος, έξη ρη μένος άφ'
δλων των μερικών γενών, άλλος δέ ό μεθ-εκτός, οδ και αί ψυχαί τών θεών
μετέχουσι κρείττονος οντος, άλλος δέ ό άπό τούτου ταϊς ψυχαϊς έγγινό μένος,
δς δή και εστίν αυτών τών ψυχών τελειότης (Alkib. 65, 16-18).
I b . τελειοϊ τέ ή μας και κοσμεί: eine dem Proklos sehr geläufige Ver-
bindung; ζ. B. Alkib. 124,20; 268,13; Parm. 809,36-37; Rp. I 5 6 , 1 3 - 1 4 .
OD 33. In der Frage der Affektlosigkeit der Seele sind Plotin und
Proklos bekanntlich entgegengesetzter Meinung. Während Plotin mit
zunehmender Entschiedenheit die vernünftige Seele dem Einfluß des
Irdischen entzieht, ist nach Iamblichos und den ihm folgenden späteren
Piatonikern die ganze Seele bei dem Abstieg beteiligt. 8 Syrian (Hermeias,
Phaidr. 1 2 2 , 1 - 1 4 Couvreur) faßt das so auf, daß auch ihr höchstes Ver-
mögen, der Wagenlenker des Phaidros, in Mitleidenschaft gezogen wird,
ihr Wesen aber unberührt bleibt, weil sonst der Grund für den Unsterb-
lichkeitsglauben fortfiele. Denselben Standpunkt vertritt Proklos in der
Instit. theol.: die ganze Seele steigt hinab in die Welt (211), trotzdem aber
bleibt ihr Wesen ewig (also auch unveränderlich) und nur ihre Wirkung
ist zeitgebunden (191). Im Alkibiades-Komm., wo er, ohne Plotin mit
Namen zu nennen, unverkennbar gegen ihn polemisiert (227, 2—18), geht
er noch etwas weiter, indem er bemerkt, daß nach Tim. 4 1 D auch unser
Wesen der ewigen Wirklichkeit nicht unbedingt angehört. Die Entwick-
lung wird vollendet von Damaskios, der auch das Wesen der Seele für
veränderlich erklärt, nur mit Ausnahme der Identität (Dub. et sol. II
S. 268-272 Ruelle). Die vorliegende Stelle steht auf dem Standpunkt der
Instit. theol., nur begnügt sich der Verfasser mit einer vorsichtigen Be-
richtigung ('oder wenigstens . . .') statt der regelrechten Abweisung, die
nach der antiken Auffassung in einen Kommentar nicht hineingehört:
man erklärt und gleicht aus, kritisiert aber gewöhnlich nicht.
OD 35 = Bar. 10 της δευτέρας ζωής: Proklos, Tim. I 1 1 1 , 2 4 ; I I I 2 7 1 ,
25-26; 273,26; 312,22-23.
Bar. 1 1 ήν και ίνδαλμα ψυχής ονομάζει: Plotin gebraucht den Ausdruck
nicht hier (nur είδωλα Kap. 8, Z. 17), wohl aber I V 4, 19, Z. 3,4; vgl. I 8,
4, Z. 30. Proklos, Instit. theol. 64.
Bar. 14 την σκηνήν τών παθών: Proklos, Rp. I 1 2 4 , 1 3 σκηνή παντοίων
παθών.
Bar. 16 τό προσεκτικόν μέρος της ψυχής: bei Proklos findet sich προσοχή
in der sonst ungewöhnlichen Bedeutung von 'Bewußtsein': Eel! de philos.
Chald. IV S. 4,26 ( = Pselliana S. 110, 7-9 Weinstock) ού γάρ έσμεν νοϋς
μόνον, άλλα και προσοχή και προαίρεσις καΐ διάνοια καΐ δόξα. Die Erklärung

8
Beutler, R E Proklos, Sp. 234.
L. G. Westerink: Exzerpte aus Proklos' Enneadenkommentar bei Psellos g

gibt OD 63 (in einer Reihe, die, wie schon bemerkt, aus einer unbekann-
ten Schrift des Proklos stammt): Μέσαι δυνάμεις είσί της ψυχής προσοχή
και προαίρεσις . . . προσοχή 8ε εστί καθ·' ήν προσέχομεν τοις έργοις οίς πράτ-
τομεν και τοις λόγοις οΐς λέγομεν· αυτή γαρ ποτέ μέν τά της ψυχής ήθ-η
άνασκοπεϊται τίνα τέ έστι καί πώς έχει προς άλληλα, ποτέ δέ αδ τό ζωον θεωρεί
τί πράττει καί πη παραβαίνει καί τί ελλείπει. Von der Bedeutung 'Selbstüber-
wachung' bei den Stoikern® hat das Wort den ethischen Einschlag beibe-
halten, stellt aber nicht mehr einen Zustand oder einen Habitus, sondern
ein Vermögen dar.
Die Herkunft der Exzerpte aus dem Kommentar des Proklos ist damit,
wie ich glaube, zur Genüge bewiesen. Die Frage nach der ursprünglichen
Gestalt des Werkes aber läßt sich nicht mit gleicher Bestimmtheit beant-
worten. Wenn man voraussetzt, daß die OD sich in der Ordnung der Vor-
lage anschließt, so muß Proklos eine systematische Neugruppierung des
Stoffes vorgenommen haben: (I) der Mensch; Nus und Seele; (II) Seele
und Körper; anschließend (III) die Affekte; (V) das ζωον als Sitz der
Affekte; (VI) das Bewußtsein. Ob und wie der IV. Abschnitt mit dem I I I .
verknüpft war, bleibt undeutlich; weiter müßte man der Möglichkeit
Rechnung tragen, daß Psellos im V . Abschnitt für die Erläuterung in
Bar. 1 1 - 1 5 auf das Vorhergehende zurückgegriffen hat. Nimmt man aber
an, daß die Neuordnung von Psellos herrührt (einmal, weil ein Kommen-
tar in dieser Form bei den Neuplatonikern ohne Parallele ist; dann auch
besonders, weil mehrere Stellen, z. B. OD 32, doch eher wie ein fortlau-
fender Kommentar aussehen), so ist jeder Versuch einer Rekonstruktion
von vornherein nutzlos. Daß beim Exzerpieren die Disposition ungeändert
geblieben ist, bleibt immerhin wahrscheinlicher. Erstens hat Psellos
das auch in den vorhergehenden und folgenden Kapiteln so gemacht,
und zweitens weist die eigentümliche Stellung des Satzes über die Affekte
am Ende von Kap. 35 darauf hin, daß in seiner Quelle wenigstens der
I I I . Abschnitt dem II. gleich folgte, sonst hätte er jedenfalls den einen
Satz zum folgenden Kapitel gezogen. Wie dem auch sei, soviel ist klar, daß
Proklos nur einen bequemen Uberblick bieten will und auf die Problema-
tik der Schrift nirgends tiefer eingeht.
Hat Psellos noch mehr als dieses eine Stück besessen und benutzt? Die
nächstliegende Möglichkeit sind die Abschnitte Περί άρετών in der O D
(66-81), die der Entstehungszeit nach nicht weit von der Reihe über Nus
und Seele entfernt sein können. Davon sind Kap. 75-81 aus der nikoma-
chischen Ethik, die anderen gehen in letzter Instanz ausnahmslos auf
Enn. I 2 zurück; es fragt sich nur, auf welchem Wege. Kap. 70 und 74,
die den Sententiae des Porphyrios entlehnt sind, scheiden aus; von den
übrigen kämen am ersten Kap. 68 und 7 1 - 7 3 in Frage, weil sie einerseits
wie Plotin ausgehen von den drei Tugenden des Theaitetos, bzw. von der
όμοίωσις θ-εω, andererseits auch proklische Elemente aufweisen. Einen

8
Chrysippos F r g . I I I 1 1 1 ; Plutarch, D e garrul. 2 3 ; Epiktet, Encheir. 33*.
10 I. Abteilung

brauchbaren Anhalt für die Trennung der unmittelbaren Quellen kann


ich aber nicht finden. Ein Paralleltext fehlt; unglücklicherweise hat Psellos
für die Abhandlung Περί άρετών im Baroccianus den Porphyrios als Vor-
lage gewählt.
Eine kurze Notiz verdient noch die Schrift Περί των ιδεών, άς ο Πλάτων
λέγει.10 Sie fängt an mit einer kurzen Darlegung der Lehre von den Ideen
als Gottes Gedanken (πρωτουργά ενθυμήματα), im wesentlichen wie bei
Albinos, Epit. 9, aber im Ausdruck davon verschieden und mit stärkerer
Betonung der sekundären Stellung der Ideen. Psellos, oder vielmehr seine
Quelle, erklärt diese Auffassung für ungenügend, und gibt dann (S. 434,
9-435,19) als die wahre Lehre Piatons eine klare und selbständige Zu-
sammenfassung von Enn. V 9,2-3 und 5 Anf., wobei besonders die Iden-
tität des Nus mit den Ideen hervorgehoben wird. Ganz unvermittelt geht
das in wörtliche Exzerpte aus Kap. 5-13 über (S. 435,19-436,25).
In dem paraphrasierenden Abschnitt begegnet aber nichts, das auf Proklos
hinweist; durch die Bemerkung, man solle mit den Ideen nicht über den
Nus (d. h. den Demiurgen) hinausgehen, sonst könne man ins unend-
liche Urgründe der Urgründe suchen (434,19-20), scheidet er vielmehr
als Vorlage aus.

10 Pselli Scripta minora, edd. Kurtz-Drexl, vol. I (Mailand 1936) 433-436; Nach-

druck von Linders Ausgabe im Philologus 16 (i860) nach einer jungen Hs in Upsala.
Der Text steht noch in Laur. 28, 11 und 58, 29, Laur. Conv. soppr. 103, Vat. Urb. gr.
78.