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Gerhard Stäbler

VERWANDELN
Septett für Flöte, Oboe, Bassklarinette,
Violine, Viola, Violoncello und Schlagzeug
(ein bis sieben Spieler)
mit Vokalperformances (ad lib.)

2017

edition EarPort
Wie Orpheus spiel ich
auf den Saiten des Lebens den Tod
und in die Schönheit der Erde
und deiner Augen, die den Himmel verwalten,
weiß ich nur Dunkles zu sagen.

Vergiß nicht, daß auch du, plötzlich,


an jenem Morgen, als dein Lager
noch naß war von Tau und die Nelke
an deinem Herzen schlief,
den dunklen Fluß sahst,
der an dir vorbeizog.

Die Saite des Schweigens


gespannt auf die Welle von Blut,
griff ich dein tönendes Herz.
Verwandelt ward deine Locke
ins Schattenhaar der Nacht,
der Finsternis schwarze Flocken
beschneiten dein Antlitz.

Und ich gehör dir nicht zu.


Beide klagen wir nun.

Aber wie Orpheus weiß ich


auf der Seite des Todes das Leben,
und mir blaut
dein für immer geschlossenes Aug.

Ingeborg Bachmann – Dunkles zu sagen (1952)


Aus: „Mythos Orpheus“, S. 263
Reclam-Bibliothek Band 1590
© Reclam Verlag Leipzig 1997

Die Komposition „VERWANDELN“,


Septett für Flöte, Oboe, Bassklarinette, Violine, Viola, Violoncello
und Schlagzeug (ein bis sieben Spieler) mit Vokalperformances (ad lib.)
ist inspiriert von Ingeborg Bachmanns Gedicht „Dunkles zu sagen“
und entstand im Frühjahr und Sommer 2017 am Niederrhein
für das Ensemble Bit20 aus Bergen (Norwegen).
Zur Ausführung

Das Septett „VERWANDELN“ ist inspiriert von Ingeborg Bachmanns


Gedicht „Dunkles zu sagen“ und gehört zu einer Reihe von Kompositionen,
die sich mit dem Mythos „Orpheus“ befassen.
Trotz seiner kompakten Form erhalten die Instrumente des Ensembles, die auch
mehrfach besetzt sein können, große Freiheiten in der Binnengestaltung ihrer Partien.
Das Schlagzeug, das mit einem oder zwei, je nach Größe eines Raumes auch bis zu sieben
Spielern besetzt sein kann, ist obligat und folgt fast durchgängig eigenen Verläufen.
Die vokalen Aktionen, die entweder von einem (Mezzo-)Sopran bzw. Tenor oder Bariton
ausgeführt werden können, sind ad libitum und folgen ebenfalls eigenen Strukturen.
Die Ensembleinstrumente „rezitieren“ in den ersten vier Abschnitten mit Tönen
aus Schwerpunktakkorden fortlaufende, selbst gewählte Texte zum Komplex „Orpheus“,
im fünften und letzten Abschnitt „tragen“ sie in zerklüfteten und sehr schnellen
Auf- und Abwärtsarpeggien das Bachmann-Gedicht „vor“. Während das Schlagzeug
im Wesentlichen einer obligaten Stimme folgt, geht es jedoch im fünften Abschnitt
ebenfalls ins „Rezitieren“ des Gedichts über. Die solistischen Vokalaktionen
legen sich in eigenen Strukturen aus Vokalen und Konsonanten gleichsam
über das gesamte musikalische Geschehen.

Die Ausführung der Komposition richtet sich zwar nach festgelegten Regeln,
ist aber zeitlich offen. Während der gesamten Komposition sind immer alle Instrumente
beteiligt. Im Gegensatz zu Abschnitt V, der eigenen Regeln folgt, ist der Verlauf in den
Abschnitten I - IV dreigliedrig und umfasst eine Einführung durch einzelne Spieler,
ein Tutti und das Ausblenden der Einzelpartien. Wer beginnt, entscheiden die Spieler des
Ensembles selbst, das Ende bzw. das Ausblenden ergibt sich aus dem Duktus der
individuellen Stimmen. Das Ensemble kann diesen Verlauf selbst „aushören“
oder einen Dirigenten beauftragen, dies zu übernehmen. Seine Aufgabe würde
dann im Wesentlichen darin bestehen, die generellen Abläufe hörend zu „beobachten“
und den Ensemblespielern zur Orientierung entsprechend Zeichen zu geben,
wenn ein Tutti anfängt bzw. anfangen soll, oder wenn es beendet ist
und ein neuer Abschnitt beginnt bzw. beginnen soll.
Abschnitt I startet – nach einer kurzen Schlagzeugintroduktion – mit zwei Spielern [A],
dem nach einer musikalisch sinnfälligen Zeit das Tutti folgt [B]. Das Ausblenden beginnt,
wenn nur noch drei Spieler agieren [C1]. Sind schließlich weniger als drei Spieler
in Aktion, kann Abschnitt II mit nacheinander vier frei zu bestimmenden Spielern
einsetzen [C2]. Haben die vier Spieler den erforderlichen Klang einmal etabliert,
setzen die beiden restlichen Instrumente ein, um den Tutti-Binnenteil
zu vervollständigen [D]. Sind nur noch fünf Spieler aktiv, beginnt das Ende
des zweiten Abschnitts mit einem eigenen Klang [E1]; bei weniger als fünf Partien
startet Abschnitt III mit einem neuen Klang, ausgeführt von zwei Spielern,
die wiederum nacheinander einsetzen und eine musikalisch sinnfällige Zeit als Duo
zu hören sind [E2], bevor das Tutti beginnt und die einzelnen Spieler
ihre Stimmen verfolgen [F1]. Sobald nur noch fünf Spieler zu hören sind,
wechseln sie zu einem neuen Akkord und leiten damit das Ausblenden ein [F2].
Dieses beendet eine nicht zu kurze Pause, in der man nur noch das Schlagzeug hört.
Abschnitt IV [G, H1 und H2] steht – zwischen zwei Ensemble-Pausen – für sich selbst.
Das zweite Schlagzeug setzt nach dem Abschnitt IV seine Partie auf der Kleinen
Trommel fort; falls dieses entfällt, gibt es vor dem Schlussabschnitt V eine Generalpause.
Das Bachmann-Gedicht prägt den Abschnitt V [I - N], denn nun beteiligen sich
an der „Rezitation“ sowohl die Ensembleinstrumente wie auch das Schlagzeug 1
mit einer individuell gestalteten Partie auf Metall- und Fellinstrumenten.
Schlagzeug 2 gesellt sich in Abschnitt V [M] mit Metall- und Fellinstrumenten
gleichfalls kurz zur „Rezitation“, geht aber für die Schlusspassage [N]
wieder zur Tenortrommel über.

1
VERWANDELN (AUSFÜHRUNG)

Das auf ausgewählten Akkorden basierende Instrumentalrezitativ der


Ensembleinstrumente lässt in den Abschnitten I - IV bei freier Wahl der notierten Töne
und Tonhöhenbereiche „Wörter“ und „Buchstaben“ aus den individuell
gesuchten Texten hören, wobei die speziellen Instrumentalstimmen die jeweilige Anzahl
der nacheinander zu spielenden „Wörter“ und „Buchstaben“ definieren.
Interpunktionen werden als Glissandi bzw. kurze Arpeggien hörbar gemacht:
Kommata als vom jeweils zuletzt erreichten Ton ausgehende Aufwärtsglissandi bzw.
kurze Aufwärtsarpeggien und Punkte vom jeweils zuletzt erreichten Ton startende
Abwärtsglissandi bzw. kurze Abwärtsarpeggien. Indem es hörbar und stumm „rezitiert“
wird, sind beim Bachmann'schen Gedicht im letzten Abschnitt der Komposition bei
betonten Worten oder Silben Auf- bzw. Abwärtsarpeggien zu spielen,
bei unbetonten kurze, scharfe, auch geräuschhafte Töne.

Der folgende Abriss des Verlaufs der Komposition gibt Aufschluss über die einzelnen
Abschnitte, deren Charakter und Dichte.
Für den Abschnitt V – die „Rezitation“ des Bachmann-Gedichts –
kann das Publikum 3-D-Brillen aufsetzen. Dafür ist ihm vom Dirigenten
oder einem Ensemblemitglied ein Zeichen zu geben. Die Brillen sollen erst
nach der Stille zum Schluss der Komposition wieder abgenommen werden.

Ein Vorzeichen gilt grundsätzlich nur für die entsprechend folgende Note!

2
VERWANDELN (AUSFÜHRUNG)

Details zur Ausführung

♯ $$$
♭ $ ♭$
♭♭ ♭♭ $$$$$$$$$ ♭ ♭♭ $$$$$$$$$
Die über den Verlaufsstrukturen notierten Schwer-

" $$
!!!!!! ♯ $$ !
punktakkorde sind Reservoire für die instrumentalen
„Rezitationen“ (hier: Beispiele aus Abschnitt V).
Töne daraus sind den jeweiligen Anweisungen
♭ $$ ♭♭ $$$
entsprechend frei zu wählen.
♭ $$
# $
!!!!!! ♭ $$$$ !
Im Prinzip sollte – wie bei der Gregonrianik –
syllabisch „rezitiert“ werden, wobei zur Ausdeutung
von Worten ab und zu auch aus den Akkordtönen
gebildete kurze Melismen eingeflochten werden
können. Sofern es das erforderliche Tonreservoir
zulässt, sollten bei den „Rezitationen“ Sprünge
vermieden werden. In welcher Geschwindigkeit zu
„rezitieren“ ist, geben die jeweiligen Tempi über den
individuellen Passagen an.

.
gliss.
,
gliss. Interpunktionen werden als kurze Glissandi bzw.
kurze Arpeggien hörbar gemacht: Kommata
möglichst als vom jeweils zuletzt erreichten Ton
ausgehende kurze Aufwärtsglissandi bzw. kurze
Aufwärtsarpeggien und Punkte möglichst vom jeweils
zuletzt erreichten Ton startende kurze Abwärts-
glissandi bzw. kurze Abwärtsarpeggien. Glissandi
bzw. Arpeggien schließen Gruppen von Worten oder
Buchstaben vor Interpunktionszeichen ab.

W5
Bei freier Wahl der Töne und Tonhöhenbereiche
in der jeweils angegebenen Zahl Wörter (hier: 5)
instrumental „rezitieren“, dabei Wortbetonungen
mit jeweils möglichst höheren Tönen versehen
und – wenn dies nicht möglich ist – zumindest
akzentuieren.

W 9.+8.
Bei freier Wahl der Töne und Tonhöhenbereiche hier
nur das 9. und dann das folgende 8. Wort „rezitieren“.

L7
Bei freier Wahl der Töne und Tonhöhenbereiche in
der jeweils angegebenen Zahl x Mal jeden x-sten
Buchstaben in Folge instrumental „rezitieren“ (hier: 7
Mal jeden 7. Buchstaben); diese sind immer sehr kurz
und sehr stark akzentuiert, also mit starken Zwerch-
fellstößen, als Slap-Tongue, pizz., Bartók-pizz., jété
etc. auszuführen. Vokale sind als klare Töne, Konso-
nanten als geräuschhafte Klänge zu interpretieren.
Die Dauern zwischen den Buchstaben werden durchs
Lesen bzw. durch die Zeit des Abzählens definiert.

L9.+4.
Bei freier Wahl der Töne und Tonhöhenbereiche hier
nur den 9. und dann den folgenden 4. Buchstaben
„rezitieren“; diese sind ebenfalls immer sehr kurz und
sehr stark akzentuiert und wiederum mit starken
Zwerchfellstößen, als Slap-Tongue, pizz., Bartók-
pizz., jété etc. auszuführen. Wieder sind Vokale als
klare Töne und Konsonanten als geräuschhafte
Klänge zu interpretieren.

LW 7
Bei „LW“ handelt es sich um eine Gruppe von – hier
sieben – Worten, die vom – hier siebten – Buchstaben
eines fortlaufenden Textes charakterisiert wird.
Fällt der Buchstabe auf einen Vokal, wird die Wort-
gruppe als klare Tongruppe ausgeführt, fällt er auf
einen Konsonanten, wird sie geräuschhaft gespielt.
In jedem Fall wird sie nicht nur zu Beginn extrem
stark akzentuiert, sondern auch bei Binnenbetonun-
gen der Worte.

3
VERWANDELN (AUSFÜHRUNG)

WL4
Bei „WL“ handelt es sich um eine Gruppe von – hier
vier – Buchstaben des (vierten) Wortes aus einem
fortlaufenden Text, die als Folge sehr kurzer und
äußerst starker Klänge auszuführen sind. Fällt die
Wahl eines Buchstabens auf einen Vokal, wird er als
klarer Ton ausgeführt, fällt sie auf einen Konsonanten
ist ein geräuschhafter Klang zu spielen.

W 7· W 4·
Mittlere Punkte zwischen den Wortsymbolen
sind als freie Zäsuren zu betrachten.

(
(() ( (
' ' ' '
kurze Zäsur / mögliche gedehnte Zäsur /
gedehnte Zäsur / lange Zäsur

" ♭ $$$$!
!!! !!!!!
$
" ♭ $ $ ♮!$ Auf Auflösungszeichen wurde grundsätzlich
= verzichtet; deshalb gilt ein Vorzeichen vor zwei
Tönen auf gleicher Höhe nur einmal (hier: as/a

♯ $$$$ ♯$ $ $ ♮ $
und cis/c).

!!!
" ! =
!!!!!
" !
Unterbrochene Linien stehen für einen zeitlich
offenen Beginn einer Partie ebenso wie für ein freies
Ende.

* ** Dynamik im Rahmen von „forte“ bis „fortissimo“

eine Partie fortsetzen

Schlagzeug

Kleine Trommel Tenortrommel


Metall- und Metall- und
Fellinstrumente Fellinstrumente
(z. B. Becken, Gongs, (z. B. Becken, Gongs,
Tamtams, Triangeln Tamtams, Triangeln
und unterschiedliche und unterschiedliche
Trommeln) Trommeln)

S – 11 Sätze – hier in einer Anzahl von elf Sätzen – sind


zusammenhängend und sinnfällig zu „rezitieren“,
wobei Wortbetonungen zu akzentuieren sind.
Interpunktionen sollten das Spiel nicht unterbrechen,
sondern – ebenfalls sinnfällig – ritardieren.

S+ 7 Sätze – hier in einer Anzahl von sieben Sätzen – sind


zusammenhängend und sinnfällig zu „rezitieren“.
Wortbetonungen sind zu akzentuieren.
Interprunktionen sind nun aber deutliche
Unterbrechungen des Spiels, Kommata kürzere,
Punkte, Frage- und Ausrufezeichen längere.

4
VERWANDELN (AUSFÜHRUNG)

Zu den Solo - Vokalaktionen

Die Aussprache der Vokale und Konsonanten erfolgt nach den Regeln des Deutschen.
Einige Beispiele:

au „au“ wie in „Augen“


ai „ai“ wie in „Saite“
eu „eu“ wie in „Orpheus“
ei „ei“ wie in „deiner“
ch „ch“ wie in „ich“
sch „sch“ wie in „Schönheit“

Normal gesetzte Vokale entsprechen in den Abschnitten D – F1 dem langen Hauptton „g“
und im Abschnitt V dem langen Hauptton „b“ mit und/oder ohne Vor- bzw. Nachschlägen nach freier Wahl;
akzentuierte Vokale stehen für sehr lange Haupttöne mit und/oder Vor- bzw. Nachschlägen ebenfalls
nach freier Wahl. Bei betonten Diphtongen ist der zweite Vokal stets am Schluss eines (sehr) langen Haupttones
oder als Nachschlag auszuführen; unbetonte Diphtonge sind dagegen entweder als zwei Vorschläge
oder zwei Nachschläge zu interpretieren.

[e] …
frfs
' splch( (' ) stimmlose Konsonanten mit „e“-Färbung, und
zwar so lange bis eine neue Angabe folgt

[e] → → [a] Färbung der stimmlosen Konsonanten ändert


ftnstntslpnstnt ' t sich (hier von „e“ nach „a“).

Grundsätzlich gilt, dass Konsonanten – sofern möglich – ausgehalten werden,


d. h. sie werden mit beliebig langen, in ihrer Dauer frei zu bestimmenden Fermaten versehen.
Einige Beispiele:

( (
(( (( lange Fermate auf „f“, sehr lange Fermate auf „r“,
lange Fermate auf „f“, sehr lange Fermate auf „s“
f r f s
(
(
( ((
(
lange Fermate auf „s“, explosiv kurzes „p“,
lange Fermate auf „l“,
äußerst lange Fermate auf „ch“
s p l ch

Die kurzen Konsonanten – wie etwa „p“, „t“ oder „k“ – sind stets explosiv,
aber dennoch stimmlos auszusprechen.

+ Den Tempoangaben entsprechend


mit einer Hand vor dem Mund tremolieren

Den Tempoangaben entsprechend möglichst


nahe vor dem Mund Hände (und einen kurzes
Stück des Unterarms) hin und her bewegen;
die Bewegungen sollten dabei deutlich nach
rechts und links ausgeführt werden.

5
VERWANDELN (VERLAUF)

Zum Verlauf der Komposition

I
Introduktion A B C1

Ensemble (6 Spieler – frontal) 1

♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♭ ♭♭ ♭ %%%%%%%% ♭ ♯ %%%%%


"""
# % " """" % # ♭ %%%%" ♯
# %%%"
"""
♭♭ %%% ♭ ♯%%%%% %
%% ♯ ♯ %%%%%%
"""
$ " """"
$ " """
$ "

Individuelle Dynamik …

Schlagzeug 1 oder – bei Mehrfachbesetzung des Ensembles – 3, 5 bzw. 7 Spieler


vorn im Raum und um das Publikum herum verteilt

!!!!! poco a poco deccresc.

Schlagzeug 2 2
oder – bei Mehrfachbesetzung
des Ensembles – 4 bzw. 6 Spieler
im Raum hinten und um das dal niente
Publikum herum verteilt poco a poco
cresc.

1 Die Einsatzfolge der Instrumente vor einem Tutti ist – hier und im Folgenden – frei, ebenfalls das Auslaufen der „überhängenden“ Stimmen nach
einem Tutti. Die Koordination kann hörend, durch verabredete Zeichen innerhalb des Ensembles oder durch einen Dirigenten gewährleistet werden.
2 Der zweite Schlagzeuger ist in kleinen Räumen ad libitum.

6
VERWANDELN (VERLAUF)

II
C2 D E1
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.) 1

(8)

# * % * ♭% % * ♭% * * % * ♭% % + % * ♭% "
"""""""""""""""""" ♭%
(8)

gesungene Vokalisen …

Individuelle Dynamik …

Ensemble

%%%%
♯ %% ♯ ♭%%%%%%%%
# ♯ ♭ %%%%%%"
""" # ♭ ♭ %%%%%%%"
""" ♭
"""
# ♭ %"
%%%% ♭ ♭ %%%% ♭ ♯ %%%%%%%
$ ♯ %%"
""" """
$ " """
$ "

(… individuelle Dynamik …)
deutliche

)(
Schlagzeug 1 Pause
vor „E1“
( ) ( )

(decresc.) al niente dal niente


poco a poco
cresc.

Schlagzeug 2

( )

(cresc.) !! poco a poco deccresc.

1 Sopran oder Mezzosopran bzw. Tenor oder Bariton, entfernt hinter dem Ensemble bzw. beim Ensemble, frontal vor dem Publikum.
Die notierten Töne können nach oben (Frauenstimme) oder nach unten (Männerstimme) oktaviert werden.
Die vokale Soloaktion sollte sich während der gesamten Komposition deutlich von Ensemble und Schlagzeug abheben und sich gleichsam
unabhängig über die instrumentalen Strukturen legen.

7
VERWANDELN (VERLAUF)

III
E2 F1 F2
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.)
deutliche

)(
Pause
vor „F2“ 1
(… gesungene Vokalisen …)

(… individuelle Dynamik …)

Ensemble

♭ ♭ %%%% ♭ ♭♭ ♯%%%%%%% ♭ % %%
# ♭ %%%%%%"
"""♭ # ♯ ♭ %%%%%"
""" # ♯ ♭ ♯ %%%%%"
"""
♭ ♯ %%%%%% ♭ %%%
% ♯ %%%%
"""
$ " """
$ " """
$ " )(
nicht zu
kurz!

(… individuelle Dynamik …)

Schlagzeug 1
( )

(cresc.) ! poco a poco deccresc.

deutliche
Schlagzeug 2

)(
Pause
vor „F2“
( ) ( )

(decresc.) al niente dal niente


poco a poco
cresc.

1 Ende der Gesangspassage möglichst vor Ende von Schlagzeug 2

8
VERWANDELN (VERLAUF)

IV
G H1 H2
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.) 1

)(
lang 2
stimmlos gesprochen (geflüstert) …

! !!

Ensemble

♭ ♭%%%%%
# ♯ %%%"
"""
♭ ♯♯%%%%%%%%%%
$ %"
"""
)(
lang 2

(… individuelle Dynamik …)

)(
Schlagzeug 1 lang 2
( )

(decresc.) al niente

Schlagzeug 2 deutliche

)( )
Pause
vor „H2“ lang
( ) ( )

(cresc.) , - dal niente cresc.

1 Vokalist/in: seitlich am Publikum vorbei gehen, es ansprechend.


2 G.P., falls ein/e Vokalist/in und nur ein Schlagzeuger am Spiel beteiligt sind.

9
VERWANDELN (VERLAUF)

V
I

Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.) 1

♭* % ♭* ♭* % % ♭* % % % ♭+ ♭+ % %
(8)

""""""""""""""""""
# "
(8)

gesungene Vokalisen …

Individuelle Dynamik …

Ensemble 2

% ♯ %%% %%
♯ ♭♭ %%%%% % ♭ % % ♯ ♭
♭♭ ♭♭ %%%%%%%% ♭ ♭♭ %%%%%%%% ♭ ♯ ♭ %%%%%%% ♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%%
♭ %
# ♯ ♭♭ ♯ %%%%%%%"
""" # %%
"""""""""""" ♯ %% ♯ ♭ %%%% %%"
♭♭ %%% ♭♭ %%%
♯ ♭ ♭♯%%%%%% % ♭ % % ♭ ♭ %
♭ ♭ %%%%% ♯ ♯ ♯ %%%%
% % %%
$ ♯ %"
""" $ %
"""""""""""" "
)(
nicht zu
kurz!

(… individuelle Dynamik …)

Schlagzeug 1 2

)(
nicht zu
Metall-/Fellinstrumente kurz!
– verschiedene Metallinstrumente wie z. B. Becken, Gongs, Tamtams, Triangeln etc.,
aber auch unterschiedliche Trommeln

Individuelle Dynamik …

Schlagzeug 2

( )

. poco a poco deccresc.

1 Vokalist/in: hinter dem Publikum hin und her gehen, falls möglich auch angrenzende Räume einbeziehend
2 Ensembleinstrumente und Schlagzeug 1 „rezitieren“ – hörbar und stumm lesend – Ingeborg Bachmanns Gedicht „Dunkles zu sagen".

10
VERWANDELN (VERLAUF)

V
K
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.)

(… gesungene Vokalisen …)

(… individuelle Dynamik …)

Ensemble

♯ ♯%%%%%% ♯ ♯%%%%%%
15

""""""""""""
#
♭% ♭%
♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♯ ♯♭ %%%%%%%%%%% ♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♯ ♯♭ %%%%%%%%%%%
# %% ♯ %%%
"""""""""""" %% ♯ %%%
♭♭ %%% ♯ ♯ %%%% ♭♭ %%% ♯ ♯ %%%%
%% %%%% %% %%%%
""""""""""""
$ ♯ %
% ♯ %%
)(
nicht zu
kurz!

(… individuelle Dynamik …)

)(
nicht zu
Schlagzeug 1 kurz!

Metall-/Fellinstrumente

(… individuelle Dynamik …)

Schlagzeug 2

( )

(decresc.)

11
VERWANDELN (VERLAUF)

V
L
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.)

(… gesungene Vokalisen …)

(… individuelle Dynamik …)

Ensemble

♯ ♯%%%%%% ♯ ♯%%%%%% ♯ ♯%%%%%%"


15

""""""""""""""""
#
♭% ♭% ♭%
♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♯ ♯♭ %%%%%%%%%%% ♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♯ ♯♭ %%%%%%%%%%% ♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♯ ♯♭ %%%%%%%%%%%
# %% ♯ %%%
"""""""""""""""" %% ♯ %%% %% ♯ %%%"
♭♭ %%% ♯ ♯ %%%% ♭♭ %%% ♯ ♯ %%%% ♭♭ %%% ♯ ♯ %%%%
%% %%%% %% %%%% %% %%%%
""""""""""""""""
$ ♯ %
% ♯ %
% ♯ %% "
)(
nicht zu
kurz!

(… individuelle Dynamik …)

)(
nicht zu
Schlagzeug 1 kurz!

Metall-/Fellinstrumente

(… individuelle Dynamik …)

Ausblenden
Schlagzeug 2

)(
vor der Pause
des Ensembles 1
( )

(decresc.) al niente

1 Ausblenden des Schlagzeugs 2 im Abschnitt „L“ spätestens vor der Pause von Ensemble und Schlagzeug 1

12
VERWANDELN (VERLAUF)

V
M
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.)

(… gesungene Vokalisen …)

(… individuelle Dynamik …)

Ensemble

♭ %%%
♭ ♯ ♭ %%%%
# ♯ ♭ ♯ %%%%%%"
"""
♯ ♭ ♭♯%%%%%%
$ ♯ %"
"""
)(
nicht zu
kurz!

(… individuelle Dynamik …)

)(
nicht zu
Schlagzeug 1 kurz!

Metall-/Fellinstrumente

(… individuelle Dynamik …)

Schlagzeug 2 1
Metall-/Fellinstrumente
– verschiedene Metallinstrumente wie z. B. Becken, Gongs, Tamtams, Triangeln etc.,
aber auch unterschiedliche Trommeln „… nun“

Individuelle Dynamik … !! decresc.

/ (lange
Fermate!)

N
Fortissimo - Metallklang, ausklingend;
gleichzeitig beginnt ein Fortissimo -
Tremolo auf der Tenortrommel,
das am Ende des Abschnitts „N“
im Decrescendo ausläuft.

1 Schlagzeug 2 „rezitiert“ nun – hörbar und stumm lesend – auch mehrere Zeilen des Bachmann-Gedicht „Dunkles zu sagen“ in eigener Dynamik.
Ab dem letzten Wort der Zeile „Beide klagen wir nun.“, die man in jedem Fall hören soll, führt es die Passage mit den letzten Zeilen des
Bachmann-Gedichts im Abschnitt „N“ decrescendierend und immer langsamer „rezitierend“ zuende.

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VERWANDELN (VERLAUF)

V
N
Soloaktion einer Vokalistin/eines Vokalisten (ad lib.)

( ♯)
* ♯%
♭ * % ♭ * ♭ * % % ♭ * % % % ♭ * ♭ + % % % * ♭%
(8)
1

""""""""""""""""""""""""
# "
(8)

(… gesungene Vokalisen …)

(… individuelle Dynamik …)

Ensemble

♯ ♯%%%%%%
15

"""""""""""
# "
♭%
♭♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%%% ♯ ♯♭ %%%%%%%%%%% ♭ ♭♭ ♭%%%%%%%%
# %% ♯ %%% ♯ ♭ ♯ %%%%%% ♭ %%%%"
"""""""""""
♭♭ %%% ♯ ♯ %%%% ♭♭ %%%
%% %%%% ♯ ♯ %%%%% %%
"""""""""""
$ ♯ %
% "
)(
sehr lange
Stille

(… individuelle Dynamik …)

)(
Schlagzeug 1 sehr lange
Stille
Metall-/Fellinstrumente

(… individuelle Dynamik …)

Schlagzeug 2 2

)(
sehr lange
Stille
weiter nur:

(decresc.) al niente

Fine.

1 „fis“ nur zum Abschluss der Partie singen.


2 Die Schlusspassage „N“ von Schlagzeug 2 auf der Tenortrommel ist wie die Abschnitte zu Beginn der Komposition zu interpretieren.
Bei sehr langsamer „Rezitation“ und Beachtung der Interpunktion sind dabei dem Text entsprechend Akzentuierungen zu setzen.
Schlagzeug 2 sollte das Werk verklingend abschließen. Sehr lange Stille beendet die Komposition.

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