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berkultur zum Vorschein kamen. Die beiden Urnen stimmen auoh


in der Grösse überein, die von Kiblitz besitzt aber einen eher
zylindrischen Hals und in Henkelhöhe dienen schraffierte Drei-
ecke als Verzierung. Auch Pittioni reiht dieses Gefäss in die
pp p*z
Hügelgräberkultur ein. / Schirmeisen / bringt ein Gefäss von
Brünn-Sohwarzfeldgasse, das eine gute Entsprechung darstellt.
Nicht nur die Gefässform,sondern auch die Bronzen bereehti-
24 /
gen zu einer Zuteilung in die Hügelgräberkultur. In Efctten / und
Winklarn2'/ in Niederösterreich kamen in je einem Grab die Sta-
ohelsoheiben mit konzentrischen Kreisen /Taf.VI, 1-1 o/, die Spiral-
ringe /Taf.IX.7-8,12-16/ und die Spiralröhrohen /Taf.IX, 11,17-
18/zusammen vor, ebenso wie in Bogárzó. Diese beiden Tatsachen
sind Beweise für die Beziehungen zwischen den beiden Gebieten.
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Patay setzt den Anfang der Hügelgräberkultur in Ungarn /
in die Periode Tószeg-B und ihre Verbreitung in die Periode Tó-
szeg-C. Die Keramik und die Bronzen des Grabes von Bogárzó stel-
len so typische Formen dar, dass wir keinesfalls diesen Fund
an den Beginn der Hügelgräberkultur setzen können, sondern schon
in eine entwickeltere Phase einreihen müssen. Somit datieren
wir das Grab in die dritte Periode der Bronzezeit.
Es sei hier hervorgehoben, dass Sohirmeieen das Alter der
Siedlung von Brünn-Schwarzfeldgasse, wo auoh eine Entsprechung
des Gefässes von Bogárzó zum Vorschein kam, in die Endphase der
mittleren Bronzezeit einreiht, also in die Zeit setzt, die der
Lausitzer Kultur unmittelbar vorangeht und schon eine gewisse
Uberleitung in die nächste Periode feststellbar i s t . " /
Eine gebräuchliche Form der Vatyaer Kultur Í8t die zweihen-
22/ Pittioni, Urgeschichte, Taf.24. Abb.5.
23/ K.Sohirmeieen, a.a.O.S. 93. Abb.7.
24/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. Taf.3o,1-2. Siehe
die Spiralringe Taf.29,2. Die Spiralrörchen sind S.148 er-
wähnt.
25/ Ebendorf, Taf. 38, 6-7. Siehe die Spiralringe Taf. 38, 3,
die Spiralrörchen Taf.38, 5.
26/ P.Patay, a.a.O.S.74-75.
27/ Sudeta, III. S. lo4.
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kelige Schüssel mit Standfuss von Bogárzó /Taf.III,6/, sie ist


aber auch eine kennzeichnende Form der Hügelgraberkultur von
Österreich und Böhmen. Eine vollkommen gleiche Form kennen wir
nicht im ungarischen Fundmaterial. Vorforraen sind schon in Kis-
po
apostag bekannt /Streufunde/. / Ein Gefäss von Dunapentele mit
Ansa lunata-Henkel und reicher Verzierung aus Vatyaer Fundzu -
29 /
sammenhang / steht unserer Fussschale noch am nächsten. Diese
Schüssel verrät wiederum deutliche Einschläge der Hügelgräber-
kultur.'0/ Die Fussschalen der österreichischen Hügelgräberkul-
tur'1/ stellen entwickeltere Formen dar und scheinen auch jün-
ger zu sein. Die böhmischen Formen eignen sich besser zu Ver-
32
gleichen. / Nach dem oben Gesagten parallelisieren wir die
Schüssel von Bogárzó mit Tószeg-C.
Las Gefäss von Bogárzó mit flachen Buckeln, zwei Henkeln am
Halsknick und zylinderischem Hals /Taf.IV,14/ mutet in diesem
bronzezeitlichen Fundzusammenhang etwas fremd an. Ein in violer
Hinsicht ähnliches Gefäss kam in Wetzleinsdorf in Niederöster -
reich"/ zum Vorschein und eine profilierte Form von Katholisch-
Hammer'4/ ist ebenfalls in Betracht zu ziehen. Das ungarische
Exemplar bildet den Übergang zwischen den beiden Funden. Man
kann sie in die dritte Periode der Bronzezeit einreihen.
Eine ganz ungewöhnliche Form stellt Jenes Gefäss in Ungarn
dar, das einen sich verengenden Hals besitzt, stark gebaucht ist
und am Bauchumbruch zwei Henkel hat. Gegen den Boden verengt
sich stark das Gefäss /Taf.11,11/. Auch diese Form kann mit der
28/ A.Mozsolics, a.e.0.Taf.X,16.
29/ Patay, a.a.O.Taf.XII.7.- F.Tompa, 24.-25. Bericht der HGK.
Taf. 29,3.
3o/ Patay, a.e. O.S.95.
31/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. Taf.18,1-2. Willvon-
seder datiert die Sohüsseln von Maisbirnbaum nach der süd-
deutschen Chronologie von Reinecke in die Periode Bronzezell
C.
32/ J.Schránil, Die Vorgeschichte Böhmens und Mährens. Berlin-
Leipzig, 1928.Taf.XXIV.6,15-16.
33/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. S.4o7,4o9.Taf.54,
2. Zeitansatzi Bn nach Heinecke.
34/ B. von Richthofeft, Die ältere Bronzezeit in Schlesien. Taf
3,p. Das Gefäss stammt aus der Zeit unmittelbar von der Lau
sitzer Kultur.
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Hügelgräberkultur in Zusammenhang gebracht v.erden, andererseits


verrät sie auch schon das Vorhandensein protolausitzer Elemen-
te. Ein fast identisches Gefäss beschreibt Willvonseder aus
Gröeshöflein.55/ Nach Analyse der dazugehörigen Bronzen reiht
Willvonseder das Gefäss in die Hügelgräberkultur ein. Vor ihm
meinte Seitschek das Gefäss sei ein Produkt der lausitzer Kul-
tur.56/ Die Meinung Willvonseders scheint schon durch die Tat-
sache unterstüzt.dase an ähnlichen Gefässen der Lausitzer Kul-
37
tur die Henkel Hals und Schulter überbrücken. / Unserer Mei-
nung nach ist dieses Exemplar in eine vorgeschrittenere Phase
der Periode T<5ezeg-C zu datieren.
Annähernd die gleiche Form hat ein Gefäss von Bilisics/Taf.
IV,13/ mit ausladendem Rand und plastischer Verzierung, weiter
ein Gefäss von Bogárzó /Taf.11,8/ und eines von Bäks /Taf. IV,
15/. Über die zeitliche Stellung dieser Urnen gehen die Meintn-
gen auseinander. Mit der Urne von Bilisics hat sich letztens
Childe eingehender beschäftigt^0/ und sie in die von ihm ange-
nommene Protolausitzer Stufe eingereiht. Willvonseder konnte
dagegen nachweisen, dass solche Gefäese in Niederösterreich nur
an Fundstellen der mittelbronzezeitlichen HügelgräberkuBrur vor-
kommen59/ und diese Kultur steht in Österreich in keinem Zu -
sammenhang mit der Laueitzer Kultur der Periode D nach Reinedce.
Der Zuteilung in die Lausitzer Kultur widerspricht schon
die Henkelbildung. Die Proportionen der unteren Partie der Ge-
fäese sind in der Lausitzer Kultur ungewöhnlich. Andererseits
sind für die Lausitzer Ware der fast wagrecht ausladende Rand''/
35/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. Taf.24«l.
36/ Ebendort. S. 332.
37/ B. v. Richthofen, a.a.O.Taf.13,f.- Ebert, Reallexikon, Bd.
VII.Taf.196, c.- Schránil, a.a.O.Taf.27,29.
32/ V.G. Childe, The Danube in Prehistory. Oxford, 1929- S.319-
32o,. Fig. 174.
39/ Willvonseder, Der mittlere Bronzezeit, S. 157-161.
4o/ Ebert, Reallexikon, Bd. VII. Taf. 195, d.- Richthofen, a.a-
O.Taf.6,1.
and auch die durch Zickzacklinien eingerahmten Warzen*1/ sehr
charakteristisch. Auch der stark hauchige untere Teil, sowie
der sich nach oben verengende Hails unterstüzten diese Zuteilung
Eine gute Entsprechung zu der Urne von BogárzO /Taf. 11,8/
kennen wir von Rácegres.*2/ Auch ein Gefäss von Marosvásárhely
ist hier zu erwähnen.*'/ Die näheren Fundumstände beider Gefäs-
se sind unbekannt, somit können sie auch chronologisch nicht
als Ausgangspunkt betrachtet werden. Die Meinung Childs's und
Willvonseders über diese Funde ist dieselbe wie über den Fund
44 ,
von Bilisics. /
Leider ist auch der Fund von Bilisics chronologisch nicht
auswertbar. Nach den obigen Ausführungen und dargelegten Zu-
sammenhängen stellen wir die besprochenen Gefässfunde von Bili-
sics, BogárzO und Bäks in die Endphase der dritten Bronzezeit-
stufe und sehen in ihnen lediglich Übergangsformen zwischen der
dritten und vierten Periode.
Auch das stark bauchige Gefäss mit zylindrischem Hals und
zwei ösenhenkeln von BogárzO /Taf.111,7/ mutet in ungarischem
Fundzusammenhang etwas fremdartig an. Man kann hier wiederum auf
Zusammenhänge mit der österreichischen Hügelgräberkultur hin -
deuten,*'/ obwohl Einzelheiten schon in die Richtung der LausLt-
zer Kultur deuten.*8/ Auch diese Form datieren wir an das Ende
der dritten Periode der Bronzezeit.

41/ Ebert, Reallexikon, Bd.VII.Taf.196.Abb.i.- F.Tompa. 25 Jah-


re Urgeschichtesforschung in Ungarn. 24«/25. Bericht der RGK.
1934/35. S.99.
42/ Wosinsky M., Ráczegresi leletekről. Arch.Ert.1891.S.53.
43/ M.Roska, A Székelyföld őskora. Kolozsvár,1929.S.51.Abb. 1.-
J.Hampel, A bronzkor emlékei Magyarhonban,Bpest,Bd.1.1886;
Bd.11.1892; Bd.III.1896.Taf.CCXXIV,Abb.unten links.
44/ Siehe Anm. 38.U.39.
45/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit, Taf.8,3.- Zeitstelung:
Stufe C nach Reinecke. Siehe S.162.
46/ Ebendort, S. 164-165.- Schránil, a.a.O.Taf.XXVII,29.- Ebert,
Reallexikon, Bd.VII. Taf.196,f.
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Die Urne von Bogárzó mit sich verengendem Hals, zwei Hcn -
kein und Standfuss mag eine entwickeltere Form der Gefässe mit
plastischer Verzierung darstellen. Bei den Prototypen sind die
Henkel am Bauch angebracht und bei diesem Gefäss überbrücken sie
den Halsknick. Auch der Hals ist viel höher. Es lohnt sich die-
47 /
se Form mit einem Gefäss von Poneggen in Oberösterreich '/ zu
vergleichen, das zwar keinen Standfuss besitzt und sich auch
die untere Partie stark verengt. Das Gefäss ist in die Perio-
de C nach Reinecke zu datieren, stammt also aus der Spätzeit der
Hügelgräberkultur. Unsere Urne von Bogárzó ist aber schon ent-
wickelter /Taf.1,5/, so dass sie als eine Frühform der lausit-
zer Kultur angesehen werden kann. Wir parallelisleren sie mit
Tószeg-D.
Noch stärkere Lausitzer Einflüsse kann man an den Beigaben
der Gräber 6 und 8 von Bogárzó nachweisen, doch vermengen sich
hier stärker die fremden und die autochthonen Elemente. Der ho-
he, sich etwas nach oben verengende Hals, die Stellung der Hen-
kel und der bauchige, untere Gefässteil der Urne des Grabes 6
von Bogárzó /Taf.1,3-4/ bilden charakteristische Züge der Lau-
sitzer Ware,*8/ aber schon die länglichen Buckel am Bauch, /
die horizontalen parallelen Linien am Hals,'90/ die Punktlinie in
c*1 CO

Ienkelhöhe, / und die parallelen Bogenlinien / sind kennzeich-


íende Merkmale der spätbronzezeitlichen autochthonen Ware in
fngarn.
47/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit in Österreich, Taf.43,
5- S.162-165.- Willvonseder weist darauf hin, dass diese Ge-
fässform schon Beziehungen mit der lausitzer Kultur andeutet,
datiert sie aber noch in die mittlere Bronzezeit.
48/ Ebert, Reallexikon, Bd.VII.Taf.195.1.- Richthofen,a.a.O.Taf.
ll,o.- Tompa,24/25-Bericht der RGK.S.99.-Schránil,a.a.0.Taf.
XXVII 13.
49/ B.Miliekker,a.a.O.S.43.Taf.I,3o;S.32-49.Taf.IV,45|S.48-51,
Taf.V,56-58,65-67;S.57.Taf.III,19,22,24,28 usw.
5o/ fiompa,a.a.0.Taf.4o,2,6,9,16;Taf.46,25-26.-Millekker,a.a.0.S.
43.Taf.I,3o;S.49.Taf,IV,53}S.51,Taf.V,57-58,61,usw.
51/ Tompa,a.a.O.Taf.4o,8-9.- Milleker,a.a.O.S.51.Taf.V,65:S.57.
Taf.III,27-28.
52/ Tompa.a.a.O.Taf.4o,6,9,16; Taf.46,14,-Milleker,a.a.O.S.57.
Taf.III,23.usw.
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Somit scheint uns der Zeltansatz - vierte Periode der Bron-


zezeit - das Richtige zu treffen. Die Urne von Gáttája /Taf.IV,
16/ bildet ein verwandtes Stück, ist aber weniger verziert und
auch viel leichter profiliert.
Das andere Gefäss des Grabes 6 zeigt das Weiterleben frühe-
rer Formen /Bilisics, Bäks, usw./ an, man kann aber in diesem
Fall weniger fremde Elemente nachweisen. /Taf. 1.6 /
Das unsprünglich doppelhenkelige Gefäss des Grabes 8
von Bogárzó /Taf.II ,12 / ist ebenfalls in die Lausitzer Kultur
einzureihen. Entsprechungen kennen wir von Koroncé,33/ Baier-
dorf in Österreich34/ und Brünn-Schwarzfeldgasse.33/ Von allen
drei Fundorten ist die Lausitzer Kultur bekannt; den jüngsten
Typus Btellt das Gefäss von Brünn-Schwarzfeldgasse dar.
Eine Abart dieses Typus ist eine hohe Urne mit zwei gegen-
ständigen Henkeln und wagrechten, länglichen Buckeln oder War-
zen, die ebenfalls gegenständig in der Mitte unter de» Rand
angebracht sind /Taf.1,7/. Eine gute Entsprechung kennen wir
von Koroncó36/ und ähnliche Formen sind auch aus Böhmen be-
kannt.37/
Die grossen Urnen der Gräber 4. /Taf.V.l/ und 9 /Taf.V.2 /
von Kiskundorozsma sind ebenfalls in die Lausitzer Kultur einzu-
reihen, wenn auch heimische Elemente nachweisbar sind.38/ Ähn-
liche Typen kennen wir von Koroncó39/ und Gemeinlebarn in ös -

53/ S.Mithay, Bronzkori kultúrák Győr környékén, Gvőr, 1942.S.


27. Taf.XIV.5.
54/ J.Bayer, Jungbronzezeitliche Gräber bei Baierdorf, pol.Bez.
Hollabrunn, Niederösterreich. MAGW, 1931 /LXI/, S 2o9-212.
Taf.I,Abb.rechts unten.
55/ Schirmeisen,a.a. O.S. lo3-lo4, Abb.3,14.
56/ S.Mithay, a.a.O.VII,8.
57/ Schránil, a.a.O.Taf. XXVII,9.
58/ Der schlanke Hals gewöhnlich mit ausladendem Rand und der
hohe untere Teil sind heimische Formelemente: Tompa, A lau-
sitzi kultúra Borsodban. Folia Arch. I-II.S.3o.
59/ S.Mithay, a.a.0.Taf.XVII,7. Der Hals ist etwas kürzer und
an der zweireihigen Leiste sind zwei kleine Henkel angetracht.
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terreich.60/
Es ist auffallend, dasa auch die Schüssel des Grabes 4 von
Gemeinlebarn61/ mit der des Grabes 4 von Kiskundorozsma /Taf.V,
3/ auffallende JChnlichkeiten aufweist.
Die Urnen der Gräber 5 /Taf.XII.2/,9 /Taf.V.4/,12 /Taf.V,6/
und 17 /Taf.X.13/ und ein Gefäss aus einem nicht genauer be-
kannten Grab /Taf.V,9/, die einen hohen, sich nach oben veren-
genden Hals haben, mit einem Standfuss versehen sind, am Hals
zwei kleine Henkel besitzen, mit einer herumlaufenden Punktli-
nie verziert sind und am Bauch stark herausspringende Buckel
aufweisen, sind als Hinterlassenschaft der Lausitzer Kultur zu
werten, wenn auch heimische Elemente bei ihrer Entstehung eine
Rolle gespielt haben.
In diese Kultur reihen wir sie ein und zvax nicht nur weil
ein Exemplar /Taf.V,4/ in Grab 9 von Kiskundorozsma gefunden
wurde, das ein grosses Gefäss /Taf.V,2/ der Lausitzer Kultur
enthielt, sondern weil der Aufbau an die schon besprochene Ur-
ne des Grabes 6 /Taf.1.3-4/ erinnert. Hier vermengen sich also
Lausitzer und Versecer Elemente.
Die Schüsseln vqii Bogárzó und Kiskundorozsma /Taf. 11,13 ^Taf.
111,1-3,5 i aus nicht näher bekannten Gräbern von Bogárzó, nur
die Lichtbilder blieben erhalten; Taf.V,3: Kiskundorozsma, Grab
4; Taf.V.8 : Kiskundorozsma, Grab 14; Taf XII,4: Kiskundorozs-
ma, öreghegy/ sind ebenfalls Denkmäler der Lausitzer Kultur.Die
Schüssel des Grabes 4 von Kiskundorozsma /Taf.V,3/ und ihre A-
nalogien /Taf.II,13; Taf.111,1; Taf.XII,4/ verweist die als Be-
gleitfund gefundene grosse Urne und die schon genannten • Ent-
sprechungen von Gemeinlebarn in diese Kultur. Di. Gefässe des
Grabes 14 von Kiskundorozsma /Taf.V,8/ und von Bogárzó /Taf.III,
60/ J.Szombathy, Prähistorische Flachgräber bei Gemeirlebarn in
Niederösterreich. Römisch-Germanische Forschungen, Bd.III.
Vergleiche che Urnen der Gräber 4 /taf. 17,5/ und 5 /Taf.18^1/
von Gemeinlebarn mit den zwei grossen Gefässen von Kiskun-
dorozsma.
61/ J.Szombathy, a.a.O.Taf.17,9.
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6 9
2-3,5/ entsprechen mehreren anderen von Koroncó, / die charak-
teristische Lausitzische Typen darstellen.
Eine Schüssel von Bogárzó /Taf.III,2 / erinnert einigerioes-
sen an Formen der Hügelgräberkultur in Böhmen.8'/ Es ist wahr-
scheinlich, dass es sich hier um eine Form handelt, die sowohl
der Hügelgräberkultur als auch der Lausitzer Kultur eigen ist.
Auch die Tatsache scheint dafür zu sprechen, dass in dem Gräber
felö von Szomolány, das überwiegend Typen der Hügelgräberkultur
lieferte, mehrere Schüsseln zum Vorschein kamen, / die mit de-
nen aus der Umgebung von Szeged verglichen werden können und so-
gar das Bruchstück einer Schüssel aus Getzersdorf in Öster-
reich8'/ als Vergleichsstüok herangezogen werden kann.

Das Bruchstück des Gefässes /Taf.V,7/ des Grabes 14 von Kis-


kiindorozsma möchten wir auf Grund der damit gefundenen SehüsseL
ebenfalls in die Lausitzer Kultur einreihen.
Die kulturelle Zugehörigkeit zweier Gefässbruchstücke von
Bogárzó /Taf.III,4; IV.14/ und einiger von Kiskundorozsma-Öreg-
hegy /Taf.XII.1,3,5-6,8/ kann nicht mit Sicherheit bestimmt wer-
den. Man kann aber annehmen, dass auch diese aus der dritten o-
der vierten Bronzezeitperiode stammen, weil wir nur aus dieser
Zeit stammendes Material von diesen Fundstellen kennen. Unter
den Bruchstücken befindet sich ein Exemplar mit stark ausladen-
dem Band, das als charakteristisch für die Lausitzer Kultur gilt.
Aber auoh das Bronzematerial stammt., wie wir noch sehen werden,
aus dieser Zeit.

Die kulturelle Gliederung der Bronzen bereitet grössere


Schwierigkeiten, weil sie länger in Gebrauch waren, aber auch
über grössere Gebiete einheitlich sind als die Keramik.
Beider Behandlung der Funde der Hügelgräberkultur haben wir
schon die Stachelsoheiben von Bogárzó erwähnt /Taf. VH,l-lo/ und
62/ S.Mithay,a.a.O.Taf.XVI.4-5.
63/ J.Schránil, a.a.O.Taf.XXIV,21,25.
64/ Arch.Ért. 1896. S.115,2; S.116.V.
65/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit.- S.317-319.Taf.4,4.
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auch ausländische Analogien aufgezählt /Pitten, Winklarn/. In


Ungarn kennen wir solche von Rácegres38/ und einer unbekannten
Fundstelle.Nach Wosinsky dienten sie als Kleiderschmuck;68/
während sie Willvonseder mit Spiralröhrchen zusammen aufgeschnürt
rekonstruiert.*^/ In dem Bronzedepot von Minice in Böhmen /
waren solche Scheiben tatsächlich auf ein Bronzedraht zusammen
mit Spiralröhrchen gereiht.
Die Ringe mit Spiralenden /Taf.IX,7-8, 12-16 = Bogárzó;Taf.
IX,3-6, 9-Io = Kiskundorozsma-Öreghegy; Taf.XI,8= Kiskundorozs-
ma-öreghegy, Bruchstück/ sind von vielen Fundorten bekannt.Die
71
Vorkommniese von Fitten und Winklarn / haben wir schon erwähnt;
aufzuzählen wären noch die Funde von Grosshöflein, Gmunden und
Maiersdorf; sie sind charakteristische Typen der Hügelgräberkul-
tur. ^ 2 / Nennenswert sind die Funde von Feleődobsza^3/ /Kom.
Abaúj/ und die des Friedhofes von Szomolány,^4/ wo vielfach
Einflüsse der Hügelgräberkultur nachweisbar sind.
Die Spiralröhrchen aus Bronze /Taf.X»3-4;= Kiskundorozsma,
Grab 17; Taf. IX ,13 ,17-18= Bogarzó/ sind schon aus der zweiten
nr
Periode der Bronzezeit bekannt, / kommen in der mittleren Bron-
zezeit und auch in der Lausitzer Kultur vor / und so können ale
innerhalb der Bronzezeit zeitlich nicht näher bestimmt werden.
66/ Wosinsky, a.a.O.S.51,1-6.
67/ J.Hampel, a.a.O.Bd.I.Taf.IV,3'.
68/ Arch.Ert. 1891.S.52.
69/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. S.146. Autor beschäf-
tigt sich eingehend mit dem Ursprung und der Verbreitung dieses
Typus /S.143-147./
lo//Siehe
71 J.Schránil.a.a.
AnmerkungenO.S.128.Taf.XXV,33.
24 und 25.
72/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. S.133-134.
73/ J.Hampel, a.a.O.XlIX.l.
74/ Ehendort, 00X111,3-5.
75/ P.Patay, a.a.O.Taf.VI,11; Taf.XI.8.-F.Tompa, 24>/25. Bericht
der RGK.Taf.25,13.- J.Banner, Beigaben der hronzeitliohen
Hockergräber aus der Maros-Gegend. Dolgozatok,1931.Taf.X»3o.
76/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. S.147-149. Die Spi-
ralrörchen von Kiskundorozsma kamen aus einem Lausitzer Grab
zum Vorschein.
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Die Armspiralen /Taf.VII,11= Bogárzó, Grab 19; Taf.VIII,8-


9 = Bogárzó, Streufund; Taf.IX, 19-23 = Bogárzó, Grab ^.Bruch-
stück/ kommen nach Patay^V am häufigsten in Gräbern der Perio-
de Tószeg-A vor, sie sind aber nicht sichere Leitfunde,well sie
auch in der Siedlung von Füzesabony zum Vorschein kamen, also
78
in einem Fundzusammenhang der Periode Tór-zeg-D. /
Die Exemplare von Bogárzó sind auf Grund des Gefässes, wo-
rin sie gefunden wurden, in die Zeit der Hügel^räberkultur,al-
so in die Perlode Tószeg C zu datieren, auch die zwei Streufun-
de möchten wir in diesem Sinn zeitlich bestimmen, da wir von
Bogárzó keine Funde der frühen Bronzezeit kennen. Willvonseder
79 <
bespricht ebenfalls diesen Typus v und nach ihm kommen sie in
Österreich nach der Periode B nicht mehr vor. Schránil kennt
solche aus der Lausitzer Kultur und leitet sie aus der Kupfer-
zeit ab. 80 /
In grosser Zahl kommen unter unseren Funden Anhänger vor
/Taf. VIII,1-7 = Bogárzó, Streufund; Taf. XI,7,lo-13,15,18-19,
23-24 =Kiskúndorozsma,Grab 12; Taf.XI,9= Kiskundorozsma, Grab
2o/. Der einfachste Typus ist der halbmondförmige Anhänger /Taf.
VIII.3,7/, der in Ungarn in der frühen Bronzezeit häufig ist .
In der Marosgegend kommen sie häufig ohne Öse vor,da der Stiel
81
einfach durchlocht ist. / Gute Entsprechungen bieten Funde
der Vatyaer Kultur 82 / und auch die Fundstelle Iváncsa/Kom. Fe-
jér/ ist zu erwähnen.85/ Alle drei Fundstellen sind in die Pe-
riode Tószeg-B zu datieren, aber in Kecskemét kamen solche Ty-
pen mit Funden der dritten Periode zum Vorschein.8^/
77/ P.Patay, a.a.O.S.36.
78/ Tompa, 24/25. Bericnt d. RGK. Taf.XIX,2-3.
79/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit, S.12o-122.-Zeitbe-
stimmung nach der süddeutschen Chronologie von P.Reinecke.
80/ J. Schránil, a.a.0.S.lo3, Taf.XIX,2-3.
81/ Dolgozatok, 1931.Taf.X,33.- P.Patay, a.a.O.S.56.
82/ P.Patay, a.a.0.Taf.XIII,12.- Arch.Ért.1898.S.266.B.7.
83/ F.Tompa, 24/25. Bericht der RGK. Taf.25,15.
84/ Ebendort, Taf. 33,26.
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Die nächste Entwicklungsstufe stellen die verkehrt herzför-


migen, durchbrochenen Anhänger dar /Taf.XI,7,9-13,18,23/, die
vielfach geteilt sind /Taf.XI,7,-9,11-13/. Diese kommen schon
überall mit Funden der Periode Tdszeg-C vor. 85 / In Österreich/
und Böhmen 8 V sind sie Begleitfunde der Hügelgräberkultur.
Die entwickeiste Form stellt das Exemplar von BogárzO dar
/Taf.VIII,2'/.Von einem inneren Steg entspringen kleine Dornen.
Auch dieses Stück kann in die Periode TOszeg-C eingereiht wer-
OD

den. / Auch das Verbreitungsgebiet ist dasselbe wie das des


anderen Typus.
Verwandt mit letzterem Typus ist der halbmondförmige An-
hänger, der in der Mitte durchlocht ist /Taf.VIII,1,5,4,6.Bruch-
stücke/. Als Analogien können wir Exemplare von Szomolány, 5 o /
Orosipuszta51/ und,Schlesien anführen. 52 / Sie sind ebenfalls für
die dritte Periode der Bronzezeit charakteristisch, wenn sie
auch in Schlesien schon aus der frühen Bronzezeit bekannt sind.
Eine ungewöhnliche Form des ungarischen Fundmateriales stellt
das verzierte Armband .Taf.IX, 2a-b von Kiskundorozsma-Öreghegy
dar, dessen Enden durch je zwei Spiralsoheiben abgeschlossen
sind. Ein ebensolches Exemplar kennen wir nicht, aber in eini-
gen Gebieten Böhmens und Süddeut3chlands kommen Spiralarmbänder
mit Hügelgräberware zusammen vor. 55 / Sehr nahe zu unserem Exem-
plar steht das von Eggendorf,5*/»aber auch andere Stücke aus

85 / P.Patay, a.a.O.S.56.- 24/25. Bericht-der RGK. Taf. 31,lo.-


Arch. Ert. 1898. S.266.
86/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. S,140-141. Taf.24,
, 5-6j Taf. 33,1-3.
87/ J.Schránil, a.a.O.S.128.
88/ 24/25, Bericht der RGK. Taf. 31,11.
89/ K.Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. Taf.43,8.- Schrá-
nil, a.a. 0. Taf.XXV,23-24.
9o/ J.Hampel, Bd.III.Taf. CCLII, 11-15.
91/ 24/25. Bericht der RGK. Taf. 34, 27-29.
92/ B.Richthofen, a.a.O.Taf.15, o-p,S.92.
93/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit, S.13o.
94/ Ebendort, Taf. 49, 9.
- 58 -

69
Böhmen können als Vergleichsstücke herangezogen werden. V Im
heimischen Material kennen wir das tordierte Armhand von Zom-
bor,^®/ dessen Enden ebenfalls durch je zwei Spiralen abge-
schlossen sind.
Von chronologischem Standpunkt besitzen die Armreifen mit
offenen Enden weniger Bedeutung /Taf.VI,1-2 = Bogárzó, Grab 1;
Taf.VI,6 = Bogárzó, Grab 6; Taf.X,lo,14 = Kiskundorozsma, Grab
17/. Alle sind verziert, undzwar mit geraden Linien, paralle -
len halbkreisförmigen Bögen und ovalen Kreisen und seltener mit
Punktreihen- Die Armbänder der Gräber 1 /Taf.VI,la-b, 2a-b/und
6 /Taf.VI,6a-b/ von Bogárzó stellen im Grossen und Ganzen die-
selben Typen dar. Armbänder mit ganz analogen Verzierungen ken-
97
nen wir nicht, ähnlich sind ein Exemplar von Rácegres / und
eines von Trandorf.
98/
Einen anderen Typus stellen die Armbänder des Grabes 17
von Kiskundorozsma /Taf.X,loa-b, 14a-b/ dar. Die Exemplare von
Winklarn^/ und Schlaup 100 / sind ihnen in vieler Hinsicht ähn-
lich. Solche Armbänder sind von der zweiten Bronzezeitperiode
bis in die Hallstattzeit belegt. 101 / H e zeitliche Bestimmung
der Armbänder von Bogárzó und Kiskundorozsma muss auf Grund der
Keramik vorgenommen werden.
Die Nadeln mit Petschaftkopf und quergerilLtem Schaft /Taf.
IX,Kiskundorozsma, öreghegy; Taf.XI,5= Kiskundorozsma/ sind
im Verbreitungsgebiet der HUgelgräberkultur, also von Elsass
bis Ungarn überall zu finden. 102 / In der Nähe wurden solche in
Szeged-Böszke,10'/ Zombor, 104 / etwas ferner in Szomolány l o 5 /
95 / Jan Eisner. Jihoceske mohyly. Památky Archaeologichkó,
XXXIII /l922-23/.S.213,27.- Schránil,a.a.O.Taf.XXV,1.
96/ Arch.Ert. 19o8. S.263,4.
97/ Hampel, a.a.0.Taf.CLXI,13.
98/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. Taf.28,4.
99/ Ebendort, Taf. 36,2.
loo/ B.V.Richthofen, a.a.O.Taf.24,f.
lol/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit, S.128.
lo2/ Ebendort, S.115.
lo3/ J.Hampel, a.a.0.CLXXXV, 15, 19.
lo4/ Arch.Ert.19o8.S.263, 9-10.12,15,17.
105/ Hampel, a.a.O.Taf.CCXLII,18; Taf.CCXLIII.3; Taf.CCXLIV,3.
- 59 -

loő
und in Österreich / gefunden. Bei uns waren sie wahrscheinlich
in der dritten Periode der Bronzezeit /Tószeg C/ häufig.
Die Nadeln mit eingerolltem Kopf /Taf.VI,,3,5, zusammengehö-
rig = Bogárzó, Grab 6; Taf .X,l;=Kiskűndorozsma, Grab 17; wahr-
scheinlich Bruchstücke von ähnlichen Nadeln Taf.X,2= Kiskundo-
rozsma, Grab 17/ sind zusammen mit endbronzezeitlicher Kera-
mik zum Vorschein gekommen. Ähnliche Exemplare kennen wir von
Koroncó,107/ die zusammen mit Lausitzer Funden zum Vorschein
kamen. Sie sind auch aus dem Urnenfriedhof von Zagyvapálfalva ,
der starke Laueitzer Einschläge aufweist,100/ weiter in Füzes-
abony /Stufe Tószeg-D/ 1 o 9 / bekannt. Von Szomolány kennen wir
eie ebenfalls; hier lässt sich der Einfluss der Hügelgräberkul-
tur besonders gut nachweisen.110/ Auch aus dem Bronzefund von.
Sajógömör ist eine solche Nadel bekannt.111/ Zu nennen sind sol-
che Nadeln weiter noch von Gemeinlebarn112/ und Jordansmühl.11
Die Nadeln mit kegelförmigem Kopf und gebogenem Schaft/Taf.
VI,4= Bogárzó,Grab 6/ sind ebenfalls für die' Endphase der drit-
ten Periode der Bronzezeit charakteristisch. Tompa bildet sol-
che von Füzesabony ab. 1 1 4 / Die von Megyaszó sind dünner und ha-
ben einem tordierten Schaft.113/
Ebenfalls für die zweite Hafte der Bronzezeit sind die Bron-
zeknöpfe charakteristisch /Taf.X,5,11° Kiskundorozsma, Grab 17/
die in unserem Fall die anderen Beigaben in die vierte Periode
datieren./Taf.X / In Oroszipuezta sind sie in einem Fund der
dritten Periode belegt,116/ während sie in Füzesabony schal der
lo6/ Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit. S. 113.
lo7/ S. Mithay, a.a.O.Taf.XIV,lo.
loö/ J.Hillebrand, Ujabb ásatásaim a zagyvapálfalvai bronzkori
urnatemetőben. Arch.Ert. 1929. Abb.17,zweite Heihe links.
lo9/ 24/25. Bericht der RGK. Taf. 42,12.
llo/ J. Hampel, a.a.O.Taf.COXLIII, unten rechts.
111/ J; Hampel, Sajó- és Rimavidéki bronzleletek. Arch. Ért.1886.
S. 18, Taf.IV,17.
112/ Ssombathy, a.a. 0.Taf.12,1.
113/ B.V. Richthofen, a.a.O.Taf.21,g.
114/ 24/25. Bericht der RGK. Taf. 42, 1-2.
115/ Ebendort, Taf. .45, 11-12.
nő-' Ebendort, Taf. 34, 16-17.
- 6o -

Periode Tőszeg-D entsprechen und nicht durchlocht sind. 1"/-£hn-


liche Knöpfe kennen wir von Bozsók im Kom. Baranya,118/ UJ -
szőny 1 "/ und Tamásfalva.120/ Die kleineren Bronzeknöpfe sind
schon aus der frühen Bronzezeit bekannt. /
Der kleine Bronzedraht /Taf.X,7/ wird durch die anderen Bei-
gaben in die letzte Bronzezeitperiode datiert.
Die durchlochten Tierzähne und Schnecken /Taf.X,6,6-9 und
Taf.X,12/, die in Grab 17 von Kiskun'dorozsma gefunden wurden,
haben keine chronologische Bedeutung. Sie stammen aus einem
Fundzusammenhang vom Ende der Bronzezeit. Es sei hier nur da-
rauf hingewiesen, dass in Oroszipuszta und in Füzesabony sol-
12?
che durchlochte Tierzähne ebenfalls gefunden wurden. /
Einige Bronzestücke sind durch den Brand derartig deformiert
/Taf.XI, 1-4, 16-17, 2o-22/, dass ihre ursprüngliche Form
schwerlich bestimmt werden kann. Einige /Taf.XI, 14,17, 2o-22/
können auf Grund der anderen Grabbeigaben /Taf.XI,7, lo-13/ in
die dritte Periode der Bronzezeit datiert werden, andere wiede-
rum /TafXt. 1-4,16/ kamen mit Funden der lausitzer Kultur /Taf
1,3./ zum Vorschein.
Die längliche Knochenperle /Taf.XI,6, vielleicht ein Hadel-
halter/ stammt aus der Periode der Lausitzer Kultur.

Zusammenfassend können wir folgendes feststellen«


. Die Funde der Friedhöfe von B0gárz<5 und Kiskundorozsma sfcam-

117/ Ebendort, Taf. 41, 2o-22.


118/ Hampel, A bronzkor emlékei Magyarhonban. Taf. CU24.
119/ Ebendort, Taf. CXXV, 5o-57. •„
12o/ Ebendort, CXXVII, 16-26. Sie sind nicht durchlocht,sondern
mit einer kleinen Öse versehen.
121/ Dolgozatok, 1931. Taf. X , 35.- Patay, a.a.O.S. 99.
122/ 24/25. Bericht der BGK. Taf. 34, 33-34, 37-38; Taf. 42,18.
- 61 -

men aus der dritten und vierten Periode der Bronzezeit nach F.
Tompa. In dieser Zeit - wahrscheinlich in einer vorgeschritte-
nen Phase der dritten und zu Beginn der vierten Periode - haben
in diesem Gebiet verschiedene kulturelle Einflüsse auf einander
gewirkt. Elemente der Vatyaer Kultur mischten eich mit Kultur -
Strömungen von der Unteren Donau /Versec, Vattina/. Zur selben
Zeit erscheint von Nordwesten kommend die Hügelgräberkultur und
später gewinnt auch der Einfluss der Lausitzer Kultur an Bedeu-
tung. Diese beiden Kulturen haben, vielleicht auoh fast gleich-
zeitig an der Wende der dritten und vierten Periode, in diesem
Gebiet /Bogárzó, Bäks, Bilisice/ eine entscheidende Rolle ge-
spielt. Nur so wäre es zu erklären, dass an einigen Gefässen ,
sowohl autocht°ne Motive, wie auch Elemente dieser beiden Kul-
turen gleichzeitig auftreten, was nur so zu erklären ist, dase
sioh in diesem Gebiet die Elebiente der beiden Kulturen vermeng-
ten. Somit ist eine eindeutige kulturelle Zuordnung in vielen
Fällen unmöglich.
Jene Keramik- und Bronzefunde, die den Einfluss der Hügel-
gräberkultur verraten, zeigen mit dem österreichischen Materi-
al grösste Formverwandschaft, aber auoh der Einfluss der böh-
mischen Hügelgräberkultur ist nachweisbar.
Das Lausitzer Fundmaterial zeigt mit den Funden von Koron-
oó grosse Verwandschaft und ist auch einigermessen mit den
Funden von Baiersdorf und Gemeinlebarn in Österreich in Zusam-
menhang zu bringen und hat weiter auchnoch böhmische und schle-
sische Beziehungen. Das Bronzematerial ist mit den spätbronze-
zeitlichen Funden von Füzesabony und Zagyvapálfal va. /Tószeg-D/
nahe verwandt.
Auf Grund des beschriebenen Materials kann festgestellt wep-
den,dass die Hinterlassenschaften der Hügelgräber- und der Lau-
sitzer Kultur nicht nur in Dunántúl und in den nördlichen Lan -
desteilen nachweisbar sind, sondern sich ihr Einfluss auch im
Alföld und in der Gegend der Unteren Donau sicherstellen läsu*
• Gáttája/.
- 62 -

Es ist zu bedauern, dass nicht das ganze Material gräber-


vreiee gesondert werden kann, weil es so weniger überzeugend
wissenschaftlich auagebeutet werden kann. Der künftigen Por -
echung bleibt es vorbehalten, die Süd- und Ostgrenze der Hü -
gelgräber- und der Lausitzer Kultur zu bestimmen. 125 /

Szeged
I.Foltiny

123/ Autor ßchloss das Manuskript im Herbst 1943 ab, deshalb


enthalt es keine Hinweise auf die neueste einschlägige
Literatur.
Taf.III.tábla. Szeged-Bogáreó:l-lo«airokból származó, de nem
azonosítható leletek
laf. V.tábla. Kiskundorozsnas 1,3=4.sir;2,4-9•sirj5=lo.Bir j
6=12.air}7-8»14.sir}9=aegriQin határozható sírból származó
lelet /kb.l-2»l/7}3-9»l/5 nagyság/
Taf.VII«tábla« Szeged-Bogárző t 1-11-19. sir A b . 2/3/
Tmfel IX.tábla. Kiakundorozama-öreghegy»1-6,9-lo; Szeged-
Bogárző, 19.sirs 7-8, 11-23 A * . 2/3/